157. Jahrgang Samstag Erstes Blatt General-Anzeiger für Gderhessen int die nicht freien Ser- für fleläng Lir Handhabung Da: {yiut.uucufcn unter die Provinzialdirektion und beantragt, der Ausführung des großen Selzbach- pclit:;dH* Gagc9fd?atu Die Polenoorlage. Die ^Kölnische Zeitung- meidet aus Berlin: Die Forde- ntng der Poienvoriage geht über L5O Riillionen hinaus. Die Zahl der jährlich angesetzten Ansiedler war im letzten Jahr doppelt so groß als unmittelbar nach 1902; dadurch sind die damals bewilligten 250 Millionen schneller aufgebraucht worden als erwartet war. Hinzukommt, daß in den letzten zwei Jahren durch die Umwandlung des vorhandenen deutschen BauernbcützeS in Renlengüter neue große, viele Mittel erfordernde Ausgaben erwachsen. Deshalb ilt zu erwarten, daß in der jetzigen Anforderung der Negierung wiederum wie im Jahre 1902 ein erheblicher, bestimmt zu normierender Anteil für den Anlauf von Domänen rind Forsten mitenthalten ist. Die geforderten Mittel können auch diesmal, weil es sich um dauernde verzinsliche Einlagen von Staatsgeldern handelt, nur durch Anleihen gedeckt werden. Eine baldige Verabschiedung der Vorlage durch den Landtag ist wünschenswert, weil die Ansiedlungskommifsion bekanntlich am Ende ihrer Mittel steht. 27N Gk^cheint lägsich außer Sonnlagl Dem tStiffcenet Anzeiger werden un Wechsel mit ■; dem hessischen Landwirt die Siegener LamUlen- blätter inennul m bei Woche beißdeql und zweimal wöchentlich das Kreisb’att für den Kreis Sieben Ferulniech-An- 5 «Ullußi.d. Redaktion 112 Verlag u Expedmon 51 Mbirft« *üt Depeichen, «UKW* «trtze». herrliche Gärten Hcrbstsonnenschcin über ihnen ruht. Eine eigene Weihe erhalten sie z. B. in Berlin noch dadurch, daß am Nachmittag Geistliche auf ihnen Ansprachen halten: bei gutem Wetter im Freien, sonst in der Leichenhalle. Es fehlt in unserer realistischen Zeit nicht an Stimmen, die diesen Tolenkultus als wirtschaftliche Verschwendung bezeichnen — als Schauspiel für die lieben Nächsten, ja wohl gar als Sport. Jedenfalls entsprießt er einem der edelsten Gefühle des Menschen, und daran sollte man unseres Bedenkens gerade in der sonst so kalten Gegenwart nicht rütteln. 23. November 1907 Bez u gSvrei sr monatlich 75P^oterte!- ejAA lährlich Mk. 2.20. durch Abhole- u. Zweigstellen |m| * monatlich 65 Ps.; durch M die Bost Mk. 3.— stertel- (äbrl ausfcht. Beslellg. .Äglw 3ctleiwret6: lofal 16'Bf., auSmärlS 20 Bfeuntg, ™r Verantwortlich " für den poltnicbcn Teil: & Anderion- 1. Feuilleton und , Herrn ti(bte4e B ffiutfo; für .Staat u. Land- und .Gerichts- besonders schön, wenn warmer rung referierte Abg. Adelung. Der Antrag wünscht die Einbauung von Flutichleufen in unmitte.barer Nahe der Wehre, die Entschädigung b.r Triebwerlsoesitzer für die Tage, an denen die Schleusen gezogen werden, die alljälMiche Begehung dis ganzen Selzbcuchs zwecks Anordnung von etwa nötigen Aus- rauinuugvirjeiten durch die Kultu Inspektion unb die Unter- gesunden haben. Die natürlich Landwirischafttiche Berufsgenoffensch-lsten und das Kohltasyndikat. Eine am Freitag ui Munnh^ün pa^rge..abre >amm- hing von Vertretern von 40 landw irisch a ft- u„ __ ______ __ _ lichen Berufsgenossen schäften aus dem Kreise regulierungsprostktes nicht eher näher zu treten, bis die vor- Mgnnheim-Heidelberg besprach u. a. die Ko h l e n n o t Leb-1 Genannten Wünsche erfüllt sind. ')ie Heutige ‘glrnnnwr umfaßt 18 Seiten. i . ■ ■ ...... — i SummungsbUb aus dem Zielchsrage. Die erste Sitzung. Berlin, 22. Nov. . Wer heute um 2 Uhr den Kuppelfaal des hohen Kaufes I : betrat, konnte glauben, daß die letzte der Sitzungen der 1 1 fortlaufenden Tagung erst gestern gewesen wäre, so gänzlich : ? formlos vollzog jich die Eröffnung des neuen Tagungs- ; i ibschliiUes. 9hiT die Lebhaftigkeit der Begrüßungen und 1 ' yie Freude des Wiedersehens wies darauf hin, daß feit ver Vertagung ein längerer Zeitraum verflossen ist. Das Haus war, wie erfreulicherweise ja nun fast stets in dem Tiätenreichstag, recht stark besucht und zeigte bis aus einige , in den Ferien neu gewählte Herren die alten Gesichter; nrn so interessanter war die Veränderung am Bundesrats- tifche. An Stelle des Grafen im Barte, der mit Beginn ; einer jeden Sitzung auf seinem Platze festgewachsen saß, als ob er noch vom Tage vorher dort säße, zeigt sich die elegante Gestalt des neuen Stellvertreters des Reichskanz > lers, des für die kommende Blockprobe so bedeutsamen Ministers v. Bethmann-Hollweg. Mit ihm erschien, in seiner Aktenmappe ein noch ungedecktes hundert Millionen-Defizit, 1 Freiherr von Stengel und vertiefte sich sofort in ein Ge- ipräch mit dem Antiblockmann Herrn Dr. Spahn. Der Präsident widmete dem verewigten Großherzog von Baden unD den in der Sommerpause verstorbenen Abgeordneten einen Nachruf, und dann machte man sich an die reichhaltige Tagesordnung. Es waren „nur" Petitionen, die zur Verhandlung standen und die gemeinhin wenig Aufmerksamkeit bei der großen Masse der Abgeordneten finden. Und doch be handeln sie zumeist Fragen, die für große Berufsstände und darüber hinaus für die Allgemeinheit von größter Bedeutung sind. Die sozialpolitischen Wünsche der Hand- | lungsgehilsen nach paritätisch ausgebauten Handelskammern/ Penfionsversicherung usw. führten zu keiner sachlichen Aussprache, obgleich man kampfgerüstet die Herren Dr. Stresemann und Dr. Potthofs auf ihren Plätzen sah; nur die Vertreter der .Handlungsgehilfen von der Sozial- dcmokratie und der wirtschaftlichen Vereinigung traten auf oen Plan und fochten mit mehr oder wenigen freundlichen Bemerkungen ein Duell aus um die Priorität der Verdienste bei dieser neuen Sozialreform. Und dieses hin und her gab es dann-auch später bei einer anderen ähnlichen Petition um die Handelsinspektion, nur daß hier der Sozialdemokrat nicht den Namen Molkenbuhr, sondern hoch führte. Und als Herr hoch dann zum zweitenmal das Wort genommen hatte, befürchtete man bereits, daß der Präsident das Haus in eine gezwungene Hurrastimmung versetzen würde, indem er zum drittenmal Hoch riefe. Dieselbe Szene wiederholte sich noch mehrmals; zur Abwechslung war da das im Antiblock verbündete Zentrum der Widersacher der Sozialdemokratie, die den Herren Erzberger und Gies- berts ihre Sünden beim Berggesetz vorhielt. Zu sachlicher Höhe erhob sich die Debatte dann bei einer Frage, die in den Handwerkerkreisen seit einiger Zeit eine große Nollc spielt, nämlich der Forderung, den Zwangsinnungen das Recht zu verleihen, unter behördlicher Kontrolle Mindestpreise festsetzen zu dürfen. Dem Handwerker von rechts, dem Bäcker Nieseberg, trat ein Handwerker der Linken, der süddeutsche Schreiner Wieland, entgegen. Und mit Herrn Malkewitz kreuzten die Herren Gothein und Mugdan unter großer Aufmerksamkeit des Hauses die Klingen. Es war ein kleiner, ein ganz kleiner Auftakt zu der großen Blockprobe, und das Hohngelächter aus dem Zentrum klang sehr demonstrativ, als die Abstimmung das aus früheren Tagungen gewohnte Bild einer kompakten Mehrheit aus der Rechten, der wirtschaftlichen Vereinigung und dem Zentrum gegen die mit der Sozialdemokratie stimmende bürgerliche Linke zeigte. Der Einkaussvevein Mainzer Ko l o n i al w a re n hä n d^ ter hat cn die Kammer die Bitte gerichtet: 1. Bezüglich der Konsum- unb B e a m t e n-Be reine eine Heranziehung zu oen gleichen Steuern, wie die des Kleinhandels,, uuUr gtfe^ sicher Einmhr mg der Eintragspslicht, 2. einen Ausfall jever be- hördlick)en Begünstigung dieser Vereine gegenüber dem Kleuchandel und 3. ein Verbot für aktive Reichs-, Staats- uni) Gemeindebeamte einschließlich brr Offiziere und deren Ehefrauen an der Beteiligung an solchen Vereinen zu bew.rken und endlich bezüglich Der Warenhäuser eine möglichst hohe Umsatzsteuer zu veranlassen. Hierzu erklärt die Negierung, daß sie gegen die Heranziehung der genannten Vereine zur Gewerbe- steuer nichts einzuwcrwen habe , und sie müsse die Unterstellung zurüctweisen, daß sie diese Vereine irgendwie begünstige. Sie müsse aber str.kte dus Verlangen ablehnen, dahin zu wirten, daß den Ehefrauen der Offiziere verboten werde, in Kvnsunwereinen re. zu taufen. Bezüglich der Besteuerung der Warenhäuser erklärt die Regierung, Daß der Gemeindesteuer-Gesetzentwurf Gelegenheit geben werde, diese Frage näher zu erörtern. Zm Anschluß wurde von verschiedenen Seiten anerkannt, daß die Ver.^ellung der Mainzer Kaufleute einen berechtigten Kern enthalte; ihre Abfassung fei aber recht unglücklich. Die Ausschußmchrheit ist nach dem Referat des Abg. Adelung der Ansicht, daß d.e in der Vorstellung geltend gemachten Gesichtspunkte nicht allgemein anerkannt luirbcn könnten unb schließt sich den Ausführungen der Regierung an, während die Minderheit zrvar auch nicht bas fefarfe Vorgehen gegen die Veamtenvercine billigt, aber doch entschieben weitere Aiaßnahmen zum besseren Schutze des Detailhaildels getroffen wissen will. Aus SiaOt 6inO ütanö. (ließen, 23. Nov. 1907. Zum Totenfest. Die evangelische Ltnche feiert am letzten Sonntag bc5 Kirchenjahres das Totenfest. Es fällt diesmal auf den 24 November und ist dem Wnbenfen der Verstorbenen gewidmet. Elnen solchen Tag als Fest zu bezeichnen, könnte befremden, aber der Volksmund hält daran fest. Offenbar fall damit der feierliche Charakter des Ltndenkcns hervorgehoden werden, weshalb man auch von einer Totenfeier spricht. Dieses Wort kommt der Bedeutimg des TageZ wohl am nächsten. Einmal wenigstens im Jahr sich im Geiste mit den abgeschiedenen Angehörigen zu beschäftigen, ist in vielen Familien von attersher üblich. Es liegt ja auch so nahe, bei Dem Glauben an die Fortdauer der Seele nach dem Abslerben des Leibes die Toten nach wie vor als Familienniitglieder zu betrachten, die nur räumlich von den übrigen getrennt sind. Auf dieser Anschauung berilhen viele poelische Vorstellungen bei den verschiedensten Völkern. Danach sind die Seelen der Verstorbenen in der Familie anwesend, teilen deren Freuden und Leiden, beschützen die einzelnen Diitglieder usw. Ems Ausartimg dieser 2lnschaiiung durfte der trotz aller Aufklärung noch hier und da vorhandene Glaube an Gespenster fein — an Seelen, die wegen auf Erden begangener Mlssetaten im Zenseits keine Ruhe finden. Geburtstag und Todestag sind die natürliche Veranlaffung» der einzelnen Verstorbenen zu gedenken. Ihrer Gesamtheil gebeult die evangelische Kirche am Totenfest durch Gottesdienst, dessen Hauptbestandteil, wie ja auch bei anderen Veranlassungen, die Predigt ist, sowohl am Vor- wie am Spätnachmittag. Daneben vollzieht sich eine pietätvolle Familienfeier. Während des ganzen Tages, befonders ober am Nachmittag, wallen lange Züge, SDiänner und Frauen, m schwarzer Kleidung nach den Friedhöfen, um mehr oder minder kostbare Kränze auf den Gräbern teurer Angehörigen niederznlegen und daran in stiller Andacht zu verweilen. Tie sich hier offenbarende Pietät ist oft rührend. Mag eine Familie noch \o arm fein — zu einem im äußersten Falle nur schlichten Kranze für das Totenfest reichen die Biittel immer. Rian hungert lieber, als daß man auf diese Betätigung der Liebe zu den Toten verzichtet. So verwandeln sich denn die Friedhöfe in spät blühende ** D ie Feier von Großherzogs Geburtstag wird von unserer Garnison in herkömmlicher Weise gefeiert werden. Um 7.15 Uhr ist Wecken, um 9Vs Uhr Festgottesdienst in Gemeinschaft mit den Zivilgemeinden tu Der Stadtkirche (Die Preoigt wird von Pfarrer Schwabe gehalten) und in der katholischen Kirche. Hieran reiht sich um 11 Uhr ein Regnnenrsappell auf dem Hof der Zeughauskaserne. Am Nachmittag findet Festessen statt und am Abend feiern die Mannschasten den Geburtstag des Landes Herrn durch Kompagnieseiern in den verschiedenen Lokalen der Stadt. Der Zapjenstreich am Vorabend des Geburtstages sällt wegen des Totensonntags ans. ** Postalisches. Am Geburtstage S. K. H. des ‘ Großherzogs werden Lie Posischalter wie an Sonntagen geöffnet sein, die Bestellung der Postsendungen wirb einmal (vormittags) und die Brieskastenleerung in beschränkter Weise stattjindem ** Vom Großh. Hof. Die Prinzessin Dorothea $u So lms-Lich traf am Freitag nachmittag zum Besuch un Neuen Palais ein. Die Atlerüschsten Herrfchajten besuchten am Freitag abenn den Ball des Großh. Artillerie- Korps in der Bereinigten Gejellschast. ** Folgende gewerbepolizeilichen Revi- Henchme w* Anzeigen - . « a & h fin «otailonrdruS und Perlag der vrühl'fchen Univ.-Puch, und Stdn&rncfereL H tange, Redaktion, Expedition und Vruckerei- 5chn?str-ße r Anzeiaenieü^'d BeL Berkehsr keine Deckung sicherung zu übernehmen, alle Fälle genau zu fixierenden Atodalitäreu feien sel-r günstig, die Prämie werde z. B. für landwirtschaftliche den Satz von 5 Mark pro Mille betragen. Die Regierung habe mit den Gesellschaften feinen direkten Vertrag abgeschwsten, wurde aber bei ihrem Einfluß auf die üi Hessen kouzessionierten Gesellschaften für den befriedigens Abschluß der Versicherungen Sorge tragen können. Nachdem Abg. Dr. Frenay über die präge referiert hatte und eine Aussprache erfolgt war, erklärte sich der Ausschuß mit h'en RegierungsDarlegungen einvernanden. Die beiden Anträge find damit erledigt. Uebcr den Antrag Wolf ntuetreff der Selzbachregnlie- gesunden haben. Das fei aber bei dielen darauf zuruckzu- tüi/ren, daß sie sich garnicht darum bemüht haben, bei anderen, weck ihnen die Verficherang zu teuer sei. Von einer „Ver- ficherungsnot" könne man also in Hessen eigentlich garnicht sprechen. Die Negierung habe aber sich trotzdem um Die Sache bemüht, sich mit Dem V.rband der in Deutschland domizilierten Privatseueroeriicherungsgefellschasten in Verbindung gesetzt und Dann mit den in Zeisen zugelassenen Gesellschaften ein Abkommen getrossen, das am 1. D«ckir> 1908 in Kraft treten soll. Darnach wiro unter diesen Geseckschaften eine Verbindung hergeftellt werden, die unter gewissen Modalitäten die Verpflichtung übernommen haben, für alle Betriebe, die l>aft wurde habet beklagt, daß das Kohlensyndikack den süddeutschen Markt nicht mit genügenoen Kohlenmengen versorge unb die vertragsmäßige Menge nur zum kleinen Teile abgeliesert habe. Als Ungerechtigkeit wurde insbesondere bezeichnet, daß das Syndikat an einzelne Gemeinden übe^aupt fast gar nicht liefere, trotz rechtzeitiger Bestellung und gleichmäßigem monatl.chem Abrufe, während an andere Gemeinden der Winterbedarf vertragsmäßig geliefert werbe. Als teilweiser Ersatz würbe der Bezug von Braunkohle cmpjohlen; jebenfalls habe sich in diesem Jahre gezeigt, baß bas Ko h le nf y n b i ka t, bas ben Kohlen- martt in Süddeutschlanb fast ganz beherrsche, seiner Ausgabe in keiner Weise gewachsen wäre und rück- lichtslos ben Konsumenten im Stiche lassen, eine Gefahr, durch die die Negierung unb bie Oessentlicyleit gezwungen loerben könnten, energisch einzuschreiten. Zur Lage in Portugal. Die Nachrichten aus Portugal finb anbauemb ernstester Art. Die Behörden besaylen, daß alle Briese den Namen be^ Abfenders auf beut Umschläge tragen müssen. Fünf Offiziere des Landheeres, einer ber Marine, wurden eingcEertcrt. Der Platzkommandant von Lissabon hat ab» gedankt. Die Gärung im Heere wird immer b cf- eiger. Seit mehreren Tagen ist die Stadtgarde (1200 zu Fuß, 500 zu P,erde) in den Kasernen tonsigniert. Alle Kriegsschiffe, deren Bemannung Verdacht erregt, werden nach den Kolonien beordert. Weitere 135 Verhaftungen erfolgten in ben letzten Tagen. Die beschtagnahmien Dyna- mrtbomben, teils fertig, teils in Vorbereitung, belaufen jich auf 124. Sämtliche Zettungen, drei ausgenommen, wurden unter Anklage gestellt. Ausländische Blatter wurden vielfach gemaßregelt. Die „Boff. Ztb." meldet aus Madrid: Wie ber Korrespondent der „Vofs. Ztg." direkt aus Lissabon erfährt, machte her Kronprinz Louis Phckipp dem Könige Carlos Vorstellungen über seine tyrannische Negierung. Daraufhin wurde der Prinz nach dem Schlöffe in Villavieosa verbannt, das einsam gelegen unb 1Q0 Meilen von Lissabon entfernt ist. Es herrscht ungeheure Aufregung im ganzen Reiche. Mobiliarversichcrung-, LlonsumvereinS- und Ä-arenhausstenern. Darmstadt, 22. 9cov. Die wichtige Frage der Dtvbi- larv er siche rung in Hessen wurde heute vormittag in der Sitzung deS 4. Dusschussüs, in der der Minister des Innern, Braun und Mcküfierialrat B e st anwesend waren, einer sehr eingehenden Erörterung unterzogen. Den Anlaß dazu Boten zwei Anträge der Abgg. Uebet und Ulrich. Der erstere beantragte, die Regierung zu ersuchen, den im Großt-erzogtum zugc- iaifenen Feueroer! icherungsanstatten die Verpflichtung aufzuerlegen, auch die Betriebe gegen Feuersgefahr zu versichern, deren Versicherung sie seither wegen angeblicher erhöhter Feuersgesahc abgeletznt haben, bezw. faL5 sich dies nicht ermöglichen läßt, eine Gesetzcsoortage einzubrmgen, durch die die M o b i l a r v e r-- sicherung gegen Feuer von Stantswegen geregelt wirv. Der Antrag Ulrich will die Ltegierung um Vorlage eincs Gesetzentwurfs erinchen, betr. Einrichtung einer obligatorischen staatlichen Mobilarversicherung. Eine nähere Begründung war beiden Anträgen nicht beigegeben. Bei der Beratung erklärten sich Die Negieru-Ngsoertreter gegen eine Einführung einer siaatlichen Mobilarseuerversicherung. Die Regierung l-abe zwar keine rechtlichen Bedenken dagegen, aber, ihre Durchführung wurde große finanzielle Schwierigkeiten darbieten; das Risiko würde zu groß und die Beitragsleistung für bie zu Versichernden zu hoch werden, schon wegen des dafür erforderlichen großen Beauitenapparates. Im Gegensatz zur Jmmobilien- oeriicherung wechsele die Ä-cobilarversicherung häufig und biete deshalb größere Schwierigkeiten dar. Wenn aus djeseu Gründen die Mobilaroersicherung nicht obligatorisch für Hessen durchführbar fei, so fei natürlich an eine sakutative Versicherung erst recht nicht zu benLn. Tie Negierung habe sich über die Bedürfnis frage mit Den Handelskammern, Den Handwerkskammern und der Zentralstelle für die Gewerbe ins Benehmen gesetzt. Es stellte sich dabei heraus, ba^ at§ „notleibenDe Risiken" nur 53 vorhanden sind, die ein Mobilor im Werte von 1,100,000 Mark besitzen und meist aus Holzbearbeitungsfabriken, Zündl-olz- sabriken ic. bestehen. Der größere Teil dieser 53 Risilen könne aber nicht als direkt notleidend betrachtet werden, d>a es ihnen ja gelungen sei, sich zu versichern. Es blieben nur Betriebe mit 550,i-0O Mark Mobiliewmrt übrig, die keine Versicherung Vermßxchrss. Er richtet an die Herren Fabrikanten und die Arbeiter die Bitte, alsbald Stellung zu der Frage zu nehmen und ihm die entsprechenden Informationen nach Berlin NW, .Neichstagsgebäude, zukommen zu lassen. Reich st a gs- iabgeordneter Köhler-Langsdorf wird selbstverständlich jeglicher neuen Tabaksteuer im Reichstage entgegentreten. Eine gleiche Stellung Wird Abg. Behrens-Wetzlar emnehmen. findet im Hotel Ritter eine gesellige Znsammenkunst statt. — Ein näheres Programm über die angemcldeten Vorträge übersendet auf Wunsch Professor Kaiser in Gießen. ** In der Gemälde-Ausstellung am Brand hat, wie bereits schon kurz ermähnt wurde, ein vollständiger Wechsel der Gemälde stattgefunden. Die Kollektion von Max t^-l e isch c r-Wiehmans-Verlin, welche 60 Gemälde ausweist. Zeigt Figuren, Städtebilder und Landschaften, Motive au§ England, Frankreich, Italien und Indien, von den Inseln -Lizilien und Korsika. Unter der Kollektion befindet sich ein Gemälde „Badende Knaben", das schon in Paris und London, mit der goldenen Medaille ausgezeichnet wurde. Eine Kollektion sionen wurden in den Monaten August bis November vorgenommen: 1. Die Fabrikation künstlicher Mineralwasser ketr. btc Verordnung vom 22. Juli 1885. 2. Die Besckästt- gung jugendlicher Arbeiter in Steinbrüchen und Stcinhaue- reren; Verordnung vom 20. März 1902. 3. In Ziegeleien, dre Beschäftrgung von Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeitern betr. 4. Die Beschäftigung von Gehilfen und Lehrlingen im Gast- und Schankwirtschaftsgewerbe betr., Einhaltung der Brmdesrat-Verordnung vom 23. Januar 1902. Es zeigte sich, daß trotz der öfteren Revisionen und ergangenen Bestrafungen wiederholt gegen diese Verordnung verstoßen wird. Anzeigen gegen die betr. Arbeitgeber sind erhoben. 5. Feststellungen über Lagerung feuergefährlicher Flüssigkeiten. 6. Betreffend die gewerbliche Nebenbeschäftigung schulpflichtiger Kinder. 7. In Sandgräbereien in Bezug auf Einhaltung der Unchllverhütungsvorschristen beim Abbau. 8. Auf den Konfektionswerlstätten in Bezug auf Einhaltung der Kaiserlichen Verordnung vom 4. Juni 1904. — Lebens Mittelkontrolle. Eine Anzahl Lebensmittel- proben wurden entnommen und dem chem. Untersuchungs- amte hier übergeben. Ferner wurde eine größere Anzahl Milchrevisionen vorgenommen. Desgleichen wurden auf Grund der Polizei-Verordnung vom 27. Juni 1907 bcn hiesigen sowie teils auswärtigen Bäckern Revisionen des Brotes nach dem Gewicht vorgenommen. In verschiedenen Fällen wurden zu leicht befundene Brote beschlagnahmt und dem hiesigen Armenamte überwiesen. ** Tabaksteuer! Herr Reichstagsabg. Köhler- Langsdorf teilt uns von Berlin aus mit, daß die verbündeten Regierungen zurzeit in ernstliche Erwägungen ein «getreten sind über die Einführung einer neuen Tabak st euer, insbesondere eine Bauder ole n- ISteuer auch für billige Z i g a r r e n s o r t e n. : + Dirlammen, 22. Nov. Staatsanwalt Hetzel weilte gestern hier und stellte bezgl. des Ueb er s alles der Frau Döring Erhebungen an, die leider ein negatives Resultat hatten. Man war anfangs der Meinung, der Ueberfall sei fingiert oder auf eine Mißhandlung der crgeneu Verwandten zurückzuführen, mit denen Frau Düring nicht im besten Einvernehmen lebt. Die Erhebungen und Zeugenvernehmungen bestätigten jedoch die rohe Tat, der die Frau um ein Haar zum Opfer gefallen wäre' Änieeno saß der Täter aus seinenl Opfer und würgte es; er suchte erst das Weite, als Lehrer Wilhelm von Meiches vor ihm stand. Die Ueberfallene zeigt blutunter- laufene Stellen am Hals itnb im Gesicht, Beulen am Kopfe und mußte einige Tage das Bett hüten. Der Ver- dacht lenlt sich auf einen hier berüchtigten Handwerks- burichen, oesien Signalement wohl zutrifft, jedoch im Alter von derc gemachten Angaben abzuweichen scheint. _ ’** Lehrerp ersonalien. Uebertragen wurden den Lehrern Ludw. Jakobi zu Nieder-Florstadt und Eugen Rer n har d t zu Mühlheim, Lehrerstellen au der Gemeinde- schule zu Bürgel, dem Lehrer Jak. Huber zu Büdesheim Mr. Frredberg) eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Rreder-Erlenbach. 0 **. Feldbereinigung in Hochweisel. Der 3. Ausschuß der 2. Kammer beschäftigte sich gestern mit der Beschwerde des Heinrich Friedrich Winter zu Hoch- Weisel, betr. die Feldbereinigung daselbst. Der «Ausschuß erkennt die Beschwerde im weitesten Sinne als berechtigt an, sieht sich jedoch nach Lage der Verhältnisse «außer stände, einzugreifen. Die Regierung soll ersucht werden, die vorhandenen Mißstände, die leicht au§ der Welt zu schaffen sind, ohne dritte zu schädigen, zu beseitigen. h- Berlin, 23. Nov. In der Strafsache gegen Marimiliar Harden hat nunmehr das Landgericht Berlin! auf Wntim bcr ©taaisantoalticgaft beschlossen, das H a n p t v e r f a h r e i Ivr 1 9 u VS Nutzeren Stadtkommandanten vv! Berlin, Grafen Kuno Moltke, gemätz §§ 185, 186 des Str G N zu erofsnen. Die Strafkammer wird sich als erste Instanz' ü der Besetzung von o Richtern in nächster Zeit mit der Sach> zu befaßen haben. * . ® o U r?' Rov. Das Krieg sgericht verurteilt! 111 ^om 04. Infanterie-Regiment wegen fahr lagiger Strafvollstreccung, wodurch zwei Musketiere 8 Tage n lange in strengem Arrest gewesen waren, zu 3 Tagen Festungshast 2C3/ ^ov. Der Staatsanwalt von Altona uci k!C Sn-! wer vor einem ^ahre der E i s e n b a h n b e a m t e Gehrk a h r e n Zuchthaus verurteilt worden. Jetzt ist er aL Wlst^lfosthpt einer Irrenanstalt üb ergeben worden. § Grüningen, 22. Nov. Bei der am 2Q. d. M. Vorgenommenen G e m e i n d e r a t s w a h l brachte die neu Stundete „gtuitc" Fortschrittspartei 2 Kandidaten durch, namiia) oas alte Gemeinderatsmitglied Aoam Andreas ~1™TT7un‘) neues Gemeinderatsmitglied Christian Lei- X? toa6(renb die „schwarze" und „rote" Partei ein altev Gememoeratsmitglied Christian Karl Bender durch- orachten.^ Dre Siegesfeier bei der frisch gegründeten „grünen Parker itahm einen schönen Verlauf: die Teilnehmer verweilten bis zur Mitternachtsstunde bei Gesana und Konzert oer Musiker Gebrüder Bender und Wolff. Bei der schwarzen und roten Partei verlief der Abend ruhiger. 211 ®inen W anregenden Verlauf 1 f ? Ul m l u n g, dre gestern abend in Bellners Wirlschast hier stattfano. Auf Anregung unseres Bürqer- mersters harte nämlich die Landwirtschaftskammer den Zehrer an oer Landwirtschaftsschule zu Lich Dr. Franz beauftragt, hier einen Vortrag zu halten. Er sprach in klarer, überzeugender Weise über landwirtschaftliche Bodenbearbeitung und Futterbau und legte den Zahlreich anwesenden Landwirten dringend ans Her^ rur Erzrelung besserer. Erträge ihres Bodens mit der ganz unratwnellen Dreifelderwirtscha>t zu brechen. Im Ansmlun an den sehr eingehenden Vortrag, der allseitigen Beifall cn?c kurze Diskussion statt. Darauf empfahl ^..^^^noe noch den Besuch der landwirtschaftlichen ^^kerkAute zu Lrch, wie der Z'bochschulen des Kreises und der landwrrLschafLlicheu Haushaltungsschuren zu Lindheim und ^angelc. ** Landw. Berufsausbildung für Solda- eu. lieber den Antrag Köhler, die Regierung zu ersuchen, int Bundesrat dahin zu wirken,' daß für die Soldaten aus den landwirtschaftlichen Bezirken in den Garnisonen entsprechende landwirtschaftliche Unterrichtskurse erteilt werden, hat nach dem Bericht des Abg. Sensfelder die Negierung sich dahin geäußert, daß sie es ablehnen müsse, überhaupt sauf den Antrag Köhler einzugehen, da er sich jm ganz ungehörigen und ungerechtfertigten Vorwürfen gegen die deutschen Regierungen ergehe. Der Ausschuß schloß sich diesen Ausführungen im ällgemernen an und lehnte den Antrag ab im Hinblick auf die Konsecsuenzen, die sich daraus ergeben könntem Es wurde ausgeführt, daß bei Durchführung dieses Verlangens Köhlers auch jede andere Berufs^Ve^ tretung kommen und mit demselben Recht eine spezielle Weiterausbildung verlangen könnte. i JkoxR Erdbeben in Mittelasien. Der von bei ^^gr.-Ag. entsandte Spezialkvrrespvndent erreichte am von Karatag entfernt liegt, dorc, du Antrag auf Abänderung des Art. 86 des Volksschulaesekes * “2- ^ivv. Wie i)tC „Nat.-Ztg/^ mitteilt, schweb den HeMusgeber und Verleger der „Deutschen Reichs ^ocke ^.lired Mrchow und den Redakteur d'cs^s Blattes J-oachir Gehl; en ein Verfahren wegen versuchter Erpressung Di Ertzrmung ist gegen,den Dr. nteb. Magnus Hirschfeld a? bcs wisicma-aitlich humanit.-r n Komitees versuch tinSehf RerchSgwcte" hat bereits ihr Erscheint eingestellt. — Der Anarü-owzialrst Dr. Friede berg sollt sich durch eine Vorrede, die er zu der in dcr Schvciz erschienme Sozialdemokraten und Antimilitariner „Tas VÄerland der Reichen" verfaßt hat, bei E^.^o^ung zum H o ch v e r r a t schuldig gemacht haben. Bit bei „Vor.varts imtteUt, pat das Verfahren nach Schluß der Voruntcriuchung je^t bannt geendet, daß das Reichsgerichr ^vt6ung der ü n klage a b g e l e h n t, oas Verfahren ein» Utl^ 'C e Verfahrens der Staatstäge auser r t KleiucTageschronik. Der bei der Katastrophe auf der „Blücher" schwer ver eATJ tr°,e S°fn|infl QUS '-8anncn ist feinen Lletzunger L l l l y l II. . .®ine R-ntier« Vollmar in N eu ens ch leuf c Lei Stade ward, n ihrer Wohnung ermordet und beraubt aufgefunben ^ ö"gte am Kops^Vcrstümmelnngen. Alle Wert- und Go7d S&Sä'tta?" “* 'm»»»»»«««.».» ä'ä?urI Scart ist naa) Epenaa) gefallen. Aas grosse Los wurde ro kleineren und mittleren Eeschästsleuten gespielt. Da- Strafver,ahren gegen den Opernsänger ft t a n f n Ä. ,'L‘ «ÄÄ-te « «gtfttÄStt ft S3 eincn^Sdn^U ”, a unb T ‘ 6 1 5tol'lI)en Toulon und Pari! Le^'LNsW^'^s^lehten^age. tonnbTun'bü^ttentät“/b6t"’°»dc?e/Meldung ! I des Packwagens durch hLoltzchD^^"' 2tuifeI)e‘ Fahrt ^nach "llTwlwrk "in dieser^Woch- 'anmV si' bgrf feirnc ekrf“ In e 624 Meilen znrückgelegt. Schiff hat m dieser Zeül Die Gattin des belali „ Iabeth , geb. Herzogin vvii Bav-rn Algers, G 11* j taffen haben und nirfu ±,r ern'ihren Gatten ver-1 wird Ürantheit als Grund der Mweseük^it ono 'v°l,en. Ofstzicll | soll aber eine Ehcscheid n n a ""^geden. Tatsächlich liegen, bei der bi- ^rinz m "n?»t" der Möglichkeit zusehen fei. Gleichzeitig Lhf » Teil an-1 Thio,wechsel uon 20 Vlqiiarcücn, Motive aus der Umgegcnb Berlins, hat Fl.Z. Türte-Berlm ausgestellt. Ferner iverdcn Nadierungen von Wllh. Doms-Berlin und H. Volkert-München großes Interesse bei unseren Kiinslsreunden Hervorrufen. Weiter sind noch Koltektioiien von Jos. Hahn-Rlüncheu und F. Zeriker- Antwerpen ausgestellt. Stuti) Werke der Plastik, von Pros. Wiese-Berlin, hat die diesmalige Aiisstellung ailfziuveifen. iUorgen Sonntag ist die Ausstellung von 11 bis 3 Uhr un- unterbroeben geöffnet, an den Werktagen von 11 bis 1 Uhr. ** Aus dem Bureail des StadttHeaters. Auf zahlreiche Anfragen sei mitgeteilt, daß Schillers Tell im Abonnement nicht tviederholt wird. ** Wohltätigkeitskonzert. Er ist von uns gegangen vor einigen Jahren, der Mann mit bem warnien Herzen und dem reichen Gemüt; er, des f en -Kamen ich nicht zu nennen brauche, und den doch alle kennen • er, dessen Crichemen die, Augen so vieler Kleinen Heller und freudiger aufleuchten^ ließ, wenn er alljährlich in den letzten Wochen vor Weihnachten in die Schulhänser kam, um ganz im tdlcn sein menschenfreundliches Werk zn Beginnen, das Werk, oaS feine Vollendung und seinen schönsten Lohn fand, wenn oer Christbaum, im Lichterschein erstrahlte, und die kleinen Buben und Gräbchen freudestrahlend ihre Geschenke entgegennahm. Ja, er ist von uns gegangen. Aber geitorben ist er uns nicht; lebt doch fein Andenken noch fort in der Stiftung, die seinen Kamen trägt und noch einer beschrankten Anzahl von Be- )ürstigen alljährlich eine Weihnachtssreude bereitet; noch lebt ein Andenken fort in dem Gedächtnis so manches Gießener Kindes, das einst selbst diese oder jene Gabe aus des Heimgegangenen Hand empfangen, und das nicht begreifen kann, datz Weihnachten ihm jetzt weniger Freude bringen soll als damals. Und sein Andenken lebt auch fort in dem Herzen des ^inieitbcry dieser Zeilen, der dem Entschlafenen so manchnial äU5ff^an$. gmg, und zu dem dieser daher einst sagte: „Sie müssen mein Nachfolger werden". Leider fehlen ihm die Beziehungen, die jener hatte und die ihn in den Stand setzen würden, in bei)cwen Weise fortzuwirken wie jener es getan. Aber wird er bet euch, ihr vielen Schülerinnen und Schüler, ihr vielen jöctebrer des Heimgegangenen, taube Ohren finden, menn er mitcno euch zu ruft: „Seid ihr alte insgesamt seine Nachfolger?" Ach nein, dafür war die Saat viel zu edel und gut, die euer alter Lehrer in eure Herzen gepflanzt. Darum hat man es auch fronen Mutes gewagt, an die Vorbereitungen zu einer Jeier hcranzutreten, deren Reinertrag dazu bestimmt sein soll, ui dem Geiste eures Heimgegangenen Lehrers so manchem vllt *(n ^^sitrnidleln tn den Schoß zu legen, an dem sonst ue Weihnachtsireude acytlos vorüberhuschen würde. Und nicht nur geven sollt ihr, man wird euch auch Gaben spenden. Hte)ige und audtoäuige Künstlerinnen und Künstler, denen ihr fchon so manchesmal mit Entzücken gelauscht, werden ihre Kunst m ben ^teilst einer so schönen und guten Sache stellen: und wenn euch tn vollem Männerchor diese oder jene Eichendorfssck e ^cne entgegenfiingt, werdet ihr dankbar des vor 50 Jahren ins gesunkenen Sangers gedenken, der euch schon in eueren Kinderiahren durch euere Lehrerinnen und Lehrer so manche reine und erhebende Gabe hat ' spenden lassen. Werdet ihr am , 8. Dezember der Feier fern bleiben, die bem Andenien teuerer Entschlafener geioibmet unb der Nächften- loll? Ach nein, ihr werdet gern ein bereit haben und zeigen, daß ihr über eigener Weih- naaftöfreube biejentgen mcht vergeßt, für die das Schicksal auch tn diesen frohen.Tagen nur Sorge und Mangel übrig hat. ~ c i elf e n f n n b. Am 21. d. NUs. bemerkte ein Arbeiter am Mählwehr der Kinkel'schen Mühle einen in Zeltnngspapier eingeschlagenen Gegen)tand, der angeschrvemint rvar Gestern wurde das Paket geborgen und man sand darin bic -eiche eines neugeborenen Kindes. Die Leiche wiirde polizeilich beschlagnahint, und es ivird sich bei der heute stattsindendcn Sektion Herausstellen, ob ein Kindesmord vorliegt. Tränst «nd WSstenschaft. — Ans Mainz wird uns gefajTiebeit: Die Nase des Gralsritters. Bei der L o h> e u g r i n-Aufsührmrg im hiesigen Stadttl-eate-r erhielt in der Kampfszeue Herr Georg Becker aus Altenburg, der den Loheng rin darstellte, von Telramnnd, darge- s-ellt von Hernr Bürstinghaus, einen scharfen Schwertschlag auf die Nase, also daß Blut floß. Zum Glück fiel der Vorhang alsbald, so das; die Nase des Gralsritters bepflastert und für die Weitersührung der Nolle wiedcrhcrgestellt werden konnte. Bürstinghaus ist ein sehr großer Herr und eine Probe in der Kampsszcne hatte nicht stattgesunden, daraus mag das Vorkommnis erklären. — Ten Berliner Blättern zuiolge erhielt der Geh. Medizinalrat Proi. Dr. T o b o l d zu feinem 8 0. Geburtstage den Glückwunsch des Kaisers mit der Llitteilnng seiner Erhebung in den erblichen A d e l st a n d. Tie Kaiserin und andere Fürst- licksteilen gratulierten telegravhisch. Äießencr Wetterdienst! Voraussichtliche Witterung für Hessen am Sonntag den 24. November: Meist trüb. Geringer Schnee. Leichter Frost. Veränderliche Winde. OrißiiiahDra^hncUiiiigeik Stuttgart, 23. Nov. Der Nechisanwalt Friedrich Haußmann, Landtagsabg. für Gerabronn und früherer Reichstagsabgeordneter, ist im Alter von 50 Jahren gestorben. Wien, 23. Nov. Der österreichisch-ungarische Musiker-Verband beschloß in einer Versammlung, in den G e n e r a l st r e i k zu treten, falls die Verdrängung der Zivilmusiker durch die Militärkapellen nicht sofort eingestellt würde._____________ Grosse internationale ~ ~~ NiM-Mnw ______________kommt,_____________ jjimUlcyec ‘gut. “ Betr.: Umbau der Kreisstraße Gießen-Steinbach. Die Kreisstraße Gießen-Steinbuch ist für sämtliche Fuhr- ■ werke wieder fahrbar. Gießen, den 20. November 1907. ifhl Großherzogliches Kreisamt Gießen. T."~1 '____________I. V.: Langermann._______________ Bckannkmakynng. Nächsten Montag den 25. Novcmber 1907 bleibt s aus Aula st der Jeter des Geburtstages Sr. Kgl. Hoheit des ' Großherzogs das Ortsgericht Gießen geschlossen. Gießen, den 22. November 11)07. Großh. Ortsgericht Gießen. Gros. ^cmiuumtiüjuiin, Auf Grund des § 105 b II der Gewerbe - Ordnung ü wird den Kunst- und Handelsgärtnern am 21. November s ds. Js. der Verkauf von Blumen und Kränzen bis nachmittags 5 Uhr gestattet. Wir bringen dies zur öffentlichen Kenntnis der i Interessenten. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die B r a it • i gasse von heule an bis auf Werteres für den Fuhr- und Nad- t! sahrverkehr gesperrt. G r e ß e n , den 22. November 1907. Großherzoglrches Polizeiamt Gießen. Reinhart. 1 -------- ■ — ■ — ............. MWer MeliMaüjllieis Acherl. Gartenstrastc 2, Zimmer 2. können eingestellt werden: a. oei hiesigen Arbeitgebern: 1 Lauschtoner, 1 Friseur, 1 Schmied, 1 Glaser, 1 Schreiner, 1 Installateur, 1 Schuhmacher, 1 Kutscher, 1 Fttckfrau, 1 Lansmab- chen, 2 Putzfrauen, 4 Tabatemriupermueu. Lehrlinge: 1 Buchbinder gegen Vergütung, 1 Friseur, ein Kaufmann, 1 Schmied, 1 Schreiner. b. bei auswärtigen Arbeitgebern: 2 Installateure, 2 Schmiede, 1 Schneider, 1 Sattler und Tapezier, 1 Schuhmacher, 1 Dienstmädchen. Es mchcn 'Jirbcit: B1Z3/n 1 Wagner, 2 Schreiner, 1 Weißbinder, 8 Arbeiter, 1 Installateur, 3 Hausburfchen, 1 Fahrbursche, 2 Auslauser, 1 landw. Llrbeiter, 1 Fttckfrau, 2 Putz- und Waschfrauen, 4 Launrauen, 2 Laup madchcn, 2 Schreioer. Lehrlinge: 1 Kaufmann._____________________________________ G-kanutmachnna. Der Voranschlag der Gemeinde Niuschenheim für das Rechnungsjahr 1908 liegt vom 21. d. Mts. ab acht Tage lang auf dem Bürgermeisterel-Bureau zur Einsicht der Beteiligten offen. 7273 Muschenheim, den 16. November 1907. Großh. Bürgermeisterei Mchcheuheim. B e ck e r. r —-- Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Kesselbach für das Rechnungsjahr 1908 liegt vom 21. d. Mts. acht Tage lang auf dem Bürgermeisterel-Bureau zur Einsicht der Beteiligten offen. 7274 Kesselbach, den 16. November 1907. Großh. Bürgermeisterei Kesselbach. ) Stein. ■ Bekanntmachung. Der Voranschlag dec Gemeinde Trats-Horloff pro 1908 1 liegt vom 26. d. Nits, an 8 Tage lang auf deut Bürgermeisterei-Bureau zur Einsicht der Interessenten offen. Trais-Horloff, den 22. November 1907. Gro^h. Bürgermeisterei Trais-Horloff. Bornmann. 7276 Krikgerv kki« Sichi^ Frier dcs Allerhöchsten Geburtstages । Sr. Königlichen Hoheit des Grotzherzogs ! Montag, 25. November l. I., von abends S1^ Uhr t pb bei Kamerad Sauer (Neustadl). v’3/11 i Statt besonderer Anzeige, 4 8 «Uacob ensrst 7281 Olroste -7-3 Gießen, den 22. November 1907. Beerdigung findet Sonntag, den 24. November, nachmittags 33/4 Uhr der Kapelle des alten Friedhofes auS statt. 05964 ■3 35^ K Partie [7271 hoses aus statt. 108962 mittags 3 Uhr, in Wißmar statt. 7269 chueiDev Wilhelm geziemend in Kenntnis zu setzen. D^/h Eigene Werkstätte. Billige Preise. Telephon 441. Telephon 441. 35 Bahnhofstrasse 35. a*/s Achtung! Achtung t Die von r Im Namen der Hinterbliebenen Familie Heibeiing. Die Beerdigung findet Montag, den 25. ds, Mts., nachmiitags 4 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, untere Mitglieder von dem Ableben unseres Kameraden, Herrn Die Beerdigung findet morgen Sonntag, 24. Nov. nachm. 4 Uhr in Krofdorf statt. Wir bitten unsere Mtt- glieber um zahlreiche Beteiligung. Der Vorstand. königll Hegemeister zu Krofdorf, Kombattant 1870/71 im Rhem. Jäger-Bataillon Nr. 8 A. Grünebaum Iflöbelmogair.in empfiehlt es sich mein großes Lager in Möbeln, Ketten, Polsterwaren --------------- zu besichtigen. ===== Uebemahme kompl. Wohnungs-llinrlchhingen von der einfachsten bis zur elegantesten Ausführung. 2 Pferde und eine Wirtfchastsmobttiar, versteigert werben. im kaum vollendeten 54. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen Giessen, (Lieber str. 57) Wiesbaden, Homburg v. d. H, den 22. November 1907. 7283 Todes-Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unseren lieben Sohn und Bruder Mein rieh Geisel, Kellner nach langem Leiden im 18. Lebensjahre zu sich zu rufen, was wir Verwandten, Freunden und Bekannten mit der Bitte um stille Teilnahme anzeigen. Gießen (Walltorstr. 8), den 20. November 1907. Die Beerdigung finbet Sonntag, den 24. November 1907, nachmittags 3’/2 Uhr von der Kapelle des neuen Fried- Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres Mitgliedes <7akob Slengst geziemend in Kenntnis zu setzen und bitten um zahlreiche Beteiligung bei der am Montag uachmitlag 4 Uhr ftalt- findenden Beerdigung. 172851 er Voruaud. Nach schwerem Leiden entschlief heute Nacht sanft mein innigst geliebter Mann, unser teurer Vater, Schwiegervater Grossvater, Schwager und Onkel Herr Handschuhfabrikant G e ni m eifer, Psartdmeister. ymc Waich- u. f>ii rl- Anstalt, Hünermnnd, Wolken gasse 19. Hotel- und Leibwäsche uei billiger Berechnung.__ 089971 Feine Haimriciibäbnc billig zu verkamen. Wolteiigafse 19. 08984 Todes-Anzeige. Heute morgen verschieb unser lieber Gatte, Vater, Sohn, Bruber unb Swwager MsaH filittenclorf Bahnsteigschaffncr im Alter von 37 Jahren. Drc trauernden Hinterbliebenen. Wißmar, beit 21. November 1907. Die Beerdigung finbet Sonntag, ben 24. b. Mts., nach- Todos-JLnseig*® Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere innigstgeliebte, unvcr geßliche Niutler, Großmutter und Urgroßmutter Frau Eite® FreBS®gWtw nach kurzem Leiden heute im Alter von 74 Jahren zu sich zu rufen. Aling. Mmu-Kemn Am 22. ds. Mts. starb unser langjähriges Mitglied I. Hengst Hanoschuhfabrikaut. Wir bitten um Beteiligung bei der Beerdigung, welche stailfiiibet am Montag dem 25. bs. NltS., nachm. 4 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofes aus. V Der Vorstand Versieigermw.^ Montag, beit 25. b. MtS^ nachm. '.VI, Uhr, versteigere ich dahier, Walktorstrastc 6, iDarm, stäbter Haus): . 1.180 F laschen verschieb.Werne, 272 Flaschen Scltcrswasser, 1 Gasherd; 2.3 Pferbe, 1 Oekonomiervagen 1 Warenschrank, 6 Hemden, 2 Paar Hosen, 4 Jacken, 1 Nähmaschine, 1 Büffet, 1 Regulator, 1 Partie Schuh waren u. v. LL zwangsweise gegen Barzahlung Versteigerung ad. 1 finbet bestimmt, ad. 2 teilweise statt. Gießen, ben 23. Nov. 1907. Seipel, Gerichtsvollzieher. Versteigerung. Donnerstag, ben 28. Nov. l. Js., nachmittags 4 Uhr, sollen im siabttschen Psanblokale, Seltcrswcg 11, dahier: 1 Klavier, 1 Schreibtisch, vier Sofa s, 1 Kasfenfmrailk, 4 neue Pserbegefchirre, mehr, eichene Stämme gefchnitten m Bohlen, Wo spielt bas schönste Jnstimment mit seinen neuesten Einlagen unb GoupletS'? — 9iur im Marktplatz 20. Heinrich Jung. Ksllkllls-DlrüchkrllüLrli. Montag ».Dienstag,DonncrA tag und J-rettag naumer Woche, jeoesmal vorm. 10V2 uor, kommen zu Allendorj a. Lda. die löiautr wartlscheu Waren-Borräle zu: Berueigerung, als: Spezerei-, rrmmlle-, Glas-, Por- zellaii-, (Aiien=, Spiet- u. Färb- waren, insbesondere: Stafiee- ReiS, Gerne, Graupen, Grbien, Bohnen, Linsen, wiener unb sonstige Verbrauchs- u. Gewürz- Artikel, ferner: Gljen-, Gmallle« Kroppen, Kaffee - .Stellet unb Kannen, Salz- u. Mehttonneii, Tiegel, Deckel, Piannen, Bügel- cifeu, Sailittschupe, Biehcetten, Sensen, Achfen,Hemmschrauben, Mühl- u. and. Stahl, Drahtstifte, geschuiieoeLe u. .‘yuniu.qel, Holz-, Maichlnen-, Schlag- und Fag- fchrauben, Fetten-, Beitel, Hobel, Boprer, <^i|chöanber,Ackerteineu Biubfadeu, Welg- unb r-lotwem, Messer und Gabeln, Mainnte, Hoienträger, Portemonnaies, Pleisen, Spazierstbcke u. v. A. Ij. AltholT, KpliMrSoerwalter. Amn Hoienfest empfehle Kränzen. Kreuze in verfchiebenen Ausfühmnget bei großer Auswahl zu billigem Preisen. [7203 ¥^1^. .äGSsb*, i./Fr. Bal. Maser Ww., , Hanbelsgärtnerei,WlesederrveglO vlahe deS neuen Friedhases. : Guig. Bäckerei in einem Laubsläbtchen Ober- Hesse uS tBahnsiatlaul per ersten Januar eveut. Februar 1908 511 verpachten. Schristl. ^'.uaebvte unter 08983 an ben Gieß. Anz. erbeten. MM Hcnte Nindsleisch 55 Pfg. B—/iX Zum Totenfest empfehle alle Sorten M.-L'AZLAd, sowie Erika u. Ebrifanthemum' Blumen zu billig.n Preisen. llieShdsLartilcrki Cariystt Licherftraße 7, am alten Friebhof. 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