Nr. SOL Erstes Blatt 157. Jahrgang Donnerstag ÄS. August 1907 Bezug-pret-r monallich75Pf^oiertete tährlich M. 2.20; durch Abhole- tu Zweigstellen monatlich 65 Pst; durch die Post Mk. 2.—viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokal 15Pf^ auswärts 20 Pfennig. • rfAeini täglich außer Sonntags. Dem Dteßener Anzeiger werden im Wechfel mit dem lrcfflfchen Landwirt die Gießener Familien, blätter viermal in der Woche beigelegt und zweimal wöchentlich das Kreisblatt für den Kreis Gießen. Fernsprech-An- ««w ™__ „ schloß st d. Redaktion 112 Verantwortlich WS Seneral-Mzeiger für Kbechchen MW !üs Oomü?a9Tiuöui^ ltotatlsnsdttick und Verlag der vrühl'kchen Univ.-Vuch- und Steindrnckerei. R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei! Schulftrstze 7. Eichener Anzeig General-Anzeiger für Oberhessen \ ll Hi il; b z: h i i \ i i ► i SozialpolttiK. Wie immer ist, auch diesmal auf dem Katholikentage n Würzburg die soziale Fürsorge in den Vordergrund der iZerhandlungen gerückt worden. Man hat bei dieser Ge^ egenheit unter dem Ausdruck des Bedauerns Über die Lntlassung des Grafen Posadowsky die Befürchtung ge^ iußert, daß auf sozialpolitischem Gebiete jetzt ein Stilland oder gar Rückschritt eintreten werde. Zwar hat yürft Bülow feierlich erklärt, daß nach dieser Richtung hin eine Aenderung eintreten solle, gleichwohl traut man ibcr dieser Versicherung nicht recht, weil man weiß, daß nan an gewissen Stellen für die Förderung der sozialen Politik nicht viel übrig hat und daß es nicht leicht ist, diese nächtigen hemmenden Einflüsse aus dem Wege zu räumen, hoffentlich sind aber diese Befürchtungen grundlos und nan darf der Erwartung Ausdruck geben, daß die sozial- ivlitische Gesetzgebungsmaschine nicht ins Stocken geraten vird. Eben wird offiziös mitgeteilt, daß den Bundesrat ine wichtige sozialpolitische Vorlage zugegangen ist, die ine Regelung der Frauenarbeit bringt und vor allem über üe Nachtruhe der gewerblichen Arbeiterinnen, die in Ueber- ünstimmung mit den Abmachungen der Berner Kouven- ion gebracht werden sollen und um solche über die Herab- etzung der elfstündigen Maximalarbeitszeit der Fabrik- irbeiterinnen auf 10 Stunden. Beide Bestimmungen be- euten einen nicht unbeträchtlichen Fortschritt auf sozialem Gebiete und es verdient hervorgehoben zu werden, daß >on allen an der Konvention beteiligten Staaten Deutsch- and der erste ist, der mit der Einführung den Anfang nacht, wie man ja auch deutscherseits an dem Zustande- ommen der Konvention den größten Anteil hat. Von der größten Wichtigkeit und weittragenden Bedeu- ung aber ist die Absicht, endlich die Heimarbeit zu egeln. Seil Fahren ist dieses Gebiet der Gegenstand der ebhafteslen Klagen im Parlament gewesen, gerade in der Heimarbeit spiegelt sich oft das entsetzlichste soziale Elend lieber, von dem die im Vorjahre stattgehabte Ausstellung on Erzeugnissen der Heimindustrie ein trauriges, aber eredteS Zeugnis ablegte; die Kaiserin und andere hohe 3erfüllen sollen geradezu entsetzt gewesen sein, als sie hörten, -Itter welchen Arbeitsbedingungen re. vielfach die ausge- -eilten Gegenstände hergestellt worden waren, hier Wandel u schaffen, tut dringend not, obgleich man sich die Schwie- igleit der Regelung dieser Materie nicht verhehlen konnte, aeil hierbei andere Verhältnisse mitsprachen, als sie in en Fabrikbetrieben und Werkstätten selbst bestehen. Auch lad die Heimarbeiter teilweise von den Segnungen der Origen sozialpolitischen Gesetzgebung bisher ausgeschlossen, in Umstand, oer nicht nur die Heimarbeiter selbst schä- igte, sondern den sich auch gewissenlose Unternehmer zu utze machten, indem sie an Stelle des Fabrikbetriebes ic billigere Heimarbeit bevorzugten, zumal sie dabei auch och an Abgaben sparten. Dem wird nun hoffentlich gründ- uCi) ein Ende gemacht, indem auf diesem Gebiete Einrich- ungcn getroffen werden, die geeignet find, die soziale uge der Heimarbeiter wenigstens etwas zu heben, wenn- leich man sich nichc verhehlen darf, daß auch die neuen Bestimmungen nicht jenen Zustand herbeiführen werden, en man diesen armen und gedrückten Leuten wünschen ruß. Dieses soziale Elend schädigt naturgemäß auch das esamte nationale Vermögen und die wirtschaftliche Situa- 011 in vielen Gegenden in höherem Maße, als man vielleicht iinimmt, und hierin Besserung zu schaffen bedeutet die Wil rlm Kolzamec Berlin, 28. Ang. Wie das „Berl. Tagebl." meldet, ist 'r Schriftsteller Wilhelm Holzamer heute in Berlin gestorben. In ihm haben wir einen der feinsinnigsten unserer tönernen Erzähler, einen der zartesten unserer Lyriker crloren. In der Blüte seiner Jahre ist dieser verheißungs-i olle hessische Poet von einer tückischen Krankheit jäh ahiiigerafft worden. Als Siebenniiddreißigjähriger*) ist er ns entrissen worden. Bor kurzem war er an Diphthei itis erkrankt, und im Berliner Elisabeth-Grankenhause t er gestorben. Der Verlust, den Hessens Literatur durch Holzamers od erleidet, ist unersetzlich. Wilhelm Holzamer, der heinhesse, war der beste unserer hessischen Lyriker. Ans I inen Gedichten sprach die große tiefe Sehnsucht seines I .irrenreichen Lebens nach friedsamer Ruhe, nach stillem I ckück, wie nach den großen höhen des Lebens. Es lag !! nendlich viel Zukunftsfreude in seinen phantasiereichen j iedern, viel sengende Glut, viel brennender Schmerz, on seinem, reinem, weichem Klange waren seine Klagen | m vernichtetes Lebensglück und um eine große, herrliche I iebe, die der Welt und ihren Geboten trotzte und seine | äumeriiche Seele dennoch voll erfüllte, ihr ein seltsam irgeS, he-nmendes und engendes, beschwerendes und zn- ieich befreiendes, erhebendes und zugleich bedrückendes lüälichsein im Unglück bescherte. Und um die Gestalten seiner Novellen und Romane l hwebte ein zarter Duft, ein feiner Schein. Seine Men^ | Yen von der Bergstraße hatten, wie er selber, gar viel । tilles und Geheimes in sich. Und was da alles in den Liften klingt und singt, was über den fonnengoldbeschiene-, ♦) holzamer war geboren am 28. März 1871 zu Niederolm i Mainz, ward Lehrer und später provisorischer Käbinetts? B bliothekar in Darmstadt, leitete 1900 die „Spiele" auf der 1 arm f tu bl er Ausstellung und lebte zuletzt als unabhängiger Schrift- 1 itler in Berlin. 1 neue Vorlage einen ersten Schritt auf dem schwierigen Diese Zuversicht ist durch die Besprechung von Norderney neu Wege. belebt worden. Aer Kaiser in Kannover. Hannover, 28. August. Der Kaiser begab sich um IO3/4 Uhr nach der Garnifonkirche, deren künstlerische Innenausstattung er unter oer Führung von Professor Schaper besichtigte, sodann nach der neuen Markuskirche, die er ebenfalls eingehend in Augenschein nahm. — Vom Generalkommando begab sich der Kaiser im Automobil mit den Herren der Umgebung zur Rennbahn auf dem großen Bult, wo er vom Direktorium mit dem Oberpräsidenten an der Spitze empfangen wurde. Ter Kaiser wohnte den angesetzten vier Jagdrennen für Offiziere bei. Dein Sieger des Kaiserpreisrennens, Rittmeister v. Rabenau, der auf seiner Stute „Urahne" gewonnen hatte, überreichte der Kaiser persönlich den silbernen Pokal. — Um 7 Uhr fand im Residenzschloß beim Kaiser Tafel für die Provinz Hannover statt. — N a ch d e m D i n e r im K.öniglichen Sck)loß nahm der Kaiser GesangLvorträge des Kgl. Schloßkirchenchors entgegen, des hannoverschen Männergesangvereins und des gemischten Chors, bestehend aus dem Lehrergesangverein und tausend Knaben der hannoverschen Bürgerschulen. Die beiden ersteren hielten ihre Vortrüge in den roten Sälen des Schloises, letztere auf dem Schloßvorhose. Ter Kaiser dankte den Tirigenten und wurde, während er die Vorträge des gemischten Chors vom Balkon des Schlosses aus anhörte, vom Publikum mit lebhaften Ovationen begrüßt. — Der Kronprinz und Prinz Ostar statteten heute der Kaiserin auf Schloß Wilhelmshöhe einen Besuch ab. Berlin, 28. Aug. Anläßlich des Aufenthalts des Kaisers in der Provinz Hannover gelegentlich der herbst- manöver veröffentlicht der ^,Reichsanz." eine große Anzahl von Ordensverleihungen an Beamte und Zivilpersonen dieser Provinz, unter anderen erhielt der Fürst zu Inn- und Knyphaufen, Präsident des Herrenhauses, das Großkreuz des Roten Adlerordens, Geheimrat Prof. Tr. Blanck in Göttingen den 5lronenorden 1. Klasse. Dem Regierungspräsidenten v. Philipsbvrn in Hannover wurde der Charakter als wirklicher geheimer Oberregierungsrat verliehen. Deutschiand und Frankreich. Karlsruhe, 28. Aug. In einer offiziösen Berliner Auslassung der »Süddeutschen Neichs-Korrespondenz- wird es als selbstverständlich bezeichnet, daß Fürst v. Bülow und Botschafter Cambon bei ihrer ausgedehnten und eingehenden politischen Unterredung in Norderney nicht an Niarokko vorüber konnten. Es handelte sich dabei aber nicht nm Dinge, die Deutschland den Franzosen in Rtarokko ein» räumen solle. Solche neuen Zugeständnisse hat Herr Cambon nicht angeregt und er brauchte dies auch nicht zu tun, beim zur Durchführung der Politik, deren Einhalten in Paris, London, Madrid und Tanger, in Swinemünde, Wilhelms- Höhe, Ischl, Marienbad und ^eben auch in Norderney betont worden ist, hat Frankreich von Deutschland keine weitere Unterstützung nötig, als ihm infolge unseres, wenn der Ausdruck erlaubt ist, europäisch-kollegialen Gewähreir- l ässe ns schon jetzt zuteil wird. Man kann hoffen, daß in den Beziehungen Deutschlands zu Frankreich die nord- afrikanijche Frage künftig nicht mehr zerrüttend, eher ausgleichend und zusammenführend wirken werde. neu Rebengelünden schwirrt und girrt, was da raunt | und rauscht im grünen Odenwalde, und lacht und klagt, in den Herzen der einsamen Menschen darinnen, das ließ er uns in seinen besten Erzählungen spüren. Er liebte es, in feinen Erzählungen immer nur einen Menschen in den Mittelpunkt zu stellen, diesen aber bis ins einzelne zu zerlegen, ihn bis in seine geheimsten, innerlichsten An- und Absichten zu verfolgen. Wie klang und fang es in ihm, solange fein Poeten-, Herz in den reinen Händen der Heimat ruhte! Da entquollen seinem Herzen Melodien von wundersam keuscher Innigkeit, da fühlte er sich wie in einem stillen Garten voll prächtiger Rosen. Doch erblühten bann neue, unbekannte Blumen in seiner Seele, es umdufteten ihn die Gerüche der Sehnsucht nach der großen Welt. Und es entbrannte in ihm eine neue Liebe. Sie trieb ihn hinaus von Fran und Kindern, in die weite Welt. Er wich nach Paris, llnb nimmer fand er den Frieden mehr, weder in der verführerisch schönen Hauptstadt Frankreichs, noch im hastenden Trubel * Berlins. Seine Kräfte zersplitterten sich. Seine Novellen : entbehrten fortan des Zaubers der Heimatstimmung, der j inneren Harmonie. Eine Saite seines melodiereichen Her- , zens war gesprungen, er selber innerlich zerrissen. Was er ( noch schuf, waren kluge, geschmackvoll gefeilte Feuilletons, ein < paar geistreiche, doch verbitterten Herzens geschaffene Mv^ t nographien über Dichter wie Konr. Ferd. Meyer und Heinr. ! Heine — für den Tag Geschaffenes, seine Freunde, die von j seinem Talent das Höchste erwartet hatten, noch weniger ] aber sicherlich ihn selber Befriedigendes. l Bon wundersamer Reinheit war fein entzückender ( „Armer Lukas", eine der besten deutschen Novellen uim j serer Zeit. Ein musikalischer Satz süßen Duftes, stiller, - scheuer Weltentrücktheit, eilte ländlichem Stilleben eilte , sprossene Dichtung von schlichter, naiver, herziger Kuits^, [ Air Lage in Marokko, Tanger, 28. Aug. Die englische Regierung wird der Petition der britischen Kolonie in Tanger um Entsendung eines Kriegsschiffes keine Folge leisten. London, 28. Aug. M u l e h H a f i d empfing nach hiesigen Mättermelbungen eine Abordnung der Juden vorr Marrakesch und sagte ihnen völlige Sicherheit zu, indem er bemerkte, die Mauren und die Juden hätten einander nötig zur Förderung der beiderseitigen Wohlfahrt; er wünsche den Jndeq Frieden und Gedeihen. Paris, 28. Aug. (W. B.) Admiral P hiliber t melde-, daß das Transportschiff „Shamrock" am 27. August 9 U'hr morgens in Casablanca angekommen sei und voraussichtlich am 31. August bereit sein werde, nach Oran in See zu gehen. Die politische Situation sei unverändert. Die Eingeborenen fingen an, zurückzukehren. In Mazagan sei die Ausrufung Muley Hafids zum Sultan beifällig ausgenommen worden. Eine Abteilung Kavallerie sei bis auf acht Kilometer von Casablanca vorgerückt, ohne jedoch auf den Feino zu stoßen. — Der Ministerpräsident Clemenceau weigerte sich ausdrücklich, irgend eine Angabe über die Erwägungen des heutigen Kabinettsrates zu machen. In Beantwortung zahlreicher Fragen von Journalisten am Schlüsse der Sitzung beschränkte sich Clc- menceau auf die folgenden Ausführungen: Wir haben die m a r o k k an ische» Frage als ganzes und in allen ihren Einzelheiten geprüft. Was wissenswert wäre, ist die Tatsache, daß ein vo-lles Einvernehmen erzielt worden ist. Dieses Resultat ist ohne die geringste Schwierigkeit erreicht worden. Die Zettungsberichterstatter fragten darauf, ob dem General Drude Verstärkungen geschickt werden sollen. Clemenceau antwortete, daß man General Drude mehr gegeben habe als er verlangte. So habe er, der Ministerpräsident, während seines Aufenthaltes in Karlsbad, ohne darum angegangen zu sein, aus eigener Initiative dem Kriegsminister geraten, eine Batterie nach Casablanca gehen zu lassen; aber, fügte Clemenceau hinzu, General Drude wird alle Truppen erhalten, die er für die Ausführung seines Auftrages benötigen wird. Ferner teilte Clemenceau mit, daß die Regierung an General Drude verschiedene Fragen gestellt habe. „Wir erwarten jeden Moment seine Antwort," fügte er hinzu, „und es ist möglich, daß wir sie noch im Lause des heutigen Tages erhalten." — Die „Agence Havas" erklärt, daß ihr bis heute nachmittag 3 Uhr keine Bestätigung des von der Londoner „Tribüne" verbreiteten Gerüchtes von der Ermordung Abdul A z i z vorlag. — Nach einer Meldung des „Temps" aus Mazagan machte der dortige Gouverneur dem französischen Konsul Mitteilung von der Proklamation Muley Hafids zum Sultan. Er äußerte dabei, daß dieser den Thron annehmcn müsse, wenn er auch nicht wolle, da er durch die Stimmung aller Stämme des Südens dazu gezwungen sei. Muley Hasid hätte Marrakesch verlassen und den Marsch nach Saffi angetreten, wo seine Proklamation zum Sultan mit Begeisterung ausgenommen wurde. Die üblichen Salven wurden nur aus dem Grunde nicht abgefeuert, weil man besorgte, daß die benachbarten Stämme glauben könnten, die Stadt werde bombardiert. Nach einer Ddeldung des „Temps" aus Casablanca hat Muley el Amin, als er von der Proklamation Muley Hafids Kenntnis erhielt, den .ftanzösischen Konsul gebeten, ihn schleunigst zu Schiss nach Frankreich bringen zu lassen. Der Konsul beruhigte ihn aber mit dem Hinweis, daß Frankreich ihm Schutz angedeihen lasse. Nach einer Meldung der „Agence Havas" aus Mazagan hat Muley el Amin am 23. ds. um Erlaubnis gebeten, in die Stadt einrücken zu dürfen, die Erlaubnis wurde ihm aber nicht erteilt. Die Stadt ist ruhig. Deutsche» Reich. Berlin, 28. Aug. Die National-Zettung dementiert die Meldung von einem Wechsel'aus dem Botschafter- Posten am englischen Hose. I von unverdorbenem Treusinn, tm'fnüuuftolt me^nchoU-- I scher Versonnenheit, Ehrfurcht gebietender Einfalt und naturwüchsiger Gedankentiefe. Der Pariser, der Berliner Holzamer ward^ ein ganz anderer. Nun er von uns gegangen ist, an Goethes Geburts-i tage, wollen wir ihm danken für all das Schöne und Tiefe und Beseligende, das er uns gegeben hat in feinen glück-f lichsten Jahren. Wir wollen klagenden Herzens ein dauerndes Andenken bewahren an diesen hessischen Poeten von zartestem Feinsinn, von reichstem Innenleben, von psychologischer Meisterschaft, den ein unseliges Geschick aus seinen Bahnen trieb, das ihn nicht zum seelischen Frieden, zur Abgeklärtheit, zur inneren Harmonie kommen ließ. Wir gedenken feiner und der beklagenswerten Seinen am schönsten, wenn wir die besten seiner Werke*) in uns aufnehmen und allen denen bescheren, die wir lieben und die uns lieben. P. W. * — A n dem R ö m e r k a st e l l K a p e r s b u r g, das am Westabbang des Wintersteins zwischen Pfaffenwiesbach und Rosbach dicht an der hessisch-preußijchen Grenze liegt, sind, wie man,uns schreibt, im Laufe des Sommers durch Ober-" lehrer Helmke aus Friedberg umfangreiche Ausgrabungen vorgenommen worden, die von Erfolg gekrönt waren. Bor allem gelang es die gesamte Umfassungsmauer mit den vier Toren fteizulegen. Außer einer Anzahl Brunnen, die bereits früher entdeckt wurden, hat man zahlreiche Mauerreste im Jnnertl aufgefunden, jedenfalls Soldatenzelte, Verwaltungsgebäude und Magazine. An mehreren Stellen wurde auch der Wallgraben, sestaestellt. -—- Die äußeren Umfassungsmauern sollen aus eüua 1 Meter Höhe aufgesetzt und mit Rasen abgedeckt werden. Vim.) ziemlich gut erhalten ist das westlich vom Kastell uni Psabl- graben liegende R ü m e r b a b. Um c8 gegen übereifrige Sammler zu schützen, hat man es sicher eingesriedet. Dank der vom hessisckMN Staat zur Denkmals- und Altertumspflege bereit ge- *) Außer dem „Armen Lukas", „Peter Nockler, die Ge schicyle eine- Schneiders" und „Der heilige Sebastian ' eines Priesters", „Inge", „Jml Dorf und draußen", „Am Feußm ' — Tic Pferdewache des TelegrapUnp)steus Mumpuctz wurde nm 26- STuguft von etwa 8 Hottentotten beschossen, iuobt'i ein Gefreiter leicht verletzt wurde- Die Verfolgung ist ausgenommen. Cb die Hottentotten zur Bande Morcngas geboren, steht noch nicht fest- - v — 9t i ch t bestätigt nmrbc der zu ml Mitgliede des Schulvorstandes in der Gemeinde Neuzittan bei Gosen an der Cberspree gewählte Sozialdemokrat Wieczorcck- Der Gemeindevorsteher teilte mit, daß der Kreis-Schulinspektor als Vertreter der Auf- sichtsbel)örde seine Wahl nicht genehmigt habe- Seine persönliche Eignung für daS Amt werde nicht in Frage gestellt, doch halte sich die Regierung für verpflichtet, Sozialdemokraten gründ- s a tz l i ch b o n A e m t e r n, d i c in i t d c r S ch u l v e r w a l t u n g iit Verbindung stehen, fern zu halten. . Wiesbaden, 28. Ang. Dem ehemaligen Regierungspräsidenten Wentzel, jetzigen Cbcrpräsident von Hannover, ist der erbliche Mel verliehen worden- - -! — Die Deutsche Reichsversassung von Geh. Rat Professor Dr. Ph. Zorn. VIII u. 122 Seiten. (Wissenschaft und Bildung, Einzeldarstellungen aus allen Gebieten des Wissens. Bd. 10.) Geh. 1 Mk. Verlag von Quelle u. Meyer in Leipzig. 1007. Trotzdem es eine Pflicht jedes gebildeten Deutschen sein müßte, über die staatsrechtlichen Verhältnisse seines Heimatlandes unterrichtet zu sein, um den Vorgängen des öffentlichen Lebens verständnisvoll folgen zu können, ist eS eine bedauernswerte Tatsache, daß nur Wenige die erforderlichen Kenntnisse besitzen. Deshalb können wir nur jedermann empfehlen, nach dem oben genannten klar uiu) gemeinverständlich geschriebenen Büchlein des bekannten Rechtsgelchrten zu greifen, dessen reichen Inhalt wir nachstehend kurz skizzieren lvollen. Im ersten Kapitel wird die deutsche Staalseutwicklung der Neuzeit in den Rahmen der preußischen, deutschen und Weltgeschichte, unter vergleichender Heranziehung der Staatseurwicklung der anderen europäischen Kulturvölker, eingesügt. Ein zweites Kapitel erbringt den Nachlveis, daß das heutige Deutsche Reich nicht ein lösbares Vertragsverhältnis unter Staaten, wie der alte Deutsche Bund darstellr, woran sich im dritten Kapitel der positive Nachweis des Staatscharakters des Reiches an schließt. Das vierte Kapitel gibt sodann die Darstellung der Organisation des Reiches in Kaisertum, Bundesrat, Reichstag und Reichsbehörden. Die Ursachen der Katastrophe auf dein Kriegsschiffe Jena. Ter Bericht der französischen Senatslömmission für die Untersuchung der I c n a k a t a st r o p h e ist erschienen. Ter erste Band umfaßt 200 Seiten und ist mit Mbildungen aus gestattet. In dem Bericht werden besonders die Eigenschaften und Fehler des Pulvers besprochen und auf den Wert des von der Kriegsartillerie empfohlenen Stabilisators hingewiesen. Ter Bericht resümiert, die Ursache der Ienakatastrophe sei aus die unerwartete Entzündung des Pulvers B zurückzuführen; es läge aber noch eine andere Ursache vor, die dem äußeren Anschein nach sernliege, die aber in Wirklichkeit die direkte Ursache zu den Katastrophen in der französischen Marine sei, nämlich der Mangel an Ein ve rst ünd nis, die Zerwürfnisse und der Au t a go n i surus, der in den verschiedenen T i e n st z w e i g e n bestehe. Der Bericht sagt, die Pulverkammern seien bisweilen dicht bei Räumen gelegen, die eine sehr hohe Temperatur ausweiscn. Es scheine, cus ob die Koujtrukteure nichts von der Zusammensetzung des Pulvers gewußt haben, das in diese K'ainmern gebracht werden sollte. Außerdem lvüßten die Pulversabrikautcn nichts von der Beunruhigung, den Untersuchungen und den Erfahrungen der Kriegsartillerie. Der Bericht führt dann weiter aus, die Kommission habe in der Marine nur Antagonismus und Zlvistigteiten gefunden, indem nämlich der Schisssartillerist, der Schisfsbauer, der Schisssmann und der Seesoldat keinerlei Beziehungen zueinander haben, sich gegenseitig verabscheuen und mit Eifersucht verfolgen. Keine höhere Behörde habe Sorge dafür getragen oder Mittel gesunden, diese drei auseinauder- strebenden, einander feindlich gesinnten Kräfte zu geregeltem, fruchtbringendem Handeln zu vereinigen. Der fortschreitende Rückgang der französischen Streitkräfte sei der beklagenswerten Schwäche der Z e n t r a l g e wa l t und der allgemeinen Unverantwortlichkeit und Gleichgültigkeit zuzusa-reiben. Der Bericht sagt zum Schluß: Laßt uns schwören, in unserer Marine Autorität, Ordnung, Disziplin, Wachsamkeit und Verantwortlichkeit wieder zur Geltung zu bringen, geben wir unseren Seeleuten Material und Ausrüstung, die ihres Mutes, ihrer Intelligenz und ihrer Tapferkeit würdig sind! Alle gram zosen werden zu diesem nationalen Werte aufgefordert. politische Lage-scharr. Fiuanzsorgen im Reiche. „Nur wenig Bilder im I veiten Raum, die freundlich mir lachen", kann der Rcichsschatzsekretär Frhr. v. Stengel sagen im Hinblick auf die hinter den Erwartungen teilweise weit zurück- bleibenden Erträgnisse derneuenRe ichssteuern. Nun droht auch noch eine Mindereinnahme auS der Börsen st euer, die in den letzten Jahren so viel abgeroorfen hatte, daß man ihre'Ziffer im^ranschlag getrost heraufsetzen zu können meinte, unter lebhafter Zustimmung der börsengegnerischen Parteien Ihnen war das ein vollgiltiger Beweis für die Vortrefflichkeit der gegenwärtigen Börsengcsetzgebung. ES wird also jetzt im Schatzamt wohl der Rotstift energisch gehandhabt werden bei Prüfung der von den Einzelressorts angemeldeten F-orderungen, denn Frhr. v, Stengel hat sicherlich nur daS eine Bestreben, in seinem Voranschlag zum Reichshaushalt für 1908 das Sparprinzip dem Reichstag augenfällig zu mack)en. Er kann freilich bei aller Sorglichkeit nicht abwenden, daß der Rahmen für die Durchführung der Reichssteuerreform, zu deren Gelingen ihm Fürst Bülow ein aufmunlerndes Telegramm in die oberbayrische Sommerfrische sandte, sich immer weiter hinausschiebt. Ein Lieblingswort Eugen Richters: „Das dicke Ende kommt nach!" dürste auch auf den Fortgang der Steuerreform zutresfen. 180 Millionen hat der Reichstag erstmals bewilligt, auf 250 Millionen sind in der Presse auch der Blockparteien die neuen Erfordernisse des Reiches veranschlagt, d- h. zu einer Zeit, da von der Ertragsverringerung der Börsensteuer noch nichts bekannt war- Ter Posten auf der Debetseüe der Reichsrechnung werden mit» lerweile immer mehr; als neuester ist Südwestafrika anzumerken, wo das Vorgehen gegen Morenga besondere »finanzielle Aufwendungen erforderlich macht- Jetzt ist also durchaus glaubhaft, was in halboffiziöstn Notizen zu lesen war: die Verhandlungen in der Regierung seien noch nicht soweit gediehen, daß sich über die Höhe der neuen Steuern schon irgend etwas Bestimmtes sagen lasse- Man wird allerdings wohl erst das laufende Etatjahr zu Ende gehen lassen und nach den dann feststehenden rechnerischen Grundlagen den durch die neuen Steuern zu deckenden dauernden Mehrbedarf des Reiches ermessen, damit der „zwecke Streich" auch in Wirklichkeit eine vollständige Durchführung der Reichssinanzrefvrm bewirkt- Bis dahin bleibt die Hoffnung, daß die erneute Belastung des Volkes den Betrag von 250 Millionen nicht übersteigen iveibe- stellten Mittel werden die Ausgrabungen dieses hessischen Taunus- kastekls in den nächsten Jahren systematisch fortgesetzt. — Klassische Theatervorstellungen auf dem Lande- Ter Rhein-Mainische Verband für Volksbildung hat bekanntlich im letzten Frühjahr den Versuch gemacht, kleinen Städten und Landorten klassische Theatervorstellungen durch ein eigenes angeworbenes Personal aus Mitgliedern guter Stadttheater zugänglich zu machen- An 20 Orten sanden innerhalb 6 Wochen über 60 Vorstellung statt- Dieser Versuch der Theaterversorgung des stachen Landes kann als gelungen bezeichnet werden, und der veranstaltende Verband ist auf dem Wege, die provisorische zu einer ständigen Entrichtung zu machen- Er hat für beii nächsten Winter ein gutes Personal unter künstlerisch hervorragender Leitung angenommen und bietet durch dieses seinen angeschlossenen Vereinen die Acögllchkeit, gute Theatervorstellungen zu veranstalten. E^ soll hiermit ein Stück moralischer und künstlerischer Volks- crziehung geleistet werden- Um nun den für die Sache nach der künstlerischen oder volkspädagogischen Seite hin interessierten Kreisen ein Bild dec Tätigkeit des Derbandstheaters und feiner Aufnahme an den einzelnen Orten im letzten Frühjahr zu geben und um zu zeigen, wie die Fortsetzung des Unternehmens gedacht ist und unter welchen Bedingungen der Anschluß von weiteren Orten oder Personen erfolgen könnte, die jetzt noch fern stehen, hat der RtMÜi-NäainischL Verband den künstlerischen Leiter seines Theaters, Regisseur Felix Hauser, mit der Ausarbeitung einer Broschüre b/.iuftragt, die unter dem Titel „Das Rhein-Mainische Berbanosll/rater" im Verlage von Quelle u. Mayer in Leipzig rrfchienen tft- — Dem Regisseur Adalbert Steffter in Hanau, d> r am 1. September d. Js. die Direktion des Hanauer Stadt theaters übernimmt, wurde, wie man uns schreibt, auch die Direktion des Fürstlichen Schauspielhauses zu Putbus aus Rügen auf loeitere fünf Jahre übertragen. — In Ze na fano gestern nachmittag die Grundsteinlegung zum Phylogenetischen Museum statt. Prof. Haeckel war zugegen. ng r Iungsr a u b« hn Aktiengestll schosl in llunch beschloß um 28. os. Mts. die sofortige Inangriffnahme «ü iteib -uiy d.r Bahn von Station Eismeer nach Station Jungfrarljoch. Ausland. Unter Weißenburg (llngani), 28. Aug. In der Ortschaft Pcmad wurde dec Oberst eines zu den Manövern durch- marschierendeii Regiments von einem rumänischen Lehrer durch Worte beleidigt- Tab-i anwesende Offiziere entfernten den Lehrer- Die rumänischen Bewohner begannen hierauf das Gasthaus, in welchem die Offiziere sich aufhielten, zu stürmen. DaS alarmierte Militär war gezwungen, von der Schußwaffe Gebrauch zu machen- Von den Rumänen sind zwei tot, sechzehn schwer und viele leicht verwundet- Haag, 28. Aug. Ter Staatsrat hat den Vorschlag betr. die Revision der Verfassung abgelehnt- Der Vorschlag war cingebracht worden zu dem Zwecke, die E r b f o l g e f r a g e für den Fall der Erlöschung der Linie Oranien zu regeln- — Verschiedene delegierte der Haager Friedenskonferenz sind entschlossen, den Zusammentritt einer neuen Konferenz für 1914 zu beantragen- London, 28- Aug. Ter König hat das Parlament heute vertagt- In der die Tagung schließenden Thronrede, die im Unter- und Lberhause verlesen wurde, efciniiert der König an die guten Beziehungen zwischen England und den übrigen Mächten, lobt die Arbeiten der Haager Friedenskonferenz,, bespricht die zahlreichen neuen Gesetze usw- Im übrigen enthält die Thronrede keine wesentlichen Punkte- Brüssel, 28- Aug. Tie Zusatzakte zur Zuckerkonvention sind heute unterzeichnet nwrbcit- Auf Grund ihrer BestrmmLngen wird^eine internationale Union aus die Tauer ton fünf Jahren vow 1- September 1908 ab gebildet. England wird von diesem Zeitpunkt ab von der Verpflichtung befreit sein, Zuckerprämien zu bestrafen- Aus sraSt Laus. Gießen, 29. Aug. 1907. Wir laden zum Llbonneinent auf den Gießener Anzeiger für die letzten vier Dtonate dieses Jahres ein. Einer Darlegung seines PrograinmS oder Anpreisung seines Inhaltes bedarf es nicht. Er ist anerkanntermaßen die größte, von keiner Partei abhängige, für die Verföhnung der Gegensätze zwischen Stadt und Land eintretende, die berechtigten Jnterefseu von Landwirtschaft und Industrie nach Möglichkeit fördernde Provmzzeckung. Ter Gießener Anzeiger ist ein reichhaltiges und doch billiges Blatt, das an Gediegenheit von keiner Zeitung Hessens und der Nachbarlande übertrosfen wird. Unsere sämtlichen Zeitungsträger, Zweigstellen, Vertreter und alle Postanstalten nehmen Bestellungen entgegen. ** Hilfe für § erb ft ein. Bis heute vormittag gingen weiter bei uns ein: Lehrer Schaaf 3 Mk., St. 1 Mk., Spenglermeister Appel 5 Mk., aus einer Sammlung in Rödgen 10 Mk., Pfarrer Ausfeld 3 Mk., Frl. St. 10 Mk., Evang. Arbeiterverein Gießen 20 Mk., Stammtisch Union, am Mittwoch abend gesammelt 7 Mk., L. M. 1 Mk., evang. Pfartei Londorf 100 Mk., durch Polizeidiener Schlörb in Garbenteich gesammelt 42.50 Mk. (außerdem hat Bürgermeister Kiessel aus seinem Bureau eine Sammelbüchse ausgestellt, um jedermann Gelegenheit zu geben, Geldspenden ür die Abaebrannten einzulegen), S. Meyerseld 3 Mk., Kaufmann Gg. Schneider 5 Mk. Zusammen mit den bereits rüher veröffentlichten 3692,15 Mk. b i s jetzt 3 90 2.65 Ma r k. (In der Quittung vom 26. August muß es statt I. I. Lauer I. I. Sauer, i. F. Wallenfels u. Sauer, heißen. Unsere Geschästsstelle ist gern bereit, weitere Spenden für Herbstein anzunehmen. Das Großh. Kreisamt Gießen hat an alle Bürgermeistereien die Aufforderung ergehen lassen, für die Ab gewannten in Herbstem in den Gemeinden Sammelbüchsen aufzustellcn und dies den Ortseinwohnern bekannt zu geben. • ** T i e gestrige Kolosseums-Vorstellung, )cren Reiner.rag ,ür uic .Herbsteiner Abgebrannten bestimmt ein sollte, war ■ wohl msolge des sck)lechten Wetters — o schlvach besucht, da)j leider ein Ueberschuß nicht erzielt wurde. Für "morgen ist Lee 1. Jamilicuabenb vorgesehen, an dem )c.< .Juine einen Fächer überreicht bekommt. ** Tas Gewerkschaftstartell hat Lonhs Bierkeller für den Preis von 74 000 Mk. angekauft, um darin ein Ge wert sch aftü.haus nebst größerem Versammlungslokal einzuvichren.^ Eine Tim' Dienstag 'abend ab gehalten, Gewerkschaftsversanttulung hat den Ankauf genehmigt. ** Diebstahl. Gestern vormittag wurde aus einen, Hausflur int Neuenweg einOpelfah rr a d gestohlen. Al. Täter kommt ein junger Mensch im Arbeiteranzng in D tracht, der von einem Jungen beobachtet wurde, als er das Rad an sich nahm und damit den Seltersweg hinauf fuhr Tcr Täter ist 20 bis 25 Jahre alt, mittelgroß, hat blonbe Haare und rötliches. Schnurrbärtchen. Vielleicht trage,, diese Zeilen.zur Feststellung seiner Person bei. ** Verhaftet wurde in verflossener Nacht ein Frem. der, der auf der Lahnbrücke in angetrunkenem Zustand Passanten tätlich angrisf und insultierte * ** Brotpreise. Wie die Bäckermeister im Inst, ratenteil der heutigen Nummer bekanntgegeben, ist eine kleine Erhöhung des Preises der dritten Brotsorte cina- treten. Tie Interessenten begründen dies durch die bauem steigende Tendenz der Mehlpreise. Sie haben sich zu einem allgemeinen Brotaufschlag nicht entschließen können, da ba’- Brot als Volksnahrungsmittel eine möglichst niedrige Preislage behalten soll. Dagegen hat man eine Abschaffung ber seither üblickeu Dreingabe aufgehoben, da diese doa> meistens den besser situierten Konsumenten zugute kam Wir können dies Vorgehen der Bäcker verstehen, da tatsächlich in fast allen anderen Städten in der letzten Beit ebenfalls ein Brotauffchlag eingetreten ist. Auch die neue Ernte wird den sehntichst erwarteten Preisrückgang taum mit sich bringen, da ein überaus großer Mangel au Getreide herrscht. Es sollen tatsächlich fast keine Vorräte vorhanden sein. Es wird daher in absehbarer Zeit ein Preisrückgang für Mehl kaum zu erwarten sein. )( Reiskirchen, 29. Aug. Zu der Meldung in Ar. 200 des „Gieß. Anz." sei mitgeteilt, daß bei dem be. richteten Vorfall kein Verschulden des betr. Beamten vorliegt. △ Butzbach, 29. Aug. (Tel.) Laut einem heute vor« mittag von der „Butzb. Ztg." befanutgegebenen Telegramm berühre der in Konkurs geratene und wegen Betrugs fteeb brieflich verfolgte Bäckermeister Friedr. Ohl von liier in Basel Selbstmord. sd- Darmstadt, 29. Aug. (Tel.) Der 50 Jahre alte Fuhrmann Ludwig Darmstädter von Pfungstadt geriet im Auerbacher Wald, wo er Stämme holen wollte, unter die Räder seines Wagens und wurde tot gefahren. Der Verunglückte hinterläßt 10 Kinder. h. Kassel. 28. Aug. Der Mord an der Witwe Vogel deren Leiche im Sommer vorigen Jahres in einem Koffer uevpaeft bei einem epebitcuv in Sachsenhausen entdeckt wurde, wird durch einen neuerdings in Bad Witdungen gemachten Fund wieder >„ Erinnerung gebracht. Beim Ausräumen des Dachbodens des Hauses in dem die Wilive Vogel nwhule, sand man versteckt aus dem Bodui einen S a cf mit Kleidungsstücken, Blusen,Baltisttascheutüchern, Röcke,, Alanteln, serner ein Kistchen mit Schmuckgegeustäudeu, die Frau Vogel, der augeblicheii Tante des srüheren Älöbelhaudters 'Uieuev gehörten. Tie Staatsanwaltschaft ist von dem Funde in Keuutul- gesetzt. _______________ Vermisstes. * 3 u in Falle Hau. Der im Hau-sProzeß vicd genannte Zeuge Len k läßt eine Broschüre unter dem Titel: „I ch schwöre! Die Wahrheit über Hau" erscheinen, in der er nicht nur seine persönlichen Eindrücke, die er während seiner gemeinschaftlichen Untersuchung^^ hast mit Hau über diesen bekommen hat, Revue passieren läßt, vielmehr auch die ihm von dieser Seite gemachten vertraulichen Mitteilungen, besonders über Olga Molitor, präzisiert. — In der „N. Fr. Pr." werden mehrere von Lina^Hau an ihren Gatten nach Konstantinopel gerichtete Briese veröffentlicht. Sie sind nach- Stenogrammen, welche während der Verhandlung ausgenommen wurden, wörtlich wiedergegeben. Die Auszüge beschränken sich auf die Belege für Linas leidenschaftliche Liebe zu ihrem Mann und aus ihre charakterisierenden Bemerkungen über ihre Mutter, ihr Kind, ihre Geschwister, besonders Olga, te Leben in der Villa Molitor und die Sehnsucht nach ihrem amerikanischen Heim. * Brände. Durch rechtzeitiges Eingreifen der Feuerwehr ist am Mittwoch mittag einem Brand im Garnt-- s o n - L a z a r e 11 zu Berlin Einhalt getan worden, der eine verderbliche Ausdehnung anzunehmen drohte. Das Feuer war im Trockenraum ausgebrochen, hatte rasch um sich gegriffen und als die Feuerwehr eintraf, war die Decke bereits d ungebrannt und die Flammen drohten, enj den Dachstuhl überzuspringen. Der Feuerwehr gelang cs nach ciuftüubiger Arbeit, das Feuer auf seinen Herd zu beschränken. Die Ablöscharbeiten nahmen dann noch längere Zeit in Anspruch. — Der Ort Bernstein i. Schles. wurde durch ein nachts entstandenes Feuer schwer getroffen. Dich! gefüllte Speicher sowie ein erst kürzlich erbautes neue* Mühlengebäude sind ein Raub der Flammen geworden, ebenso das Elektrizitätswerk, durch das die ganze Stadt ihre Beleuchtung erhält. Der Schaden dürfte annähernd 450 000 Mark betragen und ist durch Versicherung gedeckt. — Am 27. August zerstörte eine Feuersbrunst mehrere Gebäude in der Bereystraße zu Paris. Das Feuer brach in einem Fouragemagazin, welches mit Heu und Stroh augesüllt war, aus. 70 Pferde verbrannten. Eine W fügerei wurde ebenfalls zerstört. Mehrere Feuerwehrleute, darunter ein Offizier, wurden bei den Nettungsarbeitcn verletzt. Das Feuer nahm eine derartige Ausdehnung an, daß vier Kompagnien der Marine-Infanterie die Feuer wehr unterstützen mußten. Der Materialschaden wird an| U/s Millionen geschätzt. * Das Automobil. In Heer len in Holland verunglückte bei einer Automobilfahrt der Mitinhaber bei Seidenweberei Mahnen u. Gebbers in Krefeld. Sein neunjähriger Sohn wurde getötet und seine Frau schwer verletzt. Er selbst blieb unverletzt. * Opfer der Berg e. Der Regierungsassesstn Nauer aus Posen, der ohne Führer ging, stürzte von Winklerturm in der Rosengartengruppe ab. Di' Leiche wurde geborgen. * Kleine Tageschronik. Der Motorrad-Rciiiiiahn' Gteorg Stecher ist bei Traunstein in Oberbayern mit seinen Mptorrad gestürzt und tot am Platze geblieben. - ^or kurzem hatte sich der Unteroffizier Beyer voi 4. Garde-Regiment zu Fuß zu Berlin aus unbefannlen Mo ttven erschossen. Jetzt ist ihm auch seine Braut in de Tod gefolgt. Sie tarn, ohne eine Ahnung von dem Toi ilweS Geliebten zu haben, nach dem Döberitzer Barackenlagc' wo sich das 4. Ekirde-Regimcnt gegenwärtig befindet, und frag' nach Beyer. Ms sie erfuhr, daß dieser sich erschossen hat^ geriet sie in Verzweiflung, begab sich zur Eisenbahn und tu sich von. einem Zug überfahren. — In Dülken bei Kcmp WloMMkifv. Staufenberg, den 29. August 1907. 06205 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme während deS schweren Krankenlagers, sowie bei dein Hinscheiden unseres einzigen, innigst geliebten und unvergeßlichen Sohnes und Bruders lerner für die zahlreichen Blumenspenden von Verwandten, Freunden und Bekannten, besonders von seinen Alters- genossen, der sämtlichen Jugend sagen wir tiefgesühltesten Heute morgen verschied, plötzlich und. unerwartet an einem Herzschlag unsere liebe Tochter, Schwägerin und Tante U - M >■ kV W M LZ 1 Friedberger. Helfrich. 30 Pfg. 27 26 Tages-Ordnung: Ergänzungswahl des Vorstandes. Gießen, den 17. August 1907. Der Vorstand: Die tiestrauernden Hinterbliebenen: Ludwig Kuhl II. Anna Katharine Kuhl, geb. Schmitt. Katharine Kuhl. K 52/07 B15/8 Donnerstag den 19. Sept. 1907, nachmittags 3 Uhr werden auf hiesigem Orrsgericht die Liegenschaften der Peter Minke Ww. und Kinder, nämlich Flur 38/31,5 = 135 am Grabgarteu am Hamm am Neustädler Tor- Flur 38/31,2 = 479 qm Ho freite daselbst Flur 28/47 = 732 qm Acker auf dem Sand bezägl. der den Schuldnern zu- stehenden ideellen Anteile, ferner Flur 1/374 — 974 qm Hosreite in der Walltorstraße bezügl. des der Peter DUnke Ww. zuftehenden tdellen Anteils öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 14. August 1907. Großh. Ortsgerichl Gießen. Gros. 8it|titr LmmdMeseMch. E. ($• m. b. H. Freitag, den 30. August 1907, abends 9 Uhr in der Restauration Kaiserhos Außerordentl. cheneralversammtung Brötchen und sonstiges Feingebäck 1 Stück . . 3 Pfg. 7 Stück . . 21 Pfg. 10 Stück . M »Milcher m Sichui oil slZetreffend: FeldbereinigungsmeliorationenFauerbachv.d.H. Arbeitsvergebung. Freitag, den 6. September 1907, vorm. 10 Uhr ollen im Nathause zu Fauerbach v. d. H., Erd- und Nohr- h-erlegungsarbeiten zur Herstellung von 67321 lfd. m Drain- K 55/07 B“/8 Donnerstag, den 19. Sept. 1907, nachmittags 3 Uhr wird auf hiesigenl Ortsgericht das vordem ^tarnen des Jobs. Buscher- stehende Grundstück der Gemarkung Gießen l/1236ia/ioo = 446 qm Hosreite im Gartfeld öffentlich meistbietend versteigert werden. Auswärtige Bieler haben sich durch ein Zeugnis ihrer Heimatsbehörde über ihre Zahlungsfähigkeit genügend auszuweisen. Giegen, den 14. August 1907. Großh. Ortsgericht Gießen. Gros. Weilrod I. Sorte, 4 W. 58 Mg., 2 M. 29 Ufg. Schmarchrod II. ,, Roggen brod . . . 10 Stück 55 Pfg. Neues Sauerkraut Pfund 12 Pfg. Neue Gurkeu Stück 5 Pfg. empfiehlt 5360 J&kob ßSaternus Ecke Klinik- und Frankfurterstr. Friedberg, den 26. August 1907. ß2tyä Großherzogliche Kulturinspektion Friedberg. I. V.: Kumpf. -.laben in 0 Losen im Anbietungsverfahren vergeben lverden. Plane, Verdingungsanschlag und Bedingungen liegen in 3 er Kanzlet der unterfertigten Behörde zur Einsicht offen, (ngebote auf aktengroßeln Papier sind bis 311111 obigen Termine 1 erschlossen und mit der Aufschrift: „Angebot Feldbereinigung K-cuierbach v. d. H." versehen, der Großh. Bürgermeisterei auerbach v. d. H. einzureichen. Gezwungen durch die andauernd steigenden Mehlpreise haben die Unterzeichneten den Preis für Brod und Backwaren vom 1. September 1907 bis auf Weiteres festgesetzt:, Freitag, den 30. August d. I., nachm. 2 Uhr, versteigere ich im Biekerschen Saale — Neustadt 55 — einen Kassenschrank, 1 eichen Schreibtisch, 1 große Kiste Kordel, 138 Pack Sprungfedern, 18 Vorhanggalerien, 3 Kisten u. a. [06200 I Geißler, Gerichtsvollzieher. Joh.Vaillanl Remscheid Bedeutendste Spetialfodrikfür Gas-Badeöfen.«, WiederverWer , „__ 8-.IL werden an allen ■" V ' • E B IW FÜStä K 1 11 s 31® ® -k Fräulein Dora Platt. Die trauernden Hinterbliebenen. In deren Namen: Frau Marie Platt und Kinder. Giessen (Stephanstr. 451), 28. August 1907. Die Beerdigung findet Freitag, nachmittags 0V4 Uhr, von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. 5467 Die trauernden Hinterbliebenen. Für die uns bei dem Heimgange meiner innigst- liebten Frau, unserer guten Mutter und Tochter, der Fraa Katharine Damm so zahlreich entgegengebrachten Beweise der Liebe und Teilnahme, sagen wir Allen hiermit unfern herzlichsten Dank. Reiskirchen, den 29. August 1907. 06201 750,1 20.8 747,8 16,0 748,3 14,6 MM mnierkur tür > «rvm August Sanatorium Hofheim im .Taunus. Grobherzogliche Bürgeruteisterei. I. B.: Eurschmamt. Sonnenschein Bew. Himmel August 1007 -‘S' K 5 60 am 27.—28, , 27.-28. E SSE NE Israelitische Sieligionsgemernde. Hottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, den 31. A u g u st 1907: Vorabend 7.00 Uhr. Morgens 8.30 Uhr. Nachmittags 4 Uhr. S ch r i s t e r k l ä r u n a. Sabbatausgang 8.00 Uhr. M zung u. Beleuchtung, geheizte Liege- I halle und Corridore. Sorgsame — _ _ w ■«—- u mJ Behandlung und Verpflegung. IH5fkuren. (Dependance für Minderbemittelte.) Prospekte franko. ’ Or. M. Schulze-Hahleyss, Nervenarzt. -2^ « 3 Z t-i M«teoro!»gische Beobachinirgr« der Siatis-u Lie^e«. Kandel. 8(1 D a r m st a d t, 29. Aug. (Tel.) Die Süddeutsche .x e.,11 b a h n - G e s e l l s ch a f t verteilt für das abgelausene 0>eschästsjah^ eine Dividende von ö1/, Proz. gegen 6 Proz. im Vorjahre. Ter Rückgang ist der ungenügenden Nentabilität einiger neuerbauten Bahnlinien zuzuschrciben. Von den Effekten- und Geldmärkten. ' Die amerikanischen, Geldverhältnisse haben sich vorerst immer noch nicht in wünschenswertem Maße gebessert. Da aber der Schatz- sekretär eine stottere Handhabung der Unterstützungsmaßregeln für den Herbst zugesggt hat und London bei der Diskontierung amerikanischer Tratten wieder etwas entgegenkommender ist, so hat sich auch der Newyorker Effektenmarkt gebessert. Nur ist bis letzt in der Regel auf den gebesserten Anfang stets ein matterer Schluß gefolgt. Beweis dafür ist, daß eine eigent- Iiriie Kräftigung des Newyorker Effektenmarktes immer noch zu londoner Börse meldet weiter nachgebende Geldleihsatze, was auch in der Besserung des Konsolkurses, der '16 in die Höhe gegangen ist, seinen Ausdruck findet. Auslandsrenten sind daraufhin etwas gestiegen. Schließ- !'x ^er am Mvntag stattgehabte große Goldanlauf der Bank von England die Interessentenkreise in der Hoffnung, daß das Zentralinstitut den Herbstanforderungen wohl gerüstet entgegengeht. Halbiahresabschluß d e r P fä l z is ch e n B a n k. Wie . uns berichtet wird, betrug int 1. Semester 1907 der Rein- ' 451 Mk. gegen 1 726 798 Mk. int 1. Semester beä Voriahres. Die Umsätze beliefen sich auf 4476 Mill. Mk - Legen 4561 Mill. Mk. int 1. Semester 1906 und 4043 Mill .? 1905, Nach dem seitherigen Verlauf des . Geichaslv dürfte trotz der tn diesem Jahre entstandenen Verluste - die gleiche Dividende tote imi Vorjahre (5 Proz.) in Aussicht genommen werden. Märkte. $r a uk i.u rt a. M., 29. Aug. (SEeicnr. Orig.-Bericht des * ^Gleß. Anz. .) Amtliche Notierungen der heutigen Viebmarkt- v r ei,e. Zum Verkaufe standen: 27 Ochsen, 00 ans Oesterreich 2 Nullen, 0 ans Oesterreich, 138 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder - 00 aus Rmnamen, 949 Kalber, 132 Schafe und Hämniel, 4 Kiegen 0 Ziegenlämmer, 0 Scha'lämmer. Bezahlt ivurde für ; ' as Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: 1 Qualität 83—85 Mk 2. Qualität 76—80 Alk., 3. Qualität 70—72 Mk.: Bullen- Qual. 73 75, 2. Qual. 70—72 ; Kühe 1. Qualität 75—77 Alk., 4- 21,5 • 0. =■ 4- 8,4 * U. Bekanntmachung. Aus der Stiftung der Daniel Moog Wilwe zu Gießen sind am 2. Oktober 1907 die diesjährigen Zinsen au hiesige bedürftige unbescholtene im Witwenstaude leoeude Bürger und Witwen von Bürgern zu verteilen. Anmeldungen hierzu können bis zum 10. September 1907 auf dem Armenamt erfolgen. Gießen, den 26. August 1907. stürzte der Schreiner Linse, der Jalousien am GefängNIsMaiidü anbrachte, mit seiner Letter aus dem Fenster und erlitt einen ^chadelbrum. Er starb bald darauf. — Bei Marienheide (Wtf.) stießen zwei Personenzüge zusammen. Zwei Personen wurden verletzt der .Materialschaden ist groß. —> ßui Personenzug u b er fuhr bei Sangerhausen einen Erntewagen. Lin Mann wurde schwer, zwei Frauen leichter verletzt., Dve Pferde wurden getötet. Die Schranke war nicht — Walde bet Eisingen (Franken) wurde die 2lmvrig- lTüucherstochter Winkler als schrecklich »erftümmelte Leiche aufgtfnnbw. Es liegt ein Lustmord vor. — In Wittlich (Arvsel) wurde bet einem Streit zwischen Kroaten und ein- henmscheu Arbeitern ein Kroat mit einer Wagenrunge er - Rb lagern Vteu Personen sind verhaftet. — Das 21. öster- rctajt) che ,vs n fa nterte-Regim'ent zu Klagenfurth hakte nach emem Marsch zu den Kaiser-Manövern infolge der großen Marode, davon 50 Schwerkranke und einen Toten. — Aus o t to einlaufende Nachrichten besagen, daß U e b e r- s chwemmun'g en in der nächsten Nähe der Hauptstadt Tausende von .Neiischeil obdachlos gemacht haben. Im dLordwesteu der Hauptstadt find über 1800 Häuser weggeschwTMmt. 4 9 Leicheli sind bis jetzt geborgen, 2 5 0 Personen werden noch ver- m i ß t. Allie Eisenbahnen, die nach Tokio hereinfahren, sind unbenutzbar. Der untere Teil der Stadt ist ebenfalls überschwemmt. [ WrigtzttaL-Drahtmelourrgen. ' Cssel, 29. Aug. Das Befinden der Kaiserin ist ' ÄIn-aten^der Aer^Cwieder soweit hergestellt, daß sie ans gTlnn hnff? s r Millich einige Stunden im Freien verbringt. ÄÄXentann. beS mit Geh- 7964?000e ,2in9‘rv-lUfl\ ^ie Bürgerschaft bewilligte (jaueti000 m 8 Erweiterung der Hafenanlagen bei Bremer- Wien, 29. Aug. Dem „Neuen Wiener Tagebl." wird von besonderer Sette aus Paris gemeldet, daß die ägyp, ttsche Frage bet den Begegnungen in Wilhelms-s hohe und Ischl nnt tn erster Reihe zur Besprechung gestanden habe. König Eduard wollte Gewißheit darüber haben, daß England auf keine Opposition stoßen würde wenn es gewisse Maßregeln namentlich gegen den Khedive für notwendig halten sollte und daß Deutschland eventuell beim Sultan vermitteln würde. Sofia, 29 Aug Das 20jährige Negierunas- liibilaum des Fürsten F e r d i n a n d wurde als National- fei begangen. Der Fürst erließ ein Manifest, das von der Bevölkerung freundlichst ausgenommen wurde. Er schreibt darin die erzielten Erfolge hauptsächlich den bewunderungswürdigen Eigeit- schasten der Bevölkerung zu und ermahnt die jüngere Generation das begonnene Werk im Geiste ihrer Väter fortzusetzen. Von zahlreichen Staatsoberhäuptern wurde der Fürst beglückwünscht Verschiedene fiirstliche Stiftungen für ivohltätige Zwecke mürben bekanntgegeben. London 29. Ang. Aus Tanger wird unterm gestrigen Datum gemeldet, M ulet) Hafid habe für die Mordtaten in Easablanea Genugtuung versprochen und den Stämmen verboten, die Franzosen a n z u g r e i s e n. London, 29. Aug. Die in Irland verhafteten 18 Personen sind gegen Stellung von Kaution freigelassen worden. In ganz Irland dauern die tumultuösen Versammlungen an. Man befürchtet den Ausbruch einer sehr ernsten Agrarbewegung. London, 29. Aug. Die „Tribüne" meldet aus Söul: Die Krönung des neuen Kaisers erfolgte ohne Begeisterung der Bevölkerung. Die Unruhen in den Provinzen dauern fort. Pa ris, 29. Aug. In der Garnison Diä ereignete ich ein neuer Ausruhr. Beim 17. Jnsanterie-Megt., welches bekanntlich schon zum Teil wegen Meuterei nach Algier versetzt worden war. Das Regiment manövrierte, als eine Anzahl Reservisten, die sich über ihren Haupts mann zu beklagen hatten, weil nicht genügend für ihre Einquartierung gesorgt war, plötzlich meuterte und revo-i lutionäre Lieder sang. Die Bewegung nahm sofort eine große Ausdehnung an. Der Hauptmann, der intervenieren wollte, wurde von den Soldaten tätlich angegriffen. Eine strenge Untersuchung ist^eingeleitet. Willtßrklir für Kranke. Warme geschützte Lage KL. Wllilül KUI IUI am Südabhange des Taunus. Eehag- lieh eingerichtete kleine Anstalt, I I Spezialhellanstalt. Central-Hei-1 Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hesseu am Freitag den 30. August: teilweise heiter. Keine erheblichen Niederschläge. Warm. Leichte südliche Winde. Hschfl« Tarnperstur MeLrigstt , ?• 72—74 9)if; H. Qual. 64^-66 Mk./ 4. CLiial' 00—00 Mk ö.Qual 00-00 W. Kälber l.Qnal. 76-84 Mg Lebendaewi b't Psg., 2. Ouatität 60-66 Psg., Lebeudg-wlcht 0°-L S ™ , G.d)n?=: !■ Q»cil. 84-00 Psg, 2. Ä 78—80 Psg. — Geschäft: gut, kein Ueberstand._______ rrurversltätsNachrichlsn. nur* iOt ? a sltOTi''t Wettbewerben erhielten iolgenbe MUglieder des Lehrkörpers der Archltekturabtettnnq an der technischen Hachschn e zn Darmstadt AuSzeichnnugen' Präs. Friedrich Putter: AnSstellmigS. m,d Festhalle in Frnnk- siirt a. M einen 1. Preis von 12 000 Mk.; Etadterwciterung-Mörs en,en 1. Preis; Stad^rweilcrung Landshut einen I. Pr-is; Simagoge Franksur a. M. 8. Preis; Krieger- und Siegesdenkninl Minister i. W. 2. Preis. Pros. Tr. Jng. Ernst 93 e 11 crl c i» ■ Waisenhai^ SIrabburg t. Els. 1. Preis 2500 Mk. und die Ans-' suhrung; Saalbau Plnlhausen i. Els. einen 2. Preis von 2000 Mk.- Bebaunna des Ptiinstcrplatzes in Ulm 2. Preis 1500 Mk.- Assistent Stumps: Genesungsheim für Schirmcck i. Els' 2. Preis 2000 Alk. (die AnSsuhrung eriolgt „ach seinen, Entwurscl- üospital Kolinar 3. Preis 500 Mk. Assistent Kaspar Lennartz: Rcalpro- gynniasiuin Volkingen 2. Preis und die Aussühruna; Wnsserinrnl Friedberg (Hessen) 2. Preis und die Ausführung. Gsrichtssaal. Neisse, 20. Aug. Tas KriegSgeri ch t verurteilte nach zweitägiger Verhandlinig wegen in , l i t ä r i s ch c n Ansruhrs die Reservislen 9iiwiadoinoski aus Beuthen zu sieben Fahren Zuchthaus, Hubrich aus Oppeln zu siebenJahrenGe- langnrs und Bischof-Breslau zu 5 Fahren 6 Atonaten Gefängnis und den üblichen Nebenstrafen. Straßburg i. E., 28. Aug. Die Strafkammer Mülhausen verurteilte den Kaufmann H. Gensenberg wegen Saccharin- 2,i°UaUn ^°'°ugniS oder Grummetgrasversteigerung. Samstag, den 31. August, vorm. vvu 10 Uht- an, soll das Grummetgras von den Gemeindewiesen in dem Dorfeldschen Garten, und nachmittags von 5 Uhr ab auf der Badenburg versteigert werden. Wieseck, den 29. August 1907. Großherzogl. Bürgermeisterei Wieseck. B29/8 Schombe r. wozu freundlichst einladet 06187 Wilfo. Jäger „Zum Gambrinus Fahrrad zu verkaufen. Kirchenplatz 2, I. O6114] B”/8 Kir©bw®ili-Fest LZciie 6 V;S 7 Bon unserer Saatbauftelle empfehlen wir in doppelt ge- 26.-M., 2550 M-, ^naeb?)!e Stilist, exakter Orthograph Hauptbeoini an den Gießener Anzeiger erbet. Schriftl. Angebote unter Nr. 06180 ari den Gießener Anzeiger 26.-M. 25.50 M., 24.- M. stadt erbeten. (Hessen) Teles. 1. Uiu ’-piviv UHI. yuyunuiyvv Hauptpostlagernd Ostenbach a. M. Kichener Werde- iehnng: ILose ä 1 M. empfiehlt [5109 3 Zimmer j di S £ Zimmer j 06157] Gothestr. 46, III. 2 Zimmer und Küche au vermieten. Näheres [5466 Srenstadt 84. Näheres Neustadt 24. [5465 vermieten. M DNdudrWijr MWWM Neues SauerkruuL und neue Gurken Uhr dem z gr. iiyuiie tiiuuiicc neun di.uu.je sofort zu uevmieteH. t06189 Fung, llllarktylatz 20. Mausardeuwohnuna, 2 Treppen hoch (2 grobe dümmer je 1 Kabinet, Küche uitb Keller) an ruhige Leute zu vermieten. 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M Keuch- 0. MMs-KMeiKug Täglich Probevorführung der bis jetzt fertiggestellten Licht- und Reklamebilder. Abonnements werden noch im Kolosseum entgegen genommen. , r [O619Q US- Der „Tanzhusar“ kommt ab 1. September. Es ladet ergebenst ein Direktion Albert Kappmunn. Grummetgrasversteigerung. Samstag, den 31. August vorm. von 1OV2 an, soll das Grummetgras von den Pfarrwiesen in Dorfeldschen Garten versteigert werden. Wieseck, den 29. August 1907. Großherzogl. Bürgermeisterei Wieseck. Schomber. für sofort oder später gesucht. Jakob Maternus [5436 Ecke Klinik- und Franks. Straße. Zwei bis drei milchgebende Ziegen auf sofort zu taufen gesucht. 06123]_________________Wolfstr. 9. Suche einige gutgehende Kraukreifttic WchchaM zu kaufen ob. zu mieten. [06122 H. Friedrich, Kaiser-Allee. 3—4- und 5-Zimmerwohnung mit all. Zub. zu Denn. [5263 Näh, (öebr. Zutt, Steinstr. 84/86. Frische Preiselbeeren 1 Liter 25 Pfg., empfehlen Gebrüder Berdux Babubofstrahe. aK Kir^wnhe in Wißmar. 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September: Die Endesunterzeichneten haben es sich zur Aufgabe gemacht, die in Herbstein durch das schwere Brand Unglück heimgesuchten Familien in ihrer großen Not durch die Ertragnisse emes 13® ■ ~ - irä®s zu unterstützen. Dasselbe soll am 1. September von 11 Uhr bis l1/, Uhr im botanischen Karten zu (Siesten stattsinden. Eintritt pro Person Mk. 1.—, wobei der Mildtätigkeit keine Grenzen gesetzt werden. Das Doppelkonzert wird von der gesamten Kapelle des Regiments Kaiser Wilhelm und der Beteraueu-Kapelle im Einzel- und Zusammenspiel ausgeführt werden. Die in ihrem großen Opsersinn bekannte Bevölkerung von Gießen und Umgegend, welche sederzeit eine außerordentlich offene Hand erwiesen hat, bitten wir, auch dieses Unternehmen in Anbetracht des großen Notstandes freundlichst unterstützen und ihm ihre Beihllle nicht versagen zu wollen. Wir hoffen, den schwer heimgesuchten Landsleuten von Herbstem einen narnhasten Betrag überweisen zu können und sprechen im voraus allen benjenigen, welche dieses Unternehmen gütigst unterstützen, im Namen der Herbsteiner unsern tiesgesühllen herzlichsten Dank aus. Doppelt gibt, wer schnell gibt. Gebeimerat Dr. Breidert, Provinzialdirektor. Bausch, Vorsitzender des ArtillerieoereinS. Bruchhäuser, Vorsitzender der Kriegerkameradjchaft. Eullmann, Vorsitzender des Pionlerverems. Curschmaun, Beigeordneter. Hermann Eichenauer, Stadtverordneter. Fischbach, Verbandsvorsitzender der Hassta. Gabriel Vorsitzender des Krtegervereins. Dr. med. Glaeßgen. Grnnig, Vorsitzender des Gardeverems. cv Grünewald Bankier. Haberkorn, Medizinalrat und Stadtverordneter. Hebstreit, Vorsitzender des Marinevereins. Heyligenstaedt, Kommerzienrat. W. Hornberger, Kaufmann. A. Klmgspor, Fabrikant. Professor Dr Koeppe. R. Lange, Buchdruckereibesitzer, voii Llndenau, Oberst und yteguneniMtom- manbeur Loos, Bankdirektor und Stadtverordneter. I. Meißinger, Dirigent der Veteraiienkapelle. Eberhard Metzger, Kaufmann. E. Meyer, Postjekretär i. P. Dr. weä. Mönckeberg, Prwatdozent. Mueller Kommerzienrat. Dr. med. Nürnberg. Petri III., Vorsitzeiider des Veteranenvereins. Geheimrat Professor Dr. Pfannenstiel. Schirmer, Kommerzienrat. Professor Dr. Schmidt, Geh. Justizrat. Geheimrat Dr. Vossius, Direktor der Augenklinik. Weise, Vorsitzeiider des Kavallerievereins. _______________________I gangerer MsdnM lichst vertrauensstellmm. ' 54$ ‘T'pphhp ganz neu, rechtsherum- Schütte 3—1 -Zimmerwohng. ioiort gesucht. [54611 Angebote unter 1?. S. <25 < ^hend, billig zu verk. im 1. St. so», oder weiter zu LrermanilpDroaerie, an die Amwneen-lLrpeditton von ermteten. Neustadt 41. [116 Carl Seibel, ürankfurterstr. 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