für auch iden." Diese Angaben sind vollkommen richtig. Tatsächlich iert die Verwendung des Luftballons als Kriegsmittel i dem letzten Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts. Die ersten ütärischen Versuche mit einem Fesselballon wurden 1793 Meudon in Frankreich angestellt, und 1794 traten bei französischen Armee bereits zwei Luftschifferkompagnien . Doch da sich die großen Erwartungen nicht erfüllten, i Bonaparte noch in demselben Jahre diese Kouwagnieen lösen. I ruug noch zu wenig beachtete Tatsache, daß die Kosten der sechsjährigen Ausbildung eines Lehramtskandidaten zu hohe sind uno jedenfalls in keinem Verhältnis stehen zu der durchschnittlichen Besoldung des angestellten Lehrers. Wer will es den Eltern verdenken, wenn sie Anstand nehmen, ein Kapital von mindestens 6000 Mk. für die sechsjährige Ausbildung ihres Sohnes an der Präparandenanstalt und dem Seminar aufzuwenden, solange ihm dann in irgend einem weltfernen Dorfe, für das er sich der Unterrichts-^ Verwaltung gegenüber auf mehrere Jahre verpflichten muß, eine Besoldung winkt, wie sie etwa Hausdienern zuteil wird. Will also die preußische Negierung die Lücken an den bestehenden Lehrerbildungsanstalten füllen und den neu zu errichtenden Instituten einen guten Besuch sichern, dann wird der Finanzminister Lieser in den Beutel greifen und zu einer Gleichstellung der Lehrergehälter mit den Bezügen der Subalternbeamten 1. Klasse die Hand bieten müssen, damit der Eintritt in den Lehramtsberuf lohnender erscheint. Anderenfalls wird es den Ausbildungsanstalten auch unter dem Regime des Herrn Dr. Holle an der aus-i reichenden Zahl von Schülern fehlen. Der Luftballon im Dienste des Krieges. Alan schreibt uns aus unferem Leserkreis: Gemeinhin ist man der Ansicht, das; der Luftballon zum ersten xle im siebenztger deutsch-französischen Kriege seitens der anzosen zu Zwecken der Beobachtung der Stellungen des Feindes ) um ans abgelagerten Festungen die Freiheit zu gewinnen, benutzt rden sei; dem ist jedoch nicht so. Ich lese nämlich soeben ällig in den; zu Hamburg, in der Hofsmannscheu Buchhandlung, September des Jahres 1795 erschienenen .Politischen Journal, ,sl Anzeige von gelehrten und anderen Sachen" unter den; el ,IX. Teutscher Nrte g", auf Seite 951, was folgt: „In ien Tagen (gemeint ist der 9. und 10. September 1795) stieg r Mainz ein Gallon in die Höhe, und einige Offiziere in stelben reognosirten diese Festung in der Lust, nach der neuen indimg, beiv.t sich die Franzosen schon öfters mit so großen; olge, besonders bey FleuruZ, und bey Ät ast richt, teilt haben, ein Gebrauch der Luftballons, worauf die Gegner Französischen Armee Ursache haben, alle Aufmerksamkeit zu Im Lause des Nachmittags trafen der Kronprinz, Herzog »Hann Albrecht, Regent von Braunschweig, Prinz Friedrich opold von Preußen und Herzog Paul Friedrich von Meck- rburg, die Prinzen Eitel Friedrich von Preußen,' Prinz Zkar von Preußen, Prinz Albert von Belgien, Fürst zu crstenberg, sowie die Generalfeldmarschälle Graf Häseler b v. Hahnke ein. Das Wetter ist trübe. Um 6 Uhr begab sich der Kaiser in das Ständehaus, wo r Festmahl von seilender Provinz Hannover stattsand, ehrend des Mahles hielt in Vertretung des erkrankten »rsißenden des Provinzialausschusjes, Fürsten von Jnn- d ünyphausen, Stadtdirektor Tramm einen Trinkspruch, welchem er dem Kaiser den Dank aussprach für die tade seines Besuches, und zugleich sein tiefes Bedauern, Ö ihnen durch ein unerwartetes Mißgeschick das Glück ge- mmen sei, die Kaiserin zu begrüßen. Ter Redner wies f die Periode reicher innerer Entwicklung in den 18 hren seit dem ersten Besuch des Kaisers hin, auf das cstvolle kommunale Leben und die mächtig emporsteigende dustrie. Die Provinz sei aber in erster Linie eine Ackerbau d Viehzucht treibende mit dem Vorzug gleicher Ver- lnng des Grundbesitzes. Er sprach dem Kaiser Dank c" > daß dank seiner zielbewußten Gesetzgebung ein istvolles Leben die Marschen durchzieht. Ein weiterer ladenbeweis des Kaisersi sei die Kabinettsordre von 1899, Gegen den Lehrermangel. Zwischen dem preußischen Kultusminister Dr. Holle und dem Leiter des Finanzressorts schweben dem Vernehmen nach Verhandlungen wegen weiterer Vermehrung der Lehrerbildungsanstalten. Das ist anerkennenswert, macht aber durchaus nicht den Zweifel hinfällig, ob- dadurch dem Lehrermangel gründlich abgeholfen werden wird. Die Ursache des Mißstandes liegt tiefer: es ist eine von der Regie- Acr Kaljer in Kannover. Ha n n o v er, 26. Aug. Ter Kaiser traf um 2 Uhr 10 Min. nachmittags, ittelst Sonderzuges von Schwerin in Mecklenburg kom- end, auf dem hiesigen Hauptbahnhose ein, wo großer ilitärischer Empsang stattsand. Der Kaiser stieg zuPserde tb hielt seinen Einzug in die Stadt durch das Spalier der arnison, eskortiert von einer Schwadron der Königs- anen. Ter Kaiser trug beim Einzuge in die Stadt die Königs- anen-Unisorm und den Feldmarschallstab in der Hand, ie Huldigungen setzten sich bis zum Marktplatz fort, wo die rrtreter der städtischen Behörden den Kaiser erwarteten. •00 Schulmädchen _ und 1000 Schüler waren mit ihren chulbannern ausgestellt. Stadtdirektor Tramm hielt eine rsprache an den Kaiser, in der er auf die Entwickelung des indes hinwies. Ter Kaiser erwiderte auf die Ansprache des Bürger- eisters aus den: Marktplatze: ,,Jch spreche Ihnen meinen herzlichsten und wärmsten Dank s für die Worte, die Sie soeben an mich gerichtet haben. Bor lem muß ich Ihnen den Gruß meiner Frau, der Kaiserin, ssprechen, die zu ihrem liefen Schmerz nicht in der Lage wesen ijt, mich zu begleiten- Tic Entwickelungsperioden, die ie soeben berührt haben, sind in dem Stadtbild von Hannover so prägnanter Form ausgedrückt, daß sich die Stadt nur gra- lieren kann zu dem gewaltigen Aufschwung, den sie ge- nunen hat, auf ziel bewußter Bahn fortschreitend. Es ist mir ie besondere Freude, bei den vielen Besuchen, die ich in Hannover be machen können, persönlich zu sehen, ein wie ernstes Streben -.ter den Bürgern Hannovers herrscht, vorwärts zu kommen, ch jeder Richtung hin, um! die Stadt zu einer der schönsten b glänzend, neu zu entwickeln. Taß auch des Weltmeers Wogen s schöne Land bespülen, macht sich fühlbar bis weit hinein. Taß nröglich gewesen ist, den F r i e d e n so lange z u e r h a l t e n , r danken wir nächst der gnädigen Fügung des Himmels dem chwert der bewährten Truppen, die wir auch hier sehen- 'be Gott, daß es mir gelingen möge, fernerhin dieses tost- re Unterpfand zu erhalten, ohne daß die intensive Arbeit s Bürgers, des Bauern und des Arbeiters umsonst ist- Ich itEe aus das Wohl der Stadt Hannover, der ich von ganzem rzcn ferneres Blühen, Grünen und Gedeihen wünsche, mit c Bitte, in meinem Namen der Bürgerschaft den herzlichsten -ick auszusprechen für den warmen Empfang, den sie mir be- uet hat, nicht nur gärtnerisch mit den schönsten Zierden des c idenden Sommers, sondern auch vor allem mit den leuch- rden Augen uno freudigen Gesichtern, die mir entgegengebracht .d, was mich hoch beglückt und dankbar macht- Ter Kaiser ergriff hierauf den Ehrenpokal und trank f das Wohl der Stadt Hannover. Ein Töchterchen des r.dtdirektors überreichte dem Kaiser einen Blumenstrauß, »bei es ein kleines Gedicht sprach. Ter Stadtdirektor achte ein dreifaches Hoch auf den Kaiser aus, in das die .wesenden Tausenden jubelnd einstimmten. Hieraus wurde t Einzug bis zum Schlosse fortgesetzt. Vor dem Residenz- loife erwies eine Ehrenkompagnie vom Jns.-Regt. Nr. 74 - militärischen Ehren. Im Nesidenzschlosse sand großer vilempsang statt. * PoUtische Tageskchan. Große Tage in Posen. Im Anschluß an das Kaisermanöver, bei dem auch die schwere Artillerie des Feldheeres mit ihren Festungsgeschützen sich betätigen wird, findet bekanntlich unter Leitung des Kaisers die große Festungskriegsübung bei Posen statt, ein militärisches Schauspiel, wie es in dieser Art noch nicht gesehen worden ist. Ihm wird die Belagerung Port Arthurs durch die Japaner zum strategischen Muster dienen. Große Tage stehen also für die Stadt Posen in Aussicht, und die Erwartung eines lebhaften Fremdenbesuchs, auf den man sich dort einzurichten beginnt, dürste nicht getäuscht werden. Es ist erfreulich, daß sich aus diesem Anlaß einer Reihe von militärischen Vertretern des Auslandes Gelegenheit bietet, einen Teil der Ostmark kennen au lernen und sich von dem dortigen Kulturzustand unter der „barbarischen" preußischen Verwaltung durch Augenschein zu überzeugen. Der polnischen Bevölkerung aber, von deren unter den Fahnen stehenden, starkknochigen Söhne viele den Waffenrock der Fußartulerie tragen, bleibt nichts übrig, als in diesen großen Tagen „in dumpfem Schweigen" zu verharren, eine Form des Protestes, die das Polenblatt „Praca" als wirkungsvollste anrät. Man glaubt eben, was man wünscht. Die Lage in Marokko. , Tire Meldungen über die Absetzung des Sultans Abdul Asiz i bestätigen sich und es handelt sich dieses Mal allem Anschein - nach um einen ernsteren Vorgang als bei den früheren, von i einzelnen Stämmen proklamierten, Absetzungen des Sultans. : Die Proklamation M u l e y H a f i d s zum Sultan an Stelle - seines Bruders Abdul Asiz ist amtlichen, von Marakesch nach . Tanger gelangten Meldungen zufolge in aller Form und unter . Beobachtung aller gesetzlichen Vorschriften erfolgt. In einer ! Sitzung von Ulemas und Notabeln ist der regierende Sultan der : schlechten Verwaltung und der Vernachlässigung seiner nationalen : Herrscherpflichten für schuldig erklärt worden, und seine Ab- . setzung infolge der großen Gefahren, in die er den Islam in : Marokko gebracht habe, ist als notwendig beschlossm worden. Die Versammlung hat darauf Muley Hafid zu seinem Nachfolger ' ernannt und ihm auf der Stelle den durch Unterzeichnung 1 eines entsprechenden Dokuments bekräftigten Treueid geleistet. Alsbald wurde dann Muley Hafid öffentlich zum Sultan aus- > gerufen und in den Moscheen der Name des Entthronten durch Mulel) Hafid in den Gebetm ersetzt. Der neue Herrscher hat in- 1 zwischen seine Vezire und seinen Hofstaat ernannt, in den die 1 einflußreichsten Stammesführer des Südens ausgenommen worden ' sind. — Welche Folgen dieser Thronwechsel in Marokko haben wird,, das läßt sich natürlich nicht Voraussagen. Admiral Philibert telegraphiert unter dem 25. ds., daß Muley Hafid auf Casablanca zu marschiere, ohne daß man seine Absichten genau kenne. Die Europäer^ die von Fez her eintreffen, werden in Larache von. den: Kreuzer „Du Chcchla" an Bord genommen, der sie nach Tanger befördern wird. San Sebastian, 26. Aug. Am 25. August wurde an den scheriftschen Kriegsminister eine Note übermittelt, welche im Nanren Frankreichs und Spaniens verlangt, daß die zur Organisation der Polizei in den Hafenplätzen von Marokko und Algier erforderlichen Maßnahmen gemäß der Algeciras^ akte getroffen werden. Paris, 26. Aug. lieber die Haltung Deutschlands in der Marokkofrage herrscht hier große Befriedigung, die in fast allen Zeitungen ebenso ihren Ausdruck findet wie in Regierungskreisen. Sogar im „Echo de Paris", das sonst nicht durch versöhnliche Stimmung hervorragt, findet sich heute der Satz, daß die Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich, die bisher korrekt waren, einen nahezu freundschaftlichen Eindruck machen. ♦ Zur Lage in Fez. Einein uns fretmdlichst zur Verfügung gestellten Pcival- Briefe aus Fez vom 16. Aug. entnehmen ivir Nachstehendes: „In Euren deutschen Zeitungen liest man eben wieder Tag für Tag spaltenlange Artikel über die Vorgänge in unserem rtrnteu. Marokko, und ich würde es nur ganz natürlich finden, wenn vielleicht auch Dich einmal Befürchtungen um das Wohlergehen Deines Freundes beschlichen. Man macht sich ja allerdings nach dem, was ich bis heute in Euren Zeitungen las, um unsere Hauptstadt scheint's keine besonders großen Gedanken, doch sind Sensationsartikel, wie der einliegende — ivohl dazu angetan, die Angehörigen hiesigetz Europäer um das Schicksal ihrer Angehörigen bange zu machen .. / Der Schreiber des Brieses bemerkt dann, daß die Zeitungs^ Meldung von Angriffen ans Deutsche in Sefril aus der Lust gegriffen sei; dort gebe es überhaupt keine Deutschen. Dann heißt eS weiter: . Doch will ich Dir einige Tatsachen nicht vorenthaltew b-c in Alsseld, Lauterbach, Schlitz re. hervorragende Leinen- iveberei. Allerdings ist die Zahl dieser Läden sehr beschränkt, nur 10 ftüieu stehen zur Verfügung. Da die Stachfrage jedenfalls bedeutend größer sein wird, empfiehlt es sich für Interessenten, umgehend sich an die Ansstellungsleitung zur Mietung der Räume- zu ivenden. — Bei Gelegenheit der Fcstvorstellung im kömgl. Theater zu K a s s e l erivahnte, wie schon berichtet, der Kaiser, daß jene Aufführung von „Krieg in Frieden" die 25. gewesen, die er ge eben habe. Ta dürfte es interessieren zu erfahren, daß der zialser die erste Vorstellung dieses Lustspiels im Jahre 1890 im Hostheater in Darmstadt sah. Ten Reif von Reiflingen spielte damals Elende, der dent Kaiser ausnehmend gut gesies und der dann nach Kassel ging, wo er lange Jahre als Oberregisfeur wirkte und noch Henle als Pensionär des königl. Theaters wohnt. — Franz Leh Lr. der Komvonist der ^Lustigen Witwe^ bat eine neue Operette „Mytislav, der Moderne" geschrieben, deren Libretto von Fritz Grnnbanm und Robert BodanSky herrührt. Tas Stück wird in dieser Saison im Apollo-Theater zu Köln in Szene gehen. — Der Bildhauer und Illustrator Joseph E n g l, langjähriger Mitarbeiter des „Simplizissimus", ist am 25. d. iDl. in München gestorbe n. Er zeichnete die kleinen Bildchen der Beilage des „Simplizissimns", die den typischen Alünchener Bier-- oder Bettelbruder darzuslellen pflegten. — Oberbaurat Schäfer, Professor der Architektur an der Hochschule zu Karlsruhe, gegen den sich vor einigen Jahren ein Sturm der Entrüstung erhob in weilen kunstbegeisterten Kreisen wegen seiner Restaurierung des Heidelberger Schlosses, tritt wegen Krankheit in deit R u h e st and. Sein Naft-solger ist Ostendorf-Danzig. — Man schreibt uns aus Altenstadt i. d. W., 25. Angust: Die Ausgrabungsarbeiten am hiesigen römischen K a st e l l unter der Leitung des Lieutenants Gieß anS Heppenheim geben ihrem Ende entgegen. Sie ergaben, daß das Kastell einen kleineren Umsang hatte, wie von Hofrat Kofler angenommen wurde. Ren ausgefunden wurde das Nordtor des Kastells, das allerdings schon stark ansgebrochen war; dük westliche Tor, noch gut erhalten, wurde ebenfalls freigelegt. Die dabei zu Tage gesörderlen Turm- und Mauersteine wurden dem Museum tu Büdingen einverleibt. Kürzlich statteten die Prosessoren Anthes und Alütter auS Darnistadt der Ausgrabungsstätte einen Besnch ab; auch Kreisrat Böckmamm von Büdingen unterzog die Resnltare in letzter Woche einer Besichligung. Alan schließt aus dem geringeren Umfang des KastellS, daß ein größeres nordwestlich zurückliegt; bestätigt sich diese Annahme, so dürste von der Limeskommission oic Ausgrabung im größeren Stiel übernommen und fortgesetzt werden. Ebenso soll der bei den WasserleitungSarbeiten angelr'offene römische Friedhof voraussichtlich freigelegt werden. Die Ergebnisse sollen demnächst in fachlichen Zeil christen niedergelegt werden. Eine Reihe im Privalbesitz von hiesigen Einwohnern befindliche kleinere Gegenstände wie Urnen, Grablämpchen u. a. in. wurde für das Aluseum in Darmstadt angekauft. — Heffifche Landesausstellung Darmstadt 19 08. Tie Arbeiten auf der Mathildenhöhe fchreiten rüstig vor- ivärts; so ist dieser Tage das Gelände sür das große HauptauS- slelluligsgebäude nach den Plänen von Prof. Albiii Müller ab- Erstes Blatt »87.Jahrgang Dienstag 37. August 1907 «SS flL* AfedMrät Al* ^T***aX Stier in der M W W W WM W W W f I |B A |Z WWW Wx W diePostM.2.-viertel- sBixH vH vllvl <4111 vlUVl ess ftußf.d. Redaktion 113 Srjr Verantwortlich SS- General-Mzeiger für Werhchen @5= -in-hm« »»n Anzeigen . S9 /V 7 6 I ? u.Sand» und «Gericht 8 oommagTiTrn“ Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Unlv.-Vuch- und Steindruckerei. 8. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schuiftrah« 7. ®ed! : gesteckt worden, und scholi beginnt man mit den Arbeiten. An der südöstlichen Ecke dieses Gebändes soll ein arkadeliförmiger Anbau erilstehen. Von Säulen getragen, zieht sich hier ein ivandelhallen'- artiger Bau hin, in dem Verkaufsläden eingerichtet werden sollen. Man hat daran gedacht, daß hier Erzeugnisse heiuiischer lKunstinduftrie gelangen können. Man denkt dabei auch an durch welche die Truppen des 10. Armeekorps der Tradition ihrer Vorfahren zurückgegeben worden seien. Heute seien die Vertreter der Provinz hier versammelt, um dankerfüllt S. Majestät zu huldigen und zu geloben, in unwandelbarer Treue in guten wie in ernsten Tagen zu Sr. Majestät zu stehen. Ter Käiser und König lebe hoch! Aus die Ansprache des Stadtdirektors Tramm erwiderte der Kaiser folgendes: „Von Herzen dankend "enmbere ich Ihnen, wie tief ich bewegt und gerührt bin durch die in großartiger stilistischer Jvrm und in patriotischenr Schwung ^getragenen Worte- Auch an die Herren der Provinz habe ich den Auftrag, iut Namen meinet Gemahlin den herzlichsten Gruß auszurichten. Sie können Wohl denken, wie tief Ihre Majestät bewegt ist, daß sie ant heutigen Tage nicht unter Ihnen weilen kann- Zugleich auch möchte ich von ganzem Herzen des Fürsten vvn Küyphäusen geben feit, der mir Ihre freundliche Einladung gebracht hat und von dem wir alle hoffen, daß ihn Gottes Gnade wieder von seiner Krankheit befreien möge- Sie haben soeben in zündender Rede einen kurzen Blick über die Entwicklung der Provinz Hannover getan- Ich bin von Herzen banfbat dafür, daß die Erweisungen, bie ich der Provinz habe zukommen lassen können, in dem Geiste und dem Sinne aufgefaßt loorden sind, wie sie gemeint waren- Ich wollte den Söhnen der Kampfer früherer Jahrhunderte Heim- Kämeraden vereint auf diese einwirken sollten durch Erzählung, Anfeuerung und Beispiel, und zugleich die Freude haben sollten, sich qn dem jungen Geschlechte zu weiden- Sie haben auf diese glorreiche Zeit wieder hingewiesen und haben gedacht der Hannoveraner, die in allen 'Ellen von Europa sich ausgezeichnet und für Deutschland sowohl als wie für Hannover Lvrberen errungen haben- Da ist es mir wohl gestattet, wenn ich den Blick zurück- tenke in die Zeit vor nunmehr 100 Jahren, und noch unter dem Eindruck der erhebenden Feier, der ich gestern habe beiwohnen dürfen, wo wir das Standbild der edlen Tochter der Wnigin Luise enthüllt haben, derjenigen gedenke, die uns die Stadt Hannover einst geschenkt, und die herüber getontmen ist ins preußische Königshaus, von Gott dazu auSersehen als eine Stütze und ein Halt zu einer Zeit, wo alles zusammenbrach: Sie ist zu einer Nationalheiligen geworden, zu einem Vorbild aller königlichen Frauen- Die Königin Luise hat uns vor allen Dingen eines gelehrt, und das ist gewissermaßen der ruhige Pol in der damaligen schweren Zeit gewesen: Sie hat ihrem Manne und ihren Söhnen das Gottvertrauen gelehrt, die ichönste Eigenschaft, die unter her Hand einer deutschen Frau in der Familie blühen und gedeihen kann; und so wollen wir von ihr auch lernen: Gottvertrauen gibt Selbstvertrauen und Selbstvertrauen gibt Entschlossenheit, die Ziele zu erreichen, die man sich gesetzt hat- Hier wird zielbewußt gearbeitet und ist schon viel erreicht worden. Daß die Provinz so fortfahren möge in allen Dingen, das ist mein Wunsch und dazu wünsche^ ich Gottes Scgm- Tie Provinz Han- iwver Hutra! Hurra! Hurra!" r Arabern eine ziemliche Erregung hervorgernsen wurde, als am vergangenen Samstag die Meldung oon der Beschießung von Casablanca und dem unter den dortigen Mohammedanern angerichteten Blutbad nach hier kam. Wir hiesigen Europäer sind durch unsere resp. Konsuln daraushin von dem Wunsche des Maghzen, uns bis hui weiteres in den Wohnungen zu halten, verständigt worden, — eben um den Arabern die Möglichkeit zu nehmen, auf der Straße tätlich gegen uns vorzugehen. Ais heute ist ja nun mich feinem von uns ein Haar gekrümmt morden; scheiuts haben die Araber doch von deut energischen Vorgehen der Franzosen etivas Respekt vor uns Europäern bekonrmen. Auch am gestrigen Tage, au welchem aus Anlaß eines Festes zu Ehren des heiligen Muley Tris eui besonders lebhafter Verkehr aus den Straßen war und zuut gleichzeitig stattftiideuden Markte auch viele Landbewohner m die Stadt kanten, ist absolut nichts passiert uni) so wirds ivohl hofseut- lid) atlch welterhin glatt abgeheu. . . . Wir hoffen sehnlichst, daß unser uitd der anderen Europäer unliebsalner „Hausarrest" bald ein glimpfliches Ende nimmt. Zu Befürchttmgen um unsere Sicherheit und unser ßcbeii liegt em Grund kaum vor, ebcuiower.ig, wie ja auch die von den Zeitungen gebrachten Nachrichten um die der Stadt Fez (und damit ja auch natürlich den heutigen Europäern) drohende Gefahr von feiten Raifulis und Roghis fiel) bis jetzt als begründet erwiesen hat"..... Besuch französischer Kaufleute in Deutschland. Dem Berl. Tgbl. zufolge empfing am 26. August der französische Botschafter in Berlin C a m b o n die f r a u z ö s i s ch e n Kaufleute aus Lyon. Ccunbon drückte in einer An- sprache seine Freude über den Besuch in Deutschland aus und wies darauf hin, daß derartige private Unternehmungen die geeignetsten Mittel seien, die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich aufrecht zu erhalten, und viel dazu beitrügen, daß die Bewohner beider Länder sich gegenseitig kennen und schätzen lernten. Am 27. Augu'l werden die französischen Kaufleute ihre Reise nach Dresden und Leipzig fortjetzen.________________ Deutsches Uerch. Wilhelmshöhe, 26. Ang. Das Befinden der Kaiserin ist andauernd gut. Die hohe Frau wird bei günstiger Witterung aus der rollenden Chaiselongue im Schloß- garten spazieren gefahren, bei ungünstigem Wetter hält sich die Patientin auf der gedeckten Terrasse de§ Schlosses auf. Berlin, 26. Aug. Die „Nordd. Allgemeine Zeitung" schreibt: Der Besuch des französischen Botschafters Jules Camb on bei dem Reichskanzler Fürsten v. Bülow in Norderney ist unter sehr befriedigenden Eindrücken verlaufen. Beide Staatsmänner sind seit einer Reihe von Jahren durch persönliche Beziehimgen verbunden. Sie konnten in freundschaftlicher Aussprache ihr Einvernehmen und ihre Zuversicht in die Entwickelung der deutsch-französischen Beziehungen feststellen. — In das Herrenhaus berufen sind durch königlichen Erlaß vom 6. August aus besonderem königlichen Vertrauen unter gleichzeitiger Bestellung zu Kronsyndizis der Wirkliche Geheime Rat Oberlandesgerichtspräsident Dr. Hagens-Frankfurt a. M. und der Präsident des Oberverwaltungsgerichtes Peters-Berlin. — Der ,Berl. Lok.-Anz." meldet: Auf die Eingabe des Kaufmannsgerichts in München an den Reichskanzler betr. Errichtung eines Reichskaufmanns- gerichts erging au9 dem Reichsamt des Innern der Be- scheid, daß der Bundesrat beschlossen habe, der Eingabe keine Folge zu geben. Berlin, 27. Aug. Im Auftrage der sranzö- sischenRegierung hat Botschafter Julius Cambon dem Auswärtigen Amte mrtgeteilt, daß in Casablanca eine gemischte Kvmmission zur Feststellung und Verteilung des herrenlosen Eigentums eingesetzt worden sei. Diese Kommission, deren Bildung aus den Wunsch des französischen Konsuls in Casablanca zurückzuführen ist, besteht aus drei in Casablanca lebenden Ausländern und zwar einem Deutschen, einem Engländer und einem Spanier. Duisburg, 26. Aug. Seit Monaten werden Kaufleute und Arbeiter in den niederrheinischen Provinzen von holländischen Agenten für die holländifch-oslindischen Kolonien angewocben. Die Werber gewinnen durch falsche Vorspiegelungen ihre Opfer für die Kolonie. D r e s d e n, 27. Aug. Die „Chemnitzer Allg. Ztg." meldet, Kaiser Wilhelm habe den König Friedrich August Mitte Mat auf Sck)loß Pillnitz in strengstem Inkognito besucht. Der Kaiser sei mit dem Automobil von Potsdam gekommen. Vermutlich habe die Beratung internen Familien-Angelegenheiten gegolten. Jotzt sand auf Schloß Moritzburg ein egeheime Beratung mit Bischof Schäfer und den Ministern statt, die mit dem Kaiserbesuch zusammenhängen soll. Man vermutet, daß die Unterredung sich auf die Montignoso-Assäre oder die Wiederverheiratung des Königs bezogen habe. Stuttgart, 26. Aug. Die württetnbergischen Staatsbahnen haben im Monat Jull im Personenverkehr 341 039 Mark weniger vereinnahmt als im Juli des Vorjahres. Aus Südwestasrika. Berlin, 26. Aug. Amtlich wird aus Windhuk gemeldet, das einer Meldung von Kundschaftern und englischen Hottentotten zufolge Morris am 20. August mit zwei Hottentotten und 37 Pferden zu Morenga gestoßen. Morenga ist angeblich vom Bakriver wieder m die Berge gezogen. — Der Gouverneur der Kapkolonie bestätigt die Anwesenheit Morengas auf englischem Gebiet bei Bakrivermnnd. Alle verfügbare britische Polizei wurde dorthin entsandt. Nach einer Mitteilung des Generalkonsuls plündern Morengas Leute auf englischem Gebiet. Das Kapministerium hat meinem Anträge, einen GeneralstabS- osflziec nach Kapstadt zu entsenden um die Wünsche und Pläne des Truppenkommandcurs dem Ministerium, der Polizei und dem Befehlshaber mitzuteilen, entsprochen und zngesiimmt, daß derselbe alsdann den: kommandierenden Polizeioffizier des Gordoniadifirikts attachiert wird zwecks Herstellung einer Verbindung zwischen den deutschen und den englischen Streitkräften. In Aussicht genommen ist vom Triippenkommandeur mit meinem Einverständnis der Hauptmann von Hagen. AusLnnS. Wien, 27. Aug^ Der Korrcjpondent der Zeit erfährt von diplomatischer Seite, daß in ver Besprechung zwischen Aehreuthal und Titloni Vie Frage der persönlichen Begegnung zwischen den beiden Monarchen erörtert wnroe. Die Besuchsjrage wurö entcht envguaig geregelt, aber wahrscheinlich, werden die Scywierigtciten bald beseitigt sein. Wt'tz n durste oayer in nächster Zeit den italienischen König begrüßen können. Der Besuch würde vom Thronfolger erwidert werden. Wie verlautet, ist es nicht ausgeschlossen, daß auch Kaiser Wilhelm gleichzeitig nach Wien käme, so daß der Dreibund in Wien vereinigt wäre. Petersburg, 27. Aug. Gestern wurde der Vorsteher des hauptsächlich für politische Gefangene bestimmten Zellengefängnisses, O b e r st Iwanow, auf der Straße erschossen. Der Mörder, ein junger Mann, flüchtete. Zwei Schutzleute, die ihn verfolgten, wurden ebenfalls durch Schüsse verwundet. Schließlich gelang es, den M ö r d e r z u verhaften. _____________________ Heer rrnS Flotte. München, 26. Aug. Au Stelle des Regiments- Kommandeurs des 1. Ulanen-Regimenis in Bamberg, Frei- Herrn von Geb sattel, wurde der Oberstleutnant im Stabe des 2. schweren Reiter-Regiments von Staudt mit der Führung des Regiments betraut. Gebsattel hatte während des Manövers seinen Abschied genommen. Tlärche nnd Schule. I B. Beuern, 26. Aug. Ein schönes, erbauliches Missionsfest war es, das gestern nachmittag auf dem Kirchplatz dahier gefeiert würbe. Eine große Ai enge von Festgästen, teils von hier, teils von den umliegenden Dörfern, war ziisammen' gekommen, als die vereinigten Posaunenchöre von hier, Gießen und Großen-Linden den Gollesdienst mit einem Choral eröffneten. Die Festpredigt hielt Hofprediger Germer-Gedern, der in eindrucksvoller Rede der lauschenden Menge unsere Christenpflicht, Mission zu treiben, ans Herz legte. Hierauf berichtete Missionar S p a i ch - Stuttgart über die ärztliche Mljsion. Er betonte ganz besonders das Elend und die Hiilflosigkeit der Heidenwelt allerhand Kranlheiten gegenüber, was uns zu hülfsbereitem Mitleid bewegen muß. Ab hülfe schassen hier die Missionsärzte. Als dritter Redner wandte sich Pfarrer B a r t h - Großen-Buseck an die anwesenden Arbeiter unb warb um deren Liebe für ihre heidnischen Brüder. Em schönes Schlußwort sprach der Ortsgeistliche, Pfarrer Schmaltz. Tie Kollekte betrug 136 Mark. — Aus dem Dekanat N i d d a, 26. Aug. In Leid- Hecken feierte gestern Zweigverein Nidda der derG u st n v A d o l f- Stiftung sein Jahres test und zwar zum ersten Male an diesem Orte. Die Bewohner hatten ihre Häuser mit Fahnen, Kränzen unb Bildern geschmückt; das Gotteshaus war bis an den letzten Platz besetzt. Ten liturgisch ausgestalteten Altardienst versah der Ortsgeistliche Pfarrer Rheinfurth. Nach Vortrag eines Gesangs der Schulkinder unter Leitung des Lehrers Nicolai und dem Hauptlied predigte Pfarrer H e r m a u n - Ohbim über das Wort: Schaffet daß ihr aiich in dieser Wohltat reich iverdet, und führte aus ivie das Andcnteii an den Heldentod Gustav Adolfs im Gustav Adolf-Verem, die evangelische Kirche reich gemacht hall) m denWohltaten die sie ihren bedrängten Glaubensgenosseii eriviesen hat, 2) in der dankbaren Liebe, die sie bei diesen Wohltaten übte, 3) in dem Segen, den sie selbst in diesem Liebesiverk empfiiig. Der Schriftführer, Pfarrer W e r n e r ° Nidda legte an der Hand des Wortes: Ich will dich segnen, und du sollst ein Segen sein" die Wirksamkeit des Gustav-Adoli-Vereins im Allgemeinen und des Zweigvereins Nidda im besonderen dar. Nach dem Bericht sind die Leistiingen des Ziveigvereins gleichgeblieberi, gegen 600 Ai. Hieran, begrüßte mit Tank für das srenndttche Entgegenkommen der Gemeinde der Präsident Pfarrer S a u e r - Geiß-Nidda die Festgäste. Nach i)cm Gottesdienst fand noch eine Nachversamnilung im Gasthaus Kessel statt wo die erstgenaiinten Redner ttoch iveitere QDhtteilmigen über den Verein machten. Die Kollekte betrng 43 M. und wird teils Diocfcuberg, teils einer rheinhesslschen Gemeinde ziigeteilt. xy. Langen, 26. Aug. Gestern feierte bei starker Beteiligung der Starkenburger ^Mission s ver ein sein Jahres fest. Es sprachen Missionsiiispektor Frohnmeyer, Missionar Ruhlland, Oberhofprediger Ehrhardt unb Pfarrer Cß- linger-Auerbach. ** Die Kirchenkollekten in Hessen im Jahr 1906 ertrugen (einschl. der außerorbcntlichen Missionskollekte unter Nr. 9) 127 739 Mk.; 1. Für bie kirchliche Armenpflege (ansfchl. der nicht für diesen Zweck bestimmten Kirchenopfer) 87 946 Mk., 2. für die Heidenmission 7015 Mk., 3. für die Innere Mission 3849 Mk., 4. für hilfsbedürftige Diafporagemeinben des Inlands 4721 Mk., 5. für die ausländische Diaspora 4802 Mk., 6. für die Lutherstiftung 4155 Mk., 7. für die Gustav Adolf- Stiftitng 4844 Jfltt, 8. für Horchherm 4331 Mk., 9. außerordentliche Misfionskollekte an dem oben bezeichneten Gedenktage 4841 M?., 10. für verschiedene Zwecke 1235 Mk. An freiwilligen Beiträgen zur Prälat Dr. Mhler-SstMitt-Habicht-Stiftung gingen ein 826,80 Mk. Das Fest der Fünfziger von 1^7» Gießen, 27. August. Vom herrlichsten Wetter begünstigt, hielten gestern aus 5er Liebigshöhe die Fünfziger von 1907 unter der schneidigen Leitung ihres Vorstandes, Stadtv. Gabriel, ihr Sommerest ab, das, um es gleich vorweg zu sagen, in der denkbar vürdigsten Weise verlief. Mit Rücksicht aus die kürzliche lniversitätsseier hatte mau von einer Verteilung der Festlichkeiten über mehrere Tage Wstand genommen und das Ganze auf den gestrigen Nachmittag zusammengezogen. Nach dem üblichen Familieuka ffee, bei dem namentlich der in teilweise rtoch jugendlichstem Alter stehende Nachwuchs der Fünfziger eine unendlicye Tatkraft im Vertilgen riesenhafter 5knchenberge entwickelte, sanden die vom Altersgenossen Kuder arrangierten Kinderb elusti- gungen mit Preisverteilung und Geschenken statt, bei denen das junge, muntere Völkchen vollauf zu seinem Rechte kam. Schon bei der darauffolgenden photographischen Aufnahme der Fünfziger mit und ohne Familie durch Altersgenossen Becker entwickelte sich ein ungekünstelter 5^>nmor, )er so recht bewies, welche Berechtigung eine derartige Feier überhaupt hat. Das solenne Abendessen, welches die Festteilnehmer gegen 8 Uhr wieder im Saale um des Lichts gesellige Flamme vereinigte (und der Küche des Herrn Textor alle Ehre machte), trug wesentlich dazu bei, die nötige Stimmung vorzubereiten. Selbstverständlich fehlte es nicht an ernsten und heiteren Tischreden, unter denen namentlich Alterskollege Gabriel, als Vorstand, mit seiner Begrüßungsrede und bent darauj- olgenden Toast auf S. M. den Kaiser und S. K. H. den Groß-- jerzog, sowie Herr Loos mit seinem Rückblick aus die Eut- wiaeiung der Fünfzigerseste uud Herr Sch Wedler, der die Huldigung des stark vertretenen Damenslors auf fein Panier geschrieben hatte, um die Palme rangen. In denkbar großartigster Weife entwiclelte sich der an- chließende Ko ui in ers, bei dem sich u. a. namentlich Altersgenosse Sch Wedler durch seine ausgezeichneten humoristi- cheu Darbietungen hervortat, sowie nicht zum mindesten durch seine mit satyriscbeu Witzen gewürzten Tafellieder: „Erinnerung au bas Jubiläwnwsest" re., sowie last not least durch fein Loblied auf den I;enteren Vogelsberg, das die nu- bäubigste Heiterkeit hervorrief und als Clou des Abends bezeichnet werden darf. Besonders erwähnt seien auch noch die offiziellen Fest- itnb Begrüßnugslieder des Altersgenossen Th. Loos, sowie die mit viel Wärme uuo Gefühl vorgeirageneu Lieder des Gesangvereins Heiterkeit. Die unter Leitung des Herrn Bauer stehende Kapelle hielt die Feslteiinehmer noch, lange bet einem gemütlichen Tänzchen zusammen und dürfen t Fünfziger von 1907 mit berechtigtem Stolz auf ihre wobl, lungene Feier zurückblicken. ™ Aus Stadt und Land. Gießen, 27. August. ** Hilfe für Herbstein. Bis Dienstag vormii, gingen weiter solgeude Beträge bei unserer Geschäftsn. ein: C. O. 2 Mk., I. A. P. 1.50 Mk., Karl Buderus 10S C. & 3 Mk., Karl Ampt 10 Mk., Wilh. Rudolph fen. 30 ® Direktor Bergen 3 Mk., Ungenannt 2 Mk., Fran W. 1 m - durch Lehrer C. Herber in Saasen gesammelt 52.20 Mk., b'u Pfarrer Ries-Ettingshausen gesammelt in Hattenrod 4i , Mark, und in Ettingshausen 37.10 Mk., Ortsverein des Verbandes deutscher Post- und Telegraphen-Assistenj i 10 Mk., Direktor Pascoe 50 Mk. Zusammen mit den bere früher quittierten Beträgen bis letzt 3618.65 Mk. « « bediensteten Knecht aufmerksam geworden wären. Bei näh 4 Prüfung stellte sich aber heraus, daß er nicht der Täter onnte, da durch eine ganze Anzahl einwandfreier Zeo K cftQcftcnt werden konnte, daß Henning am fraglichen T U wie auch in der Nacht das Haus nicht verlassen haben fon ■ Jetzt hat auch der im Krankenhauje in einer Gefangenen f internierte Jäger eingestanden, daß er die Tat ganz d 1 und ohne jede Hülse ansgeführt hat. Inzwischen wurde ! gestellt, daß er ein arbeitsscheues Subjekt ist, das sich schon lc ■ von derartigen Raubzügen ernährt und sich dadurch in I Welt herumtreibt. Die Staatsanwaltschaft hat nun den 4 I, befehl gegen den Henning aufgehoben. Ter Zustand 1 dem Raiibanfall zum Opfer gefallenen Frau Freund hat ■ derart gebessert, daß sie gestern abend in das ftäbl ■ Krankenhaus überführt werden konnte, damit hier die I wendige Operation vorgenominen werden kann. A Hörnsheim, 26. Ang. Nachdem Kreisarzt £r. Brann anS Wetzlar am vorigen Samstag die hiesige Schule inspizierte ist die Anstalt ans behördliche Llnordnung bis ans weiteres geschlossen worden. Hier herrscht nämlich unter den Kindern der Keuchhusten; von 90 Schülern fehlten zuletzt 41. Bieber b. Rodheim, 26. Ang. Heute nachmittag gegen 4 Uhr ereignete sich ans der Haltestelle der Kleinbahn ein bedauerlicher UnglncksfaN. Der 24jährige Wilhelm Steiumüller von hier kam beim Rangieren eines Matenalzuges unter die Räder, wobei ihm der rechte Fuß oberhalb des Knöchels nahezu abgefahren und das linke Bein zerfleischt wurde. Außerdem erlitt er am Kopfe und rechten Arm erhebliche Verletzungen. Dr. Klingelhöfer aus Rod- Heim leistete die erste Hülfe unb ordnete die sofortige lieber» führnng des Schwerverletzten in die Gießener Klinik an. Ein Sonderzug brachte ihn sofort nach Gießen. Der Verunglückte, der bis dahin als Bergmann tätig war, hatte vor kaum 8 Tagen seinen Beruf gewechselt und war Bremser geworden. ** Kleine Mitteilungen a u s .Hessen und den N a ch b a r st a a t e n. Die israelitische Gemeinde zu L i n d h e i m errichtet demnächst ein Frauenbad. — In Niederrad wurde einem Mädchen „aus Scherz" Kalkwasser in die Augen gespritzt. Auf einem Auge hat das Mädchen die Sehkraft verloren. — Der Bahnhof Nenhaus (Eisenbahnstrecke Burg- und Nieder-Gemünden—Nieder-Osleiden) wird noch in diesem Jahre erweitert werden. — Auf dem Mainzer Hauptbahn Hofe wurde der Zugführer Söul aus Bingerbrück beim Ueberschreiten der Gleise von einer Maschine überfahren und sofort gelötet. — Eine schwere Gasexplosion ereignete sich in Griesheim a. M. Beim Anstccken des Badeofens explodierte dieser, wodurch au dem ganzen Hause arge Verwüstungen angerichtet wurden. Ein Mädchen erlitt schwere Brandwunden; die übrigen Hausbewohner sind mit dem Schrecken davongekommen. Der Schaden ist bedeutend. — In Offenbach wurde auf der Biebererstraße Jakob Bauer aus Mosbach von einem Manne namens Fcnschel in den Unterleib mit einem Messer gestochen. Die Verletzung ist lebensgefährlich. — Bürgermeister Rumps von Ziegen berg wurde auf der Straße zwischen Langenhain und Ziegenberg von einem Radfahrer an- gefahren und am Arm erheblich verletzt. NnlverMätr°Nachr!chte»t. be. D a r m st a d t. Die im September 1906 in Darmstadt verstorbene Fran Helene Keller, Witwe des Kommerzienrates Heinrich Keller, hat in ihrem Testament der Darmstädter Technischen Hochschule zur Vermehrung des Kapitalstocks der bereits bestehenden „Heinrich und Helene Keller-Stiftung" ein Legat von 5000 Mk. vermacht. Eine weitere Stiftung wurde der Technischen Hochschule zuteil durch die am 4. November 1906 zu Darmstadt verstorbenen Privatin Katharine Eckstein. Dieselbe hat unter dem Namen „Heinrich E ck st e i n S t i f t u n g" in ihrem Testament der Technischen Hochschule ein Kapital von 12000 Mk. ausgesetzt, dessen jährliche Zinsen einem fleißigen, materieller Unterstützung bedürftigen hessischen Studierenden zugewiesen werden sollen.. — An der Universität in Jena ist vom nächsten Semester ab ein v o l k s w i r t s ch a s t l i ch e s D i p l o m e x a m e n in Aussicht genommen. Diese Hochschule war für die Einführung eines solchen Examens besonders geeignet, iveil sie in den letzten Semestern durch die Mittel der Karl Zeitz-Stiftung die staatswissenschaftlichen Fächer wesentlich ausbauen konnte. Kandel, Teilt sch e Reichsbank. Nach dellt neuesten Ausweis für die 3. Angiistwoche ist das Gesanitresultat ähnlich dein des Vorjahres. Der Status hat sich nm 67,93 Mill. Mk. gebessert in der 3. Atigustwoche 1906 um 16,14 Mill. Mk. Der Metallbestand zeigt eine Zunahme voll 34,81 (28,16) Mill. Mk. Die Wechsel haben sich um 22,31 Mill, vermehrt (i. V. haben sie um 4,54 Mill. Mk. abgenontinen). Tie Lontbarddarlehen lveiseii eine Abnahme von 18^41 Mill. Mk. (8,94 Mill. Mk.) auf. Tie Effektelibestäiide gingelt nm 71,04 Mill. Mk. zurück (i. V. Zuiiahme 16,13 Mill. Mk.). Der Noteiitunlauf Hal eine Verringerung von 24,87 Mitt. Mk. (25,64 Mill. Mark) erfahren. Am 23. d. Mts. besaß die Reichsbank wieder eine steuerfreie Notenreserve von 172,05 Mill. Mk. gegen 114,12 Mitt. Mk am 15. Ailgiist und 210,39 Mitt. Mk. am 23. August 1906. Wenn die Anforderungen au die Bank in der laufenden letzten Woche nicht über die vorjährige Hohe hinausgehen sollten, so wird voranS- stchtlich ztl Monatsschltiß ein Ueberschreiten der Notengrenze vermieden lverden können. Sport. A Fußball. Vergangenen Sonntag spielte die 3. Mannschaft des Gießener Fußballklubs von 1900 gegen die 2. Mannschaft des Fußballklubs zu Wetzlar. Das Spiel blieb tmentschieden mit 2:2 Toren. Gleich darauf spielte die gleiche Mannschaft, mir verstärkt durch 2 neue Leute, nochmals, gegen die 1. Mannschaft des Fußballklubs zu Bad Nauheint. Dieses Spiel endete mit einem Siege Nauheims von 2:1 Toren. Zieht man in Betracht, daß die Gießener Mannschaft schon l1/, stündiges Spiel hinter sich hatte, während der Gegner noch frisch war, so ist die erlittene Niederlage feine Unehre zu nennen. Die Gießener Mannschaft spielte sogar in der ersten Spielhälfte überlegen, nachher trat die Ermüdung zu Tage. Vermischtss. "Die neuesten Automvbilunfälle- Bei Kochel in Oberbayern ereignete sich ein schwerer Automobilunfall. Ein 67 jähriger Bauer lief direkt in einen Kraftwagen hinein; er tvurde zu Boden geschleudert, eine Strecke fortgeschleift, und erlitt beträchtliche Wunden an 'Kopf und Hals. — Am 25. August fuhr in der Nähe von Appenweier (Elsaß) "ein Automobil, das etnenf unsicheren Radfahrer ausweichen wollte, gegen einen Wagen. Die Insassen des Wagens wurden zumleil schwer verletzt. Eine Dame aus Kehl ist nachts im Straßburger Bürgerspital an den erlittenen Verletzungen gestorben- — Ein furchtbarer Unfall hat sich acht Meilen von -Sheffield (England) ereignet- Ein Motorwagen, der eine Gesellschaft von 28 aus Derbyshire zurückkehrende Personen enthielt, zerbrach. Ter Wagen stürzte eine Steinwand hinunter. Die Insassen wurden mit Mühe unter den Trümmern hervorgezogen. Drei sind getötet, 25 verletzt- *KleineTageschronik. Als 4 Eskadrons der 5. Ulanen aus Düsseldorf die steilabfallende Straße bei Vollmar- ftein hinunterritten, fuhr plötzlich der hinterher folgende Fou- ragewagen infolge Versagens der Bremse in die Eskadron hinein. Zwei hierbei verletzte Ulanen wurden in das K^rüppelheim von Vollmarstein gebracht, drei schwer verletzte Pferde mußten sofort erschossen werden. — Während ein Wagen mit Feuerw erks- körpern durch das Dorf Capurso (Italien) fuhr, explodierten diese. Vier Personen wurden getötet, zehn verwundet. .Die Häuser in der Nähe wurden beschädigt. — Von einem infolge einer Kesselexplos ton gesunkenen griech. Dampfer „Lyeaviyes" wurden zwölf Personen gerettet. Die Zahl der Opfer beträgt achtzehn. — Aus Z en t r a l-I a p a n laufen Meldungen über so gewaltige Flutwellen, wie sie seit vielen Jahren nicht vorgekommen sind, ein. Eisenbahnzüge wurden aufgehalten und mehrere Dörfer überschwemmt. Man befürchtet, daß der Schaden sehr schwer ist. Die Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- nnd Brotpreise nm 26. August 1907. Höchste Schlachtviehpreise in Frankfurt a. M. Jleischpreise in Gießen Ochsen Kälber Schweine 50 Kg. Schlachtgewicht 84—87 Mk. '/, Kg.Schlachtgew. 92—97, Pf. V, „ „ 72-00' „ 7» Kg. 82-88 Psg. 7, „ 84—90 , 7, „ 76-90 „ Getreidepreise in M a n n h e i m Brotpreise in Gießen Weizen 100 Kg. 21.00-21.50 Wik. Roggen 100 Kg. 19.25-00.00 Mk. Weißbrot 2 Kg. 58 Ptg. Schwarzbrot 2 Kg. 54 Pig. Famklien-Nachvichteir. Gestorben: Herr Ferdinand Broll, Steuerinspektor, in Weilburg; Herr Heinrich Schüler, Strommeister a. D., in Wetzlar; Herr Konrad Hedrich, Schreinermeister, in Vadenrod; Herr Siegmund Bessunger in Darmstadt; Herr Peter Neeb in Leun; Herr Heinrich Rose, Fabrikant, in Wetzlar; Fräulein Gertrude Ruppert in Marburg.____________________ Gießener Wetterdienst. voraussichtliche Witterung für Hessen am Mittwoch den 28. August: Meist heiter. Trocken. Morgens Nebel. Temperatur wie heute. Meist Windstille. Grign-al-DrahtmelSuttgen. Kassel, 27. Ang. Tie königliche Domäne Alt- Morschen ist nut allen Gebäuden und Vorräten durch eine Feuersbrunst völlig eingeäschert worden. Hannover, 27 Aua. Gestern nachmittag ließ sich eine ^011 von einem Personenzug überfahren. Wenige Mruuten spater passierte der Hofzug des Kaisers die Unsallstelle. Berlin, 27. Aug. Ein Teil der neuen im Bau befindlichen U n t c rar u n d b a h n , Ecke Taubenstraße-Gendarmenmarkt, ist ein gestürzt. Zwei Personen wurden dabei verletzt. Kiel, 27. Aug Der S ch l e i f e n f a h r e r Ulrich aus Ham- bürg verunglückte bei seiner Schleifenfahrt im Etablissement Waldwiese. Er flog aus der Schlecke, stürzte zur Erde und mimte mit erheblichen inneren Verletzungen vom Platze getragen werden Rom, 27. Aug. Im Militär-Luftschiffpa r k werden zur Zeit interessante Versuche mit einem neuen Luftschiff veranstaltet, dessen Erfinder ein italienischer Offizier ist. lieber die Versuche wird das größte Stillschweigen beobachtet. Madrid, 27. Aug. Die Regierung hat beschlossen, keine weiteren Verstärkungen nach Marokko zu entsenden. Paris, 27. Aug. Am Samstag findet unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik in Rambouillet ein außerordentlicher K a b i n e 11 s r a t statt, zu dem die Minister dringende Einladungen erhalten haben. Paris, 27. Aug. In Nancy und Tourcoing verursachten die emberufenen Reservisten Lärmszenen. In Nancy wurden mehrere von ihnen verhaftet, worauf sie erklärten, sich an Jaurös wenden zu wollen, der ihnen Genugtuung verschaffen werde. Hakodate (Japan), 27. Aug. Hier ist eine große Feuersbrunst ausgebrochcn, der zwei Drittel der Stadt zum Opfer gefallen sind. Die Konsulate sind mit Ausnahme des amerikanischen niedergebrannt. Tokio, 27. Aug. Berichte über die Springflut besagen, daß der Schaden außerordentlich groß ist. Insbesondere hat die Bahn gelitten, und der an privatem Eigentum entstandene Schaden dürfte sich auf mehrere Millionen belaufen. Tunis, 27. Ang. Major Cousse voni französischen Eingeborenendienst hat Befehl erhalten, sich nach Mogador einzuschifsen, um die dortige Polizei zu organisieren. Te?effomscEw SCursbeirschte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen. Frankfurter ESörwe, 27. Aug., 1.15 Uhr. Beichsanleihe 3^°/( 3% Portugiesen III 90,35 207.00 4^°/0 russ.Staatsanl. 1905 4^°/0 japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1908 92.20 81.90 92.50 82.05 91.25 90.00 98.00 97.50 92 20 103.10 66.00 66.70 90.60 88.90 93.20 Wk 3% Wk 3% . 139.80 . 46.50 . 81.00 . 60.70 . 94.40 113,75 98 — 203.00 188.70 125.50 189.70 219.50 110.00 98.00 150.70 124.50 222.20 138.60 167.40 136.25 do. Konsols do. Hessen Oberhessen Elektriz. Lahmeyer . . . Elektriz. Schuckert . . . Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amerik. PaketL Harpener Bergwerk. . . Laurahütte Nordd. Lloyd Oberschles. Eisen-Industrie Türkenlose 4% Griech. Monopol-Anl. 4% äussere Argentinier 3°/0 Mexikaner . 4>j% Chinesen . . . Aktien: Bochum Guss .... Buderus E. W. . , . Tendenz: fest. 4% Öesterr. Goldrente 47s Oesterr. Silberrente 4% Ungar. Goldrente . . 4% Italien. Bente . . . 3% Portugiesen Serie I Berliner Handelsges. . Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Deutsch-Asiat Bank Diskonto-Kommandit. . Dresdner Bank . . Kreditaktien .... 198.00 Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . . . Gotthard bahn . . . Lombard. Eisenbahn . . 80 20 Oesterr. Staats bahn . . .138.10 Prince-Henri-Eisenbahn . 126.— Berliner Börse, 27. Aug. Anfangskurse. Canada E. B 162.50 Darmstädter Bank . . . 124.20 Deutsche Bank .... —. Dortmunder-Union C. . . 63.60 Dresdner Bank ... . Tendenz: fest. Harpener Bergwerk. . « 190.00 Laurahütte .... 219.75 Lombarden E. B. ... 30. Nordd. Lloyd 109.90 Türkenlose 140.— im 22. Lebensjahre. Reisfirchen, beu 27. August 1907. 06155 Die Beerdigung findet Mittwoch den 28. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, statt. M Die trauernden Hinterbliebenen: Philipp Damm, Techniker H. Peter VI., Pflastermeister, und Familie L. Damm VI. Wwe. und Familie. Todes-Arrzesge. Gestern abend 8 Uhr verschied nach kurzem, schwerem Leiden (Wochenbett) meine innigstgeliebte Frau, unsere liebe, gute Mutter und Tochter Frau Katharine Damm geb. Peter Statt besonderer Anzeige. §eufc morgen 31/2 Uhr verschied nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden unsere innigst geliebte, gute Mutter, Großmutter und Schwiegermutter Frau Franziska Wintern, geb. Roland im fast vollendeten 75. Lebensjahre. Schotten, den 26. August 1907. d27/, Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Mittwoch den 28. August, nachmittags 4 Uhr, statt. Die unterm 15. August 1907 angeordnete Sperre der Son neu st raße zwischen Kreuzptatz und Schnlstraße wird hiermit aufgehoben. Tie unterm 14. August 1907 angeordnete Sperre der Schloß gaffe wird hiermit aufgehoben. Tie unterm 15. August 1907 angeordnete Sperre des Schiffenberger Weges zwischen Licher und Berg- Straße wird hiermit aufgehoben. Tie unterm 7. August 1907 angeordnete Sperre der Walltor st raße zwischen Brandgasse und Nord-Anlage wird hiermit ausgehoben. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Hammstraste von Haus Nr. 5 bis zur Bahnüberführung von Neustädter Tor von heute an bis auf Weiteres für den Fuhr- verkehr gesperrt. Gießen, den 24. August 1907. r Großherzogliches Polizeiamt Gießen. ________Herberg.___________________ ^Ammimetgras-Versteigerung. Donnerstag den 29. August, nachm. von 5 Uhr ab, soll das diesjährige Gruiunretgras von der fiskalischen Sorauwiese an Ort und Stelle versteigert werden. Eine Anzahl Düngersäcke werden aus dec Hand verkauft. Treis a. Lda., den 26. August 1907. Gcoßherzogliche Obecsöcstecei Treis. Schneider. d26/8 Zum 15. Oktober ds. Js. ist dahier die Stelle eines Schutzmanns neu zu besetzen. Bewerber, welche den in der Bekanntmachung vom 25. Avril 1903, die Ausführung des Gesetzes über die Besoldungen der Gendarmen und die Pottzeikosten betr., enthaltenen Bestimmungen entsprechen, werden ersucht, sich unter Vorlage der erforderlichen Nachwecke bis spätestens zum 25. September 1907 bei unterfertigter Behörde zu melden. Die Stelle ist den Militär- anwärtern Vorbehalten. An Gehalt werden gewährt: Während der Probezeit (ca. ein halbes Jahr) ein Tagegeld von 3 Mk., nach definitiver Anstellung 1300 Mark Anfangsgehalt mit jährlichen Steigungen von 30 Mark bis das Endgehalt von 1800 Mk. erreicht ist. Außerdem 100 Mark Kleidergeld pro Jahr, welches auch während der Probezeit gewährt wird. Bensheim, den 12. August 1907. Großherzogliche Bürgermeisterei Bensheim. Dr. Frenay.[Du/a Wem eier Hesse zurück. Bahnhofstr. 39 pt. 06030 Die beste Würze ist nnd bleibi MAGGI Sehr ausgiebig, daher billig im Gebrauch. V In Originalflaschen u. nachgefüllt bestens empfohlen von Carl Eichmann. [C27/8 Ederstr.» Ecke Nordanlage. Submission. Die Lieferung von Herden, Oefen und Kesseln nebst aller Zubehörteile für den Schulhaus-Neubau Grüningen soll im Wege des öffentlichen Angebots vergeben werden. Die Angebotsunterlagen liegen auf Großh. Kreisamt, Zimmer Nr. 18, während den Dienststunden zur Einsicht der Interessenten offen. Angebote mit entsprechender Aufschrift versehen, sind verschlossen und portofrei bis spätestens Samstag den 31. August lsd. Fs. auf Großh. Bürgermeisterei Grüningen einzu- reichen. Gießen, am 27. August 1907. Mittwoch, den 28. ds. Mto., nachm. 2 Uhr, 106119 werden im Biekerschen Saale Neustadt 55 versteigert: 4 Sofas, 1 Sofatisch, I Bertikow, 4 Stühle, 3 Bilder, 1 Nipp- ttsch'chen, 1 Waschtisch, 3 Herren- relsekofser, 2 Schaukelpferde mit Naturfell, 25 Schulranzen, 6 Handkoffer, 15 Markttaschen, 1 Partie Peitschen, 6 Segeltuch- panmafdjen, 15 Lederhandtasch., 18Dutz.Ponemonnais,6Eouner taschen,! Ladeneinrickn. 13Glas- schranle, Regale, Theke! 1 große Parkte Schuhwaren u. a. in. .Geißler, Gerichtsvollzicher. I. A.: Mohr. Versteigerung. Donnerstag, den 29. d. Mts., vortnltta.qs 101/2 Uhr, versteigere ich tm Auftrage des Herrn Prozeßbevollmächtigten KaSxar Klmgelböser dahier — tn der^ofraite des Letzteren — ^An den Bahnhöfen Nr. 30" — eine Kuh siegen Barzahlung. (Bersteigerung beslimmt.l (5425 Gießen, den 27. August 1907. Aeipes, Gerichtsvollzieher. (Lonnenstrqtze. |~ Möbl. Zimmer ibtüDL Rimmer zu uermieten. 06112] Grabenstr. 11, III. 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