rr. 276 Viertes Blatt LS7. Jahrgang Samstag 23. November 1007 trltietnl ^0zttch mü vuVnahme be6 Sonntag-. Die -Gießener ZamriiendlStter" werden dem eWructflCT* otermal wöchentlich beige!egt, daS „Krrisblan für den Kreis Gießen“ zweimal wöche.nllch. Der ..hesfische tanöroirt“ erscheint monatlich einmal. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen Rotationsdruck und Verlag der Br üblichen UnwersltälS « Ruch- and 6 t«ml> ruderet R Hangt, Oietzen. Redaktion. ExvedMrm and Lruderet Schul- strotze - (Erpebitton and Vertag <>L Redaktion: 112 teL-SWu AneeioerGretzen. Die psychologische Jnquisitiou. nach ^lbzlig uon von Lügnern" in die amerikanische zu und, gelangt waren. MN der Todesfälle in bei beiveneHöeu Mvaufljeu auf von auswärts m (Äietzen gevrachle Mvanfe tüjnmeiu 3 Cvistvemoen 20,8 /o<. Hinter lUö^riitliti tiitbrrjiii-t irr «loirssu-e iimtrsiaül it. ca Monat November 1907. 45. Woche, ’-bom 3.-9. Vlovember 1907. Eiiiwohnerzayl: angeiuunmeif zu 30 Ouu tinfi. 1600 JJiaint fDUlitär.) Lterdlichkeilsziiier. 26,0°;00, 5a8iiilicn»2la*i/Chd>ten. Verlobte: Fräulein (äl)ii|nnc Mu 15 nm penn Adam Mohr, beide ui Schlitz. (Sefto ebene: Herr Georg Weppler in Schlitz. — Herr Peter 9leU in Wetzlar. — Herr Friedrich Brunner, Herr Privatier Georg Klein, beide in Marburg. dann eine volle „Beichte" ab. Sie hatte ihre gefährliche Diät geheimzuhalten gewußt und ihren Eltern feierlich gelobt, nicht einen Cent für Schokolade auSzugeben." Zwar i)t dieser Fall ein relativ leichter, aber die dann mit einigen llntersuchungsgefan- genen vorgeiwmmenen weiteren Experimente boten eine Reihe weiterer beweise für die Entwickelung der psi)chologischen Jnqui- sitionsmethode. ^anöci. ** Konkurse in Hessen, lieber das Vermögen der MaurermAfiers Heinrich Feldmann in Büttelborn wurde am 6. Nov. das Kvntürsver, ähren eröi.net. Rechtsanwalt Dr. N e u r 0 t h in Groß-Gerau wurde zum Konkursverwalter ernannt. Konkurs wroerungen sind bis zum 28. Nov. bei dem Amtsgericht Groß-Gerau anzumeldcn. — lieber das Vermögen des Viehhändlers Marx Maier in Osthofen wurde am 11. Nov. das Konkursverfahren eröffnet. Anwaltsgehilfe Gwrg Köhm rourve zum Konkursverwalter ernannt Konkurs wrrerungen sind bis zum 30. Nov. bei dem Amtsgericht Oiihosen anzumelden. — Ueber das Vermögen des Gastwirts Georg Pfeil in Altheim wurde am 18. Nov. das Konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwalt Paul Lüft in Dieburg wuroe zum KvnkurSverwa.ter ernannt. Kvnkurswrberungen sind bis zum 10. Qan. 1908 bei dem Amtsgericht Dieburg anzumelden. — Ueber das Vermögen des Gahwirts Georg Scheuermann des zlveiten zu P f u 11 g - stadt wurde am 16. 9Lov. das Konkursverfahren eröffnet. Amtsgerichtstaxator Ernst Wolff in Tarmiiaot wurde zum Kvnkurs- verwaltcr" ernannt. Konkurschrderungen sind bis zum 8. Tez. bei dem Amtsgericht Tarm.iabt II anjumeiben. — lieber das Vermögen des Bauunternehmers Albert Bastian in Mainz wurde am 18. Nov. das Konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwalt S ch w ö r e r in 9JI ainz wurde zum Komursoerlvalter ernannt. Konkürsiorderungen sind bis zum 21. Dez. bei bem Amtsgericht Mainz anzumelden. Der bekannte Professor an der Harvard-Universität, Hugo u n st e r b e r g , veröffentlicht einen fesselnden Bericht über icreifante psychologische Experimente, die er mit einer Reihe n Unlersucl,ungsgesangenen und anderen Leuten vorgenommen Gegenüber den abenteuerlichen Berichten, die über die Ipparate zur Entlarvun, reffe und dann auch i „ _____________, zu betonen, daß es sich lediglich bei diesen Experimenten n verfeinerte wissenschaftlichen Methoden im hör von Ange schuldigten handelt, wie sie von deutel Psydwlvgcn zuerst angegejen und von Münstcroerg nun ullisch erprobt worden sind. Bei dieser Methode stillen. den ?rdachtigen durch systematische AuSiiutzung des reflektorischen ü'ociationsvemurgens Aeüsterungen entladt werden, die über chuld oder Unschuld ein fast untrügliches Bild geben sollen, enn die gegenwärtige Methode der Justiz, die Widerstandskraft c Untcrsuchungsgesangenen burd) lange Haft und immer sich icderholende inquisatorische Vernehmungen zu brechen und sie schließlich zu einem Geständnis zu bringen, unterscheidet rem Wesen nach sich kaum von den Folterkammern das mkelsten Mittelalters. Man kann eine Frau z. B. durch eine Neue Bücher. Eingegangen 00m 15.—18. Nov. (Besprechung eriu.Di u-uj. Verpflichtung zur Bespreä)ung und zur Aufbewahrung unverlangt euigefandter Bücher wird iiichl übernommen.) Max Fritzsche: Die Weitanschauung Friedrich Nietzsches. Altenvurg, Stephan Geibel Ver.ag. Preis 75 Pfg. W. O. von Horns ge.aminclte V^llser^äylungen. Heraus- gcgeven von I. Er.er u. A. W.egano. 4 B^nbe. Artenburg, Gei- oel. Preis geh. 1 Mk. und geo. 1.40 Mk. f. d. Bd. F. Bvrnyak: Die Für,Annen au, b.m Throne der Hohen- zolleru in Br-noenburg-Preußen. 2. Auslage. Jll. Allen- vurg, Geibel. Preis 9 Mk. Tr. O. W e 0 0 i g e n : Hans Tunichtgut Allen Kindern zu Nutz und Leyr. Biw.r von Friedr. Wvlsg. Wendigen. Altenburg, Geibel. Preis kart 2 Mk. Marie Eli 1 abeth L u 0 w i g : Jugend glück und Sonnenschein. Erinnerungen. Altenburg, Gerbet Preis 2.50 Mk. Johannes Er ler: H-eii-ezauber. Erzuhlungen, Gedichte, klärchen, Schilderungen und Wanderbilder aus Heche und Moor. Jll. Altenburg, Geibel. Preis 3.30 Mk. Emilie Frank von Wicherz : Im ^cäuchcnlande. Eine Sammlung Märchen. Jll. Altenburg, Geibel. Pre.s 2.50 Mk. Deutsche Seebücherei. CrFhlungen aus dem Leben des deutschen Volkes zur See für Jugeuo uno Voll von Pros. Dr. I. W. Richter. Jll. Altenburg, Geibe.. Bd. 13. Unsere Marine im deutsch-,ranzösisch^n Krieg 1870—18/1. 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Professor Münfierbcrgs System ll mit diesen inhumanen Institutionen brechen, und die Ver- d;e, die cr ange,rellt hat, ermuntern ihn, seine Alethode zur lgcmeincn Anwendung zu empfehlen. Er befragt den Gesonnen um die Bilder, mit denen sein Geist aus eine Reil-e an- •reinenb harmloser Worte reagiert Einige dieser Wörter aber ■Ijen mit der begangenen Tat in lockerem Zusammenhang, der ugellagte wird mit ihnen bestimmte Associationen üiruinben, e atu seine Täterschaft Rückschlüsse crödncn unb auf diesem k*ge kann man über die Sd)uld oder Unfchuld baid ein sicheres rteil gewinnen Selbstverständlich wird der Verbvcck)er bei diesen xperimenten auf der Hut fein, er wird cs zu vermeiden suchen, it einem verdächtigenden Wort zu antworten und das Bild mer wirklichen Asfociation zu verheimlichen suchen. Aber diests uf-der-Hut-sein fordert Uebcrlegung, fordert Zeit, das ungeeig^ :te Wort muß durch ein anderes, harmloseres ersetzt werden; emand wird imstande sein, die Unverfänglichkeit seiner Assv- ationen so schnell nachzuprüsen und eventuell zu vcrvollftäirdigen, ie sich eine gewöhnliche Idee wiedergeben läßt. Zeigen die rsänglichen Worte eine ungewöhnlich kurze Assoeiatiouszeit, so ust man annehmen, dast der Unterfuchte keine Versuche madst, e Wahrheit zu unterdrücken: die Kürze der Zeit zeigt, daß er e Ideen wiedergibt, wie sie kommen, ohne ihren Laus zu rrigieten, ihre Farbe abzudämpfen. Selcht der üoerlegendste chwindler aber kann durch die Zeitabshände, die an sich so inzig sind, ldatz der Untersuchte sie selbst kaum wahruehmcn nn, überführt werden, ob er aufrichtig antwortet oder nickst, rofessor ’Dcüniterk'rg hat einen besonderen Apparat konstruiert, n kleines eleftr. Instrument, das zwischen den Lippen des Fra- rs und des Befragten angebracht wird. Tie leiseste Sprach- juegung unterbricht den elektrischen Strom, und diese Inter- olle werden in einem minutiös ausgearbeiteten Uhrwerk bis auf ie Zchntclsekunden genau registriert. Sehr interessant sind die -raktischen Ergebnisse der Versuche, die der amerckanische Pro- :;str unternommen. Zunächst experimentierte Münstcrberg mit ;ncm neurasthenischem Schulmädd>en, die ihre Ellern durch einen u stallenden Mangel ar Kvnzentrations fähig Leit besorgt machte. Ich stellle ihr eine Reihe von FraZen über ihre Lebensgewohn- citen. IL a. verficherte sie mir, baß sie regelmäßige und reich- .d-e Nahrung zu sich nähme und daß cs ihr irreng verboten sei, Dßigkciten zu kaufen. Nun begann ich mit einigen psi-cholo- ischen Experimenten; zuerst begann ich mit gleichglltigen Wor- :n, auf die die Kleine mit zuweilen recht trivialen Affociationen eagiirte. Tie durchschnittliche Reallionszeit war beinahe zwei Strunden. Tann kam das Wort „Geld". Es brachte die Asso- iation „Zucker" und diese Antwort kam üt 1,4 Sekunden. Mmerhin war daran noch nichts Bemerkenswertes. Aber das achsre an sich hannlose Wort „Krämer" brachte die Voriiellung Schokolade", damit war der Schlüssel gegeben. Auf das Wort Zucker" erfolgte nach erst 4,5 Sekunden die naive Antwort „niemals Auf das unverfängliche Wort „Dose" kam bie oenfalls harnrlofe Affoeiätion „weiß", aber ich wußte nun, aß es sich um eine Zuaerbose handelte, denn d^s nächste Wort Pfund" brachte die Vorstellmig „zmei" unb bad solgenbe Port „Buch" nach einigen Sekunden bie zusammenhangbare Afso- latwn „süß". Die Kleine ahme nicht, baß sie ben Gang ihrer Phantasie verraten hatte. Ihre Derwunoerung schien anfangs wch größer als ihre Beschämung, als ich ihr auf ben Kopf zu- agte, baß sie täglich ihr Frühstück auslassc unb überhaupt kaum eaclrnäßig Mahlzeiten zu sich nehme, bagegen täglich mehrere 3|unb Süßigkeiten verzehre. Mit Tränen in ben Augen legte ste Ims SAFETY FOLLFEüER J5 erzeit sch reib fertig — Tinte fliesst reichlich in die Feder — kleckst nicht — wird nicht un- dich: weder im noch äusser Gebrauch. Bezug durch Pap.ergeschäfte. PesbATb ab olut sicher und re.n ich. Belehrung darüber durch Caw’e ülusli KtiUlogi kueun rel erha lieh durch Schwan-Bleistift-Fabrik, Nürnberg. * Das 2f r i n l ß l i u .. l j c r 5. Der „Daily Expreß" teilt mit, baß der Kaiser für bie Dienerschaft bes Sci-tosjes in Windsor e.n Trinigew von 2000 Psd. Sterl. zurüllließ. Das übliche TrAnkgolo der tönigAchen Be,ncher von Windsor sei 50 Psd. Stern pro Tag, aber dAse Summe werde oft beirächtlid) üb er fd,ritten. Bon früheren Trinkgeldern führt das Blatt nachstehende an: Trinkgeld Louis Napoleons 1500, des Zaren Nikolaus 2000 und des Kaisers im Jahre 1891 500 P,d. Sterl. Neven diesen Trinkgeldern haben die königlichen Gäste für die Herren und Damen vom Hofstaate wertvolle Geschenke in Gestalt von Juwelen usw. zu machen. Tie Reife eines Herrschers ist, wie man sieht, ein kostspieliges Vergnügen. * Die Zahl der Jnoen tn der Welt. Nach der offiziellen Statistik des soeben verossentlichren Jewisy $)ear Book betragt die Zahl der über ben Erdball bestreuten Israeliten ungesähr 11081000. Von dieser Ziffer entfallen aus Europa 8 748 000, auf Amerika 1556 000, aus Afrika 354 000, auf Asien 342 000 und auf Australien 17 000. In Europa verteilen sich die Juden auf mc einzelnen Länder folgendermaßen: 5100 000 auf Rußland, 2100 000 auf Oesterreich-Ungarn, 600 COO auf Deutschland, 400 000 aus die Balkan-Inseln, auf Belgien 105 000 und Holland, 80 060 auf Frankreich, 40 000 au Italien. De am stärksten von Inden bevölkerten Städte inb: Newyork mit 700 000 Juben, Wien mit 130 000, Berlin mit 95 000, London mit 80 000 unb Jerusalem mit 30 000. * Das Rauchen der Damen. Die Mode des Zigarettenrauchens bei Damen macht selbst in dem Lande des „Sholling" in dieser Saison große Fortschritte. Daß Damen der höchsten Streife die Tobatrollchen elegant zwischen spitzen Fingern halten und den blaugrauen Rauch ben schönen Lippen entschweben las,en, hätte man noch vor wenigen Jahren in ber feinen englischen Gesellschaft für unmöglich gehalten. Jetzt wird dieses Schau- spiel ganz alltäglich unb eine elegante Lonboner Firma verkaufe 100 Proz. Tumenzigarettcii mehr in dAsem Jahre als im vorigen. Tie Königin von Spanien hat eme große Anzahl kostbarer, mit ihrem Wappen geschmückter Kisten mit Zigaretten verfertigen lassen, die sie an ihre Hofdamen v er s d) cnfte. » a ee A nniS yaszr & i Würfelnxn 10Pf"r-f"r | JLMAßGl .y < 4 ff g [a ’ X, Kreuzstern baden, wie auch Reis-, V ■SEraaranra« W W Sago-, Pilz-Suvvc u. s. w. in allen Arcuzstern 1 v 7 einschlägigen Geschäften. le26/,» ES starben an: Zusammen: Erivachsene: Ult vorn Schwindsucht 2 1. ^ebensiahr: 1 1 3.—lö. 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