Montag Z8. Oktober 15507 L57. Jahrgang Erstes Blatt e a a jährlich Mk. 2.20: durch k Abhole- il Zwergstellen K e- v monatlich 65 Pf.; durch E I k" ' Die russischen Lmnawahlen. ^DiUütige Wummer umfaßt 12 Seite». vo in '**• _ ------- _ . partainentarisches aus Scheit. diePost Mk.2.— viertel^ tährl. ausfchl. Bestellg. ZeilenpretS: lokal IbPf^ uuswärtS 20 Pfennig. Verantwortlich tüt den volitsichen Teil: L. Anderjon; i. Feuilleton und .Vermiichtes'' P. Wlltko; für ,Htadt u. Land" und „Gerichts- Gießener Konzcrtverein. I. Solistenabend. BezngSpretsr monatlich 75 viertel- 7. Lnal*: für den <• Anzeigenteil h. Beck. eine Vergütung für Zeitv e ri aumnij j e in der Form von Laschengewern aus Landesnn-teln gewahrt werde. — Der Grollherzog von Tos Lana ist heule in leidendem Zustande von Lutdau nach Salzburg ge- Ein bemerkenswerter Beschluß. München, 26. Dft Die bayerische Abgeordnetenkammer hat heute den liberalen Antrag Cassel- mann angenommen, Frauen zu mAr men - und &at« senpflegeschaftsrat der Äemernden sür Wahl- bar iu erklären. Liberale, Zentrum und Sozialdemokraten nateii dafür ein, die Bündler und Konservativen dagegen mit der Begründung^ das passe für die Stadt, aber nicht ür das Land. Dem trat der liberale Abgeordnete und latholische Pfarrer G r a n d i n g e r in seiner Jungfernrede entgegen und betonte, wie notwendrg gerade für den ehelosen katvolischen Pfarrer aus dem Lande eine weibliche HrkfSkraft in der Armen- und Waisenpflege sei. Der Minister des Innern v. Brettreich erklärte seine Zustimmung zu dem liberalen Antrag. _____________ . Henri Marteau, der Solist des gestrigen ersten Konzertes, ; ist nicht das, was man gemeinhin unter einem Virtuosen ; versteht, denn er verschmäht das äußere Blendwerk, das man an bcn meisten heutigen Violinisten im Konzertsaale bewundert. Was seine virtuose Technik betrifft, so kann er es nut jedem von ihnen aufnehmen; er bewies es gestern an den technisch äußerst schwierigen Kompositionen von Bach und 9ieger. Marteau findet in dieser äußeren Virtuosität aber nicht sein volles Genüge, wie schon die Auswahl der gespielten Stücke zeigte. Es lunieu durchaus nicht die üblichen Bravourstücke, Die man sonst zu hören gewohnt ist. Gr ist ein viel zu ernster Künstler, uin bloß musikalische Kunsistückchen zu produzieren. Sein Bestreben ist darauf gerichtet, cm musikalisches Kunstwerk so wiederzugeben, wie es üom Komponisten gedacht war und man merkt dem Künstler eine Vorliebe für die alten Meiller an, an denen er sich geschult hat. Mit einer Sonate von Tartini, dein berühmten italienischen Violinisten des 1ö^ Jahrhunderts, eröffnete er das Konzert. Die Zeitgenossen Tartinis rühmen die Reinheit seiner Intonation. Man findet sie^ in höchster Vollkommenheit auch bei Henri Marteau. Sein Ton ill seidenweich und eine jede Note gewinnt auf seiner Geige schönes, eigenes, individuelles Leben. Es ist als wenn der Künstler jeden einzelnen Ton liebkoste und streichelte, während er ihn den anderen anreiht. Die bunte, farbenprächtige Sümmungsmalerer der Tartinischen Sonata „Didona abban- flonata“ mutet teilweise geradezu modern an, rind so wie Marteau sie vortrug, vergast man zeitweise förmlich, daß hier aus einem Saiteninstrumente gespielt wurde. Es klang wie voller Orgelton, hinreißend, erhebend, beseeligend. Bei Tartim hat man s. Zt. besonders die Bogeiiführung gerühnit, und eine elegante Bogenführung hat auch Marteau. Sein Bogen liegt anscheinen lose in der Hand und leicht aus auf der Saite, aber sein Ton ist dabei doch bestimmt und sicher uiid scharf umrissen. Auch das Leichte, Graziöse un Zarte, wie es Mozarts Konzert in ^.-dur verlangt, gelang dem Künstler in ganz unübertrefflicher Weise. Besonders ei * __ Hebei" einen Vortrag von dem demnächst auch in Gießen zu hörenden Professor Gurlitt auS Steglitz, den dieser vor einiger Zeit in Frankfurt über das ^ema: .Erziehen wir zur Persönlichkeit?" hielt, schrieb der oo^Der "Frankfurter Verein für Hygiene" und der „Realschul-. wänner-Verein" luden gemeinsam zu erneut Vortra g von Gurlitt. Nicht laut und nicht ost genug kann oas, uras Prosessor (Surlüt ausfprach — und wie er es nusipvod) — ium Ohre aller -l'Jett dringen. Wir wagen nicht, in einem trockenen Bericht das wunberuoUe Sunitroert öiefcS Bortrages zu S°r>Nlck-n. Di- &d)ue, inte sie war, die Schul? wie sic ist, und die Cdjiile, wie wu sie lwff-n erstand IN plegiischer Deutlichkeit. Und uaureullich als Pro'. Gurlitt die Wünsche formulierte, die em tm besten Smn moderner Nlensch in Bezug auf die Umge' cilnmg unseres Lchulwe eiw hegt und hegen muß, wenn wiv(Ud) als Resultat „Harmonische Bildung eruelt werden soll, da steigerte sich feine Rede zu dithyrambischem Schwung. Man halte die Empfindung: hier tragt em dichter, begabt zugleich mit ungewöhnlicher rhetorischer Kunst, eines ferner schönsten Werke vor. Alan suche die Gelegenheit, diesen Redner m hören, gewiß einen der stärksten von allen, die deupche Zdeale aus dem Traumlande deutscher Herzen in das helle, klare Licht der Tagesivirklichkeit zu rücken vermögeii. Ter Heine Kreis, der ihn diesmal hat hören dürfen, war lief ergriffen und dankte nut stur- i Mischern Applaus. bcv^fteh^nden Besuch des Kaiserpaarcs in ä England. . c v Bei seiner Ankunft in Portsmouth wird dos cutsche Kaijerpaar vom Prinzen von Wales empfangen meldet'. Große Flottenvorbereitungen werden getro sen. ibmical Lord Beresford wird nut einer nnpo>anten Flotte 14 Schlachtschiffen erster Klasse und vier gepanzerten treu,er», mit dem ersten Kreuzergeschwader und 24 Torpedo- wotszerstörern, vielleicht auch mit dem zweiten Kr-uzer- ,eichwader dem Kaiserpaar den ersten Gruß Englands ent- Sn. Die großen Schlachtschifse werden in zwei Reihen Ausstellung nehmen. Die Zerstörer werden eine dritte Linie J der Küste bilden. Die .Hohenzollern wird diese ~imc mSfieren. Der Salut wird von den Landverteidigungswerken Jeuert werden. - Während der Anwesenheit des Kaiser. 'JarcS auf Schloß Windsor am 14. und 16. SlouembE. gerbe» Theatervorstellungen stattfinden. ES werden zwei Ztück- zur Aufführung gelangen, als erstes „Stille Wasser D0 in der Hauptrolle Sir A. Windham spielt, danach .Die Ärille" mit John Hare als B-njaimn Goldsmith. Die Auf- sührungen finden im Waterloosaal, wo eine gut eingerichtete Bühne geschaffen worden ist, statt. R’ 'M D W „Die hessische Bereinigung für Volkskunde hat wie man uns schreibt, einen ausführlichen Fr a g e bog en über inderlied und Spiel ausgearbeitet und. nn fommer d an eine große Anzahl von Vereinen, Anstalten und perlomn verwandt. Ungefähr 6000 Exemplare stnd verschickt worden Augenblicklid) beginnt der Einlauf der Beantwortungen. Uiiter ihnen sind einige, die forgfältig gearbeitet, aus sehr eingehenden liebevollen Studien und Beobachtungen ruhen. Wir nennen nur die Arbeiten von Lehrer Boßler, Klein-Linden, Lehrer Schäfer, Steinbach (Taunus), Pfarrer Ulrich, Meßet und Zehrer A e c , Groß-Felda. "Auch von Anstalten sind reiche^ Sammlungen chon eingelaufen, so von der Präparandenanslalt Wöllstein (Rhemh.) und dem^^Lehrerseminar zu Alzey. Immerhin scheinen die Bestrebungen der Vereinigung noch nicht bekannt genug zu sein, -as zeigen fortlatüendAnsragen von Herren, die gelegentlich Etwas aber nichts Bestimmtes über dte Absicht der Vereinigung erfahren haben. Ber der an dieser Sammlung von möcr Hebern und-. ^Mieten tu Hessen mitarbeiten will, ist herzlich wdlfommeii nab erhalt wenn er dem Vorsitzenden der Vereinigung, Ps. L. Schulte zu Großen-Linden, seine Adresse nnttellt, de» Fragebogen, der ausführliche Erklärung gibt, unentgeltlid) zuge.and.. jr. 253 rid)rln< täglich außer Sonntags. !em Gießener Anzeiger rben ■" mitberum drei Stücke für Violine nut Klavierbegleitung. Die Romanze in E-moll von Sinding mutet recht eigenartig an aber man wird ihr, nach einmaligem Hören schwerlich aar ,u viel Geschmack abgewinnen können. Von großer Klangschönheit waren dagegen zwei Walzer von ^aliener unb Spanier als Sklaven ^£^>£[11100 erfolgte auf Ersuchen des italienischen man drei Verftichem^L spr.echung der Wahlrechtsvorlage bie Mitteilung, daß bie Erste Kammer künftig 50 statt ber seitberioen 34, bie Zweite Kammer künftig 58 statt ber seitherigen 50 Mitglieder zahlen folf. Diese Angabe beruht, «vas bie Erste Kammer betrifft, auf einem offen srmt sich en Jrrtume. Nach ber Reglerungs- bor aQc soll bie Erste Kammer, bie zurzeit 34 Mitglieder < .4' runi 0 Mitglieder vermehrt Werben, nämlich .eines Mitglieds des großen Senats ber Technischen Hochschule in Darmstabt, sowie von zwei Ver- oretk^- Handels unb ber Industrie, zwei Vertretern ber Landwirts a)aft unb, einem Vertreter des Handwerks, bie bau ben gesetzlich eingerichteten Berufs körper schäften vor- ZeichLagen werben. Die Mitglieberzahl ber Ersten Kammer bemnach st nur 40 betragen gegenüber 58 ber Zweiten Kammer. — Wenn bie „Frauls. Ztg.", von ber vorbezeichneten irrigen Annahme ausgehend, bie von ber Jiegterung vorgeschlagene anderweitige Fassung des Ar- tirelS /5 ber Berfassungsurkunbe einer ungünstigen Kritik unterzieht, indem sie behauptet, baß „schon bei dem Festhalten an ber einfachen Mehrheit die Stellung ber Zweiten Kammer als ausschlaggebenoeu Faktors nicht mehr ganz so unbcjtrttten sein werbe, wie bisher, durch die Statuierung der Zweidrittelmehrheit aber ihr entscheidender Einfluß ein- sach vernrchtet Werde," so wirb diese Auslassung einer Nachprüfung unterzogen werben müssen. Bement sei hierzu nur, bafj bei der zukünftigen Zusammensetzung ber beiden Kammern im Falle gemeinschaftlicher Abstimmung bie Zwei- drittelntehrheit 66 Stimmen beträgt. Nach ber Regierungsvorlage bringt sonach im Falle des Artikel 75 bie Ansicht ber Zweiten Kammer schon dann durch, wenn ihr nur 8 von den 40 Stimmen ber Ersten Kammer zur Seite stehen. Im Falle einer gemeinschaftlichen Abstimmung über das Finanzgesetz nebst Hauptvoranschlag, in dem gemäß Ar- tikel 67 ber VerfassungSurkunbe schon einfache Stimmen- Diebstähle. Aus einem Gehöfte am Wißmar er Weg wurde am verflossenen Freitag abend ein „Weil"- Z- a h r ra d mit der Polizeinummer 3115 gestohlen. Als kommt ein junger Bursche, anscheinend Maurer- oder Weitzbinderlehrling, in Betracht. — Ende voriger Woche wurde von einem Grundstück in der Frankfurter Straße eine größere Partie Kraut und Wirsing gestohlen. Viel- leicht tragen diese Zeilen zur Ermittelung ber Täter bei. ~ r= enrob, 27. Okt. Der Lagerhalter unseres Konsumvereins Hch^ Schmidt 5. legte dieses Amt kürzlich nieder. An feilte Stelle wurde Landwirt Ludwig Weis 21 Stimmen zum Lagerhalter gewählt. Landwirt Ludwig Seuling erhielt 9 Stimmen. ^Burkhardsfelden, 26. Okt. Am Freitag pmmg liierte cm von hier stammender Steinbrucharbeiter tu einem ^teinbruch bei Rödgen dadurch, daß er von ausgegrabener Erde teilweise verschüttet wurde. Er trug eme Verletzung am Bein davon. mr r~ E h o i nt, 26. Okt. In der abgelaufenen ^oche sind 76 Kur gaste angekommen, die Gesamt- srequenz bis zum 24. Oktober beträgt 29,394 Personen 1000011 an genanntem Tage noch 370 anwesend waren.' -baber wurden bis zum 24. Okt. 397,604 abgegeben ■ -t- Nie der-Wöll stabt, 26. Dft. ; ’ der Gesangverein und der Turnverein durch Darbringung eiucts Ständchens und in einer geselligen Vereinigung jeder I Verein m seiner Art mitwirktcn. Für heute hatte der für oie ^eier zusammengetrctcne Festausschuß ein Festessen ein- r^' ,nS.Von auswärts und Teilnehmern aus hiesigem Ort sehr stark (wohl über 200 Personen) besucht war und einen durchaus würdigen und belebten Verlauf nahm. Herr Kreisrat Fey aus Friedberg überreichte mit einer längeren, me Verdienste des Jubilars aufs wärmste hcrvorhebenden Rede diesem bie vom Landesherrn verliehene Ordens- detoration. Namens der Gemeinderäte überreichte Beigeordneter Staudt ein silbernes Eßbesteck in reichster Ausgestattung, ebenso Gcmeinderat Kromm ein Bild mit den Photographien sämtlicher Gemcinderatsmitglieder. Die dankenden Erwiderungen des sichtlich angenehm über- raschteii und ergriffenen Jubilars, sowie eine Reihe sich an- Ichueßcnder Ansprachen, zum Teil recht bedeutungsvoll und von hervorragendem Eindnick, gestalteten die Feier I zu einer glanzenden mit reichem geistigen Inhalt, anae- me**cit ^.stst^stulichkeit und der Bedeutung des Jubilars < 'n ^'lbel, 26. Okt. Bei der gestern hier stattgefundenen Gemernderatswahl siegte die Liste der dienst st ort eien mit großer Majorität über die der Sozialdemokraten. 847 Stimmen bet 965 Stimmen Wahlberechtigten wurden abgegeben, davon entfielen auf bte bürgerlichen Kandidaten Kreispfandmeister Gg. Heraet Schneidermeister Adam Wilhelm Schmidt, Gärtnereibesitzer ; ?“btol0r ^brt, Oekonom Heinrich Fink und Kaufmann Mart ^9 Stimmen. Tie sozialdemokratische Liste brachte es bis zu 359, die Mehrheit der BürqerliLen betragt also 130 Stimmen. Bei der Wahl vor drei^Jahren pe So^oldemokraten durch ihre damalige besseres Organyatwn. Inzwischen haben aber die bürgerlichen Par- tn feit kurzem gegründeten Bürgerverein eine ff iBDMl9nto t?efrfefUrnbT' fein entschiedenes Eingreifen so- ' wohl, als dre schwebende elektrische Bahnverbindnngs- unb Gasversorgungsfrage mit ber Stabt Frankfurt a. M. denen HA%n*arbem0-ratr^entetnb6riite unbegreiflicherweise sym- haben nicht zum wenigsten den glanzenden Sieg der bürgerlichen Liste herbeigeführt. , A. ',l cichclshe i m, 27. Okt. Eine aufregende Siene SÄhiX““’ beu Bahnstrecke Friedberg-Nidda bei funr toarf V“' ber Zu§ von Beienheim ein- •KMTiÄ.’Ä müde unverletzt unter öem Zug hervor. - In Reickelst -i" Elektri zi t ä t s w er k fifc eine -->rte ber Wetterau errichtet werden. Die Vorarbeiten sin> Snen toräe mit ben Bauten be- r, Rabertshausen, 26. Okt. Die eineinhalb Jahre alte Frieda Dietz, Töchterchen des Hemr. Dietz dahier wurde gestern abend halb 7 Uhr in der an der Stra?: Kammer ging soeben ber Bericht bes erften Ausschusses zu über die Re g i er un as v o r l a ac den Gesetzentwurf, die W ertzuw a ch s st euer betr., sowie bie Borstellunegn des Darmstädter Hausbesitzervereins des Borstandes des Scyntzverbandes Mainzer Hauseigentümer, Hffusbesitzervereins Darmstadt, und des Darnn stadter Bezirisvereins „Mathildenhöhviertel", erstattet von Frhrn. Heyl zu Herrnsheim. In dem Bericht sind verschiedene abweichende Beschlüsse von denen der Zweiten tosebeL^C9eK--?' denen hauptsächlich der zu Artikel 8 der die Hohe der Steuer betrifft, interessieren -durfte. Hierbei ist beantragt: " betn ®fa& 1 des Artikels 8 folgende Fässung zu geben: „Die Steuersätze unterliegen der ortsstatutarischen Re- geüing. Sie dürfen den Satz von 20 Pro-, des Wertzuwachses bei einer Wertfteigermia bis 60 Pro- unb ton 30 Proz. des Wertzuwachses als HöchstVetra4 nicht Stufte &te"aUte föcuubitüde- ermäßigen sich die dE Wsatz 2 des Artikels folgende Fassung zu geben- ilto Sfri5^en EiVnwtnswechiel mehr als lö st.. 'L" uc i e o e r - A> ö t l st a d t, 26. Okt. Heute feierte % ber in g dürfen höchstens Bürgermeister Werth fein 2S jähriges Dienst- Beträgt der feit dest^bheren st°,"afö Bürgermeister, Ortsgerichtstorsteher und strichene Zeitrauui mehr ak 15 Jahre so dw in ? 111 SefMcn abend hatte bereits eine ttk Steuersätze weiterhin auf mindfft^s I ^4^"?°s>mden, ber namentlich der Musikverein,! oie yaifie zu. enna^igsen"; in 3, übereinsttmmenb mit bem Beschluß her ^0^^ Kammer, statt „10 Prozent unb mehr" zu setz em „10 Prozent ober mehr"; J 0 ' unter bes von ber verehrlichen Zweiten Kam- rner beschlofienen Msatz 4 zu biesem Artikel ben Ast- trkel 8 mit diesen Aenbernngen zu genehmigen. ^Ekel 1 hüt ber Ausschuß bem Vorschlaa^ber Negrerung, baß nur Gemeinben mit mehr als 3000 Rin- Wanern bas Recht zur Einführung ber Steuer ^Ur ^UEinben unter 3000 Einwohnern I tÄttS? SSN», taff8*"b" NS ’ V? Emanzen erteilt werben. " 6eantt^td 1 2 blC des folgenden Absatzes 3 ,Ms Mehrwert eines Grundstücks ist nicht an-ufefipn ber auf einen Gewerbebetrieb mit Rücksicht aus d^e Enn bw fcnbttoft oder das Bestehen eitor K0weMv? n?' fallende Teil des UeNergaiigswerts " 0 ,|tW enl= füfert5" Begründung hierzu ist folgendes ausqe- besonderen den Wert von Grimdstückeu und Gebäulichkeiten anbelangt bie einem rr «ÄÄK Grundstücke und Gebäude selbst, nicht aber der GJckäft-weri ÄÄ K«8K-KÄ «EK dmgs inbezug auf diese Anregung gelwnd Mmacvt daü >er aus dem Eig-entumsübergaiig lastende hoVe^Jmmobilsar- tempel sa)oii dazu fuhren wurde, daß bei Verläufen hpr raguegen Arc ocr Kaufpreis für Gebäuiichiciten und stund ftucte getrennt von bem eigentlichen Gesäch swert zum Aus- F» teÄÄSÄwS hinreichende Gewähr für die "USchncht, keine anlagungspraxis bieten eht e^Hhr^3 ber richtigen Ver- 1 5°rhÄSLn."^l°^ ^rbe t Januar 1908 torgefchlag^u""^^^" Oeä ^-setzes zum I r a,u V 11 n 3 H uf i o n s f o i r e c hielt gestern ajenb öerr M erelli im Neuen Saalbau ab. Ter Künstler, .oul guter sJiiif vorausgiug, fyatte ein vollbesetztes Haus, unb Ouj Publikum unterhielt sich bei beu durchweg vornehmen uno, mit großer Sicherheit ansgeführten Kunststücken auss beste, ^a^ gevoiene Programm war rechr vielseitig. Geschickte Ltarteu- luiiststuire luecl))eiten mit bem üblichen Hervorzanbern von Blumen, Pucher wurüm gesärbt, ans Papierschnitzeln Kaffee bereitet, ge- pittte ^asierbehalter aus Tüchern geholt unb Gelb, unheimlich vscl Gelb aus der Luft gegriffen. Man sah babei, baß auch die Zauberer i-en Zeitverhältuiffen Nechnung trägt, beim Taler nW mci . ^/.^Srößten deutschen Städte. Die Berufs- und Betriebszahlung vom 12. Juni d. Js. hat für eine Anzahl deutscher Großstädte Uebeoraschungen gebracht. Mit Berlin teilen das Geschick, einen betrachtlichenEin- w o h n e r v e r l u st, wenigstens vorlüustg/erlitten zu haben Hannover, Magdeburg, Elberfeld, Königsberg, Danzig Al- tona, Stettin. Erfurt dagegen hot gegen die letzte Volks- Zahlung von 190o um rund 2000 Einwohner Angenommen, unb ist dadurch in die Reihe der Wirklichen Großstädte, d. h der Sradte mit mehr als 100 000 Einwohnern, ein- Itiinte^rn4Upf eifUrU,aB4n zugenommen ftolrt, Frankfurt a. M, Dusselborf, Breslau, Charlot- ff0"m^s? Rixdorf. Die Zunahme Rirborfs. macht die reichliche Halste des Verlustes Berlins wett. Besondere Beachtung verdient außerdem die Vermehrung, die Köln ausweist. Es hat wie Düsseldorf um etwa 8000 6nfc ^""mmen wahrend Breslau eine Erhöhung der Me- volterungsziffer nur um etwa 2000 zu verzeichnen $reufü.U'sba§stiise 3°^zehnte lang die zweitgrößte Ststt Preußens und die drittgrößte des Deutschen Reiches war das dann 1895 von München und Leipzig und später 190o, auch von Dresden überflügelt wurde, und demgemäß jetzt an sechster Stelle steht, wird wahrscheinlich fcbon bei d-° n°chWolkszühlung 1S10 ^bgen Wird, tu die siebente Stelle zurückgedrüngt 36MO Einwohner, 472 000 gegen to°kreäbä?°u fe“ 9Tmt-er Zeil Schlesien tos'eiS^w vulILRlfn11P ‘Rrnhmi v y- » r -■ . ,■ . T-’—M-nö war, erheblich überflügelt L/J ™tirb flrogte Stadt ber Rheinprovinz auch die eine Anzahl > ®^bt SAiestens überflügeln. Das alte Lied: Der — r‘ Zug nach dem Westen! IN Märkte. n lb ’n ie er ci Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hesjen am Dienstag den 29. Oktober: Meist trüb. Geringe Regenfalle. Kühl. Schwache westliche Winde, PrivaMskonto 5 Proz. Nene Bücher. Eingegangen vom 19.—25. Oktober. (Besprechung erfolgt nach Auswahl. (Luie Verpflichtung zur Besprechung und zur Aufbewahrung unverlangt cilrgesandter Bücher wird nicht übernommen.) E. Bastian. Die Schwierigkeiten der Gefchäftskorre- spondcnz. Zugleich ein Hilfsbuch für den Bank- und Wechsel- Verkehr. Stuttgart, Muth'sche Verlagshandlung. Preis 2,50 Mk. Iohs. Warlitz. Die Registratur im Großbetriebe. Praktische Anleitung zur systematischen Registratur-Einrichtung und -Führung, namentlich für industrielle Großbetriebe und Han- delsgesellschaften. Stuttgart, Vduth'sche Verlagshandlmrg. Preis 1 Wtark. F. E. E. Bilz. In hundert Jahren. Roman. Dresden- Radebeul, F. E. Bilz. Preis 3,50 Mark. Wissenschaft und Bildung. Einzeldarstellungen aus allen Gebieten des Wissens, herausgegeben Von Privatdozent Dr. Paul Herre. Preis für den Band geh. 1 Mark, geb. 1.25 Mk. Nr. 15, Dr. Hugo Winckler, Die babylonische Geisteskultur in ihren Beziehungen zur Kulturentwicklung der Menschheit. Nr. 19, Dr. P. S chu ster. Das Nervensystem und die Schädlichkeiten des täglichen Lebens. Dr. H. Tillmanns, Die moderne Chirurgie für gebildete Laien. Leipzig, Quelle und Meyer. t v 1001 Erzählungen für Jung und Alt. Nr. 1, Ferdinand Runkel, Der Held von Omaruru. Erzählung aus dem südwestafrikanischen Kriege. Berlin und Leipzig, Hermann Hillger Verlag. Preis 20 Pfg. W. H e i m b u r g, Wie auch wir vergeben . . . Roman. 2. Auflage. Stuttgart, Union Deutsche Verlagsanftalt. Ro aldAmuuds en, Tie Nordwcst-Passage. Meine Polarfahrt auf der Gjöa. Lieferung 1. München, Albert Langen. Vollständig in 16 Lieferungen zu 75 Pfg. Wörishofer-Kalendcr für Kncippsches Heilverfahren. 8. Jahrg., 1908. Wörishofen, Buchdruckerei und Verlagsanstalt. Preis 50 Pfg. Handbuch der g e s am ten L a n d w i rt s ch a ft. Herausgegeben von Dr. Karl Steinbrück. Lief. 12—21. Hannover, Dr. Max Jänicke. Vollständig in etwa 50 Lieferungen zu 50 Pfg. Traugott Tamm, Gül Hanum. Roman. Berlin W. 30, '9 1< n Q3 er Grigittal-DrahtmelSnttgen. Rom, 28. Okt. Reichskanzler Fürst Bülow; hat dem italienischen Minister Tittoni die herzliche Anteilnahme der deutschen Regierung an dem Unglück ausge-» sprachen, das Calabrien. yeimgesucht hat. L o n d o u, 28. Okt. Die „Tridune" meldet aus Tanger: Neun deutsche Deserteure der Fremdenlegion, die in der Absicht geflüchtet waren, von Truppen Muley Hafids festgenommen und an das deutsche Konsulat ausgeliefert zu werden, wurden von einer ihnen entgegenkommendem Truppe Marokkaner nach ihrer Nationalität befragt. Als,' die Deserteure erklärten, sie seien Franzosen, machten die Marokkaner einen Angriff auf sie, töteten vier und mißhandelten die übrigen schwer. Die am Leben gebliebenen fünf Deserteure sind in jämmerlichem Zustandch in Rabat eingetroffen. Paris, 28. Okt. Der „Matin" veröffentlicht eine Unterredung mit dem französisch en Botschaftsrat Lecomte, worin dieser die gegen ihn erhobenen Beschuldigungen entschieden zurückweist. Es sei unrichtig/ daß er als Zeuge geladen worden sei und sich, geweigert habe, zu erscheineu. Tanger, 28. Okt. Die Verhandlungen zwischen dem Maghzen und Raisuli über die Freilassung des immer noch in Ralsulis Gefangenschaft befindlichen K'aid Mac Lean haben ihren Abschluß gefunden. Raisuli erhält den englischen Schutz und Lösegeld. Ferner muß der Maghzew die in Fez gefangen gehaltenen Anhänger Raisulis.freigeben. Diese zollen bereits unterwegs sein, so daß die Freigabe Mac Leans in den nächsten Tagen erfolgen dürfte. d )ii li Mvehliche NaehvLshreM Q'vangeLffche Gemeinde. Montag den 28. Oktober, abends 8 Uhr, im Lukassaale: Bibelstnnd e. Pfarrassistent Becker. Hermann Ehbock. Preis 4 Mark. C. de Jong van Beek en Donk, Es kommt der Tag. . . Roman. Deutsch von Else Otten. Berlin W. 30, Hermann Ehbock. Preis 4 Mk. Dietrich Metelmann, (Franz Telmann) In der Liebe Land. Gedichte. Leipzig, Verlag für Literatur, Kunst und Wissenschaft. Preis 2,50 Mark. Scotus Viator, Die Zukunft Oesterreich-Ungarns und die Haltung der Großmächte. Uebcrsetzt von Elsa Brockhauscn. Mit einer Vorrede von Prof. E. Brockhausen. Wien, Franz Deuticke. Preis 1,40 Mk. Frau Dr. E. von Szczepanska-Gießen. Was muß ein junges Mädchen vor und von der Ehe wissen. Hand- und Lehrbuch für junge Mädchen über alle Verhältnisie des Braut- und Ehestandes. 8. vermehrte und verbesserte Auflage. Leipzig, Hans Hedewig's Nachf., Curt Romiger. Ph. Mr. Adolf Vomucka, Was der Nervöse, der Neurastheniker von seiner Krankheit wissen und wie er leben muß, um gesund zu werden. Leipzig, A. Haase. Preis 2,50 Mk. Dr. med. Voorhoeve, Dillenburg. Homöopathie ut der Praxis. Erste Lieferung. Zwolle, La Riviöre u. Vorhoeve. Lieferungen zu je 80 Pfg. Josef Szterenyi, Grundzüge der Handwerks-Politu. der ungarischen Regierung. Eine Rede. Budapest, Literarische Anstalt „Europa". 1 Elisabeth Goldbach, Die Stuhtverstopfung und deren Behebung ohne Medikamente. Wien, Huber und Lahme Nachf. Preis 50 Pfg. G. Wendling, Der Doktor von Dutzow. Weggenossen. Roman. Hamburg, Gebrüder Lüdeking. Preis geb. 4 Mk. Oskar Hoffmann, Der Goldtrust. Internationaler Finanzroman. 3. Aufl. Berlin, Herrn. .Seemann Nachf.- Preis 1,80 Mk. ' MaximGorki, Die Mutter. Sozialer Roman. Uebersetzt von Adolf Heß. Berlin, I. Ladyschnikow. Preis 9 Mk. Die Stimme der Großen. 2. Bd. Kön i g m Su i] e. Herausgcg. von Dr. Otto Krack. 3. Bd. Napoleon I. Herausg. ic. Frankfurt a. M., 28. Okt. (Orig.-Telegr. des „Gießen. Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Frucht in arktpreis e. Werzen Mk. 24.25—24.50, Kurhessischer Mk. 24.25—24.50, La Plata Mk. 26.50—27.50, Kansas Mk. 25.00—26.00, Roggen (hiesiger) Mk. 21.25—21.50, Gerste (Wetterauer) Mk. 19.75—20.50, Fanten- felder Tlf. 00.00—00.00, Hafer 18.50—19.00, Mais Alk. 16.75-17.00. Weizenmehl Mk. 35.50—36.50, 00—00, 2. Qualität Mk. 33.0® bis Mk. 33.50, 3. Qualität Mk. 31.00—32.00, Roggenmehl 00- Mk. 32.00—33.25,1.Qualität Mk. 31.00-32.25, Weizeukleie Mk. 12.25 bis Alk. 12.50, Roggenkleie Mk. 13.50—14.00, Maiskeime Mk. 11.75 bis Mk. 12.00, Franken, Pfälzer, Ried Mk. 20.59—21.00. Alles per 1100 Kg. ab hier. fc. Frankfurt a. M., 28. Okt. (Telcgr. Orig.-Bericht des „Gieß. Anz."). s2LmtL Notierungen der heiltigen Viehmark tp reis e. Zinn Verkaufe standen: 427 Ochsen, 78 aus Oesterreich, 41 Bullen, 0 aus Oesterreich, 0 aus Tänemark, 899 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 aus Tänemark, 240 Kälber, 503 Schafe und Hümmel, 00 Schafe aus Oesterreich, 0 Ziegen, 2160 Schweine. Bezahlt wurde für lOOPsilnd Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 83—86 Mk^ 2. Qual 76—78 ML., 3. Qual. 68—72Ölt.; Bullen 1. Qual. 71 bis 73 Mk., 2. Qual. 67—69 Mk.; Kühe 1. Qual. 72—74 Mk., 2.Qual. 67—68 W, 3. Qual. 56-58 Mk, 4. Qual. 50—54 Mk., 5. Qualp 00—OOMk. Kälber: 1. Qual.62-95 Pfg., Lebendgewicht54—57 Pf., 2. Qual. 84—92 Pfg., Lebendgelvicht 49—53 Pfg., Schlacht-, gewicht 65—70 Pfg. Schafe: 1. Qual. 80—82, 2. Qual. 74—76 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qual. 62—63 Pfg., Lebdgew. : 48,5—00.00 Pfg., 2. Qu. 60-61 Pfg., Lebendgew. 48,0—00 Pfg., 3. Qual. 52—54 Pfg. Lebendgew. 00 Pig. Geschäft bei Hornvieh gut, Ueberstand unbedeutend, bei Kleinvieh gut, kein Ueberlaub ; bei Schalen und Schweine gedrückt, Ueberstand unbedeutend.! von Dr. Otto 5vrack. Berlin W. 30, Hbrml 'Ehbock. Preis fü^ den kart. Band 1,60 Mk. ' Eduard Engel, Das jüngste Deutschland. Sonderabdruck a. d. Verfassers Geschichte der deutschen Literatur. Leipzig, G. Freytag. Preis 1,20 Mk. Henry Wagner, Bedingt das Grab die Vernichtung unserer Persönlichkeit? Experimental-psychologische Studien. Mülhausen i. E., Verlag „Osiris" H. Wagner. Kandel. Zur amerikan ischeu Krisis. Nach den neuesten Meldungen aus Newyork dauerte der Run auf die Trust Company of America auch heute an. Frühmorgens um 6 Uhr standen bereits 200 Personen in Reihe. Die Company hat in 2 Tagen 18 Millionen Mark ausbezahlt. Tie Morgenblätter erklären^ daß die Situation ein besseres Gepräge angenommen habe. Auch behaupten sie, daß das Schatzamt und Rockefeller 110 Mill. Dollars für Samstag in Bar aufbrächten; dies scheint jedoch übertrieben zu sein. Immerhin sollen große Barmittel bereits bereitstehen. Tic Berliner Westinghouse Elektrizitäts-Att.-Ges., die hauptsächlich Fabrikate auswärtiger Westinghouse Companyes vertreibt, hat eine Kabelmeldung erhalten, wonach George Westinghouse auf Pittsburger Banken die Receiverfchaft beantragte, als bestes Mittel, die Interessen aller Beteiligten zu schützeu. Aus Loudon wird noch, gemeldet, daß gestern der Wechselverkehr mit Newyork desorganisiert war, infolge der hohen Zinsrate und der Unsicherheit in Newyork. Auch heute, Freitag, sind Londoner Banken noch zurückhaltend. Im allgemeinen wird die Lage besser beurteilt, und man glaubt, daß das Schlimmste über- ivunden sei. Börsen-Wochenbericht. = Frankfurt a. M., 26. Okt. Tas Interesse der deutschen Börsen war diese Woche vollauf in Anspruch genommen durch die Vorgänge in Amerika Dort ist eine Krisis zum Ausbruch gekommen, die sich Von Tag zu Tag zuspitzte. Es haudelt .sich nicht um eine Handelskrisis, denn wenn auch das Geichast sich m ruhigeren Bahnen bewegt, die wirtschaftliche Lage ist drüben doch nwst ungesund, von der Krisis wurden mehr die Banken .und Trustgesellschaften Erfaßt und schließlich griff sie auch aus ^ndustrie- qesellschaften über. Die Veranlassung dazu boten m erster ~uue die krassen Mißstände, die infolge der gerichtlichen Untersuchungen gegen verschiedene Gesellschaften aufgedeckt worden inw, mehr mib mehr wurde auch bekannt, d-b die Mittel die manchen Ge- scllschaften anvertraut waren, zum Teil in den dienst einer zügellosen Spekulation gestellt worden Jino, ^^waltungsmu- gliedcr der Gesellschaften selbst benutzten sie zu solchem Zwecken, und daraus eutwiaelte sich ein Mißtrauen, welches immer weitere Kreise erfaßte und schließlich zum Zusammestbruch einer Reihe von Gesellschaften führte. Die mangelhaste Organisation des Geldumlaufs in den Vereinigten Staaten, die nicht wie andere Staaten ein Zentralinstitut besitzen, in denen vielmehr die Regelung des Geldumlaufs durch eine Reihe von Nationalbanken besorgt wird, mag mit dazu beigetragen haben, daß die KrisiS sich so sehr verschärfte, in der Hauptsache ist sie aber eine Folge der vorausgegangenen Uebertreibungen der Spekulation, der schlimmen Auswüchse, die diese gezeitigt hat. Bei allen Gesellschaften, die sich genötigt sahen, ihre Kasten zu fchließen, kommen mehr oder weniger große Verfehlungen ans Tageslicyt, da, wo die inneren Verhältnisse gesund befunden wurden, konnte geholfen werden. Die Regierung stellte dem Markte durch Einlagen in die Nationalbanken erhebliche Mittel zur Verfügung, Eetzlar, 24. Okt. Eine blutige Tat hat den Stern- ; Ar.’eher Hermann Th. von Breits che id, zurzeit m Nntmuchungshaft m Wetzlar, vor die S1 r a f k a m m e r geluhrc. s. n jlhenb des 23. Juli war ein Italiener mit Breistcheider duschen in Streit geraten und hatte dabei einem Bruder des Äugten einen Schlag versetzt, der den Getroffenen ni^er- Se Nachdem er den Schlag, der übrigens ohne schwere KL blieb, ausgeteilt hatte, wandte sich der Italiener zur Flucht, wurde aber verfolgt, und durch mehrere Mesterstrche in scn Rücken so schwer verletzt, daß er bald darauf starb. Die sieben Stiche geführt zu haben, ist der Augerlagte Th. beschul- auch gar nicht, gestochen zu haben irdaä, 5 in den Rücken sondern nach der Brust scmes Gegners. Lre Beweisaufnahme fällt derart zu Ungunften des AngeUagtcn aus, das Gericht ihn zu einer Gciangmsstrafe von 6 -Jatiren ».Erteilt (Wetzl. Anz.) Berlin, 26. Okt. In der Strafsache des Reichskanzlers gegen den Schriftsteller Brand t wr^de der Tmnrn der Hauptverhandlung vor der Zweiten Strafkamkuer des L^d- aerichts Berlin II auf den 6. November anberaumt Von der Staatsanwaltschaft find als Belastungszeugen geladen der Reichskanzler, Geheimrat Scheefer und der Neste dev Reichskanzlers cand. jur. Bernhard v. Bülow. Ter Angeklagte beabsichtigt einen umfangreichen Zeugcnbeweis anzutretem Lübeck, 27. Ott. Von der Strafkammer wurde der Arbeiter Janitz zu zwei Wochen Gefängnis wegen Beleidigung verurteilt, weil er einem vorübergehenden Oberleutnant das Wort Brüsewitz nachgerufen habe. . Rastenburg, 28. Ott. Das O b e r kr i e g s g e r i ch t des i Armeekorps verurteilte den Leutnant Elstermann gen. von Streitt vom 4. Grenadier-Regiment wegen voffchriftswi- briaer Behandlung, Verwendung Untergebener zu Prwatzwecken und Urkundenfälschung zu 7 Monaten Gefängnis und Ticnstentlassung. Die Verhandlung und Urteilsbegründung fand unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt. . Hirschberg, 26. Okt. In dem S chmredeb er ger Mordprozeß wurde nach sechstägiger Verhandlungsdauer der Wirtschaftsassistent Bergmann wegen Mordes z u m T ob e, der Gutsbesitzer Klein wegen Anstiftung ebenfalls zum Tode ö’rau zckein wegen Beihilfe zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt. Bonn, 26. Okt. In Dem Prozeß wegen des am 20.^uli an den Eheleuten Raaf und der Witwe So hm ar^ zu Dornbusch begangenen Raubmordes verurteilte das Saiwurgencht die Angeklagten Pokokorie, Rußcie, Baie, Daniel Bes ar und Kantor zum Tode; Paoitte wurde wegen Beihilfe und Bedrohung zu 30 Monaten und Georg Beslar wegen Mittviffm- schast zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Tie Ehefrau Tezulian wurde freigesprochcn. auch die ersten Häuser des Newyorker Platzes taten' ihr Möglichstes, bisher konnte die Krisis aber nicht beschworen werden, das Mißtrauen bleibt noch ungeschwächt bestehen, und es läßt sich nicht absehen, welche Kreise es noch ziehen wird. Wenn die deutschen Märkte von den Vorgängen jen- 'eits des Ozeans trotz der Interessen, die sie an amerikanischen Werten immerhin haben, fast unberührt geblieben sind, so ist dies zunächst darauf zurückzuführen, daß bei uns die Spekulation schon längere Zeit stark eingeengt worden ist, und in- olgedessen größere Hausseengagements nicht Vorhanden sind. Auch ind die inneren Verhältnisse von deutschen Gesellschaften zweifelns besser bestellt. Freilich können auch bei uns Ueberraschungen eintreten. Ter jüngste Zusammmbruch des alten Hamburger Bankhauses Haller, Söhle n. Co. hat dies gezeigt, denn )etzt stellt sich heraus, daß 14 Millionen Mk. P ast wen nur 1 Mill. Mark Aktiven gegenüberftehen. Solche Fälle dürfeii sich nicht wiederholen, denn das Vertrauen ist eine zarte Pflanze. Wird dies erfchüttert, dann können Kalamitäten eintreten. Alle Banken und Bankhäuser, die sich stark beziehen lassen, können nur mit Hilfe ihres ausgezeichneten Kredits dem Handel und der Industrie die großen Dienste leisten; deshalb muß der Kredit sorgfältig gepflegt werden. Die Erschütterungen jenseits des Ozeans sollten nicht zu leicht genommen werden, sie könnten ihre Wellen doch noch zu uns herüberwerscu. Das Barometer wird der Geldmarkt fein, dieser muß also scharf im Auge gehalten werden. In der verflossenen Woche hat sich das 5hir§niVcau nur ganz unwesentlich gesenkt, nur amerikanische Werte wurden einige Prozent zurückgeworfen. Die Geldverhältnisse sind noch leidlich gut. 5Wud)c fegte derselbe 350 Meter tn 27 Sekundest cm rtfUn 4()3 in 31 Sekunda, bei dem 771 Meter in 53 Sekunden. Die Geschwindigkeit betrug dnrckncbuittlich 14 Meter in der Sekunde. Bei dem d erhob fich der Llpparat rasch zu einer Höhe von mußte aber die Fahrt einstetten, weil Ue Steuer- misreiäste. Farnmnn wird an der Flug maschine einige h ^maen treffdre mrd alsdann die Versuche wieder aufnehmeu. aux (Frankr.), wurde ein auf der Hochzeitsreise ' .. sviiApä deutsches Ehepaar, der Ingenieur Max Wolff aus ! Sslfeirg und Frau, durch einen Sturz aus dem Auwmobil . verletzt. Die Verwundeten wurden nach Paris ' Wick Manittgegeben, daß bei einemZusammmstioß kcm Weschampstcad-Bahnhvf zu London 12 Rcyncke verlctzt - finb; drei von ihnen so schwer, da« an chrein Mskommcn , derFahrt nach Düren stieg in Bei,rath-Düffeidors eine nverichönweide bei Berlin kommende Fran aus, ging mit ihren ' Kindern nach Urdenbach und warf dort das dre>iahr.geKind i 6 =111 e f b n d), in welchem es ertrank. D« anscheinend i ^istesgestorte Frau wurde mit den beiden andern Kinder m das Wei>?großhandler Dornel ans Nürnberg wurde au, der ■ - 3 a durch einen Unglückssall von einen Jagdgenosscn e rscho s s en. in 9cböncr Huaführung zu billigsten Preisen. ßriibVscbe aniv.-Druckerei 8ksrislh«st fir 6* «S Sellethiiit 1. Vortrag: Dormcrstag, den 31. Oktober 8V4 Ubr in der alten Großen Aula der Universität: Herr Oberleutnant Wilhelm J-ilchncr (Berlin) ter eins Mim uri Uders-Bel. 0.Nit Lichtbildern). Jahresbeitrag für Mitglieder u deren Angehörige Mk. 4.— Eintrittspreis f.Äichtmitgl. Mk. 1, s. Studierende Mk. 0,50 Karten in der Rickerschen Univ.-Buchyandlung u. bei Herrn A. ^reev, Hosbuchhandlung. Jahreskarten für Studierende zu Mk. 1,50 bei dem Hausverwalter des Kollegiengebäudcs. Mitglieds- und Eintrittskarten nud am Eingänge vorznzc;gcn. Der Vortrag beginnt d'/, Uhr pünktlich,- Lttndern unter 14 Jahren ist der Eintritt nicht gestattet. Die Damen werden gebeten, die Hüte abznnehmen. c Alle hier in Gießen wohnenden Beamten und Lehrer werden hiermit zu einer Wersos'MtiasBBKg auf Mittwoch, den 30. Oktober ds. Js., abends 0 Uhr im Saale des Felsenkeller, Ecke Liebig- und Bahnhofstraße, cingcladen. Tages-Ordnung: Stadtverordnetenwahlen. t,8/ Der Ausschusz. Worein Samstag, den 2. November a. c., abends 8% Uhr im Reuen Saalbau (Steins Garten) Sonntag, den 3. November, nachmittags 3 Uhr Nachfeier auf der Liehigshöhe, Nichtnütglieder haben nur gegen mit Namen versehene Einlaßkarten Zutritt. v18/10 Der Vorstand. v“/io Xiefcnwen 18. 08225 l l 08235 Cbelstr. 2, III. 08234 Hammstr. 13, I. Mädcken MUängig^sLD e Stelle als Lauf- - ßCSHDtllCtt. ncFlf mrrh nnhnn ....< 08222 Steinstraffe 14, I. 08211 Viel)ißsit. 72, park. ii i a? 5 Zimmei CM/io b hv-^/io , Aerzt(ich empfohlen. 3 Zimmer D -Liä,den etc. h IN Ivi X ScUl 60 Pis. 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