Uh-. 48X Vrschetut täglich auüei Boniuagi. Dem (ßtebenet Anzeiger werden Im Wechsel mti dem Hessischen tanbroirl bic 6l<6tnuß der „Deutschen dllmee-, Marine- und Koloniai-Aussiellung'' hatte kürzlich eine Hauptsitznng emberufen, um in dieser uvcr den Stand der Ansueliung Bericht zu erstatten. Bei dem fico an die Sitzung anschlicljendcn Feitmahl toailete nach einer Ansprache des Geh. Reg.-Rats Prof. Paasd-c der Gourerneur von Suowestaziika Exzellenz v. Lindeguiil, an, die geplante Ausstellung, die &15U beitrugen werde, die Bedeutung und den wirtschaftiichen Wert unicrer Kvwnien zu zeigen und zu würdigen. Aus iKt breae sei folgendes hervorgehoben: i „Bis vor kurzem war es — und zum Teil ist) e$ tf.8 auch noch — sehr i>antel in unserem schwarzen Erdteil. Ader bis vor kurzem war es auch sehr Puntel in Deutschland hinsichtlich der Kenntnis und des Verständliches Jur unsere airikanischen Kolonien. Iedesmai, wenn ich aus Afrika znrück- geEommen bin bin / ich erstaunt gewesen über die vielfach naiven Fragen, die an mich gerichtet wurden. In letzter Zett ist ja ansa-cinend durch eine besonders gmutige Verkettung von Umständen hierin ein Wandel eingetreten. Gch.-Rat Paafche hat behauptet, bau Deutfcl>-Sudwestairika leine Perle sei. Wenn man aber unsere jkvlonien von dem Gesichtspunkte aus betrachtet, daß sie imstande fein sollen, einen -teil unserer Bevölkerung, der sonst in jrembe Länder hinausgeht, nach unteren Kolonien zu lenken, so muß ich gerade Deutsch-Sudwest- asrika als die Perle unserer Kolonien bezeichnen. Säum ie£t hat es manchem deutschen Ausn«nderer eine zweite Heimat geboten, und alle Anzeichen fpredjen dafür, daß dies in Zulun,t iu)d) in sehr gesteigertem Maße der Fall sein wird. Id) denke hieroei nicht nur an die 100J Sd)utztruvpler, d.e fid) gemeldet haben, um fick) in diesem Lande anzusiedem, sondern es laufen auch tägricn zahlreiche Anfragen und Anmeldungen von tüchtigen« und mpiiahräftigen Leuten ein, die sich m Deutfa^cudwestairika niederzulaiien gedenken. So ist begründete Aussidch vorhanden, Pag unser deutliches Vaterland nach fünf bis zehn Jahren an der heute noch infolge der mehr- lährigen Unruhen aus vielen Wunden blutenden nolonie große Freude erleben wird. Je mehr dafür getan wird, um unter. Volk über den wahren Wert unserer Schutzgeoicte auizuklären, ie mehr sich unser Handel und unsere Industrie an der Aus- schließung der ftuionicu beteiligen, um so sdpiellcr werden sie zur Blüte gelangen." veutsche* Reich. Berlin, 26. Febr. Heute hatte der Kaiser eine Bc- sprechiing mit dem Reichskanzler in deßen Palais. Ziii Frühstückstafel bei dem Kaiscrpaar wurden anläßlich des Geburtstages des Königs von Württemberg Gesandter v. Varnbnlcr und die Herren der württembeigischeu Gesandtschaft geladen. — Der stellvertretende Kolonialdirektor Dernburg beabsichtigt, seine erste Kolonialreise, für die er vier Monate in Aussicht genommen hat, auf Dliafrifa zu beschränken. Er gedenkt seine Reife unmittelbar nach Schlug der ReichStagSsession, die etwa für Mitte Mai zu erwarten fein durfte, anzutreten. — Ter Zentrinusabg. Gröber wurde vom König von Württemberg zum Landgenchtsdireklor ernannt. — Die Abgg. Ortet und Gen. (nl.) haben im Reich«, tage einen Antrag auf tienberung des RiünzgefetzeS em- gebracht, dahingehend, daß Fün f un dzwa n z i g pf e nn,g- stücke als Rickclrnünzen ailSgegebeu weiden sollen und bau gestattet werden soll, auf der Rückseite dcr Rlüiizen statt des Reichsadlers auch em anderes Hoheitszeichen anzubrrngen. — Tie Zentrums ) rat l io n de» Reichstages hat eine Interpellation eingcbiacht, m der sie um Auskunft über den gegenwärtigen Stand der Straf prozeßordnu ng ersucht. — Abg. Titmborn hat nn Reichstage mit Unterstützung des Zentrums eine Interpellation emgebracht, in welcher die Regierung befragt wird, wie es nut dem Gesetz- entwurf belr. die BerusSocreine steht und ob bezüglich bei Arbetterkammern eine Vorlage zu erwailen ist. — Heute hat eine gemeinsame Sitzung der drei entschieden liberalen Fraktionen (Freisinnige Volks- Partei, Freisinnige Vereinigung, Süddeutiche VolkSpartei) stattgefundcn. In dieser Sitzung wurde beschloßen, nn Reichstage eine Reihe gemeinsamer Anträge einzu- bringen, in denen die wichtigsten liberalen Forderungen formuliert sind. — Tie Freisinnigen haoen im Reichstage folgende Interpellation eingebracht: Hält der Reichskanzler die Ern- führiing der Sch if f a hr t Sa bgaben , wie sie im § 19 des pieußiichen Gesetzes betreffend die Herstellung und den Ausbau von Waßerstratzen vom 1. April 1905 vorgesehen sind, für vereinbar mit der ReichSvcisassimg und den bestehenden Internat. Verträgen? Billigt der Reichskanzler die Eitlärimg, welche der preußische SDhnifier der öffentlichen Arbeiten in der 10. Sitzung der Budget-Kommission abgegeben hat? — Tie fozialdemokratlfche Reichstags-Fraktion beschloß die Einbringung einer Interpellation über die Wahl- beemflussung der Regierung durch den Flotten- verein und dergleichen. Zu den von der Fraktion ringe- brachten Initiativ-Anträgen kommen noch die über den Heimarbeiterschutz und Bauarbeiterschutz. Weiter beschloß die Fraktion Anträge einzubringen auf Abschaffung der Konkurrenzklausel für die Angestellten im Handelsgewerbe, Industrie und (bewerbe, auf Erweiterung des Wahlrechts und der dreijährigen Legislatur-Perioden, sowie Regelung der Verhältnisse der Priva 1 bea m te n. — Dem Reichstage ging em Antrag Arendt-ManSfeld zu auf Einführung einer We hrsteuer, die für die Ver- s orgu ng von Invaliden unb Veteranen zu ver- ivenden ist. Ferner ist ein Antrag Dirlsen eingebracht worben auf eine den heiitigcn PreiSverhällmßen entsprechende G e h a l t ß a il f b e s s e r u n g der unteren und mittleren R e i ch S- beamten ober auf Gewährung einer der gegenwärtigen Verteuerung der Lebenslage emspr. vorläufigen Zulage. — DaS Abgeordnetenhaus hat heute den Gesetzentwurf wegen Slbänberungen des Berggesetzes an eine Kommission von 21 Mitgliedern verwiesen. Während der HandelSminisier die Vorlage befüiiDortcte, wurde sie von Mitgliedern der verjchledenin Parteien scharf kritisiert. — München, 25. Febr. In diesen Tagen wurden bei etwa 20 polizeilich bekannten Anarchisten HauS- suchungen vorgenonimen, wobei nach antim.litanulschen Schriften, die für die Verteilung in den Kasernen bestimmt waren, recherchiert wurde; eß soll jedoch nichts bclaflenbes gefunden worben fein. Aurland. London, 25. Febr. „Tribüne» meldet aus Washing- ton, baß die amerikanische Regierung den Wunsch hegt, eine allgemeine Beschränkung der Kriegs- lüft ungen durch internationale Abmachungen herbeizuführen. Amerika hofft, bie Friedenskonferenz im Haag werde diesen ©cgenfianb beraten. Ter amerikanische Botschafter in Berlin, Tower, habe von seiner Regierung den Befehl erhalten, diesbezügliche Unlerhandllingen zu führen, hauptsächlich mit dem rüstischen Staatsrat Prof. v. Martens, der demnächst auf der Rückreise nach Petersburg m Berlin emtnfft Paris, 25. Febr. Das Komitee für die allgem. 21 b rü 11 u n g hielt gestern eine auüeiorbenlltclje -oct'iammliing unter bem Vorsitz deö belgischen Abg. Fournemont ob. DaS Komitee beriet über die Organisation einer internationalen Kundgebung, welche am 1. Riat zugunsten der allgemeinen Abrü'tuug ocraniialtct werden soll. Rom. 25. Febr. (Deputiertenkammer.) Die Pe- titionSkommisston erstattete ihren Bericht über die Petitionen mehrerer Frauen, den Frauen das potttische Stimmrecht zu gewähren. Im Laufe der Verhandlimg über den Bericht erklärte Mmisterpiästbeut Giolilti, bei gewissen Gruud- icformcn könne man nur fchntiweife vorgchen, er küune deshalb bezüglich der Frage bcS FraueuiimimrechlS zurzeit eine bindende Erklärung nicht abgeben, sondern nur venprechen, bag er bi< Frage studieren wolle. (Lebhailec Bestall.) Auf Eintrag des Teputicrten Lucifcre unb mit ZtMimmuug beä Ministerpräsidenten werden die Petitionen dem Vlutister bei Innern überwiesen. 6 L Gallen, 24. Febr. TaS St. Goller Volk hat daS neue Gesetz über die Einführimg dcr obligatorischen Biehverf icherung mit 22 9u4 gegen 19 345 Summen verworfen. Fez, 25. Febr. Der Sultan hat den deutschen Offizieren Diajor o. Tschad! und Rittmeuter Wolff 50 auS- gelvählte Soldaten überwiegen, die nach europäischer Welsk ausgebildet iverden sollen. Älüivgorod, 25. Febr. Eine Abordnung deS Mlborger Regiments ist heute nach Berlin abgereist, um dcm Deutschen Kaiser, der Ehef bcs Rcgin>entS ist, ein Schlachteu- geulälde, das die Erilürmung dec Kwantunghohen durch bas Regiment baijlcUt, zu überbringen. Von der englischen inania* an Restaurateur Heinrich Gels für 59 000 Mk. i _ Ter Weißbindermeister Karl Nicolaus verkaufte sein ' Haus Molt test raße Nr. 22 an Oberposlassislent M ichel für 53 600 Mk. — Die Firma Stein u. Mayer verkaufte - ihre Villa Ostanlage 22 an Prof. Dr. Otto Frank für l 38 500 Mk. : ** Personalien. S. K. H. der Großherzog haben den Tiplomingenie nr M. Giovanini zu Tarmstadt zum ■ Assistenten bei der Tampfkesselinspektion und den Kreisdiener ; bei dem Kreisamte Friedberg Peter Kaiser zum Kreisdiener i bei dem Kreisamte Darmstadt ernannt. Gerichtsasseffor ' F öcke l in Worms wurde durch Verfügung des MmlsteriiimS der Justiz nut Wahrnehmung der Dienstverrichtungen eines ’ Amtsrichters bei dem 'Amtsgericht Gießen beauftragt. > ** Straßenreinigung. In der letzten Sitzung der : Stadtverordneten-Versannnlung gab bei der Besprechung über die Straßenreinigung Stadto. Ju gHardt eine sehr beachtens, werte Anweisung, die zu Rutz und Frommen der gesammten Einwohnerschaft hier ausführlicher wiedergegeben sei, als es in dem ohnedies sehr umfangreichen Sitzungsbericht möglich. : Herr I. meinte, bei Wltterungsoerhältnissen, wie sie in diesem Winter öfter dagewesen seien, sollte doch die Bürgerschaft selbst mit ein greifen und wenigstens die Reinigung des Trottoirs besorgen lassen, wie dies in vielen anderen Städten auch geschehe, nicht aber sich den Schmutz in Laden und Häuser tragen lassen. Der Oberbürgermeister dankte für diese Anregung und bemerkte, daß er selbst gesehen habe, ivie in Fällen, in denen die Reinigung den Hauseigentümern polizeilich oblag, die Schutzmänner doch mehrmals dazu auf- fordern mußten. ♦♦ Der wissenschaftliche Schüler-AuSflug der königl. Baugewertschule Aachen hatte sich jür dieses Semester unter Führung dcr königl. Oberlehrer Richter und Hannes die Städte Wetzlar und Gießen ausersehen. Während Wetzlar das Studium des Domes und der sich ergebenden alten ötabtbub» niolive der Exkursion noch rheinische Anklänge bot, hatte die Gesellschaft in Gießen Gelegenheit, unter Führung des Technischen Vereins Gießen, eine größere Bewegung in den verschiedenen Stilarten der Baukunst tvahrnehmen zu töunen. Ain ^amstag nachmittag wurde das neue Bahnhofsgebäude mit seinen Warttsälen besichtigt, ferner in der Wirkung ihrer Außeii- erscheinung die Kneipen der Burschenschaft Germania und der Landsmannschaft Darmstadtia, die Häuser der Baugenossenschaft am Mittelweg, die interessanten Bauwerke der Lierarznei-Hoch- schule, das Pavittonsystem der Klinik für psychische und neruöie M ziemlich zufriedenstellend. Gestern abend wurden poch fünf LeOen geborgen. Die versunkenen Postsäcke sind jetzt angetrieben. STgcgeit herrscht Besorgnis wegen der Gehermtchche des Kuriers des stönigs Eouard. . ■ Es wurden u. a. noch rekognosziert: die Leichen des Fräulein Mse Werner, der Tochter des Königl. Musikdirektors Lehmann aus Stettin, welche mit ü anderen Leichen geländet und von ihren beiden an der Unglucksstätte weilenden Brüdern sofort erkannt wurde. Die Leiche der anderen Schwester ist noch nicht mtgeiuiibcn. Die beiden Sängerinnen standen im Alter von 23 und 29 Jahren. Das Londoner Opern-Gastspiel war ihr erstes Engagement. Die weitere Rekognoszierung der Leichen wird immer schwieriger, weil die Gesichter dick auszulausen beginnen. In Rockanje wurde die Leiche des Fabrikdirektors Lindentaler aus Köln angespült. V Berlin, 25. Febr. Unter dem erschütternden Eindruck der Katastrophe hat sich hier ein Komitee aus den ersten Kreisen der Gesellschaft geblldet, das an einem Tage der nächsten Wocl-e eine Gedächtnisfeier zum Andenken an die Verunglückten und zugunsten dcr Hinterbliebenen veranstalten wird. C.stc Künstler, sowie der Chor dcr „Musikalischen Gesellschaft" haben ihre Mitwirkung zu- ^C,U 93*a r i fl, 25. Febr. Der Herausgeber der „Deutschen Revue"' übersandte dem Kultusminister Briand für die auf den 10. März Egesetzte W v h l t ä t i g k e i t S v v r st e l l u n g der Comö die ancatfe sür die Witwen und Waisen der umgekommenen tschen Künstler 1000 FrcS., um eine Loge für dieakad. Äugend Frankreichs rcseniieren zu lassen. JnGeestemünde erzählen die Mannschaften sämtlicher dort iÜnlaufenden Fischdampfer von dem schrecklichen Unwetter, das in der Nordsee gewütet habe. Bon dem Nordenhamer Fischdampfer -Magdeburg" wurden in der Nordsee durch eine Sturzwelle drei Matrosen über Bord geschlagen; alle drei ertranken. > Der Pariser „Matin" berichtet aus Kanea: Der italienische Stationsvorsteher „Curtatone" hat in Kanea 34 Matrosen des gestrandeten Lloyddainpfers „I m p c r a 111 r" gelandet; einige von Unten sind verletzt. Sämtliche Passagiere sind gerettet. Bon der 130 Mann betragenden Besatzung sind 3 0 M a t r o s e n e r t r u n - ke n. DaS Schiff, das auf einem Felsen festsitzt, ist vollständig «erkoren. _________ Krankheiten, das hygienische Institut, ferner die medizinische und Frauenklinik und die chirurgische und Augenklinik. Nach einem Mundblick auf die Stadt Giegen von der Höhe der Schönen Aussicht wurden die Hausvautcn der Wilhetniftraße in Augenschein genommen, wo der Biltcnbau des Professors Dr. Poppert allgemeine Aufmerksamkeit erregte. Am Settcrsweg ergaben die längst erstandenen Neubauten, insbesondere das Haus »es Herrn Schreiner mit seinem modernen Fleisüierladcn, sür diesen Tag einen dankenswerten Abschluß. Ain Avend fand im Technischen Verein, Kaiserhof, ein fröhlicher Kommers statt. Oberlehrer Richter gab in einer Rebe sehr dankenswerte Hinweise uver die zeitgemäße Reforinbewegung in der Berufserziehung und die Tätigkeit des Landegewerberats in Berlin, dessen Mitglied er ist. Er schloß, das kollegiale Benehmen im deutschen Techniker- Berbaud hervoryebend, unter lebh-ajtestcm Beifall. Die Fortsetzung der Besichtigungen geschah am Sonntag vor.nittäg, lvovei der Gesichtspuutt „Das Erfassen der Peripel'tive im Platz- und Stratzendild" unserer Stadt entwickelt lvurde. Dtankbare Gelegenheit buten: das alte Schloß am Kanzleiberg, ein Stück Alt-Gießen, von der Aearltiaubenstraße aus, der Landgraf Philifep- Platz, die Senckenvcrgstraße, die Ost- und Norbanlage, die Molttestraße, die neue Bibliothek, Johanniskirche und Theaterneubau. Nach eingenommenen Mittagstisch im Kaiser Hof besichtigte man die neue Kaserne, die Provinzial-Siecheltanstatt und die Anfänger Irrenanstalt im Wttide. Ein hübsch arrangiertes Gruppenbild, ausgenommen vor dem so heiniischen Psörtnerhauje, krönte den Schluß der Exkursion. 9lori> eine Stunde munteren Zusammenseins mit dem in Steins Garten tagenden Verbände der Kulturttchiiiker von Hessen, uno die von fern hergeeuten Gälte muhten scheiden. Wie sie sagten: leider, leider. Diese neu aui- irttcndeu Fachschul-Reisen geben unser« Vertehrsverein vielleicht Gelegenheit zu weiterem Ausbau. ** Ueber bie Leipziger Sänger, die Mittwoch abend im Neuen Saalbau konzertieren, schreibt u. a. die „Frankenh. Ztg.": Die sieben musikalischen Kräfte verfügen über schönes Stimmenmaterial und auch sonst über ein reichhaltiges, abwechslungsreiches Repertoir ernsten und vorwiegend heiteren Inhalts und verstanden es äußerst humorvoll, das Publikum zu unterhalten. Das Potpourriquartett aus dem Gebiete des gesunden Humors, die Soloszenen von köstlichem Witz, die Imitationen des phänouie- nalen Damenimitators waren auf der Höhe der Zell. Letzterer bildete die Glanznummer des Abends. Das Katzeiiguartelt, der lustige Ehemann und der Trompeter seien besonders erwähnt. Suiuje Schlager erregten frische Laune und lachendeit Frohsinn in der dichlsitzenden Menge, die nicht mit Beisallsäußerungen zurückhielt. Zwei humoristische Gesamtspiele vervottständigten das dezente Familienprogramm. ** Friedberg, 25. Febr. Am gestrigen Sonntag nachmittag starb hier nach längerer schwerer Krankheit der pensionierte Taubslummenlehrer Johannes Landau. Der Verstorbene erreichte em Alter von 63 Jahren. + AnL bem Kreis Schotten, 25. Febr. Folgende Telegrap he nlinien werden demnächst in unserem Kreis ziir Ausführung gelangen: von Scholten nach Rudingshain, von Volkartshain nach HiirtiuamiShain und von der Laiidflraße Rlippcrtsburg-Laubach nach GaitcrSkirchen. ? Aus dem Kreise Alsfeld, 25. Febr. Am Samstag starb Bürgermeister Konrad MauS in Höingen, der sich in weiteren Kreisen großer Beliebtheit erfreute. Mainz, 25. Febr. Ein Duell fand zwischen zwei Offizieren der hiesigen Garnison etwa um die siebende Stunde heute vormittag statt. Ter Platz des blutig ver- lauienen ZusanunentreffenS war der Stand Trusiis im Wallgraben, dec sich von der Zitadelle bis zum Gautor zieht und auch diesem näher als dem Reutor gelegen ist. Gegen 78/4 Uhr wurde der eine Duellant von vier Soldaten des 1. Rass. Jnf.^Rcgts. 9tr. 87 in einer fahrbaren Krankenbahre fort und vermutlich in das Garnisonlazarett gefahren. Er soll je einen Schuß in ein Bein und in die Brust bekommen haben. Um den ersten Schuß ist gelost worden, denn auf dem Kampfplatz wurde ein durchgerissener schmaler, weißer Papierstreifen gc- fimdeu, auf dem eine römische Ems mit Bleistift geschrieben stand. Die beiden Gegner waren der verheiratete Oberleutnant Frank (neue Unioersitätssiraße 11) und der nn- verheiratete Leutnant Ra hlenbeck (Gärtnergaffe 18) vom 1. Roff. Jnf.-Regt. Nr. 87. WaS die Veranlassung zu dem blutigen Drama gegeben hat, entzieht sich bis jetzt der allgemeinen Kenntnis. Dem Duell haben zwei Sekundanten (Kameraden vom Reaiment) und em Stabsarzt deigewohnt. Wie der ,2Hain3. Anz/ erfährt, soll Leutnant Rahlenbeck nicht lebensgefäb'-lich, sondern nur durch einen Schuß in das Bein verletzt worden sein. — Morgen feiert Oberst i. P. Hch. Brentano, in Gonsenheim wohnhaft, seinen 80. Ge- burtStag. Brentano trat Ende der 40er Jahre in den Militärdienst ein und machte zunächst 1849 den Feldzug gegen die Freischärler in Baden als Portepeekorperal mit. Im Feldzuge 1866 stand er als Oberleutnant im 4. Jnf.-Regt., heute Nr. 118, und wurde kurz nach dem Krieg 311111 Hauptmann befördert. Nach Abschluß der heffisch-pieußischen Niilitär- fonoention wurde er 311m Kompagnieführcr der hessischen Pionierkompagnie ernannt, die er während deS Feldzuges 1870—71 mit Auszeichnung führte. Als die hessische Pionier- kornpagnie aufgelöst wurde, ward Brentano dem 117. Jnf.- Regt. zngeteilt. Nach einiger Zrnt zum Ntajor befördert, mußte er infolge eingetretenen Gehörleidens aus dem aktiven Heere anSscheiden. Offenbach a. M., 24. Febr. Die in die engere Wahl gekommenen drei Bewerber um die erledigte Dbecbürqer- me, st erstelle, nämlich Bürgermeister Dr. Roth auS Burgstädt. Bürgermeister Vogt auS Waldheim und Direktor des itallstlschen AmteS zu Königsberg Dr. Dullo, haben sich m den drei letzten Sladlverordneten-Sitzungen öorgeiteüt und ihre Ansichten Über die Lellung eines KommunalwesenS vorgetragen. Die Wahl wird nun bald vor sich gehen. (faff. Ztg.) Marburg, 25. Febr. Professor Schücking, Staatsrechtslehrer an der hiesigen Universität, erhielt vom Fürsten von Lippe für sein Eintreten für die Rechte des Hauses Bicsterfetd eine goldene Denkmünze, die zur Erinnerung an den Lippischen Thronfolgestreit geprägt wurde. Vcrml|4>t€»e • Berlin, 26. Febr. Graf Pückler»Klein-Tschirne wurde gestern nachmittag aus dem Hotel, in dem er logiert, von einem Kriminalbeainten abgeholt. Das auf 3 Monate lautende (Gefänbnis-)Urtell ist kürzlich rechtskräftig geworden, ohne daß der Graf sich zum Strafantrilt gemeldet hatte. Der Graf wurde deshalb zur Verbüßung der Strafe nach dem Gefängnis in Tegel gebracht. • Ein Mörder? In Riünchen ist der Sohn bc3 früheren Besitzers bcS Zirkus .Bavaria*, Rieberhofer, unter bem Verbacht, ben Sohn beö Kommerzienrats Hensel erinorbct unb beraubt zu haben, in polizeiliches Gewahrsam genommen worben. Hensel ist seit 1904 spurlos verschwunden, ohne baß man sich einen Grunb hierfür benfen könnte. Ter junge Nieberhofer ist beshalb in Verbacht gekommen, well er einige Wochen nach bem Verschwinben Hensels einen Ring, ben Hensel bei einem Juwelier für 700 Mart gekauft hatte, bei bemjelben Juwelier bebeutenb unter bem Preise mit bem Bemerken verkauft hatte, Hensel brauche Gelb. Das letztere war sicher nicht ber Fall. *2Bic der Zar die Zeitung liest. Die meisten Herrscher Europas lassen sich täglich von Beamten ihres Hoscs oder staatlicher Behörden eine Uebcrsicht von denjenigen Artikeln der Presse zusammcnstellen, die von Interesse für sie sein könnten. So erhalten sie an jedem Tage eine bequeme Uebersicht über alles Wissenswerte, das die Zeitungen bringen. Sämtliche Zeitungen selbst zu lesen, würden die Pflichten ihres Berufes ihnen kaum gestatten. Aber fast alle halten sich daneben doch noch einige Blätter zu eigenem Gebrauche, schon zur Kontrolle, ob ihnen nichts Wichtiges voieuthalten wird. Anders der Zar. Nikolaus II. nimmt niemals eine ganze Zeitung in die Hand; er begnügt sich mit den für ihn zusainniengestellten Ausschnitten. Und wie werden sie zusamniengestcllt! Ein besonderes Bureau, die sog. „Administration der Drucksachen" übt eine regelrechte Zensur über jedes Druckerzeugnis aus, ehe mau es vor die Augen des Selbstherrschers ki-llcr Reu gen gelangen läßt. Diese Zensur ist eine fünffache. Zunächst sehen beiiiniuite Beamte bie in Frags kommenden Zeitungen und Zeitschriften durch und streichen mit Rotstist bas an, wffS der Zar, ihrer Ansicht nach, ohne Gefahv zu sehen bekommen bars. Eine zweite Kategorie von Beamten schneidet biete Artikel nun aus und bejeftigt sie mit Stecknadeln auf großen Bogen von starkem 'Papier. Jetzt tritt eine dritte Schicht von Beamten in Tätigkeit und entfernt alles nach ihrer lleberzeugung nicht ganz Eimvaud^reie. Was übrig bleibt,’ wird bem Chef der Administration oorgelegt, und der nimmt neue Streichungen und Unterdrückungen vor. Nun geht bas Ergebnis zwei Ministerien zur Begutachtung zu, dem des Aeußem unb dem des kaiserlichen Hofes. Resultat: abermalige Verminderung. Schließlich wird, was dann noch vorhanden ist, mit der Maschiiie abgcfujrieben, und endlich lüunovtt Oer )an,mal verdünnte Eztrakt hinaus nach dem Schlosse von Tsarskoe-Selo, zum Kaiser. So lange der General Trevvw noch lebte und Palastkommandant war, nahm er noch eine sechste unb allerletzte DurchsickK vor, bie nicht immer die mildeste war. — Das ist bie einzige Fühlung, die der Zar mit ber Presse, mit ber öffentlichen Meinung unterhält. Ist es da ein Wunder, wenn er von bem, was in feinem Riesen^ reiche vorgeht, von den Stimmungen und Wünschen seines Volkes, von, den Leiden, benen es ausgesetzt ist, so gut wie gar nichts! weiß? Hin und wieder kommt es wohl vor, baß ein Großsürsti oder eine Großfürstin — am häufigsten deS Zaren Schwester, die Großfürstin Xenia — ihm ein Zellungsblatt bringt, und iljn auf einen Aussatz darin aufmerksam macht. Der Zar liest, lächelt, zuckt die Achseln und glaubt nicht ein Wort davon. Ist er bodj überzeugt, selbst weit besser unterrichtet zu sein. Eine direkte Bahnverbindung Paris — London scheint jetzt seiner Verwirklichung nahe gerückt. Wie der Techniker Dr. A. Neuburger, in einem reichiliustrierten Aufsatz über „Unterseeische Tunnelbahnen" im neuesten He st (11) der illustrierten Zeitschrift „Zur Guten Stunde" (Deutsches Verlags- haus Bong & Co., Berlin W. 57) auSeinanversetzt, will man jetzt damit beginnen, den K'angl -wischen Dover unb Calais äu untertunneln. Auch sonst bietet das neue Hest sowohl in belletristischer wie in belehrender Hinsicht eine Fülle von Stoss. Vor allem sind es die beiden großen diomane: „Der Weg zur Liebe" von L. Malten mit seiner spannenden, bewegten Handlung und „Heddas Heirat" von Hirschberg-Juva mit seinen eigew arttaen Charakteren, die ein icgcd Interesse wachrufen. Arthur Achleitner, der Schilderer bayerischer Dauern- und Jägertypen, ist . mit einer Novelle „DeS Föriters Gravkranz" vertreten, und von dem jüngst — leider so früh — verstorbenen Poeten Heinrich Hart findet sich ein letzter Beitrag: „In Einsamkeit". Ueber die letzt so et ventilierte Frage der Vererbung und er&lidjen Belaitung plaudert Dr. meb. Lewinski in einem Artikel „Vererbung von Krankheiten", unb bie Beilagen „Ersinb- ungeu unb Gntbedungen" und „Für unsere F-rauen" enthalten eme große Zahl wissenswerter uno praktischer 'Neuheiten. Zum schlug sei noch aus die vorzüglichen sckiwarzen und farbigen Bilder des Hcsteö Ijmgeroiefen. ** .Alkohol und Inspiration. Wie bekannt, hat MrVtm^er; %lt ^syanater Dr. van Vleuten in der Seit- ^ser°rllche Mo" die Antworten auf eine Umfrage Deronentlidjt, die er an lo0 ber bekanntesten deutschen Dichter und Stötiitfttllü: gerichtet hatte. Es handelte sich bei dieser Umfrage un wesentlichen darum, ob der Alkoholgenuß die dichterische Pro- duktivu günstig ober ungünstig beeinflusse. Es dürfte interessant !rr■?,Xllrt,ercc 11'aU fast gleichzeitig in Schweden bie dortige OL)clI|u)aft öer abstinenten Studenten, die mehrere Tausend Mitglieder zahlt, eine ähnliche Umfrage an zahlreiche bekannte Künstle^ und Schriftsteller der bedeutendsten Kulturländer richtete. Die oTcgc lautete: „Ist der Alkohol nach Ihrer Ansicht geeignet, aut die kunstleriiche Tätigleil fördernd wer hemmend einzu- Wirten?" G- ist bezeichnend, bau ebenso wie bei Tr. van Bleuten-5 llmtrage auch hier die Mehrzahl der Antworten dem Alkohol leine» guimigcn Ginflutz such,rieb. Unter den Üünstlern, die die gestellte tftagc bcaiiuDücict haben, befindet sich aua, der bc* riibmic Bahndrea^r aus dem Gebiete moderner Plastik, der Fran- zow Auguite Wohin, dessen Antwort fotgenoermatzen lauicl: „Der Aitoyol hat mcpid bei den Lun st lern zu suchen. Die, bie aus ihm it)cc Umgebungen schöpfen, sino meistens, wie ihre Werke, einer irühen Vergeffeuhcit geweiht". Roa, lakonischer m die Antwort unseres stauDSmannes Gustav Frentzen. Ut Idyreibi: „Sazon ein Fingerhut Alkohol fchwääk bei mir alle feineren Zähigkeiten". Sehr achialtcristifch in auch die Antwort Björiisijcriic Bivrnsons: „Wenn im etwas imrcibcn soll, dar, ich leine gelingen Getränke geniesten, das stört mich. Und have ich am -tage vorher nur etwas mehr gctrunlen als gewöhnlich zum 'j.'uiiage|icn, so merke ich das gmai an meiner InoiSpoiilw». Uiue anoere Beobachtung: Ich tonnte, wenn ich etwas gcitunu-n i:atte, reiche Phantasien haben, merkwürdige Charakterbilder jehen: aoer sie loaren nicht geiund. Sehr oft kam auch etwas Unwahr förmliches hinein, in )cbem Falle etwas Gezwungenes, ^ch inugte |ie immer nnbenuht lassen". ' Frauen Universität in Sibirien. Der langersehnte Wunsch der Intelligenz in Sibirien, eine eigene Hochschule lur Frauen in Sibirien zu besihen, wird, wie ber „Pester Lloyd" mitteitt, iept in utiuliung gehen, Hunderte sibirischer Mabwen mw Frauen, vom Drange nach Biwung und Xßiiicn getrieben, Vilegeii Qtijui.riia) ihre jerne veimat zu vertanen, um in Petero> üurg ober Moskau eine höhere Frauenschule zu besuchen. Die jieiic bicicr sibiriichen Frauen gestattete sich manaienal sehr schwierig^ weit cs ihnen ostmals an Pkitteln mangetl, um bie Kosten ber weiten Reise aus de» fenUiegcnDen iOrtschaiten Sibiriens, wie aus jtiansbaualun ober oec Prinwivstatagegend, bestreiten zu lunnen. In diesem Jahre hat bie Uniueriuat von Toinsl ihre Piorten auch ber studierenden Jugend weiblichen Geschlechts gcolinet, aoer die Zahl der euigeuoncnen Mädchen um) Flauen war so grotz, datz viele von ber Universität juruageiuicien werden mußten. Und so reiste ber Plan, in Tomsk, wo oie uniocriuät und die Technik über vorzügliche Lehriräste verfugen, eine leib* ständige Fraucnuniversität zu begrmiben. Die Petersburger Bureaulralie maujte zwar den Versuch, ber Verwirklichung imies Prmies L>uiderniiie in den Weg zu legen. Das Geiuch der kJe- grunoerui ber Fiauenuniversital, Frau Sergieiu, lag m Petersburg lange Zeit hindurch unerledigt, uno erst vor kur-e.n trat die Atuwoil ein, baß bie Eröffnung dec Frauenuniverstlät m Tomsk ausschließlich von der Bewilligung des Kurators des me|i|ibiri|ü,t:ii steyrvezirts abhängt. Tiefe Deidilligung wurde nun cu-eutu und bie Urossnung der 5iautnunioci|uat ciioigtc schon im oanuar 11107. Vorderhand werden nur zwei Fatuiiuieil, oic phito|Ophisch»e und die hislvriiche eronnel, muyteiib die Uroiinung anderer Fakultäten erst nach vollständiger Kompleltieruiig ot» k'eytt.ct|uiiutv itiuiuen dnr.ie. Uno wie u.ug d-w oeournnv nau, em je Frauenuniversiläl in Sibirien war, kann man aus ber -tai» laux ersehen, baß in Tomsk allein sich hundert Mädchen zur Austiahme in bie neueröffnete Hochschule augemelbei Haven. 'liuiift ueiO rvi^cnschajt. R. B. Darmstadt, 25. Febr. Ter hiesige Musik- vecein 'begeht am heutigen zage die jeltuie Feier seines / u ) u b r i g t n IubilaitinS. Ur ist bannau, nicht nur einer der ältesten Vereine ber Staat, sondern amu ber Muiikvereine in Deutschrand Überhaupt. Ui» halbes Jahrhundert hindurch sahne den *ingculeiiiiao o.r hochverdiente X,o|mU|i(DireUoi- Kart Atua- beus lut a n g o i o , uno vom Jahre ibou untersteht bie «äugen schar der Ztuung ues Dvslapeltineisters So,rar kvmtui oc ü u u ii, ber es verstanden hat, die musitalischen Darvietungen des k>erein» zu Hoher kunstterischer Vollendung zu gestalten. Den langtahrigen hochondienren Vorsißendc», «laotveroroiieien Woissteyi, eyne Der Verein aus Amug des Jubiläums durch feine Ernennung zum Uhrenmügtied. Zur Feier des Tages faiu) heute mittag rm stuor. «aatuau eine akademische Feier statt, oec auch «. it'. .\). ber Grog Herzog uno I. St P. die G r o ß h e r z v g t n, sowie Puw- .;cs,in kubioig von Baueiiberg uno niete ’Jioiauüuäteii ber scaol, darunter die ibiinister G n a u r h und Braun, beiwohnten, 'vtaiy bem Ghor „Faitchzet, froljloriet" aus dem Weichnaunooratviiuni von ^oh. Seo. Vach unter Mitwirkung ber voirapeite, hielt Pro- sideur WolsSkehl eine liesciupfunbene Fesranipiaase, worin er an die Zeit oer Gruiibung bes Vereins erinnerte, ui oer es raum cm z'ußenb Sralorienoereine in Denlfchtaiw gao. Die Zahl oer äJiiigiicoer, bie ba.nais VI betrug, fei jegi aui oJU ange.oachieii, ein Zeichen, daß der Verein in oer BurgerfchUsl volles ^nrerene miO Verständnis faub; er have sich aus Uniun Anfängen heran», zu iinem wahren kunstinstiiut ciuiuidctt, des,en Ghor aus 1/u Mitgliedern besteht. Der rnednec gedachte bann ber verschiedenen Dirigenten, besonders ber langjährigen, unermüdlichen Tätigtest des ZosiatS de Saun wird sprach zum Schlutz dein Großhetzog, den Vertretern der Behörden unb der Presie seinen Dant |ur bas jederzeit ivoi.üDOiienoc ^ntrsegenwmmeu aus. 'Jiauj der darbe brachte der Vorstand des MännergesangvereiiiS „vumanstas" uno eine Abordnung de» Ruhifajen Gesangvereins bem Verein bie besten GlucUvüusche dar, und dann zeichnete der Großherzog fpcmi Wulfslehl persönlich mit einer Ansprache ans, mbeui er ihm die g t) l d e n e M e o a r l l e für Kunst uno Wissenicyast um ber Ve- stimnrung verlieh, daß die ibieoaille von dein jeweiligen Präsidenten des Vereins getragen werden solle. Uüi Sichutzchtir beenoeie die schone Feier. Litcrarijcyc». — Der Kunst wart, Rundschau über Dichtung, Theater, Musik, budenoe und angeioanbte Künste, yeraudgeocr ß-eioinanb Avenarrus, Veriag üon Georg D. W. Galllveu- in ioiunchen. (Vrer- reriahr^ich o.uu Mk., das einzelne Dcst ohien weriX’ii soll, ist der „Kunstwart". Daß hier sei» Tob gelungen wirb, mag mancher lächernd hinnehmen. Sind bou) die Vorzüge der vor^resstichen Zestschnst langst betannt., Aber viellemu buuj nicht so allgemein, daß nicht noch jemmib für d»e Folgeichast oie,es Führers angeworoeii werden tonnte. Wayruw es yut teine io,., saht, ihm zu folgen: er geyt sicheren, ruhigen Schrittes, beiomieii wählt er seinen weg, nie laßt er sich durch ^ersotguug trügerischer Phawrne hinreigen. Z,t es mr den Inyaver eurer sotchc» Vei- trauerispostens rucht arrein schon XWb genug / Weil» Nicht, so iod hier auch gesagt sei», dsug er uns das große Fetd, ui de..r er uns testet, erfchop,end zeigt, bag er kaum eine Schönheit, ent 'jL’ulö euimal uergiuU daß tr uns m ehrlicher Wärme von aaeui redet, das rebenswtrt ist. — Iichait des zwesten Feoruarhestes 11xj< ; W a h t t a m p f - A c st h e 111. Vom ^eraubgeocr. — Wnhetm Jensen. Von Franz Gürtler. — Die Werte und wir. 4. Gute Vach-Kanlale. Von Langen. — Pslanzt Vuume und am rechten LTt! Von A. Thumer. — Lose Blatter: Aus Wnyelm Jensens Dichtungen. — viundschau: Vom Grausen unb Gruseln. 'Jieue strzahtungtn. Stimmuug^Jch^Lyril. l)citcrieiu)ö Voiuiarzdichter. Veruner Theater. Dresdner Theater. Munaj^iier Bheater. biat» geber fürs Dorstheater. Totenschau. Uever dwoert Franz. Glasenapps Wagnerowgraphie. Mivionctitmufsta'as ber Zeit von •\)aybn bis Mendelssohn 3. „Gnnlbd in stöln". Münchener Sezession. Dereinsbitdereien. Der kritisiert unsre Baumeister? „Führer zur Kunst." Der Gescvmack im Alltag 3. Davids Goethebüne. Tie Tanzschule Jsadvra TuncanS. Aus Frankuul Nochmals: Vogeischuv. -- Bild.rbei.agen: Jobannes vänidi. Aller scelcn: Franz Widmann. Wintenandschajt: B. F. Wcuhauo, 'Jlaa- sende Lundc: sechs Abbildungen zu dem ^lujsapc „yu.oeinbaiu". — Notenbestage: Wilhelm Kvebler-Wumbach, .\ommt her zu mir Handel und Verkehr, Volf»u>irt|d?aft. B o ni Saulus zum Paulus. 'JUxd> einem Artikel, den bet meuß. Äianbtogvabg. v üardvrff im „Tag" verölicnttichte, scherist srco in seinen Ansichten üver Borienduige eine eiNschnechend.- Wendung oolizogeii zu haben, .verr v. Karoorn betont m dem genannten Anstel, daß er eiligesehen bubt, datz bu lushcr.ge Ichross abwctse >ide valtung der MehroeitSparteien des yiaun^ tage» gegenüber den i c r in i n g c i aj a 11 e u i in Vorsenv r- kehr sich Nicht r e cht s e r 11 ß e n laue und ei citiart, daß tr von einem sachverständige» Freunoe dahin btlcort worben sei, daß das lubricngeieß in wichtigen Punkten, wie vor allem un Punite des Schußes der Schtoachei» gegeiuroer den Ge,ahren der B0rienspeiulation vcriehit sei. ns oittul nun nur zu homn und zu wünschen, bag Perr v. Maiboni gegcimoct seiner Pari., ßeiwiien seine Ansichten zur GeUuilg zu uruigcn vermag und dreie oann rm Dieicyoiag eurem gerermgten Bör,engeseß mau mehr lerudlrch gegen über ließen. Markte. Äictzeu, 26. Febr. Piarktbeilcht. Aus heutigem Wocheimiarkte tofieien: Vuuer pr. Psd. O.vd-1.00 Ml., ^nljiieieiei 1 <&t. 6—V big. 2 eiet. uO—uu P,g.. Q)aii|ccier 00—oo Psg., Uniencici 0 Pig., Maie pr. -List, v—6 P|., Käsemarre 2Srck. lr-0 Piß., Grbseu p.Psd. ld-24Psg., ilmitu p. Psd.2b-lOPsß., Tauben pr.Pr.0,r>0- 1,00'JJit., •\mi)iiei pr.>Li. 1,00—1,00 Wik., ^uyiic pr. Mtuct O,bO—1,00 Wit., timen Pt. oiuu 1,00—2,20 Hilf., i^uiiie 01. Plb. 70—60 Psg., Tiyfeniieisch pr. Psd. 62—66 Psg., Kuh- miD AlnOsieisch pr. Pirmo 60—62 Psg., Siijwcuiv- lieifd) pr. Pstilid 60—64 Psg., cu)iveinc|ici|a), gesaizm, pr. Psrinc 66 Psg., Kaii'sleisst) pr. Pse>. 60—64 Pig., vaminetsieiseh pi. Psuud ßi—64 Psg. Welsche per P|und —.— Kartosietn pr. 100 Kg. 7,00—0,00 JJIL, Zwiebetn pr. Ztr. 5,00—6,00 Wit., Wirich per ^uei 20 Psg., Aepiel per Zeuinei 20 bis 25 Wit«, m Jiuiben oo Pro., ytulie loo ^iust l>o—oo Pig, Brruen per Psd. Wit.O.Lo—o.2b, per Ztr. U—lo Wit., Weihrtirnt t er -Linst 15—VO Pig., per Zenmer Wit. o.oo—o.oo. — Wuiuijcu b—2 Uhr. Tie Marktpreise für Viel) und Frucht und die Gießener Fleisch- und tbiutpuifc am 25. (jebtuar lau?. ” 6,?,Tr »WM- mOieS.n Cd)jcn I 50 Kg. Lchlachigeivrchi | '/, Kg. 82—66 Psg. 60—62 Wit. Kälber , ,Kg.Schlachtgeiv.1OO—104'1- I , 80—84 , ochweiiie | , , , tio—61 | , , öU-M Getrerdeprerfe in M an nljti in | Biolprerse m Gießen Weizen loo kg. tu.40-ou.oo wd. yioggen 100 kg. IV.io—Oo.oo Wit. en|ioit oder Unictliuyung sühne. Gin solcher besieht z. V. m Tarmstadu Die gestrige Siede des vicichotauzlcrs wird von der Mehrzahl der Berliner Blatter in beifälligem Sinne besprochen. Beionvers ist man von der su-arien art uno Weise ueiiuwtßt, tun der ber vietu/stanzrer um uuui Zentrum ut» Gericht geht. Die „Tägl. Rundschau" sagt: Tie Rede des Reichskanzlers war orulorifch ein Wteiiierfiua uno sachlich eine oer beveu- tenoHcti kuiwgebungeii, oie icmatö vom breßiemngvirfche auvgu- gangen fmu. wtii juanl begrüßen wir es, uuß Out|i ~juiow uen lOpiereu General keim Deute uno mu noaj grußrreui Dant, oag er sich oneiiu tto ktac zu beut oer biegierung ue- kannte, auf Die Wahr ein zu wirken. Semem Programm uo n einem Zusammenwirken von Konservativen Liberalen laiui man hossnungsvoll iuitimuien. Die „Germania" nieuit, Fürst Vutow haue in seiner Erwiderung au, oie yieoc des Dr. spayn leinen giustlichen Tag gehabt. Gr war matt unb juchte augenscheinlich nach Schlagern, uhne solche finden zu können. Die „RaU-Ztg." jchrribi: Mait wird dem Reichskanzler hinfort nicht mehr den Vorwurf machen koiiiun, er scheue oen Wasiengang mit der wcilano regierenden Partei. Fiiuem er icuier R.ciuuioi 2 ng. 04 pig. | -chwarzvroi 2 ixg. uu Pig neuen Mehrheli Gelegenbeit zu vroduklivcr Mitarbeit gibt, wirti er fic noch am ehesten zufammenhalien unb wenn bad gestern ausgestellte :Xegierungs Pivgramm frisch in Angriss genommen und .«achhallig Deiricbcit witbx io ist es wohl geeignet, der Mehrheit aum über starke innere -Schwierigkeiten hinivegzubelsen. Tic „y off. Z i g." schiictzt aus der Redc des fürsten Bulont, das» dieser fuwn mit künftigen Reich otagswahlen rechne. IedensallS, so meint das Biaki, hat das Zenrruin luftcm erfabren, datz ber leitende Staatsmann alles eher al»* geneigt ist, die Streitaxt zu begraben, um mii ihm gemütlich die FriedenSpseise zu rauchen. Das „Bert -togcoi nu.u. Fürst Bülow denkt nicht daran, die GejeUschast-vyganijation nmzugestalten. Die „Poav- iiug" ist ,üt ihn nur cm Wort wie anbeie Worte. Auch wenn schon allco, was Fürst Bülow „denkt", zur Wirklichkeit wirb, bann ist längst it ü di nicht o o n enter Misch n n g liberalem mit konservativem C> c i ft Die Red e. Diese nelicii sich beite noch immer so fcinbliil) gegen aber wie zu An,ana. <^ie haben nur für eine beftimmtx Zeit Waffenstillstands grschlrjstn, au»r Periäbnl s 1 nds 1»' n 1 d' t Von staaksiminnr- schem Geiste vcriiiodjun wir in dem Bülowfllen Programm nt-chtS zu cntbcacn. Im Grundsaß handelt c8 sia, um Die Forliiibr.uigs o.r biDoeriflcn Pvlmt mit auigrscßleii liberalen Lichtern Der „Vorwärts" schreibt Fürst Bülow ge|äUt f'.d, in b.r Freude baiubei, bag die Sojiaibtmohalie nur emigc 40 Man- bäte besitzt, so sehr, Di>5 er bem Zentrum L'.utc Vorwürfe Uber feine .Vaitung bet den Stichwahlen uiiGutt, da die Sojialdcmo- trotte wnst l)öch»teiis zivct Ins drei Tahend Mondrrle belaße. Die iOfliaibciiuuruitiaKii Stimmen zählt indes, wie es idwint, ber Reichslanzlei nicht Er iuai gant Wahistrotcge, ber für eine Wrchrheit von »lonictoativen unb Nationalen fchwärnit, wie cmfl; idtß.nard ba* bcr.laitigte .Mait.il bet bin Wahlen 16bf prot^i gierte. In ber lat eröffnet bie Slaaistuufl Bülows keinen p 0 111 i 1 ui c u '?; n fl b 11 a , der neue Bahnen ertenneu Laßt GS Ist alles aus bem Arjcntk des en erneu Kanzlers geborgt, buB aui die direkte Wahlbceinilufiung buru) Briete und Miebeit by; regiirciibcn Personen. To in bl die neue Acra ans, bic Bülows icuier RegicriingSkunsl zuichreibk. Ä?Letcorologische ibepbtidjtinißpK der Station Oticstcu. Wetter Februar ltiu7 ■b G I 2- 2 ? c» w E y <* iempevatm. am >4. gcbiuar - — 8,2° 0. yiicöiiglte , , 24.-25. , — — 1,8 "C. 25. 2” 751,2 4- 4,7 4,7 78 NE 2 Sonnenschein! 25. 9" /o4,U 4- 1,2 4,3 85 ENE 2 Beit', pimmel 26. 7» 756,6 -U.4 4,1 V2 E ■/ Bed. vmunel tilicücitcv Wetterdicust. Voraussichtliche Witternug für .vcjscu am Wlitnvocb, oen 27. Februar: Meist uiib. Kerne erhevliehen RieDerlehläge. Etwa» milder, wiäßige weslttche Winde. Ul t ö 6 1 a 1 st tn i e. Ter Postdanipfet ,SamlanbN Der „JieD Star Linie' in Antwerpen ist laui Tclegrainni am 21. Iebrnar wohlbehaltei» üt vtew-z-ori angetommen. ^-rtgtttai-0raytittcl0n«gen. Berlin, 2ti. Februar. Zu Den Aeuß er ungen befl Kaisers gegenüber Dein Retchslagvprüs tdluin schreibt der ,Borivarls": Ueber den llplimismns Des Kaisers, Daß der AnpraU Der SozialDemotralie zerschelle, jobalD die bürgerlichen Parteien sich zlisainmenschließen, wollen wir lieber Taten reden lassen. Die zur Sozialiiicn-Virnichtung geeinte Reallion wird ja in wenigen Jahren eine neue Probe au, das Gxempel machen können. Inkeresjanl und für den Freisinn niajl gerade erbaulich mögen die Aeutzerungcn beJ Kaisers über das Zentrum gellungen haben. Der Kaiser ciiuarlei von dem Zenlruin auch lunjlig eine „ersprtestliche Politik-. Gr beult also gar nicht daran, das Zenlrun» vor den Kopf zu flößen und den Freisinn in Die bisherige Rolle des Zentrums einrücken zu lassen. Breslau, LV. Februar. Wegen versuchter anarchistischer Umtriebe wurden der Maurer S>chlombs uiw der Zuschneider Stumps hier verhaftet. y a a g, 26. Febr. Tie oubftription für Die Hinterbliebenen Der Opfer der Schiffa-Katasirophe ergab bt8 ICljt 30 000 GulDen. Paris, LV. Febr. In Mont Marsan veranstalteten Streitende eilte Kundgebung, wobei es nut Gendarmen zu einem blutigen Ju|ammen|ii)ß tarn. GinG end arme rie- U| 1131er uiw mehrere Gendarmen wurden schwer v eiwunbet. rtiizza, 26, Febr. In dem Vorraum der Filiale des (L-r^due Lyonnais wurde dem Diama nkenhäitoier schiss ein Beutel nut Diamanten und Zuwelen u« Werke von über einer Million gestohlen. . ---- -----1 -1rrrs Telefonische Kursberichte des Giesseuei Anzeigerk, nntgeteik vuu der Hauk tUr Handel und Indueir Frankturtef Hörne 8j^e/e Heiehimuleibe Ü7.2U AH do. . . 85.7 U uH*ie Konsole .... 67.25 do. .... hö.8u öH % titosen .... "J6.2U Uüerucseeu . . . Üb.bv 4>e Ueelerr. UuidreuU. . Vö.e luuicu. Keuto . . 1U3.ÖU 8-0 ruiiugicaeu oene 1 . bu.uu AH 1'urtugieoeu „ 111 7u.uv 4>4ü,t iuea.6laaLsuuJ. IbUu bu. 4 >-4 0 jupuu. 6laaUuulcilie Ü2.Uu i ;e Luu». 1 Ulken tun i^uu V6.lt/ 1 urkculuBe ... . . 144.6 iH Unecü. Aluuopol-Aul. ui uu aiUftcie Argenmuer . b(.2u //, aieAiAauer . . bb.bu 4/i v,0 LUineseu . . O/Wu Aktien; liuclnun Gum..... 238wb Huuei ui Jti. W . . —.— l cudeuz: schwach. Ueihncr ilörie, 26 Cauada K B......164.6'/ Durwitadter Bank . . . 136.5 Deuucue Biuik .... 242.4 liununiuuer-Luiou C. . 62.5 Dreeduer Hauk . . Iöh.Iu 1 eudeuz. schwach. ie, Gleisen. 26. Februar, 1.15 Uhr. Licktriz. Luhinejer . 183.00 Elektnz. Schlickert . llu.tiö Eien weder Bergwerk 244.U0 ueleenkircheu Bergwerk . zuU^O iiumuurg-Auienk. l'uketl. 146.30 liarpcner Bergwerk. . . 216.10 Luuruüütte...... 242.U0 .Xurdd. Llujd . ... 126.25 uuenchlt». Eisen industrie 116.UO Berliner iluudelsgei . 166.75 DaruiaUidter Buuu . . . 186.80 ucuLsche Bank . . . 241.70 bculscü-AsiuL Bank . . 172.00 1/iekuuLv-liuUJmtiuuiL . . 168.60 i/xcsuuer Buuk . . . luo.70 AicuiiukUcu.....214.30 DuiUinuie- und Ohio* Elsen lauu . . . 112.80 uuiiuuruuuhu.....— i.umuuiu. Eiseubahu . . öl 30 Udien. 6Uutuuuun . . . 146-uO 1 iiucc-Ucmi-EisunuaUu . 142Drleürichitrage 12. (115 Wohnung von 6—7 Zimmern alsbald zu vermieten Marburger Strafe 22, v. 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