wir Gefängnis erkrankt, heute früh, folgende Draht- Llußerdem . erhielten nachrichten: Paris, 28. Juni, nacht in das Zeltlager deL Abgeordneten und Senatoren gemeinsamen Manifest ihre werden. Marcellin Albert ist im Der WinzerLrieg in Krankreich. Die Deputierten Blanc und Paströ haben den Antrag Mandate niederlegen Unbekannte Uebeltäter drangen heute 10 4. Infanterie-Regiments raubten alle dem Obersten gehörige Wer Ps-rdtkch in Chalons-jur-Alame und------ Effekten. Die ebenfalls gestohlene Amtskane, die allen Oesfmingsverjuchen widerstand, wurde in einem nahen Wald auf- dein russischen Grcnzorl Ra^.willow und plünderten een iut Gasthause wohnenden Getreidehändl'r Cünoch aus. Dre Stola ten ocm .chtigten sich des gesamten Bargeld.^ und der W> -. achen und wollten sich entfernen, fernen aber noch einmal zurtick, lchchsen Enwchund dessen Frau nieder und nerwundeten Enochs idimer. Ter Schrviegerloditer Einochs wurden beide H-mde a'oge- mnutien. Ein zwölsiähi.gcr Knabe wurde Icbcnogcfäfnlid) d letzt. Zuletzt wurde das Gasthaus in Brand gesteckt. Die Molaren wollten dann über die Grenze flüchten, aber zwei von ihnen wurden auf üüerreichl chem Gebiet von Gendarmen feit 30 nommcn. auf Versetzung Clemenceaus in den Anklagezustand zurückgezogen. Dagegen erhält sich das Gerücht, daß die aus dem Süden in einem 6a osisa*'"“ ö s8fes$ Neues aus Nutzland. Petersburg, 27. Zum. Ter Gehilfe des Ministers für Ackerbau und Landwirtschaft, N i! iti, ist dem Gericht überliefert wegen betrügerischerLperatio ne n zum Nlcchf- teil der Regierung bei der Ausnutzung der enorm großen Strom- Wälder, die an der Petschro geleaen sind. Es handelt sich um Mülionen von Rubel. Tas Untersuchungsmaterial i)t dem Senat übergeben worden. . . .. Zn Krasnojarsk wurde das M i l i tar g e fa n g n i s von einer Anzahl Revolutionäre beschossen, die sich in den benachbarten Häusern postiert hatten. Tas Lchietzeii dauerte uiu gesähr eine Stunde. Ein Troichkenkutscher rourbe gewter. Die Polizei verhaftete mehrere Personen, darunter einen Offizier, welcher an dem Schießen teilgenommen hatte. Zu Warschau überraschte und verhaftete die 'Polizei eine Ber sa m r.t l u n g von 20 So ; ia l d e m o lr a te n , wobei ihr wichtige Schriftstücke in die Hände sielen. . Uus Brodv in Galizien wird gemeldet: Nachts überfielen 1 4 Kosaken ein Gasthaus an der Landstraße bei lichen Russen Karfunkelstein alias Werner Tafa, und Weidt ist jetzt ein Verfahren wegen Organisation einer Geheimgruppe' russischer Anarchisten in Deutschland eröffnet worden. Es steyt fest, baß Karfunkelstein, der als Vertreter der russischen Anarchisten dem Anarchistenkongreß in Mannheim oeiwohnte, von dem Stud. tcchn. Thisch in Köthen die Papiere der dortigen Geheim gruppe übernommen hatte, als Thisch in Ferien ging. Diese Papiere wurden bei Weidt in der Redaktion des „Anarchist" deponiert, wo sie von Beamten der Polizei beschlagnahmt worden sind. Bei der Körperlichen Untersuchung Karfunkelsteins fand man im Futter der Pelzmütze Empfehlungsschreiben aller revolutionären Komitees, in denen er als einer der tüchtigsten Agitatoren den „Brüdern" empfohlen wird. — Von einer Schließung der Lesehallen ist vorläufig abgesehen worden. — In der heutigen Sitzung des Bundesrates ist über den Entwurf einer Novelle zum Viehseuchengesetz und über die Vorlage betreffend Aeuderung der Vorschrifleu über den Verkehr mit Gelxninmitteln Beschluß gefaßt worden. Kiel, 27. Zuni. Der Kaisie r hat heute japanische Offiziere dekoriert. Die japan Kapelle konzertierte heute i:n Konzertgarten Tüsternbrvog. Ter Kaiser empfing den Prof. Richards von der Harvard-Universität, den Professor Paczkowski, den Staatssekretär v. Bethmann-Hollweg, die Minister v. M o l t k e und Dr. Holle. Dortmund, 26. Zuni. Die für September angeordnete Versetzung von abermals 51 Lehrern aus der Provinz Westfalen nach der Ostmark ist durch eine den Betreffenden gestern zugestellte Verfügung aufgehoben. Gründe für die Zurückziehung der Verfetzungsordre werden in den amtlichen Bescheiden nicht angegeben. , , , Badenweiler, 27 Jmn. Auf der hier abgehaltenen Versammlung der suddeutschen Metall-Berufsgenossenscoaft hat der Präsident des Reichsversicherungsamts Dr. Kaufmann folgende Ansprache gehalten: „Die durch die denkwürdige Bot- chaft Kaiser Wilhelms I. angekündigt- und bezüglich der Kranken-, Unfall-, Znvaliditats- und Altersversicherung schon seit Zähren durchgeführte soziattolitticyc Gesetzgebung brachte dem d.utschen Arbeiter große Segnungen., .lct Schlußstein dieser Gesetzgebung, die Witwen- und W aisen- versicherung, dürste in nicht zu ferner Zukunft devi von feinem anderen Staat erreichten Fürsorgewerk die Krone aussetzen. Die erfolgreiche, humane Durchführung der Gesetze scr ein Verdienst der Vers icherungsträger und des Reichsvernche- rungsamtes. Ihn selbst freue es, sich an diesem großartigen Werke an führender Stelle betätigen zu können. Er liebe eine offene AuSiprache, alles Bureaukra^sche fei ihm fremd, er jet Freund einer raschen Initiative. Er hoffe, hierbei die Unterstützung der Dcrnfsgenossenschaften zu finden. Ausland. 11 Kopenhagen, 27. Zuni. Nach einer Meldung des „Echo । de Parts" verlautet hier gerüchtweise, daß Prinz Adalbert, । der dritte Sohn des deutschen Kaiserpaares, sich mit der Prin- । zessinThyra, einer Tochter des Königs Friedrich von Dane- ( mark, verlobt habe. Prinzessin Thyra steht im 28. Lebensjahre, während Prinz Adalbert am 14. erst das 23. vollendete. London, 27. Junc. Unterhaus. Im Lause der Besprechung des Budgets des Handelsamts bezeichnet der Präsident , des Handelsamts, Lloyd George, die H an d el s a uss i ch t en als gut Er sehe gegenwärtig kein Anzeichen für irgend em Abflauen im Handel. England habe Grund, sich zu dem ^gedeihlichen Stande Deutschlands und der Vereinigten Staaten Gluck zu wünschen: denn m den ersten fünf Monaten des Jahres 1907 habe Englands Ausfuhr nach Deutschland gegen das Jalw 1906 um 4 Millionen Pfund Sterling zugenommen. Auch die Ausfuhr nach den Vereinigten Staaten habe zugenommen und ttvar um 3 Millionen Pfund Sterling. Paris, 27. Juni. -Ute Korrespondenten des „Figaro und des „Gaulois", die an der Kiel e r W o ch c teilgenommen haben, berichten übereinstimmend, daß Kaiser Wilhelm die anläßlich der Regatten nach Kiel gekommenen Franzosenuber- auä liebenswürdig em of engen habe und sie rn zuvorkommender Weise mit zartfühleiiden Ausinerksamketten überoauTt Hobe. Kaiser Wilhelm äußere sich bei jeder sich bretenoen Gelegen- D2it dahin, daß er lebhaft eine Annäherung mit Frank reich wünsche. . Rom, 27. Juni. In der heutigen Kammersitzung, steht die Angelegenheit Nasi zur Verhandlung. Nasi betritt die Kammer das erste Mal seit seiner Flucht. Er nimmt, ichem- bar tie' bewegt, seinen Platz ein und wird von einer groben Anzahl Deputierter, seinen Freunden, begrüßt. Nam nimmt das Wort. Er weist zunächst eine Reihe oer gegen ihn erhobenen Beschuldigungen zurück und erklärt, er sei ^luctlith, vor einen Gerichtshof zu kommen, vor bcin er feine e^ulolougteit erroeum könne Redner wendet sich in seinen Ausführungen gegen einige Behörden, die er der Parteilichkeit gegen ihn beschuldigt. Er im sicher, vom Senate scsigesptochen zu werven. Tas Haus hort die Rede Nasis, der etwa dreiviertel ^amben ipricht, unter tiefem Schioeigen an. Sann verläßt Nasi den Saal. Tas Haus nimmt hierauf einstimmig einen Antrag an, nach dem gemäß dem Vorschlag der Kommission, die Angelegei ,_tt Nutt an den als Oberstaaisgerichtshof fonfiit’-ierten,Senr•_ Dcar.fi en und beschlossen wird, am ^amstag drei Kommsisare zu ernennen, die die Airllage zu vertreten hoben. •• Maßnahmen gegen die Maul- und Klauen-' suche. Die „Darmst. Ztg.* schreibt: Nachdem die Maul- und Klauenseuche in den von ihr ergriffenen Orten der benachbarten Bundesstaaten Bayern, Württemberg, Badesi und Elsaß-Lothringen in ihrer Verbreitung in letzter Zeit im allgemeinen abgenommen hat, namentlich aber nicht in bent Großherzogtum näher liegende Orte verschleppt worden ist,, hat das Großh. Ministerium des Innern den RtciSäintern, mit Ausnahme der von Bensheim, Heppenheim und Worms, anheimgegeben, soweit nicht besondere Grunde dagegen j sprechen, und msbes. nicht erneute Ausbrüche der Seuche bie: Aufrechterhaltung oder gar Verschärfung der jetzt bestehenden. Anordnungen erforderlich erscheinen lasten, den Handel mit. Klauenvieh irn Umherziehen vom 1. Juli l. Js., wieder freizu geben, sowie auch bie zurzeit n o ch. verbotenen Viehmärkte wieder abhalren zu lassens Fortzu besteh en hat jedoch bis auf weiteres noch die' Quarantänemaßregel (Amtsbl. Nr. 9 vom 3. Juli 1897, § 6) für alle Klauentiere, die aus den oben genannten, zurzeit noch als verseucht geltenden Ländern in das Großherzogtum eingeführt werden. Diese Maßregel ist besonders i auch bei den auf Viehmärkten zuzulastenden Tieren in Anwendung zu bringen, und zwar in der Weife, daß alle uoiv außerhalb des Großherzogtums kommenden Klauentiere, von' denen nicht glaubwürdig nachgewiesen wird, daß sie nichts au§ verseuchten Ländern flammen, nicht eher auf den Lich-f markt zuzulassen sind, bis sie die vorgeschrieben'e Quarantänezeit in serichenfreiem Zustande durchgemacht haben. Für bie oben genannten drei Kreise wurde die Auftechterhaltung des Verbots des Handels mit Klauenvieh im Umherziehen noch für notwendig erachtet, da der benachbarte badische Kreis Mannheim noch bis vor kurzem verseucht war und die Nähe des Mannheimer Marktes die erwähnte Maßnahme erforderlich erscheinen ließ. . •* Vom Stadttheater. Da§ Jntereste an unserem neuen Theater wächst auch in den benachbarten Städten Marburg, Wetzlar, Weilburg, Bad Nauheim und Friedberg , immer mehr. Tas allgemeine Gespräch über die glanzvollen - Eröffnungsfeierlichkeiten ist an der Tagesordnung. Eine solche ! Art von Werbung für unsere neueste städtische Einrichtung 1 durfte befruchtend wirken. Auch ist es in diesem Sinne zu begrüßen, daß es den am 6. und 7. Juli anläßlich des 10jährigen Stiftungsfestes des Technischen Vereins Gießen I hier weilenden Vereinigungen unserer Nachbarstädte ermöglicht ist, bie Besichtigung unseres Theater-NeubaueS vor- ziinehmen. Die Führung hat Oberbürgermeister Mecum übernommen. ** H a s e n sch a d e n. Zu der gestrigen Mitteilung über , den übermäßigen Hasenschaoen in den Feldern am Rudere.- Haus werden wir darauf aufmerksam gemacht, daß zurz?'. Schonzeit ist. Ter Jagovachter ist also zurzeit Nicht i ber Lage, Abhilfe zu schaffen. ** Landesbypothekenbank. Ter Beamte ber Landeshypothetenvant Wilh. Rühl aus Bsibrich und . . Gerichtsschreibergehilfe Jos. Sturm aus a'r f.:.i .r.-. s Bingen^ wurden zu Bantassistenten bei ber Aus StaOt nnd Land. Abdruck unserer durch Korrespondcuzzeichcn kenntlich gc- macttc» Orginalarttlel ist nur unter gcuaner Quellcnaugabe (Gieß. Anz.) gestattet. Gießen, ben 28. Juni. ** Das Großherzogspaar in England. II. KK. HH. der Großherzog und bie Großherzogin besuchten am Sonntag, 23. d. M., mit ben Majestäten den Gottes- öienst in Windsor und fuhren naa) der Frühstücks täfel, mit dem König unb ber Königin spazieren. Abends fand! Familien täfel statt, zu welcher auch Prinzessin Gyn- lian zu Schleswig-Holstein mit ihrer Tochter Prinzessin Viktoria geladen waren? Am Montag vormittag fuhren die Majestäten mit Ihren Königlichen Hoheiten im Auto nach London. Abends speiste das Großherzogspaar beim Prinzen und Prinzessin von Wales, fuhren von dort in das Lyrik-Theater uno besuchten dann den Ball beim russ. j Botschafter Grafen Benckcndorf, zu dem auch das Königs-.' paar und unter anderen Fürstlich keinen die .Herzogin von Koburg mit Prinzessin Beatrice, die Großfürsten Boris und Michael von Rußland erschienen waren. Am Mittwoch, den 26., fuhren die Majestäten mit ihren Gästen uaa? Lincoln zur Eröffnung der dortigen landwirtichafttichen Ausstellung. Am 28. d. M. findet voraussichtlich Truppen- paraoe statt. ♦* Ordensverleihung. S. K. H. der Groß- Herzog haben dem Ortsgerichtsmann Adam König in' Annelsbach das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift» „Für langjährige treue Dienste" verliehen. •* Höhere Mädchenschule. Eltern, deren Töchter! bie Höh. Mädchenschule besuchen, werden darauf aufmerksam^ gemacht, daß die als Einlaßkarten zur EinweihuugSfeier bc5, Neubaues ausgegebene Festordnung nur jur eine Person gilt. Iie heutige Wurnmer umfaßt 12 Seiten. Mit dem 1. Juli beginnt ein neues Vierteljahr. Unsere Leser werden gebeten, im Interesse einer gesicherten unb ordnungsmäßigen Zustellung bas Abonnement auf den Gießener Anzeiger umgehend zu erneuern. Der Gießener Anzeiger ist bekanntlich in Oberhessen die einzige größere Provinzzeiiung. In seiner politischen Haltung selbständig unb von keiner Partei abhängig, tritt er für die Zusammenschlietzung aller liberalen Elemente in Stabi und Land ein. Sorgfältig registriert und bearbeitet er alle bemerkenswerten Ereignisse nicht nur Gießens unb Oberhessens, sondern des ganzen Großherzogtums. Das politische Leben Hessens, des Reiches, der Welt spiegelt sich in seinen Spalten. Nicht ^Sensation, Popularitätshascherei unb Schlagwortpolitik, sondern Objektivität und Zuverlässigkeit im großen wie im kleinen bilden die Richtschnur, an der der Gießener Anzeiger seine Leser durch bas Labyrinth des öffentlichen Lebens zu führen sich bestrebt. Die bevorstehende 300jährige Jubelfeier der hessischenLanbesuniversitüt wirb unserem öffentlichen Leden in den nächsten Monaten ihren Stempel aufbrücken. Die Leser des Gießener Anzeigers nah und fern werben ein vollkommenes Dilb von ben mannigfachen Feierlichkeiten erhalten. Es ist eine umfassenbe Organisation geschaffen worben für eine vollkommen eingehende Berichterstattung über bas Fest, wie aller in mehr ober minber engerem Zusammenhang damit stehenden Vorkommnisse, vornehmlich ber Eröffnung des neuen Gießener Stabttheaters. Ein Wonnement auf den Gießener Anzeiger für die nächsten Monate empsiehlt sich also auch über unsere Heimat- provmz hinaus. Inserate finden im Gießener Anzeiger die größte Beachtung unb Verbreitung. 9h?. 149 Erstes Blatt 157. Jahrgang Freitag 28. Jnni 1907 SB General-Anzeiger für Oberhessen ZWZ ^Vnzeizi-r Hotationsörud und Verlag der vrühl'jchen Univ.-Vuch- und Zleindruckerei. H. Lange. Heöaftioi, Expedition und Druckerei: Zchulstratze r. ^eigenteitt Ha^s dem Hause süidai Lauern schäsligung bei guiem Lohn. lö. Mert, Markwlay 2. W ftllntt ! fccltaerlebtliug gesucht hl. Wertungen unter W61U iegener Änzcher erbeten. chMkOtzii |-4ti WMn hohen Lohn fltiuät- . Lcheivhaner & Giema, । Ltainzlar. "Sm- WDm-Wkk AhvlSer finden bmg ■~^L ds- Ä,4Un9 MZBUiis Moihihm io Um- korben rfujien, wollen fti nS deines Lager unterhalten werden ' av^EN erbeten unter SW m Rudolf Moste, ___. ss*;, IbMHmWjckl — E. Pfeil, Lowengasse S. -chremngcselle it. GroherZieinwegk, Wofikrgescke mernd gesucht. (M l Hobmeter, SomMsn.il II Tuchiiger Schuhmachn idem Lohn sofort gesucht »aldichmidt, öriedrichjn 3. gefunden. , Paris, 28. Juni. Der Ministerpräiident Clemenceau sagte in einer Unterredung mit einem Journalisten, daß sich die La g e im südlichen Frankreich erheblich gebessert habe. Er hoffe, daß eS binnen kurzem möglich sein werde, die gruppen zurückzuziehen. ____________________ Deutsches Reich. Berlin, 27. Juni. Einem Mitglieds des Verbandes zur Bekämpfung der Sozialdemokratie irr Hamburg hat der Reichskanzler Fürst Bulow folgendes Schreiben zugehen lassen: „Euer Hochwohlgeboren danke ich ergebenst fuv die gefällige Mitteilung von der Begründung des Hamburgischen Verbandes zur Bekämpsimg der Sozialdemokratie. Ich stehe allen Bestrebungen sympathisch gegenüber, die darauf htnzielcn, m der deutschen Bevölkerung das Gefühl der Liebe zu Kauer und Reich 5u erhalten, ihr Verständnis für die wirtschaftlichen Grundlagen unseres Erwerbslebens zu fordern, den Frieden zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu wahren und anti» nationale und revolutionäre Bestrebungen zu belämpfen." — Dem Grafen Posaoowsty soll, nach der „ftoln. Bolksztg.", bei seinem Rücktritt ein anderes Hobes Staatsamt an geboten worden sein; er habe dies aber sowie weitere Auszeichnungen mit der Erklärung, day er als ein freier Mann aus feinem ictzigen Amt scheiden wolle, ab gelehnt. Daß Graf Posadowsky aber nicht völlig aus der Politik scheiden will, ergibt sich aus einer Notiz ber „Köln. Ztg.", die besagt, daß der bisherige Staatssekretär nicht abgeneigt ist, in Zukunft einmal em Reichs- tagsmandat anzunehmen. — Den Morgendlättem zufolge hat iLtaalsminister Graf von Posadowsky bei seinem Ausscheiden aus dem Reichs- und Staatsdienst vom Kaiser dessen M a r m o r - Hüfte mit einem sehr gnädigen Handschreiben erhalten. . , , .. , — Die vor einigen Wochen erfolgte Haussuchung in den beiden hiesigen russischen Lesehallen haben jetzt weitere überraschende Maßnahmen zur Folge. Es hat sich bei der Prüfung der vorgefundenen Papiere entgegen dem von den Lesehallen betonten Standpunkt zweifellos ergeben, daß diese Lesehallen nur der Deckmantel für die hier bestehende geheime Gruppe der russischen sozialen Arbeiterpartei waren. Das Resultat ber polizeilichen Untersuchung ist die bevorstehende Ausweisung von sieben Vertrauensleuten beiderlei Geschlechts. Es ist beantragt worden, daß diejenigen russischen Studenten, die einer dieser Lesehallen als Mitglied angehörten, von der llniversilät relegiert werden. die seit zwei Monaten in Untersuchungshaft befind- ■ 1 Vermischte». breiteten Nachricht, daß Ijier die Blattern herrschten, sei ausdrücklich daraus hingewiesen, daß hier überhaupt kein Blattern fall vorkam. Ein Mann, der erkrankt war, wurde als blatternverdächtig angesehen, doch stellte sich nachher heraus, daß dieser Verdacht unbegründet war. R.B. Darmstadt, 27. Juni- Ter Odenwaldklub, Sektion Darmstadt, hielt gestern abend seine Hauptversammlung ab. An Stelle des seitherigen langjährigen 1. Vorsitzenden, Ministers des Innern Braun, der wegen starker dienstlicher Inanspruchnahme sein Amt niederlegen mußte, wurde einstimmig der 2. Vorsitzende, Rechnungsrat Daud gewählt. Minister Braun wurde einstimmig zum Ehrenvorsitzenden ernannt._ X. Offenbach, 27. Juni. In bet heutigen Lützung der Stadtverordnetenversammlung wurde beschlossen, die Gehaltsverhältnisse der als städtische Beamte unwiderruflich angestellten Lehrer an den technischen Lehranstalten derart zu regeln, daß sie in jeder Weise den staatlich angestellten Kollegen gleichstehen. h. Frankfurt a. M., 28. Juni. In der gestrigen Sitzung der Stadtverordnetenversammlung gelangte ein Antrag der Stadtverordneten Dittmann u. Gen. (Soz.) zur Beratung, welcher dahin geht: die Stadtverord- UniverMäLs-Nachriehten. Breslau, 27. Juni. Der gegenwärtig auf einer Forschungsreise in Batavia weilende Dermatologe, Professor Dr. N e i ß e r, wurde zum ordentlichen Professor ernannt. — Nachdem Professor Dr. Friedrich Müller in München den Ruf als Nachfolger von Leydens an die Berliner Universltät abgelehnt hat, ist eine Berufung an Geh. Rat Prof. Dr. Ludolf Kr eh l, Direktor der medizinischen Klinik in Heidelberg, ergangen. W ü rzburg, 28. Juni.' In der hiesigen theologischen Fakultät sind Konflikte allerernstec Natur ausgebrochen. Einzelheiten fehlen. -- Freistudentische Konferenz. Süddeutsche Verbände der Bildung?- und akademischen Nesormbewegung der Frei- ftubentcn veranstalten am 6. und 7. Juli in Mannheim eine Tagung, aus deren Programm die R e f o r m b e d ü r f t i g k e i t der deutschen Hochschulverfassung steht. Einzelreferate werden gehalten über: den Zustrom zu den akademischen Bernsen und seine Regelung, die Stellung der ehemaligen Studenten zur Hochschule, Volkshochschulfragen, Akademische Frauenfrage, die Freistudentenschaften der Schweiz, Sludenlischen Verruf. In einer öffentlichen Versammlung wird Privatdozent Dr. W. Ohr- Tübingen über „Die deutsche Hochschule und das deutsche Volk" sprechen. B o st o n, 26. Juni. Dr. Theodor Barth, der bekannte linksliberale deutsche Politiker, wurde an der Harvard-Universität zum Dr. of Leiters honoris causa ernannt, ebenso der französische Botschafter Jusserand und der englische Botschafter Bryec. Urrnst und LMssen-chafL. M ü n ch e n, 27. Juni. Der Prinzregent hat den General- miisikdirektor Mottl zum königlichen Ho so p ern d irekto r ernannt. Tamrt ist Mottl die gesamte Leitung der Münchener Hof- Oper in künstlerischer Beziehniig übertragen. — Leider haben sich in dem gestrigen Artikel des hiesigen Privatdozenten für Kunstgeschichte Dr. Christian Rauch, außer dem des Namens nych verschiedene andere Druckfehler eingeschlichen, die wir die Leser zu berichtigen bitten. ES muß heißen Spalte 3 Heideduft; des glasigen Elementes; gelblicher statt gelbblauer; Mclville-Bronzestatuette, Schwälmer Bauer; Spalte 2, Frühsonne tatt Frühlingssonne; Spalte 1, bepflastern statt belasten. Fustizrat erteilt. — Zu der auswärts noch immer ver-1 populärwissenschaftlichen Mönumentalwerkes von Hans Kraemer „Der Mensch und die Erde" (Deutsches Verlagsha-'s Bong u. Co., Berlin W57. Lieferung 60 Psg.- beginnt. Nach Prof. Müller, Arbeiterbewegung. Breslau, 27. Juni. In zwei überfüllten Versammlungen nahni die Land shiiter Textr l ar b e i t e rs ch aft Stellung zu der geplanten Aiasscliaussperrung. In der einen Versammlung wurde einstimmig beschlossen, die Entscheidung über die Zurücknahme der Kündigung den Methner'schen Webern zu überlassen. Jli der zwelteli Versammlung aber beschlossen die Arbeiter die Aufrechterhaltung der Kündigung. Dieser Beschluß hatte zur Folge, daß m allen Fabriken durch Anschlag befannt gegeben wurde, daß dre gesamte Arbeiterschaft zum 13. Juli aus- gesperrt werde. Ludwigshafen, 27. Juni. Nach einem heute gefaßten Beschluß aus der Versammlung der Arbeiter aller Hafenstädte des Rheins ist der streik der Maschinisten und Heizer aus dem Rhein auf gehobelt und damit auch der Boykott der Kohlenschisie. Ter neue Tarts ist auf die Dauer von 2 Jahren abgeschlossen. (Frkf. Ztg.) einer ersten Autorität auf diesem Gebiete, dienen int Himalaya und in Tibet auf Wegen, die für andere Tiere ungangbar sind, die sogenannten Hundu oder Huniga, hochbeinige, ben persischen Fettschwänzen ähnliche Schafe mit schwarzem Vorderkopf, als Lastträger. Die Lasten, welche die Tiere tragen, schwanken je nach der Oertlichkeit zwischen 7—25 Pfund. Ein^geradezu erstaunlicher Beweis für die Leistungsfähigkeit dieser Schafe ist die Tatsache, daß in der Karakorumkette, einer Gegend, wo Futter selten ist, bei dem häufig sehr widerwärtigen Wetter eine ganze Herde, jedes Schaf mit einer Last von 20 Pfund, 330 englische Meilen in einem Monat zurücklegt, ohne daß mehr als ein Tier dabei zugrunde geht. Die, Wohlhabenheit wird in dieser Gegend nach der Zahl der Schafe bemessen. In Hochasien verwendet man übrigens auch Ziegen für solche Zwecke, die wie die Schafe noch Wege sicher beschreiten, auf die sich Ponys und Paks nicht mehr wagen. Rain Singh hat ans seiner denkwürdigen Reise von Rudok zum Tengienoor solche Tragsckwfe über eine Strecke von mehr chls 1600 Kilometer mitgeführt. Mehr als 12 Kilogramm darf aber den Schafen nicht aufgepackt werden. Es ist übrigens beobachtet worden, daß das Bergsteigen mit der Last den Ziegen viel schwerer fällt als den Schafen. Außer Tibet gibt es nur noch eine Gegend, wo Schafe als Lasttiere Verwendung finden, nämlich die Umgebung der südamerikanischen Stadt Bahia, wo Moselay Schafe mit Wassertonnen an der Seite die steilsten Berg fade überwinden sah. Gut abgerichtete Böcke ziehen, wenn sie gut behandelt werden, kleines Fuhrwerk willig ganze Stunden lang. Bei schlechter Behandlung widersetzen sie sich allerdings energisch der zugedachten Arbeitsleistung. * Das Alter des Wörtchens „von". Die Frage, um welche Zeit die deutschen Adelsfamilien begonnen haben, ihren Namen das Wörtchen „von" als besonderes Adelsprädikat vorzusetzen, ist schon ost gestellt worden. Man weiß, baß sich in Deutschland der Stand des erblichen Adels seit dem 10. Jahrhundert entwickelte und daß dieselben alsbald in sechs Klassen zerfielen, nämlich: Titulargrafen, Reichsfreiherrn oder Barone, Edle oder Bannerherren, Ritter des heiligen römischen Reiches und Adelige gewöhnlicher, d. h. niederer Art. Verleihungen des hohen und des niederen Adels kommen seit Karl IV. vor und das Reckt ba^u gehörte vormals zu den Reservatrechten des Kaisers, d. b. ju den Rechten, welche sich der Kaiser in allen deutschen Landen Vorbehalten hatte. Aber im ganzen 16. Jahrhundert war das Wörtchen „von" noch nicht die durchgehende Bezeichnung des Adels; noch in einem Adelsbriefe des Kaisers Matthias vom 18. August 1614 für Balthasar New, brandenburgischen geheimen Rat, fehlt dieses „von", ebenso in einem Adels- briese, der von Kaiser Ferdinand II. unterm 12. Mai 1624 ausgestellt ist. Erst in einem Diplome, das Kaiser Ferdinand am 24. November 1634 einem „Daniel Landshutter, von Alters- Ritlereyssen genannt", verlieh, wird demselben am Schlüsse ausdrücklich das Recht, seinem Namen das „von" vorzusetzen, aus- gesprochen. * Kleine Tageschronik. Am Dienstag ereignete sich, wie erst jetzt bekannt wird, bei Gressern (Baden) ein schweres Unglück. Ein Boot mit sechs Personen, die zum Heumachen über den Rhein fahren wollten, kenterte; drei Personen, zwei Mädchen und ein junger Mann, ertranken, wahrend die übrigen nach großen Anstrengungen gerettet werden konnten. — In Koblenz vergiftete sich in einem Hotel ein Liebespaar, bas sich als Eheleute Paul aus London ins Fremdenbuch eintragen ließ. Später stellte es sich heraus, baß die Dame Clisford hieß. — Noch immer sind die Mannschaften der Berliner Feuerwehr mit den Ablöschungsarbeiten bet der Brandruine des Viktoria- speichers tätig. Leider hat es sich bestätigt, daß ein Angestellter der Omnibusgesellschaft bei dem Riesenbrande den Tod gesunden hat. Seine Leiche wurde vollständig verkohlt aufgL- funben. — Der Fleischermeister Fischer in Einsiedel (Kgr. Sachsen) wurde nachts von dein 19 Jahre alten Fleischergesellen Schönherr, der früher bet ihm im Geschäfte stand, überfallen und durch einen Stich mit dem Fleischermesser lebensgefährlich verletzt. Der Täter wollte offenbar euren Einbruch verüben. Er ist geflüchtet. — Aus Clermont Fcrrand wird berichtet, daß, 13 Häuser in einem benachbarten Dorfe durch eine schreckliche Fe ue r sbirn!nst zerstört worden find. Eine Frau kam in den Flammen um. — Ein von der französisch-italienischen Grenzstation Modane kommender Personenzng entgleiste beim Eingang in dcü Erej ustunnel. Der Zugführer war sofort tot, ein Piostschafsner und ein Bremser wurden schwer verwundet. Die Passagiere kamen mit leichten Quetschungen und dem Schrecken davon. Der Verkehr aus der Linie ist unterbrochen. * Schafe und Ziegen als Lasttiere. Daß Schafe und Riegen »als Lastträger verwendet werden, dürfte nicht all- gemetn bekannt sein. Und doch ist es der Fall, wie Prof. Dr. Rodert Muller-Tetschen in seiner Abhandlung über „Die Tiere al-3 ö^berer der Kultur und des Verkehrswesens" berichtet, mit sicher dec zwecke, soeben erschienene Band des großzügigen, m Dext, Illustrierung und Ausstattung gleich mustergültigen tt^fenbcnT, der Bureaugehilfe bei der Landeshhpotheken- aiant Friedr. Ru llm aitn aus Nidda zum Bureauassistenten [bei btefer Bank und der Diener bei der Landeshypotheken - jbatrt Christian Michel aus Pettberweil (Kreis Friedberg) kinn Bureau- und Kassediener bei dieser Bank ernannt. r ** Der hessische Zentralverein für Err i chtung ^billiger Wohnungen (Ernst Ludwig-Verein) hielt am ^Donnerstag vormittag inDarmstadt seine Hauptversammlung ab. Anstelle der verhinderten Dorjitzenden Frhrn. von sH ey l und Geh. Rat Dr. Dietz wurde Oberbürgermeister Köhler- lLÄrrms zum Vorsitzenden ernannt, der namens des Präsidenten! Pie Versammlung und die behördlichen Vertreter begrüßte. Staats- 'Minister Ewald hatte sein persönliches Erscheinen in Aussicht gestellt, falls cs die Ksammerverhandlungen gestatteten (wa^ aber nicht der Fall wart, Finanzminister Gnauth hatte Ge- heimerat Frhrn. v. Biege le ben mit seiner Vertretung bc- ‘auftragt und her Dezernent der Abteilung für Handel, Landwirtschaft und Industrie Minifterialsekretär Pi stör. Auch zahlreiche Vertteter der Kreisämter, der Provinz ialdireftionen und der Bürgermeistereien warm zugegen. Oberbürgermeister Köhler gab in seine« ?lnsprache noch bekannt, daß der Verein zur Zeit 278 Mitglieder aus allen Landesteilen zähle. Ter Zentralverein werde, wie schon in der Presse mitgeieilt wurde, ‘auf der nächstjährigen Landesausstellung in Darmstadt mit prok- i tischen Leistungen, Skizzen unb Modellen von Häusern und Klein- ftvohmrngen, sowie einer Anzahl vollständig dnrchge führ ter Bauten mit kleineren Wohnungen vertreten fein und damit den Be- tveis erbringen, daß wirklich praktische und geschmackvoll durch- •ßeführte Kleinwohnungen gar nicht so teuer sind, als man gc- : wohnlich annehme. Landeswohnungsinspektor Gretzschel erstattete darauf einen umfangreichen Geschäftsbericht über die Tätigkeit im Jahre 1906, woraus sich im allgemeinen eine recht erfreuliche Entwickelung und Förderung der gemeiiuiüyigen Bestrebungen des Zentralvereins ergibt. Ten Kassenbericht erstattete Erstelle des behinderten Kassierers Stadtv. Wolfs kehl Direktor Hv ch gesandt-Mainz. Die Einnahmen betragen darnach 7739 Mk., die Ausgaben 6317 Mk. Bei. der alsdann , erfolgten Ergänzungswahl des Vorstandes ^wurden die drei aus- scheidenden Mitglieder wiedergewählt. Darauf hielt Geh. Baudot Dr. ing. St üb b ein-Berlin einen längeren instruktiven Vor- tiiber „Die Ausgestaltung der Bauordnung und der Bebauungspläne unter besonderer Berücksichtigung des .Kileinhauses". Geh. Riat Frihr. v. Biegeleben nahm rbarauf Gelegenheit, dem Redner seinen Dank auszusprechen für !das wertvolle Dttckerial, das er nt seinem Vortrag niedergelegt uni) Herr Gretzschel gab in Anknüpfung an den Vortrag eine Reihe näherer Erläuterungen, zu denen er auf Grund eigener .Erfahrungen gekommen war. Mft herzlichen Tankesworten des Oberbürgermeisters Köhler an die Referenten und den Vvv- tragenbeiT schloß die Hauptversammlung. netenversammlung wolle beschließen, den Magistrat zu ersuchen, Maßnahmen zu treffen, um der trotz des Rückganges der Viehpreise anhaltenden Fleischteuerung entgegenzuwirkeu, entweder durch. Errichtung eigener Fleischverkaufsstellen oder durch Freigabe geeigneter Lokalitäten, in denen die Landwirte ihre Fleischprodukte selbst verkaufen können. Nach längerer Debatte wurde em Antrag des Stadtv. Funck angenommen, wonach der zweite Teil der Anträge dem sozialpolitischen Ausschuß mit dem Auftrage schleunigster Berichterstattung zuzuweisen ist. Der Ausschuß soll das Recht haben, sich zu ergänzen. [] Marburg, 27. Juni. An der hiesigen Universität hat sich eine vierte katholische Studentenverbindung mit dem Namen „Palatia" aufgetan. Die Fuchssarben sind rosa-grün-rosa und die Burschensarben rosa-gold-grün. — In der medizinischen Fakultät bestand schon wieder eine Dame, Frl. Geheeb aus Geisa, ihren Dr. med. ** Kleine M i 11 e i l un a e n ans Jo elfen und den Nachbarstaaten. Der König von England verlieh dem brit. Generalkonsul in Frankfurt a. M., Franz Oppenheimer die R i 11 e r w ü r d e. * Die Jamestowner Ausstellung wurde, wie aus Washington gemeldet wird, durch eine furchtbare Feuersbrunst mit gänzlicher Vernichtung bedroht. Das Feuer brach außerhalb des Ausstellungsgrundstücks in einem Hotel aus und verbreitete sich so rapid, daß es binnen kurzem 12 mächtige Hotels zerstörte. Zwei Hotelgäste verbrannten, ein dritter, der vermißt wird, wurde wahrscheinlich ebenfalls ein Opfer der Flammen. Der Schaden betragt etwa 1200 000 Mark. Viele Hunderte von^ Hotelgästen entkamen nur mit knapper Not in ihren Nachtgewändern, und alle verloren ihre sämtliche Habe. 12500 Leute wurden obdachlos. * Eine der reichsten Frauen der Welt ist die amerifaniitix Gutsbesitzerin Frau M. H. King. Ihr Landsitz umfaßt mehr als eine Million Acres, ist al|o so groß, wie der ganze Staat Delaware; er liegt in Santa Gertrudes, Texas. Durch den Ankauf der benachbarten Los-Laureles-Farm, die einen Flächeninhalt von 170 000 Acres hat, ist die geschäftskundige Dame zur Besitzerin des riesigen Landgutes geworden. Ein Viehbestand tion über 100 000 Köpfen weidet auf ihrem Boden und bie St. Louis-Brownsville und Mexiko-Eisenbahn, die ihr Gebiet durchquert, muß mehr als hundert englische Meilen znrücklegen, um den Besitz zu durchschneiden. Das Riesengut wirft einen kolossalen Gelvinn ab. Zwar dienen der weitaus größte Teil des Landes der Viehzucht; aber der Boden ist so sruchtbar, daß er unschwer kulttviert werden kann. In den letzten Jahrrn hat sich der Wert des Besitzes durch das steigen der Landpreise verhundertfacht. „ '' Das Gebiß im Magen. Aus Wien wird berichtet: Unter den Aerzten des Allgemeinen Krankenhauses wird lebhaft eme Operation besprochen, die auf der Klinik des Prof. Dr. Chiari ausgeführt wurde und einen sehr guten Verlauf nahm. Am 25. v. M. ifam in die genannte Klinik ein 38 jähriger Mann, der angab, er habe vor etwtt dreißig Tagen im Schlafe sein Gebcß verschluckt. Anfangs hätte er an starker Atemnot gelitten, dann a'ber feien diese Erscheinungen bald verschwunden. Gegeuwärtia könne Patient nur flüssige Nahrung zu sich nehmen, elgentlrche Schmerzen habe er aber nie gehabt. Die an der Klinik durchgesührte Untersuchung ergab bie Anwesenheit eines Huwernisses in der Speiseröhre. Es wurden nun an der Klinik des yojrates Prof. Dr. v. Eiselsberg Radiogramme ausgenommen, und diese zeigten einen dem Gebig entsprechenden Schatten vor bem eilten Brustwirbel. Jetzt wurde daran geschritten, dem Ärantcn den Fremdkörper aus der Speiseröhre zu ziehen, ohne daß man die Oesophagotomie (den SpeiseröhrenschnitO vomahm. Durch eine ingeniöse Anwendung von Rohren gelang es tak |au)licb, das Gebiß ohne Anwendung vori Gewalt herauszubringen, was bei dem Umstande, daß die Zahnplatte mit den fünf Zähnen 41/2 Zentimeter lang und 2\h Zentimeter breit war, gewiß kein leichtes Ltück Arbeit dc-rstellte. Heute befindet sich der Kranke bereits vollkommen wohl. * Tanzend ins Ehejoch. „Der Tanz ist die erfolgreichste Heiratsverrntttlung in der Welt!" Zu diesem Schlüsse ist die „Internationale Akademie von Meistem der Tanzkunst" gelangt, die ihren Sitz in Paris hat, aber Tanzlehrer aller Na-1 tionen zu den ihren zählt. Sie hat bannt jebod) nicht eine willkürliche Behauptung ausgestellt, soudem mit der Gründlichkeit, bie augenscheinlich im Berus liegt, eine umfassende Umfrage Über den Einfluß des Tanzens auf die Eheschließung veranstaltet Alle Tanzlehrer wurden in einem Zirkular aufgefordert, durch diskrete Fragen bet ihren Schülern festzustellen, wo sie die Damen kennen gelernt hätten, mit denen sie verlobt ober verheiratet mären, lieber dreitausend Tanzlehrer haben die Umfrage beantwortet und über 1097 503 Verheiratete oder Verlobte haben sie eine Auskunft erlangt. Das Resultat ist, daß 75 Prozent der gefragten Personen versicherten, daß sie ihre Frauen auf privaten oder öffentlichen Bällen oder im Tanzunterricht tennen gelernt hätten. Viele behaupteten außerdem, daß sie es nur iljrer glänzenden Tanzkunst verdankten, wenn es ihnen gelungen wäre, eine Frau zu erobern. Daß von den 3000 Tanzlehrern selbst 92 Prozent ihre Frauen bei einer Tanzgelegenheit kennen gelernt haben, will nicht allzuviel bedeuten. Aber amüsant sind Verschiedenheiten, die sich ergeben haben. Tie höchste Prozentzahl der, um in der tanzakademischen Sprache zu reden, „choreographischen Verlobungen" findet sich in — Deutschland, wo nur 3 Prozent der Männer ihre Frauen nicht auf Tanzfesten gesunden haben wollen. In Frankreich sind 83 Prozeitt der Ehemänner durch die Tanzkunst ins Ehejoch geführt worden, in England 65 Prozent. Norwegen allein scheint ben Tanz nicht zur Ermutigung der Eheschließungen zu brauchen, denn dort ist bie Prozentzahl nur 38. ** Die Neuregelung der Witwen-und Waifen- dersorgnng der hessischen Zivilstaatsdiener erstrebt ein vom Abg. Noack bei der zweiten Kammer gestellter Antrag, an die Großh. Regierung das Ersuchen zu richten, den Landständen alsbald eine Gesetzesvorlage zu machen, wonach eine zeitgemäße Erhöhung des Witwen- und Waisengeldes derart leintieten wird, daß das Witwengeld statt 30 nunmehr 40 Prozent derjenigen Pension beträgt, zu welcher der Verstorbene berechtigt war, wenn er am Todestage in den Ruhestand versetzt worden wäre und daß hiermit eine ent- • sprechende Erhöhung des Waisengeldes gemäß der seitherigen Bestimmungen ftattftndet. ferner sollte eine Erhöhung des Minimalwitwengehaltes von 216 Mk. auf 300 Mk. bestimmt werden und die Festsetzung einer Mindestpension für Witwen im allgemeinen von 25 Prozent des pensionsfähigen Gehaltes bis >zum Höchstbetrag des Witwengeldes von 3600 Mk. eintreten Der Regierung wäre zu empfehlen, die neu zu erlassenden Bestimmungen auch auf diejenigen Witwen Anwendung sinden ' M lassen, die nach älteren Bestimmungen, als sie das Gesetz vom 30. Juni 1888 enthält, ihr Witwengeld beziehen. lp Großen-Linden, 27. Juni. In unserer Basilika kirche konnte dieser Tage, bei den Renovierungs- arbetten ein bisher strittiger Punkt mit ziemlicher Sicherheit gelöst werden. Es handelt sich um die Nischen, »die im Hauptchor und den beiden Nebenchören in das tmächtige Mauerwerk eingelassen sind und bisher zu man- icherlei Deutungen Anlaß gaben. Regierungsbaumeisier Kuhlmann, der die Arbeiten leitet, fand über dem Bogen ieine Schrift in latemischen Settern, aus der hervorgeht, daß .diese Nische einen Altar darstellt, und zwar einen Altar des heiligen Petrus und Paulus. Die Jn- fchrrft fügt sich über den Kreisbogen und lautet: „Altäre Petri et P....." Die Schrift und die darüber gemalten Schilde waren bisher durch Verputz verdeckt. Damit ist emes der vielen Rätsel, die Misere Kirche allen Kunst- chiswrikern bietet, gelöst. Die Nischen sind halbkreisförmig und haben einen Durchmesser von 2—3 Meter und eine Diese von Vs—1 Meter. Die Renovierung des Gotteshauses ist schon weit fortgeschritten und wird äußerst stilgerecht. Die nördliche Wand des Schiffes wird etwa 3V> Meter hinausgerückt, dadurch erhält die Kirche eine bedeutende Erweiterung. Von Wichtigkeit ist ferner, daß man das ,A l t e r d e r b e i d e n r u n d e n E ck t ü r m e, die das kunstvolle Hauptportal flankieren, feststellen konnte. Sie sind erst im 16. Jahrhundert angebaut worden. Während sie bisher mit Schuttmassen ausgeMlt waren, werden sie jetzt als Treppentürme eingerichtet und mit Eingängen versehen. Die Vollendung der Renovierung soll günstigenfalls im Spätherbst erfolgen. Die politische Gemeinde hat den Friedhof geschenkt und diese beabsichtigt, vor der Kirche einen freien Platz zu schaffen und Lindenbäume anzu- pflanzen. ..x Reiskirchen, 28. Juni. Das Anwesen des Schreiner- Eiiters ^D a m m hier ging gestern in den Besitz des Handels- Vöroenberg bon Ettingshausen zum Preise von 10 000 Mk. über. Herr Damm beabsichtigt seine Bauschrei- nerei nach Gießen zu verlegen. Löwenberg will fein Srichast von hier aus betreiben. r Londors, 26. Juni. Der 20 Jahre alte Arbeiter Johs. Theiß von hier, der seit 14 Tagen bei dem Zimmer- nielfter Wißner dahier arbeitet, fiel heute in die Kreissäge, wodurch ihm der rechte Arm vollständig abgesägt wurde. Der gerade anwesende Arzt Dr. Kunz-Allcndors leistete die erste ärztliche Hülse und ordnete die sofortige Verbringung des Verunglückten in die Gießener Klinik an, wo der Arm sofort amputiert wurde. 0 Butzbach, 26. Juni. Gestern weilte B i s ch o f D r. KZ r st ein aus Mainz hier, um in der katholischen Kirche die Firmung vorzunehmen. Dann begab er sich in die Zellenstrafanstalt und nachmittags nach den beiden tathol. Orten Rockenberg und Oppershofen. --Bad-Nauheim, 28. Juni. Ter neue „Fremdenführer von Bad-Nauheim" ist im Verlage der Verkehrs- Komminion enchiencn. Das -Werkchen enthält eine sorgfältiae Zuiammenstellung .alles dessen, was ben Nauheim besuchenden Fremden interessiert über Kurmittel, Bäder, Wohnung, Verpflegung, Unterhaltungen usio. Ein in 8 Farbendruck sorgfältig ausgemhrter Plan von Nauheim und Umgegend, aus der kartographischen Anstalt des Phsarus-Verlages, erhöht wesentlich das Verständnis für die Topographie des Bsades. Ter Fremdenführer wird vom Verkehrsf-Bureau «auf Wunsch kostenlos pelsandt. i A Ortenberg, 27. Juni. Heute vor 50 Jahren ist der Rechtsanwalt und Notar Karl David sahn hier in den Jusrizdienst eingetreten. Aus diesem Anlaß wurde Von S. K. H. dem Großherzog der Eharakter gls Köln, 27. Ja diüdchen Blum> die Erde sei mals noch lebend i Leben erhallen me Blumenrals bei Bh Willens befunden hl Güstrow, 27 fahren gegen die Fräulein LLeidig, c dir Staatskasse trag Landau (Pt den Nnzer Brutsch zu drri Monaten G kobenn Weir.händlc und 1000 Mark Ge Ter Chemiler Dr. : zu 500 Mark Selbst Ä I Stiller |i£ teilt* in 1 hei i5ri m yco11'- äeri des GH vernäh MMch L ui an ö^^ eser Sa ■ ’-d legten ent. ßeiner über diese, n allen Men chafste und tpfe. schmer, mitemW. lnnqt einen ülu englischer Schuler, zieht Vergleiche -- i U Systenides - Ter prenß. die Kieisverwaltim der Kaiserliche A Licherheit des Lerke tafeln anbringen ansgefordert, dem 1 rntgegenznkommen. hMdel UU ist -ebL **«“ iich'LL 5 "von". fr :n begonnen & sW LLÄK 5**rn S «Tfen ’s“ 8fr *S fiS ^Ervatrechten des td|-ber Mer in allen et ? ganzen 16. J^. Ävlf ^Sehende «riefe des Kaisers tha>ar Nero, branbcnbm» ' evenio in einem Adel-, wi 12j Mai 1624 ansg'e- 5 Net Ferdinand am «Mutter, von AltnS- ifelben am Echlujse aus- „von" vorzusehen, ans« : Dieiistag ereignete sich, : r n lBaden) ein schweres die zum Heumachen über Personen, zwei Mädchen i, während die übrigen, ©erben konnten. - In l ein Liebespaar, das sich emdenbuch eintragen liefe. Tarne Clissord hiefe. - : Berliner Feuerwehr Branbraine des Viktoria« tigt, dafe ein Ängestellter enbranbe den Tod ge« lljtänbig verkohlt cuige.« : in Einsiedel (Kgr. re alten Mischergesellen schäfte stand, übersatten chermesser lebensgcfadr- tmtn. WtoÄ 'ötvüm. rcoxib nsird berichtet, dafe> rse durch eine schreäliche ib. Eine Frau kam in zösisch-italienijchen Grenz- j entgleiste beim Einer Zugführer trat sofort miet wurden schwer verrichten Quetschungen und ver Linie ist unterbrochen. mschast. «amt hat den General- Aoperndirektor er- itung der Münchener Hof- L. Artikel des hiesigm Christian Rauch. M« ÄK9S5 em^Mdelasien.____. ^richten. -SÄ®' ssstzrs ens an dw -o teiolmb ^nzelreierali r den Mtudente» W ehev'^^auenfrage, ,D w*Ö.3»n? »*" £r. ®- y : f5V‘* e t bekannte li"^' siter^s-sS^-^ K«S , der <’rU3< Aibling ubc überlatz Ä. Weber", Reitel W WtzB beka"""^ Zull -s-M ÄS-SiS 2ürd?e tinO Schute. — Schüler-Sclbstregiment. Der Gedanke, daß unsere Schüler sich selbst regieren sollen, erregt im ersten Augenblick Befremden; aber man vergleiche den Eindruck, den b’.e Jungens unter der strengen Schuldisziplin und in der freien Befolgung einer selbstwillig auferlegten Organisation bei ihren Soldatenspielen machen. Aus dieser Erkenntnis heraus hat der Münchener Stadtschulrat Tr. Kerschansteiner ein neues System der Lrganrfanon der Schüler an höheren Lehranstalten ausgebildet. Nach chm soll unser ganzes Erziehungssystem auf Vertrauen gegründet werden, auch sollen die Schüler mit der Zeit immer mehr Gelegenheit zur Selbstregierung haben. Mvr- schensteiner hat diesen G^indsatz auch in die Praxis übertragen und durchgeführt. Vs er in den fünf Unterklassen des Gymnasiums zu Schweinfurt den naturwrstenschaftlichen Unterricht übernahm, fehlte es an vielen Dingen, vor allen: an zoologischen und botanischen Sammlungen. Zur Einrichtung dieier Sammlungen nmrden nun in allen blassen Offiziere angestellt, zu denen diejenigen Schüler bestimmt waren, die sich für llLaturwissenschasten am meisten intei> essierten. Die Offiziere wählten ihre Soldaten; jede Kompagnie bekam ihren besonderen Dienst. Es gab eine Schmetterlings-, eine Käser- und eine Schneckenkompagnie; es gab Abteilungen für Pflanzen, für Metalle und Erze. Die Soldaten schafften als ausführenda Organe das Material herbei; die Offiziere prüften, bestimmten und legten ein. „Man glaubt gar nicht," schreibt Kvrschen- Üemer über dieses System, „welche Fürsorge sich alsbald In allen Klassen entwickelte, wie einer für den anderen schaffte und Opfer brachte und wie n>r alle, Lehrer und Schüler, miteinander glücklich waren." — „Welt und Haus" bringt einen illustrierten Artikel über die Militärfpiele englischer Schüler, und der Verfasser, Hauptmann Preuß, zieht Vergleiche zwischen der englischen Organisation und dem System oes deutschen Schuimannes. GerichtssaaL. Köln, 27. Juni. Tas Schwurgericht sprach da? Dienstmädchen B l u m e n r a t s, das ihr 3jährigeS uneheliches $11 n b in die Erde vergraben hatte, frei. Tas Kind wurde damals noch lebend von einem Hunde ausgespürt und konnte dem Leben erhalten werden. Tas Gericht nahm an, daß sich die Blumenrats bei Begehung der Tat nicht im Besitze ihres freien Willetis befunden habe. Güstrow, 27. Juni. Die Strafkammer stellte daS Verfahren gegen die Fürstin Wrede und ihre Gesellschafterin, Fräulein Weibig, ein auf Grund des § 51 des Strafgesetzbuches; die Staatskasse trägt außerdem die Kosten des Verfahrens. Landau (Pfalz), 27. Juni. Die Strafkammer veriirteilte den Winzer Brutscher von Roschbach wegen Weinfälschung zu drei Monaten Gefängnis unö 2000 Mark Geldstrafe, den Eden- kobener Weir.händler Jacob Eroissant gii einem Atonal Gefängnis und 1000 Mark Geldstrafe. 21 Fuder Wem wurden eingezogcn. Ter Ehemiker Dr. Lampert von Edenkoben wurde wegen Beihülfc zu 500 Mark Geldstrafe oder 50 Tagen Gefängnis verurteilt. Sport. ______ — Der preuß. Minister der öffentlichen Arbeiten richtete an die Kroisverwaltungen ein Nundschreiben, worin er mitteilt, das; der Kaiserliche Automobilklub in Berlii: im Interesse der Sicherheit des Verkehrs in ganz Deutschland Warntings- tafeln anbringen lasten wird. Tie Kreisverwaltungcn werden aufgefordcrt, dem Kaiserlichen Automobilklub so viel als möglich entgegenzukoinmen. Hanvel unö Verkehr, Volkswirüchast. Chicago, 27. Juni. Die Standard OilEompany hat sich geweigert, dem Verlangen des Richters des Distrikts- gerichtshofes nach einer Klarlegung der sinanzielle>r Lage der Gesellschaft zu entsprechen. Infolgedessen hat der Gerichtshof unter Strafandrohung bet etwaigem Nichterscheinen John Rocke- feller, William Rockefellcr und andere Vorslandsmitglieder der Gesellschaft v o r g e l a d e n. Die Gesellschaft war überführt worden, Vorteil a u s it n g e s e tz l i ch e n F r a ch t a r t e n zu riehen, die ihr fettens der Chicago and Alton-Bahn angeboten worden waren. Ter Richter wünscht nun die fragliche Auskunft, um eine Grundlage für die Festsetzung der Höhe der Geldstrafe zu fjabem ~~ Don der Berliner Börse. Wie varauszusehenwar, clvrorf nicht Stand gehalten. Die gefrriae Yorker ■cone war abgeschwächt und der hiesige Markt folgte heute wie immer Dabei sollen vague Angaben eines unbe tonnten Nach- richtenLureauS über das Derhältn^- zwischen Japan und Amerika den Vorwand für Realisationen abgegeben Haven. Tas Geschäft war gering. Tie Zurückhaltung wure-c zur' Lustlosigkeit als bekannt wurde, die österreichisch-ungarische Bank habe eine Diskonterhöhung um 1 ,■ Prvznll eintreten lassen. Im allgemeinen waren ja die Abschwächungen nur gering, bei Banken V» Pro-, doch fanrtte die günstige Tividendentare von Autnetz-Friede nicht -uc Geltung kommen. Auch wollte der Bericht des Jron Agc nicht gefallen. Laura Hütte waren behauptet, Harpcner 202, Rheinische Stahlwerke 190, Gelfenkircrener 100 l Bro;. Tic beiden Schis,'alwt-^verteir-areit scsi. Fonds lagen still. Russen gut behauptet. 3uirt Schluß trat wieder gebesserte Haltung besonders für Ci'enaklien ein; fo stiegen. Hoesch nur sehr günstige Abschlu^- gerüchte. Privaldiskont 4 % Proz. D ie ^Ausdehnung des S ch e ck - B er k e h r 3. Besonders rührige Banken haben es mit Elser in die Hand genommen dem Scheckverkehr nach Möglichkeit Ausdehnung und Popularität zu verschaffen. U. a. hat sich die Essener Kreditanstalt in einem Rundschreiben an die Behörden, Korporationen, Industrie- und Handelsfirmen ihres Bezirks gewendet, in dem sie unter Hinweis aus die Bedeutung des Scheckverkehrs die Anregung gibt, namentlich die Beamten auf die Zweckmäßigkeit der Benutzung des Scheckverkehrs htnzuwcisen. Sie hebt hervor, daß sich das defonders tu Rheinland und Westfalen empfehle, wo dte intensive Ausnutzung und Anspannung aller vorhandenen Kräne, also auch der Geldmittel, notorisch notwendig tsl. Hier sind schon in normaler Zeit die heftigsten Klagen über die Unzulänglichkeit der umlaufcnocn Geldmittel geführt worden. Tie zurzeit herrschende angestrengte Tätigkeit in allen Erwerbsziveigen machen diesen Mangel noiut- geinäß heute noch ivcit empfindlicher fühlbar. Jede wettere Ausdehnung des Giro- und Scheckverkehrs bedeutet daher an sich schon einen wirischaftlichen Fortschritt. — Die Liouidatoreu der Leder werke vorm. Mayer, Michel u. Tenninger in Ai a i n z haben unter Zustimmung des Aufsichtsrats beschlossen, am 17. Juli eine Abschlagszahlung von 53 Prozent mit 350 Aik. auf jebe Aktie zu verteilen. — Zur industriellen Lage. Die Hauptversammlung der Maschinenbau-Artien-Gefellschait vorm. Beck u. Henkel in Kassel setzte die Divideiide ans 8 Proz. fest. Die allgemeine Geschäftslage der VersemerungSindustrie wurde von der Verwaltung als gesund bezeichnet; Arbetlsmangel fei nirgends vorhanden. Tie Aufträge seien auch bei der Gesellschaft reichlich, doch seien die Pt eise nicht überall zufriedenstellend. Ter Auftragsbestand der Gesellschaft sei sehr gut, so daß ein befriedigendes Ergebnis in Aussicht stehe. Neue 4 proz. Düsseldorfer Stadtan leihe. So 'leicht und schlank die 4proz. Staatsanleihen bis jetzt aufgenommen wurden, so schwer scheint c5 mit den Städteanleihen zu gehen. Die neue 4roz. Düsseldorfer Stadtanleihe hat trotz des Zeichnungskurses voii 99 Proz. nicht einmal vollständig Aufnahme gefunden, sondern cs ist em Posten übrig geblieben, den die Uebernahme- gruppe freihändig begeben hat. Märkte. ß örünberg, 27. Juni. Ter heutige sogenannte „Jo- Tta nnidm'ar fi" war mit 28 Stück Nindbteb und 832 Stuck Schweinen, meist Ferteln, befahren. Tie Preise nxnxn bei beiden Viehgattungen gedrückt und dcr Handel in Rindvieh stockte fast ganz. Ter Hmrdcl mit Ferkeln ging ziemlich bei etwas mehr gedrückten Preisen. Ferkel 1. £ ualitZit kosteten im Alter von 7—8 Wochen das Paar 35—-10 Mk., 8—10 Wochcit alt 40 bis 50 Mt. Es wurde nicht alles verlaust. Ter Krämermartt >var ganz unbedeutend. Tas sich gut ausklärende Wetter zog Verkäufer und Läufer bald wieder heim zu den Heuwiesen. Rach- mittags war der Markt schon ganz beendet. tc. Frankfurt a. M., 23. Juni. «Orig.-Telegr. des „Gieß. Anz.") V i e h m a r k t. Zum Verkaufa standen 00 Käwer, 00 Schafe u. .yäntmel, 569 Schivcine, 0 Ziegen. Schweine: 1. Qual. 58—59 Pf., Lebendgewicht 46.00—00 Pf., 2. Qual. 57—00 Pf., Lebendgewicht 45.00-00 Psg., 3. Qual. 50-52 Pfg. Kälber 1. Qual. 00-90 Pf. Lebendgewicht 00—00 Pfg., 2. Qual. 00—00 Pfg., Lebendgewicht CO—00 Pfg., Schlachtgeivicht CO—00 Pfg. Schafe 1. Qualität 00—00 Pfg., 2. Qualität 00-00 Pfg, Geschäft bei Schweinen: gut, Markt geräumt. Gietzencr Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hessen am Samstag den 29. Jniii: Vielfach Geivitter. Warm. Südliche Winde. L P *4 .j,T la. neue Kartoffeln emvstehlt zu billigen Tagesvreisen 425Ö H. TrechsBer, Steinstrasie 48. Tel. 581. und silmiiiche Bedailsartik'?! Dunkelkammer 4248 Photographische Arbeiten Adelt Bieler, Marktstrasse 5. Täglich frijJjt kldbmcil I Frau Wcinbardt, Obst- und Gemüsehandlung, Schlosigasse 10. Stadt-Theatcr Zwei l.Nang-Logenplätze, den 28. Juni 1907. Die Beerdigung findet Sonntag, den 30. d. Alls., nachmittags 3 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. B27/< öffentlich vergeben werden. ... . . Arbeitsbefchreibungen und Bedingungen liegen während dec Dienststundeii bei uns auf Zimmer Nr. 1 zur EtNstcht offen, eingebote auf vorgeschriebenem Formular, das daselbst erhältlich, nnd spätestens bis zum vorgenannten Zeitpunkt verschlossen und mit entwrechenver Slunfarift versehen, an ans einzureichen. — Zuschlags frist 8 s.agc. Griefe en, den 26. Juni 1907. Städtisches Liefbauamt. I. B.: Köhler. LergedilLg bob Anjtmchmrdeitell. Die in 3 Lose geteilte Anstreicherarbeit für bie Q^.^J^ung Ler Anschlagstaseln, ber Fußgängerbrücke uder die chen Eisenbalinen und sonstigen Geländer, der Launischuhgttter und der Geländer beziehungsweise Einfriedigungen in den Anlagen, fou Dicustag den S. Juli, vormittags 11 Ubr Dank. [4253 Heuchelheim, den 28. Jtmi 1907. Familie L. Germer I. Familie Fr. Binn II. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei unserem schweren Verluste besoiiders Perm Pfarrer Gluck für bie trostreichen Worte am Grabe sagen innigsten Oefen und Herde Reichste Auswahl! Gröhles Lager ber Provinz! Hoher Rabatt! Billigste Preise! Garantie für jedes Stück: Umtausch gegen gebrauchte Gasherde, gebrauchte Cefen, Herde, Kachelöfen! Wiiik Dürbeck Svezialgeschäft 14255 Ärofdorfer Straße 15. photographische-Äpparat- Eingesandt. Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) I Nicht gerade in aller Stille, aber doch von vielen nicht bemerkt, hat sich in diesen Lagert ein Ereignis vollzogen, daL in der Stadtchronik fettgedruckt zu werden verdient. Zwifchens Lttdwig- und Stephan st roste ist die Goethe st raße gc* V s l aste >rt worden! Es sind kaum 100 Meter, die zurzeit: fertig sind, aber weiche glückliche Perspektive eröffnen sie imdj für die Zukunft. Elnseiider bat mit tiefer Bewegung an den Stelle gestanden, jeden der Heinen Stein? batte er küssen mögen. Und nur ber Gedanke störte die Andacht.' wie lange wird eo? dauern, bis unsere ganze Stadt gepflastert ist wie dieses Stücke chen Strafte? Bor kurzem besuchte ein Dante aus Giesten bad Fegefeuer.) Auch ihn geleitete in liebenswürdiger Weise der alte Virgil. Sfa kamen an einen Ort, an dem viele Manner im Schweife ihres! Angesichts Steine klopften. Wer sind diese Mamtor, fragte der Giestcner seinen Führer. Es sind Eure Stadtoorväter, lautete die Antwort. Sie müssen klopfen und klopfen Tag und Nacht, ohne Ruh' und Rast, bis die Sohne die Sünben dcr Later gutgemaclst haben werden. Und die Frage bohrt weiter: wird je der Tag crscheuten, an dem unsere ganze Stadt gepflastert sein wird wie icnes Stückchen Strafte, von dem sich das nronnelrunkne Auge nicht loszu* 1 ' Ia .! _ VCV.l' ''1 ? Meteorologische Beobachtungen der Station Giefteu. Juni Barometer nuf 0° reduziert Temperatur der Lust Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung ______1 1 6 Wovor ILV7 27. r» 750,0 20.7 12,8 71 SSW 2 Bew. Himmel 27. gi» 749,0 18,2 12,9 83 SW 2 28. 7" 749,1 16,0 11,4 84 ESE 2 Sonnenschern Höch! ic Tem perttu: am ?6.—2 7. Jun i= 4- 21,5 • C. Niedrigste , . 26.-27. , = + 11,7e C. ---- -------!!t ' -f J -----------------=3) Originat-DrahtmelSungen. Mailand, 28. Juni. Der Agrarstreit in ber| Gegend von Ferrara nimmt revolutionären Charakter an.1 Die Arbeiter mißhandelten in barbarischer Weise einen Ordnung stiftenden Polizeikommissar und zwei Schutzleute mit Stöcken und Messern. EZ werden ernstliche Zusainmenstöße zwischen der bewaffneten Macht und den Ausständigen befürchtet. Petersburg, 28. Juni. Den beiden großen hiesigen! Schiffswerften, der baltischen und der franko-russischen, ilt vom Marineministerium die vertrauliche Mitteilung gemacht worden, daß sie demnächst einen sehr bedeutenden Auftrag betreffend den Bau von Panzerschiffen mit Dampfturbinen erhalten werden. in jeder beliebigen Schriftart und Karton- ■ 4 sorte, sowie mit Zirkeln aller studentischen KH Vereinigungen, liefert zu mässigen Preisen Brühl’sche Universitäts - Druckerei ______________ _____________'______________ UISITKRRIEN - BSwSSfc ... i».A . j;. Schulstrasse 7 KckannlmachMg. Betr.: Die Abgrenzung dcr Steuerkomniisfarlatsbezirke. s Unter Bezugnahme auf die im Großh. Regierungsblatt Nr. 20, erlaftenc Bekanmmachung, bie Organisation der SteuerkommisfariatS- bezirke betv. vom 3. Juni 1907 bringen wir hiermit zur ofient-i l ich en Kenntnis, baft bie seither zum Steuerkominiffariatsbezirkl Hungen gehörige (Scmembe Grüningeii vom 1. Juli 1. Js. ab dem Grofch. Steuerkommissariat Gießen zugeteilt ist. Hungen, 25. Juni 1907. Gießen, 27. Juni 1907. Großh. Steuerkommissariat. Großh. SteuerkoinmiffarLat. H o o s. Dr. M e tz 1 e r. ^Lrbeitsvergebung. Die zur Unterhaltung ber vorm. Leichemvagenhalle in ber Sandgaffe nötigen Spengler- und Wetsibtttder-Arberten sollen Samstag den tt. Juli d. I., vorm. 10 Mr, öffentlich ver> geben werben. Tic Berbinnungsunterlagen liegen zur EiMlcht ber Interessenten bei uns offen. Angebote auf vorgeschriebenem Formular, das daselbst crbälüidj, sind bis zum genannten Termin an uns em- zureichen — Zuschlagsfrist 14 Tage. Gieften, den 27. Juni 1907. Be/6 Städtisches Hochbauamt. Gerbet. J VerßkbMg öon Weißhillderulbeit. Die Erneuerung des Anstrichs in den Grufthallen des neuen otieböo c-ben - Juli d Js., vorm. 10 Uhr, öffentlich vergeben werden _ . Die Verdingungsunterlagen hegen bet uns zur Emncht der Jntereffemen offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, nnb bis zum genannten Termin an uns einzureichen. — Zuschlags- srist 14 Tage. Gießen, den 27. Ium 1907. B”/6 Ltäbtisches Hochbauamt. Gerbet. . Bekanntmachung. Wir bringen hicrdtirch zur Kenntnis, daß das Register zur Erhebung der in unserer Gemeinde ausgeschlagenen Be- binfame für das Jahr 1907/08 zur Einsicht eines jeden Interessenten acht Tage lang in der Wohnung unseres Sekretärs, Ludwtgstrafte 28, 2. Stock, offen liegt, mit dem Be- merken, baft Beschwerden gegen dte in dem Register enthaltenen Ansätze binnen der ersten 4 Wochen nach Ablauf dec Offenlegungsfrist, cnttveder schriftlich oder mündlich, bei Großh. Kreisamt Gießen vorgebracht werden müssen, und daß später vorgcbrachte Beschwerden keine Berücksichtigung mehr finben können. Gießen, ben 27. Juni 1907. B”/e Ter Vorstand der ifraelit. Religionsgemeinde Giessen. S. H etchelhetm. ■ onex* beginnt Samstag den 29. Juni Ausserdem viele Unterpreis-Fosten Warenhaus A. Goldschmidt Schulstrasse 8 Schulstrasse 6 | Möbl. Zimmer ] 04639 Chemische üiunstwäscherei i? Bahnhofstratze 60 II. 04636 p. Kanzleiberg 9, I. 4051] Frank,urt a. 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