Dienstag 29. Januar 1907 Zweites Blatt 157. Jahrgang Nr Erscheint täglich mit Ausnahme bei Sonntag». ■ Arbeitgeber. Die AuSlandipreffe. aus lftMe i bcudtbcn LebkuS- i öBtofio aLSgr« des und Redaktion, Expedition und Druckerei: Elchu^ stratz« 7. Expedition und vertag: Redaktion:TeU-AdruAnzeigerGieß«, Rotationsdruck und Verlag der Brühl^ch« Unwersuät« - Buch- und Lreindruckeret. 9L Lange, Lieben. «6 tu Dtrflebta. 'Sudtion. in, unter K.12 an Losse in öxünt' Die „Gießener KamlltendlStter" werden dem r11nAdflfr* viermal wöchentlich beigelegt, da- „«rtliblofl für de» Kreis Gieße»" jroeunol »dcheiMich. Ter „hesstfche Landwirt" erscheint monatlich einmal. Noch ein Grubenunglück. LenS, 28. Januar. In der Grube 2 der Zeche von Lieom (in der Dlähs trug sich im März 1906 die schreckliche Katastrophe von Courne-res zu) fand eure Explosion schlagender Wettes liatL Die Compagnie deS AlmeS de Lieoin teilt mit, daßj sprcchcr 23L ? Bestellungen ast zur Au«. -1« Psg. ne Kops mit 33 Psg. «W« Ware Som murn Zlcichstug. Die Einberufung de» Reichstages soll, wie verlautet, für den 14. Februar in Aussicht genommen sein. Tic Eröffnung wird wohl durch den Kaiser mit einer Thron- rede geschehen. Den Präsidenten des neuen Reichstages stell! wiederum das Zentrum, dem diese Domäne wokl überhaupt nicht niehr streitig gemacht werden kann. Für dic Besetzung der beiden Vizepräsidenten st eilen aber ist der Ausfall der Stichwahl bestimmend. Hier kommen Kandidalen anderer Fraktionen als der Konservativen und Dlatioiial- lideralen zwar auch diesmal nicht in Betracht, denn die Lozialdemokratie würde, selbst tvenn sie noch alS die buiti- stärksie Partei in den Reichstag einziehen sollte, wozu geringe Aussicht ist, wohl nach wie vor verzichten, im Präsidium vertreten zu sein. Eine Aendcrung gegen früher könnte höchstens insofern eintccten, als die Möglichkeit besieht, bau die Nationalliberalen eine gröbere Zahl von 3)1 an baten auS dem Wahlkampfe daoontragen, al« die Konservativen, waS die letzteren in die Loge bringen würde, sich bei der Besetzung der 2. Vizepräsibentenstclle bescheiden zu müssen. Die Polen wollen, wie verlautet, er- neut versuchen, bie Wahl emeS ihrer Mitglieder zum Schriftführer durchzusetzen, em Amt, bei dessen Besetzung auch die tzozialdemolratie einen Anspruch geltend machen wird. Sehr bemerkenswert in, was der neu dekorierte Generaldirektor der Hamburg-Amerika-Lnne, Herr Ballin, gelegentlich einer KaifergeduttSlagSfeier in Hamburg sagte. Nachdem er aus Anlaß der Entwickelung dec deutschen Schiffahrt den Kaiser gepriesen halte, der die Bedeutung de» MeereS und btt Sch'sfohrt für unsere Gegenwart und Zukunft von Anfang »n erkannt habe, so daß diesmal an Bord von mehr all 180 Schiffen der Hamburg-Amerika-Luue auf den fernsten Meeren und den welifrenidcsten Reeden bei deutschen Kaiser» Geburtstag gefeiert werde, kam er auf den neuen Reichstag 1M sprechen. Dieser habe berufene unb sachoerstünblge Männer au« den Kreisen von Industrie, Handel unb Schiff- fahrt nur in verschwindender Zahl aufzuweisen. Dir deutsche Landwirtschaft sei in der glücklichen Lage, sehr zahlreiche unb einflußreiche Vertreter in ben Reichstag zu entjenben. Die Schiffahrt habe feinen einzigen Unternehmer bort, und die Re i ch st a g S a d ge or d- neten au» der Großindustrie, der Hochfinanz und aufgegeben, den bekanntlich auch Derndurg für feine Person in Aussicht stellte, sofern die Voraussetzung für fein Verbleiben im Amt, dos Vorhandensein einer nationalen RrtchS- togSmehrheit, gegeben wäre. Wahrscheinlich wird also schon m diesem Sommer eine koloniale Exkursion großen Stils erfolgen, der sich, da em Reisezuschuß seitens des Reichs bewilligt werden dürfte, wohl eine größere Anzahl von Parlamentariern anschließen wird. Vor der !)and will die Regierung für koloniale Zwecke nicht mehl fordern, als im Nochtragöetat unb nn ordentlichen Etat an- gesetzt ist. Tie Gnmbloge für weitere koloniale Auswenbungen festznftellen, könnte bann ber pailamentarischen JnformationS- fahrt, die natüillch Sübweslafrika zum Ziel haben würbe, als beionberer Zweck vorbehalten bleiben. Es wäre zu wünschen, daß auch die Kolonialkritiker des Zentrums, besonders die Denen Roeren unb Erzberger, sich durch 'Augenschein von ben Zuslänben in der Kolonie überzeugten. Sie könnten in dieser Hinsicht an einer durchgreisenben Kolonialreform mitro . n, wenn sie mit der Gepflogenheit brächen, sich durch $eria,a, teilweise auch durch Zuträgereien von dritter, nicht immer unvoreingenommener Seite übet die Sachlage informieren zu lasten. Ter Gouverneur von Togo meldet: Die Gesamt- strecke der Inlands bahn Loma — Palime wurde an Kaisers Geburtstag zugleich mit der landwirtschaftlichen Ausstellung feierlich eröffnet. Die Beteiligung von feiten der Europäer und ber eingeborenen Bevölkerung war bei beiden Anlässen ganz enorm, die Beteiligung an der Ausstellung Übertrifft alle ftrroartungen. iin .Stellung dem Handel könnten in einem einzigen Wagen nach Hause fahren. ES liege im ReichSintereste, also auch im Interesse deS ganzen deutschen Volkes, daß Gewerbe, Handel, Bankwesen, Schiffahrt, Verkehr, Bergbau, Groß- inbuüne u. s. w. eine floriere unb bessere Vertretung im Reichstage sinben. Der Reichstag fei bie Vertretung Volkes, unb zum Volke gehörten auch die Unternehmer ^Pfünb. chn'tl 36 Pf. "llfisch Die gesamte englische Presse stimmt Lobeshymnen Deutschland und auf die deutsche Regierung an. Der Wahl- Ausfall habe dem Ansehen Deutschlands außerordentlich genutzt. Der Daily Telegraph schreibt, daß, sofern die Stich- wählen die Resultate nicht entschieden ändern, der Sieg der Regierung einet der wichtigsten Ereignisse sei, feit der Grün- bung des deutschen Reiches. Selbst die Daily Mail meint, Deutschland habe der Welt ein nachahmenswertes Beispiel gegeben. Deutschland habe gezeigt, daß die Sozialbemokraten machtlos feien, wenn man sie mit Mut unb Energie be- e^^Süiiv^^Kr ir uiu> Kano* Sprechstunden der Redalt.ru 11—l Uhr vorm., i ■ 7—i/j8 Uhr abbi Gießen, den 29. Januar 1907. — Prof. Moritz. Osflziell wird bekannt gegeben: ber Kaiser hat ben ordentlichen Professor an ber Universität in Gießen, großh. Hess. Geh. Mebizmalrat Dr. Fnebnch Moritz zum ordentlichen Projestor in der medizinischen Fakultät der Universität Stiaßburg, und der kaiserliche Statthalter der Reichslande hat den Profestor Dr. Moritz zum Direktor der medizinischen Klinik der Universität Straßburg ernannt. - Di« rote Kreuzmedaille dritter Klaffe wurde vom Kaiser u. a. verliehen: dem ordentlichen UmversitätS- professor der Rechte, Dr. Johannes Bier man n in Gießen, dem Werkmeister Joseph Förster in Darmstadt, dem Kurdirektor, Kaiumerherrn Hermann von Grolman in Bad- 'Rauheim, der Frau Oberstleutnant Wilhelmine Naumann in Mainz, der verwitweten Frau Amalie Va Iken- berg, geb. Renz, in Darmstadt. •• M i 1 i t ä r - D i e n st n a ch ri ch t e n. Zu Oberstleutnants befördert, bie Majore Buchholz, Bataillons- kommandeur im 5. Großh. Jnfanterie-Rgt. Nr. 168, unb Dreyer, BatS. Kommandeur im Inf. Leibcegt. Groß- Herzogin (3. Großh. Hess.) Nr. 117. Zum Balaillonskom- manbeur ernannt Major Witt, aggregiert dem Inf. Regt. Prinz Karl (4. Großh. Hess.) Nr. 118, im Regt. Hauptmann JabouiHot gen. von Scheibler im Generalslabe des Gouvernements von Metz, in daS Leibgarde-Inf -Regt. (1. Grouh. Hess.) Nr. 115 als Kompagnie-Ehef versetzt. Ritt- niemer Kcaemer, Fliigel-Abjntant bei S. K. H. dem Groß- Herzog von Hessen, zu>n Major befördert. Oberleutnant Uh len haut im Jnfanterie-Leibregt. Großherzogin (3.Großh. Hest.) Sir. 117 unter Beförderung zum Hauptmann zum Adjutanten dec 62. Infanterie-Brigade ernannt. Zu überzähligen Majoren befördert und den betr. Truppenteilen aggregiert. Die Hauptleute und Kompagniechefs Eitner im Inf.-Regt. Graf Barsich (4. Wests.) Rr. 17 unter Ver- jetzung zum Inf. Leib-Regt. Großherzogin (3. Großh. Hess.) Nr. 117, Grube im 8. Rhein. Jnf.-Reg. Nr. 70 unter Versetzung zum Jnf.-Regt. Prmz Karl (4. Großh. Hess.) Ar. 118, von Hofmann im Leibgarde-Jnf.-Regt. (1. Großh» Hess.) Nr. 115, Proffen im 3. Unter-Els. Jnfan- tene-Regt. Nr. 138, unter Versetzung zum 5. Großh. Hess. Jnf.-Regt. Nr. 168. Die Oberleutnants Baither im Fnf'.Regt. Prinz Karl (4. Großh. Hest.) 91 r. 118 unb Molare im 5. Großh. Jnfanterie-Regt. Rr. 168 zu überzähligen Hauptleuten, bie Leutnants von 01 berg im Leib- garbe-Jns. Regt. (1. Großh. Hest.) 'Rr. 115 unb Lchmibi un 5. Großh. Jnfanterie-Regt. Dir. 168 zu Oberleutnants, die Rittmeister unb EskabronschesS Frhrn, von Schau ro t h unb Koch im Leib-Drag.-Regt. (2. Großh. Hest.) Dir. 24 zu überzähligen Nlajoren beförberl. Dem Hauptmann und Batteriechef von Heuser im Großh. Art.-Korps, 1. Großh. ijelbart. Regt Rr. 25, ein Patent Zeines Tlenstgrabes, dem Rittmeister u. Komp.-Chef im Großh. Train-Bata,Uon Rr. 18 ein ans den 21. Ang. 1896 vordalterles Patent semes Tienit- arabes verliehen. Die Fähnriche M ü ll er unb B et hge im Inf-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh.) Nr. 116, von Lin- jingcn im Garbe-Trag.-Reg. Dir. 23 unb von Werner im Leib-Trag.-Regt. Dir. 24 zu Leutnants nut Patent vom 19. Juli 1905 befördert. Tie Unteroffiziere Poti Hofs im'Jnf.-Leibregt. Großherzogin Dir. 117 und von Mahner im Garde-Drag.-Rgt. Dir. 23 zu Fähnrichen befördert. •• Marie Wittich inDiegen, diese Tatsache genügt wohl allem, um die Bedeutung des Konzertes am Sonntag, den 3. Februar, in der Turnhalle zu würdigen. Tag Marte WiUich Gießener Kmd »st, interessiert, vom fünft- lerischen Standpunkt, erst in allerletzter Xlmie. Wir schätzen ne haiiplsüchlich alS eminente Künstlerin, als bedeutende Wagnersängerin, die selbst bei den Bayreuther Festspielen hervorragte. Aber auch weiteres Schönes bietet uns der h^igst SielUmg oll icrtoalicr. GuteZeM « •Wff. SSäÄS 5« in den iSwiLiils----- . ctuali" s Lehrennnen" 1 in ouenS Sck-M «Kss S-K Gießener AkzeiKr Eeneral-Anzeiger für Gberhesjen , VI VS anrant rinder Hof. »en abend 7ij clsuppe llslcifch mu ÄrmiL kämpfe. Ter Londoner EStandard^ bringt Kaiser Wilhelm zu seinem Geburtstage Glückwünsche bar unb fährt bann fort: Wir freuen unS, daß ben s oz »alist ischen Feind, an dessen Bekämpfung jede Dlalion in Europa interessiert ist, em so scharfer Schlag traf. Wie wir auch immer die deutsche Politik England gegenüber beurteilen, es fehlt unter dem britischen Volke nicht an Bewunderung der Aufrichtig- keit unb deS Mutes, mit dem Kaiser Wilhelm II. seme Pläne für seines Landes Größe und Sicherheit durchführt. Ein praktischer Idealist in einer von sentimentalem Materialis- mus erfüllten Generation, ist feine Gestalt eine der wenigen unter den Lebenden, bie etwas Herrisches an sich haben. Der Ehrgeiz DeutschjandS, an den Vorteilen teilzu- nehmen, die durch seine Seemacht erworben werben, ist durchaus berechtigt. Es ist unsere Sache, für uns selber zu sorgen. Wir , oll en nicht schlechtere, sondern bessere Freunde deS deutschen Volkes sein, weil es sich klar erroiefen hat, daß das Volk der Haltung der Regierung zustimmt.__ politisch« Lagerschau. Die neue koloniale Aeta. Die Reichstagswahl bedeutet nicht nur einen allgemeinen Sieg des nationalen Gedankens, sondern auch em Vertrauensvotum für den Kolonialdirektor Lern bürg und für seinen Amtsoorgänger, den Erbprinzen zu Hohenlohe-Langenburg, dec dem gothaischen ,Hof-L>ozial- bemotrQlen* Bock das Mandat abgcrungen hat. Dem Erbprinzen bietet sich jetzt Gelegenheit, von ber Rebncrbühne des Parlaments aus die Angriffe zurückzuwelsen, bie von den Rolonialbcmofraten deS Zentrums gegen ihn gerichtet worben sind. Speziell dem ironischen Wort Erzbergersrxec Erbprinz kam, nahm Vorschuß und verschwand- bürste in ben nach Zusammentritt bes neuen Reichstags roiebet beginnenden Kolonlaldcbalten eine Erwiderung zutell werden. Ter Erb- prmz will ,fraktionslos' bleiben unb feinen Platz auf ben Lanken ber Rechten wählen. Als er noch Kolonialdirektor ®at, sprach er von seiner Absicht, eine Reise nach den Lchutz- Sebieten zu unternehmen. Er hat diesen Plan keineswegs 20. Februar. Der Atabemifche Geiangoerem wird sich um ben Gast gruppieren unb, wie unfl baS Programm mit teilt beroorragenbe Ehöre WagnerS aiiSführen. Unser einheimischeS Orchester wird burch auswärtige Kräfte auf bie Stärke emeS inoborncn Orchesters gehoben, so baß wir auch nach dieser Richtung hin einer Wo g n er-Feier entgegen sehen, wie sie bisher in Gießen nicht geboten wurde. — Theaterverein. In der fünften Vorstellung am Mittwoch, bt n 6. Februar kommt baS neue Renaissance- Schauspiel von Rubolf Herzog ,Die Condottieri^, mit dem Heldendarsteller des Karlsruher HoflheaterS, Herrn^ Fritz Herz, alS Gast zur Aufführung. Karlsruhe war bie; erste Bühne, welche das Stück gab, Herr Herz der erste Dar« steller deS Condottiere der Repiiblik Venedig, Bartolomeo Colleone, dessen eherueS, von Vcrrocchio geschaffenes Standbild die Bewunderung jedes Venedlg-FahrerS herausfordert. Der Autor deS Schauspiels, daS schon seit geraumer Zeit das allabendliche Zugstück de« Neuen Theaters in Berlin, bildet und auch vo / Kaiser und der Kaiserlichen Familie besucht wurde, ist weiten Leserkreisen schon durch seine bei Colta erschienenen Romane ,TaS ßebcnßheb* u. A., unb Dlooellen bekannt geworden. — Lollar, 28. Jan. Heute morgen gegen 5 Uhr ertönte in unserem Orte Feuertärm. Das an der Hauptstraße gelegene Nebengebäude der Ludwig Bierau'schen Hofreile lZ">n Schivanen) war in Brand geraten. Durch oaö rasche Eingreifen der Feuerwehren wurde daS Feuer im Keime erstickt. Nachts gegen 1 Uhr halte eS dort schon einmal gebrannt, das Feuer war aber von den Festteilnehmern der Kaisers Geburtstagsfeier, die tm Schwanen abgehalten wurde, rasch gelöscht worden. Jedenfalls ist der Brand durch Unoorsichtigkest entiianben. -r- Friedberg, 87. Jan. Eine ansprechend« Heran» Haltung bietet die Evangelisch« Vereinigung burch Abhaltung sog. Deutscher Abenbe, deren bis jetzt drei statt- gefunden haben. Die Feier besteht in der Hauptsache In einem den Vereinszwecken entsprechenden Vorträge, sodann in musikalischen Vorträgen, je nachdem sich dafür geeignete Kräfte bieten. Ter Besuch der Abende hat sich fortwährend gesteigert; am letzten Abend war der Saalbau, bie größte der dafür in Friedberg vorhandenen Räumlichkeit, überfüllt. Die geordnet gebotenen Darbietungen fanden den lebhaftesten Anklang, vorab der Vortrag des Herrn Pfarrer« Bickel- Haupt aus Groß-Umstadt, großzügig, mit hohen Gedanken und in reichster Ausgestaltung, über: Der religiöse Beruf be8: deutsch-protestantischen Volles. Kirchenchor, tunftoeranlagte Damen des Vereins, sowie der Pojaunenchor trugen dem Rahmen deS Abends wohlangepaßte Niusikstücke vor. ES wurde dankbar begrüßt, als ber Veremsleiter am Schluffe! nulteilte, daß demnächst eine Feier in dieser beliebten Form, Halt finden solle, auS Anlaß der 300 jährigen Wiederkehr deS Geburtstags Paul Gerhardts (12. März 1907), auSgefM ausschlleßtich nut Darbietungen auS besten Leben unb Wirken.^ Tas Grubenunglück von St. Johann. Reden, 28. Jan. Tas Grubenunglück betraf die Abteilungen der Steiger Grog und Klein, etroa 300 Mann. Bis 5 Uhr nachmittags wurden 77 Tote herauSbesördert unb im Zea-enhause auf gebahrt. Heber 40 Mann von der Abteilung deS Steigers Klein konnten sich nach Grube Heinrtz retten. 33 Ber- rouiwete wurden heute morgen schon geborgen und nach dem ttnappschastsrazarett Neunkirchen geschasst. Gegen 2 Uhr wurden noch vier Mann lebend ans Tageslicht gebracht, darunter der Steiger Groß. Von ben Lerchen konnten nur 24 erkannt werden. Die noch in der Grube befindlichen Leute gelten als verloren. Tie Rettungsabteilungen der übrigen Saargruben, sowie der Grube Frankenhausen in der Pfalz waren bis heute mittag eifrig an bei, Arbeit. Gegen 3 Uhr mußten sie aber ihre Arbeiten einstellen, da neue Explosionen zu befürchten waren. Die Grube brennt noch. Die Toten sind aus Schiffweiler, Langweiler unb Heiligens roalb. Tie verschüttete Strecke liegt 2000 Meter weit vom Fördere' schacht entfernt unb in einer Tiefe von 700 Metern. Heute nachmittag brach noch Feuer in ber Grube auS; all« Mannschaften würben zuruckbeordert unb eben waren die Letzten oben glücklich angekommen, als eine neue heftige Detonation gehört würbe. Erne neue Explosion hatte stattgefunden,, burch die aber niemand verletzt wurde. AIS ein großes Glück ist eS zu betrachten, daß die Schicht nicht voll belegt werden konnte, weil ein Teil dec Mannschaften nicht erschienen war. Zwei Ntann wurden wie durch Zufall gerettet, weil sie ein Beamter im letzten Augenblick zurückichickle. Der Inspektor Rtehrer, der schon verloren gegeben wurde, konnte im letzten Augenblick gerettet werben. Rettungsmannschaften von ber Grude Herle in: Westfalen werben erwartet. ES sinb dieselben, bie im vorigen Jahre bei der Katastrophe von CourriereS so hervorragend,' Dienste geleistet haben. Einzelne Familien sind furchtbar hart betroffen. So? verlor eine Witwe drei Söhne. Kurz vor Schluß der Redaktion erhielten wir noch foU gendes Telegramm: Saarlouis, 29. Jan. Nach Erkundigungen bei der Berg» roerfsbtretuon miiBten die Bergungsarbeiten vergangene Stacht uoUiianbig eingestellt werden, weil ber Brand zu >ehr um sich griff. Man bü]|t, heute ivteoei Mit Den Arbeiten beginnen zu können. Die ^jayl Der Toren wirb auf löö angegeben. Im t'auie des gelingen Tages begaben uch ber Handeisimmster, der Cbeibeigbaupnnann, bei CbetpraüDent unb zahlreiche au bet» höhere Beamte an Die Unglücks|ielre. %er Chefingenieur, ein AbteiluiiqSingenieur und ein Ober- steiger getötet worden seien. Tie Bcrgwerksleitung glaubt, daß bie:'C drei Beamten die Fcststellmigen bezüglich einer ihnen gemeldeten Entladung schlagender Wetter haben vornehmen wollen und dabei iimgefommen sind. In diesem ftaflc dürfte sich die Zahl der Opfer auf diese drei beschränken, da derartige Feststellungen gewöhnlich vorgenommen werden, ohne daß die Anwesenheit von Arbeitern notwendig ist. Eine zahlreiche Menschenmenge drängt sich um den Schacht; die Gendarmerie hält die Ordnung aufrecht. Der Teplitierte Lamerdin ift in die Grube hinuntergesticgcn, um bei dem 9tetti,ngsmcrk zu helfen. Bis 2 Uhr nachmittags wurden 681 Bergleute aus dem Schacht herausbefördcrt von den 1812, die heute morgen einfuhrcn. Tie Zahl der Opfer kennt man noch nicht. Dec Tod der beiden Inge- nieure und deS Obersteigers wird bestätigt. * Im Berliner Zoologischen Garten hat ein Giraffen-Baby das Üid)t der Welt erblickt. Tie Alte nahm sich unmittelbar nach der Geburt des Babys an, indem sie es sorgfältig mit der Zunge reinigte und trocken leckte. Eine Viertelstunde nach der Geburt erhob das Neugeborene bereits den Kopf und nach einer halben Stunde stand es glücklich auf den Beinen. Natürlich fiel es wieder hin, aber sofort stand es wieder auf und versuchte zu laufen. Dies ging allmählich immer besser im Laufe dec Nacht, während Muller und Kind im Scheine des rechtzeitig in den Stall gelegten elektrischen Lichtes von dem Direktor und den Wärtern genau bewacht und beobachtet wurden.... Glückliches Giraffenbaby, das nach allen Finessen von Berlin W. aufgezogen wird! In der Heimat deiner Mama wäre ivahrscheinlich auch ohne elektrisches Licht und den sorgenden Direktor alles glücklich verlausenl Im übrigen hatte das winzige Giraffen- Fräulein bereits am Tage der Geburt eine Kopfhöhe von 1.75 Nieter. * Der neueste Eisenbahnunfall. Am 27. fuhr der von Duisburg kommende Personenzug Nr. 419 auf dem Bahnhof Mühlheim a. d. 9!uhr über die am Ende seines Einfahrtsgleises liegende Drehscheibe über den quer liegenden Bahnsteig in das Empfangsgebäude hinein, von dem eine Ecke abgerissen wurde. Menschen sind nicht verletzt. Die Schuld trifft anscheinend den Lokomotivführer des Zuges, weit die Lufldcuckbremsleitung am Zuge nicht in Ordnung war Student und Kettuerin. (Unberechtigter Nachdruck verboten.) S. u. H. L e i p z i g, 28. Januar. Der außerordentlich starke Andrang von Ausländern zu den deutschen Hochschulen hat diesen auch eine ganze Reihe von Elementen beschert, die zuweilen durch einen Rückfall in ihre heimatlichen wilden Sitten unliebsames Aufseyen erregen. Vor wenigen Wochen erst stand in München ein russisclM Student wegen Ermordung einer Kellnerin vor Gericht und fast zu derselben Zeit ereignete sich hier in Leipzig ein ähnlicher, aber glücklicherweise harmloser Vorfall, der das hiesige Schwurgericht beschäftigte. Im Februar des vorigen JahreS Halle der im Kaukasus gebürtige 21jährige Stubern der Chemie Wladimir Gatschet- schiladze in einem hiesigen Tanzlokal die Kellnerin Cäcilie K u h n t kennen gelernt urno war in ein intimes Verhältnis zu ihr getreten. Ter Student verlangte von seinem „Kätchen" wiederholt, daß sie das Handwerk einer Hede an den Nagel hängen und zu ihm ziehen sollte, um ihm die Wirtschaft zu führen. Gegen diesen Vorschlag fand das Mädchen eine berechtigte Abneigung, weil sie das leicht entzündliche Herz ihres Anbeters schon nach kurzer Zeit zu genau erkannt hatte und daher fürchten mußte, daß sie sehr bald zugunsten einer neuen „Flamme" adgehalstert toerben würde. Dazu kam auch iwd), daß sie sich schon vor Eingang deS Verhältnisses mit dem Sludenten Mutter fühlte und Gatschetschiladze nicht Lust verspürte, das zu erwartende Kind in die gemeinsame Wirtschaft mit zu über» nehmen Dieses noch gor nicht vorhandene Kind bildete in der Folge den Gegenstand heftiger Differenzen zwischen bem Liebespaare, die sich schließlich so zuspitzten, baß das Mädchen sich mit Selbstmordgedanken trug. Gatschetschiladze hielt es deshalb für das Veste, der Kuhnt Anfang tlioocmber v. I. den Laufpaß zu geben, kam bann aber doch in einer Anwandlung von Zärtlichkeit am Morgen des 11. November wieder in das Lokal „Sachsen- Halle", wo die Kuhlll angestellt war und verlangte von ihr erneut, sie solle ihre Stellung aufgeben und zu ihm ziehen. Als das Mädchen dies runblocg abjajüig, und ihm erhärte, daß sie die Sache mit ihm nunmehr auch über habe, zog Gatschet- schiladze einen Revolver und gab drei Schüsse ab, von denen zwei die Kuhnt trafen. Glüulicherweise wurde das Mädchen nur leicht am Kopfe und am linken Arme gestreift, sodaß sie schon nach kurzer Zeit völlig wiederhergestellt war. In der Verhandlung erklärte der Student, daß er die Nacht vor seiner Tat stark getrunken habe und nicht wisse, was er an jenem Morgen getan habe. Er wisse nur, daß er neuerdings mit dem Mädchen habe anDanbeln wollen und lediglich um sie zu erschrecken, die drei Schüsse abgefeuen habe. — Da auch die Kuhnt beraub etc, daß der Angeklagte nicht Den Eindruck gemuckst habe, als wenn er Böses geplant habe, so sprachen die Geschworenen den Angellagten der voriähiimen Körperverletzung in Jdcallonlurrenz mit Vernichter Nötigung schuldig uno billigten ihm mildernde Umstande zu. — Diesem Wahrspruche halte Der Nüsse es zu verbauten, daß er mit einer Gefängnisstrafe von vier Monaten davon kam, auf die ihm sogar noch zwei Monate der Uutersuchuiigshast angere^net wurden. Haftpflicht des Hauseigentümers für Glätte vor feinem Grundstück. Nachdruck verboten. rv Um t)en Fährnissen des Winters zu begegnen, legt die Deutsche Recht,vreck/ung den einzelnen Grundstücksbesitzern die Vcr- pflichtung aus, gemäß § 823 des Bürgerlichen Gesetzbuches die tm Verkehr erforderliche Sorgfalt zu beobachten und dementsprechend auch bei Frostwetter soweit angängig für die Verkehrssicherheit vor ihren Grundstücken zu sorgen. Wenn auch nicht jede wahrend der nackftlick-en Zeit überra^nD eingetretene Glätte [djon die geicUntüBige Streupflicht bedingt, so wird doch als ver- lehrsüblich angenommen, daß frühmorgens uno auch abends bei plattem Welter zu streuen ist. Eine Schabensersaytlage wegen unterlassener Streupflicht und daraus entstandenem Unfall mit nachwiriendeu Schädiammen leitete der 8 leischern.e, stcr August T°obc in ‘i?H gegen den Grundstücksbesitzer Martins dortselbst ein Dvöbc m am 19. Dezencher 1902 vor dem Hause bes Bettagten in,mge der Mälle des Burger,teiges .hinge stürzt uno Halle ,ich bauet einen Knöchelbruch bes linken Fußes zugezogen. Sein Anspruch ging auf 790 Mk. entftanbenen GeschästsauSfoll während her Heilung und 72 Mk. Dollorkosten. Nach eiltet#: ärztlichen Attest war er bis zum 23. Avril 1903 in seiner Erwerbsfähigkeit um 50 Proz. beschränkt, wofür er eine monatliche Rente forderte, wie auch für den Fall der weiteren Erwerbsbeschränknng für die übrige Zeit. Das ärztliche Attest sprach sich noch dahin aus, daß eine dauernde Erwcrbsbeschränkung nicht zu befürchten sei. Toobe, der nebenbei twcb Viehhandel betreibt, berechnet seinen wöchentlichen Verdienst aus ca. 55 Mk. Das Landgericht Tilsit und das Lbcrlandesgcricht Königsberg erkannten für den Fall auf Verurteilung des Beklagten, daß er von dem am 19. Dezember 1902 emgetreteneii Frost- roetter gewußt habe, was der Beklagte aber beftreitet Das Oberlandesgericht macht deshalb den Klagcansvruch von zwei Eiden abhängig, dahin, daß der Beklagte die Glätte aus der Straße nicht gesehen und daß ec von dem eingetretenen Frostwetter am Vormittag des 19. Dezember nichts erfahren habe. Bei Leistung dieser Eide sollte die Klage des Meisters Toobe abgewiesen werden. Gegen dieses Urteil hatte der Beklagte Revision eingelegt und der Zuerkenrnuig der Eide widersprochen. Da jedoch eine dauernde Erwerbsunsähigkell nicht angenommen werden. konnte, und der Streitwert im ganzen auf höchstens 2100 Mk. festgesetzt worden war, wurde die Revision des Beklagten wegen Fehlens Der Revisionssumme (2500 Mk.) vom 6. Zivilsenat des Re ichs- ge richts verworfen. — Der Entwurf z u einer Dorf anlage wird als Architekturgusgabe zum Schinkelsest 1908 ausgeschrieben: Das leicht gewellte, von einem Fließ durchzogene und teilweise mit altem Forst bestandene Gelänoe einer euva 1500 Hektar großen Herrschaft im nordöstlichen Deutschland soll unter Heranziehung von Kolonisten in Bauerngüter aufgeteilt werden. Wäh- renD der größere Teil der neuen Gehöfte auf der alten Gutsflur an Wegen zerstreut auf den einzelnen Grunostücken erbaut werden >oll, ist der kleinere Teil der neuen Siedelungen mit der Kirche, Dem Pfarrhause, der Schule, dem Dorfkruge und der Schmiede um einen Dorfanger zu gruppieren. Zu entwerfen sind: 1. Der Lageplan des Dorfangers mit Umgebung unter Eintragung der Nordlinie. 2. Die evangelishe Dorstirche für etwa 400 Kirchgänger. 3. Das evangelische Pfarrhaus mit 7 bis 8 Zimmern und Konfirmandensaal für 30 Konfirmanden. Dabei bleibt es dem Bewerber überlassen, Kirche und Pfarrhaus zu einer Baugruppe zu vereinigen. 4. Die Schule mit 2 Kratzen für je 60 Schüler und 2 Wohnungen für die Lehrer. Die eine für einen verheirateten Lehrer bestimmte Wohuung soll 4 Wohn- unD Schlafräume enthalten. 5. Der Dorftrug mit einem Saal von etwa 180—200 Qm. Fläche, der zugleich für Festlichkeiten, Vollsunterhaltungs- abcnDe und andere Zwecke benutzt werden soll. Daneben sind eine Sommer- und Winterwirtschaft, 4—5 Fremdenzimmer, ein kleiner Vcrlaufslavcii, die Wirtswohnung, eine Kegelbahn, sowie ein Gaststall vorzusehen. Letzterer ist mit einer bedeckten Einfahrt zu ucrbinocn, die auch zur Uittcrfielüing einiger Wagen dienen soll. 6. Die DortzuMiede mit beoccftcr Halle zum Beschlagen der Pscrde unD Au,bewahren von Ackergeräten, sowie der aus etwa 3—4 Räumen bestehenden Wohnung des Schmieds. 7. Ein größerer Vauernhvs, Der für 4 Pferde, etwa 20 Kühe usw. Raum bietet, mit getrennten Scheunen- und Stallanlagen. 8. Der vof eines Kleinbauern oder Kätners mit Raum für etwa 2 Pferde unD 8 Kühe, bei welchem die Wirtschaftsräume mit dem Wohnhaiye unter gemeinschaftlichem Dache angelegt oder sonst in Verbindung gebracht werden tünnen. Bei der Durchbilönng der einzelnen Bauten ist iin wesentlichen auf die Verwenvung leicht erreichbarer Baustoffe und — mii Ausnahme der Kirche — auf eine auch von Dem einfachen heimischen Handwerker Durchsührbare Focmengeoung Bedacht zu nehmen. §pwlplaK der vereinigten Frankfurter Ztadttheater. Opernhaus. Mittwoch den 30. Januar, aveuds halb 8 Uhr: „Tie lustige tiitiüc/ Tonnerslag den 31.Januar*): »Der Freischütz." Freuag den 1. Februar geschloßen. Sainslag Den 2. Februar, nachimttags halb 4 Uhr: „Sneewittchen." Abends 7 Uhr: „Violetta." Sonniag Den 3. yebniar, nachmittags halb 4 Uhr: „Sneewittchen." Abends 1 Uhr: „Zar und Zunmermann." Montag den 4. Februar, abends halb d Uhr: „Tie lustige Wuwe." Schauspielhaus. Mittwoch den 80. Jannar: „^ujarenfieber.* Donnerstag den 31. Januar, abends halb 8 Uhr: „Ton Carlos." Freuag den 1. Febrnar: „Tas Glashaus.' Samstag den 2. Februar: „Huiarensieber." Sonntag den 3. Febrnar, nachmittags 3 Uhr: „John Gabriel Bortman." Abends 7 Uhr: „Tas Glashaus." ') Anfang, meiin nicht aiiders bemertt, abends um 7 Uhr. GerichtsfaaL. Posen, 28. Jon. In der heutigen Sitzung der Strafkammer wurde Redakteur Switala von der Wochenschrist „Praca" auf Antrag des Lliiegsmmlsters v. Einem wegen Beleidigung der Gejamtheit der prcugljchen Armee zu Drei 2)1 o n o t e n © e - iongnis verurteilt. Der Slaoisanivott hatte einen Atonal beantragt. In Der „Praca" vom 28. Lkloder v. I. ist ui einem Artikel, der behielt war: „Die Bergötternng Der prenßlschen Uniform", Die Affäre von Köpenick in einer recht kräftigen Weife vefprochen ivorbeii. — Redakteur Kopicki Der „Przyiaciel Ludu" rourDe wegen 'Aiisfoiderung zum Schulst reit zu 2 Wochen G e j ö n g n i S verurteilt. Wege >i Wahlfälschung rodr am 28. September v. I. vom Landgerichte Gießen der evangelijche P,arrer Tr. Sch m E. un Greife Scholten zu einer Woche Gefängnis verurteilt ivordstn. Er- leitete am 14. Februar 1904 Die Crgänzimgswahl Zum Kirchenvorsland. Für Das eine Amt standen sich zwei Han* didnten gegenüber, der Bürgermeister W. und Herr S. Der Singe* (lagte begünstigte Den letzteren. Als er Die Stimmzettel verlas, „ergab" sich, Daß jeder 8 Stimmen erhallen hatte. Tr. Sch. nahm nuu Die Stichwahl durchs Los vor uiid Der „Zuiall" fügte es, Dau S. gewählt war. Nachher bekundeten aber 12 Wähler bestimmt daß |ie W. gewählt hatten. Daraus ergab sich, öoy Tr. Sch. Die Wahl gefälscht halte. - - J,i Der R e v i f l o n des Dr. Sch. ivurde behauptet, die Wahl fei schon aus anderen Gründen ungültig ge- wejen. Sodaim wurde noch gesagt, es handle sich um die Dai cmcs schwer nervösen 'Mannes, der nach der Strapaze der voraus- gegaugenen Predigt einer ruhigen Ueberiegung nicht mehr fähig gewejeu sei. — Das Rcichsgeiicht zti Leipzig verwarf am 28. d. Ai. die RevistOii als unl)cgumöct. Sport. Mannheim, 28. Jan. -zvie die „Neue Bad. Landesztg." berichtet, füll auf Veranlassung des „ S u d w e st d e u t f ch e n A u t o iii o b 11 k l u b s " em neuer gro ßer W a u d e i p r e t s im Werte von 25,000 M.irk Ende Augnst ds. Js. zum ersten 2)iale luiögcfaljvcn werden, ^.ic Veicuistaltung i|t als ent 1000 Kilometer Domemul)ien vorgesehen. Aii angspuntl: Frunkiurr a. M.; End- puuft: 'J-iannliemu Em Flachreiinen, em Vergreiineu auf Den Königs stehl uiid em iblumemuiio sollen sich ai'.ichlieyen. Gingesanot. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktirn dem Mtblikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Am Sonntag mittag von 12—1 Uhr ließ die Bedient,ng auf dem Eispl o tz wieder sehr zu wünschen übrig. Em einziger An- idmatlcr war vorhanden; die Nebligen waren zum „Frühstücken" Gegangen. Tas kann ihnen Niemand verdenken, aber es war ftxn Ersatz vorhanden. Sollten cs dje sieh von Jahr zu Jcibr häiifenDen Kapitalien dem Vorstond des Eisverems nicht möglich machen, hier für gründliche 21bhul'e zu sorgen? Verdoppelmig und Verdreifachung der Bedienung, nicht nur für das Anschnallen der Schlitt- ichuhe, ,'onderii ouch für bie 91einigung der Bahn, dürfte dos Ahndes'.e sein, was man verlangen kann. Wenn dann regelmäßig ein Mitglied des Vorstandes strenge Aufsicht üben wollte, so könnte der Eislauf wirklich eine 2u|t werden. X. Tie Marktpreise für Breh und Frucht und die Gicstencr Fleisch- und Broipreise am 28 Januar 1907. Höchste Schlachlviehprelse ui (jranfiurl a. M. Fleischpreise in Gießen Ochsen Kälber Schweine 50 Kg. Schlachtgewicht tO—85 -Mk. 1 7Kg.Schlachtgew.lO2— 104P'. 7» „ , 67-00 r 7> Kg- 82-88 Pfg. V, , 80-84 „ 77 „ 86-90 „ Getveldepreise in Mannhei m Brolprelfe m Gießen Welzen 100 Kg. 19 00-00.00 Mk. Roggen 100 Kg. 17.15-00.00 Mk. U'CiBbroi 2 Kg. 54 Pig. Schwarzbrot 2 Kg. 50 Pfg Han-et und Verkehr, VoikswLrtfchaft. Märkte. Gießen, 29. Ion. Marktbericht. Auf heutigem Wochenmarkte kosteten: Bullerpr.Pfd. 1.00—1.05 Mk., Hühnereier 1 Sk. 10—11 Big., 2 Slek. 00—00 Pfg., Ganieeier 00—00 Pfg., Enteneier 0 Pfg., Käse pv. et cf. 6—8 Pi., Käsematte 2Stck. 5-6 Pfg., Erbfen p.P'd. 18-24 Pfg., Linsenp.Pfd.25-40Pfg., Daubcit pr.Pr.O,vO-l,OOMk.,Hühnerpr.St. 1,00—1,60 2)ik., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 2)ck., Emen pr. Sliick 1,80—2,20 2)1 L, Ganje pr. Pid. 70—80 Psg., Ccljfeufleifct) pr. Pid. 82—88 Pfg., Knh- nnd 8iindfleisch pr. Pfiind 80—82 Pig., Schiueine- sleifch pr. Pilmd 86—90 Pfg., Schwemesleifch, gesalzen, pr. Piiliid 94 Pfg., Kalbfleijch pr. Psd. 80—84 Pfg., yammelfleifd) pr. Psimd 64—80 Pfg. Welsche per Pfund —Kartofielit pr. 100 Kg. 7,00—0,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 4,00—5,00 2)1 L, 'Jlild) per Vitcr 20 Pfg., Aepiel per Zenlner 20 bis 25 2Jlfv in Körben 00 Pfd., 2tüsse 100 Stück 50—UÜ Pig., Birnen per Pid. Mk. 0.20—0.25, per Ztr. 8—15 Mk., Wetßkraiil per Stück 15—30 Pfg., per Zentner 2)lf. 0.00-0.00. —; Akarktzen 8—2 Uhr. ...... ■■ । ■■■■'■ ■ .......... .■■■■■■■——— —» Meteorologische ^eooirchrungen der Station Gieße». Höchste Temperatur am 27.-28. Januar 07 — 2,06 C. Niedrigste , „ 27.-28. „ 07 = — 8,7u U. Jannar 1907 }iaü'uqd.i °0 uw .wwuioavsx Temperatur der Lust Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wetter 28. 2« 746,2 — 0,7 4,4 90 SSW 2 Bed. Himmel 28. 9" 741.5 -1.4 4,9 96 W 4 Regen 29. 7ai 735,1 — 2,0 4,8 91 W 4 * Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank fllr Handel und Industrie, Giessen. Frankfurter Börse, 29. Januar. 1.15 Uhr. 31L°/o Beichsanleihe . . 97.80 3% do. . . 86.90 3>j°/0 Konsols .... 97.95 3% do 86.90 3}$7o Hessen . . 96 6u °/0 Oberbesseu . . . 95.20 4% Uesterr. Goldreute. . 99.70 4l/6 9o Uesterr. tiilbetreute 100.10 4>„ Ungar. Goldreute . . 96.05 4% Italien. Bente . . . 102.65 3% Portugiesen Serie 1 . 69.40 3% Portugiesen „ 111 7U.50 1>5Ü;O russ.Staatsanl. IUUj 91.70 4/5 " o japau. btaatsunleihe 94 55 \% t'unv.Türken von PJu3 96.1U 'lückenlose 146.06 4% Gnech. jUouopol-Anl. 52.10 äussere Argentinier . 88.75 o°j0 Mexikaner , . . 66.9u 4>»u/0 Chinesen ... 97.85 Aktien: Bochum Guss 246.80 Buderus E. W . ... 128.10 Tendenz: ruhig. Berliner Börse, 29. Cauada E. B 182.30 Uarmstadter Bank . . . 140.2b Deutsche Bank .... 243 7t Dortmunder-Union C. . . 87.90 Dresdner Bauk .... 158.9t Tendenz.: schwächer. Elektriz. Lahmeyer . . 142.10 Elektnz. Schlickert . . . 119.70 Eschweiler Bergwerk . . 246.80 Gelsenkirchen Bergwerk . 216.60 Hamburg-Amenk. Paketl. 153.00 Darpeuer Bergwerk. . . 217.00 Luuraüütte 244 50 »Xurdd. Llo)d . ... 130.80 U bei schien. Eisen-Industrie 123.35 Berliner ilundelsges . 174.00 Darmstädter Bank . . . 140.00 Deutsche Bank . . . 243.40 Deutsch-Asiat. Bank . . 174.00 Diskuntu-KommandiL . . 186.30 Dresdner Bank . . . 158.75 Krcuituktieu 215.90 Baltimore- und Ohio- Eisenlaun . . . 116.40 Gotthard bahn . . . . —.— Lomuard. Eisenbahn . . 82.25 Uesterr. Staats bann . . . 147.60 Pnuce-ldeun-Lisenuahii . 149.50 Januar. Anfangskurse. Harpener Bergwerk. . . 218.50 Laurau ütte . . . —.— ..umborden E. B. ... 32.20 Aordd. Lloyd 130.90 lürucnluse . .... 145.70 Warenzeichen-Urkunde. Vorstehendes Warenzeichen ist aus Gruiid des Ge>etzes zum Schutz der Warelibezelchnungen vom 12 Rial 1SU4, genrnu der Ailineldung vom l.Ctiohet 1894 für die Fuma Apotheker Rich. Brandt's Rachs. Ar. Merck» liug, Schaffyaufeu iSchweiz) am 10. Biwber 1895 unter 9lr. 10, loo, Klasse 2 in die ZcicycuroUe eingetragen. Ge- das Zeichen verivcuöei werden Zur Warnung l joll: Heistcllnug nub Vertrieb von Pille». Waren, für ivelche das Zeichen liefümmt ist: Pille». Berlin, 10. CCtobcv 1895. Kaiserliches Patentamt: L. S. Ich fehe mich zu dieser Warnung veranlaßt, iveil mein Warenzeichen vieUach vcilcijt worden in; ich werde umiack)- sichllich gegen Jeden, der mein obiges Warenzeichen »iach- 111)1111, Vorgehen und bitte um Anzeige von Nachahmungen. Schaifhanfen Apolheker Rich. Braudt'S Nachf. (Schiveiz, Lb16/l0l Apviheiec Fr. Meraling. fchäftsbelrieb, in ivelchem 66S 2 Atelier Carl Hof, Bahnhofstrasse 34. bei: 2. SteinnulUet, Gr.-Linden 26 Georg Teru 1L, tör.-t'mben 25 MW 20 2 Kilogramm (4 Pfund) Weißbrot bei: Heinr. Utieber, Heuchelheim 64 Karl Lrautmann, Wie!eck 54 wegen anderweitiger Unternehmung Kassa-SÄonto von 10c 0 Weivbrot (2 Pid., Gern. Brot , W1 . 156.75 . 215 -9-’ . 116.4 ; 147.0- fcenir. Weber, Heuchelheim W. Ldeinet, ^ang-ipons . . Heinr. Binz, .Niendorf Sahn W. ottbel, iUJicicct . . . 1,1 H 82-88 P,g. i . 80-81 . 2 Kilogramm (4 Psund) Wem. Brot bet; Ernst Lhrist, Wies eck . . 44 Marl Xrauimann, Wieseck 46 Ärotprcise vom 27. Januar bis 10. Februar 1907. WMe m Sieben ^Mroi2lig, ^»wirtschaft. hrul>ge>>iAoche>.n,allle ete.etiei.io-u^ JiHicneiev o Pjg„ Wllp.'M 18-241^ innen pr. Lnick Ochsrnlleisch pt. Pid. Lchweni-. d)< gesalzen, pr. Wut annnelsleisch pr. 'jiiiinb 'avioiieln pr. 100 Ma. 1 '-Ml., Ailch per t'iier v in Körben 00 Pfd. e Pid. '1)11.0.20-0.25^ -30 Psg., per jemnec LlrbeitSvergebuug. Die Slusfübrung der clcktr. Jcucrmclde- und Kuugelanlage fm Neubau des Obcucncr ^radttucatero soll ün Wege des bffent- ttchen rlngcbuie» vergeben iveroeu. Beichnungen, rtrveilobeichreibungen, Bedingungen und ringe- botdfurmuiaie liegen im Bureau des mrchttctlcu v. Mcvcr, ftVctt Slnttigc ü, dahier zur u.iniichu»abnre onen und ttinnen daselbst zum Seiviitoilenvieio ervoben werden. Die Ängevole stno diö zum EröffnungSlermtn am Samstag, ben u. Fevruar, vormltiago 11 Ubr uni entsprechender ttustchrin Kartoffeln 2 per Zentner Mk. 2,50 la. gesunde Ware, enipsreblt J. Weisel, Lonnenstratze 6. Kicfecn-Knüppel, 213 Rm. Buchen-Allreisig, 217 Buchen-Slammreisig (in Schichten), 126 Rm. Eichen- Slammreisig (in Schichten), 18,5 Rin. Buchen-Ltöcke. K. Simmcrmnnn 0 eigene Schreineret, gegr.1832 ■ - '2lelte|lc4 ibeschast am Platze ** 15 Neuen Baue 15 1 Mrlogtamm (2 Pjund) Gern. Brot bei: Georg Dem 1 ., Ojr.-l'mben 23 v» V. Steininnller, üir.-2inben 23 *«>le.in®ieSen V. SleiiiNiulter, lör.-Hmöen 46 Karl Spanier, Reiskirchen 46 Karl Zinster, '2lUenbori/l!ba. 46 Karl Slump', Garbenieich 50 Jakob Rppel, Kroidori . . 5u W. Hem, MleimVmöeii . . 5u Hernr. Binz, Allendors/Lahn 4d Georg Dem II., Gr.-vinden 50 j> Louis Lüvmnli), Sleinberg 5u , L. SleniniuUer, 05r.-Umöeii 52 „ Heinr. Binz, Allendors,Lahn 50 , ib. (jabei, uMeieck . . . 52 , 6b. TCibcrrUcber Reniei z.Londorfabgeboh werden. Heberneihma Mittwoch, den 29. Qanuar 1007. fBwA ßamv vormiitags 10*/, Ubr: ..... „ . o Scheuer 'Jim.: Buche 346, Eiche 5Ä Linde 8, Airschbaum LS. Kuiuipel 'Jim.: » 204, M 12, Sivctc Rm.: » 193, « 20, SicitiG-ibScUcn: „ 52üv, „ 2kl, . 2 Eiche.i-Siauune mit 0^ä> (yinn., 6 Buchen-^lanmie mu b^SO öftm, 187 Zichren-Derbnangeii mit QM dinit. 369 Üichien-Rersitangen mit 3Äki tjiim. Lich, den 23. Januar 1907. Grolcherzogliche Dürgermcisterei. B”/i]Dorrner. utr 07 = 2,0*C 07 =- 3,7*( 49 , 39 „ 30 . hiesigen Bäcker. — 2 Kg. (4 P'd.) — , 8 , lSPfd.l 27 , 1 , (2 . ) 54 , 2 , (4 Pid.) 25 , W. Schimmel, Kinzenb. ’JJL 46 * Kafob Appel, Kroidor' . . 46 , »cinr. Binz, Rllendors/Lahn 44 , W. Lein, Kleni-Linden . . 46 , Heinr. Kleber, Heuchelheim 46 „ Jagd-Verpachtung. Frcrrag, den 8. Februar l. F., nachni'i.ugS 2 Uhr soll die hlenge Gcmelndejagd auf hiesiger Bürgermeisterei Bims die Händ' Abrador eu. uar, U5 Uhr. . Lahmeyer. ■ . Schlickert. . • H-/ ler Bergwerk . • neben Bergwerk . 21 J ,r..Amenk. Pakell. loi.ll r Bergwerk. . -g tu......f'/.v Ju)d . ■-.•± ei.Eueii-luduitne W 'JJiai lö7 rnobel- 'S r>rachl-.„f^Zchior>rj -chaffpuff^ unitt tllüöf- 2 ifl w» ’ 1IH) W «yfe-Sf ,aet Holzverfteigerung Donnerstag, den 31. Januar 1907 ün Sicher Stoduvolb, Distrikt Eroijevauierberg, nach ^uiammcntunft am Heuweg am SJalbcui« tveorg Lern b., ü>r.-üiiiben 46 Home Lugrnuil), Sternberg 46 LB. Ußeiuei, Sang-Gons. . 46 beim, weber, Heuchelheim 4» Gu|t. Jacobi), Ättien-Buseck 46 Kail Post, LBieseck ... 46 , 140.0) .243.10 . 17400 Holzverfteigerung. Donnerstag, den 7. Februar 1907 im Sicher 2tabtroalb Distrikt Eisenkauie, Srevvelwaldchen, Sangebuchen und Tickeilelle nach ^usamlnentunst in der Eisenkauie am Burkhardsrelder Weg uormumjö JO^Ujr Buche 229, Eiche 20, Kieker 4 Birke OÄ Auüvvel Mm.: Buche 14L ILiche 37, Sheier 3Ä Birke 14, Erle 4. Re.ng-Lvellen: Buche 3^30, Eiche 3^00, Kiefer 1^5, ülfpe 50, (frle 250. Stade !Hm.; Buche ’Jb, Eiche 4b, Kiefer 6, Fichte 10. Ruhtnülwel Rrn.: 12^0 m lang» 3^8 rZi.......46 , 8 Kilogramm (6 Pfund) Gern. Brot bei: Ernst Lhrist, Wieseck . . 66 4»> Gust. Jacoby, Ätten-Buseck 69 , 16. nabel, Lüieieck . . . 60 , Louis ^.üßrnuth, etemberg 60 , Karl Post, 13ie|ed . . . 60 , Karl Trautmann, 'Lüieseck 60 , 1 Kilogramm (2 Psund) Monibrot bei: tz. Weiß, (Brimingen . . 23 Jakob Appel, Krofdorf . . 23 * Hernr. Binz, Ällendott/Lahn 22 , Marl Zmger, Allendotf/Lda. 22 , 2 Kilogramm (4 Pfund) Mornbrot bei: F. UBciB, (B. nmgen . .46 4 o • „ Buchen Masken-Anzüge Dominos in großer w-^ Auswahl xn verleihen. Johann R/iand WcldcngaMho 1 (Cafe Krimer) ________________________________V*_ Sin großer AuSwahl Lieferung "W ? kompl. Ausstattungen • ti franko jeder Bahnstatwn V_ tilaskenanzüge, Clown &, Domino, .X'v y* sowie Perrücken f*r' billig zu uexi. Laiiuliche Vf. Narncualartikel V v"L \ Franz klcuLcr, / iueater-tyrifcur *** 46'3, Seltersweg 16. 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