Erstes Blatt Samstag 20. Januar 1907 157. Jahrgang General-Anzeiger für Oberhefsen Die heutige Zlummcr umfaßt 14 Seiten. ZW Ibcinmn .a-,6^ V i |p't ^glwt a hpin: gegen 93) auch auf (jetzt 122, flCQcn 67), in Zukunft Köhler Heytigenstaedt Krumm 8761 Stimme« 7430 6297 im2l.u.22.Febr.l$; tter SSoHerii Gewinn« i1 rtlmle 996- ES fehlen nur noch 4 Orte, die natürlich an der Situation nichts andern. In der Stadt Gießen haben 80,6% abgestimmt und ungefähr ebenso stark war die Wahlbeteiligung tn den Landeten. Ter bedeutsame Tag, an dem das deutsche Volk zu ent- Ate tzntjcheiduog. Gießen, 26. Januar 1907. Wahlkreis Sieben. Das Ergebnis der gestrigen Wahl ist: politische Lage-schar». 3ft der Kaiser wdjibercajtigt? Unter denen, die gestern i^un Siiniiuzettel abgaben, Hatzen sich auch die 9)hni|iec aller Bundesfiaoten und Staats- sekreläre und auch der Reichskanzler befunden. Aber der Kaiser? Durfte auch er wählen, wenn er tonst Neigung dazu verspürte? Schlanlweg zu bcanlworten ist diese Frage nicht. Laß dec Hance das passive Wahlrecht nicht besitzt, i't selbstverständlich, da der Reichst« j ohne Zuflin.mung deS Kaisers nicht aufgelöst werden, die .iu'lösung aber nicht vän der Zustinriuung eines Mitgliedes d. 3 Reichstages abhängig fein kann. Dagegen kann der Kro , prinz zum Mllgliebe Ten Heyligenstaedt wühl ich net Aus dem einfache Sinn, Weil ich la Beamter bin. Der Kähler Hot zu viele Fehler, lln weil ich ach hu ka Lekonomie, Wähl ich de Kühler nie. Demokroiisch bui ruj nu ach net gesllntt, Trum bin ich ach net fürn jtrumm gestimmt Trum wähle, wen ihr wollt, liebe Wähler, Wenn se in Reichstag kumme Lot jeder sein Fehler. Vielleicht haben die Herren Wahlvorsteher die Güte, zur Ergötzung unserer Leser in Stadt und Land uns dieses oder jenes Schwänllein mitzuteilen. und Diel an Boden nicht nur in Nidda (diesmal 340 gegen 171 (126 gegen 62), ©nhibeiv, wo mehr als in der Hauplwahl Nr. 22 Erscheint täglich auher Sonntag«. kein Gießener Anzeiger 6. werden im Wechsel mit I dem lsrsstschen Landwirt | bi: Siebener Aamllien. blüller viermal in der lsoch« deigelegl uub wennal wöchentlich daS KidsblcU für den Kreis -irden, siermprech-Anschluß I. d. Redaktion 112 Verlag u. Expedition ÖL junr Vorbilde nehmen und dann zweifellos noch erheblich bessere Resultate als diesmal erzielen. Jubeln werden die Köhlerianer über ihren kolossalen Stimmenzuwachs. »Mil Recht! Ihr Erfolg ist eiufach slannenS- ivcrt. Welch emo Wendung seit 1903! Damals die schwächste, jetzt weitaus die stärkste Partei im Streife! Damals überall, m ganz Hessen, Stmunenrüclgang und Blamagen, mühsame Behauptung .bombensicherer^ Streife bei dec Stichwahl, Schlag auf Schlag Verluste. Diesmal welle Ueberlegenhell über alle ananderen Parteien! Woher kommt das? Die wenigen ZentrumSslimmen, so sagten sie selber, kommen nicht in Betracht. 9hm, bit Zahl dec Ullramonlanen in unserm Kreise in ja freilich sehr gering; was aber von den enrngierten Anhängern der römischen Kiiche an Agitation, an Verhetzung geleiüct werden kann, das weih man m deutschen Landen feit Jahrzehnten zur Genüge, und so gekränkt und erbittert war das Zentrum lange nicht wie jetzt. Was da von der Kanzel und im Stillen vom Beichtstuhl aus, sowie im Lande durch eine überaus schlaue, klug sich verbergende Wahlaibeit geleistet worden ist, wer ®nn das fest stellen! Jedenfalls hat das Zentrum auch dmch seine enormen Geldmittel Kühlers Kandidatur unterstützt, und der Bund der Landwirte, der gleichfalls über eine graste KciegSkasfe verfügt, gegen die andere Parleien, zumal wen von dem Riesenreichtum RomS 'JiennenSivcrhS dazu gekommen ist, bettelarm sind. Dazu kommt der rastlose Redeslust Köhlers und seiner Freunde, seine denBauern wohlgefälligeBauernart, und, wahrlich nicht zum iDCi’igflcn, sein sog. Märtyrertum, der sensationelle Eberstädter Prozest, dec ihm eine viele bäuerliche Kreise ärgernde Veruc- teiluug zu einer, dann freilich durch einen Zufall tut Gnadenwege erlassene Freiheitsstrafe von Rechtswegen brachte. Während in den Städten und Städtchen des Kreises, wie m allen gröberen Orten, wo der Gieß. Anz. besonders hart verbreitet ist, eine auffallende Stimmenzunah in e der Liberalen zu konitatiecen ist, hat Kühler auf dem platten Lande, wo der Giest. Anz. in weit weniger <^emplaren verbreitet und wo die Friedberger „Volksmacht* ihren sozusagen angestammten Besitz hat, seinen Stimmenfang im Großen nahezu ungehindert treiben können, mit größtem Erfolge. Für alle Liberalen, wie auch für die Anhänger der äußersten Linken muß das Ergebnis des gelingen Tages em Ansporn fein, nut erhöhter Entschlossenheit und Opfermutigke'.t dem Slichivahllage entgegen zu schreiten. Unter das Banner des Liberalismus, nicht das vom Zentrum abhängig gewordenen Agrariertums haben sich am 5. Februar die Wähler dec Linken zu scharen unter Abweisung aller lockenden Versprechungen von anderer Selle. • Vor unserem Geschäftshause entwickelte sich am Abend halb’ nach 7 Uhr ein ganz außerordentlicher Trubel. Hunderte und Aberhunderte von Menschen belagerten die ganze Straße iinb selbst auch die Wagengasse well hinaus, und harrten mll größter Spannung der Dinge, die da lammen sollten. Und schon bald nach ^29 Uhr konnten wir recht stattliche Zahlen den Staunenden bekannt geben. Mll besonderem Halloh wurde eö von unserer ersten öficntlichen Zahlenzusammenstriiung ausgenommen, daß Slrumm gegen Köhler und Hcyligenstaebt stlls im Rückstände blieb. Anfangs hatte tzeyligenstaedt weitaus die höchsten Ziffern, biS die Telegramme aus den entfernteren Landorten das Bild bald zu gunsten Kühlers wefenllich verschoben. Ein paar W a h l k u r i o s a sind natürlich auch nicht auS- geblieben. So hat, wie wir gören, im 3. Bezirk ein Wähler ein B erstellt auf einen Stimmzettel geschrieben. In W eiters Hain fand sich aut einem Stimmzettel folgender Reim: gar hochfahrenden Ton angeschlagen, als ob seiner Partei einen Stmunenzuwachs von einigen Tausenden in sicherster Aussicht stünde. Nun steht eS wehklagend am Wegesrande da, als gänzlich geschlagen. Tie Arbeiterschaft des Wahlkreises und das Gießener Sozialistenblatt also sind, wie dec gestrige Tag klar bewiesen hat, zweierlei und von einander streng zu scheiden. Ein großer Teil bei Arbeiter ist sehend geworden und läßt sich von der soziali't. Presse nicht inS Bockshorn jagen. Ter Offenbacher Sozialisteii- odleger hat hier da» Gegenteil von dem erreicht, waS er zu ermdjen hoffte und viele Arbeiter dem Sozialismus entfremdet. Angesichts deS enormen StlmnienzuwachfeS dec anderen Parteien, der Liberalen um 2000 und der Köhlerianer gar um nahezu 8600, angesichts der über allcS Erwarten, ja ganz ungewöhnlich starken Wahlbeteiligung ist das Amvachsen bei Anhänger KrummS um 2oO geradezu kläglich und beschämend für die sozialistijche Preße, es ist daS sicherste Zeichen dafür, daß der Sozialismus in unserem Wahlkreise an6- gefpieIt hat, das beste Zeichen aber auch für die Vater- lanbetreue einer großen Zahl unserer Arbeiter und eines Teiles ber vor 31/» fahren schwankenben Ilan b- beoölkerung; auch biefe hat durch ihre Abroendung vom Sozialismus sich ein glänzeudes Zeugnis ausgestellt, doc man allgemein mit gröhter Freude begrüßen roiib. Cb sie nun Köhler obr. Heyligenuaedt wählte, sie stellte sich ledenfaÜS m ihrer erdrückenden Mehrheit auf nationalen Boden. Uub das fei ihr gebankt! JebenfaUS hat bie Wählerschaft unseres Kreises erkennen lassen, baß ihr bie bisherige schwarz-rote ReichStagSmehrheit zuwider ist, bie uichts weiter verfolgt, als ureigenste etonbec- und KonsessionSmteressen zu fördern unb in wirtschafilicheii ivie politischen unb geistigen Dingen eine Herrschaft im Staate zu errichten, die kaltblütig hinwegsieht über das Wohl bei Allgemeinheit, über bie Empfindungen unb Regungen bei deutschen Volksseele, bie dem Reiche bie nalwenbigen Mittel verweigerte zur Verteibigung ber nationalen Würde unb zur Aufrechter Haltung unseres sicher allmählich immer wertvoller sich gestaltenden kolonialen Besitzes. Freilich übersah ber größte Teil ber Wähler ein sehr Wichtiges, nämlich die bevorstehende Unteriochung ber im deutschen Reichstage nie eine Bedeutung gewinnenden deut sch sozialen Partei durch daS Zentrum. Tie Zentruniswähler ftimmten diesmal für Köhler (nur einer, in Eberstadt, machte eine scherzhafte Ausnahme und gab feine Stimme für Roeren ab), und sie werden zweifellos als Enigelt dafür in allen deutschen Wahlkreisen, wo sie ba5- fclbe taten, verlangen, daß sich die Deutschsozialen dankbar dafür erweisen, indem ihre kleine Schar im Reichstage sich blind dem Zentrum unterordnet. So werden bie paar Deutschsozialen im beulschen Reichstage Mitläufer beS Zen- lrums. Die Arbeiterschaft des Wahlkreises Gießen aber wird sich für die bevorstehende Stichwahl darüber zu ent- scheiden haben, ob ihnen der dem Zentrum eng verbundene Mann des BunVeL ber Lanbwirte ober ob ihr ber liberale Kandibat, ben die zum Teil zur Demokratie stark neigenben freisinnigen Bürger Gießens zu ihrem Vertreter zum zweiten Male auserfehen haben, lieber U‘t, der Mann, ber z. B. bie Zigarren arbeitet: Gießens vor großer Not detvahrt hat durch seine entschiedene Stellung gegen die Erhöhung der Tabaksteuer und ber bekanntlich m semer eigenen Fabrik für seine Arbeiter vorbildliche Fürsorge mamngfachster Art unaiiSgesetzt trifft, ein Mann, ber sich mit Stolz rühmt, selber aus dem Arbeiterstande her- vorgegangen zu sein unb besten Herz allezeit warm für die Arbeiterschaft schlägt. WaS Köhler für die Aibellerschafi bisher geleistet hat, wer vermag darauf eine Antwort zu erteilen? Ganz enorm war bie Wahlbeteiligung in unserem ganzen Kreise. In einzelnen ländlichen Orten haben nahezu alle Wahlberechtigten ihr Wahlrecht auSgeübt, wie z. B. im Köhlerorte Bettenhausen, wo von 106 Wahlberech- tigten nur zwei zu Hause blieben! In Göbelnrod haben sogar sämtliche Wähler abgestimmt. SDu.a sieht daraus, rote bie Köhlerauer zu arbeiten verstanden haben, wie wichtig bie Agitation ist, und zwar nicht nur m politisch hochgehenden Zeiten, sondern jahraus jahrein, Sommers und Winters. Diese Ziffern sind überaus lehrreich, auch für bie Liberalen, bie immer erst zu arbeiten beginnen, wenn bie politischen Wogen hoch gehen unb alle anderen Parteien längst mit doppelten Kräften an ber Arbeit sind. Würden die Liberalen wie bie Köhlerfreunbe niemals müßig fein, sie würben zweifellos einen erheblich größeren Stimmenzuwachs erhalten haben. Immerhin freuen wir unS beS höchst stattlichen Erfolges. Die Sache hätte sich auch anders gestalten können, wenn ParteisanatlsniiiS sich der Gemüter bemächtigt hätte und z. B. die 'Jcahonalhberalen und die Freisinnigen getrennt in ben Wahlkampf gezogen wären. Besonnenheit aber SSä ^Anzeiger «tcftcu."' UotatlomLruS und Verlag der vrühsifchen Univ.'vuch. und ZtelndruSerei. H. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulstrahe 7. und Geradlinigkeit beS bürgerlichen EmpfinbenS hat bie vereinten Liberalen zu einem äußerst starken Gewinn geführt und wird sie hoffentlich auch zum endlichen Siege gele.ten. Tie Liberalen haben Krumm ganz aus dem Felde geschlagen den Städten, wie z. B. in scheiden hatte, rote sich seine zukünftige ReichstagSveArctung jiisammensetzt, ist also vorüber. Er hat für den Wahlkreis tz-ieffcN'Grünbera-Ridda daS Resultat gebracht, daß eine Stichwahl zwischen dem Kandidaten dec Dcrcimgtcn liberalen ho rieten Kommerzienrat Hcyligcustaedt unb dem Tculsch- soztalcu Köhler stattzusiuden hat. DaS mag für viele überraschend sein, denn sie mögen eine Wiederholung der Ereignisse vom 16. Juni 1903 errat tet haben, der bie Stichwahl zwischen Heytigenstaedt und b m Sozialdemokraten Krumm brachte. Toch wer genauer b:e Verhältniste kannte, wer bie ungeheure Agitation ber Äöblcrtaner schon viele Monate bevor noch überhaupt jemand tn die ReichLtagSanftösung dachte, m Berücknchtigung zog, «ne Agitation, bie ja eigentlich ursprünglich ben regelrecht «ft fürs nächue Jahr zu erwartenden Steuwahlen galt, ber . _______ „ timte einen großen Stimmenzuwachs für Köhler ooransgesehen. Ä5blcr hatte 1903 nur 5123 Stimmen erhalten, bießmal 8761; Bt^bgenliaebt hatte bamals ö3öö, diesmal 7430; Ätumm J Kamals 6025, also von allen Kandidaten die meisten, dies- ,, ♦ n-.al nur 6297, bleibt also diesmal gegen die anderen Parteien ’t I arit im Rückstände! Unb baä ist das Erfreulichlle bei | bec diesmaligen Wahl. Natürlich rechnete die Sozialdemo- i hatie, rote allenthalben int Reich, wo ihr dieselbe * Enttäuschung zuteil geworden ist, auch bei unS wieder auf falten Zuwachs unb arbeitete mit Volldampf. TaS erii f :tei ictbings von Offenbach aus hier täglich, statt bisher wöchenl- einmal zur Ausgabe kommende Sozlalmenblatt besorgte hon in großem Stile und nahm bie Backen alle i Ls-ze besonders voll. Es zeigte sich bis zum letzten Augen- f blixt außerordentlich siegesgewiß, ja hatte nachgerade einen jtaifas Htöuitslag. Der hochgemute Jüngling, der einst nach dem Tobe ftaifer Friedrichs dce. Dulders den Thcoii bestieg, steht jetzt in der vollen Weik des MannesalterS; nur wenige Jahre noch, und er hat bas stiiste Jahrzehni seines LebcnS vollendet. Unb auch auf ihn hat bie Zell ihren Einfluß geübt Einst ein feuriger Stürmer unb Tränger, ber die Fesseln zurückwies, ein Enthusiast, in dessen jersen eine Welt der herrlichsten Pläne lebte, erfüllt von dem pdantasievollen Traume, durch die Reinheit seines Willens alle tzchäocn unb Gebresten dec Zell heilen zu können, ist auch er auf Lau Wege der Erfahrung vorwärts geroanbert und zu der Er- leuninia gelangt, datz selbst die Fülle der laiserlichen Macht nicht auöriicht, Zufriebenhell in allen Herzen zu wecken, alle Wünsche zu erfüllen, alle Sorge aus der Welt zu drängen. Mancher Er- lo.g in errungen worden, aber auch die Enttäuschung beß Miß- liugens hat nickst geiehlt, unb nicht Immer Lang ber ftarferroilie tut der Uebcrzcugung des Boltes 5ufammciu Aber selbst bann, wenn der Widerspruch sich erhob, biicb doch die Gewißheit, bau Kaiser Wilhelm LL lern archereo Ziel kennt als bas Gmck unb bie Liiohtsahrt ber Nation, bat auch un Jrcrum seine Absicht stets rem unb lauter unb selbstl^ war, baß er in ber ernsten Aufsagung seures Bernis unb seiner Pflicht ben Stempel trägt, ben tat ruhmreiche Geschichte dem Geschlecht ber Hohenzollern auf« geprägt hat. Große, weltbewegende Taten zu vollbringen, hat Ll» Schicksal ihm bchher öctiagi; was sich im Schoße der Zu- :untl verbirgt, oerumg die Gegenwart nicht zu ertennen. Sie aiin auch das letzte enischcibenbe Urteil üon die Persönlichkeit ix» Katjcrs nickst Fällen, wenn ander- sie nicht gedankenlos ober ' mit ber Zubrutgtichlell des ByLantinertuuiS die Farben zum ar wahren Bilde mischen will. Wohl aoer lassen sich einzelne Zage schon heute dcmiich erkennen: Ein >tolles Perivnlichleus- i.^ußtjeiu, vereint mit dem ernsten Gefühl der schweren, aus .cm Amte ruh.nden Ccraiuroormiig, ein heißer Drang, sich zu jcLätigcn unb auszuleben, eine Phantusie, die ben Schimmer der Jiomantil über die Nüchternheit des Tage» zu breiten sucht, eii jeurige- Temperament, Dtun die Gedulo ost sehlt, ein uncr» icütieriiujcr G:aube an seine Mission und an feinen Stern — dielen GrundelemeMen setzt sich da- Wesen des Mannes iLÜammcn, der so vielen ein Rätsel scheint, der aber in jedem, jnü aucy in feinem Gegner, den mtnbrud des Ungewöhnlichen, des Eigenartigen unb Aedeutenben hinterläßt, Tie Zeit seiner Regt, cung war bisher eine Zett der Entwickelung ber in bem deutschen Bolte ruhenden Kräste. Zu seinem 46. Geburtstage bringt t)m die deutsche 9iamm allem An>cyein nach eine national Oeiinnte Reicpstagsuiehrhell als Gode dar, eine Mehrhell, die (micui Herzen naher steht als die früherer Jahre. Daß in les Kaisers neuem Lebenswahre, bau in der ocDotitcyenben neuen Dlteichstag-session ber Weg des bcuijayen Bottes unter Führung srivLS Kaisers weiter zur Höhe gehen möge, daß in friebtiü>eui Gedeihen ber valerlänbischen Erbe unb ihrer Kolonien sich bie lcpehenben Kraste weiter, unb dazu noch viele Kräfte neu ent- falten mögen, bad ist der Wunsch, ben zum Sonntag, bem 17. Januar 1907, nicht nur baL Volk, fonbem den wohl auch ter Kaiser selber im Herzen trägt. unb Oclenberg (114 gegen 62), sondern bem Lande gewonnen, rote in Londorf tm Jahre 1903 nur 66 , Klem-Lmben (135 Wiescck (149 gegen 69) rc. Ader sie werben sich hoffentlich ben imposanten Fleiß der Köhlerianer un Jahre 1903), Hungen Hcyligenstaedt öo Stimmen 1903 erhielt, Lich (191 monatlich 75 Pi., viertel- iährlid} Ätk. 2.20; durch Addole- .l ßroemfiellen monatlicb 65 Pi.; durch bie'1'0)1 Alt. 2.—vienll- jährl. auSschl. Besiellg. Annahme von Anzelge» iür bie Tage-nummer biS vormittag- 10 llbc ZeilenoreiS: lokal 15i>U auswärts 20 Plennig. Verantwortlich 'ür ben poliL und nUflem. Teil: P. Wutto; iür .Stobt unb L'aiib* unb -Gcrichtsjaal'. Ernst Heß, iur den Anzeigenteil: Han-Peck I900C -M., 11 Lote IO.- letetOPtexu^ »g>pi4, i Heintze, Gotha ilk Loibendieai» u>ch emfltirolkn: llherluge 6 Vig.» [ü etüd 55 Pig. eile Heringe 8 Uheringe 8 Pfg., iurtfOeringe ? tilg., tok X.2U 1'1 f. ।HiaSpff 7 Pig., £ujt 2,20 Ml. * i Her pkd. 85 Vst Ainge 5 Pf». n n e. ikeii-Wli rv und ■ Domino: in grek Aus*'^ (i ii i* Yann IsÜsnt M Reichstag- tznvLhlt werden, >>a aktive #H(it8rperfonen, zu denen dec Kronprinz gehört, zwar nicht daS aktive, wohl aber daS passive Wahlrecht besitzen. Wählen aber darf der Kronprinz aus dem soeben angeführten Grunde nicht. Und der Kaiser? Ist er als Oberbefehlshaber der gesamten Land- und Seemacht nicht ebenfalls als aktive Militärperfon anzusehen und daher zum Wählen nicht berechtigt? Darüber gehen die Meinungen der Nechtsgelehrten auseinander. Die einen bejahen diese Frage, das heißt, sie gestehen dem Kaiser ein aktives Wahlrecht nicht zu; die anderen aber verneinen sie, das hecht, sie behaupten, daß der Kaiser, der Deutscher und über fünfundzwanzig Jahre alt sei, wählen dürfte, wenn er sonst wollte; indem sie betonen, daß der Kaiser als Ober- befehlshabec der Land- und Seemacht zu dieser nicht gehöre, sondern über ihr siehe, und daher als aktive Mtlilärpecson, für die das aktive Wahlrecht ruht, nicht betrachtet werden könne. Aus S.adL uud Land. Gießen, den 26. Januar 1907. Gedenket der hungernden Vögel! — Bom Groß herzoglichen Hofe. S. K. H. der Grobherzog begab sich am Donnerstag nachinittag 4 Uhr 40 Min. in Begleitung des Borslandes des Hofmarschallamles Frhrn. d. Ungern-Lternbcrg nach Mainz, um dort an einei musikalischen Abendunterhaltung beim Geh. Kommerzienra! Dr. Strecker teilzunehmen. Tie Rückkehr nach Darinliadt erfolgte nach der Darmst. Ztg. um 10 Uhr abends. Heute nacht passierte das Großherzogspaar auf dec Durchreise nach Berlin den Bahnhof Gießen. ♦* Die ©ißungen des Schwurgerichts der Provinz Oberhesjen für das erste Quartal 1907 beginnen Montag den 4. März, vormittags 9Vz Uhr, unter dem Vorsitze des Landrichters Tr. Friedrich hier. — Kunsloereln. Von der ersten Ausstellung des Ortvereins Darmstadt der AUgem. Deutschen Kunstgenossen, schast sind auch dem hiesigen Kunstverein 51 Gemälde und 2 plastische Gegenstände zur Ausstellung auf kurze Zeit überwiesen worden. Ferner sind noch neu ausgestellt »Oberhess. Mädchen in Abendmahlstrachf von W. Thielmann-Willlngs. Hausen, .Die heilige Familie", Kopte nach RubenS, gemalt von Johannes Dctker f, Antwerpen. Auch hat unsere ein. heimische Künstlerin Marie Felchner eine Anzahl Porträts und Porträtstudien zur Ausstellung gebracht. Dte Ausstellung ist von morgen Sonntag ab wieder geöffnet. - Teuerungszulagen für Eisenbahner. Tie Königl. Preuß. und Großh. Hess. Eisenbahndtreltion Mainz teilt mit, daß der Minister der öffentlichen Arbeiten in Wücdi- gung der bestehenden Teuerungsverhältnisse zu Unterstützungen an Hülfsbedien stete und Arbeiter nennenswerte Mittel zur Verfügung gestellt, die alsbald angewiesen werden sollen. In Frage kommen hierfür insbesondere HülfSbeamte und Arbeiter nut kinderreicher Familie und solche, die infolge von Krankheiten in eine hülfsbedürftige Lage geraten sind. - Bet der Militär-Brieftauben-AuS st ellung der Mitteldeutschen Reisevereinignng zu Frankfurt a. M.- Sachseuhaulen erhielt Karl R e u l l n g-Gießen unter starker Konkurrenz in der ersten Klasse den ersten Ehrenpreis. (Stadtpreis von Jranksurt a. 9JL) Ferner erhielt Karl Böhling -Gießen in der zweiten Kloße den 10. Ehrenpreis. Letzterer erhielt auch bei der Cronenberger Neisevereinigung in Cronenberg (bei Elberfeld) in der zweiten Klasse den 19. Ehrenpreis. Bei der Geflügel-Aus. stellung in ©tollberg (Rhtd.) erhielt W. Schar mann- Gießen den 1. Preis und 1. Ehrenpreis. *' Schloß Lichtenberg. Der Hess. 2. Kammer ist eine Regierungsvorlage über die Instandsetzung der Innenräume des Schlosses Lichtenberg zugegangen. Wie kürzlich gemeldet wurde, beabsichtigt der Reichsverband der deutschen landwirtsch. Genossenschaften, das Schloß zum Zwecke der Einrichtung eines Erholungsheimes für ferne Beamten mietweise zu übernehmen. Die Kosten der Instandsetzung der in Betracht kommenden Räume sind auf -Mk. 62 000 veranschlagt. Da die Räume bereits im kommenden Sommer in Benutzung genommen werden sollen, ist beabsichtigt, die Herstellung sofort in Angriff zu nehmen und es wird ersucht, die Vorlage als dringlich zu behandeln. -s- Aus der oberen Wetterau, 25. Jan. Die Arbeiten cm der Wasserleitung Lauter-Bad-Nauheim nahmen seither einen guten Fortgang, sind jedoch gegenwärtig durch den starken Frost gehemmt. Auch die Vorarbeiten zu dem Projekt einer Gruppenwas' wversorgung aus den I n h e i d e n e r Quellen werden von un, *rer kreisamtlichen Behörde gefördert. Die sog. Riedmuhle ist, wie es allgemein heißt, zum Kaufe in Aussicht genommen. Genannte Mühle hat ftunbenmülieret und es Wäre Öen landwirtschaftlichen Bewohnern der llmgegend unan» genehm, daß auch dieser Mühlenbetrieb wegen der Wasserleitung eingestellt werden soll- Außer den Jnheidener Gemeindewiesen haben die angrenzenden Wiesen, den Grafen zu Solms-Laubach gehörig, soviel Quellen, daß das Projett doch ohnedies zur Aus- sührnng kommen könnte. Nauheim, 25. Jam Die „Rosenfirma", d. h. Rosen- gärtncrei — Gebr. Schultheis in Steinfurth bei Bad Nauheim verschickte in Deut.chland eine englische Preisliste. Ein Empfänger beschwerte sich bei ihr baxüoer und erhielt darum folgende Erwiderung; „Ob wir inneren Katalog in deut, eher ober engliicher Sprache drucken lauen, dürste Sie eigentlich wenig augefru; Wir (!) sind der lleberzeugung, daß wir wissen, ob es für uns besser sei, einem Engländer einen Katalog in seiner Sprache oder unserer eigenen vorzulegen... Es ist uns geradezu schon von sehr feinen1 Engländern geforbeti worden, einen englischen Kmalog drucken zu lassen und Sie sagen uns das Gegenteil. Wir glauben dies nicht. Wir bemerken weiter, daß uns eine englische Bestellung lieber ist als zehn deutsche. Wir l-alten es für wertlos. Ihnen weiter über diese Sache au schreiben." Das i st dem Briefschreiver aber wohl noch nicht „höflich" genug gewesen, denn er setzt in einer Nachschrift hinzu: „Ein Ausländer kann nie so lächerlich lleinlich denken, nur ein Deutscher." Die Sache verhält ttch umgekehrt; kein Engländer ober Franzose würde seinen Landsleuten ein solches Schriftstück in einer anderen als der eigenen Sprache vorleg en. Selbstvcrstundllch verwehrt Niemand den Gebrüdern Schultheis, ifr Verzeichnis für Engländer englisch drucken zu lassen, zumal wenn man lyoncn darf, baß ihr Englisw weniger spaßhaft ist als das Deutsch in dem Brie,e. Doch sie über wahrhaft dent.che Denrweiie zu beiehren, wäre wohl verlorene Mühe. 'JJtoge sich lieber die deutsche Kundschaft jagen lassen, wie viel. willkommener in Stein,mth englische Bestellungen sind! Herborn, 25. Jan. Hier drangen neun betrunkene Burschen in die Wohnung des Wetcyenftellers Feller und hatten. Sämtliche Burschen wurden verbastet. Der hiesige 25. Jan. hat beschlossen, am 6. und 7. Juli das Fest der Fahnenweihe abzuhalten. [D«/i Fabrik „Epirus“ Dresden. Fabrikant: H. BARKOWSKI, Berlin 0. 27. Möbel Verlobte Moderne Procrnmuie frei. psrdynamm perdynamin-Kakao Verkauf durch die Apotheken in Flaschen und Dosen ä 2.50 M. siürzfen sich in blinder Wut auf die schlafenden 7 0 Jahre alten Eheleute und deren Sohn. Während der Eltmann Hülfe holte, wurden der Sohn und die greife Mutter von den Raufbolden tödlich verletzt und ihrer Barschaft beraubt. Darauf verschwanden die Ucbeltätcr. Große Blutlachen im Schlaf- und Wohnzimmer zeugten von der Bru- talität, mit der die Eindringlinge auf ihre Opfer eingehauen Grestencr Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Heffeu am Sonntag, dcn 27. Januar: Meist trüb, geringer Schnee. Temperatur nicht ver> änbert. Mäßige westliche Winde. Polologlow-Cigaretten Bind in Geschmack und Qualität unerreicht! Das btlick 3 bis 10 Pfennige. Überall käuflich! ■■■« kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Tie Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Matthäusgemeinde fällt Sonntag auS. = Burkhardsfelden, Gesangverein .Genua nia^ Gießener Strafkammer. X Gießen, 25. Januar. Die Sträskammer hatte sich mit der Klage des K. M. von Saasen gegen den Maurer H. L. IV. und den Taglöhner K. Sch. HI. zu befassen. Die Parteien waren auf dem Felde miteinander in Streit geraten, wobei Beleidigungen und Drohungen fielen. Die in der Klage enthaltenen Bedrohungen wurden von der Staatsanwaltschaft übernommen, da solche im Privatklageverfahren nicht erledigt werden können. Bei Verhandlung der Privatklagefache vor dcm Schöffengerichts wurde dem Kläger nachgewiesen, daß er auch beleidigende Aeußerungen gebraucht hat, weshalb die Angeklagten gegen ihn Widertlage erhoben. Die Verhandlung endigte mit der Verurteilung des Angeklagten L. zu 20 Mk. Geldstrafe; der Angeklagte Sch. wurde freigesprochen und der Kläger M. wegen Beleidigung beider Angeklagten zu 5 Mb. Geldstrafe verurteilt. Die von der Staats- amvaltschaft übernommene Klage wegen Bedrohung führte zur Freisprechung beider Angeklagten. Eine weitere Privatklage des M. gegen die Frau des L. wurde vom Schöffengericht abgeroiefen. Diese Erkenntnisse wurden von den Beteiligten angefochten, da jeder glaubte, im Nachteil zu sein, weshalb sie allerseits Beweise an» voten. Nach längerer Verhandlung gelang es dem Vorsitzenden, im Jitteresse aller Beteiligten, einen Vergleich zu [taube zu bringen. Der Privatkläger und die Angettagten als Widerkläger nahmen ihre Klagen zurück; ebenso zog M. die von ihm als Nebenkläger in der Sackte wegen Bedrohung erhobene Berufung zurück, worauf das Verfahren durch Gerichtsbeschluß eingestellt wurde. Es haben somit sämtliche Sachen ihre Erledigung gesunden, wodurch auch die vom Schöffengericht erkannten Straf en in Wegfall kommen. der besten von allen Aerzten glänzend empfohlenen Nähr- und Kräftigungsmittel für Blutarme, Bleichstichtige, Kranke und Rekonvaleszenten sind Universitäts-Nachrichten. — Tie Bejoioungen an den preußischen Uni» -crsitäten für das Eiatsiahr 1907. 4 643 795 dJlf. be- Sonntag, den 27. Januar von 4—9 Uhr Nur tiirsch-Äpoiheke offen. Tie Einweihung des ÄuustaLademre-GedäudeS. Berlin, 25. Jam deute mittag wurde das neue Dienstgebaude der Akademie der Künste am Pariser Platz, das entsprechend umgestaltete Arnimfche Palais feierlich eingewciht und zugleich die 1. internationale M it- glicderaus stellung der Akademie eröffnet. Im Festraum war ein Lhronbaldachm errichtet. Gegenüber dem Throne nahm der Senat der Akademie Aufstellung, zu Scitep des Thrones versammelten sich der bayerische Gesandte v. Lerchenseld, die Präsidien der Hauser des Landtages, die Minister v. Studt, Frhr. v. dcheinbaven, Breitenbach, v. Wedel, v. Lukanns, v. »ahnte, Kommandant Graf Akoltke, der Polizeipväsident, der Oberbürgermeister und die Stadtverordneten von Berlin und Char- lottenburg, die Vorstände des Vereins der Münjtleriiinen und hie ordentlichen Mitglieder der Akademie. Der Kaiser mit dem Kronprinzen, den Prinzen Ettel Friedrich, Adalbert, August Wilhelm und Oskar traien unter Fansarenklängen ein und wurden nach dem Festraum geleitet ^lach dem Gesang des Chors der Hochschule freit der Prä,ident der Akademie Otzen die Festrede und dankte dem Kaiser für sein Erscheinen, mtb der Kaiserin dafür, daß sie die. Ernennung zum Ehrenmitglied der Akademie angenommen habe, und teilte mit, daß auch Prinzregent Luitpold von Bayern zum Ehrenmitglied ernannt worden sei. Der Reimer führte dann aus, daS neue, von königlicher Huld und der Muni- sizenz des Landtags geschaffene Heim der Akademie zeige, was der Akademie noch heute für eine Bedeutung beigeUgt werde. Es sei zugleich eine Mahnung für die Akademie, dem gebrachten Opfer die Gegenleistung finden zu lassen. Die Entwicklung der Künste in den letzten Dezennien sei auf allen Gebieten ein solcher Faktor des öffentlichen Wohies und ein solcher Moment sittlicher Bedeutung geworden, daß die Akademie in den jetzigen sturmbewegten Kunsttagen vielleicht eine roofrtätige Wirkung zu üben vermöge. Der Redner wies dann auf die Ausstellung hin, die ein Stimmungsbild der Geister geben solle, welche die Akademie beseelt. Hierauf sprach Minister v. Studt unb gab der Gewitzfrit Ausdruck, daß die Aiademie auch wieder zur Ausgleichung der Gegensätze im Kunstleben beitragen werde. Sie möge den historstchen Zusammenhang des Werdens der Künste seslhatten und alles daran setzen, daß eine gesunde Entwicklung der Kunst nicht verloren gehe. Der Minister gab dann eine Reihe von Ordensverleihungen, bekannt, worauf der Kaiser die Ausstellung für eröffnet erklärte. Otzen brachte ein begeistert ausgenommenes Kaiserhoch aus. Sodann folgte ein Ruudgang durch die Ausstellung, bei dem der Kaiser durch Otzen und den Vorsitzenden der Ausstellungskommission Projeswr Kampf geleitet wurde. Sonntag wird die Ausstellung für das Publikum geöffnet werden. Börfcu-L-ochenvericht Frankfurt a. M>, 25. Jan. Die Deutsche Reichsbank hat sich rascher zu einer Herabsetzung ihrer Diskontrate entschlossen, als man vorige Woche iwch glauben mochte; auch am offenen Markt ging die Leihrate abwärts, Privatdiskont ist bis aus 4% Proz. zurückgegangen, in London hüll man aber auf einen höheren Satz, dort ist der Privatdcskont noch 4ls/is Proz. Au der Themse sind nämlich wieder amerikanische Finanzraten ungebeten worden, dadurch wurde man daran erinnert daß die Lage des Geldmarktes in der Union, wenn auch die Newyorker Börse sich wieder befestigte, noch lange nicht geklärt ist, und dadurch wird man zur Vorsicht gemahnt. Die Besorgnis vor wetteren Storungen ift zum guten Teil auch daran schuld, daß die Unternehmungslust ganz erstickt wird. Dazu treten noch Befürchtungen, daß in frr Industrie die zlvnjunttur einmal Umschlagen tonnte, jmar lag der Arbeitsmartt im Dezemver wieder autzerordentsich günstig, auch die Eiienbayneinnahmen haben sich gut angetanen, wenn auch die Steigerung der Einnahmen aus dem Güterverkehr, weniger groß war als im November vorigen Jahres, in einer Be prechung zwilchen Vertretern des Kohlen- syndikats, des ZiohLisenjhnduats und der reinen Walzwerke wurde konstatiert, daß, roenn auch infolge der jetzigen Jahreszeit der Gejd)äslsgang>augenbllcklich etwas ruhiger, die wirtichastliche Lage nod) immer eine außerordentlich günstige sei, ja daß die Nachfrage nad) Kohlen und Koks nicht völlig be^iebigt werden könne, dennoch kann man sich von dein Gefühl nicht ganz frei machen, daß ein Umschlag eintreten könnte, ehe man ihn erwartet. Zurückhaltung veranlaßte »auch die Uniicherheit über den Ausfall der Reichstagöwahlen und schließlich verstimntte nod) die Erklärung einer nur 10 prozentigen Dividende der Hainburg-Ame- cita-Lmie, nadjbem man auj 11 Proz. gerechnet hatte. So zeigte denn die Börse diese Wockie eine reservierte Haltung und die Kurse neigten eher zum Aboröckein. Arttagewerte blieben behauptet, Bantattien schwächten sich leicht ab; au, dem Bai-nen- marit verloren 1U) mb arbeit 1 Prozi Die Pariser Lpekulatwn arbeitet in dem Papier nach unten. Westsiciliauer gaben gleid)- falls 2 Proz. nach, auch «amerikanische Bahnen waren matter. Daletfahrtaluen fielen ö1/; Proz. Piontanpapicre gingen nur wenig zurück, auch in den anderen Jndastriepapieren lind die Kursverändcrnngen nicht von größerem Belang, nur Duisburger Brauereiattien stiegen 10 Proz. tn bei Entwicklung ober beim Venen w CirtivOCl/1 iCIj* zurückblerbenbe Kinder, sonne blut« arme, sich mattsschlenbe und nervöse überarbeitete, leicht erregbare, lrühzeilia erschöpfte Erwachsene gebrauchen als Krästigungs- nuttel mit großem Erfolg Dr. Hommcl'S Haemirlogeu. Der Appetit erwacht, die geipigru uns törperlicheu Kräfte werden rasch gehoben, das Gcsamt-Nerveusystcm gestärkt» C*/< Alan verlange jedoch ausdrücklich daS echte ,,Dr. Hammel'»" Haematogcu und laße sich keine der vielen Nachahmungen aufteden. Die nach- sind Sonntag, den 2?. Jan* *06 stehenden LI6 12 Uhr mittag bis U Uhr uarhU sicher anzütretten. Wb Dr. Markwuld, Seltersweg->8 II. -Dr. Bich ter, Frankf. Str. 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