Donnerstag 21. März 1907 157. Jahrgang Zweites Blatt Nr. 68 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Vderheffen Rotationsdruck und Verlag der vrüblichen Universität» - Buch- und breindruckeret. 9L Lange. Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: t>L Redaktion: 112. Tel.-Adr^ An-etgerGießen. Erlcheint tSgNch mit Ausnahm« des Sonntag». Die „Gießener ZamiNendlätter" werden dem .Anzeiger' viermal wöchentlich beigelegt, daS ..Urei,blatt für den Are«, Gießen" ziveimal wöchentlich. Der„hesfllche tandwirtt' erscheint monatlich einmal. JBU—— Deutscher Reichstag. 28. Sitzung vom 20. März. 1 Uhr. Nm Bundesrat» tisch: Frhr. v. Stengel, Sraetke, Dernburg u. a. _ Auf der Tagesordnung steht zunächst die W a h l deS P r ass d e n l e n und der Vizepräsidenten für die Dauer der <5Cfil£i'i Wahl deS ersten Präsidenten findet durch»Abgabe von Zetteln statt. Abgegeben werden 325 Zettel, davon lauten 192 auf den Namen deS bisherigen Brandenten Grasen Stolberg-Wernigerode, 131 Zettel find u n - beschrieben, je einer lautet auf den Namen der Abgg. Schwabach und Dr. Ortel. (Heiterkeit.) ___ Graf Stolberg ist also gewählt, er mmmt die Wahl dankend an und übernimmt dann das Präsidium, daS bisher der erste Vizepräsident Dr. Paasche geführt hat, mit folgenden Worten: Meine HerrenI Ich danke Ihnen |ur das Vertrauen, welches Sie mir abermals erwiesen haben, und nehme Bezug auf das, was ich vor vier Wochen an dieser Stelle gesagt habe. (Leb- Hafter^Befall.)die I M ersten Vizepräsidenten, die ebenfalls durch Abgabe von Zetteln statt findet. Abgegeben werden 279 Zettel. Davon lauten 191 auf den Namen des bw- bcriaen ersten Vizepräsidenten Dr. B a a s ch e, 80 sind weih geblieben, die übrigen zersplittert (S djroaba ch. Graf Bothmer, Hansen und Rogalla von Bieber st ern je 1, Dr. Ortel und Singer je 2). Abg. Dr. Paasche ist somit gewählt; er mmmt die Wahl dankend an. , , _ , . Zum zweiten Vizepräsidenten wird Abg. Kampf (fretf. Vp.) wiedergcwählt, und zwar mit 180 unter 318 abgegebenen Stimmzetteln, von denen 124 Weitz geblieben und 14 zersplittert sind. Abg. Kämpf nimmt die Wahl dankend an. Damit ist daS Präsidium definitiv gewählt. Es folgt die zweite Beratung des Gesetzentwurfs betreffend die vorläufige Regelung des Haushalts der Sch u tz g e b l e t e für die Monate April und Mai. (Kolonialetat — Notgesetz.) Die Kommission hat im 8 2 den folgenden Zusatz gemacht: Soweit die für daS Rechnungsjahr 1900 bewilligten Titel- finnmen höher sind, als die für daS Rechnungsjahr 1907 angeforderten, tritt an Stelle des vorgedachten Zwölftels «in Zwölftel des letzteren. Soweit es sich um Neubauten handelt, können dieselben nicht in Angriff genommen werden vor Bewilligung deS HauptetatS. Im übrigen hat sie den Entwurf unverändert angenommen. Abg. Dr. Winner (freis. Yp.) berichtet als K o r r e f« r e n t an Stelle de» verhinderten Referenten Dr. Semler über die Verhandlungen der Kommission. llnterstaatssekretär Ttoelt führt au», dass die verbündeten Regierungen erhebliche Bedenken^ gegen den Zusatz der Kommisiion hätten und bittet, die Regie-, rungövorlage unverändert anzunehmen. Die verbündeten Regie- rung-n halten den Antrag nicht für nötig, vielleicht sogar für schädlich. Die Veranlasiung zu dem Antrag war die Tatsache, datz unter Umständen in den zwei Monaten April und Mai mehr bewilligt werden könnte, als der ganze Jahresetat auSmacht. Diese Tatsache bestreite ich nicht, wiederholt ist aber schon etwa- ähnliche» vorgekommen, ohne datz eS vom Hause beanstandet ist. Tenn ein EtatSnotgesetz ist keine selbständige Vorlage und kann nicht» verlangen, was r icht im Etat selbst steht. DaS Notgesetz iui(I nichts weiter als zwei Monatsraten der Summen, die in dem Etat selbst stehen. ES ist also auSgeschlosien, dai» in den zwei Monarcn tatsächlich mehr auSgegeben werden könnte, als der Etat selbst auSmacht. Sollte d'eS doch geschehen, so wären die» autzeretatS- mätz.ge Ausgaben, die als solche zu behandeln wären, und eine bc- sondere Vorlage nötig machten. Hiermit entfallen die Bedenken der Budgetkommistion. Die verbündeten Regierungen fürchten nun, datz durch den Zusatz der Kommtffion ein Präjudiz geschaffen würde, daS schädlich wirken könnte. Denn ein Notgesetz kann nicht Monate lang vorher vorbereitet werden sondern mutz so schnell al» möglich gemacht werden. Man mutz daher dafür sorgen, datz ohne zwingende Gründe nicht eine Bestimmung eingefügt Wird, die die Aufitellung des NotetatS erschwert. Abg. Dr. Pachnicke (freis. Dgg.) führt auS, datz seine Freunde schon in der Kommission gegen Den Zusatz gestimmt hätten und auch jetzt dagegen stimmen würden. Abg. Dr. Spahn (Zentr.) erklärt, datz er dem Zusatz der Kommission zwar keinen grossen Wert beilegen, aber doch nicht dem Unterstaatssekretär in allen Punkten bcistimmen könnte. Abg. Freiherr v. Nichthofen (kons.) ist ebenfalls gegen den Kommissionszusatz, desgleichen Abg. Singer (Soz.). Hiermit schlietzt die Diskussion, der Zusatz der Kommission wird einstimmig abgelehnt, der koloniale Notetat wird unverändert in der NegierungSfassung angenommen. ES folgte die dritte Beratung deS Gesetzes betreffend die vorläufige Regelung des ReichshauShaltSetats für 1907 (EtatS-Notgesetz). Aus Antrag der Blockparteien wird die Position betreffend den Neubau deS Postamts in der Französischen st ratze, die in der zweiten Lesung gestrichen war, wiederhergestellt gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und der meisten Zentrumsmitglieder. Sodann wird das EtatS-Notgefeh ohne Debatte im einzelnen und im gangen definitiv genehmigt. Ohne Debatte nimmt daS HauS in zweiter Beratung auch den Gesetzentwnf betreffend die Bemessung deS Kontin- gentfutze» für landwirtschaftliche Brennereien an. (ES handelt sich um die Herabsetzung des Kontingents von 80 000 auf 50 000 Liter). ES folgen die Interpellationen der Sozialdemo traten und deS Zentrum» betreffend daS Grubenunglück i» Lothringen. Staatssekretär Graf Posadowsky: Der Reichskanzler ist bereit, diese Interpellationen zu 6eant Worten. Ick kann aber erst in einigen Tagen dem Herrn Präsi. deuten den Tag der Beantwortung mitteilen, weil ein technischer Beamter der etsatz.lothnngijchen Utcgicrung gehört und auch der preussische Handelömiuister herangezogen werden mutz. Hiermit ist auch dieser Gegenstand vorläufig erledigt. Präsident Graf zu Stolberg-Wernigerode: Durch Nachrichten in der Presse war zu meiner Kenntnis ge- langt, daß die hiesige Polizciverwa.'tung eine Versammlung, die im Reichstagsgebäude stattgefunden hatte, für anmeldepflichtig hielt. Ich habe mich für verpflichtet gehalten, diese Angelegenheit dem Reichskanzler gegenüber zur Sprache zu bringen. Dieser erklärt« mir, daß er die Sache prüfen und mir weitere Mltteilung machen wolle. Diese Mitteilung ist mir soeben zugegangen, und w-ll ich Ihnen von dem Inhalt derselben Kenntnis geben. Der Reichskanzler schreibt: .Die Annahme, daß die Polizei wegen Abhaltung der Ver- fammlung eine strafrechtliche Entscheidung bei der Staatsanwaltschaft beantragt habe oder datz die letztere Behörde unmittelbar eingeschritten sei, ist nach den von mir angcüellren Ermittlungen unzutreffend. Allerdings hat die Polizei mit Rücksicht auf die über jene Versammlung verbreiteten Nachrichten Erwägungen darüber angestellt, ob es sich um eine Versammlung gehandelt habe, welche nach den Bestimmungen des preutz sichen Vereinsund Versammlungsrechts anzumelden gewesen wäre. Sollte D'C Angelegenheit nicht ohnehin als erledigt zu betrachten sein, so wird die tgl. preußische Staatsregierung Ew. Erzellenz vor tuet« terem vom Stand der Sache in KenntmS setzen. Ich halte diese Angelegenheit damit zunächst für den Reichstag für erledigt. (Bravol) D'e Tageso'-dnung ist erschöpft. Die nächste S'tzung wird auf eine halbe Stunde spater festgesetzt mit der Tagesordnung: Dritte Beratungen deö Vertrages mit Luxemburg, des Kolonial-Notgesetzes und des Branntwein-Kontingentf''tz-Gesetzes. Schlutz 4 Uhr. 21. Sitzung vom 20. März. 4% Uhr. Am BundeSratsttsch: Dernburg u. a. Auf der Tagesordnung steht die dritte Beratung deS Vertrags zwischen dem Deutschen Reiche und Luxemburg über den Beitritt Luxemburgs zur norddeutschen Brausteuergemeinschaft. Der Vertrag wird ohne Debatte definitiv genehmigt. ES folgt die dritte Beratung deS Kolonial-Not- g e s e tz e ö. Auch dieser Gesetzentwurf wird ohne Debatte endgültig angenommen, desgleichen daSVrannt- wein-Kontingentfuh-Gesetz. Die Tagesordnung ist erschöpft. Nächste Sitzung: Mittwoch den 10. April, 2 Uhr. Tagesordnung: Erste Beratung des Gebührentarifs für den Kaiser Wilhelm-Kanal und zweite Etatsbecatung, ReichSami des Innern. Schluß 4% Uhr, Aus dem Reichstag. R. Berlin, 20. März. Es entspricht dem parlamentarischen Herkommen, dass das bei der ersten Abstimmung nur provisorisch gewählte Präsidium nach Monatsfrist nochmals und dann endgültig sich z u r W a h l stellen muß. Es wird dabei zwar nicht immer mit derselben Gründlichkeit wie vordem verfahren, die Wahl erfolgt oft durch Akklamation, heute aber im Wege des Namensaufrufs. Es handelt sich bei der endgültigen Entscheidung im eigentlichen Sinne um ein Vertrauensvotum, barf den neuen Herren vom Präsidium auf Grund ihrer vierwöchigen Geschäftsführung erteilt, oder auch versagt werden kann. Der letztere Fall tritt jedoch in der Regel nicht ein, da sich in der Zusammensetzung des Präsidiums die parlamentarischen Mehrheitsverhältnisse widerspiegeln. Heute hatte also der konservativ-liberale Block seine „Prvbekandidaten" Graf Stolberg, Dr. Paasche uni) Kämpf) in ihren Würden zu bestätigen. Das Zentrum hat sich mit der veränderten Situation abgefunden und verzichtete darauf, nochmals Anspruch zu erheben auf einen Sitz im Präsidium. Ein Teil des Z e n t r u m s gab weiße Zettel ab, ein anderer entzog sich, bei der Dr. Paasche geltenden Abstimmung, der Mitwirkung beim Wahlgang, dadurch der „Entfremdung'" zwischen Zentrum und Nationalliberalen Ausdruck gebend. Es fehlte natürlich auch heute nicht an Wahlscherzen; unter den sich zersplitternden Stimmen figurierten „Einspänner", die ausgezäumt wurden in der durchsichtigen Absicht, den Humor zur Geltung zu bringen. Es erweckte denn auch Heiterkeit, als die Namen von Abgeordneten, die auf Grund der jüngsten Wahl zum erstenmal in die parlamentarische Arena eingezogen waren, unter den „Erkorenen" genannt wurden. Gras Stolberg erhielt 192 von 826, Dr. Paasche 191 von 279, Kämpft 180 von 318 Stimmen. Keiner der Gewählten konnte somit eine ansehnliche Majorität auf sich vereinigen, doch das entspricht dem verhältnismäßig geringen Uebcrgeroidjt der neuen Reichstagsmehrheit über die Oppositionsparteien in Verbindung mit dem Umstand, daß das Parlament heute nicht vollzählig versammelt war, zumteil auch, wie erwähnt, sich von der Abstimmung zurückgehalten hatte. Selbstverständlich nahmen die drei gewählten Herren die Wahl mit Dank an. Bei der sich anschließenden Verhandlung über das Kolonialetat-Notgesetz setzte eine etatsrechtliche Auseinandersetzung ein, in der die Kenner des Budgetwesens sich vernehmen ließen — neben dem Unterstaatssekretär im Schatzamt Twele —, mit dem Erfolg, daß das Plenum des Reichstags, entgegen dem Beschluß der Budgetkommission, für die Fassung des Gesetzes in der Form der Regierungsvorlage eintrat. Der „Umfall" war in der Sache nicht belangrejch, denn es handelte sich nur um die vorläufige Regelung des Haushalts der Schutzgebiete für April-Mai 1907. Im übrigen war Präsident Gras Stolberg heute in der Sage, Mitteilung zu machen über die Wirkung seiner Ein- sprache beim Fürsten Bülow in Sachen des angeblich gegen die sozialdemokratische Fraktion eingeleiteten Strafverfahrens wegen Vergehens gegen das Vereinsgesetz durch Veranstaltung von „Versammlungen" im Reichstagsgebäude. Es handelt sich jedoch um Erwägungen der Polizeibehörde, mit denen sich das preußische Ministerium des Innern weiter befassen wird. Es ist wohl zu erwarten, daß damit die Sache nicht nur einstweilen und für den Reichstag, sondern überhaupt erledigt ist. Ten Eindruck, Fürst Bülow sei der gleichen Auffassung, konnte man aus seinem vom Grafen Stolberg mitgeteilten Schreiben immerhin entnehmen. Da die Beantwortung der Interpellationen über das Grubenunglück in Lothringen nach der Erklärung des Grafen Posadowsky erst im April zu geroärrigen ist, blieb dem Reichstag heut nur übrig, die NotetatS und kleineren Vorlagen in dritter Lesung zu verabschieden, was in einer wenige Mrnuten dauernden neuen Sitzung erfolgte. Dann war man bereits in der Sage, die Osterferien beginnen zu lassen. Eine freudige Ueberraschung brachte der Tag noch für den Staatssekretär des Neichspostamts Krätke. Der „Block" bewilligte ihm den bis vorgestern abgelehnten Post- neubau in der Französischen Straße in Berlin, aus der Erkenntnis heraus, daß bei der steigenden Tendenz der Grundstückspreise später für diesen unbedingt notwendigen Bau noch höhere Summen aufgewendet werden müßten. Am 10. April werden sich die Reick)sboten wieder versammeln. Kcjstjche Zwnte Kammer. R.-B. Darmstadt, 20. März. Am Ministertisch: Slaatsinmisler Ewald, iDhnifler deS Innern ©raun, Ministerialräte Dr. Becker, Süfsert, S o r b a d) e r. Es wird zunächst ohne Debatte die Regierungsvorlage, betreffend bie Erhebung von Zuschlägen zur Reichserbschaftssteuer a n g e n o m m e n. Ferner gelangt zur Annahme der Gesetzent- rourf, die ‘Bereinigung der Landgemeinde Mombach nut der Stadt Mainz. — Das Hans verwies darauf eine Anzahl »zur —mo«iin?iiir- -i ■immiiiiii ii hiw ■um vorläufigen itieuuung im Plenum- geneUie Vorstellungen. Anträge und Beschwerden an die zuständigen Ausschüsse, barunter die Anträge Tr. Frenay tnbetreff der Errichtung einer Muninon^ anstatt am Fort Hartenberg bei Gonsenheim, Dr. Gtäffmg tttbetreff Ergänzung des Art. 138 des Gesetzes, öte Aus'ührung des Gesetze» über dte Angelegenhetten der heuutUigen Gertchtsbarlett vom 18. Juli 1899 und Abg. UUtnann über bie 91 eu an läge des BaYNbois Vtlbel. Dte Vorstellung der Mitglieder der Großh. Hockapelle tnbetreff ihrer Gehattsverhättutsfe. Die Vorstellung des Gemetndevorstaudes von Seligen st abt tnbetreff der Besetltgung derKon' ejsionsschulen dort. Dte Vorstellung der Gertchts- vollzteher in Betreff ihrer Dienflemkominensverhällmsse, bie Vorstellung deS Etnlaufsvereins Mainzer Rolotiialivaren'jänblcr aus Heranziehung der K o n s u m v e r e t n e und B e a m t en v e r e i n« zur Steuer und Warenhaus-Umsatzsteuer. Zur Verhandlung gelangt darauf die Anträge der Abgg. Molthan, von Brentano und Tr. Frenay, betreffend bie Notlage des hessischen WinzersiandeS. Tie Anfrage lautet: Was gebeult Erotzh. Regierung zu tun, um der durch die Mitzernte 19U6 verschärften Nottage des hessischen Wmzerstandes nach Möglichkeit abzuhesten? Ist die Großh. iHegteuuig bereit, durch Steuererletchtertmg, Gewährung zinsfreier Darlehen au bie Wtnzergenosjenfchaiten und ähnliche Maßnahmen dem Winzerstande Hütte zu gewahren? Gebeult bie Groph. Regierung geeignete Maßnahmen zu treffen, um ber Wiederkehr eines wichen schweren Notstandes vorzubeugen, namentlich durch eine organl- fierte Bekämpfung ber R e b k r a n k h e 11 e n? Minister bes Innern Braun erklärt stch^zur Beantwortung der Anfrage bereit und verliest eine längere Darlegung der Regierung. In derselben erkennt der Minister die graue Notlage deS hessischen Wmzeistandes an, zu welcher eine ganze Reihe von Umständen, die gesteigerten Wirticha'tslosten, verminderte Einnahmen und besonders bie verschiedenen Rebkrantheiten beigetragen hätten, sodaß bie Winzer nur wenig ober gar keine Frucht ihrer Arbeit ernteten. Rach ben statistischen Ermittelungen der Regierung seien in Rheinhessen in den Jahren 1896—19üo durchschnittlich 29,7 Hek- toluer auf dem Hektar Rebenland geerntet luoiben, im Jahre 1906 dagegen nur ö,2 Hl. Der Ausfall betrug 19u6 1300 Hl-, was einen Schaden von 8,790,000 Mark oder 63ö Mark auf den Hektoliter bedeutet. Die Hauptschuld an dieser Mijeretrage bie verheerenbe Wirkung ber Peronoivora. Ti« Frage ber Stunbung ber Steuer ui den notlcibeitben Gegenden werde von ber Regierung in Erwägung gezogen werben, auch feien bie Behörben angewiesen luovDcn, bei der Steuerveranlagung für 1907 auch ben eveut. Rückgang deS Wertes ber Weinberge, in Berücksichtigung zu ziehen. Tte Regierung wolle wieder Darlehen an die Wlnzergenoffenschaiten geben, dagegen glaube bie Regierung, sich für Darlehen an einzelnen Personen nicht entscheiden zu sollen. Zur Bekämpfung der Rebkrankhetten sollen Alarmstationeii errichtet und em größeres fachmännisches Personal ausgebildet werden. Die Hauptsache sei aber, daß bie Winzer burch Aufklärung und Belehrung |elb|t zur Abwehr und Verminderung ber Rebkrankhetten herangebilbet werben. Abg. Al o 11 h a n spricht der Regierung seinen Dank au», Tie Lage ber Winzer werbe auch noch baburch erschwert, daß ihre Keller leer feien. Damit werbe auch der Wernhandel geschädigt. Auch fei der Weiugenuß in der Abnahme begriffen, terlweife wohl miolge der Annalkoholbewegung. Er tritt für den weiteren Aus- bau des Genossemchaitvwesens ein. Es wäre auch jehr erwünscht, wenn em einheitliches Retchsgejetz zur Kontrolle und zum vchtttze gegen Reblanskraukhetten geschaffen würde. Abg. Reinhart wendet sich gegen die auf den Weinbau im Reichstag gerichteten Angriffe. Minister des Innern Braun legt bar, daß bie starke prozentuale Zunahme der Anbaufläche in Hessen nicht von Vorteil für den Weinbau gewesen sei, besonders die tiefere» Anbauten begünstigten bie Reblauskrankheiten. Im Jahre 1886 hatte Rhein- Hessen lu 450 ha, lb9(r 11951 ha und 1906 13 822 ha Wem- Abg? Adelung (Soz.) führt anf daß die Weinbaudomäne bei Ovpenhetm von der zerstörenden Wirkung der Peronospora nicht getroffen wurde und int vorigen Jahre noch einen größeren Ertrag lieferte als früher. Auch et sei der Meinung, datz sich durch genossenschaftlichen Zusammenschluß am meisten erreichen lasse. Es sprachen noch die Abgg. Pennrich, Braun, Wolf, Erk. Dtehl und Finger. Präitdeiit Geh. Rat HaaS beleuchtet noch des Näheren bie Hütteleistung unb Unterstützung der Regierung und erwähnt, baß nr Rheinhesjen bereits 20 romzergenossenschafien mit 860 2Jlit- gliedern beständen, dte auch durch energische Selbsthülie etwa- erreichen mürben. Eine militärische Unkerstützung bei den Arbeiten, wie sie em Vorredner angeregt, könne dem Winzer nur erwünscht sein. Nachdem noch Abg. Tr. Fr en an auf die Bedeutung deS Weinbaues an ber Bergstraße hmgeiviesen und die Regierung ersucht hat, auch dorthin ihre Auimerksainkett und Fürsorge zu lenten, vielleicht auch durch Errichtung nuiliergültiger Weuiberg- aulagen dort ebemalls vorbildlich zu wirken, schttetzt Die Debatte. Abg. Ullman n nahm darauf noch bad Wort zu seinem Antrag tnbetreff der N e u a »l a g e des Bahnhofs Vilbel. Der Antrag geht dahm, das Finanzministerium zu ersuchen, der Vorstellung der Gemeinden Vilbel, Alassenhenn und Nieder-Erlen- bach stattzugeben unb zu veranlassen, daß den m den Vorstellungen beschriebenen Alitzständen tunlichst abgeholsen werde. Der Antragsteller zog diesen Antrag wieder zuruck und stellte dafür einen anderen bezüglich der Wünsche der Dortigen Bevölkerung über Die Bahnhoisanlage, Der nach kurzer Darlegung unD Begründung Dem zuständigen Ausschuß überwiesen wurde. Schluß ber Sitzung. j?arta»nentarijches. Berlin, 2ü. 'März. Von ber WahtprüfungS-Kommis f io n des Reichstages wurde bie Wahl des Abg. Schack (Eisettach) beanstandet, und Beweiserhebung beschlossen. — Die B u b g e t ko m m i s s io n beriet den Militäretat. Eine längere Debatte entspann sich bei ber Forderung von 1.6 Mill, für bie «Schäftung von 196 n e u e n S ke l l e n sür H a u p»l e u»-, welche damit begründet wirb, daß der Friedensdieiist bei den Anforderungen einer kciegsmatzigen Durchbildung eine Entlastung ber Bataillonskommandeure und Kouipagntechefs erheische. Auf eine An,rage bestätigt der Kriegsminister, daß die gejorderUn Hauptleute bereits vorhanden feien und aus dem aggregierten Etat besoldet wurden. Schaeßlich wurde die Forderung gegen bie Stimmen der Sozialdemokraten genehmigt. — Die Kommission des Abgeordnetenhauses beendete die erste Lesung des EnttvursS betre,fend die V e r u n st a l t u n g von Ortschaften uiid landschaftlich hervorragenden Gegenden und nahm einstimmig den § 2 in abgeänderter Fassung an, nach »oetcher durch das ^rtssuatut beftinunbar ist, dag für geschichtlich L*ber künstlerisch bedeutende Straßen und Plätze die baupolizeiliche Genehmigung zu Neubauten oder Acnderungen zu versagen ist, wenn die Eigenart des Orts-- ober StraßenbildeS beeinträchtigt wurde und bag eine ähnliche Versagung auch für die Abänderung einzelner Bauwerke oder Neubauten in deren 9äach- barschast zulässig ist. Ausgenommen sind die Fälle, wo die heimische Bauweise im WesentlichLn gewahrt wird, oder die Koften der behördlich geforderten 2unberung unverhältnismäßig hoch waren. Die Kommission nvh.n ferner die §§ 2 a und 2 b unb sodann den 8 3 in der Fassung an, nuch wela-er vor Erlaß des OrtsfiatutS Sachverständige zu hören und das Ortsst-atut der Genehmigung des Bezirksa-sschusses unterworfen wird u. §4 wird m der Fasfung, nach welcher vor Erteilung oder Versagung dec Genehmigung Sachverständige und der Gcmeindevorstand bezw. die Gerneinde- vertretung zu hören sind, migenommen. Ans ueaO Land. Sprechstunden der Redaktion: i/2 12—1 Uhr vorm., V2 7—y2 8 Uhr nachm., (mit Ausnahme von Samstag und Sonntag). 1 e b e n, den 21. März 1907. — Der neue Oberkonsistorialpräsident. Am 13. d. 9)1 tüitrbe, wie mir meldeten, der Oberkonsistorialrat Nebel anstelle des mit dein Titel Exzellenz in den Ruhestand tretenden D. Buchner von Sr. StgL Hoh. dem Groß- Herzog zum Oberkonsistorialpräsidenten ernannt. Siedel i|i am 17. Februar 1857 zu Dreleichenhain geboren, mar vom 7. Dezember 1880 Akzessist beziv. 9lssessor bei verschiedenen Behörden, seit 1. Oktober 1886 Amtmann in Friedberg, seit 1. Mai 1888 Amtmann in Gießen, seit Jnlt 1893 Mitglied des Oberkonsisloriums, seit 1. Oktober 1895 Ober- konsiitorialrat, dann (Set). Oberkonsistorialrat bis zu seiner jetzigen Beförderung. Er zeichnet sich, wie uns aus Kreisen der Geistlichkeit geschrieben mird, aus durch außerordentliche Liebenswürdigkeit und erfreut sich deshalb großer Beliebtheit. *• »Der Frühling naht mit Brausen!" Mächtig regt sichs in dec Natur. Em gewaltiges Ringen hat begonnen. Der Winter kämpft wie ein Verzweifelter den Ent- scheldungskampf rind bietet nochmals alle wehrfähigen Kampf- genosien auf. Aeolus, der König der Winde, ficht tapfer an seiner Seite. Zorn- und racheschnandc.id fährt er daher und wirft mit Regen und Graupeln um sich. Und doch Ms ein verlorenes Spiel. Schelmisch lächelnd blickt hie und da die sieggewohnte Jrühlingssonne durchs zerrissene Gewölk den Kämpfern zu. Winter, Winter, räume das Feld! Draußen im Forste tobt die Schlacht am wildesten. Fürchterlich fährt die Windsbraut durchs Geäst. Mancher Baumriese, der schon oft dem wunderbaren Schauspiel zugesehen, sinkt diesmal schwer getroffen zu Boden. Krampfhaft sucht er sich fesl- zuhalten, doch der vom Tauwind gelockerte Boden bietet keinen Halt. Ein dumpfes Aechzen und Stöhnen geht durch die Wipfel der anderen. Sie trauern um den teuren Gefallenen, dem das Schicksal versagte, den Frühling zu sehen. Ergreifendes Geschick! Verstehst du die Stimme dec Natur? Glücklich der, der ihr lauschen kann und dein sie etwas zu sagen weiß. ** DieAbschiedsvor st ellungimalten Theater, welche der Theateroerein an diesem Freitag veranstaltet, sindet bei herabgesetzten Preisen statt; dieselben betragen also nur 4.—, 3.—, 2.—, I.t- Mk. Am folgenden Tage, Samstag, um */z5 Uhr, wird Bühne und Zuschauer- raum photographisch aufgenommen. Zur Teilnahme daran sind alle treuen Besucher des alten Hauses eingeladen. •• Die höhere und erweiterte Mädchenschule hatte im Schuljahr 1906/07 einen Anfangsbestand von 382 Schülerinnen in der höheren Mädchenschule und von 304 Schülerinnen in der erweiterten Mädchenschule. Beide Anstalten zusammen hatten einen Höchstbesland von 713 Schülerinnen gegen 695 im Vorjahr. Davon waren 593 evangelisch, 58 katholisch, 58 israelitisch und 4 konfessionslos. Aus Gießen waren 656, aus anderen hessischen Orten 43, aus anderen deutschen Staaten 13 und aus dem Ausland eine Schülerin. In dem Berichtsjahr ist es zum erstenmal voc- gekommen, daß Schülerinnen austraten, um in hiesige höhere Knabenschulen einzutreten und weitere Uebertcltte sind in Aussicht. In Anbetracht dieses Umstandes wird die seil langem im Fluß befindliche Frage der Umgestaltung und des Ausbaues der höheren Mädchenschule besonders aufmerksam verfolgt werden müssen. An den 18 Klassen der Anstalt unterrichten einschließlich des Direktors Tr. Stoeriko und der außerordentlichen Lehrer 26 Hülfskräfte, darunter 11 Damen. Das neue Schuljahr beginnt am 8. April. *• Hessische Landesversammlung der deutschsozialen Partei. Einer Zuschrift an uns von Oberlehrer Dr. Werner entnehmen wir als tatsächliche Richtigstellung des Berichts unseres Frankfurter Korrespondenten in Nr. 65 über die Sonntagstagung in Frankfurt folgendes: »Es ist unrichtig, daß ich auf unserer Hess. Landesversammlung gegen den Bund der Landwirte als solchen ivegen seines Verhallens bei den letzten Wahlen polemisiert habe. Richlig ist allein, daß einzelne nationalliberale Kreisvorsitzende des Bundes von mehreren Rednern, auch von nur, kritisiert wurden, weil sie den Btmd zu nationalliberalen Parteizwecken (und zwar gegen den Willen der meisten Bundesnutglieder) gebrauchen wollten und gebraucht haben." K Allendorf a. d. Lumda, 20. März. Sonntag, 17. d. M. fand hier die schon erwähnte Versaminling der Vertreter von Gesangvereinen des L u m d a t a l e s bei Gastwirt Zinßer statt. Tie Versammlung war sehr stark besucht. Der Gesangverein Allendorf begrüßte die Sänger mit einem schönen Früh- lingälied. Lehrer Gödtel eröffnete alsdann die Veriammlung und verlas einen Auszug aus den künftigen Bundessatzungen, die darauf durchgesprochen wurden. Nachdem dieses geschehen und die meisten Vereine ihren Beurut erklärt hallen, wurde der Bund unter dem Namen L u m d a t a l s ä n g e r b u n d gegründet. Herr Gödlel brachte em kräftiges Hoch auf den Bund aus. Auf Vorschlag des Kameraden Weber von Odenhausen wurde Lehrer Gödrel einstimmig als 1. Bundespräsident gewählt. Als 2. Vorsitzender wurde Herr Weber-Odeiihaujen, zum Rechner Herr Eh. Reinhardt von Allendorf und zum Schrisiiührer Herr Becker-TreiS a. d. Lumda gewählt. Die Wahl wurde allemhalden angenommen. Inzwischen wechselten prächtige Gesangs-Vorträge der Vereine Allendorf und Treis, sodaß den Sängern die Zeit nicht lang wurde. Das erste B n n d es s ä ng e rs e st wird am 16. Juni m Rüddingshausen abgehalten. Es ist geplant, in dem Bunde alljährlich größere Waldiesle zu veranslallen. Herr Weber-Oden- hausen sprach noch den Vereinen für ihr freundliches Entgegenkommen auf seine Einladung zur Gründung des Bundes herzlichen Dank aus und betonte besonders, daß es Pflicht des Bundes sei, den echten deutschen Gesang zu pflegen und zu fördern, damit die vielen schlechten Lieder immer mehr verschwinden, und man mir noch gute uiid schöne Lieder hört. Er schloß sodann mit einem Hoch aus den 1. Prägdenlen des Lumdatalsängerbunds. O Grün berg, 20. März. Verkehr und Industrie heben sich in unserer Stadt in neuester Zeit erfreulich; eine starke Steigerung wird aber in nächster Zeit durch drei Unternehmungen gebracht werden, es sind dies dec Bahn bau Lich — Grünberg, die neue Betciebsaufnahme der in unserer nächsten Nähe gelegenen Braunsteinbergwerke am Hessenbrücker Hainrncr und die Ausbeutung der reichen Eisenstein lager in der Umgegend. Besonders sieht man mit großem Interesse der Ausbeutung des genannten Braunkohlen- lagers entgegen. Gewiß steht bei den neuerdings so hoch gestiegenen Kohlenpreisen und den hohen Kursen des Brennholzes ein reger Absatz der Braunkohle in sicherer Aussicht. Die Bahn nach Lich bringt eine Reihe von Orten mit unserer Stadt in Verbindung. A Ober-Ohmen, 20. März. Zwei Handwerksburschen kamen gestern von Schellnhausen hierher in benebeltem Zustande. Sie begaben sich zum Bürgermeister und benahmen sich hier auf ungewöhnlich widerspenstige Weise. Ter Bürgermeister vermochte sie nicht aus seinem Bureail zu entfernen; sie legten sich einfach auf den Lrtuben- boden. Erst dem zur Hülfe herbeigerufenen Polizeidiener gelang es im Verein mit Nachbarsleuten die Männer aus der Bürgermeisterei nach dem Gemeindehause zu bringen. Hier verursachten die Burschen großen Lärm; sie zerschlugen ein Fenster und versuchten die Türe einzutreten. Jetzt schrill man zur Fesselung, wobei man ihnen eine spitze Feile und einen Revolver abnahm. Gefesselt brachte man sie hinauf zur Gendarmerie nach Ruppertenrod, die sie dem Gerichts- gefängnlS in Grünberg zuführte. a. Angersbach, 18. März. Gestern wurde das hiesige Gemeinde-Wirtshaus zum zweitenmal öffentlich versteigert. Meistbietender war Herr Adrian Möller mit 30 360 Mk., dem der Zuschlag erteilt wurde. Möller hat das Haus seit vielen Jahren von der Gemeinde Angersbach für jährlich 700 Mk. gepachtet. le. Mainz, 20. März. Der kürzlich verstorbene Rentier Max Oppenheim vermachte seine Gemäldesammlung, die ausschließlich holländi'che Meister aufwelst und einen Werl von 150 000 Mart hat, der städtischen Gemäldegalerie. Ferner vermachle der Verstorbene der Stadt 100 000'Mark u a r, mit der Auflage, daß von 'den Zinsen alle 4 Jahre ein holländisches Bild angetauft wird. — Auf der Bürgermeisterei in Kost heim lieferte ein H a n d w erksburf ch e 3 Hundertmarkscheine ab, mit der Angabe, er habe sie gefunden. Es wurde aber ermittelt, daß er 4 »Blaue", die ein Fremder am Bahnhofe verloren hatte, gefunden und einen für sich behalten hatte. Nun muß sich der zu 75 Prozenl ehrliche, aber zu 25 Prozent unehrliche Finder wegen Fund- diebslahlS veranlworten. X Burg 1. Dlllkr., 21. März. Ein sehr schwerer Unfall trug sieh kürzlich dadurch 511,. daß beim hiesigen Schulhaus-Neubau vier Maucec im Innern von einem Gerüst im zweiten Stock einen Stern auf die beinahe vollendete Mauer heben wollten. Tie Gerüstseile ließen etwas nach, so daß ein Mann durch eine Fensteröffnung nach außen herab fiel. Unglücklicheriveise fiel er auf die rechte Hand, diese vollständig nach innen auf den Arm zusammenklappend. Durch den morastähnlichen Boden drang auch noch sehr viel Schmutz in die große Wunde ein. Außerdem zog sich der Verletzte noch Gesichts- und Brustverletzungen, Rippen- und Leberquetschung zu. Wäre das vorgeschiiebenc Schutzdach vorhanden gewesen, so konnte der schwere Unfall sich nicht ereignen. ßj Marburg, 20. März. Ein Liebespaar aus Darmstadt wurde heute hier von der Polizei dingfest gemacht. Die Frau hatte sich im November v. IS. mit ihrem Geliebten, einem jungen Kaufmann, heimlich von ihrem Manne entfernt und auch die drei Kinder mitgenommen. Das Pärchen wohnte hier in einem Gasthaus und wäre vielleicht auch noch länger unbehelligt geblieben, wenn sie nicht gestern ihren Loglswirt mit einem Sparkassenbuch nach Darmstadt gesandt hätten, um dort 4000 Mark abzuholen. Die Darmstädter Polizeibehörde nahm den Mann nämlich fest und setzte ihm auseinander, daß das Buch gestohlen sei. Heute früh kehrte er zurück und veranlaßte das Weitere. Die drei Kinder kamen vorläufig in städtische Obhut. ** Kleine Mitteilungen anS Hessen und den Nachbarstaaten. Frl. 2l n n a S p r e n g e l aus Bad ° Nau - h e 1 m hat in Frantstirl a. 2JL das A b i l u r i e n l e n - Ex a m e n glänzend bestanden. — Herr Emil Henninger, Lehranus-Reie- rendar an dem Gymnasium zu Gießen, promovierte als Dr.- Sitzung des Provmzial-Ausschusies. Gießen, 20. März. Aus der am 3. März 1906 abgehaltenen Bürgermeister- wahl zu Ober-Florstadt ging der Landwirt Heinrich Christian Blechte mit 36 gegen 26 Stimmen, die auf den der- maligen Beigeordneten, den kruder des Blechte, entfielen, als gewählt hervor. Während dec Cfjemegung dec Wahlalten wurden Einwendungen gegen die Wahr nicht erhoben. Da zur Kenntnis des Großh. Kreisamts Friedberg gekommen ioar, daß bei der Wahl WahibeeinstUfiungen mngetommen sein sollten, wurden in dieser Richtung Ermittelungen angefteiü, deren Ergebnis dem Großh. Kreisamt Anlaß giab, die Wahl voll Amtswegen zu beanstanden um) gemäß Artikel 48. III. 6 dec Kreis- und Pcovinzial- orimung dem Kreisausschuß Vorlage zu mjachen. Nach umfangreicher Beweiserhebung m mündlicher Verhandlung erachtete dec Kreis- ausschuß als erwiesen, dsiß bei der Wahl erhebliche GefeMiidcig- [citen vorgekvmmeil seien, insbesondere, daß von einem Handelsmann von Staden vor der Wahl versprochen worden fei, 10 0 Liter Bier zu spenden, roenn Heinrich Christian Blechte zum Bügernreister gewählt werde. Dieses Quantum Bier wurde auch am Abend der Wahl getrunken. Weiter hielt der Kceisausichuß den Gewählten nach einer ftattgetyabten Prüfung nicht für hinreichend befähigt, um den Anforderungen, die das Amt eines Bürgermeisters an den Inhaber des Amtes zu heutiger Zeit stellt, gewachsen zu feilt. Die Bestätigung dec Wahl wurde aus diesen Gründen versagt. Die Anwälte des Gewählten, legten gegen diese Entscheidung Rekurs an den Provinzial-Ausschuß ein. Dieser wies ten Rekurs heute kostenfällig ab, da nach ferner konstanten Rechtsprechung das Spenden von Freibrer bei Wahlen deren Ungültigkeitserklärung zur Folge hat. Heber die Reinigung der Straße westlich und längs des Bahnhofs Butzbach schweben schon seit längerer Zeit Verhandlungen mit der Eisenbahndirektion Frankfurt a. Main. Diese Reinigung ist dec ersteren aiigesonnen lvorden. Die Eisenbahndirektion ist jedoch ter Ansicht, daß eine ordnungsmäßige Reinigung nur möglich fei, roenn die Straße selbst sich in remigungs- fähigern Zustande befinde. Da auf der einen Seick der Straße ein der Bahn gehöriger Graben hecziel-t, ter das schmutzwasfec derselben zum größten Teil aufnimmt, so erachtete die Eisenbahn- diretlion die Anlage einer gepflasterten Gosse für absolut erforderlich, wenn eine «ordnungsmäßige Reinigung durchgeführt werten sollte, zumal sonst eine Versumpfung des Grabens und der Straße ein treten werde. Die Gcoßh. Bürgecmelstecei Butzbach behauptete demgegenüber, daß die Straße sich in einem derartigen Zustande befinde, daß eine Reinigung zu jeder Zeit möglich sei. Von ihrer Versumpfung könne überhaupt keine Rete jein, da sie sehr stark befahren werte und schon deshalb in gutem baulichen Zustand erhalten werden müsse. Die Sache erwuchs dem Kreisausschuß des Kreises Friedberg zur Entscheidung, der beschloß, daß die Stadt Butzbach zur 'Anlage einer Gosse auf dec fraglichen Straße längs der Eisenbahn nicht für verpflichtet zu eraelften sei. Gegen diesen Beschluß verfolgte die König!. Eisenbahndirettion Beschwerde an den Provinzial-Ausschuß, der heute ents'chied, baß ter' Beschluß bes Kreis-Äusschusses aufzuheben sei. Znc Verlegung des Bahnhofs Vilbel war seitens der Königl. Eisenbahiidireltion Frankfurt a. Main die Enteignung einer Anzahl Grundstücke in der Gemarkung Vilbel beantragt Worten. In dem hierauf anberaumten Termin vor der Lokal- lomminion wurde mit allen Eigentümern, ausgenommen die Johann Georg Kalb Henn'schien Eheleute, eine Einigung erzielt. Das Verfahren mußte daher gegen diese seinen Fortgang nehmen. Da sie in eine vorläufige Besitzeinweisung nicht willigten, stellte die Eisenbahndirektwn diesbezüglichen Antrag, indem sie die Dringlichkeit des Verfahrens hervorhob. Der Provinzial-Ausschuß entschied heute vorab, daß die Königl. Eiseiidahndirektion in den Besitz des fraglichen Geländes gegen Hinterlegung der seckens der Lokal-Kommission zuerkannten Entschädigungssumme einzuweisen sei. Die Verhandlung über die Höhe der Entschädigung wird einer spateren Sitzung Vorbehalten. .Zugleich wurde die Einnahme eines Augenscheins an Ort und Stelle durch eine Kommission des Proomzial-Ausschusscs unter Zuziehung ter Parteien beschlossen. L. Schöffengericht Gießen. = Gießen, 19. März. Unterschlagung. Ein hiesiger Buchhäuteer patte un Sommer 1906 aushilfsweise einen verheirateten Ko inmis für 10 Mk. wöchentlich engagiert. Da diesem der Gehalt nicht ausreichte und seine Gläubiger aus Zahlung drängten, griff er zweimal in die ihm anvertraute Porto lasse und entwendete Beträge von 9 bezw. 15 Mk. Im ersten Falle wurde keine Anzeige erstattet, sondern dec Betrag von 9 Mk. allmählich vom Gehalt in Abzug gebracht. Beim zweiten Fall erfolgte Anzeige, da gleichzeitig aus dem öfter osiensiehenden Kajiemchlrant öüO Mk. verschwunden waren und man den Angeklagten in Verdacht hatte. Er hat jedoch nur die uetten ersten ö'älie eingestanoen. Ec wurde wegen llnterfchlagung üt zwei Fällen zu einer Gefängnisstrafe von insgesamt zwei W 0 ch e n verurteilt. Diebstahl. Ein 16 Jahre alter s^ceibgehülfe eines hiesigen Rechtsanwalts hatte dessen öftere Abwesenheit vom Bureau benutzt, um ein fest stehendes Messer mit Scheite und einen Ring ans der Schublade eines Schreibtisches zu entroenten. Auf Vorhalt gestand er die Dievstähle ein. Ec hatte die Gegenstände bereits verschenkt. Mit Rüasicht auf die Geringfügigkeit des Vergehens eriänute das Gericht lauf die Strafe des gerichtlichen Verweises. Gießener Strafkammer. )( Gießen, 19. Mar^. Diebstähle en gros. Im verflossenen Hero,i füllte ter Arbeiter H. Sch aus Tiefenbach wegen eines hier verübten Diebstahls festgenom- men werden. Bei seiner Verfolgung durch die Polizei brachte er sich mehrere Schüsse mit einem Revolver in den Kopf bei, so daß er wegen der Verletzungen in die chirurgische Klinik auigeiwmmen werden mußte. Als seine Entlassung bevorstand und er wußte, daß er durch die Polizei abgeholt werden sollte, rückte er heimlich aus und nahm verschiedenen Patienten bezw. einem Wärter gehörige Kleidungsstücke mit, die er in einem Neubau in ter Nähe des Bahnhofs anzog, da ihm die Anftalts- kleider seine Flucht erschstverten. Jilzwisck-en ergingen gegen ihn vier Urteile wegen Diebstahls, deren Strafen von der Strafkammer Wetzlar auf 1 Jahr 2 Wtonate zusammengezogen wurden. Wegen des hier verübten Diebstahls wurden vier sNonate Gefängnis angesetzt, tiie mit 2 Monaten in Anrechnung tarnen, so daß die Strafe mif 1 Jahr 4 Monate festgesetzt wurde. Er wird iiuj teuinäajft iueäen eines 'weiteren Diebstahls vor der Strafkammer zu verantworten haben. Ei» seltsames DiebstahlSobjekt. Der Taglöhner K. ^aj. 111 von 'saufen befand sich! lauf einer Fahrt von hier nach seinem Heimiatsort allein in einem CoupL. Ein Schaffner beobachtete ihn, wie er das Gepäcknetz au,knüpfte und ein Stück Kordel von etwa V/a ^Jicter entwendete. Auf Strafantrag der Eisenbahnbehöcde wurde gegen ihn ein Verfahren wegen Sachbeschädigung und Diebstahls ein» geleitet. Er bestritt feine Schuld, doch! mußte er zugeben, auf Anfordern der Bahnverwaltung ein neues Netz mit 3,50 Mk. bezahlt zu haben. Es liegt Rückfallsdiebstahl vor, der mit Sachbeschädigung einheitlich zufammentrust, weshalb auf 3 Monate und 14 Tage Gefängnis erkannt wurde. Herrenloses Eisen. Die Taglöhner I. sck> und I. B. hier, haben etwa zwei Zentner altes Eisen, das beim Veriaoen an ter Bahn herabgesallm war, sich angeeignet und an einen Althändler verkauft. Beide sind geständig, doch wollen sie das Eiien für harmlos gehalten haben, da es zum Teil mit Sand bedeckt und in die Erde hinein- getreten war. Trotzdem der Staatsanwalt es für bedenklich hielt, Verurteilung eintreten zu lassen, hielt das Gericht für festgestellt, daß die Angeklagten gewußt haben, daß das Eigentum der Gegen- ftänte von dem Besitzer niete au । gegeben war, zumal sie von einem Arbeiter gewarnt worden sind, sch, der rückfällig, erhielt drei Monate Gefängnis, sein Genosse B. tarn mit einer Woche durch. Die Feierabendstunde. In einer Wirtschaft zu Friedberg wurden von ter Polizei nach ter Feierabendstunde noch Gäste betroffen, weshalb gegen diese sowohl, wie auch gegen die Inhaber des LoLals, dem Wirt bezw. Metzger H. R. und H. L. Strafbefehle ergingen. Letztere erhoben Widerspruch, intern sie angaben, sie hätten die Gäste zum Fortgehen aufgefordert, Getränke feien nach ter Feierabendstunde nicht mehr verabfolgt worden. Das Schöffengericht stellte feit, daß die Angeklagten zusammen eine Apfel- roeinfellerei und Metzgerei betreiben; letztere besorgt L. während R. die Wirtschaft versieht. In der fraglichen Nacht waren einige Gäste damit beschäftigt, einen „Bempel" Apfelwein zu Lonsumieven, ein Gefäß bis 35 Glas fassend. Kurz nach, die Feierabendstunte kam ein Schutzmann und tot Feierabend; als nach Verlaus von etwa einer Stunde sich noch niemand entfernt hatte, erschien der Schutzmann wieder, um Gäste und Wirt aufzuschreiben. Das Schöffengericht hielt den Einspruch für begründet und sprach beide frei; R. weil er den Gästen Feierabend geboten hatte und L. weil er nicht ter eigentliche Wirt sei; zudem' könnten nicht Wirt und Gäste gleickZzeitig bestraft werden. Wenn auch sestgestelck sei, daß die Gäste länger berroeift haben, habe ter Wirt doch durch das Feierabendbieten das gesetzlich erforderliche getan, um die Gäste zum Fortgehen zu bewegen. Die Staatsanwaltschast erhob zwecks Verurteilung Berufung. Die Polizei war der Ansicht, daß das Gefäß kurz vor ter Feierabendstunde gefüllt worden ist, um fo die Polizeistunde umgehen zu können. Es wurde festgestellt, daß die Wirtschaststonzession auf beide lautet, und daß auch beide in ter fraglichen Nacht im Wirtslokale anwesend waren. Sie brachten vor, daß ihnen doch nicht zugemutet werden könne, die Gäste auszuweisen; sie glaubten mit dem Feierabendbieten ihre Pflicht getan ,zn haben. Das Gericht war jedoch anderer Ansickst, es führte aus, djaß es Pflicht des Wirtes sei, den Gästen kein größeres Quantum zu verabreichen, als diese bis zur Feiecabendsmnte zu vertilgen in ter Lage seien; ebenso ist der Wirt verpflichtet, nach Ablauf einer mäßigen Frist wach ter Aufforderung zum Verlassen des Lokals, den Gästen die Hülse ter Polizei anzudrohen und eventl. diese in Anspruch zu nehmen. Das Urteil wurde aufgehoben und jeder der Angeklagten zu einer Geldstrafe von 3 Mark verurteilt. Briefkasten Oer LteOaktion. (Anonyme Einsendungen bleiben unberücksichtigt.) E. R. Die „Kochrezepte und kurzen Winke zur Bereitung von Speisen für Darm- und Magenleidende nach Kußmauls Nieihode erprobt und angewendet an dem unter Leitung des Professors Fleiner stehenden Tiakomssenhauses m Heidelberg" sind im Berlage von Karl Winters Umo.-Buchhandlung in Heidelberg erschienen. **«• aus. b? Nene b» Vilbel “'Uiäten *■*•■ 'Mit bi Ä i’üUka.-X*^ *£*; L gung kL l.n, btn n9äiumme T» und (gÄ bu 19- MÄz. e unb seine in die £ q t, ander. . brziv. 15 m, ’ >ondern bet & 13 Tracht. £ g&S p! fr-nm die '^"lerMgung ltl59t|Qmt itoti . 19. Mär». Jf« eüuä Wigm 'Ul Bureau denukl aus ^n- 5lui Borhatt kgenitditbe bereits' M ^gebens HUlchen «er. 4er h. Sch. M lbahls feslgenoin, >ie Polizei brachte vrr in den Aopj Ärurgische Klmik llaiiung bevorstand holt werden sollte, in Patienten btjro, die er in einem ihm die Anstauungen gegen ihn vier i der Strafkammer en wurden. Wegen Monate Gefängnis kamen, so daß ine : wurde. Et wild vr der Strailammn ett. n befand sich tf :t allein 'm eine er das KepäS^ etwa 1*11 Witte t ehöck wurde gegen mD LiebsüahlL euv 11 a äugelten, aus !eK mit 3,50 Ml vr, der mit Saj aus 3 M o n o/e t. haben etwa M Zahn heradgesalln r verlaust. Beid harmlos gehalla ,n bie tote hinun- jiit bedenklich M richt jur idW- igentum der W- zumal sie von eM lallch, erhielt dtu .' km mit emti eben von der W ■ betrD%S: rbffl Ä i”«1“ * --"'LS iftmt WV’fi Mä s bet L boten hatte u^jrl » £6S m habe der uDi Lolirel ro^rben ftunbe könne"- t/ _unJ mi b4[e anioel^ Äirtsloka .Leider M W^ierabe^ mit dem jeboi i MtesL stf«*** CS:; E - 3 -O r-» ■’S -c s *3 cs ZD c >O CJ ty< E *e " so s S C — jQ dzL 7 •?- e S io <-c> 3’0 = CO er 3 N *£> J3 -S O K ä JO S> «S . 1 o So CCQ- Cs o E **”* = s , s- — T-» — E^ E E ° <53E> E C 2*5. 73 c JÜ E , cs cs ’e-. g -c Z -3 CS u iE. - o w 5«S* cT C5 3 lß>— — n il E S> u E — Cs *u JS S* ~ u— su Ci C, E *O S 3 - 3 — O u—c- E -y CS Cl Cb» SU o st:® :- tu E 5 «$t :"d £.2 c «aSa a er— — su ■ § ® g ä g S5; pW ö SZEZ 3 „ = 3 C Ä E -2 3 3 su tt-E. 1U ° — tu * c’u’ü s S r — O <0 3 3 .3 3 -»O c 73 q a TZ«ZZ ä t»W » .— .— „ . s 5 o ho . cs OG o f- 3 CS SU vo c\r? su E tu es ,— O Su tu es cs o :=-:C:C 0-3 COE & JO — E O m 3 -— E c e 3 :G ° tÄ jj CS 8 » cs ____E 8 0-0 «. ~ r- cs — o — o 3 ~ G> Cs cs * E — ZD „ *=- a o— 3 3 _ — GOcu-^OEG® %=S8-5'£2 = ZZ»SL^s.Z- ’® ö^ä'K5’ 5 . 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A.T'ScLZ — S-L 3—d su E -t3 3 ü " tu" 5 ° 3« 3 O-2S^3^.E .j-e^r 3 cs — 3 - 3* — ä 3 3 3 tu.5S ZK - L 3 o esjg 5 na — <=O 3 SU -O 0.0 as> -3 « 3 3 3 3 O 3 S .. <3 5 *** 3 ♦ « a a> fr- s 3 V O 3 o .'=- •- SE a c> y e — "S: ® Z ö u uo* s SZ^r- § rr ~ $2® cd - L-r 'CD L «s C“o o cr co • ff o’O 3 ö S ff C-CD D ercJ*' F '«sS ff» ryct» rff S' E D- ff <5» 5" W öS Jlej CD D $ 3? i?5 a "H. CD ff r.grn» «uff. ff* r Vff «v T 3 — —n ft to 22?2- S @ö: © ff ^cz‘2' 2 2 2 R, CD 2.» 2-2.2. 3 » -2 8» CD ;?5 *8 s CD 5 CD S S ® 2, r 2 7f 2 8 Z S 3 x?R 3 a Weiss- und Manufaktur waren 1443 to°|Q Rabatt der Stadlkirche. seW. Lüilecküiit H Anfang 8 Ubr pünktlich. Ende gegen 11 Uhr. // ff s -1 0 O Giessen. 1938 Telefon 266. 1950 ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦■♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ ebifQc •VI. .1. .1. öchnerinner Ö ff H ff rs 2 ff 2» 11 rrtz. ÄftSSS Ä"9ei ii|(he„ cn‘i w MS'-« t;S": ßsierartikel als Schokolade-Haien und -Eier L»ucker-Ha?eu und -Eier Biskuit-Haien und -Eier Nartouage-Haicn und -Eier dekorierte Körbchen mit Eier und derglerchen empfiehlt in groszer Auswahl die Kontitorei Luaw-g Doll 32 Marktstr. 32 (1893 == Die Eröffnung —- unserer mit vielen Neuheiten reich veriehenen Oster-Ausstellung in Osterhasen, Ostereiern, gefüllten Körbchen und Nestern, Attrappen, Bonbonnieren, Desserts rc. beehren wir uns ergebenst anzuzeigen. 1848 w. JLltenp.ohl 4 Plockftratze 4 4 Plockstratze 4 Spezial-Niederlage in Schokolade. Kakao, Desserts, Bonbons, Tee rc. DroD#^>Oroff a5" L" 38 sS« MSS??®=§S -'n " j— ro _ ro ro LZZZZ-3 5 ©an ä g ™ 2 ro ™«x5 5. 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