157. Jahrgang Erstes Blatt 4>ie fiesjfifle Kummer umfaßt 10 Seiten. Lis ■ ■ Ott >as Aum HÄde des Kroßsterzogs von Waden. Der Tod des Großherzogs Friedrich trat, wie bereits •) Vgl. die schöne .Einführung" in das ausgezeichnete Werk Dr. Max I. Wolffs »Shakespeare. Der Dichter und sein Werk", L Band. München, E. H. Beck'jche Verlagsbuchhandlung. Sterb ezinrm er. In einem Nebengemach versammelten der „Karlsruher Atg." in einer auch schon zu Lebzeiten des Großherzogs öfters hcrvorgetretenen verständigen und dankenswerten Nticksichtnahme auf das bürgerliche Leben auf eine ganz kurze Frist beschränkt worden. Nur bis zum Ablauf des dritten auf den Sterbetag folgenden Tages, am Tage der Ueberführung der Leiche von Mainau nach Karlsruhe sowie am Tage der Beisetzung im Familien - mausoleum beim hiesigen Schloß, wo schon der Bruder des Großherzogs und dessen Sohn Litdwig bestattet sind, müssen öffentliche Lustbarkeiten und Veranstaltungen unterbleiben. Beim Tode des Großherzogs Leopold im Jahre 1852 war das öfsentliche Leben noch auf ganze vier Wochen eingeschränkt worden. Berlin, 28. Sept. Die Trauerbotschaft von dem Ableben des Großherzogs von Baden lief auf der hiesigen badischen Gesandtschaft im Laufe des Vormittags ein. Die Flagge wurde auf dem Gesandtschaftshotel halbmast gehitzt. Dem Kaiser ging die Nachricht direkt zu. Gegen 12 Uhr wehte auf dem königlichen Schlosse sowie auf allen Gebäuden der Reichs- und der Staatsämter die Flaggen auf halbmast; auch viele Privathäuser hatten Fahnen gehißt. In den Berliner Schulen werden zu Anfang der nächsten Woche Gedächtnisfeiern aus Anlaß des Ablebens des Großherzogs abgehalten werden. Der hiesige Verein der Badener, der über eine stattliche Anzahl von hier lebenden Landsleuten als Mitglieder verfügt, wird eine imposante Trauerfeier zum Andenken an den verstorbenen Monarchen abhalten. München, 28. Sept. Der Prinzregent von Bayern hat die Nachricht von dem Ableben des Großherzogs von Baden nach der Rückkehr von seiner Morgen- spaziersahrt erhalten, tief erschüttert durch den Tod seines treuen Verbündeten und Altersgenossen, der Großherzogin- Witwe und dem neuen Großherzog Friedrich alsbald Beileidstelegramme gesandt. An den Beisetzungsfeierlichkeiten in Karlsruhe wird Prinz Ludwig, der Thronfolger, seinen Vater, den Regenten, vertreten. Die Hoftrauer wird erst am Montag bekanntgegeben. Der Prinzregent hat infolge des Ablebens des Großherzogs von Baden den Besuch der morgigen Galavorstellung im Hoftheater zum Oktober- fest abgesagt. Es ist dies sonst das einzige Mal im Jahr, daß der Prinzregent ins Theater geht. Die Stadt München, die vom Großherzog seit vielen Jahren Beweise seines Wohlwollens empfangen hat, sandte ein tiefempfundenes Kondolenztelegramm nach der Mainau. Aehn- liche Kundgebungen sind auch von anderen bayrischen Städten zu erwarten. Pretzstimmen zum Ableben des Großherzogs von Baden. Berlin, 28. Sept. Zunr Ableben des Großherzogs Friedrich von Baden bringen sämtliche Berliner Abendblätter warmgehaltene Nachrufe. Ter „Reichs an zeig er" schreibt: „Die Schatten weh- nrütiger Trauer senken sich mit dieser Todesbotschaft auf Deutschland herab. Was Großherzog Friedrich seinem badische Lande und dem Deutschen Reiche gewesen ist, haben rhm Kundgebungen dankbarer Liebe und Vereisung bezeigt, als er anr 24. April 1902 das fünfzigjälnüge Jubiläum einer mit Erfolgens reich gesegneten Regierung, am 9. September 1906 die Feiert seines 80. Geburtstages uno noch in demselben Monat daS F-efv der goldenen Hochzeit beging. Diese Kundgebungen, die sich jetzt an der Bahre des edlen Entschlafenen erneuern, galten nicht bloß Badens Grobherzog, der fein Land aus trüben Zecken zu blühender Wohifahrt geleitet, nicht bloß dem rcklerckchen Feldherrn, den das deutsche Heer als Generallchersr.cn der Kavallerie und als Arineeinspekteur mit Stolz den Seinigen nannte,^ dem sinnigen Förderer des V)erkes des Friedens, der Künste und Wissenschaften, sie huldigten vor allem dein hoclcherdienten Bundcsfürstcn, der als einer der letzten aus der Hcldenzeit des jungen Reiches, als Eidam des ersten großen Kaisers, als Schwager Kaiser Friedrichs, als Mitstreiter und Mitaroerter für Deutschlands politische Einigung allen Patrioten ans Herz gewachsen war. Ten getrciien Eckart unseres Volkes hat man, ihn genannt, weil er nicht müde wurde, dem jüngeren Geschlecht die Mahnungen einer großen Vergangenheit lebendig zu erhalten durch sein Wort, durch sein Walten, durch semq ehrwürdige Herrscyergestalt. So lebt er in den Herzen seiner Badener, die ihren Großherzog Friedrich nicht vergessen werden^ und im Gedächtnis der gesahnten Nation. Möge es in ernstem Stunden dem deutschen Volke nie an Fürsten von der_ Hin-s gebung an die nationale Sache, von der Treue, Tatkraft niiin Weisheit fehlen, als deren Verkörperung Friedrich von Baden' in unserer Geschichte leuchtet." Tic „N o r d d. A l l g. Z t g." schreibt: Seit jenen großen; Tagen gewaltigster und nationaler Erhebung sind nahezu vier Jahrzehnte in die Vergangenheü hinabgerauscht. Auch in dieser Zeitspanne hat unser Volk Großherzog Friedrich immerdar auf hoher Warte gesehen, wie er als unermüdlicher Mahner Mid Warner immer wieder seine Stimme gegen jede Verdunkelung der nationalen Idee erhob, in deren Dienst er sich sein Leben lang gestellt hatte. Nunmehr liegt sein herrliches LebenöwerS Abgeschlossen vor den Augen der Nation und der Welt dar.. Reicher Segen ruhte auf der fünfeinhalb Jahrzehnte umfassenden Regierung dieses ausgezeichneten Fürsten, der die ganze Fülle von Gaben des Geistes und deS Gemüts, die ihm vow der Vorsehung zuteil geworden waren, dem Wohle des badischen und des deutschen Volkes geweiht hat. Mit der erlauch-en; Großherzogin-Witwe und dem Großherzoglichen Herrfcherhause ist der Kaiser und sein Haus durch das Älbleben des innig ver^ ehrten Oheims und treuen Freundes in tiefe, Trauer versetzt worden. Und vereint mit dem badyä-en Volke steht trauernd dies ganze Nation an der Bahre eines der edelsten deutschen Fürsten^ dessen Andenken nicht verblassen wird, solange unser Volk sich selbst treu und der unvergeßlichen Kämpfe für Deutschlands Größe und Wohlfahrt sich würdig erweist." Die „Kreuzzeitung" schreibt: Mit dem Großherzogtuntz elegraphisch gemeldet, am Samstag früh kurz vor 9 Uhr in. Zehn Minuten später wurde er durch das Oberhof- narjchallamt den Hofstaaten kundgegeben. Die Nacht war uljig verlaufen, nur schwache Atemzüge verkündeten noch Leben. Um 73/4 Uhr morgens erkannten die Aerzte, Stndttheatcr. Das WinLermärchen. Von Shakespeare. Mutbeseelt, nicht scheuend den Flug in erhabene Licht- hohen, gab uns Herr Direktor Steingoetter zu Beginn der Spielzeit im neuen prunkenden Hause feierliches Geleit ins prangende Reich des obersten Meisters des Dramas. Brausende K'iensche'ngeschicke und göttlich-fessellose Heiterkeit, güldene Weisheit und quellende Fülle des Lebens, klingende Freude und wühlende Leidenschaften blühen im Wunderlande Shakespeares in buntschillernder Mannigfaltigkeit. Vor zwei Jahren wars, als im alten bescheidenen Musenheim an der Wallthor- straße die neue Spielzeit eröffnet wurde mit der Tragikomödie des Juden von Venedig, die ein ausgelassenes und hohes Genießen prunkumgebeiur Renaissancemenschen überquillt. Und ein märchenhaft-phantastischer Zauber im verbitterten Ernste wie im idyllischen Scherze breitet düstere und frühlings- silbcrn glitzernde Schleier über die utopisch springende Fabel des »Wintermärchens". Shakespeares Alterskunst wohnt gern in einem märchen- hasien Tranmland, in dessen luftige Regionen der verworrene Lärm des Lebens nur gedämpft hereinklingt und in dessen leichterer Luft auch die tragischen Dinge gelinder, freier sich vollziehen und alles endlich in ein weisheitsvolles Spiel sich auflöst. „Ein traurig Märchen paßt für den Winter gut", sagt der Knabe Dtamillius. Ein düsterer, ivahnbetörter König stößt sein holdedles Weib in den Kerker und eine Dame vom Hofe schwört, daß der Gram um den Tod ihres SohneL ihr selber den Tod gebracht habe. Furchtüberschattet fliehen die schuldlos Versolgten auS dem Bereiche bösen Argwohns. Tie brauenden Wolken heben sich von der Erde, das Univctter, das Menschen und Schisse verschlang, läßt nach und freundlich blauer Himmel tut sich auf; idyllisches Schäferleben, süßer Hauch der aujivachendcn Natur, die Freuden des Frühlings lösen den Wiiiter ab. Jsts traumhaftes Wunder oder gehts nut realen Dingen zu, daß die unschuldsvolle Königin wiederkehrt? Wir wissens nicht. Doch nehmen wie mit Ehrfurcht wahr, daß dec alternde Dichter an die heilende Kraft der Zeit ßlaubt, die er als Chorus in die Dichtung einsührt. Das $l(tcr, so lehrt uns der Dichter, sänftigt das Blut und träufelt milde Versöhnlichkeit in unsere Adern. Was jähe Jugend uns in hitziger Torheit verlieren ließ, giebt uns das unserer Frühzeit sich wehmiitsvoll geklärt erinnernde Alter mit liebenden Händen wieder. Die vorn wildblütigen Jüngling verjagte und vielleicht gestorbene, von dem Manne jedenfalls verlorene Hermione kehrt dem Alternden zurück als Freierin um die Liebe deS reuig Würdigen. Und aus ihres KnrdeS Haupt erfleht sie die Griade dec Götter. Montag 3.0. SePteM^es WO7 Be-ugSpretSr Nach stürmischem Jugendlenze, der uns törichte Ntenschcn ost winterhart macht, erblüht in unseren Herzen, wenn in unsere Haare winterlicher Schnee sich mischt, ein köstlich linder Alters-Frühling, der uns verscherztes Jugendglück wicder- bringt. Das ist, wie mir scheint, des „Wintermärchens" tiefer Sinn, dieser, nach Oechelhäusers Vermutung, letzten dramatischen Arbeit Shakespeares, den wir zuletzt, von trotzigem Pessimismus befreit, versöhnt mit der Welt sehen. So legte der Urheber der ^ungeheuren Bücher des Schicksals", wie Goethe sie nannte, in milder Resignation seinen Zauberstab nieder.*) Eine Sammlung gedankenreicher, meist dramaturgischer Abhandlungen, vereinigt unter dem Titel »Ter Weg zur Form" (Verlag von Julius Bard, Berlin 1906) von Paul Ernst, einem feinsinnigen, hohem Neuidealismus zustrebenden Poeten, dessen dramatische Dichtungen auch auf unserer Bühne eine Heimstätte finden sollten (ich nenne vor anderen die llomödien ,Eine Nacht in Florenz", .Ritter Lanval" und „Der Hulla") enthält eine geistreiche Studie über „Lear", dessen furchtbare Tragödie nach den Verheißungen der Direktion uns demnächst auch erschüttern soll. Ernst sagt u. a. ganz richtig, daß Shakespeare immer unfrei gegenüber seinem Stoss ist. Alle grundlegenden Fehler seiner Vorbilder, so dcduzirt Ernst, ein fcharser, aber ernsthafterer Kritiker Shakespeares als Tolstoi, nimmt er mit, denn an der Grundlage rührt er nie; da jeder Fehler der Konstruktion aber nachher an seinen Stellen sich zeigt, so wird überall vertuscht, durch NUttel, welche erfahrungsgemäß Bühnenwirkung haben. Die hauptsächlichsten dieser Mittel sind die Nebenhandlung, bezw. Episode, und das, was Ernst ganz richtig „dramatische Lyrik^ nennt. So hat auch Shakespeare mit wundersamer Sorglosigkeit die Zeit und die Oertlichkeit seines „Wintermärchens" aus seinem Vorbilde herübergenom:nen. Dieses Vorbild schon, eine Erzählung seines einstigen Todfeindes Robert Greene, hatte Böhmen an die See verlegt, den Gatten einer Tochter des Kaisers von Rußland das Delphische Orakel befragen lassen, hatte gleichzeitig Giulio Romano, den hervorragenden Schüler Rafaels, zum Bildhauer gemacht rc. Und Greene war Professor an der Universität Cambridge! Dieser also hatte sich bereits von allen Rücksichten auf Geschichte und Geographie losgetettct, Shakespeare aber fügte GreeneS wunderlichem Roman aus eigener Phantasie nur eines zu, daS beste: das der quellenden Natur abgewonnene Fest der aß das Ableben nahe sei. Die großherzogliche Familie Ausnahme der hochbetagetn Prinzessin Wilhelm betrat r ffufccr GonniagS. «fSSSBS -LM'-sr »lÖfttr viermal in der nroche t'eiqrlegt und io^mlalwöchenllrck)daS irci$blatt fSr den Kreis yteken. Fernfprech-An- chllckf.d.Ned.cktwnI13 lierlaq u.ExpedMon bl ibrtfle für Devefchen: -lu-etger Gtcßcn. rmiahme m Anzeigen ür tue Taqesnummer vormittags 10 Uhr. Schafschur, eine Partie „dramatifcher .Lyrik", m der des, Dichters eigenstes Herz schlägt. So spielt denn also dieses Drairia im Klima des Wtmder- barcn; seine Figuren muten uns an wie au5 einer buntem Spielzeugschachtel für Götter entnommen. Es ist eine Gaukele und Seifenblasenwelt, aus blühendem Spieltrieb wundersam' in die Luft gehaucht. Jeder individualisierende Zug i|t bei den Trägern der Handlung vermieden, werden sie doch vom Märchen getragen. Gewiß, es ist, um ein Goethe'sches Wort zu gebrauchen^ ein Stück in Stücken; daS Wesentliche des Inhalts scheint^ bei aller Phantastik in Einzelheiten, recht realistisch. Trotzdem aber bleibt es daS poetischste aller Ausstattungsstücke mit seinem lyrischen und märchenhaften Melodienreichtum. Es war, wie gesagt, ein außerordenlliches Wagnis, gleich', beim Saisonbeginn mit einem zum größten Teile neuen unb: unerprobten Ensemble den Gewaltigsten aller Gewaltigen, und noch dazu eine von dessen szenisch schwierigsten Dichtungew meistern zu wollen. Mit Furcht und Hoffnung betrat man' darum am Sonntag das neue Haus. Die Regie hatte mit Recht von der Wiedergabe dein nun fast 50jährigen Dingelstedt'schen Bearbeitung abgeschen^ die in ihrer rationalistischen Verschämtheit Böhmen in Arkadien verwandelte und die meisten der märchenholden Anachronismen auSgemerzt sehen will. Sie hatte sich mehr an das Shabe-' speare'sche Original gehalten, bei Beschränkung des muftka- lq'chen Teiles auf ein Mindestmaß. Die bunte Reihe der vow Herrn Direktor Steingoetter mit großem Geschick angeordneten und auf lebhafteste Wirkung berechneten ernsten und heiteren- Szenen, die daS Werk umfaßt, zog an den Augen der Zuschauer vorüber wie eine Wandeldekoration zu dem Flusse der Erzählung. . . , Ein so leicht und seltsam phantastisch gefügtes Spiel nut; so außerordentlichen Ausstattungsmöglichkeiten ist freilich ein* Fund für eine mit neuen reichen Schätzen versehene Regie.-. Hier können flüchtig hingeworfene Szenen farbig geschnnickt^ gewissenhaft ergänzt werden. Wo des Dichters psychologische Schärfe versagte, springt der gut instruierte Schauspieler mit, hundert Gesten und Grimassen ein. Am Wort darf man: nichts andern, doch geschickte Bereicherung durch stummes Spiel ersetzt, was das Textbuch verweigert. Und was dasi wichtigste ist, hier können Verbindungen geschaffen werden, bi^ erst den rechten Zusammenhang Herstellen 1 .... Es steckte auch viel feine Arbeit in den bunt wechseln-^ den, durch eine bewunderungswerte reiche Ausstattung und 5lostümierung unsere Augen aufs höchste ergötzert- den Svenen, die nach der Forderung des Gedichtes aus- antiken Grrurdzügen der Ausstattung ins Dturch en Haft-Phantastische hinüberspielen. Von besonderer Wirkimg tvar das-, ich die Minister v. Dusch und Freiherr von Marschall, 'wjutanten r'.nd die persönliche Bedienung. Der Präsident Oberkirchenrates Dr. Helbing trat zu Häuptcn des nettes unb sprach einige Bibelwvrte. Während herrlicher Sonnenschein das Nebenzimmer durchleuchtete, hauchte yrieorich von Baden seine edle Seele aus. Nach der Be- nmmung der Großherzogin verbleibt die Leiche so lange m Sterbezimmer, bis sie der heute nachmittag eintreffende crouprinz von Schtveden gesehen hat. In dem ganz ein- achen Raume halten Leiblakaien bis dahin die Wache. r Ghertzeßeik MW l!otation;druck und Verlag der vrühl'schen Unlo.-Vuch- und SteinörudtreL H. Lange. RedaMon, Expedition und Dntderd: Schniftrahr 7. Anzeigenteil: H. Beck. T-1, 4?SL baäK SMrze Deutsche Reich trauern- Der neue Großherzog. Friedrich, v. Dusch. Die Aufbahrung der Leiche. , C0* r -3 bitu n g" schreibt: Wir können heute an der -oahre (Friedrichs von unserem Standpunkt aus gcnriß nicht «lieg als zum besten bestellt ansehen im badischen Lande. Wenn Nur aber övttiäblicken auf den Anfang seiner Regierungszeit, so wäre es blinde Torheit, die großen Fortschritte, die das ^and umer seiner Regierung auf allen Gebieten gemacht hat, leugnen zu wollen. Und wenn es auch öde Byzantinerei wäre, *XI;, Verdienst tur_ alles Errungene ihm persönlich allein zu- zuichreloen, so muh doch gerechter Weise anerkannt werden, daß er ehrlich und redlich nach Beftem Wissen und Können daran mitgearbei.et hat. Besonders muß ihm hoch augcrechnet werden vad unter ihm das geistige Leben volle Freiheit der Ent- genossen hat. Strasprofessureu gibt cs an den bad. Hochschulen nicht, und mit Recht konnte sich der Verstorbene dereing einem Heidelberger Professor gegenüber rühmen, daß ' Gerung nie ein Eingriff in die Forschungs- und Lehrfreiheit auch nur versucht worden ist. In Baden ist die Wgsenschaft _unb ihre Lehre wirklich frei, C*’* _ “ tn der Lergassung steht. Möge es auch in alle Zukunft so bleiben. ~lc Germania" bemerkt: Seinem Lande Baden ist der nun verewigte Grogherzog Friedrich seit mehr als 50 Jahren mn verehrter Herrscher gewesen; leider hat er es aber nicht rül halten vermocht von langen und inneren schweren Krisen VÄc.^ob0enostörungeu. Ter revolutionäre Aufftand der Jahre 1848/4^, der ihn zum Verlassen des Landes gezwungen hatte, war Mar mit preußischer Hilfe niedergeschlagen, aber das Land bOim Sinken des Wohlstaiides in schwierigster Lage. Um kleinliches Polizeiregiment konnte nur mühsam das unter der Asche weiterglimmende revolutionäre Feuer niederhalten, und die Segensmacht der Kirche, zeitweilig zur Beruhigung der Gemüter zu Hilfe gerufen, seufzte unter den Fesseln einer bis in ihr innerstes Lebensgebiet hineingreifenden bureaukratischcn Bevor- un9- , Kubische Kulturkampfgescygcbung der siebziger wurde in Baden von der liberalen Regierung und einer lwer alen Kammermehrheit rezipiert oder nachgeahmt, mittels eines „Altkatholiken -Geiches suchte man die katholische SHrdic tn Baden ganz auszutilgen. ' m r..^f j n e r Tageblat t" benierkt: Das schon lange Befürchtete ist eingetreten. ttnd so hat er denn auch sein teures, ehrwürdige!- Haupt zur Ruhe gelegt, er, der Ritter ohne Furcht um>. -Laoei, die Ehre und Zierde des deutschen Volkes und des deutsaien Fürstentums, der letzte unter denen, die wir als Gründer des Reiches verehren, der Fürsten, die Kaiser Wilhelm an dem großen Tag von Versailles umstanden. Wir müssen . "P?r r?'1;aiieL erP lassen, doch neben sie recht sich auch , die stolze Freude: er war unser, ein Vorbild der höchsten Ziele ' nnö des tapfersten Wollens ftir jedermann, ein bleibendes Gut ' für die Nation. ' ! yuumnehrige Großherzog Friedrich II. von Baden hat, wie bereits erwähnt, am 9. Juli ps. Js. ' ' - - • - Lebenswahr vollendet. Im Atter von 18 Jahren O-^ten unb hatte dort erschüttert ^suinant, im Grenadieeregiment 100 ernannt, am 18. Ott ;an$e Zeit allem verweilt. Ein Eichensara, der den Jink- rt la suite des 1. Garde-Regiments z. F. und des far9 ausnehmen sollte, war bei einem Tischler in Konstant und nachdem er um 22. MSr, 18Ü1 zum I bestellt worden. Der A.iftrag wurde zu-üclgezvgen d° der ’ yciniqc reanvcSIchrervcrein hat, roi ‘ ”ns ?1,s geweidet wird, für das Claus nid. । 4 C11 • m ^.rItU Cmcn Lorbcerkeanz mitWidvmng gcfliftct , 7>xt wruppcinvasscr. Versorgung Bad. Nauheim und H-ricdberg usw. wird, wie schon kur, initgeteilt wurde, am nächsten Samstag in feierlicher Weis! crostnct werden. Aicher den drei Ministern Ewald, Gnautt und Braun werden zahlreiche Ehrengäste an dec Feier teil, nehmen. Die ^cstgeiellschast vcrsaminclt sich hier an, Bah». Hof und begibt sich von dort UN, 8 Uhr 15 Mm. vormittag m einen, Sonderzug „ach Grünberg, wo um 8 Uhr 52 Ma, btc Shihintt ctrolgf. Auf dort bcrcitsiehcnden Wagen wird nach den, Quellgebict bet Lauter gefahren, wo un, 9>/, Uhi d e ElnweihungSfeler vor sich gehen wird. Nach Beend,guna "nFldöügIIng dec Anlage wird mit Wagen nach der Gtativn ^ctterseld (Bahnlinie Mücke-Hungen) gefahren etwa ”12 Uhr C li%nbCl'-?0J'bcl"iUi1' dcfsen Abfahrt füi cwa 12 Uhr vorgesehen ist, d,c Teilnehmer nach Bad. Rauhci m. bringen wird. Dort wird zunächst der Hoch, bchattcr aus dem Golbstein besichtigt und um 3 Uhr witt cm Festessen uu Kurhaus den Schluß der Feier zur Eröffnung der für zahlreiche oberhcsistche Gemeinden hochwichtigen Gruppen-Was,crvcrwrgnngsanlagc bilden. — In Lauter trifft man bereits umfassende Vorbcrcitnngen für die Feier. Der Ort wird reichen festlichen Schmuck tragen und an den Quellen werd eist" ^"nahme von Erfrischungen aufgestcllt nationalen GcdanlenZ. Allen voran Ketraunt ba» deutsche Kauer- und Körugsyaus feinen treuesten Ander- wandten und, Bundesgeiwssen. Am schmerzlichst^ wird un « Kaiser mit ferner hohen Gemahlin getroffen von den, Tode des letzten Paladins Kaiser Clnäisc Tochter nun einsam thront ,6 Ict,cnbi9™ Erinnerung an die Tage des Werde- eut?chen sofort greifbar vor Augen zu führen, was All- ! deutsapand an dem Toten verliert. Ohne Einschränkung ist Helene Achterbern der ^ob zu erteilen. Sie zeigte würdevoll/irau- nche Remhett,^ echte Weiblichkeit und Anmut in schönem laMenEe^^OranHl’ Ihr tiefes, schmiegsames wohl- tautenoes Organ ,olgt ujc durch alle Wechsel der Stim- Daber gang sie im schönen Pathos nie über die Natur Humus. Man jühlte ihr fassungsloses Staunen rntt über den Schmachverdacht, man sah vor sich gemütsinniae stark und zart zugleich Vn der GE'ts- düb-nf ^grerch rn ihrer Unschuld, von unberührbarer Erlitt? lA< ^)rCr ^ryaltenen Trauer ob des schweren S&S? ÄS iS - S m «R ÄK eben G,ell und bau der B-cke als der Schäfer und sem Sohn Toni Sylva spielte die Perdita Die hold- lelrge Lyrrk naiver MärchcnhastigWit ward ein wenia bc- faura) ®in ^bvas sprödes,, hartes Oroan. Doch deutet tny ganze Gebühren der jungen Dame aus Bübnen- Vßoo hochverdieni.en Großherzogs von Baden, meine innios ausricyLigste Teilnahme auszusprechen. Luitpold." Daraus ijt vom Kaiser das folgende Antwortteb gramm cingegangen: „Seiner Königlichen Hoheit bei Prrnzregenten Luitpold in München. Für eine gütige Tei nähme anläßlich des Ablebens meines hochverehrten Onkel spreche rch Dir meinen herzlichen Dank aus. Ter To des Großherzogs ist für mich und unser deutsches Vater land eui schmerzlicher, großer Verlust. Wilhelm. I. ü den Anftroevungen des ^seltsam ein, so i,t zu bemerken, daß im neuen Hmlse tÄut« Ä.S bUEnwa-d, heute ttch'unbetanutn WrrkMlgeu fuhren rann, uuo c-„ oer Versuch gleich beim Aus Stabt und Land. Gießen, 30. Sept. 1907. Der Minister des Innern Braun kehrte an Landtag ans feinem Urlaub von Berlin zurück und l)n -,cll c -eitung der Geschäfte wieder übernommen. Ormont eine wirksame Sprecherin, als Ritter daaeaen weniger glaubwürdig war Schmidt-Pauly. " 9 9 &o Un-!fre c^ten Freunde Reimer und L;; ^Oyttr-e schu f als Potyxenes eine klare und ?4r^UCL^l^lLa^ ^^^ar^, unö Zirner war ein Beutelschneid"r bui fern DrebeZycindwerk mit köstlichem Witz und vollströmen-' ?n‘""'MLL^bi!A^Ur^trt::&';nbft"n G-unerhumors in teurer Galgenphysiognomie. F>^der fehlte die Szene an der wüsten Küste, wo Anti- g aus die tlerne Perdita aussetzt und von einem Bären 8!»° d" "SiäÄi 7ÜJL'! Äln' «nbsta» LK wwrÄ « ause", die wir ia länaft kennen und die iins den mär'ck'''enbasten Winhpf $ Mh-r noch einmal rns Gedäch^z LÄ 9T ALL § K-LLLSSS ... fcgfta 'LSK«SLL»s “a Bilocr anmutsvoll begleit-t Bielleick^ T. . t°-e gedämpftere Fa/öen'Lm " tTaÄ le^tcnbe fatte Rot und Grün dcr Kostüms M »eifSl Ä ’kUr ^Cd) besucht, aber dcr uach den Liohepunkten d"s Stückes enthusrasrffch. Wenn das neue Ensemble dw Hofsnunaen «Ä an dem ersten Wend feiner regelrechten SvHt SWSSZW Ser^'v-n"«d-?" t*n» bti5 flan»c badische Volk, das dem für wie Zett unvergeizlra/sti Heungegaugenen zu ullauS^oi^^i'i^^er Achtet ist, in tiefste Trauer versetzt Kttaft Lr Gvnnd^e'fLtzc. unseres Hauses uns Landes ist die Regieruna auf E ^'begangen. Wir treten sie an, in vollem Vertrauen au 9Jt0i)vC .unseres Volles, und geben'die VersillDruna se,t.und unverbrüchlich halten und des ^vhhahrt mit allen Krumen fördern werden. Dem helfen Vvrbildc unseres in Gott ruhenden Vaters folgend, wollen wir dw Regierung, fuhren, in unwandelbarer Treue zu Kaiser m-d ^v^dcrerstehung der nun Vollendete sich unvergängliche Verdienste erworben hat vcr Gegeben untre unserer Unterschrift und unter voraedri'ckt'm ^taatvsiegel aus Sry-loß Mainau den 28. September ° ' Lm ’ Paradesarg aus Karlsruhe erwartet wird. Unter dies ; Umstünden erfährt auch die Uebersührung der Leiche nc ■ Karlsruhe eine Verzögerung. Die städtischen Behörden Konstanz wurden gestern abend benachrichtigt, daß s Uebersührung von Montag abend auf Mittwoch mittag nr schoben worden sei. Wenn die Leiche von dem Hügel, n bem das Schloß liegt, zum See getragen wird, werdi die Bewohner der Insel und die Fischer der Nachbarschc Spalier bilden. Ein Kommando des Jnfanterieregimen Kaiser Friedrich III. t)at die Wache vor dem Schloß bezogi |unb stellt die Ehrenposten. Der Depeschenverkehr ist eirorm, daß das Schloßtelegraphen.amt nicht mehr ausreicj wie Beilerdsdepeschen werden dem Hofmarschallamt in Bn dein vom Haupttelegraphenamt in Konstanz zugestel Gestern abend 6 Uhr sand in der Schloßkirche die Hau andacht statt. Die Großherzogin sieht sehr ermüdet/ dv gefaßt aus. 0 Ter Prinzregent von Bayern und dsr Kaiser. "/sä Mm» «”■ <- L» mm» M» ........-...... Äfeü’-aTÄÄÄAB . ä Virs?/11-5 tTaX cr F-öruar 1883 als Kompagnie- Sr1 bei1 aktlven Dienst. Am 1. November 1883 wurde / m cl; Earde-Ul.-Regt. versetzt, bei bem er ;:t ToIyc..Dlit al;-re, j-junt 5juajor aufrückte. Von 1835 bis 1891 Jns.-Negt. 113 in Freiburg i. B. tt nm andiiej t, bei der cr 1S8ö Obcr.ileuinant und 1889 Oberst und Regimenwwmmandeur wurde. 1891 berief ihn der Kaiser an fernem Geburtslage nach Berlin, indem cr den Erbgroßberzoa oum. Generalmajor und Kommandeur der 4. Garbe-Jufaittcrie- Tn^e °r^I£öl/!111 wie es in der betreffenden Kabinctts- /l.cc svb/ "l>as Vergnügm des PersönlWien Umgangs mit ibm Am-tt^a^^bniettlgen Gedankenaustausches zu bereiten". Im v fe?rte oQ2rr>fer^L'0^'2r5°3 als General-Leutnant und pnTfm Division Ui Freiburg nach Baden zurück, 4S'9/ lr:iL^ -cu 5:!ri General der Infanterie ^naa) ttooicnz versetzt, wo er im April desselben r5 l wmmandierender General an b:e Spitze des 8.. Armee- lorps .trat das er bis November 1902 befehligt hat. Seit der W EMhebung von dieser Dienststellung Vieser Kommando gelebt und in ,u7lt_ dw ^>erwetung se.nes gre^en Vaters in den r1 a>aPctt Sei'ührt. Vor zwei Jahren wurde er zum te‘P^!!vbC^1-eiVL'c- ^uw-nür.e beordert. Er ist seit 1891 Chef E,Jnsanter^e-Negimen^ 113 und wird ä la suite des 1. G^e- res Erenadier-olegimeutS 109 und des 1. Ghrbc* feit nSir lC90§- LOW irt- Vermählt ist der nunmehrige Großherzog NaHnu "0- ^piembsr I880 mit Hilda Prinzessin von Ä vormaligen Herzogs Adolf von oclNsau, iP.'vLmn Grcßherzogs von Luxemourg. Seine Eb" ist W6, bc-V likmürttt d-S badischen ThwncS m NU.v Prmz Maximilian, der Sohn des Prinzen Wil- eine» oruders des jetzt verstorbenen GroßherzoaS. . xru^e.' 28' Die „Karlsruher Zeitung" verohentücht in einer Sonderausgabe fw. -?be Proklamation: ’ v 29. Sept. Auf Befe hl de r verwit- ckhl" Großherzogin wurden am späten Nachmittag alte Angehörigen des Haushalts, auch die auf der Mainau beschäftigten Arbeiter, an das Bett des verstorbenen Groff- herzogs geführt. Die öffentliche Ausstellung der Leiche -st noch am spaten Abend seitens des regierenden Groü- herzogs genehmigt worden. Der Sarg, in welchem die -.erche ruht, wird am Dienstag von 9 bis 6 Uhr auf dcr Mainau aufgebahrt. Das Publikum wird ungehinderten -- .........- -- m Großherzog ruht in weißem Sterbe- obgleia- es nicht Hemd, bie Hande sind über die Brust aefattet Am Abend wurde die Bettdecke mit weißen Rosen übersät. Ein im Dienst ergraurer Kammerlakai hält die Wache. Der Kron- prrnz von Schweden war un-mittelbar nach seiner Ankunft Ed der antiken Gerichtsstätte. Dieser W besaß durchweg Wuchtt und Große, dazu auch etwas von der Naivetät des ttNarchentones. In einer unwirklichen Atmosphäre beaab er sich, dämmernd, die Wachen hinten vor düsteren, gewitter- schwangeren eilenden Wolken, davor das Blutrot der Richter- traaften. Erne beklemmende Unheilswelt, in die der Donner Aponos herabgerollt. Und die „Zeit" erschien nicht als schlichte Prowgsrgur, sondern irr einer WolLndekoratioü 2U w sichel sitzend — eine Phantasie nach Art etwa von Watts ooer Sascha Schneider. Oder Kaulbach. Boll reizend devoter Schönheit war das Pastorale, voll über- muttger ouile, himmlisch heiter und leicht. Vortrefflich war zum^ Schmsse der Eindruck der Denkmalsnische mit der wunoervoll plastisch, marmorn wirkenden Stame, in deren magisch blendende Lichter allmählich Leden einttrömt. Auch in einigen minder ausfälligen Bildern lag Verdienst und W^rrung.^ Ev ward geboten, was das neue .Haus an Wunder- varem, Prächtigem, Ueberraschendem, Bleit b end em, Verblüffendem zu bieten vermag. 1 hl,.. .Lber auch ois traumhafte Mürch-mstimrnuug lestgehatten? Dre schaurigen Begebenheiten des ersten nettes waren m. E. so einzurichten, daß der Zuschauer die grausig märchenhafte Ausmalung des Unmöglichen nie vergessen könnte. Tie ersten Akte wurden aber em schweres moderrres Ehebruchsdrama gegeben, ganz reanstffch, ganz ohne den wiärchenton, ohne die nrürchen- ha.ste Orchiswrung und Kostümierung, die doch zu den sonst ganz zu,ammenchaiiglos angereihten lieblichen Schlußakten ryre, geheimen Fäden gesponnen hätten. Der 2. Att B hat rm E-emach der Königin zu spielen. Keine Winterstim- fülC-nrC be? scheinbar sizilianischen Ortes am Platze schemt. (Liegt doch dieses Sizilien wie das meer- beitim ■3Kx>”b^ Also auch feine Stimmung der cm ,,traurig Wintermärchen" erzählen miifit? Vrftotfrb in dem Gemach, und es ^te doch so dufter, ,o heimlich werden, daß man beinah vas G^upt haben, ourfte, die rauhe Wirklichfeit, die dann ln2L b!-;" f*,‘li,^'.u-981t Liorn des Königs hereinplatzt, ge- hore zu dem .ecarcyen, mit dem der Prinz die Mutter Ma machen will. Man denke sichs buE im Gemach ~cr Keim HDt. an zu erzähren: „Es war einmal ein Mann r^n0v^-nt ... Da wird eine schwere Tür .'^^bttrager halten die Leuchten hoch, Schwer- Infpri rrS ü;e ^Lrangttigten Frauen erstarren in fassungs- J?Len? Schceu.en, und mittendrin der König mit fürckiter- *•* •».*? -s*. »"ALsx schaiier ein7 6uU bie Achtung, ihre Märchen- ärirI-au*: nüt Geschmack, malerischer Klugheit unb ^L[ten bcOn. ^cn Möglichkeiten szenischer Effekte ae- macht wurde, die' Hochachtung erfordern. . ^nd nun unser neues (Äisemble. Ich glaube wir oen Winter über recht wohl zufrieden sein Svfe? cie m3 s Ztlianischen Königspaares zeigten Künstlertum. In der Verkörperung des Leontes scheuir mir ja Realistik unangebracht, die von der Regie orgezeuchnete Grunrauffassung also nicht die rechte Sie vorausgesetzt, brachte Weingürtner di ^al der eiffr- suchtvergrfteten. Seele zu erschütternd prächtiger Erschei- CIH packendes Monodrama entfesselter Leiden- ffert^ voll düster, ganz mohrenhaft stili- siert, voll ^ohect uno Große, in,crnalisch sich selbst ver- mch end., fein rechneuder-r Schaispielel ? hLte' vielleicht nifyt gleich in den ersten Arten sein volles Werk aeaeben ö?n?£ starke, tief verinnerlichte Lebenskraft. ^Es'kam leider, das dann der Strom matter floß und im Gerichts- f^pn0*5- if)m ^bricht, bei konnte W. sein Erleben nicht hoher spannen; nur die Gesten des Erlebens wie -uvor f° 1,011 sEschem Blut ernähr^ iviu znoor. ' I i i 0 1 I '4 X X X X -I e jf e j e L 1 Q 5 t ) II ü : 9 ! D üi 1 1 II :> i» i k >i - i 0 1 ) ) 1 t i ! l j I l j [ i l I i baldigst zu aus Bad-Nauheim Oberlehrer Dr. 60 Jahre alt. Handel In der Stadt Gießen gab es 3% Gestorben sind im 451 4% Ungar. Goldrente . Italien. Rente . . 4 % 3?o Portugiesen Serie I III Portugiesen 3% . . 145.60 Türkenlose . 91.50 206.20 21 Bochum Guss Buderus E. 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Laurahütte ...... Nordd. Lloyd..... Oberschles. Eisen-Industrie . 173.80 . 147.75 . 202.90 3% 120 50 104 00 216.00 204.40 129.70 206.75 227.50 114.00 106.00 157.50 128.80 231.00 140.50 Von^ den weiteren zahlreichen Sitzungen beanspruchte die große öffentliche Versammlung, in der über die besonders leiden- schaftlici) umstrittenen Fragen ber neuen Eheundderne u e n sexuellen Ethik gesprochen wurde, dos Interesse weiter K'reise. Der Beifall, mit dem die überaus zahlreiche Zuhörerschaft zwei so kühnen und noch vor wenigen Jahren sicher mit Hohn überschütteten Rednerinnen wie Dr. H e l e n e S t ö cke r und Adele Schreiber dankte, giebt zu denken. Denn diese Heiden Rednerinnen unternahmen ja die schwersten, wenn auch nicht in der Form, so doch in der Sache leidcnschaftlichsten Angriffe gegen die Bollwerke der jetzigen Moral. Sie traten mit großer Wärme ein für die bürgerliche Anerkennung der Illegitimen — der Kinder wie der Mütter —, sie bekämpften die Gleichsetzung von sittlich-unsittlich mit legitim-illegitim, sie erörterten Fragen so Heiller Natur wie die Reglementierung der Prostitution, die Be- cinflussung der Geburten durch rissehygienische Rücksichten und die künstliche Einschränkung der Geburten, traten ein für eine verständnisvollere Beurteilung der freien Liebesbündnisse u. A. Und sie konnten ruhig und ohne Widerspruch, ja unter Beifall zu Ende reden, und man hitte auch nicht den Eindruck, das; sie nnß- Tendenz: schwächer. Berliner Börse, 30. Sept. Anfangskurse. Io Peichsanleihe . . do. . . /0 Konsols . « . . do. . t . . /0 Hessen . . . . In Oberhessen . . . Oesterr Goldrente 'n Oesterr. Silberrcnte führte in einem Vortrage aus, das; es gewiß auch spezifisch: Frauenangelegenheiten gebe. Wir dürfen aber darüber nicht das- den Frauen mit den Männern Gemeinsame vergessen. Die Kluft zwischen Tier und Mensch ist doch eine ganz andere, als die zwischen Mann ir.tb Weib! (Heiterkeit.) Man soll auch nicht ver- aessen, daß die Fran heute vielfach ein .Hemmschuh für die politische Entwickelung ist. Der Mann sieht sich oft gezwungen, Rücksicht auf die Frau, die Mutter oder die Schwiegermutter zu nehmen. (Heiterkeit.) Es gibt da Konflikte, die nicht so einfach sind. Es wird gesagt: Du bist Familienvater, kümmere dich nicht um Politik! Solche Hemmnisse kann sich der Mann nur vom Halse halten, wenn er die Frau selber für Politik interessiert. Wohl sei es möglich, die Frau auch zur geistigen Lebensgefährtin des Mannes zu machen. Daß wir an dem Bau der Welt, der Kultur mitarbeiten, dadurch beweisen wir erst unsere Menschenwürde. Wenn wir der Frau verwehren, an dem Bau tätig zu sein, mndjen wir ihr die Menschenwürde streitig! Eben führte Professor Sombart in seiner Zeitschrift „Morgen" einen Kamps gegen die Politik. Ein Mann, der Tausende früher belehrt hat, zieht sich müde aus dem politischen Kampf zurück, weil er so häßlich sei! Dadurch, daß sich die feiner Organisierten vom Kampf zurückziehen, wird er aber sicher nicht vornehmer! Er kann gerade nur dadurch veredelt werden, daß sie sich an ihm beteiligen. Daß es schwer ist, beit idealen Sinn der Frau, den sie an sich hat, auch für die Politik zu interessieren, ist geschichtlich sehr leicht zu begreifen. Denn die politischen Probleme kamen ja an sie früher gar nicht heran. Die Lehre von der Erbsünde und vom Sündensall konnten einen heil. Hyronimus zum Ausspruch veranlassen, die Frau sei die Eingangspsorte zur Hölle. Diese Auffassung hat im Mittelalter auf die Stellung der Frau 'chwer gedrückt. Erst die Renaissance hat zum ersten Mal mit den alten kirchlichen Vorurteilen gebrochen. Es handelt sich darum, aus der philiströsen Hausirau und der gelangweilten Dame eine Frau zu machen, die eine Persönlichkeit, eine wirkliche Lebensgefährtin und Freundin des Mannes ist. Die Generalversammlung wurde am Freitag geschlossen. EA gelangte folgender Antrag zur Anitahme: Alle Mitglieder und angeschlossenen Vereine aufzufordcm, mit allem Nachdruck diejenigen Parteien zu unterstützen, die jetzt in den Kanrpf zur Erringung des allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrechts in Preußen eintreten. Sie haben dabei zu betonen, daß sie unter allgemeinem Wahlrecht das beider Geschlechter verstehen. IRan lese Len Eichener Anzeiger größte nnd reichhaltigste Cagrszeitung Gberhessens. Auflage über 1,2000 Expl. Alle Briefträger, unsere Zweigstellen und die Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers nehmen Bestellungen auf den Gießener Anzeiger entgegen. Neu hinzutretende Leser erhalten den Gießener Anzeiger bis zum Tuartalsanfang auf Wunsch gratis zugestellt. Dr. Kratz und die Mitglieder des'Komitees. Prof. 'Olbrich und Bürgermeister Dr. Glässing erläuterten an der Hand der Modelle die geplanten Veränderungen, die vorn Großherzog gutgeheißen mürben. Darnach sollen auf beiden weiten des Monuments zwei Vrunnenbehälter im Durchmesser von 12 Metern ausgestellt werden. In deren Mitte, auf einem Sockel von rotem Sandstein und auf drei goldenen Kugeln ruhend, wird sich die Bronzeschale des Brunnens erheben. Sie erhält einen Durchmesser von sechs Metern und trägt am Rande einen Perlenkranz. Die beiden Brunnen werden sofort ausgestellt werden. Die Mittel dazu sind vorhanden. Die gärtnerischen Anlagen und Aendernngen, die sich vor dem Palais nötig machen tverden, sollen später in Angriff genommen werden, jedoch so, daß der Platz zu Beginn der Ausstellung 1908 sertiggestellt sein soll. (Darnrst. Ztg.) h. Frankfurt a. M., 27. Sept. Im evangelischen Vereinshanse im Westend wurde heute der 12. Internationale Tag für Sonntagsruhe durch eine An- spraehe von Pfarrer Gambini-Genf eröffnet, der in seiner Rede den Arbeiten der Versammlung besten Erfolg wünschte. Pfarrer v. Kirchenheim-Heidelberg übernahm dann den Vorsitz. 9(u§ der Diskussion ist die Erklärung des Vertreters des Handels- der Bestimmungen über die Sonntagsruhe erwarten ist. — Heute früh 9 Uhr erschoß sich in einer Droschke der K a m m e r h e r r von I o e d e n aus Mainz. Er hatte sich am Vockenheimer Tor eine Droschke gemietet und den Kutscher beauftragt, ihu nach dem Palmengarten zu fahren. Ecke Bockeuheimcv Landstraße und Palmengartenstraße erschoß er sich, durch einen Schuß in die rechte Schlafe. Das Motiv der Tat ist unbekannt. Er ist 30.30 141.50 130,00. Aie AiLnkfnrter Irtureuwoche. Man schreibt uns aus Frankfurt: In dieser herbstlichen Zeit der Kongresse, da kaum eine größere deutsche Stadt vorhanden ist, in der nicht eines schönen Tages irgend ein Vertreter der Stadt „die angenehme Pflicht zu erfüllen hat, Sie, meine verehrten Anwesenden zu Ihrer Tagung, der die Stadt mit lebhaftem Interesse entgegenblickt, willkommen zu heißen und Ihnen zu danken, daß Sie unserer Stadt die Ehre zuteil werden ließen, in unseren Mauern zu tagen", — in d'.eser kongreßlichen Zeit wird natürlich auch in Frankfurt getagt. Es hat schon eine ganze Reihe von Tagungen gegeben, und wettere stehen bevor: aber die Oeffentlichkeit steht ihnen ziemlich tell- n ahm los gegenüber. Nicht jedoch kann man das von den beiden Frauenkongressen behaupten, die in der letzten Septemberwoche hier zusammengetreten sind. Schon die Wahl des größten Saales, den Frankfurt besitzt, des Saalbaues, zum Schauplätze ber öffentlichen Versammlungen ließ vermuten, daß die Veranstalter dieser beiden Versammlungen auf sehr lebhaften Besuch rechneten. Der Verlauf hat gezeigt, daß sie sich nicht verrechnet hatten, denn in der ersten dieser öffentlichen Versammlungen, die eine Kundgebung für das Stimmrecht der Frauen brachte, war jedes Plätzchen in dem weiten Raum besetzt. Das Frauen-Stimmr echt ! Wer hätte noch vor fünf Jahren gedacht, daß um1 dieses Banner sich eine genügend große Schar von Anhängerinnen in Deutschland scharen würde! Und heute können die Frauen, die sich an die Spitze dieser Bewegung gestellt haben, schon auf eine nach Tausenden zählende Gefolgschaft blicken, und in der Welt der Männer wird der Gedanke schon lange nicht mehr so spöttisch betrachtet, wie damals, als er zuerst austauchte, sondern ganz ernsthaft nach Für und Wider erörtert. Aber fürchten Sie nicht, daß auch ich nvich hier an dieser Erörterung beteiligen will. Ich will Ihnen nur allerlei erzählen, wie diese 2k>rrdInderinnen für die politische Gleichberechtigung aussehen und wie sie wirken. Zuvor darf ich wohl zum besseren Verständnis ein paar Worte sagen, wer die Frauenstuumrecht- lerinncn sind. Sie gehören zu den sog. radikalen oder fortschrittlichen Frauen, die sich vor einigen Jahren von den zahmeren Elementen der Frauenbewegung getrennt haben. Ihre Führerin ist die streitbare Dame Fran Minna Caner, die eine Art Patriarchen- oder Papst-Stellung in dieser Gruppe der fortschrittlichen Frauen einnimmt, bann gehören noch hierhin die vielgenannte, ebenfalls sehr streitbare Dr. Anita Au g s Pur g , bereit scharsgeschnitlener männlicher Kopf mit den grauen, kurzgeschnittenen Haaren bekannt aus Zeitschriften ist, ferner die unermüdliche Li da Gustav a .ft ei) mann, eine hochgewachsene, blonde Frau, der man es ansieht, daß es ihr heiliger Ernst mit röter Sache ist. Weiter die fanatische kleine Marie Lisch- newska, die kluge Dr. Helene Stöcker, die warmherzige Adele Schreiber, jene unermüdlich für eine Reformierung ber Ehe und für den Mutterschutz, b. h. beit Schutz der unehelichen Mütter eintretenb, diese für die Reform der Sittlichkeit, für die Schulreform und für die Kinderpslege. Auch Dr. KätheSchir- machet gehört zu dem Verband, aber sie ist so ein bischen das bete noirc, beim sie äußert hie und ba Ansichten, bie beit übrigen Damen nicht radikal und gesinnungstüchtig genug sind. Sie neigt ihnen viel zu sehr zu Kompromissen, sie geht ihren eigenen Weg, ber auf dem Boben der tatsächlickicn Erfahrung bleibt, unb daher gerät sie oft in Konflikt mit dem offiziellen Programm. Ganz nach dem Herzen der Radikalen aber waren wohl die beiden Gäste aus Eitgland, die im Sa alb an sprachen. Das sind zwei von den sog. sufsragettes, d. h. von jenen Frauen, die in England mit Gewalt das Parlament zur Votierung eines Gesetzes für das Frauenstimmrecht zwingen wollten unb. ihren Versuch, in das geheiligte Haus von Westminster Linzudringen, mit wiederholter Gesäitgitisstrafe haben büßen müssen. Namentlich die eine von den beiden. Miß Kennet), ist eine Fanatikern, in des Wortes voller Bedeutung. Sie sprach englisch, aber ihre körperliche Beredsamkeit war so groß, daß man sie auch verstanden hätte, wenn sie japanisch gesprochen hätte. Dabei sieht sie zunächst gar nicht fanatisch, sondern ziemlich unscheinbar aus. Die andere, Mrs. Pathick-Lawrenee, ist ruhiger, aber nicht minder wirkungsvoll als Rednerin. Sie ist voll von überlegenem Humor und spricht sehr siegessicher. Welchen Gegensatz zu diesen im eminenten Sinne politischen Frauen bildet die dritte Ausländerin Frl Dr Gertrud W o k e r ,' Privatdozentin der Naturwissen - schfften, aus Bern. Sie l.,> L ihren Vortrag vor, und er hat denn auch, in seiner feinen stilistich-en Ausarbeitung viel mehr den Charakter einer akademischen Vorlesung, als eine Rede vor einer Versammlung. Aber was sie sagt, i|r nicht mmber scharf als das, was die Engländer irr en Vorbringen. Sie spricht besonders über den Einwurf, daß die Frau an ihrer Weiblichkeit geichädigt werde, wenn sie sich mit Politik befasse. Demgegenüber meint sie, daß im Gegenteil die wahre Weiblichkeit sich bann erst recht werbe entfalten können, wenn die Frau ourch bie Beschäftigung mit den öffentlichen Dingen ihre gegeruvärtige ctinidje Gleich- gtttigie.: abtegen unb das Gefühl ber Verantwortlichkeit mehr als bisher empfinden roerbo. Als Gattin und als Mutter und Erzieherin kö'lne sie davon nur Vorteil haben. Ich glaube, die Worte die;es jungen, echt weiblich auftretenden Mädchens werden von allen am tiefsten wirken. Man darf wohl ohne Uebertrei- bung schon heute diese Tagung der fortschrittlichen Frauen als einen Markstein und Merkstein in der deulichen Frauenbewegung bezeichnen. Teiefossiscäie des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie. Glessen. «• Der Unterricht in der Fortbildungsschule ka§ bevorstehende Winterhalbjahr beginnt am Dienstag, 1 Okt., woraus wir Eltern, Lehrherrn und Arbeitgeber von schulpflichtigen Zöglingen mit dem Bemerken aufmerksam machen, daß Schulversäumnisse bestraft werden. Im Interesse eines dedeihlicheu Wirkens der in ganz Hessen obligatorischen Einrichtung, ist der pünktliche Besuch der Schule durch die ftmi verpflichteten Schüler erforderlich. Es liegt aber auch im Interesse der jungen Leute selbst, die Schule regelmäßig unb pünktlich zu besuchen, um sich für ihr späteres Leben die ihnen noch fehlenden Kenntnisse anzueignen. •» Künstler-Konzert. Eine jüngere, hier ansässige Künstler-Vereinigung wird am Donnerstag, 24. Df* iober, im Saale des Gesellschaftsvereins ein Konzert abhalteu. 2ie Veranstalterin, Fräulein Ida Stammler, wirkt hier als geschätzte Gesangslehrerin und ist hier und auswärts als- Konzertsängerin mit Erfolg aufgetreten, wir erinnern hierbei mir an die Ibsen-Feier des Theater-Vereins. Als Pfftwirkendeu hat Frl. Stammler den Pianisten Herrn Julius Hahn gewonnen, ein viel beschäftigter hiesiger Klavierlehrer, der sich ebenfalls als Solist und Begleiter wiederholt hat hören lassen. Ihm gesellt sich Herr Schütt ler, Schüler des Professors Heermann, zu, der erst kurze Zeit in Gießen lebt, ach aber bereits gut eingeführt hat. Das interessante Pro- grauun wird demnächst im Inseratenteil veröffentlicht werden. •* Die neue Sammelw asenm ei Ite rei, die ber Kreis Gießen an dem noch zu einer Kreisstraße auszubauenden 2Sege Garbenteich—Lich auf der Höhe, dem fogenaunten Dreispitz, unweit Garbenteich erbaut hat, wird in etwa vier Wochen vollständig sertiggestellt fein. Die Anlage bietet von Garbenteich aus und von der Bahn Gießen—Gelnhausen aus einen überaus malerischen Eindruck, der noch erheblich vermehrt werden durste, wenn die geplanten Baumanpflanz- ungen auf dem 2 Morgen großen Grundstück ausgesuhrt sind. Das Etadliffement, zu dessen Errichtung das hügelige Gelände durch Abhub des Bodens — an manchen Stellen bis zu 3 Meter — planiert werden mußte, wird mit Geländeerwerb einen Kostenaufwand von 125 000 Mk. erfordern. In teeh- nischer Hinsicht ist die Anstalt mit allen Neuerungen ausgerüstet, so daß sie als Musteranlage bezeichnet werden kann. Auch ist die arehitektonische Wirkung der einzelnen Gebäude, wie auch als Gesamtbild als harmonisch sich aneinander- gliedernd durch geführt. An den Bauten und in der inneren Einrichtung ist nichts verschwendet, aber da, wo es notwendig war, nichts gespart worden. Die Arbeiten sind mit Ausnahme der Diaschinen und Apparate und der Weißbinderund Malerarbeiten (die Nikolaus-Gießen ausgeführt hat) von ländlichen Handwerkern aus der nächsten Umgebung geschaffen worden und beweisen, daß auch unsere ländlichen Handwerksmeister tüchtiges leisten können. Die Sammelwasenmeisterei wird noch in diesem Jahre, spätestens aber wohl am 1. Jan. k. Is. den Betrieb eröffnen; wahrscheinlich wird, wie dies bei den meisten derartigen Anlagen der Fall ist, der Kreis Fr:tnkiixricr EJörw«, 30. Sept., 1.15 Uhr. 93.85 I Elektriz. Lahmeyer . . ; .■ i JKanstschreinerei ----- --- Werkstätte für Wohnungs-Einrichtungen jeden Stils. Grösste, existierende, stets wechselnde sa ss tel ka sb g; von ca. 5800 | (-n) Anner b , 28. Seopt. Gestern fand hier Gerneinde- r a t s w a h l statt. Die Beteiligung baran war lebhafter als in trüberen Jahren. Es wurden gewählt: Pflastermeifter Friebr. Dörr mit 90 Stimmen, Walbarbeiter. Kaspar Wehrum mit 55 Stimmen unb Schreiner Wilh. Haas mit 51 Stimmen. Von den ausgeschiedenen Mitgliedern Lanbwirt Wilh. Hammel III., Philipp Hammel unb Friebr. Dörr würbe nur letzterer wieber- gewählt. -b.- Taubringen, 28. Sept. Am Freitag nachmittag gegen 3y2 Uhr zünbeten, wie schon kurz berichtet würbe, kleine Kinber einen hinter der Scheuer des Herrn Christian Weimer sitzenben Strohhaufen an. Balb brannte der ganze Haufen unb das Feuer schlug in bie Scheuer bes Ehr. Weimer, ber gerade bie Dreschmaschine hatte. Mit Mühe unb Not arbeiteten sich bie in ber Scheuer befindlichen Leute heraus. Vieh und sonstiges Geflügel würbe gerettet, bis auf ein Schwein. Nun sollte auch ber Dreschwagen gerettet werben, wozu es aber leider zu spät war, man mußte untätig zusehen, wie der neue Tresch- wagen verbrannte. Mit lautem Krach stürzte die Scheuer em imb im Nu stand auch die Scheuer des! Weißbindermeisters Hch Weimer, sowie ber hintere Teil des Wohnhauses in Flammen. Dorfbewohner waren wenige zu Hause unb man hat es den auswärtigen Feuerwehren (von Mainzlar unb Staufenberg) zu üerbanfen, insbesondere aber dem Gutspächter Karl Brennemann von Heibertshausen, der seine sämtlichen Knechte unb Mägde, sowie 6 Pferde zum Wasserfahren hierherschiekte, daß nicht noch größeres Unheil angerichtet wurde. Ter Schaden ist erheblich, ba Futter, Frucht unb Ackergeräte nicht versiert sind. Gegen 9 Uhr rückten bie auswärtigen Feuerwehren wieder ab, unb haben wir Torfbewohner bis in die Nacht hinein gelöscht unb zum Teil bis zum Morgen gewacht, ba man noch werteres Feuer befürchtete. Unglücksfälle ober Menschenleben hat es iemc gekostet. > Altenburg, 28. Sept. Georg Herdt hat nch em neues Gasthaus gebaut, das im Rohbau ierttggestellt ist. Es ist ein recht schönes Gebäude, das namenttich dem Alsferder Publikum zustatten kommen wird, ba die Alsfelder hierher gern Ausflüge unternehmen. Es war längst ein Bedürfnis, ,von bet mechanischen Weberei Fuhr nach der LaMerbacher Ehaugee einen guten Weg für Fuhrwerk zu schaffen. Dies ist nun geschehen. Die Bahittnwwaltuiig ließ über bie Gleise eine U everführ u n g Herstellen. Auf diese Weise fällt ber ^chranren- wäi ter posten mit; ber jetzige Bahnwärter wird in den Ruhestand gehen. — Auf ber Ueberführung würbe gestern mit cmer^Ehaupee- walze gewalzt, bie Walze geriet dabei zu weit auf bie Leste, bekam das Ueoergewicht unb stürzte auf den Bahnkörper, bie Yin- teren zwei Pferde mit sich reißend, während die vorderen sich zufällig selbsttätig aushingen. Wenn gerade em Zug gekommen märe, hätte ein schweres Unglück entstehen können. Die Walze ist gebrochen und die beiden Pferde sind verletzt. Darmstadt, 28. Sept. Heute vormittag hatte sich au, dem Luisenplatz S. K. H. Der Groß he rzo g emgefunden, um sich von dem Komitee für bie garteukunstleciKpe Verschmierung des Luifenplatzcs die Plane für die Arbeiten vorlegen, und lautern zu lassen. Es waren ferner anwestnd eüaa.ymmnier Ewald, Finanzminister Gnauth, Hosinarichatt Frecherr v. lttigern-^tern- berg, Bürgermeister Dr. Glässing, Prof. Olvrick), Jlcgierungyrat 4% Gricch. Monopol-Anl. . 48.40 4% äussere Argentinier . 85 50 3°/0 Mexikaner < < . 62.90 4>L°/„ Chinesen .... 95.55 Aktien: selbst den Betrieb übernehmen. **Die Bevölkerungsbewegung in Hessen. Im Jahre 190G wurden im ganzen Großherzogtum 38 762 Kinber geboren (in Oberhessen 8528). Eheliche lebende Kinder waren es 18 036 (3900 männliche und IG 972 (3748) weibliche, eheliche tote 579 (123) männliche und 475 (100) weibliche. Die unehelichen lebenden Geburten beliefen sich aus 1296 (313) männliche unb 1.311 (333) weibliche, bie ber 'Toten auf 55 (6) mannlrck)e. unb 38 (5) weibliche. Zwillingsgeburten gab es 487 (127) und Drillingsgeburten 6 (1). Gestorben sind einschließlich ber ^rötgeoorenen 21 105 (4733 Leute, nämlich 10 935 (2398) männliche unb 10 170 (2335) weibliche, sobaß ber Geburtenüberschuß 18 657 (3805) betrug. El)en wurden 10 081 (2378) geschlossen, währcnb 185 (33) Ehescheidungen vor kamen. In ber Stadt Gießen gab es 1162 Geburten, darunter 753 eheliche unb 364 uneheliche. Tot- geboren wurden 22 Kinder, von den lebendgeborenen waren 557 männlidjen und 553 weiblichen Geschlechts. Gestorben sind im ganzen 656 Leute, von denen 338 männlichen und 318 weiblichen C eschlechts waren. Der Geburtenüberschuß betrug sonach 456 Köpfe. Es wurden 228 Ehen geschlossen und 8 geschieden. 4;,°lo rass.Staatsanl. 1905 4%'\n japni). Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 l Darmstädter Möbelfabrik 1 L Darmstadt, -EEeidelbergerstr. 129 | verstanden wurden. Es scheint also, als ob das Ergebnis dieser Frauenversammlungen in der Tat bie Erzielung einer ruhigen .. .. unb vorurteilslosen Prüfung dieser schwerwiegenden, für die Ministers, v. Meyeren, hecvorzusteben, wonaeh eine Revision Existenz ber 9c-rtton ungeheuer bedeutungsvollen Fragen und die ' ' richtige Einschätzung der mutigen Frauen wäre, die für bie Propagierung der neuern, natürlich noch vielfach der Klärung bedürftigen Ideen eintrtixm. Und damit wäre allerdings schon sehr viel gewonnen. Dr. G. Z. Gegründet 1868 Seitersweg 38 Löwengasse 3 nnd 5 Telefon 275 früher Wilhelm Reiber’sches Geschäft in allen Stil- und Holzarten. Zur Umzugszeit empfehle: ; warainen » Kouleauss » Dekoration.en » Teppiche D"/, S^SgJpkadsmie FHeiÄ I .ttacher nJ: bei Frankfurt a. M. W U. Bort, Walliorstr. 45. [1416 Fakrl-GesGD WDllW.! »SLSWWSkTSM-« M Erstklass. Fabrikat®. Billigste Preise, kurze Liefer- [ j zeit, weitgehendste Garantie. I 6129 läl wichst man Pianola zu Mk. 1250, Phonola zu Mk. 950 >C<3r| Gcnt'l'^LdSf,. hv22/ 100 Harmoniums von Mannborg, Hofberg etc. i Mark 6149 Uv13/» i Mk. Mk. Mk. Mk. 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