157. Jahrgang Erstes Blatt Gietzener Anzeiger z Lebendig genug ist es trotzdem hier noch, wenn auch die des eren. iuar- monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk.2.— oiertel- jährl. ausschl. Bestellg. Zeilenpreis: lokallbPft auswärts 20 Pfennig. Verantwortlich für den politischen Teil: steuer erledigen und der Gesctzgebungsausschuß der zweiten Kammer bis dahin an die Beratung der neuen Wahl- Aus Stadt und Land. Gießen, 4. September 1907. str. ÄO7 Mrlchetut täglich • außer Sonntags. Mittwoch 4. September 1907 Be-ugSpretSr monatlich 75Pf^ vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen Das ist der flüchtige Ueberblick über die Tagesereignisse. Sie sind in ihrer bunten Abwechslung rasch vorübergerauscht. Aber auch manch tieferen dauernden Eindruck lassen sie in nachdenklichen Seelen zurück. An jedem Sonntag abeiw hat em kleinerer Kreis von Einheimischen und Fremden auf dem stillen, ellvas abseits und hoch liegenden Schweizerhaus eine Zusammenkunft, um über die großen Probleme moderner weit» tt _nschan u n g sich auszusprechen. So war es auch am Lud- Aad-Yauyeimer Wriese. (Nachdruck verboten.) II. Tie Fremdenhochflut der Hochsaison ebbt nun wieder ab. Düngens und abends liegt schon der kühle Herbstduft auf den Feldern, die nun auch endlich fast um einen Monat verspätet abgeerntet sind. An den Baoehäusern beginnt schon die für diesen Winter in Aussicht genommene Bautätigkeit. Tas Badehaus 1, lange Zeit ein Stolz für die Nauheimer, wird abgerissen und die großartige Architektur der Neuanlage wird auch nach dieser Seite hin weitergeführt werden. Und sicherlich wäre es dem Feinde von damals nicht so bitter. Und eine andere Frage noch legt uns die Erinnerung an blutige Kriegsereignisse nahe: War die Entscheidung damals auf gar keinem anderen Wege denkbar? Wird sie in Zukunft nicht anders denkbar sein? Müssen sich die Völker immer wieder erst mit den Waffen zerfleischen, ehe sie ihre Beziehungen rechtlich ordnen? Gewiß gehen die Ansichten über das Erreichbare und das Nichterreichbare noch weit auseinander. Daß man aber den Krieg immer lieber vermeidet als heraift- beschwört, darüber ist wohl unter denkenden Menschen keitt Zweifel.möglich. Und wenn wir deshalb alles begruben. Was das gegenseitige Verständnis unter den Volkern fordert, so werden wir auch die Idee eines sprachlichen Verstandrgungsmittels unter den Völkern nicht ohne Wohlwollen prüfen, ^chon unser großer Philosoph Leibniz hat den Gedanken gehabt und verschiedene praktische Versuche sind gemacht, worden. Um einen Ersatz fiir die lebendigen natürlich gewachsenen Sprachen soll es sich dabei selbstverständlich nicht hmrdeln, wohl aber erscheint em Hilsv- mittel für bestimmte Zwecke, für Auslandsreisende, für inter- nationale Kongresse und ähnliches ebenso nützlich wie möglich. Und daß die von Dr. Zamenhof in strenger einfacher Logik gebildete Sprache, das Esperanto, leicht erlernbar, wohlklingend und brauchbar ist, kann ich aus eigener bestätigen: Nur etwa achttägige Arbeit setzte micy Mi Stand, die Reden bei dem Festessen im Teichhaus rm großen und ganzen zu verstehen und sogar selbst einen Toast auszubringen. Mut und Glauben an ciue Sache, Veriland und Arbeit bringen viel'fertig. Ich denke, jeder Rückblick in die Geschichte muß Ä Zu welcher Herrschaft über tue Natur und über sich selbst hat es der Mensch schließlich m stetigem Ford- schreiten doch schon gebracht- Weshalb, also nun mit einmal itill stehen wollen? Ohne Kampf, Zweifel und Schwierigkeiten, ist nie etwas zustande gekommen- , M , ,.r , , .. Welch sckMen Sieg über widerstrebende Naturkrafte hat bit Technik erst eben wieder hier bei uns errungen. Es ist mit den Masserverhültnisjen auf unserer Tauiiussette schlecht bestellt' Auch die Nachbarstüdte Friedberg und Butzbach haben damit zu tun gehabt und bei dem großen Menschenandrang in unserem Badeort in trockener Sommerzeit machte sich dieser ckedel- stand doppelt und dreifach bemerklick> Mutzte doch sogar schon durch Zirkular früher einmal um,Beschränkung des Wasserverbrauchs gebeten werden- Jetzt ist ähnliches nicht mehr zu befürchten: Bad Nauheim ist an die staatliche Gruppenwasser- Versorgung angeschlossen, die weit von der Höhe des waldigen Vogelsbergs her das reine kühle Naß herüberführt- Auch moder ein Ansporn zum Weiterarbeiten! Dr-Strecker. werden soll. Inzwischen sind nun, wie wir Nüssen, verschiedene Versuche unternommen worden, die Kammerarbeiten wenigstens insofern zu fördern, daß der Gesetzgebungsausschuß Der ersten Kammer bis zum September ine Wertzuwachs- Gesetzgeberische Aufgaben in Kessen. Darmstadt,2. Sept. ; Ter September hat bereits seine Herrschaft angetretcn ' mib das Laub fällt von den Bäumen, aber die Politik liegt uns noch in tiefster Sommerruhe. Es ist auch keine -Aussicht dafür vorhanden, daß sie bald daraus erwachen müroe. Als die zweite Ständekammer zu Ende Juni d. I. diesmal von so wenig positiven Ergebnissen begleitete ' setzgeberische Tätigkeit zum vorläufigen Abschluß brachte, Ersuchte man sich vielfach mit der von manchem Optimisten ^nährten Hoffnung zu trösten, daß die beiden Kümmern angesichts der Ueberlast der noch rückständigen großen parlamentarischen Aufgaben sich wohl zu einer kurzen September- taauim entschließen würden, die man für um so dringender linb zweckmäßiger erachtete, als eine Anzahl größerer Gemeinden bekanntermaßen ein sehr wesentliches Interesse daran hat, die Wertzuwachs st euer möglichst bald von der Gesetzgebung verabschiedet zu sehen; auch die vielen Interessenten an dem neuen Jagdgesetz, dessen Revision schon vor etwa zehn Jahren vom 30. Landtag einstimmig ^fordert wurde, erwarten mit Ungeduld die endgültige Reglung dieser sowohl sür die Landwirtschaft, wie für Staat imb Gemeinden so wichtigen Gesctzesmaterien. Tie Re- nerung hatte den Gesetzentwurf, betr. die Ausübung der -fagd und auch einen Entwurf sür ein Jagdpolizeistrafgesetz schon im 32. Landtag zur Vorlage gebracht. Es wurden ledoch nach längerer Verhandlung darüber beide Gesetzentwürfe im Einverständnis mit der Kammer von der Regierung behufs Umarbeitung resp. Verschmelzung miteinander wieder zurückgezogen. Tie neue Regierungsvorlage, mit welcher nun auch für unser Grohherzogtum auf diesem Gebiete einheitliches Recht geschaffen werden sollte, batte in sehr gründlicher Beratung den Gefttzgebungsaus- schuß beschäftigt und die Kammer war drauf und dran, die Vorlage zu einem befriedigenden Abschluß zu bringen, als plötzlich einige auf ihre besondere Bauernfreundlichkeit pochende Abgeordnete Bedenken gegen den die Ausübung des Jagdrechrs durch den Grundbesitzer regelnden Art. 17 ff. erhoben, die angeblich alte reaktionäre Bestimmungen konsolidierten. Mit dieser „Aufforderung zum Tanz" wurden bekanntlich im letzten Moment auch die Sozialdemokraten mobil gemacht, die mut ourch ihren allezeit blindlings voranstürmenden Führer Ulrich die Streichung aller acht darauf bezüglichen Artikel des Gesetzes verlangten. Inzwischen waren dann auch von bauernbündlerischer Seite oeitere Bedenken erhoben uud schließlich wurde in der brückenden Sonnenhitze die allgemeine Unlust am Gesetze- machen so start, daß sich die große Kvmmermehrheit dazu entschloß, die ganze Erledigung der Vorlage nochmals zu vertagen. Tie Verabschiedung des Jagdgesetzes ist damit wieder auf die lange Bank geschoben und wenn die Kammer wirklich gegen den Willen der Regierung dem radikalen Trängen sorgt und die Artikel, die im Ausschuß von keiner Partei' beanstandet worden waren, in dem angedeuteten Sinne avändert, so ist nicht abzusehen, wie eine Verständigung darüber mit dem anderen Hause überhaupt erzielt wiastag gewesen. Und als der Vortrag, der sich an das gewaltige Thema des G o t t e s b e g r i ffs herangewagt hatte, beendet war und wir auf den Balkon hinaustraten, von ewigen Dingen innerlich bewegt, da bot die nächtliche Landschaft emen wunderbaren Anblick: Blutigrot stand der Mond ungewöhnlich groß scheinend am Himmel und in dunkeln Umriffen traten aus seinem gespenstischen Licht, die Umrisse der Baume, der Häuser und Kirchen, der nächstliegenden Hügel hervor. Feierlich still war's und Welt und Leben wie zu einem ^raurn verflüchtigt. Ta mit einmal brach ein Donnern und Krachen los, Raketen und Leuchtkugeln stiegen hochschießeud auf, dicken Pulverdampf qualmend wie eine schwere Last unter sich laßend. Lann immer andere seuerstrahlende Bilder und Figuren, immer tolleres Getöse, immer dichterer Rauch, und Stadt und Hügel, und Himmel und Mond verschwanden für einige Zeit, bis endlich mit dem ruhig aufleuchtenden Großh. Wappen das Feuerwerk schloß. Und bann verzog sich der Rauch wie der nach Tausenden zählende Menschenschwarm. Die Stille erschien noch feierlicher als zuvor und höher und Heller stand wieder der Mond am Himmel, vor sich die farblosen Umrisse der irdischen Lmge: als sollte sein erhabener Anblick über all dem prasselnden und flammenden Menschenwerk nur an dessen Flüchtigkeit und Unzulänglichkeit gegenüber höheren Dingen erinnern. Aber muß alles Menschenwerk nur so vergängliches Scheinwerk sein? Fühlen wir nicht in uns auch mit emem höheren Leben Verwandtschaft? Gibt es nicht auch für uns.ein Wirken und Schaffen, bei dem uns deutlich, zu Bewußtsein kommt, daß wir damit erhabenere, tiefer gegründete Pflichten erfüUen ? In dieser inneren Beziehung zu allgemeinen ewigen Dingen lieat der Trost dessen jedes vergängliche Leben bedarf. 9cur üon hicc au8 fällt auch ein Schimmer der B-rklarmrz zuruck au, die blutgetränkten Gefilde von Sedan. Das Schicksal ledes Einzelnen ist ein Stück Schicksal der Menschheit, eingeflochten in die Kette der EntwicklunaLnotwcudigk-lten. Mögen die Toten bei Sedan gefallen sein für unser siegreiches Vaterland oder für die sieglose Sache unseres Gegners: Sie waren Opfer der vorausgegangenen Verwicklungen, sie waren aber auch Anfänge neuer sortfchreitender Entwicklungen Für unser Volk bedeutet jener Tag Großes. Es wird fich jeber nocf) zurückfühlen können in das erleichterte Aufatmen, das. damals durch unser Volk gegangen sein muß, als ihm diese große Entscheidung glücklich ausfiel. Nur freilich wollen wir auch großmütig des Gegners Gefühle begreifen und schonen. Und grade in einem internationalen Badeort drangt sich einem wohl iwch mehr wie sonstwo der Gedanke auf: W es ha l b f e i e r n w i r nicht statt des Sedantages lieber den 18. -Januar? Dort überwiegt das Negative, die Niederwerfung Frankreichs; hier das Positive, die Begründung unseres Reiches. Wurde das nicht auch besser den Nationalfeiern der anderen Völker entfprechen? rechts Vorlage herantreten wollte. Beides hat sich aber leider als unausführbar erwiesen und da nun auch Präsident Haas nach dem Süden abgereist ist und auch Minister l Braun teils durch Urlaub, teils durch seine Anwesenheit 1 an einem Kongreß in Berlin bis Eirde September von I Darmstadt ferngehalten sein wird, so muß ein Mederbeginn । der parlamentarischen Arbeiten in diesem Monat als ausgeschlossen gelten. Umsomehr aber wird dann alles drangesetzt werden müssen, die kommenden Herbstmonate für die Gesetzgebung eifrig auszunutzen und das im September ver- äumte nachzuholen, was ja auch bei gutem Willen leicht zu ^möglichen sein wird. Tas Zustandekommen der Wertzuwachssteuer ist unseres Erachtens vollständig gesichert; die Verständigung darüber zwischen beiden Kammern kann nicht schwer fallen. Es ist durchaus falsch, wenn in einem demokratischen Blatte die Behauptung aufgestellt wurde, daß die erste Kammer gegen das Zustandekommen der Vorlage sei. Wer die parlamentarischen Verhandlungen genauer verfolgt hat, der muß wissen, daß der Ausschuß der ersten Kammer mit der von der zweiten Kammer beschlosjenen Fassung der Vorlage völlig einverstanden war und daß der Ausschußberichterstatter, Frhr. Hehl zu Herrnsheim, beim Plenum der ersten Kammer die unveränderte Annahme 'beantragt hatte. Erst durch die von dem Oberlandesgerichtspräsidenten Lipp old erhobenen Bedenken resp. Vorschläge juristischer Art in einzelnen, nicht prinzipiellen Punkten, deren Berechtigung auch von den Regierungsvertretern anerkannt wurde, hat sich das Plenum zu dem Beschluß veranlaßt gesehen, die Vorlage noch einmal an den Ausschuß znrückzuverweisen. Ob übrigens für die Städte, welche die Einführung der Wertzuwaci)ssteuer einzuführen, durch die Vertagung der Entscheidung wirklich ein Verlöt entsteht, möchten wir bezweifeln. Es handelt sich hier nämlich um ein Steuergesetz, und solche Gesetze sind in Hessen wohl noch nie zu einem anderen Termin, als zum Beginn des neuen Etatsjahres in Kraft getreten. Wie wollte man auch mitten j.m Jahre die ordentlichen Buchungen der Einnahmen und Ausgaben aus diesem Gesetz unterbringen? Es erscheint uns auch fraglich, ob die Einsühvung eines neuen Steuergesetzes außerhalb der ordentlichen Etatsrechnung überhaupt als zulässig erachtet werden kann! Ten wichtigsten der im Laufe der kommenden Tagung zur Debatte stehenden Gesetzentwürfe wird zweifellos die neue Wahlrechtsvorlage bilden. Man bat ja schon im voraus sich genugsam bemüht, ihr ein stilles Grab zu graben und bezeichnet es als absolut selbstverständlich, daß jede Verständigung darüber zwischen den beiden Ständekammern ausgeschlossen sei. Nun, zunächst erscheint uns doch gar zu deutlich auch hier der Wunsch als des Gedankens , Vater. Wir können authentisch erklären, daß alle in ein- : zelnen Blättern aufgetauchen Andteutungen über stattge- . habte Besprechungen darüber innerhalb der nationallibe- : raten Partei oder zwischen den einflußreichen Persönlich- : leiten beider Kammern völlig aus der Luft gegriffen sind. Zunächst steht nur das eine fest, daß die Gesetzgebungsausschüsse beider Kammern entschlossen sind, sich sogleich nach dem Wiederbeginn der parlamentarischen Session ein- geyendmitder neuen Vorlagezubesch ästigen. Nicht ohne Interesse wird dabei fein, zu erfahren, daß zum Ausschußreferenten der ersten Kammer diesmal nicht, wie bei der früheren Beratung ein Standesherr, sondern der Kanzler der Landesunwerjität Gießen, Geh. Justizrat Prof. Tr. Schmitt ernannt worden ist, während der Ausschuß der zweiten Kammer das schwierige Amt des Referenten voraussichtlich seinem jetzigen Vorsitzenden, Justizrat v. Brentano, übertragen wird. Man dürfte im übrigen gut tun, zunächst einmal ganz ruhig abzuwarten, wie sich die Entwickelung der Dinge in den beiden gebungsausschüssen gestalten wird! . • • Vom Großherzoglichen Hose. Die Prinzessin von Schleswig-Holstein ist, n. d. „Darmst. Ztg.", am Dienstag nachmittag gegen 6 Uhr zum Besuch in Jagdschloß Wolfsgarten cingetrofien. * • Neuer Konsul. Der zum Konsul sür Griechenland ernannte Friedr. Goldschmidt in Ntainz, der das ReichS- exequatur erhalten hat, ist zur Ausübung konsularischer Funktionen im Großherzogtum zugelassen worden. Bestätigter Beigeordneter. Se. Kgl. Hoh. der Groß Herzog haben dec durch bie Stadtverordneten-Ver- sammlung zu Bingen erfolgten Wahl des Rechtsanwalts Franz Jos. Rech zu Bingen zum unbesoldeten Beigeordneten der Kreisstadt Bingen die Bestätigung erteilt. ** Lehrerpersonalien. Ueberrragen wurde dem Lehrer Christian Adelberger in Michelstadt i. O. eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu.Over-Ramstadt. Erledigt sind: Tie mit einem evang. Lehrer zu besetzende 1. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ga m m els b a ch. Tem Grafen zu Erbach-Fürstenau steht das Präsentationsrecht zu. Ferner eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ober-Flörsheim. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. * * G i e ß e n e r B o l k s b a d. Im August wurden 10 560 Bäder verabreicht gegen 13 396 im Juli 1907 und. 9520 im August 1906 ober un Durchschnitt pro Tag 341 Bader gegen 432 un Juli 1907 und 307 im August 1906. Der Besuch im einzelnen hat sich ivie folgt verteilt: Schwimmbad: 3441 Männer, darunter 758 zu 10 Psg., 1561 Frauen, u 415 u 10 „ Wannenbäder 1. Klasse 288 Männer, 142 Frauen, , 2. , 801 „ 670 , Brausebäder 1. Klasse 1049 Manner, 161 Frauen, 2. „ 2015 „ 299 „ Dampf- u. Heißlustbäder, sowie Massage zus. 94 Männer, 39 Frauen. Die Persorienwage ivurde von 220 Personen benutzt. ** Warnung vor Gehe im mitte tu. Die „Darmst. Ztg." schreibt: Unter der Bezeichnung „Augen- wol!" (!) bringt neuerdings ein Berliner Optiker und seins Frau unter der Firma „Augenwol, G. m. b. H.", ein „reelles Präparat zur Stärkung der Augennerven" als „einzig dastehendes und unvergleichliches" Mittel zur „Verbesserung der Sehkraft" und zur Verhütung des Abnehmens der Sehkraft in den Handel. Die Zusammensetzung des Mittels wird geheim gehalten. Nach amtlichen Untersuchungen be- Kt das Mittel aus einer wässerigen Lösung von Kochsalz, ääure, Glyzerin und Zucker mir einem geringen Zusatz von Alkohol, mit Teerfarbstoff gelb gefärbt und mit Rosenöl parfümiert. Die ihm in den Ankündigungen ber- aelegte Heilwirkung besitzt das Mittel nicht. Ter Verkaufst preis (3 Mk. für das Fläschchen mit 50 Gramm) ist außerordentlich hoch; die gleiche Menge würde in der Apotheke zubereitet 1 Mk. bis 1.25 Mk. kosten. Vor der Anwendung des Mittels muß daher gewarnt werden! ** Vorn Manöver. Das 18. Armeekorps konzentriert sich allmählich in der Wetterau und dem südweftlicheii Vogels- Gießener Anzeiger V-n irn W-chl- mit wrn hessischen Landwirt ie 6W»« Samiliem hiatter viermal in der Lebe beigelegt und .weimal wöchentlich das Ir.Ubl-« für üen Kreis «iejeit Feruwrech-An- General-Anzeiger für Oberhessen Tagesnummer Hotatiotisbrutf und Verlag der Vrühl'schen Univ.-Vuch- und Zteindruckerei. R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulftratze 7. AnzeigenteilBeck. hjS vormittags 10 Uhr. Operettenspielzeit und die Symphoniekonzerte beendet und die Besetzung der Kurkapelle schon etwas schwächer geworden ist. Gui Konzert des Kunstpfeifers Gualdini und ein Vortrag bekannten Herrn von Hesse-Wartegg über Indien boten Abwechslung. Dazu kam eine ganze Reihe, festlicher Veran- ftaltungen. Der Kriegerverein feierte die kaiserliche Verleihung einer Fahnenschleife. Auf der Terrasse erinnerte eine Lampionbeleuchtung und ein entsprechendes Konzertprogramm an den Geburtstag des Kaisers von Oesterreich. Der Ludwigstag wurde mit einem prächtigen Feuerwerk und heute der Sedantag wieder mit „italienischer Nacht" und Militärkonzert festlich begangen. Die Anwesenheit des russischen Dr. Zamenhof gab Ben hiesigen Freunden des Weltsprachengedankens Gelegenheit zu einet Feier. Wer also Unterhaltung sucht, braucht^ sich auch über diese Tage des ausgehenden Sommers nicht j 3u dem allen führt die Manöverzeit militäri! , tierung her und die erhöhte Zahl der bunten Röcke auf der Terrasse und auf dem Tennisspielplatz gibt dem Badeleben grade zum Schluß noch einen neuen Reiz. Ein besonderer Ball un „Kaiserhof" für die anwesenden Offiziere wird für die weibliche Hälfte der Kurgastbevölkerung noch einen Höhepunkt bedeuten, wahrend die Einheimischen mehr die Last empfinden und die ganz ungetrübte Freude nur der Jugend überlassen, der natürlich ein paar richtige Soldaten mit dem blinkenden Lelm und dem unheimlichen Gewehr hundertmal interessanter sind, als die vornehmsten und berühmtesten Kurgäste. Das ist noch der unverfälschte Charakter der Kleinstadt, die keine Gericyts-aaL Stein nnfgeflofteit, bis dec Knabe tot war- Uttsveriitäts-rrachrichten. Gießener Strafkammer. Fleisehpreise in Gieß Getreidepreise in M a n n h c i in Arotprcise in Gieße, Weißbrot 2 Jtg. 68 Big. Schwarzbrot 2 Kg. 54 Pi 62.25 Elektriz. Schlickert . Hessen Tendenz: behauptet. 66.50 137.70 . 115.( . 100 [ . 211.] . 189.t 93.35 82.80 91.25 89.50 98.10 9800 92 80 103,00 66.00 66.50 91.30 89.40 140*40 47.10 8350 61.50 94.90 W/< 3% Wl< 3% do. Konsold do. Ochsen Kälber S ehweinc -Lrc Marktpreise für Vieh und Frucht und ine Giebeuer Fleisch- und Broipreise nm 2. September 1907. Höchste Schlachtviehpreise m F rank i n r t a. Li. . 194.9 . 219 . 31.2 . 111.7 . 141.2 Schönfeld dem Dahingeschiedenen widmete. . 151.8 . 126.1 . 223.8 . 140.5 . 168.1 . 138.1 . 199.2 . 93.2 .' 31*2 . 208.00 . 114.80 Börse, . 166.20 . 126.40 . 223.70 Berliner Handelsges. Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Deutsch-Asiat. Bank . Diakonto-Konnnandit. . Dresdner Bank Kreditaktien . Baltimore- und Ohio- Eisen Lahn . . . . Gotthard bahn * Lombard. Eisenbahn im Großherzogtum Hessen, 7, Kg. 82—88 Pfg. 7, , 84—90 , 7, „ 76-90 . 4. Sept. Anfangskurse. Harpencr Bergwerk. . Lanrahütte . . . Lombarden E. B. . . Nordd. Lloyd . . , . Türkenloso..... Nordd. Lloyd.....in,*; Obeischles. Eisen-Industrie 100.1 Eschweiler Bergwerk . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amerik. PaketL 128.1 Harpencr Bergwerk. . . 195.1 Laurahütte......219.C 3t. Frankfu-rt a. M., 2. Sept. Ank Nachmittag 14- ^um, dem Tage des TaunilsrcnncnS, fuhr aus der Mein Landstraße dec^ Chauffeur Gustav Schreck von der Fir 50 Kg. Schlachtgewicht 82-85 Pck. */? Kg.Schlachtgew. 92-95 Pi. /»if v 70—00 ,, iiusoere Argentinier 3% Mexikaner . 4>a7o Chinesen . . . Aktien: Bochum Guss . . . Buderus E. W. . . . Tendenz: fest. Berliner Canada E. B..... Darmstädter Bank . Deutsche Bank . Dortmunder-Union C. . Dresdner Bank . . . - --- Telefonische Kursbericlite des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Hand und Industrie, Giessen. 3-6 Portugiesen „ 1H 4>io/o russ.Staatsanl. 190b 4>$70 Japan. Staatsanleihe 1 % Conv. Türken von lUUii Türkenlose...... M» Griech. Alonopol-Anl. . c- - SinartShansen, 3. Sept. Auf dem hiesigen ^riedhofe wurde der im 58. Lebensjahre verstorbene Bürgermeister Johs. Jochim unter zahlreicher Beteiligmig von nah und fern z" Grabe getragen. Pfarrer Hohgraefe hielt ihm . m -------- --- —..— ~ v u w» oer eme ergreifende Trauerrede, ivährcnd im 9tamen des Kreis- ZN?''seinem Au tom o b i! den 7ni ' Ä 1 ' I y.nl 1 I ' P t* VI Kni t JK T H CH-.rX hM a.haP Ä. f- — * Ä _ < • I * und Oiechnungvablage. Die — Die Leitung> der Frauenklinik der Universität Tübinai und die ordentliche Profepur für Geburtshilfe wurde dem Profei Fellheim in Düsseldorf übertragen. ' " Oesterr. Staatsbahn . . . 140.4 Prinee-Henri-Eisenbahu . 127.0 tu « Tie»q»tälcrci. SttaibS -MUagtcn patte das Amtsgericht einen des zu erwartenden Vermögens dem Kloster ®3*»■ er, c L v Vom rZichfencheugefch. «.äss äs II |."»?Ä- »Ä 'S« linrh Kvmpagniegeschäft betreibt, verbringen lies/ bestehenden Bestimmungen darf der Standort des Tahah8, M Oon au8|part3 eingeführt wird, in den ersten sieben Tagen nicht gewechselt loerben. Es wurde aeaen ibn An g'^'Äii'S,'^«’* iftSS SRÄMtinmäSiS iemer Abwesenheit erschienen ist, und daß zukomncn hinter Sri’ Bestimmungen nach, folgen Untci b,cfcn Umstanden mußte Freispruch er- l Blut floß. Zum Schluß hat er ibm ein ffir™ mit «■ tri das Maul gemürgtt a» das er eine $®te bestusigt hatte Ä baSLn *?incm "Up,osten aufgchLngt. A^s b-r ilunh , dieser Prozedur immer noch nicht mit ihm nrft-n nmirn 1 b- holte er das Schausviel noch einma D,?ch Ls surchtblre Ma des Lundes sammcite sich auf der StrnRc 6or bem 1 an. Ter Angellagte eepob Berufung und ' Hit« tat £>unb in bet W-ne mißhandelt zu haben, wie cs zur Last gelegt werde. Er legte eine tierärztliche Bescheinw vor, nach welcher der Lund um die fragliche Zeit K j letzunacn aufnncs. Tas (Bericht hielt eine behcre Sachverhalts fiir erfordert, d- s.ch btt Verurt un der erucn Jmtanz fast ciuztg au, die Aussagen eines m ! Angeklagten verfeindeten, auch sonst nicht einwandsfreien grunbet. Es gab der ^taalsanwa-lschaft anheim, toei eie Mittelungen anzustellen und insbesondere eine i>!enßeruug des n- arztes, ber den Sund untersucht Hot, hcrbeiznsührcn, zu wein Zwecke Vertilgung eintreten mußte. 6 m berg. ^rIer den Infanterie-Brigaden Nr. 49, 41 und 42 und ben Feld-'Arlillerie Brigaden Nr. 25 und 21 sind jetzt auch die Kavallerte-.)kegtme!iter eingetroffen, und als letzter Truppenteil lommt noch die oO Infanterie-Brigade (117er und 118er) am a° inr '^lddertal nach Büdesheim und Heldenbergen. Büdingen, sowie .00-00.00 Mk. selbst^mrnc^5rsuchs. Er gestand sofort ein, daß er das Schreiben LnS; ^vbefertigt hat; er will m Geldverlegenheit gewesen fein bod) wehr als 20 bis 30 Mk. habe er sich nicht ersdiwindeln Milde walten und erkannte auf eine O c f a n g n i s st r a f e v v n s e ch s Wochen, worauf vier Wochen der erlittenen Untersuchungshaft anzurechnen sind. . ^r,£C lLüne erfolgreiche Berufung. r • r Sa)öfjcnoeiitf)t Friedberg hatte den Gärtncrae- aus Kaflerberg wegen Diebstahls zu drei Wochen, - .... Gefängnis verurteilt, unter der Anschuldigung, daß er in y^°/o Hessen .... üekru o rn ^.September v Js. bis März d. Js seinem Dienst- ^7- Oberhessen' . . . Herrn zu iVtiibbcrg fortgesetzt Gemüse nnb Pflanzen neftobleii 4% Oesterr. Goldrente, . ^^umtivert von 60 bis 80 Mk. Der An- 47°^o Oesterr. Sil bei reute LAagte erhob 93erufnng mit der Bitte um Herabsetzung der 4- Ungar. Goldreute . . be r±'. bVCK.^.'.t.t Entw°nd°tcn faum.3 Mk. !>“*“•. lie*“2 : ■ o^o 1 ortugiesen Serie I . 1 .........ivuhuiu uii ui'3 MCCI5» l a " < är , - < a- / 1 ......u u 1 * otn «lanrii &±r®e£>- N-aicrungsrnt tot. einen warmen Nachruf lnerher gefahren und dann mit seinem 40hp--Motor eine Svor, fahrt" unternommen- Dabei hatte er ein so unsinniaes ^en II Ans dem Kreise Marburg, 2. Sept. Der Land- ^^^c^chlagen, daß er die Herrschaft über sein Fahrzeug rnt bed Streifes Marburg macht bekannt, daß ,8 sich in »achscham^üb nnpsichtt"^bas"Ob)^?^ W'ttccnng sehr blieb mit, zerbrochener Kniescheibe ^Negern ' E'r lm!e"erst2 Mm, cmpsicyit, das Obst nicht zu früh einzucrntcn. Die vorher sein Chaufjcurexamen gemacht. Nur diesem Umstande . Gemcuibcobst-Vcriteigerungcn sollen nicht vor dem 15 Scv- 'k/ner b^herigen Unbescholtenheit hatte es Schreck, der 28 Ja tember stallfinden. — In Ebsdorf lunvbe cicilcrn in 9ln- bnß cr J)on der hiesigen Strafkamm "*»*” - «lI”«• M B » und gleichzeitig auch das Schivesternhaus cingeweiht. An- Ar 11 s b,e r g, 2. Sept. Ein 1 4 j ä hr i g er M ö r d e r WU' sprachen hielten die Pfarrer Dettmering-Frankfurt und Werner- leigen Straskammer zu 6 Jahren 4 Monat Kappel. Gefängnis verurteilt- Ter schon vorbestrafte rohe Burs ** Kleine Mitteilungen n ii a „ r r. k einen 6 lahrigcn Knaben ins Wasser geworfelt und sein Na 6 n r fU a t C m ' 'sÄLtig ^?Hcrb" n7r-!^L S^. ^»ortagenben W chloß, amtlichere hr er auf Kosten her Stadt in die H a ft- rr11 €-r 1 a) CkL' “uhieljinen zu lassen. — Ein zwischen imn^na .^r“ c 1 6 f 1 r che.tt beschäftigter Streckenarbeiter -o * n in and Lieblos bei Gelnhausen wurde von einem Bersoncnzug erfaßt; cv wurdeii ihm beide Beine n nt? r \ ?’• T x') be! heimer Bahnhof entgleisten zwei beladene Wagen in einer Weiche- Das eine ^-Eburger Gelci>e war längere Zeit gesperrt- Verletzt wurde or p®11}.6 die von Baden-Baden kam, entdeckte! bei ihrer Ankunst un Frankfurter Hauptbahnhof, daß ein Koffer, der u-a. 6 Brillantringe enthielt, abhanden gekommen war- Die Dame hatte ihr Gepäck in Baden-Baden rUrtntiCinSl /lin°cn ^onichen zur Bahn bringen und abfertigen lafien. Es waren aber anstatt 3 nur 2 Stücke dort ausgegeben worden- lu J JäJic von tia,tcn mH m die Unte,;!chrift t,je6e8 Dokuments, das übei die mii 6l080ii erzielten grossen Erfolge berichtet I WZMWWW den Kindern, denen wir das Biosan mr rtU15,‘ auögezelchnere.Dienste geleistet wm brm Ä110 naben, hat ec äusr.eoen. BW rann das B oson allen,vew>ctetzi wrer Geiunotzeir eines Annenn!il,ÜJ 1 4viederbersteUuiit das Wärmste emp^cblc1u^:un^Düu“bööiTh?ilf bedürfen, au in der «mibeßirrenanitott^^>mna^0aröt, waei vaipen, Schneider, der Büraeriiiem/'v MA beglaubigt. Batten Drogerien u. f. w. das S A 3 , 1,1 'lpotvete.r ea. 14 Tage ausreicht. 1 51 3 erhaltlrch, welches fui ---_____ b7» Frank titrier Börse, 4. Sept., 1.15 Uhr. Reichsanleihe . . 92.751 Elektriz. Lahmeyer . . Silber in u^finJc “ r,at numnebt ßiöcn ihren früheren Ehemann einen U [ im c n t ci t i n { Welches Resttltat bet euigeleiletc i iia ii . P-x' ailcrbuiQä wurden bent itüljcren 'iicuiaci uon eiü. W in Oesterreich lebende,, Lhenn runo Ävoüo'bs Kronen als Erbtell zugesichert, allein inan glaubt, bau die