haft Ass p >ohnung bestridel ite an itrasseti cii ‘ Dam. Schneller rhündler Vlü. ssen °Kr- 50495 1 *n ii« Buk. 8r. Bielefeld. tfa*» iSSSyya, u§. äSmin? sSS Milin ssen ner Brauerei sui Mtebenb ober nL °"^udoliMosst, iss-. ts,ilömicuMädl,cn _ >n tiirjev titn ^ DasM wird auch Meinangen. [01915 licr.Aüemeg^il, Geld! :gctvandte Herrcu lvenn sie den provi- Kerkaus von ersi- irrädern an 'Münte, lahluna, übernehmen eit belieben Oss. mit r Serbältnine unter :r GejchäitSnelle des i- niederzulegen. [b1! ■ )djen, vorgeschritienk rin, roünidjt sich all i auszubilden ml gen Dauie weilen Mriß nd;m?n. ” bsoorar-ilnsprüchen an Haaicnstcm L >„ (Sieben erben. ilt Nachhilfe in to anasiaiiächcrn. Düngen unter U1M : Anzeiger erbeten. eiricur, Hündin, aus SÄS KLNL. । SMSttig: 1 Konzeü jtttii 'KÄM ja },0AUIn 30. lt’ Dcr 23 März 1907 157. Jahrgang Viertes Blatt Nr. 70 GWner Anzeiger General-Anzeiger für Vberhcffen Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UnwersnätS • Buch- und Ereindrnckerei, DL bange Gießen. Redaktion. Exvedttion und Druckerei- Sfdul- fhaBc ?. (ixoeöition und Verlag t>L Redalnonis^ 112. ieL-Ulbi- An-elperG'eßen. Lrfchetnl tSgllch mü Ausnahme des Sonntag«. Tie „Elehener Zamillendlätter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das „Krdiblatl silr den Kreis Sietzen" zweimal wöchenUich. Ter „k.efstfche Landwirt" erscheint monatlich einmal. Die Kstelfuhrt des IürNeu ZLütow, Die .Franks. Ztg.' meldete auS Berlin: Die Abreise deS Reichskanzler nach Rapallo, die in der Nacht vom 23. aus den 24. März erfolgen sollte, sei wegen Unwohlseins bc8 Fürsten Bütow um einige Tage verschoben worden. Nach Informationen der »Voss. Ztg.' ist diese 'Meldung unzutreffend. Fürst Bülow befinde sich beim besten Wohlsein und habe am Freitag ■ eine Reihe Konferenzen abgebalten. Hs liege in seinem Gesundheitszustand keinerlei Anlaß, die geplante R-lse aufzuschiebcn. demnach wird also Fürst Bülow wohl auch diesmal, wie alljährlich zum Osterfeste, mit seiner Gattin deren Heimatlande einen Besuch abstatten und, wie in früheren Jahren, wird auch bei der diesmaligen Ostcrsahrt die Politik nicht völlig ausgeschaltet sein. Es hat sich hinter den Kulissen der internationalen Politik in den letzten Monaten unter Bete», krgung Italiens so Bedeutsames abgespielt, daß eine Kan- fcrenz zwischen dem leitenden deutschen StaatSmanne und Mm italien'schcn Minister des Aeußcren zeitgemäß erscheint. Vermutlich hat Fürst Bülow selbst den Wunsch nach einer Begegnung mit Tutoni zum Ausdruck gebracht, um in der Reichstagsdebatte über die ausivärtige Politik, die beim Etat deS Reichskanzlers oder deS Auswärtigen Amtes zu gewärtigen ist, seine Darlegung über die internationale Lage auf per- sönliche Informationen und Eindrücke stützen zu können. Seil den Besprechungen deS Staatssekretärs v. Tfchirschky mit Tittoni tm Herbst v. IS. ist eS zwischen Italien und Lng.l.and zu einer förmlichen Vereinbarung gekommen, derzusolge, wie eS heißt, beide Staaten bei jedem Zwischenfall im Mittel m e er oder im Orient gerne infam vorzugchen hätten. ES soll sogar ein OpcrationSplan zur See vereinbart jem. Gegen solche .Extratour' JtattenS wäre ja nun vorn Standpunkt deS Dreibundes kein schweres Bedenken geltend zu machen, wenn sie als ausschließlich zu dem Zwecke der Sicherung von Italien« Nlittelmeer-Jnteresien arrangiert gelten könnt«. Es fällt indessen schiver, in dein italienisch-englischen Abkommen nicht auch ein Glied in der Kette von Bestrebungen zu sehen, die auf Vereinzelung Deutschlands abzielen. Cb da« Abkommen veröffentlicht werden wird, will zweifelhaft erscheinen. Sollte eS der Fall sein, dann bliebe immer noch die Frage offen, ob nicht England auf dem Wege der Geheimklausel sich eine Brücke geschlagen hat zu seinem Abkommen mit Rußland, von dem dec Oessent- lichkeit gegenüber mit nicht ganz unverdächtiger Geflissentlich- keil behauptet wird, eS beziehe sich nur auf asiatische Fragen. Kleinasien gehört auch zu Asien und an der Orientpolitik sind die Großinüchte Europas lebhaft interessiert. Hier liegt wohl überhaupt der KreiizungSpunkt der international-politischen Strömungen. Die Diplomaten sind umso eifriger an der Arbeit, je kritischer die Wendung im Befinden deS Sultans, deS Freundes DeiitschlandS, sich anläßt. 3)1 an trifft alle Vorbereitungen für die beim Ableben Abdul HamidS zu erwartenden Verwicklungen, oder richtiger, man arbeitet auf solche ^Unstimmigkeiten^ in dem Sinne hin, daß versucht wird, die naturgemäße Interessen» gemeinschaft der Ostmächte Rußland, Oeslerrcich-Ungarn und Deutschland zu sprengen durch Verständigung zwischen Eng- land und Rußland über die vorderasiatische Politik. Ob dieses Manöver zu dem gewünschten Ziele führt, wird ab- hängen von dep Geschicklichkeit der deutschen Diplomatie und von der Einsicht des russischen Ministers deS Aeußeren von Iswolsky. Er hat sich bisher eigentlich nur insofern als Staatsmann erwiesen, als eS ihm gelungen ist, über feine Politik die Welt im unklaren zu lassen. So zuverlässig deutschfreundlich ist er jedenfalls nicht, wie der österr.-ung Minister o. Aehrenthal, wenn auch s. Zt. verlautete, es sei zwischen den Ollinächten ein Einvernehmen Über die zukünftige Orientpolitik erzielt worden. Sollte es den diplomatischen Tausendkünitlern an der Themse in der Tat gelingen, Rußland an die Koalition der West Mächte a n z u g l i.e d e rn, bann würde Deutschland sich im Orient einer Uebermacht gegenübcrsehen, die, zumal bei einem Thronwechsel am Gol- denen Horn, die deutschen Interessen in arge Be- d-rängnis bringen könnte. Fürst Büloiv nennt den italienischen Minister Tittoni Freund; an der Themse würdigt man in ihm vorzugsweise den Politiker, unter dessen eifriger Mitwirkung das englisch, italienische Mittelmeer-Abkommen perfekt wurde. Wenn ein Staatsmann über die Kalküls der internationalen Diplomatie Aufschluß zu geben vermag, bann gewiß Tittoni. Im Interesse seines Landes aber liegt es auch, die Zugehörigkeit zum Dreibund und die daraus sich ergebenden Konsequenzen zur Geltung kommen zu lassen. Darum darf man wohl von der Unterredung des Fürsten Bülow mit Tittoni einen besonderen politischen Wert erwarten. Ter Kanzler ist längere „Seit nicht im AuSlande gewesen, zudem mußte im Winterhalbjahr sein Augenmerk in der Hauptsache auf die innere Politik, den Wahlkampf u. s. w. gerichtet sein. Grund genug also für die Osterfahrt nach Italien, die ihm ermöglicht, die politischen Tinge besser zu überschauen und im Gespräche mit einem über den internationalen Werdegang bestens informierten Staatsmann das eigene Urteil und die Vorsicht des Diplomaten zu schärfen. e Kurz vor Schluß der Redaktion ging uns nachstehende Meldung zu: Wie. die Beck. Morgenpost aus guter Quelle ersähet, hat Fürst Büloiv seine Abreise nach Rapallo von heule auf morgen verschoben, weil die S lud t-Krise zur Lösung gebrachi iverden sott. Ter Slultusinmiiter luiib schon m den n ä ch ft e n Tagen gehen. Sein Nachfolger ist bereits in feste Aussichi genommen. politische Lagesscha«. Tie Polizei im Reichstage. Ta« Einschreiten gegen die sozialdemokratische Fraktion, zu deren Sitzung im Reichstage eine, allerdings recht beträchtliche Anzahl sozialdemokratischer Redakteure hin» zugezogen war, stellt sich immer mehr als em selbständiger, übereilter Schritt der Berliner politischen Polizei heraus, Nachdem auf Ersuchen des Grafen Stolberg der "Reichskanzler Erhebungen angeordnet hatte, ist festgestelli worden, daß weder der Minister des Innern, noch der Justiz- Minister, sogar nicht einmal die Staatsanwaltschaft etwas von den Absichten der Polizei wußten. Auch der Polizei- Präsident von Borres hat von der Absicht, die Staatsanwalt- schast anzurufen, erst Whtteilung erhalten, nachdem die polst. Polizei schon die ersten Schritte getan hatte. Es ist in der Tat zweifelhaft, ob nach unserem Vereins- und Versamm- lungsrcchte, das ja in der Tat einer durchgreifenden Reforni dringend bedarf, JrakticnSsitzungen unter Hinzuziehung anderer Persönlichkeiten zu politischen Zwecken nn Reichstagsgebäude Itallfinöcn dürfen. Soviel aber steht fest, daß dies eine alle Gepflogenheit sämtlicher Parteien ist, die bisher niemals be- anstandet wurde. Daher liegt es auch, wie einer unserer Berliner Mitarbeiter hört, der Regierung fern, ein derartiges Vorgehen gegen irgend eine beliebige Partei zu billigen. Weil aber die Angelegenheit angeschnitten ist, soll trotzdem eine definitive Entscheidung herbeigeführt werden. Lader Reichstag einmütig dafür eintreten dürfte, die bisherige Ge- pflogcnbeit zu einem Stecht zu erheben, wird die Regierung diesem Beschluß wohl zi'stimmen, besonders, da sie der prall. Ausführung bisher keinerlei Hindernisse m den Weg gelegt hat. ES dürfte bei dieser Gelegenheit auch endgültig über die Befugnisse der Polizei im ReichSwge entschieden werden. Bekanntlich dürfen überall — die Fürficnschlösser sind hierbei nicht ausgenommen — Haussuchungen abgehallen werden, nur nicht m den Botschaften und Gesandtschaften fremder Staaten. Die Würde des Reichstags lehnt dies ab. Trotz allem dürsten die hierüber zu führenden Verhandlungen in aller Ruhe und Emiracht zu einem allgemein befriedigenden Resultat gebracht werden. * Rücktritt deS Staatssekretärs von Tirpih? Man fd/rcibt uns aus Berlin: „Nach Ostern ist eine ungewöhnlich große Anzahl von Beförderungen im Offizier- und Unterosiizi er Korps der Marine zu erwarten, die namentlidj den Korvettenkapitänen und dem Ataschrnenrngenreurwrps zugute kommen wird. Gleichzeitig aber steht iebt fest, daß Admival von Lirpitz nod) .vor den Hunds- tagen seinen Posten jüngeren Händen übergeoen und das Staats- sekretariat der Marine niederlcgen wird. Der Kaiser hat bei einer mehr als halbstündigen Unterredung mit dem sranzös. Marine- attadjö Konteradmiral de Fauque de Jonguiöres, der ihm verschiedene Einzelheiten über die Katastrophe der „Jena" mitteilte und den Tank l*:r französischen Negi-r.'ng für die bewiesene Sympathie ausdruckte, den bevorstehenden Wechsel im Marme-- ministeriuln gLslreift. Im Lause des Gesprächs erwähnte der Kaiser auch die häufigen Angriffe eines Teils der französischen Presse gegen den Marineminlster Pelletan und meinte, es wäre sein Unrecht, von einem NichtfadMann (Pelletan ist Zivilist) organisatorische Taten zu erwarten, an denen selbst Sachverständige leid# scheitern könnten." Dagegen lesen wir in der „Deutschen Tagesztg.": Heute wird uns bestätigt, daß, obpefeben ioon dem Kultusminister, kein preußischer Minister und kein Staatssekretär im Reiche zur Zeit ldaran denkt, aus seinem Amte zu scheiden, und daß auch an den maßgebenden Stellen keinerlei Neigung obwaltete, irgend welchen Amtswechsel in den Ministerien und Staatssekretariaten herbeizuführen. Meinugsverschiedenheitcn über grundsätzliche und bedeutende Angelegenheiten waUen weder im Ministerium, noch in der Reichvregierung ob. Was aber den Kultusminister anlangt, so steht sein Entschluß, nach dem Schlüsse des Landtags aus dem Amte zu scheiden, schon seit geraumer Zeit fest. Eine deutsche Weltausstellung. Don mehreren hervorragenden Persönlid>keiten der politischen Welt wie iiiduftrieller Kreise wird augenblicklich eifrig für eine kühne Idee Propaganda gemacht. Es handelt sich um den Vorschlag, im Jahre 19 13, in dem voraussichtlich Kaiser Wilhelm II. sein 25jähriges Regierungsjubiläum feiern wird, in-Berlin eine Weltausstellung zu veranstalten. Es ist ein eigenartiger Fall, daß gerade das Land, welches in industrieller und technischer Hinsicht wohl die erste Stelle einnimmt, dessen verschiedene Fabrikationszweige auf fremden Ausstellungen stets höd>ste Anerkennung fanden, und alle anderen Konkurrenten weit überflügelte, noch niemals eine Weltausstellung gesehen hat. Und bod) lag nichts näher, als auch die- jenigen Staaten, wo man stets bei den Ausstellungen die bereitwilligste Ausnahme gefunben, auch einmal äu uns zu Gaste zu laden und sich für Die erwiesenen Ausmerksamkeiten erkenntlich zu zeigen. Allerdings ist der Plan schon mehrfach ventlliert worden, aber immer ist man aus allerhand Bedenken zurückgetreten. Man hat Weltausstellungen gesehen, in Städten, deren Umfang und Lage wie beispielsweise St. Louis in feiner Weise geeignet erschienen, ein derartiges Unternehmen in ihren Mauern zu bergen, aber energische Schaffenslust machte das ©djroierige zur Tatsache und die Erfolge blieben nicht aus. Allerdings ist man verschiedentlich ausstellungsmüde, zumal die Beschickung der Ausstellungen oft nicht den erwarteten materiellen Erfolg für die beteiligten Firmen gebracht hat. Aber bis 1913 ist noch eine lange Reihe von Jahren, während deren man sich von weiteren größeren Ausstellungen fernhalten kann, um alle Kraft für eine große beutfdje Weltausstellung zu konzentrieren. Es muß nun einmal weniger der materielle als der ideale Vorteil bei einem derartigen Vorhaben in den Vordergrund treten. Man opfert nickst hohe Summen für einen friedlichen Zweck, wenn man zur selben Zeit kriegerische Nebenabsichten erfolgt. Dann aber ist es Ausgabe der Ausstellungen, die Völker einander näher zu bringen, was Allerdings keineswegs immer statt hat; aber man hat dock) wertvolle Gelegenheit, die beiderseitigen Einrichtungen zu studieren und aus ihnen zu lernen. In letzteren liegt em praktischer Nutzen eines solchen Unternehmens, zumal bet einer Weltausstellung aiuf deutschem Boden weite Kreise m die Lage tarnen, die Errungenschasien des Auslanoes sich anzusehen, wahrend nur wenige eine Wellausstellung im Auslande besuchen können. Daß aber das Ausland bei einer deutschen Weltausstellung wegbleiben sollte, ist kaum anzunehmen, denn aua> autzer- halb der schwarzweißroten Grenzpfähle rcgi sich die wirtschaftliche Expansion und man wäre dort sehr erfreut,, für gcioine Produkte in Deutschland Absatz $u finden, linier bi Jen Gc i ich-S- punften wäre es in hohem Platze zu begrüßen, wenn das Pro- jetzt sich verwirklich: und in der deutschen Jiidnstrie den Anklang fände, den es in jeder Weise verdient. NeucS auS Rußland. Aus bet Reichsüuma. Petersburg, 22. März. Die Debatte über die Bildung dcrtzHülsskommission zur Abwehr der Hungersnot wird ausgenommen. Rodltichew erklärt: Der Minister Stolypin hat versprochen, das Ucbcl der Hungersnot zu befeilißcn, aber jem Versprechen nicht gehalten, jetzt ist es an dec Duma, alle Anstrengungen zu machen, um tue Regierung zur Verwirklichung ihrer guten Absichten zu zivingen, ztt denen sie sich hier im Hause bekannt hat. Alle anderen Redner greisen die Regierung an und verlangen, daß eine Kommission dec Dilina nach den Hiingergedieten geschickt werde, um dem Volke die Augen zu offnen über die unheilvolle Politik dec Regierung. ßuni Schluß der Debatte gibt der "Ministerpräsident zu, daß die Gesetzgebung über die Organisation des Hllssdicnsies jur Bekämpfung dec Hungersnot mangelhast ist und erklärt sich bereit, bezüglich dieser Hüljeketstung jede geivünschte Auskunst zti erteilen. Wiit dem Antrag RodisichewS sei die Regierung voll und ganz einverstanden. Dann wird dec Antrag iKo* ditschcws angenommen. * Eine furchtbare Katastrophe wird auS Odessa gemeldet: Während emer WohltätigkeitS- Vorslcllung im Saale des Hotels St. Petersboiirg, in dem die Feerie „Schneestockeii" atifgesuhrt wurde, worin Kinder tm Alter von etwa 10 Jahren mitwirkten, singen plötzlich die Watt es lock en an einem dec Kinder Feue c. In wenigen Augenblicken war die ganze Bühne ein Feuermeer. Unter den Zuschauern brach eine furcht- va re Panik aus. Es spielten sich erschütternde Szenen ab. Lte Kinder schrieen hetzzerbrechend um Hülfe. Alles Halle den Kopf verloren, 9 Kinder verbrannten, 10 sind schwer verletzt. Einige Niütter sind vor Schreck wahnsinnig geworben. In Warschau trafen drei Terroristen mit einer Polizei-Patrouille zusammen, auf die sie zwei Revolverschilste abfeuerten. AIS die Polizisten ihnen nachjagten, gab m der Altstadt ein elegant gekleideter junger Llaun mehrere Schüsse auf die Verfolger ab und löteten dadurch einen unbeteiligten Geclchtsbeamlen, der grade vorübecgtng, dann erschoß er sich selbst._____________________________________ Die antisemitische» Bauernuuruhcn in Rumänien. Aus Slumänicn kommt heute die Meldung, daß die Bauern jetzt anfangen, auch gegen die christlichen Gutsbesitzeü vvrzugeheu. D^s u>aUi3 des Fürsten Eautacuzeira wurde bcnwacit Die Besitzung des Fürilen Ehika wird ivmi Bauern belagert. Tas Gut des Füriten Eapri wurde zerilört. Die chriplichen Guts^ bcsitzer Haden sick> letzt gleicht'acks an den Mini,terpch,.deuten umj lajleunigen Schutz gewender und vergangen auch die (jaiLernung des Praieltm Busescu, der die Unruhen herb.igefüt,rt haben io.L In Baku fand ein Kampf zwischen Soloaten utw Bauern statt, wobei angeblich 14 Bauern erschossen wurden. 4GOO Bauern bedrohen die Stadt Verlad, werden aoer am Eiiwriugen durch Truppen verhindert. Aus Seeth wird telegraphiert: Tie Puchlurig des Ephra im Fischer wurde von Bauern angegriffen. Auf einem Meier- l)of wurde vaiidUlisch gehaust und Der Weinkeller erstürmt, wo sich die Diene^schajt und die Anareijenden schwer, bezechten. Die Ortschaft Totmva wurde von 300 Bauern vollständig ein* geäschert. Am Mittwoch versuchten 500 Bauern in Mihailenv einzudringen. Militär trat ihnen entgegen, doch wagten die lomman- di.r.nden L Pfaüre niajt, energ.sch gegen d.e Ausrül/rer vorzugehen, da sie den ll.lgehvrsaiu ihrer ^olbaten fücdjteten. Als die Bauern mehrere Soldaten verwundet hatten, gaben diese phne Be,ehL Feuer. 12 Bauern wurden getötet, 4 schwer verwundet. In Vaslui sanden furajtbarc Exzesse statt. Die Ausrührer plünderten und verwüsteten die ganze Ortschasr. Herancüclendes lUiilitär machte von der Waffe Gebrauch. 10 Bauern mürben erschossen und 5 mit Bajonettstichen durckchohrt. Deutsche» Reich. Berlin, 22. März. Wie bas „B. T." vernimmt, hat Kolonialbirektor Dernburg seinen afrikanischen R e i, e- plan in ,cljr wesentlichen Punkten umgestaltet. Er wirb Südwestafrika besuchen, ohn egrößere Uieijebegkitung. Er wird sich voraussichllia) am 20. Mai in Lissabon einichifsen und zunächst nur mit einem Begleiter in Swakopmund an Land gehen. Von dorr aus wird er nach Ottawi fahren, sich dann nach Luderitzbucht wenden und dort das Schiff nach Kapstadt besteigen. Von Kapstadt gedenkt er mit der Bahn Lorenzo-Marquez zu erreichen Erst in Tar-es-Salarn wird er mit oen Reg'egeuossen zusainrnentresfen, die mit ihm Ostafrika bereisen «ollen. Gemeinsam mit ihnen wird er mit der llysandabahn die llyanza- jeen aussuchen und dann durch das Kilirnandscharo-Gebiet nach Lar-es-Salarn zurückkehren. Festlichkeiten und Empfänge soll sich der Kolonialdirektvr dringend verbeten haben. Gerüchtweise verlautet, daß Dernburg auf feiner Afrikareise Dr. Karl Peters begegnen werde, der sich ihai dann eventuell anschlicßen werde. Elberfeld, 22. März. Um eine dauernde Verständigung aller Liberalen in (Siberfeib herbeizufühcen, jft zwischen den Vereinen der Nationalliberalen und dec Freisinnigen Volkspartei eine Vereinbarung ge* troiien worden, wonach die beibecseicigen Organisationen, uu- beschadct ihrer sonstigen Programmvunkte, bei den Wahlen möglichst S) a n b in Land gehen sollen. Altenburg, 22. Marz. Bei den L a n d t a g s w a h l e n im Herzogtum siegte der Bund der Landwirte mit seiner Kandidatenliste auf der ganzen Linie. Karlsruhe, 22. März. Das Ministerium für Eisenbahnen hat angeordnet, baß die badischen Bahnhofs- b u ch h ä n d l e r den „S i m p l i z i s s i m u s" nicht mehr zum Verkaufe anbieten dürfen. Ansbach, 22. März. Abg. Dr. Heim, der bekannte 1 bayrische Zentrumssührer, der hier bisher Reallehrer war, ist in Iben Ruhestand versetzt worden. München, SS. MSrz. Die Münchener „Allgem. Leitung, die fetzt von Scherl „gepachtet worden ist, soll sich nach der „Germania" unter dem alten Verlage ein Gcsamt- befizit von 500000 Mk. zuyezogen haben. Aus Stadt und Land. Gießen, 23. März. * • Aus dem Militär-Wochenblatt, v. Besser, Oberst und Kommandeur des Lcibgacde-Jnf.-Regis. (1. Großh. Hess.) Nr. 115, mit der Führung der 42. Jnf.-Brig. beauftragt. v. Hutier, Oberst und Chef des Generalstabs des ö. Armeekorps, zum Kommandeur des Leibgaide-Jnf.-Regts. (1. Großh. Hess.) Nr. 115 ernannt, v. Werder, Oberst und Kommandeur der 25. Kav.-Brigade (Großh. Hess.) zum Gen.-Major befördert. Buhtz, Oberlt. im Jnf.-Rcgt. Graf Schwerin (3. Pomm.) Nr. 14, in das Inf.-Negt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Vir. 116 versetzt. Goedicke, Lt. im Jnf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Großh. Hess.) Nr. 116, kommandiert zur Dienstleistung beim Fel art.-Negt. Prinzregenl Luitpold von Bayern (Nlagdcburg) 9ir. 4, in dieses Regiment versetzt. • * Aufgabe der Zulassung zur Rechtsanwalt- schäft. Der am Landgericht dec Provinz Rheinhessen zugelassen gewesene Rechtsanwalt Dr. Nathan Stein hat die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft, mit Wirkung vom 1. Oktober 1Ö06 an, aufgegcben. H Der Fall Pennrich. Wie man uns mitteilt, hat Abg. Pennrich gegen den seitherigen Besitzer der ,Mittelrh. Volksztg.* Eriist Steinhäuser durch Rechtsanwalt Justizrat Dr. Schmitt eine Beleidigungsklage gestellt, so daß eine völlige Aufklärung des von uns erwähnten Aufsehen erregenden Falles zu erwarten ist. ” Aus d e m Bureau d e S S t a d t t h e a t e r s. Mit einem ernsten Akkord wird morgen, dem Charakter des Tages entsprechend, die Spielzeit ausklingen. Hebbels „Maria Magdalene" wird als letzte Vorstellung im alten HauS in Szene gehen. Die Besetzung der Hauptrollen mit den Herren Bakof, Kraus, Kober, Kost und Gronert und den Damen Donecker und Jagemann verbürgt unter Herrn BakofS Regie eine abgerundete Vorstellung. Zum Abschied wird zum letzten Riale der szenische Prolog »Vorn alten Hause zum neuen" mit der allgemein belobten Wandeldekoration gegeben. Der für das Gießener Theater historische Tag, an dem zum letzten Male das der dramatischen Muse geweihte Wort im Cais Leib erklingt, wird sicher ein zahlreiches Auditorium anziehen. • * Diebstahl. Aus einem Vorgarten der Grünberger Straße wurde in verflossener Nacht ein Zierbaum sog. Lebens baurn aus der Erde gerissen und entivendet. Vielleicht tragen diese Zeilen zur Feststellung des unbekannten Täters bei. '* Anonyme Briefe. Zu dem von uns schon gemeldeten Verdacht der anonymen Briefschreiberei können wir heute ergänzend mitteilen, daß der Sachverständige Laud- gerichtSsekretär Pähler in Frankfurt a. M. schon in seinem im vorigen Jahre erstatteten Gutachten zu dec Ueberzeugung gelangte, daß der Anonymus infolge der ausgeschriebenen mehr kaufmännischen oder Beamtenhand den besseren Ständen angehöcen müsse, jedenfalls aber nicht unter Ungebildeten zu siichen, obwohl die Schrift sehr verstellt ist. Der verdächtigte Pfarrer B. stand früher in Essenheim und es werden jetzt jedenfalls auch dort Ermittelungen statlfinden. B. hat schon emmal eine Krankenschwester verdächtigt, daß sie in dem Mannheimer Mutterhaus Gelder unterschlagen habe. In dem gegen ihn angestrengten Prozeß wurde er im vorigen Frühjahr zu 100 Mark Geldstrafe verurteilt, da er in feiner Weise den Verdacht begründen konnte. In der Berufungsverhandliing gab er der Schwester eine Ehrenerklärung, worauf die Sache verglichen wurde. • • Urlaub für die Hochzeit. Eine außerordentlich und wohl einzig dastehende Vergünstigung ist einem Arbeiter zu Mainz zuteil geworden. Dieser verbüßt gegenwärtig seit kurzem eine längere Gefängnisstrafe. Da nun schon vor wenigen Monaten seine Hochzeit auf einen der letzten Tage anberaumt worden war, gewährte ihm der Staatsanwalt auf seine Bitte hin einen 24stündigen Urlaub, damit er vor dem Standesamt und dem Altar in den Stand der Ehe treten könne. Der durch den Urlaub an der Strafdauer gekürzte Tag muß natürlich nachverbüßt werden. fc. Bingen, 22. März. Ter Postbea mte EberS- mann wurde unter dem Verdacht verhaftet, Jahre lang als Bahnpostbeamter auf der Bahnstrecke Bingen-Worms Eigentum Sv ergeh en verübt zii haben. sd. Lampertheim, 22. Mäi^. Ein schwerer Verdacht ist seit einiger Zeit, besonders seit der letzten Vürgermeister- wahl über unseren damals neu gewählten B ü rg e r me i ste r Boxhei nt er in Umlauf. Es hat sich nämlich unter der Bevölkerung das Gerücht verbreitet, daß B. vor einiger Zeit ein junges Mädchen um gebracht und dann bei Seite geschasst habe. Das Gerückt, dem man anfangs gar keinen Wert beilegte, hat sich aber, mit einzelnen Schauermärchen ausgeschmückt, in der letzten Zeit so verdiclM, daß foer Schwerbeschuldigte sich veranlaßt sah, von der Angelegenheit eine Anzeige bei dem Kreisamt zu erstatten. Inzwischen ist auch von anderer Seite eine Anzeige veranlaßt worden. Gestern war der Oberstaatsanwalt aus Darmstadt mit einem Kriminalbeamten, Wachtmeister Daniel, am hiesigen Platze, um über diese unglaublichen Verdächtigungen die nötigen Erhebungen anzustellen. Wie wir erfahren, l-at sich trotz eifriger Nachforschung kein Anhaltspunkt dafür ergeben, der den Verbäckst nach irgend einer Seite be- krästigen könnte. Es ist niemand im Orte bekannt, der sich er- inn.rt, diß zu irgeito einer Zeit einmal ein Mädchen verschwunden wäre und es sind auch keine Gründe zu -.erfahren gewesen, die den im besten Rufe stehenden Mann zu einer solchen Gräueltat hätten veranlassen können. Die letzte Bürgermeisterwahl hat freilich in unserem Ort tiiei Unfrieden verursacht, da die beiden gegnerischen Parteien sich bei jeder Gelegenheit flu bekämpfen suchen. Man hat deshalb über die Entstehung des Gerüchtes |eiue Vermutungen. h. Frankfurt a. M., 22. März. Eine größere Anzahlhervorragender englischer Journalisten beabsichtigt im Laufe dieses Sommers in Deutschland einen Gegenbesuch zu machen und dabei auch Frankfurt a. M. zu berühren. Es hat sich in Journalistenkreisen bereits ein engeres Komitee konstituiert, das in Gemeinschaft mit den städtischen Behörden, der Handelskammer und Privaten die Vorbereitungen treffen wird. h. Homburg v. d. H., 22. März. Das Kaiserpaar trifft mit der Prinzessin Viktoria, wie die Homburger Kreis- Zeitung berichtet, am 17. April hier ein. Der Kaiser dürfte bis Ende April dort bleiben, während die Kaiserin und die Prinzessin auch noch im Mai die Kur in Homburg gebrauchen werden. X Atzbach, 22. März. Nicht allein, daß durch die Ueber- schwemmung trotz der neuen Lahnbrücke jede Verbindung mit Dutenhofen abgeschnitten war, war das Wasser diesmal noch bis in das Torf eingedrungen und bedrohte bereits mehrere Gehöfte. Im allgemeinen sehen eS unsere Landleute gern, wenn im Frühjahr die Lahn die angrenzenden Wiesen überflutet, indem sie dadurch von Mäusen, Maulwürfen usw. gesäubert werden. Allein diese große Flut hat diesmal auch das große Lahnfeld, das mit Wintersaat bestellt ist, vollständig unter Wasser gesetzt. Die junge Saat gilt als vernichtet und dadurch erwächst munch-m Bauersmann ein großer Schaden, da er die Felder neu bestellen muß. w. Aus dem Kreise Wetzlar, 21. März. Unter dem Vorsitz des Amtsrichters Dr. W a l d s ch m t d t - Altenkirchen fand am vorigen Sonntag zu A u (Kr. Altenkirchen) eine zahlreich besuchte nationale Vertreterversammlung statt, zu der auch viele Parteifreunde aus dem Kreise Wetzlar erschienen waren. Es wurde eine den Wahlkreis Wetzlar-Altenkirchen umfassende Organisation beschlossen, mit deren Durchführung sofort begonnen werden soll. Unser früherer Reichstagsabgeordneter, Bürgermeister a. D. Krämer, wurde einstimmig zum Ehrenvorsitzenden des nationalen Vereins ernannt. Lj Marburg, 22. März. Die Ergänzungs wählen ür die ausscheidenden Magistratsmitglieder fanden in der heute abend abgehaltenen Stadtverordnetensitzung wie folgt ihre Erledigung. Wiedergewählt wurden Geh. Rat Prof. Dr. Exzellenz v. Behring und Rentier O. Binder, neu kamen hinzu Bauunternehmer Wilhelm W e i s h a u p t sowie die Stadtverordneten Bäckermeister Peter Runkel und Buchbindermeister Fried r. Schaaf. — A u§ Kur Hess en, 22. März. DaS etwa 300 Morgen große Gut Waldkappel, das Jahrhunderte hindurch der Familie Thun gehörte, wurde von dem in den Kreisen der hessischen Landwirtschaft bestens bekannten Gutsbesitzer Joh. C. K l i n g e l- höfer in Gießen angekauft. Das Besitzrecht an der Grabstätte. Das christliche Grab ist sehr früh schon zum Sammel, grabe geworden, da der Kirchhof als Bcgräbnispmtz diente und um diesen sich die Ansiedelung eng gruppierte. Der Raummangel zwang dann zur Neubelegung, doch war Mederkaus nach der festgesetzten Verwcfungszeit gestattet. Familienbegräbnisse kamen ursprünglich nur den „Geschlechtern" zu, und noch , Pt fehlen sie vielfach in Dorfgemeinden. Ja, die Einführung oieser sog. Erbbegräbnisse stößt nrancher- orts auf Schwierigkeiten. Neben den Familien- oder Erbbegräbnissen entstand dann noch eine dritte Grabkategorie, die Gräber „auf ewige Zeit". Tas Erbbegräbnis blieb so lange erhalten, als Erben vorhanden waren, fiel dann aber der Zerstörung und Neuverwendung anheim. Die Gräber auf ewige Zeit aber sollten „nie wieder geöffnet werden". Beim Erbbegräbnisse bildete sich auch heraus, daß mit der jedesmaligen Vererbung auf eine weitere Geschlechterfolge zur Ausrechterhaltung des Besitzes eint Summe als Weinkauf gezahlt werden mußte. Die Erwerbung eines Erbbegräbnisses wurde also als eine Art von Lehnkauf angesehtzn. Der Wiederkauf des Einzel- oder Rceihengrabes ist in der neueren Zeit ganz in Wegfall ge- kommen. Das muß jedem gegenwärtig sein, der bei einem Trauerfalle die Anordnungen zu treffen hat. Nur durch Erwerb eines neuen Grabes und Umbettuna können nach Verlauf der Verwesungszeit die irdischen Reste vor dem Verlorengehen bewahrt werden. Die angenommene Verwesungszeit beträgt in den verschiedenen Gegenden Deutschlands 7 bis 30 Jahre. In manchen Orten besteht die Än- richtung, die nach Verlauf der Verwesungszeit noch vollkommen erhaltenen Skelette in sogenannten Beinhäusern auszubewahren. Auch in Erbbegräbnissen kann nach Ablauf der Verwesungszeit die Bestattung eines Familienmitgliedes in einem bereits benutzten Grabe geschehen. Als pietätlos dürfte diese mit Spar,amkeits- und anderen Rücksichten zu verteidigende Neubelegung kaum zu bezeichnen jein, da ja die Reste des ersten Leibes in einem kleinen Sarge gesammelt auf dem Deckel des neu bei gesetzten Sarges Aufstellung finden können, und somit am Orte ihrer Bestattung verbleiben. Beim Erb grab ist somit die Möglichkeit eines dauernden Verbleibens der Bestatteten, so lange lebende, verfügungs- berechtigte Angehörige vorhanden sind, gewährleistet. Die Einziehung erfolgt erst wenn nach der letzten Bestattung die doppelte Verwesungszeit verstrichen ist, ohne daß eine schrift- liche Eingabe, in der die Verfügungsberechtigten sich ausdrücklich das Besitzrecht Vorbehalten, eingelausen wäre. Das Erbbegräbnis wird aber auch dann — und zwar sofort —, für verfallen und aufgehoben erklärt, sobald es trotz Auf- Forderung an die Versügungsberechtigten nicht in einem des Ortes würdigen Zustande erhalten wird. Diese Möglichkeiten scheiden aus beim Erwerb eines Grabes auf ewige Zeit, wie das auf dem Gießener alten Friedhose der Fall ist, während auf dem neuen Gießener Friedhose das Besitz- recht nach 30 Jahren erlischt. Die unangetastete Erhaltung braucht bei einem „ewigen" Grabe weder durch Weinkauf noch durch schriftliche Verwahrung erneuert zu werden, auch kann aus Grund des Zustandes der Stätte eine Enteignung nicht eintreten, da die Friedhofsverwaltung dafür aufzukommen hat. Nur, wenn der Friedhof seiner Bestimmung als Begräbnisstätte entzogen wird, verfallen auch diese Grabstätten. Sie heißen deshalb besser: Gräber ans Friedhofsdauer. Beim Verfall eines Grabes, sei es infolge Derstreichung der Verwefungsfrist, wegen versäumter Verwahrung beuv. Bewein tau sung oder mangelnder Instandhaltung, geht alles, was auf der Stätte gebaut oder gepflanzt wurde, in den Besitz des Friedhofs über. Gerade in der kurzen Zeil zwischen Ableben und Bestattung stürmt so viel und vielerlei aus Die Hinterbliebenen ein, daß inbetreff der letzten Ruhe, ftätte das Rechte häufig nicht getroffen wird. Deshalb jollte jeder, der feinen letzten Willen auffetzt, dabei des Hin alter Schatz. Von Hans Thoma (Karlsruhe).*) Es ist erstaunlich und ist erfreulich, wie viel verborgene Schätze in Deutschland in unserer Zeit an das Tageslicht gebracht werden, oft recht alte Dinge, aber wohl alle sind Zeugen der deutschen Seele, die also doch schon recht langlebig und hoffentlich auch gar nicht umzubringen ist, — ich will nicht aufzählen, was alles in Kunst und Literatur jetzt aufs neue publiziert worden ist, — ich erinnere nur an die Schriften unserer deutschen Mystiker; — von Meister Eckhart bis Silefius, die im Verlag Diedrichs in Jena er» scheinen — an das immer mehr Vekanntwerden mit den Wunderwerken Bachs, und so war ich auch neulich Zeuge von einer Aufführung von Händels Semele, die das erhaben schöne Merk lebendig machte. — Ich will nicht von dem reden, was wir alles von deutschen Geistesschätzen schon ausgegraben haben — ich will heute auf etwas Hinweisen, was wir noch nicht ausgegraben haben, und das doch von einem unserer besten Namen herstammt, das für das wiedererwachende Äunstleben gewiß von großer Bedeutung sein müßte — ich meine die tunsttheoretischen Schriften Albrecht Dürers und vor allem sein Buch: „Unterweisung der Messung mit dem Zirkel und Richtscheit". Als ich im Anfang der siebziger Jahre in München war, war es ein Plan von Dr. Bayersdorfer und mir, dies Werk neu heiauSzugeben — aber da fein Verleger dafür zu haben war, so blieb es bei dem Planmachen leider, denn ein so schönes Dokument für das Wesen der Kunst bleibt dadurch verborgen, die alten Exemplare sind feiten und recht teuer. Vor ein paar Jahren nahm ich nochmals einen Anlauf und hoffte einen Verleger zur Falsimileausgabe des Buches zu Überreben, der fragte aber Mathemalitpoofessoren und die sagten ihm, das sei veraltet und nicht mehr brauchbar — so unterblieb es. Ich aber sage, daß das Büchlein nicht veraltet, sondern ein lebendiges Zeichen dafür ist, wie unsere größten Künstler für die Gründlichkeit in der Raumanschauung, in der biaum- darstellung emtralen mit dem Bewußtsein, daß nur dieses die Kunst aus der Willkür dilettantischen Probierens erlösen könnte. Unserer Zeit, uns Suchenden würde die Festsetzung dieser Grundsätze besonders gut tun, das Büchlein würde in jeder *) Aus dem sehr reichhaltigen Märzhest der „Süddeutschen Monatshefte". München, Süddeutsche Monatshefte, G. m. b. £>.) Kunstakademie, in jedem Maleratelier gutes bewirken können. Und brauchbar ist es immer noch und die praktische Art, wie hier alles vorgeht und erklärt wird, ist gerade die Art, wie Künstler sie gebrauchen können, es ist in die Praxis übersetzte Mathematik und Geometrie — und eine andere geht den Künstler nicht viel an — und hilft ihm auch nichts. — Nur für Künstler dürfte das Werk neu erscheinen, sie würden alle ihre Freude daran haben und auch die Kunstfreunde. — Daß es für Ingenieure und Techniker nichts weiter sein, alfo veraltet fein wird, das nehme ich gern an und stimme den Mathematikprofessoren bet Tas Buch würde durch die geraden treuherzige Klarheit des Denkens aber doch auch über Künstlerkreise hinaus Wert haben und sich Freunde erwerben — als ein liebes deutsches Buch. Aber möge es mit dem praktischen Werte bestellt sein, wie es möge — das Buch ist ein Dokument deutschen Geistes, welches der Verborgenheit entrissen werden sollte — die Pietät gegen Dürer erfordert dieses — es ist die Lösung einer Schuld der Deutschen gegen einen ihrer großen Geister. Deshalb möchte ich noch einmal hier in den Süddeutschen Monatsheften die Sache öffentlich aussprechen; vielleicht findet sich in deutschen Landen doch noch ein Verleger, der es riskiert, das Buch Dürers in Faksimile herauszugeben mit allen seinen Zeichnungen — der Text könnte vielleicht von sachkundiger Hand sprachlich für uns moderner, etwas flüssiger gemacht werden, ohne daß seine Eigenheiten verlieren. Es gibt doch Verleger, die der Kunst so viel zu verdanken haben, für einen solchen müßte es ein Spaß fein, das Risiko zu übernehmen bei dieser Herausgabe — ich glaube nicht, daß es groß sein würde —, Dr. Bayersdorfer würde sich im Grabe freuen, wenn die Sache doch noch zustande käme. Wenn mit dem Meßbuch der Anfang gemacht ist, so würden wahrscheinlich die Bücher von menschlicher Pro- Portion auch Nachfolgen, obgleich man hier wohl manches würde kürzen oder zusammenziehcn können, weniger im Text, als in den Abbildungen. Sollte das Werk auch nicht brauchbar sein, so ist es doch jedenfalls schon deshalb ein eindringliches Lehrbuch, weil es zeigt, wie gründlich große Künstler sich mit ihrem Fache bescyastigt haben, daß ihre Kunst nicht aus dem Handgelenk und momentanem Augenblinzeln entstanden ist — auch nicht so ohne weiteres aus dem Gemüt, sondern aus einer woylstudierten Raum- anschaumig — die in ganz logisjch wijjenschastlichen Gesetzen verankert war, von welchem Fundament aus bann die Phantasie ohne Furcht zu erlahmen, den hohen Geistes, fing wagen konnte. Aus diesem Fundament nur können die drei Schwester- fünfte Architektur, Bildhauerei, Maleret sich ihres gemeinsamen Ursprungs wieder klar werden und wieder einer Zusammenyang finden, der zum Schaden jeder einzelner in der modernen Zeit verloren gegangen ist — und freilich jetzt wieder eifrig gesucht werden muß. Diese alten Theoretiker: Alberti, Leonardo da Vinci, Dürer haben ja freilich in allen ihren Schriften nicht als Spezialisten einer Kunstübung gesprochen, sondern als solche, denen die bildende Kunst noch eine Einheit bildet in ihrem Ursprünge. Wenn je wieder eine Hochschule für bildende Kunst, eine Akademie im richtigen Sinne entstehen soll, so wird dieselbe nicht achtlos an diesen, wie man so sagt: veralteten Theoretikern vorübergehen können, sondern sie vielmehr als Basis zu betrachten haben, an die neue Errungenschaften sich aittristallifieren sollen. Ter Schulsack, den der Zeichenlehrer und der Mal- techniker dem jungen Künstler auf den Weg zu geben haben, reicht für einen, der in seinem Gebiete weiter zu reisen berufen ist, nicht aus —; ja, dieser Schulsack wird ihm oft so lästig, daß er ihn wegwerfen möchte und gar oft auch wegwirft. Man schimpft dann freilich über die Akademien, aber ich sage, wir haben noch gar keine akademische Erziehung. — Wir haben Abrichtungöinstitute, worin Ver,uche gemacht werden, die je nach Talent mehr oder weniger gelingen — und Künstler, die weiter schreiten, müssen in spateren Jahren erst nach den Hülfsmitteln sich mnsehen, auf denen ihre Kunst von Rechtswegen beruhen sollte — nach den feststehenden Gesetzen des Sehens, nach dem aus vollem Wissen entsprungenen Gesetze der Farben. — Es sind die gemeinschaftlichen Gesetze, auf denen alle Künste, die für den Sinn des Auges schaffen, ihre wohlberechtigte Basis haben. Möchten wir ja nicht versäumen, recht bald die Türer- schen kunstlheoretcfchen Bücher den jungen Künstlern zugänglich zu machen, ich bin überzeugt, daß insbesondere auch die Kunitgcweibe ausübenden recht praktischen stutzen davon haben könnten, wenn sie den Sinn dieser Schriften erfassen. Jetzt sind die Bücher unzugänglich, selten und teuer. Nächstliegenden nicht vergessen: be$ eigenen Laibes und seiner Ruhestätte. Gießener Strafkammer. Gießen, 21. März. Eine Ticrquälereigcschichte. Ter Pserd:metzger I. B. von Fulda hatte gegen den Redak- teur des Lauterbacher Anzeigers I. G. 4vegcn Beleidigung eine Privatk.age erhoben, weil er U'idji durch einen Artikel b.r Zeitung beleidigt fühlte. Ter ironisch gehaltene Artikel chcsügtc nämlich, ti-iß der auf der Heimsahrt begriffene Pferdemehger B aus Fulda, der mit einem in der Nähe Äls,elds geschlachteten Pferde Lauterbach passierte, auf falsche Wege geraten sei. An einer schiefen Stelle sei der Wagen umgcsaum, so daß Mann und Scplaa-trosj am Boden lagen. Bei Nacht und „Nebel" sei an ein Fortkommen nicht zu denken gewesen, weshalb der für sein Leibesioohl Besorgte Schuh in einer Bauhütte suchte, sein lebendes Pserb ohlle zuzudecken stehen lassend uird die Pferdedecken sur- sorglich jur sich benuhend. Am anoem Ncorgcn hätten zur Arbeit gehende Leute den 9ioßschlächtcr schlasetid in der Baracke vor gesunden, während das arme Pferd vor Kalle duftete uiw zitterte. Sicrtm nur die Bemerkung geknüpft, daß ein gehöriger Tenk- zettel wegen Tierquälerei am Platze wäre, der, wie man hört, auch erjolgen solle. Ter Vorfall hatte sich tatsächlich nach den Feststellungen des Sckwfsengerichts ungerähr so abgespielt, nur war nicht B. der Leiter des Fuhrwerks, sondern fern Knecht, vber auch wegen Tierquälerei bestraft wurde. Der Redakteur bestrüt mit b:r Vezeia-nung B. den Kläger gemeint zu haben, zumal der Scheviegcrsohu des Klägers eo^nschls ^ferbemeßger ist unb sein Zuttahme äuch mit einem B. .peginnti Zum lieber* stütz hatte das Schöffengericht noa> sestgesteüt, datz der an dem qci'uhbenen Wagen, neben ioeleyem das geschlachtete Pferd lag, angebrachte Nameti auf den Schwiegersohn des Klägers lautitc und somit keineswegs angeiwmmen werben konnte, baß der Kläger Damit gemeint nur. Tas Scl-öffengericht lam deshalb zum Freispruch, was den Kläger zur Erhebung der Berufung veranlatzte. Lie Strafkammer pflichtete den Ausführungen der ersten Instanz »ei und bestätigte das Urteil. GerichtijaaL. sd. Darmstadt, 22. März. Ein frecher Kirchenräuber erhielt heute von der Strafkammer seine wohlveroiente Strafe. Im Winter 1905 wurden nämlich in kurzen Zwilchenräumen hintereinairder fünf Einbruchsdicbstähle in den Kirchen zu Klein- utird Grotz-Steinhcim, 5llein-Auheim, Mühlheim und Hanau in raffinierter Weise ausgesührt, auch kamen weitere Einbrüche vor, die auf eine gewandte Persönlichkeit schließen ließen. Nach vieler Mühe gelang es endlich, den 21jährigen stellenlosen Schlosser Val. Spahn aus Klein-Steinheim festzuneh- men, der zwar der Sohn aitständiger Eltern, aber als Tagedieb bekannt und vorbestraft war. Er gab alsbald zu, datz er fünf Kirchendiebstähle begangen, indem er sich unter dem Anschein, als ob dr beten wollte, in die Kirche schlich und dann die Opferstöckc beraubte. Ferner hat er bei einem Bäcker ca. 800 Mk. gestohlen, drei weitere Diebstähle leugnet er. Er wird zu vier Jahren zwei Monaten Zuchthaus verurteilt und nimmt die Strafe an. Er ist erst 21 Jahre alt. Mainz, 22. Mürz. Das städtische Ovchestermitglied Wilh Müller hat ein Engagement des Kapellmeisters Groß köpf nach Wien durch ein verleumderisches Schreiben an den Theaterdirektor Simons zu vereiteln versucht. Das Schöffengericht verurteilte Müller wegen verleumderischer Beleidigung zu 300 Mk. Geldstrafe und sämtlichen Kosten. — In Kreisfeld bei Eisleben wurde ein Maschinenwärter wegen Verbrecl-ens gegen keimendes Leben verhaftet. Bei der bei ihm borgenommenen Haussuchung wurde eine vollständige klinische Einrichtung beschlagnahmt. Die schwere Erkrankung eines im Magdeburger Krankenhause liegenden jungen Mädchens sührte zu der Entdeckung. . Glogau, 22. März. Das Schwurgericht verurteilte den 23jährigen Bauernsohn Gustav Tschacher aus Dahms (Kreis Sagun) weegn Ermordung feiner Geliebten, der Bauerngutsbesitzerstochter Auguste Niischke, zum Tode und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. U ni v c r ii tä ts »21 ad? riet? ten. Würzburg, 23. März. Aus W-nsch des Kaisers wird der Universitäts-Professor Dr. K a r l Hetz sich demnächst nach 91 o r ö a m e r i f a begeben, um Vorlesungen in der Ophthalmologie an den Universitäten m Chikago, Philadelphia und Aew- Uork aui 4 Monate zu hallen. Arbeiterbewegung. Agram, 22. März. Eine große agrar-sozialist. Bewegung ist in Syrmien im Entstehen begriffen. Agitatoren ziehen mit roten Fahnen in der Gegend umher und fordern das Landvolk auf, bei den geforderten erhöhten Minimallöhnen zu beharren. Gendarmerie und Militär wird überall in Bereitschaft gehalten. vermischtes. * Winterabende auf dem Lande. Tas sogenannte Mietrichenrusen ober Mütterrufen ist in den Törfern des elsässischen, ehemals nassauijcl)en Saartales üblich Wenn die Frauen und Mädchen anti Winterabend in ber Spinnstube versammelt sind, schleicht ein Mädchen aus einer anderen Gesellschaft herbei und ruft vor dem Fenster: „Mütterchen!" Sogleich kommt Leben in die Lunlelstube. Tic Haus,rau öffnet dtts Schiebfensterchen und fragt: „Was gibts?" Die lose Dirne drückt sich gegen die Mauer, verstellt ihre -Stimme und sagt: „Mütterchen, gib mir einen Mann!" Die Hausirau fragt weiter: „ÜBaS für einen?" Jungfrau Naseweis antwortet im Reimsviele: „Einen schönen, feinen." Die Hausmutter schließt das Fenslerchen und befragt dsis Frauenparlament. Man sucht den Namen der Time zu erraten und gibt ihr einen Bräutt- gam, oft den richtigen, mitunter einen alten Bruder SausauS ober Klumfutz. Tas Mädchen eilt kichernd fort. Im andern Hause wird gekichert, gebeichtet und das neue Brautpaar durck-gchechelt. * Unnütze Geräusche. Heber unnütze Geräusche hielt Gebeimerat Prof. Tr. Ewald in Jßerlin einen Dortrag, den er selbst als Kapuzinade bezeichnete. Schädlich für Kranke fei Militärmusik am frühen Morgen, nervenzerrüttcr.d wirkt auch auf Gesunde das „Automobil-Getute". In keiner Großstadt der ganzen Welt herrsche ein solch ohrenbetäubender Lärm auf der Straße, wie in Berlin. Keine andere Straßenbahn erzeuge ein solch rasselndes, „vom Quietschen bis zum Orkanbrausen" sich steigendes Geräusch wie unsere Elektrische. Hinter dieser komme in Erzeugung unnützer Geräusche die Hochbahn, dann folgen die Konzerte, von denen Redner meinte, die Orchester seien im Verhältnis zur Grötze der Säle zu stark besetzt und iwten deshalb trommeljellzerreißende Wirkungen aus. Auch innerhalb des Hauses werde viel gcsmr- bigt, z. B. durch Klavierspiel, bei offenen Türen unb Fen Item, durch laute Tajeunusrk, Tcppichklopscn, Möbclklopfen unb auch durch lautes Spreck-en. Letztere Hngezogeuheit kann man überall, im Wirts Hause, Eaf6, in der Straßenbahn und auf ber Straße beobachten. * Kleine T a g e s ch r o n i k. In Berlin sauste am Freitag eine mit drei Tarnen besetzte A u t o m o b i l d r o f ch k e buefi l n erneu Kanal. Nur mit Mühe konnten die Fahrgäste und der Chausjeur aus dem nassen Element gerettet werden. TaS ver» nnglnckte Automobil und die darin befüiblidjen Pal et e unb Geldtäschchen konnten nicht geborgen werden. Kandel. • • Eine Anleihe von 1500 000 Mk. beabsichtigt die Stadt Bingen atiiznnehmen. Tas Geld soll verivendet rverden iür die Erbaunng einer Realschule, eines Progymnasiums und eines Mafchinenlaboratornnns beim Technikum zur Berbesierung der beiden Lolksjchulhänser, zur Herstellung verschiedener Straßcnzuge, zur Erweiterung des Gaswerks, zum Atisbau der lliernrauer am Hafen und der Haienanlagen, zur Errlchtnng eines Zollverioaltungs- gebäridcs, ziir Anlage eines neuen Friedhofs, sowie zur Tilgung älterer Anleihen. Ter Zinsiutz wurde auf 4°/0 festgesetzt; die behördliche Genehmigung wurde bereits erteilt. Märkte. Gieße», 23. März.Marktbericht. Aus heutigem Wochenmarkte kosteten: Butlerpr. Pw. 0.L5—1.00 Mk„ Hühnereier 1 St. 6—7 P'g. 2 Sick. 00—00 Psg., Gänjeeier 00—00 Psg., Enteneier 0 P'g., Käse pr. Ltck. 6—8 Pf., Kasematte 2Stck. 5-6 Pig., Erbsen p.P'd. 18-24Psg., Linsen p.Pjb.25-40Psg., Tauben pr.Pr.0,80-1,00Aik., Hühner pr.St. 1,00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Pik., Enten pr. Slüct 1,80—2,20 2)>k., 0 änse pr. Pid. 00—00 Psg., Ochsensleisch pr. Pid 82—88 Pig., Kuh- und Rindfleisch pr. Piund 80—82 Pig., Schweme- steijch pr. Pjnnd 70—80 Psg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pinnt 84 Psg., Kalbfleisch pr. Pjd. 80—84 Psg., Haminelsleijch pr. Piund 6 t—84 Pig. Welsche per Pfund —Karlosseln pr. 100 Kg. 7,50—8,— Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 5,00—6,00 Hit., Milch per Liter 20 Psg., Aepiel per Zentner 20 bis 25 Mk., in Körben 00 Pid., Nüsse 100 Stück 50—00 Pig., Birnen per Pid. 'Ulf. u.20—0.25, per Ztr. 9—15 'Ulf., Weißkraut per Stück 15—30 Psg., per Zentner Ulf. 0.00-0.00. — Marflzcit 8—2 Uhr. 1c. Frankfurt a. UL, 22. März. Heu- undStroh- ni a rf t. Ulan notierte: Heu Ulf. 3.20 bis 3.50, Stroh Ulf. 3.10 bis Ulf. 3.40. Alles iür 50 Kilo. Tendenz fest. Oer rieOaktion. (Anonyme Einsendungen bleiben unberücksichtigt.) Z. Tie photographischen 'Aufnahmen auf der Buhne, die für heute mittag vorgesehen sind, sollen vervieliältigt werden und werden wohl auch als Ansichtskarten in den Handel kommen. XVictcPiOlcflijctje Beovachlrurgen der Station Gießen. Höchlle Temperatur am 22.-23. März — 4- 11,4* 6. Niedrigste „ „ 22.-23. , = 4- 1,7* C. März 1907 Darometer aui 0° reduziert Temperatur der Luft O “ S ’S eL Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Weller 22. 2” 752,0 11,0 4,2 43 N 4 Bcd. Himmel 22. 9e‘ 751,6 5,4 5,0 75 N 4 Bew. „ 23. 7" 751,0 3,4 3,9 i 66 NNE 2 ■ " (Lietzener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hessen am Sonntag, den 24. März: Wechselnde Bewölkung. Keine erheblichen Niederschläge. Kühl. Mäßige nördliche Winde. Orrginal-DrahtmelOnngen. Köln, 23. März. Die Köln. Volksz. meldet, es sei eine erneute Reich Sfinanz-Reform und bei dieser in erster Linie eine Tabak-Fabrikats st euer in Aussicht genommen in der Form einer Banderolensleuer, ähnlich rote bei der Besteuerung der Zigaretten. (Diese Meldung des rhein. ZentrurnZblattes ist wohl nur darauf berechnet, Mißstimmungen hervorzurufen gegen die RcichSregierung! Hoffentlich bleibt sie auf völlige Erfindung und wird offiziös dementiert. D. R.) TL B. Darmstadt, 23. März. Tie Etatsberatung in der 1. Kammer am Diontag dürfte ziemlich umfangreich werden, da der Finanzausschuß der 1. Kammer beim Gesetz über den Urfunbenltcmpel unb den Ausgleichs- fonds mehrere erhebliche Abänderungen beantragt hat. Beim Urkundenstempcl verlangt er u. a. die Wiederherstellung der Regierungsvorlage m Artikel II. Abf. 14, die Eheoerträge betreffend. Tie 2. Kammer halte hierbei die Steuer bei Vermögen von mehr als 5u UUO Dik. noch wesentlich erhöht. Ferner beantragt der Ausschuß die vollständige Streich- u n g des Artikels IV., der die Gebüh rensä tze sürNotare enthält, und cm Ersuchen an die Reglcriing, den Landsländen eine abgennöerte Gebührenordnung für Notare vorzulegen, worin die Gebührenordnung für Eheoerträge durchweg ermäßigt unb bic Schrcibgebühren auf mtnbel’lenS den doppelleuSatz erhöht werden. Bezüglich deS A u s g l e i ch S f o n b S bcantiagt der Ausschuß eine andere Verleitung der m den 3onbö fließenden Gelder und |icUt den Antrag, die Erträgnisse aus de- ReichserbschaftSsieuer nicht in den Fonds fliegen zu lassen, fondern wie alle direkten unb mbiretlcn Steuern zu behandeln. Ten Gesetzentwürfen über die WohnungS- gelbzuschüsse der Beamten rauch der Slreichiing von Bad 'Nauheim in der Klasse A und der Gleichstellung unverhelrateler Beamten mit eigenem Hausstand mit den Verheirateten) unb über die Erhöhung bet Gehalle bei Volksschullehrer unb der semiuarislifch gebildeten Lehr« an Slaalsanstalten beantragt der 'Ausschuß bei ju tret en. Brüssel, 23. März. Der AuSbruch eines allgemeinen Eisenba hn,e',rstreiks lvirb,befürchtet. Die Untcrbeamlcn benagen sich über die nicbngen Gehälter unb die Zunahme öc§ Dienstes. Unter den Eisenbahnern iverden Aufrufe verbreitet mit der Aufforderung, sich nn Hinblick auf einen Generalstreik zu organisieren. Paris, 23. März. Taö internationale Ab. rüstungs-Komitee will am 12. Mai, dem Jahrestage des Zusammentrittes der Haager FnedenS-Konferenz, eme Kundgebung zu Gunsten der allgemeinen Abrüstung veran- Halten. Diese Demonstration soll gleichzeitig in den Hauptstädten ganz Europas slatlfinben unb in einem Umzuge be- stehen, an welchem sich die Vereine beteiligen, die sich für die Abrüstung ausgesprochen haben. Eme Aborbnung soll dem Oberhaupte ober dem Minister deS Aeußern deS betieffenben Staates em Ulemoranbum überreichen, welches für die Abrüstung eintritt. Rom, 23. März. Die Blatter beschäftigen sich eingehend mit ber Zusammenkunft zwischen dem deutschen Reichskanzler Fürsten Bülow unb dem ital. Minister deS Aeußern, Tlttoni. Von unterrichteter Seite wirb erklärt, baß ber Besuch keineswegs der Besprechung ber Dreib unb- frage gelte, da zurzeit der Dreibund gefestigter fei als je. Der Besuch bezwecke vielmehr ausschließlich ein< Aussprache über die auf ber Friebenskonferen z einzu- nehmende Haltung, speziell im Hinblick auf Abrüstungö- frage. (?) \ "Drei Millionen. Im Oktober 1905 zahlte ble „Victoria" in ihrer Bolks-Bersicoerung für Sterbesalle unb abgelausene Berstcbe- runflcn zum eiitcumal in einem Utunat mehr als 1 Million, im Mal 1906 zum erstenmal mehr als 2 'Millionen und im Januar d. I. »um erstenmal mehr als 3 Millionen Mark. In diesen 3 Millionen^ sind =/« Millionen Utark Gewinnanteile enthalten, die mit den Stier«: sicherungssummen zur Auszahlung gelangten. Die Summe der Auszaulungen betrug im Jahre 1906 mehr als 23 Millionen Mark und wird ui diesem Jahre, wo im Durchschnitt wöchentlich über 45GL Policen zur Auszahlung fällig sind, noch wesentlich größer rverden. Die Victoria nahm die Bolksversicherung im Jahre 1892 nur und halte schon in wenigen Jahren die anderen deutschen Ge« seitschaiten überstügelt. Jor jetziger Versicherungöbestand beträgt lueit uuer eme halbe Milllarde '1/iait Die Zahl ist noch tleüi im Vergleich mit den Zahlen in Amerika unb England. Hat doch dis ,,'jjicuouolitaii" in New-^ork einen Beuand von 5 und die „Pru« öeulial" ui London einen Bestand von 3 Uttlliarden Mark. Aber die deutschen Gesellschaiten, die „stiietoria" voran, leisten ihren Stier' sicherten in icder Hmiicht mehr als die englischen und cunerikanischen. Der wirtschaftliche Wert der Bottsoersicherung ist gar nicht hoch genug zu veranschlagen unb wird immer mehr gewürdigt. Sie bietet iür Erwaapene wie für Kinder Lebensoenicherung ohne ärztliche Unteriuchuilg gegen Wochenbeiträge. Die Berficherungssumnle ivlrd fällig bet Ablaut der Berstcherungsdauer oder bei vorzeitigem Tvde. Das regellnaßige Abholen der geringen Wochelcheiträge übt einen heilsamen Svarzwang aus, dem man sich gern unterwirft. Was hatten wohl die Versicherten oder chre Hinterbliebenen von den im Januar ausgezahlten 3 Millionen Mark ohne die Votts« Versicherung? Wahrscheinlich nichts oder verschwindend wenig! Was an Beiträgen gezahlt werden mußte, wäre unmerklich niü ausgcgebeu woroeii, ohne irgend eine Spur zu hinterlassen, wenn nicht die .stmueier der Gesellschaft regelmäßig die tleinen Gelbbeträge abgeyoll hätten.__,_________caZ» Morgen von 4—v Uhr nur Pelikau-Apoliieke offen. psstpaket-Adrejftn mit $irma . btlhflli Brüljl’ldie llnlverMätL-vrolterei. Sieben. Mtischer Arbeitölllllhilieis Gitßeil. Garleustraßc S, Zimmer 2. fcö können eingestellt werden: 1 landw. Arbeiter, 6—8 kräftige Arbeiter, 3 Schmiede, Rohr-, Bau- und Maschinenschlosier, 3 Wagner, 1 Buchbinder, 4 Schreiner, 2 Holzdreyer, äjmtailateure, 2 Schuhmacher, 1 Schneider, 15 Erdarbeiter, 1 Hotelbausbursche «auswärts», mehrere jugendliche Arbeiter, 1 Fahroursche, 6 Dienstmädchen, 1 Aushilfe (ganzen -tafl), 3 Lauftrauen. Lehrlinge: 4 Schlößer, 1 Schmied, 1 Elektromonteur, 1 Wagner, 1 Ulrchaniker, 1 Buchbinder, 1 Schirmvtacher, 1 Schreiner, 2 Backer, 2 Fri,eure, 1 Schuhmacher, 1 Schneider, 1 Installateur, 1 Glaser, 1 Schreiber. Eö iucyen Arbeit: B% 1 landwirtschaftl. Arbeiter, 1 Heizer, 1 Buchbinder, 1 Schreiner, 1 Putzlrau, 1 Schuhmacher, 1 Schneider, 2 Lauffrauen, 1 Kochfrau. . Lcbrlttlge: 1 Elektromonteur. Wtislher Wl>hii«iigslll!chll>fls Öitüfö. m Gartenstraße 2, Zimmer 2. (GeichaftLitunden von 8-1 unb von 3-5 Uhr.) ES sind zu vermieten: 1 Wohnung von 7 Zimmern, 2 Wohnungen von 6 Zimmern, 5 Wohnungen von 5 Zinunern, 6 Wohnungen von 4 Zimmern, 1 Wohnung von 3 Zlmurern, 1 Wohnung von 2 Zimmern, 4 möblierte Zunmer, 2 Werkstätten. Zu mieten gejucht: 38 Wohnungen von 1—7 Zimmern. (Bss/, ln jeder beliebigen Schriftart and 8«rtob« UlIlllUilEII fvwle mit Slrfeln aller studentische» vp Vereinigungen, liefert ju mahigen Preisen briihl'sqe Univerfitäts-Vrllckrrei, Schulstratze 7 SjtrMupng lisn Waiselleitlülgsarhelter!. Tie bei Herstellung ber WaFerverforgungsanlage für die Gemeinde Altenschlirf, Kreis Lauterbach, üorfommenben Arbeiten unb Lieferungen unb zwar Quellfassirngsarbeiten, Hochbehälter (100 cbm Nutzinhalt), Nöhrengräben, ca. 4500 cbm Aushub), Rohrlieferungen unb Verlegungsarbeiten, sollen durch fchriftl. Angebot vergeben werden. Pläne unb Bedingungen sind bei ber unterzeichneten Bchörbe, letztere auch bei ber Großh. Bürgermeisterei Altenschlirf einzrifchen; Bebingungen unb Angebots- öorbrmfe gegen ganz freie Einsenbnng von 1,50 Ulf. (nicht in Briefrnatken) für jedes Los nur von uns beziehbar. Angebote sind verschlossen unb mit entsprechender Aufschrift versehen, aus der LoZ-Nuinmer unb Unternehmer zu ctsehen ist, bis spätestens Montag, den 15. April 1907, vormittags 12 Uhr, auf unserem Bureau: Franlsurler Straße 29 einzureichen. Es können nur Angebote auf Vordrucken ohne Text- änberungen unb Zusätze Berücksichtigung ftnben. Eröffnung in Gegenwart der Bieter. Freie Auswahl bleibt ausbrücklich Vorbehalten. — Zuschlagsfrilt 3 Wochen. — Gießen, den 22. März 1907. Grotzh. Kulturinspektion Gießen. B23/s W t ßmann. Los 1. LoS 2. Dünger-Verkauf. Der in der Zeit vom 1. Avril 1907 bis Ende März 1908 im hiesigen Schlachihos sich ergeocudc Dung soll vergeben werden. Angebote, weiche sich auf die einzelne Grube zu beziehen haben, sind bis Aum 2d. dieses Monats schriftlich, verschlossen mü entsprechender Aufschrift bei uns einzureichen. Gießen, den 20. März 1907. Großherzogliche Bürgermeifterei Gteßen. __Ulecurn._______________________B^V ^ekannlmachung. Die Lieferung des für das Rechnungsjahr 190/,u5 im städtischen Schlachthof erforderlichen Bedarfs an Torfitren (2000—2300 kg) soll vergeben werden. Die demnachstige Anlieferung erfolgt je nach Bedarf auf Abrui der ^chlachthosverwattung. Schriftliche Angebote mit Preisangabe für je 100 kg sind bis -um 28. dieses 2-lonats bei der unterzeichneten Behörde einzureichen. Giegen, den 2L Uiärz 19u7. Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. __Mecum.____________________B°/» Vergeb int g von -rokslieternng. Für die Provinzial-Sicchenanstalt Oberheffeu zu Gießen sollen für das Rechnungsjahr 1907 ca. 8000 Ztr. Hüttenkoks (Korngröße 40/60 lind 60/90 mm) vergeben werden. Mit entsprechender Ausschnft versehene und versiegelte Angebote sind bis zum Eröffnungstermin Donnerstag den 28. ds. Mts., vormittags 10 Uhr, auf dem Venvaltungs- burcau einzureichen, woselbst auch die für die Lieferung geltenden Bestimmungen wochentags von 3 — 5 Uhr nachm. eingesehen werden können. B23/» Gteßen, den 21. März 1907. Verwaltung der Prooinzial-Siechenanstalt. Bekanntmachung. Der für die Fütterung des im Schlachthof eingestellten BieheS tm RcchnungStahr 1907/08 erfordertlche Bedarf an Weizenichaleu (300-4(5) kg) und Gerttcnschrot (850—900 kg) soll zur Vieierung vergeben werden. , , „ . , r ,, Die Anlieferung bat je nach Bedarf auf Abruf der Schlacht- Hofverwaltung zu erfolgen. , . r , _ . _ . ,lo Angebote, denen Qualitätsvroben beizufolgen find, sind biS »tun 28, ds. bei der unterzeichneten Behörde etnzurelchen. Sieben, den 20. Marz 1907. Grobherzogliche Btirgermeifterei Grehen. ________________________ Aiecum.____________________________B”,'8 Bekanntmachung, die Reinigung der Schornsteine betreffend» W»r bringen hiermit zur allgemeinen Kenntnis, daß vom 1. April 1907 bis dahm 1908 der südöstlich der Straße von Frankfurt nach 'Marburg gelegene Stadtteil dem Kaminseger Zwesch und der nordwestlich dieser Straße gelegene Stadtteil dein Kammseger Keil ziigeterlt worden ist. ließen, den 24. März 1907. Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen B ”/, Mecii m. Arbeitsvepgebung. Nachstehende Arbeiten und Lieferungen zum Neubau des Stadt- cheaters zu Gießen sollen in öffentlicher Aitsschrerbung vergeben werden: I. Anstreicherarbeiten in allen Nebenraumen. II. Lieferung des Mobiliars der Künstlergarderoben u. dergl. III. Lieferung von Spiegeln. „ IV. Tekorauonöarbeiten, Logenbehange, Vorhänge, Polsterung etc. V. Tapezierarbeiten. Zeichnungen, Arbeitsbeschreibungen, Bedingungen und Ange- öotsioriniilare liegen un Bureau des Architekle»l Hans Aleyer, Gießeu, West-Anlage 6, zur Einsicht offen und tonnen daselbst zum Selbstkostenpreis erhoben ivcröen. sZlngebole sind bis z»un Eröfsnungstermin am Donnerstag, den 4. April, vormittags 11 Uhr, nut entsprechender Aufschrift versehen, poslirei an Architekt Hans Meyer emzurelchen. Gießen, den 23. März 1907. B "/,____________Theaterbalivercin 6k m. b. H. in Gießen. Allice-Echnle. Beginn des SommcrhalbjahreL Montag den 10. April. Die Aufnahme der nette» Schülerinnen Dien-tag den 0. April. Unterricht in allen weiblichen Arbeiten: Hand- und Maschinennähen, Weiß- und Buntsticken, Flicken, Stopfen, Bügeln und Kunftwaschen, Schneidern, allen modernen Arbeilen, wie Holzbrand, Holzschnitt, Saintmalerei u. s. m. Kursus zur Ausbildung von Handarbeitslehrerinnen, sowie Kochschule. »"/, Die Kochschule beginnt Montag den 8. April. An dent MlltagStijch für 60 und 85 Pfg. kann jederzeit teilgenommen werden. Anmeldungen und Prospekte bei: Fräulein L. Moeser, Oberlehrerin, Gartenftraße 30. Aolikurstierfahrm. Ueber das Vermögen des Kaufmanns Karl Schäfer in Lollar wird heute am 21. März 1OO7, nachmittags 6 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. । Der Kaufmann Julius Löbermann in Gießen wird /zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 6. April 1907 bei dem Gerichte anzumeldcn. Es wird zur Beschlußfassung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Äläubiger- ausschusseS und eintretenden Falls über die in § 132 der ftonkursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der angemeldeten Forderungen fluf Samstag den 20. April 1907, vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte, Zimmer Nr. 6, Termin anbe- tauint. Allen Personen, welche eine zur Konkursutasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschttldner Au verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 6. April 1907 Anzeige zu Nachen. [a28/8 Großherzogliches Amtsgericht ___________Gießen.___________ Versteigerung. Dienstag, den 26. ds. Mts., uammittags 2 Uhr, versteigere ich Aeustadt 55 dahier gegen Barzahlung: 2 Pferde, 8 Drehbänke, 14 Handelswagen, 1 Näh- und 1 Steppmaschine, 4 Dutzend Iagdschuhe, 1 Spieldose, 4 Rohr- suchte, 1 Zimmerteppich, 1 Spiegel, 1 Buffet u. nu a. 12086 , Born, Gerichtsvollzieher. MWskchiikmi. Empfehle mich im Stricken und Anärrckeu von Strmnpien. 1 Witwe Elise V. estmeier Selteröwea 15. 11600 Versteigerung. Montag, den 2a. d. nacyuu 5 Uhr versteigere ich da- hter LLalltorstr.O (DarutsUHauL) tm Aultrage des LtonLursvermalt. HerrnLöbcrmauu die zur Hubu- schen Ltontursmaise gebörtgeit Gold- und Stlbersachen bestellend in: Uhr- u. vateterlcn, Armbändern, 6£oUtcviS,Uhiißcn, Me- datllons, Anhängern, vtadetn, Broicoeu u. vteles rindere gegelt Bar. 12U07 Versteigerung bestimmt. Glegew den 21. Marz 1907. Setpel, Gerichlsvollzteher. Versteigerung. Montag, den 25. ds. Mts., uachmUlags 2Va Uhr, sollen dahier Walltorstraße 6 (Darmstädter Hauö): Eine Partie Werkholz, 1 Schuhmacher - Nähmaschine (Stepp- maschme), 2 Warenschränke, 2 Reale, 1 Kassenschrank, 2 Pferde, eine Partie Schüttwaren, HauS- und Küchengeräte allerArt u. v. a. zwangsweise gegen bar versteigert werden. [2083 Meßen, den 23. März 1907. Seipel, Gerichtsvollzieher. Im 118 uhampoonieren (Uamen-Kopfwabchen mit Troekenapparat) empfiehlt sich Hermann Plant Witwe Spezial Damen-Arisiergeschäft Kavlansgasfe 2. Ne»eMaltll-kiickssely feinste "Trr Mliljes-HmnZe sind frisch eingetroffen bei [1566 Beorg Wallenfels Marktplatz 21 Telephon 46 Gegenüber der Cngelapotbeke. Das beste und feinste Kornbrot empfiehlt [1963 Wilhelm Zimmer Bäckermeister, Löwengasse 27 in jeder Preislage Heinrich Sack, Buchbinderei 19 Marttrtraire 19 [1745 £ Apparate I. Klasse S iilo» ohne einen o Lw Pfennig Aufschlag _—"egen bequemste MonatMi-aten Neueste Modelle. lllustr.Katal.gr. u. franko. 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