Erstes Matt General-Anzeiger fSr Gberheffen Annahme von Anzeigen iS-J Adresse Mr Depeschenr Anzeiger Gießen. 157. Jahrgang Samstag 3. August 1807 t Bezugspreis: monatlich 75 Pf^ viertel- Ä. A. jährlich Mk. 2L0; durch Abhole- tu Zweigstellen M M H ■ ’ monatlich 65 Pf.; durch W M W ;-iZ W diePostMe.2.—viertel- W M M HK W tährl. ausfchl. Bestell^ M ZellenpreiS: lokal löPft ▼ ^2 auswärts 20 Pfennig' Verantwortlich für den politischen Teil: L. Anderson; f. Feuilleton und v99ermifcf)te§* P. Wittko; für .Stadt , qr P * " - - - u. Land^ und „Gerichts- 5‘g v-MMags io"üh" Rotationrdr«» und Verlag der vrühl'schen Unin.-Vuch- «nd Ste-ndruSerei. ö. Lange. Redattion, Expedition und Druckerei; Schulftratz« 7. Anzetg°nl^ Äs Nr. ISO Erscheint täglich außer Sonntags. Dein Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem basischen Landwirt die Eichener HamiUen- htätter viermal in der Woche beigelegt und rweima! wöchentlich das Krcisblatt für den Kreis Sichen. Fernsprech-An- fchlußs.d. Redaktion 112 Verlag u. Expedition 51 I gBBBBPMMMBWKaBWKSa pie heutige Mummer umfaßt 16 Seiteu. Are Unruhen in ßasaSlanca. Nach den übereinstimmenden jetzt vorliegenden Meldungen fiti3 Casablanca handelt es sich bei dec Ermordung der acht i Europäer in erster Linie um einen Racheakt der Eingeborenen gegen die französischen Unternehmer, die mit den Hafenbauten von Casablanca beschäftigt sind. Man hatte den Eingeborenen erzählt, daß die Bauten die Herstellung einer Eisenbahn- Verbindung zwischen Casablanca und Rabat bezweckten, und I das hat sie so empört, daß sie schon einige Tage vorher mit i der Zerstörung dec Werke gedroht hatten. Beteiligt sind an * den neuesten Unruhen außer Frankreich auch Spanien und । Italien, während deutsche Staatsangehörige anscheinend nicht 1 in Gefahr sind. Da hauptsächlich französische Arbeiter an» 1 gegriffen und getötet worden sind, so wird natürlich Frank- * reich die bereits in die Wege geleitete Aktion gegen Marokko । durchzuführen haben. Es sind denn auch bereits mehrere französische Kriegsschiffe nach Casablanca unterwegs, um den dort ansässigen Europäern Zuflucht zu gewähren und um ; ferner von der marokkanischen Regierung für die neuesten ! Mordtaten Genugtuung zu verlangen. Noch ist nicht be- i kannt, worin diese Genugtuung bestehen soll, aber zunächst ; dürste es sich darum handeln, die Mörder zu fassen und den Gouverneur von Casablanca abzusetzen und zu bestrafen, weil er offenbar dis Fremdenhetze geschürt hat. Die offiziöse Pariser Preffe beschuldigt ihn, daß ec durch die außerordentliche Schlaffheit seines Eingreifens die Mitschuld an der fanatischen Handlungsweise der Bevölkerung auf sich geladen habe. Diese Fanatisierung aber sei dem Einfluß des Aben- ' teurerS und Zauberers Ma el Ainin, der bereits im September 1906 die Bevölkerung Casablancas zum Europäermord ausgereizt habe, zuzuschreiben. Die französische Regierung wird ohne Zweifel energisch vorgehen, es fragt sich aber nuc, ob sie etwas erreichen wird, oder ob vielleicht durch die Entsendung der Kriegsschiffe der Fremdenhaß bei den Eingeborenen sich nicht noch steigert. AlS vor nicht.langer Zeit der französische Arzt Dr. Mauchamp in Marrakesch ermordet wurde, sandte auch Frankreich eine EgJedition nach Udschda und zog naturgemäß damit den Haß der Eingeborenen auf sich. ES ist nicht ausgeschloffen, daß die jetzigen Fälle in Casablanca, weil sie sich hauptsächlich wieder gegen Franzosen richten, dieser Erbitterung ihren Ursprung verdanken. Was jetzt Frankreich passiert ist, kann in den nächsten Tagen uns treffen, und deshalb ist es ratsam, daß alle Mächte, die in Algeciras darin übereingekommen sind, in Marokko Ordnung zu schaffen, Frankreich in Casablanca mit allen Kräften unterstützen. Die französische Re- et iwn i'iwjii ■ MmMnrog über den Invalidltätsbegriff gepflogen, die eine weitgehende Uebereinstimmung der Anschauungen zu Tags förderten. Inzwischen hat sich auch der Deutsche Privatbeamten- Verein in Magdeburg, der mehr als 22 000 Mitglieder zählt, für die Errichtung einer besonderen Kassen-Einrichtung ausgesprochen. Goldene Wortte. Bei der Jahrhundertfeier des Leipziger Korps „Lusatia" hielt am Sonntag Hoftat Dr. nrcb. Klemm-Dresden in der Wandelhalle der Universität eine Festrede über die Aufgaben der Korps. Der Redner sagte u. a.: „Wie oft bei rasch auf- fteigenden Völkern, droht auch bei uns der Moloch eines goldsatten und doch goldgierigen Protzentums banausischer Emporkömmlinge die edeln Regungen der Volksseele zu ersticken. Gleichzeitig verschärft das reißende Anschwellen der Bevölke- rungszisfer den Kampf ums Dasein auf allen Gebieten bürgerlichen Lebens. Richt zum geringsten unter dem verderblichen Einfluß jener Banausen und ihres zur Schau getragenen Wohllebens zeitigt dieser Kampf ein. wüstes Strebertum. Durch Vetternschasten und Cliquenwesen, durch Sensationen und aus Hintertreppen sucht es sich der Staatskrippe zu bemächtigen und vertritt der ehrlichen Pflichterfüllung, die nur auf sich selbst gestellt ist und auf die Gediegenheit ihrer Leistungen, dreist und gewissenlos den Weg. . . Wem nun willst du, daß deine Söhne sich anschließen, Lusatia? Ten dunkel'u Lebemännern und hohlen Strebern oder den Leuchten der Wissenschaft, den Säulen des Staaslebens? Kann dtie Antwort zweifelhaft sein? Wer heute unfähig ist, den hochgespannten Pflichten gegen das Vaterland in fruchtbarer Arbeit zu genügen, wer Stümperarbeit leistet, der wird bald erkannt und beiseite geschoben; der erkennt aber innerlich auch sich selbst, zur lebenslänglichen, eigenen Qual. Hier hat das Korps einzusetzen! Tas Korps hat die Ausgabe, Charaktere zu erziehen, d. h. ganze Männer! Zum ganzen Mann aber gehört heutzutage mehr denn je, daß er auch wissenschaftlich, sachlich voll ausgerüstet sei für die Aufgaben seines der öffentlichen Wohlfahrt dienenden Berufes. Darum muß das Korps fort und fort darüber wachen, daß jeder einzelne seiner Aktiven mit ganzer Kraft danach trachte, das ihm klar vorgesteckte Ziel rechtzeitig und ehrenvoll zu erreichen. Das Korps muß ferner darüber wachen, daß dem Bunde Absenker jenes Protzentums fern gehalten oder doch, daß sie zu besserer Einsicht, zu tüchtigen Menschen erzogen werden. Gerade in studentische Körperschaften mit ihrem jugendlich Prunkhaften Außenleben suchen jene Schädlinge der Volksseele gern einzudringeil, Einfachheit und Reinheit der Sitten, Willen und Kraft zu Arbeit und Pflichterfüllung gefährdend . . ." Diese kräftigen, lautere und vornehme Gesinnung atmenden Worte verdienen es, in weiten Kreisen beachtet zu werden, denn im Grunde gelten sie nicht nur den Korps der deutschen Universitäten, sondern allen Körperschaften des bürgerlichen Lebens, sofern sie Einfluß auf die Gesellschaft und weitere oder engere Kreise des Volkes zu üben vermögen. gierung hat denn auch nicht verfehlt, durch ihren Berlinec Geschäftsträger dem Auswärtigen Amte sofort Mitteilung über die neuesten Ereignisse zu machen. Daraus geht zur Genüge hervor, daß die französische Regierung im Einverständnis mit Deutschland und den anderen Mächten in Casablanca vorzugehen gedenkt. Auch der in Karlsbad zur Kur eingetroffene Ministerpräsident Clemenceau hat auf Befragen versichert, daß Frankreich bei der Behandlung des neuesten marokkanischen Zwischenfalles sich von zwei Hauptmomenten leiten lassen werde, die darin bestehen, daß die Schwierigkeiten möglichst auf friedlichem Wege beigelegt werden, und daß ferner Frankreich in keinem Falle allein vocgehen wolle, sondern nur in Uebereinstimmung mit den Mächten, die an der Konferenz von Algeciras teilgenommen haben. Dec Minister des Acußeren, Pichon, der in der Sommerfrische weilte, ist bereits in Paris eingetroffen, um persönlich die Aktion gegen Marokko zu leiten. Seiner bisher bewiesenen Umsicht wird es hoffentlich gelingen, die Heraufbeschwörung weiterer Wirren in Marokko zu verhindern. Der Sultan hat sicherlich den besten Willen, fremden- seindliche Bewegungen zu unterdrücken, aber er besitzt weder die Macht, noch die Kraft, diesen Willen durchzusetzen. Das neht man am besten bei der Verfolgung Raisulis, der sich seit Monaten in der geschicktesten Weise der ihn drohenden Verhaftung entzieht. Er hat es sogar fertig gebracht, den englischen Günstling Mae Lean gefangen zu setzen und will ihn töten lassen, falls der Feldzug gegen ihn (Raisuli) nicht eingestellt werden sollte. Marokko wird, wie auch die Affäre in Casablanca ausgehen mag, den Algecirasmüchten sicherlich noch sehr viel zu schaffen machen._________ Apolitische LagesiÄarr. Die Frage der staatlichen Pensionsverstcherung der Privatangestellten geht ihrer Klärung entgegen. Nachdem der Hauptausschuß am 14. Juli 1907 in Berlin eine eingehende Besprechung der zur Lösung dieser Frage gemachten verschiedenen Vorschläge vorgenommen hat, steht die Verständigung auf einen gemeinsamen Vorschlag nahezu mit Sicherheit zu erwarten, Wesentlichen sind es taktische Bedenken und Erwägungen, die ein Auseinandergehen der Meinungen herbeigesühn haben, so daß die eingeleiteten weiteren Verhandlungen der siebener Kommission des Hauplvusschuffes wohl schon m ihrer nächsten Sitzung zu einem endgültigen Beschlüsse fuhren dürften. Diese findet am 18. August in Koblenz statt. Bis letzt hat die Siebenerkommisjion erschöpfende Verhandlungen über die Schaffung einer besonderen Kasjen-Ernrichtung und über den Ausban des JnvalidenversicherungSgesetzes, sowie Tie Polonisierung Posens. Die Bevölkerung der Stadt Posen besteht zu 55,13 v. H. aus Polen und dies polnische Hebergewicht ist erst in den letzten Jahren entstanden. Ein ähnliches Verhältnis zeigen auch andere Städte. Aus dieser Tatsache folgern nun die Polen, daß die Polonifierung der posensll)en Städte andauernd zunehmen müsse. Die in Posen erscheinende Korrespondenz „Der Osten" ist jedoch ganz anderer Akeinung. Sie sagt: Den Ausschlag für die numerische Zunahme des Polentums in der Stadt Posen hat die in den letzten Jahren in Posen eingesetzte fieberhafte Bautätigkeit gegeben, denn man muß inbetrach. ziehen, daß mindestens drei Viertel aller Bauhandwerker und Arbeiter Posens Polen sind. Bei den übrigen Handwerkern und Arbeitern stellt sich das Verhältnis noch ungünstiger. Was aber die Steuerkraft anlangt, so schreitet das Deutschtum in der Stadt Posen unentwegt vorwärts; das hat sich namentlich bei den letzten Stadtverordnetenwahlen gezeigt, wo die Polen vier Sitze eingebüßt haben. Und die letzten Reichstagswahlen haben bewiesen, daß das Deutschtum auch in der ganzen Provinz rüstig vorwärts schreitet. Bei dieser Wahl haben die Deutschen nämlich 21 650 Stimmen mehr abgegeben als 1903, während die Polen nur 15 686 Stimmen mehr gegen 1903 aufzubringen vermochten. Demnach haben die Deutschen gegen die letzte Wahl an Stimmen um 18 v. H. zugenommen, während sich die Polen mit einem Zuwachs von 8,75 v. H. begnügen mußten. Und je mehr die Seßhafttnachung des deutschen Mittelstandes uvd Arbeiterstandes in den Ostmarken gefördert wird, um so weniger dürften die Polen hoffen, auch nur ihren jetzigen Besitzstand in den Städten zu behaupten. Die Frage: „Sind die Städte im Großherzvgtum Posen deutsch?" kann also unverzagt werden mit den Worten: „Sie sind deutsch und werden deutsch bleiben!" Reue Kolonialpliine des Königs der Belgier. Ein „jalter Aftikaner" erzählt nn „Hann Cour." al^rlei über angebliche Pläne des Königs t>er .^dgter Tev Verfasser spricht üher die zwpchen Deutschland und dem Kvngoslftat seit Jahren schwebenden Verhandlungen über die Abgrenzung im Gebiete des Mvusces.und sagt bartber: 0 ?,Es ist — wenn tauch nur m mwres, irrten Kreisen — bekannt, hlaü seit Jahren ein Grenzstreit um ten Kivusee .chwebt, daß der Kongosilmt diesen See ganz für sich reflainiert, und daß demnächst eine Grenzkommission sich damit beschäftigen muß und wftd, Uesen Stteit zu lösen. KöniZ Leopold haut nun hEus einen kühnen geiMen Plan aus. Ec will den Kwn-^e bedingungslos als deutsch anerkennen, wenn wir dafür dem Kvngo- ftaat ttnen GrbietSstveifeu an der Srordgrenze unserer Kvlome auf'IVO bis 200 Jahre verpachten, wellher cmen diretten Mg vom KongostXial zum Victvria-Ryanza barst^lm wiu^e. Die Grenze würde, wie oie Kfarte zeigt, der erfte.Grad sÄlich des Aequawrs bilden, die zlveite, den Weg abschließende Lmre wurde diesem parallel laufen und, nördlich BuLiba beginnend, einen etwa zehn englische Meilen breiten 'Streifen, direkt vom See bis an d« Kvngogrcnze reichend ergeben. Dlejcs Gebiet foll a-ls Pachtgebiet WHMIWIlUJBMnBMMMaMMMKaMnaMBMiraffilglII■ will I I . .SCTnEEPKg» neutrale Zone sein mit Freibandel und Zollfteihell für Tcutsch- Osisaftika und was der Vorteile für uns mehr sein würden. Außerdem möchte Leopold Freihafen gebiet bei Bukoba und Muanza haben. Kurz, er ist als treusorgender Vater seines Werkes auf jede Weise bestrebt, nach Osten hin, koste es, was er wolle, Anschluß an die neuen Verkehrswege und ans Meer zu gewinnen. Wir wollm heut nur diese Plane des Belgierkönigs der Oeffentlick>- keit übergeben, tya wir es für notwendig halten, daß eine öffentliche Diskussion über Zweck- und Unzweckmäßigkeit der Pläne — die dem Reichskolontalamt bereits feit einiger Zeit bekannt ind — stsattfindet, und damit nicht in aller Stille Abmachungen getroffen werden, die von weittttagender Bedeutung für unser ostjafrikanisches Schutzgebiet fein oder werden können. Wir trauen unserem obersten Kplonsalbeamten viel, aber in dieser Frage noch nicht dlas nötige Maß von Landkenntnis zu, um allein oder nur mit seinen Assessoren entscheiden zu können, wie Deutschland 'ich zu jenem Anerbieten zu stellen hat. Rach unserer Ansicht handelt es sich einfach um ein Geschäft: Leopold will von uns etwas haben, was von großem Wert für ihn ist; was- bietet er dafür? Du liegt der Kern- und Kardinalpunkt, und von diesem aus ist auch die Frage zu entscheiden. Können wir habet ein wirklich gutes Geschäft Machen, so sollte prinzipiell kein Grund vorliegen, auf die Sache nicht einzngchen. Jedenfalls genügt aber der Verzicht auf den Kwu-See zu Gunsten Teutich-Ostaftikas n^cht, denn es ist eben durchaus zweifelhaft, ob der Kvngostaat überhaupt irgend ein Recht auf oen See hat, und zurzeit sind wir die beati possidentts. Geschäfte wie 1890 im Sansibar-Vertrags wollen wir doch nicht zum zweiten M^ale machen. Von einer Befprechung in der Oeffentlichkeit entarten wir eine gründliche Erwägung aller ptsachl,ch Zu dem Verzeichnis der Ehrenpromotionen für die früheren Studierenden der Universität be|timmt, die! in der geiirtgen Nununer muh es ftatt Löilhetm Weber, Pfarrer auch zahlreich an ihr teilnahmen. Die einzelnen Darbietiingen ul Lich, Karl Weber, Pfarrer in Lich, heißen. sanden lebhaften Beifall. Um 9 Uhr war die Vorstelliing beendigt und die Teilnehmer begaben sich zur Festhalle, ivo AttS StcvÖt Mit6 um 9 Uhr der große allgemeine Schmückt Eure Fenster und Dalkoue mit blühenden Blumen. . . FestkommerS Gießen, 3. Aug. 1907. beginnen sollte. ** Gießener Volksbad. Im Juli wurden 13 396 Bäder Der weite Raum war mit Tausenden von Ehrengästen, verabreicht gegen 12792 im Juni 19U7 und 12 867 tm Juli 1906 Akademikern und Bürgern dicht bescüt. Kurz nach 9 Uhr °5er Turchschnttt pro Tag 432 Bäder gegen 426 un Juni traf, von brausenden Zurufen begrüßt, S. K. H. d°?Dr°ß. ^wie'totgn "" $CC c,näelncn uctiei“ ^erjog ein und nahm an der Ehrentafel zwischen dem! Schwiinmbad: 5582 Männer, darunter 932 zu 10 Psg., Vertreter des Kaisers, Exz. von Eichhorn und dem Rektor » 2050 Frauen, , 403 io „ Platz. Letzterer begrüßte ihn und übertrug das Kommando Wannenbäder 1. Klasse 375 Männer, 197 Frauen, ku ®t0^“3°g M den Rektor Brausebäder k'. Klasse 1120 Ma'nner, 198 Frauen, Magmsizenttsstmus. S. K. Hoheit kommandierte ihn mit lauter „ 2. „ 1804 „ 351 Stimme. Der Salamander galt der Gießener Studentenschaft Dampf- u. Heißluftbäder, sowie Masfage zus. 133 Atänner, 48Frauen, und dem ungestörten Verlauf des Festes. Es stieq von $ie Personenwage wurde von 240 Personen benutzt und das Bad tausenden von Männern gesungen daS erste Lied von 2^8 Personen besichligt. cmnIinv< cts- . 1 . * ./ 0 , I Ziiin reizende li Aussehen der Stratzen unserer Prelstteo von Walter König. Die Rede auf Kaiser und alten Innenstadt, aber auch anderer Stadtteile habe»,, tvas hervor- Großherzog, die stud. phil. Mart. Schmidt (Rormannia) gehoben zu werden verdient, die Inhaber - der Ladengeschäfte sehr hielt, fand stürmischen Beifall und mächtig erklangen daran ^ebllch beigetragen. Allenthalben sieht man die Büsten oder anschließend die ersten Verfs der deuis^k-n imS Bilder des Großherzogs, vielfach von Lorbeer oder anderem üppigen oie ersten ^erfe der deutschen und der hessischen Baumgrün umkrä.izt, hier und da Schläger, Banner und Wappen /lutionai^ymne. der Universität rc. Besonders wirkungsvoll niid init setneni Ge- Dann erhob sich der Rektor Geh. Hofrat Professor Dr. schmack dekorierten die hiesigeit Buch-- unb Kunsthandlungen. Eine Behaghel, um nachstehendes Telegramm S. M. des Kaisers sehenswerte Dekoration har auch das Pelzwareiihaus Schultheis iU verlesen: 011 ber Markistraße hervorgcbracht. Blatt sieht das UlilversitätS-- 1 £X1T , . wappen ilnd die Zahl 300 umrahmt von einem sinnreichen Arrcmge- Tas Glückwunschtelegramm des Kaisers. ment edler Felle und Pelzgirlandeii. Sehr nett hat auch die lielegramm aus Snxnemünö-e, k)ofienzollern 131 LW. Möbelfirma LH. Brück gegciiüber deut Schlosse dekoriert, die üb- 1907 den 2. 8. Ifm 8 Uhr 37 Ulin D rigeiis unter vielem anderen m tue licue Ailia dre beiden Katheder Seiner IHaanifi^enr dk»m nebfl den Sesseln für die Großherzogin und die Hoidameii lieferte, ruhmU« A 0er Grobherzoglich währelid der dort ausgestellte Seßel für den Großherzog von der hessischen £utoTgsunroeifitat, k)errn Geh. Hosrat Professor Firma E. «Ltückrat stammt. ^ehaghel. ** Die neue Aula. Von zuständiger Seite wird uns Der Großherzoglich hessischen QldrviasuniversitäL entJ^riebcn: „Unter Bezugnahme aus Ihren Bericht in Nr. 178 biete Jd) zu der heutigen, m Gegenwart ihres erlauchten Rector magnificentissimus stattfindenden Jubelfeier ihres dreihundertjährigen Destehens Meinen kaiserlichen Gruß und Glückwunsch. Seit ihrer Gründung durch Landgraf Ludwig V. den Getreuen, hat die mit hervorragenden Männern der Wissenschaft reich begnadete Ludoviciana allzeit bereitwilligst ihre Pforten den Ungehörigen auch der übrigen deutschen Bruberftämme geöffnet und in fruchtbringendem Wirken dem deutschen Vaterlande ausgezeichnete Diener des Staates, der Kirche und der Wissenschaft zugeführt. Zu ganz besonderer Freude gereichen Mir die guten Beziehungen, welche zwischen der Universität und Meinem Regiment, dem tapferen hundertsechzehner, bestehen. Möge die altehrwürdige Hochschule auch in kom- röte einer neueren Bett leuchtete auch über dem Schiffender» Man hat mit staatlicher Gründlichkeit eine Renovation pn?* genommen, die fast einem Neubau gleichkommt. Man hat leine Kosten gescheut, den Schifsenberg zu erhalten und ihn in einer Verfassung den kommenden Geschlechtern zu überliefern, deren sich die Schaffer nicht zu schämen brauchen. Nun liegt ea noch an dem Wirt, die schönen Räume, die ihm mit einem Kostenaufwande von ca. 40 000 Mk. zur Verfügung gestellt smd, r0 weit sie für das Publikum bestimmt sind, auch entsprechend wohnlich und behaglich auszustatten und vor allem den Betrieb zu nwdernisieren, d. h. ihn aus einer ländlichen Wirt- schast zu einem dem Bedürfnis entsprechenden städtischen Restau- rationsbetrieb um-ugestalten. Was vor länger als 10 Jahren in dem eingangs erwähnten Artikel nur ganz schüchtern angedeutet ward, wurde Tatsache: der Schiffenberg ist Sommerfrische geworden. Herrn Lynckei stehen heute ca. 10 schöne Zimmer verschiedener Größe zur Ausnahme von Fremden zur Verfügung; einige davon sind schon bewohnt. Beim Betreten des Hauptgebäudes fällt dem Besucher zunächst der neue, sehr schön solid und praktisch angelegte Trep. penaufgang auf. Ter große Restaurationssaal ist vollständig neu; ebenso das angrenzende Eckzimmer, dessen schöne und iolide Wandbekleidimg sehr günstig wirkt. Zwei große Pracht- volle Kachelöfen ,sorgen im Winter für die nötige Erwärmung bei Räume und eröffnen eine angenehme Perspeklive, auch im Winter emen gemütlichen Aufenthalt dort zu finden. Gewisse Toiletteräume sind in modernster Weise eingerichtet und lassen nichts zu wünschen übrig. Ganz überrascht ist der Besucher über den unbeschreiblich schönen Blick von dem Eckzimmer in nord- und nordwestlicher und westlicher Richtung. Man hat ganz unwillkürlich den Eindruck, als befände man sich ganz anderswo, als auf dem Schiffenberg, da man seit undenklich langen Jahren einen Fernblick nach Gießen hin, wegen der hohen Bäume überhaupt nicht mehr hatte. Man kannte eben von Schifsenberg nur die eine Aussicht von der Terrasse nach der Wetterau und Vogelsberg. Das ist jetzt anders geworden. Unser neuer Forstmeister des Domanialwaldes Herr Trautwein hat in richtiger Erkenntnis dessen, was nottut, im letzten Winter die Bäume, toelche bie Fernsicht sperrten, entfernen_ lassen und um den jetzc schon prachtvollen Blick nach Gießen vollständig zu machen, sollen noch weitere Bäume, die im Wege sind, geschlagen werden, sodaß sich fernerhin der Blick von der Marburger Gegend, über Gießen nach Gleiberg-Vetzberg, Hohensolms, Lahn- und Tilltal, Diaua- burg bis weit nach dem hohen Westerwald erstrecken und ein Panorama bieten wird, das seinesgleichen sucht, lleberhaupt scheint es, als ob das fernere Geschick des Schiffenberges in den besten Händen wäre. Was Herr Forstmeister Trautwein, der jetzige Verweser des Schiffenbergs, bislang geleistet hat, läßt erkennen,^ daß er sich ein Ziel gesteckt hat, das er weitsichtig und entschlossen durchzuführen gesonnen ist und wofür wir Gießener demselben nur herzlich dankbar sein können. Ein feit einem Menschenalter gar nichc mehr benutzter und verfallener, ganz in Vergessenheit geratener Fußweg, der in allmählicher Steigung vom Forstgarten serpentinartig nach bem Schiffenberg führt, wird in einer Breite von 2 Meter wiederhergestellt, was ein nicht zu unterschätzender Fortschritt ist und Annehmlichkeit für alle die bedeutet, die den direkten steilen Weg emporzuklettern scheuen. Ein weiterer neuer Weg für Fußgänger. führt am Saum des hohen Buchenwaldes, zu Füßen du Terrasse entlang, auf dem die Besucher, die mck der Bahn kommen, den Schifsenberg leicht erreichen können. So wird von feiten des Fiskus alles getan, und werden feine Kosten gescheut, um den Schiffenberg, als schönsten Punkt unserer nächsten Umgebung, auf hoher Bergeshöhe mitten im Waid, eine feiner Lage entsprechende Bedeutung zu geben, als Ausflugs- Punkt sowohl, als auch als Sommerfrische. Möge nun auch der Wirt sein Möglichstes tun, den Erfolg nicht zu Schanden zu machen. Gar mancher alte Gießener Student und sonstiger Besucher, der demnächst zur Jubelfeier der Universität vielleicht nach langen, langen Jahren das erste Mal wieder den Schsifen- berg besucht, muß sagen: Gießen hat sich gar mächtig entwickelt, aber auch der Schifsenberg ist mit fortgeschritten! Gießen, Juli 1907. vermachtes. • Die Zukunft des Berliner Botanischen Gartens. Der alte Botanische Garten in Berlin geht seinem Eride entgegen. Nach den soeben festgelegten Planen soll dieses Gelände das neue Kannnergericht, sowie ein Pädagogisches Mnseuiil anfnehmen und ein Mädchensensinar. Der künftige Park wird auf allen vier Seiten von staatlichen und Privathäusern eingeschlofsen fein. Als Muster für diese Anlage hat ein Pariser Park gedient. * Trockenlegung des Bodensees. Angesichts der bedeiitenden Schwierigkeiten, denen der Um- oder Neubau de§ Lindauer Stadtdahnhofes begegnet, und die die beschränkte insulare Lage der Stadt Lindaii im Bodensee mit sich bringt, ist der Plan der Trockenlegung und Kultivierung des Bodensees bei Lindati atisgetaucht. Wie man weiß, liegt die Stadt Lindau, die mit ihrer Garnison 6000 bis 7000 Einwohner zählen wird, auf einer Bodenseeinsel, die mit dem bayrischen Seeufer dilrch eine 219 Meter lange Holzbrücke uni) einen 550 Meter langen Eifenbahndamm verbunden ist. Dieser ganze, zwischen der Landtorbrücke und dem Eifenbahn- baimn gelegene Seeteil, der versandet und verschlammt ist und bei liiedrigem Wasserstande des Bodensees — also alljährlich längere Zeit — ohnehin nahezu trocken daliegt — soll, wie die „Köln.Ztg." schreibt, seiner gesamten Ausdehnung nach aufgefüllt und kultiviert tverden. Das nötige Auffüll- matecial kann unschwer benachbarten Landhügeln entnommen werden. Auch internationalen Schlvierigkeiten dürfte die Ausführung des Planes wohl nicht begegnen. Oesterreich, Württemberg, Baden oder der Schiveiz wird faum etwas daran liegen, menn der bayrische Seeteil, der übrigens aiich gewohnheitsrechtlich im ausschließlichenJnteressenkreise Bayerns und der bayrischen ©emcinben Lindaii und Aeschach liegt, aus seiner Bernioortlng herausgehoben, vollständig trocken gelegt und der Kulttir ztigeführt wird. Aus dem dann gewonnenen ausgedehnten Gelände, das namentlich für die zilnächst beteiligten Gemeinden Lindaii und Aeschach auch sonst von unschätzbarem Werte ist, könnten insbesondere auch die Lindauer Bahnhofsanlagen in ihrer Gesamtheit, ohne die sonst notwendige räumliche und kostspielige Trennung in Rangier-, Güter- und Personenbahnhof, den günstigsten Platz finden. "Der Wechsel der Körpergröße. Die Größe der menschlichen Gestalt ist wie auch ihr Gewicht einem ständigen Wechsel unterworfen. Wenn man einen Menschen genau mißt, sobald er sich des morgens aus dem Bette erhoben hat und tviederholt diese Messung vor dem Schlafengehen am Abend, so wird man feststellen können, daß seine Größe mit dem vorrückend en Tag ständig zusammengeschrumpft ist. Hm acht Uhr abends ist jeder Mensch kleiner, als um acht Uhr morgens, und bei nianchem Ntenschen handelt es sich hier um einen Unterschied von über einem Zentimeter. Im allgemeinen verliert man jedoch, wie in der Zeitschrift „Renaissance Littöraire" ausgeführt wird, tagsüber nut 5 bis 6 Millimeter, die man während der nächtlichen Ruhezeit in der Regel wieder einholt. Die Abnahme der Körper- §rößc ist besonders bedeutend, wenn man längere Märsche zunicklegt. Auch das Radfahren macht sich sehr stark bemerkbar; Professor Märtel stellte bei einem Radfahrer, den er unter ständiger Kontrolle hatte, fest, daß er an den Tagen der großen Rennen bis zu 2 Zentimetern kleiner wurde. Diese Tatsache, auf die man gewöhnlich nicht achtet, hat einmal eine große Rolle in einem Prozeß gespielt, der im Jahre 1869 in England geführt wurde. Ein Schlächter auS Melbourne gab sich auf Grund seiner außerordentlichen Familienähnlichkeit als den einzigen Erben einer reichen englischen Familie aus, der seit einer Reihe von Jahren spurlos verschwunden war. Der Kommandeur des Regiments, in bem der Verschollene als Offizier gedient hatte, fand in den Akten die genaue Angabe seiner Körpergröße und teilte sie dem Gericht mit, wobei sich zeigte, daß der Kläger genau dasselbe Maß hatte. Da fragte plötzlich ein Geschworener, ob dieses Maß denn des Morgens oder des Abends genommen wäre. Zunächst lachten alle über diese anscheinend naive Frage; dann aber machte der Advokat der wirklichen Erben auf die große Bedeutung dieses Umstandes aufmerksam, und es wurde eine Nachprüfung angestellt. Dabei stellte sich heraus, daß das Körpermaß des Australiers nur am Abend mit dem Maße des verschollenen Offiziers, der am Morgen gemcffen war, völlig übereinstimmte, und diese Tatsache führte mit anderen zur Entlarvung des Betrügers. * Kleine Tageschronik In Berlin ist die Familie des Mechanikers Hillekarnps au? der Gericbtsstratze nach bem Genüsse von Pökelfleisch unter Vergritungserscher- n u n g e n erkrankt. Frau Hillekarnps und deren Sohn wurden nach dem Virchoivkrankenhause transportiert. — In Bukarest machte der Universitätsprofessor und ehemalige I u st i z in i n i st e r S ch e n d r e a im Zustande plötzlicher Sinnesverwirrung einen Selbstmordversuch. Die Kugel veriehlte jedoch ihr Ziel. Ter Vorfall erregt großes Aussehen. — In Peschiera--Maraglia am I s e o - S e e versank plötzlieh eine bedeutende Ui er strecke im Wasser. Das Hotel Denioerazia und andere Häuser zeigen Risse. Rian befürchtet eine Katastrophe. — InSaar br ü cken erschoß sich der Volksschullehrer Schneider in der Schule vor den Augen der Schüler. Er litt an nervöser Urberreiznng. — Wie man aus Koblenz meldet, fiel von einem Kahne, der von dem Schleppdampfer „Stinnes 6" geschleppt wurde, ein Knabe in den Rhein, der ebenso wie sein nachspriugender Vater ertrank. — In den Bergen von La Grave (französische Schweiz) stürzten zwei Touristen aus Bern ab. Dr. de Wyß aus Seffis wurde tot, sein Begleiter Montandon, ein Industrieller aus Thun, schwer verletzt auigefunden. — In Snsak in der Nähe von Fiume, ivurde ein Attentat gegen einen gemischten Zug mittels Dynamit verübt. Die Explosion richtete nur geringen Schaden an. Es erfolgten 5 Verhaftungen angeblich koreatischer Knaben. — In Toulon wiirde bei einer Schießübung an Bord des Schulschiffes „donronne" der Verschluß eines Geschützes nach hinten herausgeschlagen. Hierdurch nmrben drei M a n u getötet und zwei schwer verwundet. 'Auch Niehrere Offiziere haben Verletzungen davongetragen. — An einem 13jährigen Mädchen; Insassin eines befanriten r ömis ch e n Erziehungsheimes, ist außerhalb des Heims ein Sittlichkeitsverbrechen verübt worden. — Aus Floreiiz wird berichtet, daß die dortigen Blätter sich sehr eingeheiid mit einer neuen Skandalaffäre beschäftigen. Danach sollen aus einem tzraueukloster zwei Schwestern, die ihrer Niederkunst entgegeiisahen, geflüchtet sein. und — D r. Walther von Knebel y. Der Privatdozent an der Universität Berlin Dr. Walther von Knebel ist, wie wir vor mehreren Tagen meldeten, nach einer Nachricht der isländischen Telegraphenstaliou Breidmnyri mit seinem Begleiter Maler Nu dlo ff in einem der Flüsse der Askfa ertrunken, nachdem sein Boot durch eine heiße Quelle zerstört ivorden war. Das tragische Ende dieser geologiichen Expedition wird die lebhafteste Anteilnahme der ganzen wissenschaftlichen Welt erwecken; hat es doch ein dem entsagimgs- reichen imb durch Opstrmutigkeit ausgezeichneten Forscherberuse geweihtes £eben jäh vernichtet, und mit ihm weitreichende Hoffnungen aus wertvolle Endeckungen, die von Knebel vielleicht Vorbehalten waren. Sein letztes Werk behandelt den „Vulkanismus", also jeiies Gebiet, bei dessen weiterer Erforschung von Knebel seinen Untergang qe'imben hat. „Der edle Drang nach dem Wissen und Erforschen des bislang Geheimnisvollen, Unergrüiideten", der Wunsch des Menschen, die Welt, in der er lebt, zu erfassen, um sie sich zu ge- binnen, hat diesen auch veranlaßt, in den Tiefen der Erde nach neuen Quellen seiner Erkeimtnis zu suchen: das sind die Gründe, die von Knebel in seiner Einleitung zum „Vulkanismus" als maßgeblich und prinzipell entscheidend für seine Tätigkeit anführt. Er deutet an, wie das verheißene Paradies der Menschen, das Land der Erfüllungen, vor der vordringenden Wissenschaft immer weiter zurückweichen muß, und wie seine Grenzen immer klarer hervortreten, nämlich dort, wo die menschliche Weisheit versagt. Die Aufgabe, die er sich in dieser seiner letzten wichtigen Veröffentlichung gestellt hatte, war: aus dem Stiidium der vulkanischen Gebilde und ihrer Erscheinungsformen imb aus ben chemischen Begleiterscheinungen auf die Vorgänge im Innern der Erde zu schließen und die verschiedenen theoretischen Erklärungsversuche kritisch zu beleuchten. Mit dem „Vulkanismus" hat der Verfasser seinen Freunden und Lesern ein Erinnerungszeichen hinterlassen, die in ihm den Forscher und Menschen ehren. — An der Universität Tübingen sind die bisherigen Extra- ordinariate für Geograph^ und für alte Geschichte in Ordinariate verwandelt und die bisherigen Inhaber dieser Lehrstühle, Professoren Karl Sapper und Ernst Kornemann zu ordentlichen Professoren befördert worden. Kornemann (geb. 1868), früher bekanntlich in Gießen, hat sich vorzugsweise der römischen, Geschichte und Historiographie zugewandt und eine Reihe von Einzelstudien über die, Geschichte der Gracchenzeit, über C. Asinius Pollio, über „Kaiser Hadrian und den letzten großen Historiker von Rom" u. a. veröffentlicht. — In Leipzig fand dieser Taoe zum erstenmal die Vro- m o t i o n v o n zwei Tierärzten statt. Die Würde eines Dr. med. vet. erlangten auf Grund der neuen Promotionsordnung für Tierärzte der städtische Tierarzt Fröhlich in Chemnitz und der serbische Kreistierarzt Mladin-uwitsch aus K'wschewatsch. Magdeburg, 2. Ang. Die hiesige Ferien-Strafkammer verurteilte in nichtöffentlicher Sitzung den vorbestraften Hand- lungsgehülfen Josef Wild wegen versuchten Betruges zu einem Jahre Gefängnis. Er wollte sich dadurch Geld verschaffen, daß er dir französischen Regierung versprach, zum Nachteile des Deutschen Reichs militärische Geheimnisse, zu verraten. Breslau, 2. Aug. Tas Ober-Kriegsgericht des 6. Armeekorps verurteilte den Sergeanten S ch i d l a n s k i vom 21. Artillerieregiment in Grottkau wegen -Gehorsamsverweigerung, Beleidigung von Untergebenen, und Bedrohung zu vier Monaten Gefängnis. — Vom Kriegsgericht der 11. Division wurden sechs Reserve- und Landwehrleute aus G a h l e wegen verschiedener Vergehen, deren sie sich nach einer Kontrollversammlung schuldig gemacht hatten, zu Gefängnisstrafen von sieben Tagen bis zu zwei Jahren verurteilt. Leipzig, 1. Aug. Der 60 Jahre alte russische Kaufmann Slama Leiberg in Leipzig wurde vom Landgericht Leipzig wegen Betruges im Rückfalle begangen durch Vorspiegelung einer 100 Millionen-Erbschaft eines afrikanischen Kolonial- truppenosfiziers Götze in Kapstadt, der 1830 gestorben ist, zu 6 Jahren Zuchthaus und 2000 Mk. Geldstrafe verurteilt. Lei- berg hatte 50 000 Mk. erbeutet. Spielptan des Grostherzogl. Kurhaus-Theaters Bad-Nauheim. Direktion Hermann S t e i n g o e t t e r. Montag ben ö. August: Unter Mitwirkung der Kurkapelle: „Die lustige Witwe." Operette in 3 Akten von Franz. LehLr. Dienstag ben 6, August in Gießen: „Die lustige Witwe." Mittwoch den 7. August : „Der Raub der Sabinerinnen." Schwank in 4 Akten von Franz und P. v. Schönthan. Freitag den 9. August: Unter Mitwirkung der Kurkapelle: „Der Vogelhändler." Operette in 3 Aufzügen von C. W. Zeller. Samstag den 10. August: „Der Schlaiw'agenkontrollenr." Schwank in 3 Akten von Alex. Bisson. Gießener Wetterdienst. Voransstchtliche Witterung für Hessen am Sonntag den 4. August: Meist heiter, trocken, warm, leichte südliche Winde. GrignrcLl-Drahtmel-nngE. Berlin, 3. Aug. Die Germpnia veröffentlicht ein Schreiben des Kardinal-Staatssekretärs Merrp del Vjal an dien Präsidenten der spanischen Antiduell-Liga, welches interessvnte Aeußerungen des Papstes gegen d a s Tue ll enthält. München, 3. Aug. Die reformkatholische Zeitschrift „Renaissance" hat vor kurzem über den im Alter von 88 Jahren verstorbenen Bischof von Regensburg, Ignatius von Senestrey, Enthüllungen aus seiner Pfarrzeit gebracht. Ter Nachfolger Seneftreys veröffentlicht nun in seinem Amtsblatt eine Erklärung gegen diesen Artikel, worin dem Redakteur der „Renaissance" die Einleitung des kanon. Strafverfahrens angekündigt wird. Ter Redakteur der: „Renaissance" ist ebenfalls ein Priester. Innsbruck, 3. Aug. Professor Mayer, der bei den irredentistischen Kundgebungen der Italiener Verletzungen davontrug, ist nach einer Zeitungsmeldung wahrscheinlich als Kompensation für die erlittene Unbill, zum Direktor des neuen Handels-unb Gewerbe-Museums inJnnss bruck ausersehen worden. Mantua, 3. Aug. Da bei den antiklerikalen Unruhen Gendarmerie und Carabinieri mit Steinen beworfen wurden,, machte das Militär Von der Waffe Gebrauch. Ein Carabinieri ivurbe , durch einen Messerstich schwer verletzt, ein anderer durchgeprügelt. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen. ding. Ter Kreuzer Edn ar ist nach Tanger unterwegs. Er wird dort verbleiben, um die weiteren Ereignisse abzuwarten. > Athen, 3 Aug. Die hiesigen Vertreter von Krupp und Ehrhardt haben dem Kriegsminister gestern einen ausführlichen schriftlichen Protest ihrer Fabriken eingereicht Toulon, 3. Aug. Tas Panzerschiff „Nieme" ist nach Algier abgedampft. Die Transportschiffe „Shamrock" und „Winh-Lons" werden morgen mit Truppen und Munition dorthin folgen. Die letzteren Schiffe haben spezielle Einrichtungen für Truppentransporte an Bord. Der Kreuzer „Jules Ferry" beendet heute die Proviantaufnahme und wird dann sofort nach Tanger abgeben. Tie Kreuzer „Conde" und „da Chayla" treffen heute in Oran ein. London, 3. Aug. Ter Aus st and in Belfast ist beendet. Es streiken nur noch Rollkutscher und Dockarbeiter. Diese haben noch keinen Beschluß über, die Wiederaufnahme der Arbeit gefaßt. Tie Haltung der Polizisten gibt angesichts der Unterstützung, welche sie von allen Seiten erhalten, zu Befürchtungen Anlaß. Gibraltar, 3. Aug. Infolge der Instruktion der Admiralität hat der K'reuzer A n t r i m Kohlen an Bord genommen und ist bereit, unvev-ügUch nach Casablanca abzudampfen. Tanger, 3. Aug. Tank dem Eingreifen der Truppen desOheims desSultans, der sich einige Kilometer von Casablanca besindet, ist es gelungen, die Mitglieder der französischen Kolonie unbehelligt nach dem Hafen zu geleiten, wo sie an Bord eines englischen Schiffes Schutz gefunden haben. Algier, 3. Aug. Ter Stationsvorsteher hat spät in der Nacht Befehl erhalten, Güterzüge nach Oran in Militärzüge umzuwlandeln. Gestern ist ein Mobilmachungsbefehl für d i e 3. Ba tt eri e eingetroffen. Telefoms^he Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank fllr Hande) und Industrie, fliessen. Frankfurter Börse. 3. Aug.. 1.15 Uhr. 3^% Heichsanleihe . . 92.80 3% do. . . 82.50 3y2°l0 Konsols . . . . 92.95 3% do.....82.60 3%°/0 Hessen . , » . 92.10 3^°/o Oberbessen' . . < — 4% Oesterr. Goldrente« . 97.50 476 % Oesterr. Silbenente-- 4% Ungar. Goldrente . . 92.70 4% Italien. Bente . . . —■— 3% Portugiesen Serie I < 66.40 3% Portugiesen „ III 67.20 4%°/o russ.Staatsanl. 1905 91.50 4%°Jft japan. "Staatsanleihe 89.80 4 % Conv. Türken von 1903 94.60 Türkenlose......140.20 4% Griech. Monopol-Anl.. 48.80 4% äussere Argentinier . 83.90 3°/o Mexikaner « « . 62.50 4^% Chinesen . . < . 96.00 Aktien: Bochum Guss..... 205.50 Buderus E. W . . . 112.50 Tendenz: fest Berliner Börse, Elektriz. Lahmeyer . « . 116.00 Elektriz. Schachert . . . 101.10 Eschweiler Bergwerk . . 203.50 Gelsenkirchen Bergwerk . 188.25 Hamburg- Amerik. Paket!. 131.80 Harpener Bergwerk. . . 192.90 Laurahütte ...... 216.00 Nordd. Lloyd ..... 116.60 Oberschi es. Eisen-Industrie 101.00 Berliner Handelsges . . 150.25 Darmstädter Bank 127.20 Deutsche Bank . . . 221.25 Deutsch-Asiat Bank . . 143.20 Diskonto-Kommandit. . . 167.50 Dresdner Bank . . . 136.40 Kreditaktien ..... 204.00 Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . . . 95.20 Gotthard bahn . . « . —> Lombard. Eisenbahn . . 81.50 Oesterr. Staats bahn . . . 140.25 Prince-Henri-Eisenbahn . 130.0s) 3. Ang. Anfangskurse. Canada E. B......172.70 Darmstädter Bank . . . 127.00 Deutsche Bank .... 222.10 Dortmunder-Union C. . . 66.70 Dresdner Bank . . . 136.00 Tendenz: etwas fester. Harpener Bergwerk. « « — Laurahütte .... — Lombarden E. B. ... 80.90 Nordd. Lloyd Türkenlose . . . » . 140.40 WEL T- TAFEL GE TRÄNK.« Niederlage lei: Jean Weisel, Sonnenstr. 6. Gi ünberg, 3. August 1907, Danksagung Hausen, den 2. August 1907. 5048 Aür die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei unserem schweren Verluste sagen innigen Dank Famitre Wallbott. Ludwig Rock. Die trauernden Hinterbliebenen. Heinrich Schmidt I. Ww. Karl Schmidt II. Minna Schmidt, geb. Seifart Heinrich Schmidt III. Lina Schmidt, geb. Bück und Enkel. C8/8 den 5. August, nachm. 3 Uhr statt, Die Beerdigung findet Montag, Hiermit erfüllen wir die für uns schmerzliche Pflicht, Verwandten Freunden und Bekannten von dem heute nacht um 11/2 Uhr in 65. Lebensjahre erfolgten Hinscheiden unseres unvergesslichen Gatten Vaters, Schwiegervaters und Grossvaters Herrn Heinrich. Schmidt I. mit der Bitte um stille Teilnahme, Kenntnis zu geben. Ä ■ ' M N <■ M- i i - Versteigerung. Montan, den 5. ds. Mts., nachm. Uhr sollen dahier Walltorstr. 6 (Darmst. Haus) . 1 Schuhmacher - Stepvma chme, 3 Warenfchränke, 2 Labentheken, 1 Waschmangel, 1 Fahrrad, ein Grammophon, 1 Eisschrant, ein Klavier, 3 Pserdegeschtrre, drei Stämme Werkholz, 1 Anzug, 9 Tische, 96 Stühle, 1 Partie Ellenwaren, 1 größere Partie Schuhwaren, Haus- u. Küchengeräte aller Art u. v. a. zwangsweise gegen bar versteigert werden. 50d7 Gießen, den 3. August 1907. Seivel, Gerichtsvollzieher. Tfisitenfiarten liefert rasch and billigst ßrühl’sche Oaiv^Orackerel B^ka««tmaÄuna. Die für den Grotzherzog und die Großherzogin eingerichteten Räume im alten Schloß sind vom 4. bis 18. d. Mts., nachm. von 3—6 Uhr zur Besichtigung geöffnet. Gießen, den 3. August 1907. Großherzoglrche Bürgermelsterer Gießen. Mecum. B3/8 WWr MUMmis Achen. Gartenstraße 2, Zimmer 2. 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