11 in Duisburg angekommen, nachdem er sich in Düsseldorf vergnügte Tage gemacht hatte, ohne seine Angehörigen davon in Kenntnis zu setzen. chordirektors Knörper, der am Montag durch einen Sturz aus dem Fenster ums Leben kam, erfolgte heute unter außerordentlicher Beteiligung des Publikums. Das Hoftheaterpersonal war vollzählig am Grabe versammelt. Oberhofprediger Ehrhardt widmete dem Dahingeschiedenen tiesergreifende Gedächtnisworte und am Grabe sang der Hoftheaterchor weihevolle Trauerchöre. Für das Hos- theater sprach Generaldirektor Werner, der auch im Auftrag des Großherzogs einen herrlichen Lorbeer- k r a n z mit Palmen niederlegte. Weiter legten Direktionsrat Winter für das Hoftheater und das Verwaltungs- personal, Hofrat de H a a n namens der Hvfmusik, .Hofsänger Ungibauer namens des Hoftheaterchors und Hofschauspieler Knisp el namens des Solopersonals Kränze nieder, denen noch zahlreiche von Vereinen folgten. — Ein Hei- ratsschwindle r ist heute hier verhaftet worden. Der 27 jährige frühere Eisenbahnbeamte Nikolaus Himmelheber aus Sand i. O. hat.te im Sommer d. I. in Straßburg, wo er sich stellenlos umhertrieb, die Bekanntschaft einer Mutter und ihrer Tochter gemacht und sich unter Heiratsvorspiegelungen von ihnen größere Geldbeträge (über 1000 Mk.) erschwindelt. Dann kam er hierher; seine „Braut" reiste ihm nach, und als sie sich betrogen sah, unternahm sie einen Selbstmordversuch durch Lisol- vcrgiftung, an deren Folgen sie schwer krank darnieder- tWÖtfc. Kassel, 23. Okt. Kürzlich wurde mitgeteilt, daß sich der ait£ Duisburg stammende Student Besserer von der Göttinger Universität mutmaßlich hier in der Fulda ertränkt habe, denn man fycittc am Ufer seinen Koffer gefunden. Jetzt hat es sich herausgestellt, daß es sich um einen, allerdings etwas unangebrachten, Studenten- utk handelt. Der Studiosus ist ganz wohl und munter Iie neuen Stenern aben, wenn die Biersteuerreform außer Betracht bleibt, lr die ersten 5 Monate des laufenden Finanzjahres 25,8 Mionen Mark eingebracht, wovon 6,4 Mill, aus den Fracht- rkundenstcmpel, 7,3 Millionen auf die Personenfahrkarteneuer, 1 Mill, auf die Automobilsteuer, 2,3 Mill, aus die Ueuer von den Aufsichtsratsvergütungen und 8,8 Mill. >tark auf die Erbschaftssteuer kommen. Nach den Etats- nsätzeu hätten die aujgezählten neuen Steuern zusammen 7,5 Mill. Mark bringen müssen, der Ertrag ist also hinter er Scl)ützung um 11,7 Mill. Adark zurückgeblieben. Nur er Fuachturkundenstempel weist ein Mehr von 1,4 Mill. Lark auf, die Personenfahrkartensteuer hat ein Minus von ,2 Mill. Mark, die Automobilsteuer von 0,1 Mill., die >antiemensteuer von 1,6 Mill, und die Erbschaftssteuer von ,2 Mill. Mark. Besonders lehrreich ist das Defizit bei der Fahrkarteneuer. Man hat den Verkehr in geradezu unerträglicher seife belastet, ohne die ftnanziellen Erfolge zu erzielen, ie man erwartete. Es mehren sich denn auch Stimmen ftlr eine Besei- igung der Fahrkartensteuer, und erst kürzlich meldete die ölnische Volkszeitung, daß das Zentrum in Erwägung i.ehe, ob nicht eine Aufhebung dieser Steuer zu beantragen ?i. Natürlich widersetzten sich die Konservativen dieser lnregung sehr energisch, denn für sie war die Verkehrs-^ elastung nicht nur eine Steuerquelle, sondern auch ein lasse, Aktiengesellschaft. -d. Hungen, 23. Okt. In nicht geringen Schrecken wurde heute eine hiesige Familie versetzt. Die Eltern hatten ihr etwa vierjähriges Söhnchen gegen 11 Uhr vorm. zu einem hiesigen Geschäftsmann geschielt, um diesen rufen zu lassen. Dieser schickte seinen Gesellen mit dem Kleinen ....ch * aufe, wo eine Arbeit vorzunehmen war. Aber weder das" Kind noch der Geselle trafen dort ein. Als man nach längerem Suchen keine Spur derselben fand, dachte man an ein Verbrechen, und es wurde schon die sreiw. Feuerwehr alarmiert, um nach den beiden zu suchen. Endlich gegen 3 Uhr nachmittags kam der Geselle mit dem Kinde an. Er erzählte, er sei, da er das HauS, in das der Kleine gehörte, nicht wußte (er ist erst einige Tage hier in Arbeit), auf der Suck-e in den Wald geraten und habe sich dort verirrt. Inwieweit diese Angaben der Wahrheit entsprechen, wird die nähere Untersuchung des Falles ergeben. R. B. D a r m st a d t, 23. Okt. Die Beisetzung des H o f - I Sternberg flüchten konnte, immer von seinen Gegnern verfolgt. Die Sozialdemokraten erklärten dem Präsidenten Weißkirchner, wenn das Präsidium nicht gegen die fortwährenden Beschimpfungen durch den Grafen Sternberg einschreiten würde, würde die Partei int offenen Sitzungs- saal an Sternberg selbst Vergeltung üben. Die ZÄottke-Kalöcuuffärc vor Gericht. S. u. H. 93 r l in , 23. Okt. Unter gewaltigem Andrang wurde heute vor dem Schöffen gericht Verltu-Mitte unter dem Vorsitz des Amtsrichters Kern in der Privatklagesaä>e des srül>eren Gouverneurs von Berlin Grafen Shino v. Moltke gegen den Herausgeber der „Zukunft" Maximilian Harden verhandelt. Die Vorgeschichte des Prozesses ist bekannt. Maximilian Harden hatte in der letzten Hälfte des vorigen Jahres in der „Zukunft" allerlei dunkle Andeutungen gemacht, die daraus hin- auSliesen, daß der Kaiser von einem Kreise von Personen umgeben sei, die einen ungünstigen Einfluß auf ihn ausübten, weil sie in psychosexueller Beziehung von der Norm abwichen. Dieser Kreis wurde als die Liebenberger Tafelrunde ä>arakterisiert und Fürst Eulenburg, Graf Kuno Moltke, der französisä>e Botschaftsrat Lecomte und andere als ihre Mitglieder bezeichnet. Dem Kaiser wurden vom Kronprinzen die betreffenden Artikel der „Zukunft" vorgelegt, was dü Entlassung des Grafen Kuno Moltke zur Folge halt''. Graf Philipp Eulenburg fiel in Ungnade, während Lecomte aus Berlin abberufen wurde. In der Folge stellte dann Graf Philipp Eulenburg den Antrag auf Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen sich selbst, aus Grund der anscheinend auf Vergehen gegen § 175 St. G. B. hinzielenden Behauptungen Hardens und bezeichnete Harden als Zeugen. Dieser erklärte aber, er habe niemals den Fürsten Eulenburg strafbarer Handlungen beschuldigen wollen. Nunmehr ging Graf Kuno Moltke vor und ließ zunächst Harden durch seinen Vetter, den Klosterprobst v. Moltke erklären, daß er auf Ehrenwort niemals mit männlichen Personen verkehrt habe. Harden erklärte, er halte auch eine ideelle Munnerfreundschaft, wenn sie Rückwirkungen auf die Politik habe, für bedenklich. Graf Moltke sandte hierauf Harden eine Herausforderung zum Zweikampf, die dieser ablehnte. Die dann angestrengte Privat- klage Moltkes, welche heute zur Verhandlung steht, stützt sich auf einzelne Stellen in acht Artikeln der „Zukunft", die sich auf die Zeit vom Oktober 1906 bis zum 20. April 1907 verteilen. Den Beklagten Harden vertritt Justizrat Max Bernstein (München), dem Kläger steht Justizrat von Gordon zur Seite. Schon wochenlang vorher hatte man um Plätze in dem kleinen Verhandlungssaal gekämpft, aber kaum 50 Personen von den andrängenden Taufenden fanden Zutritt. Der schmale, langgestreckte Pressetisch war überfüllt. Der blasse nervöse Maximilian Harden mit dem scharfgeschnittenen glattrasierten Scham spielergesicht befand sich in sichtlick)er Erregung, während Graf J^uno v. Moltke die ruhige Würde des früheren Offiziers zur Schau trug. Mit allgemeiner Enttäuschung nahm man die Feststellung entgegen, daß von den geladenen Zeugen fast nieunmd zur Stelle war. DaS Gericht hatte überhaupt nur die Ladung des zurzeit in Klein-Flottbeck weilenden Fürsten Bülow, des Generalleutttants von Hülseu-Häseler und des Grafen von Lyuar veranlaßt. Aber auch diese waren nicht erschienen. Ebenso war Fürst Philipp zu Eulenburg-Hertefeld nicht anwesend. Er ließ durch feinen Rechtsvertreter mitteilen, daß er durch Krankheit am persönlichen Erscheinen verhindert fei, daß aber seiner kommissarischen Vernehmung nichts im Wege stehe. Er hatte fiel) > zu diesem Zwecke in Berlin eingefunbeu. Auch sein Bruder' Graf Friedrich von Eulenburg ist nicht erschienen, weil ihm die Ladung falsch zugestellt wurde. Der Chef der Reichskanzlei von Loebell teilt mit, daß er mit dem Fürsten Bülow wieder in Berlin eintreffen werde. Dagegen sind erschienen: Der Hamburger Theaterdirektor Freih. Alfred v. Berger, die geschiedene Gräfin Kuno Moltke, jetzige Frau v. Elbe, der Leiter des „Wisfenschaftlich-Humanistifchen Komitee" Dr. Hirschseld, der 93öi: fenredakteur Viktor Hahn, Chefredakteur Sör._ Paul Liman, Prinz Biron v. Curland, Graf Reventlow, Gras Wedel, Otto Graf v. Moltke, Justizrat Sello, Polizeikommissar v. Trcskow und verschiedene MilitÜrpersoneu. Justizrat Bernstein teilt mit, daß inzwischen auch noch die Gräfin Klara v. Wartensleben, bereit Gatte, und der General v. Kessel als Zeugen von ihm geladen seien. Darauf wurde in die V e r it e h m u n g des Beklagt e n Harden eingetreten. Er gibt an, am 20. Oktober 1861 in Berlin geboren und evangelisch zu [ein. Er ist zweimal wegen Ma- jesttäsbeleidigung durch die Presse bestraft worden, das letzte Mal vor sieben Jahren. Auch ist er noch wegen Preßbcleidi-- gung mit Geldstrafen belegt worden. Nach dem Eröffnungsbefchluß wird Harden der B e leidigung auf Grund der §§ 185 und 186 beschuldigt. Es sollen dann die inkriminierten Artikel verlesen werden. Auf Vorschlag des Vorsitzenden werden nur einzelne Stellen verlesen. Der erste Artikel vom 27. Okt. 1906 behandelt den streich des Hauptmanns von Köpenick. Justizrat Bernstein: Dieser Artikel ist unter dem Gc famttitet „Enthüllungen" erschienen und der zweite-seiner Art. Er ist veranlaßt durch die Veröffentlichung der Tagebücher des Reichskanzlers v. Hohenlohe und beschäftigt sich mit der deutschen Politik. — Justizrat Dr. v. Gordon: Wir erkennen an, daß es sich um: allgemeine politische Artikel handelt. Es sind aber einzelne Wendungen eingestreut, die nicht mehr allgemein politisch sind. _ Der zweite Artikel vom 15. November 1906 handelt vom Fürsten E u l e n b u r g. In ihm wird aus den Einfluß Eulenburgs hingewiesen. Uebcr den Kreis der Freunde Eulenburgs heißt es: „Lauter gute Menschen. Musikalisch, poetisch, hnrr tiftisch, so fromm, das Erwerbsleben trägt leicht die Kosten, und jener erheb- iche Teil des Personenverkehrs, der auf Erholung und Vergnügen zurückzuführen ist, sich also bis zu einem ge- üssen Grade als Luxus ansehen läßt, nimmt die Kosten srei- .rillig aus sich. Die Belastung des Personenverkehrs urch eine Fahrkartensteuer erscheint demnach nicht unbe- ründet." Ganz anders urteilt das amtliche Organ der deutschen nsenbahnen, die „Zeitung des ^Vereins deutscher Eisen- ahnverwaltungen". Es schiebt den mangelhaften Erfolg der .eucn Clsenbahn-Personentarifresorm der Fahrkartensteuer u (wobei es zweifellos die Bedeutung der Aufhebung er Rückfahrkarten unterschätzt) und nennt die Steuer „eine er ungiücrlichsten Maßregeln, die man sich denken kann." Kardinal Fischer gegen Professor Schrörs. Erzbischof Kardinal Fischer hat vorläufig den atholischen Theologen den Besuch der Vorlesungen des Professors der Kirchengeschichte an der katholisch-theologi- cheu Fakultät der Universität Bonn Dr. Heinrich Schrörs t n t e r s a g t wegen dessen unlängst veröffentlichter Schrift .Kirche und Wissenschaft, Zustände an einer katholisch-» heologischen Fakultät, eine Denkschrift". In dieser Denk- christ behauptet Professor Schrörs, daß man „planmäßig, >uf allen Wegen und mit einer Energie, die augenscheinlich nle für geboten halte, daran arbeite, die wissenschaftliche Erziehung der Geistlichkeit in der Erzdiözese Köln in Sahnen zu lenken und mit Schranken zu umgeben, die benso unberechtigt und unnötig seien, wie sie sich für die Folgezeit verderblich erweisen müßten. In der Veröffent- ichung dieser Schrift erblickt Kardinal Fischer eine i l ch t u n g d er kirchlichen Disziplin. Bas Bcsrndeu des Kaisers von Oesterreich. Wien, 24. Okt. Die Aerzte äußern sich in dem neuen Bulletin über das Befinden des Kaisers zuversichtlich. 2as Bulletin lautet: Besserung anhaltend, kein Fieber, Katarrh in leichtem Rückgang, Husten etwas schwächer, .'lppetit und Krüftezuftand befriedigend, Stimmung be- leutend besser. Das Antlitz des Kaisers gewiimt wieder yarbe. Der Monarch ist sehr beftiedigt über die Spazierlänge in der Galerie und erwartet ungeduldig den ersten Spaziergang im Freien. Gestern war sehr viel Publikum m Schönbrunner Park erschienen, um den Kaiser bei seinen Spaziergängen in der Galerie zu sehen. Der Kaiser er- chien um 12 Uhr in Begleitung des Dr. Kerzl in braunem Nantel mit Ossiziersmütze. Er ging etwas gebückt und angsam, aber sicher. Wiederholt nahm er Platz, um aus- .uruheit.___________ _ . landals^cnerr im österreichischen Abgeordneteuhause. W ie n, 24. Okt. Nach Schluß der gestrigen Sitzung )es Abgeordnetenhauses kam es in den Wandelgängen zu 'inem großen Skandal zwischen Sozialisten und dem Grafen Eternberg. Letzterer hatte ein Bild gezeigt, aus dem der Sozialdemokrat Schnhmeier als Lakai einer Hof-Equipage ,u sehen war. Als Schuhmeier davon erfuhr, stürzte er nit mehreren Parteigenossen auf Sternberg zu, packte ihn ui der Brust und rief: „Sie Lump, ich haue Ihnen ein iaar Ohrseigen herunter." Schon machten auch einige mberc Sozialdemokraten Miene, sich aus Sternberg zu kürzen, als mehrere Abgeordnete dazwischen traten und (Fortsetzung folgt.) Los 1 Giessen Dortmund. C «/„ Sa. Zwiebeln per Beutner 3.25 Mk. 6708] 5 Telefon 235. Sonnenstr. 6. Else Sta.hIberg .Arthur Friede Verlobte keiner Silbe. Ans Befragen gibt Harden dann an, welche Stellung er in der „Zukunft" den Bestrebungen auf Abschaffung des § 175 gegenüber eingenommen habe. Er bemerkt dabei, daß er vor Jahren sich für die Abschaffung des Paragraphen erklärt habe, da dieser nur zu Erpressungen und Aergernissen Anlaß gebe. — Bors.: Es besteht ein Widerspruch zwischen Ihren Ansichten. Sie treten einmal für die Abschaffung des § 175 ein und bespötteln dann die straflose homosexuelle Neigung ohne Betätigung. Harden: Es handelt sich um eine Gruppe von vier Personen, von denen eine sich der schwersten homosexuellen Delikte schuldig gemocht hat. Die Person des Klägers als solche wirr mir gleichgültig. Bin ich denn ein Denunziant? Will ich denn diesen Semi ins Gefängnis bringen. — Justizrat v. Gordon : Können Sie dem Grafen Moltke irgend einen Borwurf machen? — Harden: Ich bin es imibc, hundertmal dasselbe zu sagen. Ich werde es beweisen, daß der Gras Moltke abnorm ist. Solange ich als Politiker angegriffen war, konnte ich einem Bergleich zu- stimmen, als Angeklagter niemals. Ich habe niemals mit einer Silbe behauptet, daß Gras Moltke sich geschlechtlicher Handlungen, die strafbar sind, schuldig gemacht hat. Ich habe immer nur von dem Freundeskreise der vier Herren gesprochen. — Justizrat von Gordon: Mein Mandant kennt einen solchen Kreis nicht. Zwischen Graf Moltke und Fürst Eulenburg besteht eine Freundschaft feit langer Zeit. Diese Freundschaft ist aber rein wie die Sonne. Graf Moltke kennt den Grasen Hohenau nur wenig, er verkehrte nur dienstlich mit ihm. Mit Lecomte kam er nur schweig. Die Verlesung der Artikel nahm fast eine Stunde in Anspruch. Danach fragt der Vorsitzende Harden: Haben .Sie behaupten wollen, daß der Kläger homosexuell ist? Harden: Mit meinen Darlegungen habe ich eine politische Tendenz verfolgt. Ich habe nicht ein Wort mehr gesagt, als mir zur Erreichung dieses Zweckes notwendig erschien. In diesen Artikeln habe ich nicht gesagt, daß der Privatkläger homosexuell veranlagt ist. Ich habe nur gesagt, daß er nach meiner Ueber- zeugung abnorm-sexuale Empfindungen hegt. — Bors.: Was verstehen Sie unter abnorm-sexuell? — Harden: Darunter verstehe ich Empfindungen, die von der Norm abweichen, die von dem abweiehen, was gesunde Männer empfinden. Ich bin in meinen Artikeln nur soweit gegangen als ich mußte. Ich habe die Ueber- zeugung, daß der Privatkläger zweifellos ein vollkommen abnorm empfindender Mann ist. Ich sehe keine Beleidigung darin, sondern nur eine Feststellung. — Bors.: Eine Betätigung der homosexuellen Neigung haben Sie nicht behauptet? — Harden: Mit H. Darmstadt, 24. Okt. Der Gesetzgebungsausschuß der 1. Kammer trat heute unter dem Vorsitz des Fürsten von Leiningen zur Beratung über die Wahlrechtsvorlage zusammen. — Der Gr o ß h e r z o g und die Groß Herzogin haben ihr Erscheinen auf dem Pressefest am Samstag, 26. Oktober, zugesagt. München, 24. Okt. Der infolge der Bierpreiserhöhung in München drohende Bierboykott ist glücklich vermieden Morden. Die Vertrauensmänner der Gewerkschaften und der sozialdemokratischen Partei haben lediglich beschlossen, die Mäßigkeitsbewegung zu unterstützen, von einem Boykott des verteuerten Bieres jedoch abzusehen. empfiehlt J. Weisel Tas Gericht vertagte bann die weitere Verhandlung auf vier Uhr nachmittags. i Ter Vorsitzende eröffnete die Sitzung mit der Mitteilung, bem Beklagten Harden fei die Beweisführung zugelassen, daß der Privattlager eine besondere Abneigung gegen das weibliche Geschlecht habe. Als erste Zeugin soll Frau von Elbe vernommen werden. — v Gordo n: Ich bitte, die Oesfentlichkeit auszu- schüeßen. — Bors.: Der Kläger erklärt doch, er wisse sich rein. — Bernstein widerspricht dem Anträge auf Ausschluß bet Oeffentlichkert, das Gericht beschließt, die Oesfentlichkeit bei- zubehalteu. im Oktober 1907. Empfangstage: Samstag von 11—1 u. 5-6 Uhr. 1 Sonntag von 11—2 Uhr. unweit Lissabon erfolgten Strandung des Dampfers ,SBorufTjQ sind drei Mann der Besatzung ertrunken — Auch Sü d-Jtalien kommen böse Nachrichten. In SOiontc Leon Tropea, Catanzoro Messina und Reggtodt Calabri' wurden starke Erdstöße nerspürt. bic die Bevölkerung in qro6f Schrecken versetzten, aber keinen erheblichen Schaden nntic6tet“n — Nach den Meldungen aus Perpignan (Frankreich haben erneute U eb e rschm em m u n g e n große Schärt verursacht. ; 1 Der heutige Vortragsabend findet nicht im Kaiserhof sondern im Hestawß*ant zum Löwen (Neuenweg) Kandel. . — Zur Bankkrisis in Amerika. Der Umstand, dak eene der angcichenchen LmerckaiiisHsn Banken, die KNickarbockeu ^rust Eompany ihre «chattcc schloßen mußte, hat natürlich die, vorgestrige Newyorker Boche wiederum in starke Aufregmw Ueriejjt und nie Surre sind um 4—6 Doll, zurückgegangen. Auch Eeld zeitweise nicht unter 60 Prozent zu haben. Erst als Mvrgm! und andere potente Finanziers eingrissen, konnte wieder einig- Beruhigung hergeschllt werden. An den Deutschen Börsen sind auch die neuern Ung lüa s bo t s chas t e n Verhältnis mäßig reserviert ausgenommen worden. Weder in Berlin noch rn Frankfurt muA- von den Banken einbegriffen werden und die Kurse erfuhren auch ketne bedeutenderen Rückgänge. Es wird nun jetzt ge- glaubt, daß mir der Zahlungseinstellung der Knickerbocker-Com- pany, die übrigens nur vorübergehend sein soll, die Unglücks- botjchaftenihr Ende erreicht haben, doch tauchen immer wieder bl.e ^emrchtnngen, auf daß die Reihe der Enthüllungen noch nicht geichlossen ist und daß weitere Skandale noch bevorsteben Newyork, 24. Okt Die Londoner „Daily Mail" meldet von hier: Die Knickerbocker Trust-Company hat ihre ® L? u lger befriedigt. Die befürchtete Finanz- Katastrophe ist dadurch vermieden. — Der Ansturm dn Deponenten auf die Trust-Company of Amerika, der gestern frnl begann, dauerte den ganzen Tag über bis zum Schluffe der Ge- N^Usstunden an. Die Gesellschaft wurde den an sie gestellten Anforderungen gerecht. — Die leitenden Finanzleute bemüljcu Uw/ Ordnung in das Chaos hineinzubringen und die gegenwärtig stark gefährdeten großen finanziellen Interessen zu schützen. Sie versuchen ernstlich, ein System des Zusamrnen- arbeitens unter den Trust-Kompagnien zustande zu bringen. Ihr Plan ist, das Soll und Haben aller verdächtigen Trust- Kompagnien gründlich zu prüfen und die zu ünterstützen, die sie als nach vorsichtigen Grundsätzen geführt befunden haben. vermischtes. * Herb st stürme und Erdbeben. Der Exchc. Tel. Co. wird aus Lissabon telegraphiert, soeben treffe die Nach- ri^t ein, daß ein furchtbarer Sturm verbunden mit Regengüssen und Erdbeben Portugal verwüstet habe. Namentlich die nördlichen Distrikte seien heimgesucht worden. Aller ^elegraphen-, Telephon- und Bahuverkehr ist unterbrochen. In Coimbra folgte der Ueberschwemmung ein furchtbares Erdbeben. Das Land steht in vielen Gegenden 18 Fuß unter Wasser. Häuser fielen ein. Felder sind zerstört, und Hunderte Stück Rindvieh wurden von den Fluten weggerissen. Man ürchtet, daß die Städte Coimbra und Vagon sowie mehrere Dörfer total weggefegt werden. Eine Brücke über den Duro wurde gänzlich fortgerissen. Zahllose Unfälle fanden statt, und man befürchtet eine allgemeine Hungersnot. — Bei der gesellschaftlich zusammen. Es existierte keine Gruppe, kein Kreis, keine Kamarilla irgend welcher Art. Hier handelt es sich um die Ehre des Grafen Moltke. Graf Moltke ist rein. — Bors, (zum Grafen Moltke): Sind die Angriffe gegen den Freundeskreis richtig, oder wollen Sie keine Aufklärung darüber geben? — Graf Moltke: Es gab keinen Freundeskreis. In der Nahe der allerhöchsten Personen wäre ein solcher Kreis unmöglich. Zusammenkünfte gab cs nicht, auch keine Liebenberger Tafelrunde. — Justizrat Bernstein: Der Beklagte hat niemals behauptet, daß der Privatkläger sich homosexuell betätigt hat. Er behauptet nur, daß Graf Moltke in geschlechtlichen Dingen nicht so fühlt, wie die ungeheuere Mehrzahl deutscher Männer. Bezüglich des einen Grasen Hohenau wirb behauptet, daß er seine Honwsexu- alität in Handlungen schwerster Qualität betätigt hat. Wenn nun jemand einer Gruppe angehört, von der ein Herr sich in schwerster Weise gegen § 175 vergeht, so ist auch die Frage berechtigt, ob der Privatlläger nicht gewußt hat, daß Graf Hohenau so ist, wie er geschildert wird. — Bors, (zum Grafen Moltke): Haben Sie gewußt, daß Graf Hohenau so veranlagt ist? — Graf Moltke : Absolut nicht. — H arden : Ich bitte dann den General von Ktzssel und den Platzmajor von Hülfen-Häselcr zu laden, die bezeugen toetben, daß sie dem Grafen-Moltke von den Verfehlungen Hohenaus Mitteilung gemacht und sein Einschreiten gefordert haben. Es wurden dami die einzelnen inkriminierten Artikel be- < iÜ darin auch u. a. die Red: vom Prinzen Joachim Albrecht, der wegen feines an Liebest .teuern reichen Lebens xn Gegensatz zum Grafen Moltke gestellt wird. Harden erklärt dazu: Prinz Joachim zeigte eine starke Nftg mg für das weiblich: Gestchecht, wahrend Graf NToltke eine auße-ordentlich große Ab- neigung gegen die Frauen an den Tag legte. — Bors, (zum Grasen Moltke-: ^-st das richtig? — Graf Moltke: Dann hätte ich wohl Ä — ^ustizrat Bernstein: Ich stelle fest, daß Gras Küno Moltke die Ehe eine Lchwe meret genannt hat: die Frau sei nicht» weiter als ein Kloset; erlebe nicht für feine Frau, ioudern pir ferne Freunde und das gemeinschaftliche Schlafzimmer !>ei\ eme Rotzuchtsan',kalt. Diese Ausdrücke wird Frau v. Elbe bekunden. — Justrzrat v. Gordon: Das find Aeußermrgen ^"glücklichen prau, die im Eheicheidungsprozefse für den erklärt wurde. — Harden: Ucber den Zustand des Pnvatklag^s ist in sehr hohen Kreisen gesprochen worden. Ich ^s/ang dre Geschichte der Ehe des Grasen gekannt ich die schwächste^ der mir bekannten Tatsachen verössent- licht hatte, dann hatte der Graf Moltke den Rock des Offiziers ausziehen muifen. (Bewegung.) 116 Ät dann Auskunft über den Besuch des Grafen- Otto Moltke, des Vetters des Vrxvatklägers, der zunächst eine Ver- .anbahnen wollte, schließlich aber eine Forderung über- ^-^bn, aber abgelehnt habe — die beiden Recksts- beisrcmde fonnuherten nunmehr weitere Beweisanträae Beide 2^" d--Lü>ung zcchlreicher «euer Zeugen - Justtzras $ A°rd°n blttet, wahrend der Vernehmung der Frau v Rbc auszuschließen. Der Vorfisende versucht, die Parteien zu bewegen, auf eme Beweisaufnahme zu verzichten Ueber Frage, ob Frau v. Elbe vernommen weL soll entt ÄrÄÄnT 3Urtiirat Rustem: Nein, unter Ä statt. K37/07 [B^/io Donnerstag, den 5. Dezember 1907, nachmitt. 3 Uhr, werden auf hiesigem Ortsgericht die vor dem Namen des Heinr. Carlü in Gießen stehende Parzelle der Gemarkung Gießen: I/I86V10 — 2353 qm Ho freite aus dem neuen Weg ostentltch meistbietend versteigert werden. Auswärtige Bieter haben über ihre Zal-lungsfähigkeit ein Zeugnis ihrer Heimatsvehörde beizubringen. Gießen, den 23. Oktober 1907. Großh. Ortsgerichl Gießen. Gros. in Würfeln zu io T i«r v 7-Ti— in™ ill^ES ( •JÄÄ L LL »SS J Dttel 1 Rohrgrüben o = n 'Titel 2 Rohrleitungen mit allen Eisenteilen Los 2 Titel 3 Hochbehälter sollen aus dem Subinissionsweg vergeben werden. m Singebote hieraus sind mit entsprechender Ausichrist veriehen, bis spätestens Sametafl, de» 30. Rodomber 1907, nnchm. 3 Uhr hei uMersertigter Bürgermeisterei cinzureichcn, woselbst auch am gleichen Tage die Eröffnung der Angebote in Gegenwar ettoa erschienener Bieter stattfindet. J 0 -Bedingungen liegen hier zur Einsicht offen. Zusch agssrip 3 Wochen. Freie Auswahl bleibt Vorbehalten 3 qTif21"3e5ot<ö°CoCurfc fönnen gegen Voreinsendung von ^*-«beS SoL”°n bcm baulcitenden Ingenieur Herrn Joies Sch>„maun, (i>tcücu, Goethcslcaße 29 bezogen werden Daubrmgen, den 7. Oktober 1907. 9 6387 Großherzogliche Bürgermeisterei. ------Walter. Stau von Elbe befindet sich in großer Erregung. Der Vor- sitzeiide erniahnt die Zeugin, nur die reine Wahrheit zu sagen. War Ihr früherer Ehemann dem iveiblichen Geschlecht besonders abgeneigt? — Zeugin: Ja. — Bors.: Wie sind Ihre Erfahrungen in der Ehe? — Zeugin: Meine persönliche Ansicht ist die, daß er den grauen ganz abgeneigt ist. Ob sich das speziell nur auf ynch bezog, weiß ich nicht. Ich schloß auf seine Abneigung aus 1 einem Bert-alten gegen mich und aus feinen1 Aeußerungen. — Dorf.: Er war sehr zurückhaltend in der Ehe, Sie verstel-en mich? — Zeugin: Ja, das ist der Fall. Zuerst glaubte ich, möchte mich nur nicht, spater sagte er mir aber selbst, daß er die ö-rauen nicht möchte. — Bernste in : Hat er die Ehe nicht eine Schweinerei genannt? — Zeugm: Jawohl. Graf Moltke kam von einer Nordlandsreise zu meinen Eltern, und meine Eltern hatten uns ein gemeinschaftliches Schlafzimmer bereitet. Da agte er m Gegenwart meiner Mutter (laut weinend): Oh, nein kann es nicht sagen ... — Bors.: Ist es Ihnen peinlich' vor vielen Leuten zu sprechen? Das Gericht wird noch einmal beraten, ob die Oesfentlichkeit auszuschließen ist. — Bernstein: Es geht vielleicht so, daß mir Fragen stellen, damit die Zeugin die Woicke nicht in den Mund zu nehmen braucht. — Der Vorsitzende ift damit einverstanden. — Bernstein: Hat er gesagt, als er das gemeinichastliche Schlafzimmer sah: „Das ist ja die reine Notzuchtsanstalt. Wochenlang habe ich nun Gott fei Dank keine Weiber gesehen." — Zeugin: Ja. — Bernstein: Ist es richtig, daß er wiederyolt erklärt hat, die Ehe fei eine Schweinerei und daß er es besonders sagte, als eine Bekannte guter Hoffnung war? Zeugin: Ja, 'das ist wahr. — Bernstein: Hat er Ihnen erklärt, Eine Frau ist nur ein Klosett, was bist du mehr? — Zeugin Oveinend): Ja. — Bors.: War Graf P^oltve besonders den Pcamieim zugetan. — Zeugin: Er liebte feine Freunde über alles . haben Sie es aufgefaßt? — Zeugin: Ich wußte nicht, daß ey Beziehungen zwpchen Männern gibt. Ich weiß aud) 111(1)1, ob er solche Beziehungen gehabt hat. Einmal fand er em Taschentuch des Fürsten Eulenburg und drückte es an seine Lippen ki'nd sagte: „Mein Geliebter, meine Seele, mein Alterchen mein einziger Dachs Er war zärtlicher zu den Männern, als zu mir. — Bernstein: ote warfen Ihrem Gatten einmal vor, daß er mit Ihnen nicht verkehrte. Er soll dabei gesagt haben, er tue das nicht, weil er .leincnu Freunde Eulenburg versprochen habe, es nicht zu tun. — Zeugin: Das hat er mir gesagt. — Bernstem: Sagten Sie nicht zu dem Fürsten, „Würden Sie das auch von -obrer Tochter verlangen?" — Zeugin: Ja, und da sagte er: „Meme Tochter hätte ich zu dem Fürsten Kuno nicht gegeben — Bernstem: Ist Fürst Eulenburg, als er Sie angefleht Üat, nicht niedergekniet?— Zeugin: Ja, er machte einen Moment CI”e solche (kniefällige) Bewegung. — von Gordon: War die Ehe nicht lehr unglücklich, gleich nach der Heirat? — Bernstein: Wie lange bestand em normaler, ehelicher Verkehr? — Zeugin- Bis äm Tage nach der Hochzeit. — von Gordon: Haben Sie ihm mcht m einer Szene die Achselstücke vom Rock gerissen? — Zeugin: ^ch weiß es nicht, ich habe mich gewehrt, weil ich mißhandelt wurde. — Bors.: Warum wehrten Sie sich dann an- wnglich gegen die Scheidung? — Zeugin: Ich dachte, daß eine Scheidung unter allen Um-landen vermieden werden müsse — Bernstein. Gab er Ihnen nicht allerlei spiritistische Bücher zu feien? z. B. die „Mitteilungen des Geistes Emanuel"? — Zeuain: WneS Buch. — Bernstein: Hat er nicht zu daö er mit Ihnen nicht ehelich zusammen leben wolle, da ckur>t Eulenburg es nicht wünsck-e? — Zengin- Dav habe ich von meinen Eltern gehört. Er sagte auch: „Gehe' suche dir einen Dritten, ich will Freiheit haben. Die Ehe ist mir zuwider. Er hat mir sogar den Dritten genannt, den ich mir nehmen sollte. — Bernstem: Hat er nicht beim Ehescheidungsprozesse gejagt: ,,Maiestat erfahrt davon nur das, was ich ihn wissen lapen will. — Zeugin: Das ist richtig. Einmal sagte er auch, td) Ware ja fchon acht oatjre verheiratet, ich sollte nichts mehr Bernstein: Hat der Gras nicht einmal, als er Flugeladstttant wuroe gesagt: „Philipp Eulenburg braucht lemand m der Nahe Sr. Majestät, der ihm alles berichtet" Märltc. -th. Gießen, 23. Oktbr. Der heutige Austrieb aus den sch rucincmnrft betrug 794 Tiere. Obgleich das gute Wem äahlrelche Landwirte an den Nlartt gelockt hatte, war der Ham langem und flau. Die Schweiuemäsler erklärleu, die Frucht wi',^ gut bezahlt und ebenso sei der Kartoffelpreis wider Erwarten i $le Mc gegnngen; bevor keine Aussichten vorhanden seien hm der Preis sur fette Sch.oeiue (solche kosten heute der 3em„ ' Schlachtgewicht Mk. 63-04) nicht noch erheblich in die Höhe es nicht, verstärkte Schweuiemait zu treiben. Troßoeui h, greife für Ferkel uni) Springer sich das Paar nm All. 3.50-Vn gegen Öen letzten Niarkt billiger stellten und der vorhandene trieb für unseren Markt nur mäßig zu neunen war, ging die War recht sa)lecht ab: Gehandelt wurden Ferkel 5-6 Wochen m 28-32 Mk., 8-12 Wochen alte «Eiere 40-Ö0 Mk., Lauser l ick «nre, 65-80 All., schwerere Tiere bis 130 All. das Paar Auskauser seller Schweine klagen sehr, bau manche Landwirte i.t lchon wieder ansangen, schlachucise Ware zurückzuhalten, weil Ilm., der Preis zu gering sei, und daß cs daher schwer werde d , Aletzgcr in den Städten mit feitet Ware zu versorgen. Gs'n,,‘ immerimi schon hohe Preise, die für fette Schweine bezahlt werd und diele ollte man nicht durch künstliche Manipulationen steigern suchen. . tc. ?y ranks urt a. 2)!., 24. Oft. (Telear. Ona.^Bericht „(Siefe. Anz.".) Amtliche Notierungen der heutigen Viebw. arkt' preise. Zum Verkaufe standen: 28 Ochsen, 1 aus Oesterreick Lullen, 0 aus Oesterreich 60 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder 00 aus Rumänien, 779 «alber, 190 Schafe und Hammel, 20 ^ieaei. 0 ^iegen(ammer, 0 Schastammer. Bezahlt wurde S Schlachtgewicht: Ochsen: 1 Qualität 80 -84 Mk 2. Qualität 72—75 Alk., 3. Qualität 66—70 Alk.- Bullen' 1. Qual. 70-^72, 2Qual. 65-67 ; Kühe 1. Qualität 73—75 Mk. 2. Qual. 68 tO Mk., 3. Qual. 58—66 Mk., 4. Qual. 00—00 Mk 'm O-0O Mk. Kalber 1. Qual. 92-95 Pfg., Lebendgenücbt (3Uf5L$ 9*' el* 82.~86 Lebendgewicht 46-51 Psg 6O-65Psg.; Schafe: 1. Qual. 82-00 Ma., 2. Ouni' hai~Jr8 Geschäft bei Hornvieh gut, Ueberftanb unbedeutend bei Kleinvieh lebhaft, kein Ueberftanb. ' ________________________D^Ao K 8/07 Donncrötaa, den 5. Dcz. 1907, nachmittags 3 Uhr, werden auf hiesigem Ortsgericht die vor dem 9Lamen des Christian Burkhardt III. in Gießen stehenden Immobilien: 1/1371 = 40 qm Hofreite auf dem Ästerweg,' 1/1377 — 4 qm Hofraum mit Stall daselbst öffentlich meistbietend versteigert. Gießen, den 23. Oktober 1907. Großh. Ortögericht Gießen. Gros. Mische Fische. Sur Srrttaa srüh empfehlen wir als frische Sendung: Ia Bratfische per Pfund 1« Pfennig la, Nordsee-Schellfische per Pfund 35 Pfg. Berdux Bahnhofstrasse 27. ra24/ i .. . , _ , LU hoi Bahnhofstrasse 27. Neue UMcherm. Für Wirte und Händler Vorzugspreise. L. SteinSvauser Neuen Baue 17. “tenÄÄeiner prächtigen Tochter nsin7 Wilhelm Pfeil und Frau 08107 Ottilie, geb. Dietrich. Bekanntmachung. Wtencu .bereit Siamen mit bett Buchstaben L-L "eainue? und am 5- September auf vormittags 10-/. Ubr a. der unter 4 Jahre alten Pferde, b. der Hengste, c- ber'Stuten, die entweder hochtragend sind oder noch sj!^E binger als 14 Tage abgefolilt haben (als hochtragend betrachten, deren Absablen innerchalb der nachi en 4 Wochen zu erwarten ist), dl bidn nh ,r Uintlhon' £-e nn allgemeinen Deutschen Gestüt- iin.nHHn?r ‘ü-.06!1 blerzu, gehörigen vfnziellen — vom Unlonttuv geführten — Olsten eingetragen und voll einem Besitzers laut Deckschein belegt sind, auf Antrag des ®* sCV wÄer£e' ^ie auf beiden Augen blind find, L Q^beümi C* lueldje *n Bergwerken dauernd unter Tag e- Kor Pferde, welche ivegen Erkrankung nicht marschfähig Und oder wegen Anstectungsgcsahr den Stall nicht uci” uonukmmf11 m t)te,CH Fällen ist tierürzliches Zeugnis h. der Pferde, welche bei einer früheren Pferdemusterung . als oauerud triegsunbrnuchbar bezeichnet worden sind, i. der Pferde, unter 1,50 Meter Bandmag. ' ausgenommen' Verpflichtung aux Vorführung ihrer Pferde sind a. die aktiven Offiziere und Sanitätsoffiziere bezüglich der von Ulmen zum Dienstgebrauch gehaltenen Pferde, v. Beamte uu 9reichs- oder Staatsdienst hinsichtlich der zum Dlenngebrauch, sowie Aerzte und Tierärzte hinsichtlich der zur Ausübung ihres Berufes am Tag der Ätusierung Ullbedlngt notwendigen Pferde, o. die Posthalter Hinsichtlich derjenigen Pserdezahl, welche von ihnen zur Beförderung der Posten kontraktmähig gehalten werden muh. Pferdehändler sind von der Vorführung ihrer Pferde nicht befreit w Unter besonderen Umständen, namentlich in dringenden Füllen, kann Grohherzoguches Äreisamt Giehen Befreiung von der Vorführung eintreten lassen. , ,^^)ar^ern hiernach sämtliche Pferdebesitzer hiesiger Stadt auf, ihre Pferde und kriegsvrauchbaren Fahrzeuge in dem angegebenen Termin vorzuführen bezw. vorführen zu lassen und zu diesem Zwecke spätestens um 9*/2 Ubr zur Stelle zu sein. „ Da durch eine spätere Gestellung der Pferde unliebsame Störungen tm Musteruugsgeschäst hervorgerufen werden, machen wir die r e ch t z e i t i g e Gestellung der Pferde allen Beutzern. z»lr PfUcht, und werden alle Säumigen, die ihre Pferde bis 9y2 Ubr nicht auf dem Trieb gestellt haben, unnach- sichtlich zur Anzeige bringen. Die Pferde sind gezäumt, im übrigen aber ohne Geschirr vorzufuhren. Pferdebesitzer, welche ihre gestellungspflichtigen Pferde und Fahrzeuge llicht rechtzcitig oder vollzählig vorführen, haben anher der gefetzlichen Strafe bis zu 150 Mark zu gewärtigen, dah auf ihre Kosten eine zwangsweise Herbeischaffung der nicht gestellten Pferde vorgenommen wird. Das Vorführen der Pferde durch Kinder oder durch alte gebrechliche Vcute ist verboten. Insoweit bis zum Musterungstermin Veränderungen im tzserdebeffand durch Zu- oder Abgang eintreten, hat der betreffende Pserdebefitzer hiervon sofort auf dem Bürgermeisterei-Bureau (Zimmer Nr. 15) Anzeige zu machen. Giehen, den 23. Oktober 1907. B«/w Ha SSM/, C21/io wird billigst besorgt. Julius Kmzchtz von heinr. Franck 5öhne, Ludwigsburg, deren Kaffeemittel sich einen Weltruf errungen haben. Grohherzvgliche Bürgermeisterei Giehen. Lite e um. Gebrauchsanweisung befindet sich auf den Paketen. Beim ersten Versuch nur ein abgestrichencr Teelöffel voll auf eine Tasse. Probepakete kostenlos zu haben bei: Gebr. Adami, Ohr. 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