Nr. 77 hätten teurer zahlen müssen nach Krisen, die durch Kriege hervor. politische Lage-schatt. werden, seinen Gruß. Heucheleien hoffte er. fand ich zufällig Heinrich II. der deulichen befinden sich deutlich her- verhüllte Eigen- als Selbstlosigkeit, der Welt q 11511- der Selbstsucht, während andere ihre gut liebe und ihren Eigennutz als Idealismus, als Menschenliebe nut lächelnder Miene in bringen verstehen. scheint täglich mtt Ausnahme des Sonntags Die „«lehener FamlilenbiStter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, das „Krelsblatl für den Kreis Sietzen" zweimal wöchentlich. Der „hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal. gerufen waren, und roenn Rußland eine Schuld habe, für die es 381 Millionen Zinsen zahle, so sei duS weniger, als Frankreich zahle, das nur eine Bevölkerung von 40 Millionen habe. Redner der äußersten Linken greifen das Budget in heftigen Unterstützung des Kurfürsten Moritz war für Mittel zum Zweck und dieser ,oar Vernichtung Eroßniachtslellung. Unter den erwähnten französischen Briefen geschrieben in Dietz am 1. Juli 1553 und gerichtet an den Völlig, ist geeignet, darzutun, welcher Art ,ber Glanz und öie Würde unseres Vaterlandes' waren, die diese ^Freunde' dec deutschen Freiheit im Auge hatten. Es wird barm berichtet, daß anderweitig erhaltene Mitteilungen über die schliinmen inneren Zustände Teiit;chlands von deutschen Kaufleuten, die auf die Straßburger Messe ge- lonirnen sind, bestätigt werden. heißt da. D«"tjchlorrd Rolanonsdruck und Derlag der Br üblichen Universuäis • Buch- und BteinbrudcuL R. Lange, Bietzen. Kaisers und zum Freund des Königs von rirank- relch machen. Was steht aber in der am 13. Juni 1553 ausgestellten Vollmacht an die Unterhändler (die Herren Kardinal de Lenon- daß sie in ihrem Würde wieder- Redaktion, Expedition und Druckerei: Gchul- stratze ?. Expedition und Verlag; 6L Red aktwn:«-^ t i r. Tel.-Adr. Anzeigers letzen. 2Cird?e wiifc Schule. — Eine Auffehen erregende Mitteilung kommt aus Char- fottenburg. Dort bestehl seit Jahresfrist ein V e r e i n freier Kindergärten, der nach seinem Statut den rein pädagognchen Zweck verfolgt, die nicht schulpflichtigen Kinder unter Ausschluß über religiösen oder politischen Beeinflussung nach modernen Erziehungsgrundsätzen heranzubilden und dadurch besonders _ die Müller der schwer arbeitenden Bevölkerungsklassen zu entlasten. Soeben ist nun der erste freie ftiitbergarten durch Verfügung des Regierungspräsidenten wegen des Verbuchtes ^stilistischer Tendenzen verboten worden. Hm giUD aus AtUlfchiaubs schwacher Zett. (Original-Artikel des Gießener Anzeigers.) So wie eS einzelne Menschen gibt, die cs verstehen, durch Freundlichkeit, Schmeicheleien, Versprechungen und Schönrednerei andere in ihren Karren zu spannen und für ihre durch ein schönes Mäntelchen verhüllten selbstsüchtigen Zwecke außzunützen, so gibt eS auch Völker, die diese gefährliche Gabe in besonderem Grade besitzen. Ebenso fehlt es nicht an Einzel,vesen wie an Völkern, die solchen Sirenen ganz besonders leicht zum Opfer fallen, die Falschheit, die gestellten Netze erst sehen, wenn es kaum noch em Entrinnen für sie gibt. Wer die Geschichte Deutschlands und seine Beziehungen zu anderen europäischen Staaten vom ersten Erscheinen unserer Vorfahren in der Geschichte an bis in die Neuzeit kennt, weiß, daß das deutsche Volk nicht zu der ersten Klasse, sondern zu der letzteren gehört. Der biedere deutsche Michel hat nianchmal anderen die Kastanien aus dem Feuer geholt und sich das Fell unvermerkt ganz oder fast ganz über die Ohren ziehen lassen. Dabei gilt er in der Welt entweder als phantastischer Träumer oder neuerdings auch als Typus an feinen protestantischen Glaubensgenossen 1547 Venal geübt hatte, fühlte sich einesteils gehäuft durch die harte Behänd» hing, die Karl V. feinem Schwiegervater, unserem Landgrafen Philipp dem Großmütigen, angedeihen ließ, andern- leils empfand er eine gewisse Reue und suchte das Vorgehen gegen seine Glaubensgenossen wieder gut zu machen. So trat er denn mit dem neuen König Heinrich II. von Frankreich m Verbindung, um durch diesen die Mittel zur Bekämpfung Karls V. zu erhalten. Dafür überließ Moritz ihm bekanntlich in unverantwortlicher Weise die 3 lothringischen Bistümer Dietz, Toul und Verdun. Tie Frucht dieses Bündnisses war der den deutschen Protestanten günstige Passarur Vertrag (1552). Wer nun etwa meinte, der französische König sei ein prinzipieller Freund des Protestantismus gewesen, dec wäre in einem schweren Irrtum begriffen. Die berg die Verteidigung und deutschen Freiheit wolle, wünsche. obigen allgemeinen Sätzen. Heinrich II., der Nachfolger von König Franz I., dem cs 1515 nicht gelungen war, die deutscheKaiserkronedurchBestechungzuerlangen, weil der Spanier Karl (V.), noch größere Summen zu diesem Zweck hergegeben halte, hat in die Fußtapfen seines Vorgängers, der es sich während feiner ganzen Negierung hatte angelegen fein lassen, Teutjchland zu schwächen. Ter Ehrgeiz eines jungen deutschen Fürsten, Moritz von Sachsen, kam ihm trefflich zu statten. Moritz, dec bekanntlich an seinen Verwandten, dem Kurfürsten Joh. Friedrich von Sachsen und Aus StaOt mit Land. Gießen, den 3. April. - E x z. B r e i t e n b a ch. S. K. H. der G r 0 ß h e r z 0 g haben dem Königl. Preuß. Staatsminlster und Minister der öffentlichen Arbeiten Breitend ach, Exzellenz, das Groß- kreuz des Verdienstordens Philipps des Groizmüligen ver- liehen. "Zum Universitäts-Jubiläum. Wir werden darauf aufmerksam gemacht, bay unsere Mitteilungen über In einem alten Schweinslederband eine Anzahl Briefe b e 6 französischen Königs Hein- rich II. an seine Gesandten und umgekehrt abgedruckt. Sie enthalten neben anderem ein interessantes Beispiel zu den einige aus dem Jahre 1549. Aus ihnen geht vor, daß Heinrich 11. und seine Staatsmänner einen Einblick conti, Vicilleville und Morlllac)? Heinrich II. entbietet allen, die die Vollmacht lesen Er läßt sie wissen, daß er »beson- Erhaltung der in die deutschen Verhältnisse zu bekommen suchten, um zu wissen, wo der Hebel angejetzt werden müsse, und daß Frank- reich die Hand im Spiele hatte, als sich damals die Städte Hamburg und Bremen dem Kaiser widersetzten. Die meisten Briefe der obigen Gruppe stammen aus dem Jahre 1553. Em Brief dcs Königs an den Bischof von Vennes, gefchrieben am 13. Juni, enthalt Weisungen für die mit Moritz von Sachsen und etwaigen anderen deutschen Abgesandten in Metz zu führenden Unterhandlungen. Wir er- fahren daraus, daß eS Heinrichs Absicht war, Karls 9lad)- folger auf dem deutschen Kaijerthrone zu werden; jedenfalls aber sollte verhindert werden, daß Karls Bruder Ferdinand oder irgend ein Habsburger zum Kaiser gewählt werde. Falls dies nicht gelinge, solle man beständig Zwie» tracht m Deutschland nähren (nournr ces divisions en Jadhe German le) und denjenigen Kurfürsten, bei biefes Unternehmen ausführe, -um ewigen Feind des oen «cidnü bei" ^uvitaumsvoioereitungeu zu Unie^ii muu m grau gemalt haben. Kleinere Verschiebungen im Beiland dec Ausschüsse sind ohne Einfluß auf die Arbeiten. Lücken, soweit solche Überhaupt eingetreten sind, find seit geraumer Zeil ausgefüllt. Tie Vorbeieilungen sind durch den Engeren Senat in den letzten Dionalen bereits weil gefördert worden und nehmen ihren stetigen Fortgang. Wir hoffen demnächst weitere 'Dlitteilungcn machen zu können. " Erledigte Lehrer st elle. Erledigt ist die mit einem evaugel. Lehrer zu befeljenbe Lehrerslcüe an der Gc- meinr^schule zu Steinberg, Kreis Schotten. Dlit der Stelle kaiin ein Teil dcs Organislendiensles verbunden luerben. Dein Füruen zu Stolberg-Noßla-Ortenbcrg steht das Präsenlalionsrecht zu. "Eine wichtige Tagesordnung ist für die öffentliche Sitzung der S ta dtv er 0r dn et en »Ve rf am m- lung am morgigen Donnerstag, nachmittags 4 Uyr vorgesehen: 1. Gebührenordnung für die Benutzung Der städtischen Kanäle. 2. OrtSstatut betreffend Er- Hebung eines U m s a tz st e m p e l S. 3. OrtSstatut betreffend die Zusammensetzung der Sta dtve ro r dnete n-Ver- f am m hing. " Warnung. Wegen der Ueberhandnahme von Beschädigungen der Anlagen durch Hunde mußte eine strengere polizeiliche Kontrolle einlreten. Es wurden daher in dec Zeit vom 8. bis 22. Marz l. IS. 22 Hunde, bie unbeaufsichtigt in den städtischen Anlagen hermullesen, eingefangen, von denen durch die Eigentümer gegen den Ersatz der Kosten 21 Sluck wieder abgeholt, während einer getötet werden mußle. In dieser Zett sind 33 Anzeigen gegen Hundebesitzer wegen Laufenlassens ihrer Hunde m den Anlagen erhoben worden. — Ebemo wird nach wie vor gegen die Hnndebrsitzer in scharfer Welse oorgegangen werden, die ihre Hunde in öffentlichen Lokalen, Frtsierfluben rc. mit- nehmen. " Ein Jubiläum. Am 2. Oftcrfeiertagc machte die Bürgergesellschaft zum 25. Male einen Familten- ausf lug auf den Gleiberg. Zahlreiche Mitglieder mit ihren Angehörigen und Freunden versammelten sich um 8 Uhr auf der Lahnbrücke. Bei herrlichem Wetter erstiegen ge die stolze Feste, von weitem schon mit Böllerschüssen begrüßt. Burgwirt 9hebcrgall empfing die Gäste am Burg- lor nut warmen Worten und spendete einen Humpen feurigen Weins. Der Präsident Schloffermelster Dlartm Törr dankte dem freundlichen Wirt, der heute ebenfalls fein 25. Jubiläum als Burgwirt feierte. Gesang, Vorträge und Neben wechselten üb. Allen Teilnehmern werden bie schönen Stunben unvergeßlich bleiben, " Lehramts person allen. S. K. H. der Großherzog haben dem Oberlehrer an dem Lehrerseminar zu Friedberg Momab Alles, dem Oberlehrer an der Bilioriaschuie und dem Lehre- ruiuensemiuar zu Tarmstabt Tr. Karl B e r g m a n n unb dein Oberleiwer an dem Ostergymuasium zu Mainz Tr. Hch. Sch r 0 he den (lL)aiatiec als Pioieiior erteilt, den Oberlehrer an dem Wgm- nafium zu Bensheim, Proi.Gg. Hauff, zum Oberlehrer an bet Düet- realichule zu £aun|iaöt; ben Oberlehrer an bei- Realschule^ und dem Brogyumalium zu Bingen, Prof. Seb. Jost, zmu Lberiet) rec an oem Realghninainmi zu Ataiuz; den Oberlehrer und Leiter ber hoy. Buigerfchnle zu Rimbach, Rektor Frteb. Wenzel, zuni Oberlehrer an der Realschule u. demProgyninaliuin zu Bingen; den Oberlehrer und Letter der höh. Bugerichule zu Wöllstein, Rektor 'Lvilh. Bo l l harbt, zum Oberlehrer an ber Oberrealichule zl, Loorms; ben Oberlehrer und Leiter ber höh. Burgerichnle zu Grop-Bteberau, Rektor priebr. L e tt h a r d I, zum Oberlehrer an beut Realgymnasium zu Tarmstabt; ben Oberlehrer und Lerier der höh. Bürgerichule zu lüibba, Rektor G. Börstel, zum Oberlehrer an ber Oberrealfchule zu Worurs; ben Oberlehrer an der Ober- : tealjcljule und höh. Handelsschule zu Mamz, Frtedr. ^chad, zum ersten Glanze und in ihrer her gestellt werde. — Durch diese _ sie zu einem Schutz- und Trutzbündnts zu bringen gegen die gemeinsamen Feinde und zu ihrer aller Nutzen. In einer Instruktion an seine Abgesandten nach Metz (vom 3. Juni 1553) werden diese angewiesen, den deutschen Abgesandten darzutun, daß Heinrich II. Deutschland immer eine so große und aufrichtige Liebe entgegengebracht habe, daß er weder seine Streitkräfte, noch seine Börse, noch seine eigene Person geschont habe, um die Erhaltung und Wieder- Herstellung des deutschen Reiches zu fördern und zu be. günstigen. Sie sollten hinweifen auf daS, was ber König von Frankreich für sie und ber Kaiser gegen sie getan habe und noch tue zu ihrer völligen Unterbrückung und zum Rum ihrer Freiheit. Tann sollten sie beutfche Abgesandten sprechen lassen und hören, was für Vorschläge sie betreffs des Bündnisses machen wollten. Man sieht, ber bem schnödesten Eigennutz unigehängte Mantel war sehr schön, bie Lache so verlockend wie bem unerfahrenen Pilzsammler ein farbenprächtiger giftiger Fliegenschwamm. Ein Brief des Bischofs von Vennes an den Connetadle, Neues aus Rußland. Duma. Petersburg, 2. Aprll. Fmanzminister K 0 k 0 zew bringt daS Budget ein unb erlläri, im allgemeinen auszukommen. Hu- fchüsie seien »tätig für ine Stxiegä», Eisenbahn- und Notstandsbudgets. Der frühere Minister Kuttler (Kadett) greift alle Regierungsdepartements an und wirft dem Budget mangelnde Klarheit vor. Tie Staatseinnahmen tarnen auS indtrekieu Steuern, bie eine unermeßliche Last für die armen Klassen bildeten, während die besitzenden Klassen nicht genügend getroffen würden. Die Staatseinnahmen hängen in erster Linie von dem Alkoholmonopol ab, wett der Fistus viel mehr Alkohol hergestellt hatte, als es früher der Fall gewesen sei. Der Redner führt dann aus, daß dus Heer von Beamten zu zahlreich sei und daß eS viele Ueberflüffige gäbe. Die Erwiderungsrede des Finanzministers machte großen Eindruck, besonders die Stelle, wo er über die großen Binjen, bie Rußland feinen ausländischen Gläubigern zahle, sprach. Ter Mt- nifke führte noch aus, die inneren Unruhen seien die alleinige Ursache Der enormen Zinsen, aber auch Frankreich und England Ausdrücken an. Der Thronfolger als Artillerieschuler. Der kleine Großfürst '2uejej Rikolaiewitscp, Der einzige Sohn des Zaren "Nikolaus II. und Erbe des russiichen Reiches, ist zioar noch nicht einmal in jenes Altersstadium gelangt, wo inan den Stnaben statt der Röckchen Hosen anziebt, denn er wird im Juli dieses Jahres ern drei Jahre alt iveiben, — trotzdem ruht auf seinen Schuttern schon eine ganze Last mitttäriscper Würden. Er ist feit dem Tage feiner Geburt, wie stets der Zäsarewttfch, Hetmanu. d. h. obenter Heerführer aller Kvsalentruppen; er ist ferner El-ei des lüuuanbijdjen Leib-Gardc-dttg cmants, des 52. litauischen Jnsantene-Regimenis, des 12. ostiibcriichen Schützen- Regiments, d.s Taschkenter Kadettenkorps, der 4. Batterie der reitenden Garoe-Arlulerie und der Rtoskauer Alezej-Militärschule, und er wird außerdem ü la satte des 44. Rsthegorodichen Dragoner- Regiments, sowie des 45. Siemerslsichen Dragoner-Regiments g> ührt Jetzt merdtt eine amtliche russtiche Bekanntmaeyung, bag >er Zar sein Söhnchen in bie Liste der Stünftantin-'ürtiilerieidjule jabe einlragen lassen. P 0 b 1 ed 0 iw szews Testament ist gestern gcoisnet worden Ter Großinquisitor hat iwch am Rande seines Grabes der Gefängnisse gedacht. Er hat große Summen zur Erbauung neuer Anstalten bestimmt! . -Ter Hausbesitzer Toropow in Rrostau teilte dem Mitarbeiter des dortigen Blattes „Jtro" mtt, daß er der Mörder von Dr. Jeltos sei. Er habe ihn mit einem Gewehr erschossen. Tie 'bei der Leiche gefundene Brvwning-Pistvie jei von jemand anders dorthin geworfen worben. Toropow macht ben Eindruck eines anormalen Menschen und seine Aussage fiiüxt keinen Glauben. Ausland. Prag, 2. April. Der ehemalige Führer der Jungtschechen, Dr. Eduard G r e g r, der seit dem Jahre 1868 an ber Spitze ber tschechischen politischen Bewegung stand, ist gestern, 81 Jahre alt, gestorben. Sein Tob hatte ein tragisches Vorspiel. In der letzten Landtagssitzung hatte ihn der tschechische Agrarführer Zdiarsth indirekt der Bestechlichkeit geziehen; den Schmerz üuer diese Beleidigung konnte der Greis nicht mehr übeuuinoen. R 0 m , 3. April. Laut Information der offiziösen „Tribuna" unterrichtete der englische Botschafter in Petersburg die russische Regierung von ö>cr Absicht Englands, ber Haager Konferenz die Frage ber Beschränkung ber Rüstungen zu unterbreiten und zu diesem Zweck die Ernennung einer besonderen Kommission vorzuschlagen, welche die Frage prüfen und eine abschließende konkrete Formel vorlegen soll. Don dieser Kommission sollen die Heer- und Marine-Delegierten der an ber Konferenz beteiligten Mächte ausgeschlossen bleiben. Von bie]er Absicht ber englischen Regierung würben bereits sämtliche Mächte in Kenntnis gesetzt^ Zweites Blatt 157. Jahrgang Mittwoch 3. April 1907 Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Gderheffen Teure Kohlen. Die nach Ablauf der Osterferien im preußischen Landtag zur Verhandlung gelangende Interpellation der Konseroatioen wegen der Kohlenteuerung konnnt insofern verspätet, als der Beginn der wärmeren Jahreszeit den Drißsiand weniger empfindlich macht. Da indessen eine weitere Preiserhöhung für dieses unentbehrliche Heizmaterial in Aussicht gestellt ist, bleibt bie Angelegenheit auf ber Tagesordnung, unb bie Regierungen werden nicht umhin können, zii prüfen, auf welchem Wege chier einer allg. Kalamität oorgebengt werden kann. Kvhlenknappheit und Teueriing machten sich bereits im vergangenen Winter bemerkbar, auf den bie breite Masse des Volkes angewiesen ist bet der Umnöglichkeit, größere Dkengen zu den billigeren Sommerpreisen elnzlikausen. Kohlenteuerung führt zu einem Uebelstand für bie gesamte Industrie und zu einer Verteuerung der jetzt schon nicht grade wohlfeilen Jndustrieprodukte. Marokko. Der Korrespondent der ,2ime§' in Tanger tut sich wieder einmal gütlich in Ausfällen gegen Deutschland. Er bespricht in einem langen Artikel mit heftigen Ausdrücken die Lage m Marokko und erklärt, Deutschlands Gegensatz zu Frankreich ruiniere bie Interessen aller euro« päischen Staaten in diesem Lande. Der deutsche Einfluß in Fez sei stark genug, bie Ziele anderer Mächte z»i vereiteln, doch zu schwach, um hiergegen gleiche Vorteile für die Deutschen zu erlangen. Die „Times* erklärt, das deutsche Prestige sei in der Abnahme. Ter Sultan höre auf Deutschland nur, roenn es ihm genehm sei. Deutschland werde zum Sündenbock gemacht, der für alle Verbrechen der Mauren verantwortlich fei. Ter Artikel schließt mit einem Appell an Deutschland, es solle erwägen, ob eö irgend etwas bei dem fortgesetzten Versuch eines Wetteiferns mit Frankreich, das die Finanz-Sttuation kontrolliere, zu gewinnen habe. Die franzvf. offiziöse „Agence HavaS* gibt sich natürlich besondere Dkühe, Dkarokko so schwarz zu malen als irgend möglich. Neuerdings herrscht ihr zufolge in Marakesch „dauernde Unruhe*. Em Eingeborener, welcher dem Franzosen (Sentil bei den Vermessungsarbeiten geholfen hatte, wurde ermordet. Der Pascha von Nlarzagan ließ das Observatorium Niederreißen, welches Gentik auf dem Dache seines Hauses hatte errichten laffen und welches ihm für feine Arbeiten biente. 1Ms 8 Qv ite lison in 1, Stoffen, ledern ffw., i Kor|zerisä,^ •«.Mach. getreuer öScV- Bindel “ItSl v’ ?ranck- ' H.,Becker. ^toAMioihcej | 1 »hrzu,rl »w8e66» .hen Sch"8* Telefon 262 ! bekannten giere/ — 2-pro P/nnd, k ger. i Rakai Iwieback .akes = its irisch. zu achten. 11* Telefon 262- Oberlehrer an dem Realgymnasium zu Darmstadt; den Oberlehrer an der Realschule zu Alsield, Aug. Eckel, zum Oberlehrer an der Oberrealschule zu Offenbach: den Lehramtsassessor Jul. Revv zum Oberlehrer an der Realschule zu Oppenheim; den Lehraintsasseffor Jak. Kabel zum Oberlehrer an dem Gymnasium zu Worms; den Lehramtsassessor Theod. Ranft zum Oberlehrer an dem Ludwig- Georgs-Gymnasium zu Darmstadt; den Lehramlsass. Fritz Textor »um Oberlehrer an der Oberrealschule zu Worms; den Lehramls- assesior Ludw. La m b i n e 1 zum Oberlehrer an dein Realgymnasi- um zu Mainz; den Lehramtsassessor Tr. Otto Sch midlgen zum Oberlehrer an dem Wolsgang-Ernft-Gymnasimn zu Büdingen; den Lehramlsaffessor Otto Hotz zum Oberlehrer an dem Oslergymna- fluni zu Mainz: den Lehraintsasseffor Dr. Herrn. Lotz zum Oberlehrer an der Realschule und dem Progymnasium zu Alzey; den Lehramlsass. Dr. Ph. Seitz zum Oberlehrer au der Lberrealichule zu Osfenbach: den Lehrarntsastestor Otto Emmel zum Oberlehrer an der Realschule und dem Progymiiasium zu Mzey; den Lehr- amtsasseisor Willy B oe cl zum Oberlehrer an dem diealgymnasium und der Oberrealschule zu Greffen: den Lehramtsassestor Wilh. Kl eck zum Oberlehrer an der Oberrealschule zu Mainz: den Lel/ramtsassessor Ioh. Kron zum Lberlelu.-'r an der Oberrealschule zu Offenbach; den Lehramtsanesior Friedr. La mbH zum Oberlehrer an dem Realgymnasium und der Oberrealschule zu Greffen; den Lehramtäas,eiior Franz Petersohn zum Oberlehrer an der Oberrealschule zu Offenbach; den Lchramtsajsessor Ernh Keller zum Oberlehrer an d.m Gymnasium Frideric.anum zu Laubach; den Lehramtsanessoc %t. Hch. Gräf zum tL/uerieyrcr an der Oberrealschule zu Osfenbach und den Lehramtsussenor Jak. Fuldner sum Oberlehrer an der höh. Bürgerschule zu Bad-Nauheim ernannt. Durch Entschstcßung des Grogh. sJJiini|ie=- riums des Innern wurden die LehramtSreserenoare Frstor. B a r t- schat zu Offerrbach, Karl Gnsgraber zu WorncS, Wilh. Fink zu Büdingen, Friedr. Fischer zu Offenbach, Hugo Hahn zu Pfungstadt, Dr. Kur». Hahnzu Darmstadt, Wily. Ä l o o s zu Friedberg, Gmil Ko hl zu Mainz, Karl Kohlbacher zu Schollen, Karl Naumann §n Gieüen, Hch. P r ö s ch e r zu Gernsheim, Karl Riehl zu Worms, Dr. Otto Schmidt zu Darmstadt, Tr. Wirhelm Schmidt zu Darnstladt, Dr. Friedrich S ch r o d zu Ofsenoach, Wilh. Schuchmann zu Vingen, Dr. Wüh. Süff zu Gieffen, Dr. Aug. Vetter zu Tarmimdt, Rud. Wagner zu Ofsenbach, Friedr. Will zu Mainz zu Lehr- amtsasseisoren ernannt. Ernannt wurde der Lehrer an dem Realgymnasium zu .Mainz Ioh. Pet. Luley zum Lehrer an der Oberrealschule zu Darmstadt, der Lehrer an dem Gymnasium SU Offenbach Ludcv. Rud. Reitz zum Lehrer an der Oberrealschule zu Mamz, der Lehrer an der Gemeindeichule zu Treis a. Lda. Kürl Gödtel zum Lehrer an dem Gymnaiium zu Ossenbach, unter Belassung in der Kategorie der Bollsschullehrec. ** M u ft e r u n g a u f d e m L a n d e. Ein groffes und wichtiges Ereignis ist für unsere Jugend der Tag der Musterung. Schon der kaum der Schule entwachsene Knabe sehnt diesen Lag herbei und sogar unsere kleinen Schulkinder singen mit Begeisterung : „Wißt ihr, was ich werden will? Nun ich wills euch sagen: Ein Soldat mit blauem Rock Und mit rotem Kragen." Sind es für unsere Kleinen die bunte Uniform, Säbel, Gewehr und Pferd, was sie für das Militär begeistert, so ist es neben diesen für die erwachsene Jugend wohl auch'das kameradschaftlich- fröhliche Leben, das besonders von den „alten Leuten" durch ost schön ausgemalte Manöverabenteuer ausgeschmückl wird; bei manchen ist es auch Vaterlairdsliebe oder das Streben, sich eine Lebensstellung zu erwerben. Einige Wochen vor der Musterung heißt es für die Gestellungspflichtigen, sich auf der Büi gerineisterei zur Stammrolle anzuinelden. Ist dies geschehen, ziehen die Burschen unter fröhlichem Gesang durchs Dorf nach der Wirtschaft, wo ihrer schon die „Ausgedienten" harren. Sie fühlen sich bereits als halbe Soldaten und stolz singen sie: „Es gibt fürwahr kein schön'res Leben, Als der edle Soldatenstand. Er ist mit lauter Lust umgeben. Zu streiten für mein Vaterland. Fürsten und Grafen, sein hohe Herren, Sie müssen alle zur Fahne schwören. Ist denn iwch ein Mensch auf dieser Welt, Dem dieses Leben nicht wohlgefällt." Endlich kommt um Ostern der heiffersehnte Tag der Musterung. Am Abend vorher kommen die Kameraden zusammen und schmücken ihren Leiterlvagen mit Eichenlaub, Fichtenzweigen und Fähnchen. In sder Frühe des nächsten Morgens geht es nach der Stadt; bei der Ausfahrt aus dem Dorfe erschallt das Abschiedslied : „Jetzt reisen wir zum Tor hinaus, ade. Mein Schatz der schaut zum Fenster hinaus, ade! Schön Schätzlein laff das Trauern sein, ade! Es kann fürwahr nicht anders fein, ade, o weh, ade!" Fährt dann die Jugend in dem Städtchen ein, so singt sie: „Zur Must'rung marschieren, lassen wir uns visitieren. Ob wir tauglich, ob wir tauglich sein ins Feld." In dem Städtchen selbst hebt ein fröhliches Leoen an, Soldatenlieder singend durchziehen die Rekruten die Straffen. „Für Deutschlands Ruhm und Ehr, ja alle streiten wir!" so tönts verheißungsvoll im Laufe des Tages an unser Ohr. Der Humor bei der Sache ist, daß so mancher dieser heute so mutigen Streiter, der sich schon im Geist im bunten Rock sieht, der wackeren Truppe .Landsturm mit Waffen" oder gar „L. ohne Waffen" ungeteilt wird, auf die das Vaterland seine letzte Hoffnung setzt. >ie für tauglich Befundenen aber sind besonders stolz und in etwas derber Weise sprechen sie von den Landstürmer u>rd nennen sie kurzweg „Staatskrüppel". Nachdem sich die Losburschen mit mächtigen sei in einem solchen Zustande der Unordnung, wie es nur jemals war; die Großen seien in Waffen und gegen einander erregt Ter Krieg, der in das Gebiet der Sachsen, des kriegerischsten Volkes in Deutschland, geworfen sei, sei wahrscheinlich von längerer Tauer und schwerer beizulegen, als dies in irgend einem anderen Deutschland der Fall wäre. Auch wird als für Frankreich günstig hervorgehoben, daß der Krieg weit von dessen Grenzen geführt werde. Dieser Kriegszustand entsprach natürlich den Wünschen de§ für deutsche Größe so besorgten Franzmannes. Ein Brief ebendesselben Herrn vom 3. Juli 1553 verrät klipp und klar, warum man mit Moritz von Sachsen weiter zu unterhandeln suchte. Ter Bischof spricht darin em treffenves Urteil über Moritz aus: er sei ein feiner Kopf, argwöhnisch, schwankend und öffne nie eine Tür um einzutreten, ehe er ’ine andere zum Entweichen habe. Aber er könne viele das Reich angehende Dinge auf. ivühlen, da er sehr ehrgeizig sei. Es sei besser, ihn, trotzdem er verdächtig sei, zu behalten, als ihm Gelegenheit zu geben, Feind Frankreichs zu werden, um ihn nach den Bedürfnissen der Zeit zu benützen, je nachdem es für das Interesse des Königs geeignet fei. ©in Brief des Königs vom 9. Juli ist wieder an den Bischof von Vennes und Herrn de Vicilleoille gerichtet. Der König ist argwöhnisch geworden, weil Moritz von Sachsen noch nicht mit anderen deutschen Fürsten zwecks Abschlusses eines Biindniffes in Metz angekommen ist. Doch scheint es ihm auf Grund erhaltener Mitteilungen, daß in Deutsch- and so große Unordnung herrscht, das Feuer so lang anhaltend und so weit vorgeschritten m dem 2ande ist, daß die Dinge für ihn nicht besser stehen könnten als sie sind. Unter allen Umständen will bei König, daß man dem Moritz von Sachsen so viel als möglich den Glauben beibringe, daß er (der König) BtrÄusien und vunten MlnDern Dük iE'Brust gqmmnztr inw ein Schildchen, auf dem das Ergebnis der Musterung steht, an die Brust geheftet haben, wird der Wagen bestiegen und heimwärts geht es. Die Schuljugend eilt dem Wagen bis vors Dorf entgegen, werfen doch die Rekruten die „Mofteringsweck und Orangen aus unter die Kinder. Zu Haus angekommen, hebt ein ziemlich ungebundenes Leben an. Mit Sang und Klang ziehen sie von Wirtschaft zu Wirtschaft. Eines der beltebtesten Lieder ist dann: . . .Der Hauptmann stand draußen, schaute leine Leut an: Seid nur lustig, seid nur fröhlich, es kommt keiner davon!" Abends finden sich dann Burschen und Mädchen zu sröhltchem Tanz zusammen. Besonders stolz ist dann die Liese, daff ihr Heinrich zur Infanterie 1 ausgehoben ist, aber auch Dortchen freut sich trotz manchen Spottwortes, daß ihr Hannes sreige- kommen, hatte sie doch bei dem Gedanken an die Trennung schon zum siebenten Taschentuch Zuflucht genommen. Ja die Musterung ist eine schöne Zeit für unsere erwachsene Jugend! ** T rnckiehler - Berrch11grrn g. In Dein gestern ucr- öffenllichieii Artikel über ,.R a n a 11 j a 11 o n s g c b ii l) r e u" sind mehrere Truck'elster flehen geblieben, die nachstehend berichtigt seien. In der 2. Spalte, Zeile 3, muff es stall „Gehirnhallens" Gehet in *• haltens Heißen, lernet in Zeile 28 Papiere statt „Pagiere" und ui Zecke 31 bet teuren WoHnungen statt „bis nach teuren Wohnungen". -j- Ettingshausen, 2. April. Einen wichtigen Altertumsfund machte man dieser Tage auf dem Speicher des Rathauses, nämlich das alle, längst verloren geglaubte Wappen des Dorfes. Es ist in Eichenholz künstlerisch geschnitzt, zeigt in seiner Mitte ein Herz, auf dessen oberen Teilen zwei Tauben sitzen, darüber befindet sich eine Krone. ch Aus der Wetterau, 2. April. Aeufferst langsam schreitet der Bahn bau Helde nbergen-Win decke n- Bilbel fort Obwohl schon 3y2 Jahre daran gearbeitet wird, ist nock) keine Aussicht auf Eröffnung der Bahn. Die fortgesetzte Verzögerung hat in den beteiligten Gemeinden große Unzufriedenheit hervorgerusen. Sowohl Landwirte, die ihre Produkte nach Frankiurt und Umgegend verlausen malten, als auch die zahlreiche in Frankfurt beschäftigte Arbeiterschaft wartet schn- lichst aui die Fertigstellung dieses wertvollen Verbindungsweges. In diesem Sinne sind auch die Ortsvorftäude der Gemeinden vor wenigen Tagen wiederum an den maßgebenden Stellen vorstellig geworden. Von Hetdenbcrgen bis Gronau ist die Bahnstrecke so gut wie fertig, Oberbau und Gleise liegen schon nno in den Sllckionsgebäuoen sind nur noch die letzten Jnnenarbeiten auszusüyren. Aber zwischen Gronau und Vilbel sind die Arbeiten noch weit zurück, namentlich von der Nidda-Brücke bis zur Einführung in die Main-Weser-Bahn. Das ^eiimbe muffte hier erst enteignet werden und erst vor 8 Tagen konnten die Erdarbeiten an der etwa 500 Meter langen Strecke beginnen. Diese Verzögerungen hängen auch mit der geplanten Bahnhofs- verlegung zu Vilbel zusammen. Soviel erscheint schon jetzt sicher, daß eine Eröffnung der Bahn frühestens am 1. Juni erfolgen kann; allgemein glaubt man aber, daff es 1. Oktober werden wird. Infolge der vielen Windungen der Nidder bot der Bahnbau nicht geringe Schwierigkeit, mufften doch allein zwischen Windecken und Büdesheim sstnf große Brücken über das Nidoertal und bei Büdesheim sogar ein 200 Meter langer Tunnel erbaut werden. Die etwa 18 Kilometer lange Strecke erhält die Stationen Heldenbergen, Windecken, Büdesheim, Kilianstädten, Dorselden, Gronau und Vilbel. K. B. Dar m sladt, 3. April. Ems miposante Bismarckfeier hatte gestern abend der Jungliberale Verein im Kaisersaal veranstaltet, die tiotz deö FrühlingewetlerS sehr zahlreich von Damen und Herren besuchl war. DaS Programm des Abends bestand aus Mtilitärrnusik, Gesangs- und Lieder- oorträgen, Prolog und Festreden. Nach einer Begrüßungsansprache deö Vereinsvorsitzenden, Finanzamtmann Bangel, hielt Pros. Tr. B > e r m e r - G ie ff en die Festrede, in der ei fesselnd und scharf em Lebensbild von dem Altreichslanzler und seinem unvergleichlichen Wirken gab. Besonders eingehend zeichnete der Redner das wirischastspolltiiche Programm des Altreichskanzlers, dessen feine Fäden und Gedanken er mit treffenden Worten darlegte. Ter Redner kam in seinen gut anderthalbstündigen Ausführungen zu dem Schliiß, daß die jetzt nach der Reichslagsivahl geschaffene neue politische Parleikonslellation im Reichstag ganz dem Geiste Bismarcks entspreche. Der moderne Liberalismus (im Gegensatz zu dem früheren theoretisch-manchesterlichen) bedeute eine Rückkehr zu der glänzendsten BiSmarck'schen Geistes- und Kulturperiode, die jetzige liberal-konservative Paarung Büloivs fei em offenes Bekenntnis zum BiSmarck'schen Gedankenkreis und wenn die vereinigten Liberalen und Konservativen jetzt im Begriffe seien, mit frischem Mut eine neue Aera gesunder moderner Realpolitik emziilelten, so würden sie stets auf dem tiefen Boden der Bismarck'schen Grundsätze zurückzugreifen veranlaßt sein. — Die Rede wurde mit dem lebhaftesten Beifall ausgezeichnet. Glieder-2aulhe im, 1. April. Der seither in der Landes-Irrenanstalt zu Heppenheim untergebrachte Müller Melchior Thomas ist dort entsprungen und Samstag ihn für grad und aufrichtig und seine Liebe zu ihm für gewiß halte, und daß er (der König) wünsche, daß Moritz an die Liebe des Königs zu ihm glaube, da er nicht zweifle, daß er guten und glücklichen Erfolg in seinen Angelegenheiten haben werde, und Deutschland in l'o großer Verwirrung erhalten werde, daß er selbst nichts zu fürchten habe und der Kaiser sich keine große Hülfe versprechen könne. Da trat unvermutet der Tod deS Kurfürsten Moritz ein, und Frankreich schien sein Werkzeug zur Schwächung und Veruneinigung Deutschlands verloren zu haben. Heinrich II. war indessen nicht lange in Verlegenheit. Am 6. August 1553 schrieb er einen Brief an seine beiden oben genannten Diplomaten. Er verlangt, daß man einen Gesandten zu dem Landgrafen Philipp von Hessen schicke, um diesem sein Beileid wegen des Verlustes seines Schwieger- sohnes auszudrücken, ihn über seine Absichten auszuforschen und ihm eventl. ein vom König verfaßtes Schriftstück zu übergeben. Ter Abgesandte solle dann weiter reisen zu Herzog August von Sachsen, dem Bruder von Moritz, und ihm einen eigenhändigen Brief des Königs überbringen, luenn er finde, daß Sluguft geneigt sei, das Unrecht, das seinem Bruder z,i- gefügt worden sei, lebhaft zu empfinden. »Er soll den Herzog des Wohlwollens des Königs versichern, bie Angelegenheit in Deutschland für den Kaiser weiterhin als verdächtig erscheinen zu lassen. Ter Herzog werde dort das Feuer wieder anzfinden können, das möglicherweise durch den Tod des Herzogs Moritz erloschen sei. Dec König will, daß zu diesem Zweck nichts unterlassen werde.- So sah die Liebe des Königs von Frankreich für Deutschlands Größe aus. Aus einem von den Herren de Vicilleoille und dem Bischof von Vennes aus Metz an den König gerichteten Bries (8. August 1553), dec die scheinheilige und im höchsten Grade naä)i ferner m seine Beyausung gerömmett. svÄyrenv das Dors sich noch in Ailfregimg befand über seine Flucht aus dem Irrenhaus und über seinen unbekannten Aufent- Haltsort und viele sogar der Meinung waren, Thomas habe, um allen Weiterungen aus dem Wege zu gehen, Selbstmord begangen, arbeitete er schon in aller Gemütsruhe in seinem Garten. le Offenbach a. M., 2. April. Am 1. Ostertage machten 4 junge russischeJudcn eine Bootsfa h rt auf dem Main. Als sie mitten auf dem Strome fuhren, fiel dem einen, Namens Benjamin Fränkel, der Hut ms Waffer. Weil sich alle Vier seitwärts bogen und nach dem/ Hut griffen, kippte der Nachen um, und die Insassen fielen ins Waffer. Einer rettete sich durch Schwimmen, zwei wurden von Flößern gerettet, und Fränkel, 1889 in Lodz geboren, ertrank. Das Unglück ereignete sich in der Nähe des Hafens. Offenbach, 1. April. Nachdem die 5. Konferenz bet Anarchistischen Föderation Deutschlands im Kreise Offenbach verboten und auch die Genehmigung zu ihrer Ad- Haltung m Frankfurt verweigert worden war, erklärte die Gcschäftsleitimg, daß die Konferenz am ersten und zweiten Cflerfeicrtag in einem Orte m der Nähe von Offenbach statt- finden werde. Am Samstag abend fand tm Gewerkschafts- Haus eine Volksversammlung statt, in der R. Lange aus Berlin, Redakteur des /Anarchist", sprach. Als er im Laufe feiner Rede erklärte, er halte sich für feine Person überhaupt mcht für verpflichtet, Gesetze zu hallen, wurde die Versammlung aufgelöst. Mainz, 2. April. Heute fand auf dem Gemeindehaus in Mombach aus Anlaß der Eingemeindung dieses Ortes in Gegenwart von Vertretern der Großherzogl. Regierung, der Stadt Mainz und der Gemeinde Marnbach durch die städtischen Vertreter die feierliche Ucbernahme der Verwaltung von Mombach durch die Stadt Mainz statt. Mit der Eingemeindung von Mombach tritt Mainz in die Reihe bei Städte von mehr als 1 00 000 Einwohnern em. [] M ü n ch Hausen, 2. April. Unter dem Vorsitz des Kreisbraudmeisters Heuser aus Marburg tagte heute hier der 9. Delegiertentag des Kreis-Feuerw eh r-Ver- band es Vk ar bürg. Aus dem geschäftlichen Teil sei ermähnt, das von den 90 Feuerwehren des Kreises jetzt 85 dem Verbände angehören. Ni'an besprach bann u. a. das neue preußische Feuerlöschgesetz und wünscht bie baldige Einführung einer Unfallkasse. Als Ort des nächsten Delegiertentages wurde 91 o r b c c£ gewählt. Mit dem Telegiertentag war auch eine Hebung ber Feuerwehren von Münchhausen, Vollmar, Niederasphe und Todenhausen verbunden, die gut gelang. ** Kleine i- u nD den N a d) b a r fr a a t e u. Tie Errichtung eines W o ch e n m a r k t e s für die Kreisstadt B r e d e n k o p s ist vom Bezirlsausschuß genehmigt morden. — In O b e r n rset ist der Rendant der Spar- und Dar- lehnstasse Josef Adnan verhaftet morden. Es sollen- n. d. Frti. ^oltsst. llnregelmaßigteiien in der Kasse emdectt worden sein. * Das Opfer des Ehemanns. Aus New-Pork wirb gemeldet: In Philadelphia erregt eine soeben ausgeführte Operation lebhaftes Interesse. Nirs. Peter Anbersoii lag an schwerer Blutarmut totkrank darnieder. 21 Ue bie Herztätigkeit anregenden Mittel versagten, die Lterzte waren ratlos. Endlich entschloß man sich zu eihem Versuch mit künstlicher Blntzrstührrlng. Ter Gatte der Sterbenden erklärte sich zu dem Opfer bereit. Er wurde chloroformiert, man legte ihn neben seine sterbende Frau auf den Operationstisch, öffnete eine Ader seines linken 2lrmes und durch eine Rohre gelang es, der Kranken mehr als 2 Liter Bliit zilzuführen. Sie erholte sich nun fast sofort und eine rasche Zunahme der Kräfte ivurde beobachtet. Die 2lerztc stellten m Mrs. Andersons Blut eine Vermehrung der Blutkörperchen fest, die Zunahme stieg von 10 auf 75 Proz. Allerdings wird noch eine Wiederholiing der Operation nötig sein; sie soll vorgenoimnen werden, wenn sich der Gatte genügend erholt hat, um eine zweite Blutabgabe überdauern zu tonnen.________ Uiiivcrjitat»*2lad?rid)ten. Die Generalaussperrung i m Scyneiber - G ei» werbe ist am Dienstag nach b?m Beschlug des Arbeitgeber- Versandes für das b.utiaje Scyneioergemeroe in Krast getreten, lecim Zentraworstand des bciitiujen ischneioervervandes lagen am Dienstag vonncktag nur vereinteste 2im^ perrnngsme^dungen aus dem Reiche vor. Vielfach staftoen Arpertgeoer und ^roestiiehmn ,chon kurz vor der Berstanoigung, aid der Ausiperrungsoe,a)luij die Einigung lveryinderte, so in Mannheim, Hamern, Frankfurt a. L. eigennügige französische Politik feuer Zeit teunzeichnet, geht hervor, daß die französische Regierung nut dem berühmten Schulmann Johannes Sturm in -Straßburg, der früher eine Zeitlang Vorlesungen m Paris gehalten hatte und dem Calvinismus zugetan war, in Verbindung stand. 2lm Schluffe dieses Briefes schreibt der Verfasser in Bezug auf den geplanten Reichstag zu Ulm, daß es für bie Interessen des Königs nützlich sein könne, wenn der Bischof von Nietz, Kardinal de Lenoncourt, Vertreter auf den deutschen Reichstag schicke. — Bemerkt sei hier, das Metz damals in französischem Besitz war, und der dortige Bischof nichts mehr auf einem deutschen Reichstag zu suchen hatte. — Es heißt weiterhin: ^Denn außerdem, daß er darum könne, daß er Mitglied des Kaiserreiches sei, würde er zu erkennen geben, daß er sich nicht davon trennen wolle; das wäre dann ebenso sehr ein Nlittel, zu entdecken und zu hören, alles was man dort tun würde, wovon man bann rasch Nachricht über die Schweiz geben könne." Tie Rietzer Bürger sollen nach der Ansicht des schlauen Diplomaten niemand in den Reichstag schicken, weil sie kein Recht dazu hätten. Das ist sein formeller Grund. Aber er hat noch einen materiellen: „Die Rietz er Abgesandten könnten sich dort beklagen und bie Angelegenheiten Frankreichs schädigen." Es ist gewiß nicht schwer, die Maske und das wahre Gesicht zu unterfchelden, wenn man durch Kenntnisnahme dieser Schriftstücke hinter die Kulissen sieht. Das war natürlich unseren Vorfahren nicht möglich (der Graf von Mansfeld, em Herr Ehelius, Sturm u. a. gingen auf den Leim) unb nahmen die schönen Worte der höflichen westlichen Nachbarn für bare Münze. Wie oft hat sich unser Volt in dieser Weise von Fremden an ber Nase herumführen und mißbrauchen lassen! x L» Frau Christine Schneider, geb. Dietz in Marburg. — Frau Sophie Stäusebach, geb. JungclaS in Kirchhain. — Fraulem Agnes ectiufter in Wetzlar. - Frau Oberst Bickel Witwe, geb. Rabenau, m Tarmuadt. — Frau Karolme Scheffer, geb. Wangeinann m Rauscheubeig. Verlobte: Fräulem Marie Günther in Schellnhausen mit Herrn Carl Wa ther tu (Siesten. — Fräulein Amalie --toll mit Herr Heinrich Übrig beide in Bad-Nauheim. — yraidem Elise Düringer in Oberhörgern mit Herrn Julius Rousladi in Butzbach. - Fraulein Marie Bechtold mit Henn Ferdinand Kratz beide m Lauterbach. - Fräulein Ottilie Muller in Kolnhausen-Lich mit Herrn Luo 611mg in Alsield. — Fräulein Anna Vetter m Reichelsheim i. O. nut Herrn Carl Müller in Alsield. — Fraulem Maria Weist in Hopigarlen mit Herrn Johannes Weist in Vadenrod. — Fräulein Hilde Schroder mit Herrn Emil Ahlhorn beide zu Ulöttlngcn. üktiiciflcniüiL I ;> * •» j. I’ tu. 6 übet |.:?X ’ QtC11< 5hm I "Säg?. ■7?*»S£ 1 geboren. e? ”l I i'5- ' “nbs m/s ' 1 S’*?I i). Sill? a>li luröeble Hin»! bcn< Ceimindehau: T ,emeinbung bieie* I ^'°>>>b°ch duich b* l Set Seiroallum I "i >" di! Stitjj b|1 bohnern ein. lleL‘ dein Vorsitz lja9ie beule biet k 1 ö' c u e r id c b r »'Ber, »glichen Teil fei fr, e5 Preises jetzl 85 ber dann u. a. das m. Ile baldige Emiiihtuir >nm Telegietleiilagc; clegierlenlag war aut ünchhauien, Vollmi bic gut gelang, ■ i "iid or ff cs L o ch eil markig Lj eziilsansfchiiü Qencliniic ■ aut der Lpai- miöS^B i. & jollen n. d. jjii | ubetti ipoiöeii jeuu \ «S* 6? „ unb i« » (Aldo- n. T-S i *1 jiiüi. *00 f pH« ’ f*ä»l8c"‘ baS«* f* ® L *rf - , t Ötal «jun) * ch ns. Aus New'^r gt eine soeben aui- Mrs. Peler Anders smebcr. Alle die iv,- •ie Siebte wäret w.’< ein Versuch ir-' te* terbendeu erklöüt rosoriuiert, man legli Dper ationstifä, Offnen i) eine !Höt)K * zi,Zufuhren. Äie/i- Zimahme betfc in AKS. n fe\i, die tzs wird noch fc fie soll vorgeuoim' erholt Hai, um & en. eichten. m »0)116^61/6^ eidjiuB des'Mbch^ werbe in ge.u- iejc-ervcrsanoeS kg«« .jerriuig6nic.biin.juc~ t-tjer und W* y- ÄuSipcrrungso^-' üamein, sraiilsurl^ xcit lennjcllynel. ig mit ^Uen h-»- 1 < Dung t es für die > • babn ö t Bijchal den L-m-TLP DOB6 <,H-Änv QrtM brr auL. iismlick fest «halten. Die obengenannte Gesellschaft Bogel hatte Ä ÄÄ. °°n 15 P-w.-T.-r 5 V, s-°r in arrte. Wetter Höchste Temperatur am 1. bis 2. April — Qlubngftc , . 1- 2- » 740,6 739,0 73b,0 Sonnenschein Klarer Huumel Sonnenschein SSW SW E April 1VU7 16.2 9,9 4,4 15,3* C. 1,3' C. MctrorolosUsare ^eovirchrungen der Station Clictzen. ^aiMihciuUau/tkd^tcm Gestorben: Herr Johannes LUihl in Marvurg. — Herr Johannes Tersch m Marburg. - Herr Anton Straub in Wetzlar. — Gießener Wetterdienst. DoranSfichtliche Witterung für Hessen am Tonnerrtag den 4. April: Wechselnde Bewölkung. 9loch lerne Niederschlage. Tempe- ratnr nicht verändert. Aiäizige öuliche Griginal-Drahtmeldungen« Toulon, 3. April. Tie Untersuchung über die Katastrophe der »Jena* ist abgeschlossen. Der Bericht weist jede Verdächtigung eines verbrecherischen Ver» jchulbens zurück und erachtet als Ursache chemische Zersetzung de8 Pulvers. Rapallo, 3. April. Ter Reichskanzler denkt bis zum 6. April hier zu verbleiben, um dann bei Wiederbeginn der parlamentarischen Verhandlungen des Reichstages und des Abgeordnetenhauses in Berlin einzu- treffen. Mailand, 3. April. Corriere della Sera veröffentlicht ein Interview seines Genueser Korrespondenten mit dem Fürsten Bülow. Letzterer erklärte, Deutschland wolle von 'Niemandem isoliert oder paralisiert werden. Die guten Beziehungen zwischen Deutschland und Rußland hätten keineswegs das Verhältnis zwischen Frankreich und Rußland beemliächtigt, wie auch die russisch-franz. Freundschaft den guten Beziehungen zwischen Frankreich und England keinerlei Abbruch getan hätten. Das Einvernehmen zwischen Frankreich und England sei eine Notwendigkeit, um trotz der großen Reibereien beider Nationen auf handelspolitischem Gebiete den Frieden zwischen beiden Völkern zu erhalten. Petersburg, 3. April. In der Duma forderte der Abg. Struve die Abschaffung der Gesandtschaften an den kleinen deutschen Häfen wie Darmstadt, Stuttgart, Weimar usw., welche Unsummen verschlängen und nichts nutzten. Drucksachen aller Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung. stilrein und preiswert die Brühl'sche Universität« - Druckerei. Schuht?. 7 fe. Frankfurt a.M., 27. März. lOrig.-Telegr. de? .Gieß. Anz ") V i e h m a r k t. Zum Verkaufe ftanben 00 Kätber, 00 ediäte ». dämmet, 635 Schweine, 0 Ziegen. Schweine: 1. Qual. 57-58 M., Lebendgewicht 45.00-00 H, 2. Qual. 55-56 Pf., Lebendgewicht 43 00- 44 'l'fg., 3. Qual. 50—52 Pfg. Kälber 1. Qual. 00—N) Pt., Lebendgewicht 00-00 Pfg., 2. Qual. 00-00 Pig., Lebendgewicht 00-00 Pig., Schlachtgewicht 00- 00 Pfg. Schafe 1. Gualitat 00—00 Pfg., 2. Qualität 00-00 Pfg. Geschalt bei Schweinen: gut, Ueberiicmd unbedeutend. ———. — Aus Anlaß der 25jährigen Erinnerung an Robert Kochs Entdeckung des T " b e r ke l b a z i l l u s hat der Präsident der Kgl. Akademie der Med^m zu an ten Tircttor des Instituts für Inseklwnskrankheiten zu Berlin, Geh. Obermedizinalrat Prof. Dr. G a 11 t n elu ^.elegraium gerichtet, ba<5 in Ueber-setzung wie folgt lautet: ,,^-ic k'gl. Akademie drü Medizin zu Rom entbietet am 25 jährigen Gedenktage der unsterblichen Entdeckung über Tubttlulose dem Vaterlanoc des. groben Mannes, der .'bei den Leidenden weilt, um für die Wissenschaft neue Eroberungen zu machen und auf neuen Wegen den kranken Hilfe zu bringen, einen herzlichen Gruß. Der Pcmwent._____ Arbeiterbewegung. _ Wie wir hören, ist dem orbenti. Projenvr für alttcftament» liebe Theowgie an der Uniüerität Marburg Tr. tyeol. Karl Budde der Eharakter als Kvi.-iiwrialrat verliehen worden. Pros, y. s-,e ist Dr. theol. hon. causa der Universität Gietzen (stck 1883). : _ L-andel unO Verkehr, volkAwirtschaft. — Worte unbtaien. ZurBekräsiigung des tmGeschäus- 6erid)t Gesagten Hai die Deutsche Baut in der letzten ordeniltcheii tveneialversaminluug hervorgehoben, bau cs noch zu einer viel schlimmeren Geldmarkilage als seither konuuen könne, wenn Jn- dullrie, Handel und Uniernehmerium nidn lernen wollen, sich Reserve au'zuerlegen. — Es kann den Grostbanken und voran der bcrichlersialienden Baick für diesen Fall doch gesagt werden, das; sie an der so überaus angespanuten Lage Mitschuld ul. JJnU. Alk., an die Südamei ikabank mit 20 Mill. Alk-, an die Deutsche Orient- bank nut 16 Mill. Mk., dies allem macht zusammen mehr als 100 Millionen Alk. ui emem Jahr. — Bon der Berliner Börse. Die neue Woche begann wieder nut einer schwachen Börse. Man traute Newyorker Kurserholungen nicht unb hält sie eben für Deckungen, die bei geringen Umlagen eneicht wurden. Auch die Reichsbauklage tvird für recht neipaunt gehalten, da anzuuehiuen ist, daß der Relchsbankaiisweis eine Notensteuer vou beträchtlicher Hohe bringt. Im weiteren Verlauf des Geschäfts wurde gemeldet, daß der Londoner Alarlt für Amerltaner nicht aufnahiueiählg sei. Taraufhui ging auch der Eriolg, den die iDiomanaftien erzielt hatten, lieber verloren. Amerikaner kamen wesentlich unter Parität. Alich Banken waren anfangs recht schwach, im iDciieren Verlauf aber wieder etwas gebciicrt, da der Zahltag ohne Schwierigkeilen vcrlansen ist. yiur eine kleinere Firma, die der Mt.-Gc|. isolierter Drahte vvrm. Vogel in BerrUi nalye stehl, trat wegen übergroßer Engagements dieser Aktien in Liquidation. Von Moiuaniverten >varen be,onders Dortmunder und Plstinix erholt. Auch der Schluß konnte sich Lingejandt. (Für Form und Inhalt ...........i y^vi Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redakl.on dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) ES ist höchst verwunderlich, dast über die Kanalisations- gebühren nicht längst in der Oefsentlichkeil ein Meinnngs- ausiaufch stattgefuuden hat. Wie die Lchastung der Kanalisations- anlage von allen Emwohnerii GiegeuS als Wohltat empnmden wird, so niiisien auch ziir Aufbring»mg der entstaudeneu Mollen alle Emwobuer herangezogen werden. Die Besteuerung muß eme persönliche, darf keine gegenständliche lei«. Jeder Einwohner bei Stadt muh nach seinen Verhältnissen zu biefer Steuer heraugezogeu werden und wird iür die günstigere (vestaltung der Lebensverhalt- Hisse eine entsprechende'Mehrbelastung auch gerne tragen. Tie von Herrn Rechtsanwalt Raab in dem gestrigen Artikel vorgeschlageiie Ausbringung der kosten würde m. E. eme gerechte Verteilung uno gletchmästige Belastung bebeuten. Fiir ganz verkehrt würde ich auS ben oben angembrlen Grünben basHeranziehen der unbebauten Grunbstückslächen, namentlich bei G ärt en, bauen- A- ÄXÄ'Ä'Sfc 80 uiü> iutt a. 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