Vezog»preift nwt ulida 75'01., viertel* jährlich 'jJtf. 2.20, Durch vtbhole- u. Zweigstellen monatltd) 65 '8f.; durch die Post Mk.2.— viertel- jährt. auSschl. Beitellg. Annahme ooa Anjetge« sül die Lagefnuiuirtec bie oonmilaae 10 llbc. ZeilenprelS. total 161% aueiDürtfl 20 V'ennm. DccanirootiUd) tür den polü. und ullgem, Teil: U Witiko Tür .Stadl und llanb* und Nr. 68 M Erstes Blatt 157. Jahrgang Dmmerstag 21. März 1907 «rlch-tut täglich ® XSf O außer Sonntag». j&fcMT V W V (nicncncr zliKCiüct rr^Lz!■ vg■VII’V#- vlI!• IV1UVI zweimal wöchentlich dar KV KreUblatl für 6en Kreis 1'*^ —• v * ww /<▲ < ** E—• General-Anzeiger für Oberhesfen Xk&«"! Rotatlonsbnitf und Verlag der vrllhl'schen Univ.-Vuch- und Steindrucke«!. n. Lange. iiedaMon, irpeöition und Druckerei: rchulstratz« r. ^-"u yeutige Ziummer umfaßt 8 Zeiten. Ium 22. Marz. Der 22. März als der Geburtstag Kaiser Wilhelms L, war für das deutsche Volk ein nationaler Festtag, so lange er unter uns weilte. Seit der Tod ihn uns genommen Hal, steht derselbe Tag unter dem Zeichen der Wehmut. Doch die Erinnerung an die hehre Gestalt des alten Kaisers wird nie verblassen. Wir wollen heute von dem Verewigten nicht ein Bild entwerfen, rote eS der Geschichte angehört, sondern das ihn unS atS Beispiel und als Lehrer für fein Volk zeigt. Schon bei seiner am 8. Juni 1815 erfolgten Konfirmation gelobte der damals 18jährige Prinz, „feines Gottes überall zu gedenken, seine Kräfte dem Vaterlande zu widmen und den Pflichten des Dienstes mit der größesten Pünktlichkeit nach, zukommen*; und bei der Kaiserproktamation am 18. Januar 1871 legte er daS Gelübde ab, „allezeit Mehrer des Reiches zu sein, nicht an kriegerischen Eroberungen, sondern an den Gütern und Gaben de8 Friedens auf dem Gebiete nationaler Wohlfahrt, Freiheit u. Gesittung". Treu sich selber, treu seinem Volke hat er diese Gelübde gehalten. Welch em Segen ist dem deutschen Volke durch die langen JriedenSjahre erwachsen! Wie war das ganze arbeits- reiche Leben deS alten Kaisers seinem Volke gewidmet, und wie hat er sein Volk geliebt! Treue um Treue, Liebe um Liebe, Dank um Dank finden wir in dem ganzen Leben des ruhmgekrönten Monarchen verkörpert. Liebe, Treue und Dank hat er seinem Volke allezeit gegeben und gesät — Liebe, Treue und Dank hat er darum auch tausendfältig geerntet. WaS Kaiser Wilhelm I. uns in erster Lime gelehrt hat, daS sind Bescheidenheit, Demut, Liebe zum Vaterlande, Liebe untereinander und Pflichttreue biS zum letzten Atemzuge. Roch kurz vor seinem Tode sprach er zu seinen Angehörigen, als sie in ihn drangen, er möge sich doch schonen und ruhen, die Worte: „Ich habe keine Zeit, müde zu sein." Diese Pflichttreue, dec unerschütterliche Glaube an Gott, sowie die Ergebung in seinen Willen sind vorbildlich. DaS Erbe Wilhelms I. ruht heute in der Hand seines Enkels, Wilhelms IL Auch er hat, wie einst fern Ahn, ge- lobt, der erste Diener deS Staates zu sein und seine Kräfte dem Vaterlande zu weihen; auch er will Mehrer des Deutschen Reiches und seiner Wohlfahrt fein durch friedlichen Wettbewerb. Darum, so oft jetzt der 22. März wiederkehrt, ruft er uns entgegen: Haltet daS Gedächtnis Wilhelms I. heilig, schart euch auch an diesem Tage um den Thron feines Enkels, eueres Kaisers, sprecht mit Friedrich dem Großen: „Es ist nicht nölig, daß ich lebe, wohl aber, daß ich meine Pflicht tue und für mein Vaterland kämpfe".______________________ Politische Lage-schan. Probezeit in Südwest. Die Kolon ialreben in der Wahitärnpagne, die der Wirkung halber gegenüber allzu pessimistischen Darstellungen von „trostlosen Sandwusien" farbenprächtig ausfielen, scheinen einen |tür- mischen Andrang besonders nachDeutsch-Südwest- afrita hervorgerusen zu haben. Den erl-ofsten Ausschwung in der Kolonie wollen, wie ein Verliner Blatt nuUeilt, niete Handwerker und Kleingewerbetreibende und andere Personen mitmachen, die zum Teil nennenswerte Kapitalien in Ackerbau und Viehzucht anlegen mochten. Diesen Strom will nun der Kolonialdireklor eindcllnmen dadurch, Lpß erst nach einer halbjährigen „Lehrzeit" den Ansiedelungslustigen Land, möglichst preiswert, verkauft werden soll. Auf den ersten Blick ersä-eint das Mittel ganz nützlich. Aber wer nun einmal versessen ist auf die vermeintliche „glänzende Konjunktur" in Südwestpsrika, den s chrecken die 6 ALouate Probezeit auch nicht ab. Es sollte lieber rund heraus gesagt werden, ob vorläufig überhaupt einigermaßen gefidjerte Aussichten sind im Schutzgebiet für Leute, die hier ihre Zelte abbrechen und unter allen Umständen einen großen Teil ihrer Mittel iamf'd Spiel setzen. Zündhölzer für Fahrkarten. In dem Petitionsoerzeichnis des Reid)stags tauchen neben Vielen sonderbaren Gesuchen, neben Eingaben, die regelmäßig wiederkehren und zum Teil offenkundig von Querulanten herrühren, mitunter ganz gesunde Vorschläge auf. So ist eine Petition beim Reichstag eingegangen, die das soeben ausgegebene zweite Petitions- Verzeichnis auf führt, worin ein Rentner in Hannover auf einen Ersatz für die Fahrkarten st euer hinweist. Nämlich eine Zündholz st euer. Dies Steuerprvjett ist nicht so übel. Kein Geringerer olls Miguel, der sich gewiß nickst mit Kleinigkellen abgab, hielt die Zündholzbesteuerung der Erwägung wert, er hätte sogar gern ein Zündholz-Adrnopol für das Reich gehabt, wenn ihm nickst die Schwierigkellen, ein 'Monopol durchzufetzen, unüberwindbar erschienen. Jedenfalls würde der Zündholzbesteuerung von der Öffentlichkeit entschieden der Vorzug vor der Fahrkartensteuer gegeben, die bei jeder Reise immer aufs neue den Groll der Besteuerten erregt. Die Eisenbahnoerwaltungen tragen in der Tarifreform der Erhöhung des Fahrpreises durch die Fahrkartensleuer keine Rechnung, «also droht die Belastung zu einer dauernden zu werden. Fürst Bülow hätte der Aufzählung von volkstümlichen Wünschen, über die die Regierung mit sich reden läßt, die Abschaffung der Fahrkartensteuer hinzufügen sollen; das wäre die Erfüllung der brennendsten Forderung des Tages gewesen. Mit einer Erhöhung der Bier st euer wird man dem Reichstag nicht kommen dürfen. Eine mäßige Zündholzsteuer hnrb nicht gerade schmerzlich empfunden und vielleicht trägt sie dasselbe ein wie bie in ihrer finanziellen Wirkung so über» sckstitzte Fahrkartensteuer. Graf Lamsdorff t. „ _ _ t t „ Paris, 20. Matvz. . _ Graf Lamsdorss, der frühere russiiche Minister des Auswärtigen, ist in San Remo geltorben. Graf Wladimir Nikolajewitsch von Lamsdorff wurde 1845 Aus der AetHsouma. Petersburg, 20. März. Die Arbeitsgruppe und die Gruppe der gemäßigten Bauern beantragen, daß die Agrarkommission vor allen anderen gebildet werde. Der Antrag, eine besondere Kommission für die Organisation der Hülfeleislung in den Notstandsgebieten zu ernennen, führt zu längeren Debatten. Ter Abg. Kaklugin führt aus, unter den Kosaken herrsche Hungersnot; viele Kosaken seien genötigt, zu betteln. Fedorow, Abgeordneter der Stadt Petersburg, weist darauf hin, daß es notwendig sei, m der Frage der Bekämpfung der Hungersnot zu radikalen Reformen zu schreiten, do bloße Linderungsmittel zu nichts führten m einem Lande, das wie Indien und China ein klassisches Land der Hungersnot fei. Jin weiteren Verlaus der Verhandlungen halten Bauern heftige Reden und bringen alle möglichen Fälle vor, ohne jedoch einen endgültigen Vorschlag zur Hülfeleistung in den Notstandsgebieten zu machen. Rodichew weift sodann auf die Unmöglichkeit einer direkten Hülfeleistung durch die Duma hin und fordert die Abgeordneten auf, doch dem Gesetz entsprechend oorzugehen, das ihnen gestatte, ja ihnen sogar zur Pflicht mache, bie Vorlage eines Rcchenschafts- berichteS zu fordern, die im Ministerium deS Innern zur Linderung der Hungersnot bestehende Abteilung zu kontrollieren und so die Funktionen einer parlamentarischen Versammlung auSzuüben. (Beifall im Zentrum und auf der Rechten.) Professor Kiesewetter-Moskau betont die Notwendigkeit, die 'Maßnahmen der Regierung zur Linderung der Hungersnot einer Kontrolle zu unterziehen. Pucischkewiltsch, Mitglied des Verbandes des russischen Volkes, erklärt, daß der Parteien der Linken Ziel fei, in der Duma einen General st ab der Revolution zu schaffen. Ausland. London, 21. März, isuie gtoue Anzahl Frauenrechtlerinnen hielt gestern Nachmittag eine Versammlung ab, um ihre Entrüstung über die Weigertung des Premierministers auszudrücken, einen neuen Termin zur Beratung der Frauenstimm- reajtSbill anzusetzen. Als die Frauen herausmarschieren wollten, wurden sie von der Polizei verhindert. Arbeiterinnen st ürm- ien jedoch die Reihen der Vo tii e i und einem Teil von ibneii geboren. Er entstammte einem westfälischen Gcschmeckst, das z. Z. noch in Preußen vielfach vertreten isrt So ist z. B. der Polizeipräsident von 'Magdeburg ein Gra, L. Aus der DiRomaten- schule, dem Alexander-Lvceum in Petersburg, erzogen, kam der Verstorbene 1866 ins Auswärtige Amt, 18/8 begleitete er den Fürsten Gortschakow zum Berliner Kongreß. Er war längere Zeit der diplomatische Beirat des Zaren Alexander auf denen Sommerreisen. 188/ wurde er unter Murawiew Ministergchilfe. 'Nach dessen Tod wurde er 1901 sein Nachfolger. Gras Lamsdorff hat sich besonders verdient gemacht um die Schlichtung der Batkamvirren, zu welchem Zwecke et mit Oesterreich Ende 1902 ein Abkommen schloß. Der russisch^apanim-e Krieg fiel in die Amtszeit des Grasen Lamsdorff. Dieser gehörte mit Witte zu den Wenigen, bie vor einem Kriege mit Japan warnten. Es gelang ihm ieboch gegenüber btr Kriegspartei Alexejews nicht, den Frieden zu erhalten. Nach dem F-riedcusschluß trat Gral Lamsdorss zuruck. Sein Nach- folger wurde der jetzt amtierende Graf Iswolsky. Aolonialpost. Berlin, 20. März, «uuuiu^ie ..'muuuiig. Oberst von Deimling meldet unter dem 19. März, dag sich nunmehr auch Simon Copper, der Kapitän der F r a n z Ni a u n - H o 11 e n t o t t e n, der sich bisher in itc für Truppen schwer zugänglichen Kalahari abwarteiid verhielt, u n t c r 1ö o r f e n hat. Am 3. März erschien vor seiner W.rft Kvwise Kolk überraichend Major Pfter mit einer öwmpagnie, einem 'Maschinengeiveyrzug, einer Bastardabteilung und 30 Kameerreitern. Gegen Zusage von Leben und Freiheit versprach der Kapitän, seinen ganzen Stamm zu sammeln und die Waffen bei Gochas abzugeben. Er entsandte sofort Boten an bie in der Kalahari weit zerstreut sitzenden ^tammKile, die angeblich zusammen 100 Gewehre stark sind, und trat selbst am 7. März den Abmarsch wach Gock-as an. — Nach einem Telegramm des Gouvernements in Kamerun ist der Angenellte Voß der Firma C. Woermann auf einer zum Zwecke der Anwerbung von Pftanzungsardeitern unternommenen Reise am 11. Aäärz in dar Nahe von Jaunde durch Eingeborene getötet worden. Tas Gouvernement bezeichnet den Vorgang als unpuiuifd) unb hebt hervor, daß die Bevölkerung sich r^ig ver- halte. parteiler Quidde zu unterstützen, wenn die Bauer nbunotev im Wahlkreise Erlangen-Fürth durch Stimmenenthallung der sozialdemokratischen Kandidatur Segitz zum Siege über den Frei- jinnigen Manz verhelfen würden. Schul fragen vor dem Preu». Abgeordnetenhause. Beilin, 20. uhavj. Ein Antrag, die bis zur gesetzlichen Feststellung des StuaiS» Haushalts innerhalb der Grenzen beijelben geleiteten Ausgaben iiaüjuaglici) zu genehmigen, wird angenommen. — Tie Gftetzent- roiivie über Erweiterung der Stadllrene Hanau und Danzig iveiden in dritter tejung genehmigt. Nunmehr fahrt das Haus m der zweiten Beratung des Hultusciais fort. Abg. Dasbach (Ztr.) klagt über Wahlbeeinfluffun- g en von Kreisfchulinfpettoren Lehrern gegenüber. Wie ,iehe es ferner damit, daß den Lehrern nuigeieiU luoiöen fein loU, der Ulin Hier erwarte, daß sie sich an der Wahl beteiligten, und zwar als tönigstreue Wähler. Üliini|ierialöircftot Schwartztopi erwidert, das Verfahren des einen in ^rage tommenöcn Schullnipettors tonne der Minister nicht völlig billigen. Bei den andereii Herren muffe erst ein näherer Bericht abgeroartet werden. Beim Titel „Höhere 'JJi a b d) e n f rf) u I e n* berührt Abg. Tr. Arendt (ft.) die Re 1 or m deS Maochenschul- roefens und erb art es für wunfchenswert, wenn der Staat hier größere Unteritützungen gewährte. ttultusmmiiter Dr. von Studt behält sich vor, auf bie Reform des Maochenfchnlwefeiis später etnzugehen. Die pondS für Unterstützung der höheren Atadchenschulen jcieii seit seinem Amtsantritt zu verjchiedenen 'Maleii erhöht worden. Abg. Ernst (uf. Bgg.) wünscht bei der bevorstehenden Resorm eine Jtegelung der Gehalter und der Reliltenveriorgung. Zum Titel „Allgemeine Erleichterungen der Boltsfchulla>len" bespricht Abg. Lucke ll.) bie Erhöhung ber Stollen, bie burch das BollsschulunierhaltungSgesetz namentlich auf dem platten Lande Itattgeiunben Hutten. Es folgt der Titel „Bechülfe an Schulverbande . — Dazu liegt em Antrag v. Zedlitz vor, bis zur 91 e u o r b n u n g ber Leyrervefolbung allen Lehrern, bie weniger ms 12UU SDlad Grundgehalt haben, luu M. Znichug zu geben. — Ferner beantragt Der Abg. Zderyoii (it.), auch biejenigen Lehrer bei ber Gehaltserhöhung zu berücksichtigen, bie em Kirchenamt ausüben. üilimiterialbireUor Dr. Schwartztopi: Es yanble sich hie, nur um eine provif ortf ch e Regelung, durck) bie be|onbeis die notleidenden Lehrerstelleii auigebenert loeröcn fallen. Solche ctellen, die schon 15uu 'M. unter Hinzurechnung der Emschädigung lür em Kirchenamt hätten, sollten bei ber Zulage auS|cheiben. 'Mit dieser Benugung habe der Atimster ganz im omne des HauseS gehandelt. Abg. Dr. Friedberg (nL) geht auf den Bremserlaß ein. So fei einer Gemeinde gedroht worden, bau ihr der Siaatszufchuß entzogen werde, wenn sie öie Lehrergehalter erhöhen würbe. Ferner bemängelt Dtebner bie Verfügung, bau ben Landräten jede beabsichtigte Gehallserhohung angezetgt luerben mutze. Abg. Bufch tZir.) bittet, den Bremserlau mit einer Interpretation zu verletzen, damit bie Unlust ber Gemeinden, die Ge-, ijäliev zu erhöhen, nicht noch gesteigert werde. 9lach weiterer Debatte iuirb ber Antrag Zedlitz zurückgezogen, der Antrag Zderhon vor die Budgetto»nmi||wn oerivieien, Benn Titel „O st m a rk e n z u l a g e" begrunbet Abg. Viereck (fr. t.) einen Antrag, die widerruflichen perjönllchen Zulagen an im Dienst« besindllche und pensionierte Bolksichulleyrer und -Lehrerniiien in Pofen und Westpreuuen nach fümjahriger Tätigkeit in diesen Landesteilen vom 1. April 19U8 ab auf 300 M., bei einer Summe von mehr als 3uOU 'M. auf lu% dtefer Summe zu erhöhen. Alan müsse darauf bedacht fein, in den O|imarkeit dauernd einen tüch- tigen Lehrerstand zu erhalfen. Der Tuet über die Ostmarken, zutage wird angenoinmen. Deutsches Ueich. Berlin, 20. März. Das Oberkommcurdo der kaiserlichen Schutztruppe hat neuerdings den Schreiben, welche den Tod eines Südwestasrika-Kriegers den Angehörigen melden, einen bemerkenswerten Schlußsatz zugefügt. Es heißt da nämlich, daß der K a i s e r zur Erinnerung an den Verstorbenen, dem Vuttr ober sonstigen nächsten Anverwandten desselben, die dem Verswrbenen zustehende, für die Teilnehmer an ben Feldzügen in ben Deutschen Kolonien gestiftete Rk e i> a i 11 e verleihen werbe. - Unter dem Ehrenvorsitz des Reichskanzlers und dem Vorsitz des Herzogs von Ratibor bildete sich ein Verein für Wohlfahrtsmarken, um durch den Vertrieb solcher Marken Mittel für die Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit, der Tuberkulose und anderer Volksleuchen im deutschen Reiche aufzutreiben. Die Marken tragen das Bildnis der Kaiserin und der Prinzessin Viktoria Luise und werden zu fünf Pfennig ausgegeben. Vereinsvorsitzende sind ferner: Der Wirkliche Geheimerat Althosf und der Geh. Kommerzienrat Jacob. — Die Verleihung der höchsten Klasse des türk. Osmanie- Ordens an den Staatssekretär v. T s ch i r s ch k y und den Kriegs- ministec v. Einem wird als eine Kundgebung aufgefaßt gegen Gerüchte über eine bieutschseindliche Gesinnung des Sultans. — In seiner „Wirtschaft!. Wochenschau" kommt der frühere sozialdemokratische Abg. Richard C a l w e r zu dem Ergebnisse, daß die deutschen Mehl - und Brotpreise trotz höherer Zölle nicht oder doch nicht viel über bie Mehl- und Brotpreise in den hauptsächlich Weizen konsumierenden Ländern hinausgehen. — Ist seiner „Wirtschaft!. Wochenschau" kommt der frühere sozialdemokratische Abg. Richard Kairoer zu dem Ergebnisse, daß die deutschen Mehl - und Brotpreise trotz höherer Zölle nicht ober doch nicht viel über bie 'Mehl- unb Brotpreise in ben hauptsächlich Weizen konsumierenden Ländern hin aus geh en. — Das preußische Landes-Oekonomiekollegium hatte gegen die von der Berliner Handelskammer beantragte Oeffnung der holländischen Grenze für die Einfuhr von Milch Verwahrung eingelegt und gleichzeitig mit Rücksicht auf die starke Verbreitung der Maul- und Klauenseuche in Frankreich den Minister gebeten, daß auch die französische Grenze gegen die Einfuhr von Milch gesperrt werden möae. Der Landwirtschaftsminister teilt nunmehr mit, daß eine Aufhebung des Verbots der Milcheinfuhr aus den Niederlanden und Belgien nicht ins Auge gefaßt fei und daß er den Antrag auf Verbot der Milcheinfuhr aus Frankreich dem Reichskanzler befürwortend vorgelegt habe. — Ein Aufruf des Herrn v. Arnim-Blankensee zur Unterstützung der Milchzentrale hat bei den kurbessischen Bauern insofern einen Erfolg gehabt, als die Molkereigenossenschaft Borken der Milchzentrale einen erheblichen Beitrag zur Verfügung gestellt hat. Es wurde anerkannt, daß das Vorgehen der märkischen Bauern in der Milchzentrale preiserhühend auf die Milchproduktion im ganzen Deutschen Reiche gewirkt hat, und daß es deshalb die Pflicht jedes Milc^ Produzenten sei, die Erhaltung des Unternehmens anzustreben. — Eine in Elberfeld abgehaltene Versammlung des Rhein. Bauernvereins beschäftigte sich mit dem Projekte, für die in Deutschland bestehenden sieben Bauernvereine eine Berliner Zentralstelle zu sckiaffen, die bei allen wichtigen, die Landwirtschaft betreffenden Fragen die Ansichten und Wünsche der deutschen Landwirtschaft zum Ausdruck bringen soll. Die Zentralstelle soll engen Konnex mit den Abgeordneten und Regierungsvertretern halten, d-en Eingaben der Landwirtschastskreise den nötigen Nachdruck verleihen, Mißverständnisse aus dem Wege räumen, die Orientierung über landwirtschaftliche Verhältnisse fördern usw. Um auch kaufmännische Geschäfte erledigen zu können, soll der Stelle die Rechtsfähigkeit in Form einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung gegeben werden. Die Versammlung sprach ihre Zustimmung zu dem Plane aus. Posen, 20. März. Fanatische Polen überfielen abends im Dorfe Szymborze die Wohnungen derLehrerIütt- ner und Janowski und zertrümmerten durch Steinbombarde- ment sämtliche Scheiben. Sie zogen sich erst zurück, als Lehrer Jüttner einen Flintenschuß abgab. Zum Sckmtze der Lehrer wurde ein Gendarmeriewachtmeister in das Dors kommandiert. Erlangen, 20. März. Der bauernbündlerische Führer und Landtagsabg. Scharrer in Hohenstadt hat mitgeteilt, dieSozia 1 - dernokraten hätten tönt angeboten, die bauernbündlerische Kandidatur Hufnagel in Änsbach-^hwabach gegen den Volls- hflang eS, auSzubrechen. Die Entkommenen wurden dann beim I Parlament zerstreut. Im Ganzen wurden 66 Frauen verhaftet, aber gegen Bürgschaft sreigelassen. , Paris, 20 März. Senat. Das Laus berat eine Interpellation Wer die Abschaffung der Inschrift: „Dieu protöge la France" (Gott beschütze Frankreich) aus den Münzen. Finanz- minister Caillaux führt «aus: Es handelt fiel) hier um eine Berwaltungsmasmahme, zu der die Genehmigung des Parlaments nicht erforderlich sei. — Daraus nimmt der Senat ine Tagesord- lUUl?_'ai©ie Deputiertenkammer lehnte einen Antrag des Mbe Gayraud (katholischer Republikaner), welcher die Freiheit des Kultus in den Militär- und Marinehospitälern fordert, ab. Der Antrag war veranlaßt worden dadurch, daß in einem Hospital in Toulon einem Geistlichen, der von der Familie eines bei der Katastrophe der „3ena" Verletzten herbeigerusen worden war, der Zutritt versagt worden war. Im weiteren Verlaus der Sitzung ualmi die Kammer einen Antrag Jaures an, welcher die Ernennung einer Kommission von 24 Deputierten fordert, die d.e politische Tragweite der P a p i e r e des M s g r. M o n t a g n i n i untersuchen soll. Der Antrag wünscht ferner die sofortige Veröffentlichung der gesamten Papiere, um tendenziösen Publikationen vorzuveugen und die herausiorderiide Haltung Roms festzustellen. _ Bukarest, 20. März. Die gewalttätigen Ausschreitungen gegen die Juden, die sich über die ganze Walachei ausgebreitet haben, sind hauptsächlich durch den Präfekten Var- sescu von Botuschani ins Werk gesetzt, worden. Die Soldaten beginnen, das Einschreiten gegen die Exzedenten zu verweigern. Von den größeren Orten hat Botuschani am meisten gelitten. Die Zahl der Toten ist noch nicht bekannt. Viele Landhäuser sind zerstört und Wertpapiere von Bauern zerrissen worden. In dem Gutshof Teodoreni drangen mehrere hundert Bauern ein. Sie drohten, den zwanzigjährigen Sohn des Gutspächters Kraßnoselsky zu erschlagen, woraus dieser Revolverschüsse ab feuerte und dadurch gerettet wurde, daß die Gendarmen ihn verhafteten. Etwa 3000 jüdische Familien sind aus österreichisches Gebiet geflohen. Neben Botuschani haben noch die Städte Bordujeni und Bucecca schwer gelitten. Die Distritts- hauptstadt Jassy ist von 30000 Bauern zerniert; die Garnison ist zu schwach, um diesen Scharen entgegentreten zu können. 300 Bauern stürmten Pacurari, wurden,aber von den Truppen zurückgeworfen und erlitten große Verluste. Der Kriegsminister, General Mano, ordnete dieMobili - s i e r u nn g des 4. A r m e e k o r p s für 14 Tage an. In Sotoschani fand eine förmliche Schlacht zwischen ärmeren Juden und Bauern statt, die mehrere Stunden dauerte; auf beiden Seiten gab es Tote und Verwundete. Die Soldaten, die betrunken waren, beteiligten sich Icun den Plünderungen, demolierten die Häuser und fraternisierten mit dem Pöbel. Das Elend ist ungeheuer. Die Bewegung gewinnt am Ausdehnung. Die Revolte breitete sich an der ganzen oberen Moldau aus. Aus S-ruSt ueiO Land. Gießen, den 21. März. •• Ordensverleihung. S. K. H. der Großherzog hat dem Generalsekretär der Fürsorgestellen für Lungenkranke in Berlin, Dr. A. Kayserllng, das Ritterkreuz erster Klaffe des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. •• Frühjahrsanfang brachte uns wirkliches Frühlingswetter, nachdem in den letzten Tagen Regen und Sturm arg gewütet und manchen Schaden angenchtet hatten. Der in dem jetzt glücklich vergangenen Winter in beträchtlichen Mengen niedergegangene Schnee, dec bei der milden Witterung der letzten Tage rasch verschwand, trug in Verbindung mit dem Regen dazu bei, die alljährlich eintretenden Ueberschwem- mungen der Bach- und Flußtäler und 9Zieberungen sehr umfangreich zu gestalten. Aus vielen Gegenden liegen solche Nachrichten vor, u. a. aus dem Lahntal zwischen hier und Wetzlar und von Marburg und von den Vogelsberger Flüßchen insbes. Ohm, Schwalm, Nidda usw. Von der Fulda, dem Main, Rhein, Neckar und der oberen Donau wird ebenfalls rasches Steigen gemeldet, sodaß fast überall Ueberschwemmungen eingetreten ober zu erwarten sind. Auf der Ostsee richtete der gestrige Sturm schweren Schaden an. Von 18 zum Fischfang ausgelaufene Tilsiter Fischerbooten sind 14 gestrandet. 2 Fischer ertranken. Von einem Boot fehlt noch Nachricht. Auch in Oesterreich besteht in vielen Gegenden Hochwassergefahr. Am Arlberg herrscht Schnee sturm. In der Nähe von Hintergasse wurde bie Bahn durch fünf Lawinen neuerdings verschüttet. Mit den bayerischen Bahnen wurden Verhandlungen eingeleitet, um die italienischen Auswanderer, von denen mehrere Tausend in Jnsbruck liegen bleiben mußten, über Kufstein nach Bayern zu befördern. ** Parlamentarisches aus Hessen. DerFinanz- auSschuß der 1. Kammer ist am Mittwoch nachmittag zur Beratung des Hauptvoranschlages zusammengetreten. Der Finanzausschuß der 2. Kammer machte gestern nachmittag einen Ausflug zur Besichtigung des nn Ober* Ingelheim zu errichtenden neuen Amtsgerichtsgebäudes. *Ä Zum Obmann des Landes-Lehrervereins ist, wie wir mitteilen, u. a. Hauptlehrer Storch in Butzbach auSersehen. Wie man uns aus oberhessischen Lehrerkreisen schreibt, findet am nächsten Samstag, 23. d. M.,.hier eine Delegierten-Versammlung statt, in der Herr Storch als Kandidat proklamiert werden soll. •• Oberhessische B a h n p r o j e k t e. Wegen des Bahnbaues durchs Seemental fand am Sonntag eine Versammlung in Kefenrod bei Büdingen statt, an der nahezu 500 Personen leilnahmen. Es wurde em Komitee gegründet, das die Regierung und die Kammern für das Projekt gewinnen will. ** Gernhardtscher Zither- und Mandolinen- Chor Gießen. Die musikalische Abendunterhaltung des vergangenen Sonntag-Ämiws er, reute sicy einer reujt lebhaften Beteiligung. Die Vortragsfolge enthielt ernstes und heiteres in reicher_Abwechslung und Fülle. Eröffnet mit dem Krönungsmarsch a. d. Oper „Der Prophet' Dun Meyeroeer in Oer Bearveitung für Zitherchor mit Mandolinen, Violinen und Flöte wickelten sich die Darbietungen, in Kompositionen von Swoboda, Hoenes, Joh. Pugh u. a. ab. Frische Alpenlieder sorgten für Abwechslung und leiteten über zu den leichteren Gaben des Abends, von F. Lohr, H. Dries und Risener. Auch Zymbal und Seraphon traten wieder in Aktion unb wurden beide noch wenig bekannte Instrumente mieberum von Mitglieb Herr Max Büttner in bekannter Weise gemeistert. Nachdem auf stürmisches Verlangen noch zwei Lieder eingelegt und die Schlußnummer gespielt war, dankte der Vor- fibende Herr Paul Müller für d.en zahlreichen - Besuch und machte aus das nunmehr folgende gemütliche Beisammensein auf- merkfam. Auch diese „Programm-Nummer" fand volle Anerkennung und — Unterstützung der Anwesenden, sodaß die Winter- Veranstaltungen des Gernhardtschen Zither- unb Mandolinen- chors einen in jeber Hinsicht befriebigenben Abschluß gesunden haben. ** Der Bauersche Gesangverein feierte am vergangenen Samstag sein 43jähriges Stiftungsfest im Neuen Saalbau, das recht zahlreich besucht war. Nach Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden wurde die Feier durch den wirkungsvollen Chor „Jagbmorgen" von Rheinberger eingeleitet. Chore wechselten mit Duetts und Solls, welche unter der Leitung des geschätzten Dirigenten Herrn Otto G ö r l a ch musterhaft vorgetragen wurden Den Schluß bildete ein gut gespieltes Theaterstück mit darauf folgendem Ball, der die Teilnehmer bis zmn frühen Morgen zu- ’ *" Evangel. Arbeiterverein. Zum Lichtbild er - Vortrag von Pfarrer Schwabe am letzten Sonntag war der Markus-Saal voll besetzt. Die Anwesenden waren überraicht von der Größe und Farbenpracht der Bilder. Gelänge eines Kliaben- chors umrahmten stimmungsvoll die schönen Darbietungen: „Ansichten aus dem heiligen Lande", erläutert durch den Vortrag von Pfarrer Schwabe. "Sie war die zweite! Nämlich die am vergangenen Sonntag geschaffene Schnepfe, die gestern als die erste gemeldet war. Wie uns ein gcsch. Leser mitteilt, wurde bereits am Freitag im Schiffenberger Wald die erste Schnepfe in diesem Jahr von einem hiesigen Nimrod geschossen. ** Die I. Nicker'sche Universitäts-Buchhandlung und die Firma Alfred Töpelmann (vormals I. Rickers Verlag) blicken heute auf die vor 75 Jahren erfolgte Begründung ihrer bis vor 2 Jahre noch in einer Hand befindlichen Betriebe ziirück. Das Sortiment und Antiquariat, das sich seit dem 1. April 1905 nn Besitze aeS Herrn Ernst Legler befindet, hat 'sich insbesondere durch die tatkräftige Leitung seines früheren Inhabers, des Herrn UuiversüülSbuchhändleis Töpelmann, zu feiner jetzigen Bedeutung emporgeschwungen. Ter seit 2 Jahren von Herrn Töpelmann unter seinem eigenen Namen geführte Verlag hat sich aus dem Gebiete der wissenschaltlichen Theologie und altonentalischen (speziell semitischen) Sprachwissenschaft namhaften Ruf envorbcn. △ Wieseck, 20. März. Indem Keller eines in der Alicestraße gelegenen Halises wurden etwa 4 0 Geldslücke aufgefunden, die zusammen den Betrag von 9 Alk. ausmachten. Etwas sicheres über die Herkunft des Geldes ist noch nicht festgestellt worden, doch nimmt man an, daß es von einem Kinde entwendet und dann aus Furcht vor der Entdeckung in den Keller geworfen wurde. Vielleicht trägt diese 'JJiitteilung zur Aufklärung des Sachverhalts bet. + Klein-Linden , 20. März. Die hiesige „Heimatvereinigung" hat in einer Sitzung des Vorstandes, der auch bie Vorsitzenden der hiesigen Vereine beiwohnten, beschlossen, an einem der Sonntage nach Ostern eine Besichtigung des M u - jeums zu Gießen vorzunehmen, bas eine große Anzahl Fund- stücke uns Altertümer aus unserer nächsten Umgebung enthält. Ferner ist geplant, im Laufe des Sommers zwei Ausflüge, einen ins Salzbvbelal unb einen nach Waldgirmes, Bubenrod und Jiobbeim vorzunehmen. Tie Veranstaltung eines Sommerfestes unter Mitwirkung sämtlicher angeglieberter Vereine ist in Aussicht genommen. o Langd, 20. März. Der kürzlich wegen Sittlichkeitsvergehens verhaftete hiesige Polizeidlener Römer wurde heute aus der Untersuchungshaft entlassen und bas Verfahren eingekeilt. X Bad-Nauheim, 20. März. Das anhaltende schlechte Frühjahrswetler macht sich hier für die dringend nötigen Neu- unb Umbauten, die bis zum Beginn der Saison fertig sein sollen, höchst unangenehm bcmcrlar. Es gibt zahlreiche rückständige Arbeiten in staatlichen, städtischen und privaten Bauten. — Ein Salinenarbeiter stürzte in einen tiefen Schacht und erlitt einen Rippen-, Arm- und Beinbruch. x Ulfa, 20. März. Das in der hiesigen emarfung gelegen Hofgut des Freiherrn v. Harnier wurde vor einiger Zeit von idxr Gemeinde gekauft unb morgenweise an die Landwirte unseres Ortes versteigert. Die Halste der Gebäude wurde von dem Tresa>inc.iä;inenbeiitzcr Heinrich Ludwig Gottwals zum Preise von 14 000 Mark erstanden. Dieser treibt nun in dem ehemaligen Freiherrlichlen Besitze, der hier und in der Umgegend nur der „Elhop" genannt wurde, eine Gastwirtschaft, die er zur Erinnerung an die frühere Gutsherrschast „Zum Edelho f" gewannt hat. Auch Denkmalsschutz! -s- Inheiden, 19. März. Während das staatliche Wasserwerk zil Lauter seiner baldigen Vollendung entgegengeht, soll das hier geplante zweite staatliche Wasser- iverk in der nächsten Zeit in Angriff genommen werden. Das umfangreiche Quellgebiet hat die Regierung vor fast zwei Jahren angekauft, es befindet sich auf einem Wiesen- grunö. Die großen Wassermengen bilden den Schivarzbach, der bei Treis sich in die Horloff ergießt. Seit voriges Jahr und besonders auch wieder vor etwa 14 Tagen fanden fortgesetzt Messungen statt, nachdem man einzelne Quellen tiefer gebohrt und das überfließende Wasser in Röhren aufgefangen hat. Man ist dadurch zu einem sehr günstigen Resultat gekommen, liefert doch das gesamte Quellgebiet in der Minute über 4000 Liter Wasser, am Tag ca. 6000 Kubikmeter. Das Gebiet ist also anscheinend wasserreicher als Lauter, das ca. 5000 Kubikmeter am Tag liefert. " Alsfeld, 19. März. An unserer Realschule unterrichten einschließlich des Direktors Dr. Pitz und ziveier Religionslehrer 11 Lehrkräfte. Die Gesamtzahl (einschl. Vorschule) betrug 190 und zwar 127 aus Alsfeld, 48 aus anderen hessischen Orten und 15 aus anderen deutschen Staaten. — Die höhere Bürger-(Mädchen-) Schule hatte 73 Schülerinnen (10 mehr als im Vorjahre), von denen 64 ans Alsfeld stammten. Ter Unterricht wurde von zehn Lehrkräften erteilt, von denen 5 Damen waren. Leiter der Anstalt ist Realschuldirektor Dr. Pitz. ak. 93om öogeBberg, 18. März. In wenigen Tagen Hai sich die Signatur der Gebirgslandschaft verändert. Vor 2 Tagen noch hoher Schnee auf dem Gefilde — heute der S ch n e e v e r - schwanden bis auf die Schneewehungen an den Hecken und Rainen. Endlose Wassermassen gießen nnaufhörlich vom Himmel, die Gebirgsbäche sind weil über die Uier getreten und führen in ratendem Lau'e Wassermassen mit sich, wie man sie hier nur selten sah. Gestern abend hagelte es unter Gewittererscheinungen — der Frühling hält endlich unter den hier oben üblichen unangenehmen Begleiterscheinungen von Siurm und Regen seinen Emziig. Bald wird sich's zeigen, wieviel der Schiieewinter^den Saaiseldern geschadet hat. Wie manche Aecker, ans dem keine Saat mehr zu erblicken ist und die von neuem auSge|tellt werden müssen. Trübselig schaut der Landmann im Blick auf bie fast vernichtende Wintersaat in bie Zukunft. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen unb den Nachbarstaaten. In W Ufers ha in wird demnächst die Erbauung einer Wasserleitung in Angriff genommen, für die 6000 Bieter Rohrleitlmgen unb cm Hochbehälter von 100 Kubikmeter Fuhall eriorberlid) sind. — In M a u l b a ch wurde Bürgermeister L e 11) m a n n einstimmig iviebergeiväljlt. — In Rendel feierte der Rechner der Spar- unb Darlehenskasse Karl Beck sein 25jähriges Amisjubiläum. — Landwirt Johann Tobias R a ck II. m würbe als Bürger m e i ft e r tür bie Gemeide D o r n - A s s e n h e i m gewählt und bestätigt. — Der (Sejaugverein Germania in Wald- Girmes hält am 9. und 10. Ium sein F a h ii e n w e i h s e st ab. Kausvefiher-Kerem. Von Rechtsanwalt Raab in Gießen. Vor einigen Tagen ging ben Hausbesitzern in Gießen die Aufforderung zu, sich zu gemeinsamer Wahrung ihrer Jntereffen zu. sammcnzuschließen. Es galt den vor länger als einem Jahrzcynt sanft entichlaienen H.'ausbesitzerverein zu neuem Leben zu erwecken. Die zahlreich enigeiauienen Anmeldungen lassen hoffen, daß die neuerstandene Vereinigung sich lebens,ähig und segensreich erweisen wird. Die Ausgaben, die einens solchen Verein envachsen tonnen, die Punkte, an benen er seine Tätig leit an>etzen muß, lammen jetzt täglich von selbst. Gießen hat das „alte Nest" verlassen und strebt, eine, wenn auch jetzt iwch ticiiie, bbaj immerhin beachtenswerte Provinzstadt zu werden. _ Die allernächsten prägen scyon, wie Kanati,atwn, elektrische Straßenvahn unb bergt gehen den Hausbesitzer noaji mehr an, wie den übrigen Angehörigen unserer Provinzialhauptstadt. Der Hausbefitzer-Vereui iuiu) unb muß eine Parallele zum Bürgerverein fein, de,,en allgemeine Tendenzen unter dem Ge- ftchtSwintel des Hausb^sitzes betraastet, ^o tute der Burgeiverein, soft er sich mit der Zeit als baS Sprachrohr iur die Wunsche der Burger,achft erweisen, als der Booen, all, dem die Stadtverordneten die Vervindung mit der Masse der Gemeinoemitglieder und eme verständige Stadtvertretung die Fühlung mit der Oesfent- ftchkeit erreia-t und beyiut. Man kann im modernen Voltswirt- ,a)a,tsleben nicht mehr ungestraft tioer die Wie derer, die das Gerd hergeben, hinweg delrelieren und nach viel Wiastigtuerei und GeheiinniStrannrel ben des adulten llutertanenverstano vor vollendete Tatsachen hinstellen. Ein Hausvejitzer-Verein wird, wenn er feine An,gave richtig er,aßt, sich niast von em,eiliger Jnterenen- herrschast beein,lui,en tauen. So wird er insoe,ondere nickst seine Spitze gegen die Mieter richten, ais sei sein Etwzweck der, bie Mieter möglichst.auszuschtachten. Dafür als Beleg ein praktisches Beispiel: Kürzlich wurde vom Hausbesitzer-Verein Nürnberg, der über 4000 Mitglieder zahlt, in den Zeitungen berichtet, daß er dem Magistrat eine Denkschrift überreichen ließ, d.e sich in ft der Erscheinung besaßt, datz sich der klänget an kleinen Wohnungen im Jahre 1906, statt nachzulassen, gesteigert hat, und datz es die Steigerung der Arbeitslöhne und der Preise für Vaumatertalim, ferner ortsbaupolizeiliche Erschwerungen sind, die zur Verteuerung des Bauens führen. , . Der Hausiwfttzer-Verein bekämpft also die Wohnungsiwt, die ihm doch zu statten kommen müßte. Und wenn er z. B. übermäßige Lasten von sich abzuhfttten sucht, dann haben die Vtieter dadurch direkten Vorteil. Anderseits will er nicht ein Unterschlupf ,ür GrundstüaSsperulation sein und deshalb braucht er sich nicht in prinzipiellen Gegensatz zu bodenreformerischen Bestrebungen zu setzen, auch die vernünftige Ausgestaltung einer Wertzuwachs, steuer nicht von der Hand zu weisen. Gegen geringfügigen Beitrag steht der Beittitt dem unb> scholtenen Eigentümer, Nutznießer oder Verwalter von in Gießen gelegenen Häusern frei. Eine Fülle von Fragen und Anregungen wird dem Mitglied das Interesse an den Bestrebungen und das Verständnis für die Ziele des Vereins erwecken. Man denke an Aufklärung über Mietreclst, polizeiliche Verordnungen, Wtufter für Mietsverträge, Interessantes aus der Rechtsprechung über das Verhältnis von Vermieter und Mieter, oder beider zur Obrigkeit, Enteignungsivesen, Resormeii im Gebiet der buntscheckigen Bauordnung, Entwurf von Bauverträgen, Straßenkostenbefträge, Straßendurchbrüche und Straßenwesen im Allgemeinen — in Gießen ein ausgiebiges Kapitel für sich —, Püatzfragen fün Schulen re., städtischer Haushalt, Ausgleich von Gegensatz zwischen Stadt und Hausbesitz (z. B. Beleuchtungsfragen), gerechte Verteilung von Staats- und Gemeindesteuern, Wohnungsinfpektions- wesen, Armenwesen unb Unterbringung Wohnungsloser — in Gießen wiederum ein Spezialgebiet, des Schweißes der Edlen wert —, Belehrung der Beteiligten über einschlägige Fragen, Gesuche und Eingaben an Gesetzgeoungsstellen, an Staats- und Gemeindebehörden, Schaffung loyalen Verhältnisses zwischen Vermieter und Akieter, Schutz des Vermieters vor Mietern, die mit bem Bezahlen ständig auf dem Kriegsfüße leben oder in deren Lexikon das Wort Verträglichkeit ein für allemal getilgt ist. Auch Fragen von weiterer Bedeutung darf der Hausbesitzerverein in seinen Bereich ziehen und im Schoß seiner Versammlung zur ungezwungenen Aussprache bringen; ich denke z. B. daran, ob nicht das in Aussicht genommene neue hessische Lehrerseminar für Gießen mit Anschluß an die Universität unb die den Lehrern unter gewissen Bedingungen gestattete Beteiligung an phiwsophischen Universitätsstudien gewonnen werden könnte, an dm Ausbau d.r handelswisse.is^asttichcn Fachschule, an bie Zukunft Gießens als Endpunkt des Lahnkanals und die Hafenplatzftage, an bie Wichtigkeit des Vogelsberger Bahnpwjekts Mücke-Ulrichstein u. bergt. , Noch kommt ein Hausbesitzerverein in Gießen nicht zu spät. Möge er seine Existenzberechtigung auch bei den Zweiflern nachweisen. Hoffentlich findet er regste Beteiligung bei allen ütter- essierten Kreisen und jvorurteilslose, kräftige Förderung in der ganzen Sludt. Vom Unglück des Panzers „Jena". Paris, 20. Riärz. Im Senat brachte Nionis einen Antrag ein, betreffend die Einsetzung einer Kommission von neun Mitgliedern, welche zur Untersuchung der Katastrophe auf der „Jena", sowie der Unglücksfälle, die in den letzten Jahren in der Flotte sich ereignet haben, mit ec- melierten Vollmachten ausgestattet werden sollen. Marineminister Thomson erklärt, die Regierung sei mit dem Antrag einverstanden und werde der Kommission ihre volle RUt- w.rkung zuteil werden lassen. Der Nlmister gibt weiter be- la nut, daß der Bericht der Kommission der Seeoffiziere die Annahme, nach der die Explosion in der hinteren Pulverkammer der „Jena" stattgcfunden hätte, als falsch bezeichnet und nur die Vermutung aufrecht erhält, daß das Unglück entweder durch Kurzschluß oder durch Niederfallen von Geschossen oder durch Umwandlungen in dem chemischen Zustande von Explosivstoffen verursacht worden sei. Bei keinem Dienst an Bord seien Verstöße oorgekommen. Niemals sei eine Herabsetzung der Temperatur verlangt worden. Die ganze Munition sei im vorigen September untersucht worden. Die Direktion der Artillerie glaube nicht, daß die Explosion durch eine Zersetzung des Pulvers verursacht worden sei. Es wurde eine Kommission von zwölf Ntttgliedern gewählt.__________________________________________ vermischtes. • Johannesburg, 20. März. Auf die hiesige Filiale der Nationalbank in Harrison Street wurde heute von zwei mit Revolvern bewaffneten Männern ein verwegener Angriff ausgeführt. Die Räuber forderten mit erhobenen Revolvern die Bestände der Bank. Die Angestellten derselben und die Angreifer wechselten Schüsse; dabei wurde einer von den letzteren durch den Mund geschossen und überwältigt; auch der andere konnte dingfest gemacht werden. Von den Bankbeamten wurde einer am Arm verwundet. * Der neuefte (Si Jen bahn Unfall. Auf der Rix- dorf-Niittenwalder Bahn, die einer Aktiengesellschaft gehört, stießen bei der Station Buckow ein Personenzug und em Güterzug zusammen. Acht Passagiere wurden mehr oder minder schwer verletzt; vom Zugpersonal erlitt ein Hülfs- bcamter leichte Kontusionen. * 21000 Mark für einen Stier. Einen Rekord im Preise hat kürzlich ein roter Stier davongetragen, der auf der landwirtschaftlichen Ausstellung in Birmingham zu sehe» Höchste Temperatur am 20.—21. Marz — 4-7,9* C. Niedriaste 20.-21. Handel des 96.10 Elektriz. Lahineyer 3?6 Portugiesen Serie I . 3% . 99.90 Pnuee-Heun-Eisenbahu . 135,00 Börse, 21. März. Aufangskurse. . 143.20 Mecum. L«/, 1994 . stehendes Holz werden: ES starben an: Zusammen 1 2 1 1(1) KD 1 1999 W" 4 Summe 13 <3) 220.00 119.00 26 90 142.80 4% Öesterr. Goldrente. . 41/5% Oesterr. Silberrente 68.10 68 80 90.30 91.10 1 1 1 4% 4% 1 3 1 1 . 207.80 . 224.40 . 27.20 . 175.90 . 133.50 . 236.3b . 75.60 . 149.00 51 5 11 24 178 101 6120 50 Berliner Handelsges Darmstädter Bank . Deutsche Bank . Deutsch-Asiat. Bank Diskouto-Kommandit. Dresdner Bank Kreuitaktien . . . Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . Gotthardbahu . . Lombard. Eisenbahn Gestern Staatsbahn . 133.25 110.00 224 00 195.70 139.00 206.00 222.00 122.90 107.80 Ungar. Goldrente Italien. Rente . Harpener Bergwerk. Laurabütte . . „umbarden E. B. Nordd. Lloyd . . . l'ürkenlose . . 163 90 . 133.50 . 236.60 . 167.00 . 176.00 . 148.50 . 212.70 84.60 96.15 84.60 94.40 94 00 98.80 99.50 94.25 Reichsanleihe do. Konsole do. . . Hessen Oberhessen vom 2.-15. Jahr 1 1 Berliner Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . . Tendenz: ruhig. wu 3% wu 3% 3M7o 3^7o Elektriz. Schnckert . . . Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amerik. Paket!. Harpener Bergwerk. . . Laurabütte...... Nurdd. Llojd..... Obeischles. Eisen-Industrie Lungentuberkulose Lungenentzündung Influenza Lebensschwäche Altersschwäche Inm.: Tie in Klammern gefehtcn Ziffern neben an, wie viel der Todes'äNe in der betreffenden Krankheit auf von auSwärtS nach Gienen gebrachte Kranke fnmmen. Bemerkt wird, daß das Holz großenteils an der Kreis-) straße Leihgestern—Gießen lagert. Zusammenkunft am Wald- dcn 28. März. Treis a. 2ba, den 20. März 1907. Großherzogtictie Oberförsterei Treis. Schneider. eingang an der Kreisstraße. Leihgestern, den 19. März 1907. Großh. Bürgermeisterei Leihgestern. Heß. 4y»°/0 rass.Staatsaul. 1905 4>6% Japan. Staatsanleihe 4 % Couv. Türken von 1903 Türkeulose ... . . 4% Griech. Monopol-Aul. 4% äussere Argentinier . 3°/0 Mexikaner . . 4^°/o Chinesen . . . . Aktien: Bochum Guss..... Buderus E. W . . Tendenz: schwach. Gießener Wetterdienst. voraussichtliche Witterung für Hessen am Freitag, beit 22. März: Aufheiterung. Trocken. Nachts kalt, am Tage mäßig kühl. ch ein geborener TarmNadler. 142.60 50 00 83.60 65.20 95.90 Krebs Herzsehler Abzehrung Selbstmord : Erwachsene: im 1. Lebensjahr: Fichten-Stämme — 1,06 Fm. Fichten-Drrbstangen — 1,15 Fm. Rm. Kwsern-Nutzscheit , Kiefern-Brennscheit , Kiefern-Knüppel Kiefern-Wellen Rm. Stock. Holzverfteigerung. Montag den 25. März L I., vormittags von 9 Uhr anfangend, soll im Leihgefteruer Gemeindewald nach, ans den Distrikten Horst und Suhl versteigert Kiefern-Stämme — 26 Fm. Portugiesen „ III roar. Er foflete nicht weniger als 1000 Gumeen, nach unserem Seide also 21 000 Mark. Das Prachtexemplar acht nach Südamerika, tkein anderes Vieh war I-mals so teuer. Schon seine Farbe verleiht ihm einen Seltenheits. roert: »(»ine TageSchronik. Unter schr-cklickl-n Umständen bat ein So da, in Ehomberp «Frank. > Selbstmord de- gehörte seit 20 Jahren der Armee an und war kürzlich ber Tellnahme an einem Einbruch angeklagt, jedoch nicht in '.'inest gebracht worden. Er schrieb an bas Gericht, er sei unschuldig und schoß sich 5 Kugeln in die Brust, die ihn mir verletzten Taraisi schleppte er sich nach der Waschküche und suchte^sich dort ul ertränken, Kameraden zogen ihn zwar noch lebeiib heraus, bald daraus aber verschieb er. — Eine Melbung des Newyorker Herold" besagt, baß Nock eie Ilers Testament die Welt m Erstaunen setzen werde. Ein Freund Nockefellers teilt mit, dag er mindestens 800 Millionen Mark für öffentliche und w o hl - tätige Zwecke hinterlassen wird. — In Löwenber g i. «chl- hat der Müllergeselle Katzer drei seiner Kinder und dann sich selbst erschossen. Zwei andere Kinder befanden sich m der Schule. Tie Frau war verreist. Katzer litt an einer unheilbaren Krankheit und hat auS Verzweiflung die Tat begangen. Tie getöteten Kinder standen im Alter von 3 bis 7 Jahren. — yn E a ni p bei Earni (Pommern), drang ber Zimmermann schwarz m die Wohnung der Ellern seiner von ihm getrennt lebenden Ehefrau, die gegen ihn den Scheidungsprozeß angestrengt ^hatte, und gab auf die ui der Wohmmg Anweseiiden, darunter die Lchwieger- eltern und seine Frau, R e v o l o e r s ch ü s s e ab, durch die „seine Schwägerin leicht verletzt und sein eigenes Kind getötet wurde. Schic arz tötete sich darauf selbst. — -ter letzte Nachkomme einer angesehenen französischen Aristokrateufamilie, Marquis de Escalles, welcher den Rest seines Lermogens von 300 000 Francs in Rio Tinto-Spekulationen verloren hatte, verübte in Paris Selbstmord, nachdem er vorher feine Geliebte auf Wunsch getötet halte. - In Knocke (Belgien) stürzte eine im Bau befindliche Mauer ein. 5 Personen wurden unter den Trum- mern begraben, 2 davon sind tot, 3 schwer verletzt. Fu Leipzig stellte sich der Recht Sa nw alt Richard H a m m e r der eiaaie- anwallschasl unter ber Selbstbeschulbiguug, frembe Gelber unter- schlagen zn haben. — —.. Kandel. Städte-Anleihen. Auf 6 Millionen Mark 4proz. Anleihe der Stadt Nürnberg unkündbar bis 1917 reichte das Höchstgebot mit 99 Proz. eine Gruppe bestehend aus der Kgl. Hauptbank in Nürnberg, die dortigen Niederlaffungen der meisten anderen Banken, ferner das Bankhaus Wertheimbcr in Frankfurt a. Dl. ein. Hierauf wurde auch der Zuschlag erteilt. — Tie Stadt H a m m in Westfalen hatte seinerzeit beschlossen, eine 4 p r o z. Anleihe von 4 Millionen Mark zu begeben. Tie Regierung hat ober die Genehmigung zu diesem Anleheii versagt, weil die Stadt eine zehnjährige Unkündbarkett der Anleihe vorsah. Ter Magistrat hat nun beschlossen, eine Anleihe von 3 Millionen Mark zu 4'/,» Proz. bei ber Westfälischen Landesbank aufzunehmen. Tie notwendige vierte Million soll bann im nächsten Jahr bei gleicher Bank aufgenommen werden. N e n e R e i ch s b kl n k st e l l e. Am 8. April b. Js. wird in Bilterfelb eine von ber Reichsbankstelle in Halle (Saale) abhängige Reichsbanknebenslelle mit Kaffeneinrichtung unb beschränktem Giroverkehr eröffnet werben. Märkte. ko. F x a n f f u r t a. M., 21. März. (Telegr. Orig.-Bericht bes „Gieß. Anz.".) Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarkl- preise. Zum Verkaufe standen: 32 Ochsen, 00 aus Oesterreich 2 Bullen, 0 aus Oesterreich, 54 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder 0 ans Rumänien, 845 Kälber, 82 Schafe und Hämmel, 7 Ziegen, 73 Ziegenlämmer, 78 Schaflämmer. Bezahlt wurde für da? Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 80—84 Mk., 2. Qualität 72—75 Alk., 3. Qualität 64—67 Mk.; Bullen 1. Qual. 71—75, 2. Qual. 67—69; Kühe 1. Qualität 72—74 Alk., 2. Qual. 68—70 Alk., 3. Qual. 60—62 Alk., 4. Qual. 00—00 Alk., 5. Qual. 00—00 Alk. Kälber l.Qual. 100—104 Psg., Lebendgewicht 60—62 Psg., 2. Qualität 92-96 Pfg., Lebendgewicht 54- 57 Psg., Schlachtgew. 70—75 Psg.; Schafe: 1. Qual. 80—00 Pfg., 2. Qual. 76—78 Psg. Geschäft: bei Hornvieh gut, Ueberstand mibebentenb, bei Kleinvieh gut, fein Ueberstand. Bekanntmachung. Die städtische Lastwagc an der ter von in öi 11 und Anregungrr stebungen und bü 'N. Man denke an Ebnungen, Muster iechtjprechung üb.t - oder beider zur tel b:r buntscheckigü iraßenkoslenbeitrage, üUlgemeinen — in Pättzftagen für i Gegensaz zwischen gen), gerechte Ler. ohnungsinspeklious. chnungsloser — in chweißes der Edlen linschlägige Fragen, :n, an Staats- unh nisses zwischen Ler> >r Mietern, die mit 1 eben oder in bac mial getilgt ist. i\ der hausbesH >B [einer Äersar^ i; i(f) denke - 8. tue hessische ührrr- asität und die dm « 'Beteiligung ar. Men tön ii le, ar i[e, an die e Äasenplatzste. dU Müde-Uli^ •feen nicht zu fpii m Zwäslern nw ig bei allen inte Förderung in tc Hoizverftergerung im Genreindewald Erda am Dienstag den 26. b. Mts.: 52,77 Fm. Eicheustammholz Schreiner-, Bau- und Grubenholz. Zusmmnentunfl um 10V8 Uhr beim Vorsteher. Hohensolms, den 19. Marz 190/. C21/» Ter Bürgermeister. gehören würde. Anzeichen für einen Vorsatz oder für eine Fahrlässigkeit fehlen. Bei dem — wie gerichtsnotorisch — enormen Betriebe des Angeklagten, ber zirka 2500 Arbeiter beschäftigt, ist es natürlich ausgeschlossen, daß der Geschäftsinhaber ständig in eigener Person die Kontrolle über den technischen Geschäftsgang ausübt. Eine subjektive Verantwortung des Angeklagten erschien daher ausgeschlossen und trhr auf seine Freisprechung unter Aushebung des Vorderurteils zu erkennen. Bei derartig großen Betrieben erscheint es überhaupt nicht angängig, ohne weitere Ermittelung den Eigentümer zur Verantwortung zu ziehen. Solche Geschäftsverhältnisse schalten die direkte unmftrelbare Beaufsichtigung des Geschäftsinhabers — und damit seine Verantwortlichkeit — fast immer aus. Nur eingehendere Ermittlungen können festftellen, wer im einzelnen Falle für die Aufsicht verantwortlich erscheinen kann." — .Hiernach ist der Chef eines großen Meiereibctriebes für einen etwaigen Schmutzgehalt feiner Milch nicht zur Verantwortung zu ziehen, während jeder seiner kleineren Berufsgenossen, denen nicht so reiche Dülssmittel und Hülfskräste zur Verfügung stehen, unweigerlich bestraft wird. Tie kleinen Milchhändler dürsten mit obigem Landgerichtserkenntnis schwerlich zufrieden sein. Gerichtssaal. = Wiesbaden, 20. März. Der Fleischergeselle Friedrich Eppstein wurde vom hiesigen Schöffengericht wegen verleumderischer Beleidigung zu vier Monaten Gefängnis üerurteilt. Eppstein hatte seinem Meister Karl Harth hier in ber Absicht, ihn zu schädigen, nachgesagt, er treibe tn seinem Geschäft die schmutzigsten und ekelhaftesten Manipulationen. U. a. halle er behauptet, die Gesellen müßten die Wursteimer zum Waschen benutzen, mit dem in der Wurstküche benutzten Schöpfer werde auch die Senkgrube ausgeschöpft, schlechtes in Verwesung übergegangenes Fleisch, das von Maden gewimmelt habe, sei zu Wurst berarbeitet worden usw. E. veranlaßte das Erscheinen eines Artikels in der Volksstimme zu Frankfurt, in dem ebenfalls diese angeblichen Mißstände geschildert wurden. Öarth wurde dadurch in seinem Geschäft erheblich geschädigt. In der Gerichtsverhandlung wurde der in 1 einer geschäftlichen Ehre und seiner Existenz schwer bedrohte Me^germeifter glänzend gerechtfertigt, da sich sämtliche Behauptungen Eppsteins als erlogen herausstellten. T r e s ö e n, 20. März Heute begann ber Schwurgenchtsprozeß gegen den Arbeiter Schilling aus Chemnitz wegen versuchten und vollendeten Mordes, Raubes und Sittlichkeftsverbrechens. Schilling soll am 3. Oktober vorigen Jahres bte Heimburgerm Kämpfe bet Attqnslusburg überfallen und beraubt, am 8. Oktober im Wald bei Fürth die Schnnedeehefrau Grünewald, am 16. Oktober bei Weimar die Psarrersfrau Weiner beraubt, am 9. Oktober bei Schandau eine Frau Richter beraubt und zu vergewaltigen versucht haben. Wenige Stunden später soll er aus der Lichlenhainer jlur die 13 jährige Frieda Thiermann gewürgt, am Hals und Unterleib gestochen haben, wodurch der Tod herbeigeführt wurde. Ter Angeklagte, dem noch andere Verbrechen zur Last gelegt werden, gibt zu, daß er das alles getan habe. Tas Schwurgericht verurteilte Schilling wegen Al o rd e s ztnn To d e. Für einen Schmutzgehalt der Milch ist der Be- sitzer einer großen Meierei strafrechtlich n^tcht verantwortlich. Professor Oftertag von der Berliner Aier» ärztlichen Hochschule veröffentlicht ein interessantes Landgerichtserkenntnis. Kommerzienrat Bolle in Berlin war im vorigen Sommer wegen llebertretung der Orts Polizeiordnung, welche den Verlauf von Milch, die fremdartige Stoffe enthält, verbietet, zu einer Geldstrafe von 5 Mk. verurteilt worden. Auf die Berufung wurde das sd?öffengerichtliche Urteil aufgehoben und Bolle auf Kosten der Staatskasse freigesprochen. Das Gericht war zwar der Ansicht des Sachverständigen beigetreten, die durch den Befund des Nahrungsmittel-Unterfuchiingsamts gestützt wurde, datz nämlich die beanstandete Atilch Ruß und Holzfasern enthielt. Es war somit anzunehmen, tfafs in dem Geschäft des Angeklagten durch irgend ein Versehen die untersuchte Milch zum Ausfahren bestimmt wurde, ohne daß vorher, entgegen dem Zeugnis des in der Meierei angestellten Chemikers, eine Filtration derselben ftattgefunben. „Objektiv, fo heißt es in dem Urteil, ist nach dem Ergeonis her Beweisaufnahme der Tatbestand der StrafbestimnUing gegeben, da die Milch mit Ruß und Holz-- spänen vermischt in dm Verkehr gebracht wurde. Dagegen glaubte das Gericht, die f u b i e 11 i ü c Verantwortlichkeit des Angeklagten, ausschließen zu müssen, zu der entweder Vorsatz oder Fahrlässigkeit cachle Llonis röffl nec Kommission csuchung der An« läsW, die in ta tet haben, mit «• n sollen. Marin«, sei mit dem W ,n ihre volle W iftec g'bt * bet SeeofW« «IS f» »-i* d°« das Ung ut ä Niederfatlel Ölungen m bw astoffen verursach- >rd seien »«st«- ‘»KVS JleuS Blmddarrnentzündung 1 (1) KD Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Ta die Entfernung der Torhäuschen demnächst wieder die städtischen Behörden beschäftigen wird, empfehle ich die nachfolgenden der „Rat. Ztg." entnommenen Zeilen, die die Ent- cheidung über das Schiestal der Potsdamer Torhäuschen schildern, der Beachtung aller, die über die Entfernung ober Erhaltung unserer mitzubestiinmen haben. Die genannte Zeitung schreibt: „Die Potsdamer Tor Häuschen bleiben! Die Schinkelsehen Torhäuser zwischen Leipziger und Potsdamer Platz, deren Beseitigung im Interesse der Verkehrsregelung auf dem Potsdamer Platz von manchen Seiten gefordert wurde, werden bleiben. Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, Hal sich der Kaiser für die Erhaltung dieser allen Baudenkmäler ausgesprochen, nachdem insbesondere von militärischer Seite gegen den Abbruch der Häuser und eine Oeffnung des Leipziger Platzes Bedenken erhoben worden sein sollen. Ob dieser letzte Teil der Nachricht zutreffend ist, sei dahingestellt. Daß der Kaiser sich für die Tor- Häuschen interessiert, scheint jedoch sestzuiiehen. Wir haben erst kürzlich wieder darauf hingewiesen, daß mit einer Entfernung ber hübschen Bauwerkchen aus ber Zett des berlinischen Klassizismus gar nichts gewoiinen wäre, da der Verkehr am Ende des Leipzigerplatzes ja doch in den Schlauch ber Leipzigerstraße hinem- gezwängt werben muß. Die Parteniahme bes Kaisers ist mjofem besonders bemerkenswert, als sie mit anderen Kundgebungen zu- sammeiitrifft, die ein lebhaftes Interesse des Alonarchen an den alibertmer Baudenkmälern verraten. Die Erhaltung des Opernhauses fällt gleichfalls in dies Kapitell Allen Berliner Kunstfreunden ivird dieser „neue Kurs" nur von Herzen sympathisch jein." Hoffentlich kann demnächst von hier ähnliches berichtet werben, denn unsere Torhäuschen können, wenn sie dereinst m ihren ursprünglichen schonen Zustand mit den offenen Hallen zurückversetzt werden, für alle möglichen Zwecke, wie Polizeiwache, Obst- und Letterswasser-Vertauf, Rloieuanlageii rc. noch nebenbei praktische Verwendung finden, ganz abgesehen davon, baß man sol. e Wahrzeichen der Vergangenheit nicht ohne zwingende Notwendiskelt entfernen soll. Ter Frühling naht mit Brausen, Wann's regnet, ist's zum grausen An dem Wetzlarer Weg. Wann komnil der Bürgersteg? luf di- “K 11 wem ein Sing* einer ab“ Tiber®* «** eine ionen^^ em „ mehr t sS?'" ALrchliche Nachrichten. Jsractittsche Neligionsgesellschaft. Sabbatfeier am 2 3. März 1907: Freitag abend 6.15 Uhr. Samstag vormittag 8.30 Uhr. Nachmittag 3.30 Uhr. Sabbat-Ausgang 7.30 Uhr. Wochengoltesbienst: morgens 7.00 Uhr, abenbs 8.00 Uhr. Israelitische Religionsgemcinde. Hottesdtenil in der Sy-agoge (Sudanlage). Samstag, den 2 3. M ä r z 19 0 7. Vorabend 6.30 Uhr. Morgens 9.00 Uhr. Nachmittags 3.30 Uhr. Schrifterklärung. Sabbatansgang 7.30 Uhr. WüMlikkziedeiM irr Lcikssöük inittLindt Litpu 8. Woche. Vom 17.—23. Februar 1907. Einwohnerzahl: angenommen zu 29 500 linkt. 1600 Mann Militär) Sterblichkeitsziffer: 22,91 °/00, nach Abzug von 3 CrtSfremben: 17,62 3/oo. Kinder Sport. — Fußball. Vergangenen Sonntag trafen sich hier die ersten Mannschaften des Offenbacher F. C. Kicker s und des G i e ß e n e r F. C. v. 1 9 0 0. Der Platz war in ber besten Verfassung, es entwickelte sich vor den Augen des verhältnismäßig zahlreich erschienenen Publikums ein schöner Kampf. Offenbach konnte ben Platz mit 4:0 Toren behaupten; bei Halbzeit stand das Spiel noch unentschieden. Beide Mannschaften zeigten ziemlich die gleichen Leistungen. In der ersten Spielhälfte schnürt Gießen ihren Gegner völlig ein, während in der zweiten Spiel- hälste sie selbst zurückgedrängt werden. Tie größere Wettspiel- ersahrung seitens bet Offenbacher war ausschlaggebend. Das Spiel selbst verlief äußerst anständig und ruhig. — Die zweite Mannschaft des G. F. C. v. 1900 sollte in Wetzlar ihr vor- letztes Verbandsspiel austragen, doch da der bestimmte Schiedsrichter nicht erschienen war, einigte man sich zu einem Gesellschaftsspiel. Gießen, das mit unvollständiger Mannschaft gefahren war, hatte gegen die starke Wetzlarer Mannschaft schwere Arbeit zu verrichten. Mit dem knappen Resultat von 5 :4 Toren konnte es den Platz als Sieger verlassen. Arbeiterbewegung. Atona, 20. März. Tie Seeleute von Hamburg und Altona beschlossen in einer heutigen Versammlung, die streikenden Schauer- lerne mit allen Mitteln zu imterstützen. Müncheii, 20. März. Die Gehülfenorganisation der Maßschneider hat sich bereit erklärt, mit dem OrtSvorstand des Allgemeinen deutschen Arbeitgeberverbandes für das Schneider- gewerbe m Verhandlungen einzutreten. Dadurch ist die Möglichkeit ber Beilegung bieses großen Streiks näher gerückt. 9)1 ann beim, 20. März. Tie Situation in der Lohnbewegung der Schneider hat sich erheblich zugespitzt, da die beiden Schneidermeister-Vereinigullgen zu gemeinsamem Vor- gehen sich znsamnienqeschlossen haben. Die zwei größten Finnen am Platze, die sich zu einer 10 proz. Lohnerhöhung bereit erklärt hatten, haben nun ebenfalls ihre Gehülfen au^gefperrt. 13 kleinere Geschäfte haben die Forderungen bewilligt. Tis christl. Geiverkschaftler haben sich mit den sozialdemokratischen Gewerk- schaftlern solidarisch erklärt. Marz 1907 Barometer auf 0’ reduziert Temperatur der Luft ±2 o “ s = 5» Z Relative Feuchtigkeit ? 3 1 >Q I Wetter 20. 2" 746,6 7,0 5.4 72 N 0 Regen. 20. 9" 719,2 3,7 5.5 92 NNW 4 21. 7" 755,9 2.9 4,8 85 NNW 2 Sonnenschein b. mit PreiSang. Gies;. An/;, erbet. 1907 zu vermieten. 113 unt. L Punkt Eintritt gesucht. 1986 empfiehlt 1195 11940 meinem Garten. Kommerzienrat Schirmer. Feinstes [1918 Mt am 1. Mai statt. D51/. Omnitiusgesrtlschllst Kutscher und Pserdepfieger gesucht. 01867 Seltersweg 5. C’1/, Möbl. Zimmer zu vermieten. Marktplatz 2. 01876 I Wäret: und und 1663] Weserstratze 29, I. Suche zu Ostern [1924 6 Zimmer SM*1 Wietgelulhe aller Art auf be quemst. Teilzahlung diejederKäuferselbst bestimmen kann. Blütknmihl Nr. 0 von 10 Psnnd ab für 17 Pfg., Parser-Auszug von 10 Pfund ab ä 16 Pfg. L. Müller, Credner Str. 36. Deutschlands größtes Waren- und Möbel Haus mit Kreditbe willigung. Möbl. Rimmer zu vermieten. 01838J Neuenweg 9, III. 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