Nr. 127 Zweites Blatt « 157. Jahrgang Montag 3. Juni 1907 Erscheint Utglich mÜ Ausnahme des Sonntags. Die „Giehever §7 nimmt. Externus Halle behauptet, Kaiser Wilhelm habe sich in einem freundschaftlichen Gespräch zu Massenet und Saint Säens folgend, rmaßen geäußert: „Werden Sie sich noch lange unter der Hypnose der Kronstädter Erinnerungen befinden? Werden Sie noch lange den russischen Pflug ziehen? Dieser Pflug ist ja nicht von Stahl oder Holz, sondern er besteht aus Rost und Moder! usw." Der Korrespondent der „Golos Moskwij" berichtet, daß der Kaiser zu diesem Artikel gesagt habe: „Bon Anfang bis zu Ende erfunden. Ich habe^mit den Herren kein Wort Politik gesprochen, was auch Laint SasnS in fernem, nach seiner glück kehr nach Paris im Figaro veröffentlichten Interview bestätigte. Plumpe Verleumdung!" — Tas Eisenbahnzentralamt wurde beauftragt, wegen Beschaffung von 700 Lokomotiven verschiedener Gattungen für das Etatsjabr 1908 mit den Werken, die zurzeit für die preußisch-hessische Staatseisenbahn-Verwal- tung beschäfttgt sind, in Verhandlung zu treten. Die Lieferungen dieser Lokomotiven sollen am 1. April 1908 beginnen und am 31. Oktober 1908 abgeschlossen sein. — Dem Abgeordnetenhause ist nun Der Nachtragsetat mit der Teuerungszulage von 100 Wtark für die UnterDeamten für das laufende Jahr zugegangen. Dafür werden 11 Millionen Mark erforderlich. Da Drei Millionen bereits im Etat als Verstärkung des Unterstützungsfonds bewilligt sind, bleiben noch acht Millionen zu genehmigen. — Die Prüfungskommission für Die Verlängerung Des Spiritus Syndikates stellte fest. Daß Die bis zum 1. Juni 1907 eingegangenen Beitrittserklurungen für Nord- Deutschland statt Der geforderten 160 Millionen Liter Kontingent, nur 154 874 087 Liter Kontingent umfassen. Auch für SüddeutschlanD war Die bedungene Beilrittsziffer nicht erreicht worden. Die Kommission stellte eine Nachfrist bis zum 11. Juni 1907 mittags 12 Uhr. Stuttgart, 1. Juni. Die zweite Kammer hat heute bei Beratuiig des Etats der Zentralstelle für Gewerbe und Handel einen bauerlibündl. Antrag auf Einschränkung des Hausierens und Detailreisens, einen Antrag betreffend Ausdehnung Der Warenh aus st euer auf die Konsum- Vereins-Großbetriebe, einen Antrag betr. Den Ausbau Der Warenhaussteuer durch Einführung einer gestaffelten Umsatzsteuer, einen Antrag betreffend Erlaß eines Verbotes bezüglich Der Beteiligung von Beamten an Der Leitung und Berlvaltung von Konsumvereinen und einen Antrag, Den Beamten unter Hinweis auf Den sozialdemokratischen Charakter Der Konsumvereine zu empfehlen, sich von diesen fernzuhalten, abgelehnt. Ein Antrag des Zentrums betr. Die Erweiterung des Gesetzes über den unlauteren Wett- bewerb wurde ebenfalls abgelehnt. Neues aus Rußland. Der Terror ist wieder stark im Anwachsen begriffen. In Tschernigow, Elisawetgrad, Pensa und Tula greifen Die Agrarunruhen um sich, Truppen schossen wiederholt auf Die Volksmenge. In Pensa wurde Der Bischof von revolutionären Seminaristen im Seminargarten e r m o r De t In Charkow und Irkutsk wurden große Bombenlager entdeckt. Der Zar empfing den Dumapräsidenten Golowin in einer Sonderaudienz. Golowin beobachtet über das Resultat Der Lludienz Stillschweigen. 9hir so viel verlautet, daß der Zar sich in einer erregten Stimmung ßefanD and sich über Die Duma äußerst abfällig ausgesprochen hat. Graf Edgar Kays erlingk aus dem Hause Altenburg wurde auf einem Ritte in Der Nähe seines Gutes Gresen bei Riga von acht revolutionären Bauern überfallen, vom Pferde gerifsen und unter furchtbaren Mißhandlungen ermordet. — In Riga wurden zwei Schutzleute erschossen. Auf Verfügung des Generalgouverneurs wurden zwei rainfale lettische und die verbreitetste russische Zeitung in Den baltischen Provinzen für die Dauer des Kriegszustandes unterdrückt. Am L Juni wurde in Orenburg der Staatsanwalts- gehilfe Jsseyeff ermordet; der Mörder, ein Arbeiter, wurde verhaftet. In Soßnowska ermordeten Unbekannre einen Mineningenieur.________ ArrslanS. London, 3. Juni. Augenzeugen bericht en, daß der nach England zuruckgekchrre Joses Chamberlain bei seiner An- finxft se h r erschöpft ausgesehen habe. Seine Freunde, die 1cll.I1cin ^"ipsang auf dem Bahnhof oersammelt hatten, erkannten ihn taum. -Leine Haltung war gebückt und er mugte nach Dein kaum drei Schritte entfernten Wagen fast getragen werden. Als das Publitum in Hochrufe ausbrach, veriuchte Ei-amberlain seinen Hut zu Lüften, ließ ledoch Den Arm kraftlos wieder sinken. Trotzdem versichert seine Familie, daß der Zustand des Patienten erheblich gebessert sei und er Die Rehe gut überstanden habe. Paris, 2. Juni. In einer Versammlung der Liga bc5 Widerstandes der fron zös sichen Katholiken, welche von ca. 2500 Personen besucht war, ersuchte Paul de Eassaignac die Anwesenden, die Schulen, aus welchen die Kruzifixe verbannt seien, zu boykottieren, und ebenso die freimaurerischen Lieferanten, ferner die Steuerzahlung zu berroemern. — General Billot, ehemaliger Kriegsminister unb öo nator auf Lebenszeit, ist im 80. Lebenswahre g c st o r b e n. Billot war Kriegsminister im Kabinett Meline während Der Trcysus- affäre. Lemberg, 2. Juni. Anläßlich dcrReichsratswahlen kam es in Jsjajcr zu großen Sandalen. Tie Bauern griffen die Wählkommission au. Dem Vorsitzenden Jiniski wurden zwei Rippen gebrochen. Einem anderen Beifitzenden wurde ein Ohr abgerissen. Eine Untersuchung ist eingeleitet. Amol) (China., 1. Juni. Auf halbem Wege »wischen Amoy und Swatau hat ein Zusammenstoß zwischen kaiserlichen Truppen und Aufständischen stattgesunden. 7 00 Mann sind gefallen; die Aufständischen naben sich zurückgezogen, ooch wird erwartet, daß sie die Fcuidseligkeiten wieder aufneymen werden, sobald die Truppen zurückgezogen sind. Tie Aufrührer sind gut organisiert aber schlecht bewaffnet. Plünoerungcu finden nicht statt. Die Fremden werden nicht belästigt. Die Ursache des Aufstandes liegt darin, dpß die Beamten in Den von der Hunger s>- not betroffenen Bezirken lein Reismehl verteilt haben. In der Stadt Tschang-Tschu, 30 Meilen von Ainoy, sind Unruhen aus- gebrochen; die Bewohner flüchten sich nach Amoy. Washington, 1. Juni. Präsident Zioosevelt gibt in einem Erlaß Den Abschluß des Handelsabkommens mit T e ut sch land bekannt. Tas Staatsdepartement veröffentlicht hierzu eine Erklärung, in weicher dem Bedauern Ausdruck gegeben wird, daß es nicht gelungen ist. Den Minimattarif für alle amcruaniidjen Erzeugnisse durcyzusetzcn, was nur durch wesentliche Zugeständnisse mittels des vom Kvngreß zu genehmigenden Gegen,eitigkeitsvenrages zu erreichen sei. In Serbinoung mit diesem Erlaß veröffentlicht das Staatsdepartement auch ein Schreiben des Sekretärs des ^Schatzamtes, Eottelpou, an Den Presidenten, in welchem C. bcnien't, datz das Handelsablommen die ireundschaitlichen Beziehungen zwischen Teutschtand und» Amerita ,ordern würoe. Ans StaOt nnv Land. Abdruck uuscrcr durch Korrespouvenzzetcheu kenntlich gemachte» Orgiualartilel ist nur unter genauer Quellenangabe (Gieß. Anz.) gestattet. Gießen, den 3. Juni. •• DaZ unbefugte Betreten des Theater- Neubaues hat in leger Zeit mehrfach zu Unzuträglichkeiten geführt, ja, es sind sogar dadurch Beschädigungen bereits fertiger Arbeiten herbeigeführt worden. Ter Theaterbauoerem macht daher darauf aufmerksam, daß DaS Betreten des Neubaues und des Bauplatzes nur den dort beschäftigten Personen und den Mitgliedern der Theaterbau-Kommission gestattet, im übrigen aber verboten ist, und richtet an alle Beteiligten die dringende Bitte, das unbefugte Betreten des Gebäudes oder des Bauplatzes zu unterlassen, um sich selbst und dem Auf- srchtspersonal Die Unannehmlichkeiten einer Ausweisung zu ersparen. ** Personalnachrichten. S. K. H. der Großherzog hat den Ober Hofmarschall a. D., General der Jnfanterei z. D. und Generaladiutanten ä la suite Paul Westerweller von Anthoni für sich und seine gegenwärtigen und zukünftigen ehelichen Nachkommen beiderlei Geschlechts in den Freiherrn- stand des Großherzogtums erhoben.— I. K. H. der Großberzog Hal dem Kreisamtmann bei dem Kreisamt Friedberg Theodor Muhl zum 1. Juni den Charakter als „Regierungsrat" erteilt. — S. K. H. der Großherzog hat Den Oberförstern Bonhard zu Mörfelden, P e t i l h zu Wald-Michelbach, Zeh zu Jägersburg, O u v r i e r zu Birkenau, Mann zu Eichelsoorf, Frei- Herrn Karl Schenk von Schmittburg zu Kelsterbach, Herm- burg zu Lindenfels, Schlich zu Höchst, Wiener zu Kir- torf, den Charakter als Forstmeister verliehen. — S. K. H. der Großherzog hat die Regicrungsassessoren August Klingelhöfer aus Groß-Karben, Haus Meyer aus Mainz und Ferdinand Schneider aus Gießen zu Steuertontrolleuren ernannt. Am 28. Mai wurde der Steuerkommissariatsgchilfe Dechert zu Offenbach auf sein Nachsuchen, mit Wirkung vom 1. Juli an, in Den Ruhestand versetzt. Er erhielt Die Krone zum silb. Kreuz des Verdienstordens PH. des Gr. Es wurden die Steuerkom- missariatsgehUfen Eisenhuth von Michelstadt nach Offenbach und Hopfner von Alsfeld nach Worms versetzt. Am 28. Mai wurde Dter SHreibgehilse Hermann Holler zu Friedberg zum Steuerkommifsariatsgehilfen in Reinheim ernennt. — Erledigt ist eine mit einem evangelischen Lehrer »u besetzende Lehrerstetle an der Gemeindeschule zu Lauterbach und Die Steuerkommissariatsgehilfenstellen bei Den Steuerkommissariaten Höchst, Michelitabt uhd Seligenstadt. "Ein Unmensch. In der Nacht vom 31. v. auf 1. l. Mts. erwachte eine Fran in der Sandgasse aus dem Schlafe, weil ihre Ziege im Stall fortgesetzt meckerte. Sie machte Licht, um nach der Ursache zu sehen und bemerkte, daß ein Mann, über das Hoftor steigend, den Hof verließ. Im Stall machte man bann die Wahrnehmung, daß die Ziege in gräßlich brutaler Weife zugerichtet war. Der Unhold hatte das Tier mit einem Riemen festgebunden gehabt. Der Täter trug Strohhut unb war mittelgroß. Vielleicht tragen biefe Zeilen zu feiner Eruierung bei. •• Gestohlen würben in oerfloffener Nacht einem Anwohner ber Marburger Straße aus bem eingefriebigten Hausgarten zwei Stallhasen. "Schlägerei. In einem Hause ber Dammstraße kam es gestern morgen zwischen zwei Bewohnern zum Streit, wobei ber eine am Kopfe mit einem Kartoffelstößer berart bearbeitet würbe, baß er sich in ärztliche Behanblung begeben mußte. — Nasser Sonntag. DaS gestrige Regenweiter hat nicht allein manchen äußerlich burchnäßt, sondern eS fanden sich auch viele innen stark angefeuchtet. Em Schuhmacher tobte in feiner Trunkenheit in feiner Wohnung und bedrohte die Nachbarschaft derart, daß die Polizei einschreiten und ihn unterbringen mußte. Ebenso mußte em Arbeiter in Polizeihaft genommen werden, weil er fortgesetzt ffanbalicrte unb ben Ermahnungen zur Ruhe feine Folge leistete. ' Im Kolosseum gaben gestern völlig neu engagierte Künstler, Leute aus ber Brettl-Welt, einem vielhunderttöpftgen beliaU'öirohen oomiiagspublilum eine JuUe Ihumciioiverieu Vorführungen zum besten. ES ist eine Welt, in der man sich nicht langweilt, die sich da vor unseren Singen auftut, eine Welt von absoluter Unwahrscheinlichkeit, eine Welt, die fast geeignet ist, unsere Angen zu trüben für alle Realitäten, eine Welt, m der sich Unmöglichkeiten ereignen. Oder hält cm gewöhnlicher Sterblicher eS etwa für möglich, daß es einen Menschen gibt — er lebt und zeigt sich im Kolosfeum unb führt den saftig appetitlichen Namen ülpfelfammer — ber imstande ist, mit seinen beiden Menschenhänden ein Hufeisen zu zerbrechen? Ist es nicht unheimlich zu eben, daß es Menschen gibt von einer Stärke, von einer Muskelkraft, wie sie unsere Vorväter im Urmalbc, wie sie heute noch die gräßlichen LrangutangL besitzen? Und ist eß nicht ebenso gänzlich unwahrscheinlich, sodaß man seinen Augen nicht trauen möchte, daß ein netter junger Herr von recht intelligentem Aeußeren, ein )err Ther r i), der sich auch Xavers Al a ö c r nennt, mit einer . )anb aus einem Tische steht, auf bem Haupte eine brennenbe Lampe trägt und dabei ein Glas Bier trinkt ohne Zuhülsenahme der anderen Hand? Ja, dieser junge Herr produziert sich wirklich unb wahrhaftig auch als „Ropfläufer", d. h. er springt auf einem Tische kopfstehend, indem Beine und Hände in der Luft anmutig umher- vendeln! Tas Spiel mit den 12 Siemen, die er, aus den Händen ehend, ie zur Hälite neben einander auftürmt und ebenso bei Seite chafft, spielt er nut ber größten Leichtigkeit unb Behenbigkett, als ob cs für ihn keine angenehmere unb bequemere Situation gäbe. Mit brennenben Jäckeln unb geschliffenen Messern macht et gleichfalls bie unglaublichsten Kunststücke. Herr Apielkammcr er- scheml auch zweimal. Er ist nicht nur ber Bärenmensch, ber vier, fünf schwere Männer auf einmal trägt, sondern auch em Hunde» dresseur von ungewöhnlichen Criolgen. Seine vierfüßigen kleinen Jrennde sind Alisbünde hünbifcher Gescheitheit. Anders als nur auf zwei Füßen trippeln sie überhaupt kaum umher, und einer von ihnen steht sogar auf einem der Riesensinger seines Herrn und Maisters aus einem Bein. Lust- und Kopfsprünge machen sie wie die gciDanbtcflen Akrobaten. Tie Taymber - Gesellschaft, vorzügliche Parterre-Akrobaten, die aber bei uns in Deutschland sich auch auf den Programms der deutschen Sprache bedienen sollten — deutschen Stünfilern im Auslande fällt es niemals ein, sich ihrer Muttersprache zu bedienen — haben in diesen Herren Hunden die ehrgeizigsten Konkurrenten. Ter kleine Herr Daymber, im Alter voii 12 Jahren etwa, ist freilich ein Artist von ganz außerordentlicher Gelculigkeit liild anmutiger Körperbildung. — Unter den vier sehr niedlichen Tanz- und Gesangskünstlermnen Tonato fällt besonders eine, die blonde, durch ursprüiigliche Grazie, eine gewisse naive heiße Jreude am wilden Tanze und kecke Muntec- tcit auf. — Herr Rudolf Kaiser, dec neue Humorist, ist ein Psissicus coinrne il laut Er pfeift mit vollendeter musikalischer Sicherheit, wie ein Dompfaff, und als Improvisator bringt ihn selbst ein aus dem DJhmbe des Publikums ihm zugewocsener „Aiainzer Käse" oder „Huudekuochen" nicht außer Fassung. Eine „Rmborbübeiüanne" ober gar ,T»e lustige Witwe" schon gar nicht. — Frl. Doris Los elli, eine jugenbliche Schönheit von Hohem Liebreiz, ist jebenfalls trotz ihres italienisch klingenden Buhneii- ’Jlamens eine Deutsche. Als Arien- und Chanson-Sängerin zeigt sie eine gute Schule und eine noch völlig unverbrauchte jugenö- nische Stimme von üppiger Klangfarbe. — Bleibt noch die federleicht auf dem Brettel umher flatternde liebliche Tänzerin ,Aliß" R i H a. Alles in Allem em Slünftlerenfemble, das auch einem empfindsamen Publikum nicht auf die philiströsen Hühneraugen tritt. Nicht im mindesten ist, was man hier hört und sieht, schlüpfrig unb schwül, keck unb srech, wie e3 einst Herr von Wol- jogen, per Ueberbreltl-Baron, bot; sonbern, ohne fabe Sentimentalität unb ohne bis an die Kravate oder den schönen bloßen Franeicha'.s in blödes Moralin getaucht zu fein, aber ohne auch nur ein Jota an häßlichem sexuellen Beigeschmack zu besitzen, fast diirchweg von urwüchsiger Gesundheit und quellender Kraft, von lufiaimenber Grazie unb formschöner Waghalsigkeit. -o. Bad-Nauheim, 2. Juni. Tiefer Tage besuchten unser! Bad Negierungspräsident Gra, Bernstorfs von Kassel mit sämtlichen Landräten des Regierungsbezirks Kassel. Die Herren wurden auf Der Kurterrasse von Kreisrar Fey aus Friedberg unb Kurdirektor ereil), v. Starck empfangen und begrüßt. Später fand im Kur- Hause ein Essen statt. -t- Geiß-Nidda, 1. Juni. In dec Nacht auf den 1, Juni wurde in der Wirtschaft des K. L. Lind ein frecher Einbruch verübt. Der Dieb, der durch das Fenster in Die Wirtsslube einstieg, entwendete aus dem Buffett etwa 7 M. und das Kontobuch. Andere Papiere sollen liegen geblieben sein. Man vermutet, daß das Kontobuch nur von einen entwendet sein könne, der ein beträchtliches Konto darin stehen hat. UebrigenS kann der Täter wahrscheinlich nicht weit zu suchen sein, da es höchstwahrscheinlich em mit den örtlichen Verhältnissen genau Vertrauter gewesen ist. Erstaunlich ist die Frechheit des Einbrechers, da in dem Hause zwei handfeste Männer anwesend waren und der Einbruch während oder nach einem Gewitter vor sich gegangen sein soll. Offenbach, 2. Juni. Mit einem erschütternden Unglücksfall endete nach der „Offenb.Ztg." heute nacht eine Bootsfahrt deS hiesigen Ruderklubs, die ein Menschenleben in der Vollkraft der Jahre kosten sollte. Das Vierer- boot des Offenbacher Ruderklubs 1883 unternahm gestern abend, begleitet von einem Radfahrer, die übliche Ausfahrt nach der Mainkur, wo man rastete. Kurz nach 11 Uhr brach man zur Heimfahrt auf. Unweit der Mainkur kenterte das Boot. Von den fünf Insassen vermochten sich vier zu retten, während der fünfte von der Strömung fortgerisien wurde und unter sank. Der Verunglückte, Spenglermeister Wilhelm Scheich, war 37 Jahre alt und hinterläßt eine Witwe mit sechs Kindern. Alzey, 2. Juni. Die leidige Besoldungsfrage des Bürgermeisters Dr. Sutor will nicht zur Ruhe kommen. Der zur Entscheidung angerufene Kreisausschuß hatte der Stadtverordnetenversammlung, ehe er endgültige Stellung nehmen wollte, anheimgegeben, sich nochmals mit dec erneuten Eingabe des Bürgermeisters zu beschäftigen und gleichzeitig dringend zur Einigung geraten. In der letzten Sitzung beschloß die Stadtverordnetenversammlung, bie Sache einer Kommission zu überweisen, die Die Interessen der Versammlung in dieser Angelegenheit vertreten soll. Ein Antrag, den Gehalt des Bürgermeisters auf die verlangte Höhe von 7500 M. festzusetzen, wurde abgelehnt, und zwar mit der Begründung, daß Bürgerm. Dr.Sutoc die Verwaltungsbehörde zu einem Eingriff in bie städtische Selbstverwaltung zu veranlagen versucht habe, was dem Geiste der Städteordnung widerspricht. Worms, 2. Juni. Nach erbittertem Kampfe sind bei der Ortskrankenkassenwahl die Sozialdemokraten abermals als Sieger über die vereinigten Bürgerlichen her- oorgegangen. Letztere erhielten 1486, jene 2143 Stimmen. "Die Majorität beträgt also 657 Stimmen. Bei der im November vorgcnommenen, später aber kassierten Wahl war das Verhältnis der Stimmen 1640 Bürgerliche und 2196 Sozialdemokraten, so daß die Majorität 556 betrug. Diesmal haben von 5700 Kassenmitgliedern nur 3629, also rund ,60 Proz. abgestimmt. Tie 40 Proz., welche von ihrem Wahlrecht keinen Gebrauch gemacht haben, gehören zum weitaus größten Teil sicher zu den Bürgerlichen; sie waren trotz starker Agitation und trotz dem letzten Ausfall der Ortskrankenkassenwahl nicht aus ihrer Gleichgültigkeit aufzurütteln, während die Sozialdemokratie ihre Anhänger bis auf den letzten Mann an die Wahlurne zu bringen verstanden. Das Straßenbild war in der Nähe de§ Wahllokals gestern bewegter als bei der letzten NeichstagSwahl, cs schien, als ob es sich um die höchsten politischen Interessen handelte. Die Sozialdemokraten wollten eben eine Kraftprobe oblegen und sie haben die Probe jetzt zum zweiten Male bestanden. Darmstadt, 31. Mai. Die Stadtverordncten- Versammlung debattierte heute über das sogenannte Gartenstadtprojekt „Hohler Weg-Dieburgerstraße*. Beigeordneter Jäger hielt einen einleitenden Vortrag über das Projekt, das dem Bestreben nach Erlangung billigen Geländes seinen Ursprung verdankt. Das etwa tausend Morgen umfasiende Terrain soll zum Teil in eine Gartenvorstadt umgewandelt werden. Die Umlegung erfolgt auf dem Wege der Feldbcrcinigung. Es würden Parzellen von 500 qm bebaut werden, das übrige muß Garten bleiben. ES sollen Straßen von 8—12y2 Meter Breite durch das Terrain hindurchgeführt werden. Die Art der Bebauung regelt ein besonderes Ortsstatut, in dem gewisse Beschränkungen ausgestellt worden sind, die die Spekulation hintanhaltcn sollen. Die bereits bestehende Gartenstadtvereinigung hat die Eigenschaft einer juristischen Person erworben und wird mit der Stadt die erforderlichen Verträge abschließen. Nach längerer Debatte wurde der Bebauungsplan, das Statut über die Bauweise und der Vertrag mit den Grundbesitzern einstimmig genehmigt. Zur Erweiterung des Schlachthofcs (Erbauung eines Häutcmagazins und die Anlage eines Kohlenlagerplatzes und Anschlußgeleise) wird eine Summe ,von M. 390 250 bewilligt, von denen M. 242 300 ans Anleihemitteln gedeckt werden. Heßloch (Kreis Worms), 31. Mai. Beim Böllerschießen während der Fronleichnamsprozcssion zerplatzte ein Böller. Dem in der Nähe stehenden 16 jährigen Hofmeister wurden Hals und Kopf aufgerissen, sodaß er sofort tot war. Marburg, 2. Juni. Auf gestern nachmittag hatte 'der Rektor der Universität eine Versammlung der 'Nichtinkorporierten einberufen, um die Wahl von .zwei Vertretern für den Studentenausschuß vorzunehmen. (Da die Nichtinkorporierten, die etwa die Hälfte aller hiesigen Studenten ausmachen, diese Vertreterzahl gegenüber den 25 Abgeordneten der Korporationen für völlig unzulänglich halten, hatte das Präsidium der Marburger Freien Studentenschaft die Parole „Wahlenthaltung" ausgegeben. Trotzdem waren etwa 50 Unkundige erschienen. Diesen machte der Vorsitzende der Freien Studentenschaft vor Eintritt des Rektors die Parole des Präsidiums und ihre Gründe bekannt, worauf alle einmütig das Lokal verließen, in dem nur zwei „Streikbrecher" zurückblieben. Als der Rektor erschien, konnte er nur die Beschlußunfähigkeit der „Versammlung" feststellen. Der Studentenausschuß aber wird wie bisher so auch in Zukunft nur die inkorporierte Hälfte der Studentenschaft hinter sich haben. (Hess. Ldsztg.) K a f s e l, 2. Juni. Im hiesigen Kaufmannshause wurde heute der Deutsche Ban kb eam ten tag abgehalten. Reichstagsäbg. Justizrat Dr. Junck aus Leipzig hielt einen Wortrag über die Privatbeamten in der deutschen Volkswirtschaft, Fürstenberg-Verlin einen solchen über die Pensionsfrage. Einstimmig wurde eine Resolution angenommen, in der an die gesetzgebenden Körperschaften die Bitte gerichtet wird, bei der iit Aussicht gestellten Revision her Bestimmungen über die Sonntagsruhe im Handels- igewerbe die Sonntagsarbeit im Bankgewerbe zu verbieten. Eine zweite ebenfalls einstimmig angenommene Resolution hat die Errichtung einer allgemeinen neutralen P e n s i o n s ka s se im Einvernehmen mit den Bankleitungen zum Ziele, die allen deutschen BanL- beamten und ihren Hinterbliebenen bei völliger Freizügigkeit einen Rechtsanspruch auf Pension sichert. In einer dritten Resolution wird der Wunsch nach Aushebung des Verbotes des Term in Handels in Wertpapieren ausgesprochen. Auf der Tagung teilte ein Vertreter des Zentralverbandcs des deutschen Bank- und Bantiergewerbes mit, daß die von diesem Zentralverbande angestcllten statistischen Erhebungen ihrem Abschlüsse nahe seien und ein Plan für eine allgemeine Pensionsversicherimg der deutschen Bankbeamten auf gestellt würde. Als Ort der nächsten Tagung im Jahre 1909 wurde Dresden bestimmt. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In L a ng ° G ö n s und Holzheim besichtigte mit Samstag Kreisfeuerwehrinspektor Loos die Feuer- ,»ehren. In Holzheim trägt man sich mit dem Plane eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen. — Ter in Bad- 9t anhei m zur Kur weilende ainerlkan. Milliardär Land erb ilt stattele dieser Tage Münzenberg, Arnsburg und Butzbach einen Besiich ab. — Es scheint, daß der S o l d a l S e i b er r von dem 117. Im.- Regt. in Mainz infolge von Mißhandlungen in der Kaserne Selbstmord verübt hat. Tie „Lolksz." schreibt: Wie uns ge- vieldet wird, hat der Soldat kiirz vor dem Selbstmord mit Blei- stist an ein eisernes Tor, in dessen Nähe sein Standort war, solgeiides geschrieben: Unteroffizier Glock und Sergeant Eckel werden doch jetzt zufrieden sein. Musketier Seibert 7./117. Gruß an meine Mutter. — In Bingen stürzte der Zigarrenarbeiter Schreeb aus dem Fenster seines Schlafzimmers tu den Hof und starb infolge Schädelbruchs. Er wollte sich zu Bette legen, schlief auf dem Stuhle ein und wird jedenfalls in der Schlaftrunkenheit herausge- ,stürzt sein. — Auf dem Bahnhof Bingerbrück ist em Güterzug einem andern von Koblenz einsahrendeii Güterzuge am nördl. Eyde des Bahnhofs infolge nicht rechtzeitigen gattens in die Flanke gefahren. Menschen wurdeii nicht verletzt. Sechs Güler- ivagen entgleisten und wurdcit erheblich beschädigt.______________ Gießener Strafkammer. )( Gießen, 1. Juni. Bei eiuer Tanzbetustiguug kam der Gastwirt Ludwig B. in Lollar in angetrunkenem Zustande in das Tanzlokal. Er belästigte die Wirtin und geriet mit einigen jungen Leuten in Wortwechsel, was den Inhaber des Lokals veranlaßte, ihm das Lokal zu verweisen. Als er hinausbefördcrt war, schlug er die Tür ein und versuchte wieder einzudrtngen. Der Wirt trat ihm entgegen und bet dieser Ge- legcnnheit erhielt er Zeinen derben Sckstag mit einem Küüppel auf den Arm. Ter Wirt wie seine Frau waren der Ueberzcuguilg daß B. den Schlag ausgcführt hat. Das Schöffengericht verurteilte ihn wegen Körperverletzung zu vier Wochen Gefängnis, wegen Sachbeschädigung wurde er in eine Geldstrafe von 20 M | und wegen Ruhestörung in eine solche von 10 Mk. genommen. Er erhob Berufung und bestritt, sich einer Körververletzung schuldig gemacht zu haben. Trotzdem der Verletzte und seine Frau an der Täterschaft des Angeklagten nicht zweifelten, bekundete ein Zeuge, daß der Schlag von einem jungen Mann, der ebenfalls aus dem Lokal befördert worden ist, ausgeführt wurde. Das Gericht Hilt eine Verwechslung der Person des Täters nicht für ausgeschlossen und sprach den Angeklagten von der Körperletzung frei, während es im übrigen, bei der Verurteilung sein Bewenden behielt. Zechprellerei. Die Berufung des Holzhändlers Karl K. von Altenkirchen, der wegen einer in Ober-Ohmen verübten Zechprellerei durch das Schöffengericht zu 5 Tagen Gefängnis verurteilt worden war, wurde wegen unentschuldigtcn Ausbleibens verworfen. Der epileptische Dieb. Der 34jährige vielfach bestrafte Zigarrenmacher Ignaz K. von Kempen kam auf seiner Wanderschaft in die hiesige Stadt. Er stahl in einer Mansarde in der Klinikstraße eine Reihe von Kleidungsstücken. Tie Hausbewohner, die den Dieb beobachtet hatten, verständigten den Bestohlenen, der die Verfolgung des Diebes aufnahm. Als er ihn cingeholt und zur Rede gestellt hatte, warf er die Kleider von sich und lief fort. Der Bestohlene und einige Bahnarbeiter nahmen seine Verfolgung auf und es gelang ihnen, den Dieb, nachdem er die Lahn durchschwommen hatte, am andern Ufer festzunehmen. Sein Verhalten während der Untersuchung gab Anlaß, ihn auf seinen Geisteszustand untersuchen zu lassen. Nach seinen Angaben kennt er in Schöningen eine alte Frau mit sieben Kindern, der es sehr schlecht ging. Er höre stets deren Stimme, die ihn dazu zwingt zu stehlen und das Gestohlene ihr zuzuschicken: was er sieht, muß er nehmen. Er verstopft sich die Ohren mit riesigen Baumwollbüscheln, trotzdem hört er die Stimmen, der er zu folgen gezwungen ist. Nach seiner Angabe weiß er ganz genau, daß sein Verhalten strafbar ist und daß der Umstand, daß eine höhere Kraft ihn dazu zwingt, die Diebstähle auszuführen, seine Strafbarkeit nicht ausschließt. Nach den Erkundigungen des Sachverständigen und den Strafakten hat man an ihm die verschiedensten Wahrnehmungen gemacht. In früheren Zeiten war er durch epileptische Anfälle heimgesucht, die jedoch in den letzten sechs Jahren nicht wiederkehrten. Während seiner Strafzeit wurde er als unheilbar geisteskrank bezeichnet und in einer Anstalt behandelt, doch konnte er bald wieder geheilt entlassen werden. Andere Gutachter nahmen an, er sei durch Alkoholgenuß in diesen Zustand versetzt worden und dieser habe sich durch die Abstinenz in der Strafanstalt wieder gebessert, während ihn andere für einen schlauen Simulanten und Gewohnheitsverbrecher hielten, der sich seinen Aufenthalt in der Strafanstalt durch Aufnahme in Heilanstalten verkürzen wolle. Nach den Beobachtungen des in dieser Verhandlung vernommenen Sachverständigen, der ihn auch während feiner Internierung im Arresthaus untersucht hat, ist der Angeklagte idin intelligenter Mensch, was schon aus seinen orthographischen und stilgerechten Korrespondenzen und Eiirgaben an die Behörden hervorgeht. Er denkt klar und folgt der Verhandlung in jedem Punkte, auch erinnert er sich auf jede Einzelheit bet dem Vorfall. Der Sachverständige kam zu dem Schlüsse, daß der Angeklagte simuliert, daß dies schon früher der Fall war, konnte aus den Akten festgeftellt werden. Ebenso die Tatsache, daß er bei raffinierten Einbrüchen geäußert hat, wenn er ertappt werde, spiele er den Verrückten. Der Umstand, daß er in der Irrenanstalt viel gesehen und gelernt hat, kommt ihm bei seiner Simulation sehr zu statten. Zugunsten des Angeklagten wurde angenommen, daß er durch feine epiliptische Veranlagung, seinen Willen nicht so zügeln kann, wie ein anderer. Er wurde trotz seiner sonstigen Intelligenz als reizbarer, willensschwacher Mensch, bei dem die psychische Widerstandskraft geschwächt ist, bezeichnet. Ter Vertreter der Staatsanwaltschaft bedauert, daß für solche Leute keine Anstalten mit beschränkter Freiheit bestehen; nach dem Gesetze ist der Angeklagte strafbar, doch sind ihm im weitesten Maße mildernde Umstände «zuzubilligen. Das Gericht erkannte auf 9 Monate Gefängnis unter Anrechnung eines Monats und einer Woche Untersuchungshaft. Diebe und Hehler. Im Krankenhaus zu Friedberg hat der dort als Hausbursche beschäftigte Wilhelm L. aus Munster mit dem dort als Patient befindlichen Arbeiter Max R. aus Danzig einen kupfernen Kessel in der Küche a/us dem Mauerwerk gebrochen und diesen durch den Metzgergesellen Hermann V. aus Ellershausen an den Althändler Wilhelm Schm, in Friedberg für 6 Mark verkaufen lassen. V. behielt sich von dem Erlös 1 Mk. zurück^ und das übrige teilten sich L. und R. Der Kessel wurde von Sch. zum dreifachen Betrag des Einkaufspreises weiteroeräußert und am Endpunkc seiner Wanderungen angekommen, wurde dafür 24 Mk. erlöst. Ter niedrige Preis und die Umstände, unter denen der Kauf vor sich ging, ließen dem Gericht keinen Zweifel, daß dem Angeklagten Sch. der Gedanke kommen mußte, das; der Gegenstand auf unredliche Art, in ben Besitz des Metzgergesellen gekommen ist. L., der rücksällig ist, erhielt wegen Tiebstahls 5 Monate Gefängnis, worauf 1 Monat und 1 Woche durch die erlittene Untersuchungshaft als verbüßt erachtet wird. R. bekam 3 Monate, während V. und Sch. wegen Hehlerei mit je 3 Tagen durchkamen. Wie bei früheren Anlässen, wurde auch hier bezüglich der Hehlerei ausdrücklich hervorgehoben, daß er keineswegs erforderlich ist, daß der Käufer weiß, daß das Gekaufte auf unredliche Art erworben ist; zur Bestrafung genügt schon, wenn er annehmen konnte, daß dies der Fall ist. Er läßt das Mausen nicht. Nach Verbüßung einer wegen Einbruchsdiebstahls erhaltenen Zuchthausstrafe von 4^> Jahren kam der 26jährige Schlosser Karl H. wieder in hiesige Stadt zurück, wo er alsbald seinem Vater einen größeren Geldbetrag stahl. Infolge Stellung Strafantrags erfolgte seine Verhaftung, doch der Vater nahm den Antrag wieder zurück, sodaß das Verfahren wieder eingestellt werden mußte. Im Laufe dieser Untersuchung stellte cs sich heraus, daß er in der Heyligenstädtschen Fabrik, wo er in Arbeit stand, einem Kollegen einen sog. Kaliber von etwa 3 Mk. Wert entwendet hat, das er für 1 Mk. weiterverkaufte. Der auf dem Instrument eingeritzte Namen des Eigentümers, war durch Ab- schleifen der Stelle entfernt und dafür der Anfangsbuchstabe seines Namens eingestanzt worden. Der Bestohlene erkannte aber fein Eigentum an einem andern Merkmal, sodaß das Leugnen des Angeklagten, der das Instrument anderweit gekauft haben wollte, ihn nichts nützte, zumal seine Angaben sich als unwahr erwiesen. Er wurde wegen Diebstahls im Rückfall zu 1 I a h r Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust verurteilt. Der Moroprozeß Liberka. (Unberechtigter Nacydrucl verboten.) S. u. H. B e u t h e n O/S., 31. Mai. Vor dem hiesigen Schwurgericht spielte sich der Prozeß gegen den Schlächter und Speisewirt Liberka ab, der in den letzten Jahren mehrere Mordtaten penible, ohne daß es zunächst gelang, eine ^opur des Täters zu finden. Einige der Mordtaten wären auch heute noch nicht geklärt, wenn es nicht Liberka vorgezogen hätte, nachdem er des einen Falles so gut wie überführt war, nicht nur diesen, sondern auch verschiedene andere Morde einzugestehen. Vor Jahr und Tag verschwand plötzlich in Beuthen der Arbeiter Brummer, der als ein fleißiger und ruhiger Mensch bekannt war. Nachforschungen nach seinem Verbleib blieben erfolglos. Endlich wurde im April bs. Js. auf dem Heumarkt eine in einen Sack genähte Leiche aufgefunden, in welcher der alte Vater des Brummer feinen 'Lohn wiederzuerkennen glaubte. Es wurden nun Recherck-cn darüber angestellt, mit wem Brummer in der Zett vor seinem Tode verkehrt halte, und so - lenlce sich der Verdacht auch ans diesen. Allmählich verdichteten sich die Verdachlsnwmcnte so, daß Liberia in Haft genommen wurde. Als er dem Untersuchungsrichter vorgefuhrt wurde, gestand er den Aiord ein, und gab auch zu, in den letzten Jahren noch drei weitere Morde in der Umgegend von Beuthen verübt zu haben. Das Motiv für alle diese Morde ist anscheinend in der Rachsucht Liberias zu suchen, der loegen ganz unbedeutender Vorfälle dem Leben seiner Mitmenschen namitehte. Besonders die Mordtat an Brummer zeuge von der Roheit des Liberka und. seines Helfershelfers. Er hat Pern Brummer in Gemeinschaft mit einem Arbeiter Kioltyka beim Verlassen seines Lokals den Weg vertreten und ihn niedergestochen. Liberka und sein Helfershelfer bearbeiteten dann den auf dem Erdboden liegenden Brummer solange, bis er regungslos liegen blieb. Als er aber nach kurzer Zeit wieder zu röcheln begann, wurde dem unglücklichen Opfer ein Messer-Wetzstahl mit solcher Gewalt in den Mund gestoßen, daß der Stahl am Genick wieder heraustrat. Einer der beiden faßte dann die beiden Enden des Stahls an und drehte so dem Brummer das Genick ab. Tie Leiche wurde hierauf zunächst in eine Abortgrube geworfen, nach etwa 10 Wochen aber wieder herausgenommen und zerstückelt in einem Sack nach dem Heumarkt geschafft. Wie bekannt, hatte die Art der Zerstückelung der Leiche sehr viel Aehnlichkeit mit der des Koni tzer Gymnasiasten Ernst Winter. Als dann das Gerücht auftauchte, daß Liberka vor 6 Jahren zurzeit der Bluttat an Ernst Winter in Kvnitz bei einem Roßschlächter in der Nähe des Mönchsees beschäftigt gewesen, hegte man die Hoffnung, daß auch diese dunkle Mordtat nach so langer Zeit noch ausgehellt werden könnte. Diese Hoffnung hat sich nicht verwirklicht; wie die Nachforschungen ergeben haben, war Liberka damals anderwärts beschäftigt und kommt als Mörder Winters nicht in Betracht. Er hatte sich daher jetzt nur wegen der Morde in Oberschlesien zu verantworten. Neben Liberka saßen noch seine Frau und der Haushälter Kioltyka als Mitschuldige auf der Anklagebank. Liberka und Kioltyka wurden je zweimal zum Tode, Frau Liberia zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Vermischte». • Von der Mannheimer A uSstellnng. Vom 8. bis 11. Juni findet in Mannheim eine internationale Sondcrausstellnng von Erdbeeren, F r n h ki r s ch e n , Fr ü h st e i n o b st und Frühgemüse statt. Ta jedoch die Witterung der Entwickelung und Reife der Frühkirschen und maitcher Erdbeersorten nicht günstig mar, vcraiiltnlict die Mannheimer Ausstellungsleitung vom 14. bis 16. Juni noch eine zweite Ausstellung von solchen Frühkirschen und Erdbeeren, welche für die Ausstellung vom 8. bis 11. Juni noch nicht reif waren. Tie Interessenten sind eingeladen, auch diese Ausstellung zu beschicken, wobei jedoch gleichzeitig bemerkt wird, daß auf Grund einer zwischen den Obst- und Gartenbauvereinen :c. getroffenen Vereinbarung, eine Beschicknngsoeranstaltung durch die Hess, ^andwirtschastskammer wie z. B. bei der Spargelausstellung nicht stattfinden wird. Demzufolge bleibt die Beschickung den Interessenten auf ihre Kosten überlassen. * Rom, 2. Juni. Aus Anlaß des Nationalfestes wurde heute in Anwesenheit des Königs und der Königin oie Eröffnung eines nationalen Wettfchießeus vorgenommen. Beim Schluß der Eröffnungsfeier stieg ein Militärballon aus. In der Höhe von etwa 300 Metern geriet der Ballon infolge elektrischer Entladungen eines Gewitters in Brand und stürzte zur Erde. Ter Zuschauer bemächtigte sich eine furchtbare Erregung. Kapitäi'. Ulioelli, der sich im Ballon befand, wurde sterbend ins Krankenhaus gebracht. Ter König besuchte Ulivelli und verweilte eine halbe Stunde an dessen Lager. Ulioelli starb am Nachmittag. * Die Aerz 1 e gegen das Duell. Die Vereinigung der Aerzte in Palermo hat soeben ein merkwürdiges Mittel gefunden, das Duell zu bekämpfen. Sie hat einen Beschluß angenommen, in dem erklärt wird, daß „die Mission des Arztes wäre, für die Kranken und Verwundeten zu sorgen, aber nicht dazu zu helfen, daß jemand verwundet ivürde, um ihn nachher zu pflegen; die Aerzte machten sich zu Mitschuldigen, wenn sie ihre Hülfe bei einem Duell gewährten, und sie hätten daher fortan die Pflicht, jede Assistenz bet einem Zweikampf zu verweigern." Dieser Beschluß soll allen Aerztevereinigungen in Italien vorgelegt werden. Die Aerzte glauben, daß auch niemand mehr die Verantwortung für den Sekundantendienst bei einem Duell übernehmen würde, wenn nicht für sofortige ärztliche Hülfe gesorgt wäre. "Religiöser Wahnsinn. Der frühere Wiener Hofopernsänger Baritonist Joses Ritter ist in religiösen Wahnsinn verfallen. Die ersten Zeichen der Erkrankung zeigten sich gelegentlich eines Gottesdienstes in der Domkirche, wo er eine peinliche Szene hervorrief. Später verließ er sehr aufgeregt seine Wohnung, die er mit der Solotänzerin Hausse teilte, und versuchte in das erzbischöfliche Palais einzudringen. Er erklärte, er sei Gott und verlangte von einem ihm begegnenden Kaplan, daß dieser vor ihm nieberfnicen solle. Nachdem er festgenommen war, wöbet er wütenden Widerstand leistete, versuchte er während der Fahrt in die Landeshcilanstalt zweimal zu entkommen. Ritter war ein Schützling des Erzherzogs Ludwig Viktor und wurde zuerst im fürsterzbischöflichen Sängerknabeninstitut und dann bei den Benediktinern von Sankt Peter erzogen. * Kleine Tageschronik. DaS große Los der preuß. Klaffenlotterie, das auf die Nr. 200 355 entfiel, ist nach Ren> scheid in der Rheinprovinz gekommen. Tas Los wurde in kleinen Anteilen von Reinscheider Bürgern und von Landbewohnern des Kreises Lennep gespielt. — Auf der Chaussee zwischen Kuchelna und Kranowitz (Schlesien) überfuhr das Automobil des Fürsten von Lichnvwski den ftüheren Gemeindevorsteher von Kranowitz, Schwiedergal. Ter Mann wurde so schwer verletzt, daß er ft ar b, ehe ärztliche Hülse zur Stelle war. — In der Nähe von So ft au (Provinz -wachsen- wurden ein Radfahrer und ein Arbeiter beim Kartoffelhacken vom Blitz erschlagen. — Im Rettungshause Beithos bei Nürnberg sind 33 Zöglinge, wahrscheinlich durch schadhaftes Ko ch g e s cy i r r v er g i f t et, nach dem Essen erkrankt. Ein 14jähriger Knabe ist bereits gestorben. — Im rOte I mge- broich int Rheinland wollte ein mit mehreren Personen besetztes Automobi l eine Frohnleichnamsprozession in dem Augenblick durchbrechen, als der Segen erteilt wurde. Es kam zu einem Zusammenstoß'mi tben Teilnehmern an der Prozession, wobei, das Antomobil umkippte. Die Insassen erlitten teilweise sehr schwere Verletzungen. — Graf Festestes hat bei dem Gericht in Oedenburg (Ungarn) die Verhängung der Kuratel über ferne Tochter nachgefucht, die die Ehe mit dem Zigeuner Nyiry einq gegangen ist und diesem ihr ganzes Vermögen geschenkt hat. — Monte Carlo hat einen neuen Skandal. Croupiers und andere Angestellte des Kasinos haben diefes um bedeutende Summen betrogen. Ter Betrug geschah sehr einfach. Einerder Verschworenen gab den Mitverschworenen 500 Franksnoten zum Wechseln und erhielt 1000 zurück. Ein Croupiers befaß ein Haus für 136000 Mk., als der Betrug entdeckt wurde. — Ein großer Brand vernichtete das Privathaus des deutschen Millionärs Schiffer in New-Jersey. Zwei Töchter des Hauses und drei weibliche Dienstboten kamen in den Flanimen um. Schiffer felDft, feine Frau und vier andere Kinder erlitten schwere Verletzung«^ Arbeiterbewegung. B e r l i n, 2. Juni. Eine unerwartete Wendiing ist im Bäcker- streik dadurch emgetreten, daß der Ring der Hefehändler beschloß, den Aieiftern, ivelche die Forderungeil der Streitenden bewilligt haben, die Lieferung uon Hefe für die Dauer des Boykotts zu verweigern. Allerdings joll es der Streikleitung gelungen fein, Hefe in genügendem Maße zu beschaffen. Paris, 2. Juni. In allen franzöfifchen Häfen streiken die Seeleute. Kein Schiff kann fayren. Alle Seeleute verlassen die Häfen. Der „Ntatin" berichtet, daß die Reeder sich an die Regierung gewandt haoen mit dem Erfucyen, ihnen Staatsmatrofen zu überlasfen, um die ausständigen Seeleute zu ersetzen. Die Regierung hat dieser Bitte entsprochen. Es ist das erste Mal, daß die Regierung einen derartigen Entschluß trifft, der daurauf hindeutet, daß sie um keinen Preis die vsseiitlichen Staatsdienste desorganisieren zu lassen gesinnt ist. SÄ 5er das Sn?" Smmtn W. Di/?- -dr Die[ 9[»i»i'Q?ni' SrnnM't ^büeinÄ^ Mx? kommt alsW-^ her jphf ™°tber «i. 'KtjJt'a1?'»'» &ll»h «U$^ “ iU,n fau «Än5Ä" We.La^g S bemerk? 2 ' »artenbaiiüereinen x ai'ltaltung durch die vpargelauSsielluna d'e '-tieidjidmlg^ Naluimlseites wurde omgin oie lLröfjimna 'orgeirommeii Beim Atai£aWon aui. _t btt Ballon infolge -» in Brand und le UM eine furchtbare ch NN Ballon befand, : ,2er König befucyle denen Lager, lllwcllr l. Die Vereinigung merkwürdiges Alittel hat einen Beschluß aß rbie Mission des mundeten zu sorgen, erwundct würbe, um nachten sich zu Mit« nn Duell gewahrten, cht, jebe Assistenz bei er Beschluß soll allen werden. Die Siegle rantroortung für den •^men würde, wenn üäie. ruhere Wiener ist in religiösen n der m der Dam« xi?V Spättt verließ er mit der Solo« n das erzbischdM- , er sei Gott und n Kaplan, daß dieser er sestgenommen war, versuchte er wahrend eimal zu entkonnnen czogs Ludwig Vlktoi , Sangerknabeninstitul -ankt Peter erzogen., i rone Los der prM i entjiel, i£MÄ !s Los wurde m llemn | QDn Landbewohnern tÄ ;I Nektungsha^ ii*id) dem yn rfirfe de- $®S (« W !-> ti”l übet 1» nticbaik bat-; rMk" sLpiers^und iS »S E-inet W t wurde- ^iilwnaß de^^.ses und bf terdesDZE nien.um- MS» .,imS88det; B-'endu^^jehändler 1ßK baPlLeii, S*Ä ", h°! Sport. — Radsport Bei dem am 2. Juni vom Nordbezirk des Gaus 9. Frankfurt a. M. des D. R. B. veranstalteten Preisloitrentag über 50 Kilom. erzielte der Rad-Klub Germania zu G ic st en wiederum einen glänzenden Erfolg, indem von 20 ausgefallenen silbernen Medaillen 50 Prozent von seinen Mitgliedern errungen wurden und zwar P. Kronen- berg als 2. in 1 Stunde 38 Min., E. Zederbaucr als 3. in 1 stunde 42 Min, A. Kircher in 1 Stunde 45 Min, L. Bolvert in 1 Stunde 47 Min., Fr. Unverzagt in 1 Stunde 50 Min., (v Lauer in 1 Stunde 55 Min., £». Kircher in 1 Stunde 56 Min., Ä. MHI in 1 Stunde 56 Min, C. Muhl in 1 Stunde 59 Min. i , .n.jie r-niorcn: < " in 2 Stunden 2 .'Am. (Bcricbtsjaal. 0 Marburg, 31. Mai. In der an der Landstraße zwischen Grebenbagcn und Schwarzenborn am Knüll liegenden sog. Olöt- tingsmühle wohnte im vorigen Jahre ganz allein der 68 Jahre alle Auszügler Adam Gotting, ein gebrechlicher Mann. Als er im Derbste alle seine Sacken nach und nach verkaufte, um negzuziehen, erschienen eines DbendS in seiner Wohnung zwei Frauen, nämlich die 54 Jahre alte übclberüchtigtc und unter Kuratel stehende Frau Liebermann aus Grebenhagen und^ie jüngere Frau Marthp Sti ebeling aus Dcrgertsseld. Sic gaben an, ein Spinnrad kausen zu wollen, wurden jedoch nicht hindelscinig. Als sie wieder weggingen, ersuchten sie den alten Äiann um seine Begleitung. Dieser tat dies auch _ und als er ein Stück gegangen und neben einem tiefen Kanalschacht der Landstraße im Walde angefommen war, wurde er plötzlich von hinten z usam men g e s ch la g en und so furchtbar mißhandelt, daß er die Besinnung verlor. Mch längerer 3cit kam er wieder zu sich und nun sah er auch, bafcjid) seine Begleiterinnen lautlos entfernten. In der verlassenen Mühle war zum Glück zufällig Besuch angenommen, nämlich der von einem Sck-ashandel von Schwarzenborn aus auf dem Deimwcge begriffene Schäfer Gotting, ein Nesse des alten Müllers und noch ein tDlann. Tiefer Umstand war wohl auch Schuld daran, daß bic beabsichtigte Plünderung der Mühle nicht stattfinden konnte. Ter Verdacht, den alten Müller mir Absicht aus seiner XJoljnung gelockt zu haben, leirlte sich auf die beiden Frauen, wahrend der Taglöhner Liebermann, der Sohn der Angeklagten, der Auflaurer im Walde gewesen sein sollte. In der heutigen Gerichtsverhandlung, in der eine Menge Zeugen vernommen wurden, war dem letzteren nichts zu betveilen, die beiden Fraum wurden jedoch ;u je vier Monaten Gefängnis verurteilt. MüUcr'sche Badeanstalt. Wasjerwärme am 3. Juni: 150 R. Markte. Gießen, 30. Mar. Diehrnarkt. Bei dem am 28. und 29. Mai abgehaltenen Markte waren aufgetrieben 1411 Stück Rindvieh, 1120 Schweine. Ter nächste Markt findet am 18. und 19. Juni statt; am letzteren Tage auch Krämermarkt. ic. Frankfurt a. 3M., 3. Juni. (Qrig.-Telegr. des „Gießen. Anz/) 'Amtliche Notierunaen der heutigen Fruchtmarktpreis e. Weizen TU. 21.00—22.00, Kurhessischer Pik. 21.00—22.00, La Plata Mk. 21.25—22.25, KansaS Mk. 21.25—22.25, Roggen (hiesiger) Mr. 20.50—21.—, Gerste (Wetteraner) Mk. 18.25—18ch0, Fanten- felder Dtk. 18.75—19.00, Laser 19.75—20.50, Mais Mk. 14.75—15.00, Weizenmehl 'Mk. 29.25—29.75, 00—00, 2. Qualität Mk. 27.25 bis Pik. 27.75, 3. Qualität Mk. 25.25—25.75, Rogaenmehl 00 Mk. 29.00—29.50,1. Qualität Mk. 28.00—28.50, Weizenkleie Mk. 11.00 bis Mk. 11.50, Roggenkleie Mk. 11.50—12.00, MaiSkeinie Dik. 12.00 bis Mk. 12.25, Franken, Pfälzer, Ried Pik.00.00-00.00. Alles per 100 Kg. ab hier. ic. Franksnrt'a. M., 3. Juni. (Telegr. Qrig.-Bericht deS „Gieß. Anz/). Amtl. 9lotienmgen der heutigen Biehmarktpreise. Zinn Verkaufe standen: 469 Cd)fe», 80 ans Qesterreich, 42 Bullen, 0 ans Qesterreich, 0 ans Dänemark, 803 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 ans Dänemark, 234 Kälber, 280 Schafe nnd Hammel, 00 Schafe ans Qesterreich, 0 Ziegen, 2004 Schweine. Bezahlt wurde für 100Pfund Schlachtgewicht. Qchfen l. Qualität 80—82 'Mk., 2. Qual 71-72 'Mk., 3. Qual. 65—68Alk.; Bullen 1. Qual. 70 bis 72 Alk., 2. Qual. 66—68 Mk. -, Kühe 1. Qual. 72—74 Mk., 2. Qual. 69—71 'Mk., 3. Dual. 60- 62 Alk, 4. Qnal. 00—00 Mk., 5. Qual. 00—OOMk. Kalber: l.CnaL 100—000 Pfg., Lebendgewicht 60-00 Pf., 2. Qual. 90—95 Pfg., Lebendgewicht 52—55 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg., Schlachtgewicht 66—70 Pig., Schafe: 1. Qual. 82—00, 2. Qual. 78—80 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qual. 56—00 Pfg., Lebdgew. 54.00—00.00 Psg., 2. Qu. 55-00 Pfg., Lebend- geiu. 43.50—00 Pig., 3. Qual. 47—49 Pfg. Lebendgew. 00 Pfg. Geschält: bei Hornvieh und Kleinvieh gut, Ueberstand bei Hornvieh unbedeutend, bei Kleinvieh keiner. Gießener Arcuervteust. Voraussichtliche Witterung für Hessen am Dienstag den 4. Juni: Wechselnde Bewölkung, leichte Regenfälle, Temperatur wie heute, ivestliche Winde. rZricfkcrften Oer HcOaHioit. St. 88. Tas Zeugnis für die Unterprima eines deiltschen Gymnasnuns oder Real-GymnasiuinL berechtigt zur Zulassung am höhere landwirtschastl. Lehrattstalten, gut Fähnrichs- und Siabctteitcinlxittsprüfung der 'Marine, zur Approbation als Zahnarzt, zum Eintritt in die Militärroßarztschule, für die Zulassiing zur Tierarztprüfung in Preußen, ziiin Anwärter bei den preuß. Provnizialverivaliungen, ziim Amvarter bei der preuß.-hess. Staats- eisendahnverwaltung tm8 zur Feldmesserprüfung in Preußen. Wollen Cie Näheres wißen, fo fragen Sie! Origittal-DrahtnrelOurrgen. R.-B. Darmstadt, 3. Juni. Die Plenarsitzung der Ersten Kammer am nächsten Freitag wird nur von kurzer Dauer sein. Es stehen 23 Punkte auf der Tagesordnung, darunter die Wahl eines Ausschusses zur Beratung der Wahlrechtsrevision, ferner der Antrag Dr. Weber zur Gewährung eines Staatszuschusses für die Bewohner deS oberen VogelSbergeS, die Vorstellung der hessischen Metzgerinnung, betr. das Nichtinkrafttreten der Schlachtvieh- Versicherung, die Anträge bctr. Aufhebung der Brückengelder, der Negierungsantrag betr. die Nebenbahnen, und drei Vorstellungen, betr. das Bahnprojekt Mücke—Ulrichstein—Rixfeld w. 20. Eine Beratung deS Wertzuwachssteuer- Gesetzentwurfes wird nicht stattfinden, da infolge verschiedener Abänderungsvorschläge meist juristischer Natur der Ausschuß Entschließungen noch nicht fasten konnte. Infolgedessen ist es fraglich, ob nun im Sommer die Zweite Kammer überhaupt sich versammeln wird, da die Wertzuwachssteuer vor Herbst wohl nicht von der Ersten Kammer beraten werden wird und sie die wichtigste gegenwärtige Vorlage bildet. — Chefredakteur OraSrournt vom ,Tägl. Anz/ siedelt nach Qffenbach über, wo er die Leitung bec । Redaktion der ,Cffenb. Zig.* übernimmt. (fb.) Darm stadt, 3. Juni. Der Dragoner En gisch aus Kelsterbach von der 3. Schwadron des Tragoner-Ncgi- ments 9tr. 23, der als Bursche bei einem Einjährigen tätig, ist, prüfte gestern einen Revolver. Plötzlich krachte ein Schutz, die Kugel drang ihm in den Unterleib, und int Lazarett ist er noch gestern gestorben. Teheran, 3. Juni. Hier ist ein Komplott entdeckt worden, welches bezweckte, alle Minister zu ermorde n. Infolgedessen herrscht hier große Aufregung. Magenkranke und schwächliche Kinder bedürfen einer kräftigen. aber habet letdit verdaulichen Nahrung. Am besten eignet sich das altbewährte Nestlesche Kindermebl. welches mit Wasser gekocht, eine vollständige Nahrung ergibt. Benutzt man das 'Nestle Mehl alö Zusatz zu Milch, so macht es letztere leichter verdaulich. 1 und werden hierdurch im Sontmör die so häufig austretenden Mageii- unö Darmkatarrhe verhütet. sse/3 Todes-Änzesge Giessen, Grünberg, Darmstadt, Hahnheim, den 1. Juni 1907. Leihgestern, den 3. Juni 1907. 03930 A.G., Köln. hv1/. bei Großh. Amtsgericht. B8/t B8/. H. Buhl 3703 - Die Beerdigung findet statt Dienstag, den 4. Juni nachmittags 4 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofs aus. die auf des Uhr dieser Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ohr. Hessler und Familie Heinrich Flickj Rentner, Goethestr. 33 Montag, 5. August 1907, vormittags S1/, Uhr dem unterzeichneten Gerichte zu melden. Der reine Nachlaß soll ungefähr 2600 Mark betragen. Gießen, den 31. Mat 1907. 1. Die Lieferung von: Fleischwaren, Backwaren, Spezereiwaren und Kaffee, Milch, Butter, Eier, Bier, Eis und Schreibmaterialien; 2. Die Abgabe von: sehen, sind bis zum Freitag, den 14. Juni d. Fs., vormittags 11 auf dem Verwaltungsbureau abzugeben, woselbst zu Zeit die Eröffnung der Offerten stattfindet. Die Zuschlagsfrist beträgt 8 Tage. Gießen, den 1. Juni 1907. Großh. Direktion der Unioersitäts-Augen-Klinik. V o s s i u s. Knochen, Lumpen, leeren Flaschen it. Gcspül. Die Bedingungen und der Minlsierialerlaß vom 16. Juni 1893 liegen auf dem Verwaltungsbureau an den Wochentagen nachmittags von 3 bis 5 Uhr offen. Offerten sind versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum Samstag, den 22. Juni d. Fs., vormittags 11 Uhr auf dem Verwaltungsbureau abzugeben. Zu der angegebenen Zeit werden die Offerten eröffnet. Der Zuschlag erfolgt innerhalb 8 Tagen. Gießen, den 1. Juni 1907. Großh. Direltion der Universitäts-Augenklinik. Vossius. Aufforderung. Am 18. Dezember 1905 ist in Gießen die am 30. März 1826 zu Gießen als Tochter des Schlossermeisters Philipp May und seiner Ehefrau, Karolinc geb. Welker geborene Elisabeth May ledig gestorben. 1) Tie Katharine Ploch Ehefrau geb. May in Alsfeld, eine Tochter des Bruders des VaterL der Erblasserin, 2) die Lina Riese Ehefrau geb. Hansel in Frankfurt a. M., 3) Karl Hyppolit Frieß, Transporteur in Darmstadt und 4) Susanne Frieß, Dtenstmagd in Darmstadt — 2—4 Enkel des Bruders des Vaters der Erblasserin — haben die Erteilung eines Erbscheines als gesetzliche Erben beantragt. Alle diejenigen, denen gleiche oder bessere Rechte auf den Nachlaß der Erblasserin zustehen, werden aufgefordert, sich spätestens am Submission. Für die neue Universität^ - Augenklinik sollen für die Zeit vom 1. August 1907 bis 30. September 1908 auf dem Wege der öffentlichen Ausschreibung vergeben werden: Danksagung. Für die- zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme bei unserem schweren Verluste, sowie für die zahlreichen Kranzspenden und die trostreichen Worte des Herrn Dekan Strack, sagen wir unteren herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Georg Der», Familie Faber. Kohlenlieferung. Für die neue Universitäts-Augenklinik soll für Zett vom 1. August 1907 bis 30. September 1908 dein Wege der öffentlichen Ausschreibung die Lieferung Bedarfs an: Schöne Bohnenstangen, Wasch- seilstangcu mit Seilemschnnt empfiehlt Karl Gerth, Landmannstr.il .03928 B3/6 Hierdurch beehre ich mich mitzuteilen, dass die Apotheke zu Krofdorf durch Kauf in meinen Besitz übergegangen ist Ich empfehle mich den betr. Gemeinden, Krankenkassen etc. zur schnellsten und gewissenhaftesten Anfertigung aller ärztlichen und tierärztlichen Verordnungen und halte mein reichhaltiges Lager in Drogen und pharmaz. Spezialitäten, Medizinalweinen, Nähr- und Stärkungsmitteln für Kinder und Erwachsene etc. in nur besten Qualitäten bei mässigen Preisen bestens empfohlen. Hochachtungsvollst Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Schwester und Tante Fr ata Eäarie Trinkaus Ww. geb. Flick von Grünberg nach langem, schweren Leiden in die Ewigkeit abzurufen, was wir tief betrübt Verwandten, Freunden und Bekannten hiermit mitteilen. Fein n. Glanzbilgelu erlernt man in 4 BZochen gründlich. Daselbst wird aller An Wäsche -uni Bügeln angen. Walltorstr. L II. 03933 Couverts mit Zinna billigst vröhl'sche Uvwersttatr-Vruckerei. Nußkohlen und Hüttenkoks vergeben werden. Die Bedingungen sowie der Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 liegen auf dem Verwaltungsbureau an den Wochentagen von 3 bis 5 Uhr offen. Offerten, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift ver- Versteigerung. Mittwoch, den 5. Juni, nach- mittags 2 lil)t versteigere ich im Saale Neustadt 55: 1 Pianino, I Sopha, rotbrauner Plüsch mit Umbau, 1 nufjb. Berli- kow, 1 Trumeaux mit Spiegel, 1 nufeb. Stegtisch, 1 Schreibtnch, 1 amerik. Rollschreibtisch. 1 ovaler Tisch, 1 vollst. Bett, 1 Waschtisch, 1 Ausziehtisch, 1 Spiegel, 1 fllätz- tisch, 1 Kleiderschrank, 1 Tamen- sabrrad, 1 '.'kähmaschtne, 1 dgl. für Schuhmacher, 1 dgL für Schneider, 3 Herrenreisekoffer, 2 Schaukelpferde mit Naturfell, 1 Laden einrichtung, 3 Glasschr., 1 Theke, 1 große Partie Schuhwaren, genagelte Frauenschuhe, schwere Knabenschuhc, Mannspantoffeln, Schnallenschuhe, Mnabcnfdmür» stiefel, Damenstiefelm. Lackkappen, Tamenhalbschuhe, Llrbeitsschuhe u. a. m. 13698 Geißler, Gerichtsvollzieher. Z0* Neue egyptcr Zwiebeln per Pfund 12 Pfg., empfehlen K Gebrüder Berdnx. Versteigerung., DienStag, den 4. Juni, naw mittags 2 Uhr versteigere ich Neustadt 55 dahier gegen Barzahlung: 14 yandelswagen, 3Ncihmaschin. 1 Steppmaschine, 4 Fahrräder, 1 Brillantrtng, 7 Letchensärge, 1 Piamno, 28 Paar Herrenftiewl und 'Möbel aller Art. [3697 Born, Gerichtsvollzieher. Feldbahn bestehend aus 3200 m Schienen, 40$livviüagcn,dnrunter6$Yenifer, 4 Welchen, und 1600 gefunden Holzschwellen, alles 60 cm Spurweite, zu verkamen oder gegen eine Labu von 75 cm Spur zu tauschen gesucht, auch Teilangebote erwuitscht. Anfragen unt. C. R. 1415 an Haasenstein & Vogler, MMN Lk l'V W Aufruf ! SMU- ^0 klizeig' Das Wohltätigkeitsfest zum Besten der Hinterbliebenen unserer in Südwest-Afrika gefallenen und gestorbenen, tapferen Kampfer soll nunmehr endgültig am 8., 9. und 10. $Utti d. IS. auf der Liebigshöhe stattfinden. Vertreter der Behörden, der Stadt, der Universität, des Regiments Kaiser Wilhelm, der Mititäroereine, sowie weite Kreise der Bürgerschaft haben bereits ihre Unterstützung zugesagt. Aber an alle Einwohner Gießens ergeht hiermit der Aufruf, das Fest durch regen Besuch und freiwillige Gaben wirksam zu unterstützen. Alle mögen sich vereinigen, um dem geplanten vaterländischen Unternehmen zu einem vollen Erfolg zu verhelfen! Der am 2. und 3. Tag des Festes niedriger bemessene Eintrittspreis soll auch weiteren Kreisen Gelegenheit geben, das Fest besuchen zu können. C1/, derney nächst ei den seiner o sieht er genonm Dran, Ardsee der Ta! ou6e' «Dem®* nrerde" dem W die bM' Einwohner Giessens laßt uns öffentlich dartun, daß in solchen Stunden vaterländischen Empfindens nichts uns trennen kann! Laßt uns Alle fest und treu Zusammenwirken, ohne Unterschied des Ranges, Standes oder Glaubens, wenn es gilt, die Toten zu ehren, die der Kampf für das Vaterland gefordert hat! Ihre beste Ehrung ist die hingebcnde Sorge für ihre Hinterbliebenen! Der Geschäftöführeude Ausschuß: Geheimer Hofrat Prof. Ur. Bcbaghel, Rektor der Universität, Frau Bchaghel, Geheimrat Ur. Breidert, Provinzialdirektor, Frau Brcidert, Stadtverordneter Gabriel, Vorsitzender des KriegervcreinS, Frau Gebhardt, Stadtverordneter Jean Kirch, Fabrikant A. Klingspor, Oberst von Lindcnau, Regimentskommandeur, Frau von Lindcnau, Oberbürgermeister Mecum, Frau Mecum, Regierungsrat Welcker, Frau Welcker. Der HanPt--AuSschuß: Bierbraucreibesitzer Asprion, Vorsitzender deS Vereins ehemaliger Jäger und Schützen, Fran I. Bach, Ober-Postafsistent Bausch, Vorsitzender des Artillerie-Vereins, Brauereibesitzcr Dichter, Professor Ur. Biermer, H. Bruchhäuscr, Vorsitzender der Krieger-Kameradschaft, Stadtbaumcister Braubach, Frau A. Braubach, Fabritanl Franz Brück, LandgerichtSdireklor Bücking, Frau Buhtz, Frau van Calker, Kommerzienrat Emmclius, Frau E. Engisch, Leutnant Firmenich, Kaufmann Max Friedberger, Stadtverordneter Gabriel, Vorsitzender des Krieger-Lercins, Kommerzienrat Gail, Kommerzienrat Georgi, Frau C. Georgi, Fran R. Giese, Frau P. Glane, Frau G. Großmann, Hauptmann Großmann, RevisionSbcamter Grünig, Vorsitzender des Gardevereins, Fabrikant und Schlossermcister Hansel, Vorsitzender des Vereins ehemaliger Pioniere, Frau A. Hansen, Hebstrcit, Vorsitzender des Marine-Vereins, Kommerzienrat Heichelheim, Frau Ä. Heichelheim, Kommerzienrat Heyligcnstaedt, Gymnasialdirektor Dr. Hcnscll, Polizeiamtmann Herberg, Frau H. Herberg, Leutnant Heßler, Frau F. Heuer, Frau E. Heuser, Frau Joeckcl, Freiherr Gedult von Jungenfcld, Frau E. Kaiser, Frau K. Kempfs, Frau I. Kirch, Frau A. Klingspor, Kommerzienrat Koch, Hauptmann Koettschau, Privat- dozent Dr. Koeppc, Frau H. Koeppe, Frau A. Körte, Frau K. Kra'.iße, Landgerichtspräsident Kullmaun, Buchdruckcrcibesitzer Lange, Frau G. Langcrniann, Frau Locttgen, Postsekretär i. P. Mayer, Oberleutnant MengeS, Frau L. Menges, Major Mohr, Frau Mohr, Kaufmann Mettenheimer, Kommerzienrat Mueller, Geheimer Hofrat Dr. Netto, Frau A. iltoll, Frau P. Nückcr, L. Petri III, Vorsitzender des Veteranen-Vcrcins, Frau I. Pfannen- stiel, Frau K. Ploch, Frau P. Poppert, Frau R. PrätoriuS. Geheimer Schulrat Dr. Rausch, Frau H. Reuß, Rechtsanwalt Dr. Rosenberg, Fcm Rosenberg, Frau O. Schaaf, Kommerzienrat Schaffstaedt, Frau Schaff'» staedl, Postdirektor Schäfer, Frau F. Schliephake, Kommerzienrat Schirmer, Hauptmann Schrocdcr, Frau A. Schrocder, Oberleutnant Schweudy, Hauptinann Soldan, Frau R. Soinmer, Frau S. Soetbeer, Direktor Dr. Stoericko, Frau A. Stoericko, Frau H. Strahl, Frau M. L. Strack, Oberstaatsanwalt Theobald, Frau K. Theobald, Frau Professor Traulmann, Geh. Mcdizinalrat Dr. Vossius, Prof. Dr. Walther, Frau H. Walther, Frau K. Wiener. Frau R. Wolf, Major von Wunsch, Frau E. von Wunsch, Stabsarzt Dr Zcbler, Frau R. Zedier, Eisenbahn.Ban- und Betricbsinspcklor Zimmermaiin. Bt B. 53/06. [3699 JllderPriNtklügesche deS Rechtsanwalts Wilhelm Grünewald fcu Gießen, Privatklägers, gegen Len Rechtsanwalt und Notar Ernst Metz in Nidda, Angeklagten, wegen öffentlicher Beleidigung, hat, 1. das Großh. Schöffengericht in Gießen am 10. Dezember 1906 für Recht erkannt: Der Angeklagte Rechtsanwalt und Notar Ernst Metz von Nidda, 46 Jahre alt, katholisch, verheiratet, unbestraft, ist des ihm zur Last gelegten Vergehens gegen bie§§ 186,200R.S1.G.B. sowie der Beihilfe zu diesem Vergehen in je einem Falle schuldig und wird deshalb zu einer Geldstrafe von 700 Mark — siebenhundert Mark — die im Falle der Uneinbringlichkeit mit 70 Tagen Gefängnis zu verbüßen ist, sowie in die Kosten des Verfahrens einschließlich der dem Privatkläger erwachsenen notwendigen Auslagen verurteilt. Dem Privatkläger wird das Recht zuerkannt, den entscheidenden Teil des Urteils innerhalb 14 Tagen nach Zustellung einer Ausfertigung des rechtskräftigen Urteils je einmal in dem Gießener Anzeiger, der Frankfurter Zeitung und dem Frankfurter Generalanzeiger auf Kosten des Angeklagten öffentlich bekannt zu machen. 2. die Gr. Strafkammer des Großh. Landgerichts in Gießen am 28. Januar 1907 für Recht erkannt: Die Berufung des Angeklagten wird als unbegründet verworfen. Der Berufung des Privatklägers wird unter Verwerfung im Uebrigen insoweit stattgegeben, als ausgesprochen wird, daß die Bestrafung des Angeklagten bezüglich der in der Strafkammerverhandlung voin 16. Februar 1906 gc-- tanenen Aeußerung wegen^Be- leidigung im Sinne des § 186 Str. G. B. in einheitlichem Zusammentreffen mit einer Beleidigung im Sinne deS § 185 Str. G. B. erfolgt. Der Angeklagte wird zur Tragung der Kosten der Berufungsinstanz einschließlich der dem Privatkläger in dieser Instanz erwachsenen notwendigen Auslagen verurteilt. Die Richtigkeit dec Abschrift der Urteilsformeln wird beglaubigt und die Vollstreckbarkeit des Urteils bescheinigt. Gießen, den 25. Mai 1907. Der Gerichtsschreiber Großherzogl. Amtsgerichts. (L.S.) gez.: Dosch, Aktuar. Veröffentlicht: Der Vertreter des Privatklägers Fischer, Rechtsanwalt. 03919] Zu verkaufen: Oefen, Herd, ein 25 dis 30 Mtr. langes Eisengiuer, 2 fast neue 4YU Äctr. lange Fahnen, 2 Dielenwände. toubanlaee 7, L sich WrthdlPtl lucht Aushilfsstellc, MUvlyeN 03945] NeuenBäueS,!. Mäusburg 12. 3691] Schipka, 03926 13715 Perfekte Von riet* Heise = zurück : Vo geschrie Ani ragende Bülow laut wi ungenau einem 21; tung en rin an ■ neMntzs Dem ko dnüd)ti< Notiz i Llusmer lenken, BüloN düng g servatw lichkeit" r bestimmte wenn sie stmmenhc KunoÄ und an tu dem! Die der bem licherwe die Vor Grade Suche z. sofortig. 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