Nr. 2V3 Erscheint täglich außer Sonntag-. Dem Gleßener Anzeiger werden im Wechsel mit dein hessischen Landwirt die Gießener Zamilien- dliitter viermal in der Woche beigelegt und zweimal wöchentlich das K.cisblatt für den Kreis Gießen. Fernsprech-An- schlußf. d. Redaktion 112 Verlag u. Expedition 51 Adresse Ißr Depeschenr -lnzeiger Gießen. Annahme wt» Anzeigen sür die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Erstes Blatt Freitag 30. August 1907 157. Jahrgang M 3 BezugKprei-r T ▼ monculich75Ps^viertel- JvA jjA WH A A Ä A A A jährlich Mk. 2.20; durch Ml dtl* Jl M M W. W W W M K X, Jtl V il M II I f W tährl. ausschl. Vestellg. ▼ ▼ I W B V W' ^bnlr WM W M W W Zeilenpreis: lokallbPf, V v v ~ V auswärts 20 Pfennig. . NUp Verantwortlich General-Anzeiger für Oberhessen WM ' © I I u, Land" und „Gerichts- Kotationsörud und Verlag der vnlhl'schen Unio.-Vuch- und Steindnickerei. 8. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei - Schulstrah« 7. B-L Ire heutige Kummer umfaßt 10 Seiten. Ier Kaiser in Mielefeld unb Münster. Hannover, 29. Ang. Der Kaiser fuhr heute morgen mittels Automobils vom Leineschloß nach dem Bahnhof, wo pünktlich um 10 Uhr die Abfahrt nach Bie l e- feld-Münster erfolgte. Zur Verabschiedung hatten sich eingefunden der Oberpräsident Dr. von Wentzel, General von Stünzner, Stadtdirektor Tramm und Polizeipräsident Gras von Berg. Mit den beiden erstgenannten Herren unterhielt sich der Monarch noch einige Minuten am Wagen- fenster. Der Kronprinz und Prinz Oskar, die mit dem Automobil gestern nach Wilhelmshöhe gefahren waren und gegen Abend hierher zurückkehrten, sowie Prinz Eitel Friedrich erschienen ebenfalls, um mit dem Hoszuge die Weiterreise nach Bielefeld anzutreten. Der Kaiser hatte Ulanen- Uniform angelegt. Bielefeld, 29. Aug. Der Kaiser traf mit dem Kronprinzen und den Prinzen Eitel-Friedrich und Oskar um 11 Uhr 45 Min. vormittags hier ein. Der Kaiser fuhr, stürmisch begrüßt, durch die Feststraße zum Rathause, Ivo die Vertreter der Stadt Aufstellung genommen hatten. c,ine Ehrenkompagnie erwies die Honneurs, Ehrenjung-s frauen überreichten Blumen. Der Kaiser begrüßte den Prof. Dr. Hinzpeter und Pastor von Bodelschwingh, sowie andere Herren. Die vereinigten Männergesangvereine Bielefeld sangen die Hymne „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre". Oberbürgermeister Bunnemann hielt tue Ansprache und erbat die Erlaubnis zur Enthüllung des Kaiser Wilhelm-Denkmals. Der Kaiser erteilte diese, die Musik der Ehrenkompagnie spielte Die Nationalhymne. Der Oberbürgermeister Überreichte hierauf dem Kaiser den Pokal mit dem Ehrentrunk. Der iuiser dankte in einer Ansprache und trank auf das öohl der Stadt; darauf besichtigte er das. Denkmal und legte an diesem einen Lorbeerkranz nieder. — Oberbürgermeister Bunnemann erinnerte in einer Ansprache an die Anwesenheit des Küisers vor sieben Jahren auf dem Sparenberg. Die Bürgerschaft Hütte tmer mit Dankbarkeit und Treue der Segnungen gedacht, lle von dem Großen Kurfürsten bis aus diese Tage von )cu Hohenzollern dem Ravensberger Lande zu teil ge- jrben seien. Was der Große Kurfürst begonnen habe, ->as habe der Große Kaiser vollendet. Das Denkmal sei richtet aus freiwilligen Spenden der Bürgerschaft. Es i ein Zeichen der neuen Zeit. Redner drückte die Freude er Stadt aus, daß der Kronprinz und die kaiserlichen prinzen zum erstenmal hier weilten. Aber die ganze Be- .. itermiß empfinde schmerzlich das Fernbleiben der Kaiserin. Der Kaiser gedachte in seiner Erwiderungs- ;be der Beziehungen, die er seit langen Jahren mit Bielers habe, und das ihm deshalb teuer sei, weil sein ehe- nulch.r Lehrer Hinzpeter hier wohne und so als echter Lestsale seiner Heimat treu geblieben sei. Er beobachte, agte der Kaiser, mit großem Interesse das Wachstum • er Städte, in seiner Monarchie. Er bemerke solches auch nit ganz besonderer Freude an Bielefeld. Er wünsche >on Herzen, daß die Stadt sich auch weiter so gut entwickeln Hege, und daß die Ravensberger Treue, die der Ober- Tie Wiederherstellung des Mainzer Schlosses. Allen Reisenden, die in diesem Sommer eine Rheinfahrt on Mainz aus unternonünen haben, werden die zahlreichen Ver- nderungen im Gesamtbilde der Stadt, wie es sich vom Flusse aus idet, aufgefallen sein- An erster Stelle steht unter diesen vor- üthasten Umwandlungen die teilweise Wiederherstellung des kur- ürstliehen Schlosses- Das Schloß ist 1626 bis 31 unter Erzbischof und Kurfürst ':org Friedrich von Greiffenklau in Angriff genommen worden- rnde des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts wurde ihm durch ie Franzosen großer Schaden zugesügt- Sie haben Wappen und rüsten abgeschlagen und das Schwß asls Kaserne benützt- Unter apoleon wurde 1808 die Martinsburg niedergerissen, 1813 das .mzleigebäude und die St- Gangolfshofkirche, die ebenfalls zum schloß gehört hatten- Später diente es als Warenniederlage und uch dabei wurde es stark beschädigt- 1827 ging es in den Besitz ar Stadt Mainz über- Schon 1843 begann man es aus seiner -r,a hrlosung zu befreien- Der Stadt waren aber bald andere lufgaben zugewiesen und so Kumte erst Ende der 80er Jahre ie große Arbeit wieder in Angriff genommen werden- Stadt- aumeister Geh- Baurat Kreyssig hat damals den ersten Plan nr Wiederherstellung ausgearbeitet und einen Kvstenvoranschlag emacht, der 900 000 Mk- als Bau summe vorsah. 1897 wurden ann eine Anzahl hervorragender Sachverständiger nach Mainz v rufen, die auf Veranlassung der Stadt ihr Gutachten über die •raffe der Wiederherstellung abgaben. Es wurde einstimmig aus- esprvchen, daß die Erneuerung sich auf die technische und künst- -rische Ausgestaltung des Aeußern und des Innern sich erstrecken >lle- Für die Wiederherstellung find insgesamt 1200 000 Mk. orhanden- Davon sind je 300 000 Mk. von der Reichsregierung nb der Hess- Staatsregierung zur Verfügung gestellt, die übrigen DO 000 Mk- hat die Stadt Mainz aufgebracht. MU den Bauarbeiten ivurde am 1- April 1903 begonnen, hre Leitung hat Baurat Opfermann- Bor Kurzem ist das erste ünstel des mächtigen Gebäudes fertiggestellt und man ist gegenartig damit beschäftigt, dort einen Teil der großen Sammlungen :s Römisch-Germanischen Museums unterzubringen. Läßt schon das imposante Aeußere erkennen, mit lvievie! i-erständnis hier die Restaurierung betrieben worden ist, so ist ian überrascht, wenn man das Innere des Gebäudes betritt- :urch das pNprmorportal des. Erdgeschosses gelangt man jn eine bürgermeifter erwähnt habe, ihm auch immer erhalten bleibe. Der Kaiser dankte am Schlüsse seiner Rede für den ' großartigen Empfang und beauftragte den Oberbürgermeister, der Bürgerschaft seinen herzlichen Dank dafür - auszusprechen. Der Kaiser besichtigte nach der Enthüllung eingehend 3 den schönen Bau des neuen Rathauses und begab sich dann i zu dem Wirklichen Geheimen Rat Hinzpeter, wo er das : Frühstück einnahm. Dem Frühstück wohnten außer dem : Schwiegersohn und der Tochter Hinzpeters bei: der Kron- : Prinz, die Prinzen Eitel Friedrich und Oskar und ein Teil 1 des Gefolges. Die Abreise nach Münster erfolgt um 2 Uhr : 35 Minuten. Der Kaiser verlieh dem Wirklichen Geheimen » Rat Hinzpeter das Kreuz der Großkomture des Hausordens - von Hohenzollern, dem Pastor von Bodelschwingh das Kom- - turkreuz des Hausordens von Hohenzollern. ■ Münster, 29. Aug. Der Kaiser, der Kronprinz, Prinz Eitel Friedrich und Prinz Oskar trafen mit Gefolge . nachmittags um 4 Uhr 20 Min. hier ein. — Der Kaiser trug bei seinem Einzug in die Stadt die Uniform des Gardes du Corps mit schwarzem Küraß. Auf dem Servatiiplatz standen die städtischen Behörden und Ehrenjungfrauen. Oberbürgermeister Dr. Junge- 1 blodt hielt hier eine Ansprache, in der er nach herzlichen Begrüßungsworten ausführte, Münster habe einen auf allen Gebieten so unvergleichlichen Aufschwung noch nicht gesehen, wie seit der Zeit der Friedensregierung des Kaisers. Durch den Bau des. Kanals habe der Kaiser der alten Hansastadt den Weg zur See neu erschlossen. Besonders begrüßte der Oberbürgermeister den Kaiser als Neubegründer und Schöpfer der Universität. Er bat ihn zum Schluß, aus goldenem Pokale, dem historischen Ehrenbecher der Stadt Münster, einen Ehrentrunk entgegenzunehmen. Der Kaiser ergriff den alten Ehrenbecher, der die Form eines silbernen Hahnes zeigt, antwortete mit dankenden Worten und trank auf das Wohl der Stccht. Die Ehrenjungfrauen überreichten Blumen nebst einem Gedicht. Der Einzug setzte sich unter stürmischem Jubel der Bevölkerung weiter fort über den Prinzipalmarkt, der mit seinen alten Giebelhäusern im Schmucke altertümlicher Fahnen und Banner einen prächtigen Anblick bot, sowie über den Domplatz, wo die Geistlichkeit, die Lehrkörper der Universität und die Studentenschaft ausgestellt war. Unter andauernden Huldigungen ritt der Kaiser zum Schloß, wo die vom 39. Regiment gestellte Ehrenkompagnie stand. Im Schlosse fand großer Zivilempfang statt. Gleich/nach beendetem .Einzug fetzte ein Gewitter ein. — Anläßlich der Kaisertage fand heute vormittag in der hiesigen Universität ein Festakt statt, zu dem der Kultusminister Dr. H o l l e erschienen war. Außerdem hatten sich eingefunden Fürst zu Salm-Horstmar, Oberlandesgerichtspräsident Dr. Holtgreve sowie die Vertreter der Stadt und Provinz. In der Begrüßungsansprache führte Kultusminister Dr. Holle aus, die Entwicklung der Universität sei seit dem Inkrafttreten des Statutes sür die Universität Münster vom 18. Oktober 1902 eine über alles Erwarten günstige gewesen. Während die Akademie mit ihren zwei Fakultäten im Sommer 1902 erst 860 Zuhörer aufwies, stieg im folgenden Wintersemester durch die Angliederung der juristischen Fakultät die Zahl bereits auf mh—b—aasmsniT r wiwn 111 wmmmub—giiiim iirwiK—mwbmmu Vorhalle mit stuckstrtem Kreuzgewölbe- Eine Tafel, gekrönt von den Wappen des Reichs, Hessens und der Stadt Mainz, gibt in lateinischer Sprache Kunde von der Geschichte des Schlosses, sowie dem Beginn und der Beendigung der Wiederherstellung dieses Teils- Zu ebener Erde sind Verwaltungsräume, im Zwischengeschoß Modellzimmer. Im ersten Swck sind acht Räume. Sämtliche Fensternischen waren flach abgedeckt- Als man die Abdeckung und den Verputz entfernte, stieß man auf Stuckarbeiten, die sich dtls Meisterwerke in ihrer Art erwiesen haben- In zwei Zimmern sind die Originaldecken mit reichen Stuckarbeiten luieder- hergestellt worden, sie stammen auS der Zeit des oben erwähnten Kurfürsten von Ostein (1750—53). Ein wahres Schmuckkästchen ist das nach der Straßenbrücke zu gelegene Erkerzimmer, das 1695 vom Kurfürstzen Lothar von Schönborn hergestellt worden ist- Kleine Landschastsbilder und Seeststcke wechseln hier mit reichem Stuck wirkungsvoll lab. Dias zweite Obergeschoß ^enthält fünf große Ausstellungssäle- Hier sind überall die Origincüdecken erhalten, die unter dem Kurfürsten Friedrich Carl Josef von Erthal 1775 entstanden find- Wie im ersten Stockwerk, so waren auch hier die Fensternischen gerade abgedeckt und man fauv unter dem Verputz schöne Malereien in jtyen Leibungsbogen, die verständnisvoll ei> neuert tovrben sind- Bier Säle haben einen gemeinsamen Kreuzungspunkt, einen kleinen Raum mit einem reich stuckierten ' Kuppelgewölbchen und einer Nische- Im größten der Säle war j das Gemälde int Deckenspiegel nicht wiederherzustellen. Es ist , durch ein üeues ersetzt worden, eine hübsche Allegorie: Moguntia ; überreicht der Stadt Mainz daS Aiodell des kurfürstlichen Schlosset ( Einer der kleineren Säle zeigt an der Decke eine Bacchontengruppe, \ in den vier Ecken surd Kinderszenen in Reliefs dargestellt. Wieder ; ein anderer Saal iveift lediglich astronomische Embleme und Reliefs j auf und ein weiterer Saal hat int Deckenspiegel wieder ein t Gemälde: Klio mit dem Bildnis des kunstsinnigen Kurfürsten von Erthal, dem die Entstehung dieser Säle zu danken ist- Eine $ Wanderung durch die schönen Räume bietet vielfältige Genüsse. { Man bewundert die Mnste längst vergangener Jahrhunderte, £ die Geschicklichkeit und den Gedankenreichtum der Architekten und ( Maler jener Tage- Dünn alber gebührt auch Anerkennung bem1, \ der sich mit Sorgfalt und Verstzändnis der schwierigen Aufgabe j unterzogen hat, alles Verwitterte und Verfallens in ursprünglicher ( Gestaltung zu zeigen- Vkit Geschick hat man sich in die Gedanken < der Erbauer des Schlosses zurückversetzt, ihre künUerischen Ideen erkannt und wjedep zur .Geltung gebracht., 1140 und im verflossenen Sommersemester auf 1555, mit den Hospitanten auf 1640 Hörer. Entsprechend diesem Anwachsen der Zahl der Studenten ist der Lehrkörper der Universität erweitert und vermehrt worden. Auch räum-, lich wurde die Universität ausgebaut. Durch die treue Hingebung des hervorragenden Lehrkörpers der Universität und durch das opferwillige Eintreten der Stadt und der Provinz sei ein Zusammenwirken geschaffen, das den Erfolg der Universität in den wenigen Jahren ihres Bestehens nicht nur zu einem erfreulichen, sondern auch zu einem glänzenden gemacht habe. Mit Rücksicht darauf habe der Kaiser dem vor Jahren bereits geltend gemachten Wunsche des akademischen Senats, der Vertretung der Stadt Müni fier und des westfälischen Provinzialverbandes stattgegeben, der überaus regsamen Universität feinen Namen zu verleihen. Die betreffende Ordre vom 22. August legt der Universität den Namen „W estfälische Wilhelms- Universität" zu Münster bei, „in dem Vertrauen, daß sie sich dieser Anerkennung dauernd würdig erweist". Ker derzeitige Rektor der Universität, Professor Dr. Pieper, dankte für die Auszeichnung und brachte ein Hoch auf den Kaiser aus. Der Landeshauptmann Dr. Hammer- schmidt gedachte der Universität und brachte das erste Hoch auf die neue Westfälische Wilhelmsuniversität aus. — Auf die Ansprache des Oberbürgermeisters Dr. Jungeblodt auf dem Servatiiplatz erwiderte der Kaiser folgendes: „Indem ich von ganzem Herzen meinen Dank sage für die Worte, welche Sie im Namen der Stadt Münster gesprochen haben, entbiete ich zu gleicher Zeit der Bürgerschaft meinen Dank für den großartigen schönen Empfang. Ich gebe sodann im Namen Ihrer Majestät der Kaiserin ihrem herzlichen Bedauern darüber Ausdruck, daß sie nicht an meiner Seite heute in diese Mauern einziehen kann und daß sie es sich hat versagen müssen, persönlich den Ausdruck der Liebe und Anhänglichkeit in den Augen der Bevölkerung zu lesen, wie sie es gern getan hätte. ?Von ganzem Herzen wünsche ich der Stadt Glück zu ihrer Entwicklung unter meinem Zepter und hoffe, daß es mir gelingen wird, mit des Herrn Hilfe den Frieden zu erhalten, unter dem die Stadt diesen Aufschwung genommen hat. Ich wünsche von Herzen, daß es ferner so bleiben möge." — Um 6y2 Uhr empfing der Kaiser eine Deputation, welche die Pläne für den Wiederaufbau der Burg Altena vorlegte, unter Führung des. Wirkt. Geheimen Oberregierungsrates Overweg. Der Deputation gehörte auch der mit der künstlerischen Durchführung beauftragte Professor Frentzen-Aachen an. Um 9 Uhr begab sich der Kaiser mit den Prinzen zu einer Ballfestlich leit im adeligen Damenklub. Die Stadt hatte allgemein glänzend und abwechslungsreich illuminiert. Gegen abend ging ein furchtbares zweites Gewitter nieder, welches die Wirkung der Illumination zwar beeinträchtigte, die un-i geheuren Menschenmassen aber nicht abhielt, an den voms Kaiser passierten Straßen Aufstellung zu nehmen und über-, Haupt den festlichen Tag festlich zu begehen. Die Lage in Marokko. London, 29. August. Wie in Mazagan so hat Mu- ^e^^^^^u^^i^Tan^er^^aknv^^ehörden^u^^ Vier Jahre schon arbeitet man ap der Wiederherstellung- beS Schlosses und noch manches Jahr wird vergehen, bis die Vollendung in allen Tellen erfolgt ich Der fertiggestellte Tell aber bietet heute schon eine Sehenswürdigkeit ersten Ranges« Kein Besucher von Mainz sollte versäumen, den Eindruck des restaurierten imposanten Bauwerks mitzunehmen. Im Innern wird es erst zugänglich fein, wenn die Sammlungen des Römisch- Germanischen Museums untergebracht find, das sich in seiner Eigenart den schönsten Museen unseres Vaterlandes würdig wird an die Selle fuetlen Sännen- , Gustav Dörr. • — DieEinweihungdes „M 0 s s 0 - I n stitutes" auß dem Monte Rosa- Aus Mailand wird uns berichtet: Tasf Institut für physiologische Forschungen aus dem Monte Rosa in feierlich eröffnet worden; es liegt auf dem Col d'Ollon, 3000 Meter über dem Meeresspiegel- Anfangs war geplant, das neue; Institut „Alpine Universität" zu nennen; aber auf beut' letzten internationalen Physiologischen Kongreß zu Heidelberg wurde beschlossen, der Anstalt der Namen „Angelo Mosso-Jnstllut" zu geben, zu Ehren des llalienischen Gelehrten, der als erster dief Verhältnisse des menschlichen Lebens auf großen Höhen studierte und ein grundlegendes Buch über diesen Gegenstand veröffentlichte- Die Baukosten des neuen Instituts, das in seiner Art einzig dasteht, sind durch Beiträge mehrerer euwpüischer Regierungen und verschiedener wissenschaftlicher Gesellschaften aufgebracht wori den- Das italienische Königspaar und die Königin-Mutter haben größere Summen gegiftet; die letztere hat auch der Einweihungsfeier beigewohnt, auf einem Maulesel hat sie den Ritt zu dest Toren des neuen Instituts übernommen. DaS Gebäude ist sehr massiv konstruiert, sodaß es auch den wildesten Schneestürmen trotzen kann- — K l e i n e T h e a t e r - u n d K u n st n a ch r i ch t e n- JüliuS Bauer und Franz Lehär, der Komponist der „Lustigen Witwe", haben ihr neuestes Werk, die Operette „Der Mann mit den dreiFrauen" vollendet- Das Werk gelangt nach Weihnachten im Theater an der Wien in Wien zur ersten Aufführung. — Professor Peter Behrens in Düsseldorf, früher bekanntlich in Darmstadt, ist als künstlerischer Beirat für die Allgemeins Elektrizitätsgesellschaft zu Berlin gemeinten worden- — Hermann Sudermanns neuer Roman ist betitelt „DaS hohe Lied". Briefe in ihren Aemtern bestätigt. Gleichzeitig hat er den Stämmen Angriffe auf d i e Franzosen bis au : weite res untersagt und dem Ohaujastamm befohlen, von Casablanea auf Marrakesch abzumarschieren. Ten Ausländern müsse für erlittene Unbill, wie die Ermordung Dr. Mauchamps, Genugtuung gewährt werden, aber sie dürften sich auch ihrerseits keine Uebergriffe erlauben. Er hoffe auf baldige Herstellung geordneter Beziehungen M allen Mächten. — Aus Tanger wird gemeldet: In Fez herr sch t Revolution. Der Sultan und die Vesire sind Gefangene yttb werden in ihren Palästen vom Pöbel belagert. Die Tatsache kommt nach Tanger durch Boten vom Sultan, der dem Kciegsminister El Gebbas befahl, eiligst Soldaten zu entsenden. Tie zuletzt mit der Befreiung Macleans beauftragten Truppen sind jetzt geschlagen und zerstreut. — ,,Daily Mail" meldet aus Tanger, daß Raisuli es verschmäht habe, auf das französische Angebot, ihn unter der Bedingung der Freigabe Macleans zu schützen, zu antworten. Unwahr ist, daß Raisuli bei den letzten Kämpfen verwundet wurde. Nach der Tribüne hat er, da die scherifischen Truppen wegen des Ausbleibens von Geld zu desertieren drohen, Gelegenheit, in Tanger einzusallen. Sämtliche Stämme aus der Umgegend von Alcazar sind im Bunde mit ihm. Er hat auch die zweite Mahalla unter Busch ata bei Bagdadi besiegt. Deutsches Reich. WilhelmSh öhe, 29. Aug. Die Kaiserin unternahm heute trotz der unfreundlichen Witterung eine Spazierfahrt im Schloßparke. Berlin, 29. Aug. Eine Deputation englischer Offiziere wird aus Einladung des Kaisers an der bieg® jährigen Herb st parade teilnehmen.____________________ Heer und Flotte. — Koblenze r Meldungen zufolge wurde dort ein Vizewachtmeister des Feldartillerie-Regiments Nr. 23 unter dem Verdacht de§ Landesverrates verhaftet. Es soll sich um die neuesten Druckvorschriften für Artillerie handeln. Die Ermittelung erfolgte durch den Kriminalkommissar in HerbeStal, der einen nach Paris reisenden Mann an der Grenze festnahm. Bei der Leibesuntersuchung wurden beim Festgenommenen die beim Koblenzer Artillerie-Regiment g e - stohlenen geheimen Druckvorschriften, die von Offizieren unter strengstem Verschluß zu halten sind, vorgefunden. Bei dem verhafteten Zivilisten wurde noch eine ganze Anzahl von Adressen deutscher Unteroffiziere und Sergeanten verschiedener Infanterie-Regimenter gesunden. Eine sehr um- fassende Untersuchung wurde sofort eingeleitet. Man sprich von weiteren Verhaftungen.______________________________ Anrlanv. Wien; 29. Aug. Der Unterrichts'Minister hat ben vom Professorenkollegium der philosophische Fakultät der Universität vor längerer Zeit gefaßten Beschluß auf Zulassung des Fräulein Dr. phil. Elise Richter als Privatdozentin für romanische Philologie bestätigt. Dies ist der erste Fall der Zulassung einer Frau als Privatdozentin. Paris, 29. Aug. (Hcwas.) Bei der Unterredung mit dem Fürsten Bülow hatte der Botschafter Cambon im Namen seiner Regierung Erkundigung eingezogen über das Befinden der Kaiserin und dem Wunsche nach baldiger Wiederherstellung Ausdruck gegeben. Der deutsche Geschäftsträger in Paris sprach im Auftrage seiner Regierung dem Minister des Aeußeren Pichon den Dank für den courtoisievvllen Schritt aus. — Der Berliner Korrespondent des „Echo de Paris" schreibt seinem Matte, daß seit der Begegnung von Norderney die deutsche und hie französische Diplomatie auf eine begrenzte Ber- tändigung zwischen Deutschland und Frankreich nnsteuere, die zugleich klar, .vernünftig und freundlich sein olle. Es gebe aber noch Hindernisse zu überwinden, und das größte Hindernis wäre ClsmenceaN. Wenn dieser über eine Frage der inneren Politik gefallen wäre, dann würde die Friedensarbeit besser von statten gehen. — Im Kriegsministerium erklärte man, über die angebliche Meuterei beim 17. Infanterie-Regiment in St. Dis keine Kenntnis zu haben. Newyork, 29. Aug. Präsident Roosevelt hat die Republiken von Mittelamerika zu einem Friedenskongreß nach Washington eingeladen. Aus Stadt und Land. Gießen, 30. Aug. 1907. ** Hilfe für Herbstein. Bis heute vormittag gingen bei unserer Geschäftsstelle neu ein: Sp. 2 Mk., Pros. Dr. Biermer 20 Mk., in der Wirtschaft zur Eisenbahn in Heuchelheim beim Frühkonzert gesammelt 20.30 Mk., MYlius 10 Mk., H. Weinmann 3 Mk., Angler-Klub Gießen 10 Mk., durch Pfarrer Köhler-Muschenheim in Birklar gesammelt 40.23 Mk. Zusammen bis jetzt 4 0 08.18 Mark. (Die gestern quittierte Sammlung in Garbenteich erfolgte durch Polizeidiener Schöck.) Weitere Spenden nimmt unsere Expedition gerne“ zur Uebermittlung entgegen. ** Vom Manöver. Die Regimentsbesichtigungen haben ihr Ende erreicht und gestern begann in Ob er Hessen das Brigadeexerzieren. Die 41. Brigade (80er, 81er, 166er) übt in dem Gelände bei Tüdelsheim-Hainchen, der Stab liegt in Stockheim, die 49. Infanterie-Brigade (115er, H6er und 168er) übt im Gelände zwischen Rockenberg, Nieder-Weisel, Oppershofen, südlich bi-.i Butzbach. Innerhalb dieser Brigade sand dieser Tage bereits ein größeres Gefecht bei Hausen, Garbenteich und Steinbach statt. Am Mittwoch trafen wieder neue größere Einquartierungen em, so die Regimenter 115 (Darmstadt), 116 (Gießen), 80 (Homburg) und die Artillerie. Die 80er kamen ni die Orte bei Büdingen und Düdelsheim, die 115er nach Bad- Nauheim (Negimentsstab), Nieder-Weisel, Ostheim, Ober- Mörlen, bie 116er nach Rockenberg (Negimentsstab), Griedel, Oppershofen, Gambach. Tie 25. Feldartillerie-Brigade (Regiment 25 unb 61) liegt in Groß-Karben, Peterweil, Kloppenheim und hält in dortiger Gegend ihr Brigadeexerzieren und Scharfschießen ab, während die 21. Artillerie-Brigade (27er und Regiment 63, Frankfurt) in dem Gelände bei Wenings, Bösgesäß, Nieder-Seemen eingctrofsen ist und dort am Breiteloh und Orlesberg ihr Scharfschießen begonnen hat. Mit sehr starker Einquartierung ist gegenwärtig Butzbach bedacht, das für 17 Tage das Regiment 168 im Quarter hat; gestern ist auch der Stab der 49. Inf.-Brigade noch eingetroffen. Ein ausgedehntes Gefecht fand auch ans dem Höhenzug bei Hainchen und Tüoelsheim innerhalb der 42. Jns.-Brigade zwischen 81ern und 166ew statt. Das heute begonnene Brigadeexerzieren dauert bis zum Montag unb schließt mit einer Besichtigung durch General v. Eichhorn Montag ab. Vom 3. Sept, ab beginnt das Ai a - növec innerhalb der Brigaden, an dem auch die Artillerie- unb Kavallerie-Regimenter teilnehmen, das Manöver der 42. Brigade spielt sich im Kreise Büdingen ab, das der 49. Brigade im Kreise Friedberg.' Tie 116er kommen Dienstag unb Mittwoch nach Butzbach (zwei Bat.) und die nächsten Orte (ein Bat.), die 168er nach Friedberg, bie 115er nach Bad-Nauheim und Umgegend. Friedberg, das auch noch Artillerie und Kavallerie erhält, wird in diesen Tagen eine sehr starke Einquartierung erhalten, 2500 bis 3000 Mann. Tie Regimenter beziehen nächsten Donnerstag größtenteils Biwak. Am 6. Sept, schließen die Brigade- manöver mit einem Ruhetag, die Divisionsmanöver dauern vom 7. bis 13. Sept. Die 50. Brigade (117er und 118er) übt gegenwärtig auf dem Truppenübungsplatz bei Darmstadt, sie trifft erst am 6. Sept/ mit Beginn des Divisionsmanövers in Oberhessen unb zwar bei Friedberg, Assen- heim, Büdesheim, Küichen ein. Nächsten Dienstag werden auch die beiden 3. Bataillone der Regimenter 166 und 168, die in Hanau und Offenbach aus Reservisten gebildet wurden, im Manövergelände ein'treffen, um am Brigademanöver teilzunehmen. Die Divisionsmanöver der hessischen Division spielen sich int Kreise Friedberg ab, die der 21. Division zwischen Büdingen, Seemental und Gelnhausen, am 14. Sept, ist wiederum Ruhetag und dann beginnt das Korpsmanöver (25. Division gegen 21. Division), es dauert bis 17. Sept, und dürfte sich nach Ortenb'erg, Gedern und Bierstein erstrecken. Eine sehr interessante Hebung wird das Scharfschießen mit gemischten Waffen werden, das am 9. Sept, bei Wölfersheim abgehalten wird. ** Viehseuchen herrschen gegenwärtig in folgenden Orten Oberhessens: S ch w e i n e s e u ch e oder Schweine- pest nur in Burg-Gemünden, Milzbrand nur in Laubach und Gedern. Mehr verbreitet ist der Schweine-, r o t l a u f, nämlich in Harbach, Drais-Horloff, Langsdorf, Eckartshausen, Bad-Manheim, Friedberg, Södel, Frau-Rom- bach, Angersbach, Schlitz, Laubach, Ruppertsburg und Hol- pershain. Rauschbrand bei Schafen tritt auf in Steinbach, Villingen, Mittelgründau, Angersbach, Ulfa, Hart-, mannshain, Rainrod, Ober-Lais, Schotten. In einem Pferdebestand bei Heppenheim wurde Rotzkrankheit fest- gestellt, fünf Tiere mußten getötet werden. ** Landesverband der hessischen Gemein d e r e ch n e r. In Frankfurt a. M. sand am Sonntag die Generalversammlung des Landesverbandes der Gemeinderechner für das Großherzogtum Hessen statt. Der Vorsitzende, Rendant W o l f s ch m i 11 - Schotten, erstattete den Geschäftsbericht und erwähnte hierbei, daß laut ihm gewordener Mitteilung des hessischen Ministeriums der Ge- etzentwurf betr. das Gemeindebeamten-Fürsorgegesetz, bereits soweit fertiggestellt und in Ermangelung eines statisti- chen Amtes in Hessen durch das statistische Amt in Berlin eine Nachprüfung und-dann dem nächsten Landtag zur Genehmigung vorgelegt wird. Der in dieser Versammlung anwesende Landlagsabgeordnete Forstmeister Dr. Weber- Konradsdorf äußerte sich in gleichem Sinne. Die Rechnungslage durch Rechner Franz Geber mürbe genehmigt. Als Rechnungsrevisoren wurden Tressel-Bilbel und Pfeifer- Ortenberg gewählt. Einem Wunsche der Rechner ent- prechend, in der neuen Landgememdeordnung eine Vorsorge zu treffen, bei vorkommenden Fällen den Rechtem eine entsprechende Vertretung zu gewähren, soll den Landtagsabgeordneten Köhler-Langsdorf und Uebel-Tieburg vorgetragen werden. Tie ausscheidenden Vorstandsmitglieder wurden durch Zuruf sämtlich wiedergewählt. — Als Ort zur nächsten Generalversammlung mürbe Frankfurt wieder- gewählt. (Trotz der zentralen Lage Frankfurts wäre für eine hessische Vereinigung ein Tagungsort in Hessen angemessener. Red.) ** Die Pedellen der Großh. Gymnasien, Realgymnasien, Ober-Realschulen unb Realschulen haben an die 2. Kammer der Hess. Landstände eine Vorstellung gerichtet, in der sie um Gehaltserhöhung, bezw. Gleichstellung mit den Pedellen der Technischen Hochschule bitten. ch Klein-Linden, 30. Aug. Einen schweren Beinbruch erlitt ein hiesiger Landwirt dadurch, daß er beim Einfahren des Getreides von seinem eigenen Fuhrwerk über- ahren wurde. = Lang-Göns, 28. August. In dem Hause des Landwirts Konrad Müller (Breitestraße) wurde bei Abwesenheit eingebrochen und es sollen dem Dieb 140 Mark in die Hände gefallen fein. w. Londorf, 29. Aug. Bei ber heutigen Gemeinderatswahl wurden wiebergewählt die Herren Karl Göbel I., Gastwirt, mit 77 unb Heinr. Lich VII., Landwirt, mit 73 Stimmen und neugewühlt wurde Gastwirt Ludwig Nahrgang mit 74 Stimmen. Letzterer tritt an die Stelle des seitherigen Gemeinderats Mathäus Lich. Von 177 Wahlberechtigten wählten 140. R. B. Darmstadt, 29. Aug. Die Beisetzung der Leiche des Opernsängers Franz Adam von der Wiesbadener Hofoper, der am porigen Sonntag unmittelbar nach beendeter Hochzeitsreise (er hatte sich mit der Tochter eines Medizinalrates in Wiesbaden vermählt) plötzlich durch einen Revolverschuß in den Kopf seinen Tod fand, wurde heute nachmittag in der hiesigen Familiengruft der Angehörigen beigesetzt. Eine Anzahl Freunde und Kollegen gaben dem o jäh aus dem Leben Geschiedenen das letzte Geleit und Vfarrassistent Schneider hielt ihm eine ergreifende Ge- rächtnisrede. Adam war ein geborener Darmstadter, hatte die hiesige Technische Hochschule besucht, dann aber sich zum Sänger ausbilden lassen. Der Wiesbadener Hofoper gehörte er seit 1902 als Baßbuffo an und erfreute sich allgemeiner Sympathien. + Aßlar, 29. Aug. Heute ist der Aufschlag des Er- loeiterungsbanes (Maschmenwerkstätte) der hiesigen, zurzeit gegen 200 Arbeiter beschäftigenden Drahtzieherei (von Berkenhofs u. Drebes) beendet worden. In dem neuen Raume wird jetzt eine 300pferdige Dampfmaschine anfge- tellt. ü Marburg, 29. Aug. Ter hier )unl)uenben Familie des Regiernngs- unb Vaurats Bauer wurde heute die betrübende Mitteilung, daß ihr auf einer Alpenreise begriffener 31 Jahre alter Sohn, der Regierungsassessor Bauer aus Posen, ind en Tyroler Bergen durch Absturz seinen Tod gefunden habe. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten- In G ro ß-Kar b e n wird das alte Schloß einer Renovation unterzogen. — Goldene Hochzeit feiern heute die Eheleute Landwirt Ambrosius Studt in Nieder-Weisel- — Das Autofahren der Jugend mit selbstgefertigten „Rennern" hat in H ösch st a- M. ein Unheil angerichtet. Zwei Jungen gerieten beim Fahren von Neuenhain herunter in einen Graben und wurden mit gebrochenen Beinen in einem Wagen nach Hause gebracht- — In einer Frankfurter Villa wurde das 20 Jahre alte Hausmädchen Louise Bauer leblos im B a d e aufgefundeu- Ter herbeigerufene Arzt konnte nur noch den dura- Kohlenoxidvergiftung eingetretenen Tod seststellen- — Auf dem Hauptbahnhose in Wiesbaden geriet ein 23 jährige, Rangierer zwischen zwiei Puffer und erlitt schwere letzungen- ~ vernrsschtes. * Cholera undPest. Wie von orientierter Seite gemeldet wird, ist zwischen Deutschland und Rußland für den Fall, daß sich bie Choleraepidemie weiter ausbreiten sollte eine S ander konv ention hinsichtlich Ueberwachung der faub tätspolizeilichen Vorschriften in den Grenzorten geschlossen worden Auf Grund dieser Uebereinkunft haben beide Regierungen da- Recht, bei Choleraerkrankungen in den Grenzorten Spezial' kommissare zu delegieren, die unter der Leiiuug des Ort-- Vorstandes sich über den Verlauf der Krankheit und über die zur Bekämpfung der Epidemie ergriffenen Mittel orientieren dürfen. —| In Sau Francisco haben sich in der letzten Zen neue Fälle von B e u l e n p e ft ereignet, von benen sieben tödlict verlaufen sind. ^ Kleine Tageschronik. Eine Krise im Auto- mobil-Droschkengewerb e der Reichs Haupt ft ad! scheint sich allmählich vorzubereiten: von den gegenwärtig in Berlin fahrenden 700 Motordroschken befinden sich schon 40c Wagen unter Gerichtssiegel, unb es steht zu befürchten, baß bieft Zahl noch wachsen wird. — Redakteur Heßlein von ber klerikaler „Essener Volksztg." hat die Priv atb eleibigun gs klag^ gegen beit Reichstags abg. Dr. Pfeiffer in Bamber > eingereicht. Der Grund ist in gegenseitigen persönlichen Preft angrrffen im Anschluß an die Diebstahlsaffäre des Bank-Kvmmi< Vcontag zu suchen. — In Hannover stürzte General, major b. Maltzahn, Kommandeur ber 37. Jnfanteriebrigade beim Ausmarsche im Manöver mit dem Pferde und erlitt einen Unterschenkelbruch. Der General wurde in ein benachbartes Hau^ getragen und dann in bas Garnisonlazarett übergeführt. — Ein verhängnisvoller Bootsunfall, bei bem brei Pariser ertranken, hat sich in Cannes ereignet. Von dort unter- nahmen der Deputierte Antide Boyer, der Advokat Albert Cre- mieux, der Schriftsteller Normandy und die Schauspielerin Meroi in einer Barke eine Spazierfahrt nach den Iles Lerius. Infolge ber Unvorsichtigkeit ber frohgelaunten Passagiere kippn bas Boot um unb alle Insassen stürzten ins Wasser bis aui Boyer, der rechtzeitig gerettet werden konnte. — Im Louvre museum zu Paris ist ein Gemälde des Malers Nikolaus Berghem von einem Fanatiker durch zwei Messerstiche beschädigt. — Das Hamburger Segelschiff „Prussia" ift auf ber Fahrt von Nvrfik nach Port Townsend in Flindersbai in Südwestaustralien gesunken. Der Kapitän Johnsen hatte sich erschossen. 14 Passagiere unb 4 Mann der BesAung sind e r tr u n ken. — In Düsselborf wurde bei dem Ring- kämpfe im Zirkus Sporn ber Weltmeisterschaftsringer Jakob Koch von bem Russen Chemjakin regelrecht auf beide Schultern geworfen. Nach Bekanntgabe des Resultates stürmte bas Publikum in die Manege unb protestierte unter großem Lärm. Kock, behauptet, der Russe habe ihm ein Bein gestellt, und forberi einen Revanchekampf. — Bei Kempten wurde die an den Beinen zusammengel>undene Leiche ber seit dem 11. Mai ber- mißten 25jährigen Viehhändlerstochter Josepha Erb in ber Iller gelänget. Ein Italiener, der frühere Liebhaber des Mädchens, wurde verhaftet unter dem Verdachte, das Mädchen e r m o r de t zu haben. — Auf der Landstraße bei Sulzbach am Inn wurde der Pferdehändler Waldherr von dem Kleinbauern Zaidl mit einem Maßkrug erschlagen. Der Kopf wurde oollftändig zertrümmert, Gehirn und Zähne waren ausgeschlagen. — Von Bad Gastein bestiegen zwei Berliner Kurgäste, Wolff und Kühn, mit ungenügender Ausrüstung unb ohne Führer den An- ko g e l. Kühn kehrte zurück unb erzählte, Wolff sei a b g e ft ü r z t. Eine Rettungsexpedition sucht biesen. Kandel. A u § n a h m e t a ri s e kür Steinkohlen und Koks. Die Nachricht, daß an zuständiger Stelle im Hinblick aus den wachsenden Kohlenmangel und die Steigerung der Kohlenpreise seitens der Preußischen Regierung die vorübergehende oder dauernde Aushebung dieser Ausnahmetarife erwogen wird, bestätigt sich. Bekanntlich hatte Gras Kanitz seinerzeit im preußischen Abgeordnetenhaus die Auihebtlng der Äusnahmetarise in Anregung gebracht Kohlenausnahmetarise bestehen in Preußen seit 20—30 Jahren! zum Teil sind fie bei der Verstaatlichung der Privatbahnen mit übernommen worden. Verhandlungen der T ex ti l ko n ve n t i o n e n. Tis Verhandlungen zwischen dem Verband deutscher Detailgeschäste der Textilbranche mit dem Sitz in Hamburg und bem Verbände deutscher Damen- und Atädchenmäntel--Fabrikanten finben am 1. September in Berlin in der Handelskammer statt. । ...... .. ii ■■■!■■ ........ ■ mi111 i! ■ •' Arbeiterbewegung. Hamburg, 29. Aug. Die Elektrizität smonteurl! beschlossen die sofortige Arbeitsniederlegung, weil die Arbeitgeber es abgelehnt haben, wegen ihrer Lohnforbcrungcn mit dem Metallarbeiterverbande zu unterhandeln. Antwerpen, 29. Aug. Der Arbeitgeberverband beschloß, die Hafenarbeiter so lange auszusperren bis sie sämtlich die Arbeit wieder ausgenommen hätten, und zu diesem Zwecke einige Millionen zu bewilligen. Gegenüber der Haltung ber Arbeitgeber beschlossen bie Arbeiter in heute vormittag ab gehaltenen Versammlungen, den Widerstand fortzusetzen. Tie Lage im Hafen ist ruhig. . Die Ladearbeiten werben von ausländischen Arbeitern verrichtet. Die Gendarmerie ist verstärkt worden. Kopenhagen, 29. Aug. In der heutigen außerördienl- lichen Generalverfaminlung ber Arbeitgebervereinigung wurde in der Angelegenheit des feit 4Monaten daueritden B au t ischler-- streiks einstimmig beschlossen, den Bautischlenr zuplWiederaus- nahme ber Arbeit eine Fri st Don drei Tagen zu gewähren- Bei Nichtausuahme 'ber Arbeit innerhalb dieser.Zeit soll die Gene r a l a u s s p e r r u n g für sämtliche der Arbeitgebervereinigung angehörenden Betriebe des Landes proklamiert Werdern_________ Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hessen am Samstag de" 31. August: Teilweise heiter. Keine erheblichen Niederschläge Warm. Schwache südliche Winde. AuSzablungen: Heute ist der Wert der LebenSversicheruw. auch in Deutschland unbestritten. Es gibt zwar noch immer Leute die meinen, für sie selbst habe die Lebensversicherung keinen Zweck aber im Prinzip erkennt doch jeder denkende Mann die Lebensver sicherung vorbehaltlos als eine äußerst segensreiche Einrichtung an Es hat ziemlich lange gedauert, bis die Lebensversicherung in deutschen Wirtschaftsleben zu größerer Bedeutung gelangte. Trotzdcn die erste Gesellschaft schon vor ungefähr 80 Jahren gegründet wurde fällt der große Aufschwung der Gesellschaften doch erst in die letzte' 20 Jahre. 1880 waren bet allen deutschen Gesellschmten 3359, M dagegen 10731 Millionen Mark versichert. Dieser stattliche, voi Jahr zu Jahr sich mehrende Betrag wird nach und nach den Ber sicherten oder ihren Hinterbliebenen zustießen, er wird Wohlftgm gründen und Wohlstand erhalten. In 10 bis 20 Jahren werden d" jährlichen Auszahluilgen der Lebensversicherungs-Gesellschaften sei) bedeutende Summen auSmachen. Schon jetzt können die Zahlen fta sehen lassen. Es wurden in den Jahren 1902 bis 1906 von deutsche: Gesellschaften 181, 198, 212, 231 unb 249 Millionen Mark ausgezahll die Dividenden, die den Versicherten gewährt wurden, ungerechne Im Jatmar 1906 hat sich die Viktoria, die bekanntlich schon lang' in ihrem Neugeschäft und ihrem Lebelis-VersicherungS-Bestand m erster Stelle steht, auch in den Auszahlungen an die erste ©teil' geschoben. Sie zahlte in der Lebensversicherung 31 Millionen M aus, sodaß aus sie der achte Teil aller Auszahlungen kommt. Di nächste Gesellschaft zahlte 23 Mill. Mk. Nimmt man dw gezahltei unb die von den Prämien in Abzug gebrachten Dividenden Hinz) so erhöht sich die Sumnie der Auszahlungen bei der Viktorm au 45 Mill. Mk. Die Auszahlmigen führen den stutzen der Levens Versicherung nm handgrelftichsten vor Augen, ihr Aiilvachsen ivu darum naturgemäß immer mehr neue Lebens-Versicherungen zu Folge haben. Die deutsche Lebensversicherutig hat cur groge Bu fünft vor sich. e '• Märkte. fc. Frankfurt a. M., 80. Aug. Heu- und Stroh, m r 1t (^e egr.) Angefahren waren 16 Wagen Den und 2 Wagen Stroh. Man notierte: Herl Mk. 2.70 bis Mk. 2.90 Stroh (Kornlangstroh) Mk. 2.50 bis Mk. 2.70. Tendenz: stau. Ja o?-r U p I ö* [Qrig.-Telegr. des „Gieß. Anz. ) V l e h"iar k t. Zum Verkaiffe standen 00 Kälber, 00 Schare n. parnnrel, 361 ^chrveme,0 Ziegen. Schweine: I. Qual. 73-00 H, ^n,bÄl)t ^-OO.OO Pf., 2. Qual. 71-72 Pi., Lebendgewicht 56.5O-O0Pfg. 3. Qual. 62—64 Pfg. Kälber 1. Qual. OO-O0 Pf. ^ndgewlcht 00-00 Pfg., 2. Qual. 0O-O0 Big., Lebendgewicht ^0-00 Pfg., Schlachtgeivicht 00-00 Pfg. Schafe 1. Qualität 00-00 Pfg., 2. Qualität 00-00 Pfg. - Dtarkt gut, kein Ueberstand. Drigittal-Drahtmeldungen. Stuttgart, 30. Aug. Professor Dr. Simon in Königsberg hat der Universität Tübingen 10 0 0 0 Mark zu Stipendien für weibliche Studierende der Medizin und Naturwissenschaften geschenkt. Florenz, 30. Aug. Hier haben neue antiklerikale Unruhen stattgefunden. Die Volksmenge versuchte die Elisabethkirche in Brand zu fteatu, wurde aber durch die Gendarmerie daran verhindert. Zahlreiche Verhaftungen wlirden vorgenommen. London, 30. Aug. Die neue Quebeckbrücke ist e r n g e st u r z t, wobei 50, nach anderen Berichten 5 2 Person e n ums Leben gekommen sind. London, 30. Aug. Nach Meldungen aus Tanger haben die aus Fez kommenden Europäer am &9. Larrache erreicht. Es seien Männer, Frauen und Kinder darunter, im ganzen 60 Personen. Der Sultan habe ihnen 150 Berittene zum Schutze mitgegeben. Paris, 30. Aug. In Rabat sind alle zum Empfang des Sultans Abdul Aziz getroffenen Vorbereitungen plötzlich abbestellt und die zu seiner Verherrlichung bereits angebrachten Deko^ rationen wieder abgerissen worden. Einflußreiche Elemente der Stadt und ihrer Umgebung begannen statt dessen für einen festlichen Empfang des Sultans Muley Hafid Beiträge zu sammeln. Bestimmend für diesen Wechsel war die Meldung von der Annäherung einer Truppe von 600 Reitern des Freda- chlechtert hat. Casablanca, 30. August. In der Nacht vom 28. zum 29. August ist von den Mauren ein Angriff aus die Stadt unternommen worden, bei dem auf französischer Seite zwei getötet und zwei verwundet wurden. 5472 5 Gießen, den 30. August 1907. 5484 r Frische Tr* B8»/8 Großherzogliche Bürgermeisterei. I. V.: Curschmann. Bto/8 8 ■ M U S p & © W W i 1 Die Beerdigung findet Samstag den 31. August, nachm. Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. Gießen (Licher Str. 59), Biedenkopf, den 29. August 1907. 1 Hochfeinste, süsse und dünnschalige Kus1» und Tafel -Trauben EmBadimg zli der Samstag, den 7. September I. J. Abends 8 Uhr im Saale der Eltjabeth-Kleinkinderschule dahier (Wetzlarerwea 59) stattfindenden Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dein schweren Verluste meines lieben, unvergeßlichen Gatten, unseres guten Vaters, sowie für die überaus vielen Blunienspenden und für die zahlreiche Begleitung zur letzten Ruhestätte sagen wir Allen, insbesondere seinen Altersgenossen, sowie dein Ziegenzuchtverein hiermit unseren herzlichen Dank. Eva Beimborn uni) Tochter. Gestern morgen starb nach langem, schwerem Leiden unser liebes, unvergeßliches Söhnchen, Brüderchen und Eukelchen Ludwig im Alter von 3 Jahren. Die ttesbetrübtcu Hinterbliebenen. I. d. N.: Wilhelm IMttsier und Familie. W KliklMher Leöekss-VerslcherMg n. G. vormals 2lllgemeine Versorgungs-Anstalt. Versicherte Summe: 587 Millionen Mark. Gesamtvermögen: 214 Millionen Mark. Ganzer Ueberschritz den Versicherten. Weitgehendste Wiansechlbarkeit und Unverfallbarkeit. Mitversicherung aus Krämienfreiheit im Invaliditätüsalle. Freie Kriegsversicherung. Weltpolice. Vertreter in Gießen: D0/3 Jean Bo eck, Steinstr. 15. Fritz Flimm, Walltorstr. 63. Vertreter in Grünberg: Jakob Von-Eisf. in 20 Pfd.-Körben ä, Pfd. 23 Pfg-., ausgewogen 32 Pfg., in 5 und 8 Pfd.-Kisten per Pfd. 28 Pfg. empfehlen in stets frischer Ware Gebrüder Berta Bahnhofstrasse. Bekanntmachung. Die diesjährige Pserdemnstcrung für die Pferde der Stadt Gießen, mit welcher auch eine Prüfuna der kriegöbrauchbaren Fahrzeuge verbunden ist, findet auf dem Trieb (Exerzierplatz) statt, amd zwar: , ^,st^?^^Ionderen Unrstanden, namentlich in dringenden Fällen kann Großh. 5lneisamt Gießen Befreiung von der Vorführung eintreten lassen. _ Wir fordern hiernach sämtliche Pferdebesitzerhiesiger L-tadt auf, ihre Pferde in dem angegebenen Termin vor- u r n b re n Jb c $ tu. vorführen zu lassen und zu diesemZwecke ^nebalbe^tundevorBeginnderMnsterung zur Stelle zu sein. Die Pferde sind gezäumt, im übrigen aber ohne Geschirr lorzufuhren. Pferdebesitzer, welche ihre gestellungspflichtigen L-serde und Fahrzeuge nicht rechtzeitig oder vollzählig lorsuhren, haben außer der gesetzlichen Strafe bis zu L50 Mark zu gewärtigen, daß auf ihre Kosten eine zwangs- veme Herbeifchaffung der nicht gestellten Pferde vvr- lenommeu wird. N Massage u. Hühneraugenschneiden, sowie allen sonst in der Krankenpflege vorkommend. Arb. empfehlen sich Oi&U-te' .Dw-Itn 7, j>. Bekanntmachung. .SÄääfiftÄ» ittbe,cholteue tm Wrtwen,lande lebende Bürger und Witwen »on Burgern zu verteilen. 111 Anmeldungen hierzu können bis zum 10. September 1907 ul dem Armenamt erfolgen. Gießen, den 26. August 1907. Urv eitsv er g ebrmg. , Die Maurer-, Pflaster- und Aopbaltarbeitcn für die Neu- befestlgung des südöstlichen Bürgersteigs in der Löberstraße zwischen Göthe- und Bleichstraße sollen Montag, den 9. September d. I., vormittags 11 Vs Uhr öffentlich vergeben werden. . Die Verdingungsunterlagen liegen während der Dienststunden bet uns zur Einsicht aus. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind, fpatestenS bis zuni vorgenannten Zeitpunkt verschlossen und nut entsprechender Aufschrift versehen an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 29. August 1907. xso/. Städtisches Tiefbauamt. _____________________Braubach. zu Giessen. Planmässige und gründliche Vorbildung für alle Klassen höherer Lehranstalten, für Macuritäts-, Freiwilligem und sonstige Schul-Examina. Seit drei Jahrzehnten bestehende und bewährte Unterrichts- und Erziehungs-Anstalt. Beginn des Winter-Semesters am 1. Oktober. Prospekte durch den Vorsteher 5361 Br. Kübel. lliir 1 Marl! das Fas | der günstigen Badener Geld-Lotterie Ziehung ficher3.Septemb. 3288 Bargew. ohne Abzug 45 800 Mark 1. Hauptgewinn 20000-1 3287 Gewinne [ca/8 25800m»! Lose ä 1 Mark. 11 Lose 10 a)lt. Porto u. Liste 30 P. versendet das Generaldebit J.Stürmer,L1.«! 'In GEßen: R. Bucdacker.j Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an unserem schweren Verluste, sowie für die zahlreichen Blumen- svenden sagen wir hiermit Allen unfern ausrichtlgsten Dank. Eberhard Ruhl, Postschaffner und Kinder. Gießen, den 30. August 1907. 5482 , Das Vor führen der Pferde durch Kinder oder durch alte, rebrechlrche Leute ist verboten. Insoweit bis zum Musterungstermin Veränderungen im Pserde- -estand durch Zu- oder Abgang emirelen, hat der betreffende in ^fort auf dem Bürgermelsterei-Bureau Zimmer Nr. 15) Anzeige zu machen. Gießen, den 28. August 1907. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. _____________I. V.: Gurschmann. nwnm___ Versteigerung. Montag, den 2. k. Mts., nachnr. 3l/s Uhr, versteigere ich in dem Versteig.- Lokal Walltorstraße 6, im Auftrage des Herrn Rechtsanwalts Kaufmann — alL (Konkursverwalter): 1 Buffet, 1 Schreibtisch, ein Trumeaux, 1 Tisch, 1 Divan, 1 Serviertisch, 1 Zuschneidetisch, 1 Glasschrank, 2 Regale, ein Gramophon, 1 Kopierprefse, 1 Teppich, Portieren, Gardinen und verschieden anderes gegen baar. [5491 Versteigerung bestimmt. Gießen, den 30. August 1907. Seipel, Gerichtsvollzieher. Bettfederm - Die Federn werden gewaschen, getrocknet und desinfiziert. Konkurrcnzios am Platze. "EL Jedermann kann beim Reinigungöprozeß zugegen sein. Waicheu des Drells (Barchent) auf Wunsch. Freies Abholen u. Rücklieferung durch eigenes Fuhrwerk Dampfwaschsnslah „Edelweiss“ Telephon 487___________[1716] _______Krojdorfer Straße 12 [3etreffenb: FeldbereinigungsmeliorationenFauerbachv.d.H. ArbeitsverHesizmg. Freitag, den 6. September 1907, vorm. 10 Uhr )llen nn Rathause zu Fauerbach v. d. H., Erd- und Rohrerlegungsarbeiten zur Herstellung von 67321 lfd. m Drainräben in 6 Losen im Anbietungsverfahren vergeben werden. Pläne, Verdingungsanschlag und Bedingungen liegen in er Kanzlei der unterfertigten Behörde zur Einsicht offen. Angebote auf aktengroßent Papier sind bis zum obigen Termine erschlossen und mit der Aufschrift: „Angebot Feldbereinigung ou erb ach v. d. H." versehen, der Großh. Bürgermei'sterel ouerbach v. ,d. H. einzureichen. Friedberg, den 26. August 1907. B29/8 Großherzogliche Kulturinspektion Friedberg. I. V.r K ll mpf.^ wird bei eingemachten Früchten verhindert durch Dr. Oetker’s ng5/, Salicyl ä 10 Pfg. Diese Menge genügt für 10 Pfund Früchte. .... Rezepte gratis von den Jiruren, welche fuhren: ccvt Dr. Octker's Backpulver. Amtlicher Teil. Gießen, den 27. August 1907. Betreffend: Die Feier des Sedanfestes. Die Grohh. Kreisschulkommission Gießen Ian die Schulvorstände des Kreises. _ Wir beauftragen Sie, das oben bezeichnete Fest auch in diesem Jahre in der vorgeschriebenen Art feiern zu lassen. _____________Dr. Breidert. ______________________ Gießen, 27. August 1907. Detr.: Eintritt von Dolksschullehrern ins Heer. Die Großh. Kreisschultommisnon Gießen an die Schulvorstände des Kreises. Wir ersuchen Sie, diejenigen jungen Lehrer, die am 1. Oktober l. I. zur Ableistung des einjährigen Dienstes ins Heer eintreten wollen, zur sofortigen Meldung bei uns zu veranlassen. Dr. B r e i d e r t. Tages-Ordnung. 1. Mitteilungen. 2. Vorlage der Bilanz und Jahresrechnung pro 1906 und Beschlußfassung über Verteilung des Reingewinns- Erstattung des Rechenschaftsberichts. 3. Wahl von Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern. Die Rechnung pro 1906 liegt acht Tage lang zur Ein. sicht der Genossen, Johannesstraße 5, offen. Gießen, am 30. August 1907. Der Vorsitzende des Ausfichtsrats der Baugenossem schast des evangel. Arbeitervereins zu Gießen, eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. ____________________ Heyligensta edt. " v30/8 'n 1. Donnerstag den 5. September, vormittags 10 V4 Uhr, von den Besitzern, deren Namen mit den Buchstaben A—K begmnen und den Besitzern der Gemarkung ^chrflenberg; 2. Montag den 9. September, vormittags 10 Q.Uhr, von den Besitzern, deren Namen mit den Buchstaben L—Z begrünen. Jeder Pferdebesitzer ist verpflichtet, seine sämtlichen Pferde zur Musterung zu gestellen nut Ausnahme: a) der unter 4 Jahre alten Pferde, b) der Hengste, c) der Sturen, die entweder hochtragend find oder noch nicht länger als 14 Tage abgesohlt haben [als hochtragend find! Stuten zu betrachten, deren Abfohlen innerhalb der nächsten 4 Wochen zu erwarten ist), d) der Vollblutstuten, die rm Allgemeinen deutschen Gestütbuch oder den hierzu gehörigen offiziellen — vom Unionklub geführten — Listen eingetragen und von einem Vollblurhengst laut Deckschein belegt smd, auf Antrag des Besitzers, e) der Pferde, welche aus beiden Arigen blind find, f) der Pferde, welche in Bergwerken dauernd unter Tag arbeiten, g) der Pferde, welche wegen Erkrankung nicht marschfähig find oder wegen Ansteckungsgefahr den Stall nicht verlassen dürfen (in diesen Fällen ist tierärztliches Zeugnis vorzulegen), h) der Pferde, welche bei einer früheren Pferdemusterung als dauernd kriegsuubrauchbar bezeichnet worden find, i) der Pferde unter 1,50 Meter Bandmaß. Von der Verpflichtung zur Vorführung ihrer Pferde sind aus- Lenommen: a) die aktiven Offiziere und Sanitätsoffiziere bezüglich der von ihnen zuiN Dienstgebrauch gehaltenen Pferde, b) Beamte im Reichs- oder Staatsdienst hinsichtlich der zum Dienstgebrauch, sowie Aerzte und Tierärzte hinsichtlich der zur Ausübung ihres Berufes amTag derMusterung unbedingt notwendigen Pferde, c) die Pofthalter hinsichtlich derjenigen Pferdezahl, welche von ihnen zur Besörderung der Posten kontraktmäßig gehalten werden mutz. < ?-r Pferdehändler sind von der Vorführung ihrer Pferde nicht ' Kaufen Sie nur Schmidt’« Patent Pendel-Waschmaschine Heissdampf- Waschmasohina mit tiarlholz-Kitfeitrönitnel. In diesen KonstniUtiönen besitzen Sie dann, ohne Mehrauslagen, das Beste, was es gibt. — Zu haben In fast eilen einschlägigen Geschäften. Verkaufsstellen weist auch en jedem Platze kostenlos nach C. KOCH, Earleburff. und schöne Zierschürzen 95 Pf< Stück 95 Pfg. Gestell dose. 2 Paar schwarze Damen-Strümpfe u 1 Halsrüsche 95 Pfg. 2Paar Herkules-Hosenträger und und Schulstrasse 6 Griessen Beachte« Sie meime Schaufenster Schumrchrod II ESääi 1 Stück Paar Herrensocken 1 buntes Taschentuch 1 Wichskasten, 1 Wichsbürste lAuftrag-u.l Kleiderbürste elegante Kettentasche, 1 Poesie-Album u. 1 Brosche 1 Lavalliere . . Unterrock und 2 Schürzenband Spirituskocher, 1 Fleischtopf ♦ . . Matte, 2 Aufnehmer 1 Abseifbürste und 1 Pack Seitenpulver 1. elegant 2. dauerhaft 3. billig Messerbank mit Delft, 1 Kammkasten u. 1 Seifen- schale 1 Mappe Briefpapier und 400 Brief-Kuverts . . . und 1 Kragenhalter Stück Herrenkragen 2 Krawatten . . . 1 Bettvorlage und 1 Console . . . Garderobeleiste, 1 Zeitungsmappe, 1 Console u. IFleisch- klopfer Brotkorb, 1 Tortenteller, 1 Schalenkorb, u. 1 Drahtuntersatz Kloset-Eimer,lKehr- schaufel,l Löffelblech und 1 Seifenschale . Bohnenmesser, 1 Honigdose und 1 Küchenmesser . . 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Einem verehrlichen Publikum von Lollar und Umgegend .zur höchst gefälligen Beachtung dab ich In Lollar, Hauptstrasse 19 eine Metzgerei eröffnet habe. Meine Absicht zielt darauf hin, bet mir hochwerten Kundschaft das nur beste in dieser Branche zu üesern. IS478I Gottfried Schneider, Metzgermeister. 10 St. echte Porzellan- Tassen 95 Pfg. Eber- und Bullen-Verkauf. Die Gemeinde Sich beabsichtigt einen zum Schlachten geeig neten Bullen sowie Eber im Wege schriftlichen Angebots zu ver kaufen. Offerten können bis zum 5. September d. I., vormittag' 10 Uhr, bei uns eingeretcht werden, um welche Zeit dieEröffnun derselben statlfindet. Bemerkt wird, daß für etwaige Mängel kein Währschaft geleistet wird. » le Lich, den 29. August 1907. Groszherzogliche Bürgermeisterei. Donner. __ __— Aufruf; Die Endesunterzeichneten haben es sich zur Ausgabe gemacht, die in Herbsteirr durch das schtvere Braudunglück heimgesuchten Familien in ihrer großen Not durch bie Erträgnisse eines au unterstützen. Dasselbe soll am 1. September von 11 Uhr bis l1/« Uhr im botanischen Garten zu Gießen ftattfinden. Eintritt pro Person Mk. 1.—, wobei der Mildtätigkeit keine Grenzen gesetzt werden. Das Doppelkonzert wird von der gesandten Kapelle des Regiments Kaiser Wilhelm und der Boteranen-Kapette im Einzel- und Zusammenspiel ausgeführt werden. Die in ihrem großen Opfersinn bekannte Bevölkerung von Gießen und Umgegend, welche jederzeit eine außerordentlich offene Hand erwiesen hat, bitten wir, auch dieses Unternehmen in Anbetracht des großen Notstandes freundlichst unterstützen und ihm ihre Beihilfe nicht versagen zu wollen. Ahr hoffen, den schwer heimgesuchten Landsleuten von Herbstein einen namhaften Betrag überweisen zu tonnen und sprechen im voraus allen denjenigen, welche dieses Unternehmen gütigst unterstützen, im Namen der Herbsteiner unfern tiefgefühlten herzlichsten Dank aus. Doppelt gibt, wer schnell gibt. Geheimerat Dr. Breidert, Provinzialdirektor. Bausch, Vorsitzender des Artillerievereins. Bruchhäuser, Bckrsttzender der Kriegerkameradschaft. Cullinann, Vorsitzender des Pioniervereins. Eurschmann, ^.'geordneter. Hermann Eichenauer, Stadtverordneter. Fischbach, Verbandsvorsitzender der Hafsta. Gabrrel, Vorsitzender des Kriegervereins. Dr. med. Glaeßgen. Grünig, Vorsitzender deS Gardevereins. Z. Grünewald, Bankier. Haderkorn, Mediztnalrat und Stadtverordneter. Hebstreit, Vorsitzender des Marineverems. Heyligenstaedt, Kommerzienrat. W. Hornberger, Kauimann. A.Klingspor, Fabrikant. Professor Dr. Koeppe. N. Lange, Buchdruckereibesitzer, von Lindenau, Oberst und Regiments-Kom- mandeur. Loos, Bankdirektor und Stadtverordneter. I. Meißinger, Dirigent der Veteranenkapelle. Eberhard Metzger, Kaufmann. 6. Meyer, Poslsekrelär i. P. Dr. med. Mönck-b-rg, Prwaldozent. Kommerzienrat. Dr. med. Nürnberg. Petri HL, Vorsitzender des Veteranenvereins. Geheim- rat Proießor Dr. Pfannenstiel. Schirmer, Kommerzienrat. Professor Dr. Schmidt, Geh. Justizrat. Geheimrat Dr. Vossius, »netter der Augenklinik. Weise, Versitzender des KavaUertevereins. . Gezwungen durch die andauernd steigenden Mehlpreise haben die Unterzeichneten den Prers für Brod und Backwaren vom 1. September 1907 bis auf Weiteres festgesetzt: , . 30 Pfg. Trinkgelder und Dreingaben jeglicher Art kommen in Zukunft in Wegfall. Vorzüge haben unsere - Schuhwaren Armband, 1 Brosche, 1 Uhrkette .... 95 Pfg, schöneBürstentasche und 1 Arbeitsbeutel 95 Pfg, 1 Kaffee- u. Zucker- Sand, Seife, Soda 95 Pfg. 1 Holz-Messerkorb, 6 Löffel, u. 1 Fleischklopfer . . . . . 95 Pfg. 'M l M D S. MW W M M W M M 1 K I W W MW MW