Ansichtskarten» und ^»Evcllorc"« neuer . Labiuß«” - n ZB /, Sonntag/ w ^nd. ** 81/. Uhr chenvorstand. ser. ___________ tfisitenfarfw fert rasch md billig« ßrtbTsc^!^ auiiae Ä-bEZSÄL « z CD nben Wahl bitte ich lerne rollen, da ich eine Wahl 3608 eiigenkorn. auch eine praktisch-wirtschaftliche erhallen. Doch verfehl es sich von selbst, daß man nicht einen Stab erfahrener Fach, männer über Nacht gleichsam auS der Erde stampfen kann. Immerhin besinden sich einige unter den neuernannten Beamten, die eine Vorbildung aufzuweisen haben, wie sie nicht bester gedacht werden kann. Einer z. B. (Dr. Zöpfl) war fünf Jahre lang HandelSkamniersekretär in Würzburg, fast ebenso lange Geschäftsführer des bayrischen Vereins zur Hebung der Fluh- und Kanalschiffahrt in Nürnberg, endlich die gleiche Zeit Kolonialattachü in Buenos Aires. Freilich, eS gibt bei un3 leider nur wenige derartig vorgebildete Männer, aber für diesen Zustand darf man unseres Erachtens nicht den Kolonialminister verantwortlich machen. Es gehört zu den Schuldtaten des allen Systems, daß eS nicht recht- zeitig für geeigneten Nachwuchs gesorgt hat. Austerdem wird eS doch nicht Sache der Beamten fein, Interessenten die faufm. Arbeit bei der Erwägung von kolonialen Unternehmungen gewissermaßen abzunehmen, sondern eS wird ihre Aufgabe sein, Anregungen und vielleicht auch Direktiven zur ivirtschaftlichen Erschließung der Kolonien zu geben, den Interessenten mit Informationen und Hinweisen an die Hand zu gehen, und im übrigen zu beweisen, daß sie Männer sind, die wirtschaftliche Werte richtig einzuschätzen und richtig zu rechnen verstehen, damit Verträge und Konzessionen, die für das Reich oder die Kolonien ungünstig sind, verhindert werden. Unter diesen (SesichtSpunkten und in der Voraussetzung, daß in der Lokal- Verwaltung der Kolonien wirtschaftlich geschulte Kräfte ver- wendet werden und den kolonialen Beamten überhaupt ein gewisses Maß wirtschaftlicher Schulung mitgegeben wird, sollte man doch zunächst einmal die Leistungen deS neu zusammengesetzten KolonialamteS abwarten, ehe man über seinen Leiter in der oben gekennzeichneten Weise herfällt. Das deutsche Volk hat nun einmal Zustrauen zu Ternburg gefaßt, und man sollte sich hüten, dies Zutrauen gleich ivieder zu erschüttern, sobald nicht sofort die Wünsche aller Richtungen erfüllt werden. i, daß am Freitag vor Glocken ui unseren beite Q(b der anderen, |iatipnb!: N oei. ' abends 8 Uhr . 01W 0,11 l' '* Äbl'abH uoliar. ^rben Der Tag der Eröffnung der zweiten Haager Konferenz naht heran. Nicht nur die berufenen Diplomaten gehen ans Kofferpacken, sondern auch die Vertreter der Presse, ganz wie vor acht Jahren, als der Friedenskongreß zum erstenmal zusammenlrat. Wie die Journalisten aus aller Welt ihre diesmalige Mission werden aussühren können, darüber besteht bis zur Stunde Ungewißheit. Es heißt, daß die Verhandlungen wiederum unter Ausschluß der Öffentlichkeit stattfinden, und durch das Bureau der Konferenz täglich den Vertreter:! der Presse offizielle Berichte übermittelt werden sollen. Der russische Staatsrat v. Martens hat angeblich auf seiner europäischen Rundreise einen dahingehenden Wunsch des Zaren den Kabinetten zu erkennen gegeben. Nun, die Konferenz mag völlig oder teilweise Geheimhaltung der Verhandlungen beschließen, die internationale Oeffentlichkeit wird sicherlich auf dem Laufenden erhalten werden über das Drum und Dran bei wichtigen Entscheidungen und interessanten Vorgängen. So war es 1899, und so dürfte es bei der zweiten Konferenz umsomehr sein, als auf ihr eine größere Zahl von Staaten durch Delegierte vertreten ist, und diese Herren nehmen es erfahrungsgemäß nicht durchweg genau mit der Geheimhaltung. Nicht alle Diplomaten halten Zugeknöpftheit für unerläßlich zur Wahrung der Berufswürde. Ein objektiv gehaltenes Bild wird s^ "freilich aus den Mitteilungen der Delegierten an die eib. b "Ngs Juni I politische Lage-scha«. Zur hessischen Wahlrechtsrevisiou wird uns geschrieben: Aus dem Umstand, daß der Gesetzgebungs-Ausschuß der zweiten Kammer zur Vorberatung der Wahlrechtsvorlage sich für unzuständig erklärt hat, wird in verschiedenen Blättern von einer abermaligen großen Verzögerung der Erledigung dieser Vorlage gesprochen und der Anlaß zu allerhand Kombinationen über die Absichten der Regierung benutzt. Wir können demgegenüber konsta- tieren, daß bei der Ueberweisung der Vorlage an den Gesetzgebungsausschuß einfach ein Versehen vorlag, indem das Kammerpräsidium den in der Einleitung gemachten Hinweis auf das Anssührungsgesetz zu Art. 92 der Verfassung vom Jahre 1836 nicht beachtet hatte. Unseres Erachtens hätte der Gesetzßebungsausfchuß besser getan, wenn er, anstatt die Nachricht von seiner Inkompetenz zur Vorberatung der Vorlage (es erscheint uns übrigens sehr fraglich, ob das Kammerpräsidium nicht ohne weiteres auch das Recht hat, neben der von der Negierung geforderten Ueberweisung an den fünfgliedrigen Sonderausschuß auch den ständig von der Kammer gewählten Gesetzgebungsausschuß mit einer Begutachtung über die Vorlage zu betrauen. D. Ref.) der Oeffentlichkeit kundzutun, auf dem allerkürzesten Wege dem Kammerpräsidenten zurückgegeben hätte unter Hinweis auf das von der Regieruna gestellte Verlangen. Von einer unerwarteten längeren Verzögerung der Beratung, wie eS in jener Notiz über den Beschluß des Gesetzgebungsausschusses heißt, da ja die abermalige Einberufung der zwecken Kammer im Juni vom Präsidenten schon am Schluß der letzten Sitzung angekündigt worden ist und die Beratung der Vorlage im Sonderausschuß vermutlich erst dann beginnen wird, wenn die von uns für Ende nächster Woche angekündigte Wahl des Sonderausschusses der ersten Kammer erfolgt und eine Verständigung über eine event. gemeinsame Beratung beider Kammerausschüsse, wie sie in dem qu. Gesetz von 1836 ausdrücklich vorgesehen ist, stattgefunden haben wird. Deutsche» NeLetz. Löberitz, 29. Aiai. D>.r Kaiser traf heute früh auf dem Truppenübungsplatz ein, wo das zwecke Garde-Jnfanterie- Regiment unter der Führung des Kaisers eine Gefechtsübung gegen einen markierten Feind ausübte. Beiden Teilen war Kavallerie und Artillerie und eine Maschinengewehrabteilung beigegeben. Spicker hielt der Kaiser eine Kritik ab, nach der ein größeres Gefecht begann. Nach der Kritik und dem Vorbeimarsch der Truppen führte d - Kaiser die Fahnenkompagnie in das Barackenlager zurück. Tie Kaiserin wohnte der Hebung zu Pferde bei. Anwesend waren der > österreichische Feldmarschallleutnant v. Hoetzcnborff und eine Abordnung des spanischen Dragoner-Regiments Numancia. Bei dem den Gefechtsübungen folgenden Frühstück im Kasino saßFeldmarschallcumant o. Hoetzen- dorff neben dem Kaiser. Während des Frühltücks hielt der Kaiser eine Ansprache, in der er sagte, der heutige Tag sei ein Ehrentag für die zweue Garde-Jn,anterie-Brigade, umsomehr, als der Ches des Generalstabes, der verbündeten Armee hier wecke. Ter Kaiser brachte ein dreifaches Hurra auf die österreich-ungarische Armee aus. Berlin, 29. Mai. Tie ,Lvl. ^ettschrist" weiß mitzu- tecken, daß Hauptmann Dominik zum Bizegouverneur von Südkamerun ernannt worden ist. Er tritt die Aus-, reife am 9. August an. — Anschließend an die Meldung, Herzog Johann Albrecht bon Mecklenburg-Schwerin wolle eine Deputation des braunschweigischen Landtages nächsten Samstag im Schlosse Willigrad empfangen, schreibt die „Mrdd. Allg. Ztg.": Hiernach ist an der Annahme der Wahl durch den Herzog nicht zu zweifeln. Tie Kommentare der deutschen Blätter spiegeln die Befriedigung wieder, die in den roeitciten Kreisen über den Ausgang empfunden wird. Auch wir begruben es, daß die Wahl auf einen Fürsten von bewährter reicys- treuer Gesinnung gefallen ist und wünschen aufrichtig, daß es dem neuen Regenten beschicden sein möge, die Hoffnungen zu verwirklichen, mit welchen die Bevölkerung des .verzogtum- Braunschweig und mit ihr viele national empfindenoe Männer in allen Bund^staaien den Herzog Johann Albrecht bei feinem Regierungsantritt willkommen, heißen. „kommandierenden Generäle" von oer Prene niuji üatoteien. Mancherlei Willkürlichkeit und wohl gar handgreifliche Ten- >enz wird mit unterlaufen zum Nutzen der internationalen Sensations- und gelben Preise. Wer vieles bringt, wird jedem etwas bringen. bic;em eine Schmeichelei, jenem eine Verdächtigung usw., die sich mck einigem Geschick heraus- tafficrcn lassen. Doch aus der Zusammensteckung der internationalen Preßstimmen, an der Hand des offiziellen Konferenzberichts und im Hinblick auf die bekannte Grup- nerung der Mächte ist es dem aufmnttsamen Zeitungsleser wohl ohne Schwierigkeit möglich, die gebührende Verteilung von Licht und Schatten vorzunehmen. Daß für Deutschland nichts weniger als ein Uebermaß an Wohlwollen aus der internationalen Berichterstattung im Haag resultieren wird, ist vorauszusehen. Doch den „Giftzahn" braucht Deutschland nicht zu fürchten, weil es entschlossen ist, seine Mitwirkung auf die Schaffung neuer positiver Normen des internationalen Rechts zu be- ,chränken, dagegen an der Erörterung der Abrüstungsfrage sich nicht zu beteiligen. An diesem klaren Standpunkt gibt es kein Drehen und Deuteln; obendrein befindet sich Deutschland in der Gesellschaft Oesterreich-Ungarns und wahrscheinlich auch Japans. Nun mögen die Vertreter der „abrustungsfreundlicyen" Mächte über ihre Theorie ratschlagen, sozusagen in der Dunkelkammer; wünscht doch England, dag die militärischen Bevollmächtigten diesen Verhandlungen ferngehalten werden! Nun mögen ferner die Vertreter der gegen Deutschland eingenommenen Presse vom Haag aus mit der Feder helfen, diese Macht „einzukreisen"; es wird weder den offiziellen, noch den frei- willigen Diplomaten gelingen, Deutsastand als den alleinigen Störer des Weltfriedens hinzustellen und ihm die Verantwortung zuzuschieben, wenn die Haager Konferenz nicht das gewünschte Ergebnis zeitigr. Ein gerichtliches Nachspiel zum Kolonial-Skandal. IV. Berlin, 29. Mai. Bei Beginn der heutigen Sitzung des Pöplau-Prozesses teilte Verteidiger Bertram die vom Angeklagten geladenen Zeugen mit. Dem Reichskanzler, dem Staatssekretär Dernburg, dem Reichsschatzsekretär, den Unterstaatssekretären v. Mühlberg und Twele, den Geheimräten von Holstein und Schmidt-Dargitz, sowie dem Hosrat Schulz seien die Reisekosten von je 40 Psg. und die ordnungsmäßige Ladung zugestellt worden, die Zeugen hätten daher die Pflicht, zu erscheinen, wenn auch die Genehmigung der vorgesetzten Behörde zur Aussage noch nicht erteilt sei. Staatsanwaltschaftsrat Lindow widerspricht dem. Der Vorsitzende verliest ein Schreiben, in welchem der Reichskanzler mitteilt, er habe ein Gesuch um Genehmigung zu feiner Aussage dem Kaiser unterbreitet; sobald die allerhöchste Entscheidung getroffen fei, werde er sich schlüssig machen, ob die Genehmigung zur Aussage den ihm unterstehenden Beamten zu erteUen sei; bis oahin würden weder er, der Reichskanzler, noch die Beamten erscheinen. Der Verteidiger protestiert. Der Gerichtshof beschließt nach längerer Beratung, die Geladenen bis zum Eintreffen der Genehmigung als entschuldigt anzusehen. Zeuge v. Loßberg bestätigt seine gestrige Aussage, daß ihm niemals Geheimakten zugestellt wurden. Landgerichtsrat Pauli verliest das Protokoll über die gestern im Sanatorium „Drachenkopf" stattgefundene zweite Vernehmung des Se- retärs Schneider, der seine vorgestern gemachten Ansagen aufrechterhalten unb be eibigt hat Hieran schließt ich die Vernehmung der vorgeladenen Bureaubeamten, die iber den Geschäftsgang unb die Behandlung der fraglichen Akten, sowie über den Geschäftsgang im allgemeinen Auskunft geben. Nr. 124 " 1 Erstes Blatt 157. Jahrgang Donnerstag 30. Mai 1907 die «lehener Kamillen- ■■ ■ I SS W V M Uk M B,C Annahme wn Anzeige y VIIV 4 -M General-Anzeiger für Oberheffen WZ Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Zteindruckerei. R. Lange. Redaktion, Expedition und vruckerei: Zchulstraße 7. tarnte,uva^s «JX P Kacht 9605 1 RcgimentSkaMe. w Verein abends 8 W sei larten -M »•/, ■Jubelfeier. i rum 4. Juni emrelchm m ilojopheuwatd b. Öidjen. iftnung. Merwtg 47 1 Uso pattem ttwlüi unb Slafict iiitn? "umente u. Saiten ilrtikel durch gute Bezugs im Arland, obut Xabtn. LaiLlos fttaiie. C. Kruse. Die Heutige Kummer umfaßt 10 Seite«. Ate „tzpifode" Acrnburg. Ter neue fiolonialininifter hat eß mit feinen Spezial- fteunden verdorben. Einem Mitarbeiter der ,ÖB. N. Fr. Pr.' hat er seine Ansichten über die neuen Ernennungen zum besten gegeben unb sich namentlich darüber außgelaffen, warum sich unter sämtlichen Ernannten kein Kaufmann befunden hat. Er meinte, daß man schwer Persönlichkeiten gefunden haben würde, die eß im Erwerbsleben zu einem gewissen Erfolg und zur Unabhängigkeit gebracht hätten, unb bie geneigt gewesen wären, so gering bezahlte unb verantwortungsvolle Posten anzunehmen unb sich unter allen Umstänben damit in ein striktes AbhängigkcitSverhältniß zu begeben. Aber selbst wenn daß der Fall wäre, würbe eß immerhin boch in hohem Grabe zweifelhaft sein, ob Kaufleute den Anforderungen entsprechen könnten, die von einer solchen Tätigkeit nicht getrennt werden können. Waß Deutschland von seinen Kolonien erwarten müsse, sei eine ordentliche Verwaltung, eine dec Heimat gleiche Rechtssicherheit, eine vorausschauende unb verständige Em- geborenenpolitik, ein geordnetes Beamtenwesen unb die hygienischen und sanitären Einrichtungen, welche in den meisten tropischen Kolonien allein em längeres Verweilen beß Europäers gestatten. In all diesen Dingen sei für eine rein kauf- männische Betätigung, d. h. für einen Erwerb für Rechnung beß Fißkuß, kein Platz. Dazu gehören staatsrechtlich unb technisch, verwaltungsrechtlich unb hygienisch außgcbilbetc unb im Schutzgebietsdienst erfahrene unb vorgcbildete Personen. Larin unterscheibe sich gerade bie Statur einer Zentralbehörde von einer Schutzgebiets-Verwaltung, bie sehr viel mehr geeignet sei, kaufmännische Talente zu verwenden. Dort sollen sie auch, so versichert Exz. Lernburg, m möglichstem Umfange verwendet werben. Aber auch solche Talente müßten erzogen werben, unb eß sei unmöglich, sie von vornherein in leitenbe Stellungen zu bringen. Mit solchen Aeußerungen hat der neue Herr im Kolonial- amt einen Sturm int Wafferglase, daß heißt lauteß Murren gerade in den Kreisen erregt, die ihm von vornherein am meisten ergeben waren. Man ist erzürnt darüber, baß Dernburg den Wechsel nicht einlöst, den man ihm jetzt präsentiert und der Ton, in dem man gegen den neuen Kolonialmlnister polemisiert, ist derart scharf, daß er den Anschein erweckt, als wollte man ihm keine Schonzeit mehr gewähren. Man wirst ihm vor, er sei als regierender Kaufmann ein Lobrebner beS AsfefforißmuS geworden, der seiner selbst spotte. Ganz pikiert fragt z. B. die ,Voss. Ztg.', bie ihm früher mit am lautesten Hosianna sang, ob Lernburg glaube, daß er einzig in seiner Art sei und unter allen deutschen Kaufleuten nicht seinesgleichen habe? Tenn dasselbe, maß er jetzt gegen die Be- rufung von Mitgliedern des Handelsstandes in das Kolonialamt oder in leitende Stellen in den Schutzgebieten sage, hätte, wenn eS berechtigt wäre, gegen seine eigene Berufung zum Nachfolger des Erbprinzen Hohenlohe und zuni Staats- sekretär gesagt werden können. Tenn and) Dernburg habe weder in den Schutzgebieten „von der Pike auf' gedient, noch gehöre er zu den „staatsrechtlich unb technisch, ver- waltungsrechtlich unb hygienisch ausgebildeten Personen'. Mit demselben Recht hätte ein Ratgeber beß Kaisers von bem Bankdirektor Dernburg behaupten können, baß er nicht zu verstehen wissen werde, was aus bem Schutzgebiete berichtet wird. Man verweist auch barauf, baß, als Dernburg Exzellenz geworben war, der Kaiser gesagt habe: „Ich brauche Amerikaner'. In mancher Beziehung habe ja Dern- bürg etwas Amerikanisches an sich. In der Wertschätzung der Bureaukratie sei ec aber inzwischen ganz preußisch geworden. Denn ein Amerikaner hätte dafür gesorgt, baß die Berichte aus den Schutzgebieten Har genug abgefaßt würden, um von jedem verständigen Manne gelesen und verstanden werden zu können. „Wem Gott em Amt gibt, bem gibt er auch, so scheint es, Begeisterung für ben AssessoriSmus unb bem BureankratiSmus. Dernburg ist zu ihrem Verteibiger geworden, kaiim baß sein goldgestickter Staatssekretärfrack bie Schneiberwerkstatt verlassen hat." So unb ähnlich schallte uns aus ben einzelnen Blättern entgegen, ja, man geht sogar noch weiter unb behauptet, daß man die neue fauf« männische Aera der Kolonialpolitik eben schon wieder gründlich satt habe. Man meint, nach den letzten Beriiftingen könne man darauf gefaßt fein, daß die ganze „Episode Dernburg', die ohnehin so schlecht in ben preußischen Ostelbier- Stil hineinpaffe, bald ein Bonmot von gestern sein werbe. Wir hatten biese Vorwürfe zum mindesten für stark über ba§ Ziel hinauSschießenb. Gewiß, auch wir hätten unter den neuen Männern beß Kolonialamts daß kaufmännische Element stärker vertreten zu sehen gewünscht unb wir müssen auch die Befürchtung aussprechen, daß DernburgS Zugeständnis, im Schutzgebiete sollten kaufmännische Talente m möglichstem Umfange Verwendung finden, durch den nachfolgenden Satz illusorisch gemacht werde. Denn wo sind Kaufleute, die geneigt sein würden, sich „erziehen" zu laffen und „oon der Pike auf' zu dienen? Selbständige Kaufleute, solche bie etwas Orbentliches sind unb waß Tüchtiges in ihrem Fache verstehen, geben sich bazu kaum her, und für die anberen wird man sich bebanfen. Andererseits müssen wir es als durchaus berechtigt anerkennen, wenn daß Bedürfnis hervorgehoben wird, daß unsere Kolonialbeamten neben der formal-juristischen Vorbildung mehr unb mehr Braunschweig, 29. Mai. Staatsminister Tr. v. Otto hatte unmittelbar die einstimmige Wahl des Herzogs Johann Albrecht zu Mecklenburg diesem und dem Reichskanzler telegraphisch gemeldet. Die daraus erfolgten telegraphischen Antworten lauten: „Staatsminister v. Otto, Braunschweig. Das mir durch den Regentschastsrat und die Landesversammlung des Herzogtums Braunschweig entgegengebrachte Vertrauen erwidere ich aufrichtig. Ich werde mich freuen, eine Abordnung unter Eurer Exzellenz Führung am Sonnabend hier zu empfangen. Johann Albrecht". „Staatsminister v. Otto, Braunschweig. Eurer Exzellenz danke ich verbindlichst für die telegraphilche Mitteilung von der einstimmig erfolgten Wahl Seiner Hoheit des Herzogs Johann Albrecht zu Mecklenburg zum Regenten des Herzogtums Braunschweig. Ich wünsche und vertraue, daß diese Wahl dem Reiche zum Nutzen und dem Lande Braunschweig zum Segen gedeihen möge. B ü l o w." — Das erste G l ü ck w un s ch >- T e l e gr a m m zu dem Beschlust des Braunschweigischen Landtages traf in Schwerin beim Herzog Johann Albrecht vom Kaiser ein, der in sehr herzlichen Worten gratulierte. Old enburg, 30. Mai. Die Negierung wird dem nächsten Landtage ein abgeändertes Wahlgesetz mitdirekter Wahl vorlegen. Neu-Ulm (Bayern), 29. Mai. Die Bauern sollen selber schlachten und direkt in der städtischen Markthalle verkaufen. So meint der hiesige Bürgermeister. Gleichzeitig wurde den bürgerlichen Kollegien in Alt-Ulm eine Statistik über die Gestaltung der Schweinepreise in den letzten sieben Monaten vorgelegt. Darin ist sestgeftellt, dast die Ladenpreise den Fleischgewichtspreisen im großen und ganzen mit ziemlicher Regelmäßigkeit gefolgt sind. Im einzelnen wurden Unterschiede von 12 biä 18 Pfg. ermittelt, wobei die höchste Spannung von 18 Pfg. für den Mai festgestellt wurde. Zur Beseitigung derselben soll nach dem Beschluß der Kollegien mit der Metzgerinnung wegen Herabsetzung der Fleischpreise verhandelt werden. In Neu-Ulm hat dagegen der Magistrat erklärt, daß dort die Einkaufs- und Verkaufspreise bei verschiedenen Tieren in keinem Verhältnis zueinander stehen. Für den Fall, daß für die Tauer ein entsprechendes Verhältnis nicht erzielt werden könne, soll die Einrichtung einer städtischen Verkaufsstelle in Erwägung zu ziehen sein, in welcher auswärtige Viehhändler und Viehzüchter das von ihnen geschlachtete Vieh zum Verkauf bringen können. Anstand. London, 29. Mai. (Unterhaus.) Rutherford (kons.) richtet an die Regierung die Frage, ob fie ihre Aufmerksamkeit der von der Deutschen Kolonialgesellschaft gefaßten Resolution geschenkt habe, welche den in den deutschen Kolonien ansässigen britischen Indern differenzierende Behandlung zuteil werden lassen wolle. Redner fragt den Staatssekretär für Indien, Morley, ob er angesichts der Tatsache, daß die britische Regierung bei den fremden Mächten wirksamere Vorstellungen erheben könne als bei den eigenen Untertanen in den Kolonien, die Inder, die britische Untertanen seien, schützen wolle gegen differenzierende und erniedrigende Behandlung, ähnlich derjenigen, die sie zurzeit in gennffeii südafrikanischen Kolonien genössen. Morley erwidert, falls die Behauptungen Rutherfords zutreffen sollten, werde die Frage erwogen werden, ob Schritte in der fraglichen Angelegenheit zu ergreifen seien. — Die „Morning Post" meldet aus Shanghai, daß man eine große Verschwörung in Söul, der Hauptstadt Koreas, entdeckt hat. Diese bezwecke, das gegenwärtige Ministerium in Korea zu stürzen und ein neues Regime zu errichten. Der frühere Ministerpräsident und der frühere Kriegsminister sollen die Anstifter des Komplotts sein. Die Bewegung scheint sich in erster Linie gegen die japanische Herrschaft in Korea gerichtet zu haben. — Der „Daily Telegrph" meldet aus Kalkutta, daß noch immer in vielen Teilen von Indien starke Gärung herrscht. In Sirajgang wurden mehr als hundert Agitatoren verhaftet. In Commella kamen neue gewaltsame Unruhen vor, sodaß Truppen einschreiten mußten, um die Ordnung wieder Herzustelten. Sämtliche Dörfer der Umgebung von Rajshahi wurden geplündert und vernichtet. Hier wurden etwa 70 Agitatoren verhaftet. Aehnliche Meldungen treffen auch aus anderen indischen Städten ein. Offiziell wird die Lage als gebessert bezeichnet. M a i l a n d, 30. Atai. Wie das Blatt „La Sera" meldet, haben in den letzten Tagen zwischen Tittoni und dem russischen Botschafter in Rom längere Unterredungen stattgefunden, die einen Besuch des Zaren zum Gegenstände hatten. Dieser hatte bekanntlich schon vor drei Jahren kommen wollen, ließ sich aber durch die Drohungen der ital. Sozialdemokratie, Kundgebungen gegen ihn zu veranstalten, von der Ausführung seines Vorhabens abbringen. Hongkong, 28. Mai. Tie revolutionäre Gesellschaft in Swatow erklärt öffentlich, daß der Llufftand nicht gegen die Fremden, lioch gegen die gewöhnlichen Chinesen gerichtet sei; Absicht jet vielmehr, alle Resgieruugs- gebäude niederzubrennen und die Beamten zu röten, um die Reg ierung zu stürz en. Die Missionen sind nicht berührt worden, doch verlassen die Missionäre die Stationen nni) flüchten nach Swatow. Die Behörden sehen die Lage als sehr ernst an und richteten das dringende Ersuchen an die Regierung, nach Canton Kanonenboote zu senden. Tie auf der Eisenbahn nach und von Tschatsofu reisenden Fahrgäste werden durchsucht. Neues aus Rußland. Tas Pariser „Petit Journal" berichtet aus Petersburg, daß am russischen Hofe den Verhandlungen zwischen Ruß- land und Deutschland, betreffend gemeinschaftliches Vorgehen gegen Revolutionäre, große Wichtigkeit beigemessen werde. Tie russische.Regierung habe nur bei Deutschland Entgegenkommen gefunden in der Frage, gemeinschaftlich gegen alle Revolutionäre vorzugehen. Pie jüngsten Ausweisungen von Russen aus Berlin ständen mit diesen Unterhandlungen in Zusammenhang. Tie russische Polizei habe den Berliner Behörden ein Komplott gegen den deutschen Sa r .^gezeigt; die Verschwörer seien weder Russen noch Deutsche, sondern Letten und Littauer aus baltischen Provinzen Der Korrespondent des „Petet Journal" fügt noch hinzu: Die schwebenden Verhandlungen bezweckten, ein gemeinsames Vorgeyen in baulichen Provinzen int Falle eines Aufruhrs zu veran- lasten. Auch die Reise des Grafen Schuwaloff nach Berlin soll mit diesen Unterhandlungen Zusammenhängen. Ter Zar soll beabsichtigen, demnächst einige Wochen in Darmstadt Aufenthalt zu nehmen und diese Reise soll den Anlaß zu einer Z u - sammenkunft zwischen dem Zaren und dem deutschen Kaiser geben. Dem „Petit Journal" 11111(3 die Verantwortung für diese Sensationsmeldung natürlich überlassen bleiben. Die Untersuchung wegen der Verschwörung gegen das Leben des Zaren leitet der Untersuchungsrichter PnstowSki. Sämtliche Verhaftete sind in der Peter Pauls- Festung interniert. Festgestellt wurde, daß die Verschwörer derselben terroristischen Verbindung angehöten, durch die die Ermordung des Militärprokureurs Pawlow und des Stadt- Hauptmanns von der Launig angeordnet und vollbracht wurde. Viel Beweismaterial lieferte die Haussuchung bei der barmherzigen Schwester Subow, die sich infolgedessen erschießen wollte und jetzt schwer verwundet darniederliegt. Einem Mitglieds, das unter dem Namen „Genossin Nina- bekannt ist, ist es gelungen, inS Ausland zu entfliehen. Dagegen wurde der hauptbeteiligte Verschwörer, der Sohn eines Telegraphenbeamten au§ Peterhof, verhaftet. In Warschau (Wolga-Vorstadt) wurden während der Maigottesdienstpredigt zwei Polizeiagenten durch Unbekannte erschossen. Ans Lodz wird gemeldet, daß sich die Schießerei ans den Straßen erneuerte. Drei Arbeiter wurden er» s di offen, einer verletzt._________________________________________ Aus S.aSt uuo tawo. Gießen, 30. Mai 1907. ** Auszeichnungen. S. K. H. der G r 0 ß h e r z 0 g hat dem Eisenbahnsekretär i. P. Rechnungsrat Jakob Kreuder in Gießen die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm vom König von Preußen verliehenen Roten Adlerordens 4. Kl. erteilt. ** Von der Eisenbahn. Nach erneuter Bestimmung sollen auf größeren Zwischenstationen, auf denen starker Verkehr herrscht, die Stationsbediensteten beim Einlaufen der Züge beim Ans- und Einsteigen dem Publikum behülflich sein, um eine schnellere Abfertigung herbcizuführen und so den Zugverspätungen entgegenzutreten. * Kolosseum. Tie Direktion ersucht uns mitzuteilen, daß das Benefiz für den Humoristen Curt Speier am Freitag, den 31. Mai, statt suchet, also nicht bereits gestern Uaitgerunben hat, wie im Anzeigenteil giigekündigt war. * * Neue Wegmarkierung Laubach-Ulrichstein. Touristen, welche von Laubach aus auf direktem, sebr bequem und meistens durch schattigen Laubwald führendem Wege Ulrichstein erreichen wollen, sei folgende Tour bestens empfohlen: Von Laubach zunächst dem gelben Strich nach bis zum Ziegenkopf. Von hier ab neugeschassene Markierung (rotes, lügendes Kreuz) über die Schreincrsmühle (Wirtschaft), Wildfrauhaus, Lohrnühle nach Ulrichstein. Ganze Tour 3Vi Stunden. -1- Heuchelheim, 30. Mai. In der Zigarrenfabrik von 9i i n n u. Cl 0 0 s, bei der übrigens zurzeit die Arbeiter streiken, kam gestern kurz nach 12 Uhr mittags aus noch unbekannter Ursache ein Brand aus. Glücklicherweise wurde er bald bemerkt und durch das rechtzeitige Eingreifen der Feuerwehr in klirzer Zeit bewältigt. Der Boden ist zum größten Teil abgebrannt, das Dach aber ist erhalten geblieben. Der Materialschaden ist nid)t sonderlich groß. Viel zur schnellen Unterdrückung des FeuerS trug die in der Fabrik vorhandene Wasserleitung bei, von der vterKrahnen ununterbrochen in Tätigkeit waren. x Lang-Göns, 29. Mai. Bei der gestrigen Versteigerung ging die Billa Mette (genannt Amthof) für 20 000 Mart an Herrn A. K. Müller über. hd. B utzba ch, 29. Mai. Wegen Umwandlung der Schnellzüge 43 und 78 in Eilzüge, die für den Lokalverkehr mit Frankfurt hier in Betracht kommen, hat der hiesige Verkehrsverein ein Gesueh an zuständige Stelle gerichtet. Derselbe Verein ist beim Großh. Ministerium der Justiz wegen Errichtung eines Notariats an hiesigem Platz vorstellig geworden. I). Alsfeld, 29. Mai. Noch bildet das traurige Ende des Zahntechnikers I. H. Meisels hier, der sich in der Nacht von Sonntag auf Montag am Küchenpfosten erhängte, das Tagesgespräch, und schon eilte heute, Mittwoch, die Kunde von einem zweiten Selbstmorde von Mund zu Mund. Als der Schneidermeister Gg. Leim kurz vor Mittag in seine Wohnung zurückkchrte, fand er feine 63jährige Gattin nach längerem Suchen erhängt auf dem Dachboden vor. Was die Frau, die sich ein Tuch um den Mund gewunden halte, zu diesem unglücklichen Schritt veranlaßte, konnte nicht fest- gestellt werden, während im erstgenannten Fall eine aufgelöste Verlobung das Motiv zur Tat bilden soll. Immerhin darf angenommen werden, daß in beiden Fällen bei Aus- sühriing des Vorhabens geistige Llmnad)tung vorlag. Den nächsten Angehörigen wendet sich die allgemeine Teilnahme zu. Darmstadt, 29. Mai. FinanzmlnisterDr.Gnauth, der sich seit acht Tagen zur Kur in Bad-Bertlich aufhält, kam heute hierher. Er wird im Bahnhofshotel mit bem Großherzog eine Unterredung haben und morgen wieder zurückkehren. Lieber den Grund der Unterredung ist man auf Vermutungen angewiesen. Lengfeld (Odenwald). 28. Mai. Gelegentlich des Wallfahrtsfestes weilte hier auch ein auswärts in Arbeit stehender Mann, der schließlich, nachdem er schon an verschiedenen Stellen Ausgaben gemacht hatte, nicht mehr Geld genug besaß, feine Zeche von — wie es heißt — sage und schreibe 1.20 Mr. zu begleichen. Die herbeigerufene Polizei brachte den Mann, der etwas angetrunken war und weil er nicht begreifen konnte, daß er wegen der fehlenden 40 Pfg. verhaftet werden sollte, sich wehrte, in das sonst als Freibank dienende A r r e st l 0 k a l. Vor dem Lokal, aus dem Wernen und Schimpfen des Arrestanten ertönte, hatte sich bald eine große Menschenmenge angesammelt. Die Verzweiflung des Arrestanten steigerte sich ^u sinnloser Wut, und in dieser zertrümmerte er alles, was nicht niet- und nagelfest war und warf es zu dem mit Eisengittern versehenen Fenster heraus auf die Straße. Der Bürgermeister wußte sich in dieser Situation feinen anderen Rat, als die Feuerspritze holen und das Arrestlokal unter Wasser setzen zu lassen. Und als auch dieses Vorgehen nichts hals, wurde ein Bursche des Ortes, der als der kräftigste und unerschrockenste gilt, in das Lokal „hinein- gelassen". Der Erfolg war überraschend. Schon nach wenigen Minuten kam er wieder heraus, einen Menschen mit heraushängender Zunge, blauem Gesicht und fast geschlossenen Augen, an der Kehle hochhaltend vor sich herschleppend, den er mit den Worten: „Was willst du ejtzt noch wollen?" vor den Füßen der Ortspolizei auf den Boden warf. Nach wenigen Minuten erhob sich der arme Teufel, der, nachdem der Ortsgewaltige ihn noch herumgeschüttelt hatte, zwei Polizisten übergeben und nach Groß- Umstadt abgeführt wurde. In .Groß-Umstadt setzte die Behörde den „Verbrecher" in Freiheit. (Fr. Ztg.) Worms, 29. Mai. Zu einem eigenartigen Mittel der Selbsthilfe gegen unlauteren Wettbewerb hat der hiesige Schuhhändlerverband gegriffen. Während des Pfingst- markts ließ er ein an hohen Stangen befestigtes Plakat mit einem Paare getragener Schuhe und der Umschrift „So sehen N.'s (Name der Firma) Garantieschuhe nach 5 Tagen aus" durch die belebte Kämmererstraße tragen. Wegen der daraus entstandenen Verkehrsstörung wurden Plakat und Schuhe polizeilich konfisziert, letztere jedoch wieder freigegeben. Gegenwärtig ind die Schuhe in einem Schaufenster der Kämmererstraße, mit entsprechendem Hinweis versehen, so lange zur Besichtigung ausgestellt, als die betroffene Firma nicht durch richterliches Urteil )eren Entfernung bewirkt. Frankfurt a. M., 29. Mai. An der Niederräder Schleuse wurde heute die Leiche der 17 Jahre alten Ladnerin Marie Elisabeth Ehrhardt aus Niederrad gelandet. Sie hatte mit ihrem Geliebten, dem gleichalterigen Josef Jhl aus Niederrad, aus Liebestummer im Main den Tod gesucht. —r Das 34 Jahre alte Dienstmädchen Maria Dielmann .aus Lohrheim bei Limburg hat in einer Mansarde ün der Bülowstraße ihr neugeborenes Kind erwürgt. — Ein 8 Jahre alter Knabe, der am Main spielte, stürzte ins Wasser und ertrank. — Der Eibenb aum hat heute mittag 12 Uhr den höchsten Gipfel der Hochstraße wohlbehalten erklommen. Tas Interesse und die Verehrung zu dem alten Wanderer geht jetzt schon so weit, daß er von den Fenstern aus von liebevollen Händen mit bunten Bändern geschmückt wird. — In den Offenbacher Betrieben, die den Anlaß zu der jetzigen Aussperrung inder Metall-Jndu strie gegeben haben, ist noch leine Einigung erzielt worden. Die Kün-- bigung in den Lahm eher-Werken in Frankfurt ist heute perfekt geworden. Es kommen 2000 bis 2200 Personen in Betracht. ** Klei ne 'Mitteilungen ans Hessen und den SQ a d) b a r ft a a t e n. In Mainz e r s ctz 0 ß sick; am Fort Joseph ein dort auf Posten stehender Soldat der 7. Komp, ^d"S 117. Regiments mit feinem Tienstgewehr, das er mittels des Seitengewehres abdrückte. Die dort stehenden Posten führen scharfe Patronen bei sich. Tie Ursache des Selbstmordes ist unbekannt. — Bet Lorsch, zwischen Darmstadt und Mannheim, fuhr das Automobil des Sohnes des Direktors Hammesiahr von den Mannheimer Benzinwerken bei einer Kurve in einen Steinhaufen, wobei der Wagen umichlug. Drei Insassen wurden i d) 10 e r verletzt, davon Hammesfahr jr. und ein Referendar aus Mannheim lebensgefährlich. Tas Automobil wurde total zertrümmert. — Ein im Main bei Griesheim ertrunkener junger Mann ist der Weber Lipps. Sein Tod ist auf den dummen Streich eines Freundes zurückzu- snhren, der Lwvs einen Stoß versetzt haben soll, sodaß er in die Tiefe geriet. Ter Arbeiter Müßig wurde verhaftet. — Bei Kreuznach rannte ein 18 Jahre alter Radfahrer auf der Landstraße mit seinem Rade gegen eine Telegrapheuslange und zog sich derartige Verletzungen zu, daß der Tod sofort emtrat. — Ter m 'Kit beim im Kreise Dieburg unter dem Verdacht, das B 0 ui b e n - A 11 e n t a t am 13. Mai auf das Stadthaus zu Otfenbach verübt zu haben, verhaftete Sd)uhmacher Anton Sänger leugnet den Anschlag. Dagegen hat er eingei'tanöen, etwa 6 Wochen vor diesem Attentat eine Schreckbombe m das 4. Polizei-Revier in Offenbach gelegt zn haben. Der giftige Reisbrei. sd. D a r m st a d t, 29. Mai. Zu den schon telephonisch gcme.de.cn Vergiftunas- crscheinungen in der Famil'e dos Sch.ackithofdirektors Dr. Garth können wir hcu.e auf Grund authentischer Informationen folgendes mitteilen: Die jüngste 16 jährige Tochter, welche eine höhere Schule besucht, wurde dort am Montag vormittag Plötzlich von Schmerzen befallen und mußte sich nach Hause begeben, wo alsbald Erbrechen eintrat. Einige Zeit nach dem Mittagessen erkrankte dann die ganze Familie, Tr. Garth, seine Frau, die ältere zirka 17 Jahre aue Tochter, der 10 jährige Sohn, sowie das Dienstmädchen. Bei allen trat heftiges Erbrechen, Durchfalt, starker Kopfschmerz, Leibschmerz usw. ein. Dr. Barthel zog infolge der Eigentümlichkeit des Falles den Oberarzt des städtischen Krankenhauses, Dr. Groß, sowie den Vorsteher des Kreisgesundheitsamtes Medizinalrat Dr. Lehr zu. Nach eingehender Untersuchung und Beratung ließ sich bisher eine direkte Ursache dieser epidemischen Krankheit nicht feststelten. Man hat nur Vermutungen und ist auf diese angewiesen. Ter etwas komplizierte Fall liegt wie folgt: Die jüngste Tochter erkrankte als erste, wie bereits erwähnt, am Montag vormittag, Dr. Garth, der am Sonntag verreist war und erst am Abend zurückkehrte, also nicht am Mittagessen teilnahm, erst nach dem Mittagessen am Montag> ebenso wie die übrige ganze Familie. Ein junger Mann, der am Sonntag am Abendessen teilnahm, ist nicht erkrankt. Wenn also die Vergiftung infolge Genusses von Speisen eingetrcten war, konnten nur die beiden Mittag- essen von Sonntag und Montag in Frage kommen. Hier hat sich nun bei Feststellung der Speisen ergeben, daß am Sonntag Reisbrei genossen und am Montag der übrig gebliebene Reisbrei zu Pudding verwandt und mit Vanille- saucc als Nachtis chseroiert worden war. Hiervon hatten alle Personen, außer der schon Montag, vormittags erkrankten Tochter genossen. Diese Tatsache spricht gegen die Annahme, daß Vanille die Vergifmngsursache ist. Dagegen ist nur Reis an beiden Tagen gegessen worden, sooaß wohl hier ein Zusammenhang zu suchen ist, zudem die am Montag früh erkrankte Tochter keine Vanille genossen hat. Die Aerzte sind sich bis jetzt über die Ursache nicht klar. Die Abgänge der Erkrankten, sowie die Speisereste wurden an die Untersuchung »stelle des hygien. Instituts der Universität Gießen eingesandt. (Hier ist, wie wir hören, die Untersuchung noch im Gange. D. Rd.) Inzwischen wurde der zehnjährige Sohn sowie das Dienstmädchen nach dem städtischen Krankenyause gebracht. Sonstige verdächtige schwerere Folgen, wie die Ähwüchung des Sehvermögens usw. sind biSyer nicht eingetreten, auch waren die Erkrankten bisher stets bei klarem Bewußtsein. Die Behandlungsweise der Aerzte geht dahin, Herzschwäche nicht aufkommen zu lassen. Das Allgemeinbefinden der Erkrankten hat sich inzwischen gebessert, teilweise ist sogar wieder Appetitreiz cingetreten und ernstere Gefahr scheint ausgeschlossen, wenn nicht besondere Zwischenfälle eintreten. * Kleine Tages cp r v n 11. In Wolfratshausen im Jsartale tarn es zwischen einem Aufseher und Wasserbanar- beitem wegen Lohnforderungen zu einem blutigen Renkontre. Als der Aufseher bedroht wurde, wies er zur Warnung darauf hin, daß er eine geladene Waffe bei sich führe. Als Antwort hieb ihm ein Arbeiter mit dem Spaten über den Kopf. Slunmeljr feuerte der Aufseher und verletzte einen anderen "Arbeiter durch einen Schuß in den Magen tätlich. Der Angreifer des Aufsehers wurde verhaslet. — Tie Staatsanwaltschaft in Schwerin erhob Klage gegen das feit vier Atonalen verhaftete Beamten- und Wärter- Personal der LandeS-Jrrenanstalt Sachsenberge. Bei dem am 3. Ium m Schwerin beginnenden Prozeß, handelt es sich um Unterschlagungen von mehreren hunderttausend Mark Staatsgeldern. — In der Nacht brad) in der Brüsseler Vorstadt Ander- leck; ein Feuer aus. Ein 80 jähriger Greis und dessen 16 jähriger Neffe tarnen in den Flammen um. — In Paris wurde der Polizei-Unteroffizier Moreau bei der Verfolgung eines Diebes von diesem durck; mehrere Reoolverschüsse gelotet, em anderer Polizist schwer verwundet. — Wegen Unterschlagungen als ReudaiU der Spar- und Tarlehuskafse in Gräfenhain (Lausitz) ist der Lehrer R e i n f d; verhaftet worden. — Im Haag ereigneten sich bei internationalen Ringkämpfetr wüste Szenen. Starke Männer mißhandelten einander so schwer, daß die Polizei emschreiten mußte. Der Hauptschuldige wurde von der wütenden Al enge draiißen erwartet und wäre ohne den Schutz der Polizei gelyncht worden. Während der Ringkämpfe waren mehrere Ringer über ihre Niederlage so enttäuscht, daß sie Vleroenkrämpfe bekamen und mit Schlägen zur Vernunft gebracht werden mußten. Tas Piiblikum pfiff und gröhlte dazwischen. — In Augsburg geriet beim Ausweichen vor einem Fuhrwerke ein Automobil mit vier Kindern als Insassen in den Straßengraben. Ems der Kinder wurde schwer verletzt, der Chauffeur trug ebenfalls erhebliche Verletzungen am Unterleibe davon. Tie anderen drei Kinder kamen mit leichten Hautabschürfungen davon. — Tas Dorf Zahrensdorf auf der Insel Fehmarn steht in Flammen. Tas Feuer brach in der Mühle aus. Der Aliilstenbesitzer Koll wird vermißt und ist wahrscheinlick; im Feuer umgekommen. Arbeiterbewegung. D a r m st ad t, 29. Mai. Durck) die vom Bezirksverband Frankfurt a. M. des allgemeinen Verbands der MetallzJndustriellen J----L / 3 enthüllend . ■ \_/A ■ die Fahrzeiten der B hSi—!__ Z fifl “ aus den Stationen H __l_ / A H y Giehen, Frankfurt a. Hl. v M Z ja öZGaffel, IHarburg, Srlebberg\H 5 Hl y Lollar, Londorf, Fronhausen B sW ß/iDc^lat, doblenj, Köln, Sulöa, 2Usfdb\ B B n Grünberg, Gelnhausen, Nidda, Schotten B Hungen, Laubach, Lich, Stockheim u. Gedern >8 «r ankommenden und abgehenden Lisenbahnzüge, 'B < foroie die Fahrzeiten der vieberthalbahn zum Preise > von 20 pfg. in der Geschäftsstelle des Gleh. Anz vorrätig, kann auch durch die Austräger bezogen werden. Putzextract W W ** 'n sK/' i L E s wtrdeaanallea Plätzen nam- ' ‘Xhaf^.acbf Joh.VaHlant Remscheid .BedeulendskSpELiairäbrikfiTGäs-ßadeöfeiL £k_ .-«x Wisderverkaufer n gi fl __ -wA Ev »» ^Kgl’alöge; Kostenlos u portofrei '•tÄ'SS'! SnJ.’Ä Ss-S-S n war. hiervon hotten Rtag vormMtzs ertrank- che spricht gegen die A-- nasnrsache ist. Tagegen gegessen lrorden, jooatz suchen ist, zudem die am ine Anille genossen hat. 'r die Ursache nicht Har. je die Speisereste wurden c des hygre n. W eßen eingesandt. M anoch im Ange. L ^Lohn sowie das Dwch lnkenyausc gebracht- eon* wie die Schwächung des it* -toten, forein »»**2 ■ dahin, SSvg 1 nmitere Gefahr scheint LÄEM '^uTSoll^^Jari ueni dtungen hm, übte. "mimintijt euertc de" »&Ä* eW?I ibeten -^^„ijehets wurde ingreuer „ erhob SW i. S4® . u» Sii-t--- tii »•«"•$),, t>m -m :«**£belt eä M * WM 9°; Mark L-laalS' ,jr?i5 und oen öe der 8 a« «°"LLd-s«°- x-rL-S tzN-s- ;n ÄipZ |o die ?eJod>M '".frei, bnb etewunQ. SäÄV, ' >«!'!?.--rs M fid e" Und bfn Sonip. bb^-iokph l'imrlt Ä®elneä *»,ult.-CT« lei r das Ll..,n7l "°r,ch den ®nn hm n’ob’( des A'1 Uev'ek tö0eu ’ ^uiljeim ,-h- ' b(lü0‘i ^uuert. L 1 eines Lipps. Qbeu Ä5 ruruchu. e’SW-’Ä' ^udiahrer aui 0 \fl WS L-rM Mei. trinhbt, 29. Mai. cnie.be en Vergiftunos. ^ch.aällhosdireftors & [nö Ehcntischer Jnsor^ velche eine höhere Schule vormittag plötzlich von nach hau|e begeben, wo eu nach dem Mittagessen isarih, jetne Frau. der 10jährige Sohn, alten trat heftiges Ift. :rz,Leibschmerz usw. ein. miümlichkeit des Falles "Hauses, Tr. Groß, sowie nmtes Medizinalrat 2r. chung und Beratung ließ w epidemischen Krancheü Mutungen und ist auf :gt wie folgt: Die jüngste e bereits erwähnt, am >er am Sonntag verreist urückkehrte, also nicht ich dem Mittagessen am ize Familie. Gin junger helfen teilnafym, ift nicht g infolge &enuj!e-i von -ur die beiben Wittag* Frage tommeii. Hier irrsen ergeben, daß am am Montag der übrig wandt und mit Banitte- LingetzattStl W Karussell u. Schiessbude, Ps'eissckiessen 8626 Leibgestern, den 30. Mai 1907. Die Beerdigung findet Freitag, den 31. Mai mittags 1 Ühr statt (3006 (jhit erhaltene [2836 B--'z Rinn & Cloos Für Form und Inhalt übernimmt die Redalt Sensen Sicheln Heugabeln Hunggabein Kinderspiele etc, Grosses ™ Freitag geschlossen. 1.6. Di eonnüttDÖ 8WM.W.UWg. Heelsen Ketten billigst bei Zlricituftcn Oer dcOaftion. (Tluonynie Einsendungen bleiben nuberünjichtigt.) W. liniere flcürinc 'Jluötunh ist nicht zulretiend; tvtv sind inljd) unterrichtet luoiben. Sic Anineldcvslicht liegt dem Arbeit- acl-cv ei', c e11o i^'C •ahtim i >rv M.i’n'ir'cuuMe, Wäre da nicht Aenderung zu schassen, zumal vont sogar filf zwei Bänke geeignete Tinge vorhanden sind, von wo ans man in Ruhe sitzend das Ijerrlicfie Kumnverk bewundern könnte? Ein alter Verehrer Liebigs. Bei dem gestrigen Brauduvgluct in unserer Fabrik Wiescck hat sich die Eiu- wohnerschaft einschließlich der Feuer wehr in so hervorragender Weise an den Löjchar- beitenbeteiligt, daß cs uns drängt, ausdie-em Wege für die tatkrästige Unterstützung unseren wärmsten Dank auszujpreche'n. Heuchelheim, den 30» Mai 1907. Ein noch gut erhaltenes Hcrrcu-,;-uhnnü ^k°us°n Schrütl. Angeb. mit Breisang, unt. <)3b21 an den Gieh. Anz. erb. 6rgzn; Sesserfest ■ auf der Schönen Aussicht. Konzert, Tanz, Volksbelustigung Die trauernden Hinterbliebenen: Georg Denn, Familie Faber. Verantwortung.) In der schönen Lsi-Änlage hat dis Stadt eine Anzahl von Banken an den Wegen verteilt ausi^ellcn lassen, aber auf- sallendcmreise keine vor dem prächtigen Marmordenkural Liebigs. • Wollt ihr das Bild von vorn besehn, Mützt ihr auf euren Beinen siohn. Denn Bänke gibtS da nicht. Dagegen sieht hinter dem Denkmal eine Bank. Tort könnt ihr Liebig von hinten schauew. An seinem Rückteil euch erbauen. Doch isi der Anblick nicht gar schon. (ÖrKjiuabtfratytniclOuiigcn« Paris, 30. Mai. Gestern abend sano im Militär^ kluL ein Diner der Kolonialvercinigung statt. Ter frühere französische Gesandte in Tokio, Hermand, hielt eine Rede, in der er sich mit dem f ra n z v s i s ch - j a^ panischen Abkommen befasite. Dieses Abkommen sei c.ne Garantie für die franzöilschen Jnreresfen und die Aufrechterhaltung des Friedens in Ostasien. Auch daS französisch-siamesische Abkommen und die Beziehungen zwischen beiden Ländern berührte er in seiner Rede, indem er auf die Vorteile eines solchen Vertrages für Frankreich hinwies, wenn man dieses Abkommen «urszw- nutzen verstände. Limburg a. d. 8., 29. Mai. Fru ch tm ark t. Durchschnittspreise pro lvlalter. Roter Weizen tRasfauischer) 17.30 Mk., weiger Weizen 00.00 Mk., Korn 15.75 Mk., Gerste 00.00 M., Haier 9.90 Mk. Erbsen 0.00 Rik.. Kartoffeln 0.00 Mk. Städtisches Desbauaml. Braubach. Universitäts-riachrichten. — Geheimrat Professor Dr. Ernst B u m m, der Direktor der Unioersitäts-Frauen-Klinik der Charit^ in Berlin, soll als Nachfolger des Direktors der Universitäts-FrlNlcn-.ÜUnik in 9)Z buchen, Geb^imrir von Winkel in Aussicht genommen sein. Backerei zu vermieten. yn Friedberg in Hessen ist in erittInniger Lage eme Bäckerei zu vermieten. Einrichtung nach neuest. Sypem. Uebernahme alsb. 3u ersr. bei Hermann Blum. Frieberg i.H., Kaileriir.77. 13578 Märkte. ke. F r a n k f u r t a. M., 30. Mai. (Telegr. Orig.-Bericht d»ö ^Giesi. Anz.".) Amtliche Notierungen der heutigen V i e h Marktpreise. Zum Verkanse standen: 25 Ochsen, 00 aus Oesterreich 5 Bullen, 0 aus Oesterreich, 48 ftül)C, Fersen, Stiere und gimdec 0 ans Rumänien, 798 Kälber, 41 Schale und Hammel, 7 Ziegen, 10 Ziegenlämmer, 2 Scha'lämmer. Bezahlt wurde für das Binnd Schlachtgewicht: Ochsen: 1 Qualität 78—80 Alk., 2 Qualität 68—72 Alk., 3. Qualität 62—66 Alk.; Bullen: 1 Qual. 68—70, 2. Qual. 00—00; Kühe 1. Qualität 71—72 Alk., 2’ Qual. 68—70 Alk., 3. Qual. —5860 Mk., 4. Qual. 00-00 'Ulf., b' Qual. 00—00 Mk. Kälber 1. Qual. 100-000 Psg., Lebendgewicht 60—00 Pfg., 2. Qualität 58-95 Pfg., Lebendgewicht 51-55 Psg., Schlachtgew 65—70Psg.; Schale: 1. Qual. 82—00 Plg., 2. Qual. 78—80 Psg. Geschäft: gut, kein Ueberstand. Gerichtrsaal. M a r b ti r g, 29. Alai. Ter Redakteur der .Hess. Landesztg.', Gustav W u n s ch m a n n , stand unter der Anklage, in einer Wahlversammlung in Veltershaiisen in einer Rede die Aeuberung getan zii haben, in WehrShauscn seien bei der Hauptwahl 15 Stimmen für Herrn v. Gerlarb abgegeben worden, aber nur 9 aus der Urne herausgckommen. Do seien die übrigen geblieben? Tiirch diese Aeusicrung sei dem Wahlvorstand in WehrShauscn ein schwerer Dorwurl gemacht worden. Ter Angeklagte gab bei seiner Vernehmung an, daß er nur gesagt habe, er habe gehört, dasi nur 9 statt 15 Stimmen auS der Urne herausgckommen sein sollen. Aus eigenem Wissen habe er diele Behauptung gar nicht aulstellcn können. Er habe keineswegs die Absicht gehabt, ben Wahloorstand zu beleidigen. Ter Staatsanwalt faßte die Sache ziemlich milde nut, da mir eine nnbebacbie Aeußeruiig vorliege. Er beantragte eine Geldstrafe von 30 Mk. Ter Terieibigcr plaidierte für Frei- Ipreckimg, da derartige Behauptungen oft in Wahlkämpfen ohne böse Absicht entschlüpften. Jedenfalls aber komme dem Aiigeklagten der Schul; des § 193 (Wahrnehmung berechtigter Interessen» zugiite. Tas Urteil lautete auf eine Geldstiale von 50 Tlf. Ter § 193 wurde dem Angeklagten nicht zugebilligt, doch nahm das (»cricht als strafmildernd an, das; derartige Aeuherungcn, int Wahlkampfe gefallen, nicht so streng zu nehmen seien, obwohl in den dem Angeklagten zur Last gelegten, eine schwere Beleidigung läge. Erfurt, 20. Mai. Tas Kriegsgericht verurteilte den Bczirksleldwcbcl Schul; aus Eisenach wegen tätlicher Beleidigung, Körperverletzung nnd Alisibrauches der Tienstwafse zu 3 'JJloimien und einer Woche Gefängnis. Schulz wurde sofort verhaftet. Eloblld. Fraulcin übernimmt schriitl-Ärbeuenin u.aug.d.Haufe. Schriftl. Anfragen unter 037/2 an d.^8iehener^lnjeiger erbeten. 2 Herren können noch Vrivat- Mrttagsttfch erb. Stephanstr-3v,I. 03788 Todes-Anzeige. Allen Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dass meine liebe brau, unsere gute Tochter und Schwester Frau Biarie Bern, geb. Faber nach langem, schwerem Leiden sanft dem Herrn entschlafen ist. Speise- | und Firtterkartosjeln zu verk. L. Müller, Crednerstr.36. Todes-Anzeige. Schmerzerfüllt teilen wir hierdurch allen Verwandten, Freunden und Bekannten mit, dasi gcitcrn abend VrlO UHr unser lieber Vater, Schwiegervater und Onkel Herr Konrad Weigel i. plötzlich infolge eines Schlaganfalles sanft entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen. Klein-Linden (Schulstrasie), den 30. Mai 1907. Die Beerdigung findet Freitag, den 31. Mai 1907, nachmittags 5 Uhr itatt. 3631 Vergebung von Pflasterarbeiten Die Pflasterarbeiten für die Um- bezw. Neuvflafterung der Westanlage zwischen dem Gäsichen Scheppen Eck und der Frant^ 'urtcr Strahe sollen . Donnerstag, den 6. Funr vorm. 11V2 llhr öffentlich vergeben werden. ArbeitSbeschrechung .und Bedingungen liegen während der Tienslftunüen bet und zur Einsicht auf. Angebote aus Bordruck, der daselbst erhältlich, sind svaleitens bis sunt vorge- nannten Zettpunkt verschlossen und mit entsprechender Ausfchrtft versehen, an mts einzureichen. — Zuschlags frist 3 Wochen. Giesieu, den 28. Mai 1907. Kirchliche Zlad>rid?tm, Israelitische SreligionSgemeindc. Holtcsdtenu in der Synagoge t büdanlage). Samstag, ben 1. Juni 1907: Dorabend 7.45 Uhr. Morgens 8.30 Uhr. Nachmittags 4 Uhr. Sabbatausgang 9.20 Uhr. Israelitische NcligionSgesellschaft. GotlcSdieust. Sabbatfeier am 1. Juni 19 0 7: Freitag abend 8.00 Uhr. Samstag vormittag 8.00 Uhr. Nachmittag 4.00 Uhr. Sabbat-Ausgang 9.20 Uhr. Wocbcuaoltc«dumsi: uwrgens 6 00 llbr, abends 8.00 Uhr. Emil Fistor Kacal Glessen. Bekanntmachung, daS Oktroi von Ochicn und Stieren bcttuicnb. Nachdem die zwischen der Stadt (Siegen und den beteiligten Metzgern miterrn 1. August 1894 getroffene freiwillige Vereinbarung aufgehoben worden ist, hat die Stadtverordneten - Vermmmlung unternt 2. d. Akts, beschlossen, das; künftig als Ochsen aUcjnann= lidicn Schlachltiere von 450 Kg Lebendgewicht und mehr, als Sttere alle männlichen Schlachttiere unter 450 kg Lebendgewicht anzmehen u>td zu versteuern smd. . , , , Hiernach wird vom 1. Ium 1907 ab verfahren. 5”/$ Wiegen, den 29. fiitai 1907. . . . Grosiherzogliche Burgermeisieret Giehen. V-: Eurfchmann. angeordneten Aussperrung der Metallarbeiter werden in Darm- sladt etwa 1000 Arbeiter betroffen. _ B e r l i n, 30. Mai. Zum Backer streik wird über die gegenwärtige Lage gemeldet: Im Laufe des gestrigen Tages Haden viele Gesellen, die in der Dienstag Nacht noch arbeiteten, oie 'Arbeit niedergelegt. Im Ausstande stehen zur Zeit etwa 9500 Gesellen in Berlin. Bei 300 Meistern, die die Forderungen schriftlich anerkannt haben, wird von 960 Gesellen zu den neuen Bedingungen gearbeitet. — Tie gestrigen Perhandluugcn zwilchen den Konfektionären und Arbeitnehmern haben in allen Hauptfragen eine Einigung erzielt. Wegen der Tifferenzen in den Nebciiftageu siudeu am nächsten Montag Verhandltingen statt, in denen der Tarif desiuitiv abgcschloffen werden soll. Die Kündigung der Zuschneider ist zurückgezogen. 8 Halle a. d. S., 29. 'Slot. Ter Arbeitgeber-Verband für bn5 Baugewerbe beschloss unter Festsetzung einer hohen Konventionalstrafe für Zuwiderhandelnde Mitglieder, alle Alaurer, Zimmerer und Bauhülisarbeiter, die über den 2. Juni hinaus fnelfen, auf ein volles Jahr von der Beschäftigiing auf den Bauten in Halle und Umgebung auszuschliesien und die den Arbeitern gebotene Zulage von 2 Psg. zurück zu ziehen. AI e tz , 30. Mai. Tem G e n e r a l st r e i f im lothringischen Erzgebirge schlossen sich die moisten Arbeiter der Firma de Wendel au. Die Euilassuug der Arbeiter auf einzelnen Gruben sowie die Kündigung der Werlswohnungen, deren Räumung burd) die Gerichte unterstützt wird, ,nacht viel böses Blut. Im allgemeinen verläuft der Streik ruhig. Bologna, 29. Mai. In der Provinz durchbrachen 4000 Ausständige den Truppenkordon und verjagten 300 Reirarbeiter von den Feldern. Ter Agrar streik breitet sich auch in der Provinz Piacenza aus, iuo bisher 10 000 Mann die Arbeit niederlegten. Kriegsmarine-Ausstellung vom 26. Mai 1907 bis 2. Juni im Neuen Saalbau (früher Steins Garten) täglich geöffnet von 9 bis 1 und 2 bis 8 116r. Unter den Ausstellungsgegenständen (mehr alä> 150 Aummern) befinden sich 17 grobe, prächtige, künstlerisch ausgesührle Kriegsianns- modeüe, Torpedo, Seemine, Mafchinen- und schnellladekanonen, Ataschinengewehr, das im Feuer vorgeführt wird, Revoloerlanonen, Borerkanonen und andere Trophäen aus dem Boxeranmande, lOüOufünöige Riesengeschosse, Kartätschen, Schrapnells, Bourben, Mörser, die wichtigsten nautischen Slvvarate, Taucher, Acodell einer Kriegsschiffmaschine, Seekabeltypen usw. usw. , „ «iC'ttiif « 50 Pfg- Mitglieder, Militär ohne bbargc tMlltttnvflviV ♦ und Schüler 30 Pfg. Schüler- u. Mtliiar- vercmc bei geschloffenem Besuch Ermäfnguug. Es ladet steundlichst ein Deutscher Flottenverein. Harineverein Giessen. Speisekai löffeln 3Iaznum bonum 50 Kilo 3,75 Mk. unter Nachnahme ab Friedberg. [hv^ A. Stahl \S w., M. Stahl, Friedberg i. H. CSnf.ntr getragener <öerren= kill tau s tieioer, Schuhe, Möbel, Werhzeug, Gold- u. Silber- fadjen von 02324 Jakob Qtt, Neuen Baue 21. Achtung! Stamme[yrcitagnur. Braun, Mainz, Welschnoniieng. 1 .zahlt für getr.verrentteid.,Stie'el höchste Pretse. Besiellung p.starte. SS1'7/; . ,...t »iubrik ftchendeii Artikel r.-.i s ■ iblif-.un gegenüber keinerlei Kavallerie-Verein Greffeu. Samstag, den 1. Juni, abends 9 llbr Mmis-PersaiWlung Caf6 Ebel. 3630] Der Borstand. HesmcherFettiversiiteiisthiii Sonntag, den 2. Juni von nachmittags 4 Uhr an Scheibenhüchse Kaliber 91/« mm, System: Stahl, bill. zu verkaufen Bahnbosstr. 27,1. ,K.i>cui>ch. Schäscrhnnd tWolfshunds preiswert zu verc. Näheres h.ftockitrage 1. 13601 ^im0c4)ütte sehr grosi, gut erhalten, zu verk. Jakov Maternus, Klimkitr. 22. Zn Vcitaufen ci§c"cc“cv Rollwagen bei Ludwig Scibv, Schmiedemeister, Lollar. _ iU381b Eine od. sowie ein zwei O 1 Wagen Hcu zu verk. Wlb. Walther V1L, । Daudringcu.[03830 Kind in Pflege | zu geben. Näher. Klinikstr. 22, v. Wer erteilt einem Primaner Untcrtidjt in Malheinlilik? Näheres in der Geschäftsstelle des Giesiener Anzeigers. 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[03818 Hausbur,che„LDL^Z 8550 sich kommen ließ, erklärt, was ich auch jetzt wiederhole, daß es mir niemals im Traume eingefallen sei, zu behaupten, Herr Stamm habe sich, ans Kosten der Gemeinde bereichern wollen. Was habe ich nun in Wirklichkeit gesagt? w§crr Nathan Stamm hat in einer Vorstandssitzung die Annahme eines „Angebotes der Firma Schuckert, bei welcher jein Sohn als Ingenieur „tätig ist, befürwortet. Diese Offerte war viel zu teuer und die Ge- ^meinde wäre dadurch um ca. 1500 Mk. gebracht worden, wenn nicht ,aus Drängen des sel. Herrn Rothschild die Arbeiten aus dem Submissions- „toege ausgeschrieben worden wären. Tatsächlich wäre die Gemeinde um diesen Betrag geschädigt worden, wenn die von Herrn Stamm befürwortete Offerte angenommen worden wäre. Als Mitglied der Gemeinde und als Steuerzahler habe ich das Recht, Kritik an dem Verhalten eines Vorstandsmitgliedes zu üben, das die Gemeindeinteressen nicht mit der notwendigen Sorgfalt vertritt. Ich wiederhole jedoch, dotz es entschieden unwahr ist, wenn Herr Stamm behauptet, ich hätte ihn persönlich einer Unehrlichkeit beschuldigt. Es wurde nun auch ferner das Gerücht verbreitet, Herr KoiU- 'Merzienrat Heichelheim werde dem Beispiel des Herrn Stamm folgen und ebenfalls im Falle meiner Wahl demis- sionieren. Um mir hierüber Klarheit zu verschaffen, schrieb ich Herrn Kommerzienrat H. Dieser erklärte die betreffende Behauptung als eine Verleumdung und Lüge und bat mich noch, den Verbreiter derselben ausfindig zu machen und zu belangen. Herr Nathan Stamm hat nun behauptet, Herr Kommerzienrat Heichelheim habe mir eine solche Antwort gar tlidjt gegeben, sondern NNv „Ich werde doch nicht so dumm sein und vor der Wahl eine Erklärung abgeben/' Daraufhin habe ich IjClltC Herrn Kommerzienrat Heichelheim nochmals aufgesucht und ihn um eine Erklärung hierüber gebeten Derselbe autorisierte mich, iu feinem Namen zu erklären, baß kein wahres Wort an dem in Frage stehenden Gerüchte sei und I mich niemals gemeint haben könne, da ich ihm lieb und wert sei. Wohl aber habe er privatim Herrn Stamm gesagt und zwar wohl auf eine diesbezügliche Anfrage, daß er doch unmöglich vor der Wahl irgendwelche Entschlüsse kundgeben könne, da er doch nicht wissen könne, wie er mit dem neuen Kollegium werde arbeiten können, ciltCVlci, IWV hineingewählt werde. Herr Heichelheim bemerkte, er habe daran gedacht oder gar ausgesprochen, Falle meiner Wahl sein Amt niederzulegen, und begreife nicht, wie Herr Nathan Stamm ein solches Privaigespräch in dieser Weise öffentlich verwerten konnte. Im weitern Verlauf des Gesprächs mit Herrn Stamm habe Herr H. auch von der Möglichkeit eines Rücktrittes gesprochen für den Fall daß die Gemeindewaltung in guten Händen käme, damit er sich beruhigt von einem Teil der Arbeit entlasten könne. Nach dieser Klarstellung darf ich wohl die richtige Beurteilung des Falles den Lesern überlassen. Tüchtige Maurer u. Handlanger bei hohem Lohne gesucht. [3581 Fabrik-Neubau Mainzlar Scheidliauer&tiiebtiingA-Lr Meldungen vom 31. er. ab aus der Baustelle.__ Tüchtige Schreiner- und Tapcziergehilfen auf dauernde Beschäft. gesucht. 3555] Möbelfabrik Tb. Brück. Tucht. Stzrclncrgcsclle i ges. Wilb. Weigel, Löberstr. 9. Züugcrcr Zcichmr od.Tvchnit r gcsuHt.Z —Richard Fertsch, Wiesenstr. 4. Suche fr sofortig. 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Unter der Drohung, sein Amt als Vorstandsmitglied sofort niederzulegen, falls ich etwa gewählt werde, sucht Herr NathNN StNMM den größten Dell der Wähler in ihrer Stimmabgabe zu beeinflussen. Und welches ist der Grund zu diesem außergewöhnlichen Vorgehen? Herr Stamm unterschiebt mir die Aeußerung: .Er habe sich anläßlich der Vergebung der Arbeiten für die elek- „trische Shnagogenbeleuchtung auf Kosten der Gemeinde um 1500 .Mark zu bereichern versucht. Wenn diese Anschuldigung tatsächlich von mir ausgesprochen worden wäre, warum hat Herr Stamm nicht den natürlichsten Weg cingeschlagen und mich zur strafrechtlichen Verantwortung gezogen? Nichts ist in dieser Beziehung geschehen, und das beweist am besten, daß Herr Stamm seiner Sache doch nicht so sicher war. Außerdem habe ich Herrn Kommerzienrat Heichelheim, der mich dicserhalb zu Suche mehrere Mädchen gegen hohen Lohn für üüeuen, Stauheim, Friedberg, Darmstadt. 03833 Frau Herr, Sonnenstr. 6. 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