lrr. 250 Trichell kSgNch mit Ausnahme des Sonntag». General-Anzeiger für Gderheffen wird und es cn R3 | Erfolge. f.. Rotationsdruck und Verlag der BrÜhlfchen UniversitätS - Buch- und Sretndruckerei. R. Lange, Gießen. ihre Meinung befragt. Die Antworten lauteten nahezu einstimmig, daß ein weitgehender Schutz der Arbeitswilligen erforderlich ist; jedoch gingen die Meinungen über die Art dieses Schutzes recht weit auseinander. Vor allen Dingen erschien es sehr fraglich, ob es sich empfehlen würde, ein besonderes Gesetz zu schaffen, oder den Paragraphen 153 der Reichsgewerbeordnung weiter auszubauen, wie dies seitens des früheren Herrn Staatsministers, späteren Vorsitzenden des Vereins für Sozialpolitik, Frhr. v. Berlepsch, im Jahre 1899 dem Parlament vorgeschlagen worden warv allerdings ohne Erfolg. In engerem Zusammenhang mit diesen Bestrebungen stehen die noch früher eingeleiteten Schritte des Bundes zur Schaffung eines Abwehrfonds für Verluste aus Arbeitseinstellungen. Wie schwer der Druck der Streiks auf der Industrie schon damals lastete, erhellt aus dem radikalen .Versuch des Bundes der Industriellen, eine Versicherungsanstalt auf Aktien, genannt „Jndustria" zu gründen, um den ungeheuren Verlusten der Industrie einigermaßen zu begegnen. Die jetzt errichteten Streil- entschädigungsgesellschaften des Vereins und her Hauptstelle deutscher Arbeitgeberverbände, des Verbandes sächsischer Industrieller usw. sind praktische Formeln für eine notwendige Gegenmaßregel, nachdem inzwischen das Kapital der Gewerkschaften bezw. der sozialdemokratischen Partei auf 41 Millionen Mark angewachsen ist. Bei dieser Gelegenheit muß einmal daraus hingewiefen werden, wer in Preußen die Staats steuern ausbringt. Vvn 37 Millionen Menschen zahlen nur 4,6 Millionen Staatssteuern. Der preußische Fabrikarbeiter zahlt tatsächlich so gut wie gar keine Staats steuern und zwar auf Grund des hochherzigen Betreibens ftuifer Wilhelms L, das Einkommen unter 900 Mark frei zu lassen. Zum Dank für diesen Nachlaß besteuert der sozialdemokratische Arbeiter sich selbst mit schweren Vereins - und Parteiabgaben zurBekä nz.p f u n g der Monarchie und feiner Arbe i ts gele gen he i t, der Industrie. Unter diesem Gesichtspunkte sollten die Industriellen sich durchaus nicht tueigern, die amtlichen Deklarationen der Löhne ihrer Arbeiter anzugeben, damit dem Staat nicht künftig diejenigen Mittel entzogen werden, die in die Kasse des Umsturzes fließen. Es kann unter diesen Voraussetzungen das Emporkommen, ja die bloße Existenz einer christlichnationalen Arbeiterpartei lebhaft begrüßt werden, auch wenn sie sich in ihren innerpolitischen Forderungen von der Sozialdemokratie bisher anscheinend wenig unterscheidet. Das gewaltige Unterscheidungsmerkmal liegt eben darin, daß sie sich nicht aus „vaterlandslosen Gesellen" zusammensetzen. Die Arbeitgeber können die Hoffnung aus ein endliches friedliches Zusammenarbeiten mit der deutschen Arbeiterschaft hegen. Fortsetzung folgt.__ Redaktion, Expedition und Druckerei: Echul- straße 7. Expedition und Verlag: 51. Redaktion.^^112. Tel.-AdruAnzelgerTießen. Wir sind daher nicht in der Sage, schon jein, vor Beendigung des gerichtlichen Verfahrens, also vor Rechtskraft des ergangenen schöfsengcrichtlichen Urteils vom 19. d. M., in dieser Angelegenheit Beschlüsse zu fassen. Der „Hann. Kur." bemerkt hierzu, die Fraktionen würden sicher der Auffassung Folge geben, daß, wie das Urteil der höheren Instanzen auch lauten möge, die Feststellungen und dem Gesamteindruck der Verhandlung vor dem Schöffengericht die Notwendigkeit nahelegen, im Interesse der Partei schon jetzt die gegebenen Konsequenzen zu ziehen. Zum Fall Erzberger veröffentlicht die „Germania" folgende Mitteilung: Zu bem „Diebstahl" int Flottenverem wird uns mitgeteilt, daß die Zeugnisvcrweigerimg des Erzberger in keiner Richtung das Zugeständnis bedeuten soll, daß cs sich um einen Diebstahl handle, bei dem er, wenn auch nur indirekt beteiligt sei. Die Zeugnisverweigerung erfolgte, weil der Mg. Erzberger Grund zu der Besorgnis hatte, das Verhör könne ihn vielleicht nach einer anderen Richtung in Konflikt mit dem Staatsanwalt bringen. Bei der Veröffentlichung der Keimbriefe kommt kein,Diebstahl in Frage. Dies ist, wie der Untersuchungsrichter ausdrücklich erklärt hat, das Ergebnis der bisherigen Untersuchung. Wie sich die Tat strafrechtlich qualifiziert, ist natürlich ohne Belang. Ob Diebstahl oder Unterschlagung oder sonstige Untreue, ist politisch und moralisch einerlei. In jedem Falle handelt es sich um eine unentschuldbare Nichtswürdigkeit, was auch die „Germania" nicht bestreiten wird. Sie bestätigt jetzt, daß Herr Erzberger sein Zeugnis verweigert hat, weil es ihn in Konflikt mit der Staatsanwaltschaft bringen konnte. ES bleibt abzuwarten, ob Herr Erzberger danach sein Mandat beibehalten und ob das Zentrum seinen „Benjamin" noch ferner als Mitglied der Partei anerkennen wird. seiner Grün- Industriellen sich ________ In Stockholm war das criie Konzert halb leer. Der Sänger eroberte sich jedoch seine Zuhörer alsbald in dem Maße, daß er schließlich dort innerhalb 13 Tagen sechs Konzerte bei ausverkausten Hausern geben fonnte. Das Programm Wicklners Zweiter dcuijcher Arvriterkongltß. (Dritter Tag.) S. u. H. Berlin, 22. OLt. Unter dem Vorsitz des Ncichstagsabgcorbneteil Behrens wurden heute die Verhandlungen des zweiten deutschen Arbeiterkongresscs fortgesetzt. Der Vorsitzende teilte mit, daß nach den Feststellungen der Mandatsprüsungsronimission rund c i n e M i l l i o n christlich-nationale A r b c i t e r auf dem Kongresse vertreten sind. (Lebh. Beifall.) — Zunächst wurde die Diskussion über die,Sonntagsruhe fortgesetzt. Von verschiedenen Rednern wurde die Mt- wendigkeit einer völligen Sonntagsruhe, besonders für die Konditor, die Gärtner und die graphischen Berufe verlangt. Der Referent zu dem Thema, Döring (Hamburg) vom deutsch-nationalen Handlungsgehilsenverband-e, legte dem Kongreß eine Resolution vor, wonach es heißt: Der zweite beuti'dje Arbeitcr- kongreß richtet an den Bundesrat das l>ösl. Ersuchen, den bereits angekündigtcn Gesetzentwurf betreffend Neuregelung der Sonntagsruhe dem deutschen Reichstage nun endlich zugehen zu lassen. Er halt besonders eine völlige Sonntagsruhe für dar Handel und das Bäckergewerbe für erforderlich. Darauf berichtete der Vorsitzende des christlich-sozialen Metall- arbeiterverbandcs. Wie b er (Duisburg), über den Arbeüerschutz in der gesundheitsschädlichen und schweren Industrie. Er legte dem Kongreß nach längeren Ausführungen folgende Resolution vor: Der zweite deutsche christlich-nationale Arveiterkongreß erklärt einen erweiterten Arbeiterausschuß in genanulcr Industrie für unbediugt erforderlich. Insbesondere ist dringend geboten, eine gesetzliche Regelung der Arbeitszeit, Einführung der achl- stl'mdigen Schicht für Feuer-, Hütten- und Hochofenarbeiter, bcficre sanitäre und hygienische Einrichtungen in den Betrieben, Vorbeugung von Unfällen durch schärfere Unfallverhii ou .ro rschristen und Kontrolle seitens der Fabrikinspekloren uiu_r Hi-Zuziehung fachkundiger Arbeiter, Einschränkung der Sonntags- und Verbot der Frauenarbeit, Verhinderung des Mißbrauchs dec Wohifahrtsein- richtungen und Sperrmaßregeln zum Nachteil dec ^o.ccktionsfrei- heit usw. — Der Kvngreß erhebt Protest gegen das sogenannte Sperrsystem, wonach abgelegte Arbeiter monatelang aus anderen Werken keine Beschäftigung erhalten. Durch chief.S Sperrsystem werden die Arbeiter materiell ausS schwerste geschädigt. Die Frei- Die »Gteymer LamMenblStter" werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das „Krdsblctt für den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Der „yeffische Landwirt" erscheint monatlich einmal. Alsnü der Industriellen. S. u. H. Berlin, 21. Oktober. Im Russischen Hof hielt heute der Bund der Mdustriellen seine 12. Generalversammlung ab, die außer* rdentlich gut besucht war. Die Verhandlunaen leitete Kom- tcrzienrat Wirth (Berlin), der auch den Geschäfts- eriebt erstattete. Darauf hielt der Generalsekretär des Bundes Dr. Aendlandt einen Vortrag über die neuen sozial- olitischen Gesetzesvorlagen, inSbesonoere die Novelle zur Gewerbeordnung. Er führte ans: Sozial- olitik §u treiben ist seit dem Erlaß Kaiser Wilhelms I. und er Begründung des Vereins für Sozialpolitik bei vielen nm Metier ^geworden, an dem sich alle diejenigen Kreise mm er eher beteiligen, von denen die Kasten nicht getragen -erden. Jede soziale Gesetzgebung bedeutet mehr oder weniger ine Vorbelastung der Industrie. Sofern sie die Kasten .ejtreitet, muß ihr auch vor allen anderen das Recht der tritiE und die Möglichkeit der Abwehr übertriebener und ie Entwickelung der deutschen Volkswirtschaft unzweckmäßig entmenber Bestimmungen zugestandcn werden. Dem- Tnigen, dem im wesentlichen die Lasten aufgebürdet werden, ruß auch int wesentlichen die Entscheidung zufallen. .Augen- licklich leben wir nicht nur in einer Wirtschafts-, sondern uch in einer sozialpolitischen Hochkonjunktur, die der Jndu- rie schwere Kopfschmerzen zu bereiten geeignet ist. Dies iegt tm wesentlichen in der politischen Konstellation infolge es Ausfalles der letzten Reichstagswahlen. Es ist genügen, die Sozialdemokratie um oie Hälfte ihrer Sitze u bringen, und es soll gelingen, diesen Sieg künftig aufrecht u erhalten oder noch zu vergrößern. Mchts liegt näher, ls daß die Parteien um die Gurrst der deutschen Arbeiter- Haft mit Hilfe von sozialen Leckerbissen konkurrieren. Die eiben großen sozialen Vertretungen der Industrie, der ',entralnerbanb deutscher Industrieller und der Bund der aibuftdellcn, sind daher gleichzeitig und ohne sich darüber orher verständigt zu haben, auf die Notwendigkeit großen, noch vor Wiederzusammenttitt des Reichstages in ssentlichen Versammlungen und unter dankenswerter Anwesenheit von Regierungsorganen die Grenzen des Nütz- >ohl auch bleiben. Bald nach ung beschäftigte der Bund der nsbesondere mit der Möglichkeit der Zusammenlegung er Arbeiterverftcherungsgesetze und ferner im Jahre 189ö nit der Novelle zur Jnvaliditätsversicherung. Als im Jahre 899 der Kaiser, die Regierung und alle leitenden Kreise Deutschlands einsahen, daß es ohne einen wirksamen Schutz der Arbeitswilligen nicht mehr länger an- ;ing und eine besondere Gesetzesvorlage, Betitelt „Zum Schutz des gewerblichen ArbeitsverhältnioeL", am 26. Juni 899, besonders unter dem Titel „Zuchthausvorlage", be- ännt wurde, haben wir unsere sämtlichen Mitglieder um Zweites Blatt 157. Jahrgang Donnerstag 24. Oktober 1007 Gießener A Hetze politHcfre Lagesscharr. Parlamentarische Korruption überschreibt das „Berliner Tageblatt" einen längeren Artikel, der sich mit der Angelegenheit des natl. Abg. Held beschäftigt. Das genannte Blatt fordert Herrn 5^-eld auf, seine beiden parlamentarischen Mandate schleunigst niederzulegen und bedauert es, baß die natl. Partei sich noch nicht von Herrn Held losgesagt hat. Zum Fall Held hatte der nationalliberale Wahlausschuß des hannoverschen Reichstagswahlkreises VerdenMchim nachstehende Erklärung erlassen: Zur Vcruuidung einer falschen Auffassung in Sachen des Reichstagsabgeorbueteri Held umchen wir hiermit bekannt, büß vorn Wahlausschüsse des sechsten Hannoverschen Wahlkreises mit Herrn Helo vor der letzten Reichstagswahl bas ausdrückliche Abkommen getroffen ist, daß der Wahlausschuß nach Abschluß der gerichtlichen Verhandlungen darüber entscheiden soll, ob Herr Held das Mandat zum Deutschen Reichstage beibehalten könne. ichen und Möglichen in der künftigen Sozialpolitik des Reiches vom Standpunkt der Industrie abzustecken. Man ann diese beiden freien Jnteressenverbände die berufenen azialen Vertretungen der Jndusttie nennen, weil sie die inzigen sind, die neben der wirtschaftspolitischen Ueber- -achung der Industrie auch die sozialpolitische als eine lanptaufgabe aus üb en. An dieser Stelle wird es sich daher erlohnen, einmal alle diejenigen sozialpolitischen Stellungahmen, Resolutionen und Eingaben, die unser Bund der stldustriellen im Lause der Jahre öffentlich vertreten hat, or dem geistigen Auge vorübergel-en zu lassen. Mcht rt allen Fällen wird er mit dem Zentralverband Deutscher Industrieller voraussichtlich über einstimmen, wie gleich vorweg bemerkt sein soll. Äe Stellung des Bundes ist in oztaler Beziehung entsprechend den Bedürfnissen der 5aison-, Fertig-, Verfeinerungs- und Exportindustrieen mm er etwas abweichend gewesen im „Simplizissimus" sein Wesen treibt, er i)t überhaupt heimlich in Äiüuchen und ständiger Herausgeber des vielgenannten Witzblattes. Ein Pariser Journal brachte es soeben an Den Tag. Anläßlich der ersten Ausführung von Wildenbruchs „Haubenlerche" (L'Alouette) im Pariser Ooeolt-Theater erzählt das dortige Blatt „Eomoedia", der Pariser Theater-Direktor Antoine habe dieses Stück in München kennen gelernt. Der Verfasser fei der bis dahin wenig bekannte Leiter des illustrierten satirischen Journals „Simplizissimus", M. M. Ernest de Wildenbrnck gewesen. Bon diesem Ernest de Wildenbrnck erzählt bas Pariser Blatt, er sei einer der populärsten und eillgesperrtesten Publizisten, er habe „le double reeovd de la popularito, ... et de l'emprisonnement". Es wird iuciicr erzählt, daß er die Sere- nissimus-Figur ersuudeu uud zu allerlei argen Tücken gebraucht habe. Oh, Herr von Wildenbruch, was muß man von Ihnen hören! In Deutschland ist das alles bisher vollkommen unbekannt gewesetl. Rian gab sich der Täuschung hin, Herr von Wckbeitbmch habe nicht in München, sondern in Berlin gelebt, er sei nicht erst durch den Simplizissimus und die „Haubell- lerche", sondern viel srüher bekannt geworden, er sei auch nicht Redakteur eines satirischell Blattes, sondern Geheinrer Legationsrat tm Auswärtigen Amt gewesen, bis zu feiner Pensionierung und kürzlich erfolgten Ueberjiedelung nach Weimar. Aber bem. Scharfblick und der Sachkenntnis der Pariser Blätter entgeht doch nichts! — Streikende Orchester. Wie wir bereits meldeten, haben kürzlich die Orchestermitglieder des Prager Landestheaters wegen einer nicht vewllllAen Gehaltserhöhung gestreikt. Slun wird ein Orchesterstrcit aus anderer Ursache aus Bayreuth gemeldet. Das „Bayr. Tgbl." brachte über eine von einem gegenwärtig in der Wagnerstadt weilenden Theatcr-Ensemble im Opernbause veranstaltete Aufführung des „Trompeters von Säklutgen" eine abfällige Kritik, die Vorwürfe gegen die den Jnsirumental- part ausführenden Musiker des 7. Infanterie-Regiments und ihren Dirigenten enthielt. Im Einverständnis mit ihrem Dirigenten weigern sich nun, nach „berühmtem" Muster (!), die riberempfindlichen Militärmusiker, an den Aufführungen tm Opernhause weiterhin sich zu beteiligen. Damit wäre es der Theaterdirektion leider unmöglich gemacht, ferner Opern und Operetten zur Darstellung zu bringen. Ob die Kritik berechtigt war oder nicht, erfährt man aus Bayreuth nicht. — Dr. Ludwig Wüllner, der hochgeschätzte Konzett- sänger, kehrt soeben von einer Tournee durch Dänemark und Schweden nach Deutschland zurück. Nach den vorkiegenben Be- | richten erzielte er mit dem deutschen Liede in Skandinavien große kleines LenMeton. — Man schreibt uns: Die „Falle", bei denen es sich um Maßregelung freidenken der Männer handelt, Haufen ich in neuerer Zeit in Preußen so, daß man ihre Fülle kaum nehr verfolgen kann. Das, was Pfarrer, Lehrer, deren Ra- iicn hier nicht erst ausgezählt werden sollen, aut Grund ihrer Icberzcuguna erfahren mußten, wäre alles mehr oder weniger iccignet gewesen, Erregung hervorzurufen, und durch diese zu gemeinsamen Maßnahmen für die Geistes- und Gewißensprei- jeit anzuspornen. Aber es herrscht noch viel Philistertum, viel Behaglichkeit, viel Gleichgiltigkeit gegen die höheren geistigen ^n- eressen. Einer der Lehrer, der nach fast, 2vjahnger Tätigkeit in einem humanistischen Gymnasium iusowett em Opfer einer Ueberzugung churde, als er Jem nt t n t e b e i» > ulegen sich gerabezu gezwungen sah, ist P^fessor G u r - , i 11 aus Steglitz. Unermüdlich hat dieser tapfere Mann m Wort und Schrift*) seine Ueberzeugung von ber dringenden Not- wenbigkeit weitgehender R e f o r m i n u n s er e m S ch u l w e s e n >em Gymnasium voran, aber auch ber Volks,chule, vertreten. Wie ihm das bekommen ist, waruin er schließlich sem Amt iriebergelegt hat, bas hat er in seiner Schrift „Mem Kampf um Wahrl-cit", mit Dokumenten belegt, geschildert Die unfreiwillige Muße gibt ihm jetzt bie willkommene Gelegenheit, aut Reisen durch Vorträge für seine Ansicht einzutreten und wette Elternkreise, die mit unseren Schulen nicht sehr zuineben üno, aber auch die Lehrer, denen dasselbe Gefühl mehr oder weniger lebhaft das Herz schneller schlagen laßt, zu den Fahnen zu rufen, die die Mäniier um Arthur Schulz auf dem deutschen Erziehungstage in Weimar entfaltet haben. Professor wirb am 1. November auch in Gießen (stehe Inserat) über bas Thema sprechen: „Warum siub totr m11 un- seren Schulen nicht mehr zufrieben? Und es ist jedem Vater, jeder Mutter, allen solchen, bie es werden holten, unsere akademische Jugenb voran, zu raten, tich bre)e nicht entgehen zu lassen, den waaeren Vorkämpfer zu Horen, sich an der Hand feiner Worte einmal klar zu urachen, was unserer Schule nottut. Aber auch alle Erzieher und Lehrer, der Volksschulen, der Mittelschulen unb ber ^Uiversitai, inogen kommen, auch wenn sie heute noch nrcht uon der zwingende Notwendigkeit durchgreifender Aenberungen tm Schulwesen überzeugt sind. Rede und Gegenrede kann vielleicht auch von ihnen noch manchen gewinnen, als Freund ber Jugenb in bie Reihe ber „Reformer" einzutreten. , . r «r — Ernst von Wildenbruch rst entlarvt! Es ist der böse Erfinder ber Serenissimus-Figur, er ist der arge Spötter, der *)"„Der Deutsche unb seine Schule", „Die Erziehung zur Ma^mHastigkeit", „Der Deutsche und sem Vaterland . bestand ausschließlich aus deutschen Liebem. — Das neue Haus. Im Allgemeinen österreichischen Fraueuverein hat, wie aus Wien berichtet lüirb, Direktor Otto Fick aus Kopenyagen einen sehr interessanten Vor! rag über „das neue Haus" gehalten. Durch Dienstbotennckseren im eigenen Haushalte ist Direktor Fick, ber gleich seiner Gattin in feiner dänischen Heimat als Gymnasiallehrer wirkte, auf den Gebauten! des neuen Hauses, bes gemeinschaftlichen Wohnhauses, gcCommcii. Natürlich hat man ihn anfangs verlacht, unb erst im Jahre 1903 wurde in Kopenhagen bie erste H aushalt u n g s g e n o s s e n s ch a f t errichtet. Nun schilbrne ber Vortragende alle bie Reize und Vorteile dieses Hauses, unb bie an- wesenben Damen hörten ftauucnb und bewundernd zu, wie bei einem richtigen Märchen. Das Haus ist selbstverständlich mit allen modernen Einrichtungen, wie Telephon, Rohrpost, Zentralheizung und Staubsauger versehen, alle sogenannten weiblichen Verrichtungen, bas Lampenputzeu, Oefenheizen, Staubwischeu, IO reu also gänzlich auf. Jede Familie hat ihre'eigene, avgesonbcrte Wohnung wie bisher mit allen Nebenrüuuien unb kann stch cvent. auch eigenes Dienstpersonal halten — aber die meisten tun cs lieber nicht . . . Das Kochen besorgt eine Zentralküche ; um aber auf die verfchiebenen Geschmacksrichtungen und Wünsche Rücksicht nehmen zu können, verzeichnet jeder Mieter auf einem Zettel Speise stunde, ferner jene Speisen, bieder nicht ißt, und so iveiter, unb wenn er bann nach ein paar Stunden dreimal auf den elektrischen Taster drückt, erscheint fdjon das Essen — ganz wie im Märchen. Dieses Märchen hat aber einen ganz ernichaften, tieferen Sinn. Vor allem den ber finanziellen Rentabilität, da durch die Zentralisation viel Raum, Zeit und Arbeitskräfte erspart werden. Ueberoies ist das neue Haus ein Unterlieft nt e m auf Aktien, jeder Mieter ist Aktionär unb kriegt am Jahrcs- schluß seinen Anteil am Ueberschuß. Der ethische Sinn dieses höchst praktischen Märchens ist aber, die Frauen von allen schweren und ntcbrigcL-cn Verrichtungen zu befreien und ihnen namentlich die Möglichkeit zu schaffen, fich beit Pflichten als Mutter und Gattin völlig zu lvidmen. — Die älteste Orgel der Welt. Der schwedische Historiker Hennerberg glaubt in einem kleinen Dorfe der Insel Gotland bie Ueberbleibsel der ältesten Orgel aufgefunben zu haben. In ber Hauptsache ist zwar nur bas Gehiuse Der Orgel erhalten, das im Laufe ber Zeiten zu einem Reliquienschrein urngewanbelt würbe; aber man sieht noch bie Löcher, durch die bie Negisterzüge eiutrateu, und mau erkennt auch noch ganz deutlich den Ort des Blasewerts. Das Instrument itamiut, wie man annimmt, aus dem Anfang des 13. Jahrhunderts. Handel 84.10 Esch weil er Bergwerk 3%°/c 3/0, 202.50 Nordd. Lloyd —.— ^orau. Lloyc 140,00 Türkenlose . 194.76 28*5i 111.71 141,6* do. Koiisols do. Hessen Oberhessen 3^°/( 3% Kurse, 24. . . 156.20 - . 126.20 . . 227.20 4 L*°; o russ.StaatsanL 1905 4/2u/n japan. ‘Staatsanleihe 1% Couv. Türken von 1903 Türkenlose ...... 1% Griech. Monopol-Aul. . 4 % äussere Argentinier . 3°/0 Mexikaner . « . Deutsche Bank . . , Deutsch-Asiat. Bank . Diskonto-Kommandit. . Dresdner Bank . . Kreditaktien . . . . Baltimore- und Ohio- Eisenlahn . • . e Gotthard bahn . . . Lombard. Eisenbahn . Ocsterr. Staatsbahn . Prmce-Henri-Eisenbahu parlamentarisches ans Hessen. N. B. Darmstadt, 23. Okt. Der Sonderausschuß für die Revision der Verwaltun gsFese tze tagte Heute wieder unter Vorsitz seines 1. Vorsitzenden, Abg. Haas und erledigte die Art. 52 bis 99 des Gesetzent- swurfs über die Städteordnung. Sie umfassen die ^Bestimmungen über die Durchführung der Stadtver-> w^dnetenwahl, die Besoldung, die Wahl und das Ausscheiden des Bürgermeisters und der Beigeordneten aus dem Amt, und endlich noch die Tätigkeit der Stadtverordneten- 119.56 104.51 2U.(K Oktober. Anfangskurse. Harpener Bergwerk. . Laurahütte Lombarden E. B. . 9?iarf. Vermächtnis des Zentners Dr. med. Paul Wolfs-, die Kürze der Tage und der früh hereinbrechende srhe». te t xarm^tabt an die Kgl. Ge sellschafr i>er|an die voraerückte wa« Fnirntp nrfi <_ Wrssenschaften zu Göttingen, im wh 100 (XX) Mk., rnit der Bestimmung, daß das Kapital als Preis eines von Ferrnat aufgestellten und seit 3i/2 Jahrhunderten vergeblich angegriffenen mathematischen Problems ausgezahlt, und daß bis zur Verleihung des Preises die Zinsen von der Gesellschaft zum Besten der mathematischen Wissenschaft ausbezahlt werden sollen. Vermächtnisse der Witwe des Kommerzienrats Joh. Hch. Keller, Helene, geb. Zöller, zu Darmstadt, an die Stadt Darmstadt: 10000 Mk. zur Unterhaltung des Grabdenkmals der Familie Keller und 50 000 Mk. zur Errichtung eines Kinderheims für arme kränkliche Kinder der Stadt Darmstadt. Vermächtnis des Rentners Wilh. Hch. Hublitz zu Darmstadt an die Stadt Darmstadt zur Errichtung einer! „Eduard Hublitz-Stiftung" mit der Bestimmung, daß die Zinsen von 5000 Mk. jährlich an 2 unbemittelte Handwerker, die bei der Gesellenprüfung das beste Zeugnis erhalten, die Zinsen von 3000 Mk. den Kleinkinderschulen in Darm- tadt zur Beschaffung von Weihnachtsgeschenken für die Kinder und die Zinsen von 5000 Mk. zur Ausbildung begabter unbemittelter Schüler dem Realgymnasium zu Darmstadt, dem der verstorbene Sohn Eduard des Vermächtnisgebers an gehörte, ausbezahlt werden. Schenkung der Gg. Beruh. We b er I. Eheleute zu Gr o ß -Um sta d t an den dortigen gemeinschaftlichen evang. Kirchenfonds Zur Errichtung einer Zentralfeuerungsanlage und zur Verschönerung der Kirche, insbesondere zur Verbesserung ihres Aeußeren, in Betrage von 10000 Mk. Vermächtnis der Frau Susanna Bo g en, geb. Anthes, Witwe des Kaufmanns Franz Bogen zu Worms an die evang. Kirche Worms im Betrage von 10 000 Mk. zur Unterhaltung der Familien- grabstätte. 4>2U/o Chinesen . . Aktien Bochum. Guss . . . Buderus E. W. . . Tendenz: fest. Berliner Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank Dortmunder-Union C. Dresdner Bank Tendenz: fest. Hessische Handwerker - Zentral - Genossenschaft. Wie die „Darmst. Ztg." erfährt, hat der Bundesrat in seiner Sitzung vom 17. l. Mts. das Gesuch der Hessischen Handwerker-Zentral-Genossenschaft, Akt.- Gesellschaft in Darmstadt, um Erlaubnis zur Ausgabe von auf den Namen lautenden Aktien zum Nennwert von 200 Mk. genehmigt. ^kirchliche Nachrichten, Israelitische Neligionsgemeinde. Hottesdienkt in der Synagoge (Südantage). Samstag, den 26. Oktober 1907: Vorabend 5.00 Uhr. Morgens 9.00 Uhr. Nachmittags 3.30 Uhr. Schrifterklärrrrrg. Sabbatausgang 6.00 Uhr. Israelitische Neligiousgeseltschast. Gottesdienst. Sabbatseier ein 26. Oktober 1907: Freitag abend 4.45 Uhr. Samstag vormittag 8.30 Uhr. Predigt. Nachmittags 3.30 Uhr. Sabbat-Ausgang 6.00 Uhr. Wochengottesdienst: morgens 6.30 Uhr, abends 8.00 Ubr. 94.55 84.10 93.00 92.50 97 10 97.55 92 45 101.70 63.50 65 30 92.90 88.80 92.80 141.20 47.60 84 60 95*00 ü e’e£oetEScSae &urs&ea*ac&te des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank filr und Industrie. Giessen. o Oesterr. Goldrente , . '6°u Oesterr. Silberrente v Ungar. Goldrente . , o Italien. Bente . . u Portugiesen Serie I « o Portugiesen „ 11J Berlin, 22 Okt. Das Schwurgericht des ^errchts I verurteilte heute den 29jährigen Magnus Fischer | der angeklagt war, seine Ehefrau am Tegeler Weg ermo r bet . 8U haben, wegen Totschlags unter Zubilligung mildernder Uw ■ tfanbe fünf wahren Gefängnis, von denen 3 MonD- d auf Die Untersuchungshaft angerechnet werden. — Gtn fetter Prozeß. Zu einem Gerichtstermin, bc <5 m ^05(1111(11: ftatifanh, hatte P. ans Ely durch den Gerichts- ?E^her den A. von dort als Zeugen laden und ihm die G?> L bnfiren von Mk 3.80 gleich auszahlen lassen. Der Ternmk '5^ch früher zu ®nbe und X. hatte nach Allssazc dc k lachverstandigen Gerrchtsrastenrendanten bloß 3.20 Mk. m ei.' P- berjaugte 60 P f g. zurück und da X. nicht bezahlt strengte er Klage an. Das Amtsgericht in Hadamar fafii? folgendes Urteil: L. zahlt an P. 55 Psg. zurück. Die Koste: tragen beide ^eile gemeutfam, X. elf Zwölftel und P. ein Zwölftel — nun etwa 74 Mk. zu zahlen, während P. zwar 55 Psg erhalt, aber noch etwa 6—7 Mk Kosten zahlen muß. Versammlung. Iie meisten Artikel der Regierungsvorlage lrmrden vom Ausschuß akzeptiert, resp. unter Zugrundelegung der ähnlichen Beschlüsse über die Landgemeindeordnung gutgeheißen. Eine umfassendere Debatte entspann sich bei Art. 98 a. Hier hat die Regierung bestimmt, daß Gemeinden unter 10 000 Einwohnern zu Verträgen, durch «die Dritten Rechte zur Versorgung der Stadtgemeinde oder -ihrer Anegehörigen mit Wasser, Kraft, Licht, Hei-! zung oder Rechte in Bezug auf Transport und Verkehrswesen eingeräumt werden sollen, der Genehmigung des Kreisrats bedürfen. Der Ausschuß ist dagegen der Meinung, daß der Kreisrat nicht die geeignete Instanz sei, und verlangt daher, daß nicht nur bei Gemeinden unter, sondern auch bei Gemeinden von über 10 000 Einwohnern das Ministerium sich die Genehmigung solcher Verträge Vorbehalten müsse. Eine Verständigung 'mit der Regierung über diese Frage steht noch aus. Der Ausschuß vertagte schließlich seine weiteren Beratungen bis Mitte nächster Woche, um den beiden Referenten Dr. Glässiug und Frenay Zeit für die weiteren Vorarbeiten zu lassen. Der Gesetz geb'ungs aus schuß der 2. Klammer hielt heute vormittag eine gemeinsame Beratung mit der Re- gienmg ab, als deren Vertreter Staatsminister Ewald, Minister des Innern Braun und die Ministerialräte Dr.! iU s i n ger und Lor Lacher erschienen waren. Den Geaen- stand der Beratung bildeten auch heute die zahlreichen ^lbanderungsanlräge zum Jagdgesetzentwurf dessen ^-eratung im Sommer d. I. nicht zu Ende geführt wurde, sondern vertagt werden mußte, da über die Art. 17, 18 19 bie das Jagdrecht der Grundbesitzer behandeln, eine Ver- ?er Negierung nicht erzielt werden konnte. Xuä) die Freunde der Regierungsvorlage stimmten schließ- hef) dem Vermittlungsvorschlag auf Vertagung der Beratung $u, ba narf; der bestimmten Erklärung des Staatsmtnisters toi Falle der Mchnung der genannten drei Artikel die ganze Jagogesehvorlage an dem Widerspruch der Regierung intb ä Kammer gescheitert wäre. Die hessische Regierung . flT°6ts Jagbgruubbesitzer im Grogherzogtum, eure wchcntliche Einschränkung der Jagbrechte ^^^srtzer wurde also auch die finanziellen und recht- ^nterc))cn oes Staates merklich berühren. Bei der heutigen gemeinsamen Beratung soll nun, wie wir vcs- fneOntert, z>oi,chen Regierung unb Ausschuß eine $ er ft an- ibtgung über diesen wichtigen Disfereuzpunkt erz elt wor- Ausschuß hak feine Scratung barüber zum Abschluß gebracht und den Aba. Reh mit der Ab, asm na be» neuen Ausschußberichts beauftragt. ' [ r,.J/°yeUrn b. Büdingen, 22. Okt. Auch unsere stille Gegend wird in der deutschen Touristenwelt mehr , und mehr bekannt. Während die Ro n n e b u r g in früheren - Jahrzehnten unbeachtet neben der großen Verkehrsstraße lag, ist sie in neuerer Zeit das Ziel zahlloser Wanderer geworden. Namentlich seit der Eröffnung der Kleinbahn Hanau—Hüttengesäß, die allsonntäglich eine Menge Ausflügler aus den Städten des Maintales heraufbringt ist 5te Besuchsziffer anhaltend gewachsen. Und die Burg verdient einen Besuch mit vollem Recht. Denn auch in ihrer leigen Gestalt bietet sie uns noch das Bild einer aroß- artig angelegten mittelalterlichen Bergfeste. Bis zum- 3a5re 1870 stand sie in allen ihren Teilen unversehrt da, I anew einzelne Gebäude der Vorburg waren so baufällig geworden, daß sie abgetragen werden mußten. Doch trotzig ?^d kühn schaut die Kernburg mit ihrem gewaltigen Berg- feteb auch heute noch in die Lande hinaus, dem Besucher « klarem Wetter eine entzückenbe Aussicht nach ben Höhen be§ Bügelsberges, bes Spessarts, bes Obenwalbes unb bes Taunus getoaljtenb. Durch das wachsende Interesse, das man in der Jetztzeit allgemein wichtigen Baudenkmälern dahin gekommen, daß die Burg all- 010^11^ wieder in besseren Zustand gebracht wird. Man ^at bereits vor zwei Jahren ein altes Gebäude in der Vor- burg, dessen Umfassungsmauern noch standen, überdacht und zu Restaurationszwecken eingerichtet. Der Bergfried fturbe \meber zum Besteigen hergerichtet, und zur größeren e-td^eit für das Publikum wurde oben an der Turm-1 galerie ein Drahtgitter angebracht. In diesem Jahre wurde nun der Zru z en dor fsche Betsaal in der inneren -öurg einer Reparatur unterzogen, weitere Ausbesserungen Dürften in ben kommenben Jahren folgen. So ist zu hoffen ^"ueburg, das Wahrzeichen unserer Gegenb, an bie sich so mancherlei geschichtliche Erinnerungen knüofen nt absehoarer Zeit von bem Besucher in allen Einzelheiten Birchs Mit» SchMle. I . „ Der Verbanb oberhessischer Posaune^ chore, der tm vorigen Jahr «-gegründet wurde, hat fehl erfted Verbandssest üt Lang-Göns, sein zweites in diese? ksabre in Gambach gefeiert, das dritte soll am 19. 4, 1908 in Ober-Mockstadt abgehalteu werden, in der^K, meinde des rührigen Verbandsschriftsührers Pfarrer jchn, ocnit, der zugleich Dirigent der Gesamtchöre ist. Der I Verband gehören 10 Chöre mit rund 120 Mitgliedern a» | Am vorigen Montag waren ihre Vertreter hier in der öer Berge zur Heimat versammelt. Da der seitherige Verband^, ^.o^sthevde, Professor D. Wurster, vom Predigerseminar n 1 H-riedberg,, an die Universität Tübingen überqesiedelt 1 ward für den Rest seiner Amtszeit als Verbandsvorsitzende. * Pfarrer Web^r in Lang-Göns gewählt. Der Zusammen fch^uß der Chöre ist das Verdienst Wursters und hat feithe < em weiteres Aufblühen der schönen Bestrebungen zur Folas - gehabt. Hoffen wir, daß der Verband nicht nur außerM wachse an Zahl und Stärke der Chöre, sondern auch seiner i hohen Aufgabe bewußt, echte Kirchenmusik und wahre Fröw migkeit allezeit pflege. x G ff er, der Vorsitzende der Siebener ko rmnission, berichtete Äber die gesundheitliche Enkwicklun g im Bergbau und die Knappscha ftsreforrn. Er führte aus: Tie Produkt wn dar BergwerksIndustrie ist gewaltig gestiegen, der Gesundheitszustand der Bergarbeiter ist aber in noch höherem Maße szurückgegangen. Die Zahl der Invaliden betrug Ende 1896 48 928 Personen, Ende 1905 71404 Personen Tas ist eine Steigerung toon 48 Prozent. Die Zahl der Krankheitsfälle betrug int Jahre 1905 431927. Die Zahl der Krankentage ist von 1896 bis 1905 ,um 101 Prozent auf 8 157 069 gestiegen. Wenn man diese Mo- (mente zusammenfaßt, wenn man das gewaltige Steigen der Kran- Aenzisfer berücksichtigt, trotzdem die Knappschaftsvereine 1905 in Preußen 3 Vs Millionen Mark für AerzteHonorar und 7y2 Mill. Mark für Kur- und Arzu ei lassen ausgaben, so wird man es verstehen, wenn die Bergarbeiter auf höhere Krankenlöhne und Pensionen drängen, weil die Arbeiter annehmen, daß die hohen Ausgaben an Beiträgen die Werkbesitzer veranlassen würden, mehr zur Förderung der Gesundheit der Arbeiter zu tun. Die Bergarbeiter sind bereit, im Interesse des Friedens einer annehmbaren Reform zuzuftimmen, aber nur einer annehmbaren. (Beif.) Schluß folgt. I Rechtsanwaltschaft zugelassen wurde der Gerrchtsasseswr Dr. Otto Eckhard zu Darmstadt am Amtsgericht Pfeddersheim. ** Die Gründung eines Verbandes hessischer Detarllistcnvereine soll gelegentlich einer am 3. Novenrder zu Darmstadt stattfindenden Versammlung zur Sprache gebracht werden. . ** 3 fu Kolosseum findet heute abend wiederum ern Famrlrenabend statt, während morgen eine Wohltätigkeits-Vorstellung für den verunglückten ein-! bernrgen Akrobaten Bar gold abgehulten wird. Der Vor-! stellung ist im Interesse des genannten Künstlers, der hier von seinem öfteren Auftreten her in bester Erinnerung ist ern recht zahlreicher Besuch zu wünschen. >( Reiskirchen, 23. Okt. Die Schüler Ludwig Launsbach und Friedr. Schön von hier, die am 11 Fe- 6ruar d. I. einen sechsjährigen Knaben unter eigener Lebensgefahr vom Tode des Ertrinkens retteten, erhielten als Zuerkennung hierfür von S. K. H. dem Großherzoo eine Geldprämie. oy Arbeiterbewegung. , . Rüss elsheim, 22. Okt. Der Streik in den Opel^ scheu Fahrradwerken ist durch ein Schreiben der Fr- brincitung, das diese. an die nicht!treikenden Arbeiter richtete, m ern neues Stadium getreten. In dem Schreiben wird daraus hingewresen, daß infolge der Kündigung der organisierten Ar- beiter die Fabrikleitung gezwungen ist, auch den übrigen arbeit wütigen Arbeitern für den 5. November zu kündigen. Dagegen Siebe die Leitung die Kündigung sofort zurück, wenn die Arbeitswilligen am 5. November die Arbeit weiterführen Be clntretender gänzlicher Stillegung des Betriebes Werder alle Arbeiter, die dem Verband der Metallarbeiter nicht oder Nicht mehr angehören, um mindestens 10 Prozent höher vor der Fabrikleitung unterstützt werden, als die organisierten Ar- beiter aus ihren Partei lassen erhalten. ~ । an die vorgerückte Jahreszeit, man könnte sich in he Äs^kavttat als Sommer versetzt wähnen. Hoffentlich hält das einzig sch^ st Diiai au Herbuwetter noch recht lange an. Darmstadt, 23. Okt. Am 1. November, dem XQ, des 25jährigen Bestehens des eie ftr ot c ! schen Instituts der Großb. Teckmischcn Hochschule des 25jährigen Prosessoren-Jubiläums des Vorstandes dies Instituts, Geheimerats Prof. Dr. Kittler fallen die elektrotechnischen Vorlesungen und Uebungen aus. An diese! -age ist von 9—1 und von 3—6 das Institut für den an gemeinen Besuch geöffnet, desgleichen am 2. November gleichen Zeit, und am Sonntag, 3. Nov., von 9—1 üs, vormittags. Lindenfels, 22. Okt. Die Einnahmen der hiesige > Autogesellschaft betragen für den verflossenen SvniI mer an 17 000 Mk. Trotzdem die diesjährige Einnabw weniger beträgt als im Vorjahre, schließt die Gefeilscht Heuer günstiger ab, da im vorigen Jahre durch Aufrech- erhaltung des Winterbetriebes außergewöhnlich hohe Auä gaE>€n entstanden sind und so das Unternehmen unrentabel wachten. Mit Rücksicht hierauf hat sich die Gesettschw' veranlaßt gefühlt, auch dieses Juhr, und zwar vom 1. vember ab, den Betrieb einzustellen. Aus StaM und Laub. Gießen, 24. Okt. 1907. ÄS * 2 Klasse verliehen: bem Lm^ien- Lre i/e?in bem Siablkassebiener Kvrl ■ Darmstadt, der verwitweten T-rau Ptr-mfa- mtoittoekn^rau 9CB totf' in Darnchabi unb ber ° Kommerzienrat Anna Michelin Main; Ijeimcr AusMlunaTm®?™ tietlieI) aud 3Inta6 ber Marins ber LanbwÄis^fäf^ Lefonomietat unb Generalsekretär Dr ta Sfe rur, da/ G^h-rzogtuni Hessen, utler in Turm tadt, das Ritterkreuz 2 Kl be§ erbens vom Zähringer Löwen/- S. S’ ö ber ßSrnß *)cr5°9 hvben beni i?ber-Bahnhofsvorfteber rr nunqSrat Rich. Wolff tu s J <' Rech- Annahme unb zum Tragen be? ihm von S ^z°g von Cibenburg. «ÄT^rÄtertrS^W SS? erteilt )ienftorbtoS des Herzogs Peter FriebrÄ j°hr"lfo?s,chb"v°^L ft^Vbe/n Lr"n75 ®' g-'G.) MLSNMZM betrage von 6000 Mk bie 9infen ^selbst int §u. mtlben Zwecken hp/mr, x -oiniep tollen vom Pfarrer! Seelenamt für"ben ©toter . ^en, alljährlich ist unterhalten/ Schenkung'des ^rb^n nnb fern ®ra6 ™ fe® antasÄ ' S“ H"rns- Sohnes an die StnhtBeryeiratuna ihres (Ebs, Anbaues an das Wormser äur Errichtuna ,U 3enannt werden soll, "im §>ckMesra°"> "™Itc y -überrag DOn 300000I Frankfurter Börse, 24. Oktober, 1.15 Uhr. Reichsanleihe Wgigk^t wird in ungesetzlicher Weise unmöglich und die durch die -Gewerbeordnung garantierte Freiheit des Arbeitsvertrages wird cillusorisch gemacht. — Auch die Abstimmung über diese Resolution amirbe bis zum Schluß des Kongresses zurückgestellt. Darauf berichtete der Varsitzende des Steigerverbandes, We r - uer (Essen), über die schwierige Lageder Steiger und die bereits mitgeteitte Unterredung mit dem Handelsminifter Telbrück. 94.20 I Elektriz. Lahmeyer . 21.10 Elektriz. Schuckert . t «ws.Th'Mf e ÄÄ 8WVNM; KÄ vermE D^ 16 T ^k. bcstehenben Nachlasses vermacht. Die beiden anderen Dritteile erkalten hn? da^katb^Scki^s?^^ -Msabethenstift" zu Darmstadt und Darmstadt. Schwesternhaus (Barmherzige Schwestern) in mn Vogelsberg, 23. Okt. Einen solchen »m nb e r s chonen Herbst wie Heuer haben wir doch Unbilben^be/^^' Et 6nttoäbi9t un§ reichlich für die llnbilben bes Sommers. Für bie Bestellung der Felder ift er von großem Segen. Während vor drei Jahren itot btC ?ch"^slocken in der Luft tanzten, herrscht Eckes Rr? Mittagszeit herrliches Sommer vet er mSh. ^erral, welches Futter für das auf die Sonnenschein auch die Sci^.n(L? srober^.ito bc^ laffen Scheiben unb Bergehen'tts ber Shtr fart her"n In den Gärten blühen noch die Rosto an fS ö tierein^ Blüten un?'wundI °üp^ä die neue Saat auf dem Felde. Ja, mahnte u cht Berliner Handelsges. . . 153.7V Darmstädter Bank . . . 126.50 227.50 134 50 170.90 140.00 198.80 83.60 189.00 28.51 139.70 124.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 195.00 Hamburg-Amerik. Paket!. 12630 Harpener Bergwerk. . . 202.75 Laurahütte...... 224.50 Nordd. Lloyd.....112.40 Oberschles. Eisen-Industrie' 102.00