!r. 173 Zweites Blatt 157. S General-Anzeiger für Oberhessen schein! »glich mit Ausnahme des Sonntag«. die ..Aietzener §ami!!enblatter" werben dem ^Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt da« .Xrelsbl-« Iflt den Kttis «ieh.n" zweimal vöchenUich. Der „he,fisch« Landwirt" erscheint monatlich einmal Donnerstag 35. Juli 1907 Rotationsdruck und Verlag der Brühlfchen Universitäts • Buch- und Steindruckerei R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 61. Redaktion: ^^112. Tel.-Adr.:AnzeigerGießen. KTO» Aeutsch-englische $>6tcnh. London, 24. Juli. Daily News veröffentlicht einen ncrkenswerten Leitartikel, der int Anschluß an des Fürsten loro Gespräch mit dem Figaro-Berichterstatter Huret die ffnung ausdrstckt, die Dätente werde England en so wie Frankreich einschließen. Das radikale ! orgenblatt verurteilt die Bemühungen, Deutschland zu iren. Statt mit Deutschland, Englands einzigem ernst- 'lem Nebenbuhler und tnüglichern Gegner ein Einvernehmen I zubahnen, habe Großbritannien mit dem unbedeutenden I >nnien und dem ztisammengebrochenen Rußland ein Abkommen treffen gesucht. Großbritannien predige im Haag das I icingelium der Abrüstung, suche aber direkt und indirekt >anien anzuregen, seine Marine zu erneuern und bestehe IF dem barbarischen Recht, den Seehandel zu zerstören, was rttschland am meisten zu befürchten habe. London, 24. Juli. Die Mitglieder der Stadt- rporation, die seinerzeit den Lordmayor nach Berlin gleiteten, gaben heute deut Lordmajor zu Ehren em Früh- ck, wobei als Gast auch der deutsche Botschafter chienen war. Nach Toasten aus König Eduard und Kaiser tlhelm, die mit lauten Beifalls- und Hochrufen aufge- mmen wurden, sprach der Vorsitzende Mr. Benjamin 4rner von dem tiefen und nachhaltign Eindruck, n der Lordmajorbesuch in Deutschland Hinter- ff en habe. In seiner Erwiderung hob der Lordmayor evor, wie angenehm der Aufenthalt in Berlin, und wie i){jartig die Aufnahme und die ihm dort erwiesene Freundschaft wesen seien. Dankbar gedenke er auch beS Empfanges der ijtrlidjen Depesche in Potsdam und der Ehre, die ihnen rite der Botschafter durch seine Anwesenheit erweise. Der ersitzende brachte bann einen Toast auf den deutschen Bot- after aus und erzählte, welche wunderbaren Ver- iberungen Berlin seit seinem letzten Besuch in dieser Önen Stadt erfahren hätte. Besonderen Eindruck hätten auf x die Sauberkeit der Straßen und das Fehlen von RowdieS, •ttlern und Trunkenbolden gemacht. In dieser Hinsicht inten sie von der Berliner Stadtverwaltung lernen. Redner loß: Wir fanden die Deutschen als äußerst g a ft* rundliche und praktische Leute, wir genoffen die astfreundfchaft deS Kaisers und bedeutender Stadtver- rltunngen, und wir haben heute die Ehre, den deutschen rtschafler bei uns zu sehen. Die Rede wurde mit lautem isall aufgenommen. Im ratteren Verlauf deS dem Lordmayor zu Ehren gebenen Frühstücks erhob sich, mit lebhaftem Beifall em- ingen, der deutsche Botschafter Graf Wolff-Metternich folgender Rede: Wenn ich die schmeichelhaften Bemerkungen 3 Lordmayor und der anderen Redner über ihre Aufnahme Berlin richtig deute, so war eS, glaube ich, der ursprüngliche, ^richtigste und warmherzige Willkomm, der ihnen in Berlin boten worden ist und der ihnen am meisten gefallen hat. och so viele Sehenswürdigkeiten und noch soviel Gepränge unen eben menschliche Sympathie und freundschaftliche Ge- inung nicht aufmigen. Vor einiger Zeit war eS fast in ergessenheit geraten, daß überhaupt ein freund- -aftlicheS Gefühl bestanden hat, und erst, als ganz rzlich der Austausch der verschiedenen Besuche vor sich ging, nden die Völker, die durch ihre Tages-, Wochen- und 'onatsliteratur daran gewöhnt waren, mit Mißtrauen auf- nander zu blicken, zu ihrer großen Ueberraschung, daß in >irklichkeit auf beiden Seiten nichts anderes als Gefühle r Freundschaft herrschen. Ihr Besuch in Deutschland hat ich meiner Ueberzeugung den wichtigen Erfolg gehabt, diese e u n d s ch a f i l i ch e n G e f ü h l e, die zurzeit zwischen unseren iden verwandten Nationen in so glücklicher Weise gedeihen, stärken. Ich hoffe, daß der Anstoß, der durch die ver- ).ebenen Pilgerfahrten des Friedens und der freundlichen esinnung gegeben worden ist, fortdauernd wohltätige Er- p Nisse zeitigen, und daß der Austausch von Besuchen ne Gewohnheit zwischen uns werden wird. Mehr rsönliche Bekanntschaft mit einander ist alks, was erforderlich . Solange wir einander kennen, macht es nicht sehr viel ts, waL über uns geschrieben wird. Es mag den Leuten weilen gelingen, andere, welche die wahren Tatsachen nicht nnen, rrrezusühren, eß wird dies aber weit schwieriger (ein, enn sie erst uns einander bekannt sind. Eine persönliche nnäherung wird mehr als irgend eine Diplomatie zum Ver- indnis dafür beitragen, daß wir keine bösen Absichten genemander haben, sondern miteinander auf gutem Fuße , Frieden zu leben wünschen auf beiden Seiten der Nordsee, ie zeigen, daß unsere nationalen Bestrebungen nicht not- endig gegeneinander prallen, wie es außgeftreut, aber me- als bewiesen worden ist, sie wird die Achtung vor einander rdern, welche die Bürgschaft und notwendige Bedingung r das Verständnis der beiderseitigen Ziele und nationalen arakterischen Züge ist. , , .. . _ . Nachdem Redner noch daraus hmgewiesen hatte, daß der 'utsche Kaiser den Wunsch gehabt habe, den Lordmayor id seine Begleiter als seine Gäste m Kiel zu sehen, daß .er die Einladung zum Bedauern des Kaisers zu spät ge- mmen fei, fuhr er fort: ,«Seine Maiestat hat an Ihrem esuche großes Interesse genommen und ist sehr erfreut ge- ejen, zu hören, daß cs Ihnen gefallen hat. Es macht nur oßes Vergnügen, Ihnen mitzuteilen, daß der Kaiftr zur rinnmma an Ihren Besuch dem Lordmayor den Roten olerorden zweiter Klasse mit dem Stern verliehen hat und n Sbenffs Sir Thomas Erosby und Sir William Dünn n Hronenorben zweiter Klasse." - Auch diese Rede wurde )r beifällig aufgenommen. Japan und Korea. London, 24. Juli. Wie der „Daily Telegraph" aus Söul meldet, versucht der Exkaiser Y i - H ö n g, noch immer die kaiserliche Autorität auszuüben. Die Japaner mutzen ihm über diesen Punkt gewisse Belehrungen zukommen lassen. Der alte Kaiser muhte eine zweite Abdankungsurkunde unterzeichnen. Der neue Kaiser erließ an sein Volk ein Manifest, in dem er alle Koreaner auffordert, ihm treu beizustehen. Tie Gärung unter dem Volke dauert aber fort. Die Sommerresidenzen von noch zwei Ministern wurden von der Volksmenge niedergebrannt. — Nach einer Tokioter Meldung herrscht in Söul tatsächlich, wenn auch nicht formell, das Kriegsrecht. Die Zensur diplomatischer und militarisier Telegramme hat gestern begonnen. In I a p a n drängt Korea die Vorgänge in San Franzisco in den Hintergrund. Eine Massenversammlung, die wegen der amerikanischen Frage cinberufeii war, befaßte sich damit gar nicht, nahm aber eine Resolution üver die koreanische Angelegenheit an. Paris, 24. Juli. Aus Söul wird gemeldet, daß unter den wegen Komplotts verhafteten Koreanern Prinz Pak Jongho, sowie der oberste Zeremonienmeister ^)P-Doohoi am meisten belastet sind. Die Verhaftungen haben unter den Koreanern große Erregung hervorgerus^i. Die Menge nimmt neuerdings eine sehrdrohende Haltung ein. Drei Kreuzer befördern an 1000 Marinesoldaten von Wusan nach Tschemulpo. Unter den Europäern und Amerikanern nimmt die Besorgnis zu, daß sich der Groll der Eingeborenen auch gegen sie wenden könnte. Söul, 24. Juli. (Reuter.) Wie es heißt, hat Ito die japanischen Vorschläge dem koreanischen Kabinett heute vorgelegt. Premierminister Vj Wan tz)ong und der Kriegs- minifter überreichten dem Kaiser die neuen Plänezur Regierung des Staates. Die japanischen Vorschläge sollen., obwohl sie die Sicherheit des Thrones nicht gefährden, umwälzender Natur sein. L o n d o n, 24. Juli. Die toreanischenDelegier- ten sind von Southhampton nach Amerika in See gegangen. Vor ihrer Abreise wurden sie von einem Vertreter des Reuter scheu Bureaus interviewt, dem der Prinz Ä o n g erklärte, daß sie die Absicht hätten, die Lage Koreas dem Präsidenren Roosevelt zu unterbreiten, sowie die hauptsächlichen Städte von Anierika zu besuchen. Nach der Rückkehr nach England, bü in wenigen Wochen erfolge, würden sie in London ein Unternehmen*ins Leben rufen, dessen Aufgabe sein solle, der P-olitik Japans in Korea entgegenzuarbeiten. Ob ihre Mission im Haag ein Fehlschlag gewesen fei, könnten sie nicht sagen; besonders »wn den DelegiertenGroßbritLnuicns, Frankreichs, Deutschlands und den Vereinigten Staaten hätten fie Versicherungen des Mitgefühls, die diese mit der Lage Koreas empfänden und Zusicherungen von Hülfe empfangen. Die Delegation sei von dem früheren Kaiser von Korea entsandt; durch die erzwungeneAbdankmrg des letzteren werde ihre Mission in keiner Weise berührt, denn des Kaisers letzten Worte seien gewesen: „Nehmen Sie persönlich auf mich keine Rücksicht, felbst wenn icy ermordet werden sollte; setzen Sie Ihr Wer!! fort, und stellen Sie die Unabhängigkeit des Landes wieder her." Die Mission der Delegation würde darin bestehen, an die Mächte die Aufforderung zu richten, die Unabhängigkeit Koreas z-u sichern als eines neutralen Staates wie Holland es ist. Zum Schlüsse erklärten die Delegierten, daß die Abdankung des Kaisers dem japanische Gelde und koreanischen Berrätern zuzuschreiben sei. Deutsches Reich. Berlin, 24. Juli. Der Staatssekretär des Reichs-Justizamts hat in einem Bundeserlasse die Regierungen der Einzelstaaten aufgefordert, sich über Wesen und Wirkung der Konkurrenhklausel der Handlungsgehülfen zu äußern, da eine Änderung der diesbezüglichen gesetzlichen Bestimmungen notwendig erscheine. — Als Kommissar des Reichskolonialamts wird, wie der „KreuMg." aus B ü ck e b u r g berichtet wird, dem heute nach Süoweftafrika abreisenden Gouverneur von Schuckmann im Herbst d. Js. Bürgermeister Dr. Külz in Bückeburg nach Wnlchuk folgen, um als Referent für kommunale Verwaltungseinrichtungen für die größeren Plätze des Schutzgebietes eine kommunale Organisation in die Wege zu leiten. — Der Deutschen Tageszeitung wird bestätigt, daß gegen die Abgeordneten von Liebert und Dr. Arendt, nachdem sie die im Prozeß Peters hegen den Diszrplinar- hof gerichteten AngRfse in aller Form zurückaenommen haben, nichts mehr unternommen werden soll. Nach dem Lokal-Anz. wird demnächst eine amtliche Erklärung in dieser Angelegenheit erfolgen. — Die Ratifikations-Urtunde zu dem deutsch-griechischen Auslieferungs-Vertrag ist in Athen ausgewechselt worden. t , — Auch der Lokal-Anzerger meldet, daß der Gesundheitszustand des gegenwärtig in Schirke wellenden MinisteriardireLtors Althoff wieder viel zu wünschen übrig läßt und daß der Ministerialdirektor auf ärztlichen Rat alsbald nach Ablauf seines Urlaubs, wahrschemli.ch schon zum 1. Oktober d. I, seinen Abschied nehmen werde. . — Wie verlautet, soll durch den n e ue n B o r s e n g e - setzentwurf das Börsenregister beseitigt und durch gesetzliche Bestimmungen über den Kreis der zum rechts wirksam en AbschMß von Terminseschästen zuzulasfen- den Personen ersetzt werden. Der Entwurf ist, tote f. Zt- berichtet, dem Auudesral schon vor längerer Zeit gangen, aber in den BundesratS-Ausschusjen noch nirfjt beraten worden. , , — Nach Mitteilung deS Krregsinlnrstemums traten vom o st a s i a t i sch e n D e t a ch e m e n t abgelöste sünszehn Ofsi- riere und 502 Mannschaften am 23. d. M. aus Taku mit dem Dampfer „Willehad" deS Norddeutschen Lloyd bte yem- reife an. Ä . _ . . r r . Frehtzkadt, 24. Juu. Ber der heutrgen Herrentzaus- Präsentationswahl wurde Amtsrar v. Joroan auf Klein Obisch im Kreise Gtogau gewählt. München, 24. Juli. Gerüchtweise verlautet, daß die Verlobung der Erzherzogin Isabella mit )em Pr inzen Conrao von Bayern bevorstehe. Stuttgart, 24. Juli. Die Erste Kammer hat einstimmig beschlossen, die Negierung zu ersuchen, im Bundesräte für die Prägung von Fünfmark- tücken in handlicherer Form einzutreten. Finanzminister Dr. v. Zeyer erklärte, die Angelegenheit sei im Fluß. Württenberg selbst habe ein Modell angeferttgt, bas kleiner und etwas dicker als das bisherige Fünfmartstück sei. — Der König hat dem Präsidenten des großherzoglich badischen Staatsminsireriums, Staatsminister Dr. Freiherrn von Dusch, Minister der Justiz, des Kultus und des Unterrichts, das Gr oß kreuz deS Ordens der württem- bergischen Krone verliehen. AAsLanS. Molde, 24. Juli. Der deutsche Kaiser machte heute vormittag einen Spaziergang an Land und kehrte um 12 Uhr an Bord zurück. Darauf erlebigre der Kaiser Negierungsgeschäfte. Um 2 Vs Uhr fand Wettrudern statt. Nachmittags begab sich der Kaiser an Land zu einem Spaziergang. > Tas Wetter ist trocken und wärmer. Wien, 24. ^uli. Beide Häuser des ReichsratA haben heute die Sommerferien angetreten. Rom, 24. Juli. Ter frühere Minister Nasi und sein Kabinettschef Lombardo sind heute nachmittag vom Direktor des Gefängnisses Regina Coeli der Polizeibehörde übergeben worden. Nasi wurde durch den Polizei-Kommissar nach seiner Wohnung begleitet, während Lombardo durch den PolizeiLmmissiar in das Hospital üb er führt Ivurde. — Tie Wähler von Giardini haben Nasi mit 136 von 137 Stimmen zum Provinzial rat gewählt. Palermo, 24. Juli. Eine doppelte Meuterei hat gestern hier stattgefunden. Ter Präfekt hatte^ mHeordnet, daß die Carabinieri und Polizisten gleichzeitig die Straßen der Stadt abpatrouillieren sollten. Beide waren über diesen Befehl mißvergnügt und weigerten sich, dies: Patrouillengänge auszuführen. In Trapani kam es zwischen Soldaten aus dem Norden und solchen aus dem Süden zu Reibereien, die in ein blutiges Handgemenge auszuarten drohten. Es gelang nur mit großer Mühe, die Ordnung wiederherzustellen. Mailand, 24. Juli. Von einer Prote ft Versammlung wegen des A s y l s ka n d a ls zurückkehrende Demon- st r a n t e n zündeten die starke Toppeltür des geistlichen Seminars an und stießen die Scheiben ein. . Polizei und Militär verhinderten das Eindringen in das erzbischöfliche Palais. Tie Correspondenzia dementiert die Meldung, daß eine Maßregelung von Theologen im Jnlomde und AuslanüL bevorsteht. • Paris, 24. Juli. Aus dem französischen^Kongo- gebiet wird gemeldet, daß der Kommandant Schiltz ein Treffen mit Eingeborenen hatte, wobei Schlitz sowie neun senegalesische Soldaten sielen. London, 24. Juli. (Unterhaus.) Der Premierminister legte eine Botschaft des Königs vor, in der es heißt, daß der König in Anerkennung der hervorragenden Dienste Lord Cromers in Aegypten ihm ein sichtbares Zeichen des Wohlwollens geben wolle. Er empfehle dem Hause, Cro mer 50 000 Pfund Sterling zu bewilligen. Ter Premierminister kündigte an, er werde am 30. Juli die Bewilligung der Summe beantragen. Einige Nationalisten und Radikale rverden voraussichtlich Einspruch gegen die Bewilligung erheben. — Nach einer Meldung aus Port Louis auf Mauritius kam es dort zu Au f r u hr sz e ne n, well der stellvertretende Kolonial- Sekretar Cameron geringschätzige Aeußerungen übep das Beamtentum auf Mauritius gemacht haben soll. Belgrad, 24. Juli. Tie Regierung stimmte dem Anträge betreffend das H a n d e l s v e r t r a g s p r o v i s o r i u m pi i t Oesterreich-Ungarn zu und übermittelte den serbischen Telegierten ihre Vorschläge. Konstantinopel, 24. Juli. (Wien. Korr.-Bur.) Konsularnachrichten zufolge meuterten 16 00 Soldaten in Hodeidak und verübten in der Stadt Ruhestörungen. Eine Kommission unter Führung des Rates im Finanzminifteriumj Ulema Mahmud Essad Esseiwi sowie des TivisionsgeneralsSabit Pascha iji; nach Bemen abgereist, um die Durchführung der beschlossenen Reformen zu versuchen. Teheran, 24. Juli. (Reuter.) Tie Konzession für die Errichtung einer deutschen Bank wurde mit geringen Abänderungen — die Hauptänderuug besteht in der Verlängerung der Kvnzessionsarbeit auf 45 Jahre — gestern vom Handelst Minister und Direktor Gutmann unterzeichnet. Die Konzession enthält eine Klausel, die dem Handelsminifter Vollmacht erteilt, die Lage der Bankangelegenheiten einmal jährlich zu prüfen, und eine Bestimmung, die der Bank und ihren Tependenzen militärischen Schutz gewährleistet. New York, 24. Juli. Der Präsident Castro erläßt, wie aus Caracas gemeldet wird, einen Protest gegen das Verhalten der Machte gegenüber der Drago-Doktrin. Er schlägt vor, daß die aus bein Kongreß vertretenen spanisch-amerikanischen Länder sich zu gegenseitiger Verteidigung zusammentun. Selbst eine Vereinigung von Mächten sagt er, sei nicht imstande, auf 'dem füdamerikanischen Kontinent erfolgreiche Kämpfe ourch- zuführen. Tie span isch-amer i k^a n i schen Lander würden von den vereinigten Staaten, Deutschland und England, die gewissenlose Abenteuerer dahinsenden, ausge beutet. Aus Stadt nnd Land» Gießen, 25. Juli. ** Da§ Großherzogspaar wird, wie uns auS Darmstadt drahtlich gemeldet wird, heute gegen abend mit seinen indischen Gästen nach Darmstadt kommen, um der Vorstellung im Zirkus Corty-Althoff beizuwohnen. ** Sonderzüge anläßlich der Universitüts- jubelfeier verkehren vorn 31. Juli bis 3./4. August auf den Strecken Gießen-Jrankjurt, Gießen-Marburg, Gießen- Dillenburg, Gießen-Lauterbach und Gießen-Büdingen. Sämtliche Züge fahren nach 12 Uhr ab und halten an allen Zwffchenstationen. Außerdem verkehrt am Sonntag, 4. August, nachts ein Svnderzug nach Alsfeld. -Erinnerung an das Südwestafrika-Fest. DaS Regiment Kaiser Wilhelm hat, wie uns mitgeteilt wird, aus vielseitigen Wunsch noch Programme vom Südwest- asrlka-Fest unfertigen taffen. Sie können von Interessenten gegen Zahlung von 10 Pfg. für das Stück aus dem Regiments- Geschäftsrimmer in Empfang genommen werden. a 3 c 3 C 6 y y s. U. £>. Frankfurt a. 2JZ., 24. Juli. Hier trat heute der HauptauLschuß der Deutschen Turuerschast zusammen. Es sind die Führer der natwnalen deutschen Turnsache, die sich hier zusammeugcfunden haben, um Fragen des Turnwesens zu erörtern und den 14. deutschen Turntag in Mvrms, der sich an die Ausschußtagung anschließl, vorzubeceiten Die Fundierung stammt, nach der uns vorliegenden Liste, chon H. Winn. Die Maurerarbeiten führten Abermann & Kling aus,- ebenso geschah die Basaltlicferung durch diese Firma sowie durch Bwkcnstock & Schneider, die Eisenlieferung durch Heimer & Co. Die Sandsteine lieferten die Bildhauer Atzbach in Gießen und Faber in Frankfurt (geb. in Gießen) sowie die Freiburger Firma Meyer. Das Dachwerk führte grmmermeister Georg Schubecker aus, die Gesimsarbeiten Zimmermstr. Balthasar Nuhn in Lollar. Die so wohltuend wirkenden grünroten Dachdeckerarbeiten stammen von Kröck! & Müller hier, sowie von den Ludowiciwerken in Ludwigs-! Hafen. Ä- - - • - Arbeiterbewegung. -Klagenfurt, 24. Juli. Infolge Oer drohenden Haltung dc, ausständigen Tunnel-Arbeiter bei Mallnitz nach der Verhaftm. eines ihrer Führer und der Wegnahme roter Fahnen ift eine Kompanie Infanterie aus Laibach herangezogen worden. herrscht dort Ruhe. Newyork, 24. Juli. Der Ausstand der Gruben- ar beiter und Grzverlader in Älinnesota, der iw einer Woche begann und seitdem allmählich zmiahrn, scheilit nun- mehr großen Umfang aiizunehmen. Die gesamte Jndusü des Staates kam bereits 311111 Stillstand. Italiener, Ungarn im' Finländer, die in dem dortigen Jnduslriebezirk beschäftigt rvarei!. verlassen zu Hunderten das Land und kehren nach Guropa zurück. Leipzig, der Geschmtssühver Professor Dr. Ruhl-Stettin, der Leuer der K.astengeschafte Kanzleirat Atzrott-Steglitz, Professor Eer^ttittg^art uiw viele airdere Männer. 5)inwr ihnen stehen ea. 800 000 deutsche Turner, die in 8000 Vereinen organisiert Und. Alle Bevött'erungslraisen sind unter ihnen vertreten, der Arbeiter steht neoen dem Beamten, dem Kaufmann und dem Akademiker. Vergeblich haben die sogenannten „freien Turner" verfucht, der deutschen Turnerschaft das Wasser abzugraben Es ist ihnen nicht gelungen. Nach dem Kassenbericht des Kanzleirats Atzrott-Steglitz bilanziert das letzte Jahr mir 146 742 Mk. An den Zentral- auslchug für Bolts- und Jugendspiele und an den Allgemeinen deutschen Schulverein wurden je 800 Mk. gegeben. Tie Entsendung einer Musterriege zum Turnfest des nord- ameritan. Turiibunoes m Indianapolis 1905 erforderte crwa 10 000 yjtot Tie Stiftung zur Errichtung deutscher Turn-i ^.'a ten em. vermögen von 80 234 Mk. auf, während deutschen Turnerschaft aus mehr als 2O0OOO Mk. gestiegen. Heute waren bereits die Unterausschüsse und Kaiwnprüfer im sahnengescymüctten Turnhause des Frankfurter Turnvereins tätig, llcorgen tagt der große Ausschuß, der wichtige Fragen zu behandeln gat, zu denen bereits eine große Anzahl von Anträgen vorlregen. Kandel. I — Mi ß e r fo lge amerikanischer Eisenbahn Bonds-Emissionen. Nach einer Mitteilung der Newhorler ; 5dandelszeitung hat sich ergeben, daß von dem, den Aktionän der Union Pacifle-Bahn emgeräumteü Bezugsrechte auf die 7ä Millionen Dollar neuen vierpiwzentigen Bonds, die zum Kliw von 90 Proz. offeriert wurden, und zum Kurse von 175 Dollar pro Stammaktie in Aktien konvertierbar sind, nur in geringem Umfange Gebrauch gemacht, respektive daß nur etwas mehr als vier Mill. Toll. Bonos gezeichnet wurden. Dabei muß berücksichtigt werden, daß unter Führung der Firma Kuhn, Loeb u. Co. für die Uebernahme der von den Aktionären nicht gezeichnem Bonds ein Konsortium gebildet wurde, zu dem Unwn-Pocifcc- I Aktionäre in weitem Umfang zugelassen chorden sind. Dresc Aktionäre haben natürlich auf die Ausübung des ihnen zu- stehenden Bezugsrechtes verzichtet, da sie ja als Mitglieder deS Konsortiums die Bonds zu 88 Proz. erhalten können. — Weiler hat die Benvaltung der Atchinson, Topeka and Santa Fe- Eisenbahn erklärt, daß von dem Bezugsrecht auf die neuen fünf' prozentigen 26 Mill. Toll, konvertieroaren Bonds seitens bei Aktionäre nur in sehr beschränktem Umfang Gebrauch gemach, worden ist. Es sind nur wenig mehr als 5 Mill. Toll, der Bonds von den Aktionären übernommen worden. — Hypothekenbankwesen. Aus der Aufsichtsratö' sitzungi beu Berliner Hypothekenbank wird folgendes mitgeteilt: Obgleich der Obligationenabsatz im verslossenen Halbjahr nur ring war (er betrug nach Abzug aller Rückflüsse 13/2 140 Mk./' und infolgedessen Neubeleihungen nur in mäßigem Umfang abgeschlossen werden konnten, sei das Geschäftsergebnis doch bc- sriedrgend und lasse, trenn die Verhältnisse des Geldmarktes nicht im lauseiideii Halbjahr unerwartete Verluste bringen, eine gegen das Vorjahr um Vs Prozent erhöhte Dividende erhoffen (i. V. .5 V2 Proz.). Bei Besprechiing der Loge des Pfandbrül- und Hypochekenmarktes wurde die Frage einer etwaigen Ansgabc von 4 72 pwzentigen Hypolhekenobligationen erörtert. Ter Auf- fichtsrat beschloß, von einer solchen Emission abzusehen und vorerst die weitere Enrwiäelnng des Geldmarktes insbesondeü des ObligationenuiarUes abgutuurten. Tie Beschlüsse über bk| Erhöhung des Aktienlachilats behufs Auflösung des Sicherheit^ sonds en hie Vonlislauzen unbeanstlych^ durchlaufen uttfi toeii vermutet wird, daß Rüfser von der bereits wegen Giftmordes zweimal zum Tode verurteilten Chausseewarterssrau ^,runau vergiftet toorden ist. Dies ist die neunte Letchenausgraoung, zu der die Taten der Feige Veranlassung ge- geoen haben. — Ter Schlosser Kuhitzek in Bogutschütz (Schles.) schaltete sich^ in den Stromkreislauf der elektrischen Zentrale ein und ließ sich durch einen elektrischen Schlag täten — In Vremerhaseu traf mit bem. Schnelld-Unpfer Kronprinz Wilhelm ein Berbrecherpaac ein. Es handelt sich um eine Hebamme aus ^.uisourg uiio ihren Liebhaber, die genieinsaut in Duisburg die rau bed letzteren^er m0 r d eten und dann über den Ozean entflohen waren. Sie wurden von Amerika ausgeliefert und werden nach wuisburg transportiert. — Am Abend des23. dieses -bconais unieruahm uer Fuhrwertsbesitzer Scheunemann mit einer erit vor kurzem erworbenen Mowrdroschte in S ch margen- 00 r s bet Berlin mne Probefahrt. ,Dabei rannte das Auto- mobu an einen Kandelaber mid Mrzte um, wobei per Ehauueur I intenbantur ist davon nichts bekannt, wie Hofrat Meder, der I ^^k^etung des Herrn v. Hülsen die Geschäfte der Intendantur I führt, versicherte. Daß die Sache durchaus nicht ernst zu nehmen I ist, geht wohl am besten aus dem Umstande hervor, daß Herr IWulfen sich zurzeit als Reisebegleiter des Kaisers auf der „Hohenzollem" befindet. (B. T.) * Bluttaten. In Sagan wurde ein Raubmordversuch an der 83jährrgen Witwe Senke verübt. Die Frau wurde schwer verletzt nach dem Krankenhause überfuhrt. Der mutmaßliche Tater wurde in der Person eilles Stein- ! setzers verhaftet. Aus Newy 0 rk wird gemeldet, daß ein amerikanischer Äiillionär namens Wilson einen Mord aus offener Straße verübte. Dieser ging mü einem Mädchen spateren. Plötzlich zog er einen Revolver und schoß feine' Begleiterin nieoer. Eine Menschenmenge sammelte sich an und versuchte Wilson zu lynchen. Wilson flüchtete und feuerte aus die ihn verfolgende Menge mehrere Schüsse ab. Zwei seiner Verfolger vlieben schwer verletzt aus der ^trape liegen. Schließlich lief Wilson in eine Fabrik, die einem seiner Freunde gehörte, wo er überwältigt und der Polrzer übergeben wurde. Der Fall erregt großes Stuf. 1CW- —„ Wie ferner aus Newyork gemeldet wird, ist der --------------------------------- «uu.ölgs. I itt ber Unwn, Naohaues Tavshanjian, Die Spenglerarbeiten führten aus die Gießener^oomimi erschossen M.....r ..... - ..... ^ener worden, als er tn fein Geschäft in Newyork treten wollte. I Das Attentat wurde infolge seiner Weigerung verübt, der sogenannten patriotischen Gesellschaft der Armenier, auf deren Erpressungsgesuch eine große Geldsumme zu zahlen, r -5^. heurigen Sommer. Das sächsische meteoro- ogische Institut stellte fest, daß in Sachsen in der Zeit vom ir-kte 20. Juli Regenmengen niedergingen, die alles bisher in wissenschaftlst^m Beobachtungen gewonnene M a ß ü b e r-1 kVJ3/ n* ^Uitlicyen Flußgebieten Sachsens waren die Nie- derschlagsmengert doppelt bis viermal so groß wie normal. Opfer der Berge. Der Lehrer Alois Ullrich aus . t von der Benedittinerwand (Oberbayern) abgestürzt und war sofort tot. — Der Bezirksamts-Assessor Speth ist vom >rn abgestürzt und erlitt verschiedene Verletzungen "" Er wurde aufgefunden und zu Tal Aie Kinweiyung des neuen Kießeuer Stadttheaters, ni Gießen, 25. Juli. I vermtkchteA» Bevor von der technischen Bühneneinrichtunq wie über* * Rei-lin 91 3 , dem g-h-imniSvollen Reiche hinter den Kulissen heute die Aussehen crEgende ÄlttteÜung7d^gegm de"n ^hereS berichtet werde, seien heute alle die erwähnt, ralintendanten Exzellenz v Hülsen ein Straf- Welche Arbeiten irgend welcher Art für das Theater lieferten, verfahren auf Grund 8 157 eirigeleitet fei In der General- Sämtliche Innendekorationen, sowohl im Zuschauerraum !fi L töie auch in den Wandelgängen sind in den Ateliers von Karl Stückrath ausgeführt worden. Die Bühnendekorationen, darunter auch die außerordentlich hübsche Winterlandschaft zu Wallensteins Lager stammen im wesentlichen von Prof. Lütkemeyer aus Koburg, andere aus dem Atelier Falk in Berlin und von Fr. Gruber & Co. in Hamburg. Die prächtigen Beleuchtungskörper im Zuschauerhaus lieferte das Gußwerk in Mainz. Die Beleuchtung selber führte die Alla. Aektrizitätsgesellschast in Frankfurt a. M. aus. 'i ** Zum Empfang S. K. H. des Großherzogs' am 31. Juli tnirb, wie wir hören, die Leibkompagnie unseres InfaNtLrie-Regimeuts afs- Ehrenkompagnie am Bahnhof Aufstellung nehmen. ** Wiederholung ber Eröffnungsvorstellung Ju kleinen Preisen. Vielfachen Wünschen entsprechend hat die Direktion eine Wiederholung der Eröffnungsvorstellung für nächsten Sonntag nachmittag 31/, Uhr zu kleinen Greisen angesetzt. Auch in dieser Vorstellung wirkt ber glänzende Vertreter beS Dorfrichter Adam, Hofschauspieler Alois Wohlmuth aus München mit Es ist so weitesten Kreisen Gelegenheit geboten, für mäßigen Eintrittspreis neben feiner festlichen Vorstellung das prachtvolle neue Haus kennen p lernen. ** Au 8 bem Militär-Wochenblatt. Befördert: Zum Oberlt.: Lt. der Res. Schmidt (1. Berlin) des Inf. Rgts. Prinz Earl (4. Gr. Hess.) Nr. 118; zum Hauptmann: Oberlt. der Res. Claus (1. Breslau) des Inf. Rgts. Kaiser Wilhelm (2. Gr. Hess.) Nr. 116; zu Oberlts.: Die Lts. der Res.: Fülberth (Düsseldorf) des 2. Gr. Hess. Feldart. Rgts. Nr. 61, Hl öfteren Qiin (Deutz) des Leibgarde-Inf. Rgts. (1. Gr. Hess.) Nr. 115, Gildemetster (1 Bremen) des Leibdrag. Rgts. (2. Gr. Hess.) Dir. 24, Haasen (Adolf) (Gotha) des Inf. Rgts Kaiser Wilhelm (3. Gr. Hess.) Nr. 116, Mittermüller (Weimar) des Inf. Lejbrgts. Großherzogin (3. Gr. Hess.) Nr. 117, Hohenemfer (Mannheim) des Gr. Hess. Trainbats. Nr. 18, Minstedt (Worms) des 2. Hannov. Inf. Rgts. Nr. 77, Schneide r (Alainz) des 2. Nassau. Inf. Rgts. Nr. 88, Müller (Heinrich) (2 Darmstadt), Hausmann (Mainz), Seibert (Wetzlar), § ul auf (Mainz) dos Inf. Leibrgts. Großherzogili (2. Gr. Hess.) Nr. 117, Fresenius (1 Darmstadt) des Inf. Rgts. Prinz Carl (4. Gr. Hess.) Nr. 118, Krebs (Mainz) des 2. Nassau. Feldart. Rgts. Nr. 63 Frankfurt, Möllinger (Worms) des 3. Lothring. Feldart. RgtS. Nr. 69, Müller (Adolf) (1 Darmstadt) der Lcmdm. Inf. 1. Aufgebots. —Abschiedsbewilligung: Juilgk (Mainz) Oberlt. der Landw. Ins. 1. Aufgebots, mit der Erlaubnis zum Tragen der Landw. Armee-Uniform. Ein vortreffliches Zeugnis für den Gewerbefleiß in unserer Stadt. . - Auswärtige Firmen besorgten : die Betonarbeit (Knobloch und Scheid in Frankfurt a. M.), Eisenkonstrllktion (Eisenwerk München A.-G.), Heizung und Ventilation (Opländer Wwe. in Dortniimd), Bühneneinrichtung (Heim, Lehmann & Co. in Berlin), seuersicheren Türen (Koch in Darmstadt), Stuckarbeiten (Peter Vogler in Mombach bei Mainz), Marmorarbeiten (Dyckerhoff & Neumann in Wetzlar), Terrazzoplatten (Dahlhoff in Hiltrup) und die Granitarbeiten (P. Jak. Bilbers- berg in Markleuthen). Der mit einer in edelsten modernen Formen gestalteten breiten Unterborte geschmückte vornehm schlichte Zwischen- oder Wagnervorhang (Rich. Wagner führte die Zwei- tellung des Vorhanges ein) ist ein Erzeugnis der Firma Kleffel in Düren. Der Hauptvorhang ist, wie uns berichtigend mitgeteilt wird, nicht eine Spende des Malers Herrn Hans Koberstein aus Berlin allein, sondern von diesem gemeinsam mit Kommerzienrat Gail gestiftet. Die das schmucke Haus umgebende üppig grünende Gartenanlage nütfanit dem reizenden Blumenboskett vordem Haupteingange haben wir dein Stadtgärtner Balser zu verdanken. Zu bedauern bleibt, daß von dem prächtigen Baumbeltande des Schülerschen Gartens mehr gefallen ist, als unbedingt nötig war. Jedenfalls aber lockt z. Zt. die schöne grüne Uinrahmung des Theaters kaum minder zum Lustwandeln während der Zwischenakte, als die innern Wandelgänge des schönen Hauses. Hauptversammlung der Deutschen Turnerschaft. (Llnrereix/iiyLvotcu.) . "e Handelshochschule in Llannheim. nu. dem der Bnrgernnsschuß der Uedernah.ne dec finanziellen Gare» zugeslimnn hat, dar, die Errichtung der H a n d e l s h o ch , chV m Mannheini als gesichert gellen. Die Organisation evjolQi Anlehnung an d,e denachdarle Heidelberger llnwersüal. Pon t L-Hrkraiten, die sllr die Staats-, Gesell,chasts- und W,rische,' wissenschauen zur Verfügung stehen, gehört eine größere Aluiv dem Lehrkörper der Heidelberger Hochschule an. Die Hörer sind od? lveiteres als Hospitantei^l zu den Vorlesungen der Uniöerfüät V gelaßen, ime auch Oie Studiereiiden der letziern von der Atöa'ickk! an der Alannheuner Handelshochschule ihr prallisches Wüsen vervollkommnen, zweifellos schon un koinmenden Semester Gebrall- niachen werden. Die Vorbereitungen sind soweit gediehen öafe ' v --------------------------- wl8U„ctcuc„ , Eröffnung nn Oktober erjolgen kann. Unter der Mitwirkung f Es find die alten Kämpen, der 82jährige Boriitzende Dr (^5^ Oi:ei- t)etetligten Fakloreii, ber badischen Staatsregierunq, der U„ versital Heidelberg und der Alannheimer Handelstaminer smr insbesondere Danl 0er ’JJiuarbeit des Heidelberger ^lationalökonom Geh. posral Prof. Dr. Goihein, i|t es der Stadt Alannheiw moai, geworden, die e Tapeten lleserten Ernst Blöd.,er und I .Ä wieder ausgegraben, ^einr. Hochstätter, die Linoleuinböden Ferd. Nennstiel. Das Haustelephon, die Feuermeldeanlagen u. a. elektrotechnische Arbeiten führte R. Fertsch aus. Verschiedene kleine E.scnwaren- Lieferungen geschahen durch Edgar Borrmann. Das schöne und bequeme Th-at-rgestühl stammt van der Gießener Firma Theodor Bruck und ferner von Hpan aus Berlin. Auch die Foyermöbel lieserte Brück, die Garderobenmöbel Aua Oßinani, und K. H. Müller, die Spiegel H,rz und (£. L. Le.b der auch die echten Vergoldungen ausführte. Die Be- und Ent- wäfferung geschah durch das slädt. Gas- unb Wasserwerk. Sian sieht, daß es im wesentlichen Gießener Geschäfts- leute sind, die den, Theaterbau ihre Kräfte liehen und sich durch tüchtig« und bleibende Leistungen verdient machten. 1303316 «D<1 IrtD itollDTtrn ÄS dLNliL' der neuen Aktien mi die gnÄ bi$^^»ÄC-^l£uns °°s »■ 1« danach za KuKland (au8icßtTP^A^^' ftanweisnngen nach auf 800 Rubel = 648^ Äi'£- her 20 Pfg. für je 20 Wt. W‘ $ ® 6u&t betragt wie bis- a t« " t. , Märkte. SXÄTÄ^.rP'Ä’S «CSS1 «Z'S«“»® * - 11 Uhr rtMr ^u,er wurden ftavt gekauft und bis gegen 11 utyi wtLr darin fchon alles vergriffen. Tie Preise be- 1. Qualität im Älter von ca. 8 Wochen jHL?° Mk., von cp, 10 Wochen oo—CO Mk.; ältere entsprechend höheren Preise für fette Schweine ©inttub tvieber auf Ine Ferkelpreise ausüben, denn der Dandel mit Ferkeln, namentlich mit stärkeren, die noch bis Weihnachlen znm^ schlachten gut werden, ging sehr flott. Tie Hrer,e |ur fette edjmeute betragen z. Zt. hier 52—54 Mk. für Den Zentner Lebendgewicht, während vor 14 Tagen noch ca. 45 Mark bezahlt mürbem Tie Preise für Rindvieh waren heule auch hoch- Toch ging der Handel langsam. Der Krämermarkt war ganz unbedeutend. *=• ""Nurt a. M., 25. Juli. (Telegr. Orig.-Bericht des „0>ieß. Anz. .) Amtliche Dcoticrungen der heutigen Viehmark l- pretie. Zürn Perkaufe standen: 85 Ochsen, 00 aus Oesterreich 9 Bullen^ 0 aus Oesterreich, 59 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder Waus Rumanieii, 759 Kälber, 61 Schafe und Hännnel, 0 Ziegen, 0 Ziegenlämmer, 0 Scha'länuner. Bezahlt wurde für das Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: 1 Qualität 64—87 Wik., 2. Qualität 77—80 Pik., 3. Qualität 70—74 Mk.; Bullen - 1. Qual. 70—74, 2. Qual. 68—70; Kühe 1. Qualität 74-76 Mk' 2. Qual. 72—73 Pik., 3. Qual. 65—67 Pik., 4. Qual. 00—00 Pik. 5. Qual. 00 00 Pik. Kälber 1. Qual. 92—95 Pfg., Lebendgewicht 53—57 Pfg., 2. Qualität 82—88 Pfg., Lebendgewicht 65—70 Pfg., Schlachtgew. 00-00 Pfg.; Schafe: 1. Qual. 82-00 Pfg., 2. Qual. 00—00 Pfg. Geschäft: bei Hornvieh mittelmäßig, Ueberstand unbedeutend ; bei Kleinvieh gut, kein Ueberstand. GerichtstzersL. Karlsruhe, 24. Juli. Der Psychiater Professor Aschaffen- burg, der fetn Gutachten über den zum Tode veriwteiltenRechtsanwalt Hau abgegeben halte, hat dem Berteidiger Tr. Tietz einen Brtei gefchrieben, m dem u. a. fleht: Ich habe an der Freisprechung des Klienten fernen Zweifel mehr und lucnii auch manches uh Dunkeln bleibt, an seiner Unschttld am Piorde hatte ich seit meinem ersten Besuche auch nicht den geringsten Ziveüel. Dieses dürfte ich Ihnen aber erst jetzt sagen, wett ich es vermeiden wollte, meine Auffassung Ihnen eher mitzuteilen, als in voller Oeffentlichleit. 0511113611 Sie Ihren Klienten uon mir, der trotz aller ntoralischeit Schtild, die er zu tragen glaubt, meine Hochachtung durch seine Tapferkeit errungen hat. '1UU----!!■_■?■■■■■ ■■'■_!!................... , ...... - » Eingejanöt. (Für Form und Inhalt ...... b^ic Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redattwn nein Puviitum gegenüber feinerlei Verantwortung.) Die ungleiche Behandlung der verschiedenen Stadtteile unserer lieben Paterstadt tritt neuerdings wieder einmal scharf zit Tage. Ich fenue feine Straße in unserem so schlecht gepflasterten Gießen, die in einem so traurigen Zuftand wäre, wie die Wallthvr- st r a ß e. Ja, läge sie un Südwesten, ihr wäre bald geholfen: sie würde sicher wie der SelterSweg, wie die Bahnhofstraße von Grund aus, ivenn auch schlecht, umgepflastert. So aber liegt sie im Nordosten, in einem Stadtteil, der schon so oft als das Stiefkind unserer Stadt bezeichnet ivurde, da braucht man nicht schlecht umzupflastern, da genügt schon schlechtes Flicken! Allerdings in einem halben Jahre ist das Pflaster wieder Berg uub Tal und man flickt wieder, abkk däs mächt nichts. Die AMbohner der Wallthmsträße sind ruhige Leute, die lassen sich das gefallen und da der Uebergang am Wallthor ja neu gepflastert ist und von dem Stadtverordneten- foUegium so leicht keiner in die Wall thorstraße selbst kommt, so wird die Sache so bleiben. Oder sollten die Herreii etabtuäter am Ende doch noch nach dem Feste auch einmal etwas fiir die Wallthorllraße tun wollen?__(Sin Anwohner. Kird?lid?e Zlact>rid?tm. Israelitische Neligioitsgesellschaft. Gottesdienst. Sabbatfeier am 27. Juli 1907: Freitag abend 7.50 Uhr. Samstag vormittag 8.00 Uhr. Nachmittag 4.00 Uhr. Sabbat-Ausgang 9.10 Uhr. Wochengottesdienst: morgens 6.00 Uhr, abends 8.00 Ilhr. Israelitische Religionsgemeinde. Hottesvtenkr in der Sy-.agoge (Lüdanlage). Samstag, den 27. Juli 1907: Vorabend 7.45 Uhr. Morgens 8.30 Uhr. Predigt. Nachmittags 4 Uhr. Sabbatausgang 9.10 Uhr. Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hessen am Freitag den 26. Juli: Heiter und trocken. Am Tage warm. Leichte östliche Winde. MLkteoro!oHlsHe BeovuHrungen der Station Gieren. ir( NW Bew. Himmel Klarer Hnnmel 13,1 11,8 Höot-sle Temperatur am Niidrigste 745,7 j 19,2 Juli = + 19,2 • C. „ 4- 12.0 • C. 9,2 9,5 8,2 24. 24. 24. 24. 25. 59 86 80 5 uo Juli 1907 Griginal-Vrahtmeldungen. München, 25. Juli. Nach der Müncyrner Allg- Ztg. steht ein Zusammenschluß der in Bayern be- jrehenden Beamten- und Bedien steten-Vereinigungen unmiltelvar bevor. Er soll der Wahrung der gemeinsamen Interessen bei der in Aussicht genommenen Gehalts-Regulierung gelten. Wien, 25. Juli. Unter den Eisenbahnern droht neuerdings der Ausbruch der passiven Resistenz. Bedienstete der Privatbahnen beschlossen nämlich, den Verwaltungen ihre Forderungen zu überreichen und falls diese binnen Monatsfrist nicht erfüllt werden, mit dem passiven Ausstand einziisetzen. Dieser wäre jetzt um so ernster, als sich daran bte Beamten, Unterbeamten, Diener und Bahnarbeiter, etwa 500 000 Personen, beteiligen würden. Wien, 25. Juli. In den hiesigen städtischen Museen sind in letzter Zeit von unbekannten Tätern wiederholt Beschädigungen von Bildern verübt worden, ohne daß es gelungen wäre, die Täter zu ermitteln. ßcmberg^ 25. Juli. Eine Spionageaffäre macht hier großes Aussehen. In Zagorze wurde ein russischer Offizier namens Krylow wegen Ausspähung der Przemysler Festungswerke verhaftet und nach Lemberg gebracht. Auch zwei Komplizen des Krylow rourben verhaftet. Budapest, 25. Juli. Infolge der sich mehrenden Raubmorde und sonstigen Verbrechen, die von wandernden Zigeunern verübt werden, wird im Ministerium des Innern ein Gesetzentwurf ausgearbeitet, welcher die Zwangs- Kolonisierung der Zigeimer und Internierung derselben in Winterqiiartieren bezweckt. Aden, 25. Juli. Der Dampfer .Feldmarschall" mit dem Staatssekretär Bern bürg an Bord ist hier eingetroffen. An Bord ist alles wohl. Paris, 25. Juli. General Metzinger erklärte einew Berichterstatter, der Grund seines Rücktritts sei, daß feind Vorschläge wegen der Beförderung von Offizieren von der Infanterie-Inspektion des KriegsministeriumL nicht beachtet worden feien, obwohl Kriegsminister Piquart befohlen habe, ihnen Rechnung zu tragen. Als Nachfolger von Metzinger und Michal werden der Kommandeur des 16. Armeekorps Baillard und der des 14. Armeekorps Galliemiel genannt. Paris, 25. Juli. Gerüchtweise verlautet, daß bu Uebersührung der Reste ZolaS nach dem Pantheon deswegen auf den Herbst verschoben wurde, weil die Polizei erfahren hatte, daß Mitglieder nationalistischer und royalistischer Vereinigungen ein Komplott angezettelt haben sollen, um die Beisetzung ZolaS um jeden Preis zu verhindern. Die Verschwörer waren angeblich entschlossen, den Zug auf einer Seine-Brücke zu überfallen und den Sarg ms Wasser zii werfen. Paris, 25. Juli. Die Anklagekammer des ApellationS- gerichtShofes in Douay hat die von den Untersuchungsrichter m Arras angeordnete Einstellung des strafrechtlichen Vergehens m der Bergwerkskatastrophe von EourriereS bestätigt. Montpellier, 25. Juli. Die Freilassung deS Bürgermeisters Ferro ul von Starbonne und des Vorsitzenden des Wmzerkomilees von Argeliers Marcellin Albert steht unmittelbar bevor. In Montpellier und ArgelierS werden Vorbereitungen zum festlichen Empfang der Beiden getroffen. Brest, 25. Juli. Die Stadt Brest gab für die Offiziere des amerikanischen und japanischen Geschwaders ein Gartenfest. Der japanische Admiral ist mit seinen Offizieren nach Paris abgereist. Belsaft, 25. Juli. Der Ausstand der Dock - beträgt über 10 000. Eine Menge von 200 Ausständigen benrägt über 10 000. Eine Menge von 200 Ausständigen griff gestern die Lokomotive eines Gülerzuges an, versuchte diese zu zerstören und die Wagen abzutuppeln, um sie ihres Inhaltes zu berauben. Es wurden viele Verhaft Lungen vorgenommen. Söul, 25. Juli. Aus derProvin^ treffen fortgesetzt Agitatoren ein. Diesen wird das Betreten der Stadt untersagt. Sie halten indessen in den umliegenden Dörfern Versammlungen ab. Die Japaner entsandten Truppen, um solche aufzulösen. Das Finanzarchiv der Stadt ist nach dem japanischen Viertel der Stadt gebracht worden. M a s s e n v e r h a s tu n g en von Unterbeamten aus dem laiferlichen Palast sind oorgenommen worden.