Nr. 120 Zweites Blatt 1S7. Jahrgang Samstag 25. Mai 1907 Erscheint »glich mit AnSnahrne deS Sonntags. Die „6leBtott FmoMenblStter- werden dem .Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreisbloti für den Kreis Gießen" zweimal wSchenllich. Der ^esstfche Landwirt" erschemt monatlich einmal. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhessen Rotationsdruck and vertag der vrüh lachen UnwersttLtS - Buch- und Vwindruckeret. R. Lange, Lietzen. Redaktion, Expedition and Druckerei r Schul- stratze 7. Expedition und vertag i fc« 6L Redaktion: e=Ä 119. Tell-Adru Aneetaer^ietzen. politische Tagesschau. Die Maffeuverhaftuug russischer Studenten durch die Berliner politische Polizei wird möglicherweise mittels einer Interpellation im p«ußischen Abgeordnetenhause zur Sprache gebracht ioerden. Tie ist das Ergebnis der seit geraumer Zell schwer durchgeführten Beobachtung der Gaste aus dem Oiren. Die Polizei tut nur ihre Pflicht, wenn sie beim geringsten Anzeichen staatsgefähclicher Treibereien rücksichtslos dazwischen- Lhrl. Ohnehin wird das Strastcnbild Berlins neuerdings wieder ■m unerwünschter Vielgestaltigkeit belebt durch fragwürdige Elemente slawischer Sperumft, und der Taschendiebstahl steht in Blüte. Tie anstänoigen Russen selbst gehen in weitein Bogen um diese Volksgenossen herum. Von Verletzung der Gastfreundschaft kann bei einem Akt deutscher Selbsthülfe nicht die Rede sein. Ebenso scheidet die Rücksichtnahme auf das „befreundete" Rußland aus, das von der Gepflogenheit nicht läßt, über Rechtsansprüche ehrenwerter Teutschcn in brüsker Form zur Tagesordnung überzugehen. Ein festes Zugreifen war umfa» mehr geboten, als bei den Russen Anleitungen zur Bombenfabrikation gefunden worden sind. Deutschrs Reich. Berlin, 24. Mai. Graf v. Moltke, Generalleutnant, Kommandant von Berlin, wurde zur Disposition gestellt. — Nach den Abendblättern wurden von den geitern verhafteten Russen alle bis auf zehn aus der Haft entlassen; heute wurden sechs als luftige Ausländer ausgewiesen und zwei wegen Teilnahme an einer Verbindung, deren Dasein, Verfassung und Zweck vor der Staatsregierung geheim gehalten werden soll und deren Mitglieder /ich zu unbedingtem Gehorsam gegen die Verbindungsoberen verpflichten, dem Staatsanwalt vorgeführt. Danzig, 24. Mai. Ter Kaiser ist heute nachmittag auö Marienburg hier eingelrossen; er begab sich nach Langfuhr. Um 7 Llhr sand im Las uw der Lcibhusaren ein Essen statt. Die Abreise des Kaisers nach Dresden erfolgte um 10 Uhr 20 Min. Dresden, 24. Mai. Der König verlieh anläßlich seines wvrgigen Geburtstages dem deutschen Botschafter in Washuigton, Grafen Speck von Sternburg, und dem Gesandten in Peking, Grafen Rex., daS Großkrruz des Albrechtordens. Braunschweig, 2Ü. Mai. Dem Landtage ist ein Dnttag Nuf Weiterzahlung des bisherigen Zivillisten-Zuschusses von 300 000 Mst zugegangen. Don der Wei^rzahlnng dieses Zuschusses uxer die Regentschaftsübernahme durch den Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg abhängig gemacht worden. Mw Annahme des Antrages ist gesick>ert. NÜrnberg, 24. Mai. Die englische Abordnung von Dar la ments Mitgliedern und städtischen Vertretern zur Besichtigung der hiesigen Sehenswürdigkeiten sind heute abend von Nauheim hier eingetrvffen. Es fand ein Festessen statt. Rieche und Schule. — Die Iahresveriauunlung des deutschen Bere ins ür Schulgesnndheitspslege in Karlsruhe befaßte ich u. a. mit der Frage der Abschaffung des Abi - rurientenexamens. Der Nervenarzt Dr. Dorn- bl ü t h - F-rankfurt a. M. wies auf die Ueberbürdung der «Gymnasiasten hin und kam zu dem Resultat, daß das Examen auf den Primaner ebenso wirke, wie die Angst vor dem Stock auf den jüngeren Schüler. Die durch das Vxamen bedingte Uebersprnnung der geistigen Kräfte müsse cU Reaktion das Bummeln in nächsten Monaten und Jahren bedingen. Durch die Ueberarbeitung vor dem Abi- turientenexamen werde außerdem noch die Blasiertheit gefördert und die neurasthenischen Zuist ände der Studenten hervorgerufen. Direktor Dr. 'Korn-Frankfurt a M. führt aus, das Abiturienten- «xamen sei seinerzeit eingesührt worden, um den Besuch der Universitäten durch unreife Jünglinge zu verhüten und 'diese zu gewissenhafter Benutzung des Schulunterrichts zu veranlassen. Dieses Ziel kann heute aber auch ohne Abiturientenexamen erreicht werden, da unsere höheren Schulen gleich und bis ins einzelne organisiert finb und von den Staatsbehörden genau überwacht werden. Nach kurzer Debatte gelangte eine Resolution einstimmig zur Annahme, die im Sinne der Ausführungen der Referenten das Abi- furieutenexamen verwirft. Au-larrS. London, 24. Mai. Der Präsident des Handelsamts, Lloyd George, der von seinem Besuch m Hamburg und Antwerpen zurückgekehrt ist, erklärte: ,WaS wir gesehen haben, hat tiefen Eindruck auf uns gemacht. London muß erwachen und zwar schnell, wenn es nicht will, daß diese großen Häfen ihm einen beträchtlichen Teil de ^Geschäftes fortnehmen sollen. Zu lange hat sich London auf seine natürlichen Kräfte verlassen und, darauf fußend, nicht genug Geld auf die Entwickelung seiner Hülfs- queUen verwandt/ Was der Minister und die ihn begleitende Kommission bewunderten, sind die Anlagen für große Schiffe, die Einrichtungen, die für das Anlegen und Löschen dieser Schiffe in deutbar kürzester Zeit geboten werden, ferner das harnionische Zusammenarbeiten von Stadt, Staat und Privaten im Interesse der unmittelbaren Verteilung der einkommenden Fracht über den Kontinent. Brüssel, 24. Mai. In der heutigen Kammer- sitzung verlas der Arbeitsminister den Bericht, auf den er sich m der vorigen Sitzung gestützt hatte, um seine Beschuldigungen gegen die Führer der Ausständigen auf der Grube Hazard bei Lüttich zu begründen. Da der Minister sich weigerte, den Namen des Urhebers de§ Berichtes preiszugeben, erklärte die Linke sich mit den Erklärungen deS Ministers nicht zufrieden. Auf die Frage des Ministers, ob die Linke nun noch die Ansicht aufrecht erhalte, er, der Minister, sei em Verleumder, erwiderte der sozialistische Abg. MeysmanS: oder einen Dummkopf! Paris, 24. Mai. Im Dorfe Arraye, an der lothringischen Grenze, sollen zwei französische Zollbeamte vom Lehrer und einem Bauer deS deutschen Dorfes Ajoncourt angegriffen worden sein. Die beiden Angreifer sollen dann über die Grenze entflohen sein. Untersuchung wurde eingelecket. — Die Meldung, wonach das deutsche Kanonenboot ,2uchs*, welches sich in Shanghai besindet, vom Kaiser beauftragt worden sei, dem gestrandeten französischen Dampfer .Ehanzy" Hilfe zu bringen, hat an hiesigen amtlichen Stellen lebhafte Genugtuung hervorgerufen. Man erklärt, daß dieser schöne Zug deS Kaisers von allen Franzosen gewürdigt werden wird. Hauptversammlung der Deutschen Kolonialgesellschaft. HL B. Worms, 24. Mai. Die heutigen Verhandlungen beginnen mit der Beratung eines Antrags der Abteilung Lippstadt betr. Jn- der frage. Es soll der Reichskanzler ersucht werden, Vorkehrungen dahin treffen zu lassen, daß die für das Schutzgebiet Deutsch-Ostasrika gültigen allgemeinen Vorschriften betreffend Handel, Buchführung und Verkehr auch rn vollem Umfange auf die Inder angewandt und, in Uebereinstirnmuirg mit dem Zansibarvertrage, nach dem Borbilde der für die englischen südafrikanischen Kolonien geltenden Bestimmungen vervollständigt werden. Nach längerer Debatte einigte man sich auf eine Resolution: „Die D. K. G. hält es für wünschenswert, daß das Gouvernement von Deutsch Ostafrika Verordnungen erläßt oder Vorkehrungen trifft, durch die mehr als bisher die deutschen kleinen Händler gegenüber den Indern geschützt werden." Die Abteilung Lippstadt hatte einen wetteren Antrag eingereicht, der im wesentlichen die Einführung der deutschen Retchswührung und des Maß- uni) Gewichtssystems in unseren Kolonien fordert. Als Resultat dieser Debatte wurde beschlossen, den Reichskanzler zu ersuchen, für alle Kolonien das deutsche Maß- und Gewichts- s y st e m baldigst cinzuführen. Nach besonderer Debatte beschloß die Versammlung alsdann, an die Negierung das Ersuchen zu richten, zu veranlassen, daß an den deutschen Universitäten, technischen, landwirtschaftlichen, forst- wissenschaftlichen und Hmtdets-Hochschulen Vorlesungen über kolonialwissenschaftliche und -Wirtschaf t l i ch e T h e m a t a in größerem Umsange als bisher gehalten werden und daß wenn irgend möglich besondere Lehrstühle für Koto nialwiss en sch asten geschaffen und wo irgend angängig koloniale Ferienkurse für Lehrer und Lehrerinnen eingerichtet werden; ferner daß in dem Unterricht für Geographie und Völkerkunde in den Lehrerseminaren, sowie in sämtlichen höheren und mittleren Volksschulen einschließlich der technischen Fortbilduntzsanstallen mehr als bisher unsere überseeischen und kolonialen Interessen berücksichtigt werden. Weiter wurde mit Nachdruck beschlossen, den Reichskanzler zu bitten, den Ausbau des Hafens von Tanger in Ostafrika in einer den Erfordernissen des steigenden Verkehrs entsprechenden Weise baldigst ins Auge zu fassen, und die Vorarbeiten für die auszuführenden Bauten |o zu fördern, daß bereits in den nächsten Reichsetat (Etat des Schutzgebiets Deutsch-Ostafrika) Mittel dafür eingestellt werden können. Angenommen wurde ferner ein Antrag, daß in den Schutzgebieten auf die Reinhaltung des Deutschen in Schrift und Sprache mehr Sorgfalt vertvandt werde und auch die Regierung ihrerseits in geeigneter Weise wirken solle. Die vorliegenden Anträge über die Siedlungs-Gesellschaft wurden zurückgezogen im Hinblick auf schwebende Verhandlungen des Kotonialamts mit der Gesellschaft. Ein Antrag Lippstadt erstrebt eine Organisation für das Hypotheken- und Personalkreditbedürfuis der Ansiedler. Ta im Hinblick auf die großen Geldopfer, welche das Reich in jüngster Zeit dem südwestafrilanischen Schutzgebiet gebracht hat, eine Erfüllung des Wunsches der Abteilung Lippstadt zurzeit ausgeschlossen erscheint, anderseits auch anerkannt werden muß, daß die Negierung bisher nach Kräften bemüht gewesen ist, die Ansiedelung von ehemaligen Angehörigen der Schutztruppe und wehrhaftigen Reichsangehörigen im südwestafrilanischen Schutzgebiet durch Ansiedelungs-Beihilfen und andere Vergünstigungen zu fördern, sieht der Ausschuß sich nicht in der Lage, den Antrag der Abteilung Lippstadt seinerseits zu befürworten. Die Versammlung pflichtet dieser Stetlun^iahme bei. Der Antrag Preuß, der eine Kodifikation des Eingeborenen-Rechts erstrebt, wurde für die nächstjährige Hauptversammlung zurück- gestellt. Als Ort der näch st jährig en Hauptversammlung wurde Bremen bestimmt. Eine Sammlung für das Wißmann-Tenkmal in Dar-es-Salaam hatte gestern 1425 Mark ergeben, lieber den Deutsch-kolonialen Frauenbund soll auf der nächsten Hauptversammlung berichtet werden. Der Präsident Herzog Johann Albrecht schloß sodann die Tagung, indem er betonte, die Deutsche Kolonial- Gesellschaft gehe aus diesen Verhandlungen, von denen mancher vorher ein schwarzes Bild prophezeite, stärker und einiger denn je hervor. Mit einem dreifachen Hoch auf ihren Präsidenten gingen die Versammelten auseinander. Aus» S.aor uno itatio. Abdruck unserer durch Korrespondenzzeichen kenntlich gemachten Originalartikel ist nur unter genauer Quellenangabe (Gieß. Anz.) gestattet. Gießen, 25. Mai 1907. •* Die Beratung der Gesetzentwürfe, betr. die Abänderung der Artikel 67 und 75 der Ver- fassungSurkunde des Großherzogtums, sowie der Land- stände, und die Wahlkreiseinteilung betreffend, dürfte durch die Tatsache, daß sich der Gesetzgebungs aus schuß, der sich mit der Materie befassen wollte, für unzuständig erklärt hat, leider eine längere, aber hoffentlich nicht allzu lange Verzögerung erfahren. Bekanntlich hat die Regierung die Gesetzentwürfe, insbesondere die Wahlkreiseinteilung nebst Vorbemerkung und Begründung in Gemäßheit deS Gesetzes, die Ausführung des Artikels 92 der Verfaffungsurkunde hinsichtlich größerer Werke der Gesetzgebung betr. vom 14. Juni 1836, zur verfassungsmäßigen Beratung rc. vorgelegt. In dem Ausführungsgesetz zu diesem Artikel 92 der Verfassungsurkunde heißt es nun in Art. 2; Sobald em solcher Euuvnri an die Kammern gelangt ist, wird zu dessen Begutachtung von jeder derselben auS ihrer 'Ulilte ein besonderer aus fünf Mitgliedern bestehender Ausschuß nach den in der landstandischen Geschäftsordnung rückstchtlich der Wahl der Ausschüsse enthaltenen Bestimmungen gewählt rc. Obwohl nun bei ähnlichen Anlässen dieser Artikel noch nicht zur Anwendung kam, beschloß der Ausschuß trotzdem, die Gesetzentwürfe nicht zu beraten, sondern den Entschluß des Kammerpräsidenten, von dem der Ausschuß die Entwürfe zur Beratung erhalten hatte, abzuwarten, da er sich nach dieser Bestimmung nicht für berechtigt hält, in die Besprechung der Materie einzutreten. — Der GesetzgebungSausschuß nahm die Berichte dec Referenten über daS Jagdgesetz entgegen. Dabei wurden die meisten der von dec Landwirtschaftskammer gemachten Vorschläge als überflüssig abgelehnt. Auch der von dem Abg. Brenner vorgelegte Abänderungsantrag fand keine Gnade, da man auch diese Forderung nicht für nötig hält, die nach der Meinung der anwesenden Regierungsoertreter die Gemeinden noch länger Hinhalten würde, so rasch wie möglich an die Parzellenvermessung heranzutreten. Von Seiten der Regierung waren anwesend der Minister deS Innern Braun, Geh. Oberjustizrat Lorbacher und Finanzamtmann Spanier. Staatsminister Ewald besindet sich in Erholungsurlaub im Odenwald. *♦ Personalnachrichten. S. K. H. der Großherzog hat dem Psarrverwalter Friedrich Schmaltz zu Beuern die evang. Pfarrstelle dafelbft über trugen und dem Musiker- und Schneidermeister Friedrich Wilhelm Reinhardt zu Schlitz das Allg. Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für Verdienste" verliehen. — lieber tragen wurde am 21. Mm d. I. je eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Mainz den Lehrern Erhard Dapper zu Worms und Jol)ann Karra zu Wald-Michelbach, den Schulamtsaspi- ranten Franz Phll. Balbach aus Nackenheim (Kreis Oppenheim), Heinrich Joseph Molitor aus Ockenheim (Kreis $ lugen) und Jakob Petermann aus Frei-Laubersheim (Kreis Alzey); je eine Lehrerinstelle an derselbe Schule den Lehrerinnen Maria Gerecht zu Heppenheim und Anna Reckert zu Binaen, den Schutamtsaspirankinnen Margarete Großart aus Ludwigs- l)asen. (Shriiline Harrach aus Nieder-Olm uub Klara Wern e r aus Mamz; eine Lehreritelle an der kathol. Schule zu Grvß- llmftadt dem Schulamtsaspiranten Michael Fore stier aus Gensingen (Kreis Bingen). — Ernannt wurde am 22. Mai der Vize- jeldwebet im Leibgarde-Jnfanterie-Regiment Nr. 115 August Sfilörb zum Amtsgerichtsdiener bei dem Amtsgericht Ulrichstein mit Wirkung vom Tage feinet1 Dienstantritts an. M Die Anlagemusik morgen um 12 Uhr in der Süd-Anlage wird nach folgendem Programm sich abspielen: Ouvertüre z. O. ,Dcc Schiffbruch der von Reißiger: Auf dem Meere, Walzer von Triebel; Am Kaiserhof, Fackeltanz von Förster; Der Nheinströmer, ein Armeemarsch. — Der Turnverein, dessen Bestehen seit dem Jahre 1846 vielfach angezweifelt wurde, ist jetzt in der Lage unr- kundlich den Nachweis zu liefern, daß er im Dezember 1846 tatsächlich bereits bestanden hat. Der Vorstand des Vereins hat kürzlich eine künstlerisch ausgeführte Aufnahmeurkunde eines Mitgliedes vom Dezember 1846 erworben, unter welcher der damalige Vorstand des Gießener Turnvereins seine Namens- nntcrschcift abgegeben hat. Der Turnverein beabsichtigt diese alte Urkunde als Vorlage für eine neue herzustellende Mitgliedskarte zu benutzen. (k.) Gonterskirchen, 24. Mai. In der mysteriösen । Erkrankungsgeschichte ist von authentischer Seite die Ursache wie folgt sestgeftellt worden: Das Schweinefleisch, welches bei der verhängnisvollen Hochzeit ge- gessett worden ist, war gleich nach dem Zerlegen noch warm in einem Korb aufeiitander gelegt worden. Hierdurch bildete sich Leichengift. So wurde das Fleisch, welches das Unheil angecichtet hat, zubereitet und gegessen. Bemerkenswert ist, daß diejenigen Leute», welche atsbald von der gefährlichen Krankheit befallen wurden, ziemlich gut davon kamen, während bei.solchen, die erst später heimgcsucht wurden, schlimmere Folgen zutage traten. g. Bad-Nauheim, 24. Mai. Ungefähr 50 englische Parlamentsmitglieder und Bürgermeister beehrten heute unsere Badestadt mit ihrem Besuche. Um 9.31 trafen sie mit dem Schnellzug hier ein und wurden von dem Vorstande der Badl direkcwn Baurat Dr. Eser, Kurdirektor v. Stark, Bürgermeister Dr. Kayser und einigen weiteren staatlichen Beamten und Aerzten empfangen. Ter erste Besuch 'galt den neuen Anlagen auf dem Goldstein. Darauf besichtigten die Herren dir Sprudel, neuen Vadehstnser, Inhalatorium, Fern Heizkanal, die Verwaltungsgebäude mtd fuhren dann von hier mit voraus- bestellten Wagen nach dem Kurhaus. Hier konzertierte während des Aufenthaltes der englischen Herren die Kurkapelle. Dann fand im großen Speisefaal des Kurhauses ein Keiner Lunch statt. Punkt 12 Uhr fuhren die Wagen wieder vom Kurhaufe ab durch die Terrassensttaße, sodann durch die reich beflaggte Park- und Ludwigsstraße na^ch dem Bahnhofe, wo die Herren wieder ihre Reise svrtsetzten. Jedenfalls ist der befriedigende Eindruck, dem die Herren in ihrer Tankesrede Ausdruck gaben, eine wertvolle Reklame für unser Heilbad. W. Bad Nauheim, 24. Mai. Bis zum 23. Mai sind 5891 Kurgäste angekommen, von denen an genanntem Tage noch 4320 anwesend waren. Bäder wurden bis zum 23. Mai 48 348 abgegeben. -sd. Darmstadt, 24. Mai. Das Großherzogliche Paar fuhr gestern mit der Schwester der Großherzogin, Prinzessin Dorothea, welche hier zu Besuch weilte, nach Lich im Automobil. Die Herrschaften nahmen auf der Rückfahrt in Frankfurt am M. bei dem Prinzenpaar Friedrich Karl von Hessen den Tee und fuhren dann, durch das Gewitter zurück- gehalten, gegen 10 Uhr wieder mit dem Auto über Mörfelden nach Darmstadt zurück. — Die deutsch frei sinnige Partei hat in ihrer gestrigen Vorstandssitzung beschlossen, zu Ehren des Pfarrers Kore 11 am 9. Junt d. Js. in Königstätten, dem Wohnorte Karells, eine große Heerschau in Form eines allgemeinen freisinnigen Vo 1 ksfestes abzuhalten. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Bei der Gemeinderatswahl in M ü h l h e i m a. 3)1. wurden die Kandidaten der soz. Partei gewählt, sodaß nunmehr die Sozialdemokraten im Gerne: n berat zu Atühlheim die Al a j o r i t ä t besitzen. Von den 15 Mügliedern des Gemernderats gehören 12 der ioz ialdemotratischen Panei an Wie hatten cs andere Städte mtt der SLraßen- reimgung? Gießen, Mai 1907. (Infolge Raummangels em wenig verspätet.) In dieser Zeit der weniger poetischen als meteorologischen Frühlingsergüsse vom hohem Himmel herab auf die des IFeuchteu nachgerade unfroh gewordene Menschheit ist die Straßenreinigung wieder eine bitter ernste Frage. Der reichliche FrühlingSregen gibt unserer fleißigen Schmutztruppe überreiche Arbeit. Sie arbeitet sehr richtig zur Zeit nicht mit der Maschine, sondern mit Handbesen, denn die Besenwalzen der Maschinen können die Löcher unserer überaus ,mangelhaften Straßenpflaslerung, in denen sich immer wieder das Wasser zu Pfützen ansammett, nicht säilbern. Die Maschmenbesen können nur in gleichmäßigem Laufe über die glatte Fläche gehen. In späteren Jahren hoffentlich wird das mit der auszugleichenden Pflasterung besser werden. Wie viel Kehricht wohl von den Straßen nach den Ab- ilagerungsplätzen abgefahren wird in einer Woche, im Monate, im JahreI Welche gewaltige Masse von Abfallstoffen aber auch in die Häuser und dabei nicht zum wenigsten mit in !die Wohnungen geschleppt wird! In Gießen wird die Straßenreinigung bekanntlich durch die Stadt ausgeführt. Es sind für sie im Voranschlag für '1907 insgesamt 69 750 (1906: 63 500) Mk. vorgesehen und .zwar für das Reinigen der Straßen und Plätze durch städtische Taglöhner, Abfuhr des Kehrichts, Beschaffung und Unterhaltung der Arbeitsgeräte 50 600 (45 400) Mk., für den Betrieb der Kehrmaschinen 1800 (1700) Mk., für die Beseitigung von Schnee und EiS in den Straßen und Plätzen 1000 (1000) Mk., für das Begießen der Straßen emschl. Unterhaltung der Gießfässer 7000 (6500) Mk., Unterhaltung der Bedürfnishäuschen 1300 (1300) Mk., für den Wasser- .verbrauch zur Straßenbegießung und Reinigung 3000 (2700) ^Mark, für die Instandhaltung der Dienstkleider für die Kehr- hmnnschaft 550 (500) Mk., für Aufstellung eines Bedürfnis- !Häuschens Ecke der Neustadt und Bahnhofstraße an Stelle des zu beseitigenden in der Bahnhofstraße 4500 Mk. Blicken wir nach anderen Städten. Unter den Städten mit über 50 000 Einwohnern führen die Straßcnreuügung ausschließlich in städtischer Regie aus: Altona, Barmen, Berlin, Bochum, Braunschweig, Bremen, Charlottcnburg, Darmstadt, Dortmund, Dresden, Duisburg, Halle, Hamburg, Karlsruhe, Kaffel, Kiel, Köln, Königsberg, Liegnitz, Nürn- berg, Potsdam, Rixdovf, Rostock, Spandau, Stettin, Straßburg und Stuttgart. Die Städte, welche die Reinigung des .DammeS in eigener Regie ausführcn und die Hausbesitzer zur Säuberung der Bürgersteige verpflichten, sind: Bielefeld, Bonn, Frankfurt a. M., Görlitz, Hagen, Hannover, Leipzig, Lübeck, Magdeburg, Mainz, Mannheim, Plauen und Zwickau; davon beschränken sich die drei Städte Leipzig, Lübeck und Dtagdeburg auf das Kehren der Dämme in den Hauptstraßen. Den Hausbesitzern ist zurzeit noch die Reinigung ganz, also auf Damm und Bürgersteig, überlassen in: Aachen, Augsburg, Breslau, Ehemnitz, Danzig, Düsseldorf, Elberfeld, Elbing, Erfurt, Essen, Frankfiirt a. O., Freiburg, Krefeld, München, München-Gladbach, Posen, Wiesbaden nnb Würzburg. Es kann indessen nur eine Frage der Zeit sein, daß die Städte, die zuletzt genannt sind, zur teilweisen oder vollständigen Uebernahme in städtische Regie schreiten. DaS ist eine einfache hygienische Forderung. Unter Den Städten mit der Straßenremigung in gänzlich städtischer Regie arbeitet Charlotteuburg am billigsten, Dortmund am teuersten. In jener Stadt kostet ein Quadratmeter Kehrfläche 17 Pfg., in dieser 64 Pfg. Verschieden wie die Art dec Uebernahme ist auch die Kostendeckung. Die meisten Städte bezahlen die Unkosten aus den allgemeinen Steuern. Wenige Städte haben besondere Abgaben dafür eingerichtet, die in der Hauptsache von den Hauseigentümern erhoben werden. Ueber eine Schwierigkeit sind sich aber die Städte noch weniger einig, über die rascheste und billigste Art der Schneeabfuhr. In diesem schncereichen Winter hatte Berlin Hunderttausende von Mark für das Fortschaffen von Schnee nach den starken Schneefällen ausgeworfen und konnte dennoch die Gigantenarbeit nicht leisten. Die lockeren Schnecmasscn beanspruchen viel Raum. Da ist ein Kastenwagen schnell gefüllt. In Halle u. a. Städten haben die Hausbesitzer nur noch die Pflicht, die Bürgersteige von Schnee und Eis reinigen zu lassen. Die Schneemasseu brauchen aber nur bis auf den Damm geschoben zu werden. Dort werden sie von den die Fahrstraße kehrenden städtischen Mannschaften mit fortgebracht. Hamburg hingegen hat sich gegen die Not nach starken Schneefällen noch mehr reserviert. Die Hansestadt überläßt die Beseitigung von Schnee und Eis auf dem Trottoir . und auch auf dem Damm den Anliegern. Paris wendet seit Jahren eine Methode an, die indessen zur Nachahmung nicht zu empfehlen ist. Es taut den Schnee durch Zusatz von Salz auf und läßt dann die Massen einfach in die Kanallöcher schieben. Das hat aber den großen Nachteil, daß durch das Salz die Stiefel der Paffanten, wie auch Die Hufe der Pferde leiden. In Amerika hat man einen Versuch gemacht, der in* dessen noch nicht über das erste Stadium hinausgerückt ist. Man preßt da den Schnee mit Hülfe von Maschinen auf der Straße in große Blöcke und fährt diese ab. Eine zweite Aufgabe erwächst den Komniunen in der Unterdrückung der Staubplage. Völlig kann der Staub trotz Sprengen und Reinigen nicht beseitigt werden. Neben dem Kehren bleibt das beste immer noch das Sprengen mit Wasser, und zwar so, daß die ganze Fläche nur wie durch feinen Regen angefeuchtet wird. Je stärker die Trockenheit, desto öfter muß das allerdings geschehen. Alle übrigen Mittel, die zur Veseitigung des Staubes versucht wurden, haben diesen oder jenen Nachteil. Früher in Frankreich, dann in England und zuletzt auch in Wien hat man mit Hülfe von Teer den Staub festzuhalten versucht. Der zuständige Wiener Ingenieur lobt das Verfahren. Jedoch hat die Technik die zweckmäßigste Methode noch nicht gefunden, den Teer auf die notwendige dünnflüssige Form zu bringen, um ihn bequem durch Maschinerie verbreiten zu lassen. Sehr praktisch und gediegen arbeitet das Sprengautomobil. Berlin verwendet jetzt das erste Sprengautomobil. Die erste Stadt, welche überhaupt derartige Auto- mobile benutzte, war Paris, und als erste deutsche Stadt ahmte Mannheim die Einrichtung nach. Loudon verwendet elektrisch betriebene Sprengwagen, die auf den Schienen der Straßenbahnen laufen. Ebenfalls eine Neuerung, die sich empsiehlt, sobald wir einmal die elektrffche Straßenbahn haben. Freilich, laug, lang ift'S noch bis dahin und wie viel wir noch unter Schmutz und Staub bis zur gründlichen Durch- pflasterung der ganzen Stadt und zum Besitz einer elektr. Straßenbahn zu leiden haben werden, wie viel Gelder noch für andere städtische Zwecke von unseren Stadträten hin- gegeben werden, das sind Fragen, deren Beantwortung wir uns beklommenen Herzens leider noch lange werden versagen müssen. vermischtes. ♦ Eßlingen, 25. Mai. Geheime Kommerzienrat O. Merkel hat hier in seiner Vaterstadt mit einem Kostenaufwand von 350000 Mk. nach Entwürfen von Plänen des Architekten Hans Meyer-Gießen, dem Erbauer des Gießener Volksbades, ein Volks bad erbauen lassen. Heute fand in Gegenwart der Vertreter der höchsten Behörden des württem- bergischen Landes die Uebergabe der fertig gestellten Anstalt an den Bauherrn Geh. Kommerzienrat Merkel statt, welcher das Bad, das sehr opulent eingerichtet ist, der Stadt Eßlingen zum Geschenk machte. • E i n politischer Mord. JnKirchsteitz (Prov. Sachsen) hat der Arbeiter Rosenberger, der Vorsitzende des sozialdemokratischen Turnvereins, den Arbeiter Funke, mit dem er in Streit geraten war, erstochen. Der Mörder ist flüchtig und wird von der Staatsanwaltschaft verfolgt. Er ist erst 20 Jahre alt und mittelgroßer Statur. * Ein romantisches Liebesabenteuer. Die 21jährige Tochter eines zwanzigfachen Millionärs und Schloßherrn aus Ilse Adam, unweit Paris, ist mit einem Dachbcckersohn, der ihr Herz gewann, entflohen. Von dem flüchtigen Liebespaar fehlt bisher jede Spur. * Eine goldene Hochzeit mit zwei Frauen! Eine goldene Hochzeitsfeier ist an sich schon ein ziemlich seltenes Freudenfest, aber das ein Fünfundsiebzigjähriger seine doppelte goldene Hochzeit feiern kann, das ist etwas, was denn doch nicht alle Tage vorkommen dürfte. In Hyde Park, einem kleinen Dorfe in Der Nähe von Logan in Utah, hat, wie aus New Aork geschrieben wird, Absalom Woolf dieses eigenartige Jubiläum in diesen Tagen begehen können, und von weit und breit waren Kinder, Enkel umd Freunde herbeigeeilt, um den greifen Gatten und seine beiden Frauen zu feiern. Denn Absalom Woolf hat am gleichen Frühlingstage des Jahres 1857 feine beiden Frauen Lucy Anna und Harriet zum Altar geführt! Eine romantische Geschichte lag dieser eigenartigen Eheschließung zu Grund. In jener Zeit war es in Utah Sille, recht jung zu heiraten. So war denn der junge Woolf mit Luc» Anna, einem ftffchen sechzehnjährigen Mädchen, schon regelrecht verlobt, die beiden liebten einanöer innig und bald wollten sie den Bund fürs Leben schließen. Sie wohnten einige hundert Meilen fern von Sait Lake City, dem Mekka der Mormonen, zu dem alle Heiligen der letzten Tage alljährlich pilgern, um den Kirchenverfamm- lungen beizuwohnen. Bei einer solchen. Pilgerreise ereignete es sicy nun, daß Miß Wood in der Salzstadt von Verwandten aufgehalten wurde »u'Nd längere Zeit dort blieb, damals gab es keine regelrechten Postverbindnngen und die Liebenden waren auf die Reifenden angewiesen, die manchmal die beiden Orte besuchten. Absalom Woolf bekam da schlimme Botschaften. Bekannte erzählten ihm, daß Lucy Aima ihn aufgegeben und ihr Herz einem Salzfeemann geschenkt habe, und schließlich erfuhr er noch, daß sie bereit» verheiratet sei. Die Botschaft tat ihm wenig wohl, aber entschloß sich, wegen des treulosen Mädchens nicht den Kopf hängen zu lassen, sondern Ausschau zu halten nach einer anderen, die ihn nicht so betröge. Harriet Hambleton liebte ihn schon lange insgeheim, und ihr Streben, seine Schwermut zu brechen, brachte die beiden schnell einander nahe. Sie verlobten sich. Kurz vor dem Hochzeitstage .kam aber Lucy Anna aus der Salzsecstadt heim und Woolf mußte erfahren, daß sie ihm immer noch treu gewesen und ihn noch liebte, wie vordem. Der junge „Appy", denn so nannten ihn feine Freunde, war nun in einer recht schwierigen Sage; beide Frauen liebten ihn, beide waren ihm wert, mit beiden war er verlobt. Er überlegte hin und her und sand lange keinen Ausweg und vertraute schließlich der Macht der Zeit die Entscheidung an. Umsonst, beide Mädchen blieben standhaft. Schließlich lief Appy zum Bischof und trug ihm den verzwickten Fall vor. Der alte Mormonengeistliche half dem Bedrängten: „Heirate sic beide, mein Sohn, heirate fie beide!" Woolf, der ja Mormone war, sah auch kein Hindernis und trug feinen Bräuten die Sache vor; die waren denn auch mit dem eigenartigen Ausweg einverstanden und Ende April 1857 brachen die drei nach der Salzstadt auf, um sich feierlich trauen zu lassen. Auf der Ehe lag Segen. Fünfzig Jahre haben die drei einträchtig und glücklich zusammengelebt und kein Wölkchen trübte je den Himmel. 22 Kinder zeugten von der Liebe der Gatten, und heute blicken die drei glückstrahlend auf eine Nachkommenschaft von 110 Enkeln und 21 Urenkeln! Als bann die Ä'ormonenhrdje das bekannte Woodruffmonifest erließ, das die Polygamie aufhob, kämpfte der nun schon alte Appy mit aller Jnnbrunst gegen die Willkür, mit der man so in sein harmonisches Familienleben eingriff, und berief sich immer wieder darauf, daß er seine Ehe in aller Form und völlig korrekt abgeschlossen habe. Aber schließlich gab er dem Rat der Geistlichen nach, und die drei einigten sich, daß eine der Frauen pro forma für sich wohnen sollte. Harriet entschloß sich zu dem Opfer, und Woolf mietete ihr in der Nachbarschaft ein Häuschen, indes er bei Lucy Anna verblieb. Trotzdem lebten die drei eigentlich gemeinsam, besuchten einander täglich, nichts störte ihr Glück, und am goldenen Hochzeitstage stauben die drei lächelnd Hand in Hand und nahmen die Glückwünsche ihrer Kinder entgegen. • Ein Reichstagsabgeorbneter, ben die Post- behörde nicht auffinben kann! Aus ein absonderliches Urteil über die Fähigkeiten unserer Postbehörden kommt man, wenn man die folgende Notiz der „Psälz. TgSztg." liest, die diesem Blatte aus Kirchheimbolanden zugeht: »Zur Illustration dec vielgerühmten Findigkeit und Fixigkeit der Post ein Beispiel, das wenig zugunsten dieser sonst löblichen Eigenschaften des großen Verkehrsinstituts spricht. An einen hiesigen Verein, so schreibt der „Kb. Anz.", kam dieser Tage ein Brief als .unbestellbar" zurück, der an folgende Adresse gerichtet war: .Herrn Dr. Roesicke, Reichstagsabgeordneter, Goersdorf." Mehrfach befand sich auf dem Briefumschlag der Vermerk: .Adressat unbekannt." Ob Herr Dr. Roesicke, der seit 1889 Besitzer des Ritterguts GoerSdors ist, dort wirklich so unbekannt geblieben ist, daß nicht einmal der Briefträger etwas von ihm weiß, entzieht sich unserer Kenntnis. Aber eigentlich hätte doch die Postbehörde auch auf den schlauen Gedanken kommen können, einmal im Reichstage anzufragen; dort wäre Dr. Roesicke jedenfalls nicht so „unbekannt" gewesen. * „Die Mädchen von Gottenberg" und b er Zensor. Aus London wird geschrieben: Im Gaity- Theater sollte am Donnerstag abend die Erstaufführung der musikalischen Komödie .Die Mädchen von Gottenberg-" statt- sinden, wurde jedoch, angeblich wegen Indisposition zweier Schauspieler, abgesagt. Nach Dem -Daily Chrorricle" war diese Indisposition nicht vorhanden. DaS Stück wurde, rotd vorgeschrieben, vor einigen Tagen nach dem St. James- Palast geschickt, um die Lizenz des Zensors zu erhalten. Dieser entdeckte, daß es sich um eine Parodie des Köpenick- Vorfalles handelte, und daß sich auch gewisse indirekte Bezugnahmen auf den deutschen Kaiser darin befanden. De§- halb wurde die Aufführung untersagt, bis einige Aender- ungen im Texte vorgenommen seien. Diese Aenderungen haben jetzt ftattgefunben, und das Stück, für das auf diese Weise eine wertvolle Reklame gemacht worden ist, wird am SamStag zum erstenmal über die Bühne gehen. Sämtliche Hinweise auf Berlin und Potsdam wurden gestrichen und den Schauspielern Instruktion erteilt, sich, jeder persönlichen Bemerkung in der Aufführung zu enthalten, die in Berlin als Beleidigung aufgefaßt werden könnte. * Wie die Klöster entstanden. Durch Beispiel und Vorbild haben die als Kirchenväter bekannten Männer aus den frühesten Zeiten Des Christentums zur Förderung und Verbreitung des Einfiedlerlebens und des Eremitentums beigetragen, das schon vor ihnen in der Kirche des A^orgenlandes Eingang! gesunden hatte. Bon dort stammt auch der griechische Name „Anachoreten", den sich die Einsiedler, die sich aus den Zerstreuungen und der Unruhe weltlichen Treibens in die Einsamkeit zurückzogen, selbst beilegten. Das Einsiedlerleben, aus dem sich später das Mönchtum entwickelt hat, ist aus der Anschaus ung hervorgegangen, daß in der Zurückgezogenheit von der Wett, in der Enthaltung von allen Genüssen, in dem freiwilligen Verzicht auf jede Bequemlichkeit und Behaglichkeit des irdischen Lebens, insbesondere auf den Ehestand, sich eine über das gewöhnliche Christentum hinausragende Frömmigkeit und eine höhere Stufe der christlichen Vollkommenheit darstelle. Anfangs haben die Vertreter dieser asketischen Anschauung noch- zerstreut inmitten der übrigen Christen gelebt. Im Laufe ber) Zeit aber suchten sie die Einsamkeit der Wüsten auf, um sich' ganz dem ungestörten Verkehr mit Gott hinzugeben. Je größer die Zahl dieser Einsiedler wurde, um so häufiger geschah es, daß sie sich zu gemeinsamem Leben zusammÖrschlossen, wodurch sie fteilich aufhörten, im engeren Sinne Einsiedler zu, sein. Aus diesen Genossenschaften, Könobien genannt, sind dann später die Klöster entftanben. (Aus dem Prachtwerke „Bildersaal der christlichen Welt". Von Hofprediger D. Beruh. Rogge. 40 Lieferungen zu je 40 Pfg. Stuttgart, Union Deutsche Ver-s lagsgefellschast.) * Kleine Tageschronil. Eine in Köln auf Besuch weilende Familie ans Iserlohn erkrankte plötzlich unter Vergiftungs-Erscheinungen, so baß sie sich zur schleunigen Rückkehr nach der Heimat entschloß. Dort verstarb kurz nach der Ankunft die 30jährtge Frau unter furchtbaren Qualen. Die Behörde hatte eine Untersuchung eingeleitet. — In Düsseldorf schoß der Arbeiter Scholven feiner Geliebten, einer Frau Wiebusch, in deren Schlafzimmer zwei Kugeln in die Schläfe. Bei seiner Festnahme sprang der Täter aus dem 2. Stock auf den Hof. An den Verletzungen ist er im Kranken Haufe gestorben. Frau Wiebusch schwebt in Lebensgefahr. — Der ernannte Gouverneur von K a m e r u n Dr. Seitz verlobte sich mit der Tochter des verstorbenen Militärschriftstellers Jähns. Die Hochzeit findet in nächster Zeit statt. Die junge Gattin wird ben Gouverneurs nach Kamerun begleiten. — Bei einer Abendmahlsfeier in der katholischen Kirche zu O st r o w o (Posen) schlug das Licht einer Kerze durch einen Luftzug zur Seite und setzte die Kleider der 13jät)rigen Tochter des Schneiders Adamski in Brand. Das Mädchen wurde schwer verletzt. Arbeiterbewegnng. Berlin, 24. Mai. In der Generalversamnllung des Verbandes der Baugeschäfte Berlins und der Vororte wurde heute mitgeteilt, daß die Zahl der Ausgesperrten nahezu 3 0 0 00 betrage. — Ein Streik der Zuschneider und Zuschneiderinnen in der Herren- und Knabenkonsektion steht bevor. Ter Forderung eines Wochenlohnes von 36 Mark Haden sich die Arbeitgeber bisher nicht zugänglich gezeigt, weshalb fast überall die Kündigung eingereickt wurde. Saarbrücken, 25. Mai. Zur Lohnbewegung im Saarrevier ist zu melden, daß der Streik der Pferdejungen zunimmt. Außer auf der Grube Ehrhardt hat sich der Streik auf die Gruben Eamphausen und Altenkessel ausgedehnt. Ferner legten die K o h 1 e n a b l a b e r des Albert-Schachtes in Loussentat die Arbeit nieder. Sie verlangen 30 bis 60 Pfg. Lohnerhöhung, eine Forderung, auf welche die Verwaltung sich weigert ein* zugehen. Königsberg, 25. Mai. Zwischen Vertretern von Arbeite gebern und Hafenarbeitern wurden vor dem Einigungsamt dcs Gewerbegerichtes Vorverhandlungen zwecks Beilegung des Konfliktes im hiesigen Hafen gepflogen. Die Beratung hat sich auch auf den Abschluß eines neuen Lohntarifes für die einzelnen Arbeiter-Kategorien erstreckt und sollen in den nächsten Tage», fortgesetzt werden. Hamburg, 25. Mai. Die streikenden Seeleute beschlossen, den Vorschlag der Reeder zu akzeptieren, eine Kommission aktiver Seeleute zur Anbahnung von Verhandlungen zu wählen. Das Ansinnen jedoch, ben Streik vorher zu beendigen, lehnen sie ab. Bremen, 24. Mai. Die hiesigen Seeleute beschlossen, sofort in den A u s st a n d zu treten, da zu erwarten steht, baff die Reeder den am Mittwoch unterbreiteten Tarifentwurf ablehnen werden. Tie Seeleute in Bremerhaven schlossen sich der Streikbewegung an ohne an die Reeder eine Forderung gestellt zu haben. Gera, 24. Mai. Die Arbeitgeber im Baugewerbe» haben das auf Grund des Spruches des Schiedsgerichts gemachte Angebot eines Höchstlohnes von 45 Pfg. pro Stunde zur Zahlung vom 18. d. Alls, ab m letzter Stunde abgelehnt. Die Aus» i p e r r u n g der organisierten Arbeiter im Baugewerbe erfolgt i auf einstimmigen Beschluß der Arbeitgeber morgen. Bergarbeiter streik in Südafrika. Nach Mel- bungen Londoner Blätter hat der Ausstand der 6—7000 Grubenarbeiter am Rand große politische Bedeutung, da die Absendung britischer Truppen aus Prätoria zum Schutz der zumetst Holland. Streikbrecher auf Verlangen des Kolonialsekretars -vmuettS erfolgte, nachdem der Befehl zur Einberufung von Freiwillige» zurückgezogen worden war. Außer 600 südasrikanifchen Konstablern kampieren 800 Fußsoldaten und 200 Berittene zwischen Benonj und Krügerdorp. Allgemein befürchtet man, daß es zu Blutvergießen kommen werde, da laut Gesetz nach Jamesons Beutezug jeder Polizeioffizier das Recht hat, Ansammlungen auf- zulöseu und im Weigerungsfall den Befehl zum schießen zu geben. Der Ausstand umfaßt jetzt 46 Gruben, doch stehl laut einer Timesmeldung die Goldindustrie nicht still, da die AuS- ftänbigen rasch durch andere Arbeitskräfte ersetzt wurden, zumeist durch Holländer, was den jetzigen Machthabern nicht unangenehm ist. Eine Gefahr für die Goldindustrie würde erst eintreten, wenn die Maschinisten und Mechaniker dem Ausstand beitreten würden. Universitäts-Nachrichten. — In den Pfingsttagen fand inKobnrg der 39. K o n - greß der im Ko bnr ger L C. ve reinigten Land- mannschäften ans deutschen Hochschulen statt. Vertreten waren 37 aktive Landsmannschaften. Vor dem Kon- grefse am 19. Mai hatten die Vertreter des Alte Herrerr- Verbandes getagt, der zurzeit 57 örtliche Vereinigungen aller Landsmannschaften in Deutschland und der Schweiz zählt. Auf dem Kongresse wurde u. a. die alle Leipziger Landsmannschaft Plavia wieder in den Verband ausgenommen, und der A.-H.-Tag erhöhte den Beitrag zum deutschen Flottenverein. Die üblichen Festlichkeiten (Kommers, Ball, Besuch der Festung- Auffahrt und Ausflug nach Schloß Rosenaus an denen sich auch die Bürgerschaft Koöurgs lebhaft beteiligte, umrahmten, nachdem am dritten Feiertag wieder gutes Wetter eingetreten, auch diesmal die geq schafttichen Handlungen» von der Reise zurück. 1 Mv > [B»/s I. B.: Curschmann. krasverlteigerüllg der Stadt Gießcll von Zu mieten gejucht: 40 Wohnungen von 1—7 Zimmern. Großberzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V-: Curschmann. — Wie mtS gemeldet wirv, wurde bet PrivatdozenL 'für pharm. Chemie und Nshrunysmittelchemie und Ab- teilungsvorsteher am pharm-chemtschen Institut der Universität Ma r bürg, Dr. Erwin Rupp, zum außerordentlichen Professor ernannt. GroßHerzogliche Bürgermeisterei Gießen. I.B.: Curschmann. GroßHerzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V-: Curschmann. Gerichtssaal. X Schlüchtern, 24. Mai. Zwei junge Burschen, der Tapezierer Schreiber au3 Frankfurt und der Artist Schleicher aus Berlin, hallen Kenntnis von den sittlichen Verfehlungen eines Kaufmanns aus Elm erlangt und leiteten gegen den Staufmann emen Erpress ungsfeldzu^ ein. Ter Geängstigte opferte tatsächlich auch 100 Mark. Tie öaefje wurde jedoch ruchbar und die beiden Burschen kamen vor die Strafkammer Hanau, die gegen Schreiber aus 6 Monate, gegen Schleicher auf 9 Monate Gefängnis erkannte. Prinz oder Gras. Gras Volquin von Greben st ein oder, wie er sich selbst nennt: .Volquin Prinz von Wald- e cf und Pyrmont*, ein Sohn des Prinzen Erich von Waldeck und Pyrmoiit aus dessen Ehe mit der Baronin Konstanze Falkener, hatte sich dieser Tage vor der Strafkammer in Meiningen gegen die Anklage der Führung eines falschen Namens von neuem zu verantworten. Graf Grebenstein war bereits im Jamlar dieses Jahres von dem Schössengerichle in Salzungen von der gleichen Anschuldigung sreigesprochen worden. Sie war darauf zurückzu- sühren, daß der Gras sich in Eingaben an das Kabinett des regierenden Fürsten zu Waldeck und Pyrmont al5 Prinz unterzeichnet Halle. — Die Strafkammer in Meiningen hat sich jetzt öent Urteile der Salzunger Schöffen angefchlosjen und ebenfalls ails Freisprechung erkannt. Der Staatsanwalt selbst Halle beantragt, den Angeklagten sreizusprechen. Co wird es also fortab niemand dem Grafen Grebenstein mehr verwehren fönuen, sich Prinz von Waldeck und Pyrmont zu nennen — und Deutschland besitzt einen Prinzen mehr. Bekanntmachung. SamStag, den 1. Juni, vormittags 11 Ubr, wird im Vürgermeistereigebäude die GraSnutzung von den Schneisen und Wegen des Gießener Ltadtwaldcs öffentlich meistbietend versteigen. Gießen, den 24. Mai 1907. Bekanntmachung. Diejenigen Besitzer von Fuhrwerken (Landauer, Breaks zc.), welche gesonnen sind, diese während des Umversitätsjiibiläums in den Tagen vom _81. Juli bis 3. August d. IS. der Universitäts- behörde zur Versügimg zu stellen, oder welche beabsichtigen, ihre Wagen Hierselbst als Droschken anfzustellen, werden ersucht, bis 10. Juni ds. Js. hterher Mitteilung gelangen laßen zu wollen. Gießen, den 24. Mai 1907. Großhcrzogliches Polizeiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Die Gcmeütdcsteuerzcttcl sür 1507 werden in den nächsten Tagen den Steuerpflichtigen öureb die Schulzmannschaft zugestellt. Diejenigen Einwohner, welche bis zum 5. Juni feinen Gemeindesteuerzettel erhalten haben, nach ihren Verhältnissen aber annehmen müssen, daß sie steuervstichtig sind, werden hiermit auf= gefordert, davon alsbald, bei Meidung nachteiliger Folgen, auf der Bürgermeisterei — Zimmer sJk. 9 — Anzeige zu erstatten. Gießen, den 25. Mai 1907. GroßHerzogliche Bürgermeisterei Gießen. Bekanntmachung. Zur Vornahme der am 12. Juni ds. Js. uatttfindenden Berufs- und Gewerbezäblnng ist eine größere Anzahl geeigneter Personen, welche sich dem Geschäft eines Zählers unterziehen wollen, notwendig. Ec- werden daher alle diejenigen, welche sich an dem Zählgeschäft, sei eö unentgeltlich oder gegen Bezahlung beteiligen wollen, hiermit ausgesordert, sich innerhalb 3 Tagen bei der unterzeichneten Behörde — Zinmrer Nr. 15 — zu melden. Gießen, den 24. Mm 1907. Maufm. Lettin für mibl. Angestcke. Die Unterrichtskurse nehmen Montag, den 27. Mai ihren Anfang. Alle, die sich dazu gemeldet haben und noch melden wollen, werden ausgesordert, sich abends 81/« Uhr im Nealschulaebäude einzufinüen. 3549 Der Vorstand. Die Stadt Gießen läßt Freitag, 31. Mai 1907 folgende Grasnutzungen öffentlich meistbietend versteigern: 1. vormittags 9 Uhr an Ort und Stelle die GraSnulzung____ den städtischen Grundstücken bei der Kläranlage in der Nahe der Margaretenbütte: 2. vormrttags 10 Ubr an Ort und Stelle die einmalige Ab- ernrung der Wiefeckböickunacm Zusammenkunft m der Hammstraße am Eisenbahn-Uebergana: 3. vormittags 10'/, Ubr an Ort und stelle die Grasnutzung vom Friedhof am Nabruugsbcrg, wovon der obere Teil für das ganze Jahr, der untere Teil zur einmaligen Aberntnng vergeben wird: 4. nachmittags 2 Ubr im Bürgermeistereihof die Grasnutzung von tamtltchen Feldwegen für das ganze Jahr, 5. nachmittags 5 Ubr an Ort und Stelle die Grasnutzung vom Friedbof am Nodtbcrg für das ganze Jahr. Gienen, den L). Atm 1907. Städtischer WohMngsnachmis Gießen. Gartenstraße 2, Zimmer 2. (Gefchäftsstunden von 8—1 und von 3—6 Uhr.) Eö find zu vermieten: 1 Wohnung von 7 Zimmern, 2 Wohnungen von 6 Zimmern, 4 Wohnungen von 5 Zimmern, 7 Wohnungen von 4 Zimmern, 2 Wohnungen von 3 Zimmern, 1 Wohnung von 3 Zimmern mit Laden, 1 Wohnung von 2 Zimmern, 3 möblierte Zimmer, 1 Werkstatt. Städtischer Arbeitsnachweis Wßea. Gartenitraße 2, Zimmer 2. Es können eingestellt werden: 1 lmidw. Arbeiter (auswärts), 3 Ziegeleiarbeiter, 4 Erdarbeiter, 20 Spengler, 4 Schmiede, 1 Wagenlackierer, 3 Bauschlosser, 2 Sattler (auswänS), 1 Wagner (auswärts), 1 Tapezier, 2 Holzdreher, 5 Schreiner, 1 Waschfrau, 2Flicksrauen, 1 Buchbinder, 2 Schneider (auswärts), 5Schuhmacher, 1 Friseur, 29 Installateure, 1 Wärterin, 1 Wärter, 1 Jahrbursche (für einen 21 rat 1,1 Zeitungsträgerin, 4 jüngere Haus- u. Fahrburschen, 4 Laussrauen, 2 Lauf- mädchen, 1 jüngerer unverheirateter Diener, 4 Dienstmädchen, 1 Kutscher. Lehrlinge: 1 Mechaniker, 1 Schneider, 1 Installateur, 1 Friseur, 1 Schreiber, 1 Glaser. Es suchen Arbeit: Ba/5 2 Buchbinder, 2 Friseure, 1 Näherin oder Flickerin, 1 Kutscher, 1 Stanalarbeitcr, 2 Installateure, 1 Verkäufer, 1 Ausläufer, 4 Erdarbeiter, 1 Tapezier, 1 Dienstmädchen oder Kindermädchen, 1 Kinderfräulein oder Stütze in besseren Haushalt, 1 Arbeiter (leichtere Beschäftigung), 4 Lauffrauen, 3 Bureaugehilfen, 2 Haus- burschen, 2 Fahröurschertz 1 Laufmädchen. Lehrlinge: 2 Mechaniker. ttNg. iloerjaninilung des Leo ib der Vororte wurde 'gesperrten nahezu 3ufd)neiber unb und Rnabmlonfettion lohoes von 36 Mark nghch Wt, weshalb it. m vmn- Psrrbesuiitzrn l Hal sich bet Streit auf d ausgedehnt, fsttmr tSchachtes m Louisenlal 60 Psg. Lohnerhöhung, altung sich weigert em- m Vertretern von Arbeit- u vor dem EinigungsaÄ t zwecks Beilegung N Die Beratung hat tarises für bie in den nächst« W eifenben Seeleute vieren, eine Aomm.ff'v- Sngen ju * FSsstfSS :bet 'M «aug ' SchiedsS^ pro vtunde : !*\ ber morge». M üda'k'^M Gruden- Md der Absendung iuW J|inlöjt t)OÜaiib. । SW h,i emueiti ^biwiüigo 2n KonstablM Benoni S**! SAs.* S'Ä !?», Habern Äteien,®*" ----- Ä» schass' - Me ien, / st ,en1ot§ ... b, te*- '°tben ift c gehen p-b Q,n ift KJ*® ckgezogenheit Nüssen, st, der L« ft ÄS Nmct geschah § L'*** lieblet m baS \ ^rachtwerke „Blldcr. D- " Unwn Deutsche Bwi in Köln aus Besuch ne plötzlich unter Ber- lle sich zur schleunigen verstarb kurz nach der weit Qualen. Tie Be- Düsseldorf liebten, einer Frau (ein in die Schlafe. Bei m 2. Stock auf den Hof. ihause gestorben. Frau nannte Gouverneur te sich mit der Tochter m§. Tie Hochzeit findet wird den Gouverneur Abendmahlsseier in der ) schlug das Licht eine d setzte die Rleibet der nski in Brand, Tas Hermann Peter und Frau geb. Pröscher Giessen (Lieber Str. 21), den 24. Mai 1907. JlL & 7200.00 vergeben werden veranschlagt zu Mk. » u 16610.75 116.24 4. Reingewinn 2786.67 Schwalb. 3533 LerMgenMlanz m 31. Zez. 1906 offen. 5751.— 25.— 1687.44 6720.94 Gerichtswsten —.05 des Reingewinns. 5. Verschiedenes. 3541 420,26 123,59 536,00 1479,80 461216.61 204246.68 90054.74 9929.63 648.22 16800.71 62667.83 23656.10 39901.84 Der Vorstand C. Schwalin. Rechner. jfC 63.25 86.72 H. Rohrbach IV. Kontrolleur. L. Frank III. Direktor. Lieferungen sollen im Submissionswege und zwar: Erdarbeüen Maurerarbeiten Rohrveclegungsarbeiten Lsiateriallieferung Für den Aufsichtsrat. L. Seipp IV. 130266.39 82.15 Während 1906 gingen ab . . . . . Daher Stand der Mitglieder Ende 1906 Tie Rechnung liegt 8 Tage lang gur Genossen auf dem Bureau des Rechners Lollar, den 24. Mai 1907. Jft $ 1043.76 4036.— Passiva. Reservefonds Betriebsrücklage Geschäftsguthaben der Genossen Anlehen, einschl. Spareinlagen Bankschuld Voraus erhobene Zinsen Voranschlag und Bedingungen liegen auf hiesiger Bürgermeisterei zur Einsicht offen, woselbst Angebote verschloffen und mit entsprechender Aufschrtft bis zum Montag, den 3. Juni l. Js., mittags 1 Uhr emzureichen sind. Großen-Buseck, den 24. Mai 1907. Großh. Bürgermetsterei Großen-Buseck. Aktiva. Kassenbcstand Wertpapierbestand Geschäfts Mobiliar und Utensilien Darlehn a. Schuldscheine Lypolheken Äaufschillinge ' Zinsenreste, fällige Zinsen setanntmachung. In unserem Handelsregtsler tvurde die Firma Heinemann Stern in Hungen gelöscht. Hungen, den 24. Rtai 1907. B”/5 Großh. Amtsgericht. 783012.83 Die Zahl der Mitglieder Während 1906 gingen zu Generalversammlung. Montag, den 3. Juni 1907, abends 8!/2 Uhr, im hiesigen Rathaussaale. Tagesordnung: 1. Rechnungsablage pro 1906. 2. Neuwahl des.Vorstandes. 3. Ergänzungswahl des Aufsichtsrats. 4. Verteilung Die Beerdigung findet Sonntag, den 26. Mai, nachm. 31/, Uhr vom Portale des neuen Friedhofs aus statt. 03687 Todesanzeige. Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, dass unser innigstgeliebtes, einziges Töchterchen EIEsaSsetäi nach kurzem, schweren Leiden im zarten Alter von 6 Jahren heute mittag 12*4 Uhr sanft entschlafen ist. 783012.83 beträgt Ende 1905 . 68 .......3 F ahrräder O. G. schon für Lauf decken 2,90, 3,75 5 Mk. Schläuche 2,30 2,753,50. Nähmasch.27 \ 36, 44 Mk. Motorräd. yMotorwag billig. [hv17/< • Scholz, Fahrradw. Steinau a. Oder C 56. Arbeitsvergedung. Die zur Erweiterung der Wasserleitung und Herstellung eines Entwässerungskanals dahier erforderlichen Arbeiten und Drucksachen aller Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung, stilrein und preiswert die BrühPsche Universitäts - Druckerei, Schulstr. 7 2. Geschäftsguthaben der Mitglieder 3. Reservefond zu 14044.35 Eintrittsgelder 40.00 Zuwendung aus dem Reingew. pr. 1905-2526.40 Passiva, «vft £ 1. Aufgenommene Kapitalien 756415.41 Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Attllellung, daß unser lieber Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Zerr Friedrich Karl Volkmann im 18. Lebensjahre, nach kurzem Leiden sanft entschlafe« ist. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: gamile Zrarl Volkman«, Zimmermeiswr. amilic Heinrich Menges. 08720 Heuchelheim, den 24. Mai 1907. Die Beerdigung findet Sonntag,26. Mai, mittags I Nhr statt. Ausstehende Gerichtskosten 49.30 Summa d. Aktiva 138094.77 Gesamtkassenumsatz in 1906 JL 158316.58. Mttgttederstand Ende 1905: 143 Zugang in 1906: 4, Abgang in 1906: 22 Mitgliederstand Ende 1906: 125. 3530 Laubach am 12. Mai 1907. LM- M Creöil-Verein sür Ltnöl nnh Land in Lanbnch eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht August Jochem. Langwasser. H. Diehl. Aktiva. 1. AuSgeliehcne Kapitalien und zwar: a. geg. Obligat. ■ b. , Bürgsch. : c. u Güter- kaufgclder 2. Kassenvorrat 3. Vorlagen 4 Ausstände 5. Mobilien 129.15 10% Abschreibung 12.91 71 . . 1 . . 70 Einsicht der Summa d. Passiva 137937.— Rerngewrnn 157.77 Pruna gewaichene Nußkohlen , , Anthrazittohlen , Nußkoks „ Uuiou-BrikettS empsiehtt [49 I.Happel, Holzhandlung. Versteigerung. Montag den 27. d. Mts., nachuu 2'/- Ubr, sollen dabier Walltorstr. 6 (Darmit. Haus: 1 Ldassenschrank, 1 Waschmaschine, 1 Lademheke, 1 Warenreal, 1 Nähmaschine, 1 Partte Schuhwaren, Haus- und Küchengeräte aller Art u. v. a. zwangsweise gegen bar versteigert werden. [3552 Gießen, am 15. Mai 1907. Seipel, Gerichtsvollzieher. SchoU’s Weinstube. Täglich frische Maibowle im AuSfdiank. 2867 Geliände-Adbrnch. Die beiden Häuser Große Mühlgassc Nr. 14 und Nr. 18 sollen DonucrStag, den 30. Mai d. IS., Dorrn. IVA- Ubr im Wege öffentlicher Verdingung auf den Abbruch verkauft werden. Die Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Die Besichtigung der Gebäude ist Interessenten gestattet. Angebote find schriftlich, verschloffen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum genannten Ternstn bei mrs einzureichcn. Gießen, den 24. Atai 1907. Städtisches Hochbauamt. ______________________Gerbet.__________________Bg/5 Spar- nnh Varslhah-Verck in Lollar. (Eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht.) Bilanz am 81. Dezember 15>(M5. Meteorologische Beobachtungen der Station Gictzeu. Ä«tiec 'Mai 1M7 -S e I S fei ^1 § I ® 24. 2" 745,3 21.4 12,3 65 NW 4 Sonnenschein 24. 747,1 15,9 10,1 60 WSW 2 KlarerHimmel 25. V- 749,7 15,7 11,3 85 ENE 2 Sonnenschem Hört;sie Te mperal nt an 24. liai = + 21, 9' a Niedrigste • 24. = + 11, 2* C. Kandel. Märkte. Gießen, 25. Mai. Marktbericht. Auf heutigem Wocbcnmarkte fosteten: Butler pr. Pfd. 1.10—1.15 Alk., Hühnereier 1 St. 6—0 Vfg., 2 Slck. 11—00 Pfg^ Gänfeeier 10—00 Psg., Enteneier 7 Psg., Käse pr. Stck. 6—8 Pf., Käfeumt'e 2Stck. 5-6 Psg., Erbsen p.P'd. 18-24Psg Li»fcit p.Pfd.25-40Pfg., Tauben pr.Pr.0,80—1,00Alk., Hühner pr.St. 1,00—1,60 Mk., Hähite pr. Stück 0,80—1,80 Alk., Enten pr. Stück 1,80—2,20 Mk., Enufe vr. Pfd. 00—00 Psg., Lchfenfleisch pr. Pfd. 82—88 Psg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pstuid 80—82 Pfg^ Schtveine- fleisch pr. Pfund 64—76 Psg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 80 Psg., Kalbfleisch pr. Pfd. 80—90 Psg., Hammelfleisch pr. Pstmd 61—84 Psg. Welsche per Pfund —.— Kartoffeln pr. 100 Kg. 7,00—9,— Pik., Zwiebeln pr. Ztr. 10,00—12,00 9)1 L, Milch per Liter 20 Psg., Aepicl per Zeittuer 20 bis 25 Mk., in Körben 00 Pfd., Nüsse 100 Stück 50—00 Pfg., Birnen per Pfd. Alk. 0.20—0.25, per Ztr. 9—15 9)tt, Weißkraut per Stück 15—30 Pfg^ per Zentner Mk. 0.00—0.00. — Dlarktzeit von 7—1 Uhr. fc. Frankfurt a. M., 24. Mai. Heu- und Stroh- markt. Man notierte: Heu Mk. 2.90 bis 3.30, Stroh Mk. 3.20—3.30. Tendenz matt Familie ri-Nachrichten. Gestorben: Herr Heinrich Hedrich m Schlitz. — Frau Elisabeths Fehr in Schlitz. Geboren: Professor I. Berryer ciue Tochter in Darmstadt. Vermählt: Georg Heck 2. mit Anna Klee in Schotten. (Siebener Wetterdienst. voraussichtliche Witterung für Hessen am Sonntag bm 26. -Mai: Fortdauer der warmen, meist helleren Witterung. Der-, einzelt Gewitter, westliche Winde. ivrigrnal-Drahtmeldungen. Sevilla, 25. Mai. Die Prinzessin Luise von Orleans hat sich mit dem Prinzen Karl von Bourbon, Witwer der Schwester des König? von Spanien, in der Villa Mauritius bei Sevilla, verlobt. Die Vermählung findet wahrscheinlich im November in England statt. Die nach- A p t» n | p sind Sonntag, den >66. Mai von stehenden ö. C 1 ii 1 v 12 Uhr mittags bis 12 Uhr nachts nur für dringende Fälle sicher anzutreffen. D”/, HL Arndt, Bahnhofstr. 39.. — l>r. Kipper, Wilhehnatr. 2. — l>r. lleyerholF, Neuen bäue 27. Sonntag, den 26. Mai von 4—9 Uhr nachm. [631 Nur ^irsch-^poiheke offen. Spitzen 758682.72 108.49 790427.72 ^Zu 1905 Sie finden der Dienstag, den 4. Juni d. Js., nachmittags 2 Uhr 3534 nach Bahnhosstraße 59. D'7. H. Klippsteiu in Langsdorf. B^d-Mauüieim Parkstrasse 6 L 03688 Creduerttratze 38. Neustadt 23 III. 037061 Telephon 568 1637 Roonstrasse 31 Prompte ESedienuns. la. Keäerenzen. so billig abgegeben. 13535 ir 3545] 8 tidas allerbeste 1 platz 2c. bald [34(8 ss9 h Gewebe nicht an. ' - 0»clud)c Dalli- Seifenpulver 16311,67 12431.45 3101.98 b. c. Kassenvorrat Vorlagen Ausstände Mobilien Bürgschaft 122627.32 Güterkaufgeld 17557.— 13704.54 49.01 34993.55 eurpstehlt sich zur Reinigung und Jnstandbaltuug alter und neuer Entwässerungsanlagen in und nutzer Abonnement. Die Zahl der Mitglieder betrug Ende Während 1906 gingen zu Auskunft ertheklm '>'ed Star Linie in Antwerpen, W. Jullmann in Gießen, Al crijallciie Liodel, sowie sonstige Hausgeräte zu verk. 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