Zweites Blatt Nr. 49 157. Jahrgang Mittwoch 27. Februar 1907 Gießener Anzeiger Erscheint täglich mit vuflnahm« de» Sonntagfl. General-Anzeiger für Oberhessen Die „Gießener Zamiiienblätter" werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das „Nreirdlatt für den Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. Der „Hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal. Rotationsdruck und Verlag der Br übliche» UniDcrfuätfl - Buch- und Sretndruckeret. 9L Lange, Stehen. Redaktion, Expedition und Druckerei: 6dnd- sttahe 7. ErpedlNon und Vertag: 6L Redaktion-II». Tel.-Tldr^ÄnzetgerStehen. 3ur Karwoche icbcniallfl noch ein großes Arbeitspensum zu erledigen. Möge ein günstiger Stern über den EtatSberatung-n walten. Deutsche» Ueich. Berlin, 26. Febr. Der Kaiser besuchte hetite den Reichskanzler, hörte im königl. Schloß die Vorträge des Chefs de» Militärkabinetts und des Chefs des AdmiralsiabeS und folgte später einer Einladung des Admirals o. Hollmann. — Wie verlautet, fleht ein Besuch des Kaiserpaares am dänischen Hofe für Glitte Juli in 21 uSsicht. — Zn der Kommission, die von den drei linksliberalen Parteien mit dec Formulierung der Einträge betraut wurde, finb gewählt: Bon der freisinnigen Volks- partei die Abgg. Gyßlmg und Tr. Mugdan, von der freisinnigen Vereinigung die Abgg. Gothein und Tr. Pachnicke, sotvie von der süddeutschen Volkspartei der Abg. Ocscr. Tie Kommission hat heute eine Sitzung abgehalten und u. a. "Anträge über folgende Gegenstände formuliert: 1) über die mecklenburgische Verfass ungkreform (gemeinsam mit den Äiationalliberalen), 2) über die Strafprozeß- Ordnung, 3) über das Koalitionsrecht, 4) über die Veteranenbei Hilfe, 5) über Beamtenge hälter, 6) über Vereins- und VersantmlungSrecht, 7) über Arbeiter-Ausschüsse, 8) über daß Reichstags-Wohl- r ech t, 9) über die Ausdehnung der Krankenversicherting auf land- und forstwirtschaftliche Arbeiter rc., 10) über die Verhältn isse der Privat beamten. Köln, 26. Febr. Zahlreiche katholische Ordens« Niederlassungen deS RhemlandeS erhielten von der Regierung Aufforderung, in acht Tagen zu berichten, ob und ivann sie genehintgt worden. Man nimmt an, daß diese Reglerungvoersinzung rme allgemeine ist und eine Revision deS gesamten Ordens wesens einleiten soll. parlamentarisches. Berlin, 27. Febr. TaS Zentrum hat gestern folgende Initiativanträge einaebracht: 1) die verbündeten Regierungen au ersuchen, zum Schuhe des Wahlgeheimnisses dcm Rcid/Stage einen Gesetzentwurf vorzulegen, welcher die vorsätzliche Verletzung des Wahlgeheimnisses durch Mitglieder des Wahl- vorstandes mit Kriminalstrafe bedroht und dasWahlreglement noch ergänzt, 2) den Reichslanzler zu ersuchen, dem Reichstage periodisch Über die internationalen Beziehungen des Deutschen Reiches urkundliches Mate- r i a l zurommen zn lassen, 3) die verbündeten Negierungen nm Einbringung eines Gesetzentwurfes zu ersuchen, welcher die öffentliche rechtliche Seite des Vereins- und V e r s a m m l u n g s - rechtes in freiheitlichem Sinne regelt und insbesondere auch den Frauen die Teilnahme an den sozialpolitischen Bestrebungen in Vereinen und Versammlungen gestattet, 4) einen Gesetzentwurf für Verbesserung der Wohnnngsvcrhält- nisse der minder bemittelten Volksklassen vorzulegen. — Ter Abg. Gras O r i o l a hat mit Unterstützung seiner nationalliberalen Parteifreunde einen Antrag auf Gewährung von Beihülsen für Kriegsveteranen eingebracht. ZUM Ktfftlun der hrsstjchett Frammertttgung. Die heute, Mittwoch, zusammentretendc zweite Ständekamme versammelt sich diesmal unter ziemlich diffizilen Umständen, öa schon der von allen Seiten mit größter Heftigkeit und unter An spannung aller Kräste geführte Neichstagswahlkamps die ruhig Fortführung ober Vorbereitung der politischen Geschäfte unsere: engeren Heimatlandes nicht unwesentlich verzögert und beein trächtigt, so wird die jetzt beginnende Karnmertagung noch mch behindert durch die gleichzeitig stattsindenden Etatsberatungei unseres Reichsparlaments, dem auch in der neuen Zusammen setzung wieder fünf Mitglieder der zweiten Kammer ongehörei und zwar neben den Vertretern der Städte Darmstadt, Mainz uni Offenbach noch die beiden Kammerpräsidenten, Namentlich di letzteren werden ihre Schwierigkeit haben, ihren Doppelmandarei als Volksvertreter in Berlin und Tarntstadt zugleich gerecht zi werden. Tie Verhaichlungen der zweiten Ständekammer werde: vielleicht mehr, als ivohl im Interesse des Laiches erwünscht sei: kann, der Leitung des dritten Präsidenten, Abg. Tr. Schmitt Mainz überlassen bleiben müssen. Es mag dabei indessen einiger maßen zur Beruhigung dienen, daß sich dieser Abgeordnete, bc: schon seit 14 Jahren der Kammer angehört und von 1896 bis 1903 den Wahlkreis Mainz-Oppenheiin auch im Reichstag vertrat bei seinen bisherigen Stellvertretungen stets als ein sehr um sichtiger Vcrhandlungsleiter erwiesen hat. Hoffen wir also aud diesmal das Beste! Die Etatsberatungen an und für sich werden in diesem Jahr: aller Voraussicht nach ebenso glatt von statten gehen, wie in vorigen Jahre, in welchem sie ebenfalls erst am 1. März be gönnen und in 14 Tagen von der zweiten Kammer erledig waren, sodaß auch der ersten Kammer noch genügende Zeit zui Beratung übrig blieb. Dem Staatshaushattsetat für 1907, bei vom Finanzminister ebenfalls wieder sehr sorgfältig vorbereite und aufgebaut wurde, ist aber diesmal ein sehr dicker Schwei angehängt worden, die Nachtragsvorlage mit den Gesetz- entwürfen über den Wohnungsgeldzuschuß für bi« Staatsbeamten, sowie über bie Neuregelung oer Gehalte bei Volks schullehrer, ber seminaristisch gebilbeten und bei technischen Lehrer an den höheren Lehranstalten des Großherzog, lurns und endlich auch der Deckungsmittel für die Mehrausgaben Sie Regierungsvorlage über die Abänderung des Urkundenstempeb Gesetzes und des Ausgleichsfonds. Wir stehen diesmal vor den .Kuriosum, daß die Hauptschwierigkeit der (Stat5bcratung eigentlid erst beginnt, nachdem die Etatsberatung beendet und der Staatshaushalt genehmigt ist; die Hauptsache kommt zuletzt! Und wenr die Kammer den Etat wirklich wieder schon in 14 Tagen unter Dach und Fach bringt, fo kann eS bei dem unberechenbaren Sim unserer Herren Volksvertreter — und eS sind recht oielsinnig« Naturen darunter! — gar leicht passieren, daß bei Beratung bei Nachtragsvorlage ber ganze Reigen ber Wunschzettel vcrschic denster Art nod) einmal in langen Kammersitzungen zur Auf- fuyxuug gebracht und damit enbgühige Fertigstellung des Staate Haushalts vor Beginn oes neuen Etatsjahres (1. April) vereitel! wird. Wir halten es deshalb aud) für selbstverständlich, daß bit Kammer nicht erst alle 56 Gegenstände ber ersten Tagesordnung erledigen und dann erst mit dem 57. und letzten Gegenstand, bei Etatsberatung, beginnen wird, sondern daß sie gleich morgen ober übermorgen frisch und fröhlich zur Etatsberatung schreitet. Jeder Tag ist diesmal Geldes wert und bie alten Ladenhüter, bie, regelmäßig schon seit Jahren wiederkehren, wie Entschädigung unschuldig Verurteilter, Gebühren für Schöffen und Geschworene, Einheitsschule rc., meist Dinge, die doch zweifellos nur durch Neichsgesetz erledigt toerben dürsten, können sehr wohl bis nach der Etatsberatung zurückgestellt werden. Die Frage der W v h n u n g s g e l d z u s ch u s s ejür die Staatsbeamten hat übrigens fdjon int Vorjahr, bei der Beratung über die Vorstellungen des hessischen Richtervereins und des Vereins mittlerer Justizbeamten am 12. und 13. Juni, worin die Gewährung eines Mohnungsgeldzuschusses oder einer Teuerungszulage für die Beamten verlangt wurde, eine Rolle gespielt. Tamals wäre wohl nach der Stimmung namentlich in den Streifen ber ländlich en Abgeordneten der Antrag des Finanzausschusses, der auf ein befürwortendes En'nchen an d.e Regierung abzielte, nicht angenommen, worden, obwohl bie letztere erklärt hatte, daß sie entfd;loffen sei, eine Vorlage auf Gewährung eines Woynungsgeldzuschch'es den Ständen zu unterbreiten, und baß die Gewährung besselden auch ohne Erhöhung der bereiten Steuern möglich sei. Nur um die Entschueuuilg ber Regierung nicht zu erichweren, wurde bann eine Abstimmung über diesen Antrag des Fiuanzausschustes bis zur Entscheidung über die erwartete Vorlage ausgesetzt. Wenn sich die Regierung nach biefer lauen Haltung in ber zweiten Kammer veranlaßt gesehen hätte, keine folcbe Vorlage einzubringen, so hätte ihr das eigentlich nientanb übei nehmen können. Umsomehr verdient bie doch bewirkte Einbringung der Vorlage Anerkennung! Die V o l l s s ch u l l e h r e r, denen bie Regierung nun ebenfalls eine Aufbesserung ihrer Gehalte zugedacht hat, haben durch iljre Standesorganisationen, den Landeslehrerverein und den latbol. Lehr erberein, ihre weitergehenden Wunsche den Ständekanrmern vor- getragen und beim Finanzausschuß der zweiten Kammer Gehör gefunden, durch welchen aud) die Regierung schlietzlich oeraniaßt wurde, ihren ablehnenden Standpuntt aufzugeben und in eine Ausbesserung der vier untersten Gehaltsstufen emzuwilligen. Sie hat dann aus eigener Initiative auch nod) dem alten Petitum der Lehrer Folge gegeben und eingewüttgt, daß in Zukunft das Militärdienstsahr als Besoldungsdieltstzeit in Anrechnung tommt. Auch bezüglich der Anrechnung der Dienstwohnung als Bezug ber Ruhestandsverfetzung het die Regierung den Wünschen der Volksschullehrer insofern Entgegenkommen gezeigt, als sie anftalt oer bisherigen 200 Mk. in Zukunft den Betrag von 400 Mk. bei ber Pensionsberechtigung zu Grunde legen will. Tie letzte Erhöhung der Vottsschuttehrergehatte erfolgte im Jahre 1901, indem an Stelle der 1896 er Skala von HOU bis 2u0v eine solche ou.l 1100 bis 2oüO Mt. yefcßi touiiK. Jetzt wird nach 5er Verständigung zwischen Finanzausschuß unb Negierung eine Gehausstala von 1200 bis 3000 Mk. festgesetzt werden. Ein sd)öner Fortschritt in ber Lehrergehaltssteigerung, die noch mehr in bie Augen springt, wenn man noch die vorhergegangenen Gehaltssätze vom Jahre 1890 heranzieht, nach weichen ein Lehrer erst nach fünfjähriger Tienstzeit einen Gehalt von 1000 Mk. und in weiteren Stufen von fünf zu fünf Jahren iiad) 25 Jahren erst den damaligen Höchstgehalt von 1600 Mk. bezog. Tiefer Höchstgehalt hat sich also in 17 Jahren säst verdoppelt, und bay den Lehrern dies zu erreichen gelungen ist, muß in erster Linie ber festen beruflichen Organisation der Bottsschullehrer zugcschrieben werden. Nicht ganz den Wünschen der Beteiligten entsprechend ist der Regierungsvorschlag zur Aufbesserung der Gehalte ber s emina- t i U i 1 ü) gebildeten unb technischen Lehrer der höheren Lehranstalten ausgefallen. Die ersteren bilden schon ein altes Sorgenkind der Stände, bie wiederholt bie Wunsche der Beteiligten als berechtigt anerkannten und befürwortende Ersuchen an die Regierung ergehen ließen. Ta aber die Differenz zwischen der von den Interessenten gewünschten Skala (2000—4000 Mk.) und der von der Regierung in Vorschlag gebrachten (die als Anfangsgehalt 1800 Ml. unb als Höchstgehalt 38o0 Mk. vorsieht, keine besonders erfjeblidje ist, so dürste die Regierung aud) für diese firforgenbe Vorlage des Dankes der Interessenten sicher sein. — Sie zweite Kammer hat in der bevorstehenden kurzen Frist bis Airche rind Schule. — Der vor 8 Tagen als bevorstehend angelünbigte Protestier Kirchlich-Orthodoxen in Dortmund gegen die Wahl des liberalen Pfarrers Götz, ber anstelle des nicht bestätigten Pfarrers Cesar berufen würbe, ist bei dem Konsistorium in Münster eingegangen. Ter Protest fordert die Aufhebung bet Bestätigung ber Wahl des Pfarrers Götz und wirb begrüntet mit ber früheren Entscheidung des Konsistoriums im Falle Cesktr. Ausland. London, 26. Febr. Im Unterlaufe verlas heute Premierminister Campbell Bannerman ein Telegramm an den britischen Gesandten im Haag, in welchem dem Prinz- genial)! der Niederlande und der Mannschaft deS Rettungsbootes die wärmste Anerkennung für ihr heldenhaftes Verhalten bei der Rettung der Ueberlebenben an Bord des Wrackes der /Berlin* ausgesprochen und nutgcteilt wird, daß an die Mannschaft des Rettungsbootes eine angemessene Belohnung verteilt werden wird. Ter König habe dem Prinzgemahl das Großkreuz deS Bath-OrdenS verliehen. Paris, 26. Febr. Der Senat nahm heute die Vorlage bett, die Versammlungsfreiheit an. Artikel 1 betrifft alle Versammlungen ohne vorherige Anin e l d u n g. — Eine auS fünf Offizieren bestehende deutsche Mi- litärMission mit dem General Grafen von Hohenau und dem Prinzen von Neuß an ber Spitze, der sich auch zwei schwedische Offiziere angeschlosien haben, weilt gegenwärtig hier und besuchte gestern die Militär-Reitschule zn Sanmur, wo die Herren bereitwilligst in den Dienst der Schille ein- geweiht wurden. Sie ließen sich an 80 Pferde oorführen und sahen zum Schluffe einem Karufsellreiten zu. Hierauf vereinigte ein Frühstück die deutschen unb französ. Offiziere, wobei Graf von Hohenau in herzlichen Worten ür bie freundliche Aufnahme dankte und den Kommandanten der Kavallerieschule von Saumur einlud, nach Deutschland zu kommen. — Tie klerikale .Croix" veröffentlicht folgende Note: Die erzbischöfliche Kanzlei hat keinerlei Mitteilung von der Seine-Präfektur erhalten und erwartet auch keine mehr. Ter Abbruch der Verhandlungen ist somit eine vollendete Tatsache. Tie Regierung würde übrigens zu ihrem Vorgehen noch eine Ungeheuerlichkeit hmzufügen und Schriftstücke publizieren, welche aus den in der ehemaligen "Nuntiatur beschlagnahmten Papieren herrühren. Toulon, 26. Febr. Die Polizei verhaftete hier einen italienischen Anarchisten, in dessen Wohnung große Mengen Explosivstoffe beschlagnahmt wurden. Der Verhaftete heißt Garborino. Er konnte über den Erwerb der bei ihm beschlagnahmten Explosivstoffe keine befriedigende Auskunft geben. Bei feiner Verhaftung versuchte er einen Pol 1 ze ioUlziet mit seinem Revolver zu erschießen, es gelang jedoch, ihn zu entrooffen. Garborino machte sofort nach feiner Eindringung ins Gefängnis einen Fluchtversuch. Prag, 26. Febr. In politischen Kreisen erregt eS große Aufregmig, daß der Staatsanwalt gegen zahlreiche deutsche und tschechische radikale Abgeordnete ein Verfahren wegen Majestätsdeleidigung eingeleitet hat, deren Immunität infolge der Auflösung deS NeichsrateS erloschen ist. Die Deutschen und bie Tschechen wollen gegen diese Maßnahme eine Aktion im Landtage einleiten. Sofia, 26. Febr. Der Vertrag über die Konversion einer Anleihe ist heute nachmittag von der Regierimg und den Vertretern der französischen Banken unterzeichnet worden. Dem regierungsfreundlichen Blatte „Aelscherna Poschta" zufolge isl in letzter Stunde vereinbart worden, auch bie 6 % i g e Anleihe von 1892 in die Konversion rinziibezieheu, wodurch die Anleihe nm 100 Millionen erhöht werden würde. Petersburg, 26. Febr. Graf Witte erhielt die briefliche Aufforderung, sofort in das Ausland abzureisen, da er sonst getötet werden würde. Bo» dcn letzten schwere» Schiffönnfüllcu. Hock van Holland, 26. jebruar. Die holländisch« Regierung hat die Hebung des Wracks deS Dampfers .Berlin" angeordnet. Die gesunkene Wertpost wird rund ans eine Million Gulden geschätzt. SDlit dem Dampfer gingen von einer englischen Firma Diamanten im Werte von etwa 16 Millionen Mark unter, die verloren sind. Für die Herbelschaffung der Wertodjekle wurden 100000 Mk. Belohnung auSgesetzt. Wie weiter berichtet iDirb, sind bis jetzt 70 Leichen geborgen, von denen eine große Anzahl noch nicht ldenuslzlen werden konnte. Ein aufl Warschau in Hon eingetroffener Ruffe ist auf ber Suche nach feinem Bruder unb feiner Schwägerin, bie auf der Hochzeitsreise begriffen, mit dem Dampfer /Berlin* nach dem Kontinent zurückkehrten. Der Ruffe befindet sich in so aufgeregtem Zustande, baß man für seinen GcisteSzilstand fürchtet. Heute ivurdcn von den deutschen Opernsängerinnen Fräulein Grünberg und die ältere Fräulein Lehmann agnosziert. Das Be- sinben ber sechs geretteten Damen ist etwas weniger gut. Sie phantasieren unb werden nachts von schrecklichen Visionei» geplagt. Sie erhalten zahllose Briefe unb Telegramme aus allen Ländern. Kanea, 26. Febr. Die Ueberlebenben der ,Impe- ratrij" erklärten, daß der Dampfer während eines fürchterlichen Sturmes plötzlich einen derartigen Stoß erhielt, daß bie Passagiere das Gleichgewicht verloren. Gleichzeitig wurde ein dumpfes Krachen und brausendes Eindringen des WafferS in den Tampfer gehört. Infolge Versagens deS elektrischen Lichts wurde die Verwirrung noch erhöht. Unter jammervollem Geschrei eilten alle nach dem Vorderteü des Schiffes, Finsternis unb Sturm verhinderten aber jede Möglichkeit, baS Lanb erreichen zu können. Trog den Bemühungen des Kom- nianbanlen unb ber Offiziere, sie davon abzuhalten, bestieg eine Anzahl von Leuten em Boot, das aber sofort von den Wellen verschlungen wurde. Tie Ueberlebenben rühmten einstimmig bie Haltung der Offiziere, die feinen Augenblick bz Geistesgegenwart verloren hätten. 1S2— -----1. _■!□_■■■ ,.JB------ Aus S.aSt UiiO Lcnrd. Sprechstunden ber Rebattwn 11— 1 Uhr Darin., - .1—1/28 Uhr abbS. Gießen, den 27. Februar 1907. •• Eine öffentliche Sitzung d^r Stadtverord- neten-Verfammlung findet am Donnerstag, 28. Febr., nachm. 4 Uhr, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Verkauf von Bauplätzen an der Roonstraße. 2. Verkauf von Gelände an der Wolkengasse an G. Tnnkaus. 3. Austausch von Gelände am Wetzlarer Weg mit der Eisenbahn. 4. Tausch zwischen ber Stabt unb Wilhelm Gail. 5. Ausbau ber Friedrichstraße südöstlich ber Frankfurter Straße. 6. Umbau und Instandsetzung des früher Enders'schcn HauseS an der Tamm- straße (Schulbienerwohnung). 7. Uebcrtafiung einer städtischen Turnhalle für die MarmeauSstellung. 8. Desgleichen an den Radklub Germania. 9. Desgleichen an bie Freie Turnerschast ür einen weiteren Abenb. 10. Beleuchtung ber Ärofborfer Kreisstraße bis zum Anwesen ber Firma Rosenthal u. Co. 11. Straßenbeleuchtung in der Licher Straße. 12. Desgleichen in ber SlephanSmark. 13. Beschwerde ber Anlieger deS rechten Lahmifers wegen Ueberschwemmung ihrer Grundstücke. 14. Verkauf von alten Elfentellen. 15. Vergebung von Arbeiten unb Lieferungen für den Neubau der höheren unb erweiterten Mädchenschule. 16. Bedingungen für bie Vergebung von Arbeiten unb Lieferungen. 17. Gesuch des Kaninchenzüchterverems,Volkswohf um Bewilligung städtischer Preise. 18. Festsetzung der Ausnahmetage nach § 139 d 3 und 139 e 2 ber Gewerbeordnung für 1907. 19. AuShülfe bei der Stadtkaffe. 20. Niederschlagung von Rückständen auS dem Jahre 1905. 21. Trennung des Realgymnasiums und der Oberrealschule. 22. Aborte beim Realgymnasium. 23. Voranschlag ber höheren und erweiterten Mädchenschule für 1907. 24. Voranschlag der Armenkasse für 1907. 25. Voranschlag des Polizeiamts für 1907. 26 Anschluß ber Eisenbahnnebenwerkstatt an das Elektrizitätswerk. 27. Erweiterung bes Elektrizitätswerks. 28. Erweiterung oes Wasserwerks. 29. Truck von ZmSscheinbogen. 30. Aufnahme einer Anleihe. •• Die Gründung jungliberaler Vereine macht in unserem Eroßherzogtum z. Z. erfreuliche Fortschritte. In Darmstadt unb Worms wurden bie ersten begründet. Jetzt hat sich soeben ein solcher Verein in Mainz gebildet, unb auch bei uns in Gießen besteht, wie wir Horen, die Ab- w, gleichfalls einen junglibercilen Ver^t ins Leben zu rufen- „ . .... x ** Der Ausschuß für Volksvorlei ungen eröffnet tinen neuen Vortragszyklus von drei Abenden über Goethe am Mittwoch, 6. März. )Kei)ner ist Pfarrer Bürs ch aus Eschersheim bei Frankfurt n. J.'i. Hoffentlich werden diese Vorlciungcn stärker besucht, ms die beiden letzten Vortragsabende, in denen doch so viel zu sehen und zu lernen war. Wenn der Ausschul; nichts unterläßt, um gediegene Belehrung zu bieten, )o solUe es auch das Publikum nicht versäumen, durch regelmäßiges und zahlreiches Erscheinen sein Interesse an dem Dargebotenen zu d**U-S)cr Gießener Lesehalle-Verein hält feine ordentliche Mitgliederversammlung morgen abend im Casö Ebel ab. •* Neuer Ka mmerherr. S. K. H. der G r o ß h e r zso g haben den Kammerfunker Franz von Herget zum Kammerherrn ernannt. ' •* Ernannt wurde der Finanzaspirant Hugo Ploch auS Gießen (zuletzt in Mainz) zum Assistenten bei bei Landes-Hypothekenbank mit Wirkung vom Tage seines Dienstantritts an. •• Erledigt ist die Stelle eines HauptsteueramtS- laff iftenten bei dem Hauptsteueramt Gießen. — Parlamentarisches. Der 4. Ausschuß bei 2. Kammer beschäftigte sich am Dienstag zunächlt mit bei Vorstellung ber Gerichtsoollzieherge hülfen, bn wegen ihren schlechten Anslellungsoerhültnissen um Vermehrung der Gerichtsvollzieherstelle eingekommen sind. Nach dem Bericht des Abg. Dr. Frenay hat die Regierung erklärt, daß mit wenigen Ausnahmen die Einkommen der Genchts- 'vollzieher feine besondere Höhe erreichen und daß es nicht im Interesse ber anzustellenden Gehülfen liege, wenn durch Vermehrung der Stellen die Einkommen herabgedrückt würden. iNur in Darmstadt übersteige bei einzelnen Gerichtsvollzieher! !daS Einkommen die normale Höhe und hier wolle bii Regierung zwei neue Stellen schaffen. Besonders _ wird abci !daraus hingewiesen, daß man den Nechtsanwälten uni Notaren nicht verwehren könne, sich die Gerichtsvollzieher zi wählen, welche sie für die geeignetsten halten. Danach beantragt ber Ausschuß die Eingabe für erledigt zu erklären. Man beriet dann weiter den Antrag Dr. Frenay betr. bei Arbeitsnachweis. Es soll nach bem Bericht des An. tragstellers der Regierung anheimgegeben werde n, ob e>. laicht möglich wäre, durch Bereitstellung von Geldern fiu Lelephongebühren :c. den Arbeitsnachweis auf dem Lande szu erleichtern. ! R. B. Ein Landesverein hessischer Zeitungs lebafteure. Wie in vielen anderen Teilen des Reiches, si ist nun auch im Grobherzogtum Hessen eine feste Vereinigung ber Berussjournalisten geschaffen worden. Am Sonntag vor mittag fand in einem bjer prächtigen kleinen Säle des Hotel- Restaurant Heß in Darmstadt die konstituierende Versamm lnng statt, -an welcher außer fast sämtlichen Darmstädter Kolleg?, auch solche aus Gießen, Worms und Offenbach teilnahmen, wäh lcend sich aus Mainz bereits vorher eine stattliche Anzahl als Mitglieder für die zu begründende Vereinigung angemeldet hatte, sodaß die Konstituierung mit 22 Mitgliedern vollzogen werden konnte. Der „Landesverein hessischer Zeitungsredakteure" stell, sich nach der einstimmig genehmigten Satzung die Aufgabe, du Redakteure dn den hessischen Tageszeitungen, ohne Rücksicht au, deren politische Parteistellung und unter Ausschluß aller Sonder bestrebungen zu einer kraftvollen Organisation zusaplmenzu- schließen, um energisch und zielbewußt die Berufsinter- essen und die Standesehre ber Männer von bei lieber zu wahren und zu fördern. Daneben aber sollen durch entsprechende Maßnahmen und Anträge bei den gesetzgebenden Körperschaften, z. B. gelegentlich der in Aussicht stehen jben Vorbereitung und Beratung des Reichsgesetzes über das P r i - vatbeamten-Versicherungswesen, sowie bezüglich bei ganzen rechtlichen Stellung des Redakteurs auch die materiellen Interessen gebührend gewürdigt und gesichert werden, wie überhaupt im Zusammenschluß mit den übrigen Jour- nalistenverbänden und verwandten Organisationen eine achtung gebietende Gesamtvertretung der deutschen Presse erstrebt werden soll. Der „Landesverein hessischer Zeitungsredakteure" bestellt satzungsgemäß einen Ehrenrat, der über berufliche Angelegen- theiten der Kollegen zu entscheiden haben wird. Eine der vor- '.nehmsten Aufgaben wird auch die Schaffung einer H ülfskasse !bilden. Bei der nach Annahme der Satzung vollzogenen Vor- >standswahl wurden einstimmig gewählt: Chefredakteur A. Gras- Wurm (Darmst. Tägl. Anz.) 1. Vorsitzender, Redakteur Friedrich Hannemann 1. Schriftführer, Chefredakteur Dr. Otto Waldaestel (Darmst. Tagblatt) Kassierer, Chefredakteur A. Beer (Offenb. Ztg.) 2. Vorsitzender, Redakteur Dr. Erler (Darmst. Ztg.) L.Schrift- ftihrer, und vier Beisitzer: die Redakteure Franz Koepgen (Mainzer Journal), K. Rohaschek (Mainzer Anz.), H. v. TrützscUer (Worms. sZtg.), P. Wittko (Gieß. Anz.). Zum Vorsitzenden des Ehrenrats wurde Chefredakteur L. Lantz (Mainzer Tagbl.) in Aussicht genommen, die Wahl der Mitglieder jedoch bis zur nächsten Versammlung vertagt. Rechtsanwalt Dr. Hoffmann Ü. in Darmstadt hat sich bereit erklärt, als juristischer Sachverständiger des j Landesvereins zu fungieren. — Im Anschluß an die Beratung fand im Hotel-Restaurant Heß ein gemeinsames Mittagessen statt, bei welchem die freudige Stimmung der Berufskollegen über (i>i6 ü«nteT so günstigen Auspizien vollzogene Gründung des „Landesvereins hessischer Zeitungsredakteure" auch in beredten 'Toasten zum Ausdruck kam. Anfragen und Anmeldungen zur Mitgliedschaft wolle man gefl. an die Adresse des Schriftführers, Darmstadt, Landwehrstraße 1 (Telephon-Anschluß 1390) richten. ” Zur Lehrergehaltsfrage. Eine in Mainz ad- gehaltene Delegierten-Versammlung deS katholischen LehrervereinS des Grobherzogtums Hessen stellte sich in Sachen ber GehaltSregulierung der Lehrer auf den Stand- punkt, daß auch die neueste Skala der Regierung, die auch die unteren Gehaltsstufen mit einer Aufbesserung von 100 Mark bedenkt, den heutigen Zeitverhältnissen nicht entspreche und eine weitere Erhöhung anzustreben sei. ** Aus dem Bureau oes Stadttheaters. Die nächste Vorstellung am Freitag bem 1. März ist eine Benefiz - Vorstellung und zwar geht Sudermanns »Schm et terlingssch lacht" als Ehrenabend für Fräulein Donecker in Szene. Frl. Donecker, die in zwei Jahren als Mitglied unserer Bühne durch ihr starkes Talent und ihren künstlerischen Ernst sich zahlreiche Sympathien erworben hat, wird sicher am Freitag ein zahlreiches Publikum begrüßen können. Die .Schmetterlmgsschlacht« ist seit einer Reihe von Jahren zudem hier nicht zur Aufführung gekommen. ** Der Kriegerverein hielt am Montag abend seine Hauptversammlung bei Konrad Sauer ab, die sehr §tark besucht war. Nach ber Begrüßung durch den I. Vor- fi^nben Hauptmann d. L. Gabriel wurde m die Tagesordnung cingetreten. Zunächst erstattete der Rechner den Kaffenbericht, aus dein heroorging, daß der Verein ein Vermögen von 3700 Mark besitzt. An Beiträgen und Eintritts- gelbem sind im abgelaufenen Jahre 1642 Mark eingegangen, auch wurden namhafte Betrage gestiftet. Der Verein war dadurch in der Loge, seine bedürstigen Mitglieder kräftig zu unterstützen und den Kindern verstorbener VereinSangehörigen ein reichliches Weihnachtsgeschenk zu teil werben zu lassen. Aus dem Bericht bes Schriftführers war zu entnehmem, baß im abgelaufenen Jahre 106 Zugänge und 36 Abgänge zu verzeichnen waren. Der Verein hatte zu Eube des Jahres einen Mitgliederbestand von 19 Ehrenmitgliedern und 404 ordentlichen 'Mitgliedern. Durch ^je Zunahme des Vereins mußte ber Vorstand um 2 Mitglieder erweitert werben. 2lu§ der Wahl gingen bie sämtlichen seitherigen Vorstandsmitglieder sowie die Kaineraden Karl Haupt und Franz Roth hervor. •* Keine Geschenke für Vorgesetzte. Durch Verfügung des Großh. Ministeriums deS Innern ist es allen hessischen Beamten untersagt, ohne besondere ministerielle Genehmigung Ehrengeschenke von Untergebenen an» zunehmen. Wie streng diese Verordnung gehandhabt wird, ist daraus zu erkennen, baß, wie wir in ber Frank- rurter Zeitung lesen, jüngst bie oberste Schulbehörbe einen städtischen Hauptlehrer, ber sein 50 jähriges Dienst- jubiläum feierte und aus diesem Anlaß von bem ihm unterstellten Lehrerpersonal eine Uhr zum Geschenk erhalten hatte, durch bie Kreisschulbehörde auffordern ließ, sofort bas Geschenk zurückzugeben. □ Laubach, 26. Febr. Zwei in engen Verhältnissen .ebenden Frauen rourbe heute bie freudige Mitteilung, baß fie in einer Wo hlfahrtS-Lotterie in Frankfurt nüi ihrem S-Mk.-Los, das sie sich zusammen vor 14 Tagen er» landen, bie Summe von 6000 Mk. gewonnen hätten. Merk- würdig ist es, daß sie noch niemals vorher Lotterie gespielt .lütten und gleich ber erste Glücksversuch gelang. — Dir .rsten Vorboten beS Frühlings, große Scharen von Schnee- f änse, sind in vergangener Woche mit großem Geschrei nach Jlorben gezogen. Mildere Witterung scheinen sie uns ja ge- .>racht zu haben, hoffentlich auch bas ersehnte Frühjahr. □ Burg-Gemünden, 25. Febr. Viel besprochen ourbe vor kurzem ein Raubansall an einem Knechte du§ Zchadenbach, ber sich aber als fingiert herausstellt. Der stnecht wurde wegen groben Unfugs zu einer Geldstrafe ver- irtcilt. — Mehrere Orte unserer Gegend haben bie Anlage iner Telephonleitung miteinander angeregt, so Büßfeld, Döingen, Deckenbach, Holzhausen, Bleidenrod, Schabenbach mb Burg-Gemünden. Offenbach, 26. Febr. Ein frecher Gaunerstreich st gestern hier verübt worden. Bei der Schriftgießerei von lioos & Junge wurden mittags um 121/, Uhr telephonisch ingeblich für bie Firma Baer in Frankfurt für über 1 000 WM. Üleitypen bestellt und gegen 1 Uhr erschien auch schon ?ln Fuhrmann mit einem Schimmelfuhrwerk, der bic bestellte Ware abholte. Wie sich herausstellte, war bie Be- tellung fingiert. Die Offenbacher Polizei vermutet, daß man in dem Täler mit ein m gewissen Brauer au§| Offenbach ,u tun hat, der schon öfters derlei Betrügereien verübt hat. -s- AuS bem Kreis Wetzlar, 26. Febr. In Groß* .'lltenstädten starb ber erst kürzlich in den Ruhestand 'ersetzte Lehrer Christoph Schneid er, der ein volles Menschen- ilter hindurch als Lehrer hier tätig war. — Auch bie Ge- neinbe Groß-Rechtenbach hat einen schmerzlichen Todes- all zu verzeichnen. Im 67. Lebensjahr verschied nämlich )er Ortsvorsteher und Bürgermeistereibeigeordnete Friedrich partma nn. sj Marburg, 25. Febr. Die Anmeldefrist für bic Vereine, die sich an bem in den Tagen des 6., 7. und 8. Juli hier stattfindenben Gesangswettstreit beteiligen wollen, ist bis zum 1. Mai verlängert worden. Veranstalter dc5 Festes ist ber bem Lahntal-Sängerbund angehörenbe Gesangverein „Liedertafel". ][ Marburg, 26. Febr. Trotz aller Nachforschungen ist es bis jetzt noch nicht gelungen, den Absender des Pakets an den Pfarrer in Roßdorf, das eine mit Sprengstoff gefüllte Blechbüchse enthielt, ausfindig zu machen.— Bei öen jetzt ftatlfinbenöen Hozverküufen in den umliegenden Forsten werden sowohl für Nutzholz wie auch für Brennholz Preise erzielt, wie man sie bis jetzt noch nicht gewohnt war. Durchschnittlich werden 25—30 Prozent über den Taxwert hinaus bezahlt. U Kirchhain, 25. Febr. Das in Barockstil ums Jahr 1706 erbaute Kirchlein in Sch iffelbach ist wieder wie neu hergestellt worden. Gestern sand die feierliche Einweihung deS Gotteshauses statt. fc. Frankfurt a. M., 26. Febr. Der Dachdecker Georg Dick fiel heute morgen in der Hohenzollernstraße von dem Dach eines 4 Stockwerk hohen Hauses und erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Die Wucht des Sturzes wurde dadurch etwas gemildert, daß Dick zuerst auf em gespanntes Waschseil siel. — AuS Liebeskummer versuchte sich die 24jährige Haushälterin Anna Stüber durch Leuchtgas zu vergiften. Ihr Dienstherr fand sie bewußtlos in der Küche liegend, während die Gashähne geöffnet waren. Man brachte bie Lebensmüde in das Heiligegeistspital. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. • Tie Gemeinde Nieder-Breide ubach errichtet noch in diesem Jahr eine Wasserleitung, zu der Ingenieur Schiffmann in Gießen die Pläne ausarbeitete. ** Unter Bezugnahme auf eine Briefkasten- n ofiz in Nr. 37 vom 13. Febr. unseres Blattes sandte uns »ein höherer Beamter" vor einigen Tagen einen Artikel, ber auf einer Mißdeutung bes letzten Satzes fußte, in dem er bie politische Betätigung ber Beamtenschaft angegriffen sah. Nun zählt aber erfreulicherweise ber Gieß. Anz. eine Anzahl von Beamten aller Kategorien auch zu seinen besonders geschätzten politischen ajlitarbeitern. Der Gieß. Anz. hätte sich also ins eigene Gesicht geschlagen mit einer darauf hin- zielenden Bemerkung. Es wurde diesem Herrn daher mündlich wie schriftlich mitgeteilt, daß bie ganze Notiz von A bis Z sich nur an eine bestimmte Person gerichtet habe und habe richten können und auch nach unseren Fest- lleünngen in weiteren Kreisen ber höheren Beamtenschaft nahezu allgemein in biesem Sinne aufgefaßt worden ist. Wir halten sonach zur Veröffentlichung seines ganzen, teilweise rein persönliche Bemerkungen enthaltenden Artikels keme Veranlassung, baten ihn aber ausdrücklich, eine etwa hier oder da ihm entgegentretenbe unrichtige Auslegung jener Notiz zu beseitigen. Auf welche Weise diese Bitte erfüllt wurde, ergibt sich aus einem am Montag in einem anderen Platte erschienenen Sprechsaalartikel. Tie Schale beS Grolles, bie man aus gekränkter Eitelkeit über uns auSzuschütten beab» sichtigte, ergießt ihren Jnhatz ohne uns zu berühren auf den Boden, da bie Auslassungen bieses Artikels von falschen Voraussetzungen und schiefen Vorstellungen ausgehen, so daß sich ein Eingehen auf Einzelheiten erübrigt, zumal er an einer Stätte Aufnahme gefunden hat, bie ausnahmsweise nur dann em wenig Beachtung findet, wenn sie persönlichen Ausfällen Unterkunft gewährt. Gießener Strafkammer. X Gießen, 26. Febr. Widerstand nnd Beleidigung. Der Tagelöhner Pf. Sä), hier war zur Verbüßung einer kleinen Freiheitsstrafe aufgefordert worden. Tft er sich nicht rechtzeitig einsand, erhielt die Polizei Auftrag, ihn vorzuführen. Ter mit der Ausführung beauftragte Schutzmann fand ihn in einer Wirtschaft und forderte ihn auf, mitzugehen. Dft er gutwillig nicht mitging, sah sich der Sämtzmann veranlaßt, ihn gewaltsam fortuzbringen. Unterwegs hielt er sich an Wagen und Hojtoren fest, so daß er nur mit Mühe und unter Ausbietung weiterer Kräfte sortgeschafst werden konnte. Hierbei faßte er den Transporteur an und erging' sich, in! Beleidigungen gegen ihn, die er im Arresthaus wiederholte. Wegen Widerstands und Beleidigung unter Anklage gestellt, verurteilte ihn das Schöffengericht zu einer Gesamtstrafe von 4 Wochen Gefängnis, wobei es strafmildernd seine aufgeregte 9batur und seine durch den teilweise unverschuldeten Vermögensrückgang heroorgerusene Erbitterung in Betracht zog. Er fochl das Urteil an und bestritt, sich eines Widerstandes schuldig gemacht zu haben, ob er die beleidigenden Ausdrücke gebraucht hat, will er nicht mehr wissen. Nach den Schilderungen des Vertreters der Staatsanwaltsck-aft ist er ein durch Trunksucht heruntergekommener Mensch, der nach Zden ärztlichen Zeugnissen als geistig minderwertig bezeichnet werden muß weshalb er bat, die Stckase mit Rücksicht hierauf berabKusetzen. Tas Berufungsgericht war jedoch der Meinung, daß di.s.-m Umstand in der ersten Instanz schm genügend Rechnung getragen worden ist. Eine weitere Herabsetzung der Strafe tonnte den Angeklagten zu/ dur. Ansicht bringen, er stehe unter milderen Gesetzen als andere. Da o»uch bezüglich der Straftat eine andere Feststellung nicht getroffen wurde, sand das Urteil seine Bestä - t i gu n g. Tiebstiihle usw. ~ Gegen den 18jährigen D i e n st k n e ch t K. O. O. B. aus Anna (Sachsen-Weimar) hat die Staatsanwaltschaft wegen schweren und einfachen Diebstahls, sowie wegen Feldfrevels Anklage erhoben. Nach seinen Angaben sind seine Eltern früh gestorben And da er sich nicht gut geführt, wurde er in der Zwangserziehungsanstalt Tiefenort untergebracht. Nach Zuziehung einer Strafe wegen Diebstahls fand er bei einem Bauer Aus nähme, dem er entlief, da er angeblich mißhandelt wurde. Er kam auf seiner Wanderung nach Kassel, wo er sich in den Besitz stner Invaliden karte aus den Namen des Taglöhners Friedrich Held aus Dohrenbach setzte und auf die er von nun an reiste. Zn Dortelweil und Vilbel hatte er im vorigen Jahr verschiedene Stellen »alls Fahrbursche. Er stahl einem Mitknecht ein Paar Schuhe, wofür er mit 14 Tagen Gefängnis bestraft wurde. Nach Verbüßung dieser Strafe trat er bei dem Gastwirt und H ä n d l e r I. H. zu V i l b e l in Dienst. Hier will er von seinem Dienstherrn zum Diebstahl angestiftet ivorden sein. Er schlich sich nachts in die Scheuer seines früheren Dienstherrn und brach den Haferkasten auf und entwendete eine Quantität Hafer im Werte von 2 Mark, die er zu seinem Dienstherrn brachte. Als des andern Tages der Diebstahl bekannt wurde, gestand er die Täterschaft zu; weiter will er in Gemeinschaft mit seinem Dienstherrn nachts mehrmals Klee und Stroh lauf dem FeLde mit dem Fuhrwerk entwendet haben. Aus Grund dieser Angaben wurde auch H. in Untersuchung gezogen; dieser bestritt jedoch, sich einer itragbaren Handlung schuldig gemacht zu haben. Der Uuistand, daß er zugab, mit dem Taglöhner F. A. nachts Felddieb stähle ausgesührt ju haben, ließ jedoch feine Ehrlichkeit anzioeiseln, weshalb gegen ibn wegen Anstiftung zum Diebstahl und wegen Hehlerei, sowie wegen Feldfrevels Anllage erhoben wurde. Kurz nach dem Haferdiebstahl vermißte er seine sämtlichen Arbeitspapiere, B. aber war von Vilbel verschwunden und hatte sich in Hösbiich bei Aschaffenburg auf den tarnen des Muth vermietet. Dieses wurde ihm zum Verhängnis, denn als er sich auf diese Papiere zur Stammrolle anmeldete, wurden von der Behörde in Vilbel Er- lundigungen in Vilbel eingezogen, wobei es sich heraus stellte, daß er die Papiere gestohlen hat. Der ihn verhaftenden Gendarmerie nannte er sich weiter Muth, während er sich bei seiner gerichtlichen Vernehmung den Namen Held wieder beilegte. Erst nach langen Erkundigungen gelang es den Behörden, den rich- tigen Namen zu ermitteln. Die Staatsanwaltschaft beantragte, gegen B. wegen Diebstahls auf 1 Jahr 4 Monate Gefängnis und wegen der falschen Namensangabe auf 14 Tage Hast zu erkennen, und H. wegen Anstiftung und Hehlerei zu 4 Wochen Gefängnis zu verurteilen; dagegen wegen des Feldfrevels bezüglich aller auf Freisprechung zu erkennen, da inzwischen Verjährung ein» getreten fei. Das Gericht setzte die Entscheidung auf nächsten Freitag aus. (vtetzencr rderrerolenft. Boranssichtliche Witternug für Heften am Donnerstag den 28. Februar: Trüb und nedlich. Trocken. Nachts lerchter Frost, am Tage mild. Mäßige östliche Winde. <£an0H. — Die Mitteldeutsche Kreditbank zu Frankfurt a. M. hatte im Jahre 1906 einen Reingewinn von 4 287 552.67 Mk. (ausschließlich 344 025.18 Mk. Vortrag aus 1905) zu verzeichnen. Hiervon sind zunächst 4 Proz. Dividende auf 54 Millionen Mark Aktien-Kapital zu Derteüen = 2 160 000 Mark. Der Vorstand schlägt der am 2h, März in Frankfurt a. M. stattfindenden Generalversammlung bezüglich per restlichen 2 127 552.5 < Mk. folgende Verwenoung vor: Tantiemen an Auf- ftchtsrat und Vorstand 495 807.62 Mk. und Zuweisung an das Spezial-Reserve-Konto II 400 000 Mk. Die nunmehr verbleibende Restsumme von 1575 770.23 Mk. (einschließlich des Vor - tr,a93J,on 1905) soll zur Verteilung einer weiteren Dividende von 2x/2 Proz. = 1350 000 Mk. (also zusammen 6»/- Prvz.) zu be- vutzen und 225 770.23 Mk. auf neue Rechnung zu übertragen. Dermifd?te»e • D i e neuesten E i f e n v a h n u n f ä l l e. Auf der Luxemburger Elsenbahnliuie stießen zwei Güterzüge zusammen, wobei mehrere Bahnbeantte schwer v e r l etz t worden sind. Der Verkehr auf der Linie mutzte auf mehrere Stunden eingestellt iverden. — In der Nähe der ungar. Statton E s a p faramboherte em Personenzug mit einem Lastzüge. Vier Personen wurden getötet, zahlreiche verwundet. * Parts, 26. Febr. Heute nachmittag fand im Hause besängst verstorbenen Bankiers Osiris in Gegenwart der Testamentsvollstrecker, deren einer der frühere Präsident Loudet ist, sowie des Notars des Instituts Pasteur und dreier Vertreter des Staates die Prüfung der Testaments und der Codicille, sowie die Inventaraufnahme statt. Es wurde sestgesteUt, daß das zum Hut- versalerben eingesetzte Pasteursche Institut auch überaus koltbare Schmucksachen und Kleinodien, darunter die aus dem Verkaufe der Rroubiamanten herrührenden Diamanten, sowie Perlen von unschätzbarem Werte erbt. Tie Erbschatt des Inrntuts Pasteur betragt nach dem -Petit Temps' einige 3 0 Millionen. Dem etaate hat Osiris seine sämtlichen Kunstfammlimgen vermacht. K l e i n e a g e s u) c v ii i i. Bei einer Feuersbrunst, welche L1} *3er Atzten Nacht m Bristol ausbrach, sind b Kinder einer Arbeiterfamilie in den Flammen umgefommen. Vater, Mutter und eine 18jährige Tochter konnten rechtzeitig gerettet werden. — In Perlgotville lAlger.) sind eine Anzahl Gebäude infolge der auf ihnen lagernden Schneemafsen e i n - g e st u r z t. Trotz den sofort angestellten Rettuntzsverfuchen gelang es incbt, die zehn verschütteten Personen zu retten, dieselben konnten erit spater als Leichen geborgen werden. — In Kulm in West- preuBen erschoß s ich der Einjährigfreiwillige Witt vom hiesigen ^agerbataillon init fernem Tienstgewehr. Die Veranlassung zu dem iceibumovbc tu unbekannt. — 2m nahen Pegau bei Leipzig. Brief) oft bet Tierarzt HauSzelt fn seiner Wohnung seine Geliebte, eine Frau Anna Arnold, und dann sich selbst. Hauszelt galt als stark verschuldet. — In P o s e n erschoß sich der ReglerungSrat Weger aus unbekannter Ursache. Neger wollte sich in der nächsten Reit verheiraten. — In Erfurt ertränkte sich m völliger Geistes- umnachtlmg der Großhändler Drill. — In M o n t r e a l m llanada b rannte die prächtige evangelische schule ab. Unter den Kindern brach eine Panik aus. Diele verbrannten. 24 Leichen wurden bereits gesunden. (ßcridnsiaal. Kiel, 26. Febr. Tas Kriegsgericht der 1. Marineinspektion verurteilte wegen militärischen Aufruhrs den Obermatrosen Schmidt uiid den Matrosen Zimmermann von der „Schwaben" und der „Wort" zu 6 Jahren Zuchthaus und Entfernung aus Vl Marine. Sechs Mitangeklagte wurden lreigesprochen. Die verurteilten halten einen M a s ch i n i ft e n m a a t e n durch M c s s e r st i ch e v e r l e tz t. w . Gnesen, 26. Febr. Ter Professor des Prcesterieminars Dr. T r c z i n s k i wurde wegen Aufreizung zum -schulst r e i k zu 150 Mk. Geldftrase verurteilt. Dessau, 26. Febr. Tas Schwurgericht, verurteilte^ nach mehrtägiger Verhandlung den Bürgermeister von Ilberstedt bei Bernburg wegen fortgesetzter Defraudatton amtlicher Gelder und Ausstellung gefälschter Urkunden zu drei Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust. Märkte. fc. Frankfurt a. TL, 27. Febr. lOrig.-Telegr. des „Gieß. Aiiz."> B i e h in a r k t. Zunr Derkatlle standen U0 Kälber, 00 scheue ii. Hämmel, 1673 Schweine, 0 Ziegen. Schweine: 1. Qual. 60—61 Pf., Lebendgeivicht 48—00.00 Pf., 2. Qual. 58—59 Pi., Lebendgewicht 47.00-00 Psg., 3. Qual. 52—54 Pig. Halber 1. Qual. 00-00 P'., Lebendgewicht 00—00 P'g., 2. Dual. 00—00 Psg., Lebe>idge>vlcht 00— 00 Pig., Schlachtgewicht 00 - 00 Pig. Schale 1. Qualität 00—00 Pig., 2. Qualität 00—00 Psg. Geschält bei Schweinen: Gut, kein Uebersland. Griginal-Drahtmeldttiigen. Berlin, 27. Febr. Von konservativer Sette ist gegen die Wahl des Abg. Zu bei l in Teltow-Becskow-Charlotlen- burg Einspruch erhoben worden. Berlin, 27. Febr. Zu der gestrigen Erwiederung Bülows auf die Rede Bebels schreibt der Bortvärls: Was Bülow gegen die Sozialdemokraten vorgebracht, steht fast unter dem geistigen Ntvcau eines rcichsvcrbändlerischcn DurchschnitlS-WanderrednerS. Ter llleichskanzler verschmähle sogar nicht, mit allerhand unwahren Behauptungen gegen die Sozialdemokratie zu operieren. Unsere Intellektuellen, die sich diesmal durch die Ternburgiaden und Kulturkampf« Paukereien des Hottcntotten-BlockS haben betören lassen, mögen die Rede Bebels und Bülows nachprüsen. Wenn sie nicht über eine derartige Vertretung des gebildeten Bürger- standeS schamrot werden, so mögen sie auch fernerhin den Herren Bülow und Ternburg ihre Dienste leihen. Nürnberg, 27. Febr. Gegen die Wahl des sreifinnigen Danksagung Auguste Schwan geb. Stein Giessen, den 27. Februar 1907, vvaescnr B27. Für die uns von allen Seiten so herzlich bewiesene Teilnahme, bei unserem schweren Verluste, sagt im Namen der trauernden Hinterbliebenen innigsten Dank Gießen, den 16. Februar 1907. Großh. Amtsgericht. Tas Buchenschnittholz und ein Teil des GiHemchimUiot-es lommi gleich aniaugs zum Ausgebot. 4»ic Zusammen ttmn i|t auf ocr Lirai^e Lich—Steinbach beun ^eichdamm.__EL_- Großherzogliche Bürgermeisteret Gießen. M e e u ul Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Wagner, Schanzenstr. 18 Familie Luter» Wolkengasse Giessen, Essen, Ulrichstein, 27. Februar 1907. Die Beerdigung findet Freitag, den 1. März, nachmittags V,4 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. OlJoO Bekanntmachung. Zn das Handelsregister Abt. B. wurde bezüglich der Bank für Handel- und Industrie, Depositenkasie Gießen folgendes eingetragen: Die Vorstandsmitglieder Paul Rump in Berlin und Richard Lewin daselbst sind aus dem Vorstand ausgeschieden. Bekanntmachung. Die Firma I. Karl Müller in Gießen i|t erloschen Eintrag im Handelsregister ist erfolgt. Gießen, den 22. Februar 1907. Großh. Amtsgericht. B”/i Bekanntmachung. Betrifft: Tas Laudgeitül, hier den Abgang der ^^wgestütsbeschäler nach ben ^alidgenütsstalionen. Die Laliügestütsbeschater lur die LandgestütSstatronen Bcr (tobt, Butzbach mtd olrmvcra find abgegangen. Greven, den 27. Februar 190/. . m. . Großherzogtiche Bürgermeisterei Gienen Ateculn.___ü Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, dass gestern Mi*.tag unsere liebe Mutter, Schwester, Schwägerin, Tante, Schwiegermutter, Giossmutter und Urgiossmutter Frau iVIarie Wagner* Ww. im Alter von 77 Jahren nach langem, schweren Leiden sanft in dem Heirn entschlafen ist. Bekanntmachung. emichtie^nch der zum Bersabren Ungezogenen Teile aus den Gemarkungen Lauiisbach, Wismar und Wieieck. Die nachstehende Betannmiachung bringen wir hiermit zur 8a. Rauchfleisch 01231] empfiehlt Julin# Rosenbaum, .slirdienplatj 4.___________ " LtilStischer Ärbeilsullchivcis lSicßeii. Gartcnstrahc 2, Zimmer 2. Es können eingestellt werden^ 3 Schlosser, 3 Schmiede, 1 Spengler, 4 Wagner, 1 Maschinen Montag den 4.März, vormittags^, Uhr, un Dutrckt Mönche innTh- tiudieiu 2u rm Staniuitiiüovet. 2500 Formvellen: Kiefern: 184 rm Llnüvvel, 138 rm Stöcke, 4300 Hellen; 024 Fichleiiderbuaugeu = 31,41 fm zu Svarreuholz, zu Wagneryolz und zu Weltzbuider- stanaen geeignet. — Die Zusanimenkunu m aur dem Plzmatweg Albach-Hallenrod bei der Blindelochswieie 'Ecke nach Pauenrod zu». Dienstag den 5. März, vormittags ‘J1/, Uhr, un Durrckt.^oiue- bühl: Luchem 265 rm Scheiter, 74,nn Äniwvel, lo2 nn^etotte, 4300 2£eilen; Eichen: 6 rm SC 28 rm Ltiiüvpet, 36 rm Stöcke. - 14,19 fm 142 bis 62 cm Durchm.» _ . 6,77 fm ,48 bis 55 cm Durchm.); Elchen^wireicholz Hofreite-Versteigermrg. Montag den 4. Marz l. Id., nachmittags 1 Uhr, sollen auf hiesigem Ralhause die zum Nachlasse der versi. M. Wallenftetn Eheleute dahier gehörigen Hofierten, bestehend in 2 Wohnhäusern mit Stallung, Schlachthaus und Laden, im einzeln oder auch zusammen unter den bet der Versteigerung noch näher bekannt zu gebenden Bedingungen öffentlich meistbietend gegen bare Zahlung versteigert werden. Bemerkt wird, daß in dem Anwesen schon feit vielen Jahren eine Metzgerei mit gutem Erfolge betrieben worden ist. Großen-Buseck, am 22. Februar 190'. Großherzogl. Ortsgericht Eroßcn-Bnseck. Schwalb. cheüer (2 rm rund', 2 rm Lcheitbrocken, Eichcu-Lchuittbolz: 14 Stuck = Bucveu-ScyuUtholz: 5 Stück — " 2X|8 fm. Bekauniuiachung. s’etÄ L bto ecnidil.5, Mär, ds. M. liest auf der Grotzherzoglichen Bürgermeisterei Giegen das.Urteil des ^chieds- gerichlS über Oie Eliiweridungen geaen öie Mbeuen des 3. AbichnlttS ILildung der Ersatzgruirdstücke und Abichatzuna von r^bitbauulen) obiger Feldbereinigung zur Einsicht der Beteiligten orten, xieie Offenlegung evfept zugleich die Zustellung von.UrteUsabichrlslen a,i dicienigen durch die Entscheidungen betroffenen Beteiligten, welche gegen genannte Arbeiten nicht reklamiert hatten. Giegen, den 22. Februar 1907. Der Großlierzogliche Seldberemtgungskommlsickr. ________________gez.: Schnittspabll, KrelSaullmann.______ ^,0-j.r. Wi^senheu 10—50 Ctr. Grummet Hal abzugeben [1290 S. Eifert, Grüubera i. H. Wegen Fortzugs billig zu verkaufen LlUldgraf Philipv-Pl. 7,1: 1 große Salvnhängelauipe u. Sleh- laniöc, Broneeariiileuchter, mag. 2.001)0 u. Serviertisch, Uebergar- binen, Koffer,Seklst-, kl. Gaskocher, ONivsstguren,Bratpfannen,diver'e Haus u. Küchengeräte. [0117 flauen, 5 Dienstmädchen, 1 Bureaugehilfe. "ebrliuge: 4 Schlosser, 1 Mechamtcr, 1 Elektromonteur, 1 Buch burder [gegen Vergütung), 1 Schreiner, 1 Schirmmacher (gegen Vergütung), 1 Bäcker, 1 Schuhmacher, 1 Friseur, 1 Installateur, . 3uS^„e^bcit- Br;, jU£euer, 2 Schreiner, 2 Schuhmacher, 1 Jmrallaleur, 1 Fahr bursche, 1 Hausbursche, 1 Koch,rau, 2 Lauürauen. 1 Burcaugehilie. Holzversteigerung in der fürstlichen Oberförsterei Lich. 7 ,-V, 'X 4 WT-’ O ß ß A I L i WDM am besten Abg. Manz m Erlangen-Fürth wurde von bat Sosialbnnokraten Protest eingelegt. Paris, 27. Febr. Bei B.sprc-ming brr Bülo iv scheu Rede hebt der ..T inps" hervor, daß bi*' deutsche Negierung im Ver- lauf bcr letzten 20 Jahre wiederholt bei Wahlen und ;war snts mit (rrirlg cn d s Ceuliche AVilioualgesüHl uwelliert habe. Im Interesse otinlr id)4 fei es uünfc’.icnjiocrt, daß Tcuvdtlano nicht als emsiges eur.-v. scheS Reich sich eines so lies gehenden Verständnisses ocr W r.lcridwil erireut. Air Frankreich sei eS srtzt, dem oeutichen Beispiel zu folgen und einen gesunden Ratio- nulismus iin V. lk ju wecken. Paris, 27. Febr. Lse cbc Bülows gegen das Zentrum iinoet in den Weiidl. itient i ne günstige Beurteilung >s ff m p a t h i s ch ^berührt Hot die Al sage Bülows an das Zentrum und die Offenheit, mit der er feine Intervention b:t den Wahlen zugab. Rom, 27. Febr. Ter Angriff bc8 Fürsten Bülow auf daS Z e n t r u m in seiner vorgestrigen Rede rief in Vatikan Enttäuschung hervor. Jedenfalls wird im Vatikan die Haltung des Zentrums ganz offen als ein schwerer politlscher Fehler bezeichnet. Tas Wahlbündnis des Zentrums mit den Sozialdemolraten wurden in vatikanischen Slreifen scharf getadelt, da sich daS Zentrum doch immer als daS stärkste Bollwerk gegen die Sozialdemokratie aiifgespielt habe. Tehoran, 26. Febr. Wahrend Du Auch! ist das deutsche Waisenhaus, weiches 200 Mm. ii^.ici) vvn Labres sich be- findet, von Räubern überiallen wvr?en. 2er Direktor deS Waisenhauses wurde schwer verletzt, ein Lehrer getötet. i'Ä; S Dantsagimg. ä ^rtir die vielen Beivcise herzlicher Teilnahme bet ^8 unserem idjiueren Berlusie, sowie für die überaus zahl, ■ reichen Btumenkveiiden sagen innigen Dank Die trauerllden Hinterbliebenen ■ Familien Fourier. Gießen, den 27. Februar 1807. (01252 ■ Holzverfteigerung im Giesiencr Ltadtwald. Touuerötag, den 28. Februar 1907, vormittags v' , Uhr beginnenb, werden in den Watbungen der Stadt Gittzen tut Distrikt Hangclftciu versteigert: 160 Rm. Buchen-Scheitholz, 28 rttm. Eichen-Scheiiliolz, 42 Rm. Luchen-üuüppkiholz, 15 Rm. Lichen-ttuuppeihotz, 26,6 Rm. Buchen-Siockholz, 27,6 Rm. EichrnoStockholz, 2110 Wellen Buchen-Reisig, 1520 Wellen Eichen-Reistg. Die Zusammenluilfl ist auf der Straße nach Danbringen am Hangclstcmer Siembruch. Gießen, den 22. Februar 1907. GroßherzagUchr Bürgermeisterei Gießen. L u r s ch m a n n. 8"/, Holzversteigerung im Gießener Stadtwald. Montag, den 4. März 1007, vormittags V'/,Nbr beginnend, werden m den Waldungen der Siadt Gienen in den TmrMeu Stolzeumorgcn, Ncuhcge, Tandberg und vcgbolz versteigert: 1640 siichteli-DerbstMigen mit 7ücho Festm., 6 Wclfftannen- „ » 0,23 „ 16 Eichen- « n 0,/l „ 500 Fichten-Reiöstangen „ 6,09 , 1 yiuitr. Eicheii-Scheitholz, 4 „ sJiQöcl« « 100 „ Gichen-Knüvpelhol», 26,5 « Radcl-Sivckholz, 2250 Wellen Gtchen Reisig, 5320 „ '.Uaöcl- „ iDurchsorsmngSwellen). Die Zusammenkunft ist aus der Straße nach 3iädgen an der Lchsenwiese. .___ Gießen, den 27. Februar 1907. Groß herzogliche Bürgermeisteret Gieyen. Mecum. B”/> Holzversteigerung. der 1 .aMontag,öYcn‘lärz d. IS. aus dem Disrcikt -Soherod ^Scheller ^Rm.'?8w^ Buche,2 Hainbuche, M Eiche, 2 Aspe «„»tivl-l 'Hm ■ 141 Buche, 2 Hainbuche, 18 Giche, 2 Aive: NetNg MK Bilche, 52 EÄe/2 Aspe: Stöcke Rm: 142 Buche, L Eiche, 1 DicnStag, dcn 5. März d. Js. aus den Distrikten Selter?» Hainer Wald, Lange Buchen, Kleinlaute unh Alter ^>aag der Forst' ^°^^SchcttcrÄu:'274 Buche, 26 Eiche, 9 Kiefer, 2 Fichte; Knüppel ;Km.: 4‘» Bucue. 2 Äjainbudic. 27 Eiche, 2 Erle, 10 iiicfcr, u -Ätc; ^nnppclreisig Rm.: 5 Elche, 8 Fichte: gcivobul. 'Jlcind 9ÜB2 150 Buche, L Elche; Stöcke btm.; 63 Buche ihlerumer 8 Jiuu hxenn- flcin), 14 Eiche, 2 Kiefer, 15 Fichte. .__ Zusanmienkunit jedesmal vormittags v.9 Ubr mn erften Tag im Dinrlkt Hoherod bei Geiishamen bei Bremcholz Jit. 821, am besten Tag rm Diftrikt Betterdhmner Wald bei Remhardsbam bet Uemiholz Nr. 703. 'Jiur ein Teil des -volzeo rni Dutrckt Hoherod mch Turr.kt Beltershainer Wald wird bet der Beritelgeruna vor- gezeigt. Die 'Jiiunmem des zur Berstetgerung lommenden Holzes iitid blau unterfttichew Grünberg, den 25. Februar 1907., . i" Großherzogliche Qberiörsteret Grunberg. Sckiober. 9n|nn FflÜrtT ilGlüO üMp Giessen, Mäusburg 12. beim Einkauf von Schuhwaren 759 im Betrage von Mk. 10.— an. Feste Preise. Umtausch gestattet Ein Pferdemarkt-Los erhält jeder Kunde Donnerstag, d. 28. FeLr., abend» präzis ya9 Uhr tm großen Saale des Hötel Einhorn: ----- OeffenUicher - ■ ---- Disputations-Abend über das Thema: Sozialismus, Nationalismus und Studeutenschaft. 01257 Referent: Or. Robert Michels-Marbnrg. Kaufmännischer Verein. Samstag, den 2. Mär-, abends 8 Uhr im Cafe Leib (Giegener Festsaal) = Winterfest = T Kichenstamml-olzverkauf. [D”/2 A. Stämme: —16,49 cbm (37—74 cm H n tf c"/2 B ”/, 14 Eichen 9 40 Buchen 80 Kiefern (24-33 (28-53 (26-49 (15—25 (27-47 = 4,23 -34,25 = 20,73 Großh. Bürgermeisterei Butzbach. ___________Küchel. stark», Schnittholz ), Bauholz u. f. w. ), Schmu- u. Wagnerholz ), Schnittholz Pflafterarbeiten. 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Wetzlar, 25. Februar 1907. Urcisstrafrcudauamt. Mitwirkende: . ~ _ Herr Adolf Plate vom Opernhaus m Frankfurt a. M. Herr Gustav Großmann v. Schauspielhaus in FraE. a. M. örL Marie Wolf, Overetten-Soubretie aus Frankfurt a. M. Herr Charles Fred Metzger, Zkapellmstr. aus Franks, a. M. Die hiesige Regiments-'Musik Herr Tanzlehrer Will. [vn/8 Das Rauchen ist im Saale vor 1 Uhr verboten! Wau- u. Juhl-olzversteigerunc;. Montag, den 4. März werden in den Distrikten Struth, Dillenberg, Zipfen und Pfmgstwetde des Butzbacher Stadtwaldes verueigert: Einfamilienhaus, solide gebaut, seit 1-/,J. bewohnt, nut Kanalanschi., beit, aus 9—10 Zimmern m. Zentralheizg., GaS, Garren u. Zubeh., auch vorzügL aeelgn. z. vermiet, möbl. Zinmrer, t>c unt. gunilig. Beding, wegzugöh. zu verlausen od. zu vermieten. schrnlUche Anfragen unter 1340 an d. Giegener Anzeiger erbeten. 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