Nr. 150 Zweites Blatt Samstag 28. Erscheint tägllch mit AuSvahrn« des Sonntag». SUbottton, Expedition and Druckrrttr Schul- straß« 7. Expedition und vertag» »«Mill. LS7. Jahrgang Ker ZöinzerLrieg in Kcaukreich. Paris, 28. Juni. (Senat.) Ter Senat nahm das Gesetz betreffend die Unterdrückung der Weinsälschungen Rotation«druck und Verlag der - Universität» - Buch- and Vermdruct«- 9L Lang«, Lietzen. Die „Siebener ZamkiienblStter" werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, da» „Hxeisblatt für den Kreil Siehrn" zweimal wSchenUich Der „hesstsche Landwirt" erscheint monatlich einmal. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Slberhefsen im Ganzen an. — (Deputiertenkammer.) Tas Haus und alle Tribünen find dicht besetzt. Bedouce (unif. Soz.) interpelliert wegen der V o r g ü n g e im Süden und führt aus, die furchtbare Bewegung, die in vier Departements durch die Notlage geschaffen sei, fei keine separatistische, denn der Süden sei patriotisch. Es sei vielmehr ausschließlich eine wirtschaftliche Bewegung. Es habe geschienen, als ob die Regierung die Bewegung im Süden begünstige. Dann aber habe die Regierung die Bewegung plötzlich für reaktionär angesehen. Der Ministerpräsident habe die Unterdrückung der Bewegung in dem Augenblick angeordnet, wo die Bevölkerung der Süodeportements anfmg, sich zu beruhigen. Bedouce schildert die ernsten Vorlomm- nisse, die sich dann ereigneten. Er wirft dem Ministerpräsidenten das vergossene Blut vor und verlangt schließlich, daß an der Spitze der Regierung ein Mann stehen müsse aus den alle Republikaner rechnen könnten. (Beifall bei den Sozialisten.) Meuncer verlangt als em Mittel der Beruhigung die Freilassung Aloerts, ^errouls und aller Mitglieder des Komitees von Argelliers. Aldy beimrcibt die Be t Dend anaesichlS der militärischen Besetzung uiu- suhrr mehrere Ker Ieiers-Arozeß IV. München, 28. Juni. In der heutigen Sitzung verlas der Vorsitzende zunächst ein Telegramm der Voss. Ztg. an den Gerichtshof, wonach der Artikel „Nebenregierung" nicht vom Geh. Leg. Rat Hellwig, sondern in der Redaktion des Blattes geschrieben worden sei. Aus den Aussagen der kommissarisch vernommenen Schriftstellerin Freiin v. Bülow geht hervor, daß sich ihr Bruder, der Peters' Nachfolger am Kilimandscharo wurde, stets günstig über Peters ausgesprochen habe. Der kommissarisch vernommene Rechtsanwalt Scharlach-Hamburg sagt im Sinne seiner Verteidigungsschrift aus. Der ebenfalls kommissarisch t-er- rrommene Gouverneur Frbr. v. Sooen stellt u. a- fest, daß Peters' Lage am Kilimandscharo äußerst schwierig gewesen sei. Ein anderer Mann wie Peters würde zurüageschreckt worden oder umgekehrt sein. Aus der kommiss. Aussage des Aba. v. K a r d o r f f geht hervor, daß dieser die Hinrichtung Mabrucks und Jagod- jaS für gerechtfertigt halt und daß von Wißmann ebenso geurteilt habe. Dr. Peters erklärt, er habe sich entschlossen, die Urteile des Disziplinargerichts vorzulegen; denn nach dem Ergebnis der Verhandlungen sei nicht mehr zweifelhaft, daß diese Urteile nicht mehr als echte Rechtsdokumente angesehen werden könnten. Damals seien keine Afrikakenner als Sachverständige ver- 'nommen worden, der damalige Zeuge Leutnant Bronsart v. Schellendorf gelte heute nicht mehr für glaubwürdig. Hierauf werden die Urteile des Disziplinargerichts beriefen. In dem ersten Urteil vom April 1897, das auf Dienstentlassung erkennt, werden die ganzen Vorgänge am Kilimandscharo eingehend geschildert. Danach wollte der Neger Mabruck bei feinen Einbrüchen zu den im Borraum des Stationsgebäudes schlafenden Weibern gelangen. Das Gericht nahm an, daß bei der Hinrichtung Mabrucks kein förmliches Gericht abgehalten wurde; es rügt, daß nur Privatangestellte von Dr. Peters, nämlich Frhr. von Pechmann und Tahnke zugezogen wurden, dagegen nicht auch Leutnant v. Bronsart. Persönliche Gründe und sexueller Verkehr Mabrucks mit den Stationsweibern haben Dr. Peter- zu der Hinrichtung bestimmt. Jagodja sei mehrfach geprügelt worden, doch spielten bei ihrer Hinrichtung keine sexuellen und persönlichen Gründe mit. Dr. Peters habe in seinem Bericht an den Gouverneur von Soden beide Hinrichtungen verschwiegen. Das Gericht verurteilte Dr. Peters wegen pflichtwidriger Hinrichtung Mabrucks aus persönlichen Motiven und wegen falscher Berichterstattung, billigt dagegen die Hinrichtung der Jagodja und tadelt mehrere Aeußerungen Dr. Peters über sein Verhalten. Dr. Peters erklärt, er habe nicht die Pflicht gehabt, dem Gouverneur über die Hinrichtungen zu berichten. Generalleutnant v. Siebert bestätigt diese Auffassung. Bei der Verlesung des Schreibens über Leutnant Bron- sart von Schellendors kommt die Bemerkung vor, in der gegen diesen der Vorwurf der Perversität erhoben wird. Eugen Wolf bemerkt dazu, ein solcher Borwurf sei auch einmal gegen Friedrich Krupp erhoben worden. Generalleutnant v. Lieb er t weigert sich, auf diese Bemerkung erregt, mit einem solchen Sachverständigen, der so unbegründer den Namen Krupps in die Verhandlung hineinziehe, an ein und demselben Tische zu sitzen. Nach einer kleinen Pause wird das zweite Urteil des Disziplinargerichts verlesen, das gleichfalls wegen wiederholten Dienstvergehens auf Dienstentlassung ernannte, lieber das erste Urteil hinausgehend, wurde Peters auch verurteilt wegen ungerechten Vorgehens gegen den Häuptling Ma- lamia, zu harter Bestrafung von Weibern und der Hinrichtung der Jagodja. Noch eingehender als im Ersten Urteil wird dargelegt, daß Peters Mabruck aus persönlichen Motiven habe hinrichten lassen. Die Straftat Mabrucks sei nicht todeswürdig gewesen. Die Unternehmung gegen den Häuptling Dialamia habe Peters nur wegen der Zurückholung der geflohenen Weiber begonnen; einen politischen Hintergrund habe das Vorgehen nicht gehabt. Peters habe nicht das Recht gehabt, die militärische Macht für wlche Zwecke zu verwenden. Die Flucht der Weiber sei keine Desertion und die harte Bestrafung deshalb auch nicht geboten gewesen. Tie Auspeitschung war viel zu grausam. Heber Jagodja war die Kettenstrase zu Unrecht verhängt und ihre Hinrichtung nicht gerechtfertigt. Infolge der gestrigen Aussagen Dr. Arendts erbat sich die Witwe des Kolonialdirektors Kayser telegraphisch, noch persönlich zur Verhandlung zu erscheinen. Generalleutnant z. D. von Liebert schildert als Sachverständiger die Zustände am Kilimandscharo im Jahre 1891. Tie Me- derlage der deutschen Schutztruppe war so schlimm, daß man für den Besitz der ganzen Kolonie O st a s r i k a fürchtete. Alle Schwarzen am Kilimandscharo kannten diese Niederlage. Diese Gegend war stets unsere kriegerischste, und zur Zeit, wo Peters dort war, ganz besonders, zumal da Peters nur eine kleine Macht bei sich hatte und als Zivil- beamiet" unter den Konflikten mir den Militärs litt. Man schickte Peters in eine nahezu Hilflose Lage. Liebert schildert dann die dortigen Sieger als materiell und ohne Milde, stets geneigt zum Lügen und Stehlen. Die Neger selbst legten auf Menschenleben kein Gewicht. Tod, Hängen, Hinrichten hätten in ihren Augen eine ganz andere Bedeutung als bei uns. Auch die dort lebenden Europäer nähmen ganz andere Anschauungen darüber an. Er, Liebert, selbst sei stets zur Milde geneigt gewesen, habe aber als Gouverneur erfahren, daß diese sich, gegen Schwarze geübt, bitter räche. Vielleicht könne man an der Küste milde fein, aber Peters im Innern konnte es nicht. Er war der Ueberzeugung, daß man nur mit Härte durchkommt. Er mußte dieser seiner Ueberzeugung folgen und hatte deshalb Erfolg. Siebert kritisiert sodann die beiden Disziplinarurteile, die er als Justizmord bezeichnet. Das Disziplinargericht habe alle Afrikakenner ferngehalten; nach seiner Klügelei müßten wohl die meisten Afrikaner wegen falscher Berichterstattung belangt werden. Ganz irrig sei die Ansicht, daß Auspeitschen unmenschlich sei. Dies fei <^lrnehr lediglich die landesübliche Strafe. Das Entweichen angejugis mnu«. \ V .r nharmen- btt WeMr jej in Afrika stets das erste Zeichen eines bevor- ^eugenaussaMr an, nacg oenen ^uraniere und Genoarmen. tehendeu Aufstandes. Peters mußte deshalb strenge Vorgehen. Rat Martin bekundet als Sachverständiger, wenn iei den Hinrichtungen die von Peters angegebenen Gründe tatsächlich vorgelegen hätten, wären sie gerecht gewesen, sonst nicht. Pater Acker als Sachverständiger bemerkt, Liebert habe nur die schlechten Seiten der Schwarzen hervorgeyoben, die guten Seiten, z. B. die große Gutmütig- reit, dagegen vergessen. Bei der Behandlung der Schwarzen müsse Strenge mit Gerechtigkeit und Güte gepaart fein. Der Europäer im Innern Afrikas müsse zwar oft anders handeln, wie in Europa, die angebotenen Mädchen hätte Peters aber gut ablehnen können. Tie Schwarzen sollten Anstand, Sitte und Gerechtigkeit von uns lernen, nicht wir afrikanische Sitten annchmen. Diebstahl, Einbruch, Flucht seien kein Grund zur Todesstrafe, beide Hinrichtungen seien daher ungerechtfertigt. Die Prügelstrafe müsse fein, aber nicht bis Blut komme. Das Dis^iplinarurteil muffe er billigen. Generalleutnant z. D. von Liebert erklärt, Pater Acker urteile nach seinem Leben an der Küste; im Innern sei es in gefährlichen Zeiten oft anders, dort müsse man oft zuerst Macht zeigen. In politischen Fragen gehe manchmal Macht vor Recht. Pater Acker entgegnet, auch die Patres im Innern urteilten so wie er. Damit ist die Vernehmung der Sachverständigen beendet. Die Weiterverhandlung wird auf Dtontag vertagt. Frankreichs Sorgen. Die im französischen Staatsbudget nicht vorgesehenen durch die Winzerunruhen im Süden veranlaßten Ausgaben von 31/* Millionen Francs nötigen angeblich den Kriegsminister, auf die Abhaltung der großen Herbstmanöver zu verzichten. In der Tat, diese Eröffnung muß das iranzojische Volk und besonders die ansehnliche Schar der Kleinrentner unangenehm überraschen. Der- gleichen ist ja in dem viel ärmeren Deutschland noch nie passiert und wohl Überhaupt unmöglich. Etatsüberschrei- tungen im Interesse der Landesverteidigung werden hier ohne weiteres vom Parlament bewilligt. Also steht es wohl doch nicht so glänzend um die Staatsfinanzen der Republik? Jedenfalls nicht mehr so glänzend, als zu der Zeit, ehe die Radikalen ans Stuber kamen. In der „Voss. Ztg." ist in dieser Sache eine interessante Rechnung ausgemacht, aus der hervorgeht, daß der französische Staatsbedarf seit 1899 im Durchschnitt um 55 Millionen jährlich gewachsen ist, obgleich die frühere Mehrbelastung des Haushalts durch die Ausgaben für Algerien, für das Kultusbudget und für höheren Rentenzins im Gesamtbeträge von rund 350 Millionen seitdem in Wegfall gekommen sind. Andrerseits haben sich die Eisenbahneinnahmen vermehrt. Es ist also unter dem radikalen Regiment ins Blaue hineingewirtschaftet worden, unter Mitwirkung der Kam- mermehrheit, und reichlich spät kommt die Erkenntnis, daß es so nicht weitergehen rönne. Wie eine Wendung zum anderen Extrem mutet allerdings der Entschluß an, einer Ersparnis von lächerlichen 3 Millionen wegen die Armeemanöver wegsallen zu lassen. Wäre noch ein früherer Börsenmakler Kriegsminisier, bann könnte man das eher verstehen. Auch Herr Pclletan, der radikale Publizist, hat seinerzeit als Marineminister die Flottenmanöver abbestellt. Doch General Picquart, der gegenwärtige Kriegsminister, ist Berufsoffizier, dem die regelmäßige friedliche Erprobung der Kriegsbereitschaft des Heeres am Herzen liegen muß. Man kann nicht umhin, anzunehmen, daß weniger die Sparsamkeitsrücksicht, als das „andere Gefühl", aus dem heraus der Minister auf die großen Manöver Verzicht leistet, für seine Entschließung bestimmend gewesen ist. Die Hebungen sollten im Süden und im Osten statt- finden. Fürchtet General Picquart, der bei den Truppen des Südens offenbar gewordene Geist der Unbotmäßigkeit könne auch bei den Regimentern an der Ostgrenze zum Ausdruck kommen und das militärische Ansel)en Frankreichs beeinträchtigen? General Langlois hat dieser Tage im Senat eine Rede gehalten, die, wie in der Debatte gesagt wurde, vielen Franzosen aus der Seele gesprochen war. „Deutschland hat Absichten auf alle vermeintlich germanischen Gebiete, auch aus die Franche-Eomts (Freigrafenschaft) und auf Burgund. Niemand weiß, was das Ende des Jahres 1907 bringen werde. Frankreich braucht eine starke Armee. . . -" Man kann wohl hinzufügen: auch England hat in seine politischen Berechnungen eine starke, d. h. vor allem zuverlässig disziplinierte französische Armee eingestellt. Kriegsminister Picquart scheint der Mannszucht in der Armee nicht mehr unbedingt zu vertrauen, oder er will Zeit gewinnen, damit die Erinnerung an die diskreditierenden Vorgänge bei den südsranzösischen Regimentern verblaßt. zuerfi geiawifen ifaticn, fogar auf Kruder, wahrend die Volizeibeamten auf den BattonS des Stadthauses schossen. Glemenccau bestreitet daS. Aldy spricht sich schließlich tadelnd über die Handlungsweise der Regierung aus, die willkürlich sei Clemenceau erwidert, die von Aldy angeführten Vorfälle erforderten eine Untersuchung und erklärt weiter, er sei beständig versöhnlich gesinnt. Nach ,em ungesetzlichen Vorgehen der Gemeindebehörden sei er aber zu strengem Vorgehen gezwungen gewesen. Das Gesetz fei für alle geschaffen. (Beifall.) Jeder müsse Steuern zahlen. ES gäbe arme Bauern im Osten, Norden und im Zentrum, die den Zucker teurer bezahlten, um die Bevölkerung des Südens zu unterstützen, wo indessen her. Notstand nicht allgemein wäre, waS die Sparkafsen bewiesen. Ohne Einmischung des Komitees von Argelliers würden die Steuern wie gewöhnlich entrichtet worden fein. Wir befinden und vor einem Ausstande. Dürfen wir einen olchen dulden? (Zahlreiche Stufe: Nein!) Er erinnert odann daran, daß die Truppen die Weisung erhalten )ätten, nur im äußersten Notfälle, nachdem die gesetzlichen Aufforderungen ergangen feien, zu schießen. (Bc, roegung.) Ter Ministerpräsident erklärte weiter: Meine Befehle sind ausgeführt worden. Die Kürassiere wurden sofort nach ihrem Eintreffen verhöhnt und mit Steinen beworfen; sie wolllen deshalb angreisen, die Offiziere lehnten es aber ab, den Befehl zu erteilen. — Der Ministerpräsident verliest dann einen ihm zugegangenen Bericht, nach welchem die Menge zuerst Gewaittätigkellen gegen die Polizei und das Militär begangen hat. — Der Ministerpräsident rechtfertigt hierauf die gegen die Meuterer des 17. Infam tcrieregiments angeordneten Maßnahmen und erklärt, die Bewegung im Süden werde von den Reaktionären, die immer an die Trennung von Kirche und Staat dachten, ausgcnutzt; von den Royalisten werde der Feldzug des Aufruhrs geführt. (Heftiger Widerspruch rechts.) Das Land hänge aber der Republik an. — „Mr werden unser demokratisches soziales Werk nicht ausgeben". Elemenceau greift sodann die Sozialisten an und berichtet über die Unterredung mit Marcellin Albert; er erklärt, sobald das Gesetz geachtet werde, würden die Truppen zurückgezogen werden. (Anhaltender Beifall.) Die weitere Debatte bringt vor allem einen heftigen Angriff von Jaures gegen Elemenceau, worauf die Debatte geschlossen wird. Die Kammer stimmt zuerst über die Tagesordnung Aug 6 ab, welche die Regierungsmaßregeln tadelt. Diese Tagesordnung wird mit 350 gegen 230 Stimmen abge- leynt. Die Kammer nahm mit 347 gegen 226 Stimmen den ersten Satz der Tagesordnung Modeste Leroy an, welcher die Erklärungen der Regierung billigt. Die gesamte Tagesordnung Leroy wurde mit 323 gegen 233 Stimmen angenommen. Die Regierung hat also eine Mehrheit von neunzig Stimmen. Die Kammer lehnte schließlich mit 323 gegen 256 Stimmen den Antrag auf eine parlamentarische Enquete über die Vorgänge im Süden ab und vertagte sich bis Montag zur Verhandlung über die Einkommensteuer. Paris, 28. Juni. Der Arbeiterrat hielt gestern abend eine außerordentliche Sitzung, in welcher die Verfolgungen erörtert wurden, denen neuerdings die Winzerausschüsse aus-> gesetzt sind. Ter Vorsitzende der vereinigten Syndikate hielt eine in fdürfen Ausdrücken gehaltene Rede gegen die .Polllik Cie- meneeaus und Briands. Narbonne, 28. Juni. In der heute in Argelliers abgehaltenen Versammlung der Delegierten des Weinbau-Schutzkomitees wurde beschlossen, Grundlagen für die Föderation der vier Departements zu schaffen. Die Versammlung beschloß ferner, daß die Zahlung der Steuern zu verweigern sei, Llaß die Gemeindebehörden ihre Entlassung geben sollen und daß die Freilassung der Verhafteten zu fordern sei. Schließlich wurde noch das; Mindestmaß der zugunsten des Weinbaus zu stellenden Forderungen festgesetzt. S fax, 28. Juni. Die Kreuzer „Du Chay la" und „Desai x" sind heute nachmittag mit den M e u t e r e r n des 1 7. I n - fanterieregiments an Bord auf der hiesigen Reede eingetroffen. Torpedoboote und größere Boote haben bei ihnen, angelegt, um Die Ausschiffung der Meuterer zu bewerkstelligen. Schützen, Spahis und Polizeimannschaften halten auf den Kais, auf denen sich viele Schaulustige eingesunden hallen, die Ordnung aufrecht. Zur Weiterbeförderung der Meuterer sicht ein Eisen-, bahnzug bereit. Chattellerault, 28. Juni. Hier warf während einer Uebung ein Reservist des 32. Regiments sein Gewehr und fein Gepäck zu Boden unter Ausstoßung antimilitaristischer Reden, schoß dann in der Kaserne auf den Bataillonsadju^j tanten und warf einen anderen Offizier nieder. Die Haager Friedenskonferenz. Haag, 28. Juni. Dem Vernehmen nach enthält der italienische Antrag zur Frage der Verwendung der Torpilles folgendes: Unterseeische automatische schwebende Minen müssen mit einem Apparat versehen sein, der sie unschädlich macht eine Stunde, nachdem sie ms Meer geschleudert sind, oder wenn es sich um festliegende Minen handelt, sobald sie vom Meeresgründe losgelöst sind. Japan will den ersten Artikel des englischen Torpilleantrages durch folgende Bestimmung ersetzen: Unterseeische automatische Kontaktminen, die nicht verankert sind, sind verboten. Ausgenommen von diesem Verbot sind Minen, die so hergestellt sind, daß sie absolut unschädlich werden, nachdem sie eine gewisse beschränkte Zeit unter Wasser gewesen sind, so daß sie für die neutralen Schiffe außerhalb der unmittelbaren feind. ■ lichen Aktionssphäre keine Gefahr bieten. Tie 4. Kommission hielt heute nachmittag eine ' Sitzung ab. Zur Verhandlung stand die Frage betreffend das Privatetgentum zur See. Ein zu dieser Frage 1 eingebrachter Vorschlag Englands besagt, daß e§ zwei Arten Kriegsschiffe geben soll, nämlich Schlachtschiffe und Hülfs- 1 schiffe. Als Schlachtschiff soll jedes Schiff gelten, das eine ! anerkannte Flagge sühn und auf Staatskosten ausgerüstet ’ ist, um den Feind anzugreifen, dessen Offiziere und A^rm- chasten hierzu von der RsHirrrmg, ba sie unterstellt sind, SRI A menen -^"vi- J. „ umgehendere» b>cl|0c?uuien Metzgerei. nt ßebeitbe "ff'm dem »B-iS; SS&SBJ KWBL R" 181. ypieltofe, ein äfiWÄs Mner Anreigeib. ivM SeucilnGma' k. üindenvllltz 4, M halbe unh eine drein ieriei >lme itrluifti. ireö in der Geschämte!!: ebener Anzeigers, iß W. Wkld taufen. [04625 t» vier, Dammslrabe 46. Mehre« Wagen M wzugeben. Schanzenstraße L firniß von 2 Kargen kkMb. Weie onderM- Srraße au ucetauicn. ö. tywtL Exemplar, ju verlausen. ÄebigsNaveK mivuSgefeWasr berzäbl. Pferde ■fauien._ i solid gezimmerte WM mit M KÄ« ienener Änzeigers. Jjj» J WWW w i,fßjni!ööIä.ÖÄ MiivskW vertaui- " 7 Tii !• Mem, iU cm 100 fo D0V^ 8 hmesser, C , zu tauseo^r -.ÄS II des Kiel UNd Anlaß Kapelle Abends Fürsten X dieses Ereignisses brachte ihm am Vormittag die des Kaiser Wilhelm-Regiments ein Ständchen, brachte der hiesige Gesangvereins „Cacilia" dem eine Huldigung dar. Ober-Gleen, 28. Juni. Heute nachmittag 7^ Uhr haus aus Gießen vom Fahrstuhl der Kopf abgeschlagen wurde, wird am 29. Juli die hiesige Strafkammer beschäftigen. Der eine der Brüder Heß ist wegen fahrlässigerTötung unter Anklage gestellt. + Srbtt (Kreis Wetzlar), 28. Juni. Offenbar im Zustande geistiger Umnachtung geriet ein Landwirt von hier diese Woche in einen Brunnen, der glücklicherweise wenig Wasser enthielt. Aus seine Hül'ernle hin konnte er gerettet werden. b. Biedenkopf, 27. Juni. Der KreiS-Krieger- verband Biedenkopf zählt nunmehr 78 Vereine mit 3304 Mitgliedern. Anstelle des bisherigen Vorsitzenden, Landrat v. Heimburg, wurde der nunmehrige Landratsamts- Verweser, Regierungsassessor Dr. Daniels, Oberleutnant d.R. im Infanterie-Regiment Nr. 113, zum Verbandsvorsitzenden gewählt. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den N a ch b a r st a a t e n. In einem Hotel zu Fontainebleau nahm die 24jährige russische Baronin Lubow von Steinheil, eine gleich ihrer Schwester, der Prinzessin Galitzyn, gefeierte Schönheit der Pariser Gesellschaft, Sublimat und starb nach kurzer Zeit. Die Baronin war trübsinnig, seitdem ihr aus Antrag ihres Gatten Andreas Somailow, eines Gardeosfiziers in Petersburg, ihr einziges Kind durch Gerichtsbeschluß entzogen worden war. — Aus Dünkirchen wird gemeldet, daß das Fahrzeug „Violette de Gravelines" mit Mann und Maus an der Küste von Island verloren gegangen sei. An Bord befanden sich der Kapitän und 18 Matrosen. — Eine heftige Feuersbrunst Hal eine F a b r i k bei St. Etienne vollständig zerstört. Als der Eigentümer der Fabrik die Gebäude in Hellen Flammen stehen sah, überkam ihn eine derartige Erregung, daß er tot zu Boden stürzte. Ter Materialschaden wird auf über 1 Million Francs veranschlagt. — In Un.q v a (Ungarn) wütet ein großer B r a n d. Die griechisch-katholische Kirche, die Synagoge und 12 Hänser sind bereits eingeäschert. Infolge Wasser- »nangels sind die Löscharbeiten überaus erschwert. — Das Quedlin - burger Gymnasium wurde geschlossen, weil 158 Schüler von der Koernerkrankheit beiallen rourbcn. — Dem „B. Lok." zufolge rannte in Wallwitzhausen ein Dampfer einen Kahn um; drei Insassen des Kahnes fielen ins Wasser, einer derselben ist ertrunken. — Bei der Heimkehr- vom Alpenrosenpflücken in G o c s ch e n e n (Kanton Uri) stürzte ein 18jähriger Kellner aus O t t e r il b u r g ab : derselbe erlitt schwere Verletzungen. . ermächtigt sind. Das Schiff darf den «rpfschiff nur vor dem Verlassen des Heimat- . annehmen lmd darf ihn erst nach Rückkehr in heimatlichen Hafen ablegen. Als Hülfsschiff soll jedes Handelsschiff, möge es einem der kriegführenden Staaten ober einem neutralen Staate angehören, gelten, das für den Transport von Marinemannschaften, Kriegsmunition, Kohlen und Lebensmitteln oder jeder anderen Art von Seemunition verwendet wird oder das für die Ausführung von Reparaturen oder für Beförderung von Depeschen oder anderen 'Nachrichten bestimmt ist, vorausgesetzt, daß das Schiff verpflichtet ist, einem von der kriegführenden Flotte ihm direkt [ober indirekt mitgeteilten Befehle zu folgen. Ebenso soll »jedes Schiff, das für den Transport von Landtruppen vec- 'wendet wird, als Hülfsschiff gelten. Die Beratung dieses Vorschlages wird noch ausgesetzt, weil die Kommission ihn erst noch studieren will. Alsdann wird die Beratung der in dem von Martens ausgearbeiteten Fragebogen enthaltenen, auf Umwandlung von Handelsschiffen in Kriegsschiffe bezüglichen Fragen begonnen. Vizeadmiral der Niederlande, Zoell, unb der erste japanische Delegierte Tsudzuki brachten Vorschläge bezüglich des Verfahrens bei solchen Umwandlungen ein. In Betreff des Privateigentums zur See liegt ein amerikanischer Antrag vor, der das Prinzip der Unverletzlichkeit dieses Eigentums enthält. Macchio (Oesterreich-Ungarn) erklärte, daß Oesterreich-Ungarn für dieses Prinzip ift. Ruy 'Barbosa (Brasilien) schloß sich dem Vorschläge Amerikas an. .Choate (Amerika) erklärte, er habe von Roosevelt Auftrag erhalten, den 1899 eingebrachten Vorschlag wieder vorzulegen, und fügte hinzu, Roosevelt lege der Frage solche Wichtigkeit bei, daß er wünsche, daß ein Beschluß über sie gefaßt werde. Tornielli wies auf die amerikanischen Vorschläge und die günstige Haltung Italiens hin. Die Beratung der Frage soll nächsten Dienstag erfolgen. Berlin, 28. Juni. Die Nordlandreise Kaisers, die voraussichtlich schon Montag abend von aus angetreten wird, wird etwa fünf Wochen dauern soll bis nach Hammerfest gehen. zündete der Blitz die Scheuer des Land- und Gastwirts Konrad Eckstein. Scheuer und Wohnhaus brannten vollständig nieder. X Kirtorf, 28. Juni. Heute scheuten während eines schweren Gewitters die vom Felde heimkehrenden Pferde des Metzgers Pimper von hier vor dem Blitz. Die Pferde gingen durch und der Wagen blieb an einer Telegraphenstange hängen. Der Führer des Wagens, Herr Loos, stürzte herunter und erlitt bedeutende Verletzungen. e. Radmühl, 28. Juni. Ter seit dem Jahre 1898 an unserer Schule tätige Lehrer Rauch wurde durch Dekret vom 26. Juni nach Eschollbrücken versetzt. 8(1 Darmstadt, 29. Juni. Der am Donnerstag vormittag im hiesigen Gaswerk aufgestiegene Luftballon „Coblenz" des Mittelrheinischen Luftschifferoerein ist nach zirka 10 stündiger Fahrt zunächst in nördlicher Richtung bei Sonneberg in Sachsen-Meiningen abends um 7 Uhr wohlbehalten gelandet. Der Ballon wurde geführt von Hauptmann von Hahn vom Art.-Regt. 25 hier, seine Begleiter waren Leutnant von Brunn vom Trag.-Regt. 23 und Oberleutnant der Res. von Breidenbach vom Dragoner- Regt. 24. R. B. Darmstadt, 29. Juni. (Tel.) Der entsetzliche Unglücksfall, der sich am 1. Oslerfeiertag im Hotel Heß ereignete und bei dem dem Stubenmädchen B. Alt- Deut?ches Reich. Travemünde, 28. Juni. Die „Hohenzollern" und her Kreuzer ^Königsberg" sind heute abend 6 Uhr 45 Min. hier eingetroffen und auf der Reede vor Anker gegangen. Um 7 Uhr 15 Min. näherten sich zahlreiche Jachten aller Klassen dem Ziel, darunter „Meteor" mit dem Kaiser an Bord und „Hamburg". Letztere ging nach hartem Endkampf kurz vor Meteor durchs Ziel. „Meteor" wurde dann eingeschleppt. Dec Kaiser begab sich später an Bord der Hohenzollern, wohin sich auch die Kaiserin von ihrer Jacht aus begeben hatte. Beide wurden von dem am Ufer versammelten Publikum auf das lebhafteste begrüßt. Die Stationsjacht „Bannen" mit dem Prinzen Heinrich an Bord und das Schiffsjungenschulschiff „Großherzogin Elisabeth" sind hier eingetroffen. Aus Stadt und Land. Gießen, 29. Juni. "Erledigt ist die mit einem evang. Lehrer zu be- etzende Lehr er stelle an der Gemeindeschule zu Steinberg (KreiS Schotten). Mit der Stelle kann ein Teil des Organistendienstes verbunden werden. Dem Fürsten zu Stolberg- Roßla-Ortenberg steht das Präsentationsrecht zu. ** Kun st verein. Die gegenwärtige Ausstellung kann eider nur noch bis einschließlich Dienstag so verbleiben, von da ab wird wieder ein Wechsel der Gemälde vorgenommen werden. •• Das Promenadenkonzert fällt morgen auS. "Diebstahl. In dec Nacht vom 26. auf den 27. l. MtS. wurde in der Marburger Straße eine Arbeiterbude erbrochen und daraus ein Kittel gestohlen. Gestern wurde ein junger Mensch festgenommen, dec den gestohlenen Kittel trug, allein er will nicht der Täter fein, sondern den Kittel von einem anderen geschenkt erhalten haben. ** Betrug. Ein wegen Betrugs mehrfach vorbestrafter Arbeiter aus Daubringen erschwindelte in einem hiesigen Geschäft gestern abend zwei und heute früh fünf Körbe, um sie Dann gleich in Wieseck zu billigem Preise zum Teil zu verkaufen. Er wurde verhaftet und fanden ich noch drei Körbe in seinem Besitz. ** S ch l ä g e r e i. Gestern abend gerieten in der B a h n- hofstraße zwei Arbeiter in Streit, der sich bis zur Bleichstraße zog. Hier versetzte der eine seinem Gegner einen wuchtigen Hieb mit dem zugeklappten Taschenmesser auf den Kopf, daß das Blut spritzte. Anzeige wurde erhoben. X Großen-Linden, 28. Juni. Nach der Be- riebs- und Berufszählung zeigt unser Ort eine Bevölkerungszunahme von über 100 Personen gegenüber der Volkszählung am 1. Dezember 1905; die Einwohnerzahl ist auf 2012 gestiegen. b. Lich, 28. Juni. Fürst Karl zu SolmS-Hohen- solms-Lich beging gestern seinen 39. Geburtstag. Aus ---- Die „Nordd. Allg. Ztg." veröffentlicht nachstehende Handschreiben deS Kaisers vom 24. Juni an die Staatsminister Posadowsky unb Studt: Mein lieber StaatSmmister Graf von Posadowsky! Ihrem Ansuchen um Entlassung aus den Aemtern als Staats- luinifler unb Staatssekretär des Innern habe ich durch Erlaß vom heutigen Tage entsprochen, kann es mir aber nicht versagen, Ihnen für die treuen, erfolgreichen Dienste, welche Sie mit unermüdlicher Hingebung an die Jhzren gestellten großen unb schwierigen Aufgaben mir unb dem Vaterlande geleistet haben, meinen wärmsten Dank noch besonders auszusprechen. Als Zeichen meines unveränderten Wohlwollens verleihe ich Ihnen meine B ü st e in Marmor, welche Ihnen zugehen wird. Ich verbleibe Ihr wohlgeneigter Kaiser und König, gez.: Wilhelm 1. R. Mein lieber Staatsnnnister Dr. v. StudtI Nachdem ich Ihnen durch Erlaß vom heutigen Tage die nach gesuchte Dienstentlassung in Gnaden erteilt, drängt es mich, Ihnen meinen besten Tank für die Irenen Dienste auszusprechen, die Sie in langen Jahren Ihrer ehrenvollen Lausbahn nur und dem Vaterlande geleistet haben. Um aber Ihre reichen Erfahrungen unb Ihre staatsmännische Einsicht dem Staate auch ferner zu erhalten unb Ihnen em Zeichen meines besonderen Vertrauens zu geben, habe ich Sie auf Lebenszeit ins Herrenhaus berufen. Ich verbleibe Ihr wohlgeneigter König, gez.: Wilhelm I. R. — Nachdem die Verhandlungen wegen des Abschlusses eine® deutsch - dänischen Handelsvertrages soweit geführt sind, wie dies vor dec parlamentarischen Erledigung des den Verhandlungen zu Grunde gelegten Entwurfes eines neuen dänischen Zolltarifes möglich war, haben die dänischen Kommisture Berlin heute wieder verlassen. Einsendungen zum Tabakarbeiterft'.eit. Aus Fabrikantenkreisen wird uns hierzu geschrieben: Seiber steht die Angelegenheit noch auf dem toten Punkt. D. h. die Arbeiterführer haben sich noch nicht entschließen können, ihrer Gefolgschaft die Rückkehr zur Gesetzlichkeit, die sofort die Aufhebung der Aussperrung zur Folge haben würde, anzuempfehlen. Sie fürchten eben ihre Anhänger zu sehr zu enttäuschen, wenn sie statt der versprochenen Siegesschalmeien die Rückzugssignale blasen. Zwar ist das Eingeständnis eines Irrtums oder Mißgriffs niemals unehrenhaft und setzt entschieden mehr Mut und Einsicht voraus als das hartnäckige Beharren auf einem falschen Standpunkt. Jedenfalls wäre es im Interesse der vielen unschuldigen Mitläufer, die nach dem bekannten Sprichwort für die Schuldigen, in diesem Falle also für die Führer leiden, mit Freuden zu begrüßen, wenn man den Streik aufgäbe. Merkwürdig ist, daß das Bestehen des letzteren als Ausgangspunkt der ganzen Sache von den Gewerkschastsleuten kurzerhand in Abrede gestellt wird, obwohl der Streik in Wieseck und Wismar jedem „Organisierten" offiziell als Kündigungsgrund angegeben und die Wiederaufnahme der Arbeit als alleinige Bedingung zur Wiederherstellung des alten Verhältnisses gefordert worden ist. Diese unbestreitbare, auch amtlich vor Großh. Kreisamt festgestellte Tatsache, nennt das hiesige Sozialistenblatt eine „L ü g e". Wahrhaftig, eine wenig beneidenswerte Position? Das Urteil darüber überlassen wir ruhig allen rechtlich denkenden Leuten. Auffällig — oder wenn man will auch nicht auffällig — ist es ferner, daß dieses Blatt mit der Devise: „Für Wahrheit, Freiheit und Recht" auch im vorliegenden Falle wieder die Gelegenheit wahrnimmt, dem „Gieß. Anz." Parteilichkeit vorzuwerfen, obwohl es weiß, oder wissen sollte, daß derselbe in der Sache völlig neutral ist und sachlich gehaltenen Einsendungen aus beiden Lagern gerne seine Spalten öffnen wird. (Se6= teres stimmt. Red, d. Gieß. Anz.) Gießener Strafkammer. )( Gießen, 28. Juni. Am Reichstagöwahltage begegnete der Zementarbeiter H. B. zu Butzba ch einigen Leuten, die er wegen ihrer Zugehörigkeit zu einer anderen Partei beschimpfte. Er tat dies fo laut, baß ein in der Nähe befindlicher Gendarm sich veranlaßt sah, einzuschreiten. B. beschimpfte unb beleidigte auch diesen, was zur Folge hatte, baß man ihn nach der Wache brachte, wo er seinen Rausch ausschlasen sollte. Unterwegs leistete er Widerstand und setzte sein Skandalieren auch in seiner Zelle fort. Auf erfolgte Anzeige verurteilte ihn das Schöffengericht wegen groben Unfugs zu 3 Tagen Haft unb wegen Beleidigung unb Wider st ands zu einer Gesamtstrafe von 4 Monaten Gefängnis, auch sprach es bem Beleidigten die Publikationsbefugnis zu. Das Urteil wurde von ihm angefochten, er begab sich inzwischen aber ins Ausland, weshalb feine öffentliche Ladung zum Berufungstermin angeorbnet würbe. Ta er zu diesem Termin nicht erschien, wurde feine, Berufung zurückgewiefen. Schlechte Schützen. Im vergangenen Frühling vertrieben sich der Zimmermann G. K., der Spengler H. F., der Elektromonteur H. B. und der Schlosser I. G. zu Bad-Nauheim die Zeit in einer Wirtschaft durch Zimmerstutzenschießen mit einem dem Wirt gehörigen Gei wehr. Sie versuchten ihr schlechtes Treffergebnis auf das Geweln, das sie als untauglich bezeichneten, zurückzuführen, waS aber von dem Wirt bestritten wurde. Als spater der Metzger A. der früher mit dem Gewehr gut geschossen hatte, in die Wirtschaft kam, srug ihn der Wirt in Gegenwart der Gaste, wie das Gewehr gehe. Als dieser das Gewehr als gut bezeichnete, protestierten die anderen dagegen und verlangten, daß er barmt schieße. Er tat dies rrjad) einigem Sträuben, traf aber nichts, weshalb die anderen ein großes Halloh erhoben und ihn bamelten. Es entstand ein Wortwechsel, in bejfen Verlauf G. dem K. eine höhnische Bemerkung machte. Dieier sprang sofort aus und schlug G. ein Bierglas aus den Kopf, sodaß eine blutende Wunde entstand. Im nämlichen Augenblick überfielen auch dre drec anderen den G. und bearbeiteten ihn mit den Fäusten. Der $5ci>( letzte wurde von dem Wirt aus dem Knäuel herausgerissen, wvi rauf er sich in ein Nebenzimmer flüchtete. Als er auch hiev von K. verfolgt wurde, erfaßte er einen Stuhl und schlug damit seinem Verfolger aus den Kvpf, sodaß er eine große klaffende Wunde davontrug. Beide mußten ärztliche. Hülfe in Anspruch nehmen und waren arbeitsunfähig. Aus erfolgte Anzeige wurde gegen alle fünf Anklage wegen Körperverletzung er> hoben und das Schöffengericht verurteilte K. zu einer Geldstrafe von 150 Mk., B. zu einer solchen von 20 Mk. und F. und G. zu je 10 Mk. Geldstrafe, während es den Verletzten G. als in Notwehr handelnd freisprach. Tas Urteil wurde von B. und F. angefochten und der Berufung schloß sich außer dem Verletzten G., der mit seinem Entschädigungsanspruch auf den Weg der Zivil- Kage verwiesen worden war, auch der Angeklagte K. in der Weise an, daß er von auswärts seiner Mutter ein Telegramm schickte, das diese in der Wohnung des Gerichtsschreibers abgeben ließ, Tie Strafkammer hielt diese Form der Derufscinlegung nicht für richtig. Sie erblickte in dem Telegramm eine Vollmacht! des Angeklagten K. für seine Mutter. Tie Abgabe des Teln gramms in der Privatwohnung des Gerichtsschreibers kann als ein gültiges Rechtsmittel nicht betrachtet werden. Tie Berufung muß entweder schriftlich beim Gericht, oder zu Protokoll des Gerichtsschreibers eingelegt werden. Die Berufung des K. wurde deshalb als unzulässig verworfen, während diejenige dep übrigen als unbegründet -urückgewiesen wurde. Neues aus Rußland. Der „Daily Telegraph" meldet aus Petersburg, daß in den letzten drei Tagen 23 Züge die russisch-sibirische Grenze passierten. Diese Züge transportierten mehr als 2000 polil. Gefangene nach Sibirien. Tie extrem-revolutionäre -Partei soll die Absicht haben, einen n e u e n t c r r o r i st i s ch e n »Feld zug zu organisieren. Ihr Hauptquartier befinde sich in 'Genf. Große Geldsummen seien vorhanden und sollen für die 'Propaganda der Tat verwendet werden. DasMinisteriumdesJnnern beabsichtigt, zum Schutze foer Direktoren vor terroristischen Attentaten, in Lodz energisch gegen bie Organisationen der Arbeiter vorzugehen. — Aus Twer werden beunruhigende Nachrichten über beginnende Agrarunruhen gemeldet. Es wurde Militär requiriert. ! Das Attentat in Tiflis wird als eine Vorbedeutung iber Wiederaufnahme der terroristischen Kämpfe und vielleicht eines Versuches, der Erhebung des ganzen Kaukasus angesehen. Die „Nowoje Wremja" widmet eine ganze Seite ihres Blattes einer Lifte der Morde und Gewaltakte nichtpoll- ttschcr Art der letzten Zeit. In Riga ist es der Polizei gelungen, eine ganze O r g anr - fation mrlitär-revolutionärer Agitatoren, gegen 30 Mann stark, zu verhaften. Diese Organisation beschäftigt sich speziell mit der revolutionären Propaganda im Sappeurlager bei Kurtenhof. Infolge der vielen Verhaftungen im sozialistischen Lager ist auch das balttsche Spezial-Organ der extremen Linken, Zina, dessen Nummern regelmäßig konfisziert wurden, eingegangen. Graf Heyden, Mitglied der ersten Duma und Gründer der Partei der ftiedlichen Erneuerung, der zur Teilnahme an dem Semstwokongrefse in Moskau eingetroffen war, ist g e- f Am 28. Juni wurde int Hafen von Odessa der Medizinalinspektor und Hauptarzt der russischen Dampfichiffahrtsgesellschaft Papow von zwei Hafenarbeitern erschossen; die Mörder entkamen. r. Nach der Angabe eines Odessaer Polizeioffiziers, sind wahrend der Unruhen aus Anlaß dec Dumaauflösung in acht Gouvernements nicht weniger als 4 7 000 Ver haf tun gen vorgenommen worden, in Odessa allein bisher 3000. Weitere Sistierungen stehen bevor. Dortmund, 28. Juni. Infolge der Neubesetzung des Kultus ministeciumS haben die Magistrate von dreizehn westfälischen Städten die Erhöhung sämtlicher Lehcecgehälter beschlossen, die von dem früheren Kultusminister Dr. v. Studt nicht genehmigt worden waren. Der abermalige Beschluß wird formell mit dem andauerden Lehrer- mangel begründet. Ausland. London, 28. Juni. Einer offiziellen Mitteilung aus dem Buckingham-Palaste zufolge hat Kaiser Wilhelm die E i n la d u n g König Eduards, im Sloücmber nach England zu kommen, angenommen. — Tas internation ale sozialistische Bureau veröffentlicht ein Manifest, das von der Mehrzahl der sozialistischen Führer der ganzen Welt unterzeichnet ist unb das die Auflösung der Duma als Gefahr für Europa bezeichnet. Haag, 28. Juni. Amtliche Meldungen aus H o l lä n d i s ch- Jndien berichten über Angriffe von Atchinesen auf das Lager und die Patrouillen der holländischen Truppen, wobei vier eingeborene Soldaten getötet und zwölf verwundet wurden. Wien, 28. Juni. Wie die „Politische Korrespondenz" aus Rom meldet, ist der Besuch des Ministers des Neußern von Aehreuthal beim Minister des Aeußern T i 11 o n i für Mitte Juli in Aussicht genommen. Aehreuthal wird sich dann mit Tittoni nach Schloß Mceonigi bei Turin begeben, um sich dem König und der Königin von Italien vorzustellen. Der Gegenbesuch Tittonis wird int Lause des Sommers auf dem Semmering erfolgen: von dort wird sich Tittoni mit Aehcen- thal nach Ischl begeben, um sich dem Kaiser Franz Josek vorzustellen. Budapest, 28. Juni. (Abgeordnetenhaus.) Ra- ko v s z k y (Dolkspartei) interpelliert die Regierung inbetreff der Grundsätze, die er bezüglich Kroatiens befolgen werde. Ministerpräsident Wekerle antwortet, die Regierung sei in der Frage der Anwendung der kroatischen Sprache im Eisenbahndienst bis zur äußersten Grenze der Nachgiebigkeit gegangen. Nachdem trotz unseres Entgegenkommens, fährt Wekerle fort, fortgesetzt größter Widerstand geleistet wurde, mußten wir zu der Einnahme gelangen, daß hier nicht das Sprachenrecht in Frage stehe, sondern Bestrebungen, die gegen die Einigkeit des ungarischen Staates gerichtet sind (febbafte Zustimmung). Ter Personenwechsel in der kroatischen Landesregierung hat den Zweck, dagegen Sicherheit zu bieten, daß die kroatischen Bestrebungen nicht jenseits der Landesgrenzen Anknüpfungspunkte suchen. (Lebhafte Zustimmung.) Wir wollen alle Zusagen, die wir bezüglich der Entwicklung und Wohlfahrt Kroatiens gegeben haben, getreulich einlösen unb hoffen, die öffentliche Meinung Kroatiens werde unsere Bemühungen würdigen und unterstützen. Andererseits fordern wir mit größtem Nachdruck und nötigenfalls mit Strenge, daß die kwatischen Bestrebungen nicht zur Gefährdung der Staatseinheit führen. (Lebhafter Beifall.) Ter neu ernannte Banus wird diese unsere Bestrebungen unterstützen; seine Ernennung hat mit der Sprachenfrage an sich nichts zu tun. Gegen die Obstruktion muß im Abgeoronetenhause ein Heilmittel gefunden werden; wir müssen ein strengeres Verfahren anwenden, damit sich die Beratung der Gesetzvorlage nicht ÜJtonate lang hin- schleppe. (Lebhafter Beifall.' Zur 4272 r. .Prinzessin Beiniidi“. „Silvana' 4278 b Vertreter: 4275 öll-Heringe Königlich Allsskli- Borkum, Jnirt [nxbaren Helgoland Sylt Amrum, Wyk a. Föhr Zu billige» Preisen empfehle: Aasten n. Corde! E, Eboedner, Plocketrasse 2. Ecke Leltersweg. Telefon 36<. Prentzische Lotterie • — Der Inhaber eines kleineo Bank- und Wechsel- geschüftS in der Wilhelmstraße Karl Kilz, hat sich gestern der Polizei selbst gestellt, weil er fremde Gelder angegriffen hatte. Tie Höhe der unterschlagenen Depot- gelder soll eine halbe Million betragen. Geschädigt sind vor allem zahlreiche Privatlcnte, die K. ihre Gelder anvertraut hatten. empfiehlt Bncliacker, Neuen-Bäue 11 Kgl. Prenss. Lotterie-Einnehmer. Wenn zwei sich streiten r Der Müller I. H. T. von Lauterbach wurde von dein Landwirt 2. O. von Frischborn wegen des schlechten Getreide- 7nadlens in einer Wirtschaft zur Rede gestellt. 65 enl'rpann sich ein Wortwechsel, der in Beleidigungen und schließlich in eine Rauferei auSartete. O. erhob wegen Körperverletzung und Belei- hj(iuna Priva'.klage, was T. mit einer Gegenklage erwiderte. Tas Schöffengericht verurteilte £). zu 20 und T. zu 30 Mk. Geldstrafe; ,g sprach auch jedem die Befugnis zu, die Verurteilung deS anderen auf dessen Kosten öffentlich bekannt zu machen. Ta jeder glaubte, es fei ihm zu viel geschehen, erhoben sie Berufimg. Ter Strafkammer gelang es, unter Vorbehalt des Widerrufs, einen $ er- aleich in der Weise zustande zu bringen, daß die Beteiligten die Klage zurücknahmen, womit auch die von dem Schöffengericht erkannten ©trafen m Wegsall kommen. Für den Fall des Widerrufs, der spätestens bis 5. Juli erfolgen müßte, ist weiterer Termin auf den 12. Juli anberaumt. Seebäder-Dienst der Hamburg-Amerika-£iuie von Hamburg 7 Nordseebädern Griqinal-vrahtineldnirgen. Weißenfels, 29. Juni. Der hiesiger Oberöergmeisice Wadehm wurde als erster Sekretär mß Rcichs- kolonialamt berufen. Karlsruhe, 29. Juni. Bei einem furchtbaren Gewitter ivurden gestern abend 6 Uhr in dem benachbarten Crte Lpoeck durch Blitzschlag 12 Gebäude vollständig ein- geäschert. 17 Familien sind obdachlos. Daß Feuer konnte erst spät in der Nacht bewältigt werden. München, 29. Juni. Im Walde bei Pegnitz in Lberfranken wurden drei Mädchen, die Erdbeeren suchten, von einem Arbeiter überfallen. Zwei von ihnen konnten sich flüchten, während das dritte dem Wust- ling zum Opfer fiel, der e-3 mißbrauchte und ihm dann mit einem Beil den Schädel einschlug. Man ist dem X.uft» mörder auf der Spur. PariS, 29. Ium. Nach einer Meldung aus Ar- gillierS hat Marcellin Albert den Antrag auf vor- läufige Haftentlassung gestellt. In der Bevölkerung beruhigen sich die Gemüter immer mehr. Beziers, 29. Juni. Tie Gerichtsvollzieher deS ganzen Bezirks haben beschlossen, keine Pfändung mehr porznehmen wegen der damit verbundenen Lebensgefahr. fertige gähnen Wechsle Wnechugeil mit Wimpel Elegante Kinderkleider Ä MM Seifen. — Auch lasse dieselben nach May unter ©atantie ui tadellosen Sch ansertigen. 7; S. Sammet, Bahnhofstraße 8. ? Warum? erfreut sich die W frankfurter Schuh,ohlcrei, Liudcuplatz trotz ihres kurzen Bestehens eines so gronen ttnndenkrencs. Begetaline (Kokosbutter) das Beste zum Backen. Braten, in l-Pfd.-Dosen per Dow 5a Pfg. bei 10 Toten oO Pfg. i4211 Jakob Maternus KUniksrr. 22 Telephon 327 fahren tigllch der neue Turbin en- Schnelidampler „Kaiser“ .... Äbfihrti. Hamburg St. PaollLandunfl$brtckeo Werktag:8 00 Vol, Sonntags7 30Vm. Fahrpline und Fahrkarten bei dem Mdrtnst da Hambnig-Amerika-LiniG. Hamburg 9, Gewitter und Unwetter. ** Gewitter und Unwetter herrschte gestern in schidienen Teilen Lberhessens und richtete leider verschiedentlich größeren Schaden an. Es gingen uns darüber folgende Meldungen zu: (d Hausen am Schiffenberg, 28. Juni. Gellern nachmittag ging über unseren Ort und der Umgegend ein heftig C‘3 Hagelwetter nieder, das erheblick)en Schaden an Getre.de und an den Hackfrüchten anrichute. Auch die Obsternte scheint Schaden gelitten zu haben. . i-L ang-Göns, 28. Juni. Heute nachmittag enuub lief) über unserem Ort em Zeitiges Gewitter mit einem Hagelschlag. Ter Hagel wsar so dick wie ein Taubem'i. Derselbe richtete stellenweise in Feld und Gärten Schaden an; auch sand man Vögel, welche vom Hagel erschlagen waren. eü. G e d e r n, 28. Juni. Bei einem von Süden kommenden Gewitter schlug der Blitz in die Scheune der Zimmermann Ger lach Witwe hier und zündete. Tas Gebäude brannte v 0 11 stäudig nieder. Das Vieh wurde gereitet. Auch ins Pfarrhsäus fuhr ein Strahl, der aber nicht zündete. Selten erinnert man sich hier eines solch heftigen Gewitters, das in dem ffanjen Talkessel über eine Stunde lang fellhiell. Vom oberen Vogelsberg kommen trübe Wasser; es ist anzunehmen, daß dort das Gewitter mit gteidfee Heftigkeit getobt hat. Wasser r.yVerleibanstalt Sandheimer &. tidite «eltaeCKen struPP Frankfurt a. M. h% pro qm und Woche 10 Pfg. Telephon 4017. Tetegramm-Adreffe: Industriebedarf Montag, den 1. Juli 1907, vormittags 12Uhr follemHerren. los eingefangener schottischer Schäferhund, braun und weiß gesteckt, auf der Polizeiwache meist- dielend verfteigert werbat. Der Polizeiwachtmeister. Kafver.14270 Räumungs-Verkauf Um mit meinem grossen Lager in eingerahmten Bildern vor Eintreffen der Herbstneuheiten möglichst zu räumen, gebe ich dieselben zu bedeutend ermässigten Preisen ab. Otto Hochstätten 5elterswej 56. Kunsthandlung. Ecke Volksbad. Unter Bezugnahme ans den Bericht über die Sitzung der Stadtverordneten vom 27 d. Mts. teilen wir einer verehrlichen Bürgerschaft mit, daß einige von uns der Sitzung beiwohliten und allerdings zu der Ansicht gelangen mußten, daß Gwßh. Bürgermeisterei unsere Beschwerde gegen die Betriebsleitung des Elektrizitätswerkes auch neuerdings wieder als ungerechtfertigt darstellte. Wir haben nicht die Ueberzeugung gewonnen, daß, wie es im allgemeinen Interesse liegt, die Sache geklart werden soll, sondern vielmehr, daß wir, mit Hilfe des Urteils des städtischen Sachverständigen, welches wir — als auf unrichtigen Voraussetzungen ausgebaut — anfechten werden, mit unserer Beschwerde abgewiesen werden sollen. Letzterer Fall wäre auch jedenfalls eingetreteu, wenn nicht Herr Beigeordneter Georgi den Antrag aus Ver- öffentlichung des gesamten vorliegenden Materials gestellt hätte, welchem auch einstimmig stattgegeben wurde. Herrn Stadtverordneten Löber sagen wir an dieser Stelle für seine vorurteilsfreie Sprache unseren Dank. Der Vorwurf des Herrn Oberbürgermeisters, daß einzelne der Installateure in letzterer Zeit leichtsinnig darauflosgearbeitet hatten, kann, solange wir nicht die Namen der Betreffenden wissen, einen jeden von uns treffen und wir weisen daher den Vorwurf bis zur Klärung entschieden zurück. Wir haben bereits Großherzogl. Bürgermeisterei um Augabe der Namen und der betreffenden Arbeiten gebeten. Vereinigung der Elektro-Jnstullationsfirmen. In deren Auftrag: Fritz Eccariiis. Max Weissbäcker. Märkte. Gießen, 29. Juni.Marktb ericht. Ans heutigem Wochenmai kle kosteten: Butterpr. Pid. 1.00—1.10 Mk., Hühnereier 1 St. 7—0 Big., 2 Std. 00—00 Big., Gänseeier 10—00 Vsg., Enteneier 7 Pig., Käse pr. Std. 6—8 Pf., Kasematte 2Std. 5-6 Pig., Erbsen v.Pid. 18-24Pig Linsen p.Psd.25-40Pfg., Dauben pr.Pr.0,80-1,00Mk., Hühnerpr.Si. 1,00—1,60 iLif., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Alk., Enten pr. Sind 1,80—2,20 Alk., Ganse r r. Pid. 00-00 Psg., Ochsenfleisch pr. Pjd. 82—88 Pig., Kuh- und Aiudfleisch pr. Pfund 80—82 Psg., Sd)iucme- fleisch pr. Pfund 64—76 Pig., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 80 Pfg., Kalbfleisch pr. Psd. 80—90 Psg., Hammelfleisch pr. Pfund 64—84 Psg. Welsche per Pfund —.— Kartoffeln pr. 100 Kg. 7,00—9,— Pik., Ziviebeln pr. Ztr. 10,00—12,00 Mk., Mild) per Liter 20 Psg., Kirschen das Pfund 40-00 Pfg., Acpsel per Zentner 20 Ziehung 1. Klasse 217. Batterie am 9. u. IO. Juli Loose Mk.° 4 Mk.5 Mk.' 10 Mk. 20 Mk. 40äSlIanc für Porto 15 Pfg. mehr ä&> ö0Mier'? Muibe werde,,. "et «nt^elt> ec ^tei§cn . Uk 78 ^rigen S? "ul tiavS seitdem ihr nuf ®QtMhieÄ 7 bel«“6 btitt 6t®;;”* H«, »ri 159 ---r-m.W" Ä*s* 15 ^Iier, einer berfelbpn in ,n MW Reünec aus Lre •Betletjiii-qeii, ta vbeTt er ft re if. hierzu geschrieben; ö) .wis dem toten Punkt 1 "'N entschließen können', ls.Geietzlichkcit, bie 'Sperrung zur folge eben ihre Anhänger der versprochenen Lieges- Zsvar ist das Eingeständnis alS unehrenhast und setzt oraus als das hartnälkige st Jedenfalls wäre es in lläufer, die nach dem b- in diesem Falle also für iie jen, wenn man den Streik des letzteren als Ausgangs aerffchastsleuten kurzerhand : Streik in Wieser! und iell als Kündigungsgrund er Arbeit als alleinige Be- Iten Verhältnisses gefordert auch amtlich vor Gwtzd. das hiesige Sozialistendlalt ecke ^ofition! TaS Urteil ’id! txtttcttbut ßeutes. M nicht auffällig - ist Devise i „Für $aW, rden follr wieder du A- Inz" Parteilichkeit vorzu- sollte, daß derselbe rn btr ch gehaltenen Einsendungen palten öffnen wird. (Lrtz- Die nach- ft c »• 7 ' n »Ind Sonntag, den 30. Juni von stehenden A V 1 £ IC 12 Uhr mittags bis 12 Uhr nachts nur Mir dringende Fälle sicher anzutreffen. D”/e Dr. Mcyerhoff. Neuen Bäue 27. — l>r. Schliephake, Goethestrasse 41. — F. Wagner. West-Anlage 49. Sonntag 4—9 Ihr M Nur ^ehkaiufepotheke offen, s Gerichtr-aaL. X. Hanau 2ö. Juni. Tas Schwurgericht verhaudeUe gestern und heule gegen den Jagdaufseher Friedrich Schaar aus Skeitenborn bei Gelnhausen, dem die Anklage zur Last legte, seine zweite Frau mit Slrichnin vergiftet zu haben. 2ie ftrau war am 9. Mai v. I. alsbald nack; der Einnahme des Morgenkaffees verschieden. Alsbald trat das Gerücht auf, die Frau fei nicht eines natürlichen TodeS gestorben. Dieses Gerücht stützte sich darauf, daß Schaar 8 Tage vor dem plötzlichen Tode der Frau das Grundstück auf seinen Namen überschreiben ließ und auch zu Lebzeiten seiner Fran eine wohlhabende Witwe mit Heiralsamrägen verfolgte. Die Staatsanwaltschaft ließ im Tezember v. I. die Leiche auSgraben und Teile davon untersuchen. Ter Gerichtschemiker sand Slrichnin vor, worauf der Ehemann verhaftet nnirbe. In der Voruntersuchung wie in der Gerichtsverhandlung beitritt biefer jede Schuld und meinte, seine Frau habe jedenfalls Selbstmord begangen. Die Geschworenen verneinten die Schuldsragen, woratlf Freisprechung erfolgte. ____ “ Vermischte». • Berlin, 28. Juni. Stach einem gcrichtSärztlichen Gutachten ist Graf Pückler-Klein-Tschirne ein geisteskranker Mensch, der sich bereits im September 1906 in einem die freie Willensbestimmung ausschließenden Zustand krankhafter Störung der Geistestätigkeit befand. Er ist infolgebeffen am 25. d. Mts. aus dem Strafgefängnis in Tegel entlassen worden, und e3 ist den Behörden zur Pflicht gemacht, die durch seinen Geisteszustand gebotenen Maßnahmen zu treffen, sofern er versuchen sollte, öffentlich aufzutreten. bis 25 ®lt, in Körben OC Psd^ Nüsse per Ztr. 9—15 Mk., Weißkraut per Stück 15- Mf. 0.00— 0.06. — fflJarfueit von 7—1 Uhr. wicücucv rSetterdtcusi. VorauSsichiliche Witterung für Hcsteu am 30. Ium: Wechselnde Bewölkung. Gewitterregen. War..r. lic , 9&nbc.__ _ riß en, 28. Juni. Butzbach einigenÄui^ ... einer anderen varlei e n in der Nähe befindlicher n ite , B. beschimpste und |VS haR man ihn nach Rnii'sch ansschlalen sollte, setzst sein Slandalierei' auch rin« ®*m|- S"'L Urteil wurde Leu aber W ...... SLlS« Tn'sserseb" was-. :n, Ä V lls Herder ** Sollen V'Käste. A'2 gut tiubtn- tt lLnseM. (fnh erhoben uut1 - ^nr S- Wurt auf und W'Äs®6 t uwSib«.tro- utol« Vjif. us A B ■« ^doi Se-t-M Z B Viril dein Qjpii* 'M8,9 mW Md Laageoog und die bewährten fnhn“ Salon • Schnelldampfer „LUUlU , dieselbe tuebt nach dem Swtem der LchneNfoblcrcien arbcUet, ,'oudern lediglich bestrebt ist, bet mamgen Prenen saubere und haltbare Arbeit zu liefern.___ Illuminations-Lämpchen in allen Preislagen. ®. Aos. Mobs, Mäusburg 8, Telephon 512 Seifenfabrik.—— 426a Garantiert neue „Holländer" 3 Stück 25 Pfg. aeue Kartoffeln 10 Pfund 90 Pfg. 14286 L. Steinhäuser Seltersweg 27 Neuen Baue 17 Süßrahm-Butter sowie (4230 Hofgut-Butter stets frisch empfiehlt JLE. Nassauer, AeuenweLla- | Lindau & Winterfeld, Seltersweg. j Zur UWWestr empfehlen wir unsere verstellbaren Patent-Fahnenhalter,Blitz' D. R. G. M. äusserst praktisch zu handhaben, zum Preise von Mark T.— per Stück. Wigandt & graefe, Giessen Kunstgewerbliche Werkstätte. 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