Erstes Blatt 157.Jahrgang Donnerstag 25. In» 1907 "KÄi ,e® e a zxsf ® j| ttlAt AAi^SSS WWBlkyeim Ainviuvriii Miß s.d. Redaktion 112 Verantwortlich ZU General-Anzeiger sür Sberheffen WZ 8 »Ä“ Notationsdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vnch- und Steindruckerek. N. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulftraß« 7. r '«r^-n LR» Meßl. 0 Lüüit- sind später, man weiß nicht genau wann, um ein Stockwerk man 8$e. m :nws M8 in Uhrzimnrer mid den darüber liegenden Aussichtsraum. Letzterer ist rundum durchbrochen. Turch Türen gelangt man aus dem AussichtSraum aus 'eiserne Balkönchen. Nun beginnen die eisernen Stufen, die nach der ftrone sichren. Hier werden die Die Meldung, Professor Merkle habe das Dekanat niedergelegt, ist unrichtig, auch dec Austritt der Professoren Merkle, Kiefl und Hehn aus dem Komitee des Katholikentages liehen nicht in Zusammenhang mit den gegenwärtigen Wirren. Merkle und Kiefl sind schon im Spätjahr 1906 und Hehn im Januar 1907 ausgetreten. 0 * 'igter w meiner $19 zur IN iger Wichtige Personalveranderungen in Frankreich. Einiges Aufsehen hat der Rücktritt des Generals Hagron, des obersten Befehlshabers der gesamten französischen Streitmacht, hervorgerusen. General Hagron hat sein Amt niedergelegt, weil er die Verantwortung sür die Kriegstüchtigkeit des französischen Heeres tragen will. Nach Hagrons Meinung soll die Kriegstüchtigkeit des französischen Heeres durch die Einführung der zweijährigen Dienstzeit und die vorzeitige Entlassung der Jahrgänge 1903 und 1904 gefährdet sein. Die klerikalen Nationalisten sind durch den Rücktritt des Generals in tiefe Trauer versetzt und greifen die böse Negierung scharf an, die das Heer verkommen lasse. Das Kabinett Clemenceau scheint sich aber aus diesen Angriffen nicht viel zu machen, es hat sogar schon einen Nachfolger für Hagron gesunden, den General de la Croix, der hinsichtlich seiner Kriegserfahrungen durchaus nicht seinem Vorgänger nachslehen soll. Er hat den Krieg von 1870 als Oberleutnant mttgemacht und im tonkinefischen Feldzuge ein Bataillon geführt. Bis gu seiner jetzigen Ernennung war ec stellvertretender Ches des großen Generalslabs und Besehls- haber dec Kriegsakademie. Den klerikalen Nationalisten ist der neue Mann durchaus nicht sehr sympathisch, weil er Protestant ist. De la Croix war auch s. Zt. Vertreter dec französischen Republik bei der Vermählung des deutschen Kronprinzen und er hat, wie man weiß, damals arn Berliner Hose sehr gefallen. Fast gleichzeitig mit dem Rücktritt HagronS sind auch noch zwei iveitere Mitglieder des obersten Verteidigungsrates, die Generale Metzinger und Michal, zurückgetreten. Beide waren zuverlässige Stützen der Klerikalen und General Michal galt sogar als voraussichtlicher Nachfolger Hagrons. lieber den Rücktritt beider Männer weiß die Agence Havas folgendes mitzuteilen: „Es ist zutreffend, daß General Metzinger schon vor einigen Wochen die Absicht äußerte, sich vom Obersten Kriegsrat zurückzuziehen. Seine Gründe zu seinem Rücktritt aber sind völlig verschiedener Natur von denen Hagrons. Metzinger, dessen Gesundheit viel zu wünschen übrig ließ, stellte seinen offiziellen Antrag, zur Disposition gestellt, oder verabschiedet zu werden, nicht erst jetzt. Was General Michal angeht, so ist der mögliche Grund seines Rücktritts seine enge Mitarbeiterschaft mit Hagron." Ans StaSt uns Land. Schmückt Eure Fenster und Balkone mit blühenden Blumen. Gießen, 25. Juli 1907. •* Ordensverleihung. S. K. H. der Gr^ßherzog haben dem Preußischen Oberbahnhofsvorstcher Jennewein in Bebra und dem Anton Al ex an de r sen. in Mainz, Chef der Firma Alexander, Hosinstrumentenmacher daselbst, das Ritter- krenz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. ” Lehrer p e r s o n a l i e n. Uebertragen wurde dein Schul- roDinj* Preise! Ltück! rache rauchte irriitiz. eck 15. sich damit in Uebereinstimmung mit allen nicht von vornherein an römische Glaubenssätze gebundenen Geschichts- jorschern, vor allem mit den protestantischen Kirchen- hiswrikern. Wir können nicht alle einzelnen der verworfenen Aufstellungen, die ja rein theologischen Charakters sind, ansühren. Der Kernpunkt der Sache auf dem Gebiet der Kirchengeschichte ist der, daß der Syllabus den Satz ver- iuirjt: „Die organische Einrichtung der Kirche ist nicht unveränderlich, sondern die christliche Gemeinschaft ist gerade so wie die menschliche Gemeinschaft einer sort- mhrenden Entwickelung unterworfen." Hervorzuheben sind auch die Sätze des Syllabus, die die Stellung der Reformer zur kirchlichen Autorität betreffen. Gleich der erste Theater-Neubau uu Neue Bäu' odder: Läh jechs Träm je dusch. Aich tat gest emol ausaehe Um mir'jch Theater aasejehe; Vorplatz geschaffen, so wird es eine wirkliche Sehenswürdigkeit werben, wie ein ft in alter Zeit. Das Interesse der Kunstfreunde, die das Offenbacher Schloß Jahrzehnte hindurch völlig vergessen hatten, wird sich ihm bmin wieder in dem Maße zuwenden, wie es einem solchen historisch und künstlerisch ve- achtenswerten Gebäude zukommt. Ratierlich könnt' aich enin noch nett, Weil mei Sonntagstoalett Rett, wie's Vorschrift, ausgeschnitte — ToaS hält' mei Schosch aach nett gelitte. Schee is der Bau von unt' bis owe, Das Werk tut seine Maaster lowe. Besonnerscht tut mei’n Beifall sinne, Daß die Fraa ihre Gaul von hinne Rett häägt un ach kaa Peutsch nett schwingt, Ihn nett zum Riinnerhippe zwingt. Doch möcht aich nett bei Frost und Hitze Den ganze Tag dort owe sitze. Un wäi däi zwaa Mädercher, engelgleiche Dene Leut aach noch mei' Wade zeige. Wenn mirsch aamol erscht trägt die Reih Gieh' mit mei'n Schosch aich aach enei; Möcht's aach amoal von inne seh' Un gucke, ob's do aach so schee. Wenn mer de Platz rundrum besieht, Wie alles grient un alles blieht, Muß mer sage: Wäi wärsch nett, Wenn jed' Schtadt so e Theater Hütt' Doch kann mer in der Näh schoo schbiere, Daß Gegesätz' sich tu berühre. Glaubst du nett an des Schprichworts Treu Sou gieh nor in däi Neue Bäu, Un guck der aa däi Bretterwand Do, wo de Kracheborg mol schtand. Brauchst kaa Fernglas mitsenemme, Kaa'n Zwicker uff de Noas se klemme, Kannst beide Aage doch enzicke, Wenn du aans tust uff'S Astloch drücke Woas mer da all für Blomme sieht, Un woaS da all' im Verborg'ne blieht. Mit Millione von Kamille Könnt alle Welt ihr Bauchweh schtille. Uff der Kracheborg Ruine Tut es schbrosse, btiehe, griene, Milten in de Neue Bäu Kann mer ernte Klee un Heu, Aach Kartoffle, Dickworz, Frucht Mer häi nett vergeblich sucht. Aich schlag vor, büt Ernt', däi reiche So rasch wie möglich se verschtreiche. Frau Hannewackel. drei Zacken, jebt 3,84 Meter hoch, ansetzen. Sie werben nach außen durch schwarz-violett glasierte Ziegel verkleidet, die aus dem Tonwerk des Kommerzienrats Gail in Gießen stammen. In Nischen außen wird das Geläute eingebracht, das auA drei Brvnzeroyren besteht. 3e)'u geben, wird als durchaus historisch anerkannt. Grund- sätzlich wird der Satz verurteilt: „Die ungläubigen Exegeten Mbelausleger) haben den wahren Sinn der heil. Schriften getreuer wiedergegeben als dre katholischen Exegeten." Eine andere Gruppe von Sätzen enthält Berwerfungsurteile aus dem Gebiet der Dogmatik. Hier wird z. B- die reformierte Lehre verdammt: „Die Dogmen sind nur beizubehalten nach ihrem praktischen Sinn, d. h. als eine gebietende Norm für das Handeln, nicht aber als eine Norm für den Glauben." Auch von der Gottheit Christi, von seinem messianischen Selbstbewußtsein handelt der Syllabus. Die Geschichte der Kirche und ihrer Einrichtungen, z. B. der Latramente, ist ein weiteres im Syllabus behandeltes Gebiet. Auch hier verdammt der Syllabus eine Reihe von Sätzen, die vatikanischen Ohren allzu tühn „nach Ketzerei schmeckend" klingen, weil sie rein historisch, nicht mit vorgefaßter dogmatischer Wendung, die Geschichte der Kirche, die Ausbildung der kirchlichen Einrichtungen ansehen. Tas Uetz der Entwickelung ist von den „Modernisten" auch z. B. auf die Ausbildung und allmähliche Entwickelung der kirchlichen Sakramente übertragen worden. Sie befanden P'.-A. Hessische Landes-Ausstellung für freie und angewandte Kunst, Darmstadt 1908. Der Turm am Ausstellungsgebaude auf der Mathildenhöhe ist bis zu einer Höhe von 38 Metern emporgestiegen, die noch zu seiner Vollendung fehlenden 10 Meter werden bald vollendet fein. Man kann schon jetzt sagen, daß das Bauwerk ein viel besuchter Aussichtspunkt, wie ihn Darmstadt noch nicht besitzt, werden wird. Durch eine breite Sandsteintreppe, die bis zum ersten Stock etwas monumentaler gehalten wird, gelangt man in das Innere des Turmes. Durch das Erdgeschoß, das Toilette- und Garderoberäume enthalten wird, kommt man in den erfteu Stock, in den Saal des Grvßherzogs. Hier sollen Gemälde, die in Beziehung zum Leben des Gwßhrrzogs stehen, ausgeR'.r werden. Weiter steigt man die Sandsteintreppe empor und gel ngt zu dem der Großherzogin gewidmeten Raum, einem hohen, luftigen Saal. Heber diesem liegt der dritte 6% Chinesen . . . Aktien: Bochum Guss .... Buderus E. W ... Tendenz: fest. Berliner i Canada E. B..... Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Dortmunder-Union C. . Dresdner Bank . . . Tendenz: fest. begrüßte Präsident Braun die eingeladenen Gäste, woraus der Bürgermeister da? Wort ergriff und ein Hoch auf die arbeit soll Al geben bet im 93.25 83.30 92.90 97*40 97 90 92.65 66.40 67.50 91.30 90.30 94.80 Darmstadt, Alexandraweg 7, mitzuteilen. Dieselbe Bitte ist tauch an die Aerzte gerichtet, die als Sanitätsoffiziere der Division an jenem Tage angehört haben, sowie an die ehemals aktiven Offiziere, denen aus Unkenntnis ihrer Adresse wie Aufforderung nicht zugehen konnte. Am 11. September wird in einem durch Lichtbilder erläuterten Vortrag die Tätigkeit der Division am 18. August 1870 eingehend erörtert! lverden, am 12. September, dem Tage, an dem der Kom- inandeur der hessischen Division im Feldzuge 1870/71, der nachnialige Großherzog Ludwig IV., sein 70. Lebensjahr Pollendet haben würde, werden sich die alten Kriegsgefährten du einem genieinsamen Essen vereinigen. ’* Ein Frühschoppen auf dem Brandvlatz. -Anläßlich des Universitätsjubiläums veranstalten die drei 'Gießener Burschen schäften „Germania", „Alemannia" und „Frankonia" zusammen mit den drei Marburger Burschenschaften „Arminia", „Alemannia" und „Germania", mit allen in Gießen um diese Zeit anwesenden „alten Herren" und Gästen fremder Burschenschaften einen Umzug durch die Stadt. Donnerstag, 1. August, vorni. flO^/z Uhr, erfolgt der Abmarsch vom Bahnhof. Von dort bewegt sich der Zug durch Liebig-, Frankfurter-, Alice- und Ludwigstraße an der Universität vorbei nach deni Ludwigs- platz, über Süd-Anlage, Seltersweg, Krcuzplatz, Sonnen- und Schulstraße nach dem Marktplatz und von da über den Kirchen- und Lindenplatz nach dem Landgraf-Phitippsplatz. Die Musik wird gestellt von der gesamten Kapelle des Jnf.-Reg. Nr. 168 aus Offenbach und einer Kapelle aus Marburg, da hier für l diesen Tag eine andere Kapelle nicht zu erhalten war. Auf I dem Landgraf-Philippsplatz findet zwischen dem Kreisamt und i Deutsche Bank . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. Dresdner Bank Kreditaktien . . Baltimore- und ühio- EiseuLahn . Gotthard bahn . . Lombard. Eisenbahn Oesterr. Staatsbahn . . 139.40 Pnnce-Henri-Eisenbahu . 13130 I h. Frankfurt a. M., 24. Kuli. Für die Wanderver-. fa mmlung der deutschen und österreichisch-ungarischen Biene- ™ 'r te verbunden mit einer bienenwirtschaftlichen Ausstellung vom 2. bi_> 3. August hat die Stadt die Räumlichkeiten des alten Sencken- bergischen Mcheums am Eschenheimer Tor zur Verfügung gestellt. Eme^ große AnzM wertvoller Ehrenpreise, Medaillen und Geldbeträge sind von Staatsbehörden, Vereinen und Privaten für die auszustellenden lebenden Bienen gestiftet. Für den letzten Ausstellungstag ist em großer Honigmarkt vorgesehen. Für die Ver- i sammlungen sind nicht weniger als 24 Vorträge angemeldet. * feltMmer Skandal. Tas „Berk. Tabl" meldet aus Brüssel: Ter berühmte Violinvirtuose Eugen Asave und sem Bruder Theodor verprügelten auf dL Pückfvhrt hnrrfiEIfe* Antwerpen einen Schaffner, der da- Sü Tn, »V/01 etlt6?-61e. Beide Brüder wurden soli- r Wnnn J einer Entschädigung von 8000 Francs oder Drei Monaten Gefängnis verurteilt. n . Ein ungetreuer Taglöhuer. inb Wandler aus Dorn-Assenheim hatte den 0 e Over-Roden in Frankfurt getroffen T|a er bet der Heuernte einen Arbeiter nötig hatte, nahm er ^n mit und wies ihm den Heuboden ,als Schlafstelle an Schon in einer der nächsten Nachte stieg er mit einer Leiter durchs« E^^hendes Fenster in das Haus seines Dienst Herrn ein und lchnurte sich einige Bündel Weißzeug und Kleider zusammen benen er einen bereits in den Hof geworfen hatte, als Nachbar- I «auf den Dreb aufmerksam wurden und den Bestohlenen in I den Dieb noch bei seiner Arbeit ab I S h^brgiab ihn der Polizei, dje seine Verhaftung veranlaßte. iTr* kam mit dem Vorwand, er habe sich nur Bettzeug Hl$UI^ine Strafliste eine Reihe von Tiebstahlsftrasen auftoetft Er wurde in eine Zuchthaus- genommen, worauf drei Wochen der erlittenen Untersuchungshaft migerechnet werden. Gleich- abgeftwchen^ ^ür0cr(ic^€n Ehrenrechte auf fünf Jahre Portugiesen „ III 4 russ.Staatsanl. 1905 Lamilien'Na^r»chten. Gestorben: Herr Wilhelm Küster in Werüors- Frau M«> garete Schmidt in Marburg; Fräulein Muma Wagner in Marbuw „ . b ' -: Fräulein Marie Jordan in Lützen mit Hem Rudolf Kallenbach m Gießen : Fraulein Marie Rohde inHosqeism-l mit Herrn Ernst Kratz in Marburg. y la ” (geboren: Dr. Overhos und Frau in Marburg eine Tochi« gestickte Fahne (von der Firma Hermann Hisgen-Lich an- gefertigt), überreicht. Nach verschiedenen turnerischen Vorführungen und Konzertstücken der Musikkapelle ging man zum gemütlichen Teil über. Am Abend stellte der Turnverein verschiedene Pyramiden mit bengalischer Beleuchtung, die namentlich aus weiter Entfernung großartig aussahen [] Marburg, 24. Juli. In unserer Stadt kommt -man m den letzten Tagen aus der Aufregung nicht mehr heraus. Nachdem sich innerhalb einer Woche drei junge Männer selbst entleibt hatten, durcheilte heute nachmittag schon wieder die Kunde von einer Schreckenstat die Stadt. Der etwa 22 Jahre alte Mehgergeselle Wilhelm Lipp er au? Hannover (nach anderer Mitteilung aus Weimar) hatte mit einem im Südviertel bediensteten Hausmädchen namens Anna Becker, 17 Jahre alt und aus dem nahen Dorfe Elnhausen stammend, ein Liebesverhältnis, das in der letzten Zeit auf i Betreiben des Mädchens nicht mehr so fest war. Der Metzgerbursche, der sich diese? sehr zu Herzen genommen haben soll, kehrte nun heute mittag von seinem Geschäftsgänge nicht zum Meister zurück. Niemand hatte eine Ahnung, wo er weilte b,s jetzt endlich das Dunkel sich lüftete. Von Elnhausen aus fragte Lipper bei seinem Meister telephonisch an, ob sie denn noch nichts von dem Mädchen gehört hätten. Daraufhin begab man sich sofort in das betreffende Haus (die Herrschaft ist verreist) und nun bot sich den Eintretenden ein grauenhafter Anblick. Das junge bildhübsche Mädchen lag, von vier Kugeln durchbohrt, blutüberströmt auf dem Küchen-! Herd. Polizeikommissar Knauff fuhr sofort in Begleitung des Fahrradhändlers Nahler mit dessen Automobil hinter dem Flüchtling her. Zur Vorsicht zog er unterwegs einen Bauernanzug an und dies war jedenfalls sein Glück. Nichtsahnend kam ihnen Lipper dicht vor Elnhausen mit der Mutter des! Mädchens entgegen. Er wurde sofort gepackt und nun stellte sich auch heraus, daß er einen sechsläusigen geladenen Revolver! bei sich trug, den er, wie er sagte, noch benutzen wollte. Man brachte den jungen Mann dann ins Gefängnis, wo er ein | volles Geständnis ablegte. Der Mutter hat er erzählt, die Anita sei schwer erkrankt, worauf diese nichtsahnend mit " Ballonfahrten. Die Berliner Luftschiffer Dr. Bröckclmann und Dr. Krause überquerten im Ballon die Zillertaler Alpen und landeten glücklich im Taufertal — Der Ballon .Ziegler" des Physikalischen Vereins in Frank- urt a. M. ist am 23. d. M. in Hildburghausen gelandet. Die größte Höhe betrug 2300 Meter, die Temperatur 2 Grad unter Null. Die Ueberfahrt über den Thüringermald konnte wegen der geringen Strömung der unteren Luftschichten nicht gewagt werden. “ E'n oberhessisches Städtchen an der Spitze der Zivilisation! Als neuester Fortschritt in einem diirch seine Industrie bekannten Städtchen steht in bem lokalen Moniteur an hervorragender Stelle folgendes zii ,.lesen: „Gestern wurde das neue A bortgebäude des Hauptschulhauses seiner Bestimmiing übergeben. In dem Untergeschoß des ersteren liegen außer den Spülrohren die Heizrohre, welche von dem Keffelhause der elektrischen Zentrale jnach den Schuljälen führen. Im Obergeschoß befinden sich Nn vier Räumen ein Pissoir und 32 Aborte, die auf den Spülrohren aufgesetzt sind, und die eine selbsttätige Spül- und Absaugevorrichtung besitzen. Die Wände des Pissoirs lverden berieselt und die Rinnen in dem Fußboden werden diirch drei sinnreich konstruierte, selbsttätige Sprudel derart linier fließendes Wasser gesetzt, daß ein Ucberfluten des Fußbodens nicht stattsinden kann. Letztere ist an verschiedenen Stellen durchbrochen, um eine Erwärmung der oberen Räume herbeiführen, damit ein Einfrieren der Anlage verhindert wird. Das solid gebaute Gebäude macht einen sauberen, gefälligen Eindruck und ist an einem geschützten Platze auf- geführt. Der Erfinder der Spülvorrichtung ist Herr Bürger- nieister der auch die Installation des Gebäudes überwacht hat, und dem . zu Danke verpflichtet ist, daß seine Volksschule eine mustergültige, in hygienischer Beziehung tadellose Abortanlage bekommen hat." " In Amerika verstorbene Hessen. Heinrich Kirch er aus Lauterbach, 16 Jahre alt, zu Little Ferry, N. 2).; Stan Katharina Weidmann, geb. Krämer, aus Reichclsheun' 66 ^ahre alt, zu Mt. Carroll, Jll.; Johann Eifert aus Dirlammen, 65 Jahre alt, zu Waverly, Iowa. u_ Staufenberg, 24. Juli. Am Sonntag beging der Turnvere-n Staufenber.g sein 8jähr,ges StiftungS- fest verbunden m, Fahnenweihe. Das Fest war vom, herrlichpen Wetter begünstigt und außerordentlich stark von auswärtigen Turnvereinen, sowie sonstigen Festteilnehmern besucht; es nahm einen schönen Verlauf. Mittags V 3 Uhr b-wegte sich ein stattlicher Festzug, voran das Trommelchor des Turnvereins Staufenberg, dahinter die Sicher Feuerwehrkapelle, die mit vielem Beifall spielte, ferner der Ortsvorstand und die eingeladenen Vereine. Auf dem Festplatze angelangt,1 I Lns^rt fül. ei heruuszugebende Rellameschr"^ ds" Geschäftsleuten an, es müsse ein Drittel des Gesamtbetraas ^rben, zu dessen Empfangnahme er auftragt sei., Er erhielt so m einer Reihe vvii Geschäften Geld- hnrM8k' tmIt 6—20 M- Einem Bäckermeister schwindelte er vor, die Annonce koste eigentlich 40 Mk., er werA aber daftck 1 argen, daß sie für 20 Mk. ausgenommen wird, wenn der Betrag I gleich bezahlt werde. Um dem Inserenten keinen Verdacht P kaffen, bemerkte er, falls es ihm mit dem (Veld I fv wolle er es ihm vorlegen. Bei einem Buchbinder: erschwindelte er_ftd) bei dieser Gelegenheit eine Schreibmavve unb bei einem -Sattler eine Ledertasche. Ms ihm ein Student a” «ugeheiterten Zustande ein Lexikon abgekauft batte' keiten°^Ä^-s&rfcä bezüglich der Annahme Schlvierig-1 reiten bereitete, verkaufte er bas» Werk weit unter 'Brei 3 n-n pv ßwS ^E^dler. Eine weitere Anzahl Bücher aus bem] (5Jefdjäft verkaufte er ebenfalls unter Preis, bezw. berichte er I Mlen hat er das eingenommene Geld für vnwendet. Er roitrbe wegen Betrugs in fünf und wegen Unter, chljOgung in drei Fallen zu d r e i I a h r e n fünf DJlo - u«ten Zuchthaus unb 750 Mk. Geldstrafe, bie im Falle der Uneinbringlichkeit je 15 Mk. mit einem Dag Zuchthaus zu ^ud, und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf I^u^.Ähre verurteilt. Tas Geständnis berücksichtigend erfolgte I u Monnats und drei Wochen der erlittenen Unterfuchungs^ift auf die erkannte Strafe. I nicht, und machen Sie sofort einen Versuch mit welcher Sie voll und ganz befriedigen roirö? h, ^C^^lCIt<.-0 ^.?breil altbewährtem leicht vev npr/pnhJt Kelche teme Verbauungsstürungen verursacht : Kmdermehl, G. m. b H. Berlin S. lL •Luuuui i ura [je u» &sVs .. , Märkte. e i• V ? * 94* 3uli. Der. vorgestrige, gestrigi und heutige hiesige „Jakobimarkf hatte besseresWetter awD weisen, als man nach diesem regnerischen Sommer erwarten tonnte yu?a( Iakobimarkt und Regenwetter fast identische Begriffe geworden sind. Allerdings fehlte die Begießung des dreitägigen Markt« geltern nicht, aber der vorgestrige und heutige Markttag xeiati Sonnenschein. Der erste Markttag war mit Rindvieh ziemliü befahren. Ter Handel zeigte eine lebhafte Nachfrage bei rech anständigen Preisen. Einjährige Rinder wurden mit 150—170 M bezahlt,; zweijährige Rinder galten 250-300 Mk., 5rühe besser« Qualität 400—450 Mark. Der gestrige Schweinemarkt, mi bem auch noch Rmdvlehmarkt verknüpft war — es waren nur nod lca.15 Sti'ick Rindvieh angetrieben - hatte eine ziemlich start Auffahrt. Obgleich hier die Preise einen Anzug erfahren, wies be pandel doch einen schleppenden Gang auf. Das Paar 7—8 Wocbei alter Ferkel wurde mit 40—45 Mk. bezahlt, 10-12 Wochen öltet mit 50—60 Mk. Die Aufwärtsbewegung der Preise für fett« Schweine verursachte eine lebhafte Nachfrage nach Einlegeschweinen (Läufer), die mit 80—100—120 Mk. gehandelt wurden. Die fetten Schweine sind eben sehr begehrt; ihr Preis ist von 38 und 40 Pf« aui 48 und 50 Pfg. gestiegen. — Der heutige dritte Markttag bot das gewohnte Bild eines Volksfestes, das der Jakobirnarkt noch immer bleibt troh aller anderen modernen Feste. Obgleich der obere Vogelsberg noch in der Heuernte steht, zeigte der Mach starken Besuch. Limburg a. d. L., 24. Juli. F r u ch t m a r f L Durchschnitts.! preife pro Malter. Roter Weizen (Nassauischer) 00.00 Mk., weißer lerig-i Weizen 00.00 Mk., Korn 15.70 Mk., Gerste 00.00 Mk.» Laser einen 12.00 Mk. Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 9.00 Mk. ! Dur ^Scheidung de r,Wölfling'schen 6W r;'. beuff^e Turnerschast ankbrachte, dann wurde die prächtige,! Toscana naMteh't, wird^°crzählk^^?°e/'unrich^?a?dll gestickte Fabne tvon ber Strrmn ... Familie des GroßhcrKogs irgend einen Einfluß auf die SÄ W scheiduug Wölflings genommen tjabe. Leopold Wölflings K seit seiner Verheiratung mit seinem Vater nicht verL W Die einzige Verbindung mit seiner Familie bestand doZ V daß er reden Monat 3000 Kronen Apanage erhält. NW Wredermnietzung tn feinen früheren Rang und seine NÄ .^rrherzog von Oesterreich ist vollständig Mosftn. Der Vertreter Wölflings erklärte, das Gerich W verfahren bei der Ehescheidung sei ordnungsmäßig gewck, W Frau Wolslmg besitze em Vermögen von 100 000 Krmi» W das bei ber Oesterreichischen Kreditanstalt deponiert Eä Sie soll indes nach Wien gekommen sein, weil ihre D» W wandten sie überzeugten, daß sie von Leopold Wölfli, K und den Schweizer Gerichten schwer benachteiligt worden I, [ 1 aie will angeblich eine Wiederaufnahme des Scheioun W Prozesses durchsetzen. ” M * Von mordenden und raubenden Zigeunii || in Ungarn bringt neuerdings fast jeder Tag ncue'entfetilii ES Sunbc. Am 23. Juli überfiel in der Ortschaft Gyon ei W Räuberbande das Haus des Oekonomen Guttyan, verwund, W den Besitzer und dessen Mutter lebensgefährlich, schlitzt, W der jungen Frau des Guttyan den Leib auf, raubten oll W Bargeld und verschwanden spurlos. Ebenso überfiel in h W Ortschaft Berzete eine Zigeunerbande das HauS des Dai M richterS und schlug deffen Frau halbtot. Ein vorübergehend, D Mädchen machte Lärm, sodaß die Zigeuner flüchten mußt,, M Gendarmerie gelang es, die Bande einige Stunden später i M verhaften. ’ "—" Gsricht»saaj. ~ L Darmstadt, 24 Jul,. Ein außerordentlicher Fall oo « beschäitigte heut- die Straikammer. Ui, Arbeiter tn Wessel wollten am 20. Mai abends gegen II Uhr m >n btc schon geschlossene Gastwirtschaft Faser cindringen. Da der M S öffnete drangen die Angeklagten Mayer, Brandmam unb Friebrich m den Garten ein unb eröffneten ei Bombardement mit großen Steinen auf das Wirtfchaftsgebäch wobei alle Fenster und Laternen zertrümmert und auch bie Gäsl ber gegenüberliegenden Wirtschaft in Angst und Schrecken vers j ®lc Raufbolde verübten eine förmliche Schlacht gegk das Gebäude und schlugen alles entzwei, was nur möglich war ?m iei( der Felsstucke, mit denen die Angeklagten die Wirtschü bombardiert hatten, war zur heutigen Verhandlung herbeige cha I Horden. Die Angeklagten wollten zum Teil überhaupt nichts vo dem Zertrümmern ber Wirtschaft bemerkt haben, zum Teil stellt« harmlos bar. Die Staatsanwalts^ bielt aber bie Schuld der Angeklagten für erwiesen und beantrag! gegen alle fimf Gefängnisstrafen von 1 Jahr und je vier Woche Hast, gegen Krug außerdem vier Monate Gefängnis wegen eins gegen bie minderjährige Wirtstochter begangenen Sittlichkeit- vergehens. Das Gericht verurteilte Mayer und Brandmem szu ie 10 Monaten, Schmitz und Friedrich zu je 7 Monaten und Km zri einer Gemmlstrase von I Jahr G-sängnis. Jedem Angeklag,^ wurden 4 Wochen aus die Untersuchungsbast angerechnet “ 'bent Zeughaus ein allgemeiner „Frühschoppen im Freien" -statt. Bier und Bänke liefert die Brauererei Friedel und I ihm H'" Weg "nach Marbura antrat' äus'de'm'üe 7an„° S“ Asprion. Für Essen und kaltes Buffett sorgt der „Andreswirt" > ' 9 °Uf bann ben Kaltwasser. Hoffentlich ist das Wetter günstig, so daß auch die Einwohnerschaft Gelegenheit hat, sich an dem lebhaften .'Sveiben ber Studenten und dem farbenreichen Bild zu erfreuen firnd zu beteiligen. Lombarden E. B. > 70.00 Nordd. Lloyd . . 137.60 Tiirkenlose . , )( Gießen, 23. Juli. „ , , Ein Nnverbefferlicher. wurde ber 34>-iffe, vielfach be- nLn au4m a n2L^r aus >L> tu11gart aus bem Zuchthaus §MrJe^ra nahm bei einer Frankfurter Buchhanblung eine stelle als Provpwnsreisenber an, bie ihm ein Fahrrab zum M der Kunden üderließ. Auf einer Tour "verkaufte mUtabie immer reichlich Ozu'sammeln. I trat bann in einer ^sigen^chhanblung ^Stlllung^wo ^An Nachmlltagen ist der Wald mir Kindern geradezu über- 3um Sammeln von Inseraten und zum VerkaiF von ^Bücke^ 'schwemmt Die Himbeersträucher sind immer noch schwer außerhalb des GeschästslokaV verwendet wurde. Twtzdem^ ihm ^.unreifen und halbreifen Beeren besetzt, die unter dem Inkasso ausdrücklich untersagt war, gab er beim Sammeln! günstigen Witter nach und nach ausreifen und noch mehrere n' w vaA,ov* ***** "***** ** " ** Wochen lang Ernten liefern können. ** Manöver-Adressen. Aus Anlaß der bevor- fieyenden mllrtarischen tz)erbstübungen machen wir auf die Ävttchtrgkeit der Anwendung richtiaerunddeutlicher -Aufschriften bei den Manover-Postsendun- gen aufmerksam. Zur genauen Aufschrift gehören: Familienname (möglichst auch Vorname, unter Umständen Ord- uungsnummer), Dienstgrad und Truppenteil (Regiment Ba-! taiiton, Kompagnie, Eskadron, Abteilung, Batterie, Kolonne usw.) und der ständige G a r n i so n s o r t, eintretenden- sails mit dem Zusatz „oder nachsenden". Die Angabe eines .Marfchquartiers als Bestimmungsort einpfiehlt sich in der 'Regel nicht. - rsrs ne mi mt n n (fl n 1« des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Hande) und Industrie, (liessen. Frankfurter Börse, 25. Juli, 1.15 Uhr. 3>6% Reichsanleihe . . 92.90 | Elektriz. Lahmeyer Eschweiler Bergwerk . Gelsenkirchen Bergwerk . 191.60 Ham bürg-Amerik. Paket!. 13 M Harpener Bergwerk. . . 195.75 Laurahütte 219.60 Nordd. Lloyd .... 116.93 Obeischles. Eisen-Industrie 102.9) Berliner Handelsges . . 151.60 Darmstädter Bank 128.0)3 « . 224.0) . . 14400 . . 16880 . . 137.60 . . 202.90 « 96.60 * 29*00 Freie Aussprache. Der Borstand. 4849 Aug> Efflontanus & Co M 398a/07. B»/< 2. 3. zur lich D2*/, Arbeitsvergebung B2 Stadttheater Giessen. NaMikea* 2 lorbffrbäunw, ?^“t8 Damenrad zu verkaufen. to310J__MvltkestraücL Ljunge, rarlübaarigePiuscher SU verkaufen. [05313 Jmt). üowengasfe 27 im Laden. Montags, Mittwochs, Freitags _ *®r, tasch -®S [4647 Hofbacker Noll. Neue Kartoffeln 4001] L. Müller, Crednerstr. 36. Echte sjaraßu Mllmiuations- Lümpch.25 Stck.zu 1 Mksempfiehlt 4831] Job. Seibel, Ludwigsplatz (tzclvc Perle v. Erfurt 4.— Mk. Frührofeu 8.75 Mk. pro Ztr. inkl. 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