Dienstag 28. Mai 1907 157. Jahrgang Zweites Blatt Nr. 122 Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntag«. Urtitel 92 der hessischen BerfassungS-Urkuude arbeit. Ulti) einen Sf Mannheimer Jubiläumstage. Während der Jubiläumstage (31. Mai bis 4. Juni) wird sie nichts mehr und nichts wenrger als ein Viehstall geworden. Der damalige Pächter des Gutes scheint, aller Romantik ab» Die „Eletztver ZamNleoblätter" werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, daS '.Krelsblott für den Kreis Siehrn" zweimal wöchentlich. Der.Hesstsche tonbrolrt“ erscheint monatlich einmal. Redaktion, Exvedition und Druckerei: Schul- stratze ?. Expedition und Verlag i 6L Redaktion: 112. Del.-Adr^ Anzeiger^ietzen. RotaliorxSdruck und Verlag der vrüblichen UntverfttätS - Buch- und Viemdruckeret. R. Laag«, Bietzen. hL .—26. ringe n." der Regierung eine zweite Rundfahrt der Fürstlichkeiten zur Besichtigung der Illumination der Stadt, die gleichfalls einen großartigen Verlauf zu nehmen verspricht. Da auch die Ausstellung an diesem Festtage in glänzender Beleuchtung erstrahlen wird, darf Mannheim wohl auf einen starken Zuzug von Fremden gefaßt sein. Auch Montag der 3. Juli wird für die Ausstellung ein großer Tag sein, da sich die Ehrengäste der Stadt zu einem Äbendfest in der Ausstellung vereinigen werden, die an diesem Abend an Beleuchtung, Feuerwerk und Konzerten Hervorragendes Meten wird. Für Dienstag ist die Einweihung des Jn- duftriehafens mit Festfahrt durch die Hasenanlagen in Begleitung einer etwa 40 Dampfer umfassenden Rheinflotte tor=* gesehen, und nachmittags wird auf den Rennwiesen ein Kinder- feil veranstaltet. Dienstag abend wird in der Ausstellung die Gasbogen-Beleuchtung der beiden Hauptalleen zu se^n jein. Außerdem finden mehrere Konzerte statt. zur Beerdigung hier aufgebahrt. Alle diese Schicksale bedeuten jedoch nichts gegen das große Unheil, das dem mittelalterlichen Veteranen am 18. August 1864 drohte. Ta sollte die Kirche nämlich auf Abbruch versteigert werden. „Na, aus der Versteigerung ist Gott sei Tank nichts geworden", versichert mir die Schließerin und läßt mich wieder heraus ins Freie treten. Tie Sonne brennt heiß. Mit sperrweit geöffneten Schnäbeln ziehen die Gänse von der Weide heim. Im Teich, der hinter der Kirche trage im Sonnenschein seinen Mittagöschlaf hält, machen die Kröten heftig und plärrend: krack, krack. Ein Fohlen hebt neugierig den klugen Kopf über seine Barriere, guckt mich groß an und will mein Konzept fressen. Droben, an den Fenstern des Krankenhauses huschen die Schwestern und Kranken vorüber, winden noch rasch einige Blumensträuße, räumen dies und das weg. Denn heute kommen ihre hohen Gönner zu Besuch. Es währt auch nicht mehr lange, ba donnert eine Equipage über den Hof: Fürst Karl von Lich und sein Schwager, der Graf von Solms, eilen die altmodischen Treppen hinauf, und werden von den hn Ornat strahlenden Schwestern begrüßt. Der betreßte Rosselenker mit der ordengeschmücklen Brust ist hier keine Seltenheit mehr. Es> muß erst ein in den Flanken zitterndes, elegantes Automobil um die Ecke biegen, um Zuschauer mobil zu machen. Sogleich kommt die Dorfjugend in der Auto- staubwolke hinterher. Sie sind furchtbar stttsam und Harm, los, die Jungen, als gälten sie niemals die durchlöcherten Scheiben der Kvmturkirche zum Gegenstände unangebrachter Zielübungen gemacht. Sie treten oder stupsen sich höchstens verstohlen, als die inzwischen eingetrosfenen vierzehn Herren auf einem Rundgang um die Kirche beraten, wie dem liebel abzuhelfen sei. Dann treten die Herren, allesamt das' Johanniterkreuz auf der Brust, in ihr Heiligrum. (Prinz Eitel Friedrich, der ursprünglich auch Erwartet rouroe, hatte im letzten INomeitt wieder abgesagt.) Die schweren Pforten stöhnen in ihren Angeln und in Dem Augenblick, da das geheime Kapitel der Rttter beginnt, muß ich das meine schließen. Ich ziehe wieder meine Straße weiter, eilends weiter, denn über der Wetterau platzen jeden Moment die Gewitterwolken zusammen. „Hoffentlich schützt doch ein Blitzableiter Kirche und Rittes, denke ich so vor mich hin. Darnach hatte ich ganz vergessen zu sehen. Und schuld daran war allein — die Romantik. 8 diese starke Heranziehung eines staatl.chcxx Fonds jur ein privates Unternehmen nicht unterdrücken können." Besonders auffällig muß diese Verquickung von amtlichen und privaten Interessen wegen der eigenartigen Form der Berichterstattung sein. Die Regierung erlegt ihren eignen Beamten, den wissenschaftlichen Teilnehmern der Expedition, Schweigepflicht auf zugunsten einer geschäftlichen Ausnutzung des Unternehmens durch eine Privatzeitung. Wenn da- Reich und wenn staatliche Anstalten wie Museen ufro. recht erhebliche Gelder für die Expedition beisteuern, so kann auch verlangt werden, daß über die Resultate dieser Expedition auf amtlichem Wege — und zwar möglichst chnell — Bericht erstattet werde. Llbcrale Volksvereine. In bet „Köln. Ztg." lieft man: „Aus Anregen von nati onalliberaler Seite sind in Mannheim Delegierte de-, nationalliberalen, des demokratischen und des freisinnigen Vereins zusammengetreten und haben sich dahin verständigt, in den Landgemeinden des hiesigen Wahlkreises liberale Volksvereine zu gründen, die keiner Partei a n g e g li e d e r t werden, sondern einem gemeinsamen Aktionsausschuß ku unterstellen sind. Für die gemeinsame agitatorische Tätigkeit sollen programmatische Richtlinien sestge,teilt werden, worauf dann die Organisation und Agitatwn in Angriff zu nehmen und eine enge Fühlung zwischen Stadt und Land aufrecht zu erhalten sei. Diese Llb- machungen sanden einmütige Zustimmung der Versammlung des freisinnigen Vereins zu Mannheim." Hoffentlich setzt sich dieser Geist der Eintracht, der die großen Grundlinien der liberalen Weltanschauung melyr beachtet als die unterscheidenden Schattierungen, zum,Segen für die Gesamtheit, nicht bloß der liberalen Parteien, sondern des ganzen Volkes durch. Wie ein Veilchen aus dem Verborgenen, ist.plötzlich in bie politische Diskussion des Tages über die neue hessische Wahlrechtsvorlage der Artikel 92 der Verfassungs-Urkunde hineiu- getreten, der bisher so ganz in Vergessenheit gewesene kleine Satz aus der Verfassung vom 17. Dez. 1820, welcher in aller Bescheidenheit lautet: „Die Vorbereitung zur Beratung (der Vorlagen einer Kammer. Anm. d. Red.) geschieht durch gewählte Ausschüsse." Zu diesem Artikel ist unter dem 14. Juni 1836, also vor mehr als 70 Jahren, zwischen Regierung und Land- ftanben ein Ausführungsgesetz vereinbart worden, welches aus 11 Paragraphen besteht und geschaffen wurde, „um die Vorschrift des Art. 92 der Verfassungs-Urkundc hinsichtlich größerer Werke der Gesetzgebung auf eine zweck- müßige Weife zur Ausführung zu b In diesem Gesetz wird zunächst im Art. 1 von nafi9 iel^CIL S Mlbcill, Jloiu-aniaqejf »i*on euv.näL ■ Ww. Lchrmaöcheu gesucht, juttenivteier. öeii^nffi. umädcheu ode?HrätH vfiuten gesucht. Durch ytau ellberger.Lelteisw.d?.!,- O S Ito dun aldbald -NWuLoLAt. dlhtll ___UJüU eifrig gearbeitet wird. In besonders reizvollem Schmuck prangt die Straße bei den Denkmälern des Kurfürsten Karl Ludwig und des Großherzogs Karl Friedrich, die vom Landesherrn der Stadt Mannheim zu ihrem 300jährigen Jubiläum geschenkt und am 31. Mai enthüllt werden. Dort ist die Straße durch Architekturbögen in eine Via triumvhalis umgewandelt. Auch die Denkmäler haben eine stimmungsvolle Umrahmung im Stile des 18. Jahrhunderts erhalten. Die Planken werden in einer ganz neuen Weise geschmückt, indem gewaltige Monumentalmaste mächtige Kränze tragen, die mitten über der Straße schweben. Während hier alls einheitliche Ausschmückungsfarbe ein leuchtendes Rot gewählt ist, hat die Breite Straße durch Kolossalmaste, die mit Ruskus ailxb blauen Bändern geschmückt sind, ebenfalls einen einheitlichen Festschmuck erhalten. Im Kaiserring ist zur . Ausschmückung Orange gewählt. Zur Teilnahme an den Jubiläumsfestlichkeiten werden die Großherzvglichen und Erbgroßherzoglichen Herrschaften zu einem siebentägigen Aufenthalt am 30. Mai (Fronleichnam) abends etwa 1/27 Uhr zu Schiff in Mannheim eintreffen und zur Besichtigung der Dekoration der Stadt am Sonntag, 3. Juni, nach dem Festgottesdienst in der Trinitatiskirche von dort aus eine Rundfahrt durch die Stadt ausführen. Am Nachmittag desselben Tages (V»4 Uhr) findet bekanntlich im Nibelungen- saal das große Hauptkonzert des Jubiläums-Musikfestes und um 7 Uhr abends eine Vorstellung im Hoftheater (historischer Einakterabend) statt. Hieran schließt sich etwa um 1/210 Uhr 8be"iS 87 n. Mt SW WiiüTl to ---sE^rSwegM. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen Johannitertag in Nieder-Weisel. Von Carl Mathern (Frankfurt a. M.). "Nachdruck verboten. Die Romantik sei heute eine seltene Blume... Ia$ ich einmal, glaube aber nicht. Allerdings, sie läßt ^ich nicht züchten wie Champignons oder Marvchal Nielrosen. trie wächst wild und will gesucht sein. So zum Beispiel auch in Nieder-Weisel. Obwohl man diesmal nicht gut drüberstolpern konnte. Schon aus der Ferne grüßte von Weisel herüber die Johannittrston- darte, das weiße Kreuz int roten Felde. No was ift da los?" fragten die Reisenden. — Die Johanniter aus Hessen und Hessen- Nafsau hatten wie alljährlich ihren Ordenstag. Tas ist Nun zwar für die Weiseler Bürger längst keine Staatsattion oder Holzversteigerung mehr. Sie gehen wie sonst an der altertümlichen Kvmturkirche vorbei und tun dem Fremden gegenüber das Ereignis mit den Worten ab: „die großartige Herren kämen heute". Sie ließen auf sich warttn die Herren, und ich sah mich derweilen einmal gründlich um. Da führt links von der Haupt- srraße ein holpriger Weg hinauf, vor den sich quer ein massiver breiter Bau schiebt. Früher wars ein Gut, das nach mannigfachen Schicksalen den Johannitern geschenkt wurde, die es in ein Krankenhaus umwandelten. Etwas abseits davon steht die sogenannte Komttirkirche, ein sehenswertes Denkmal romanischer Baukunst aus dem Anfang des 13. Jahrhunderts. Allmählich ist das Kirchlein etwas altersgrau geworden, wenn auch den Sockel ringsum ein Mantel grüner Moose stetig zu verjüngen sucht. Die Basaltsteine sind porös wie wurmstichig, der Mörtel ist aus den Fugen herausgebröckelt und die Türgewölbe ächzen: wir wollen nicht mehr. Und doch, wieviel Winde und Stürme werden an dem allcsüberdauernden Gestein noch machtlos vorüberrauschen! Viel jünger siehtS im Innern aus, öbwvhl es so kahl ist, daß man das Inventar in einem Atem nennen kann. Gerade der mangelnde Dekor aber muß den wunderbarsten Reiz in diesem intimen Raum geben. Ich möchte einmal für Augenblicke so vermessen sein und als Ordensritter in einem der zwanzig schweren, eichenen Stühle sitzen, und hören, wie der Ordensmeister vorn am Tische, aus dem nur ein Fremdenbuch und ein schlichter Vergißmeinnichtstrauß geduldet sind, zu reden pnhebt. ... Wie freudig mögen sich da die Gewölbe beeilen und überbieten, den Worten einen tiefen, erhebenden Widerhall zu geben. Ein steinerner Altar, ein schwerer Schrank und zwei Gedenktafeln, das ist der ganze schmuck. Unendliche Mühe kostete es aber, bis das Innere wieder so blank und sauber dastarxd, denn chs diese Kirche in die Hände der JohannitLr ton, war £1. w deutuna weroen dürfte. Tas Ministerium Ewald hat damit zweifellos einen sehr glücklichen Griff zu seinen Gunsten g> ton, denn es wird in den Bestimmungen aus dem Jahre 1836 nicht nur der Regierung ein viel nachdrücklicherer Einfluß auf die Geschäftstätigkeit beider Kammern in großen Fragen ein- geräumt, sondern auch die praktische De rständigungs- arbeit zwischen beiden Ständekammern sehr wesentlich gefördert und die bisher erfahrungsmäßig recht schwerfällige parlamentarische Gesetzgebungsmaschine in einen flotteren Schwung gebracht. Nach alter Gewohnheit hatte die zweite Kammer zum Beispiel "in der vorigen Tagung neben den vier ordentlichen Ausschüssen nicht weniger .als fünf Sonderausschüsse mit je 9—12 Mitgliedern bestellt,(für Wahlgesetz, landständrsche Geschäftsordnung, Landwirtschaftskammer, Gemeindeumlagen-, und Verwaltungsgcsetzrevision) deren Beratung dann auf viele Schwierigkeiten stieß, weil ein erheblicher Teil ber Mitglieder zugleich in mehreren Ausschüssen tätig fein sollte. Tie starke Zahl der Köpfe war auch keineswegs durch die vielen mit der betreffenden Gesetzesmaterie vertrauten parlamentarischen Fachmänner bedingt, sondern well jede Partei bis auf den Elctnüen Bruchteil ihr Stimmrecht im Ausschuß dokumentieren zu müssen glaubte. Abgesehen von der in dem Gesetz den Ausschüssen eingeräumten größeren Selbständigkeit und üjrer Ueberbaucrung in bestimmten Fällen wird man die besondere Bedeutung der Ausführungsbv- ftimmungen zu Art. 92 aber wohl darin zu erbltden haben, daß namentlich mit der Möglichkeit gemeinsamer Beratungen beider Kammerausschüsse ab ovo eine breitere Basis für em verständiges, friedliches und ersprießliches Zusammenwirken beider Kammern geschaffen wird. Hoffen wir, daß das neu entdeckte System der parlamentarischen Gesetzesvorberatung bei der Wahlgesetzvorlage von Erfolg gekrönt sein werde! ZK die anläßlich fernen (it ücklwuW «* Kge zen wir auf [$5 arlEo HBwern.Fcau. sEDlwniD" O.fcOe. hold, einen entschiedenen Sinn fürs Weltliche besessen zu haben. <__,____ ___ ~ ... . _ . ... Später, als die (spuren dieser Profanierung gründlich hinaus- Mannheim ein herrliches Festgewand tragen, an dem bereits gesäubert waren, wurden die im Krankenhause Verstorbenen bis politische Tagesschau. Tie Afrikaexpedition des Herzog« Adolf Friedrich za Mecklenburg erhält einen nicht unbedeutenden Zuschuß aus öffentlichen Mitteln. Wie wir in der ,,Franks. Zta.' lesen, stehen für Die Bestreitung der Kosten 200 000 Mk. zur Verfügung. Der Herzog selbst, helfen Interesse, nach seinen früheren Afrika-Exkursionen zu urteilen, wesentlich auf die Jagd gerichtet sein dürfte, hat sich Inetau mit 25000 Mark beteiligt; der Rest ist von anderer eeile aufgebracht worden. So haben Berliner und auswärtige Museen und Institute erhebliche Summen beigesteuert, und das Reich hat aus feinem „Afrilafonds" nicht weniger als 60000 Mark bewilligt, natürlich auf die Befürwortung des Vorsitzenden der landeskundlichen Äommiifion für die Schutzgebiete, der selber 10 000 Mk. hergegeben hat und sozusagen „Manager" der Expedition ist. Ferner bat 20000 Mk. eine Berliner Zeitung zur Verfügung gestellt, deren Verleger zufällig auch der Vorsitzende jener Kommission ist. Hierfür soll die Zeitung die ersten fortlaufenden Berichte über die Expedition erhalten. Dis wissenschaftlichen Begleiter sind sämttich jüngere Fachleute der Botanik, Zoologie, Geologie und Ethnographie, die zum Teil von jenen Jnstlluten oder Museen gestellt sind; sie erhalten keinerlei Gehalt oder Entschädigung, sondern nur freie Reise und sind verpflichtet, während der Expedrtion nichts über fie zu veröffentlichen und von ihren Ergebnissen erst nach Erscheinen des Reisewerkes Gebrauch zu machen. Die „Franks. Ztg." bezweifelt, ob die wissenschaftlichen, insbesondere die geographischen Ergebnisse der Expedition von großer Bedeutung sein merben. Als einer der wichtigsten Punkte steht auf dem Programm die fachmännische Erforschung der Vulkane im Norden des Kiwusees. „Namentlich mit Rücksicht hierauf dürfte der Zuschuß aus dem Afrikafonds so hoch bemeßen worden fein, hatte doch die erwähnte landeskundliche Expedllion die geologische Erforschung jener zum Teil noch tätigen Vulkane in ihrer ersten Denkschrift für eine der nächstliegenden wissenschaftlichen Sluf^aben in den Schutzgebieten erklärt." Nun sei aber zu berüchichtigen, daß der Geologe der Expedllion dieser wichtigen Aufgabe mit Rücksicht auf oas Durchquerungsprvjekt des Leiters nur werde einige Wochen widmen können. Um so bedenklicher müsse man es deshalb finden, „daß diesmal die sonst so knausernde Verwaltung des Afrikafoitds so tief in ihn hineingegriffen hat. Denn höchstens für den dritten Teil der bewilligten Summe wäre es möglich gewesen, dort ein ganzes Jahr lang einen Geologen zu stationieren. Bedenkt man ferner, daß der Asrikafonds bezw. die landeskundliche Kommission für ethnographische Forschungen so wenig übrig faxt, die für die Schutzgebiete viel dringender sind als vulkanologische, und berücksichtigt man die oben angedeutete ungewöhnliche Art der geplanten Berichterstattung übet die Expedllion, so wird man sein Befremden über festgelegt: „Entwürfe von Gesetzbüchern oder sonstxgen größeren Werken der Gesetzgebung werden Wir jederzeit an beide Kammern der Stände zugleich bringen, jedoch dabei diejenige Kammer besonders bezeichnen lassen, welche sich zuerst mit ber Beratung und Beschlußnahme üoer einen solchen Entwurf zu befassen hat." Dann bestimmt Art. 2: „Sobald ein solcher Entwurf an die Kammern gelangt ist, wird zu dessen Begutachtung von jeder derselben aus ihrer Mitte ein besonderer, aus fünf Mitgliedern bestehender Ausschuß, nach den in der landständischen Geschäftsordnung rück- sichtllch der Wahl der Ausschüsse bestehenden Bestimmungen, gewählt ic." , m Art. 3 führt aus, daß zur Gültigke't der Beratungen unb Deschlußnahmen jedes dieser Ausschüsse mindestens drei seiner Mitglieder anroefenb fein müssen re. Die hauptsächlichste Bedeutung deS Gesetzes aber liegt xn den Art. 4, 6 und 9. Nach dem ersteren wird bestimmt, daß diese Ausschüsse, wenn sie die ihnen übertragene. Arbeit während der Dauer der Ständeversammlung, von der sie gewählt wurden, nicht beendigen kömxen, zur Fortsetzung derselben auch nach cingetretencr Vertagung und Verabschiedung der Stände versammelt bleiben und nur xm Fall einer Auflösung der zweiten Kammer die Arbeiten dieses besonderen Ausschusses so lange auszusetzen sind, bis von der Kammer wieder ein besonderer Ausschuß zu diesem Zwecke gewählt ist. Nach Verabschiedung ber Stände erlischt und runt bie Wirksamkeit dieser Ausschüsse, wie Art. 6 bestimmt, „insofern Wir die Sitzungen derselben aufheben, oder, mit Vorbehalt der Wiedereinberufung der Mitglieder, einstweilen einstellen; sie haben sich lediglich auf die Prüfung des ihnen zugewiesenen Entwurfs zu bcsc^änken." Darm bestimmt Art., 6, daß die Beratungen der befonberen Ausschüsse in abgesonderten und in gemeinschaftlichen Sitzungen beider Aus- schüsse, in welch letzteren der Präsident des Ausschusses der ersten Ä'ammer und in dessen Behinderung ber des Ausschunes der zweiten Kammer den Vorsitz führt, bestehen sollen. Diesen Ausschußsitzungen werden ber ober die hierzu bestimmten Regierungskommissare beiwohnen, um die erforderlichen Erläuterungen zu geben. Ferner wird noch festgesetzt, daß in den Sitzungsprotokollcn die Gegenstände der Beratungen und die kurz xnotivierten Beschlußnahmexx anzuführen und von beiden Ausschußpräsidenten zu unterzeichnexx suxd. Nach Artikel 9 endlich toirb über die gemeinschaftlichen Sitzungen ein Bericht versaßt, welcher nicht nxxr die überein- ftinrmaxben, sondern auch die abweichenden Ansichten der Ausschüsse uni) Der einzelnen Mitglieder derselben enthält. Wexm die Stände zurzell der Fertigstellung des Berichts infolge einer Verabschiedung nicht mehr versammelt sind, so soll derselbe einst- iueÜcii im ständischen Archiv niedergelegt, und eine Abschrift davon an das Staatsministerium eingesendet, „nach erfolgtem Wiederzusainmnxtritt der Stände aber, wenn Wir die Kämmern dazu aufforbem, daraus erhoben und ohne weitere Ber- weisuxxg an einen Ausschuß in derjenigen Kammer, welche sich zuerst mit dem Entwürfe beschäftigen soll, der Beratung und Beschlußfassung derselben imterwvrfen" werden. Tas Staatsministerium wird auch alsdann den Bericht bruden und an alle Mitglieder beider Kcmxmern axxstellen lassen. Wir haben die einzelneix Bestimmungen des Gesetzes aus dem Jahre 1836 näher anführen zu sollen geglaubt, weil wix ber Meinung sirxd, daß eine Hervorholmxg aus der Vergessenheit und die Stütze der Regierung darauf im Hinblick auf die neue Wahlrechtsvorlage auch für unsere ganze weitere par- lamentorifdje Geschäftsführung und namentlich für bie Beratung „größerer Werie der Gesetzgebung" von sehr erheblicher Be- jertertian. b. Cbcrrealjcb. ge'- briitl. Anfragen unter O cn Gießener Anzeiger erbet Bäckerei zu vermieten. idiiaer Vage eme «ackncl Ellen. Gmrichnmg nA Mm. UebernabnteM erst, bei HermannJ8M Privat UD/Ä____ Visitenkarten t rasch and billigst ßrübl'scbe Von-Vniümt Ortschaft erauWag zu Dcmtbien ftl. Angebote unter 03759 üehener Anzeiger erbeten. itb. Hrcaüein überomn ..Achmenuiu.cm.d.'Mck. tütl Anfragen unter (B772 Gtchener Anzeiger erbeten. Aus Siadt und Land. Abdruck nuferer durch «orrespoudeuzzeicheu kenntlich ge- machten vrtgiualartikel ist nur unter genauer Quellenangabe (Gieß. Auz.) gestattet. Gießen, 28. Mai. — Zu dem Eisenbahnunglück von Schlangenbad erfahren wir noch, daß auch Herr Daniel Heil und Frau aus Gießen zu den Verunglückten gehörten, indesien glücklxcherweiso nur mit leichten Verletzungen davongekommen sind. Rtehrere Verunglückte haben übrigens gegen die Unternehmerin der Kleinbahn Eltville-Schlangenbad, die Allg. Kleinbahn-Gesellschast in Berlin, Klage erhoben xvegen Sachbeschädigung und auf Erstattung ber ihnen auferlegten Aerzte- kosten. ES unterliegt keinem Zweifel, daß den Lokomotivführer, einen jungen Mann, der soeben erst ein Examen abgelegt hat, die Hauptschuld an dem Unglück trifft, daS im übrigen aber auch wohl verursacht wurde durch die Mangell Hastigkeit der Gleisanlage und ungeschickte Kuroenführung. ** Tas Großh. Regierungsblatt, Beilage Nr. 13, enthält: 1. Bekanntmachung, bie für das Rechnungsjahr 1907 zur Bestreitung der Koxmnunalbedürfnisse der israellttschen Nellgtons- gcmcinbc Mainz zu erhebende Umlage betreffend. 2. Uebersicht der für das Rechnungsjahr genehmigten Umlagen zur Bestrextung der Kvmmunalbedürfniife in den Gemcindexx des Kreises Fried-, berg. 3. Uebersicht der von Großh. Ministerium des Innern für bad Etatsjahr 1907 'genehmigten Umlagen zur Bestrextung der Kommunalbedürfnisse in den Gemeinden des Kreiies Alsfeld. 4. Nachweis der Befähigung zur Uebernahme eines Kirchenamts. 5. Berichtigungen. ~ „ ♦* Unter dem Namen „Rheuma-Tabakolxn", Wird neuerdings ein angeblich aus der Tabakpflanze gewonnenes „unschädliches Pslanzenprodurt" als Heilmittel von „wunderbarer Wirmng" bei „Gicht, Gelen kreißen und Rheuma", in den Verkehr gebracht und durch Veröffentlichung von Danksagungen ufro. angepriesen. Es wird in der Weise angewendet, daß das Mittel, ein Pulver, in Alkohol ausgezogen und mit diesem Auszug Umschläge auf die schmerzhaften stellen gemacht werden. Tas „Rheuma-TabaLolin" ist nach den Untersuchungen des Pharmazeutischen Instituts der Universität Berlin weiter nichts als Tabakabfall (sogen. Abfallgrus), welcher durch Zusatz eines wohlriechenden ätherischen Oels parfümiert ist. Tie Original- büchse „Rheuma-Tabakolin" (Inhalt etwa 100 Gramm) kostet 5 Mk.; „Qualität II für veraltete, schwere Leiden" 15 Mk., die ÄNiiij» des Wiener Caf6 Amend dessen Haus Frankfurter einer Konditorei-Filiale den Tag nicht vor dem kaufte front Glasermeister Georg Schmidt Straße 41", um dort einen Laden zu einzurichten. ** V o m K o l o s f e u m. Man soll Abend loben — und wird dem neuen Unternehmen an der alten Kterche Menge Tabakabfall kostet etwa 9 bis 10 Psg. Was die angebliche Heilwirkung des „Rheuma-Tabal'olin" betrifft, so sei darauf hingewicsen, daß nach Ansicht bedeutender Pharmakologen die äußerliche Anwendung von Tabak zu Umschlägen durchaus niritt ungefährlich ist. **Besitzwechsel. Ter Inhaber Schädigung des Verkehrs der Stadt Offenbach durch die geplante Bahitverbindung zwischen dem Ostbahnhvf Frankfurt und Sachsenhausen zurückzuhalten, 2. daß die Regierung mitteilen möge, ob und wie hoch sie den Bau einer elektrischen Bahnverbjn-- düng Offenbach- Langet: mit Staatsmitteln zu unterstützen beabsichtige, 3. daß sie eine Bahnverbindung der Provinz Oberhessen über Offenbach mit Darmstadt in die Wege leiten möge, 4. weiter ersuchen sowohl die hiesige Handelskaminer, als auch die hiesigen Gewerbevereine und alle Interessenten an der Sache, sich diesen Vorstellungen an das Großb. Ministerium anzuschließcn. Mainz, 27. Mai. Das Landeskonritee der Hess. Zentrumspartei trat dieser Tage unter dem Vorsitz des Justizrats Dr. Schmitt zusammen, um die Landesorgani- sati o.it durch Annahme eines neuen Organisationsstatuts einer durchgreifenden Aenderung zu unterziehen. Die vielstündigen Beratungen endeten mit einer Cnnigung in allen grundlegenden Fragen. Das Großherzogtum wird tu acht Bezirke geteilt, die sich im wesentlichen an die neuen Reichstagswahlbezirke anschließen. Organe der Partei sind die örtlichen Lokalkomitees, die acht Bezirkskomitees, das Landeskomitee und der Landesausschuß. Die Lokalkomitees werden in allen Gemeinden des Landes durch direkte Wahl der Zeutrumswähler gewählt. Da, wo Zentrumswahlvereine bestehen, bilden diese nach wie vor die Grundlage der Organisation. Dem Landeskomitee gehören die Vorsitzenden des Bezirkskomitees und 74 Mitglieder der letzteren an, dem Landesausschusse die auf dein Boden des ZentrumA- progrämms stehenden Mitglieder beider Kammern, sowie eine Anzahl weiterer durch das Landeskomitee gewählter Personen. Eine lange Debatte entspann sich um die Frage, ob bei Stichwahlen die Wahlparole durch die Bezirkswahlkomitees oder aber durch das Landeskomitee auszugeben ist. Akut wurde diese Frage bei den letzten Reichstagswahlen, wo bekanntlich in dieser Hinsicht Meinungsverschiedenheiten zutage traten. Die Versammlung beschloß, dass; die Nominierung der Kandidaten vom örtlichen Wahlkomitee, die Ausgabe der Wahlparole bei Stichwahlen vom Landeskomitee unter Einvernahme mit dem Wahlkomitee erfolgen soll. Erfolgt eine Einigung nicht, so entscheidet als letzte Instanz die Zweidrittelmehrheit des Landeskomitees. In dringenden Fällen ist die Entscheidung dem Vorsitzenden des Laßdesausschussesl eingeräumt. Zum Schlüsse widmete der Vorsitzende dem scheidenden Generalsekretär Neuwiem, welcher in die Redaktion des Koblenzer Zentrumsorgans eintritt, Worte der Anerkennung für die der hessischen Zentrumspartei gewidmeten Dienste. w. Wetzlar, 26. Mai. Auf die Ausschreibungen der Arbeiten und Lieferungen für das städtische Volksbad sind zahlreiche Angebote eingegangen, von welchen wir ans den einzelnen Losen die niedrigste und höchste Offerte erwähnen wollen: Los 1. Erd- und Betonarbeiten, 6 Bewerber: Schneider u. Co., Wetzlar, 2709,50 Mk. und Mees u. Nees, Frankfurt, 5237,10 Mk. Los 2. Erd- und Maurerarbeiten, 5 Bewerber: Rinn, Gießen, 9797,22 Mk. und Heinz!, Wetzlar, 13 505,35 Mk. Los 3. Eisenbeton- und Monierarbeiten, 4 Bewerber: Knobloch ü. Scheib, Frankfurt, 14 911,46 Mk. und Mees u. Nees, Frankfurt, 21 470,53 Mark. Los 4. Trägerlieserung, 2 Bewerber: Schneider u. Co., Wetzlar, 4688,30 Mk. und L. u. G. Panse, Wetzlar, 5013,50 Mö. Los 5. Zimmerarbeiten^ 7 Bewerber: Hagner, Wetzlar, 5068,40 Mk. und Laux, Volpertshausen, 6051,90 Mk. Los 6. Klempnerarbeiten, 4 Bewerber: Appel, Gießen, 2198,07 Mk. und Meckel, Wetzlar, 2902,87 Mk. Los 7. Tachdeckerarbeiten, 4 Bewerber: sämtlich von Wetzlar mit dem Einheitssatz von 7215,60 Mk. Los 8. Schlosser- und Schmiedearbeiten, 5 Bewerber: ebenfalls alle aus Wetzlar, auch mit Einheitspreisen. 0 Laasphe, 25. Mai. Der 16 Jahre alte Sohn des Landwirts Ahrenz vom Altenhof bei Wenden rannte mit seinem Fa hrr ad mit voller Wucht zwischen die Pferde eines ihm entgegen fahrenden Wagens und wurde getötet. -o- Frankfurt, 27. Mai. Gestern tagte hier eine zahlreich besuchte Versammlung des Verbandes der hessischen Regierungsassessoren der Finanz- Verwaltung zur Besprechung ihrer Lage. Insbesondere wurden die mißlichen Anstellung so erh ältni ff e im Vergleich zu anderen Beamtenkategorien eingehend erörtert und beschlossen, an zuständiger Stelle geeignete Schritte zur Besserung dieser ungünstigen Verhältnisse zu tun. Homburg v. d. H., 26. Mai. Der Leibarzt der Kaiserin hat bei der Abreise angedeutet, daß im nach st e n Jahre der Kaiserbesuch erst im Mai oder Juni stattfinden dürfte, während das Kaiserpaar die in Deutschland oft garstige Zeit des Vorfrühlings auf Corfu zu verbringen beabsichtigt. — Tie neue direkte Linie Horn bürg-Hoch st-Kastell-Wiesbaden verbindet Hornburg mit Wiesbad.n täglich in drei wechselseitigen Zügen, und stellt eine direkte abgekürzte Linie London-Vlissingen- Wiesbaden-Hornburg mit Durchgangswagen her. X. Hanau a. M., 26. Mai. Die 24 jährige Kontoristin E. Fuchs von hier stürzte sich gestern nachmittag in einen Wassev- teich, das sogen. „Franzosenloch" und ertrank. Eine Liebesgeschichte bildet das Moitv für die Tat. ** Kleine Mitteilungen ans Hessen und den Nachbarstaaten. In Mainz wurde an Stelle des verstorbenen Doindekans Dr. Raich Domkapitular Dr. S e l b st zum Domdekan ernannt. — Nachdem die Bürgermeister- wähl zu Seckenheim auch beim dritten Wahlgange n n - entschieden blieb, steht die Ernennung eines staatlich en Bürgermeisters bevor. — Der (kui>)hessische Städtctag ernannte den Marburger seitherigen Oberbürgermeister, Geh. Rat Schüler, zum Ehrenmitglied. Stätte des Gießener Stadttheaters nicht überschwengliche Ruhmes- Hymnen singen, bevor man,verschiedene Künstlertournöen an sich hat vorüberziehen lassen. Allein das gegenwärtige Künstler-Ensemble kann man doch wohl als so etwas wie eine Richtschnur ansehen für alles, was kommen wird. Der Besucher des alten Theatersaales ist zuerst überrascht von dem neuen Gewände, das die alten Mauern erhalten haben. Der ganze, fetzt völlig elektrisch beleuchtete Saal hat etwas behaglich Heiteres, Lichtes erhalten durch die neue mattgrüne Tünche. Die Säulen, gegen die vordem die Besucher der unteren Logen eine stumme ohnmächtige Wut hegten, wirken durch das gemütlich ungezwungene Biertisch-Arrangement nicht mehr so störend wie früher und haben obendrein ganz schmucke, wenn auch sehr bunte Kapitale erhalten. All das ist neu, gefällig, einladend. Doch ganz davon abgesehen — die Leistungen der Künstler sind es, die da locken. Nicht nach jedermanns Geschmack sind ja Kunststücke von gewissermaßen dentistischer Akrobalie, d. h. von einer Akrobalie, bei der die Zähne eines starken Menschenpaares das „A" und das „O" eines Drahtseiles bilden, auf dem eine graziöse Schöne in gelber Seide balanciert und zum Steinerweichen geigt, mit Fahnen winkt oder ihr blondes Köpfchen zum Tummelplätze für ungezählte Tauben hergibt. Um ihre Gebisse könnten die beiden Seilträger von Bären beneidet werden. Doch bei längerem Zuschauen dürfte selbst ein Zahnarzt das Zahnreißen dabei bekommen. Und wer sich sürRich. Strauß oder sürChopin begeistert, der wird das Schellengeklirr eines „großen eleklrisch-musikal. Ausstellungsaktes" nicht zu schätzen wissen. Dafür aber bietet die Solotänzerin No s e l del Jano (welch seltsame Zusammenstellung! Was auf den süddeutsch anheimelnden Vornamen folgt, soll uns spanisch vorkommen), vollendete ästhetische Genüsse. Tie Dame hat in ihren Bewegungen einen außerorordentlichen Liebreiz. Sie ist nicht gerade jung und nicht gerade schon, aber von intereffnnter, aparter Pikanterie sind ihre Züge. Ihr Tanz aber vollends hat etwas Faszinierendes. Wir sehen, wie jeder Nerv bei ihr das Spiel des Tanzes mitmacht, wie jede Faser lebt und bebt und das Prickelnde ihrer extravaganten Tänze teilt sich dem Zuschauer mit. Man möchte fast sagen: diese Rosel tanzt nicht, nein, s i e ist der Tanz! Verblüffend ist bei alledem noch die überaus große Schnelligkeit der Umkleidung. Sie erscheint in ganz kurzen Zwischenräumen in vier verschiedenen Kostümen, von denen ihr übrigens das zweite, das lange hellblaue als grande dame am besten zu Gesichte steht. — Tolle Kerle sind „Les Jägers", oder sagen wir doch gut deutsch: die Herren Jäger. Wozu nur .diese dumme Französierung! Dadurch locken sie doch niemanden! Ter eine'von ihnen gibt seine Beine förmlich zu Windmühlenflügeln her, so läßt er sich um einander drehen. Und dann hat er seinen wunderlichen Allabendspaß daran, als Kadaver sich aus den ivelt- bedeutenden Brettern Herumwerfen zu lassen wie einen toten Hund. Es ist zum Kugeln, wie er gekugelt wird. — Frl. Bella Schäfer trägt ein italienisches Lied vor, dem sie ein paar deutsche Walzerlieder folgen läßt. Eine fesche Erscheinung. Die munteren Augen sprechen von starker Lebensfreude. Ohre Bewegungen haben etwas von des schönen Körpers schwellenden ülle und üppigen Rundheit; bisweilen sind sie berückend. — Ter Ausbrecherkönig Jo rd ini fesselt allabendlich das Publikum durch seine Entfesselungen. Selbst den Kerkermeistern der spanischen Inquisition ober der russischen Kasematten würde dieser unheimlicher Duckmäuser zu entschlüpfen wissen. — Der Groteskhumorist Speyer hak äußerst vergnügliche Beine, denen sein beredter Mund nicht ganz Stand hält. Tanzen kann er wie eine Braut und seine jähe mimische Verstellungskunst hat etwas überwältigend komisches. — Nach alterndem darf man dem neuen Unternehmen, aus dem uns so etwas wie ein lindes Großstadtlüftchen leise ent- gegenweht, wirklich sympathisch gegenüber stehen. Wir sehen neben Grellbuntem Geschmack, neben Burleskem Anmut, neben Gladia- lorenarfigem Athletenyeist, neben dem Spaß Humor/ Das Kolosseum kann und wird gewiß von allen Berufsklassen gern und ost besucht werden. -o. k. Gvünlber g, 26. Mai. Am 1., 2. und 3. Juni veranstaltet der Vogelsberger Geflügelzuchtverein eine Lokal-Ans- stellung für Geflügel n n d K a n i n ch e n in der Turnhalle, mit der eine Verlosung verbunden ist. Sonntag, den 2. Juni findet in der Turnhalle Konzert statt, woran sich ein Tanz anschließt. Die Musik wird von der Kapelle des 14. Artillerie-Regiments ausgeführt. Tie Grünberger werden wohl einen splchen Künstgenuß mit Freuden begrüßen, ebenso aber auch die Bewohner der umliegenden Orte. Ta die Anmeldungen zahlreich c'ingelaufen sind, verspricht die Ausstellung interessant zu werden. -k- Grünberg, 26. Mai. In der gestern abend abgehaltenen Gemeinderatssitzung brachte Bürgermeister Zimmer eine Eingabe seitens des Stadtvorstandes von Grünberg an das Großh. Kreisamt Gießen zur Verlesung, worin dieses gebeten wird, dahin wirken zu helfen, daß die Bahn Marburg — Dreihausen ihre Fortsetzung nach Grünberg und nicht nach Mücke erhalte. Der vollzählig versammelte Stadtvorstand genehmigte einstimmig das Gesuch. Sodann wurde noch der Vertrag mit dem neugewählten Schuldiener H.Bornträger bestätigt. Dieser soll ain 1. Juli seinen Dienst übernehmen. Zum Schluß wurde noch ein Ausschuß gewählt für die Betriebs- und Berufszählung. § Wettsaasen, 27. Mai. Nach einer drückenden Schwüle am gestrigen Tage ging gegen 10 Uhr ein äußerst heftiges Gewitter über unsere Gemarkung nieder. Kurz nach 10 Uhr fuhr ein Blitzstrahl in die Scheuer des Landwirts Kratz hier. Sofort stand die ganze Scheuer in Flammen, die turmhoch gegen den dunklen Gewitterhimmel lohten. Die Scheuer brannte nieder. Dem tapferen Eingreifen der Feuerwehren gelang es, die dicht angrenzenden Nachbargebäude zu retten. Gegen abend ging ein verheerendes Hagelwetter über die Gemarkungen Ottenbach, Hainbach und Schellnhausen. Die Schloßen sielen handhoch und lagen weiß wie der Schnee im Felde. -i- Alsfeld, 27. Mai. Nach den vorliegenden Anmeldungen werden die von der Landwirtschaftskammer übernommenen vier Jungviehrveiden bezw. Fohlenweiden in der Provinz Oberhessen ziemlich beschickt werden. Die Verwaltung der Weiden ist in die Hände des Ausschußes der Landwirtschaftskammer für die Provinz Oberhessen übergegangen und wird von örtlichen Kuratorien unterstützt. Der Beginn des Weidebetriebes erfolgt in Zell am 30. Mai, in Hungen und Wernings am 31. Mai und in Lauterbach am 1. Juni. k. Groß-Karben, 25. Mai. Bei dem Eisenbahnunglück, oas am 28. Januar hier stattfand, wurde bekanntlich die eiserne Verladebrücke des hiesigen Taunusbrunnens zerstört, die in einer Hohe von ca. 8 bis 10 Meten, über den 30 Meter breiten Einschnitt der Main-Weser-Bahn führte. Tie Brücke ist jetzt roieber aufgebaut und in Betrieb genommen. Tie Zerstörung der Brücke hatte damals einen beträchtlichen Materialschaden mit fick; gebracht. Offenbach, 26. Mai. Au, Antrag des StabtD. Ulrich wurde van der Stadtverordnetenversammlung beschlossen, die Bürgermeisterei zu ersuchen, bei dem Großh. Ministerium dahin vorstellig zu werden, 1. daß alles geschehen möge, um die befürchtete Provinzial-Ausschuß der Provinz Oberhesseri. Gießen, den 25. Mai 1907. Zur Verbreiterung der Homburgerstraße in Bad-Nauheim benötigt die Stadt Bad-Nauhcim von dem Gruitdstück der Geschwister Karoline, Wilhelmine und Katharine Will ungefähr 10 Quadratmeter Hofraum, für die sie einschließlich aller Nebenentschädigungen 400 Mk. anbot. Längere Zeit hindurch geführte Vergleichsverhandlungen waren ergebnislos, sodaß sich die Stadt genötigt sah, Antrag auf Einleitung des Enteignungsverfahrens zu stellen. In dem Termin vor der Lokalkommission, der hierauf stattfand, forderte der Anwalt der Eigentümer eine Entschädigung von 1000 Mk., während die Lokalkommission eine solche von 450 Mk. für ausreichend erachtete. In dem auf heute anberaumten Termin war ein Vergleich nicht zu erzielen. Der Provinzial-Ausschuß setzte die äu leistende Entschädigung auf 401.80 Mk. fest und sprach die Zulässigkeit der Enteignung des beanspruchten Geländeftreifens aus. Die Sitzung des Gemeinderats zu Büdingen am 3. Aug. 1906 hatte den Provinzial-Ausschuß bereits in seiner Sitzung vom 23. März beschäftigt. In der fragliche Gemeinderats- Sitzung hatten bret Gemeinderäte bei einem Gegenstand der Tagesordnung die Abstimmung verweigert, weshalb der Bürgermeister gegen sie gemäß Artikel 45 Straf- antrag stellte. Der Kreisausschuß des Kreises Büdingen nahm sie in eine Strafe von je 10 Mk., wogegen ihr Vertreter Einspruch bei dem Provinzial-Ausschuß erhob. Nachdem in der Sitzung desselben vom 23. März die Beschlußfassung zwecks Anstellung weiterer Ermittelungen ausgesetzt worden war, entschied er heute, daß der Rekurs gegen den Beschluß des Kreisausschusses kostenfällig zu verwerfen fei. Heinrich Weil von Langsdorf hatte auf einem in der Nähe von Langsdorf belegenen Grundstück unter Benutzung einer fahrbaren Lokomobile ein Dampfsägewerk errichtet, bezüglich dessen durch die zuständige Behörde festgestellt wurd:, baß es kmzessionspflichtig sei. Weil suchte darauf um die Konzession nach. Während der Offenlegung des Gesuchs ging eine Anzahl Einwendungen ein, die der Kreisausschuß bes Krems Gießen kostenfällig abwies. Gegen das Urteil verfolgte einer der Reklamanten Rekurs an den Prvvinzial-Ausschuß, während die anderen sich dabei beruhigten. Auf Antrag des Reklamanten wurde in der heutigen Sitzung Einnahme eines Augenschems durch eine Kvmmission des ProvinzialAusschusses an Ort und Stelle unter Zuziehung der Parteien beschlossen. Für das Haus Grunbergerstcaße Nr. 47 zu Gießen war Frau Th. Reinartz um die Erlaubnis znm Weiterbetrieb der vorhandenen Schankw irtschäft eingekommen. Stadtverordnetenversammlung und Polizeiamt verneinten die Bedürfnisfrage und her Kreis ausschuh des Kreises Gießen versagte die nachgesuchte Konzession. Im Gegensatz zu diesen Behörden war der Provinzial-Ausschuß, der über den Rekurs gegen das Urteil des Kreisausschusses zu entscheiden hatte, der Ansicht, daß ein Bedürfnis nachgewiesen sei, und gab dem Rekurse demgemäß statt. vermischtes» * Politischer Ferkelverkauf. Der Bauern- bündler Seitz in Burgdobl hat fehr viele Ferkel und möchte sie gern an den Mann bringen, weshalb er in einem niederbayerischen Zentrumsblatt der Mitwelt folgendes zu wissen tut: „Der Bauer Johann Seitz zum Burgdobler hat jetzt schöne halbbraune, ganz braune und braun-schwarz-weiß- scheckige, wunderschöne, ungewöhnlich lange Ferkel abzugeben. Natürlich dürfen nur Bauernbündler kommen. Zentrümler bekommen vom Seitz in Burgdobl keine Ferkel, auch nicht, wenn sie dieselben doppelt bezahlen. Also nur Bauernbündler dürfen sich melden, Zentrümler werden vom Seitz zum .Hoftore hinausgejagt." Kandel. Verein für bergbauliche Interessen, Dortmund. Heber die Produktion und Marktlage äußert sich der Jahresbericht des Vereins wie folgt: „Tas Berichtsjahr trug auf allen Gebieten unseres einheimischen Wirtschaftslebens den ausgeprägten Charakter der Hochkonjunttur. Fand diese ihren Ursprung und ihre Hauptstütze in der großen Aufnahmefähigkeit des inneren Marktes, so blieb doch auch die günstige Lage des Weltmarktes daraus nicht ohne Rückwirkung. Dies kommt vor allem in der Entwicklung des Außenhandels zum Ausdruck, der sich in der Einfuhr um 893,4 Millionen Mark und in der Ausfuhr um 627,5 Millionen Mark hob. Der lebhafte Geschäftsgang sämtlicher Jndustrieen spornte die Emissionstätigkeit an, die einen außerordentlichen Umfang erreichte, wenn ihr auch die zunehmende, Geldverteuerung naturgemäß Abbruch tat. Des weiteren zeitigte der wirtschaftliche Aufschwung eine ungewöhnlich starke Nachfrage nach Arbeitskräften, die in einigen Gewerben, in erster Linie im Steinkohlenbergbau, direkt zu einem störend empfundenen Arbeitermangel führte, anderseits den Arbeitern die Durchsetzung ihrer höheren Lohnsorderungen ermöglichte. Uebertoiegenb, so auch im Steinkohlenbergbau, wurden diese auf friedlichem Wege erreicht, gleichwohl war das Berichtsjahr überreich an Arbeitskämpfen, die entsprechend der günstigen Lage des Arbeitsmarktes in der Mehrzahl der Fälle mit einem mehr ober weniger ausgesprochenen Erfolge der Arbeitnehmer endigten. Ter wirtschaftliche Aufschwung des letzten Jahres trat ebenso in den gesteigerten Einnahmen der deutschen Eisenbahnen, die sich im Kalenderjahr 1906 gegen das Vorjahr um rund 215 Mill. Mark hoben, wie in der erheblichen Zunahme der Kohlen- und Eisen- produktion unseres Landes zu Tage. Es stieg die Roheisen- Produktion des deutschen Zollgebiets von 10,99 Mill, auf 12,48 Mill. To. Hieraus berechnet sich unter Berücksichtigung von Ein- unb Ausfuhr ein Roheisenverbrauch von 8,28 Mill. To., der einer Kvpsguote von 134,96 Kilogr. entspricht, gegenüber einer solchen von 116,4 Kilogr. in 1905. Noch stärker als die Roheisenproduktion ist die Steinkohlenbeförderung gewachsen, die sich für das Reich mit 137,1 Mill. Tonnen um 15,8 Mill. Tonnen gleich 13,04 Proz. höher stellte als im Vorjahre; auch die ständig an Bedeutung gewinnende Braunkohlenforderung erfuhr ein.* Steigerung von 52,5 auf 56,4 Mill. Tonnen. Ganz ungewöhnlich groß war ber Zuwachs der Kvkserzeugung, die mit 20,3 Mill. Tonnen die vorjährige um 23 Proz. übertraf, ebenso verzeichnet: die Brikettproduktion mit 14,5 Mill. Tonnen die erhebliche Zunahme um 10,9 Proz. Die Verschiebungen, die der Außenhandel von Kohle int letzten Jahre erfahren hat, sind in den Gesamt- jiffern nicht sehr belangreich. Trotz der um annähernd 20 Mill. Tonnen größeren heimischen Kohlenförderung hat sich die Einfuhr von Steinkohle im letzten Jahr mit 9,22 Mill. To. annähernd auf der Höhe ber Vorjahres halten können und ist die Braunkohleneinfuhr sogar noch fast um y» Mill. To. gewachsen. Ter Rückgang beträgt bei Steinkohle nur 178 000 To. und läßt, da 1905 die Einsiihr unter ber Wirkung des Streiks im Ruhrbcckeu eine ungewöhnliche Höhe erreichte, in seiner Geringfügigkeit die Harfe Aufnahmefähigkeit des deutschen Marktes für Steinkohlen deutlich hervortreten. Bemerkenswert ist der Rückgang der Einfuhr aus Belgien, von dem wir fast 400 000 To. weniger bezogen haben als in 1905, wogegen Oesterreich und Großbritannien; ihre Zufuhr nrrfj je um gut 100 000 Tonnen steigern konnten. Die Ausfuhr von Steinkohlen war im letzten Jahre um rund 1,4 Mill. Tonnen großer als im Vorjahre. Dieses Mehr wurde außer von Oesterreich-Ungarn (— 818 000 To.) insbesondere von Frankreich (— 563 000 To.), wo ein Streik im Nord- und Pas- de-Calais-Becken die Forderung längere Zeit lahmlegte, und von Belgien (— 532 000 To.) ausgenommen, dessen Forderung der Nachfrage nicht zu folgen vermochte. Zurückgegangen ist dagegen die Ausfuhr nach den skandinavischen Ländern, sowie nach Spanien und Aegypten. An Koks, der zum größten Teil aus Belgien stammt, wurden 566 000 To. gegen 714 000 To. im Vorjahre eingeführt. Die Ausfuhr stellte sich auf 3,24 Mill. To. und wird damit um 657 000 To. größer als 1905. Die Brikettaussichv stieg bei einem um 31000 To. geringeren Bezüge aus dem Auslande auf 1,094 Mill. To. l— 158 000 To), Briefkasten Oer Redaktion. (Anonyme Anfraacn bleiben unberücksichtigt.) M. A. B u tz b a ch zahlte im Jahre 1421 eine Bewohner- fchgst von 2235 Kopsen. Teüefonische des Giessener Anzeigers, mitg< und Industi Frankfurter Bör* 3^6/6 Reichsanleihe . « 93.90 3% do. . . 83.85 3^°/o Konsola .... 94.05 3% do 83.75 3^°/o Hessen . . . 93.20 3X°/o Oberhessen . . . 94.00 4% Oesterr. Goldrente. . 99.00 4*/5 % Oesterr. Silberrente 99 40 4% Ungar. Goldrente . . 93.90 4% Italien. Rente . . . 103.00 3% Portugiesen Serie I . 67.70 3% Portugiesen „ III 68.40 4Ü*7O russ.Staatsanl. 1905 90.75 4Jf% japau. Staatsanleihe 92.70 4% Conv. Türken von 1903 93.70 Türkenlose 139.40 4% Griech. Ilonopol-Änl. 50.10 4% äussere Argentinier 83.80 3% Mexikaner . . . — 4^% Chinesen . . < . 96.80 Aktien: Bochum Guss 220.80 Buderus E. W, . . . . 115.50 Tendenz: schwach. Berliner Börse, 2 Cauada E- B 165.50 Darmstädter Bank . . .129.10 Deutsche Bank .... 223.20 Dortmunder-Union C. . . 71.25 Dresdner Bank . . . 140.10 Tendenz: matt aufs Ausl. Kursberichte teilt von der Bank für Handel ie, Giessen. e. 28. Mai. 1.15 Uhr. Elektriz. Lahmeyer . < . 122.50 Elektriz. Schuckert . . . 107.50 Eschweiler Bergwerk . . 219.90 Gelsenkirchen Bergwerk . 192.50 Hamburg-Amerik. Paket!. 128.40 Harpener Bergwerk. . . 204.50 Laurahütte 222.50 Nordd. Lloyd 115.30 Obeischles. Eisen-Industrie 107.00 Berliner Handelsges . . 150.30 Darmstädter Bank 129.30 Deutsche Bank . . . 223.00 Deutsch-Asiat Bank . . 154.50 Diskonto-Kommandit. . . 168.20 Dresdner Bank . . . 140.50 Kreditaktien 206.10 Baltimore- und Ohio- Eisen Lahn . . . 91.60 Gotthardbahn . . « . —.— Lombard. Eisenbahn . . 21.00 Oesterr. Staats bahn . . . 144.30 Prince-Henn-Eiseubalm . 133.50 3. Hai. Anfangskurse. Harpener Bergwerk. . . 204.70 Laurahütte .... 222.70 Lombarden E. B. ... 20.90 Nord! Lloyd 115.30 I drkenlose . . «... 139.25 j* Huf g> le Ferkel un?^' 16 er in b 1 bt«un.to„?al ”««ge iufat itd’V' „Tas 9u,iAr-, $ -?Mv .il.L/16’ tommt vor ‘Äft mi$te- hjmn ihr qu* gJÖ Abbruch tat. $?> J»u«8 eine ungewöhnlich ie in ewigen Gewerben, tot« zu einem störend “fryetB den Meiler ilorbcrungen ermöglich,-, crgböu, tüUTben diese auf !r ,bfl§ Berichtsjahr über, d, der günstigen Lagr des we mit einem mehr oder bertnehmer endigten. Ter Kres trat ebenso in den Älenbahnen, die sich im m rund 215 Mill. Mart e der Kühlen- und Eisen- Es stieg die stkheisen- on 10,99 Mill, auf 12,46 nter Berücksichtigung von mch von 8,28 Mill. To. entspricht, gegenüber einer ch stärker als die 9Wn- ung gewachsen, die sich n um 15,8 Mill. Konntr. Vorjahre: auch die ständig eniöiberung erfuhr ein. nert. &tntj nngettöbnte ing, bie mit 20,3 Will, rtraf, ebenfo vnnftuch/ier.' inen die erhebliche Fu- n, die der Außenhandel it, Md x\\ bto Wamv w amöhemd2V Ml mg W K die Einfuhr i,22 Ml. 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[1000] 84 955 1 7 5732 34 968 176367 401 585 658 776 95 657 [ 3000] 17 7066 231 61 [1000 ] 302 13 878 81 970 178161 296 402 532 71 612 873 [500] 179.347 523 79 600 61 55 786 801 180 008 263 513 50 911 181127 9 6 206 655 731 934 182107 10 315 420 [5000] 961 13000] 183344 52 58 75 [500 ] 604 41 57 022 [500] 184032 175 843 72 633 756 890 007 78 1 8 5 056 118 33 231 301 84 579 [ 3000] 86 93 186006 113 214 28 582 781 863 1 87056 60 360 68 420 [500] 570 661 [500] 771 856 975 1 8 8 051 66 250 96 353 44 5 616 710 044 1 89009 38 94 124 39 54 776 899 906 1901-2 379 [ 3000] 827 937 191039 116 497 781 851 958 1 92135 309 457 63 516 43 626 28 821 32 1 9 3038 132 268 377 423 950 194130 230 374 643 [ 500] 933 195072 289 328 11000] 31 560 196122 300 418 83 506 71 800 11 20 197004 93 345 4'29 901 30 198092 124 248 419 544 715 884 [500] 938 199124 259 322 527 643 08 737 953 89 20 0 0 2 296 583 976 20 1 496 533 739 835 59 61 [1000] 2 0 2053 79 86 132 231 327 564 68 84 822 973 2 0 3 040 92 102 10 [3000] 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Ziehung 5. Kl. 216. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 27. Mal 1107. uachmilloga. Nur die Gewinne Uber 240 Mark sind den betreffenden Nummern In Klammern beigefügt. (Ohne Gewähr.) (Nachdruck verboten.) 109 47 540 721 74 968 1352 806 37 1500] 77 2441 43 655 82 886 [500] 98 4 3018 846 66 [500] 434 754 4000 29 [500] 149 96 [1000] 232 314 31 48 499 5054 72 84 111 209 404 50 557 759 813 915 78 62.39 [3000] 93 [1000] 95 584 075 7222 33 597 670 [ 500 ] 079 82 8042 219 428 90 [1000] 671 6O003 150 89 220 658 664 713 69 822 [1000] 67 . 377 409 790 833 62 6 2 090 239 71 [1000] 553 [500] 171 815 756 80 03 125024 [ 500] 120 75 99 232 CO 317 [3000] 554 1 2 6004 395 461 88 G52 7 2 90 1 27130 517 73 845 50 039 09 1 28116 81 351 470 031 |3000 f 823 64 129680 [500] 148 455 563 644 [500] 08 756 94 [8000] 866 83 94 [1000] 130151 64 370 429 M 562 67 131046 884 [3000] 416 574 605 26 29 70 [500] 753 132558 940 45 133486 541 673 810 19 1 34045 287 474 78 631 135128 94 392 445 LO-1 804 J 3 6095 284 322 575 648 817 331 13000] 447 690 814 55134 [500] 808 40 [1000] 994 5 6097 147 5 7000 131 [500] 270 03 603 17 50 [3000] 69 715 72 815 60 95 5 8043 404 83 561 754 893 908 5 9018 87 827 464 15 73 902 75 89 82 28 453 C69 69 304 837 722 687 160795 03 934 64 161015 51 130 314 00 445 [1000 ] 647 783 162473 559 666 99 [1000] 031 16 3040 7G2 085 1 6 4 010 4 6 57 194 482 774 800 1 6 5 283 483 o«- 73 1 6 6 081 120 4 1 600 50 [1000] 412 618 833 1 67269 671 - 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Main. F rauen-Paletots in schwarzen und farbigen feinen Tuchen Schwarze Lyftboy-Jacken Farbige Paletots Ich bemerke ausdrücklich, dass nur Neuheiten der Saison 1907 Marktplatz 2 Marktplatz 3 Schuh-Spezialgeschäft. 8? a*7, Neuester vervollständigter Gewerbebank zu Giessen Giessen, 21. Mai 1907. Der Vorstand der Gewerbebank zu Giessen. Loos. M o e s e r. Walther. 3 D-A g £ Z 99 siebig! 0=8/1 Stets zu haben bei jSjusMTSchulEof, Kolonialwaren, Marktstrabe 4. MAGGI g B s e ti d N i tu ■5 zum Verkauf kommen, da mein Sommer-Lager von der vorigen Saison gänzlich geräumt ist. Normailu88 im Chasalla-Stiefel. Eintritt frei. 03735 s o o - 2 - ö s o 2 O l § 27 s 5? 2 Auch Damen herzlich willkommen. Der Vorstand. enthaltend die Fahrzeiten der auf den Stationen Gietzen, Frankfurt a.M. Saffel, Marburg, Friedberg Lollar, Londorf, Fronhaufen Wetzlar, Loblenz, Köln, Fulda, Alsfeld Grimberg, Gelnhausen, Nidda, Schotten Hungen, Laubach, Lich, Stockheim u. Gedern ankommenden und abgehenden Lisenbahnzüge, sowie die Fahrzeiten der viederthalbahn zum Preise von 20 pfg. in der Geschäftsstelle der Gieß. Anz vorrätig, kann auch durch die Austräger bezogen werden. frtUtnl«r=|treiiiigua6 Eußc«. Mittwoch, den 29. Mai, abends 81/, Uhr im Saale des Caf^ Ebel Oeffentaicber Vortrag des Herrn J. P. Schmal, Frankfurt a. M. über das Thema: sä Zuschneide - Kursus m Gretzen im Saale des Hotel Kaiserhof, Schulstratze Den Damen von Gießen und Umgegend zur gefälligen Nachricht, daß ich nächste Woche hier mit einem Kursus beginne für sämtliche Damen- und Kinderkleider jeglicher Act, nach neusten Schnitten und nach neuster Mode. Besonders eignet sich der Kursus für Damen, die das Zuschneiden für ihren eignen Gebrauch erlernen. Damen, die es als Beruf wählen, haben noch besondere Vorteile. Unterricht nur nachmittags von 2—6 Uhr. Dauer 6 Wochen. Lehrgeld tn allem mit Anleitung und Ausarbeiten der Kostüme 25 Mark. Persönliche Anmeldungen Mittwoch, den 29. Mai, vorm. von 10—1 Uhr in obenstehendem Lokal bei der Unterzeichneten selbst. Die besten Zeugnisse stehen zu Diensten. In der ausserordentlichen Generalversammlung unserer Bank vom 14. Mai er. wurde der Beschluss gefasst, den Betrag des Geschäftsanteiles von Mk. 500.— auf Mk. 1000.— zu erhöben. Wie bisher wird die entfallende Dividende auch auf die Geschaftsguthaben von mindestens Mk. 500.— in bar ausgezahlt und bleibt es dem freien Ermessen der Mitglieder überlassen, das Geschäftsguthaben über den Betrag von Mk. 500.— hinaus bis zum festgesetzten Betrag des Geschäftsanteiles von Mk. 1000.— zu ergänzen. Indem wir diesen Beschluss zur allgemeinen Kenntnis unserer Mitglieder bringen, bemerken wir noch, dass Voll ein Zahlungen der Geschäftsanteile, die noch vor dem 1. Juli er. an unserer Kasse geleistet werden, ausnahmsweise schon an der diesjährigen Dividende und zwar vom L Juli er. ab teilnehmen. So-3*2 ’• BF Wiederverkäufer an allen Plätzen gesucht, "öa 3359 Näh, durch Hermann Bauer, Feinmechaniker, Gießen, Weserstrabe. r: « .5- rr s -SO e s° c J8= 5» SS tz sö *9 * - cSti) 9 „'m das vollkommenste und billigste Hilfsmittel. Sehr aus- Mundschützer D. R. M. 2V3S24 vtrhStetjedeAllstelkllllgsgchhlbeiTrillkgeWtll Praktisch und unentbehrlich für jedermann. antiseptisches [h vuA Linoleum- und Parkettwachs nasswischbar vernichtet alle Krankheltskelme geruchlos Tni Unnöfnan welche einmal Parkett-Fee ver- Jede Hausirau sendet, wird entzückt sein von den Vorzügen, sowie von den großartigen Erfolgen, die sie mit derselben erzielt, und wird L ejn andere« Fabrikat mehr verwenden, --Preis per Vs kg 80 Pfg., x/i kg. Mk. 1.50-- Engros-Lager: 8. Loeb. 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Marineverein Giessen. Es gibt nichts Vernünftigeres! Es gibt nichts Besseres! als der Engelhardts Chasalla- 496 Ein fertiger Stiefel nach Mass für Damen, Herren und Kinder Herr Dr. 6. H. Berndt schreibt in seiner hochinteressanten Broschüre „Keine Fuss- leiden mehr“ unter anderem: „Die Zeit wird kommen, da es geradezu „unfassbar sein wird, wie wir heute unsem „Fuss behandeln; dass es im Zeitalter der „Hygiene möglich war, durch ein aller „Vernunft spottendes Schuhzeug nicht „nur alle Schönheit des menschlichen Fusses „zu zerstören, sondern ibn auch zum Sitze „der häufigsten Leiden überhaupt zu machen“ Verlangen Sie gratis die epochemachende Broschüre hierüber. Alleinverkauf für Giessen nnd Umgegend Willi. Herbert Inh. Carl Herbert Verkaufs Herrn Tichy, Seltersweg. „ Klenter, Seltersweg. „ Stier, Neuen Bäue. „ Dechert, Grünberger Str. „ Dany, Bahnhofstraße. „ Lotz, Bahnhofstraße. 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