Donnerstag 2G. September Jahrgang Zweites Matt Nr. 22(5 Erscheint täglich mit Ausnahme beS SomücrgS, General-Anzeiger für Oberheften Dom 8. internationalen kunsthistorischen Kongreß die Sammlung von Wiegendrucken, deutschen, italienischen und holländischen Ursprungs. Won den deutschen sind besonders erwähnenswert zwei Mainzer Pergamentdrucke mit prächtig in Gold und Farben ausgeführten stilvollen Miniaturen und Initialen: „Psalterium 1457" und „Biblia heiten fehlen noch. Das „Berl. Tagebl." meldet aus Peter-sburg: Der Buchhalter des Marinekadettenkorps Hofrat Ne „tttfcrnet KnnUlenblätter" werden dem Anzeiger' viermal, wöchentlich bsigelegt, das 'xrtlsbtott für den Kreis Ziehen" zweimal VSchentUch. Der „hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal. zum Reichskontrolleur ernannt worden. DaS „Berl. Tagebl." meldet aus Petersburg: Auf dem j ü d i sehe n Fr ie d h o f e in Odessa kam es am- Dienstag neuerdings zu einem ernsten Zusammenstöße zwischen Angehörigen des Verbandes echt russischer Leute und Juden, wobei viele Juden verwundet wurden. Einzel- Zymb alo w ist nach Unterschlagung von mehreren Zehntausenden von Rubeln verschwunden. Er soll sich nach Berlin gewandt haben. Der Defraudant wird steckbrieflich verfolgt. Charkow, 25. Sept. Aus Kupjansk ist eine Mel> düng eingegangen, wonach in dem dortigen Gefängnis Unruhen entstanden. Ein Oberausseher und fünf Auf^ seher wurden getötet. Die Gesängniswache nnchte FeneL geben. Vor dem Eintrefsen einer Abteilung Jnscnrterie wurde die Ruhe jedoch wiederhergestellt. Der RLdeLS'führer der Gefangenen hatte sich in den Baderaum geflüchtet, sich dort versteckt und das Gefängnis in Brand gesteckt. Die Sträflinge setzen den Widerstand fort. Drei von ihnen wurden getötet. Der Brand konnte gelöscht werden. Lodz, 25. Sept. Der Generalgouverneur verurteilte fünf Kontorbeamte der Aktiengesellschaft Silbe r st e i n zu Geldstrafen bis zu 3000 Rubel, weil ihnen die Nachricht über die dem Fabrikbesitzer drohende Gefahr zwei Stunden vor der Ermordung vorlag, ohne daß ihrerseits eine Benachrichtigung der Polizei erfolgte. Die Untersuchung, sowie die Urteilsfällnng unterliegen auf Grund der Bestimmungen des Gesetzes über den Kriegszustand den Machtbesugnissen des Generalgouverneurs. Aus dem Zarenreiche. Petersburg, 25. Sept. Der in der Schweiz weilende russische Finanzminister Kokowzew teilte seiner Familie in Petersburg mit, daß er wegen seiner erschütterten Gesundheit sich vom Amte zurückzuziehen gedenke. — Das bisherige Reichsratsmitglied Charitonow ist Rotationsdruck und Verlag der Brühlfchen Unwersitäts - Buch- und Steindruckerei. 3*”* R. Lange, Dreßen. RedaMon, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition imb Verlag: 61. Redaktion: ^^112. Tel.-Adra An-eigrrDießen, Schwurgericht. th. Gießen, 25. Sept. Heute verhandelte das Schwurgericht einen äußerst selrcnen MeiueibSfall, der wegen der Personen, die sich des Verbrechens chutdig gemacht haben, in ihrem Wohnort Lollar das größte Aufsehen erregt hat. Der weite Zuhörerraum des Schiourgerichts- aales war überfüllt und zwar zum größten Teil von Landsleuten der beiden Angeklagten, die unter Schluchzen auf dec Anklagebank Platz nahmen. Beschuldigt war der 19 Jahre alte bisher unbestrafte Hüttenarbeiter August Adolf Bierau wegen eines Meineides, den er am 1. Juni d. Js. vor der Strafkammer Gießen geleistet haben soll. Weiter richtete sich die Anklage gegen den 29 Jahre alten dreimal wegen Körperverletzung vorbestraften Wirt Ludfoig Bierau V. wegen Anstiftung zu diesem Verbrechen. Die Anklage wurde von Staatsanwalt Reuß vertreten. Als Verteidiger des jungen August Adolf Bierau war Rechtsanwalt Wilh. Grünewald und als Verteidiger des Bierau V. Rechtsanwalt Dr. Jung Regelung des Ausverkanfswesens. Wie die »Voss. Ztg." hört, wird auch der Gesetzentwurf zur Regelung des Ausverkaufswesens als Ergänzung des Gesetzes über den unlauteren Wettbewerb bereits in allernächster Zeit veröffentlicht werden, noch ehe der Bundesrat darüber beraten wird. Die Bekanntgabe wird erfolgen, sobald im Reichsamt des Innern und dem Preuß. Handelsministerium eine Einigung über die endgültige Fassung des Entwurfes erzielt ist. latina 1462", ferner das einzig bekannte Exemplar von „Des Pfaffen geschicht vnd histori von Kalemberg. Heidelberg 1490", „Biblia Bauperium" in Holztafeldruck. Von den italienischen sind zu nennen: „Gregorius IX. Deeretules 1475", „Johann von Königsberg, Kalendarius 1478", „Ptole- maeus, Eosmographia 1486", „Santa divina commedia 1493". Ungewöhnlich reichhaltig vertreten sind die holländischen Drucke, von denen mehrere Unica oder Seltenheiten ersten Ranges sind. Außerdem waren noch einige spätere wertvolle Druckerzeugnisse ausgestellt; unter diesen ein „BalerianuS Hieroglyphiea 1567" aus dem Besitz von Joh. Fischart mit dessen Randnotizen und seinen von Jost Amman geschnittene nEx libris, das nur in diesem Exemplar erhalten (ein soll. Schließlich sei noch ein einem Buchdeckel entnommenes Schweizer Kartenspiel aus etwa 1500 erwähnt. Bei der Besichtigung geschah durch Hofbibliotheksdirektor Dr. Schmidt die Führung. — Der Markuskirche in Venedig droht dasselbe Schicksal wie dem Markusturme. Ein Ausschuß zur Ueberwachung und Erhaltung der Basilika vor San Mareo in Venedig besteht seit mehreren Jahren. Kürzlich haben die Architekten Manfredi und Maragnoni über die Ergebnisse zweijähriger Beobachtungen an dem- Bauwerk berichtet. Es wurden schwere Schäden sestgestellü, Die Uebelstände haben als einzige Ursache die Senkung der Grundmauern. Da diese Senkung an den verschiedenen. Punkten des Baues nicht gleich ist, so verursacht sie eine Verschiebung des Gleichgewichts. Ueberdies befinden sich die Mauern der Basilika unter ihrem Marmor- und Mosaikmantel in einem Zustande der Auflösung, so daß die Mauern selbst sehr geschwächt sind und daher die Last des Dachesi nicht mehr tragen können. — Das Oktober heft der Neuen Rundschau (Berlin, S. Uscher, Verlag) bringt eine Art Revue der modernen. Bestrebungen und Autoren, die dieser Zeitschrift den Cha-^ rafter geben. Zuerst behandelt der Däne Johannes V. Jensen die heutigen Reformen einer natürlichen? Rückkehr zu freier Luft und freiem Sinn unter dem Titel „Mo der ne r Humanismus". Dann be-- ginnt Graf E. v. Keyserling seinen neuesten Roman „Dumala", der ein Ereignis aus dem ostpreußischen Landleben behandelt. Aus dem Nachlaß Hans v. BülowA werden eine Reihe höchst interessanter Briefe an Brahms u. a. aus seiner Meininger Zeit veröffentlicht. Hugo von Hofmannsthal bringt seinen neuesten Dialog „Furcht"- der als Gespräch zweier Tänzerinnen die Scelenzustünde des modernen Künstlers enthüllt. Richard Dehmel veröffentlicht eine Novelle „Der Werwolf", die einen kriminalistischen Fall aus unseren Tagen behandelt. Der Ju- ; genieur Ludwig Brinkmann gibt packende Bilder einer Reise ins Innere von Amerika. Engelbert Pernerstorfer spricht iö>er die Zukunst Oesterreichs. Emil Heilbut über die Äus-^ stellungen des Sommers, Karl Jentsch über Haag und Stuttgart, Karl Joel über Neuausgaben alter Philosophen, Rob: Walser läßt das Heft ausklingen in einer Studie „Der Park",. Ausschluß Dr. Friedbergs aus der sozialdemokratischen Partei. Berlin, 26. Sept. Gestern tagte in Berlin ein Schiedsgericht der sozialdemokratischen Partei in Sachen des bekannten Anarcho-Sozialisten Dr. Friedberg, gegen den der 3. Berliner sozialdemokratischen Reichstags- Wahlkreis den Ausschluß aus' der Partei beantragt hatte. Der Schiedsspruch, der zunächst bie anarcho-sozialistischen Grundsätze beleuchtet, besagt: Wenn Herr Friedberg diese Grundsätze zu den seinen macht, hat er sich tatsächlich ohne weiteres außerhalb des Rahmens der Sozialdemokratie gestellt. So sehr das Schiedsgericht feine Verdienste um das Proletariat und seine persönliche Ehrenhaftigkeit anerkennt und es bedauert, das verbindende Band mit ihm zerschneiden zu müssen, so muß es doch erklären, daß Dr. Friedberg aufgehört hat, Sozialdemokrat zu sein und nicht mehr als zur Partei gehörig betrachtet werden könne. Deutsches NeiLh. Groß-Rominten, 25. Sept. Die Kaiserin und Prinzessin Viktoria Luise sind heute mittag 12 Uhr 55 Min. hier eingetroffen und vorn Kaiser am Bahnhofe empfangen worden. Die Majestäten begaben sich im Automobil nach dem Jagdschloß. Berlin, 25. Sept. Das Abschiedsgesuch be§ Min ister ialdirekkors Dr. Althof f ist genehmigt worden. Er ist zum Mitglied des Herrenhauses und zum Kronsyndikus ernannt worden. Sein Nachfolger ist, wie verlautet, Geheimrat Naumann. — Die Morgenb lütter melden aus H°a gen: Der Hagener Feuerbesta'ttnngswereän erzielte am 25. September vor dem Bezirksausschüsse in Hagen ein obsiegendes Urteift. Die die Benutzung des Krematoriums verbietende Polizeiverordnung wurde aufgehoben. — Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: In einigen Blättern begegnen wir der Notiz, von der Ordensleitung der Franzis t an e r m ö n che sei beim Ministerium der öffentlichen Arbeiten der Antrag^eingegangen, den Mönchen, denen nach der Ordensregel die Berührung von Geld verboten sei, die^ ZahlungderFah-rpreisegegenGutschein zu gestatten. Von einem neuerlichen Anträge dieser Art ist, wie wir hören, im Ministerium nichts bekannt. Vor zwanzig Jahren, im Jahre 1887, wurde einmal ein solcher 2üitrag gestellt, aber vom damaligen Minister der öffentlichen Arbeiten mit Rücksicht auf die bestehenden Vorschriften ab- lchnend beschießen. historischen Kongresses'und zwar in dem Sinne, daß man den Kongreß nicht für überflüssig erachtet, trotzdem der deutsche Verein für Kunstwissenschaft in der Bildung begriffen ist. Es wurde beschlossen, künftig eng mit dem neüen Verein zusammenzugehen. Die Frage der Begründung einer neuen kunstwissenschaftlichen Zeitschrift wurde dahin entschieden, das schon bestehende Repertorium für Kunstwissenschaft auszugestalten. Der nächste Kongreßsoll in München abgehalten werden. Indessen ist es noch fraglich, ob der nächste Kongreß 1908 ober 1909 sein wird. Neugewählt wurde ferner der ständige Ausschuß, bestehend aus Geh. Hofrat Thode-Heidelberg, Hofrat Strezygowski-Graz, Hofrat Koetschau-Weimar, Professor Kautzsch-Darmstadt, Dr. Warburg-Hamburg, Prof. Goldschmidt-Halle und Dr. Hofstede de Groos-Haag. Am Nachmittag besichtigten die Teilnehmer die Kunstsammlungen des Großherzogs und dieAusstellungder Hofbibtiothek. Diese präsentiert sich als eine höchst kostbare Sammlung von Manuskripten, Einbänden und Inkunabeln. Die Handschriften sind Livres d'heures, Missale, Antiphonarien, Bibeln aus dem 10. bis 15. Jahrhundert auf Pergament mit prächtigen Miniaturen, Initialen und ornamentierten Randleisten. Die Einbände stammen aus dem 14. bis 18. Jahrhundert, so braune Lederbände, rote Maro- quinbände, Schweinslederbände, Pergamentbände mit feinen Figuren-, Wappen- und Ornamentpressungen, auch solche Malereien, ferner Metallbände mit Goldpressungen Befinden des Großherzogs von Baden. Mainau, 25. Sept. Das Bulletin von Nachmittags 5 Uhr lautet: Der Zustand des Großherzvgs ist unverändert. Der hohe Patient hat den heutigen Tag in größerer Ruhe zeitweise auch mit Schlaf verbracht. Die Nahrungsaufnahme ist ausreichend. Dr.-Fleiner. Dr. Dreßler. Mainau, 26. Sept. Der Appetit des Groß- Her zo gS ist dauernd gut und alle Funktionen des Körpers mit Ausnahme des Herzens, sind in normaler Tätigkeit. Eine Anschwellung des Körpers, die sich zeitweise gezeigt hat, ist geschwunden und nur noch an den Beinen sichtbar. Das Darmleiden, das der GroMerzog im Anfang hatte, ist in Heilung begriffen. Sobald die Herztätigkeit in ihre normale Ruhe kommt, darf der Großherzog nach ärztlicher Meinung als genesen angesehen werden. In Baden wird aus staats rechtlichen Gründen die Frage der Einsetzung einer Regentschaft erwogen. Selbst für den Fall einer Genesung des Groß Herzogs wird mit einer Rekonvaleszenz-Zeit gerechnet werden müssen, für die eine Regentschaft nötig ist. Eine Entscheidung ist noch nicht getroffen. Dies wird wahrscheinlich erst in der nächsten Woche erfolgen. Konstanz, 26. Sept. Das Lokalkomitee hat im Einverständnis mit dem engeren Ausschuß der deutschen V o l ks- partei beschlossen, mit Rücksicht auf die ernste Situation im Befinden des Großherzogs von dem anläßlich des Parteitages der Deutschen Volkspartei geplanten Bankett und der Volksversammlung abzusehen. erschienen. 29 Zeugen waren geladen. Der Tatbestand ist: In der Nacht zum 4. Februar d. Js> farrd in Lollar in der Wirtschaft zur Traube ein Masken fest be^ Geselligkeitsvereins Germania statt. Bierau V. kam im angetrunkenem Zustande in spater Nachtstunde in den Tanzsaal, wo er sich den Gästen gegenüber derart lästig machte und sich gegen die Wirtin aber so unanständig benahm, daß bcr_ Wirt Weinrich sich veranlaßt sah, seinen Kollegen Bierau V. cm die frische Luft zu befördern. Hierüber in Zorn geraten schlpg cher Hinausgeworfene die Türfüllung einer von der Ortsftraße in die Wirtschaft führenden Tür ein. Kurze Zeit nach diesem Vorfall mußte der Wirt Weinrich wieder einen Ruhestörer hinaus- werfen, und als er noch damit beschäftigt war, wurde plötzlich eine nach dem Hof zuführende Tür von außen ^geöffnet und, Weinrich mit einem Lattenstück ein heftiger Schlag auf deq linken Unterarm versetzt. Frau Weinrich hatte Ludwig Bierau Vj als Täter deutlich erkannt. Der Vorfall führte auf erstattete Anzeige zu einer Verhandlung vor dem Schöffengericht. Ludwig Bierau wurde wegen Ärperverletzung zu vier Wochen Gefauglris> wegen Sachbeschädigung und Ruhestörmrg zu 30 Mk. Geldstrafe verurteilt. Hiergegen legte der Verurteilte, soweit es sich um die Körperverletzung handelte, Berufung ein. Die Strafkammer Gießen verhandelte am 1. Juni darüber und in der Verhaudlrmgj wurde behauptet, nicht der Verurteilte Bierau V., sondern der Hüttenarbeiter Karl Koch von Lollar habe den in Frage komm enden Schlag geführt. Koch bestätigte dies als Zeuge, machte aber von dem Rechte der Eidesverweigerung Gebrauch (zu seinem Glück, denn er wurde dadurch vor einem Meineide bewahrt). August Adolf Bierau aber beschwor in der Verhandlung, er habe gesehen, wie Karl Hofmann mit einem Spazierstock den Wirt Weinrich auf den Arm geschlagen habe. Es sei danach ganz ausgeschlossen, daß fein Vetter, Wirt Bierau, den Schläg geführt haben könne. Infolge dieser Bekundung kam die SEf- famtner zu einem Freispruch. Die Staatsanwaltschaft leitete nun gegen den Hüttenarbeiter Karl Hofmann wegen Körperverletzmrg ,eüt Verfahren ein und hierbei ergab sich der dringende Verdachts daß August Bierau vor der Straffammer wissentlich falsch ge- Abwauoerung ver Hereros. Berlin, 25. Sept. Die „Nordd. Allg. Ztg," schreibt: In der Presse ist nenerdings auf die Gefahr hingewiesen Morden, die eine allgemeinere Abwanderung der Hetero n a ch d e m b r i t i s ch e n G e b i e t für die wirtschaft- ithe Entwicklung Deutsch-Südwestafrikas bedeuten würde, mb es Ist die Mahnung daran geknüpft worden, dieser .4cwhr rechtzeitig vorzubengen. Zu ernster Beunruhigung i.egt indessen kein Anlaß vor. Allerdings macht sich unter )en Herero im Norden des Schutzgebietes seit einiger Zeit -ine gewisse Unruhe bemerkbar. Diese äußert sich nament- stch bann, daß die Eingeborenen aus dem Dienst fort- ausLN. Es hat sich bisl^er nicht feststellen lassen, ob vieleicht Abgesandte des bei Johannisburg angesiedelten srühe- cen Oberyänptlrngs Samuel Maharero unter ihnen tätig [inb und sie nach dem Rand zu ziehen Versuchern, oder jb Nachrichten aus dem ^üden auf sie ein gewirkt haben. >luf alle Fälle hat die Absicht, sie schon in allernächster ßcit ganz freizugeben, zunächst nicht durch geführt werden können. Dagegen wurde der Versuch gemacht, bie_ Ein geborenen dadurch mehr an den Ort zu fesseln, daß ihnen '-ttvas Kleinvieh, etwa zivei Mutterziegen auf eine aus durchschnittlich fünf Seelen bestehende Familie gegcüen (vurbe. Dieses Kleinvieh bleibt im Eigentum der Regierung, doch haben die Herero die Nutznießung und die Erlaubnis, von den Ziegen einige nach Errtrichtung des Kauspreises eigmrtümli.ch yi erwerben. Hiermit soll gleichzeitig bezweckt werden, daß in die Ernährung- namentlich oie der Kinder, etwas mehr Abweebslung gebracht und der Gesurrdheitszustand verbessert wird. Als den mehr als 1000 im Wind Huker Gefangenen kral befindlichen Herero jüngst von dieser Maßnahme mit dem Benrerken Mitteilung gemacht wurde, daß ihnen dies Zugeständnis als Lohn !ür chre gute Führung gemacht wurde, waren sie sichtlich sehr erfreut. Es ist beabsichtigt, für den Fall, daß in Wmdhrck gute Resultate damit erzielt werden, den Versuch auch auf andere Gefangenenkrale auszudchnen. Den privaten Arbeitgebern soll ein ähnliches Verfahren anem- pfohlen werden, um auch bei ihnen die Eingeborenen seßhafter zu mack-en. Selbstverständlich würden seitens der Verwaltung auch alle sonst ztoeckd renlichen Mittel an gewendet werben, um ein Verlassen des Schutzgebiets durch die als Arbeiter unentbehrlichen Herero zu verhindern, falls hierauf abzielcnde Bestrebungen festgestellt werden sollten. __ Die Verhandlungen wurden heute fortgesetzt mit einer gleichzeitigen braunen gepreßten Lederband. Sehr reich ist Aussprache über das Fortbestehen des internationalen kunst- die Sammlung von Wiegendrucken, deutschen, italienischen und geschmackvoll ziselierten Schnitten, ferner Kalender aus dem Rokoko. Besondere Erwähnung unter den Einbänden in Darmstadt wird uns unterm 2o. d. M. geschrieben: verdient ein Exemplar der Goldenen Bulle 1356 in einem der nt Israelitische Rcligionsgescllschaft. Gottesdienst. Sabbatfeier am 28. September 1907: Freitag abend 5.40 Uhr. Samstag vormittag 8.00 Uhr. Nachmittags 4.00 Ubr. Sabbat-Ausgang 6.55 Uhr. schworen, und daß ihn Wirt Bierau V. zu diesem Verbrechen kMgestr»tet habe. nad?rid>tcm Israelitische öieligionsgemeiude. Hottesdienlt in der Synagoge (Püdavtage). Samstag, den 2.8. September 1907: Vorabend 6.00 Uhr. Morgens 8.30 Uhr. Nachmittags 4 Uhr. SabbatansgLng 6.55 Uhr. NB. Während der Wrntermonate begin M o r g e n g o t t e s d i e n st am S a b b a t h um 9 Uhr. des Gesamtministeriums unter dem Vorsitz des Könige Vor Freitag ist diese nicht zu erwarten. Die Prinzess^ Pia PLonica soll unverzüglich dem sächsischen Hofe r? geführt werden. y*e Aus Leipzig kommt dagegen die Künde, daß der Könia von Sachsen „durch die Ereignisse s e h r e r s ch üttert" sei. Er sagte zu einem Vertrauten, man könne nur die Gräfin beten. Die englische Adresse der Gräfin fu2 die deutsche Botschaft in London zu ermitteln. Der Lon doner Korrespondent eines Brüsseler Blattes will aus an! geblich amtlicher Quelle erfahren haben, daß die Gräfin Montignoso mit dem Musik-Professor sich bereits auf der Hochzeitsreise in der Grafschaft Norfolk befinde und in Hotels unter dem Namen „Graf und Gräfin Martinelli" absteige. In derselben Angelegenheit schreibt der Vertrauens- mann der Gräfin, Rechtsanwalt Dr. Franz Jvers, einem Berliner Blatte u. a. folgendes: Die Gräfin ist an/?. von Florenz mit ihrer Tochter, der Prinzessin Pia Moniea nach der Insel Wight gegangen. Von dort begab sich die Gräfin mit der Prinzessin Pia M^nica nach London. Mitte September hat die Gräfin Montignoso die englische Hauptstadt verlassen und sich auf das L.md zurückgezogen. Gräfin Montignoso wird voraussichtlich Mitte Oktober wieder nrü der Prinzessin Pia Monica in Florenz ihren gewohnten Winteraufenthalt in ihrer Villa Montauto nehmen." August Adolf Bicrau erklärt, er wolle wie in der Voruntersuchung ein offenes Geständnis ablegen. Er habe vor der Straf- fanuncr die Unwahrheit mit seinem Eide beschworen. Der Mit- m^eklagte tabc iljn zu dieser Tat verführt, er habe ihm sein gerauchtes Fahrrad verbrochen, wenn er ihm heraushelfe. Dem Dofmann habe er ein neues Fahrrad versprochen, wenn er ai^sage, daß er den Schlag geführt hat. Er habe ihnen vorgestellt, daß er kerne vier Wochen aus seinem Geschäft weg rönne, und daß, wenn er die vier Wochen absitzen müsse, die Braut — eine Kammerjungfer auf Schloß Friedelhausen — sich von Ihm ahmenden werde. Am Abend vor der Strafkammer- v^bandlung habe jener ihn und Hofniaun in seine Wirtschaft bestellt^ als die anderen Gäste das Lokal geräumt hatten. Da besprach man noch einmal den ganzen Fall. Hofmann sollte die aus sich .nehmen und ihm wurde genau gesagt, was er als Zeuge bekommen sollte. Der Angeklagte gibt an, Hoftnarm gesagt wurde, sie sollten auf Befragen anstaltcte, wurde der erste Preis von einer Taube des Herrn Hch. Deibel von hier errungen, die durchschnittlich in einer Minute 898 Meter zurücklegtc. Er erhielt die silberne Verbandsmedaille nebst Diplom. X Hirzenhain, 25. Sept. Am Sonntag, 22. Sept wurde hier das bekannte Hütten fest von den Angehörigen der Eisenwerke, und zahlreichen, aus der Umgegend erschienenen geladenen Gästen gefeiert. Das Fest ist wegen feiner originellen und schönen Vollsbelustigungen bemer- tenswcrt und erfreut sich in hiesiger Gegend großer Sympathien. Beim Preisschießen waren W. Heerdt-Gedern Karl Grün-Lißberg, und H. Ruhl-Gedern die drei besten Schützen die Geldpreise erhielten, ferner gelangten noch 30 Preise! oeftetzend aus praktischen Gebrauchsgegenständen, darunter eine silberne Taschenuhr, zur Verteilung. Ebenso konnten beim Wettlauf, Stangenklettern und Topfschlagen von der Jugend und von Erwachsenen gute Belohnungen erobert werden. Bei Gelegenheit dw,es Festes wurden weitere vier Werksangehörige: Ludwig Bürger-Steinberg, Adam Geyer- Merten fritz, Karl Hofmann-Hirzenhain und Friede. Schmidt- G-edern, die ununterbrochen 40 Jahre im Dienste des Hüttenwerks gestanden, von S. K. H. dem Großherzog mit dem Ehrenzeichen „Für treue Arbeit" ausgezeichnet: das Geschäft belohnte die Leute für ihre Treue mit Geldgeschenken. Noch sei erwähnt, daß die Witwe des verstorbenen Chefs, des Geh. Kommerzienrats Hugo Buderus zu Hirzenhain für die Krankenpflege der Werksangehörigen und ihrer Familien den Betrag von vorläufig 30 000 Mark gestiftet hat. Hierauf wird Wirth Bierau V vorgerufen. Rechtsanwalt -dintg bittet den Vorsitzenden, den Geschworenen davon Mit- ^llung zu machen, daß sein Klient unmittelbar vor Beginn der Behandlung ein Geständnis abgelegt habe. Laudgerichtsrat Schnec^nbecher erklärt, es sei dies richtig. Bierau V habe bisher p^tnackig geleugnet, seinen Vetter zu dem in Frage stehenden falschen Eid verfuhrt zu haben. Heute morgen habe er sich.bei ihm melden lassen und habe dann in Gegenwart seines Verteidigens em volles Geständnis abgelegt. Hierauf bestätigt Bierau V. in zusauimeichängeiidcr Rede die Darstellung seines Vetters, soweit ihn dieser belastet hat, und bemerkt, er wolle zugesteheu, daß er den -2gefagt, daß er im angetrunkenen oujtmid erneu rohen und gewalttätigen Charakter beiatige Die >uuhuldfragen geheir dahin: 9 5? ^ieEau schuldig des Meineides, SibMÄT"’ Wuns -u tiefem Stnatsanwalt Reuß erklärt, daß er sich des 'tiefsten Mit- Lrds mit dem jungen Bierau nicht erwehren Dune Diese-'- 8ätCTZrmmth*hr?IeK''f> rr^r,Bwrühr^ngskunst seines alleren gefallen. Das toejeB kenne beim Meineid Wine mdbenLäen Umstande, sonst würde er nicht gezögert haben fär ben ftrngeu Menschen stellen zu lassen 55? bL- Geschworenen hätten diese Frage be- jaht. Er werde gcgebenennllls bereit sein, an zuständiger Stelle &u besurworten, die Mräerung zuerkennende Zuchthausstrafe in »U befürworten. Ueberaus bent Angeklagten Wirt Bierün remem. umiaiienböi Geständnis könne eben» Rcke fern, rote von Rene. Der ältere Anqeklaatc "E .ge^heut, dem jungen Menschen den Makel des Meineidigen ansMdrücken. Beispiellos frech habe n seüie Tai eE Er wollte mit dem Kassiber der Justif 'chlL«-. falsche Zeugen wollte er nach Lm Inhalt e^chraftwüäs gekauft totnen, die ihn herausschwören ier Die ^huld beider Angellagten im Sinne der Anklage beiabt gere^l^^atrc“^ Manake^Len b,OTauf 9cFn Sierau bm yieira1^ mit S. ausznsprcchm, den älteren hieran aber mit o Jahren Zuchthaus zu belegen. Beiden An- b seien die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von bie Fähigkeit abzusprechen, vor Gericht S Qfei}?e bber Sachverstandiger vernommen zu werden Bierau Sn®?8« L antra9 Staranwalts ffS tmf Ls- ^nnbeafiir tin' ba6 der Gerichtshof MeiZds^ft iU,^LbÄ d«8 Bftran der Jüngere wegen auf welche 9&> 3 Monaten Zuchthaus z-u bestrafen ist, ^tzskett vor Gericht als Zeuge oder Sachverständiger zu ^ugie^ RÄÄÄ.."’""b" London, 26. Sept. Das Ehepaar Toselli wird am Samstag abend m Florenz eintreffen. 9T i ' r26* In Eapestang fand gestern eine Winzerversanimlung statt, in der der Vorsitzende die Namen derienigen Winzer mitteilte, die ihre Ernte unter dem vereinbarten Preise verkauft hatten. Dies gab Anlaß zu ernsten Kundgebungen. Eine Anzahl Mn- begab sich vor die Woljnungen der Beschuldigten, demo- lrerte Alles und verwüstete ihre Weinberge. n-- r^bbrb o urg , 26. Sept. Die Zahl der Opfer des gestrigen rauLC r n? m e ” ft o 6 e d im Tunnel von Breval belauft sich auf insgesamt 32 Verwundete Cherbourg 26^Sept. Das Unterfeeboo t Narva! KfnßS ^hraube beim Einlaufen in den Hasen in die Ankmketle des Panzerschiffes Jmpvenable und e-rfitt erheb- lrriedoerg und Ranstadt wird auch im Winter in jeder Richtung viermal Verkehren und zwar ab Friedberg 7.40 vorm., 12.15 mitt., 6.2 und 8.15 abends, ab Ranstadt und 10.35 vorm., 2.5 nachm. und 7 40 abends; außerdem ab Ober-Mockstadt um 6.15 Uhr früh. — Nach Ockstadt fahren Krastwagenposten von Friedberg aus um 7 Uhr vorm., 2.20 Uhr nachm. und 6 Uhr abends, während die Wagen in umgekehrter Richtung ab Ockstadt verkehren um 7.18 Uhr vorm., 2.38 nachm. und 6.43 Uhr abends. -- Wieseck, 26. Sept. Bei einem Brieftauben- W e 11 s l u g, den der Brieftaubeu-Klub Gießen kürzlich von Göttingen aus über eine Strecke von 142 Kilometer ver- . ^lEsden, Lg. Sept. Der sächsische Hof steht dem Schritt der je^igen Frau Toselli kühl gegenüber Ob die Apanage weiter gezahlt wird, entscheidet eine Sitzung th. Gießen, 26. Sept. Heute vormittag vor Beginn der Verhandlung unterzeickjneten : die 12 ge)trigen Gesckjworenen das von Rechtsanwalt Grünewald : Vas für seinen Klienten verfaßte Gnadengesuch. Brauereibesitzer : wchrstig jun. hatte gestern bei Schluß der Verhandlung dem Verteidiger mitgeteilt, daß sämtliche Gesckjworene bereit seien, ein Gnadengewch für den jungen Bierau mit ihrer Unterschrift zu vergehen, da sie der Ansicht seien, daß bei der Jugend des Verurteilten und bei der ganzen Sage des Falles die erkannte Strafe, me nach dem Gesetz ausgesprochen werden mußte, zu hart ist, und daß deshalb eine Milderung auf dem Gnadenweg am Platze sei. Aus und Land. Gl eßen, 26. September 1907. ** ^ i e indischen Gäste Sr. Kgl. Hoh. des Groß- berzogs sind gestern abend gegen 6 Uhr von Jagdschloß Wolfs garten wieder abgereist. Das Großherzogspaar begleitete d:e Gäste nach der Stal'on Egelsbach, wo ein Eilziig die Abreisenden aufnahm. ** Hülfe für Herbstein. Vck unserer Geschäftsstelle gingen weiter ein: Zweite Sammlung in Rödgen (Kr. Gießen) 17,15 a^f. Bis jetzt zusammen 5 191,98 Mk. ^ei der Sammelstelle des Hülfsausschiisses für Herbstein gingen ein: Sammlung in der Gemeinde Mainzlar durch den Bürgermeister Mk. 22.25, gesammelt durch Beigeordneten Ludwig in der Gemeinde 9iabertshausen mit Niligelshansen, Haubenmühle, Weißmühle und Nainhäuser Hof Mk. 26.—. ; 1 ** Verhaftet, Der von Kgl. Staatsanwaltschaft Ä'affel wegen Betrugs steckbrieflich verfolgte August Schulte wurde hier festgeuommeu. Außerdem wurde ^ojahriges Mädchen aus Hermannstein ausgegrifsen, das sich der elterlichen Gewalt entzogen hatte und sich umhcrtrieb. ' sd. Darmstadt, 25. Sept. Eine große Zigeunerschlacht sand heute nachmittag in Ar heil gen statt. Der Hauptstreithahn wurde von der Gendarmerie festgenommen und in das hiesige Untersuchungsgefängnis eingeliefert. ** Fra nkfurt a. M., 25. Sept. Ueber den Stillstand im Baugewerbe wird der Kl. Pr. mittgeteilt: Zurzeit hält nicht ein Schiff mit Bausteinen im Hafen. Die Backsteinfabriken von Frankfurt haben ihren Betrieb eingestellt und ihre Arbeiter entlassen, da sie noch große Vorräte an fertigen Steinen haben und keine Abnehmer dafür vorhanden sind. Viele Vaugeschäfte haben ebenfalls Arbeiterentlassungen vorgenommen. Die Wiederverheirätuüg^ der Gräfin Montignoso. Gestern abend erhielten wir folgendes Telegramm: London, 25. Sept. Das „Reutersche Bureau" verbreitet die Meldung, daß die Gräfin Montignoso mit dem Sänger Toselli heute vor dem Standesamt Strand in London im Beisein dreier Zeugen die .Ehe ein- geg an gen ist. Später eingegangene Meldungen lauten: London, 26. Sept. Die Gräfin Montignoso und der Sänger Toselli wurden gestern von dem Standesamt in Strand getraut. Die Neuvermählten sind nach Italien abgereist. Das Paar fuhr mit drei Zeugen beim Standesamt vor. Die Braut wurde als Marie Antoinette Luise, Erzherzogin von Oesterreich, 37 Jahre alt, geschiedene Gattin von Friedrich August, Kronprinz von Sachsen, jetzigem Wnig von Sachsen, bezeichnet. Ihr Rang wurde als Gräfin Montignoso bezeichnet. Trauzeugen waren: R. C. Witt, Mary H. Wttt, eine intime Freundin der Braut, und der Romanschriftsteller William Le Queux, in dessen Villa in Florenz die Gräfin gewohnt hat. Die Braut unterzeichnete die Heiratsurkunde mit fester Hand und zeigte sich während der ganzen Handlung sehr glücklich. " Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hessen am Freitag den 27. September: Heiter und trocken. Morgens Nebel. Temperatur wie hellte. Oestliche Winde._______________________ Grigirral-DrahtrneLdrittgerr« Mainau, 26. Sept. Beim Großherzog ist die empfindliche Affektion des Darmes, mit dem die Wtanfbeit begann, beseitigt, das Fiber ist ver- f ch w n n d e n, das Bewußtsein klar. Auch die Ernährung erfolgt m ausreichendem Maße. Dagegen dauert die mit sclüveren Komplikationen verbundene Herzschwäche an und Atembe- Ichwerden, irrsolgedessen ist 'der Zustand des Grvßherzogs naä wie vor e rnst. H Würzburg, 26. Sept. Das Schwurgericht verurteilte den Schweitzer Wiedemann wegen Raubmordes zum Tode. Wiedemann hatte aus dem Gute Gnötzheim den Schweitzer Xaver Schmidt ermordet und ihm um 35 Mk. beraubt. p, m, 26. Setzt. Vor ihrer Abreise aus Florenz hat di- r - 1 uti g n o । o eine größere Summe bei einem Bankinstitut abgehoben und ihre Villa gekündigt. Em Reiseziel hatte sie nicht angegeben. Die Post mußte daher die ankommenden Briefe zuruckweisen. Loudon, 26 ^>ept. Zum Abschluß der gegenwärtig ar ^r ychrdiee stattfindenden Flottenmanover, Ln denen das Kanal-, das atlantpche und das Heimatgeschwader beteiligt sind, wird eine Begrüßung des Kaisers Wilhelm auf der Reede von ^>pit he ad ftattfiuben, wo zu diesem Zweck 14 dnPgTrfenÜU1^ 24 Torpedobootszerstörer vev t. " cX-Jg nuu -vusmami gejagt wuroe, )ie jollten auf Befragen bes Richters, warum sie nicht schon am Schöffengericht Zeugen gemeßen seien, angeben, sie hätten sich fteiwillig bei Ludwig Bierau gemeldet, nachdem sie von dessen Verurtellung gehört hatten. Der Angellagte gibt zu, daß er und Hofmann bei dieser Onterrebung Freibier bekommen, und daß sie am anderen Morgen auf dem Wege zum Landgericht in zwei Wirtschaften emgekehtt seien und Kognak auf Kosten des Bierau V. getrunken hatten. Die Freisprechung hätten sie in der Pepplerschen Wirtschaft nt Gießen auf Kosten seines Vetters mit 6 Pfund Ge- hacktem und reichlichem Trinken gefeiert. Die Frage eines Ge- schworeuen, ob er auch falsch geschworen haben würde, ohne daß Fahrrad versprochen worden sei, beantwortet August Adolf Bierau mit nein. Srngeyanöt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikes übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerfa Verantwortung.) Dcr Viadukt am Neustadter Tor. Man darf sich wirklich wundern, daß bis zu dieser Stunk noch niemand das Wort für die Erweiterung des Viadukts am Neustadter Tor ergriffen hat. Vor 20 Jahren mag dieser Durch, laß deni Verkehr genügt haben. Gegeiiwartig erweist er sich als viel zu eng und wer sich die Mühe nimmt, die Dinge dort längere Seit zu beobachten, der wird gcroabr, daß Zusammenstöße vorunb inmitten des Viadukts etwas ganz gewöhnliches sind. Nur bem Zuiall mag es zu verdanken sein, daß größere Unfälle noch nicht vorgckommen find. In jedem Fall ist eine dringende Abhilfe not. wendig und wir wollen hoffen, daß in der Stadtverordnetenver- ammlimg die Erweiterung des Viadukts am Neustadter Tor auf die Tagesordnung gesetzt wird. j Märkte. ic. Frankfurt a. M., 26. Sept. (Oria.-Telegr. des ..Giekien Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise' Weizen Mk. 23.00-23.25, Lurbessischer Alk. 23.00-23.25, La Plata Mk. 25.00—26.00, Kansas Alk. 00.00-00.00, Roggen (hiesiaett Mk. 20.50—20.75, Gerste (Wetterauer) Mk. 20.25—20.75, ftanfen- selder Alk. 20.50-21.50, Hafer 18.25—18.75, Alais Mk. 16.25—16 50 Weizenmehl Alk. 32.50—33.00, 00—00, 2. Qualität Alk. 30 75 blS Aik. 31.50, 3. Qualität Mk. 29.00—29.50, Noggenmehl 'l)0 Mk. 31.00—32.00,1.Qualität Mk. 30.00-31.00, Weizenkleie Mk 12 25 bi3 Mk. 12.50, Sroggenkleie Alk. 13.50—14.00, Maiskeime Mk.' 11.75 bis Alk. 12.00, Franken, Psälzer, Ried Alk. 00.00—00.00. Alles nn 100 Kst. ab hier. Die Lage in Marokko. Paris, 25. Sept. Admiral Philibert berichtet «us Casablanca, daß sowohl dort, als auch in Rabat „nd Mazagan vollkommene Ruhe herrscht. Die französischen Behörden haben Vorkehrungen getroffen zur Errichtung eines neuen Marktes außerhalb der Stadt. Man erwartet für morgen das Eintreffen der Geiseln, die von den Stämmen, die sich unterworfen haben, in Aussicht gestellt worden sind. _______ — General Drude telegraphiert: Im Osten und Westen von Casablanca macht sich ein allgemeines Nachlassen der Erregung bemerkbar. In einem Umkreise von dreißig Kilometer ist keine Ansammlung der Marokkaner zu sehen; in weiterer Entfernung werden eine oder zwei kleine feindliche Gruppen gesichtet. Aus bcm Süden wird gemeldet, daß ein paar kleine Gruppen der Stämme Dakras, Uledsaiid und Dukkalas gesehen morden sind. — AuS Casablanca wird von gestern gemeldet: Eine Erkundigungsabteilung drang bis in das Lager von Taddert vor, ohne einem Marokkaner zu begegnen. Auf dem Rückwege wurde von der Abteilung dasGelände im Westen untersucht und ein südlich von der Farm Alvarez gelegenes Gehöft in Brand gesteckt. Die Abteilung ist ins Lager zurückgekehrt, ohne einen Schuß abgeseuert zu haben. 6084 Die Beerdigung findet Freitag, den 27. September, mittags 1 Uhr in Gladenbach statt. TodeS"^nze^e. Gestern vormittag gx\2 Uhr entschlief sanft nach kurzer Krankheit im Alter von 69 Jahren unser lieber Vater, Grossvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Aron Stamm aus Gladenbach. Giessen (Plockstr. 9), Gladenbach, Brilon, Fürth i. B., Schotten, den 26. September 1907. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Siegmund Stamm. V'-v W M M U! Die Beerdigung findet Freitag, den 27. d. Mts., nachmittags 4 Uhr statt. 6080 Heute morgen 71/2 Uhr verschied plötzlich mein lieber Gatte, unser guter Vater, Schwiegervater, Grossvater und Onkel Herr Jobs, Weiss BL, Polizeidiener im vollendeten 70. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Grossen-Linden, den 25. September 1907. W MM M 1 tz M- ■Ä- o BetleutendsPe Specialfabrik für das Wiederverkäufer werden an ollen Plübennnnihafi1 gemacht W Bezirkssparkasfe Gießen. Wir bringen hierdurch zur Kenntnis der Interessenten/ daß der Zinsfuß sirr die Einlagen bei unserer Kasse vom, 1. Januar 1908 an, ohne Ausnahme aus Dreidreiviertel Prozent erhöht worden ist. Gießen, am 19. September 1907. Bezirkssparkasse Gießen. Doering. b*V9 Schellfische lcbcndsrisch in Eiöpackuna treffen beute ein bei Georg Wallenfels gegenüber der Engelapotheke. Telesouruf 46. l>arnistädter - Pferde--Lotterie ! Ziehung am 16. Oktober. < W3 Gewinne im Werte von Hauptgewinne: 50ÖU Kate., 6600 Mk., 0280 Klk. | Lose ü 1 Mk. (Lifte u. Porto B 20Pf.) durch L. F.Obmackcr, I Darmstadt, die König!, g prcuft. Lotterie Einnehmer und allen bekannten Ber- s kaufsftellen. [hv21/o Simons-Brot iinö Sltinnieij Kraft-Brat frisch cingetroffen bei [134 Georg Wallenfels Marktplatz 21 Tclepbon 46 gegenüber der Engel-Apotheke. 130000 Frauen bezogen in letzter Saison das Favorit - Modenalbum, welches für den Winter mit den neuesten Preussische Pfandbrief-Bank. Die am 1. Oktober 1907 fälligen Zinsscheine unserer Hypo- thcken!I'4’aiidbriefe,Kouimunal-6bllgationeaa.Klein- bahnen-Obligationen werden vom 15. September ab an unserer Kasse und bei der Mehrzahl der deutschen Banken und Bankfirmen kostenfrei eingelöst. Daselbst sind obige Papiere zur Kapitalsanlage und ausführliche Prospekte zur Information er-’ hältlich. |ss25/9] Preussische Pfandbrief-Hank. r~” -- IBsistitut von Dir. Kübel zu Giessen (Gründungsjahr 1874.) Prüfangsergebnisse vom Jahre 1907 : Sämtliche Schüler, acht an der Zahl, die alle von Grund auf im Institut vorgebildet worden sind, haben ihre Prüfungen bei verschiedenen Prüfungs-Kommissionen bestanden, darunter einer das Maturitäts-Examen. 6072 Beginn des Winter-Semesters am 1. Okt. Der Vorsteher: Dr. Kübel. unu'JAC.’TLnn Große Abwechslung in der täglichen Suppe bieten in Würfeln zu 10 Pfg. für 2 Teller. Viele Sorten wie Tapioka- J Haier, nc, Ileis, Erbs, Grün kern, Gersten usw. In frischer Ware stets zu haben bei C*6/« Gustav Walter, Miiusburg 13. I Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem |$j schweren Verluste unseres lieben Gallen und Vaters sagen gg ioir aller'., den Kriegervereinen Burkhardsfelden intb M Hattenrod, sowie dem Herrn Pfarrer Gomdel für die tröst- reichen Worte am Grabe unseren tiefgefühltesten Dank. H Die trauernden Hinterbliebenen: W Familie Schmidt. Al Burkhardsfelden, den 26. September 1907. 07170 KekannNnachMA. Wegen Vornahme von Pflasterarbeiten idilo der Seltersweg zwischen Plock- und Goclheslraße von heule an, vis auf weiteres üc den Fährverkehr unb für Fahrräder gesperrt. Gießen, den 25. September 1907. Großherzogliches Kreisamt Gießen. ________________Reinhart.__________________ Wegebau. Der Ausbau einer Gcmclndevcrbinduuasftrafie von Obcr- wttz nach Cbcrflecn in den Gemarkungen Overwctz, Vollnkirchen und Oberkleen soll in 4 Voten getrennt vergeben werden: LoS Nr. II Station km von l bis g. Crdbe- 3 wcgung s Pack- bezw. Decklage rc. 1 0,0 1 1,3+42,5 Gemeinde Oberwelt 1400 5500 2 13+42,5 i 2,3+60 Gemeinde Oberwetz u. Vollnkirchen gemeinsch. 1300 4000 3 2,3+60 1 2,9+75 Genu Vollnkirchen u. Oberkleen gemeinsch. 900 2500 4 2,9+75 1 5,3+87 Gemeinde Oberkleen 4100 9600 Kostenanschläge, Zeichnungen und Bedingungen liegen auf dem unterzeichneten Bauaml zur geft. Einsichtnahme. Die Ausführung von 2os 3 und 4 zusammen wird auf 5 Jahre verteilt und zwar derart, dag X*o£> 3 zuletzt ausgeführt wird. Die Cinheitspreise tonnen auf bie ganze Strecte (Zofe 3 und 4 getrennt) sowie auf *15 der Gesamtstreae der Xtofc 3 und 4, nämlich von Statlon km 4,1+76 bis 5,3+87 abgegeben werden. Die Angebote find verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen für Los 1 und 2 bis zum Donnerstag, den 10. Oktober d. IS., mittags 1 Uhr an den Gemeindevorsteher zu Oberwctz emzureichen. Dle Eröffnung findet in der Wirtschaft toaucr iiatt. Für Los 3 und 4 sind bie Angebote bis zum Frectag, den 11. Oktover d. IS., mittags 1 Uhr an den Gemeindevorsteher zu Oberkleen einzureichen- die Gröfsnuug findet im Gemeindehause statt. Wetzlar, den 24. September 1907. 0^/g Kreistiefbauamt. D2% 15 bis 30 Whmitcn. Bad ^ianhelm, 23. September 190/. Groirb. Oberförsterei Over-Roöbach Revier Bad Nauheim. Dr. Weber. Christbanm-Bersteigeruug. Wir geben hierdurch bekannt, datz anfangs Dezember d. Js. aus den Parkneuanlagen zu Bad-Nauheim ea. 4000 durch ihre Gr- ziebung besonders zu Ghrcstbäumen geeignete Fichten iRottannen) in Sortimenten zu je 50 Stück, von ca. 1 bis 4 m Höhe, öffentlich meistbietend gegen sosortige Barzahlung zur Versteigerung kommen. Das Datum der Verstelgerung wird später bekannt gegeben. Interessenten erhalten auf Wimsch nähere Auskunft durch Unterzeichnete Behörde, die auch bei vorheriger Anmeldung zwecks Besichtigung Führer mitgiebr . . Entfernung von der Bahnitatwn (ie nach Lagern der Baume) Akbkitsörrgkbgsz. Den Handwerksmeistern, die Angebote eingereicht haben, zur Nachricht, daß die Arbeiten für das Schwesternhaus vergeben sind. D-o/g D. Schlosser. LsebigshoBie. Täglich frischen 5728 ZBF* ihvetscheiikncheit.'t^ Favorit - Modellen zur bequemen Selbstverfertigung der Kleider soeben wieder erschienen ist. Preis nur 60 Pfg. bei la2ü/0 A. Salomen & Cie. Frische Maronen ESS’“ per Psd. 25 Pfg. steil. Basehmsse per Psd. 50 Pfg. empfehlen tietor. Berta I a2C/ol Vabubofuraste 27. 1. Futterlieseruug für die chirurgische Vcterinärklinik in Gießen. Für die Zeit voni 1. November 1907 bis zum 31. Oktober 1908 soll die Lieferung von Heu, Stroh (Maschinen- und Handdrusch), Hafer, Wcizenschalen, Futtermehl und Hundekuchen für die chirurgische Neterinärklinik vergeben werden. 2. Verkauf von Dünger. Der in der Zeit vom 1. November 1907 bis zum 31. Oktober 1908 gewonnene Dünger soll nach dem Gewichte, so wie er sich in der Grube findet, an den Meistbietenden verkauft werden. Neflektanten werden ersucht, ihre Angebote an die Direktion bis zum 7. Oktober b. Js. einzureichen. Die Bedingungen find in der chirurgischen Veterinärklinik Frankfurter Straße 94 einzusehen. B,6/e Gießen, den 26. September 1907. Die Direktion der chirurgischen Beterinärklinik. zaaeaai iLcrsichcruugöstand 48 Tausend Policen. Allgemeine Kenten-Anstalt § gegründet 1833. zu Stuttgart ^leorgauifilrt 1855. 8 gebens- uni) Ztentcnv^ rsichcrungsvereiu auf Gegenseitigkeit. Moderne Versicheruugsvcdingzlugcu für LebcuSver-- ä sicheruugcu, wie für Ncuteuversichcrungeu. & Aeuhcr/l in berate Keftimm^ngen in Kiezug au) Anausecht- V varfieit und Zinvcrfalllarileit der Policen. era Anerkannt billigt berechnete Prämien Vei frühem mW W Zrivlveudeu0ezng. ™ V, Neubeit: Fallende Prämien für abgekürzte Lebensversicherung. F$eue, tür männer u. Frauen gesonderte Rententarife. | Allster den Prämieureserven noch bedeuteitde, besondere 8 Sicherheitsiotlds. [ss8/6 B Nähere Auskunft, Prospekte u. Arrtragssonnulare kostenfrei bei B der Generalvertretung für Hesse», Hessen-Nassau und die 1 Pfalz in Darmstadt: August Berbenicii, Zimmerstr.3; ö in Gießen: Hauplageul Willi, filürbeck, Kfm., Oleustadt; g in Großen-Bllseck: Willi. Rühl, Kim.; in Gr.-Liudcu: B Heiur. Weiss, Vauunternehllter; in Laubach: Willi, W Hlipstein; in Wieseck: Ludwig Hirebner, Haufin. B in Alleudors: Aug. Leineweber, Uhrmacher.■ M gepresst. 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Serie 104 . . . . 99 99 . 99.50 . 99.50 . 98.20 . 98.30 . 98.90 . 99.60 . 98.80 . 98.50 . 97.50 . 92.00 (mit staatlicher Zinsgarantie, mündelsicher) 3A% Frankfurter Hyp.-Bank Pfdbfe. Serie 19 . . 37% Preussische Pfandbriefbank Pfdbfe. Serie 24 99 99 Wir sind Abgeher von nachstehend verzeichneten Wertpapieren, die wir — solange der Vorrat reicht — zu den beigesetzten Coursen erlassen. Hyp.-Bank 99 99 99 3%%