monatlich 75Pf., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk.L— viertel- jährl. ausschß Bestellg. ZeilenpreiS: lokal 15Pf.; auswärts 20 Pfennig. yi*# I57-Jahrgang Montag 36. August 1907 außer Sonntag«. ® O ^«ezugSpreisr Aff Ait At> )iftt> Af i ZsMbMilbl. EMlgrz Mlu&f.b.gebattionin Xmf Verantwortlich ZM General-Anzeiger für Oberheffen WM f;>r $.na(?§nunirMi>r w v 0 V v u.Laud- und ^Gerichts- bis vormittags 10 Uh^ Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steindruckerei. B. Lange. Redaktion, Expedition und vruckerei: Schuiftretze 7. Anz°ig-a',°a^ h" Beck politische Wochenschau. Gießen, 26. August 1907. „Will man unsere Marokkopolitik richtig verstehen, so nuß man zu ihrem Ausgangspunkte zurückkehren; will nan das Ergebnis richtig würdigen, den Anfang mit dem rnde vergleichen." An dieses Wort, das Bülow am 5. April wrigen Jahres im Reichstage sprach, knüpft Maximilian )arden soeben in einem Artikel der Zukunft an, um die atenlose Vertrauensseligkeit unserer leitenden Staats- nänner zu charakterisieren. Harden sucht für seine Daregungen einen recht weit zurückliegenden Ausgangspunkt - Villafranca, bett 11. Juni 1859 — um dann propheti- chen Blickes zu verkündigen: der Tag ist nicht fern, der rkennen lehrt, daß Deutschland in Algeciras noch mehr erloren Hal als Friedrich Wilhelm in Olmütz. Der viel- ewandte Herausgeber der Zukunft spottet über die offiziöse .nd halbosfiziöse Berichterstattung und erinnert daran, daß eim Kieler Besuche König Eduards im Jahre 1904 von einem politischen Ereignis von weittragender Bedeutung'' esprochen wurde. Ter Besuch, so hieß es damals, habe eutlich gezeigt, daß die Verständigung mit Frankreich der eutsch-englischen Freundschaft nichts von ihrer Innigkeit enomnten habe. Viel später erst habe man erfahret!, daß n Kiel doch nicht alles ganz glatt gegangen sei. Im Jahre 906 sahen sich Kaiser Wilhelm und König Eduard wieder; s war aus Schloß Friedrichshof. Die Begrüßung war ungemein herzlrch". „Nach dem Frühstück wurde auf der 5chloßterrasse im Ton leichter Konversation über die schwe- enden Fragen gesprochen." „Entgegen den schwachen Erwartungen, die man an die Zukunft knüpfte, ist man heute in Berlin) der Meinung, daß sie Vorteile bringen wird." Abschied war noch um einige Grade herzlicher als die Begrüßung. — „Dieselben Blätter," so sagt Harden, „die n August 1906 in durchschossenen Zeilen die ungemeine -erzlichkett meldeten, sagen im August 1907, in Friedrichs- of sei die Stimmung frostig gewesen: „In Cronberg fehlte er offene, freundschaftliche Charakter, mit dem Kaiser und önig heute einander begegneten. (Lokalanz.)" „Wer sagt en durch Erfahrungen von 1904 und 1906 Enttäuschten un voraus," so fragt Harden boshaft, „was sie 1908 lesen • erben?" Harden weiß es und er hält mit seiner Meinung icht zurück: „Eduard treibt das Staatsgeschäft wie ein ttger Kaufmann. Der sucht jede Feindschaft zu vermeiden, ühlt er fick) bedroht oder fällt das laute Wesen eines Kon- irrcnten ihm auf die Nerven, so wehrt er sich seiner Haut, eht. andere, die auch bedroht oder geärgert sind, in eine .ntereffengemeinschaft, und zwingt den Lästigen in die mer Potenz gebührenden Schranken. Dann hat er keinen -rund mehr zum Groll und stellt, sobald es irgend geht, cn alten Verkehr wieder her. Feindschaften gehören zum uxus müßiger Leute. — König Eduard ist ins Hessenfchlvß es deutschen Kaisers gekommen, als er mit Rußland im wesentlichen einig geworden war. Als das Parlament ihm neue Schlachtschiffe größten Types bewilligt hatte. Als er Britenbastard Vtorenga der sonst so wachsamen Kav- olizei entwischt war und wieder durch Deutschlands juo- 'estafrikanische Kolonie strich. Als die Niederlage des eutschen Reiches im Streit um Marokko sich nicht mehr erschleiern ließ. Als geschickt lanzierte Schlagwörter arg- >se Gemüter zu der nahen Möglichkeit sranko-deutscher reundschaft überredet hatten..... Tas alte Spiel be- i nnt wieder; wieder der alte Trug. Die Achtung der reunde sinkt; mit kaum noch verhüllter Ironie loben sie eutschlands Nachgiebigkeit. Der Uebermut der Gegner hält lles für möglich. Tas deutsche Wort wirkt nicht mehr; daß )m die Tat folgen werde, scheint man nicht zu fürchten, racstigia non terrent. Und während dem Volk ein neuer lückslenz vorgetäuscht wird, fragt mancher leise, ob nicht rs Schwert den Söhnen das Gitter einst spülten müsse, i das blinde Väter sich zäunen ließen." Soweit Maximilian Harden. Mas er hier sagt, klingt hr schön und originell, beinahe überzeugend, nur schade, aß manche seiner Schilderungen mit der Wirklichkeit sehr enig übereinstitnmen. Daß König Eduard nicht aus Freund- Haft nach Wilhelmshöhe gekommen ist, darüber hat doch ar fein Zweifel bestanden. Harden überschätzt auch ganz ttschieden die Bedeutung eines Blattes, wie es der Scyerl- he Lokalanzeiger ist, der nur von und für Sensation lebt, er denkende Teil des deutschen Volkes ist heute in politicis -er zu pessimistisch als zu optimistisch gestimmt und man npsindet es in allen Kveisen der Bevölkerung ungemein ohltuend, daß auch unsere leitenden Männer sich jetzt 'm Auslande gegenüber einer so großen Zurückhaltung fleißigen. Man läßt sich die Monarchenbegegnungen mit >ren herzlichen Begrüßungen und Trinksprüchen gefallen, an hört auch die Freundschaftsversicherunaen der anderen :rne, aber man ist doch weiter denn je davon entfernt, -lchen Freundlichkeiten eine übertriebene Bedeutung beitmessen. Man weiß nur zu gut, daß alles nur Augen- ückswerte sind, keine Friedensgarantien für später. Mcht nmal die Sozialdemokraten haben es auf ihrem inter- ationalen Kongreß in Stuttgart gewagt, die Borgänge ;r letzten Zeit in einem solchen Sinne zu deuten. Und ,e Behandlung des englischen sogenannten Abrüstungs- irschlages im Haag zeigt deutlich genug, daß man die brüstung zwar für wünschenswert, aber nicht für durch- ihrbar hält. Was sollte Deutschland im gegenwärtigen ugenblicke wohl tun? Sollte es in Marokko mit deut äbel rasseln oder gar dreinschlagen? Nein. So wie die Dinge gegenwärtig liegen, bleibt uns nichts tderes übrig als abzuwarten. Ausführungen, wie die ardens, dienen nur dazu, eine höchst unnötige Nervosität t erzeugen. Man ist bei uns schon so wie so gar zu icht geneigt, seine Ruhe zu verlieren und in nervöser lieber-, lung dies oder jenes zu tun, was besser unterblieben äre. Auch in Stuttgart hätte man besser daran getan, den englischen Sozialdemokraten Quelch nicht auszuweisen, zumal der Vorsitzende, Singer, schon gleich in der Sitzung seine Aeußerungen über die Haager Delegierten zurück- getviesen und Quelch selbst sie tags darauf rektifiziert hatte. Auf solche Weise belämpft man die Sozialdemokraten nicht. Man lasse doch ruhig die inneren Gegensätze im Schoße der Sozialdemokratie ausreifen, anstatt diesen Entwtcklungs- prozeß immer wieder von außen zu stören. Hat der Stuttgarter Kongreß nicht gezeigt, daß die Sozialdemokratie am besten durch die Sozialdemokratie selbst überwunden wird? In wie weit sich dieser Gedanke auch auf das Ostmarkenproblem ausdehnen läßt, und, ob das überhaupt möglich ist, darüber gehen heute die Meinungen weit auseinander. Auch der deutsche Tag in Bromberg, der im übrigen einen sehr schönen Verlauf genommen hat, konnte wenig zur Lösung dieser Frage beitragen. Unzweifelhaft steht der Regierung das Reche zu, gegenüber dem staatsfeindlichen Verhalten der Polen jede nur denkbare Maßnahme, also auch das Enteignungsrecht, zur Anwendung zu bringen, aber man kann immerhin die Frage auf- lverfen, ob solche einschneidenden Zwangsmaßnahmen schließlich den erwünschten Erfolg Haven werden. Von vielen Seiten wird es bestritten. Solche Maßnahmen, heißt es, würden nicht zur Versöhnung beitragen. Sicherlich nicht, aber glaubt beim wirklich einer im Ernste an die Möglichkeit einer friedlichen Verständigung mit den Polen? Mit der Versöhnungspvlitik hat man bei den Polen sehr schlechte Erfahrungen gemacht; man hat sie nur vergessen lassen, daß sie auch Pflichten gegen das Deutsche Reich Haven, dem sie angehören. Wir können und wollen die Polen nicht germanisieren, aber wir müssen im eigensten Interesse des Deutschen Reiches von ihnen verlangen, daß sie ihre deutschfeindlichen Bestrebungen einsiellen und den Frieden im Innern nicht stören. Wir können doch nicht ruhig zusehen, wie polnischer Fanatismus uns das Äach über dem Kopfe anzündet. A. Inti'lnatioliaü'r Sozialisten-Kongreß. (Unberechtigter Nachdruck verboten.) VL S. u. H. Stuttgart, 23. Aug. Bei schwach besetztem Saale nahm heute die v i e r t e Plenarsitzung ihren Verlauf- Eine ganze Reihe von Abgeordneten sind schon abgereist. Lebhaft besprochen wurde allenthalben, daß der Engländer Quelch von der Württeinbergischen Regierung wegen seines Angriffs auf die Haager Konferenz, die er eine Versalumluug von „Dieben und Mördern" nannte, ausgewiesen worden ist. Die englischen Genossen haben heule seinen Stuhl ostentativ auf den Tpch gestellt, versehen mit einem großen Plakat, auf dem in englischer Sprache geschrieben .steht: „Hier saß Qnelch, der von der Württembergisä-eu Regierung ausgewiesen worden ist." Quelch hat den Befehl erhalten, bis heule, 7 Uhr morgens, Stuttgart zu verlassen- Er reiste daher 6 Uhr 45 Min. ab. ¥ 1 Tas Ausweisungsschreiben hat folgenden Wortlaut: ' „Kgl- SladtdircUion Stuttgart. Ten 22. August 1907. Abends 8 Uhr- Nachdem Herr Harry Quelch, Privatier aus London, Telegierter beim Internationalen Sozialistcnkongreß, durch seine in der gestrigen Versammlung getane Aeußerung über den Haager Friedenskongreß, welche er durch seine heutige E-rklärung nicht in ausreichender Weise zurückgenouimen hat, sich gegen die Voraussetzungen, unter welchen die Regierung die Abhaltung des Sozialistenrongresses jn Stuttgart nicht beanstandete, vcrswßen hat, wird hiermit beschlossen: demselben aus allgemeinen polizeilichen Gründen den ferneren Aufenthalt im Königreich Württemberg zu untersagen und ihm eine F-rist von zehn ^Stunden zum freiwilligen Verlassen des Landes zu erteilen- Klll. Stadtdirektion: Nickel- Eröffnet den 22. August '1907 unter Hinweisung darauf, daß die zwangsweise Beförderung außer Landes erfolgen wird, falls der Aüsgewiesene noch morgen früh 7 Uhr hier angetroffen würde- Tie Rückkelw eines Aüsgelviescnen in das Gebiet, dessen fernere Betretung ihm untersagt worden ist, wird gemäß § 361 Ziffer 2 des ReichsstrafgesetzbuchZ mit Haft bis zu fechs Wochen bestraft-" * । Vor Eintritt in die Tagesordnung gibt Paul Singer die bereits mitgeteilte Erklärung Äer die Ausweisung von Qnelch ob- Heute steht das Thema: Beziehungen zwischen den politischen Parteien und den Gewerkschaften auf der Tagesordnung. Dazu lagen verschiedene Resolutionen vor. Tas Referat über die Gewerkschaftsstage hatte Beer (Oesterreich) übernommen, Wer darauf hinwies, daß die Gewerkschaftsbewegung selbständig sein müsse, wenn sie erfolgreich wirken wolle- Es müsse aber auch betont werden, daß Gewerkschaften und Partei ich gegenseitig zu ergänzen hätten- Tie Gewerkschaften müssen vom sozialistischen Geiste erfüllt sein- Gewerkschaftskampf ist auch Klassenkampf. Die Parteigenossen müssen im Gewerkschaftsleben aktiv tätig sein, und auch umgekehrt muß es der Fall fein. Gewerkschaften und Partei sind einig. Es dürfen keine Mißverständnisse zwischen beiden auflommen, die nutzlosen Diskus- ionen sollten sortfallen- (Beifall.) Und wenn sie geführt werden, müssen sie im Sinne der Brüderlichkeit gehalten fein- (Beifall.) Persönliche Angriffe sind lebhaft zu bedauern- Uno wenn Rosa Luxemburg über den Kölner Generalstreik sagt, er sei, von der Borniertheit geboren, so sei das tief bedauerlich- (Beifall.) Umsomehr gilt das, als der Mannheimer Parteitag erklärte, zwischen dem Kölner und dem Jenaer Beschluß sei kein Unterschied- Ter Redner bittet um Annahme der Mehrheitsresolution, die alles weitere Llarlege. (Beifall.) ' • Leider haben die Franzosen sich mit der Resolution nicht ganz einverstanden erklärt, indem sie betonten, daß in Frankreich Partei und Gelverkschaften unabhängig sein müssen- Wir wünschen dü- innigsten Beziehungen -wischen Partei und Gewerkschaften- Wir wünschen aber auch, daß die Herstellung dieser Beziehungen nicht nur dazu benützt wird, um eine Spaltung in der gewerkschaftlichen Bewegung herbeizuführen. Tie wichtigste Voraussetzung unseres Erfolges ist die völlige Einmütigkeit der Gewerkschaften- (Lebhafter Beifall-) Nach Eröffnung der Nachmittagssitzuug, die in Erwartung der kommenden Abstimmung über d i e Gewerkschaftsfrage gut besucht war, teilte Singer mit, daß die englischen Vertreter der Fabian und der Independent Labour Party ausdrücklich konstatierten, daß sie gestern gegen d i e N e s o l u t i o n zum Frauen st i m m r e ch t gestimmt haben- Tie Belgier lassen erklären, daß sie diejenigen Beziehungen zwischen Partei und Gewerkschafteil für die besten balicn, wie sie in Deutschland u n d O e st e r r e i ch bestehen^ Darauf betonte der Referent Beer sOesterreich) in seinem Schlußwort riochmals, daß der Kongreß nur allgemeine Richtlinien für d i e B e z i e h u u g e n z w i s ch e n P a r t e i u d G e w e rösch a f t geben wolle- Jedes Land müsse die Einzelheiten nach den bestehenden Verhältnissen erledigen- Niemand wolle Schulmeisterei betreiben- Darauf wurde zur Abstimmung über die Gewerkschaftsfrage geschritten. Bei der Abstimwung^wurde die Resolution der Majorität mit 222 V2 gegen 18 H2 stimmen angenommen- Ter folgende Punkt betraf die Fwage der Aus- und Einwanderung von Arbeitern- Dazu lag eine Resolution vor: Ter Köngreß erklärt es für die Pflicht der organisierten Arbeiterschaft, sich gegen die im Gefolge des Masseuimportes unorganisierter Arbeiter vielfach eintretende Herabdrückung ihrer L e b e tr s h a ! t u n g zu wehren- Er erklärt es außerdem für ihre Pflicht, die Ein- und Ausfuhr von Streikbrechern zu verhindern- Zu diesem Thema ist inzwischen noch eine lex Quelch beim Kongreß eingegangen. Sie verlangt die Regelung der Ausweisung Landesfremder, die nicht aus politischen Gründen und auch nicht auf administrativem Wege, sondern nur durch Gerichtsbeschluß erfolgen soll- Ter Antrag ist von fast allen Staaten unterschrieben.^ Deutschland hat nicht unterzeichnet- In der Diskussion trat Hillqnith (^Nordamerika) auch im! Namen von Kautsry und Rosa Luxemburg für die Abschaffung des Sweatiugsystems ein- Er ertlärte, die amerikanischen Soziw- listen würden genau nach der Resolution handeln und auch die iit Amerika einwandernden Japaner und Chinesen freundlich behandeln- (Lebhafter Beifall.) Kato (Japan), stürmisch begrüßt, erklärt, er habe v 0 L Rührung wein en müssen, als evauf dem Kongreß >0 viel tton Brüderlichkeit gehört habe und vernommen habe, daß man die Japaner im Auslande nichts mehr so schlecht behandeln wolle, wie oft bisher- In Japan; gehe es dem armen Volke sehr schlecht- Jetzt heiße es sogar, ein neuer Krieg zwischen Japan und Aurerika stehe bevor- Es! sei aber kein Grund dazu da- TaS arme Volk würde dadurch nur noch mehr als bisher bedrückt werden- Möchten die Genossen aller Länder mir helfen, daß dieser Krieg nicht ausbrichi-^ Leider könne er nur schlecht deutsch sprechen, sonst Harle er noch viel mehr zu sagen- Bor allem danke -er den Genossen,! daß sie auch den Japanern den Sozialismus gegeben hätten- lLebhafter Beifall.) Kroemer (Australien) erklärt, baß er nicht gegen die Ein-^ Wanderung von fremben Arbeitern in Australien ist- Seiber} werde diese Einwanderung von vielen australischen Arbeiter-- organifationen bekämpft- Ein Antrag auf Schluß der Debatte wird verlesen- (Großeü Lärm- Tie Engländer steigen auf die Stühle und stoßen wildü Schreie aus-) Singer: Tas. Geschrei hat keinen Zweck- Wer gegen den Schluß ist, kann ja dagegen stimmen- (Lebh. Beifall.) Ter Antrag a uf Schluß der Debatte wird angenommen-^ Milder Lärm- Tie Engländer uard oübafritaner sind auf die Tische gesprungen und schreien laut in den ^aat hinein. Tie Glocke Singers sucht vergeblich Ruhe zu schaffen. Hyndman- England steht auf dem Tisch und hält eine Ansprache- Stürmischer Beifall von den Tribünen, Zischen unb Zurufe-) Singer will sprechen, die Cmglätcder hindern ihn durch lautess Geheul- Käutskh und Rosa Luxeniburg stürzen zu -ihnen hin, um sie zu beruhigen- Vergebens, der Lärm dauert weiter. Ledebour spricht erregt auf Singer ein, der ihn schließlich barsch abweist. Endlich legt sich der Lärm für einen Augenblick, den Singer zu folgender Crllärung benutzt: Tie Cmglätlder wollen durchaus sprechen, imil sie sich noch nicht zur Sache geäußert haben- Aber auch die Deutschen, Franzosen, Schweden, Belgier usw- habest nicht gesprochen- Deü Kongreß hat die Debatte aber ge-i schlossen, also ist Schluß. Wir l a s s e n u n s n i ch 11Y r a n n i -1 fieren- (Lebh. Beifall.) Fühlen Sie sich doch als Sozial- bemotraten. (Stürmischer Beifall.) Das wilde Geschrei machd keinen Eindruck auf mich (Lebhafter Beifall.) HhndmawEngland ist'auf die Tribüne gestiegen: Ich tier- lange bas Wort- (Lauter Lärm, Beifallsschreien, Rufe: Heruntep von ber Tribüne! Hallo rufe.) Singer läßt sich badurch nicht beirren und gab Ellenbogen-, Wien das Schlußwort- Niemand hört zu, erregte Gruppen stehen im Saale- Die Tribünen sind überfüllt- Ueberall ivirb über das Auftreten ber Engländer eifrig bebattiert- Bei ber Abstimmung erklären die Engländer, daß sie an der Abstimmung nicht teiluehmen werden- (Große Unruhe.) Ter Anttag auf Abschaffung des Swealing-Shstems wird angenommen- Ein anderes Amendement von Kautsch und Stofa Luxemburg wird unter großer Heiterkeit abgelehnt, da nur Kautsch und Rosa Luxemburg dafür ftintmen- Tie Abstimmungen werden durch die Zurufe ber Engländer sehr gestört- Schließlich wird die vorliegende Resolution ange-- nommen- Darauf vertagt sich ber Kongreß auf Sonnabend. Acis sptabi nnö L«ird. Gießen, 26. Ang. 1907. ** Vom Manöver. Der ungünstige Stand der Erntearbeiten in der Wetterau hat dieser Tage wieder eine Aenderung des Manöverplanes herbeige-s ührt. Der Exerzierplatz der 49. Jn anterie-Brigade, die, anfangs bei Södel-Wölfersheim üben ollte, ist in das Gelände zwischen Butzbach, diieder-Wei el, Rockenberg und Griedel verlegt worden, und daö Regiment Nr. 115 mußte in Darmstadt verbleiben, um dort sein Regintentsexerzieren abzuhalten. Die beiden Jnsanterie-Megimenter 115 und 116 treffen voraussichtlich nächsten Mittwoch in den Orten zwischen Bad-Nauheim und Butzbach ein. Der Regimentstab der 116 er kommt nach Rockenberg. Um die Felder möglichst rasch vont Getreide frei zu machen, gestattet die Militärbehörde, daß die Soldaten die Bauern bei den Ernte-« arbeiten unterstützen, und so sieht man nicht selten, datz die wackeren Krieger friedlich die Sense und den Bindstecken handhaben. Leider befindet sich noch viel unreifes Getreide im Feld. — Am Samstag trafen der Kommandeur der 49. Infanterie-Brigade, Generalmajor v. Hartmann und der Divisionskommandeur der 25. Division, Generalleutnant v. Strantz. in Butzbach ein und hielten die Regimentsbesichtigung de r 168er int Uebungsgelände ab. Reges Militärleben herrscht seit Donnerstag in Büdingen, Düdelsheim, Hainchen und Umgebung; dort sind die 81 er (Frankfurt) und die 166 er (Hanau) eingetroffen. In B'üd i n g c n liegt der Regimentsstab der 81 er und sechs Kompagnien, ca. 850 Mann, sie verbleiben im Stande quartier bis 5. Sept. Der Stab der 166 er liegt in Himbach. Beide Regimenter (81. und 166., 42. Jnf.-lBrig.) begannen Freitag im Uebungsgelände nördlich von Düdelsheim ihr Regiments- und Brigadeexerzieren. Die 21. Feldartillerie- Brigade, bestehend aus dem Regiment „Frankfurt" 63 und den 27 ern befinden sich auf dem Durchmarsch durch die südliche Wetterau und treffen nächste Woche in ihrem Uebungsgelände im südöstlichen Vogelsberg bei Gelnhaar, Riederjeemen, Wenings, Bösgesäß ein, um am Orlcsberg und Breiteloh Scharfschießen abzuhalten, ein Kommando erbaut gegenwärtig die Scheiben und Ziele. Die Kavallerie-Regimenter des 18. Armeekorps und die Unter- offizierschule Biebrich treffen erst put 3., bezw. 4. Sept, in Oberhessen ein. Die 21. Division wird um den 5. und 6. Sept, auf der Linie Büdingen, Seemental, Gedern, Ortenberg manövrieren, die 25. Division zwischen Friedberg, Bad-^Nauheim, Wölfersheim, Butzbach. — Die Reservisten für die Infanterie-Regimenter wurden am Samstag zu einer vierwöchigen Uebung eingezogen, sie müssen das Manöver mitmachen, jedes Regiment erhält ca. 50 Reservisten, in jede Kompagnie werden 4 Mann eingereiht. ** Vom Kaiser Wilhelm-Regiment. Am Dienstag findet die Regimentsbesichtigung auf dem Uebungsgelände bei Steinbach durch den Divisionskommandeur Generalleutnant v. Strantz und den Brigadekommandeur Generalmajor v. Hartmann statt. Beide treffen heute nachmittag hier ein. Mittwoch früh 5 Uhr rückt das Regiment aus und marschiert nach Rockenberg, wo es etwa um 10 Uhr eintrifft, um in dortiger Gegend Quartier zu beziehen und am Brigadeexerzieren bei Griedel und am 9. September am Gefechtsschießen mit gemischten Waffen bei Wölfersheim teilzunehmen. ** Ter Krieger Vereinsbezirk Gießen hielt gestern, Sonntag, seinen 2. diesjährigen Bezirkstag ab. Zum ersten Male nahm der im Winter neugegründete Ka- Vallerie-Verem Gießen teil. Dieser und die Ehrengäste, Medizinalrat Tr. Vogt-Butzbach und der Ehrenvorsitzende des Bezirks Gießen, Postsetretär Meyer, wurden vom Vorsitzenden begrüßt. Ter Bezirtsvorsitzende, Kaufmann Fisch- b a ch, gedachte des Namenstages S. K. H. des Großherzogs und brachte ein Hurra auf ihn aus. Dann erstattete er Bericht über den Verlaufdes Hassia-Verb andstages in Groß-Gerau, an dem auch der Großherzog als Protektor der Hassia teilnahm. Tann wurde ein Sch i e d s - gericht für den Bezirk gewählt, das etwaige Streitigkeiten der Vereine zu schlichten hat. Zu Schiedsrichtern wurden gewählt: Taab-Lollar, Petri-Gießen und Leicht- Watz-enborn-Steinberg, zu Ersatzmännern Bommersheim- Gießen und Enders-Reiskirchen. Bei der V o r st a n d s - wähl wurden die ausscheidenden Kameraden durch Zuruf wiedergewählt: Als 1. Vorsitzender Fischbach-Gießen, 2. Vorsitzender Bürgermeister Leun-Großen-Linden, Schriftführer Möbus-Gießen und Rechner Volkmann-Heuchelheim. Zum Bezirksfest 1908 hatten sich gemeldet die Vereine Allendorf a. d. Lumda, Treis und Garbenteich; die beiden letzteren traten zurück, und Allendorf erhielt das Fest. Zu dem Punkt „Hessischer Kamerad und Sterbegeldversicherung" referierten Medizinalrat Tr. Vogt und der Vertreter der Versicherungs-Gesellschaft „Friedrich Wilhelm" in ausführlicher und klarer Weise. Ter „Hessische Kamerad" soll weiter ausgebaut werden durch eine Beilage, und mit dem Abonnement soll die Sterbegeldversicherung verbunden werden. Nur wer Leser des „Hess. Kamerad" ist, kann Mitglied der Sterbekasse werden. Tie Ausnahme geschieht ohne ärztliche Untersuchung bis zum 65. Lebensjahre mit einer Versicherungssumme von 500 Mk. Medizinalrat Tr. Vogt empfiehlt die Sterbekasse aufs wärmste. Ein Antrag des K2ie- gervereins Leihgestern, der dahin geht, daß in Zukunft alljährlich ein Bezirkstag auf einem leicht zu erreichenden Landort stattfinden solle, wird vertagt. ** Die Ergebnisse des Schlachthausbetriebe s. Die Einnahmen des städtischen Schlachthauses im Rechnungsjahre 1907 setzen sich zusammen: Schlachtgebühren 28 526.20 Mk., Beschaugebühren 11562.31 Mk., Trichinenschaugebühren 4361.60 Mk., Wiegegeld 2533.08 Mk., Stallgebühren 98.70 Mk., Futtergeld 741.10 Mk. und kleine Einnahmen 7.70 Mk., zusammen 47 830.69 Mk., 1040.39 Mk. mehr als im Jahre zuvor. Cs wurden an den Toren in die Stadt eingesührt: 1106 Ochsen (1906: 1176), 120 Faseltiere (108), 565 Faselochsen und Kühe (466), 1519 Rinder und Stiere (1386), 7487 Hämmel, Kälber und Schafe (7840), 10 692 Schlveine für Schlachtzwecke (10 657), 49 Schweine für Mastzwecke (75), 35 Spanferkel (6). Ter Konsum hat demnach gegen das Vorjahr abgenommen um 70 Ochsen und 354 Stück Kleinvieh. Der Verbrauch hat zugenommen um 111 Stück Faselvieh und Kühe, um 155 Rinder und Stiere und 40 Schweine. Diesem Mehr steht außerdem ein Weniger von ca. 25 Proz. Fleisch und Fleischwaren gegen das Vorjahr entgegen. Nach der Zusammenstellung des Oktroi-Inspektors sind im Vorjahre 100 513 Kgr., 1907 dagegen nur 73 070 Kgr. Fleisch von außerhalb verbraucht worden. Fest steht, daß wie überall auch in Gießen das Durchschnittsgewicht der geschlachteten Tiere gegen das Vorjahr abgenommen hat, sodaß auch hierdurch em Weniger an Fleisch zum Konsum gelangte. Erwägt man all dieses, so känn es angesichts der Bevölkerungsvermehrung nicht zweifelhaft sein, daß der Fleischkonsum zuriickgegangen ist und es ist zweifellos, daß es gerade der kleine Mann ist, der im Fleischgenuß sich enthaltsam zeigen muß. X Laubach, 25. Aug. In seiner Heimat verstarb der Schüler des hiesigen Gymnasiums Vömel aus Dautphe bei Marburg, Sohn des dortigen Pfarrers, Schüler der Obertertia, an einer Blinddarmentzündung. Seine Klassenmitschüler begaben sich mit ihrem Klassensührer nach dem Orte der Beerdigung. OGonterstrrchen, 25. Aug. Zu den vielen letzthin von hier gemeldeten Unfällen gesellte sich ein neuer, indem ein auf der Straße spielendes Kind durch ein Fuhr wertüberfahren wurde, wodurch es bedeutende Verletzungen davontrug. U Marburg, 25. Aug. Ju Gegenwart des Regierungspräsidenten Grafen Bernstorfs aus Kassel wurde gestern abend der neue Oberbürgermeister unserer Stadt, Herr Troje aus Einbeck, in sein Amt eingesührt. Später sand ein Festmahl im Hotel Ritter statt. Jas erste ZLergturnfest aus vem Koßcrodsköpf. E. H. Gießen, 26. Angust. Der Turngau Hessen hatte für gestern seine Mitglieder auf den Hoherodskopf eingeladen, um dort auf dem weiten, dem Zweithöchsten Punkt des Landes, ein volkstümliches Wetturncn cchzuhalten. Auch ich folgte dem lockenden Ruf und verband mit dem Besuch des Festes eine Wanderung durch einen der schönsten Teile unserer heimischen Berge. Der Nachrnittagszug brachte mich nach Lauterbach und auf dem dortigen Bahnhof traf ich unerwartet einige liebe Wandergefährten, die dem gleichen Ziele zustrebten wie ich. In dem betriebsamen Lauterbach hielten wir uns nicht lange auf, wir besichtigten nur das neue, erst vor 8 Tagen eingeweihte Kriegerdenkmal, einen massigen, ruhender Löwen auf hohem Sockel, und die im Bau begriffene Turnhalle des Lauterbacher Turnvereins, einen eigenartigen Bau, der der Geburtsstadt von Adolf Spieß, dem Altmeister deutscher Turnkunst, alle Ehre macht. Dann ging es die Blitzenroder Straße hinaus am Steinbruch Bilstein, der berühmt ist durch die sonst selten vorkommende Säulenbasaltbildung, vorüber nach Blitzenrod, von wo uns ein annmtiger Fußpfad in kurzer Zeit nach Eisenbach führte. Tiefe Stille herrschte in dem herrlichen Hochwald, der sich längs einer idyllischen Waldwiese hinzieht, nur einmal unterbrach ein vorüberdonnernder Güterzug von ganzen 4 Wagen das Schweigen im Walde. Bald winkte und lockte die hochragende Burg Eisenbach, das Stammschloß derer von Riedesel, uns zu, aber wir widerstanden den Lockungen, durchwanderten dm sorgsam gepflegten Schloßpark und erreichten bald die Landstraße, die uns in erquickender und wenig anstrengender Wanderung nach Herbstein brachte. Durch die untere Stadt ging es alsbald zur Brandstätte, an der inzwischen unsere wackeren Hundertsechzehner tüchtig gearbeitet haben. Sie hatten gerade Feierabend gemacht und so lag denn das wcitausgedehnte Brandscld in unheimlicher Oede vior uns. ,Hie und da rauchte und glühte es noch und ein eindringlicher Brandgeruch machte sich bemerkbar, aber schon sind fleißige Menschenhände dabei gewesen, neues Leben aus den Ruinen erstehen zu lassen. Ein Notbackofen sorgt sür das liebe tägliche Brod und nicht weit davon deckt ein Mann mit Hilfe seiner Kinder das Dach seines Häuschens neu. Furchtbar muß das Feuer gewütet haben und es sind nicht gerade die schlechtesten Häuser gewesen, die ihm zum Opfer gefallen sind. Nur die Neste der Steinsockel und die Keller bezeichnen jetzt die ehemalige Häuserlage und man sieht, wie außer dem direkten Brandschaden die furchtbare Hitze dazu half, die Größe der Katastrophe zu vermehren. Hie und da streckt ein schwarzgebrannter Birnbaum 'eine kahlen Vielte leer in die Luft, ein Bild der Oede, das des Pinsels eines Böcklin wert wäre, um als Symbol der Vergänglichkeit alles Irdischen gemalt zu werden. Ortseinwohner kommen hinzu und geben bereitwilligst Auskunft über das Brandunglück, dabei dankoar der eingehenden Unterstützungsgelder gedenkend. Namentlich wird dabei der Gießener dankbaren Herzens gedacht. Die Gewalt des Feuers war so groß, daß es Straßen übersprang und nur der herrschen Windrichtung und der alten Stadtmauer, die sich schützend vor einem großen Holzschuppen hinzieht, war es zu danken, daß nicht die ganze innere Stadt in Flammen aufging. Wir verließen die Brandstätte in stiller Ergriffenheit und wandten uns dein Ziele unserer heutigen Wanderung, dem freundlichen Ilbeshausen zu. Fast allzulange batten wir in Herbstein geweilt und so kaiN es, daß das Zügle, das wir zu benutzen gedachten, uns vor der Nase wegfuhr. So ging es denn wieder auf Schüsters Rappen weiter über Berg und Tal und nach einer (stunbe waren wir an Ort und Stelle. Aeußerst belebend hat die Herbsteiner Katastrophe offenbar auf die Feuerwehren jener Gegend gewirkt. Dicht vor Ilbeshausen übte die dortige Wehr wacker lund zahlreich waren die Neulinge dabei, die noch o-hne Uniformen waren. Da wir in Hochwaldhausen Ueber- üllung befürchteten — wie wir am anderen Tage erfuhren, grundlos — kehrten wir fcin Orte ein. Drei von uns, drei Kirchhainer bekamen durch die liebenswürdige Vermittelung des dortigen Lehrers Privatquartier, ich und ein anderer Gießener quartierten uns bei Mönnig ein, wo wir nach Einnahme eines recht guten,Abendessens alsbald schlafen gingen. Trotzdem dicht an Unsere Hofreite die „Teufelsmühle" angrenzt, verbrachten wir die Nacht ungestört, und auf unsere Frage nach dem Beherrscher der Unterwelt versicherte uns die Wirtin, daß der Teufel im' 20. Jahrhundert keine Macht mehr habe. Sonntags früh ging es um 7 Uhr aus den Federn. Zunächst wurde der Teufelsmühle ein Besuch abgestattet. Es ist ein prächtiges Fachwerkhaus in edelster Renaissance, das 1691 erbaut ist und eigentlich Hansenmühle heißt. Durch den Volks- mund kam der Teufel zur Patenschaft und zwar erzählt die Säge, ein Zimmermann habe mit dem Teufel gewettet, er wolle gerade so schnell und so schön bauen wie dieser. Der Teufel baute» den unteren und der Zimmermann den oberen Giebel. Der Satan war zuerst fertig, er hing zumstHohn seinen Hut auf die Dachfirste, nahm den Zimmermann "mit in die Luft und zerriß ihn. — Dann ging es über die Bahn hinüber nach Hochwald- hausen und von dort nach finger Einkehr durch das idyllische Schwarzbachtal dem Oberwald zu. Zur Linken eilt das ge- chwätzige Bächlein rauschend Ilbeshausen zu, überall neue, malerische LandschaitSbilder zeigend. Bald nimmt uns ein Fußpfädchen aus das nn$ über blumenreiche Triften, die von einzelnen reizvollen BaumgNlppen belebt sind, in mäßiger Steigung der Höhe zuiührt. Ab und zu erblickt man das muntere forellenreiche Bächlein und einige Tümpel verkünden die Stelle, für die vor etwa 2 Jahren als neuer Anziehungspunkt des Vogelsberges die Anlage eines Sees vorgeschlagen wurde. Studentenblümchen und Erika, Erdbeeren und Himbeeren winken und locken rechts und links vom Wege, aber wir wandern rüstig weiter, am SchutzhauS — eine Jägerhütte — vorüber, dem eigentlichen Oberwald zu. Menschen begegnen un§ fast keine, bloß einmal kommen einen Waldweg von rechts her drei lustige Miisikanlen, deren einer den Baß schleppt, waS sich in dem stillen Walde etwas seltsam ausnimmt. Ein letzter steiler Anstieg, dann erblicken wir deutsche und hessische Fahnen, die uns das Klubhaus und damit die Feststätte anzeigen. Hunderte von Turnern und anderen Festgästen (auch Kreisrat von Vechtold-Lauterbacki) sind schon oben, darunter m schmucker Turntracht die noch schmuckeren Ttirnschwestern von Schotten und Gedern. Froher Gruß und Handschlag wird mit den Freunden ausgetauscht, und dann geht es an die Stärkung des inneren, Menschen, für die Klubwirt Stein in reichem Maß gesorgt hat. Um 11 Uhr versammeln sich die Kampfrichter zu ihrer Sitzung. Leider zieht sich ihre Besprechung sehr lange hin, so daß, erst um 12'/. Uhr, also mit dreiviertelstündiger Verspätung, Gau- turuwart Will- Gießen, zum Sammeln blasen lassen kann. 146 Turner folgen dem Ruf. Ein schneidiger Aufmarsch leitet das Turnen ein, bann folgen Freiübungen ohne Belastung, die H a r t m a n n - Bad-Nauheim vorturnt. Sie wurden im allgemeinen ziemlich gut und hätten jedenfalls noch besser aus- gesehen, wenn nicht einige wenige stets rechts und links, Auslage und Ausfall 2C. verwechselt hätten. Ta machten es die 8 Drückeberger eigentlich viel besser, die im Bewußtsein ihres Nichtkönnens sich erst nach den gemeinsamen Freiübungen in Reih und Glied stellten. In sieben Riegen begann dann sofort das volks- tün: liehe Wett urnen. Als Wettübungen waren bestimmt Stabhochsprung (1,80 m = 0 Punkte, 2,80 m — 10 Punkte) Freiweitsprung (4 m = 0,6 m = P.), Steinstoßen mit der 30 Pfd. chweren Kugel (Maße wie beim Weitsprung) und beidarmigen Stemmen mit 60 Pfg. Es wurden durchweg recht gute Leistungen erzielt, so daß in allen 4 Uebimgsarlen 10 Punkte erreicht und überschritten wurden und nur 80 Turner unter den zum Sieg berechtigenden 20 Punkten blieben. Die Wettkämpfer verteilten sich auf 43 Vereine und von 178 Angemeldeten traten 154 an. Gegen 5 Uhr war das Turnen zu Ende und die Turner gaben sich dem Tanze hin oder lauschten den Klängen der Musik. Die Tur n erin n en von Schotten führten, 16 an der Zahl, recht schwierige Siab- windnngen und Keulenschwingen vor. Inzwischen hatte der Berechnungsausschuß eifrig seines Amtes gewaltet, so daß gegen x/a7 Uhr bie Preisverteilung vor sich gehen konnte. Tunfer H e l f e n b c t n von Lauterbach, der Vorsitzende d-z Festausschusses, leitete sie mit einer kernigen Ansprache ein. (tr dankte allen, die zum Gelingen des 1. Hoherodskopffestes bei. getragen hatten, gedachte des gesundheitliche!, unb vaterländisch^ Wertes der Turnerei und brachte dem decltschen Vaterlande ein Gut Heil aus, das begeisterte Aufnahme fand. Gauttirnwart W j übermittelte die Grüße des ain Erscheinen verhinderten Ga». Vertreters Helnc-Gießen unb sprach den Wunsch air§, daß das Fxs, zur Llusbreitung der deutschen Turnsache dienen möge. Auch fein i Gut Heil, das er der deutschen Turnerschaft widmete, fand lebhafiE I Zustimmung. Sodaim erfolgte durch den Ganturnwart die 23 er. i kündigung der Sieger. Die Erringer der 10 ersten Prei^ erhielten Kranz unb Ehrenurkunde, die übrigen bloß Ehrenurkunden, Die Namen der Preisträger finb: 1. Preis I. Wagner-Wetzlar und Hch. Erle-Usingen mif je 38l/2 Punkten, 2. Werner Arkularius-Schotten 38, 3. Ludw. Kabay-Gießen, ÜÜ.-T.-V., 37^, 4. Gg. Dickhaut-Alsfeld unb Jul. Trapp-Friedberg, je 36, 5. Hermann Stutz-Wetzlar Bö1/», 6. Hch. Ehrhardt-Gießen, T.-V., und Jak. Otto-Wetzlar je 34 7. Alb. Diehl-Kirchhain und Hch. Rohrbach-Collar je 33, 8. Fr. Schwarz-Lollar unb Karl Kauß-Nidda je 321/,, 9. Ernst Krüger-Gießen, T.-V., Hch. Hamel-Gießen, T.-V. I Oskar Greiner-Friedberg unb Karl Schmibt-Friedbcn i je 32, lOBEdm. Ebeling-Alsfeld unb C. Spamer-Schotten je 311/ [ 11. Ludw. Lenz-Gießen, M.-T.-V., 31, 12. Herrn. Bender-Krofdorf, Will). Frank.-Lollar, Karl Möllcu Lauterbach und Karl Atöser-Grünberg je 301/,, 13. Will). Leib-Krofdorf, Adolf Spainer-Schotten, Karl Buller Atuschenheim, Alex Hild-Gießen, T.-V. je 30, 14. Th. Spieß-Friedberg, Will). Aterz-Lang-Göns, Nhd. ©rie§., Bad-Nauheim, Karl Bormann-Wetzlar, Will). Heß-Gießen ; T.-V., unb Wilh. Henes-Bad-Nauheim je 291/,, 15. Hch. Grölz-Taubrmgen , Friede. Möglich 'Ltitzellindcn, Karl Müller - Niedenvöllstadt, Wilh. Spamer-Schollei, Herrn. Leidols - Naunheim unb Joh. Zimmer-Niedei- - Ätörlen je 29, 16. Jean Fleischhauer - Bab - Nauheim, Lubw. Eckhardt.- Staufenberg, Lorenz Schmalz-Gießen, T.-V., Otto Hertel-1 Laubach je 28st,, 17. Konr. Krausgrill - Nieder-Weisel, Friedr. Merz-Schlitz ^ Karl Möbus-Schotten, Friedr. Schmitz-Wetzlar je 28, 18. Aug. Seelmg-Lauterbach, Ni. Hecker-Gießen, At.-T.-P. Ludw. Zecher-Slaufenberg, Karl Wenzel-Gießen, T.-ili, unb Rich.,Schubecker-Gießen, T.-V., je 27st„ 19. Herrn. Seüm-Nibda, Fritz Philippi-Usingen, Jean Gries Bab-Nanheim, Hch. Zecher-Staufenberg, Engelb. Bürcl Gießen, At.-T.°V., je 27, 20. Nhb. Zimmer-Lich, Adolf Trantwein-Gießen, M.-T.-P. Hch. Schneider-Wetzlar und Hch. Scharmann-Wetzlai je 26'/,, f 21. Karl Klos-Friedberg, Hch. Schmidt - Schotten , Will; (tzerhardt-Gießen, Nt.-T.-V., Herrn. Levy-Neustadt uni Ferd. Künstler-Nieder-Mörlen je 26, 22. Joh. Keßler-Marbach, Gg. Eichler-Dorn-Assenheim, Konr ' Bücking-Alsfeld und Gg. Weitzel-Lauterbach je 25st„ 23. Hch. Fendt-Schlitz, Hch. Bierau-Lollar, Kolir. Heuser Lauterbach, Karl Luh-Gießen, T.-V., Beruh. Wack-Bnd > Nauheim, Ludw. Braun-Staufenberg, Emil Gasterstedl Ntarburg, T.-G., und Fritz Hllle-Lich je 25, 24. Konr. Keßler-Nieder-Weisel und Wllh. Mandler-Mar bürg, T.-G., je 241/,, 25. Will). Hofmann-Gambach, Karl Müller-Alsfeld, Loui | Welker-Frankenberg unb Karl Möhl-Gedern je 24, 26. Hch. Lotz-Dorn-Assenheun, Wilh. Scheidt-Gießen, T.-P l Paul Bausch-AlSfeld unb Mart. Textor-Marbach, je 23st 27. Gg. Schütz-Nieder-Wöllstadt, Herrn. Ernst-Marbach, Stom ? Meinhardt-Lauterbach, Ew. Hahn-Lich, Hch. Schinidi 5 Kirchhain, Phil. Steuler-Bad-Nauheim unb Hch. Stade: A mamr-Friedberg je 23, 28. Hch. Wieland-Friedberg, Wilh. Spengler - Lützelllude | und Hch. Weide-Wetter je 22st„ 29. Phil. Klein-Lollar, Hch. Limperr-Gedern, Ludw. Oswalde I Lollar, Wilh. Zeschky-Schotten, Karl LooS-Gießen, T.-V | Daniel Göckler-Wetter je 22, 30. Gg. Wißmanu-Lollar, Will). Straub-Schotten, ßubn f Haub-Nieder-Weisel, Arth. Dietz-Lich und Gg. Pfefsci - Aad-Nauheim je 21st„ 31. Karl Atüller-Grünberg , 2(uguft Loos - Gießen, T.-V I I. Jhlefeld-Friedderg, Ed. Möhl-Gedern, Ehr. Rump Schlitz, Kart Neeb-Naunheim, Easp. Euler-Treis a. d. Ldc und Gg. Reinhardt-Gießen, T.-V., je 21, 32. Joh. Vollmüller-Lauterbach, Leonh. Weißbeck-Schlitz un i Emil Zoll-Frankenberg je 20V2, 33. Wilh. Arnold-Leihgestern, Ludw. Neeb-Naulcheim un ; Karl Vogt-Lich je 20 Punkte. Es erhielten also Gießen 19 Preise (Turtrverein 13 und Mäuuei turnuerein 6), Friedberg unb Schotten je 8, Wetzlar und Bat Nauheiul je 7, Lauterbach unb Lollar je 0, Alsfeld und Lick; je i Staufenberg unb Schlitz je 4, Naunheim, Nieder-Weisel, Geder und Marbach je 3, Usingen, Kirchhain, Vlibba, Krofdorf, Gründen Lützellinden, Nieder-Wöllstadt, Nieder-Aiorlen, Dorn-Assenheiii Atarburg, Frankenberg unb Wetter je 2, Muschenheim, Lcmc Göns, Saubringen, Laubach, Neustadt (Sir. Kirchhain), Gamdaa Treis a. d. L. unb Leihgestern je 1 Preis. Bald nach der Preisverteilung leerte sich der Berg. Das Fes das als Versuch gedacht war, verlies in bester Weise und nm wohl nicht das letzte bleibet:. Mestlex‘Ä für Säuglinge, Reconvalescenten, Magenkranke.- - Darmstädter Möbelfabrik Darmstadt, Hoxdeibergerstr. 129 —Kinistschreiiierei - —.... = Werkstätte für Wohnungs-Einrichtungen jeden Stils, tirösste, existierende, stets wechselnde von ca. Kt-O mustergültigen Wohnrikumen in .jeder Preislage. 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Ein Einheimischer wollte Frieden stiften, doch wurde der Streit noch ärger und die Bierstädter gingen auf die Lampertheimer Bevölkerung mit Revolvern und Messern los. Zwei C.lloM. Nacht Telefon 322. Walltorstr. 5. empfiehlt: Neue Vollberinge p. St. 6 P. „ inarinirte Heringe St. 8 P. 9teucd Grünkorn Pfund 40 Pfg. Nene Salz- u. Essiggurken 5272] Stück 5 Pfg. Neues Münchener Delikateß- Sauerkraut. Amtlicher Heil. KeKamüttmchlmg, Samstag, den 31. August 1907, vormittags 11 Uhr, findet im Sitzungssaale des Regierungsgebäudes in Gießen, Landgras Philipp-Platz Nr. 3 eine öffentliche außerordentliche Sitzung Les Provinzialtags der Provinz Oberhessen mit folgender Tagesordnung statt: 1. Antrag, die Nutzbarmachung der Wasserschätze von Oberhessen, hier die Erwerbung des Quellengebiels bei Inheiden betreffend. 2. Das Brandunglück in Herbstein. Gießen, den 17. August 1907. Ter Vorsitzende des Provillzialtags der Provinz Oberheffen. Dr. Breidert. Todes-Anzeige. Gestern abend starb nach langem Leiden im 69. Lebensjahre unser lieber Gatte, Vater, Großvater, Schwiegervater, Schwager und Onkel MmMMÄM kräftige Pflanzen, jetzt oeste Pflanzzeit, ertragreichste und früheste Erdbeere, sehr aromatisch, hat einige Tausend abzugebeli. Per 100 Stck. 2.50, 10 Stck. 30 Pfg. Otto Müller, Handelsgärtner, London, 26. Aug. Nach Meldungen aus Fez fin5( dort e r 11 ft e Unruhen ausgebrochen. „ P a r i s, 26. Aug. Nach dem „Figaro* erzählte Minister- Präsident Clömeneeau, daß seine Unterredung mit dem König von England eine Stunde gedauert und völlige Uebereinstimmung soivohl zwischen England und Frankreich/ wie auch bezüglich der friedlichen Absichten zwischen allen anderen Mächten ergeben habe. — Ferner erklärte Gfemenceou in einem Interview, daß er die Lage in Casablanca keineswegs für beunruhigend halte. San Francisko, 26. Aug. In Sebrante (Süd- kalifornien) flog eine Dynamitfabrik in die Luft. Zehn Personen wurden getötet und 130 verletzt. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem schweren Berluste unserer lieben Gattin und Mutter, sagen den innigsten Dank Heinrich Schmitt und Kinder. Beteiligte wurden erheblich verletzt und schwebH in Lebensgefahr. Vier Bierstädter wurden sestgenommen. -sd. Darmstadt, 26. Aug. Der im hiesigen Krankenhause befindliche Räuber hat in seinem heutigen erneuten Geständnis angegeben, daß er Gregor Jäger heiße, 30 Jahre alt und Schneider sei und aus Hau a. Rhein (bei Kleve) stamme. Seine übrigen bisherigen Angaben erhält er aufrecht; sie müssen aber noch vom Untersuchungsgericht nachgeprüst werden. (S. u. Stadt und Land.) Hagen, 26. Aug. In Neheim hat sich der Bürge rmelfter erschossen, nachdem der Stadtrent- m ei st er und der Steuersekretür wegen Unterschlagung verhaftet worden sind. Negierungskommissare verwalten die verwaisten Aemter. Hamm er fest, 26. Aug. Aus Virgohafen wird gemeldet. Infolge fortdauernder ungünstiger Witterung beginnt W e l l m a n n an der Möglichkeit eines diesjährigen Aufstieges zu zweifeln. Bis zum 5. September, den er als den äußersten Termin für die Ballonfahrt ansieht, will er die Hoffnung nicht definitiv aufgeben. auch Harmoniums. — Monatliche Mietpreise 2-12 Mark Jede Reparatur an Pianos and Harmoniums wird in eigener«. Werkstätte fachgemäss und vollendet ausgeführt Klavierstimmen B Aufpolieren von Pianos. WiLH. ÜOOOLFN Wirsing, Slot- und Weißkohl werden Dienstag morgen am Bahnhof billig verkauft. I Münz aus ZM. Spezialität: Rudolpli-Patent-Piamiws mit bis jetzt unerreicht guter Stimmhaltung 10 —20jährige Garantie. — Freie Lieferung D’A Monatsraten von 5—20 Mk. Höchster Barrabatt — Illustrierte Kataloge gratis • Gespielte Pianos zu allen Preisen • Pianos zu vermieten Gute Existenz! Intelligente Damen können engt. Gesichts- u. 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Der Jubilar ist 1831 in Büdingen geboren, studierte in Gieße n und Berlin, unternahm dann zu seiner weiteren Ausbildung größere Reisen nach Frankreich und Eng-< land, und habilitierte sich 1858 für Verwaltungsrecht an der hessischen Landesuniversität, von wo er 1862 als außerordentlicher Professor nach Tübingen berufen wurde. Derr Jahoh Hahn Polizeidiener. Um stille Teilnahme bitten Tie trauernde» Hinterbliebene». Steinbach, den 26. August 1907. ' 5405 Stets vorrätig: 25 Flügel \ von Sechsteln, Blüthner, Berdux, 150 Pianinos | Kaps, Schiedmayer etc« 100 Harmoniums von Mannborg. Hofberg etc. Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei unserem schmerzlichen Berluste, insbesondere für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Hellwig, dem Herrn Mehrer Doll nebst Schulkindern für den erhebenden Gesang, für die warmen Worte des Herrn Daupert bei der Niederlegung des von den Zöglingen vom Turnverein gewidmeten Kranzes, sowie für tue zahlreichen Blumenspenden sagt innigsten Dank 5413 Familie Ihm. Wieseck, den 25. August 1907. Versteigerung. Dienstag, den 27. dö. Mts., nachmittags 2 Uhr, werden im Pfandlokal Seltersweg 11 gegen Barzahlung versteigert: [5290 1 Buffet, 1 Wagen, Sofas, Kommode, Schränke, Spiegel, 1 Kassenschrank u. a. in. Johann, Gr. Pfandmeifter. Versteigerung. Dienstag, den 27. d. Mrs., nachmittags 4 Uhr, sollen im städtischen Pfandlokal Seltersweg 11 dahier die wegen rückst. Ortskrankenkassebeiträge gepfändeten Gegenstände: Möbel aller Art, Schränke, Sofas, Schreibtische, 2 große neue Koffer, 2 Badewannen, 1 Pferd, 2 Kassenschränke u. v. a. versteigert werden. [5344 G emmedc r , Pfandmeisler. LswÄlmtter zum Einkochen, so lange Vorrat, per Pfd. 95 Pfg. p31'2 H. F. Nassauer, Neuenweg 15. T ooies-A^zeige. Gott dem Allmächtigen Kat es gefallen, heute nacht 1 Uhr nach langem, schwerem, mit grosser Geduld getragenem Leiden meine innigstgeliebte Gattin, unsere gute, teuere Mutter Frau Maria Rubi, geb. Faust, im 51. Lebensjahre zu sich zu rufen. 5420 Um stille Teilnahme bitten Eberharsst Postschaffner, nebst Kindern. Giessen (Bruchstr. 16), den 26. August 1907. usw., zus. 16 691 Gewinne Im Gesamtwerte von Mk. MD VW Lose ä 1 Mk., 11 Lose 10 Mk. ■— Porto o. Liste 20 Pfg. extra, A. ISOLLKKG, Berlin W Kaiserhofstrasse 1. In Giessen zu haben beid. Kgl. preuss.Lott.- Einnehmern, sowie in allen d. Plakate kennt!. Verkaufsstellen. SS‘ 7^ H olonia Ohne Hübe erzirijen,8i£ouf jederArtSMzetß mit 4 Aufruf I Die Endesunterzeichneten haben es sich zur Aufgabe gemacht, die in Herbstein durch das .schwere Brauduuglück heirngesuchten Familien in ihrer großen Not durch die Erträgnisse eines Bit unterstützen. Dasselbe soll am 1. September von 11 Uhr bis l1/, Uhr im botanischen Garten zu Gießen stattfinden. Eintritt pro Person Mk. 1.—, wobei der Mildtätigkeit keine Grenzen gefetzt werden. Das Doppelkonzert wird von der gesamten Kapelle des Regiments Kaiser Wilhelm und der Beteraneu-Kapelle im Einzel- und Zusammenspiel ausgesührt werden. Die in ihrem großen Opfersinn bekannte Bevölkerung von Gießen und Umgegend, welche jederzeit eine außerordentlich offene Hand erwiesen hat, bitten wir, auch dieses Unternehmen in Anbetracht des großen Notstandes freundlichst unterstützen und ihm ihre Beihilfe nicht versagen zu wollen. Wir hoffen, den schwer heirngesirchten Landsleuten von Herbstein einen namyaften Betrag überweisen zu können und sprechen im voraus allen denjenigen, welche dieses Unternehmen gütigst mrterstützen, im Namen der Herbsteiner unsern tiefgefühlten herzlichsten Dank aus. Doppelt gibt, wer schnell gibt. Geheimerat Dr. Breidert, Provinzialdirektor. Bausch, Vorsitzender des Artillerievereins. Bruchhäuser, Vorsitzender der Kriegerkameradschaft. Lullmann, Vorsitzender des Pioniervereins. Lurschmann, Beigeordneter. Fischbach, Verbandsvorsitzerider der Hassia. Gabriel, Vorsitzender des Kriegervereins. Dr. med. Glaeßgen. Grünig, Vorsitzender des Gardevereins. I. Grünewald, Bankier. Haberkorn, Medizinalrat u. Stadtverordneter. Hebstreit, Vorsitzender d.Marinevereiii. W.Hornberger, Kaufmann. A. Klingspor, Fabrikant, von Lindenau, Oberst und Regiments-Kommandeur. Loos, Bankdirektor und Stadtverordneter. C. Meyer, Postsekretär i. P. Eberhard Metzger, Karrfirianii. I. Meißinger, Dirigent der Veteranenkapelle. Petrr III, Vorsitzender des Veteranerwereins. Geheimrat Dr. Vojsius, Direktor der Augenklinik. Weise, Vorsitzender des Kavallerievereins.- Mein zirka 1900 qm großes Anwesen mit Wohnhaus, Scheuer u. Stallung beabffcht. ich zu verk. Vermittl. verb. Offerten direkt an Frau I. Peter Witwe, Gießen, 00* Eichgärten 37. Ei» Privaihaus mit großem Garten zu kaufen gesucht. Schriftl. Anfr. unter 5362 an d. Gießener Anzeiger erbeten. Teckel jung, männlich, gesucht. Schriftl. Angeb. mit Preisang. u. 06038 an den Gieß. Anz. erbet. KarioM-tiaiif Kaufe 200 Ztr. kleine gesunde Kartoffeln zum Füttern. 5398 _______M. Keßler, Gastwirt. Zahle die höchsten Preise für u-^ahnPlomben 06079 Joh. Horn eck, LöweugasseLQ. im August 1907. Düsseldorf früher Giessen Köln a. Rh. 06100 Adele Keller Hubert Flett Verlobte Für die Provmzial-Siechenanstalt zu Gießen soll für die Zeit vom September 1907 bis August 1908 die Lieferung von zirka 220 Zentner Korrrftroh (Maschinendrusch) vergeben werden. Angebote mit entsprechender Aufschrift versehen, sind bis zum Dienstag, den 3. September 1907, vormittags 10 Uhr, auf dem Ver- waltungsbüreau einzureichen, woselbst auch die Lieferungsbedingungen zu erfahren sind. BM/e Verwaltung der Provinzial-Siechenanstalt Oberhessen. Von der I^eise zuraoic. H. Ärzi Bahnhofstr. 39 pt. 06030 Feinste frische ===== Italiener ===== Kur-u. Tafel-Trauten ausgewogen per Pfund 32 Pfg. in Körben per Pfund 23 Pfg. in 5 und 10 Pfund-Kisten per Pfund 26 Pfg. empfehlen aus heute und morgen eintreffenden Zufuhren a’°/8 Gebrüder Berta Bahnhofstrasse 27 Bahnhofstrasse 27 Von unserer Saatbaustelle empfehlen wir in doppelt gereinigter Qualität: 1. Kirsche’« 1-20 Ztr., 21-100 Ztr., üb. 100 Ztr. 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