Nr.6V Zweites Blatt 1S7.Iahraan«, Rrettnn SÄ. März 1907 Erlcheiw tSgllch mit Ausnahme bei VonntagS. Die „Siebener Famlllendlätter" werden dem ,9l!iAeifler* viermal wöchentlich beigelegt, das „Hrelsblotl fflr den Kreis Sichen" zweimal wöchentlich. Der „üeiüf^e Landwirtt' erscheint monatlich einmal. Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Rotationsdruck und Verlag der Brüdl'ichen UnwersnälS - Buch- und 6tetni>ruderet UL Lange. Dietzen. Redaktion, ExvedMon und $ ruderet: Scbul- stratze ?. Erpedition und Verlag; 6L Redaktion: es® 112. DeL-Adr^ ÄnzeigerDletzen. Ju anujlMllijcheuKauernunruylN in ZlumariN', Tie Nachrichten, die jetzt täglich über die gegen die jüdische Bevölkerung NumättienS gerichtete Bauernbcivegung zu uns gelangen, lassen die Lage in Rumänien als sehr ernii erscheinen. Die Bcmernbewegung hat im wesentlichen rein wirtschaftlichen Charakter und ist durch die elende Lage deS rumantschen Landvolkes verursacht. Seil langem führt daS Landvolk Beschwerden gegen die Grundbesitzer und die Gutspächter, von denen die ersten Rumänen, dte letzten zuineist Juden sind. Der reiche Runtäne iüciIi nur selten auf seinen Gütern und zieht cs vor, in Blikarcu oder in Paris zu leben. So halten sich die Bauern an die jüdischen Guispächter und verlangen von ihnen die Ermäßigung der Bodenpretse. Dte Wiener „Poltt. Korresp." bezeichnet gleichfalls die Bewegung als nur scheinbar konfessionell. In Wirklichkeit hat, so schreibt sie, eine eigenartige Verkettung der Umstände dazu geführt, daß die Agrarbewegung sich mit aller Wucht gegen die Israeliten richtet. Die Hauptschuld an dieser Entwickelung trifft, so sagt die genannte Korrespondenz, die rumänischen Grotzgrunddesitzer, für deren Verhalten in der Agrarfrage einzig daS Bestreben maßgebend ist, aus die bequemste Art einen möglichst hohen Ertrag auS ihrem Elgeiilum zu ziehen. Ta sie ihre Güter nicht an Ausländer verkaufen dürfen, haben sie, unbekünimert um daS Schicksal der Bauernbesitzer, ihre Besitzungen an israelit. Großpächter überlassen, die dann begreiflicherweise bei der Aus- nutzung der Pachtung gleichfalls keine Rücksicht auf das wirtschaftliche Wohlergehen ihrer Unterpächter, der Bauern, nehmen. So kontite es geschehen, daß der Haß eines auf niedriger Kulturstufe stehenden Volkselements sich allntähllch auch gegen die Glaubensgenossen der Großpächter kehrte. Dic Umwandlung der Agrarbewegung tn eine antisemitische ist, so behauptet die genannte Wiener Korrespondenz, durch aus» ländische Agitatoren gefördert worden. Ter gleichzeitige Aus- bruch der Exzesse in weit voneinander gelegenen Diltrikten und das einheitliche Zusammenwirken der Bevölkerung dieser Distrikte spricht für das Vorhandensein einer förmlichen Organi- sation, die von fremden Händen geleitet sein muß. Die rum. Negierung hat sofort eine große Energie entfaltet. ES wurden alle verfügbaren Truppen in daS Gebiet der Ruhestörungen gesandt und iiu Bereiche der Jassyer KorpSkom- mandoS wurden die Reservisten unverzüglich einberufen, als die Bewegung dort größeren Umfang gewann. Die großen Truppenmassen verbürgen in jedem Fall die baldige Unterdrückung der Revolte. Die heute vorliegenden Privat-Meldungen über Einzel- Vorkommnisse besagen: Nach einem Telegramm aus Sereth wurde die Grenzstadt M i ch a i l e n i nachts von Bauern gestürmt. Die ganze jüdische Bevölkerung hat sich nach Seretb oder nach, Synoutz ge- flüchtet. Ten Grenzorten droht große Gefahr. Die Dörfer und Gulsho.se in diesem Bezirk smd bereits geplündert. Die Stadt ist in Gefahr. Aus dem Bezirk Roman wird gemeldet: Ter Aufruhr hat sich auch aus die Orte des Distriktes Roman ausgedehnt, lieber» all werden die Pachthöfe ausgeplündert und verwüstet, die Pächter und Kaufleute verjagt. Der Gitts- päa-ler des Hofes Zaharie ist s ch w e r v e r w u n d e t. In Czeriw- witz angelommene 600 Bauern überfielen einen Pachthof im Bezirk Miäfaileni. Der Pächter mußte fein ganzes Geld, 60 000 Francs, hergeben, uc Tagesschau. Em preußischer Mmifterkaadidat. R Berlin, 21. März. Der Vorstoß des westpreußischen Agrariers v. Oldenburg im preuß. Abgeordnetenhause gegen die .moderne" Theologie galt im Grunde nicht dem Kullusininister von Stubt, dessen Rücktritt für Ende 9)1 at erwartet wirb, sondern dem Fürsten Bülow. In der Frage, wie der Ministerpräsident es mit der Religion halte, fühlt man sich in konservativen Kreisen seiner Sache nicht ganz sicher. Zum mindesten ist man dort einigermaßen beunruhigt, weil ber bekannnte liberale Theologe Professor Harnack neuerdings häufig zu Hofe gezogen und, wie es heißt, Gast bes Kanzlers bei deffen Osteraufenthalt in Italien sein wirb. Es befestigt bas naturgeuiäß bie Vermutung, Professor Harnack sei zum Nachfolger von Studts ausersehen. Liberalerseits würde diese Wahi ohne Ziveifel mit Genugtuung aufgenommen und dcm Biinislerprästdenten ins politische Kredit geschrieben werden, nicht sowohl der kirch» lichcn als vielmehr der Schul-Jnteressen wegen. Mögen dann immerhin die preußijchen Konservativen dem Fürsten Bülow das Zugeständnis an den Liberalismus verübel», bei den Neuwahlen zum Landtag im nächsten Jahre ivürbe sich selbst unter dem Dreiklassenmahlrecht zeigen, daß die Parteien gestärkt ziirückkehren, die für eine volkstümlichere Schulpolitik emtceten. Tie Lohnkämpse. Man schreibt uns aus Berlin: Die ungewöhnlich lebhafte Lohnkampsbewegung dieses Frühjahrs ist anscheinend noch nicht abgeschlosien. In den leitenden Gewerkfchaftskreisen wird mit eurer weiteren Ausdehnung ber Streiks, u. a. mit einem Lohnkampf im Baugewerbe unb in der Metallindustrie, gerechnet und deshalb einerseits die Erhöhiing der Wocheubeiträge be- fchlossen, andererseits den verschiedenen Gewerkschaften zu ver- fteheu gegeben, daß sie beim Eintritt in einen Lohnkcuupf auf Unterstützung seitens anderer Berufe kaum rechnen dürfen. Dec Holzarbeiteroerband, dessen Kassen durch ben AuSstand nahezu erschöpft sind, soll allerdings auf Ersuchen von anderen Gewerkschaften subventioniert werden. Um die Beteiligung an der Maifeier dürfte eS bei solcher Sachlage Diesmal erheblich schlechter bestellt fein. Doch auch sonst ivird für Parteizwecke aus den Gewerkschaftskassen weniger geopfert werden können, denn es sieht nicht danach ans, daß bie Lebensrnittelteuerung nur noch kurzen Bestand hat. Der Gedanke an einen politijchen Majsenstreik rückt dagegen in immer weitere Ferne. Bebel wird diesen feinen Lleblingstraum jedenfalls nicht verwirklicht fehen. (Vrgl. Arbeiterbewegung.) Tas Verbot des anarchistischen Kongreffes in Offenbach. Wir lejen in der „Rat.-Zlg.*: Der geplante anarchimsche Kongretz in Offenbach ist verboten. Das Vervot seitens b:r dortigen Polizei war erwartet, seitdem bekannt rourbe, dpß hier auaji bie internationalen Beziehungen der Anarchisten eine große Rolle spielen joliten. Die Anarchisten aller Länder hatten sich in Offenbach die Hände gereicht. Wie wir erfahren, handelt es sich in Offenbach bei diesem Kongreß im ivefentlichen um die Schastuug eines gwßen Organi- fatwnsapparates. Es jolite in Berlin em größeres Agitatwns» tomitee eingesetzt werden. Dasselbe sollte Flugblätter für das ganze Deutsche Reich hcrausgeven, eine Liste der Verjamuuungs- rcdner auf stellen unb dann dieselben nach den verschiedensten Orten bini'icigieren. Nach ns gewordenen Mitteilungen hatten bie Anarchisten für Lien ngreß derartig öorgearbeitet, daß eine recht ftarke Beteiligu.. zu erwarten war. .Auch Gelder waren genügend üoryanben, das Ausland hatte ebenfalls mit „Pulver" untet bie Arme gegriffen. In anarchistischen Versammlungen hatte man crklärr, K'ß nlr.n große Dinge von diesem Kvngretz in Offenbach erwarte. ES (Ubcn übrigen; in den letzten Tagen wiederum zahlreiä>e Haussuch'.'ngcn bei An rchisten fhi.tgefunb.n. Das Anar- d) iftenblc.lt „Dcr Revvlutionär"' wurde beschlagnahmt, angeblich :'j?qcu ein es Artikels „Tie reik-’.ut.oiure Taktik in Russtand". Republikanische Regierungsgrundsützc. Es durfte für uns Deutsche nicht ohne Interesse seiv, einen Blick in bie Reßierungsgrundsätze ausgejprochen republikanischer Siacllsmanner unseres westlichen Nachbarlandes zu werfen. Tie beiden Staatsmänner find ber einstige Ministerpräsident Waldeck-Rousseau, der einer ber angesehensten Republikaner war, unb der langjährige radikale Kriegsminifler A n b r 6. Letzterer wurde bekanntlich von ben Nationalisten seines Landes wiederholt hart in ben Kammern unb in Zeitungen angegriffen. Man warf ihm vor, er habe durch feinen Radikalismus das französische Heer Desorganisiert. Hiergegen! hat er sich nach seinem Sturze in mehreren Zeitungsarliteln verteidigt. Eiuem dieser Artikel, ber im vorigen Jahre im „Platin" veröffentlicht wurde, entnehmen wir svlgenbe Ausführungen: General Anbrä erzählt ben Verlauf einer Senatssitzung, in bet man iyn lebhaft kritisierte. Er spricht von einer Tagesordnung Monzon, bie von ifym selbst gebilligt wurde, unb zwar aus zwei Gründen. Der zweite war, daß die Tagesordnung bas Programm ber Regierung billigte, und dieses Programm schrieb „ber Regierung baS Recht zu, sich über bie Gesinnung ber Beamten aller Kategorien zu unterrichten". Wohtgcmerkt, nicht etwa nur der sogenannten politischen Beamten, jonbern aller Beamten. „Dieses Recht", schreibt Herr Anbrö, „ist von Walbeck- Rousfean in feiner in Toulouse gehaltenen Rebe bestätigt worben." Herr Slnbrö gibt biese Grundsätze in einigen Sätzen genauer an. Er schreibt: „Demjenigen, ber irgenb etwas von bem Staate verlangt, hat man bas Recht zu sagen: ,Jch will Sie kennen lernen; ich will wissen, was Sie benken; ich will wissen, welches Jyre Grundsätze, Ihre Ansichten sind: Menn ber Präfett Nachforschungen über die Bewerber um ein Amt ober über bie Beamten hat machen lassen, so hat er nur feine Pflicht erfüllt. Wenn jemand sich um ein Amt bewirbt, so ist es absolut notwendig, zu wissen, wer er ist, welches feine Umgebung, feine Familie ist. Ich bin ber Ansicht, baß bie Frau, unb insbesondere die Französin, einen großen Einfluß auf ihren 'JJlann ausübt. Dieser Einfluß ist oft vortrefflich; er kann aber auch nicht glücklich sein. Hat ein Beamter bas Glück, eine Republikanerin xur Frau zu haben, so bin ich beruhigt uno brauche nicht weiter zu gehen. Wenn aber bie Fran eine Reaktionärin ist, so muß, wenn, ich über die Meinungen bss Gatten völlig beruhigt fein soll, dieser mindestens dreimal Republikaner sein. Hinsichtlich ber Nachforschungen, wo bie Beamten ihre Kinder erziehen lassen, erwartet ber Senat nicht von mir, baß ich bie Rebe von Toulouse noch einmal halte. Man hat mir heftig vorgeworfen, ich hätte bamalS gejagt, baß es bie Pflicht der Regierung fei, ihre Beamten zu fragen, ob jie für bie Staatsschule Achtung ober Geringschätzung hegten. Es gehört zu den Pflichten ber Regierung, zu wissen, welches die Haltung der Beamten ber Republik hinsichtlich bes Unterrichts ihrer Kinder ist." Leute aus diesen Kreisen werben uns bisweilen int Parlament und in der Presse als Kritiker unserer Verhältnisse vorgesührt, um unsere angebliche RüctftändiLkeit zu beweisen, um barjutun, baß bas Ausland wegen unjerer „reaktionären" Verhältnijse kein Vertrauen zu uns haben könne! Nicht ohne Interesse dürfte noch folgendes aus dem erwähnten Zeitungsartikel sein. Andro erzählt, er habe von einigen Herren, bie er für Vertraute feiner Kollegen gehalten hätte, gehört, er ei bei ber Abstimmung mit 154 Stimmen Minberhett unterlegen, er habe beshalb fein Entlassungsgesuch abgefaßb und sei mit seinem Portefeuille unter dem Arm bie Treppe hinaufgegangen. Lassen wir ihn selber sortsahren: „Oben auf ber Treppe begegne ich einem Abgeordneten. Herr Dourrat, wie es mir scheint. „Wohin gehen Sie so? Die Sitzung ist nicht zu Ende." — „Sie sehen es, ich trage mein Ministerportefeuille in die Rue Erlanger." — „Aber weswegen?" — „Ich bin geschlagen, ich habe benüfiioniert." — „Ich weiß wohl, daß Ihre Majorität nicht groß ist; sie beträgt höchstens vier Stimmen. Aber feiüft wenn Sie nur eine Stimme Mehrheit hätten, mußten Sie auf Ihrem Posten bleiben." — „Ich bin Ihrer Meinung, aber find Sie sicher, baß ich fie habe, bieseMehrheitooneinerStimme?" — „Absolut sicher." Es ergab sicy schließlich eine Mehrheit von 31 Stimmen, und Herr Anbrß blieb. Eme Stimme Mehrheit hätte dem radikalen Republikaner aber auch genügt! O, dieses hochstehende Ausland mit feiner „politftchen Reife"! Wenn man bie Schminke abwii'chll, geht aller Schönheit unb aller Glanz verloren. Deutsche» Reich. Berlin, 21. März. Tas Abgeordnetenhaus hielt heute noch eine kurze Sitzung vor den Osterferien ab, in der vorn Kultus-Etat der Titel Elementarschulweien erledigt wurde. Hierzu wurde ein sreikonservatioer Antrag angenommen, die Oft» marken-Zulage auch den Lehrern in Schlesien zu gewähren. Eine Reihe weiterer Kapitel des Kultus-Etats rouroe ohne erhebliche Debatte genehmigt. — Auch das Herrenhaus hielt heute eine Sitzung ab, in welcher das Beamten-Pensionsgesetz angenommen wurde. — Tic Stadtverordneten Berlins beschlossen mit 05 gegen 54 Stimmen die Einführung der W e r t z u w a ch s st e u e r für bebaute unb unbebaute Grundstücke, wenn der gegeinvärdge Erwerbs- preis bezw. der genaue Wert des Grundstückes den für früheren Eigentumswechsel in Betracht kommenden um mehr als 10 Prozent tehrling, wurde ünufinnnn und brachte eS zu angesehener Aus diesein Anlaß wurde in überaus schöirer Weise das goldene Hochzeitsfest, ein Familienfest veranstaltet, das und rrerfügte, daß er auf 6Wochen zur Beobachtung seines Geisteszustandes in eine Jrrerücmstatt untergebracht wird. mußte nach Hause getragen werden. Dieser Vorfall zeigt wieder einmal, daß Eltern ihre Kinder nicht oft genug vor derartigem Spielzeug warnen können. -r. Ehringshausen a. d. Till, 20. März. Vor einigen Tagen feierte der Rentier Friedr. Diehl zu Erie (am Eriesee, Staat Pennsylvanien), der vor 72 Jahren hier in Ehringshausen das Licht der Welt erblickte,-mit seiner in Neuengronau (Kur Hessen) geb. Frau Barbara, geb. Toll, Vermischtes. * D i e ä l t e st e Frau Deutschlands, die 119 Jährte alte Holzarbeiterswitwe Josesine Eder feierte im Hause ihrer Enkeltochter, in einem kleinen Bauernanwesen in Spitzendorf (Bayern) ihren Geburtstag. Die Matrone wurde im Alter von 50 Jahren Witwe; von ihren drei Kindern ist nur noch eine Tochter am Leben, die auch schon im 86. Lebensjahre steht. Die Enkelin, bei der Frau Eder lebt, ist 38 Jahre alt. Die Greisin hört und sieht noch recht gut, auch der Avpetit ist gut, doch hat das Denkvermögen bei ihr in der letzteir Zeit nachgelassen. * Kleine Tageschronik. In K l e i u - R o s s e l n hat sich abermals ein Grubenunfall zugetragen. Auf dem Schacht Karl wurde durch herabslürzende Gestemsmassen der Berg, mann Sa ädeler aus Formeller getötet und ein anderer schwer verletzt Bon ben schwer Verletz,en der letzten großen (Srnben- Kataiirophe ist noch einer gestorben. Tie übrigen befinden sich in bedenklichem Zustande. Im Schacht befindet sich nur noch die Lerche des Bergmanns Peter Müller. — In A l s e n z (Pfalz) wurde wegen bedeutender Veruntreuungen der bei der l a n d iv r r t s ch a s t l r ch e n Genossenschaft llir Warenverkehr angeslellte Laaerhausver- ivalter Schickler verhaftet. — Während eines Manövers eines Dampfers im Haien zu L i n d a u am Bodensee sch ug em Rettungsboot um. Ein bayerischer Malrose ertranf. — Einbrecher drangen m Halensee bet Berlin bei dem Maler Heinecle in dessen Ab- ivesenheit ein und stahlen ihm aus dem Atelier 30 Bilder.— In K ö n i g s b e r g i Pr. wurden der slelleirlose Arbeiter Roseu- vaum und Frau in ihrer Wohnung tot, anscheinend ö e r g i 11 e t, aufge'mrden. Tre 17 jabrtge Tochter der Eheleute, die vermutlich auch Gut genommen Halle, wlirde dem Krankenhaus zugesührt. Als Aioliv der Tat werden 9lahrrmgsiorgen Qngenonunen. — Ter Wetterwart vom Gotthardhosptz, der 43jährige Franz Berger, ist auf dem A ege von Hospenthal nach denr Hospiz im Schnee liegen geblieben und erfroren. Er wurde wahrscheinlich von einem Schneesturme überrascht. — InPariS beschäftigte sich die Polizei nut einem großen Diebstahl. ES handelt sich um die Entwendung eines Wertbriefbeutels, der Geldsendungen in Höhe von 2 Millionen Franks enthielt. Es ist noch nicht iestgeslellt, ob der Brieibeutel auf der Fahrt zwischen New-Port und Havre oder nach der Ankunft in Havre entwendet worden ist. Die Polizei verba tete einen verdächtigen Alami, der 210,000 Franks bei sich trug, sich darüber aber nicht ausweisen konnte. GerichtssaaL. 11 Marburg, 21. März. Der Inhaber deS JnkaflogeschästS „I u st lt i a" aus Gießen stand heute vor dem hiesigen Schöffengericht unter der Beschuldigung, einen EiseiibahnangesteUten durch die übliche Zahlungsaiifsorderrmg beleidigt zu haveii. Das Gericht erkannte auf Freisprechung. B e r l in , 22. März. Tie 1. Strafkammer deS Landgerichts 2 verurteilte gestern den Schutzmann Ludwig Warnau, welcher versucht hatte, bei einem Herrn mit homo-sexuellen Neigungen Erpressungen zu begehen, zu 1 Jahr 3 Monate n Gefängnis. Ter Würg eriue i ft er Becker von Pieschen in Polen wurde von der Strafkammer Ostroivo wegeir Urkunde n- l äls ch un g zu einer Woche Gefängnis verurteil. Breslau, 21. März. Tas Schwurgericht verurteilte den Ge- legeiiheitsarbeiler Rösiter, der die Witwe Rasch ke ermordet hatte, wegen Totschlages zu 10 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrenverlust. Tas Eivilge richt in Caen (Frkr.) verurteilte den G r a f e n von Mail t es, durch dessen Automobil in Billers jur Mer der Oberstleutnant Eroizot getötet worden ivar, zur Zahlung einer S ch a d e n e r s a tz s u m m e v o n 250 000 Franks an die Witwe und die 4 Hinterbliebenen Kinder des Ber- unglüdten. San Francisco, 21. März. Das Schwurgericht bat gegen 80 GemeinderatSm itglieder sowie tuten Bürger- meister wegen Bestechung Haftbefehle erlassen. Die An- geklagten haben bedeutende Summen von Eisenbahn-Gesellschaften, Telephon-Gesellschaften rc. erhallen. Die Umta d Reynold Eisenbahn hat jedem Gemeinderatsmitglied 40 000 Dollar sowie den Bürgermeistern Snulh und Roues je 250000 Dollar zustellen lassen. Die Affäre ruft ungeheuere Aufregung in den Bereinigten Staaten hervor. Tie Bläuer erklären, es sei dies der größte Skandal, der in Amerika je vorgetomm sei. Arbeiterbewegung. Berlin, 21. März. Mit einer weiteren Ausdehnung int Lohnkampf m diesem Jahre wird in Gewerkichaitskreisen gerechnet. Ter Al e l a l l a r b e i t e r - B e r b a n d hat in seiner General- Versammlung eine Erhöhung der Wochenbeitrage um 1b Pfg. für die Zeil vom 1. April bis 1. Juli beschlossen. Zur Begründmrg dieses Antrages führte der Bevollmächtigte Cohen an: Für die nächsten Wochen stehe allem Anschein nach ein Lohnkampf im Baugewerbe bevor, wobei der AietaUarbeiter-Verband mit einer großen Zahl von Bantlempnern, Baujchlossern, Elettro-Moirteuren und anderen Branchen in Mitleidenschaft gezogen werden wurde. Wenn 25 bis 3O,OOO Maurer, Zimmerer und Bauhilfsarbeiier un Kampf stünden, |o würden 5 bis tOoo Alelallarbeiter dadurch arbeitslos werden. Auch m der Metall-Industrie selbst liege die Gewitterschwüle ui der Lust. Stellung. Viele Jahre stand er der Sonntagsschule in Eric vor und ist cr jetzt noch Lehrer der Bidelklasse für Männer. Tas Jubelpaar hat zwei Söhne und eine Tochter. Vor 6 Jahren weilte Tiehl zum letzlenmal in seiner Heimat. sd. Darmstadt, 21. März. Tie schon seit langer Zeit erstrebte Verbilligung des elektrischen Lichtes, das bei uns mit 70 Pfg. für die Kilowattstunde lenerer ist, als in den meisten deutschen Städten, in denen es bis herab zt> 35 Pfg. lostet, ist in der heutigen Sitzung der Stadtverordneten dadurch zum Scheitern gekommen, daß eine Majorität des Ausschusses den Preis auf 66 Pfg. und eine Minorität auf 60 Pfg. herabsetzen wollte. Bei der Abstrni- nning wurden beide Anträge obgelchnt. Hierbei stellte sich heraus, daß wir in dem nächsten Jabre mit einer Steuerer h ü h u n g von 6,5 Proz. überrascht werden, sodaß der Sleuercoösficient auf 97,2 Pro;, gestiegen sein wird. Zur Sicherung der Umgebung der Stadt, besonders m den Waldungen wurde für polizeiliche Schutzmaßregeln der Betrag von 3052 Mk. genehmigt. ** Bieber, 20. März. Bei der heute hier stattge- flindenen Beigeordnetenslichwahl siegte der Kandidat der Sozialdemokraten Peter Hock nut 345 Stimmen übet den bürgerlichen Kandidaten Peter Heberer 5., dem 335 Stimmen znsiclen. Von den abgegebenen Stimmen waren außerdem 15 nngiltig und 46 Wähler haben n. d. Off. Ztg. von ihrem Stimmrecht feinen Gebrauch gemacht. — Bingen, 21. März. Zur Angelegenheit des KonkilrsesSteinhäiiser erlassen Bauunternehmer Choquet, Sladto. Dulcins, Dekan Geisil. Rat Engelhardt, Kaufmann Geßner II., Stadtv. Dr. Hageinann, pr. Arzt Tr. Neff, Bau- Unternehmer Ohler, LandlagSabg. Pennrich und Kaufmann Schneider eine öffentliche Erklärung, m der sie die von Slernhäusec in der Rhein- und Nahe-Ztg. veröffentlichte Dar- stetlring der Ursache seines Konkiirses als unrichtig bezeichnen. Tie Rh. und 9t. Ztg., die gegen den Geistlichen Rat Engelhardt eine besondere Erklärung veröffentlicht, will ihn wegen einiger dann enthaltener Ausdrucke, die sie für beleidigend hält, Klage erheben, so daß eine gerichtliche Aufklärung der ganzen Angelegenheit zu erwarten ist. h. Frankfurt a. M., 21. März. In der vorletzten Nacht kam es in Niederrod zu einer großen Schlägerei zwischen drei Sergeanten der 63er und einer Schar 'Riederräder Burschen. Tie Sergeanten wurden derart geschlagen, daß sie ärztliche Hülfe in Niederrad aufsuchcn mutzten. Vier der Täter sind bereits verhaftet. lic. Frankfurt a. M., 21. März. Zum hauptamtlichen Dozenten für Handelswissenschaflen und Leiter des handels- ivisseufchaftlichen Seminars bei den Handelshochschulkursen in Königsberg i. Pr. ist der Direktor des hiesigen Warenhauses „Grand Basar", Ernst Walb, berufen worden. Er hat die Berufung angenommen. Walb ist 1880 als Sohn eines Fabrikanten in Alzey geboren. Nach Absolvierung der dortigen Realschrile nebst Progymnasium trat er 1897 in das Fabrik- und Exporthaus von Adolf Hatry hier als Lehrling ein; nach beendigter Lehrzeit war er noch fünf Jahre an demselben Harise tätig, zuletzt als kauf- männischer Leiter des Fabrikbetnebes. Von 1904 bis 1906 studierte er an der Handelshochschule Köln und bestand dort feine kaufmännische Diplomprüfung nut dem Gesamtergebnis „mit Auszeichnung" und in den sämtlichen schriftlichen und »nüudlichen Prüfrmgen „mit Auszeichnung". Hierauf begab er sich nach England, um praktisch das Genossenschaftswesen kennen zu lernen. Jrn Herbst 1906 wurde ihm die Stelle als zweiter Direktor des „Grand Basar" in Frankfurt a. M. übertragen. Cm Fremdenlegionar als Deserteur. Fl. Frankfurt a. M., 21. März. Im September v. I. meldete sich bei dvr Knisidircltion in Thann in Obereisatz ein g> wist er Eugen Bechelen aus dem benachbarten Orte Sternbach. Die Militärbehörde hatte ihn längst gesucht. Denn gerade in dem Jahre, in dem er mustenrngspsticistig ivar, im Jahre 1900, war '-ueajden verschwunden. Er war hinüber nach Francreich gegangen urrd hatte dort Handgeld sür die Fremdenlegion genommen. Nachdem er 4 Jahre in Afrika uird Asien gedient hatte, war er als trank entlasten worden, hatte noch eine Zeitlang in Frankreich gearbeitet — u. a. war er Kammerdiener bei einem Grasen gewesen —. und dann den Entschluß gefaßt, sich in Deutschland zu stellen. Das soll weniger aus „Vaterlandsliebe" gestehen sein, als um sein Erbteil zu retten. Nun, der ehemalige Legionär, wurde sofort, am 29. Septemoer, in das deutsche Heer eingcitem und der 11 Komp. 116. Rgts. zugeteilt. Am Atorgeu des 5. Oktober, an dem Tage, an dem er seine Zivilsachen abgeben sollte, damit sie in die veimat geschickt würden, war Bcajclen verschwunden. Die Unisorm hing im Spiiwe. Der Telegraph spielle sofort, und um 11 Uhr Bormittags schon wurde der Ausreißer, der morgen» um 3 Uhr in Gieren .abgefahren war, auf dem Bahnhvfe in e tz festgeiwimnen. Dem SaMtzmann, der seine Persil nullen nusnahm, erklärte er, er sei verrückt. Deshalb tim er nachher zur Beobachtung in ö Lazarett in Durni- stadr. Aber die Aerzte erklärten ihn tue zurechnungsfähig, und das Kriegsgerccifä der 25. Division verurteilte ihn wegen Fahnenflucht zu tiya Monaten Gefängnis und Versetzung in die 2-, Klaffe. Gegen dies Urteil hat er Berufung an s Cber- InegSgericht eingelegt, das heute zum ziveUen Ma.e in der Sache veryundelle. Aecheien erzählte, er habe in Ton fing das gelbe Fieber und einen Choleraaustill gehaot und an der Grenze von Marokko sei er einmal von einem Araber mit dem Gewehrkolben Niedergeschlagen worven. Außerdem habe er sich wahrend seines Dienstes ui der Freinbenlegivn durch schlechtes Trinkivasser ein Nierenleiden zugezogen. Alles das sei schmd, baß er sich muncfjanal ui einem Zustande befinde, in dem er nicht wisse, was er tue. ■so sei es auch bei der Fahnenflucht gewesen. Die sachverständigen Aerzte geben zu, daß Becheren an „H».rnveschiweroen auf hysterischer Grundlage" leidet und von seiner verstorbenen Mutter her, di: lapuaanmuig war, eraticy betastet ist, hallen ihn aber nicht für unziirechiimigslähig in dem «Stinte, baß bei seinem Tun uird Lassen die freie Wsticnsdestinmlung auögciu^oifen sei. Trotzdem konnte sich das L-vc^kriegsgericht zu einer Vecucteilung mast enischuetzen, zumal sich b-ie Augaven oes AngLiiag..en oezuguch jemei liiieouinc bei der Frecnocnlegwn Im Grpt-eri my> E^iizcn MS ivuyx, etiviefen, verlief. Diehl kam früh nach Amerika als Schuhmacher- Arbeiterschutz. Berlin, 21. März. Dem Reichstage ist eine Resolution Basser mann und Genossen iug^guiigtii, die tierv-uiiuLi-ii Regierungen zu er,uchen, dem Reichstag baldigst einen Gesetzentivurs Vvrzulegen, nach dem erstens ein vom Reichsämt des Innern ressortierendes, ständiges Amt unter der Bezeichnung „ReichSarbellsanll" geschaffen wird, auf wech-es die Obliegenheiten und Befugnisse der arueiter» statistischen Abteilung.des Statist. Amtes übergehen und welchem u. a. die Feststellung und d.e wisfonich.. Beraroeitunu der Arbeit-, Dienst- unb Grwerbsverhällliisse der Lohnarbeiter und anderen An ge st eilten kaufmännischer und ge - werbl. Betriebe, svwie die Vorbereitung der hierauf gegründeten sozialpolitischen Gesetzgebung obliegt und nach welchem zweitens diesem „Reichsaroeitsautt" ein ständiger Arbeitsrat ungegliedert wird, dem Arbeitgeber und Arbeiter in gleicher Zahl, ionne unparte iischie Sfachv er ständige angehören. Ferner ging dem Reichstage eine Vdesolutivn Nemer und Genossen zu auf Vorlegung eines Geietzentivurjes betreffend die Unfall für sorge bei Arbeiten, welche freiwillig zur Red rung von Personen und Bergung von Gegenständen Dorgenomnicn werden und weiter eine Nesvlutivn Baumann und Geiwssen be- treffenb die Revision des Gesetzes über den Verkehr mit Wein vorn 24. Mai 1901 noch in dieser Reichstags,eision und endlich g°ei Resolutionen fß aff ermann und Genossen betreffend die ^^Oelnng der Arbeitszeit und die S o n n t a g sr u h e der Gehülsen, Leyclinge und Arbeiter in den Kontoren unb m bcn tauT man nif dien Betrieben, bezw. ber in der innpnfmi11nI-.tt kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinoe. Am Sonntag Palmarum, ben 24. März: Landes-Buß- und Betlag. Kollekte zum Besten hulfsbedürsiiger Gemeinden unseres Landes, die an Orten mit überwiegend katholischer Bevölkerung bestehen, h-oltesüieau. In der Stabtkirche. Vormittags 9'/, Uhr: Piarrer 1). Schlosser. Vormittags 11 Uhr: Beichte und heiliges Abendmahl für die Militärgenierube. Pfarrer Euler. 9tachmittags 21/, Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer D. Schlosser. Nachmittags 6 Uhr: Pfarrer Schwabe. In der IohauueSklrche. Vormittags 9'/, Uhr: Pjarrafslstenl Steiner. Vormittags 11 Uh r: Kmberklrche für die Johannes- gemeinde. Pfarrassistent Steiner. Abends 6 Uhr: Pfarrer Euler. Beichte und heiliges Abendmahl für Lukas- und Jo Hanne § g e m e i n d e gemeinsam. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. Katholische Gemeinde. Samstag, den 23. Aiarz 1907: Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichte. Sonntag, den 24. März 19 0 7: Palmsonntag: Vormittags von 61/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte. „ um 7 Uhr: Tie erste heil. Atesse, vor und m derselben Austeilung der Herl. Kommunion. „ um 8 Uhr: Tie zweite heilige Atefje. „ 91/, Uhr - Hochamt. Vor dem Hochamte findet die Palmweihe statt. Nachmittags um 5'/, Uhr: Predigt; darauf Andacht. Israelitische Sieligionsgeseüschaft. Sabbalfeier am 2 3. Alärz 1907; Freitag abend 6.15 Uhr. Samstag vormittag 8.30 Uhr. Predigt. Nachmittag 3.30 Uhr. Sabbal-Ausgang 7.30 Uhr. Wochengoltesdienst: morgens 7.00 Uhr, abends 8.00 Uhr, übersteigt. — Die antisemitische „Deutsche Reform", das bis- herkge offizielle Organ ber Neformpartei in Sachsen, geht nach bem ,Leipz. Dagebl." am 1. April b. I. in aitbere Hände über, nachdem alle Sanierungsversuche unb alle Bemühungen, bas Blatt ber Partei zu erhalten, gescheitert sind. Da schon früher bie Tageszeitung „Deutsche Wacht , ferner bie „Staatsbürgerztg." unb eine im Vorjahre neugegrünbete Wochenschrift „Hessisch: Runbschau" etngegangen ober anberweitig oufgefauft worben sinb, so ist bie Deutsche Resormpartei nunmehr ohne jebe Preßstrmme. Tie „Deuy'che Reform" erschien in Dresben wöchentlich einmal. — Vlättermelbungen zufolge wirb bas Reichsämt des Innern demnächst neben ben Nachrichten für Hanbel unb Jnbustrie ein eigenes Organ für rein lanbwirtschaftliche Fra - ?e n in ben „Berichten überLanbwirt schäft" erscheinen assen. Es handelt sich dabei um Mitteilungen größeren Umfanges unb bauernden Wertes, die ausschließlich ober übeciviegenb für lanbwirtschaftliche Kreise von Bebenlung sind. Dw Herausgabe biefer Berichte wird in den Hauben bes lanbwirtschufllichen Sachverständigen des Reichsamts bes Innern, Geheimrat Boenisch, liegen. Braunschweig, 21. März. Als neuer Regent für baS rerzogtum Braunschweig wirb ber Herzog Johann Al- re chtvon Ak ecklenburg bem Landtage vocgeschlagen werben. Düsselborf, 21. März. Der hiesige Lanbgerichtsral Theisen würbe wegen Verössentlichniig einer Broschüre: „Unfähig unb u n to ü r b i g", bie sich mit angeblichen Miß- ftänben im Justizwesen befaßt, vom Amte suspendiert. Leipzig, $1. März. Gegen ben sozialdemokratischen Redakteur unb früheren Rcichstagsa.bg. Schvpflin ist nnnmehr Anklage wegen B e l e i b i g u n g bes Vorsitzeiiben bes Reichsverbandes zur Bekämpfung ber Sozialbemolratie, Generalleutnant v. L i e - Bert auf Grunb ber §§ 185, 186 und 187 bes Strafgesetzbuches erhoben worben. Aolottialpost. ©erlin, 21. Biuiz. Em cnniucyes Telegramm aus Dar es Salam meldet: Ter Leutnant Siegfried Lang und der Unteroffizier Heinrich Schedel, beide aus München, wurden beim Mpondaposten im Bezirke Mahenge durch Hochwaffer im Luluflusse foctgerissen und sind wahrscheinlich ertrunken. Hoffnung, die Verunglückten lebend aufzufinden, ist kaum vorhanden. Telegramm aiis Windhuk: Mlliläckrattkenwärter Paul Scholz am 15. März an Typhus gestorben; Gefreiter Georg Henychet aus Ciostwltz am 19. März an Herzschwäche nach Typhus und Luugeilentzüudiing gestorben. j Anslarrö. London, 21. März. Im Oberhause erklärte heute ber Lorb- prascbent bes fGeh. Rats, Earl os Ccewe, bie R e g ie rung sei gegen ben1geblauten Kanaltunnel. Selbst bei ber Annahme, baß. man sich militärifchlerseits vor ben damit verbundenen Gefahren schützen könne, weroe doch nach Ansicht ber Re- gterung stets ein Gefühl ber Unsicherheit im ganzen Lande bleiben unb bies in ber Forbemng nach Vermehrung ber Lanb- Unb Seestreitkräste zum Ausbruck kommen. Dies ftänoige Gefühl von Unruhe unb unter Umstänben sogar von Besorgnis werbe aber, wenn es äuch noch so unbcgrünöet sei, sich in politischer unb kommerzieller Hinsicht nachteilig bemerkbar machen, wenn anber- sects für Hanbel unb Jnbustrie keine Vorteile ersichtlich seien, bie diese Uebclftänbe aufwiegen könnten. Dagegen sei es angezeigt, einer b eueren Verbinbung über ben Kanal, burch Schaffung von Fähren Aufmerksamkeit zuzuwenben. Die Erklärung bes Regierungsvertreters würbe mit allseitigem Beifall begrüßt. n_ T7 2ni Unterhause gab, nachbem bas Haus bie Heeresbill 27 Stunben lang hintereinanber beraten hatte, Sir Campbell Bannerman dieselbe Erklärung ab. 'M 21. März. Deputierten klammer. Ter Deputierte Allemane bringt einen Antrag ein betreffend einen Ausff anb in Nantes unb verlangt bie Ernennung einer par'amew- tarffciMi Unter-iuchungseommissioii. Ministerprä,ident Clemenceau spricht sein Bedauern aus über bie Tötung eines Aus- staubigen, setzt bie Umstänbe auseinanber, bie ben Vorfall herdeigesuhrt und erklärt, bag eine Unteifuujung darüber ange- ffellt werden würbe, wen bie Verantwortung an bem Vorfälle kresfe. Gr fügt lfinzu, daß das Gesetz angewendet werde, wenn cm.r ®cui>^Ini. den Aus,landigen getötet habe. Der Minisler- prafident schließt seine Ausführungen mit der an die Kämmer gerichteten Aufforderung, den Antrag Allemane nicht anzunehmen Allemane fugt hinzu: „Die Iustiz schläft, sobald es Arbeiter handel t." Der Antrag wirb fchlietziich Ubgelehnt. JPraV9ua (Mittelamerika), 21. März. Hier bestätigt man v sr? a?7tl^Doin Siege ber Nicaraguaner über die Strell- lräfte von Honburas unb Salvabor, von denen tausende von ** °j.c n ltuf bem Schlachtfelde geblieben sind. Die Nicaraguaner machten zahlrei-che Gefangene und erbeuteten 2000 Gewehre und viel ^^Nicaraguaner sollen cuch die zu Honduras gehörige Hasenstabt Lacerba eingenommen haben.___________________ Aus L.aOt itn6 Land. Gießen, den 22. März. Die Beratung über dieKanalgebühren findet, wie wir erfahren, in der Woche nach Ostern statt, so baß jedenfalls vom 1. April ab die Gebühren zu entrichten sem werden. Die Vorlage hierüber wird den Stadtverordneten in den nächsten Tagen zugehen. ” Unfall Im verlängerten Asterweg ist man gegen- foartig nut der Herstellung der Straße beschäftigt. Zum Ab- und Zubringen der Materialien ist em Sch.enengele.S nut Rollwagen vorhanden. Als sich am Donnerstag öie Arbeiter auf kurze Zeit entfernt hallen, machlcu sich einige Buben daran, um Nollwagen zu fahren. Es dauerte nicht lange und em lOjähriger Jiinge stak unter einem Rollwagen. sich eine schwere Verletzung am Bem zugezogen und * •a Wetter 8 NNE N NW Sonnenschein Klarer Himmel Sonnens chem März 1807 -8 s s s> 55 »Q S *S 3 2 2 Höchste Temperatur am 9hebrigfte , , Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Kanrilien-Nachrichten. Geboren: Ein Sohn dem Ludwig Orlenbach in Wetzlar. — Ein Sohn dem August Lampas in Nidda. Verlobte: Fräulein Lma Thöt in Schlitz mit Herrn Werner Allendorf in Alsfeld. — Fräulein Ella Weber in Wetzlar mit Herrn Oskar Braun in Neumühl (Rheinland). Gestorben: Herr Professor Ludwig Kircher in Groß-Gerau, — Frau Anna Elisabeth« Eloos geb. Schneider in Gontershausen. — Frau Marie Kalharine Feldpusch geb. Stiebig in Leusel. Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hesfeu am SamStag, den 23. März: Vielfach heiter. Trocken. Nachts kalt, am Tage wärmer. Veranderliche Winde. Griginal-Drahtmeldungen. Toulon, 22. März. Gegen 20000 Personen wohnten der Beisetzung der 22 unerkannt gebliebenen Opfer der Jena-Katastrophe bei. Boulogn e-sur-mer, 22. März. Hier kam eS zwischen Dockarbeitern und Gendarmen zu einem blutigen Zusammenstoß. Die' Tockarbciter bombardierten die Gendarmen mit Steinen, worauf letztere mit blanker Waffe einschritten und mehrere Arbeiter verwundeten. Ein Polizei-Hauptmann und em Unteroffizier wurden erheblich verletzt. 5 Verhaftungen wurden vocgenommen. Kandel. — Kasseler S t a d t a n l e i h e. Die Gruppe: Baiik für Handel und Industrie, Kredilverein zu Kassel, Tamms u. Streit lind Fiorino u. Sichet, die bei der kürzlichen Submiffion auf die 1 Million Mark neue 4proz. Kasseler Stadtanleihe von 1902 Serie LU das Höchstgebot von 98,78 Proz. abgegeben halle, erhielt den Zuschlag. Die Obligationen werden zu luo Proz. zum Verkauf gebracht. Kohlen preise seit 18 7 0. Tev Frans. Ztg. ist eine Zusammenstellung der Kohlenpreise seit 1870 zugegangen, die ein interessantes Bild über die Preisentwicklung dieses wich-tigen Rohstoffes gibt. Dar.stch sind die jetzigen Preise, die sich auf 11,10 Mk. pro Tonne stellen, von 18,2 bis 1875 übertroffen worden, in denen der Kvhlenpreis bis auf 15,60 Mk. stieg, um dann 1879 bis auf 4,70 Mk. zu stürzen. Seitdem haben nur die Jahre 1890-91, und die der letzten Lvchlonjmiktur 1900-1902 dm jetzigen gleichen Preis gebracht, wooei a.s besonders interessant zu verzeichnen ist, tuß nnay jener letzten tzochperwde die Kvhten- preise nicht mehr wie früher einen tiefen Sturz erfahren, sondern durch das Syndikat auf kaum ermäßigter Basis gehalten wurden, wonach dann allerdings auch die Steigerungen nicht mehr so sprunghaft und heftig wie früher erfolgten. Die Kali-Spekulation. Die durch die übermäßige Gründungswut in der Kali-Industrie hervorger^sene mißliche Lage des Kalisyndikats hat das schrankenlose Vertrauen, das die Kalr- spekulation in diese sichere Zufluchtsstätte gesetzt hatte, ins Wanken gebracht. Da nun dem Eintritt neuer Werke in das Kalisyndikat ernstliche Schwierigkeiten entgegenstehen, ist nun ein neuer heftiger Rückgang aller Kaliwerke eingetreten. Es rächt sich jetzt bitter, daß man den Warnungen vor einem übertriebenen Gründungs-Lpeku- lationsfieber so wenig Beachtung geschenkt hat. Denn die Anspannung auf dem Kapitalmarkt hat die Lebensunfähigkeit zahl- reicher Gründungen schon jetzt klar erwiesen. Darunter müssen nun auch die Anteile der guten Gesellschaften leiden, und die Zwistigkeiten im Syndikat selbst, zu denen das Ueberhandiiehmen neuer Kaligründungen geführt hat, verwirren vollends den Markt der Kaliwerte. Es hat gestern am Kalimarkt bedeutende Rückschläge gegeben und es ist hierin angesichts der allgemeinen prekären Lage am Effektenmarkt vorläufig keine Wendung zum Bessern zu erwarten. n . c . _ . .. . Reichsban k. Am 8. April wird in Swinem unbe eine von der Reichsbank-Haiiplstelle in Stettin abhängige Reichsbank- iiebcnftelle nut Kasseneinrichtimg und beschränktem Giroverkehr eröffnet werden. Konkurse in Hessen, lieber das Vermögen des Karl Knapp, früher Kantinenlvirt in Mainz, wurde am 1. März, nachm. 5'/, llhr, das Konkursverfahren eiöfinet. Amvaltsgehülie Heinrich Nikolai m Mainz wird zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderimgen sind bis zum 25. März bei dem Amtsgericht M a i n z anzumetden. — Lieber das Vermögen der Firma S p e r b «.Krieger mDarmstadt wurde am 2. März, vorm. 12'/. Uhr, das Konlurc verfahren eioffnet, da die Gemeinschuldnerm ihre Zahlungen emgcftelit und Eröffnung desKontnrsveriahiens beantragt hat. Der bürgerliche Beruf der Rcichstagsabgcordncten. Nach de>n K ü r s ch n e r f ch e n I a h r b u ch gehören den^ neugewählten Tei.tfchen Reichstage an 34 Rittergutsbesitzer, 6 Fidei- kominißbesitzer, 4 Aiasorattzhei-ren, 1 Rittergutspachter, 2 Domänen- Pächter, 19 Gutsbesitzer, 1 Herrschaftsbesitzer, 3 Weingutsbesitzer, B Bauerngittsbentzer, 5 Hofbesitzer., 1 Frelgnisbefitzer, 1 Ho ' und 1 Dlühlenbesitzer, 1 Erbscholnseibefitzer, 6 Landwirte, 1 General- Landfcha'isdireltor, 1 Außerordentlicher Gesandter, 1 Vberpran- bent k. D., 1 Oberpräsidenl a. T., 1 Erbprinz, 3 Geheime Rc- aierimgsiäte, 1 Rcgierungsrat, 1 Regierungsrai a. T., 1 Legations- Sekretär a. T., 1 Generalleutnant z. D., 1 Generalleutnant a. D., i weneral-Alajor ä 1% suite, 1 General-Major z. T., 3 Landrale, I Landral z. D., 1 Landrat a. D., 1 Oberlandes-Genchls-Prafident, 5 Oberlandes-Gerichisräte, 1 Lanb-Gerichtspräsibent, 2 -and- Gerichtsdlrrktoren, 8 Lanb-Gerichtsräte, 14 Amls-Gerichlsrate, 2 Lberamtsiichter, 1 Lattdrichter, 1 Amtsrichter, 1 Lber-^mtizrat, 32 RechisamvMte, 1 Kreisbirektor, 7 UiÜDerfitätsyroTefiorcn, 1 Professor em., 6 Gnmnasial-Proiefforen, 5 Oberlehrer, 1 Schuldirektor, 2 Rekloieu, 1 Reallehrer a. D., 2 Lehrer, 7 Aerzte, 2 Anitsrate, 1 Laildesrat a. D., 9 Bürgermeister, 1^ Magistratsrat, 1 ötabt» ältester, 2 Stabträte, 2 Senatoren, 1 Provinzial-Schulratz 1 etabt- schnttal, 1 Tomdekan, 1 Domkapitular, 2 Prälaten, 3 Erzpriel ter, 1 Hoiprebiger a. T., 17 Pfarrer, 1 P'arrer a. D., 1 (^eneral-lln- walt, 1 Geheimer Kommerzienrat, 2 Kommerzienräte, 10 H-abril- besitzer, voti denen em Teil den Titel Kornnierzieurat fuhrt, 1 Elsenbahndirektor a. T., 3 Bankdirektoren, 1 Direktor einer Aktien- Jndusirie-Gesellschait, 6 Syndici, 1 Bergrat a. D., 7 MauTleiite, 1 Generaldiiektor des Volisvereins für das katholische Teiitichland, 1 Direktor des Bundes der Landivirte, 1 Sti'tiingsverwalter, 1 Bibliotheks-Sikretar, 1 Postiekietar, 1 Poslageut, 1 Tiieltor einer Jnbmtrie-Geseltschaft, 1 Hnltenbesitzer, 1 Granitbergiverks-Beiitzer, 1 Kominiffionsrai, 1 Wemgrotzhändler, 14 Schrift stell er, 22 Redakteure, 1 Aguarimns-Tiretior, 1 Journalist, 2 Zeitlingsverlegei, 1 Beilagsbuchhändler, b Buchdruckereibesitzer, 1 Zeiiungs-Expedient, 1 Jiiseraten-Periieter, 7 Privatiers, 1 Rentier, 1 Hof- und Aliihlen- benger, 1 Kunstmühlenbesitzer, 1 akademischer Maler, 1 Oekonom, 1 Gastwirt, 1 Kiinfitischlernieisler, 3 Schrelnermeister, 1 -rape- zierermeister, 1 Malermeister, 1 PorzeUanmaler, 1 Braueretbesitzer, 1 Bierbrau-'-, 1 Fletschermeister, 1 Fleischer, 1 Schuhmachermeifler, 3 Bäckermeister, 1 Lchrelnermelster, 1 Zigarrenfabrikant, 2 Gefchäits- füljrer, 1 Bergarbeiter, 4 Gewerkjchajts- bezw. Arbeitersekretäre, b Gewerkjchastsbeamte, 2 Parteisekretäre, 1 Buchhalter und 1 Hand- lungsgehiilie. Rechtsanwaki Ur. Tetzner in Darmstadt wurde zum Konkursver walter ernannt. Ronhireiorberimgen sind bis zum 5. April bei bem Amtsgericht I Darmstadt anjinnclben. — Hebet das Vermögen des CbitbantcchnifcrS W a l t h e r Lo tzm a u n zuLangen ivnrde am 5. März, vorm. 11 Uhr» das Konkursverfahren eröffnet. Taxator Friedrich K n st er zu Langen ivird zum Konkursverwalter ernannt. Konkurs'orberungen sind bis zum 27. März bei dem Amtsgericht Langen anzumelden. — lieber daS Vermögen des mit unbekanntem Aufenthalt abwesenden LandivirtS und Fuhrmanns Otto Leiser zu Wimpfen am Berg ivnrde am 6. März, nachm. 3 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet. Kaufmann Wilhelm T r a u t m a >i n zu Wimpfen wird zum Konkiirsverwalter ernannt. Konkurs'orderungen sind bis zum 26. März bei dem Amtsgericht Wrmpfe n anziimelben. 21.-22. März---i-7,0* 6. 21.-22. , — 4-1,5* 0. Märkte. O Grün berg, 21. März. Unser heute abgehaltener Oste r- ,n a r 11 begünstigte nach den seitherigen Regentagen em schöner „F-rühluigsamang'. Ter Marli ivar lolgebeiien recht gut besucht und nahm einen guten Verlar?. Der Lftermarkl ist für unsere Gegend der erste L ch w e i n e m a r ft im Jahre und die hier gezahlten Preise sind em Maßstab lür die bicsfährigen Frühiahrs- preije. Sie sind entschieden niedriger wie in den letzten Jahren. Der geringe Karloffelvorrctt und die niebri^en Preise lür die letten Schweine sind hierfür die Ursachen. Ter Schwememarkt tuar stark befahren und bie Nachfrage recht lebhaft, aber der Handel lahmte infolge der niederen Preße. Bezahlt wurde für das Paar 8 bis 10 ivöchemliche Ferkel 40-45 Alk., 10 bis 12 wöchentliche 45—50 Dlarf, 12 bis 15 wöchentliche 50-60 Alk. Ter R in dv te h ma r k t hatte'dagegen eine schwache Auffahrt; es ntochte zwischen 30-40 Ltiick anqctricben fern. Trotz der hier feststehenden hohen Preisen zeigte hierbei der Handel keinen Flug. Ter übrige Markt verlief befriedigend. M „ _ _ „ , tc. Frankfurt a. M., 23. Aiarz. lOng.-Telegr. beS .Gieß. Viehmark l. Zum Verkau'e standen 00 Halber, 00 Schate u. Hämmel, 37U Lchiveiiie, 0 Ziegen. Schweine: 1. Qual. 59-60 Pf., Lebendgelvicht 46-00.00 Pf., 2. Qual. 58-00 Pf., Lebendgewicht 45.00-00 Psg., 3. Qual. 52-54 Pfg. Kälber 1. Qual. 00-00 Pf, Lebendgewicht 00-00 Pfg., 2. Qual. 00-00 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg., Schlachtgewicht 00—00 Pfg. Schafe 1. Qualität 00-00 Ptg.l 2. Qualität 00-00 Pfg. Geschäft bei ^c^roetnen: gebriiett, llclierftanb nnbcbcnlcnb. ICirdyc und Schule. — Gymn asi al-Abitur ten ten im Volkss chul- bieuft. Im Großherzogtum Hessen ist es schon seit längerer Zeck alljährlich vorgekommen, bau funge Leute, bie an cmer höheren Lehranitalt die Alamritätsprufung beitaiiben batten, nicht bic Hoch» schule bezogen, sondern sich aits irgendwelchen Gründen dem Volks- jchulsache zuivandten, ohne indessen besonders pädagogisch vorgebildet zu sein. Dieser groue Alangel führte zu mancherlei Schwierig- feiten, die die Schulverwaltung dadurch zu beseitigen sucht, daß sie für diese angehenden Bolksichutlehrer besondere Vorbereittingskurie eliirichiet. Der erste dieser Kurse mürbe von Ostern bis Herbst vorigen Jahres abgehalten unb zählte 22 Teilnehmer. Die jungen Leute erhielten Unterricht in der Pädagogik und den Hiliswissen- schaften und wurden gleichzeitig durch besondere Uebungen in den praktischen Umerricht emgeiührt. Am Schluffe des Kursus wurde cme emfprechende Prüsung abgehalten. Anscheinend war die Schulbehörde von den Ergebnissen nicht ganz befriedigt, was mit Rück- sicht auf die Kürze der Zeit unb bie große Ctosjmenge sehr begreiflich erscheint. In diesem Jahre soll bie Zahl der Abiturienten höherer Lehranstalten, bic Lehrer werben wollen, dem Vernehmen nach noch großer sein als im verflossenen, unb es ivird baruni mit Beginn bes neuen Schuljahres roiebermn em Kursus beginnen. Um jedoch ben Teilnehmern eine gründlichere pädagogische Ausbildung zu geben, soll er em Jahr dauern. — Die Korrespondenz des Deutschen Lehrerveretns bemerkt hierzu: Ob em einjähriger Kursus schon völlig ausreichen wird, ben jungen von höheren Schulen kommenden Lehramtsbeiverbern eine ausre'chende theoretische unb praktische Vorbildung für ihre pädagogische Wirk» samfeit zu oermiitet:i, ivird die Enahrun^ lehren müssen. Eine Frage aber drängt sich bei der ganzen Sachlage dem Nicht- Hessen auf: Woher mag es kommen, daß sich in Hessen Abiturienten höherer Lehranstalten für den Volksjchuldienst finden, noch dazu in einer so erheblichen Zahl, daß die Regierung sich zu besonderen Maßnahmen m ihrem Interesse veranlaßt sieht, während anderswo, beispielsweise im Großfiaat Preußen, bie Lehrerseminare „Untcrirequenjen* zeigen, bie man mir durch Gewährung hoher Umerstiitzungen hofft beteiligen zu können? Sollte bic Erscheinung Die Religionszugehörigkeit der Rcichdtags- -tdgeordtteten. 156 NeichSiags-Abgeorbneie bezeichnen sich als evangelisch, 132 kaiholisch, 2 römisch-katholisch, 40 evangelisch-lutherisch, 13 lutherisch, 8 protestantisch, 1 evangelisch uniert, 3 jübisch, 2 altkatholisch, 2 reiornüert, 1 evangelisch-reformiert. 1 religionslos, 17 komessionsloS, 5 freireligiös, 5 Diffibenten, 1 Menonil, 1 »katholisch getauft". Ter Abg. v. Vollmar hat geschrieben: Religion grundfätzlich nicht angegeben. Die brei sich als jubisch bezeichneten Abgeordneten finb Singer, Stadthagen unb ber neugewählte sozial- demotransche Rechtsamvalt Dr. Frank (Mannheim). vielleicht gar mit der verschiedenen Lemeffung ber L^hrergehälter zusammeuhäugen? Literarische». Auch Helt 5 ber mächtig au’ftrcbenben neuen Halbmonatsschrift „März" bringt viel unb vielerlei unb barunter nichts nnbcbeutcnbe§. Ter bedeutende füdd. Parlamentarier E o n r a b Haußmann steuert einen Artikel .Parlamentarismus" bei, in bem er ber Regierung, wie ben Liberalen ernste Wahrheiten sagt unb zu dem Schlüsse kommt, baß man sagen möge, was man wolle, ein gesundes Volk habe einen gesunden Parlamentarismus, unb wir, wir hätten einen solchen Parlamentarismus noch nicht. Lieber auswärtige Politik spricht ein Anonymus, hinter beijcn Chiffre L. X. sich jebensalls eine außerordentlich gut informierte Perwnlichkeit verbirgt. In Auknüpfung an bie Haager Fncdens- komereiiz wird bie internationale Lage lichtvoll und vielfach von überraschenb neuen Gesichtspunkten aus beleuchtet. Dr. Robert Hessen bringt ui einem Artikel „N.-Strahlen unb Ob" eine posthume Ehrenrettung eines im Leben schwer verkannten deutschen Forschers, des genialen Karl von Reichenbacb. Karl Schloß, em geb. Hesse, veröffentlicht zur Feier des hundertsten Geburtstages des Aiimchener Hmnoristcn Grafen von Pocci einen fern geschriebenen Artikel über diesen, dem 16 zum Teil unveröffentlichte Zeichnungen Poccis als Schniuck beigcgeben sind. Hermann Konsbrücf steuert einen Artikel »Das Deutsche Aiuseuin in Alünchen" bei. Georg Bernhard bringt in seinem Artikel /Rachdenkliches zum Trusiproblem" auch für das große Publikum interessante '.'lu'tlärungen über diese moderire Erscheinung, ihr Wesen und ihre zeitgeschichtliche Slotweiidigleit. Von Hermann Hesse enthalt die Nummer einen Effay »Gedanken bei der Lektüre des grünen veuuict)", einen warmen Aufsatz. Au Delletnstik bringt bie 'Jium- mer den Schluß von Ludwig Thomas »Der weutälische Glaubens- bote", eine Zugenbcriimerung. Ferner die Foruetzung des Romans „Marl Afenkojer" von Borromäus und fchließlich eine lustige Novelle „Smitsons merkwürdige Veränderung". Tie Abteilungen: „Rundschau" und ^Glossen" sind diesmal ganz besonders reich nut tlemercn Artikeln aus den Gebieten der Kunst, Wissenschaft unb Literatur ausgeftattet. ______ 21. 2" 758,5 + 6,8 4,0 56 21. 9" 758,5 + 1,9 5,5 86 22. 7« 756,7 — 0,8 4,1 90 sagen innigsten Dank Die trauernden Hinterbliebenen Philipp Seipp, Giessen, den 22. März 1907. Karl Seipp. 2032 W W ■ U Danksagung- Ftir die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Gattin, Mutter, Schwester und Tante Frau Emilse Seipp, geb. Hosch iÖetamuuiadjuiiQ- In unser Handelsregister Abt. A. wurde heute bezüglich der Firma .Gießener Stempelfabrik, Kreutcr & Co." zu Gießen folgendes eingetragen: Die Firma der offenen Handelsgesellschaft wird geändert stt .Gießener Stempel- und Schmelzfarben-Fabrik, Kreuter & Co." Gesellschafter sind: 1. Kaufmann Joses Kreuter, 2. Kaufmann Franz Walther, 3. Kaufmann Karl Rudy, GsierarüKel ßls Schokolade-Hasen und -Eier Ltuckcr-Vascu und -Gier Btskuit-Hafen und -Gier. Kartouagc-Hascn und -Eier dekorierte Körbchen mit Gier unb dergleichen empfiehlt in großer Auswahl die Konditorei Luuw.g Doll 32 Marktftr. 32 (1893 Conserven Bis auf weiteres gewähre ich auf meine ohnehin sehr billigen Preise noch 8% Wru-RMtt. i L. Steinhäuser 17 Neuen Baue 17 Bildschön I ist ein zartes, reines Gesicht, rosiges, jugendfrisches Ausieheti, weiße, fauuuetweiche Haut und blendend schöner Teint. Alles dies erzeugt: ilajtbcukr filirnniildi=Srift nur echt mit Schutzmarke Steckenpferd ä 50 Pfg. bei (772 Adolf Kieler. Marktstr. 5. Matzen frisch eingetroffen. [1989 I. M. Lchukbof, Marktstraße 4. sämtlich zu Gießen. — Die neue Gesellschaft beginnt am 1. April 1907. — Sämtliche Aktiva und Passiva der seitherigen Firma gehen auf bie neue über. Gießen, ben 20. Marz 1907. B”/, Grostherzogliches Amtsgericht. Bestes Abendessen für Kinder sind die Milchspeisen, welche mit Dr. Oetker’8 Vanille ■Pudding-Pulver bereitet finb. nffVi 1 Stück 10 Pfg. 3 Stück 25 Pfg. 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Der Vorstand der Mitteldeutschen Ereditbauk. 8« der heute abgehaltenen 52. ordentlichen Generalversammlung unserer Aktionäre wurde die Dlvidenbe für da» Geschäftsjahr 1900 auf 6*/,% festgesetzt. Der Divldendenscheia für 1906 kommt mit M. 19.50 für jede alte Aktie zu ML 800 * e ■ w * • • 1200 zur Auszahlung. Die Einlösung der Dividendenscheme erfolgt von heute ab: bi Frankfurt a. iVU «Vertin, Nürnberg, Sürth, (Steffen und Wiesbaden an unseren Kaffen VormlllagS zwischen 9 und 11 Uhr, in Baden-Baden bei der Bankcommaudite Baden-Baden, Metzer & Diff, in4§sien bet der Firma Nortb, Uammeicr & (Lo., in Hamburg bet der tttrma M.M. Warburg & Eo., tn Leipzig bet der Allgemeiueu Deutfcheu Credtt-Auttalt (Abteilung Becker & Eo.), in Meiningen und Gotha bet der Bank für Lhüriugen vormals B. M. Strupp, Akriengesellichast, tn München bei der tfirnm Moritz Schulmann unö bet der ttommauditgeiellichaft Beruard Weinmann, in Stuttgart bei der tzirma Doertenbach L (Lo. « Die Dividendenschetne sind auf der Rücksette mit dem Firmenstempel oder dem Namen des Einreichenden zu versehen. Frankfurt tu a>L, den 2L März 1907. 209442 16 169,901406 81 Gewinn- und Passiva. Aktien-Kavital. . . . ••• • Reserve-Konto . M. 5400,000.— AunerordentlicheS Neserve-Llonto * 1400400.— Spezial-Reserve- Konto II . . • „ 600400 — Lausende Tratten Geleistete Aval-Accepte . . . . Kreditoren in lausender 3lechnung . . Ai. 65,131482.91 ab durchlaufende ono bis 70 lfd. Meter Eartenspalicr b^u,°°r. Näheres O. Keinzei-llng, 1983) Schiffenberger Weg 65. zweisitziger Sportwagen zu verk. [01889s Steinstr. 05, p. WO Ztr. verk. W. Arnold, Gruningen. i LWiilßllhlÜ-NshMWjiiik Marke Viktoria, zu verkaufen. 019021 Bahnhofilraffe 58, p. 2 gchr. Moiorrnder vorzügl. Maschinen, preiswert zu verlausen. [01903 H. 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