Nr. 121 Zweites Blatt 157. Jahrgang Montag 27. Mai 1907 Erscheint täglich mit AuSaahme beS ©oimtagl. Die „Siebener Famittenblätter- werden dem .Anzeige/ viermal wöchentlich beigelegt, das „Lretrblatt für den Kreis Sieben" zweimal wöchentlich. Der „hesstsche Landwirt" erscheint monatlich einmal. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Cderhesfen NotattonSdruck und Verlag der Brüh lachen UmtxrftlätS - Bach- und etttnbtudertL 9L Laag«. Lietzen. Redaktion, Expedition unö Druckerei! Schul- stratze 7. Expedttton und vertag, 61. Rebafttorce^S 112. Del.-Adr.' AnzeigrrGirtzea. politische Lagesscha«. Bombenfabrikautnt. In Berlin sind, wie wir bereits berichteten, mehrere Lesehallen geschlossen worden, die keinen anderen Zweck hatten, als der russ.- reoolutionärcn Propaganda Unterschlupf zu gewähren. Tie Berichte über die kriminalistischen Feststellungen bei diesen Verhaftungen sind irtdes vielfach so aufgebauscht worden, daß der Berliner Korrespondent deS Londoner „Daily Mail" es sogar für nötig erachtete, seinem Blatte zu melden, die deutschen Behörden hätten ein deutsch-russisches Komplott gegen das Leben des deutschen Kaisers entdeckt. Die Verhaftungen von russischen Anarchisten seien auf diese Entdeckung zurückzuführcn. Das offiziöse W. T. B. stellt heute fest, dieses schauerliche Gerücht entbehre jeder Begründung. Nach einem Berliner Blatte ist das Gerücht augenscheinlich auf den Umstand zurückzuführen, daß im Frühling vorigen Jahres in Zürich bei der Verhaftung des dortigen Anarchisten Rothemann mehrere Zeichnungen der Manöverzelte des Kaisers sowie Mitteilungen über seine Reiseplänc vorgefunden wurden. R. wurde wegen Versuchs der Anfertigung von Sprengstoff unter Anklage gestalt, mußte aber aus formalen Gründen freigesprochen und entlassen werden. Das eine aber steht fest, daß die mittlerweile geschlossene russische Lesehalle in Char- lottenburg ein Anarchistennest schlimmster Art war. Die verhafteten Studenten sind Mitglieder der „Russisch-sozialen Partei", die ihre „Föderation" als Glied einer weitverzweigten umstürzlerischen Organisation betrachten. Verschiedene Etitdeckungen, die Nicht ohne Zusammenhang mit diesem Befunde sind, weisen nun allerdings darauf hin, daß gewisse Elemente unter den in Deutschland leben bat russische Revolutionären mit AttentatspläneN auf allerhöchste Personen sich befassen, zum mindesten mit s o l ch e n Gedanken spielen. Wie angesichts solcher Feststellungen der sozialdemokratische „Vorwärts" die bürgerlichen Blätter verhöhnen kann, daß sie ,chlutrünftig ausgepuhte Darstellungen" der Angelegenheit gäben, ist unerfindlich. Aus den denkbar besten Quellen ist bekannt geworden, daß das wirklich Gefährliche an der ganzen Afläre das Zusammenarbeiten russischer Nihilisten mit deutschen Anarchisten ist. Es ist doch wohl kein Zufall, daß die Offenbacher Bombe genau dieselbe K on st ruktion aufweift wie die Madrider Bombe, uno daß diese Konstruktion in russischen Rezepten zur An- fectigung solcher Höllenapparate in jenen russischen Rezepten vor- geze ahnet ist, die an deutsche Anarchisten weüergegeben wachen. Wenn also auch die Meldung von einem unmittelbaren deutsch-russischen Attentatsplan übertrieben ist, so bleibt doch die bedenkliche Tatsache, daß der russische Geist nihilistischer Verbin- dungen in befruchtender Beziehung zu den deutschen Anarchisten steht. Selbst ein so linkS-liberaleS Blatt wie die „Berliner Z. o. M." muß zugeben, auch der „Vorwärts" könne schließlich nicht leugnen, daß die russischen jungen Leute das Gaftrecht, das sie hier genießen, mißbraucht haben, wenn sie sich mit den Berliner Anarchisten in politische Umtriebe einließen. Der russische Staatsangehörige Journalist Max Wallach in Berlin, geboren zu Bialystvk, ist soeben auch noch wegen des Verdachts der Teilnahme an polttcsct/en Umtrieben als lästiger Ausländer ans dem Gebiete des preußischen Staates ausgewiesen worden. * Staatsstreich in Persien? Der Pariser „Newhork Harald" meldet aus Teheran, daß irreguläre Reiterei aus Befehl des Schahs eine Versammlung in Talbris angegriffen habe. Zweihundert Personen seien getötet oder verwundet worden, darunter sechs Mitgliederder Nationaloersamm- lnng. In Teheran habe die 9tachricht von diesem Ueberfall außerordentliche Erregung hervoraerusen. Eine große Menschenmenge habe sich vor dem Palast der Nationalversammlung eingefunden und die Hinrichtung Rahim Khans, des Führers der irregulären Reiterei, verlangt. Die Naeional- > Versammlung habe eine Abordnung zu dem Schah entsendet, 'welcher erklärt hat, daß er nicht das Geringste von den Absichten der irregulären Reiterei gewußt habe. Die Er- klärung habe lebhafte Entrüstung verursacht und man befürchte ernste Unruhen. Nach einer Neutermeldung beschwerten sich vor einiger Zeit die Einwohner von Burudscheid über den Gouverneur von Luristan, dessen Scharen die Dörfer in dem Distrikte plündern. Der Minister des Innern teilte hierauf am Donnerstag im Parlamente mit, daß eine Truppenabteilung entsandt worden sei, um die Ordnung wiederherzustellen. Ein Mitglied des Parlaments behauptete, die Regierung habe die Un r u h e n, die auch in Schiras ausbrachen, angestiftet. Im Laufe des 25. d. M. sind Meldungen aus Taebris eingelaufen, nach denen Rahim Khans irreguläre Reiterei die Dörfer geplündert und 250 Mann getötet habe. Der heilige Syuod zu Petersburg beschäftigte sich mit der Sitzung der Duma vom 20. Mai, in welcher die Interpellationen wegen des Anschlags gegen den Zaren beraten wurdäi, und faßte einen Beschluß, in dem es heißt: Mehrere, den extremrevolutionären Parteien angehörige Priester hatten dieser Sitzung nicht beigewohnt in der offenbaren Absicht, sich der Teilnahme an der Mißbilligung des Anschlags gegen das Leben des Kaisers zu entziehen. In Anbetracht dessen, daß der Respekt vor dem Kaiser, welchem die Priester nicht nur selbst den Eid leisten, sondern für den sie auch anderen den Eid abnehmen, mit der Würde der Diener der Kirche untrennbar verbunden ist, erachtet der Synod den Anschluß von Priestern an die extremen Parteien für unzulässig. Er beschließt daher, den Metropolitan Antonius mit der Erklärung an "Die diesen Parteien angehörenden Priester zu beauftragen. Daß sie öffentlich aus %en extremen Parteien auszutreten ober freiwillig aus dem Klerus auszuscheiden haben. Wenn sie sich weigern, sich diesem Beschluß des Synods zu fügen, wird die Angelegenheit dem Urteil der zuständigen Dwzefan- behörden unterbreitet werden, denen die Priester trotz ihrer Wahl zu Mitgliedern der Reichsduma unterstellt bleiben. Infolge der immer noch umlaufenden Attentats gerückte ist die Uebersiedelung der kaiserlichen Familie nach Peterhof verschoben worden. Deutsche, Reich. Berlin, 25. Mai. Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge sagte für heute abend der Kaiser beim Reichskanzler unb der Fürstin Bülow sich zum^Diner an. Unter den zahlreichen Geladenen befanden sich Staatsminister v. Möller, die Unter» staatssetretäre o. Diühlberg und v. Lpbell, Wirkt. Geh. Rat Dr. Allhosj, Wirll. Geh. Oberregierungsrat Prosessor Harnack unb Professor Dr. Schrnvtter. — Der Magistrat beschloß, bei den Stadtverordneten die Bewilligung Don Mk. 40 000 zu beantragen zum festlichen Empfang des Londoner Lordmajors unb 53 Londoner Denen, die vom! 15. bis zum 20. Juni als Gäste der Stadt in Berlin weilen. Vorgesehen ist ü. a. ein Empfang im Rathause und ein Sommerfest im Zoologischen Garten. Den Vertretern englischer Blätter wid-met i>te „Nordd. Allg. Ztg." folgendes Willkommen: „Die englischen Gäste werden überall in allen Kreisen der Bevölkerung den Wunsch lebendig finden, zu England wie zu allen anderen Staaten der Welt auf Gegenseitigkeit beruhende freundschaftliche Beziehungen zu unterhalten. Wir hoffen, baß sie mit solchen Eindrücken in ihre Heimat zurück- kehrcn unb dort den verwerflichen Versuchen entgegenwirkenwerden, zwischen zwei großen Nationen Z w i e- tracht zu säen, die, wie die Westminster Gazette kürzlich sehr richtig betonte, hundert Gründe haben, einander zu achten. In dieser Zuversicht rufen wir den englischen Gästen ein aufrichtiges Willkömmen zu. > — In den letzten Monaten wandte MaximilianHarden in einer Reihe von Artikeln seiner „Zukunft" fein Interesse der „engeren Tafelrunde" des Kaisers zu und griff dabei beren wirkliche oder vermeintliche Mitglieder, darunter auch den Grafen von Moltke erst in versteckter, schließlich aber in nicht mißzuverstehender Weise an. Wie jetzt nach der „Berl. Mp." verlautet, hat Grpf Moltke Harden stellen lassen unb, als dieser den geforderten Austrag ablehnte, ohne seinerseits eine Zurücknahme seiner Beschuldigungen anzubieten, seinen Rechtsbeistand, den Justizrat Dr. v. Gordon, beauftragt, gegen Hürden Strafantrag zu stellen. Eine Bestätigung dieser Meldung bleibt abzuwarten. — Der Vorstand des Bundes der Landwirte hat Pfarrer Schowalter zu Jettenbach (Pfalz) einstimmig aus dem Bund der Landwirte ausgeschlossen. Pfarrer Schowalter hatte, nachdem eine Vertraueusmännerversammlung des Bundes der Landwirte zu Landstuhl für den Landtagswahlbezirk Kusel-Landstuhl-Otttrbcrg-Wolfsteiu Landwirt Mattil-Hütschen- baufen ate fihnbiöaten nominiert hatte, sich entgegen den Ladungen des Bundes als Kandidat für den genannten Wahlbezirk ausgestellt und eine Agitation für seine Kandidatur begonnen. Rostock, 25. Mai. Die gestern auf Veranlassung der preußischen Regierung zusammengetrettue unb vom llnttrstaats- l'efretar Dr. Dolle geleitete Konferenz von Vertretern der deutschen Elbuferstaaten mit Hinzuziehung Bayerns hat einen teilweisen Sieg des preußisch en -L-tau dpu n ktes gebracht. Soweit aus der bisherigen Stellungnahme der Rcgierungsbele- gierten zu entnehmen ist, verharren nur Sachsen unb Mecklenburg bänngungslos auf dem Prinzip der Freiheit der; Flußschiffahrt, während Hamburg, Braunschweig unb Anhalt für ihre Regierungen keinerlei gegen ben preußischen Standpunkt gerichtete (5r Körung en abgegeben haben. Dresden, 25. Mai. Der Kaiser ist heute vormittag hier cingetroffen, um dem König Friedrich August zu dessen Geburtstag Glück zu wünschen. Am Nachmittag reifte der Kaiser nach Wildpark. — Der König verlieh dem Finanzminister Rüger unb dem Justizminister Otto den erblichen Abel unb begnadigte 33 Strafgefangene. — Der Staatsminister Gras Föhrenthal erklärte beim Festmahl zu Ehren des Geburtstages des Königs in einer Rede, er sei fest entschlossen, ehrlich äu versuchen, ein auf etwas breiterer Grundlage rubendes L a n d t a g s w a h 1 r e cht durchzusetzen und er vertraue dabei auf die Hilfe des Königs. Freiburg i. B., 25. Mai. Der greise ehemalige badische Staatsmann Freiherr v. Roggenbach, bekannt als Freund des Kaisers Friedrich, ist gestern abend im Alter von 82 Jahren gestorben. Stuttgart, 25. Mai. Im Alter von 60 Jahren ist heute der bayrische Gesandte am Darmstädter Hofe, Staatsrat Frhr. von der Pfordten gestorben. N ü r n b e r g , 26. Mai. Die Begründung der Entlassung des „Genossen" Schlegel aus der Zeugniszwangshaft besagt, daß eine längere Haft in Anbetracht des die Allgemeinheit nicht berührenden verletzten Rechtsgeistes und der Strafe, die event. den noch unbekannten Verfaßer der inkriminierten Notiz treffen könnte, eine Unbilligkeit wäre und nach dem bisherigen Verhalten des Zeugen Schlegel auch wirkungslos ]ein würde. Ein gerichtliches Nachspiel zum Kolonial-Skandal. 1L Berlin. 25. Mai. Das Interesse des Publikums nmchte sich bei der heutigen Verhandlung im Pöplau-Proz eß in höherem Grade bemerkbar. Unter den in den Saal tretenden Zeugen bemerkte man die ReichstagS-Abgg. Dr. Arendt, Bebel und Erzberger. Vom Reichskanzler Fürsten Bülow ist folgendes Schreiben eingegangen: .In der Strafsache gegen Pöplau hat der Angeklagte mich als Zeugen geladen. Da ich nicht weiß, auf welche Tatsachen ich meine Zeugenaussage abgeben soll, ist es auch nicht möglich gewesen, die erforderliche allerhöchste Genehmigung zu erwirken. Ich werde deshalb der Ladung keine Folge leist en/ Pöplau bemerkt, daß er rechtzeitig durch eine Immediateingabe an den Kaiser die für die Vernehmung des Reichskanzlers erforderliche Genehmigung erbeten habe. Die Ladung an den Erbprinzen Hohenlohe-Langenburg konnte nicht zugestellt werden, da dieser sich in Nizza aufhält. Dem Verteidiger Rechtsanwalt Bertrant ist vom Zeugen Schneider aus Eberswalde ein Schreiben zugega^gen, in dem dieser mitteilt, daß seiner Vernehmung un Eberswalder Sanatorium nichts entgegenstehl. Der Vorsitzende teilt darauf noch zwei Schreiben mit. In dem einen erklärt Geh. Legationsrat von Holstein, daß er auf die Ladung des Angeklagten vorläufig nicht erscheinen werde, da er aus eigener Wissenschaft nichts bekunden könne. Sollte das Gericht feine Vernehmung für nötig halten, so werde er natürlich Folge leisten. Das andere Schreiben ist vom Reichskanzler Fürsten Bülow. Dieser teilt mit, daß er die Genehmigung zur V ernehmung des geladenen Schutztrnppen-OffizierS, des Staatssekretärs Dernburg und des Geh. Hoscat Krüger versage, da aus den ergangenen Ladungen nicht ersichtlich sei, worüber die geladenen Personen aussagen sollen. Dann wird bie persönliche Vernehmung bes Angeklagten und die Verlegung zahlreicher Aktenstücke forlgeictzt. Pöplau giebt auf die Frage, woher er die Dokumente habe, an, daß er sie eines Morgens in feinem Dienstzimmer auf feinem Pult gefunden habe. Von wem sie herrührten und wer die Abschriften angefertigt habe, wiße er nicht. Der Angeklagte sagt aus, er habe die Sachen den Abgeordneten mitgeteilt, da seine Bemühungen, im geordneten Dienstwege eine Abstellung der kolonialen Mißstände zu erreichen, fehlgeschlagen seien. Er habe die Abgeordneten auch gebeten, sich zunächst an den Reichskanzler zu wenden. Hierauf wurde Erzberger vernommen, wegen Verdachts der Teilnahme aber nicht vereidigt. Erzberger spricht zunächst seine Bereitwilligkeit auS auszusagen, da der Angeklagte ihn von der Schweigepflicht entbunden habe. Er habe Pöplau vor zwei Jahren zu sich gebeten in der Absicht ihn als Stenographen zu engagieren. Dieser habe aber erklärt, noch Beamter be8 Kolonialamtes zu sein und ihm darauf feine Angelegenheit vorgetragen. Er habe ihn aufgefordert, ihm Material zu bringen, um weitere Schritte zu unternehmen. Da der Reichskanzler abwesend war, habe er, der Zeuge, den Sachverhalt dem jetzigen Unterstaatssekretär Loebell vorgetragen und diesem im Verlause der Unterredung allerdings gefragt, ob sich die Angelegenheit nicht auf eine andere Weife aus der Welt schaffen laste. Es sei jedoch nicht selten, daß Abgeordnete sich dieses Ausdrucks bedienten. Daß das ihm von Pöplau unterbreitete Material amtlich sei, habe er vermutet. Slbgeorbncte hätten jeboch nur die Pflicht zu prüfen, ob das Material authentisch fei, und nicht, woher es stamme. Pöplau habe versichert, das Material fei ihm anonym zugefandt worden und nicht in amtlicher Eigenschaft zugegangen. Heer rrnd Flotte. General von Bock, Kommandeur deS 14. Badischen Armeekorps wird als Nachfolger von LindequistS die 3. Armee-Inspektion in Hannover übernehmen. In Kreisen, die eS wissen müssen, verlautet, daß an Stelle von Bocks der Chef deS Militärkabinetts von Hülfen-Haefeler treten soll, dessen Stelle wiederum durch General von Mackensen eingenommen werden solle. Ausland. Dover, 25. Mai. Anläßlich des Antritts der Deutschlandsreife englischer Journalisten fand heute abend an Bord des Dampfers „Zieten" des Norddeutschen Lloyd ein Festmahl zu 73 Gedecken statt, an dem auch Legationsrat Prinz zu Stolberg-Wernigerobe von der deutschen Botschaft in London teilnahm. Der Vizepräsident des Auffichtsrats des Norddeutschen Lloyd, Konsul Achelis, brachte einen Trinkspruch auf König Eduard und Kaiser Wilhelm aus. Direktor Helmolt vom Lloyd toastete auf den Mayor von Dover; dieser antwortete mit einem Toast auf den Lloyd. Chefredakteur Spencer von der „Westm. Gaz." sagte in seiner Ansprache: Die Presse erzeugte leider viele Mißverständnisse, müsse aber diese Mißverständnisse beseitigen. Dr. Grunwald von der „Voss. Ztg." betonte die Gemeinschaftlichkeit der Aufgaben der englischen und deutschen Presse unb sprach bie Hoffnung aus, daß der stetig wachsende Einfluß der Presse im Sinne des Friedens, des Glücks und der Wohlfahrt der Nationen angewendet werbe. Sybney Low vom „Standard" bezeichnete bie Entgegen- fmbung einiger Mitglieber bes beutschen Komitees nach Dover als eine Liebenswürdigkeit nicht nur gegenüber der englischen Presse, sondern gegenüber allen Engländern, die Deutschland achten und lieben. Brandes, der Londoner Vertreter des „Berl. Tagebl.", überbrachte die Grüße des Lordmayors von London. Ellecthorpen vom „Daily Telegr." gedachte der Mißver- standnisse zwischen Engländern und Deutschen und führte aus: Je mehr die Völker sich kennen lernen, umso schneller werden die Mißverständnisse verschwinden. — Um 11 Uhr abends fuhr der Damvser mit 52 Passagieren nach Bremerhaven ab. Wien, 26. Mai. Letzte Nacht, bei Verkündigung des Wahlresultats im 6. Bezirk in Lemberg, kam es zum Kampf zwischen Altpolen unb den Sozialdemokraten. Erstere brachten dem gewählten Professor Buzek eine Ovation bar, bei welcher bie Sozialdemokraten bas Lieb der Arbeit fangen unb mit Stöcken um sich schlugen. Aus bem Nachbargarten fielen brei Schüsse, wovon einer ben zwanzigjährigen Arbeiter Swietnicki tötete. Hieraus kam es zu einer Schlägerei, ber Polizei unb Militär ein Ende bereiteten. — @inem Lemberger Blatt zufolge wurde in Wojnilow der rirthenische Grvßbesitzer Stephan Cziml von jung-ruthenischen Parteigängern erschlagen, weil er bei der Reichstagswahl für den polnischen Kandidaten gestimmt hatte. — Heute fanb bie feierliche Sch lußsitzung bed internationalen landwirtschaftlichen Kongresses statt. Ms Ort des nächsten Kongresses wurde Berlin festgesetzt. Dio Teilnehmer des Kvngresses waren heute abenb bei einem Abschiedsbankett vereinigt. Der Ehrenvorsitzende Mäline bezeichnete eine Vereinigung aller Ackerbau treibenden Volker als das Ziel seiner Wünsche und trank auf bas Morgenrot bes künftigen Bölk"erfriebens. Oberhesfisches Volks- und Bauernfest in Ober-Widdersheim. (Original-Artikel der „Gieß. Fam.-Bb"). Aus allen Teilen Oberhessens schien am Sonnürg bie gesamte Landnnrtschast treibende Bevölkerung zusammengeströmt zu sein, um das Jahresfest zu begehen. Tie Wahl bes Festortss war überaus günstig: liegt boch Ober- Wibbersheim am Norbostranbe ber fruchtbaren Wetterau, angelehnt an einen burch vorzüglichen Basalt ausgezeichneten HöhenKug bes hier auslausenden Vogelsbergs. Ehrwürdig grüßt von dieser Höhe herunter bas auf den „Fels gebaute Kirchlein bes^ Ortes, und unten präsentieren sich als tzsegenstück, gleichsam den Materialismus vertretend, bie großen und rühmlichst bekannten Basaltwerke, bie — wie sich ein humorvoller, ordengeschmückter Kriegsveteran ausbrückte — dem Dorfe ben Ruhm geben, ein „steinreiches" Dorf zu fein. Ober-Wibdersheim ist in ber Tat noch eines ber echten alten Bauerndörfer Oberhessens, bas sieht man an ber Bauart seiner Straßen unb Häuser, und in seiner Bevölkerung herrscht der richtige Bauernstolz. Im schönsten Festesschmuck prangte das ganze Torf, kein Ha.^s war ohne Kränze, Girlanden, Sprüche unb Fahnenschmuck, unb an Vben Dorfeingüngen warenv Ehreüpforfen errichtet, die betr- (Güsten das stolze Wort zuriefen: „Des Staates Macht anrb Kraft ruht in der Landwirtschaft." Tausende waren am Festorte mit Leiterwagen, Landauern, per Rad und M Fuß eingetroffen, und die Eisenbahnbehörde konnte mit wen auf den Strecken Meßen—Nidda, Butzbach—Lich, Lau- Lach—Hungen eingelegten Extrazügen den Verkehr kaum Lewältigen. Für die Landwirte galt es, ihre obersten Führer und ^Vorkämpfer zu begrüßen und ihrem Wort zu lauschen. Von diesen trafen mit dem Zug über Gießen um 1/22 Uhr ein die Reichstagsabgg. Liebermann von Sonnenberg, Ph-ll. Köhler-Langsdorf, Lattmann, Tr. Böhme, Raab und Gräf. Die Herren wurden am Bahnhof von Festreitern, (Hrendamen und Vereinen empfangen und nach Dem geräumigen Festplatz gebracht, der dicht besetzt war. Alles drängte zur Rednertribüne. Nach dem Begrüßungschor des Gesangvereins Ober-Widdersheim erfolgten Begrüßungsansprachen durch Bürgermeister Weiß, den Vorsitzenden des Landesverbandes Amtsrichter Dr. Mahr- Darmstadt und Oberlehrer Werner aus Gießen. Als Erster ergriff Liebermann von sonnen» jderg das Wort, von rauschendem Beifall begrüßt. Er ffchilderte in großen Zügen die hessische antisem. ^wegung, chie anfangs der achtziger Jahre in Hessen durch Dr. Otto Böckel und chm selber begann. Der Kampf hat Dr. Böckel aufgerieben, er ist ein siecher Mann, doch in Hessen werde sein Andenken fortleben. (Bravorufe.) Aus die antisemitische Bewegung folgten die Bauernvereine, ihr Erbe hat eine anfstiÄende Partei, die deutsch-soziale, angetreten, die als ,mächtigster Zweig aus der antisemitischen Bewegung herausgewachsen ist Sie ist der Kern der Wirtschaftlichen /Vereinigung des Reichstags und hat in den Landtagen vieler Lauder Vertreter, so auch in Hessen. Der Bund der Landwirte hat im wesentlichen das Programm der Deutschsozialen. Mit ihm und den anderen antisemitischen Richtungen sind sie, trotz manches Meimrngsverschieden- heiten, treue Bundesgenossen in den großen nationalen ^Kämpfen. Mit dreifachem Heilrufe auf das deutsche Vaterland schloß der Festredner und lebhafte Beifallsrufe folgten seinen Worten. Es wurde gemeinschaftlich gesungen: „Deutschland über alles". Sodann sprach Reichs- und Landtagsabg. Philipp sKöhler-Langs dor f. Die deutschsoziale Partei mit ihrem allgemeinen Programm enthalte das wirtschaftliche ^Programm des Landwirtbundes und deshalb sei sie diejenige i'Partei, die die gegebene Vertretung der Bauern in den ^Parlamenten darstelle. Beiden eng verbündeten Parteien igall das Hoch des Redners. Reichstagsabg. Raab, der als städtischer Handwerks- >meister seine Freude über das einmütige Zusammengehen !der Vertreter der Arbeit in Stadt und Land, der Handwerker und Bauern ausdrückte, toastete auf die ehrliche Arbeit. Abg Lattmann gedachte in treffenden Worten der deutschen Frauen, Pfarrer Fritsch- Ruppertsburg äußerte seine Freude über das einmütige Zusammengehen der deutschsozialen und christlichsozialen Antisemiten. Lebhaften Beifall fand der Reichstagsabg. des Wahlkreises Marburg Böhme. Darauf schloß Oberlehrer Werner aus Gießen (den offiziellen Teil des Festes mit einem Hoch auf die Redner und die Gemeinde Ober-Widdersheim^ Auf dem großen Festplatz herrschte reges Treiben, die Menschennrenge wogte hin und her. Karussells, Schießbuden und Kasperletheater sorgten für Vergnügungen, im großen Restaurationsgarten fanden die Gäste Erquickung, und zwei große Tanzböden gaben der Jugend Gelegenheit zu einem Tmtzchen, dem trotz der Hitze eifrig gesröhnt wurde. Die Kleinen belustigten sich beim Sacklaufen, Kletterbaum, Wurst- schnappen, Eierlaufen usw. In Zellen wurden gemeinsam vaterländische Volkslieder gesungen und mehrere Gesangvereine der Nachbarorte trugen Männercböre vor. Von Vereinen waren der Gießener und Frankfurter deutschsoziale Verein vertreten, außerdem Parteimitglieder saus den benachbarten hessen-uassauischen Kreisen. Bei einbrechender Dunkelheit wurde ein Feuerwerk abgebrannt. Um 91/2 Uhr hieß es für die fremden Gäste scheiden, und mit Musik brachten sie die Ober-Widdersheimer an den Bahnhof, wo wiederum ein furchtbares Gedränge herrschte. Kein Mißton störte das Bauernfest; es verlief recht schön und würdig und wird den Besuchern noch lange in angenehmer Erinnerung bleiben. Tuberkulose-Ausstellung. Gießen, 27. Dkai 1907. Am Sonntag vormittag 111/2 Uhr fand in der Turnhalle der Stadtknabenschule die Eröffnung des Tuberkulose-Museums bec Landesversicherungsanstalt Darmstadt statt. Es mureit dazu n. a. Vertreter des -Kreisausschusses, der Universität, der Stadt- •behörde und die Stadtverordneten erschienen. Außerdem hatte sich ein zahlreiches Publikum eingufunden. Ter Vorsitzende der Landesverncl^erungsanstalt, Geh. Regierungsrar Dr. Dietz, eröffnete persönlich die Ausstellung. । Er begrüßte zunächst die Erschienenen und führte dann aus, daß diese Ausstellung ja leider die traurige Seite des menschlichen fLebens darstelle. Aber ein Lichtstrahl falle daraus, die Tuberkulose sei heilbar. Seit der Entdeckung des Tuberkelbazillus durch Prof. Kvch, an die man damals freilich Hoffnungen geknüpft habe, die sich nicht ganz erfüllt hätten, sei das Heilverfahren weit fortgeschritten, da miau nun wenigstens wisse, luen man zu bekämpfen habe. Bei diesem Kampfe spiele die sozialpolitische Gesetzgebung, namentlich die Invalidenv.rsicherung, eine große Rolle. Der Redner streifte dann das Heilverfahren und wies namentlich aus die hcpischen Heilstätten hin. Ein nicht zu unterschätzendes Mütel gegen Die Tuberkulose sei aber auch die DolksbelttMmg, der diese Ausstellung dienen solle. Er müsse darum auch der in hiesigen Stadtoerordnetenkreisen herrschenden Ansicht widersprechen, als sei diese Ausstellung nur für die Landesvcrsicherungsanstalt bestinunt. Im folgenden gab bann der Redner eine kurze Ueverficht über das Museum und schloß mit der Hoffnung, daß die Ausstellung mit dazu beitrage, neue Mitglieder dem Heilstättenverein zuzufühven. Der Rektor der Landesunioersität, Geh. Hofrat Professor Dr. Behaghel, betrachtete die Ausstellung als ein erfreuliches Zeichen dafür, daß die Männer des Handelns mit den Männern der Wissenschaft sich zusammenfanden. Er hoffte, daß die Ausstellung helfen möge, die Zahl der Tuberkulösen zu vermindern. Namens der Kreisbehörde wünschte Geheimerat Dr. Breidert der Ausstellung besten Erfolg. Beigeordneter Curschmann sprach seitens der flädttschen Verwaltung aus, daß die Städte eine solche Ausstellung wohl zu schätzen verstünden, ihres idealen wie materiellen Zweckes halber. Das Materielle der Krankenfür- forge wäre der Stadtverwatturrg wohl bekannt, und die Stadtverordneten seien sich über die Bedeutung der Ausstellung wohl einig gewesen. Gleich nach der Eröffnung sand eine eingehende Besichtigung unter wissenschaftlicher Führung von Medizinalrat Dr. Haberkorn statt, der sich viele Besucher anschlossen. Tie Ausstellung ist recht übersichttich angeordnet. Auch ohne Führer kann man sie verstehen, denn an erklärenden Schildern und Etiketten fMt es nicht. Ganz logisch zerfältt sie in mehrere Abteilungen, die aber im engsten Zusammenhänge müeuianber stehen. Es scheint sehr viel Wert darauf gelegt zu sein, alles das,, was nur pe» MeöÄner pttrxesfiütt» zuMkLuhatten, pnp nur Ixis zu bieten, was ~audj bei dem Laien Beachtung findet. -So kann das Museum in der Tat ein gemeinverständliches genannt werden. In seiner Mannigfaltigkeit bietet es für jeden etwas, sehr viel • namentlich auch für den Vollswirtschastlen, denn mit statistischen und graphischen Kurten und Tarstellungen ist die Ausstellung reichlich versehen. ' In der ersten Abteilung wird uns die Ursache der Tuberkulose vor Augen geführt, und wir werden hier mit dem 1882 von Professor Koch entdeckten Tuberkelbazillus bekannt. Namentlich sind hier verschiedene Tafeln interessant, die uns den Krankheitserreger in 8000 facher Vergrößerung zeigen, und andere, welche LungenÜläschen und das Erscheinen des Bazillus in der Lunge und anderen Organen bar [teilen. Wir sehen so auch das Auftreten der Tuberkulose in Mund und Ohr. Recht wichtig ist auch Llie Wiedergabe von geschlossener und offener Tuberkulose, da ja nur diese ansteckungsfähig ist. Eine ganze Anzahl von Staubarien ist in Fläschchen ausgestellt. Neben diesen befinden sich die betreffenden mikrosÄpischen Photographien. Wetter wird die Verbreitung der Tuberkulose gezeigt. Auf diesem Gebiete sinden wir selbstverständlich vor allem statistisches Material. Zunächst sehen wir vier große Wandkarten von Deutschland, die uns die Sterblichkeitsziffer und deren Abnahme zuerst im allgemeinen und dann insbesondere bei Lungen kranken im deutschen Reiche zeigen. Danach steht Hessen noch ziemlich günstig. An Modellen (kleinen Obelisken und Warttürmen) ist bas Wachstum der Bevölkerung und das unverhältnismäßig größere Wachstum der Großstädte dargestellt, während wir an Cylindern die Ursache der Todesarten in Großstädten, Mittelstädten und auf dem Lande erkennen. Dabei schneidet das letztere weitaus am besten ab, denn nach dem Viodell stirbt auf dem Lande fast die Hälfte der Bewohnerfchaft an Altersschwäche. Für den Hessen unb speziell auch für den Gießener sind die graphischen Karten recht interessant, welche die Srcrblichkeit in den einzelnen Provinzen und Kreisen Hessens darstellen. Danach ist allgemein eine Besserung zu bemerken. Seltsam ist aber der g ü n ft i g e Stand Offenbachs gegenüber de m Gießens. Wie bei der Eröffnung aber ganz richtig bemerkt wurde, muß man für Gießen auch immer noch die Kliniken in Betracht ziehen. Neben der Sterblichkeit finden wir auch die Zahl der an Lungenkrankhctten Verstorbenen. Andere Karten zeigen einen auf diesem Gebier recht ungünstigen Stand des südlichen Großl-erzogtums. Vor allenr fallen Worms und Mainz auf. Wetter belehren graphische Darstellungen über den ganz enormen Nutzen der sozialpolitischen Gesetzgebung. Wir sehen einen ein-?' fach erstaunlichen Rückgang der an Tuberkulose Erkrankten und Gestorbenen in den verschiedenen Berufszweigen. In dieser Abteilung ist dann auch noch eine ganze Anzahl von Präparaten, namentlich aus dem Tierleben, ausgestellt. Es werden uns dort an Tuberkulose erkrankte Teile von Tieren vorgeführt, so vom Rind-kund vom Schwein. Das nächste Gebiet umsaßt die Verhütung der Tuberkulose und ihrer Fortpflanzung. In Anbetracht dessen, daß der Hauptträger des Ansteckungskeimes der Auswurf ist, denkt man natürlich an geeignete Gesäße für denselben. So ist denn eine große Anzahl von Spuckfläschchen und Spucknäpfen ausgestellt, darunter auch verbrennbare Gefäße. Weiter find in Modellen und in natura eine Anzahl von Desinfektionsapparaten und -Mitteln zu sehen. Namentlich sind Forman und Autan berücksichtigt. Aus verschiedenen Bildern sehen wir die Desinsek- tionsmethoden veranschaulicht, u. a., wie Wäsche und Wohnung von Lungenkranken gereinigt werden und auch gereinigt werden müssen. Verschiedene Tafeln lehren, wie zum Schutze gegen Tuberkulose eine gute Zahnpflege zu handhaben ist. In diese Kategorie ist bann auch noch die Frage der Nährmittel gerechnet, da es unbedingt erforderlich ist, daß der von Tuberkulose gefährdete Mensch sich in zweckmäßiger Weise nährt. Einmal sind von verschiedenen Nahrungsmitteln (Milch, Brot, Bier u. a.) die Bestandteile an Alkohol, Fett, Kohlehydrate unb Eiweiß bei gleichem Quantum in Zylindern dargestellt. Andererseits geben Tafeln über die meisten Nahrungsmittel in dieser Hinsicht Aufschluß. Hierbei ist immer eine Menge in Betracht gezogen, die man in Berlin für 50 Psg. bekommt. Eine vierte Abteilung und zwar die wichtigste, ist der Bekämpfung der Tuberkulose gewidmet. Zunächst ist eine große Anzahl von Photographien aus den beiden hessischen Heilstätten ausgestellt. Sie zeigen recht anschaulich die Art der Behandlung und das Leben und Treiben der Lungenkranken. Tabellen geben Aufschluß über die Erfolge, die man erzielen konnte, und über die Kosten und die Dauer des Verfahrens. Daneben sind Modelle von zur Verwendung gelangenden Geräten ausgestellt. Recht interessant ist ein verstellbarer Krcmkenstuhl mit Schlassack, Lichtschirm und ähnlichen sanitären Einrichtungen. Eine große Wandkarte gibt Ausschluß über die Lage der Heilstätten und deren Art. Dabei treten die Gebirge stark hervor, während das nördlichste Deutschland wenige solcher Anstalten auszuweisen hat. Andere graphische Darstellungen machen wieder mit der Bedeutung der Invalidenversicherung bekannt. Diese wird allgemein weit unterschätzt, weil man nicht bedenkt, in welcher Weise sie arbeitet. Die Karten der Ausstellung, die zeigen, welche Erfolge auf dem Gebiete der Tuberkulose die Invalidenversicherung in Deutschland in kaum 10 Jahren zu verzeichnen hatte, wirken daher ungemein aufklärend. Andere Tafeln sind der Säuglingssterblichkeit gewidmet. Namentlich über die Ernährung der Säuglinge finden wir viel Belehrendes. Eine ganze Anzahl Bilder und Karten nimmt die Frage deS A l k 0 h 0 l m i ß b r a u ch s in Anspruch. Abbildungen durch Alkohol geschädigter Organe sind ausgestellt, so von Magen, Herz und Nieren. Auch der Einfluß des Alkohols auf das Blut findet Beachtung. Wetter zeigen uns Tabellen den Einfluß deS Alkohols bei der Statistik der Verbrechen unb bet der Statistik der Unfälle unb der Zahl der Geisteskrankheiten. Dazwischen stnd überall Schilder mit entsprechenden Warnnngs- inschriften angebracht. Eine Anzahl Dresdener Plakate verfolgt denselben Zweck. Hochinteressant ist ein großes franzöiisches Plakat gegen den Mißbrauch des Alkohols aus Paris. Außerdem ist ber Wohnungsfrage Beachtung geschenkt. Einige Pboto- graphien von Musterwohnungen, darunter solche von städtiscyen Beamtenwohnungen aus Worms, sind ausgestellt. Zum Schlüsse hat dann die Landesversicherungsanstalt noch einige statistische Tafeln beigefügt. Dieselben geben Aufschluß über den Geschäftsgang, die Rentenhöhe, die Krankenkassen und dergleichen mehr. Ein mehr privates Unternehmen ist wohl die kleine Ausstellung von Nahrungs- unb Jnhalationsmitteln, die scheinbar von einer Wormser Firma veranstaltet ist. Der Besuch des Museums war am Sonntag vormittag sehr rege. Namentlich die arbeitende Bevölkerung war unter den Besuchern stark vertreten. In Hinsicht auf die Reichhaltigkeit und leichte Verstänblichkeit der Ausstellung kann der Besuch in dieser Woche nur empfohlen werden, umsomehr, als kein Eintrittsgeld erhoben wird. Aus Siadt uitc lano. Gießen, 27. Mai 1907. ** Der Verein der Tabakindustriellen von Gießen und Umgegend hat, wie uns mikgeteilt wird, es seinen Mitgliedern zur Pflicht gemacht, weil bei einem Kollegen die Arbeit ohne Kündigung niedergelegt wurde, den Zigarrenmachern, Wickelmachern und Sortierern am 25. b. M. zu kündigen, soweit solche dem Tabakarbeiter-> verband angehören. Mitbeskimmend für diesen Beschluß waren auch berechtigte Klagen über die Art und Weise, wie seitens der Agitatoren gegen biejemgen Arbeiter, welche dem Verbände fern bleiben wollten, vorgegangen wurde. ’’ Die Steuer zettel ui 2. Auflage, nämlich die Rechnung der im laufenden Jahre zu entrichtenden Kommunal- abgaben, iDurbcn teilweise heute von dec Schutzmannschaft den Steuerpflichtigen ausgehändigt. Nun kann also das Bezahlen an bte Stadttafje losgcheu. * * Konzert. Auf bas heute abend stattfindende Konzert in Steins Garten weisen wir nochmals hin. * * Südwestafrika-Basar 8., 9. und 10. Juni. Der Zentralausschuß hüll am Dienstag nachmittag im Saale ber Liebigshöhe zur Feststellung unb Einteilung des Programms eine Sitzung ab. -Um tausend Mark. Im Kolosseum spielte sich gestern abend vor den zahlreich erschienenen Besuchern ein nervenercegendes Schauspiel ab. War es dem Fesselkünstler Jardini seither stets gelungen, sich aller ihm angelegten Fesseln innerhalb weniger Minuten zu entledigen, sich also eigentlich als Entfesselungskünstler zu zeigen, so hatte er gestern unter den'Zuschauern einen ebenbürtigen Partner gefunden: einen Feffelkünstler. Nachdem sich I. einer sogen. Hamburger Acht mit Leichtigkeit entzogen hatte, schloß ihm dieser Herr die beiden Hände dermaßen auf dem Rücken zusammen, daß es schien, die als Prämie ausgeschriebenen 1000 Mk. seien baldigst fällig. Trotz der größten Anstrengungen schien sich I. nicht befreien zu können. Erst nach ein» stündiger heißer Arbeit warf er endlich die Kettenfessel von sich. Er dürste damit wohl bewiesen haben, daß er auf längere Zeit kaum sestgeschlossen werden kann. — Aus Anlaß des Geburtstages des Königs von Sachsen sandte die hier im ,Pfälzer Hof^ tagende Sachs. - Thüring. Landsmannschaft am SamStag folgendes Glückwunsch-Telegramm ab: Er. Majestät König Friedrich August von Sachsen. Unterfertigte Landsmannschaft erlaubt sich Ew. Alajestät, dem erhabenen Schinnherrn unseres Heimatla>wes, ehrerbietigst herzliche Glückivünjche zunr Geburtstage in alter Treue davzubringen. Sächs.-Thuring. Landsmannschaft Gießen. Lorenz, Vorsitzender. Daraushin ging nachstehendes Telegramm ein: Wachwitz, Kgl. Villa. Sächs.-Thüving. Landsmaiinschaft, Vorsitzender Lorenz, Gießen. Seine Alajestät der König haben sich über die gesandten Glück- wi'nische sehr gefreut und lassen der Landsniamischast herzlichst danken. v. Wilncki, Oberst und Flügeladjutant. Die Landsmannschaft, welche am 20. März 1906 gegründet wurde, erfreut sich bereits einer großen Mitgliederzahl aus allen Kreisen, und es wäre zu wünschen, daß sich alle hier wohnenden Sachsen und Thüringer der Landsmannschaft anschließen. Die Zusammenkünfte finden jeden Dienstag statt. * * Kriegsmarine-Ausstellung! 600 Schliß in einer Minute feuert das Maschinengewehr —- säst märchenhast Hingt es, und doch ist es Wirklichkeit. Der Schütze drückt nur auf einen Knopf — macht weiter gar nichts — unb diese eigenartige Waffe, die neueste ber Marine, entfenbet ununterbrochen einen dichten Hagel totbringenber Geschosse. Es ist das erste Nial, baß biefe Wafse m einer Ausstellung i m Feuer oor geführt wirb — ein Entgegenkommen des Staatssekretärs bes Reichsmarine- amts, welcher alle Gegenstände für die Wanderausstellung zur Verfügung gestellt hat. — Ein Aiörfer, eine Revolvertanone, geborgen von dem alten an der Küste Ostasiens gestrandeten „Iltis",. Schnellabekanonen neuester Art, ein Torpebo — bte, komplizierteste Waste ber Marine, bas teuerste Geschoß, benn es kostet 10 000 Mark —, eine Seemine, die nn russisch-japanischen Kriege einer ganzen Reihe stolzer Kriegsschiffe ben Untergang bereitete, viele Geschosse, banmter 2 Granaten, bie je 1 ’/« m hoch unb fast 1000 Pfunb schwer sinb, Schrapnells, Bomben unb Kartätschen — Streugefchostc —, bereu ucrl)eevenbe Wirkung in ben mobernen Kriegen bekannt ist, B 0 x e r f a n 0 n e 11 unb andere Trophäen aus dein Boxeram'stanbe, alle diese Waffen, sowie die wichtigsten nautischen Instrumente, bie neuesten Pulverforlen, T a ucher, lUobcUe von Schiff S m afchinen, Schifiskesfeln unb viele anbere Dinge sinb in ber mit großer Sorgfalt zufaminengefetzten Ausstellung in Originalen vertreten. Die Norbdeutjchen Seckabelwerke in Norbenham haben eine herrliche, lehrreiche Sammlung Abschnitte von wirklichen Seekabelm zur Verfügung gestellt. Alles in allem: Es handelt sich um eine, hervorragende Ausstellung, bie bes Interessanten unb Lehrreichem außerorbenllich viel bietet unb ber Bestich kann gerabe ben 9c-1 ivohnern bes Binnenlanbes, bie mit ber Marine fo wenig Fühlung, haben, nicht genug empfohlen werden. * * Wieseck, 27. Mai. Der neulich zum Bürgermeister unseres Ortes gewählte Schreinermeister Scho mb er ist vom Kreisamk bestätigt worden. Heute nachmittag um 5 Uhr findet die Vererdigung im Gemeindehause vor versammeltem Gemeindekollegium statt. - i- Allendorf a. b. Lahn, 25. Mai. Ein Feuer brach in der Hofreite des Landwirts Arnold aus und legte die Scheuer in kurzer Zeit in Asche. Ein . Glück, daß die Feuerwehr sofort an Opt und Stelle war und so ein. Umsichgreifen des Feuers auf die Hofreite des Gastwirts Gimbel verhütete. B a d - N a n h e i m , 26. Mai. Der Verein zur Hebung des Stadtverkehrs beschloß die Absendimg zweier Eingaben an das Finanzministerium. In der einen soll gegen den Plan der Regierung, im Zug der Kurstraße ein Gebäude mit 5 Läden aufzusühreii E i n j v r u ch erhoben ; in der anderen wirb bie Be- hörbe um Anstellung eines Dolmetschers in amtlicher Eigenschaft zur foftenlofcn Anskunsterteilung ersucht. Zwei weitere Ge- fuche wurden an bie Eisenbahiibirektiou Frankfurt abgesandt: Das eine enthielt bte Bitte um Anbringung bes NamensBab- N a u h e i m a ii ben ©d)ilbern sämtlicher Wagen, die unsere Stabt passieren, sowie um Durchlaufenlassen einzelner Wagen im internationalen Verkehr, z. B. mit Englanb bis Hierher ober barübei" hinaus. Das andere fordert baldige V er m e h r u ug. der Eilzüge aus der Strecke Frankfurt — Gießen sowie Umwandlung des 3.06- ober 4.02°Zuges in einen Eilzug. Am 24. Mai b. I. waren es 40 Jahre, baß Bab-Nauheim mit ben Ortschaften Robgen, Schmal» l)cim unb Dorheim burch Staalsvertrag mit Preußen im Austausch mit dem sog. Hess.Hinterland (Kreis Biebenkopf) bem Gr o ß- Herzogtum Seifen formell e i n v e v l e i b t würbe, nachbem es bereits nach ber Annektierung Kurhessens im Jahre 1866 bem Großherzogtum jugeteilt war. Tie Enklave stanb iniierhälb ganz kurzer Zeit unter brei Regierungen, erstens Kurhesten, dann war sie zwölf Tage preußifch, bis sie bann enbgiiltig an bas Großherzogtum Hessen fiel. Wochenprogramm vom 26. Mai bis 1. Juni: Täglich früh Konzert am Kurbrunnen. Dienstag nachm. unb abends auf ber Terrasse Konzert ber Kurkapelle. Abends Theater: Unter vier Augen. Hierauf: Die Akedaille. — Mittwoch nachm. und abends Konzert. Bei gutem Wetter große italienische Nacht im Park unb auf ber Terrafse. Abends im Kurhaussaale Tanz. — Donnerstag nachm. unb abends Konzert. — Freitag nachm. unb abends Konzert. Abends Theater: Der Schlaswagenkontrolleur. — Samstag nachm. und abends Konzert. Abends Theater: Die •Orientreife. — Sonntag Konzert des Mufikkorps des I n f.- Regts. Nr 116 aus Gießen. Abends im Kurhausfaale Symphoniekonzert. — Am 3. und 4. Juni: Gastspiel des ober- bayerischen Bauerntheaters. Mittwoch, 5. Juni: Militärkonzert und Feuerwerk am Teich. □ Aulendrebach bei Büdingen, 26. Mal. Heute vor Beginn des Gottesdienstrs fuhr bei einem von Südwesten aufziehenden Gewitter ein Blitz in den Turm des Schulhauses, in welchem zwei Glocken hängen. Es roar ein kalter Schlag, welcher oben am Turm viel Verwüstung hinterließ. Schiefer und Holzteile flogen bis in die umherstehenden Hofreiten. Das Dorf war so in 5U4* regung, «Mt fee», KMM» .ließ. L>». ita9 “«3;g °ller if,””*« 'IrtlfbigTn taäl<’ M - L°"° ” tooi°T' ? dm «ft* r«6? i !ann. Ö ec Qul ages r>.,«. . 87-te 9 1 Qm 6atn$ta9 ;*>>» ^d-quL^dch- teai* 'grainm ein: !“H; N. Sin«. «btt üora,|, (Die6a oer ine gejaubten Gluck. 'b;n'annicha!l herzlichst und iKgeiadjutanl. 20. Aiärz 1906 ge« ;er großen Mitglieder, ju wünschen, daß sich Düringer der Lands- lenfünfte finden jeden 19! 600 Cchuß in einer - säst marchenhast x Schutze druckt nur aus - und diese eigenartige !t ununterbrochen einen 1 ist das erste Llal, daß er vorgesühri wird lars des Reichsinarine- anderausstelluug zur Beile Revolvertanone, lsiensgestrandeten,Iltis', , ein Torpedo — bie teuerste Geschoß, denn ti e im rujsijch-japanW schisse den Untergang braten, die je P/, lll hoch rapnellS, Bomben deren oerheemide iß, yogerfanontn anbe, alle bieje Mafien, umen le, bieneueßen ichisssmaschinen, n der mit großer Sor-- .gMen vertreten. Tre iam Haden eine Herr- ivn wirklichen Seekabeln Gs handelt sich um eine, cessanten und Lehrreichen ich kamt gerade den w Marine so wenig Fühlung sich zum Mgemeisler leister Schomder ilt heme nachmittag W ^meindehause vor «- 25. Mai. Ein Feue: ijrts Arnold aus m Asche. Ein «da» srZr ng Sagen, cim 1 einzelner 8. ni^T, et)tuns rlbM^ Ersten Ska" Ä.Zuges tn aber ö n-arm » Lchwal« ^5" ** e'"°^«„vdessens 101 ttierung^^A Enklave teilt war. ievunge«i Mer WJ e preußlH itooü ~ ® Hessen ; bts Krtfab abeM /^Theater: Abends und 1_ Krllwocb ,a WW 5 66*‘9‘& ’S öei^Döf ngeUt von hcs Mi «C» sd. Darmstadt. 26. Mai. S. K. H. der Groß. Herzog folgte gestern abend einer Einladung des Herren- klubS zum Abendessen in dessen Kasino. — Eine Buch- d r u ck e r g e w e r b e - Ll u S st e ll u n g wurde heute durch Gewerbe- rat Wagner im Gewcrbemufeum eröffnet. Sie ist von dem hiesigen Duchdruckinaschinenmeisterklub veranstaltet und hat den Zweck, die Fortschritte, welche in den letzten Jahren in dem Buchdruckergcwerbe zu verzeichnen sind, vor Augen zu führen. — Tie Zentral.Genossenschaft der Hess, landw. Konsum vereine e. G. hielt gestern hier ihre 17. General. ucqammUmg unter dem Vorsitz des Direktors Dr. Hcidenreich ab. Aus dem Geschäftsbericht von 1906 geht hervor, daß bic Genossenschaft am JahrcSschluß 122 Mitglieder und zwar 87 Bezugs -und Absatzgenoffenschaften, 24 Spar- und Dar- lehcnskassen, 2 Winzer, 1 Molkereigenossenschaft, 1 Spargcld-, Obst- und Gemüscbauverein rind 7 Einzelpersonen besitzt. Der Gesamtwarenbezug im letzten Jahre Halle einen Wert von 1 331 610 Mk. Der Reingewinn aus 1905 beträgt 62 541 Mk. Derselbe wird verteilt mit 8000 Mk. auf Reserven, 5% Zinsen an die Geschäftsguthaben und als Rückvergütung auf die verschiedenen Warenbezüge 45 420 Mk. Das Geschäftsguthaben betrug am Ende deS Jahres 19 526, die vorhandenen Re» seroen 87 500 Mk. Offenbach, 25. Mai. Zwei Angestellte einer hiesigen Gummi-Fabrik, ein Beamter unb ein Hausbursche, die mit der Auslösung eines Wechsels über 1700 Mk. auf der Bank beauftragt waren, haben das Geld unterschlagen und sind flüchtig. Während inan den HauSburschen später festnehmen konnte, fehlt von den Andern jede Spur. vermischter» • D i e neue st en Eisenbaynunfälle. Bei der Station Töppeln (Reuß j. L.) drückte die Maschine einen Personenwagen aus dem Geleise. Sechs Personen wurden verletzt, darunter zwei schwer. — In der Nähe des Bahn- Hofs von Siboiai (Port)ugalentgleiste gestern em Personen- zug. 7 Personen wurden getötet, 21 verletzt. • Ein ungeheueres Verbrechen. Der Land- wirt Sulpizi in Avezzano und seine Geliebte haben die Frau des Mannes, Mutter von fünf Kindern, drei Jahre lang in einer Mistgrube verborgen gehalten. Steuerbeamte, die den Viehbestand des Bauern aufnahmen, fanden die Unglückliche, die halbnackt, mit Schmutz bedeckt und völlig verblödet war, in ihrem sonderbaren Versteck. Sie konnte kaum noch ihren Namen angeben. Merkwürdig ist es, daß viele im Dorf die Geschichte dec grausam Miß. handelten unb ihrer Quäler kannten, aus Furcht vor deren Vendetta aber geschwiegen haben. Jetzt sehen die Unmenschen einer strengen Bestrafung entgegen. • Dte Schreckenstat eines jähzornigen Vaters hat in Charleroi (Belgien) allgemeines Ent. setzen hervorgcrufen. Ein bet seinen Großeltern zum Besuch weilender Knabe sollte von seinem Vater abgeholt werden. Als er un Scherz zu diesem sagte: »Ich kehre nicht mit einem Bürgerlichen heim', zog der Vater ein Dolchmesser und stieß es dem Kinde zweimal in dte Brust. Sterbend murmelte der Kleine: ,Es war ja nur ein Scherz, lieber Vater, ich gehe mit dir." Hierauf stieß sich auch dec Vater unter dem Rufe: „Auf Wiedersehen mein Lieb- ster!' den Dolch ins Herz und sank tot neben der Leiche seines Kindes nieder. Arbeiterbewegung. Tie Berliner Bauarbeiter beschloßen am SamStag, aus den Baulen, wo die neuen, etivas ermäßigten Forderungen nicht anerkannl werden, am Dienstag die Arbeit niederzu- leaeii.-Die st r e i ke n d e n T ,s ch l e r g e s e l l en m B er lin, \\o meldet em Berichterstatter der „Frei,. Zig.", haben sich vev- einigt unb einen selbständigen Betrieb eröffnet. Sie haben sich bann auch an öffentlichen Submissionen beteiligt und alle übrigen Siibiniltenten unterboten, aber trotzdem die Üieienmg nicht erhalten, -weil ihre Forderung den Verhältnissen nicht im mindesten ent- iprad), sodaß der Zuschlag nicht erteilt werden konnte. Dieselben "eute, die als Gesellen den „Achtstundentag" verlangten, arbeiten j^etzt 12 und 14 Stunden. Aus der einen Seite streiken sie, um die Produktion zu verteuern und aus der andern schleudern sie nut den P r e ij e n. .. _ . _ Berlin, 27. Mai. Ter Backerstreik wird am nächsten Mittwoch zur Tatsache werden. Gestern tagte eine Bersamrw- imig aller in den Großberrieben beschäftigten Äroetter und Ar- befterinnen. Ter Reierent berichtet:, am Mittwoch werde in allen Betrieben der Streik protiamiert werden, ui den bis winu Tienstag abend nicht bewilligt worden ist. xie Ber- iammlung stimmte einftimmig dem Vorschläge des Referenten bei. Frankfurt a. M., 25. Mai. Die Aussperrung in der Metall-Industrie wurde vollzogen. Die Verhandlungen, die gestern zwischen den Siebener-Kommissionm, in Offenbach begonnen hatten und heute drei Stunden lang son- gesetzt wurden, verliefen ohne Erfolg und werden am Ti.'nstog wieder aufgenommen. Einstweilen ist, da keine Einigung zustande kam, die Aussperrung von 60 Prozent der Arbciter>ä)aft im ganzen Bezirk perfekt geworden. 3n Frankfurt werden 8000 Arbeiter, im ganzen Bezirk rund 18 000 von der Sperre bc- troffen. Landwirtschaft. — Saatenstand im Deutschen Reich Mitte Mai, wenn 2 gut, 3 mittel bedeutet: Winterweizen 3,0, Sommerweizen 2,5, Winterspelz 2,4, Winterroggen 2,9, Sommerrogen 2,4, Sommergerste 2,3, Haier 2,4, Klee 3,0, Luzerne 2,6, Bewässerungswiesen 2,2, andere Wiesen 2,7. Tie entsprechenden Zahlen des Vorjahres sind 2,3, 2,5,2,3, 2,7, 2,4, 23, 2,4, 2,2, 2,2, 2,4. In den Bemerkungen beim Saatenstand des Reiches heißt c5: Während der zweiten Hälfte des Monats Aprll herrschte im ganzen Reiche kalte?, rauhes Wetter, das verschiedentlich noch Schneefälle und Rachtiröste nilt sich brachte. Zu Ansang Mm schlug die Witterung plötzlich um; aii- ’äuglid) wirkte die Hitze aut den Pflanzenwuchs sehr günstig, allmählich aber trocknete der Boden zu sehr aus, sodaß, besonders auf leichten Böden, wieder eine Stockung im Wachstum eintrat. Tierische und Pflanzliche Schädlinge traten nur hier und da am. Tie in'olge der Auswinterung usw. entstandenen Schäden und somit notwendig gewordenen Umpflügungen nahmen in vielen Bundesstaaten einen ganz erheblichen Umfang an, der dem im Jahre 1901 nicht viel nachsteht; besonders stark ist Weizen betroffen, aber auch bei Spelz, Roggen^ Klee und Luzerne mußte in vielen Bezirken ein großer Teil der Anbauflächen umgepflügt werden. Die Kartoffel lassen noch keine balbwegs sichere Beuneilung zu. Kandel. Vom Berliner Getreidemarkt. Am vergangenen Samstag hat die Berliner Getreidebörse abermals eine außergewöhnliche Steigerung der Kurse gebracht. Die große Kauflust, die seitens Englands für Weizen im Weltmarkt andauert, die jetzt vornehmlich von Berliner Besitzern der Auslandsware befriedigt wird, entblößt die Importeure mehr und mehr von ihren Warentontrakten. Juli-Weizen stieg bis 4 Mk., September-Weizen jedoch nur iy2 Atk., da große Begleichungen für auswärtige Rechnungen Material boten. Roggen auf umfangreiche süddeutsche Herbst- käufe, veranlaßt durch die anhaltenden Klagen über Dürre aus Rumänien und Süd-Rußland, 3—4 Mk. höher. Zr/sProzent. Marburger Stadtanleihe von 1903. Wie wir bereits früher gemeldet haben, gab das Bankhaus Baruch Strauß in Marburg, Gießen, Frankfurt a. M. auf den Restbetrag rubr. Anleihe in Höhe von 550000 Mk. das Höchstgebot ab. 'Itunmehr ist der genannten Banksirma der Zuschlag erteilt worden und es soll mit der Ausgabe der Stücke baldmöglichst begonnen werden. Märtte. je. Frankfurt a. M., 27. Mak (Telegr. Orig.-Berichl des „®iefe. Anz."). Amtl. Notierungen der heutigen Bi ehmark tp rei j e. Zum Verkaufe standen: b28 Ochsen, 97 aus Oesterreich, 62 Bullen, 3 aus Oesterreich, 0 aus Dänemark, 741 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 aus Dänemark, 357 Kälber, 284 Schafe und Hammel, — Schafe aus Oesterreich, 0 Ziegen, 1810 Schweine. Bezahlt wurde für 100Pfund Schlachtgewicht. Ochsen 1. Qualität 78—80 Alk., 2. Qual 68—72 Alk., 3. Qual. 62—66Mk.; Bullen l.Qual. 68 bis 70 Alk., 2. Qual. 64—66 Alk.; Kühe l.Qual. 71—73 Alk., 2. Quak 68—70 Pik-, 3. Qual. 68- 60 Alk, 4. Quak 00—00 Mk., 6. Quak 00—0021k. Kälber: l.Quak 100—000 Psg., Lebendgewicht 60—00 Pf., 2. Quak 88—95 Pfg., Lebendgewicht 51—55 Psg., 3. Quak 00—00 Psg., Schiachtgeivicht 68—70 Psg., Schafe: 1. Quak 82—00, 2. Quak 78—80 Pfg., 3. Quak 00-00 Pfg.; Schweine 1. Quak 56—00 Pfg., Lebdgew. 44.00—00.00 Pfg., 2. Qu.55-00Pfg., Lebend- gew. 43.60—00 Psg., 3. Qual. 46—48 Pfg. Lebendgew. 00 Pfg. Gefchäft: bei Hornvieh gedrückt, Ueberstand mäßig; bei Kleinvieh Schafe gut, kein Ueberstand. ic. Fraulsurt a. M., 27. Mai. (Ong.-Telegr. des „Gießen. Anz.") Amtliche Notierungen Der heutigen Fruchtmarktpreise. Wetzen Alk. 20.25—21.00, Kurhefsischer Alk. 20.00—20.50, La Plata Alk. 20.25—21.26, Kansas Alk. 30.00—00.00, Sloggen (hiesiger) Mk. 17.75—18.—, Gerste (Wetterauer) Alk. 00.00—00.00, Fanken- jelber Mk. 00.00—00.00, Hafer 19.75—20.25, Mais Mk. 14.50—14.76, Weizenmehl 27.00—28.00, 2)1. 00—00, 2. Qualität Mk. 26.00 bis Alk. 27.00, 3. Qualität Mk. 24.00—24.75, Roggenmehl 00 Alk. 27.50—28.00,1. Qualität Alk. 25.50—26.00, Weizenklee Alk. 11.00 bis Alk. 11.50, Roggen!leie Mk. 11.50—12.00, Maiskeime Alk. 12.00 bis Alk. 12.25, Franken, Pfälzer, Ried All.00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ab hier. GriginaL-Drahtinelönngen. Guntersblum, 27. Mai. (Tek) In den hiesigen Wein- b e r g e n ist die Reblaus ausgetreten. Die Obstbauschule zu Oppenheim hat sofort alle Alaßnahmen zur Verhütung der Welterverbreitting getroffen. RB Darmstadt, 27. Mai. (Tek) Das Großherzogliche Hoflager wird, wenn die gute Witterung andauert, Ende dieser Woche nach Schloß W o l f s g a r t e n verlegt werden, wozu alle Vorbereitungen getroffen sind. — Tie Handwerkskammer für das Großherzogtum häll heute ihre Jahresversammlung hier ab. Sie wurde vom Vorsitzenden Falck aus Mainz eröffnet. Erschienen waren als Regierung?vertreter Ober» regierungSrat Tr. Wagner und Gewerberat Reuter. Dem Berichte des Vorstandes folgte die Erstattung des KaffenberichteS durch Petri aus Gießen. Die Einnahmen beliefen sich im Jahre 1906 auf 37 770 Mk., die Ausgaben auf 37193 Mk. Es wurde die Beteiligung an der nächstjährigen Ausstellung für freie und angewandte Kunst beschlossen. Bei Schluß der Redaktion öauertc die Sitzung noch fort. Hanau, 27. Mai. Auf dem Thonwerk Schippach verunglückten vier Arbeiter durch Loslösen eines Thonstückes. Einer wurde sofort getötet. Scrlin, 27. Mai. In Treptow wurde eine Versammlung des sozialdem. Lehrlings Vereins polizeilich verboten, welche die Gründung einer besonderen Ortsgruppe bezweckte. Gegen das Verbot ist Beschwerde erhoben. München, 27. Mai. Prinzregent Lurtpold hat von Wien der britischen Studienlommission zu deren Ankunsr in der bayerischen Hauptstadt telegraphisch einen William mengruß mit den besten Wünschen für ersprießliche und befriedigende Eindrücke durch den Kabi^ netrches entbieten lassen. Kopenhagen, 27. Mai. Die Polizei verhaftete in Charloltenburg in einer Bäckerei in der Nähe des lönigk Schlosses einen deutschen Anarchisten Namens N i e s i e ch. Der Verhaftete ist Mitglied des internationalen revolutionären Verbandes. Paris, 27. Mai. Der sozialdem. Abg. Coruaud wurde anläßlich der Kundgebungen, die alljährlich auf dem Kirch- Hose Pere-Laä-aise zum Andenken an die gefallenen Kommunards von 1871 ftatttanikn, verhaftet. Eornaud fandte an den Dtv niiierpcäsidenten Elemenceau ein Schreiben mit der Mitteilung, daß er ihn wegen Ungesetzlichkeit dieser Verhaftung in der Kammer interpellieren werde. — 5000 Personen wohnten einer Versamm- [ung in Valeneien bei, in welcher Iaurös eine Rede hielt, worin er sich besonders mit der Einkommen st euerf rage beschäf- hgte. Er erklärte, die Furcht vor der Einkommensteuer sei hauptsächlich darauf zurückzuführen, daß die Hochfinanz besorge, daß die ungcrechtferligten Gewinne bekannt würden, welche sie bei der Emission auswärtiger Anleihen verdienen. W a s h i n g t o n , 27. Mai. Die Witwe des früheren Präsidenten Mac Kinley ist gestorben. Briefkasten -er Be-aktion. (Anonyme Eiusendungen bleiben unberücksichtigt.) „Eine Mutter." Ihr ,Eingesandt" würden wir gern veröffentlichen, wenn Sie uns, nur u ns Ihren Namen nennen. Anonyme Zujchriften bleiben grundfätzlich unbeachtet. Müller'sche Badeanstalt. Wasjerwärme am 27. Alai: 17 0 R. Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteüt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen. l'rankiurter Börse, 27. Mai, 1.15 Uhr. 3^7. Reichsanleihe . . 93.901 3-6 do. . . 83.85 3>ä°/0 Konsols .... 93.90 3-6 do. .... 63.75 3J6°/O Hessen . . . 93.50 3)6°/« Oberhesseu . . . 94.00 4-6 Uesterr. Goldrente. . 99.00 4llt% Uesterr. Silberrente 99 50 4-tz Ungar. Goldrente . . 94.00 4-6 Italien. Rente . . . —.— 3-6 Portugiesen Serie I . 67.70 3-6 Portugiesen „ III 68.50 4>6°/0 russ.Staatsanl. 190o 91.20 416% Japan. Staatsanleihe 92.80 4-o Uonv. Türken von 1903 93.70 Türkenlose ... . . 140.00 4-6 Giiech. Monopol-Aul. 60.10 4-6 äussere Argentinier 85.10 3% Mexikaner . . . —.— 4>i u/0 Chinesen .... 97.00 Aktien: Bochum Guss 221.70 Buderus E. W .... —.— Tendenz; schwach. Elektriz. Lahmeyer . . . 125.00 Elektnz. Schuckert . . . 109.50 Eschweiler Bergwerk . . 221.50 Gelsenkirchen Bergwerk . 193.00 Hamburg-Amerik. Paket!. 129.00 Harpener Bergwerk. . . 206.00 Laurahütte 223.70 Kordd. Lloyd 116.50 Obeischles. Eisen-Industrie 107.00 Berliner Handelsges . . 161.70 Darmstädter Bann 180.00 Deutsche Bank . . . 224.25 Deutsch-Asiat Bank . . 160.00 Diskonto-Kommaudit. . . 168.50 Dresdner Bank . . . 141.60 Kreditaktien 206.30 Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . . . 92.70 Gotthard bahn . . . . —.— Lumbard. Eisenbahn . . 21.70 Uesterr. Staatsbahu . . . 144.70 Pnuce-Heun-Eisenbahn . 136.00 Berliner Börse, 27. Mai. Aulangskurse. Canada E. B..... Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Dortmunder-Union C. . Dresdner Bank . . . Tendenz: schwach. . 169.40 . 130.10 . 224.10 . 73.90 . 141.60 Harpener Bergwerk Laurahütte Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . Turnenlose . . 206.00 . 223.70 . 21.00 . 116.40 . 140.20 Magenkranke und schwächliche Kinder bedürfen einer kräftigen, aber dabei leicht verdaulichen Wahrung. Am beiten eignet sich das altbewährte Restle'jche Stmbcnucbl, welches mit Wüster gekocht, eine vollständige Nahrung ergibt, benutzt man das Nestle Mehl als Zusatz zur Alilch, so macht es leytere leichter verdaulich und werden hierdurch im Sommer die io häufig aurtretenben Magen- unb Darmkatarrhe verhütet. ss*/» Ba/S notwendch.iE^n daher alle diejenigen, welche sich an dem Zähl- geschäft, sei es unentgeltlich oder gegen Bezahlung bcielligen wollen, hiermit aufgefordert, sich innerhalb 3 ^.agen bet der unterzeichneten Behörde — Zimmer Nr. 15 — zu melden. Gießen, den 24. Mai 1907. . Großverzoglichc Burgermcuterel Gießen. J.B.: Eurschmann.________ Bekanntmachung. Qur Vornahme der am 12. Juni dö. Is. uatttfinbenben Beritts und Gewcrbczäblung ist eine größere Anzahl geeigneter Perfonen, welche sich dem Geschäft eines Zählers unterstehen wollen, lZMttsteigttüllg öer AM Wen. Die Stadt Giegen lägt Freitag, ,31. Ä)!ai 1907 folgende GraSnntzungen öffentlich meistbietend veriteigern: 1. vormittags 9 Uhr an Ort und 'Stelle die Grasnutzung von den uabtndjcn Grividstücken bei der Kläranlage in der Räbe der Margaretcnbütte; c „ 2. vormittags 10 Uhr an Ort und Stelle dte emnmlige Ab- erntung der Wieieckbofchnugeu. Zusammenkunft m oer Hammirraße am Eifenbahn-Uebergang: , 3. vormittags IO1Ubr an Ort und Stelle die Grasnutzung vom Frievbo; am Nabruirgoberg, wovon der obere xeil für das ganze Jahr, der untere Teil zur einmaligen Uberntung vergeben wird: 4. nachmittags 2 Ubr tm Bürgermeiftereiyof dte Grasnutzung von fämtlichcu Feldwegen für das gmize -uahr; 5. nachmittags 5 Ubr an Ort und Stelle die Grasnutzung vom Frlcdbof am Rodtberg für oav ganze Jahr. Gießen, den 25. Mai 1907. Großherzogliche Bürgeri.wisterei Gießen. __________I. B.: Euricuinann.__b /s Gebäude-Avi-rnch. Die beiden Häuser Große Mühlgaffe Nr. 14 und Nr. 18 sollen Donnerstag, den 30. Mar o. Fs., vorm. lll/i Ubr im Wege öffentlicher Verdingung auf den Abbruch verkauft werden. Die Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Die Bestchttgnng der Gebäude ist Interessenten genattet. . Angebote lind schriftttch, verschlosten und nut entfvrechender Aufschrift versehen bis sum genannten Termin bei uns emzureichen. Gießen, den 24. Mai 1907. Stabtttches ^ochbauamL Gerbek B55/» Bekanntmachung. Die Gemcindestenerzettcl für 1907 werben in den nächsten Tagen den Steuerpfltchngen durd) die Schutzmannschaft zugefteltt. Diejenigen Einwohner, welche bis zum 5. Juni, keinen Gemeindcfteuerzcttel erhalten haben, nach ihren Verhaltnisten aber annehmen müsfen, daß sie steuerpflichtig find, werden hiermit aufgefordert, davon alobald, bei Aleidung nachtetltger Folgen, auf der Bürgermeisterei — Zimmer Nr. 9 — Anzeige zu erftatten. Gießen, den 25. Alai 1907. . r Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. __________________ I. V.: Curschmanu.__Bg/5 Bekanntmachung. Samsrag, den 1. Juni, vormittags 11 ubr, wird im Bürgermeiitereigebäude die Grasnutzung von den Schnei,en und'LLcgcu des Gießcuer -Stadtwaldes öffemlich meistbietend versteigert. Gießen, den 24. Mm 1907. . Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. _________________I. D.: Eurschuraun. B^ Zuschneide - Kursus iu Gießen im Saale des Hotel Äarserhos, Schulstraße Den Damen von Gießen unb Umgegend zur gefälligen Nachricht, daß ich nächste Woche hier mit einem Kursus beginne für sämtliche Damen-- und Kinderkleider jeglicher Art, nach neusten Schnftten unb nach neuster Mobe. Besonders eignet sich der Kursus für Damen, die das Zuschneiden für ihren eignen Gebrauch erlernen. Damen, die es als Beruf wählen, haben noch besondere Vortelle. Unterricht nur nachmittags von 2—6 Uhr. Dauer 6 Wochen. Lehrgeld ir. allem mit Anleitung und Aus- arbeiten der Kostüme 25 Mark. Persönliche Anmeldungen Mittwoch, den 29. Mai, vorm. von 10—1 Uhr in obenstehendem Lokal bei der Unterzeichneten selbst. Die besten Zeugnisse stehen zu Diensten. Greta Boss, 03662 Lehrerin der Zuschneide-Äurrst aus Krautmrt a. Main. Einladung zur Ergänzungswaht des Vorstandes der israelitischen Religionsgemeiude Gießen. Es wird zur Kenntnis der Interessenten gebracht, daß in Gemäßheit der Bestimmungen der Wahlordnung für die Wahl des Vorstandes der israelitischen Religionsgemeinde Gießen vom 4. August 1871, in Folge Ablebens der Mllglieder Herren Josef Stern unb Israel Rolhschilb eine Ergänzungswahl notroenbig geworben ist unb baß biefe Wahl Freitag, den 31. Mai 1907, im Sitzungssaale beS Gemeinbehauses, an ber Lonystraße bahier, statt finden soll. Sämtliche nach §§ 2 und 6 der Wahlordnung Stimmberechtigten werden zu dieser Wahl nut dem Bemerken eingeladen, daß die Abstimmung in den Stunden von 10 Uhr vormittags bis 1 Uhr nachmittags slattfindet. Derjenige, welcher bie meisten Stimmen erhält, gilt für die Amtszeit bis Enbe bes Jahres 1911 gewählt, währenb die Amtszeit bes nut weniger Stimmen Gewählte« bis Ende bes Jahres 1908 währt. Im Falle Stimmengleichheit entscheidet das Loos. Zum Wahlkommissär wurde Herr N. Stamm ernannt Gießen, den 26. Mai 1907. Der Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde Gießen. S. Heichelheim. b*76 Gartenschläuche,Schlauchwage« -------- Strahlrohre - ------ in jeder Ausführung. 3431 Zügenieur Richard gertsch, Seltersweg 83. MITIN Eine wertvolle Neuerung auf dem Gebiete der HAUTPFLEGE bilden die nach Vorschrift des Dermatologen DB- JESSNEB hergestellten Mitin-Präparate: ^itän-Seefe wird von der empfindlichsten Haut vorzüglich vertragen, gibt einen wundervollen Teint, hat einen ausserordentlich angenehmen Duft und eignet sich ausgezeichnet zur Heimgang der zartenKinderhaut. Dreis pro Stück Alk. 1,—. Üftitirt-Creme angenehm parfümiert, für kosmetische Zwecke hervorragend geeignet, macht die Haut geschmeidig u.elastisch, fettet nicht ab. Ausgezeichnetes Mittel gegen gerötete, rauhe, rissige Haut. Preis pro Kruke Mk. 1.—, Probe- dose Mk. —.25. ßäitm-PÄSte hautfarbig, vorzüglich bewährt zum Schutze empfindlicher und zur Schonung gereizter, entzündeter Haut. Preis pro Kruke Mk. 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