Nr. 71 Zweites Blatt 157. Jahrgang Montag 25. März 1907 Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntag». Die „Siebener LamlilenblLtter" werden dem „Anzeiger' Biennal wöchentlich beigelegt, das „Kreliblatt |flr den Kreis Slehen" zweimal wöchetlUlch. Der „hesfische Landwirt erscheint monatlich einmal. GiWker Ainetaer General-Anzeiger für Gberheffen Rotationsdruck und Verlag der Brühl'lchen UnurersuälS - Buch- und kieindruckerei. ÖL Lange. ®ießen. Redaktion. Exveditton und Druckerei: Schul- stratze 7. Lroeditlon und Verlag > fcaN bL Redaktion: 113. teL-'Ilbu; Anzeigers le den. politische Lagerichatt. Zur Regeatschastsfiage in Braunschweig. ES ist noch nicht entschieden, wer an Stelle deS Der» florbenen Prinzen Albrecht von Preußen die Regentschaft in Braunschweig übernehmen wird, und alle bisher genannten Namen beruhten nur auf Kombinationen. Es wird auch dementiert, daß der RegentschastSrat den Herzog Johann Albrecht zu 2)1 eckten bürg dem Landtage als Regenten des Herzogtums vorschlagen werde, obgleich diese Meldung von dem Wolff'schen Telegraphenbureau verbreitet worden war und dadurch einen offiziösen Stempel erhielt. Plan sollte meinen, daß eS nicht schwer fallen dürfte, unter den deutschen Fürsten eine geeignete Persönlichkeit ausfindig zu machen, aber' eS ist selbstverständlich, daß Vorgänge hinter den Kulissen spielen, über welche die Oeffentlichkeit nicht unterrichtet lüirb. Daß man in Berlin sich freuen würde, wenn der neue Regent einer Fürstenfamilie entnommen werde, bube» Hohenzottern verwandtschaftlich nahe steht, ist begreiflich. Alan hat es jedoch vollständig den Braunschweigern zu überlassen, sich selbst den Regenten zu geben, den es wünscht. Die Verhandlungen deS braunschweigischen Landtages über die RegentschastSfrage, die am Dienstag stattfinden, werden unter Ausschluß der Oesfentlichkeit erfolgen. • Zur Strafprozehreform. Mit Rücksicht aus die bevorstehende Reform der Strafprozeß- orbnung ist auch die Frage, ob jüc die Glaubwürdigkeit vor Gericht die Feststellung der Vorstrafen eines Zeugen erforderlich ist, von aktuellem Interesse, Von diesem Gesichtspunkt: ausgehend, richtete die Redaktion von „Nord und Süd" eine Umfrage darüber an verschiedene Autoritäten der NechtS- wiü'enschast. Eine Reihe von ausführlichen Antworten sind der aenunnten Zeitschrift zuteil geworden. Wir sind in der Lage, schon jevt einige davon anzuführen, die besonders prägnant den Sachverhalt beleuchten. Prosessor Dr. W. Mittermaier in Gießen schreibt: „Wenn wir die Vorstrafen beachten wollen, so muß das bei Zeugen und Angeklagten geschehen; ebenso muß bei beiden eine Rehabilitierung oder Verjährung eintreten können. Für eine einfache .^Verjährung" glaube ich nicht ohne weiteres eintreten zu können. Wohl ober ist eine Rehabilitierung und amtliche Löschung der Strafen sehr wohl am ?Natzc; diese Frage wird auch zurzeit lebhaft in Staatsrechtsreisen erörtert. Natürlich ist es nicht absolut notwendig, den Zeugen nach feinen Vorstrafen z u fragen. Das geschieht auch gar nicht, und einsichtige Vor- fibeiioe lehnen diese Frage ost ganz als „unerheblich" ab. Oft aber ist die Frage von größter Wichtigkeit zur Erteimtnis des Charakters eines Zeugen oder Angeklagten, und dann darf sie nicht umgangen werden. So kompliziert sich die Frage sehr und ist nicht ganz leicht zu beantworten, wenn alle Interessen abgewogen werden sollen." Prosessor Dr. W. Engelmann in Marburg schreibt: „Der vorhandene Mißstand beruht übrigens weniger aus der bestehenden gesetzlichen Vorschrift, als auf der Schablone der gerichtlichen Praxis. Denn das Gesetz stellt die Befragung der Zeugen über solche Umstände in das Ermessen des Gerichts; fic soll erfolgen „erforderlichen Falls" sagt St.-P.-O. § 67. Und das ist unentbehrlich. Die überflüssige Befragung, die in der Praxis häufig stattsindet, ist oft und auch setzt wiederholt gerügt worden." Professor Carl Stooß in Wien äußert sich folgendermaßen: „Wie Sie richtig annchmen^ ist durchaus zwischen Angeschul- digteil und Zeugen zu u nterscheiden. Dem Angeschuldigten werden Vorstrafen vorgehalten; der Zeuge wird über solche befragt. Die Kommission für die Reform des Strafprozesses will die Feststellung von früheren Strafen des Beschuldigten einschränken. Dagegen beantragt die Kommission, was die Zeugen betrifft, keine Abänderung. Der Zeuge wird „über solche Umstände, welche seine Glaubwürdigkeit in her vorliegenden Sache betreffen", einoernommen. Es bildet dies einen, Bestandteil der „Generalfragen". Man nimmt an, die Vorbestrafung sei wichtig für die Beurteilung der Glaubwürdigkeit des Zeugen. Ich weiß nicht, ob der Zeuge regelmäßig gefragt wird, ob er schon bestraft worden sei. Das Giffetz schreibt cs nicht ausdrücklich vor, unnötig ist es gewiß nicht unter allen Umständen. Man sollte meiner Meinung nach die Generalfragen überhaupt vom Zeugnis trennen. Es wäre dies wichtig wegen der Bestrafung falscher Aussagen des Zeugen." • Pobjcdouoßzew f. Der frühere Oberprokurator deS russischen SynodS, Pob- jedonoSzeiv, ist nach einer Meldung aus Petersburg am 23. d. Vits, gestorben. Mit ihm ist eine der lange Zeit im Zarenreiche in besonderem Maße gehaßten und gefürchtete» Pe-rsönllchkeite» aus dem Leben geschieden. Galt er doch — und wohl mit Recht — als der entschiedenste und einflußreichste Vertreter des schärfsten Absolutismus und der starrste» Reaktion. Seine große Riacht rühre wohl daher, daß er — Übrigens ein Mann von großem Wißen, ein ausgezeichneter Jurist und gelehrter Theologe — im Jahre 1860 zum Lehrer bet kaiserlichen Prinzen erwählt worden war, nachdem er sich als Professor des Zivilrechts an der Moskauer Universität sehr bewährt hatte. Zu seinen Schülern gehörte u. a. auch der spätere Zar Alexander III., unter dessen Regierung er dann von seiner mittlerweile erlangten Stellung als Ober» pvofnror des heiligen Synods aus entscheidenden Einfluß auf die gesamte Politik des Reiches geivanii. Es wird von Personen, die Pobjedonoszew näher kannten, behatiptet, er sei persönlich gutmütig und selbstlos gewesen, Und sein energisches Eintreten für den Absolutismus und die strenglte Währung des griechischen Glaubens nur der ehrlichen Ueberzeugiing entsprungen, daß dies Gottes Wille sei, der mit allen Rütteln durchgesührt werden müsse. Aber jedenfalls ist er in Verfolgung seiner Pläne vor nichts zurück- geschreckt, hat alle Andersgläubigen, Katholiken, Lutheraner und Juden, mit rücklichtsloser Geivalt zu unterdrücken gesucht und so die niedrigen Instinkte des ungebildeten Volkes gegen ihre andersgläubigen Mitbürger wachgerusen und zu blutigen Ausschreitimgen aufgestachelt. Kein Wunder, daß die Wut dec intelligenteren Greife Rußlands sich hauptsächlich gegen Pobjedonoszew wandte, m dem man den Quell alles Unglücks tu Rügland erblickte und besten Beseitigung als crue Bedingung für den Einbruch einer neuen freiheitlichen Aera galt. So erklären sich die wiederholt gegen das Leben Pob- jedonoßzews unternommenen Attentate, die indes niemals den gewünschten Zweck erreichten. Seit dem Regierungsantritt 'Nikolaus II. ging der Einfluß PobjedonoszewS merllich zurück, obwohl er seine gewichtige Stellung noch behiett. Erst im vorigen Jahre trat er seines hohe» Alters wegen — er ist 80 Jahre alt geworden — in den Ruhestand, der ihm namentlich von feinen zahlreichen Feinden herzlichst gegönnt wurde. Admiral Ruyter. Holland feierte am 24. ds. MtS. den 3 00jährigen Geburtstag de Ruyters, seines größten Seehctden. Es fand in Nienwe 51 eit eine Gedächtnisfeier statt, bei welcher anwesend waren: Königin Wilhelmine, die Königin-Mutter, die Botschafter sowie Abordntingen aus Deutschland, Englaiid und Dänemark. Ter Direktor deS „Atgcrnecn Handelsblad-, Charles Boisscvain, hielt eine Rede, in der er darauf hin- wies, daß man das Gedächtnis des Admirals feiere, der zusammen mit Wilhelm 111. von Oranien bie Niederlande gc- rettet habe, der em Urbild deS wahren Niederländers Qcivefen fei, ein Freund der Freiheit und der Unabhängigkeit. Sodann enthüllte in Choir, ivo sich das Mausoleum de Ruyters befindet, die Königin eine Gedenktafel. Dann fand in Amiier- bam im Palais ein Festmahl statt und die 51 ö n i g t n hielt folgende Rede: Ich treue mich die Vertreter der Souveräne und Siaats- l;äupiev bei nur zu sehen, die beauiiragt sind, an der Feier teiizu- nehmen. Es hegt mir aber auch am Herzen, meinen Tank für die dem yiiUionalljelbcn erwiesene Ehrung auszuiprcchen und die Versicherung abzugebe», daß ich die Freuudichaiisbeiveise, die nur durch diesen All der Seilnaljme erwiesen sind, hochschaye. '-Wögen diese Fesilichkeuen dazu beuragen, die Gefühle der Vrüderlichleii zwischen den Marnie» der Mächte, die an dieser Feier zu Ehren Ruyters teilgenoimnen haben und meiner Floue zu seiüge». Ich lrinke auf das Wohl der Souveräne und der Staaishäupier. Die Königin brachte dann »och einen Trmkjpruch aus die niederländische Marine auS. Ter Staatssekretär des deutschen ReichSmarineaMteS von Tirpitz sandte ein Glückwimschtelegramm an den holländische» Btarmeminlster Cohen Stuart, der drahtlich dankte. Deutsches Reich. Berlin, 24, März. AuS Frankfurt a. M. wird der „Tägl. Rundsch.' von gut unterrichteter Seile gemeldet, daß der dortige Oberbürgermeister Dr. Franz Ad icke S lür einen preußischen M »niste rp osten auSersehen sei und seine baldige Berufung in eingeweihte» Kreisen als sicher gelle. — Reichskanzler Fürst Bülow und Gemahlin haben heute die Reise nach Rapallo angetreten. Aus dem Freundeskreise der Familie des Fürsten haben sich ange- schlossen: Professor Harnack, Geheunrat Prof. v. Renvers und der Physiker Prosessor Blas er na. Der „Lok.-Anz." tritt der Behauptung verschiedener Blätter entgegen, daß Fürst Bülow auch nach Rom geht. Ter Kanzler wird seinen Oslerurlaub ausschließlich in Rapallo verleben. Ebenso falsch sind die Ausstreuungen, daß er auf ärztlichen Rat reise und weil er der Erholung dringend bedürfe. Fürst Bülow ist vielmehr bei ausgezeichnetem Befinden. — Mehrere Berliner Anarchisten, die am 18. März im Friedrichshain an den Gräbern der Märzgefallenen Kränze »iedergelegt haben, werben sich wegen ihres Verhaltens vor Gericht zu verantworten haben. Tie Polizei hat iliehrfach Verhaftungen vorgenommcn. Die Nummer des „Revolutionär- vom 18. März ist beschlagnahmt worden wegen eines Artikels „Militarismus und Rebellion" und eines Aufrufes an die Soldaten und jungen Leute. — Nachdem Deutsch-Südweslafrika fast völlig pazifiziert und durch Kaiserl. Verordnung vom 31. März ab der Kriegszustand im Schutzgebiet für aufgehoben erklär! worden ist, ist die Abberufung des Höchslkommandierenden, Oberst v. Deiuiling, von dort beschlosten worden. Ter- iclbe wirb, wie verlautet, im April die Reise in die Heimat antreten. Wer als sein Nachfolger an die Spitze der Truppen treten soll, ist noch nicht bestimmt. Doch tritt die Vermutung wieder auf, daß der Oberstleutnant o. Estorfs das K o m m ando erhält. — Kolonialdirektor Dernburg hat einen zehn- bis zwölftägigen Osterurlaub angetreten, den er an den ober- itallenischen Seen verbringt. — Tie „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: In der Reichs- tagssitzung vom 19. März äußerte nach dem Ausweis des stenographische» Berichts der Abg. Bebel in Bezug auf die Auflösung des Reichstages: „In jenen Tagen war die. Nachricht verbreitet, es solle ans Bückeburg ein Telegramm cingetroffcn sein, in dem es geheißen habe, ich werde die ganze Bande auseinanderjagen; der das telegraphiert haben soll, war ein ganz anderer als ein Sozialdemokrat." — Ter Abg. Bebel spielte damit auf die, vornehmlich von Blättern der Sozialdemokraten und des Zentrums verbreitete Legende aus, der Reichskanzler habe vor der Auflösung des Reichstags von dem Kaiser em Telegramm solchen oder ähnlichen Inhalts erhalten. Wir verweilen darauf, daß wir bereits in unserer Nummer vom 18. Dezember 1906 in der Lage waren, diese Geschichte als eine plumpe Erfindung zu bezeichnen. Indem der Abg. Bebel sie aufs neue in Umlauf setzt, bekundet er wieder den oft an ihm beobachteten Mangel an Gewissenhaftigkeit in der Benutzung von Zeitungsnachrichten. Köln, 23. 'März. I» der Angelegenheit der Reform des Börsengesetzes wirb der „Köln. Zig." heute aus Berlin telegraphiert: Unseres Wissens befindet sich das Gesetz, das beim Bunoesral 015 preugucher Ruuag werden soll, noch in der Behandlung der preuu. Mmmerien deS Handels und der Finanzen. Sluf die Einbringung befl Gesetzes ist keineswegs verzichtet worden, es werde» im Gegenteil bie Arbeiten hierzu nut allem Eifer betrieben; man hält es aber für richtig, nur mit einer wohlvoibereiteten Vorlage vor den Reichstag zii trete». Dazu ist aber noch nötig, Gutachten auS Sachverständigenkreise» emziisorder», da ma» nur bet sorgfältigster Vorbereitung hoffe» kann, daß Inhalt und Begründung des Entwurfs geeignet sein werden, die noch bestehenden Vorurteile z» zerstreuen. Tag das Gesetz angesichts der Geschäftslage deS Hauses, wenn es vor Ostern emgebrachl worden wäre, unmöglich zur Verabschiedung hätte gelangen können, braucht wohl nicht erst »achgewiefen zu werben. Wenn die hierdurch nnb durch die, wie gesagt, sorgfältige Vorbereitung herbeigeführte Verzögerung schtletjUch dem Gesetz zugute kommt, wird man sich darüber nicht beklagen können. Von einer Vertagung ad calendas graecas ist nicht die Rede. parlamentarische-. Bremen, „j. Marz, ix.a tsz iplinar-Ver- fobren gegen bie Volksschullehrcr Vvlkmeyer, Gerte!» mann, Gaiwmrg und Labiae wegen Aufreizung der brenn]eben LehrersaM]t gegen Die SckMbe^öeden und Mißachtung wurde * heute abend Mad) Dreitägiger Verhandlung das Urteil geiallL Alle vier Angeklagten wurden zu einem Verwe ts uno den Konen des V>.r,ahr^ls verurteilt. Autzerdcui wurde Der Volks- sll/uilehrer Voltmeyer zu 300 M a r k Gel bst rase verurteilt Heer unO Flotte. — Als Genera^euUraut luuroe »ur ^Position gestellt ba bisherige Inspekteur der technischen Jnjiitute Der Znsaiiieri-e ilU>- luig I. W i u t e r. Cs ist Lböl ui Dar in stabt geboren, besuchte Die Realschule in Ouenoach und bas Gi-wnasiuui ui seiner Vater- iiabt und tflat 186/ in bis Gvogh. pess. 4. Jnsanterieregiment iLr machte Den FelDzug gegen Frankreich mit und wurde 1872 in den Verband d.s preußischen Heeres ats Leutirant im 118. J»r- lanierieTugnnent ubcriwninicn. 188'J wurde er als Hauptmann Mitglied der Gcwet/rpruiungSkoninussron und 1890 ä la suite des Infanterieregiments Ar. 116 gestellt Airche und Schule. Dresden, 23. Aöärz. In Der ^oruaudssitzung deS hiesigen konservativen Vereins regte der Oberbürgermeister Beutler eine neue Reform der e r ft e n Ständern mmer an, die dahin gehen soll, baß Die KUmmer um 12 Mitglieder vermehrt wird, Die auS den Kreisen Des SjanDeld, Der Industrie, des Ge- werues und von Der Technischen Hochschule zu iuübten, bezw. zu ernennen seien. Ausland. London, 24. März. Der „Standard" berichtet, daß die Kaiserin mutter von Rußland der Gesellsck-aft vom roten Kreuz 10000 Pfd. Sterl. geschenkt habe, unter Der Bedingung, daß Die jährlichen Zinsen dieser Summe zu Drei Preisen verwendet werden sollen, Die an die Erfinder Der besten üeil- oder Linderungsmittel für bie Verwundeten zu verteilen sind. — Die neue englische Zeitschrift „The Nation", die Campbell Vannermans viel besprochenen Abrüstungsartikel verösseiitlichte, hat ihren Berliner Vertreter zum Fürsten Bülow gesandt und ihn anfragen lassen, was er über Campbell Bannermans Artikel zu sagen hätte. Der Berliner Vertreter der „Nation" berichtet: Bülow sagte: Alles, was darauf abziele, einen b au e r n- ben Fricbenszustand zu erhalten, werbe von ihm immer verfolgt. Deutschlanb habe ber Welt klare Beweise seiner Friebensliebe gegeben, lieber bie Abrüstungssrage sich zu äußern, lehnte ber Reichskanzler ab. Der Korresponbent glaubt zu wissen, baß ber Reichskanzler zu dieser Frage wahrscheinlich nach Ostern im Reichstage das Wort ergreifen werbe. Paris, 24. März. Zwischen Frankreich u n b Siam vollzog sich bie Unterzeichnung eines Vertrages, welcher feit längerer Zeit schwebenbe Unterhandlungen in sehr vorteilhaiter Weise für bde Franzosen abschließt. Frankreich erkält gegen einige geringwertige Zugestänbnisse drei große Provinzen, welck>e in dem Gebiete ber großen Seen gelegen sind. Diese drei Provinzen haben eine Oberfläche wo» 20 000 Quadratkilometern und eine Bevölkerung von 25—30 000 Einwohnern. Tanger, 23. März. Der französische Gesandte Regnault erhielt am 23. März b ie Nachricht, daß der französische Arzt Maucharnps in Marakesch von Eingeborenen getötet wurde. In Zusammenhang mit ber Ermorbung hat bie französische Negierung ben Kapitän bes Dampfers Scanne b'Arc beauftragt, unverzüglich nach Tanger in See au stechen. Die Ermordung erfolgte angeblich, weil bie Eingeborenen glaubten, der Arzt habe in feiner Wohnung eine Station für drahtlose Telegraphie eingerichtet. — Der kürzlich zum Gouverneuer der Andscheras ernannte Abdessadeck ist von ben Anbscheras e r m or bet worden, nachdem sie eine blutige Niederlage erlitten hatten. Die Andscheras marschieren jetzt gegen die Mag Hz en. Neues aus Nutzland. Petersburg, 23. Dlärz. Heute richtete eine Gruppe von Neichsralsniitgliedern, an deren Spitze bie ehemaligen Aimister Alunow Birilew, Tarnowo und Stichinsky slehen, an den Unterrichtsminisler eine Interpellation über die Ruh e- ilürungen auf den Universitäten nach der Verleihung ber Autonomie. Sie protestieren heftig gegen die Verhandlung der Interpellation, da sie in derselbe» eine gegen die Autonomie Der Universitäten gerichtetes Manöver erblicken. Fürst Trubetzloy und Der Rektor Der Universität Moskau, Manuilow, hielten energische Reden, i» denen sie autzführten, Daß sie aus Den Händen der Polize:regime nur Trümmer der Universitäten erhielten und Daß sie auf diese» Trümmern das akademische Banner aufpflanzten. Tie Gruppe des Zentrums im Reichsrate unterstützt die alademische Gruppe. Warschau, 23. März. In seiner Wohnung wurde ein Bankbeamter ermordet aufgefunden; auch das Dienstmädchen war tot. Die ankisemttischenAauernunruSen inHiumänien. Im Distrikt Teleonnan hielten Bauern einen Eisenbahn- gug mit Reservisten an und nötigten sie auszusteigen, um mit ihnen gen.einsame Cache zu machen. Jrn Orte Alexandria wurden der jüdische Tempel sowie jüdische und griechische Geschäfte verwüstet und der Rabbiner mißhandelt. Als Bauern daS Steneramt plündern wollten, wurden sie von der Kavallerie vertrieben. Die Exzesse dauerten vier Stunden lang. In der Gemeinde Nangr wurde ein Gutsbesitzerin die Flammen geworfen und verbrannt, Bauern tanzten um die Brandstätte. In Folscham wurde der Kaufmann Schächter, nachdem die Aufständischen versucht halten, seine Frau zu schänden, gebunden und ihm beide Augen ausgestochen. Wallachische Bauern verwüsteten die Orte Radautzl und Zirnnitschea und begaben sich dann plündernd in die Rach- bardörser. Auch bei Kraioya rcuibten die Bauern auf den Gütern und verbrannten große Rtengen Getreide, ebenso in der Umgebung von Alexandria. Die Juden flüchten überall. Em Pfarrer wurde als Anstifter verhaftet. Aufruhrszenen werden auch aus dem Gebiet Tolcormau gemeldet. DaS Elend der Flüchtlinge ist unbeschreiblich. Hunderte von Familien sind in Dachkammern und Scheunen untergebracht und leiden Mangel an Nahrung und Kleidung. Die Unruhen sind von langer Hand vorbereitet. Die Antisemitin JicaPawleska, welche em Wochenblatt herausgibt, betreibt die Hetzereien gegen die Inden planmäßig. Schon Hunderte von Dörfern und Gutshöfen sind verwüstet. Neueste Berichte melden, daß die Stadt Bucesar von Bauern zum grüßten Teil niedergebrannt worden ist. In Bacau wurde ein Staatsanwalt von Bauern mehrere Stunden lang fest gebunden und ein Oberst mißhandelt. Der Oberst ließ daraus das Militär feuern, wodurch fünf Bauern getötet, sechs schwer verletzt wurden. Die Forderungen der Bauern sind folgende: das allg. Wahlrecht, Aufteilung der Felder, Garantie dafür, daß die Verträge, die sie von den Gutspächtern während der Unruhen erpreßt haben, von den Gerichten nicht anullierl werden. _______________________________ Aus SlcrSt Uttd Laus. Sprechstunden der Redaktion: %12—1 Uhr vorui., 72 7—1/3 8 Uhr nachm., (mit Ausnahme von Samstag und Sonntag). Gießen, den 25. März 1907. - Ein neuer Ja gdgesetz-Entwurf ist der 2. Hess. Kammer soeben zugcgangen. Als wesentlichste Neuerungen des Entwurfs seien hcrvorgehoben: 1. Die Bestimmung, daß selbständige Jagdrechte der Grundeigentümer nach Erlaß des Gesetzes nicht mehr durch Gesetz, sondern nur noch durch Vertrag erworben werden können. Hierdurch soll bauptjächtlch die seinerzeit in der ziveilen Kammer vorgetragene Beschwerde berücksichtigt werden, nachdem der Versuch, die Erwerbung eigenen Jagdrechls auf zur Ausübung der Jagd geeignete (arrondierte) Grundbesltzungen zu beschränken, wegen der hieraus zu befürchtenden Streitigkeiten uub der für die Durchführung von Feld- derelnlgnligcn entstehenden Hindermsje ausgcgeben ivorden ist. 2. Die Gewährung emes Anspruchs am Ersatz der von Ge- meindeil gemachteil Aufwendungen zur Ablösung einer Jagd- dienslbarketl, wenn ein Grulidelgentümer später das Recht zur selbständigen AuSübmlg der Jagd auf feinem Grundbesitz er- ianfll hat. 3. Tie Verleihung deS Rechts an Gemeinden zur Ablösung deS Jagdrechls auf Gütern nut eigener Gemarkung, sofern diese > eigene Gemarkung emen geringeren Flächeninhalt als 7b Hektar hat. . 4. Tie Befugnis für Pachter von Gemeindejagden zur Erteilung tion Erlaubnisscheinen unter gewissen Einjchräulungeli. * * AuS dem Militär-Wochenblatt. Major Kundt, aggregiert dem Jnf.-Negt. Prinz Karl (4. Großh. Hess.) Nr. 118, als aggregiert versetzt 311111 Jnf.-Regt. Hamburg (2. Hanseat.) Nr. 76. Haupluiann v. Knobloch, zu- geteilt dem Großen Generalslabe, als Kompagniechef in das Leibgarde-Jnf.-Rcgt. (1. Großh. Hess.) Nr. 115 versetzt. Oberleutnant Reim im Leibgarde-Jnf.-Negt. (1. Großh. Hess.) Nr. 115, unter Beförderung zum überzähligen Hauptmann zum Generalstabe der Armee versetzt. Die Obeileutnants Meier im Jnf.-Negt. Prinz Karl (4. Großh. Hess.) Nr. 118, v. Hoffbauer im Großh. Artillerie-Korps, 1. Großh. Feld- Art.-Negt. Nr. 25, auf ein ferneres Jahr zur Dlenslleiiiung beim Großen Generalstabe kommandiert. Die Oberleutnants Ring im Jnf.-Regt. Prinz Karl (4. Großh. Hess.) Nr. 118, Heinersdorfs im 5. Großh. Hess. Jnf.-Negt. Nr. 168, v. Strzemieczny im Großh. Artilleric-Korps, 1. Großh. Hess. Feldart.-Regt. Nr. 25, auf em Jahr zur Dienstleistiing beim Großen Generalstabe kommandiert, v. Jouanne, Oberleutnant der Reserve des Leibgarde-Jnf.-Rgts. (1. Großh. Hess.) Nr. 115 (Schwimm), vom 1. April d. I. auf ein Jahr zur Dienstleistung beim 2. Bad. Trag.-Regt. Nr. 21 komman- diert. Freiherr v. Hlrschberg, Oberleutnant irn Großh. Artillerie-Korps, 1. Großh. Hess. Feldart.-Regt. 9lr. 25, unter Versetzung in das Altmärk. Feldart.-Regt. Nr. 40 zum Batterie- Ehes ernannt unter Beförderung zum Hauptmann. Haupt- mann Kolb im Leibgarde-Jnf.-Negt. (1. Großh. Hess.) Nr. 115 zum zweiten Offizier des Großh. Hess. Traindepols des 18. Ar- meekorps ernannt, v. Lindeiner gen. v. Wildau, Hauptmann und Kompagniechef im Leibgarde-Jnf.-Negt. (1. Großh. Hess.) Nr. 115, als Lehrer zur Kriegsschule in Hersfeld versetzt. Fähnrich Wagner im 2. Großh. Hess. Feldart.-Regt. Nr. 61 zum Leutnant befördert. Hauptmann Sommer, Kompagniechef im Jnf.-Regt. Herzog Ferdinand von Braunschweig (8. Wests.) Nr. 57, mit Aussicht auf Anstellung im Zivildienst und Erlaubnis zum Tragen der Uniform des Leib- garde-Jnf.-Negts. (1. Grotzh. Hess.) Nr. 115 der Abschied bewilligt. Oberarzt der Reserve Dr. Hensay (Mainz) 311111 Stabsarzt, die Unterärzte der Reserve Kolb (Friedberg), Olff (Gießen) zu Assistenzärzten befördert. Tr. Colombara (Mainz), Stabsarzt der Reserve, Dr. Wenz (Friedberg), Oberarzt der Landwehr 2. Aufgebots, der Abschied bewilligt. * • Landesunioersltät. Dem Re ch nungsrat i. P. Georg Roth in Laubach wurde wegen seiner verdienslvollcn Forschungen auf dem Gebiet der Moose der Charakter als Ehrendoktor verliehen. * * I u st i z p e r s 0 n a l i e n. S. K. H. der G r 0 ß - Herzog haben dem Amtsrichter bei dem "Amtsgericht Langen Dr. Franz Specht den Charakter als Amtsgerichtsrat erteilt. * • Gutsverkauf. Das von dem früheren Besitzer des HosguteS Lorlbach, Herrn Kliuaelböfer hier» ange- kaufte seither Thon'sche Gut Waldkappel in Kurhessen hat eine Größe von 500 Morgen. ** Ein Automobil-Unfall ereignete sich heute vormittag nach 10 Uhr auf der S t r a ß e G i e ß e n - L 0 l l a r. Am Johannisberg hielten mehrere Fuhrwerke, deren Befltzer fruh- ftüdten, als ein Automobil sich in ziemlich schneller Fahrt näherte. Ter aus Heuchelheim stammende Holzsuhrmann Friedrich S t e i n - müllcr sprang über die Straße, das Automobil überfuhr ihn und brachte ihm schwere Verletzungen bei. An dem einen Bein erlitt er einen Knochenbruch, am andern einen SchienbeiN- bruch. Außerdem liegen Verletzungen am Kopf und innere Verletzungen vor. Dr. Währ mann aus Wicseck leistete dem Ver- unglüdten die erste Hülfe und die Gießener Sanitätskolonne holte ihn auf ihrem Krankentransportwagen ab. Das Automobil stammt aus Wiesbaden und gehört den Dunlopwerken. Die Fahrer trifft keine Schuld, erklärten sich aber trotzdem bereit, dem Verunglückten eine Entschädigung zu gewähren. ** Preisgekrönte Hundebesitzer. Auf der neunten internationalen Hunde-Ausstellung zu F r a n k f u r t_a. M., auf der 650 Hunde ausgestellt waren, erhielten folgende Hundebesitzer aus Oberhcfsen und den angrenzenden Gebietsteilen erste Preise: Schwan-Gießen (für deutsche Dogge), Schwelm-Nidda (Bernhardiner), Wallenstein-Alten-Luseck (Rottweiler), Schadeck VII. = Lollar, Goedeckemeyer-Wetzlar und Nuhn-Lollar (langhaarige deutsche Vorstehhunde), Beck-Vilbel (Spitz), Mettenheimer-Vilbet und Schmidt-Vilbel (Dachshunde). **DieWohltätigkeitskonzerteder hiesigen Militärvereine haben erfreulicherweise eine Reineinnahme von 1159.81 Mk. ergeben. Die Gelder sind bei einem hiesigen Bankhause verzinslich angelegt, lieber ihre Verteilung an hülfsbe- dürftige Veteranen war von den beteiligten Vereinen in Kürze definitiver Beschluß gefaßt worden. ** D i e Bierpreise. Der Verein her Gastwirte von Gießen und Umgegend beabsichtigt, eine einheitliche Regelung der B i e r v e r k a u f s p r e i s e auf folgender Grundlage herbeizusühren: Das Dreizehntel-Glas soll 10 Pfg., das Vierzehntel-Glas 12 Pfg. und das Fünfzehtel-(2choppen-)Glas 15 Pfg. kosten. Mehrere hundert Wirte des Kreises Gießen in Stadt und Land haben sich schon bereit erklärt, zu diesen Preisen zu verkaufen, und die neuen Preise sollen in Kraft treten, wenn die Mehrheit Der in Frage kommenden Wirte dafür eintritt. Die teilweise mit dieser Preisregelung verbundene Erhöhung (die weitaus meisten Wirte verkauften schon seither Dreizehntel mit 10 Pfg.) ist dadurch bedingt, daß durch die Erhöhung der Bierfteuer verschiedene seither von den Brauereien getragenen Leistungen künftig für die Wirte in Fortfall kommen. Andere durch die Presse gegangene Mitteilungen über Bierpreis-Erhohuiigen beruhen auf Mißverständnissen. • * Daß Brot wird teurer! Wie wir hören, stehl hier eine Erhöhung der Brotpreise bevor und zwar soll der Preis für ein Kilo um 2 Pfg. erhöht werden. Zurzeit haben wir in Gießen die billigsten Brotpreise von allen hesst- fchen Städten. '"EinneuerAufrufdeSNationalvereins zur Verjüngung und Einigung deS Li b e ra l isin us ist uns zrigegangen. Er ist diesmal mit einer großen Reihe von Unterschriften versehen, namentlich aus deutschen Akadeinlker- kreiseu. Wir finden da u. a. folgende Namen: Tr. 'Magnus 231 ermer, Professor an der Universität Gießen; Georg D. W. Callwcy, der Verleger des ,Kunstivart" 111 München; Dr. Gottschalk, Vorsitzender des Vereins der 'Nationalliberalen Jagend; K.H e n r 1 ch, Staatsschuldbuchhalter, Darmstadt; Dr. Georg Hirth, Herausgeber der „Jugend", Mrffichen; Geheimrat Dr. Kittler, Professor an der rechn. Hochschule Darmstadt; A. Korell, Pfarrer, KömgSstädten bei Mainz; Dr. Bruno Sauer, Professor an der Universität Gießen; Franz von Stuck, Akademie-Professor und Kunilmaler, München; Dr. Ernst von Wildenbruch, Berlin. * • D i e Gießener Volksbad - A.-G. hielt am Samstag nachmittag 5 Uhr im Sitzungszimmer der Bürgermeisterei ihre ordentliche Generalversammlung unter der Leitung des Aufsichtsrats-Vorsitzenden Juslizrat Dr. Gut- fleisch ab. Nach dem vom Vorsitzenden des Vorstands erstatteten Geschäftsbericht schließt die Bilanz mit 213 082,92 M. ab. Die Aktiva setzen sich zusammen aus: Aetriebs- lonto 2324,65 M., Kassakonto 183,46 M., Kontokorrentkonto 12 793,15 Al., Immobilien 135 941,81 st)!., innere Einrichtung 15 797,41 M., Maschinenk. 23 874,80 M., Mobilien 6016 M., Gewinn und Verlustkonto 16161,51 M. Unter den Passiven befinden sich: Aktienkapital 152 000 M., Hypotheken 48 000 M., Darlehen der Stadt Gießen 10 000 Ai., Reservekonto 24,54 M., Reingewinn aus dem Jahr 1906 3058,38 M. Die Unterbilanz verringerte sich von 16151,51 M. um den Betrag des Reingewinns auf 13 093,92 M. Der Reingewinn ist um rund 1000 9)1. höher als im Vorjahr, doch ist dies nicht auf erhöhte Betriebseinnahmen zurückzusiihren, sondern nur dem Umstand zu verdanken, daß 1906 größere Ausgaben sicher zu erwarten. U. a. wird das Schwimmbassin in den Oslertagen ausgebessert werden und außerdem ist der Ausbau der Wannenbäder 2. Klasse in der 'Männerabteilung und der Anschluß des gesamten Bades an die Kanalisation vorgesehen, wofür größere Mittel aufgewendet werden müssen. Die Rechnung ist von den Herren H. Emmelius und A. Gabriel geprüft und richtig befunden ivorden und die beantragte Entlastung wird einstimmig erteilt. Das ausscheldende Vorstandsmitglied Fr. Habenicht und die ausscheidenden AufsichtSratsnutglieder Prof. Dr. Fromme, Brauerelbesitzer Asprion und Beig. Georgi werden wiedergewählt. Tas weiter ausscheidende Vorstandsinitglied Stadtv. Haubach ist bereits von der Stadtverordneten-Ver- sammlung wiedergewählt worden. In der Generalversammlung waren Aktionäre mit 85 600 Ai. Kapital und 220 Stimmen vertreten. — Im Geschäftsjahr 1906 wurden im ganzen 116 445 Bäder verabreicht, nämlich 54 662 Schwimmbäder, 13179 Volksbäder, 19174 Wannenbäder, 2148 Heißluft- und medizinische Bäder und 27 282 Brausebäder. * * Hessische StaatSweine. Am 21. und 22. März sand in Ni ainz die Versteigerung der 1904 er Weine der Großh. hessischen Wein bandomäne statt. Letztere hat es sich zur Aufgabe gemacht, nur Natur- und Edelweine anzupflanzen, damit das Publikimi wieder einmal an feine Weine gewöhnt wird. Ta der Jahrgang 1904 ausschließlich Weine von hervorragender Qualität geliefert hat, so war, wie man erwarten konnte, die Versteigerung Hart besucht. Aus den Preisen, die erzielt wurden, geht zur Genüge hervor, meld) edlen Tropfen daS Jahr 1904 hervorgebracht hat. So fanden verschiedene Weine zu dem Preise von Mk. 4400 und 4800 pro 600 L. ihre Käufer. Unter den Steigerern befanden sich 11. a. die Großh. Hofhaltung und der bekannte Restaurateur Kempinski in Berlin. Tie Liebhaber eines edlen Rheinweins in Ober Hessen wird cs interessieren, daß auch unsere Provinz zu den Abnehmern der Domäneweine gehört, indem Weinsirmen aus Gießen, Alsfeld und Bad-Nauheim größere Posten erstanden. •• Besitzwechsel. Das Möbelgeschäft Ferdinand Nenn stiel erwarb das Anwesen Blockstraße? für 90000 Mark von der Bausirma Abermann & Kling. ** Eine Lehrerversammlung, die aus allen Kreisen Oberhessens sehr start besucht war, fand am Samstag nachmittag im Cafö Ebel zu Gießen statt. Der Zweck der Veriammrung war die Einigung über i>ic Kandid atensr age zur Neuwahl eines Obmanns für den Landes-Lehrerverein. Auf Vorschlag dcs Lehrers Bendcr-Münzcnberg wurde Lehrer Rahn- Kiru^Gvus zum Leiter der Versammlung ernannt. In ausführlicher, mit Beifall nu|genommener Rede sprach er das Aedaiieru über den Rücktritt des verdienitvolten Obmanns Rektor Backes-Darmstadt aus, zollte der seitherigen Leitung des Landes-Lei,r.roereins volle Anerlennung und ging auf die höchst wichtigen Berufs- und ^tandcsiragen ein, die für die nach,um Jahre zu lösen seien. Dies er^rbere eine tatkräftige, zielbewußte öüijrung des Vereins. Redner schlug dann unter Beifall als geeigneten standidat.n Hauptfehler Storch-Butzbach vor. Die Lehrer Wagner- Großen-Buseck und M ü l l c r - Meßen traten demgegenüber für H u f f-Darmstadt ein, der als bewährter Schriftführer des Landes-Lehrervcreins Geschäftsführung uird Standes- , ragen eingehend leime und sich namentlich während der letzten Gehaltsbewegung verdient gemacht haoe, während Storch, depen energisasts Eintreten für Standesintercsstn; allgemein anerkannt wird, noch nicht dem Vorstand angehört. Hierauf zog Lehrer Rahn-Kirch-Eöns d^e Kaudü>..tur Storch zurück und emp,ahl unter allgemeiner- Zustimmung die Wahl des Herrn Storch zum Vor- Itanbdmitglieb. Einmütig wurde alsdann Huff-Darmstadt zum Kaiidioaten für du: Stelle des Obmanns proklamiert. Mit einem Hoch auf den Laudes-Lehrerverein schlag der Vorsitzende die würdig verlaufene Versammlung. — In Lehrerkreifen gilt die Wahl Huffs jetzt pls gesichert, da sich auch bereits die Mehrzahl der Bezirlsvercine Rheinhefsens und Starkenburgs für ihn erklärt habe. Lich, 24. März. Gestern nachmittag wurde das Pferd eines Landivirts von Illbach am hiesigen Bahnhof s ch e ii und rannte mit dem Wagen auf dem Bahnhofsplatze ca. viermal im Kreise herum, während der Besitzer, die Leine in der Hand, zwischen den Vorderrädern hing, ohne, außer einigen Hautabschürfungen, Schaden zu erleiden. • * Darmstadt, 23. Mürz. I. K. H. die Prinzessin Heinrich von Preußen trafen heute vormittag 10 Uhr mit Prinz Sigismund hier hier weilt, ist, wie der „Rh. Kur." erfährt, plötzlich so schwel erkrankt, daß er sich gestern einer Operation unterziehen mußte. Tas Befinden v. Bergmanns ist heute nach einer gut verbrachten Nacht verhältnismäßig befriedigend. * * Wiesbaden, 23. März. Der frühere Landivirtjchafts- minister von Podbielski erfreut sich gegenwärtig wieöei einer fast normalen Gesundheit. Durch den Kurgebrauch hier hat sich sein Gallcnsteinleiden derart gebessert, daß nach ärztlichem Dafürhalten eine vollständige Genesung nicht ausgeschlossen erscheint. Herr von Podbielski wird in der nächsten Woche nach seinem Gut Dalmm zurückkehren. * * Bad Orb, 23. März. Wie der „Order Bezirksbote^ meldet, ist der Stadtpfarrer Röhre seines Amtes als Ortsschulinspektor enthoben worden. Desgleichen wurde dem Stadtkaplan Rünz die Genehmigiing an der bijchöflichen Lateinschule entzogen. Tie Ursache der Maßregel ist m dem Verhalten der beiden während der Reichtags- strengem 24.-25. ArdetLcrvewegung OrrginaL-DrahtmelSungen 800 882 Einw., zählte 1906 auf s. •f die Bollsschulen 32846 (Xiniü. Martte. 96.201 Elektriz. Lahineyer Purtugicaeu Serie I . 111 95.30 Fürstentafeln. a u t i nuee-lleun-±ji8euuaun 215.50 Anfaugsknrse. gui, tem UeberjianD. (Für Forni uub luiernimmt D.e Kinder mehl . 130.50 . 108.90 . 218.00 . 192.00 !. 136.10 . 201.50 . 218.00 84.75 96.20 84.80 94.20 94 00 98.90 99.20 93.80 Murtofuln Flur auS wider baS 25.20 139.20 llarpeuer Bergwerk ..uuraiiutte .utuuarueu E. B. .surdd. Lioyd . . L ILTtidlliuSe . Elektnz. Schlickert . . . Eschweiler Bergwerk Uelseukircheu Bergwerk . llamuurg-Ainenk. Paket?. Uarpeuer Bergwerk. . LauraUütte •Krankenkost. Cauada E. B Uanustadter Bank . . DeuUcue Bank . . . Liurtuiuuder-L iriou C. . Dresdner Dank . . . ’lendens: beruhigt. . . 160.50 133.80 . . 236.00 . . 166.70 . . 17u.4O . . 146.00 . . 210.20 Hörn sie Temperatur am 9 i i ednqske , Reichsanleihe do. Konsols . , do. . . Hessen Uberbessen 162.00 lud.öt) 2ji.6u 68.30 145.5u i% äussere Argentinier . u°/0 Aiexiaauer • . 4»u/0 uiiuiesen . . Aktien: Bochum Guss Buderus ix W - . Tendenz: beruhigter. I. M. (Wiederholt, wett durch einen Lrucksehler enlitellt.) i f fiD en t e n" sind feine „cetie“, foubern ist die föefamtbe- zeichitnng für Diejenigen Personen und Neligionsgesellschaiten, welche auueipalb der sog. LanDesknchen und des IuDeniums liehen. S. in R. Atif Ihre Anträge vorn 20. d. Alts, erwidern wir Ihnen: Ad. 1. Tie Praxis, utsbes. das Reichsgericht, iiel)t tut aU- Mcrco»o l ü # i fme Ku'DUiuijiHiigeH Der Station Gießen. Berlin, 25. März, 2 Uhr mittags. Professor v. Bergmann, der sich heute morgen noch einer zweiten Operation Hervorragend bewährte Nahrung. Die Kinder gedeihen vorzüglich dabei u. leiden nicht an Verdauungsstörung. „ 1905 , „ die 11 Schreberver. 390134 * Kleine Tageschronik. Tas Geiamtvermögen des verstorbenen Verlegers der Schlesischen Zellitng v o n W o r n , wird an' 8 5 Ül i 111 o n e n Ai a v t geschätzt. — In St l a 11 w t y V-'aufitj nnu’be eine '-'iibcitetivuiDe P. verhaftet, unler dein Bereachie, un 3ai)ie 19uü ihren Eheman» erinordel und heimlich vergruben zu haben. Ein AiilbelelUgler an der Alordiar tegie aus dein cleite- beit das Geständnis ab. In der Tai imirDe vor ca. 12 Jahren in enter Stoljleugrube von Bergarbeilern ent Geilppe gefunden. — In der S i 1 v r e l i a - E rn p r> e werden v i e r o 111 a u | e r, die nut einem Führer über die Wiesbadener Hülle uitb durch das Erog- Berntülllai nach Schruns nub Po rat berg luollicn, vermiß t. Rach- forfrhungen sind tnsolge Schueeimnns uuntoglia). — In dem Re- slauranr Ajax der aineiitaiufajcn emöt Go 1 dfie 1 d (Vleivaba) e r i cl) ü b ui Gegenwart Hunderter eleganter Isujic der e n g 11 j <0 e Dfsizier Hliies den aus Polen tmmnien6en Graten (r o n (t a n t i n Podloivslt, der die Gattin Hutes entfuhrt hatte. 538 394 514 2ö3 502 470 [ Beriiucr ilaudelsges Darmstadter Buirk Deutsche Bank . DeuUcii-Abiat Bauk Diskuutv-Kommaudit. Dresuuer Bank Ixremtaktieu . . . Baltimore- uud Ohio- Diseulaiiu . üoiiuurdbahii . . i.umuaid. Liseuuabn Uesterr. ttuuisoauu . 201.00 . 217.70 . 24.70 . 121.75 . 138.75 Spieler unterzogen hatte, ist gegen lP/2 Uhr in Wiesbaden ge pielpl. I22 20b st o rb en. Aordd. Lloyd 122.50 Ubeiscblts. Eiseu-Industrie 107.50 ISricftaftcn Oer Iköattion. (Anonyme Elufeuduugcu bleiben uuberüa,ichtigt.) 470 018 336 98a 293 868 67.75 68.60 90.50 90.06 93 .uO 139.80 49 50 84.30 65.30 9ö.5o mit b.r bid't am Häuschen liegenden Aliortgruoe ist nmu allzusehr einladend. Es fehlt der Abfluss, besier gesagt, die Spülung, ^'as Fensterchen im Flur muss stets geöffnet fein, ionit i|t cs im ganzen Quartier nicht aus. iihalt.n. ^.er Schalter nach der "er zahlende Bürger uiw. ut der Unbill jeglicher Witte- -r 6,6'6. - 1,6* C. SingcjaiiOk u.. ... udibrif stehenden Artikel t . L.i.t Puoutain gegenüber fctneriei , bedingt es darauf hin^uweisen, daß iXintlt i z^i r-atto.'ede Hauiostege nur nwgudi ut mit der nnübertrossenen ALv rryoltn-Seise. »Iu Telefonische Kursöencnte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt vou der Bank Ihr Handel und Industrie, Giessen. Frankfurter ItörMe. 25. März, 1.15 Uhr. Portugiesen „ Verantwortung.) Im „Giessener Anzeiger' ut luju.t des öfteren in Sachen her Oktroihäusci en" bezw. TorhäusckLN) Las Für und. Wcder zur Sprache gebracht ivorben, so auch in >Jtr. 69 vom 22. Atärz. r . , . . Wenn ich nun als Ähr Abonnent auch einmal das Wort ergreife, so tue ich es nicht als Liebhaber oder Gegner Tur alte oder neue Bauten, sondern aus Aittgeiuhl für die Bemviine, die, ;r „Häusa-en". AceineSchwiegereltern hauen 12 Iayre int ^.orh^usa.en am ^eit.rsDr gewohnt. Jrn seicht bin dort zwei Jahre ans- uno euD gegangen, ^a, halte Gelegenheit genug, ,ernst zu seym und wn meinen im Verpanschen biri.ütdeneii, ouj^-iegcLeitent zu hvr,n, öjg diese Woptiungen nut za o^n ungeiunuejicn ut Giegeu gedornt, xte Wohnung am Seiterswr ijt nicht unierteilect; wie e» in den immer stärekr ausfallt. . * uitüijoi weniger schädlich als Ziassee oder Tee? Bisher p, legte man vielfach in Aerzte kreis en dem Altvyolgenuffe ive.t nachteiligere Folgen zuzuichreioen als dem Gebrauche der G^nußinittcl .stepsee uno Tee. Nun hat in der allerletzten Zeit oer Münchener Spezialist für Aiagenkrankhellen Joofvat Tr. F. Ercimer im Münchener ärztlichen Verein (tut Grund von zahlreichen über drei Jahre ausgeoehnien ^llmifchcn und experimentellen) Ver- iiiüjeu an gesunden und kranken Personen nachgewiefen, dass der rechunust.ge Gennsj von stonec uno Bee viel schwerere Kraniheitserscheiuungen im i ulge hat als der Atkoholgcnuss, eine Lai,ache, Die von uns schon wiederholt vestgeneiit wurde. >20 fjpit Eräiner den Genuss eines bc» stimmten Cuatuumd Bier für minoer schädlich als den eines gleichen Quantums Zia.iee 00er Tee. Insbesondere werden die VerdanungLorgane in Mitleidenscha,t gezogen, da die Eiweissoeroauung erheblich verzögert wird. * Ein Seeräuber lieft, wie es in feiner Anlage, in feinem Ausbau kühner und verschlagener gar nicht gedacht werden kann, ijt Burg Eze an der ytiuicra. Tie eigentliche Burg freilich i;r int in nein langst verfallen: denn ais Aaub- nejt, ais fester Punkt, von dem aus b?c iVioureit uno Sarazenen em st ihre luiiben uno abenteuerlichen Beutezüge unternahmen, ist vic Burg schon längst zerstört. Gleich.oohi bildet sic noch heute einen üer )u)öii icit uno inicre||anre|ten Puntte Der Stü;tc zn-ischen Nizza nno Monte Eario. Ter Fels, au bejjeii ^ip.et Barg uno Llrt Eze angelegt find, ist luie em stuesenkegei in die Steilwände oer .stuste eingebaut, und es beoarf sehr fa)ar,er Augen und mel)r;achen Iuseyens, au der vierhundert vieler l)ui)at Spitze nie ^eoäubegruppcn zu er len neu, fo kunstgerecht srnd sie als eine Art architeGouischer Aiimirry in Form uno Farbe dem Feisen angepagt. Wagen können das schmale Eingangstor von Eze nicht passieren; nur der Fussgänger sinoet iiu) zur sJiot zu recht in Den engen Gassen, die uaiu als Treppen ooer Gunge, vaid über Tag uno bald durch Dnnlic Stujeinatten im Ges eise unter der ach,elbei)errscheiiden Burg herumsühren. In der dring- strage. Die ucn Gipfel int Bjten umzieht, wuchern uppi! Aloe und Agaoen, und biiihenoe Ger an.en schmucken uic Mauern. Aus den fonnenourchgluhtcn Feisen troanen uno bleichen die Ptaochen von Eze ihre Wa,a)e. „Welt uno tzaus", das in Sreipzig erscheinende moderne deutsche Ja- imlienblatr, bringt ut ^esi 2u einen lesenswerten und reizvoll iUusrnerten Artikel uuer Burg Eze. * Jüdisches Ostergebäu * • * „ Der Q>u)tii)trdog von veijeii lenbet auiabmü; uuer.iiei|ier in Tdrmit.^di hergesiellt wirs. Bei der diesjährigen loeiteimug des Grogheizogs )inb auü) »enoungen für die tyru3iüriiut -serguts von diuma-W und fux Den Prinzen tiemiiu) von Prengen ui uuitrng gegeben worben. Prinz Heinrich iit ein grosser Verehrer des luD.iüjen £)iergebäd6 geworden, nacl}öem er es um Heimchen vofe kennen vermischte». 'Der neueste Eisen bah nun fall. Am 23. März hat sich auf dem Bahnhof Earow an der Stucke Beilin— Bernau em schwerer Etfenbassnunfall ziigctragen. Ein Güterzug von Stettin fuhr über den Prellbock hinaus. Es wird falsche Welchenstellung als Ursache angegeben. Ter Prellbock wurde zertrümmert. Der Zug geriet auf ein falsches Geleise und stürzte über den Bahndamm in die Panke. Tie Brücke brach unter ihm zusammen. Der llokomotiv- sührer und der Heizer .sind getötet, der Ziigfnhrer wurde erheblich verletzt. Tie Ätaschme liegt zertrümmert mit den Rädern nach oben auf dem Felde. Tie Wagen wurden aufeinander getürmt und sind fast alle Demoliert. • Bon einer slimmungs vollen Trauung weiss die ,Nogai-Zlg.- aus ällarienburg zu erzählen: Um in der bevorstehenden Ehe die Herrschaft in Den Händen zu haben, versuchte eine abergläubische Braut ihrem '-Bräutigam während der Trauung auf den Fuss zu treten. Raum aber war Der bedeuuingsvolle Fusstritt gelungen, so wurde et auch von dem ungalanten Bräutigam zurückgegeben nut Den Löorten: ,9la, kannst du ungeschicktes Frauensnicnsch Nicht auspassen, wo du hinklungst?" 2luS dem Pantoffel» regunent wird nun doch wohl nichts werden. • Schnecstürme werden erneut aus Tirol und aus dem schlesischen Eulengebirge gemeldet. Auf der Strecke Reichenbach-Odefilangenbielau (Schlesien) wurde^ der Zn- spektor Gaebler vom Tommium ZUmlenhaus vom Schneepflug erfasst und erlitt schwere Berletzungen. Aus dem Bahnhos Gnadenfrel verunglückte infolge heftigen Schncestuimes in der Ausübung seines Berufes ein Hülfsweichensteller tödlich. Junge ober Mädchen. Aus Konstantinopel wirb geschrieben 1 Tie hieiigen Blätter berichten über einen merkwürdigen Fall von 6)e|aileci.isderroanblung,_Der bieier Tage in Stam- bul vorgekommen ist. Tr. Tjemil Pascha, einem sehr geschätzten Arzte, Der feine Stubien in Paris gemacht hat, uno der in schwierigen Fullen haustg von seinen hiesigen eurovaischen Kollegen zn Konsultaiwnen herungezogcn wirb, wurde ein lojahnges Madien zugeführt, das über unerträgliche Schmerzen in der Leisten- gegen» klagte. Tie Unterfuu;ung ergab, bass sich die kleuie Nabirah, die Zeit ihres Lebens im Harem gewesen uno stets Kopstuci) uni) gtöcle getragen, in einigen Tagen ober Wochen zum Jungen cntiuidcit hatte! Zum grossen Erstaunen des ganzen Quartiers, ia zum abergidubisOjen Schieaen ber Verwaiidten, kehrte statt be^ Ptadchens ein hübscher Bube in bic elterliche Wohnung zuruck, bem ber sofort gekaufte Fes und bie iurze Jacke ganz ausgezeichnet standen. Wodj merkwürdiger und fast unglaublich klingt eß aber, wenn weiter berichtet wird, bass bas lange Maochenh^ur 81 |"Si J. ,Ut9t)0ljr bet SSÄ [igen &S^uii ll'g auiT"9.N ; lür bl , aitige, unter &ÜU|Jlc c t - (Wh, °öc- -tu '«tenb Ä? eno Rtat 5™MiS Ä üentiur^ ttQ9 raum das Wv 'NnM ?ahnhosspsatze bie «eine ""3' ohne, autzec ‘iben. H' bit Prinzessin Wmitlag iu uh, von I. k. h. on der '-bahn ah. er Osieuvoche hie. berliner »urse, 25. März. Hamburg, 23. März. Sirene uv«: -schauert eute überneieii heute nuuag emeu englischen Arbeiter. Dieser luollic sich auf em Schiff begeben und haue fiel) un Wege aeirit (rmige streitende Schauerlenie wollten ihn angeblich am oen richtigen Weg urmgeiu o,e lotiten ihn ut einen puuerhali uub Dracljicn ihm nut Messern an Gesicht, Junge und Genuauen iduuere Berletzungen bei, woram sie Den Unglücklichen in oie Elbe warfen. Es gelang diesem jedoch, sich schwnnmeud Vßten -?4 Unart iie heute uachnuttag zwischen Telegterteu leiten luhrendeii '-treppen zu folgen und sur rveutuelle Umalle ut- h(,e KcVe'rmeiftev und der Backe rg eh nN en abgepaltene holge Der Di.ntelheu gern. § 823 Bgb. auszn onunen hat. Eine ^nwre.n n e t\\ u lat l 0 s, well Der Borsteher der Backer- allgemeine gesetzliche Psticht zur Treppenbe euchtuug Durch> den llonirreiig verlies r e s u i t ar t os, VertraaeS verhandel, 1 Bermieier kann ans tz 536 d. Bgb. nicht Ijergeleitet werden. Diese n?tonnen! Der Lbmann^cr Gehül-en eitlarie uiuer solchen Uni- kann abgesehen vo)t einer DahuigchenDe.i B^elubaruug uur durch !an!.ntung'° Da^^uÄ ?öerbraikche Uebmig wohknich! besiL. Ls^ou^re kann'deniBeruiieter, wenn 'Laris 23 Aarz Te Bäcker bereilen einen Aus st and Dürsten Daher nicht ersatzpflichtig sein. JeDemalls aber können Sie -r. w u,d,t £bE,,lü ÄÄÄWeÄ mie Die Urbriwiage tezahten malen. anipruü) Des Berletzien aus § 823 Bgb. verjährt gern. § 8o2 Bgb. -------------erst m 3 Jahren seit Kenntnis von Dem Schaben und Der Person I Des Ersatzpflichtigen, spätestens m 30 Jahren. § 703 Bgb. kommt — Das JiigenDspiet unD Die S ch r e b e rv e r e 1 n e I ylcc m I^age. Leipzigs, dieses Thema wirD in einem Artikel, Der neben an-1-------- - - — oe.en nueressanien Beitragen m Dem Iebiuar-Heiie Der Atonatsichrui. 4Jer Aieuno Der -LChrebeivereine" enthalten ist, naher beijanDelt. ^tbie es in TeutjchlauD am Dem Gebiete DeS IugenDspieis z. B. aiisschaut, Dazu einige Beispiele. Tie Angaben betreffen nur Die wähl iEintreten für den sozialdem. Kanditaten bei derStichwahl gemäss der von Abg. Müller-Fulda proklamierten Stichwahl) zu suchen. . Hanau, 23. März. Im Konkursverfahren über das Vermögen der Bausirma I. C. Jäger und I. Di. Rumps wurde in der gestrigen Gläubiger-Bersaiumlung ein Vergleich geschlossen. Tie Gläubiger erklärten sich, wie Die Fkf. 3tg. meldet, mit der Zahlung von 10 Prozent innerhalb 14 Tagen einverstanden. 24.-25. März — übrigen Torhäusern au-i ieht, culzielr iid; meiner Kenntnis. Ein Raum zur Unterbringung von Lebensrnitteln — Wimerbedari Mw. — ist nicht vorhanden. Tie Kartoffeln mussten tn Eilten mit Wintersu utzv.riiü t.ing gegen Erfrieren im Flur untergebrawt wer- beii. Trotzalledem belaincn die Kar.offeln, auch bei nich» Winter, den süsslichen Geschmack, wie es bei er ijrencn der Fall ist. Nach Dein Speicher befand sich vom [ein regelrechter 'eibsck mss: vom Flur aus sah man Tach. Alle widrigen WiU.rungsemstüsse machten siep unangenehm auf den Gesundheitszustand der Beivohner bemerkbar. Tas Klosett •Sqmnafiumg. nie 11 derAiisiali >e Cchulleilung bei ife kutifierl wurde, emplars der Vier, Uorität schwer ge. en Abiturienten bii Lorflettungen ver« . büB ihre Löhne ung hatten, roucbi n übrigen dagegen en Leute, die ohne Innen, haben n. b. m3 angerusen. b der vefsischei ler dem Äorfig W sänchichcn henÜL iigung geschacht e über em lewub- von dessen 'M ) Mer iürj auf. erfudjt, W eines hmen su M. ■imialS Ä’rdtciL ql btm Ahein öl* g /etihasken er Fahrkaw' Mosten, daN- n, die MAN inen zu den Fahl Äusdruct gegebc. •nben und der 6® oet ben Meimstp wurde der Wunia )ie ErrÄlung tue ^bilberDottrüjt, ber ^uiönwbilfttuKi >iten an Loni> wj. «ine teilt mit, k'üenjmeAuM- eben sei. MW [Ulf> zu machen, ü- Mde dem Amm en da man hierdu^ ^ch bcfM'en, s- 1908 in 2a* n, ProfeMe ufj J- Ä'F« t gewählt- «ü 1 ®i" . b * , etetlungna^ne t »»»•L n«!: kcherr fi " V« sSd* i* 'Ä#*r I fc. Frankfurt a. 2)L, 25. Atärz. (Crig.-2elegr. des „Gießen An-") Amtliche Liotierungen Der heutigen Fruchtmarktpreis e. Weizen Alk. 19.0ü—uo.Oü, Lutrhessischer wll. lu.ÜO—OO.O0, ^a Plata 'Bit. 20.25—20.75, Hamas All. 20.25—21.—, Roggen U)ie|tgevj mj.t 17 ö—!7.vO, Gerste tWetterauer) Alk. 18.00—18.75, iyranten- leioer Alk. 18.50-19.-, yaicr 18.7o—19.50, AiaisAlk.14.0O-O9.0O, - euenmelil 27.50—28.25, M. Oo—00, 2. Qualität Alk. 2o.2u Ms All. 26.25, 3. L.nalitäi All. 23.25—23.75, UtoggenmeljL 3^°/, 'Ulf 26 50—27.00,1. Qualität All. 25.50—26.00, Weizeilllete All. lO.Oo ö% bis All. 10.50, Jiaggentleie All. 11.00-11.2j, Aiaistenue All. 11.00 \m>iq bis All. 11.50, orauten, Pfälzer, DiieD All. 18.50—19.25. Alles pei u^*-/o Bolts,chuier. Hamburg Atunchen 4)resDen Leipzig Breslau (jrantiurt a. '2DL 'Jlurnberg Ataiideburg 240 709 „ „ „ .. n —— 1 . . Aus Dieser kleinen Ausstellung ist zu ertennen, dag die Lchreber- lassen. . vereine Leipzigs im IugeuDsplete von keiner SlaDt TeutschlanDs Krefeld, 2o. Marz. Der bekanntc Ientruins-Oirrchstags-' erreicht lueroen. ('Jt. Scheibe, Leipzig, Hohestr. 15.) abgevronete Prinz Arenberg ist heute vormittag 10 Uhr get ■■ — ' 1 "= 110 r ben. Ter Rächer feiner Gattenehrc stellte sich Darauf fclbft Der Polizei. | — Aill Jamaica veranlasste cm neuer Erdstoss ben Einsturz mehrerer Gebäude, die bereits von früheren Erdstössen schadhaft waren. (Sme Panik entstand, doch sind, soweit bisher bekannt, feine Menschen ums Ifeben gekommen. — In Berlin wurde der russische Hoischanspieler Csfar Florri; plötzlich geisteskrank und jollie nach der Irrenanstalt transponiert werden. Als er m eine Droschke gebracht wurde, zertrümmerte er Die Scheiben unD griff Polizeibeamte an. ES gelang nur schwer, Den Kranken nach Der Anstalt zu überführen. — Em entsetzliches Faniiliendrama spielte sich un Osten Beilins ab. Tie ganze Familie Dcd Majicnbeanitcn Blaurock, Alaun, Fran und Kind, hat sich Durch Gas vergütet, -lex Alaun und Das HmD sind tot, die Frau ist noch am Leben. — Bei einem Wohnungsbrande in Friedenau iaiiDcn Die beiden Kinder des Kutschers Hensel den Tod Durch Rauchvergistung. Tie Eltern .. weilten bei Ausbruch Des Feuers am ihrer Arbeitsstelle. — Iu einer Qual. x , Artillerie Werkstatt m a a n d a m (Holland) explodierte wäh- rung ausgcsept. ^cr Euuiehmcr hat beim uenmm i-.-.- ^u(aiters, renD eines Beisuches cm Geschoss, durch welches em 'jltbciter g e -1 ob bei Tag ober fJcaiu, Die einiicomcabe kalte Luch einzuatmen. tötet em Oinuer tödlich und zwei Soldaten weniger schwer verletzt Im allgemcincn sind Die 57 — 00P>g-, rtebeno» gern. 4.,.00—oo P,g., ö. L-ual. 50—v2 Pig. OebenDgew. oo P^g. Geschait bei Hornvieh gut, UeberlianD unbeDeuteno; bei JUeuuney März 1907 Barometer Olli 0’ reduziert Temperatur der Lust Absolute Feuchtigkeit vielatwe Feuchtigkeit Windrichtung •a vD c Z Wetter 94 9" 756,7 6.4 3,9 54 NNE 2 Sonnenschein 24. 9” 757,8 0,7 4,0 82 NE 2 Bew. Himmel 25. 7’4 758,2 -2,6 3,8 100 Still 0 Sonnenschein W Handschuhe, Strümpfe, Korsetts, Uuterröcke, Wäsche.Taschentücher, Rpgen^chirme, Glac6handsc!:uhe^ Schürzen, Spitzen-Aermel, Gürtel, Schleier, moderne Bänder, Spitzen- Kragen, Passen, Schleifen, Jabots, Kragen, Krawatten, Selbstbinder, Rüschenboas, Federboas, Parfüm, Ledertaschen, Portemonnaies. Man verlange Rabattmarken! Kragen, Manschetten, Krawatten: Selbstbinder. 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