1S7. Jahrgang es Blatt ALe heutige Nummer umfaßt 10 Seiteu. feJhMLni Wascht Dienstag 28. Mai 1907 Bezugspreis: ch 75 Pf., viertel- M. 2.20; durch airffrau, gasaftis* ÄÄÄ? Aitmveg IS. GauSLL '»KW^bLL i7] N "g^erstraßeL- iSctw^L iSäS^ä*? hts HWW ErenMstttt gesuchl. Weit-Änlage LU. caves Madien lie Hausarbeit ftudet gute lns- Schlwzeastr, L >«W mlein für Bufiel ^tSülstgärtchen L (03730 **» ®lautet oÄci«to **b SjjM fiu*L SA t -JÜ3 »=*, 8 ZLtzF Stete! MtLdLenylM^ ^ZsU 'LL-W ---PüerswegH- itatS HtzMtzlj Aom eoglischeu Parlament. Man schreivtuns ausunserem Leserkreise: Der auf gründlicher Sachkenntnis beruhende Artikel Ihrer Zeitung- betitelt: Das Wahlrecht in England mar unseres Erachtens sehr angebracht. Wer in den letzten Jahren ein wenig den Verhandlungen unseres Reichstags gefolgt ist und die letzte Wahlbewegung mitgemacht hat, wird sich wohl erinnern, wie oft auf der äußerlten Linken unsere deutschen Staatseinrichtungen gegenüber denen Englands und Frankreichs zurückgesetzt worden sind. Selbst Männer von umfangreichem Wissen haben in dieses Horn geblasen. Der kundige Leser konnte manchmal kaum begreifen, mit wie viel Unkenntnis oder Voreingenommenheit selbst bedeutende Parlamentarier bisweilen reden. Gewisse Herren mit roter Farbe oder stark rotem Einschlag schienen manchmal ihre Freude in der Herabsetzung unserer Verhältnisse zu finden. Da kommt ein solcher Artikel, der die weiteste Verbreitung verdient, wie gerufen. Es möge verstattet sein, die erwähnten Ausführungen noch nach zwei Richtungen hin zu ergänzen. Nämlich erstens zu zeigen, wie das englische Parlamentswesen sich im Lause des 19. Jahrhunderts entwickelt hat unb dann darzutun, wie sich in England die angeblich rein parlamentarische Macht m Wahrheit ausnimmt. Das englische Parlament stammt bekanntlich aus dem Mittelalter. Seine Basis war anfänalich sehr schmal: Vertretung des Adels und der hohen Geistlichkeit neben oder gegenüber der Regierung. Erst nach uno nach sind die anderen Kreise, zuerst London und dann andere Städte zu parlamentarischen Rechten gekommen. Gegen Ende des ersten Drittels des 19. Jahrhunderts waren weite Teile Deutschlands im Besitze einer volkstümlicheren Verfassung als England. Das Jahr 1832 brachte eine Besserung. Erst beim dritten Anlauf setzte damals der liberale Lord John Russell eine Reform durch. Sie nahm 50 Städtchen unter 2000 Einwohnern die bisherigen Parlamentssitze; außerdem durften 30 andere von 2000 bis 4000 Seelen fernerhin nicht mehr als je einen Vertreter im Parlament haben. So wurden diesen kleinen Städten, die sich im Verhältnis zu anderen nicht entwickelt hatten, zusammen 143 Sitze genommen und diese aus größere Städte und Grafschaften verteilt. Auch die Wahlberechtigung der Einzelpersonen war bis dcchin sehr verschiedenartig gewesen. In manchen Städten wählten die Grundbesitzer, in anderen nur die Zunftmitglieder. Das Gesetz von 1832 verlieh den Inhabern von Grundbesitz im Steuerwerk von 200 Mk. das Wahlrecht. Die ärmeren Leute waren ausgeschlossen. So war cs in den Städten. In den Grafschaften durften nur wählen: Grundbesitzer, Pächter, die ihr Gut auf 60 Jahre gepachtet hatten, wenn die Pacht jährlich 200 Mk. betrug, und andere Pächter, wenn ihre Pachtsumme sich auf 1000 Mk. belief. Den Iren wurde zum großen Teil das Wahlrecht genommen, da man dort schon bei einem Besitztum mit 40 Mk. Steuersatz wählen durste. 1835 wurde auch das Gemeindewahlrecht umgestaltet. Bisher hatten die Mitglieder der Stadtverwaltung das Recht, sich durch Ernennung von Mitbürgern zu ergänzen. So herrschten Familien- und Parteiringe. Auch heute ist die Gemeindevertretung noch wesentlich in den Händen der Grundbesitzer. Unsere Wahlen von Gcmeindevertretern siird bei weitem demokratischer. Von 1841 bis 1848 herrschte in»England eine ungeheure Bewegung, die sogar bisweilen einen revolutionären Charakter trug, zwecks Erweiterung des Wahlrechts. 1842 wurde dem Parlamente eine Riesenpetition überreicht, die angeblich drei Millionen Unterschriften enthielt; in Wahrheit waren es aber nur etwa eine Million. Beide Parlamentsparteien standen indes der Sache kühl gegenüber. 1848 kündigten die Führer der Bewegung eine bewaffnete Aiassendemonstration von 500000 Mann an. Es erschienen aber nur einige Tausende. Ta bliesen die tapferen Führer zum Rückzug, denn Minister Peel hatte tüchtig gerüstet. Seit etwa 1865 fand in den beiden großen Parteien eine Umbildung statt. 'Die liberale Partei unter Führung Gladstones wollte die politische Macht von den Mittelklassen auf die Massen übertraaen, das Wahlrecht aus- dehnen und durch Einführung der Zwangserziehung die Wählerschaft reif machen. Die Herren dachten wohl nicht, daß die politischen Rechte erst nach der Bildung kommen dürfen, wenn nicht Unheil entstehen soll. Mir Recht verlangten die Liberalen „geheime Wahl". Aber ihr Staats- Prinzip war „laisser faire", auf deutsch etwa Nachtwächterstaat, Widerstand gegen soziale Gesetzgebung. Die Kvnser- vativcn unter Führung von Disraeli wollten die Grundlage legen in einer Verbindung von sozialer Reform und nationalem Patriotismus, sie wollten für das Volk regieren, wenn auch nicht durch das Volk. Ihr Streben ging aus auf Gründung des „Größeren Britannien". 1866 wurde der Reformvorschlag des liberalen Lord John Russell abgelehnt. Er hatte den Mahlzensus herabsetzen wollen. Im folgenden Jahre wurde der Vorschlag des Konservativen Disraeli angenommen. Tas neue Gesetz brachte eine Erniedrigung des Wahlzensus, also eine Vermehrung der Wähler, besettigte das Vertretungsrecht von 32 kleineren £rten, verlieh aber Leuten von einem bestimmten Vermögenwärts und Personen mit „höherer Bildung" eine zweite Stimme. 1870 wurde die geheime Abstimmung Gesetz. Tann wurden Bestimmungen getroffen, um die bisher vielfach Nr. IW Erlch-i». H -rcf O monatlii dem hesfifchea Landwirt M W M W ÄJF MM M ■ M FH || A hLt H ffl H jährl. auLschl. Bcsleüg. die Siebener Familien- M » W W QT ■ M ■ ■ ■ ffl ■ W MT M H S ö Annahme von Anzeige» Z"ä▼V' 11V ■ rVvv 111V"iE» zweimal wöchentlich^ ©J? auswärts 20 Pfennig. Lretrblatl für den nretr w w x * •• /Wa < V* ** Verantwortlich für E” General-Anzeiger für Oberhesfen WM "«Xu« Uotatlonrdruck und Verlag der vrühl'schen Unw.-Vuch- und Steindruckerei. H. lange, vedaktion, Expedition und vruckerei- Schuistrahe ?. N MHMtzn, t M» 1. Juui oder Ipte Bahnhofftratze Ä, L idcs, flitzt, tot™ guten Lohn auf 15. M t SchiÜeritr. M o. Afa 7 Uhr 35 Min. Vvr der Landung sprach Gardiner (Daily JlQd5) dem Nordd. Lloyd den Dank für die Gastfreundschaft auö. ilonsul Ächelis dankte und sprach die Hoffnung aus, daß der Aufenthalt an Bord des „Ziethen" und in Deutschland überhaupt bei den Gasten einen angenehmen Eindruck hinterlassen möge. . Die englischen Journalisten sind kurz nach 9 Uhr hier eingetrofsen und von einer Abordnung des Senats begrüßt worden. Die Stadt trägt reichen Flaggenschmuck. Nachdem die Journalisten eine Magcnfahrt durch die Altstadt unternommen hatten, fand in dem Bremerhaus ein vom Verleger der „Weser-Ztg." und „Brem. Nachr." Schünemann dargebotenes Frühftückmahl statt. Der Gastgeber empfing mit mehreren Herren des Senates die Gäste, begrüßte he in deutscher Sprache und gab seiner Genugtuung darüber Ausdruck, daß er als Erster auf beut» chem Boden den englischen Gästen einen Gruß entbieten könne. Der Chefredakteur der „Weser-Ztg.", F i t g e r, hieß in englischer Sprache die Kollegen der englischen Presse willkommen. Die Gefühle der Freundschaft für die englischen Kollegen würden alle Bremer Bürger mit ihm teilen. Möge die englische Presse, so schloß Fitger, noch den einen Eindruck aus meinen Worten entnehmen, daß die Presse schon in der ersten deutschen Stadt, die Sie betreten haben, Ihnen einen warmen und herzlichen Ausdruck aufrichtiger Sympathie entgegengebracht hat. Chefredakteur Davidson- Glasgow führte in deutscher Sprache aus, er habe Grund, als erster der britischen Journalisten das Wort auf deutschem Boden zu ergreifen. Denn er sei Vertreter einer Zeitung, die unter allen Umständen ihrer Deutschfreundlichleit treu geblieben sei. Böse Leute gebe es Überall. Er könne sich aber rühmen, niemals das deutsche und das britische Volk zk Zwistigkeiten gedrängt zu haben, wenn er auch dann und wann ein lebhaftes Wort über die deutsche Wettpolitik geschrieben oder gedruckt habe. Ehrlich könne er aber beteuern, daß er jahrelang das Gute erstrebt habe. Er habe die Motive und Gründe der Deutschen seinen Lesern stets vom deutschen Ge ichtspunkte gezeigt. Wenn die Interessen entgegengesetzt waren, so sei er selbstverständlich britisch, rote Deutsche deutsch seien, aber trotz alledem habe er sich bemüht, die Freundschaft beider Nationen zu erhalten und fein Volk vor Mißverständnissen in deutschen Angelegenheiten zu bewahren. (Bravo!) Im Schiffbau feien die Deutschen Schüler der Briten geworden. Die Engländer achten diese ihre Schüler. Kolossal erschienen die Leistungen des deutschen Schiffbaues auch den Engländern. Ein Begrüßungstelegramm des ersten Vorsitzenden des Vereins deutscher Redakteure Ten Brink-Berlm („Germania") wird verlesen und beifällig aufgenommen. Bei dem heute abend von dem Senat für die Journalisten veranstalteten Festmahl führte der Präsident des Senats Bürgermeister Dr. Marcus den Vorsitz. Tie Reche der Reden eröffnete Dr. Marcus: Vor eiroa 300 Jahren, im Jahre des Ablebens der großen Königin Elisabeth war es, als in eben diesem an Erinnerungen reichen Saale eine große englische Gesandtschaft mit den Kommissaren des deutschen Kaisers und mit den hanseatischen Gesandten tagte. Worüber damals verhandelt wurde, steht in schroffem Gegensatz zu der geistigen Strömung unserer Tage, zu dem Anlaß, der uns die Achverehrten Gäste aus England heute zugefiihrt hat. Verhandelt wurde über die Beseitigung von Handelsverboten, die kurz vorher vom deutschen Kaiser erlassen worden waren und über die Wiedererlangung! von Handelsprivilegien, die aus alter Zeit überbammen, von Englands Königinnen aufgehoben worden waren. Die Zecken solcher Verbote und Privilegien sind heute überwunden. Em gemeinsames Band hat sich durch die inzwischen erftanbcnje Weltwirtschaft um die Wirtschaft der Völker geschlungen. Ter freie Verkehr zwischen den Völkern ist durch völkerrechtliche Verträge sichergesiellt. In dem Maße aber, wie die .Einzelwirtschaft der Völker sich zur Weltwirtschaft entwickelt hat, werden nunmehr Störungen in deren gutem Einvernehmen leider auf das Schwerste empfunden, und wie auch wirtschaftlich, so hat sich 'auch auf aUaeinein kulturellem Gebiete eine Gemeinschaft der Interessen gebildet, die in letzter Linie dazu geführt hat, daß sich die Einsicht und das Gewissen der Menschheit dagegen auflehnen, daß Meinungsverschiedenheiten zwischen den Völkern durch einen Appell an die Waffen zum .Ausdruck gebracht werden. So geht denn eine mächtige Strömung durch die gesamte Welt, durch völkerrechtliche Verträge ihre Sicherung auch dahin anzustreben, daß Differenzen zwischen den einzeln^ Völkern nicht zu ernsten Störungen des Friedens führen. Diesm hohen Aufgabe ist die binnen kurzem im Haag zusammentretende Friedenskonferenz gewidmet. Zu ihr haben auch die hohen Souveräne unserer beiden Länder Englands und Deutschlands ihre Vertreter entsandt. Wir alle wünschen von Herzen, daß der Konferenz ein guter Erfolg beschieden sei, wie wir den hohen Auftraggebern für die Entsendung ihrer Vertreter zu dem großen Frieds ns werke zu tiefstem Danke verpflichtet sind. So darf ich Sie beim bitten, mit mir sich zu vereinigen! zu einem Hoch auf S. M. den König Eduard VII. von Großbritannien und Irland und S. M. den Deutschen Kaiser und König Wilhelm II. Ihre Majestäten leben hoch, hoch und hoch! Bald darauf ergriff er abermals das Wort, um in englischer Sprache die Gäste zu begrüßen. In dieser Rede wies Marcus auj die natürlichen Schwierigkeiten hin, die es den Böllern erschweren, sich gegenseitig gerecht zu werden, und betonte, daß die Bremer das allergrößte Gewicht darauf legen, freundschaftliche Beziehungen zu den anderen Nationen und gam besonders zu England zu pflegen. Redner schloß mit dem Wunsche, daß der Journa- listenbesuch ein neues Baud zwischen England und Deutschland knüpfe. Die Rede klang aus mit einem Hoch auf die Gäste. Im Namen der englischen Journalisten erklärte sodann der Präsident des Institute of Journaliste, Wilxon, als Engländer empfinde er es auf das lebhafteste, daß unser , Bejuch in Deutschland gerade an jenem Teile beginne, wo die Wiege unserer Rasse gestanden haben soll. Wenn es einen gemeinsamen Ursprung der angelsächsischen Na- . Honen gibt, so liegt er an den Ufern der Weser und Elbe, Wsertrag qeben von btt Univch. iothek. 3u erfragen wc l_Uhr.____ r ein H Ems M G-M ober IS, wende tSfiSt'- ■ vorgekommenen Wahlbestechungen — gerade kein Zeichen von politischer Reife — zu verhindern. Das Jahr 1884 brachte Gladstones Reform. Der Ge- etzesvorschlag wurde von den Konservativen nur unter der Bebingung angenommen, daß eine Neuverteilung der Sitze nach der Bevölkerungszahl stattfinde. Alle Orte unter 15 000 Einwohnern verloren damals ihr besonderes Vertretungsrecht. Von der Zahl der bis dahin vom Wahlrecht. Ausgeschlossenen kann man sich eine Vorstellung machen, wenn man erfährt, daß dieses Gesetz etwa zwei Millionen neue Wähler schuf. Auch heute ist ja noch eine große Anzahl Personen infolge mangelnden Besitzes oder einer gewissen Unstetigkeit im Wohnsitz ohne Wahlrecht. Man hort oft: In England ist parlamentarische Regierung. Die Regierung muß dort weichen, wenn sie überstimmt wird, und so kommt man zu der Meinung eine Parlamentsauflösung sei eine Art Gewaltakt und ver- toße gegen das parlamentarische Prinzip. Es liegt da ähnlich, wie in der Zeit kurz vor der ersten französischen Revolution. Damals glaubte man in Frankreich, gestützt auf die unrichtigen Darlegungen von Montesquieu und Voltaire, an die angeblich in England herrschende völlige Trennung der gesetzgebenden und der aussührenden Gewalten und richtete sich in den Körperschaften der Revolution in unsinniger Weise ein. Die Minister durften ihre Gesetzesvorschläge im Parlament nicht vertreten. — Was lehrt nun die Geschichte des englischen Parlamentslebens ? Das englische Parlament wurde in den letzten 26 Jahren aufgelöst: 1880 von Lord Beaconsfield. Die Neuwahl brachte eine liberale Mehrheit. 1885 erjolgte die Auflösung durch Lord Salisbury; 1886 wurde Gladstone (liberal) gestürzt; Folge: Parlamentsauflösung, nach einjähriger Dauer 1892, im Jahr vor dem natürlichen Ende. Das Wahlergebnis ergab eine Niederlage der Konservativen trotz erfolgreicher Regierungsperiode. Ein englischer Geschichtsschreiber bemerkt bei dieser Gelegenheit: „Es gibt immer eine Anzahl Wähler, die es für gut halten, der anderen Seite wieder einmal Chancen zu geben, und sie stimmen dann für die Opposition." 1895 löste der liberale Lord Rosebery das Parlament infolge einer Niederlage in einer eigentlich unbedeutenden Frage auf. Die Neuwahl brachte den Konservativen einen großen Erfolg. Also wieder einmal Abwechslung. Auch fehlt es nicht an Beispielen für das Regieren mit einer Minderheit. So übernahm 1852 der konservative Lord Derby die Regierung, obwohl seine Partei Die Minderheit im Parlament hatte. Dasselbe geschah 1866 nach Ablehnung von Lord Russells Reformvorschlag. Lord Derby und Disraeli übernahmen die Regierung trotz der Minorität ihrer Partei. Ein Gleiches geschah 1885 nach Gladstones Sturz. Nachfolger war Lord Salisbury. Trotz Ablehnung seiner Home Rule Bill mit 419 gegen 49 Stimmen durch das Oberhaus regierte Gladstone weiter. Er hatte zwar im Unterhause eine liberale Mehrheit, die ihm aber nur widerwillig in dieser Frage folgte. Daß das englische Volk nicht hinter Gladstone ftano, sondern wie die Mehrheit des Oberhauses dachte, zeigte die im nächsten Jahre erfolgte große Wahlniederlage des berühmten liberalen Redners. Grau ist alle Theorie; das zeigt sich auch bei einer eingehenden Betrachtung des Verfahrens in dem „parlamentarisch" regierten Csngtanb. Wo gab es mehr Parlamentsauflösungen!? In unserem Reichstag oder im englischen Parlament? Wie ist eS in dieser Beziehung mit dem Volkswillen? Nur wenige Personen scheint es doch zu geben, die sich ein wirkliches Bild von den Zuständen und Einrichtungen unserer großen Dilturvölker machen können. Es ist des Verfassers dieser Zeilen feste Ueberzeugung, daß, wenn einmal eine gründliche Nebeneinanderstellung der Verhältnisse in Deutschland, England und Frankreich gemacht würde, ein Resultat heraus käme, dessen wir uns gewiß nicht zu schämen brauchten. Mancher, der heute unzufrieden über unsere Verhältnisse redet und auf die Fremde hinweist, würde hübsch verstummen. Gewiß, wir können auch manches von der Fremde lernen, diese aber auch von uns. Statt der Massenbesuche von Parlamentariern, Würdenträgern und Journalisten wären Einzelbesuche sprach- unb sachkundiger Staatsmänner, Parlamentarier und Journalisten unseres Erachtens viel besser geeignet, einen gründlichen Blick auf die Höhen und die Tiefen der fremden Kulturvölker zu tun. ' Außer Sprach- und Sachkenntnis gehört dazu noch Freisein von Voreingenommenheit, Leutseligkeit und der Mut, feine Nase eben überall hin zu stecken, selbst zu sehen und sich nichts aufbinden zu lassen. Ter Gewinn wäre gewiß ein doppelter: das Auffinden von Nachahmenswertem unter Berücksichtigung des andersgearteten Volkscharakters u. dgl. und die Fähigkeit, unseren Nörglern den Mund zu stopfen. Da wir im allgemeinen sprachkundiger sind als Franzosen und Engländer, könnten so doch auch manche mitunter haarsträubenden Irrtümer über unsere Verhältnisse beseitigt werden. Freilich dürfte es nicht vorkommen, wie 1901 in einer Versammlung, in einer engL Universitätsstadt, daß ein Deutscher, der offenbar feine eigenen Landeseinrichtungen nicht kannte, sein Vaterland schlecht madjt Der aute Mann sagte nämlich, wir hätten zwar ein Gesetz, das allen Arbeitern eine Pension gewähre, aber man beklage die Beschränkung der politischen Rechte. Er verwechselte die Wirkung einer Armenunterstützung bei Gemeindewahlen mit denen des Altersversiche- rungsgesetzes. Englische Journalisten in Deutschland. Bremerhaven, 27. Mai. Nach angenehmer glücklicher Reise erreichte der Lwyddampfer „Ziethen" mit den englischen Journalisten an Bord heute früh 2 Uhr Bremerhaven. Tie Landung erfolgte um 7 Uhr, Die Weiterreise nach Bremen um Mir sind Vettern, und wie es bei Vettern manchmal der Fall ist, daß sie bisweilen vock Eifersucht und Ne(b en bmhler schäft geplagt werden, so ist es auch Lei uns. Aber wir Engländer vergessen niemals unsere teutonische BlutverwandtschcvfL. England und Deutschland haben auch Seite an Seite gekämpft, aber nie gegeneinander. Wir wünschen nur immer mehr, Ihnen befreundet zu werden, Ihre Gedanken und Bestrebungen,'soweit möglich, kennen LU lernen, und wir sind ,'von der Ueberzeugung getragen, daß sie wohl vereinbar sind mit der Förderung imserer eigenen Ideale. (Lebhafter Beifall.) Hiernach führte Zunting! '(„Contemp. Rev.") aus, es gebe in der Entwicklung der beiden Länder nichts. Was sie zu einem Konflikt führen rönne, wenn nur die beider- geitiaen Beziehungen unter dem Einfluß der Vernunft gepflogen würden. Von den angesehensten und einflußreichsten Kreisen sei anerkannt, daß jede Nation ein lebhaftes Interesse an dem Gedeihen der anderen habe. Die Erwägung dessen, was für die ganze Welt am ersprießlichsten ist, sei ein Korrektiv für gegenseitige Mißverständnisse. Alle «Fragen des Volkslebens müßten von diesem Gesichtspunkt betrachtetwerden. (Beifall.) Der britische Bizekonsul Haag «brachte dann das Wohl des Bürgermeisters Dr. Marcus jaus, und Chefredakteur Sidney Low („Standard") toastete auf den Senat und das Gedeihen des Staates Bremen. Low führte aus, bereits im Mittelalter seien die Kaufleute der deutschen Seestädte in England bekannt gewesen. Auch heute würden die bedeutenden Fortschritte der Hansestädte von England ohne Neid und Eifersucht beobachtet. Redner «gab dem Wunsche Ausdruck, daß die Hansestädte sich auch weiterhin glanzvoll entwickeln, und daß die Konkurrenz zwischen den beiden Nationen zur gegenseitigen Anerkennung, zum Frieden und, zur Freundschaft führen möchte. An das Festmahl schloß sich eine Besichtigung des historischen Ratskellers, in dem ein Schlußtrunk einge- !nommen wurde. ' * Soweit die uns heute aus Bremen vorliegenden Berichte. Blicken wir nun jetzt unsere Presse an. Da gibt es nicht wenige Blätter, die in Begrüßungsartikeln dies welterschütternde Ereignis bejubeln und sich im Uebcrschwang der Gefühle nicht genug tun können in Lobeshymnen auf das „gute Verhältnis" zwischen Deutschland und England, auf die „engen Beziehungen", die '.beider Länder Herrscher miteinander verknüpfen, die „stammes- verwandten Gefühle" beider Völker und ähnliche schöne Dinge mehr. Der unbefangene Zuschauer wird sich angesichts solcher Morte kaum eines Lächelns erwehren: sind doch erst wenige Wochen vergangen, da las man aus Anlaß der Reisen König Eduards ganz anders, da waren cs nicht bloß Schwarzseher, die vor Englands Einkreisungspolitik warnten, da waren Worte wie das vom „perfiden Albion" und vom „brutalen Britannien" mo.ch billig wie Brombeeren. % Und doch iff eins so falsch wie das andere. Unter dem jUeberschwang der Gefühle leidet unsere Würde jetzt ebenso, wie «früher unter der Nervosität von Schwarzseherphantasien. Ueber- itriebene Geschäftigkeit, künstliche Herzlichkeit, auffalleirde Liebe- Menerei vor den englischen Journalisten drängen ruhige Besonnenheit ganz in den Hintergrund und die alte Affenliebe der Deutschen für ^lles Ausländische wird wieder einmal bemerkbar. Der vorjährige Besuch der deutschen Redakteure auf englischem Boden ward auch gefeiert als der Markstein, vor: dem aus in der Haltung der Presse beider Länder wie in den Beziehungen der beiden Völker eine erhebliche Aenderung zum bessern jausgehen werde. Diese Hoffnung ist vorläufig nicht einge- ftreten. Die deutschen Journalisten haben eben nur auf dem Wege der gesellschaftlichen und persönlichen Annäherung den ersten tastenden Versuch gemacht, auch da, wo Mißverständnisse und Interessengegensätze dfrohen, ein menschliches Begreifen an- jzubahnen und zur Milderung unnötiger Schärfen und zum besseren. gegenseitigen Verständnis nach Kräften beizutragcn. Dieser Versuch mußte naturgemäß durch die Erwiderung des Besuches seitens ibfer englischen Journalisten seine Fortsetzung und Ergänzung erfahren. Das war zunächst die Anstandspflicht der Engländer. Aber wir möchten der Hoffnung Ausdruck geben, .daß die Reise der englischen Redakteure durch Deutschland gute Früchte tragen, unseren Gästen mannigfache Anregungen und .erwünschte Aufklärung titet manche dem Ausländer wohl recht schwer zugängliche Fragen bringen mögen. Es ist unser aufrichtiger Wunsch, daß unsere Gäste empfinden möchten, wie das deutsche Volk Gastfreundschaft mit ehrlichem Herzen bietet und sich freuen würde, wenn alle festlichen Veranstaltungen zu einem besseren gegenseitigen Verstehen der beiden Völker führten. Insofern sehen wir auch in diesem Besuch eine weitere Station auf dem Wege zu einer guten Verständigung zwischen den beiden mächtigen Staaten Europas. Aber wir hegen diese Ueberzeugung! nicht aus überschwänglichen Hoffnungen heraus. Deutscher Reich. Berlin, 27. Mai. Heute empfing, der Kaiser den Bischof Demnrel, den Staatssekretär Dornburg, den Unterstaatssekretär von Lindequist, den Direktor Dr. Contze, ,den Gouverneur .Dr. Seitz. und, den Gouverneur v. Schuckmann. — Entgegen einer hannoverschen Meldung erfährt die >,Kreuzztg.", daß lediglich Sachsen den Schiff- fahrtsabgaben ablehnend gegenüberstehe; Mecklenburg habe sich dagegen auf der jüngsten Konferenz in Gemeinschaft mit den übrigen Elbuferstaaten auf den .preußischen Standpunkt gestellt. — Ter V e r t r e t e r t a g der n a t i o n a l l i b e r a l e n Partei sollte in diesem Jahre, einem Beschlüsse des Goslarer Parteitages zufolge, in Kassel abgehalten werden. Gründe, die sich aus der innerpolitischen Lage ergeben, lassen es jedoch als zweckmäßigerscheinen, den ersten Parteitag nach den Wahlen für dieses Jahr nach Wiesbaden einzüberufen. Hamburg, 27. Mai. Der heutige Gedenktag des >fechzigjährig en Bestehens d er H ambürg-Amerika-Linie führte zu großartigen Kundgebungen im Hamburger Verwaltungsgebäude der Reederei. Ter Kaiser bestätigte sein Interesse durch zahlreiche Ordensverleihungen und Auszeichnungen an Beamte und viele Arbeiter. Braunschweig, 27. Mai. In der heutigen Sitzung des Landtages stand der Antrag der staatsrechtlichen Kommission betreffend Feststellung der landesfürstlichen Rechte für die Dauer der neuen Regentschaft zur Beratung. Der Antrags die Zivilliste auf 1 125 000 Mark festzusetzen, wurde mit 41 gegen 6 Stimmen angenommen. Sodann brachte Staatsminister von Otto für die Regentenwahl den Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg-Sch w e r r n in Vo r s ch l a g. Die Wahl soll morgen vor sich gehen. Rheydt, 27. Mai. Die Berliner Tiefbaugesellschaft hat plötzlich die gesamten Kanal isatio ns arbeiten eingestellt und 600 Arbeiter teils entlassen, teils anderwärts beschäftigt. Es verlautet, daß die Gesellschaft eine h ö h e r e B e z a h l u n g, als vereinbart war, von der Stadt wün s ch t._______________________ Ausland. London, 27. Mai, (Unterbau2.) Der erste Kommissar für Arbeiten und öffentliche Bauten Harcourt legte einen Gesetzentwurf vor, durch den für eine v er mehrt e A n z ah l klein er Landgüter gesorgt werden soll. Harcourt schildert die mit der Entvölkerung des platten Landes verbundenen Mißstände und erklärt, die Gesetzesmaßregel soll der Entvölkerung Einhalt tun. Die Bill ermächtigt die Graffchafts- räte, Land zur Errichtung kleiner Landgüter zu erwerben durch Pachtung oder Kauf und zwar nötigenfalls durch Expropriation. Falls der Grafschaftsrat nicht die von der Bill vorgesehenen Vorkehrungen trifft, soll das Ackerbauamt Kommissare ernennen, die anstelle des Grafschaftsrats handeln und die von diesen gemachten Ausgaben einziehen. Die Bill stellt die wichtigste Agrarmaßnahme der Regierung in der gegenwärtigen Tagung dar. Im weiteren Verlaufe der Sitzung werden an den Staatssekretär Gladstone Anfragen gerichtet, ob die russischen Sozialisten, die jetzt in London eine Konferenz abhalten, von der Londoner Polizei beobachtet werden und ob die dabei erlangten Informationen der russischen Polizei mitgcteilt werden würden. Gladstone erwidert, die russischen Sozialdemokraten würden von der Londoner Polizei nicht beobachtet. Die englische Regierung greife niemals störend ein in die persönliche Freiheit in polit. Beziehung. Die Polizei habe ein- für allemal die Anweisung, und sie habe, ohne daß dabei die Nationalitäten unterschiedlich behandelt werden, alle Schritte zu tun, die erforderlich sein könnten, um zu verhindern, daß gewalttätige Verbrechen yn England oder sonst wo vorbereitet oder ausgeführt werden. Paris, 27. Mai. Ts.is Königspaar von Norwegen ist cheute nachmittag hier eingetroffen. Es wurde vom Präsidenten Falliöres und allen Ministern empfangen. Budapest, 27.Mai. (Abgeordnetenhaus.) Ministerpräsident Wekerle legt einen Gesetzentwurf vor, der anläßlich der vor 40 Jahren ftattgchabten Krönung Königs Franz Josef die ErrichMng eines Arbeiterkrankenhauses imb einer Reihe von Volksakademien, bestehend aus Arbeiterheim und Bibliothek, in Budapest und in der Provinz in Aussicht nimmt. Teheran, 27. Mai. (Petersb. Telegr.-Agentur.) Von verschiedenen Seiten wird bestätigt, daß der G o u v e r n e u r von Lari st an mehrere Tausend Kurdenreiter sammelt, um Hamadan in Besitz zu nehmen oder sich zum Schah ausrufen zu lassen. Die Kurdenreiter sind mit Gewehren neuesten Systems bewaffnet und besitzen mehrere Schnellseuergeschütze. Hongkong, 27. Mai. Aus Swatow treffen Berichte über den Ausbruch von Unruhen in Wongoong (Präfektur Tschin-Tschin) ein. Die Ruhestörer sind teils aus dem Distrikt gebürtige, teils aus den benachbarten Provinzen stammende Leute. Alle bürgerlichen und militärischen Beamten wurden ermordet und die Verwaltungs- gebäude verbrannt. HandwerLsLamrnertagrmg. (Original-Bericht des Gießener Anzeigers.) Darmstadt, 27. Mai. Tie Handwerkskammer für das Großherzogtum hielt heute vormittag, wie wir schon drahtlich kurz berichteten, ihre 11. Hauptversammlung ab. Nach kurzer Begrüßung gedachte der Vorsitzende Gewerberat Falk aus Mainz des in der Ausübung seines Berufs verunglückten Kammermitgliedes Kayser in Grünberg, zu dessen Ehren sich die Versammlung von den Plätzen erhob. Wecker machte der Vorsitzende Mitteilung, daß die, beabsichtigte Abhaltung eines hessischen Handwerkertages verschoben worden sei, weil man zunächst 'die Durchführung des Gesetzes über den kleinen Befähigungsnachweis abwarten wolle. An der im nächsten Jahre stattfindenden hessischen Künstausstellung werde sich die Handwerkskammer beteiligen. Der Vorsitzende ersucht schließlich dahin zu wirken, daß die Gesellen möglichst zahlreich an dem Besuch der Vorbereitungskurse zu den Meisterprüfungen teilnehmen und weist auf die Berichte der Kreisschulkommissionen hin, in welcher ein erfreulicher Fortschritt des fachlichen Unterrichts konstatiert wird. In dem dann verlesenen Bericht über die Tätigkeit des Vorstandes wird bemerkt, daß .das verflossene Geschäftsjahr nicht nur eine stetige Weiterentwickelung und Ausdehnung der Geschäfte der Kammer gebracht, sondern auch eine Reihe bedeutende Erfolge für die Handwerker gezeitigt habe. So sei dsas Gesetz über den Befähigungsnachweis im Baugewerbe vom Reichstag genehmigt, die Vorlagen über die Sicherung der Bauforderungen und den sogenannten kleinen Befähigungsnachweis seien im Mlgenreinen beratungsfertig und würden voraussichtlich noch in diesem Jahre zur Verabschiedung gelangen. Was insbesondere bezüglich des letzten Gesetzes in den Verhandlungen des Reichstages mit seltener Einmütigkeit im Eintreten für die Wünsche der Handwerker zur Diskussion gebracht wurde, berechtige zu den besten Hoffnungen für die Annahme auch dieses Entwurfs. Tie Handwerkskammern hätten an dem Zustandekommen dieser Gesetze den größten Anteil und die Regierungsvorlagen stützten sich in weitgehendeiu Maße auf die von den Handwerkskammern beantragten Entwürfe, resp. wurden durch letztere modernifiziert. An den letztgenannten Gesetzentwurf habe die hessische Kämmer noch in ganz besonderem Maße mitgearbeitet und der Bericht protestiere gegen die Darstellung, als ob die Handwerkskammern an , dem Zustandekommen dieser bedeutsamen Gesetzentwürfe einen wesentlichen Anteil nicht hätten. Der Bericht weist dann noch auf den gedruckt vorliegenden Jahresbericht hin, aus welchem die weitere Tätigkeit des Vorstandes näher erhellt. Auf dem Gebiete des Lehrlingswesens, das einen sehr bedeutenden Teil der Vorstandsttckigkeck beanspruche, lasse sich eine stetig fortschreitende Besserung der früher ungeordneten Zustände deutlich erkennen, ebenso seien bemerkenswerte Fortschritte in der Ausgestaltung fachlich gegliederter Fortbildungsschulen und auf dem Gebiete des Gesellenprüfungswesens erzielt worden. Ueber die Prüfung und Abnahme der Rechnung des Etats- jahres erstattete Petri aus Gießen Bericht. Der Rechnungsabschluß ergab keinerlei Anstände und schloß mit 37 770 Mark Einnahmen und 37 193 Mk. Ausgaben. Der ' Stand des Beamtenpensionsfonds betrug Ende 1906 11305 Mk. Der dann zum Vortrag gebrachte Haushaltsplan für 1908 balanziert in Einnahmen und Ausgaben mit 30160 Mk. und wurde ohne Debatte genehmigt. Es folgt ein Referat des Stadtv. Rockel über die Anlage von Kapitalien, woraus hervorgeht, daß die Kammer bei der Hess. Handwerker-Zcntral-Genossenschaft durch die Uebernahme von 15 Aktien ä 200 Mk., also 3000 Mk., beteiligt ist. Die Versammlung erklärt mit dieser Geldanlage ihre statutenmäßig erforderliche Einwilligung. Der nächste Punkt betrifft die Errichtung neuer Gesellenprüfungsausschüsse rc., wird aber als noch nicht spruchreif von der Tagesordnung abgesetzt. Ueber verschiedene Anträge betr. die Abänderung des Lehrlingswesens berichtet Obermeister Lautz- Darmstadt. Von verschiedenen Rednern wird dabei namenllich über die sog. Lehrlingszüchtung Klage geführt. Die Versammlung überweist schließlich die Anträge an den Ausschuß für das Lehrlingswesen. Es folgt ein kurzes Referat über die Abänderung der Gewerbeordnung (kleiner Befähigungsnachweis), über die Tätigkeit der Handwerker-Zentral-Genossenschaft, die Frage der öffentlichen Führung des Meistertitels rc. Schließlich wurde zur Abwehr von Angriffen der hessischenLandw irisch aftskammer auf das Metzgergewerbe einstimmig folgende Resolution angenommen: „Die Handwerkskammer erachtet es als ihre Pflicht, den Verhandlungen und Beschlüssen der Landwirtschaftskammer über die Stellung des Metzgerhandwerks in der Frage der Fleischteuerung entgcgcnzutreten. Sie stellt fest, daß der hessische Landwirtschaftsrat, als damalige Vertretung der Landwirt,chaft, den von ihm öffentlich verlangten Beweis für seine im Jahre 1905 erhobene Behauptung „die Metzger hätten von der damaligen Steigerung der Viehprcisc den größten Nutzen", seither nicht erbracht hat. Sie kann der willkürlich aufgestellten Statistik keine Beweiskraft beimessen, welcl>e die Landwirte jetzt für ihre neuerliche Behauptung aufstellen, daß die Spannung zwischen den Schweineprcisen und den Preisen für Schweine- flmfch zu hoch sei, da ihnen insbesondere bekannt sein muß, wie hoch die Ansprüche der Bevölkerung gehen und was m den Städten als „Schweinefleisch" überhaupt nur verkäuflich, ist. Die Kämmer Ijäft es für höchst bedauerlich, daß die Landwirte die Metzger als die Ursache der Fleischteuerung bezeichnen und die Ausschaltung des Metzgerhandwerls verlangen, während sie ihre Pflicht, zur Versorgung der Bevölkerung mit Fleischnahrung beizutragen, völlig außer acht lassend, jetzt schon wieder drohen, die Schweinezucht und -Mast als unrentabel cinzuschränken." Der Vorsitzende Gewerberat Falk bedauert, daß diese schwere Beleidigung eines ganzen Zweiges des Handwerkes '(Abg. Köhler hat seinen Antrag in der Landwirt- schastskammer auch mit den Worten begründet, daß der wucherische Zwischenhandel der Metzger ansge- schaltet werden müsse) von dem Vorsitzenden der Landwirtschaftskammer ungerügt blieb, deshalb solle Stellung zu diesem Vorkommnis genommen werden, zumal die Landwirtschafts- kammer ihre Tätigkeit nicht besser beginnen zu sollen glaubte, als eine andere Erwerbsgruppe in leichtfertiger Weise zu verdächtigen. Er hat das Vertrauen in den Staatskommissar, der Handwerkskammer, daß er dafür sorge, daß nichts geschieht, ohne vorher die berufenen Vertreter des in Frage kommenden Handwerkszweiges zu hören, für den Fall es die Regierung mtt den Grundsätzen der Gewerbefreihcit für vereinbar hält, hier irgendwelche Bestimmungen zu treffen. Ohne genaue Kenntnis der einschlägigen Verhältnisse 'lasse sich ein gerechtes Urteil nicht bilden. Damit war die Tagesordnung erschöpft, sodaß der Vorsitzende die Sitzung schließen konnte. Ein gemeinsames Mittags- mahl schloß sich an. Kriegsmarine-Ausstellung. L Gießen, den 28. Mai 1907. Für die Dauer dieser Woche veranstalten der Flottenverein und der Marineverein im großen Saale von Steins Garten eine Ausstellung. Sie bietet für den Fachmann wie für den Laien genug des Sehenswerten und hat den Zweck, „das Interesse und Verständnis für unsere Kriegsmarine auszubreiteii". Dabei bemüht sie sich um den Nachweis, daß wir zur See stets so stark sein müssen, daß wir unsere Küsten und Häsen gegen jeden Feind zu schützen vermögen. Auch der vielleicht mit Tendenzen des Flotten- verems sich nicht immer einverstanden erklärt, muß doch zugeben, daß die Ausstellung, welche diese Organisation uns bietet, m vielen Beziehungen äußerst belehrend und anregend wirkt. Das gilt besonders non den Kriegss chiffs modelten, deren etwa ein Dutzend vorhaliden ist. Sie bieten ein naturgetreues, wenn auch natürlich stark verkleinertes Bild der einzelnen Schiffstypen unserer Marine. Zunächst sehen wir ein Schiff der Karserklasse, das Linienschiff „Kaiser Karl der Großes im Modell vorgesührt. Ma>i darf wohl behaupten, daß der Laie, der noch nie em solches Schiff gesehen hat, über dessen Dimensionen recht ungenaue Vorstellungen hat. Namentlich wird es über das Verhältnis der Geschützgroße zu der des Schiffes sehr ost der Wirklichkeit nicht entsprechende Ansichten haben. Im Verhältnis zum gesamten Schiffsbau erscheiiien die angebrachten Geschütze recht winzig. Betrachtet mein dann aber einmal die in natura ausgestellten Gejchützarten, so kann man sich sehr leicht ein Bild von den ungeheuren Dimensionen unserer Kriegsschiffe machen. Der angeführte Gegensatz tritt noch deutlicher an den Kreuzer- mo dellen zu Tage. Der Panzerkreuzer „Prinz Heinrich" unterscheidet sich durch seiii blendendes Weiß und sein glanzvolles Aeußere scheinbar recht vorteilhaft von dem stahlgrauen schlichten Liiilenschiffe. Er ist kleiner als dieses uiid weist weniger Geschütze auf. Ter daneben ausgestellte kleine Kreuzer „Gazelle" ist weit schiiiäler und hat bebeiileub kleinere Geschütze. Berben Modellen sieht man es an, daß die von ihnen bargestellten Schiffe für bie offene Seeschlacht nicht gerade äußerst tauglich erscheinen und baß sie mehr für beit Ausklärungsbienst in Frage kommen. Einen nicht so schönen Einbruck macht ber K ü st e n p a n z e r „Beowulf". Dies Modell sticht von ben vorigen scharf ab durch seinen kurzen, plumpen und dickbäuchigen Runrpf. Einen noch iveit größeren Kontrast zu den modernen Schiffsbau- arten bilden dann die ausgestellten Modelle älterer Kriegsschiffe. Eines fällt bei allen diesen sofort auf. AuS der Schiffs- wand heraus starrt uns eine große Anzahl Geschützläufe an, die bei den modernen Schiffen sich auf Deck befinden und daher eine viel größere Bewegungsfreiheit und Schußfläche haben. Dann ist ein großer Unterschied ja auch schon der, daß das frühere Segelschiff jetzt von dem Dampfschiff abgelöst ist. Das 1850 erbaute Linienschiff „Renown" kommt uns noch vertrauter vor als die beiden Schisse aus deut 17. Jahrhundert. Hier fällt gleich das reiche Tateliverk, das beste Zielobjekt, auf. Ter Rumpf der allen Schiffe ist iveit höher und kürzer als der der heutigen. An der kurbrandenburgischen Fregatte bewundern wir bie mit bunten Karrees verzierte Außenwand. Ausmerksamkeit verdienen auch die kleineren Schiffstnpen. Die Torpedoboote erwecken allgemein großes Interesse. Ausgestellt sind Modelle eines Torpedobootszerstörers und eines Torpedobootes. Erstere ist größer. Beide sind lang und schmal, fast pieilsörmig und zeigen auf Deck wenig mehr als zwei kleine Schornsteine und einen verhältnismäßig winzigen Mast. Den schmucken Schiffchen sieht man ihre Gefährlichkeit kaum an. Alan lernt sie aber achten, wenn man dazu das Torpedogefchoß vergleicht. Aus Stadt und Land. Gießen, 29. März. " Parlamentarisches. Die Erste Kammer der Stände wird dem Vernehmen nach gegen Ende der nächsten oder Anfang be& übernächsten Woche zu einer kurzen Plenarberatung zusammentreten und dabei besonders den Gesetzentwurf, betr. die Wertzuwachssteuer, zur Erledigung bringen. Neben der Verabschiedung einer Reihe kleinerer, bereits früher von der zweiten Kammer bewilligten Vorlagen, Anträge und Vorstellungen wird dann auch die Wahl eines besonderen Ausschusses von 5 Mitgliedern für die Vorbereitung der Wahlrechtsvorlage nach dem Aussühvmgsgesetz des Art. 92 der Verfassiingsurlunde erfolgen. — Der Finanzausschuß und der Vierte (Petitions- rc.) Ausschuß treten im Hinblick auf die bevorstehende Plenarberatung der Ersten Kammer bereits Ende dieser Woche zusammen. Der Finanzausschuß wird sich namentlich eingehend mit der Vorlage über die Wertzuwachssteuer, wie sie jetzt aus den Beschlüssen der zweiten Kammer heroorgegangen ist, zu beschäftigen Haden. * • Zur Universitäts-Jubelfeier. Dec hessische Staat wird aus Anlaß der 3. Jahrhundertfeier der Landesuniversität eine silberne Plakette Herstellen lassen, bie. an die Dozenten der Ludoviciana und die Ehrengäste des Festes überreicht werden. * * 5 0 000 Mark unterschlug am 14. l. MtZ. der Bankbote Arnold Lauterbach in Düsseldorf und ging damit flüchtig. DaS Geld bestand in Tausend- und Hundertmarkscheinen. Lauterbach ist am 3. 1. 86 zu Kattowitz in Schlesien geboren, 1,62—64 m groß, schlank, hat dunkel- braunes, rechts gescheiteltes Haar, ist bartlos und hat Pickeln im Gesicht. Ec war Mitglied der Heilsarmee, verkehrte auch häusig in Diakonissen-Anstalten. Auf Festnahme des Lauterbach sind 500 Mark Belohnung und außerdem 1 % des wieder beigebrachten Geldes als Prämie ausgesetzt. Lauterbach soll sich in hiesiger Gegend auf halten. • * Verhaftet wurde gestern dahier der Arbeiter Johann Frank auS Briefen, welcher vom Amtsgericht Kiel steckbrieflich verfolgt wurde. Ferner wurde ein junger Bierkutscher in Untersuchungshaft gebracht, weil er seinem Arbeitgeber Kundengelber in beträchtlicher Höhe unterschlagen hatte. UW tÄ K E Jolle Tt^ ^nd- K:Ä: L KlS’fe Plenen sorge, S ^en, des Ü5«5% “«Es"4?s a,h?s«. von Steins mn wie iiir ? nt,nt occk, Bb0§ VA 5öten iubreuen" und S'^mÄ 1ed)Vt6’nobt‘ltn .6le bieten ein natur- W*bereim£ **.*,64 ta r “Qtl der ÖroBe'.im *. d°b der Laie'dn JL* Timensronen 'U'chwlrd es über das \ ^'ises lehr oft der hodcn. Im Verhältnis e angebrachten Eejchütze r einmal die in natura »ch lehr leicht ein HJnb f“ Rneg§id)ifte machen, l'cher an denKreuzer- er »Prinz Heinrich, unter- e'B und (ein glanzvolles >em stahlgraiien jchtichten tb meist weniger Geschütze reuzer »Gazelle' ist weil schütze. Beiden SDlobetien bargestellten Schisse für st tauglich erscheinen uni in Frage kommen, fe; sleiipanzer »Beowinf. rs ab durch seinen fur-tn, bett nwbemtn SchiDau- Ile älterer Krieau 1 auf. SlitS ber SMS- ahl (Sel^ügläufe an, bie lestnden und daher eine stäche haben. Dann ist dch daS Mre Tegel- \\V Das M erbaute ! verlratM not als die tt. hier iüÜt gleich das i Der Rumps bet allen >er der heutigen. An der etn wir bie mit bunten kleineren Schijsslypen. Tn i groiliS W* smsiörcrs und eines Äi- lind lang und schm,l^ !Cl)t «13 i«‘“e,n£K igen’M faum an- ®a" eml1' phondcfioB - > Can). Siegen, 23. »» Sie Erste ««»'»'“ »"aS> W" (« leuM« «b d°b°i i*”1 fc. w°chs»e»-r, « eabf^etaS J* jJ(jW leiten famn,er L bie !en ,D‘rb ^liebetn >usl'es na^ dem er ;;nö» Penaf VSÄ* . „ Der he^tschk clfel"- ßanbtS' iundertse tt M . an b« i»n la51 d.sS°l«- t sigieng«!16 ot.* chlug uni> S1’’ uu°. ^gesetzt. JS»’Ü,Ä »»* st»» A'M'Ai-!- ch» ", tzi ei« i“»5' (einen' .»*r ’ ■ U« q 6- WWWMMM» MM lebensgefährlich verletzt. — Bei Baumholder an der Laar cklug der Blitz auf der Landstraße in eine aus drei Herren bestehende Radfahrergruvvc. Ein Radfahrer war sofort tot, der zweite wurde nur betäubt, der dritte, der die Herrschaft über das Rad verlor, rannte gegen einen Baum an und starb bald darans an den Verletzungen. Bauunternehmer Berlins sofort zu versenden. In dem ersten Schreiben werden die Nichtverbändler aufgeforbert, sofort aus Fragebogen die Zahl der von ihnen ausgesverrlen Arbeiter zur Statistik einzurcichen. In dem zweiten Rundschreiben werden alle Baugewerbelrcibende gewarnt, die von den Arbeitern auigestellten neuen Bedingungen anzuerkenueii. — Während heute die Entscheidung über die Lobnirage der Zuschneider in der perren- Lonsektwn fallen soll, bereiten sich die Herren- und Jlnabeu- Konfektionsschneider vor, in den Lohnkamps einzulreten. Es kommen dobei 10—15 OOP Arbeiter und ?lrbeiterinnen in Betrach ♦ Kleine Tageschronik. Ter wegen Duell vergehens mit Festungshaft bestrafte Bürgermeister »art- mann in Woltershausen (Thüringen) hat vom Kaller cmen Straferlaß erfahren. — Der Pfarrer Kathof aus Spittel in Lothringen i|t wegen Sittlichkeitsv erb rech e n s v er- h oft et worden. Eine Kaution von 100 000 9)11. lehnte die Staatsanwaltscliaft Saargemünd ab. — Bom Schnellzuge ^uficl» dors Köln wurde bei Benrath das Fuhrwerk eines Land- Wirts über fahr en. Der Besitzer wurde gelotet, fern ^ohn -a- Heuchelheiin b. Dießen, 28. Mai. Ein junger Mann von hier, der sich beim Kegelspiel einen Splitter in den Finger stieß, starb an Blutvergiftung. R B. Darmstadt, 27. Mai. In dem bei Pfung- ladt gelegenen Orte Hühnlein ist die Frau des dortigen Einwohners Valentin Götz plötzlich an den Folgen einer Fehlgeburt gestorben, woran aller Wahrscheinlichkeit nach der eigene Sohn die Schuld trägt. Er dient z Z. beim jLeib-Jnfanterie-Regiment^ Nr. 115 in Darm- stadt und war zu Pfingsten nach Hause beurlaubt. Tort kam t3 zwischen Muller und Sohn zu heftigen Szenen, bei denen der Sohn die Mutter in roher Weise mißhandelt haben soll. Die sofort von der Militürgerichtsbehörde ein- geleitete Untersuchung wegen TotschlagSversuchS und die Sezierung der Leiche wird jedenfalls ergeben, ob der Sohn wirflid) an dem Tode seiner Mutter die Schuld trägt. W. Marburg, 28. Mai. (Sei.) Der Direktor der hiesigen chirurgischen Klinik, Professor Küttner, hat den Ruf als Nachfolger von Prof, ©arre in Breslau angenommen. (GarrS geht bekanntlich nach Bonn an Stelle Biers, des Nachfolgers von Bergmann. D. Red.). Gerichtssaal. Berlin, 28. Mai. Unerhörte Zustände in einer Schlächterei entwickelte eine Verhandlung vor der ersten Strafkammer des Landgerichts 2. Wegen Vergebens gegen da? NahrungS- miltetgesetz mußte sich der Schlächtermeister Sachs verantworten. Ter Angeklagte verarbeitete völlig verfaulte Kuheuter, die einen pestilenzartigen Gestank von sich gaben. Bei einer Revision sanden sich in der fertig gnbereiteten Wurstmasse i n g e r I a n g e Maden und eine Tonne Schweineohren und Eisbcme, bie von Maben ebenfalls wimmelten. Tas Urteil lautete auf ein I a b r G e f ä n g n i S bei sofortiger Verhaftung. Arbeiterbewegung. Berlin, 28. Mai. Ter Z e n t r a l o e r ba n b der Z i m - merer und Bauhilfsarbeiter beschästigte sich gestern mit der Frage: Streik ober Nichtstreik! Wie dies bie Maurer bereits am eoiintag getan halten. Tie baugewerblicheu Hilfsarbeiter beschlossen, heute auf allen Bauten bie Arbeit niebcrjulegen, wo neben der 87, stündigen Arbeitszeit nicht folgende Lohnforderungen bewilligt werden. Ter Stundenlohn beträgt für Bauhilfsarbeiter 55 P!g., für Wasserträger, Rüster und an Hebevorrichtungen beschäftigte Arbeiter 60 Pfg. Tie in ber Generalver- sammlung der Zmiinerer gefaßten Beschlüsse beden sich mit denen der Maurer-Versammlung am Sonntag. — Ter Vorstand des Verbandes der Baug es chäfte trat gleichfalls gestern zu einer Sitzung ziisammen. An erster Stelle wurde bie Forderung der Arbeitnehmer, daß bei Entlassung künftig die Gründe angegeben werden müßten, ebenso definitiv abgelebnr, ivie jede Arbeitszeit- Verkürzung. Daratif wurde beschlossen, zivet Rundschreiben an alle Märkte. ic. Frankfurt a. M., 27. Ata,. (Orig.-Telegr. be5 „Gießen. Auz/) Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Wetzen Alk. 21.CO—22.00, Kmhessischer Alk. 21.00—22.00, La Plata Alk. 21.25—22.25, Kansas Mk. 21.25—22.25, Roggen (hiesiger) Alk. 20.50—21.—, Gerste (Wetteraueri Alk. 18.25—18.50, Fanken- ,clder Alk. 18.75—19.00, Hafer 19.75—20.50, Mais Alk. 14.75—15.00, Weizenmehl 29.25—29.75, Al. 00—00, 2. Qualität Alk. 27.25 biS Alk. 27.75, 3. Cualität Mk. 25.25—25.75, Roggenmehl 00 Alk. 20.50- 00.00,1. Qualität Mk. 28.00—28.50, Weizenklete Alk. 11.00 bis Alk. 11.50, Roggenkleie Mk. 11.50—12.00, Alaiökeime Alk. 12.00 bis Alk. 12.25, Franken, Psälzcr, Ried Alk.00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ab hier. MüUer'fchc Badeanstalt. Wasierwärme am 28. Mai: 17 0 R. (ytCKcncv Wetterdienst. voraussichtliche BUitcruug für Hesien am Mittwoch den 29. Mat: Wechselnde Bewölkung, Gewitterregen. Temperatur wenig verändert, westliche Winde. Origittat-orayrineloungcu. Braunschweig, 28. Mai. Zn der heutigen Sitzung des Landes-Attöschusies wurde Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg einstimmig zum Regenten dcS Fürstentums Braunschweig gewählt. T ödes-Anzeige. H' iife früh 6% Uhr starb plötzlich infolge einer Herzlühmung unser lieber guter Sohn im Alter von 11% Jahren. Giessen (Neuen Baue 6), den 28. Mai 1907. Die Beerdigung findet in der Stille statt. 8579 Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Keil Ludwig im 79. Lebensjahre. Giessen, Indianapolis (Nord-Amerika), den 28. Mai 1907. Die trauernden Hinterbliebenen: Philipp Strack Philipp Strack Susanna Strack geb. Schwarz 31ägy Strack Elsa Strack Die Beerdigung findet Donnerstag, den 30. Mai, nachmittags 41/, Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. 3580 Katharina Strack, geb. Schmidt Todes-Anzeige. Heute Morgen 3 Uhr entschlief sanft nach langem schweren Leiden meine liebe Frau, unsere liebe Mutter uud Grossmutter Grassamen-Snbmission. Aus den Großh. Hess. Domanialwaldungen soll der sämtliche Gcassamen im Submisftonswege unter den seither üblichen Bedingungen verkauft werden. Kaufliebhaber wollen ihre nach den einzelnen Oberförstereien zu trennenden rind für jede Lberförstcrei auf ein besonderes Blatt cittzutragcndcu Offerten unter genauer Bezeichnung der Walddistrikte mit der Aufschrift: „Submissions-Grassamen- verkauf^ bis längstens den 11. Juni l. IS. bei dem unterfertigten Sekretariate, woselbst die Eröffnung der Gebote an dem darauf folgenden Tage, Mittwoch, de« 12. Juni, vormittags 11 Uhr in Gegenwart der erschienenen Submittenten erfolgen wird, schriftlich einreichen. Die Submittenten erkennen die SubmissionLbedingungen durch Einreichung ihrer Offerten als rechtsverbindlich an und sind 14 Tage an ihre ^Gebote gebunden. Wegen Auskunftserteilung beliebe man sich an die betreffenden Oberförstereien zu wenden. Darmstddt, den 23. Mai 1907. Das Sekretariat Großh. Ministeriums der Finanzen, Abteilung für Forst- uud Äameralverwaltuug. Ra m speck. d?8/. Verein WichstWEier. Wrchi-u.LaMutttt. to.Mwt. WeiM e ä W. 1.20 Hilf. Wer Winer h W. 1 — Mk. After alter Sonin ä M 1.10 Mk. Lrtz Hlimembert. Lliöringcr stongtnlöie. Thüringer n. Brnnnslhineigkr Wnrslinoren. ©araut. reiner Bienenhonig. Luxemburger H. B. Molkerei Lonueustraße 25 3576 Tonne ustraße 25 ladet Stützen, Laden- und Kinderfräulein zu einem Theo-Abend auf Sonntag, den 2. Juni, freundlichst ein. Anfang Uhr. Ende 10 Uhr. Verernszimmer: Kaiferhof, Sonnenstraße, 1. Stock, Gmgang durch den Hof. Ter junger Mädchen 03791 Gießen (Löwengasse 18), den 28. Mai 1907. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 30. Mai 1907, nachmZVrUhr von derKapelle des neuenFnedhofes aus statt. Heute morgen entschlief sanft und unerwartet nach langem, mit Geduld ertragenem Leiden, mein lieber Mann, unser guter Vater Carl Korndörfer Dachdecker Um stille Teilnahme bittet Die tieftrauernde Gattin nebst Äiuderu. Versteigerung. Mittwoch, den 5. Juni d. Js., nachmittags 2 Uhr werden im Psandlokat SclterSweg 11 gegen Barzahlung versteigert: 3 Wagen, Sovhas, Kommoden, Schränke, 1 Nähmaschine, mehr, geschnittene Stämme, Uhren, Tische u. a. m. Johann, Gr. Psandmeister. ______________3572______________ Bullen-Verkauf. Die Gemeinde Ettingshausen will einen abgängigen fetten Bullen im Wege der Submission auf Lebend-Gewicht verkaufen. Reflektanten wollen ihre Offerten bis zum Montag, den 3. Juni, nachmittags 2 Uhr auf hiesiger Bürgermeisterei abgeben, wo alsdann die Eröffnung erfolgt. Die Bedingungen werden daselbst bekanntgegeben. 3587 Großherzogl. Bürgermeisterei. ___________Keil. _________ Spargel empfiehlt I. Hantel, [3317 Telephon 612 Neuen Bäue 17 Prima (Sras,'amenvroPsd.27Ps. 03713] Riegelpsad 26. L.1 I Wil Casseler Schirmfabrik Glessen, Seltersweg 9 Reparaturen und Neubeeiehen von Schirmen schnell, dauerhaft und billigst. [C“/3 Gartenmöbel Rasenmäher Cisschränke Eismaschinen Waschmaschinen Wringmaschinen kaufen Sie vorteilhaft bei 12767 Emil Pistor Nacht Gießen. 03705J Mädchen 3520 an d. siebener Anzeiger erbeten. 0 Ein Posten 1.95 Mk. Ein Posten 1.95 Mk. Posten Ein 2.50 Mk. Ein Posten 2.50 Giessen Bahnhofstrasse 58 Bahnhofstrasse 58 Vorteilhafteste Bezugsquelle für sämtliche Schuhwaren. Schöne Aussicht Giessen Für 8311 Verse hi e d en e | Lc Hausburjche^ZiLKL verkauft 03775 Chr. Haubach, früher Caf6 Leib. 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