Nr. 19S Drittes Blatt Samstag 24. August 1907 Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. to beschlossene Resolution zu Grunde- Frau Klara Zetkin re- Kreuzstern Nur IO Pfennig Man verlange aber ausdrücklich MAGGI* * * Probe-Fläschchen c“/. ’n li h ’r. k h in den Weder g autsch land 6 Millionen Männer, darunter mindestens 2 Mil- >nen Sozialdemokraten, in Frankreich 4 Vs Millionen- Wo be- feriert über das Ergebnis der endlosen Debatten, die h-inter verschlossenen Türen stattgefunden haben. Sie greift die bürgerliche Frauenbewegung erregt an und fordert das allgemeine Frauenwahlrecht aus Gründen der Gerechtigkeit- Sie wird so erregt, daß sie durch mehrere Glas Wasser erfrischt tverden muß- Sie erntete lebhaften Beifall. In der Debatte unterstützten die französischen Genossinnen die Ausführungen der Referentin- Bon englischer Seite wurde dagegen angeführt, daß man auch mit dem beschränkten Frauenstimmrecht als Abschlagszahlung zunächst vorlieb nehmen könne- Warum sollten die bürgerlichen und sozialdemokratischen Frauen nicht Zusammengehen- In England würde da§ immer der Fall sein trotz aller Kvngrcßbeschlüsse- Zum Schluß wurde die von der Frauenkonferenz vorgelegte Resolution angenommen. 1 D-arauf wurden die weiteren Beratungen auf morgen, Frei- tag, vertagt- Redaktion. Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag r 6L Redakttom«L^ii2.Tei.-AdruAnreigrrGieben. Rotationsdruck und Verlag der Brühllchen UniversitätS - Buch- und Stetndruckerei. R, Lang«, Gießen. vermischtes. * Münchener Bierpreise. Aus München wird „Leipz. N. 9L* geschrieben: Um einem längst gesuhlten dürfnisse der Wirte abzuhelfen, haben sich die Besitzer kostet das neue, uöit der Aiaggi-Gesellschaft in den Handel gebrachte kleine Probefläschchen. Jede HauSsrau, die MAGGIs Würze noch nicht kennt, sollte einen Versuch damit inachen. Neue Bücher. Eingegangen vom 14. bis 23. August 1907. (Besprechung erfolgt nach Auswahl. Eine Verpflichtung zur Besprechung und zur Aufbewahrung unverlangt eingesandter Bücher wird nicht übernommen.) , MaxFleischer, Das Frankfurter Stadtparlament. Frankfurt a. M., E. Griesers Verlag, Preis 50 Pfg. Krak Ehler, Auch eine Schweizcrreise und anderes. Novellen. Illustriert von Paul Haase. Berlin, „Harmonie", Ver- lagsgeselllchaft. .Preis 2 Mk. H- Raydt, Spielnachmittage. 2. vermehrte Auflage. Leipzig und Berlin, B. G. Teubner. Preis 2 Mk. Die .Schönheit, .Monatsschrift, herausgegeben von Karl Vanielow- Jahrg. IV, Heft 12; Iahrg. .V, Heft 1. Berlin, Verlag der Schönheit. Jahrg. 10 Mt. Moser, Paul, Notizkalender und Tagebuch als Schreibunterlage für das Jahr 1908. 32. Jahrgang. Berlin. Gea Verlag. Preis 2 Mk. Klüpfel, Die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Betriebskrankenkassen. Vortrag in der Versammlung von Betriebskrankentassen zu Eisenach am 29. Juni 1907. Essen, E. W' Haarseld. m bf;£ Internationalen ArbeitsamtZ. ^anb y Ar. 9—12. Inhalt: Jntenrationaler Arbeiterschutz, Natwnaler Arbeiterschutz, allgemeiner Arbeiterschutz, beruflicher Arbetterschutz, Arbeitsverwaltung, Gewerbegerichte und Einigungs- amter, Arbeilölosenfürsorge, Enqueten- Internationale Arbeiters Versicherung. Nattonale Arbeiterverftcherung. Die Arbeiterschutz-' gesetzgcbung der Vereinigten .Staaten in den Jahren 1904 und 1905. Jena, Gustav Fischer. Preis 7.50 Mk. jährlich. _ ,AlwinRömer, Ein bißchen Glück — ein bißchen Schuld . .' Sonnige Geschichten. Leipzig, Eduard Maerter. Deutsch-Hellas, .Reform-Zeitschrift. .Serie 1, Heft 8. Berlin, Verlag Hellas. o. Der Tourist. Festnummer zur Hauptversammlung deÄ Verbandes deutscher Touristenvereine am 31. August in Anna-^ berg i. S. Frankfurt a. M., Geschäftsstelle des Tourist. Jähr-^ lich 5 Mk. Moderne Sklaven. Sechs Kapitel Schauspielerelend von einem Clown. Berlin, Oesterheld u. Co. Preis 50 Pfg. Wilhelm Bölsche, Friedrich von Hardenberg, genannt Novalis. Sonderabdruck aus: Novalis' ausgewählte Werke in 3 Bünden. Leipzig, Max Hesse. Georg Witkowski, Ludwig Tiecks Leben und Werke- Sonderabdruck aus Ludwig Tiecks aus^cwählte Werke- Leipzig) Max Hesse. B. von Poellnitz. Zentrum und Deutschtum. Offenes Wort eines deutschen Katholiken. Oldenburg, Gerhard Stalling.- Preis 60 Pfg. Paul Langhans- Politisch-milttärische Karte von Marokko. Mit statisttschen Begleitworten: Marokko vom politischmilitärischen Standpunkte. Gotha, Justus Perthes. Preis 1 Mk. Dr. Arthur Kann, Der Teint, Fehler und Behandlung. Berlin, Verlag von Oscar Coblentz. Preis 75 Pfg. Dr. W i l h e l m G u n d l a ch, Eine neue Reformation. Reden an die deutsche Nation. Frankfurt a. M. Neuer Frankfurter Verlag. Preis 2 Mk. f. Karl Muusmann, Des Nordpolfahrers Andröe letzte Aufzeichnungen. In Briefen mitgeteilt. Deutsch von H. Mann. Berlin, Gustav Rieckes Nächst Preis 2 Mk. Des Lahr er Hinkenden Boten neuer historischer Ka- lender für das Jahr 1908. Lahr, I. H. Geiger. Preis 50 Pfg.. Anternationaler ^»oziaiisten-Aongreß. (Unberechtigter Nachdruck verboten.) V. S- u. H. Stuttgart, 22. Aug. rte „Siebener §amlUenblätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, das „Krctsblatt für den Krols Gießen" zweimal wöchentlich. Der..hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal. i n wir da noch Menschen für den Militärskreik her- Was I muten wird, weiß ich nicht- Aber ich weiß, daß es ein letzter rieg fein wird, und daß dieser Krieg die ganze ärgerliche Gesellschaft aufs Spiel setzt- Bis pa- - ichahmenswerte Tugend- Wir konnten mit unserer Zahlenmaschine - in Zeit zu Zeit schwächeren Mitparteien der Internationale ' Hilfe kommen- Heros hat auf meine Amsterdamer Aeuße- 1 -'gen Bezug genommen- Es ist mir nie eingefallen, zu sagen, fei gleick-gültig, ob Republik oder Monarchie- Ich habe nur ;r einer Ueberschützung der bürgerlichen Republik gewarnt- Wenn r, i d i e Wahl hätte zwischen der französischen Re - 2 - blik und bei englischen Monarchie, ich weiß icht, was ich nehmen würde- Wenn ich allerdings die ttst hätte zwischen der deutschen Monarchie und der U. anzösischen Republik, lvürde ich keinen Augenblick 4 veifelhaft sein- (Lebhafter Beifall.) Ich habe nur gesagt, daß r3 ir uns wegen so'er bürgerlichen Republik die Köpfe nicht ein- -A 'chlagen brauchen- Bebel schildert dann einyebend die Ent- & iu Lung des Militarismus- 'In Deutschland fei die französische ciegsentschädigung in wenigen Jahren verpulvert worden- Seit- A i?[ haben sich die Steuern erhöht, verdoppelt, ja verdreifacht, -4 er Ätilliarden Mark Schulden gemacht und sind jetzt trotzdem t-1 arm ivie eine Kirchenmaus- Im Kriegsfälle würden alle waffen- hige Männer sofort unter die Fahne gerufen werden- Tas sind in Ernstergen in den Wagen mehrfach scharf si-üert hatte) war über sie hergesallen, drückte ihr mit den Fäusten den Kopf nieder und zerrte sie unter den gellenden Ru,en- „Das ist sie! Das ist sie!" an den Haaren hin und her' Ein Verwandter der Uebersallenen sprang zu Hilfe Es kostete aber nicht wenig Mühe, die junge, nahezu besinnungslos gewordene Dame aus den Händen des rasend gewordenen Fahrgastes zu befreiet Tie Notleine wurde gezogen; der Zug hielt unb der gefährliche Mensch wurde gebändigt. Bei der Ankunft in Luowigslust wurde er) da er erneute Angriffe auf Fahrgäste machte, in Fesselt! gelegt und der Polizei übergeben. Ueber seine Persönlich^ keit verweigerte der Fremde, der offenbar in einem Tob- suchtsansall gehandelt hat, jede Auskunft. * Gesegneter Ehestand. Die Frau eines Guts- pächters in Contich bei Antwerpen, die mit diesem nunmehr fünf Jahre verheiratet ist, brachte nn ersten Jahre ihres Ehestandes Zwillinge, im zweiten Drillinge, im dritten Zwillinge und im vierten wieder Zwillinge zur Welt. Alle Kinder erfreuen sich, ivie die „Deutsche Wochenschr. f. d. Nieder!." mitteilt, einer ausgezeichneten Gesundheit; die Mutter ebenfalls. * Gegen b i e Errichtung einer Ersenbaffn aus das Matterhorn sind bis jetzt 25600 Protest- Unterschriften eingegangen. Sie werden mit einer Ein-^ gäbe dem schweizerischen Bundesrat übergeben werden. besseren Nestaurants in München, wie Luitpold, Parkhotel, Hostheater, entschlossen, den Bierpreis von 30 Pfennigen pro Liter auf 40 Pfennige zu erhöhen. Das Bier sei in München bisher viel zu billig gewesen, so kann man hören, man müsse ich bei so niedrigen Preisen dem feinen Publikum gegenüber örmlich schämen, — so wird ernstlich behauptet. Die Sihenk- kellner sagen dann, das Publikum wolle möglichst große Borten (Tressen), damit das Bier recht rahmig aussehe, und o kommt dann das Liter noch um 10—20 Pfennige teurer, je nachdem. * Einen Selb st mord unter eigentümlichen Begleitumständen beging in Dublin (Irland) ein 21 jähriges Dienstmädchen Minni Hunt, das sich von dem 120 Fuß hohen Turm einer Kirche herabstürzte und zer- chmettert wurde. Der Pfarrer der Kirche und ein Polizist waren dem Mädchen aus den Turm gefolgt und vcr- uchten drei SMnden hindurch, sie von ihrem Borsatze abzubringen. Sobald sich einer der Männer ihr näherte, etzte sie zum Sprunge an. Ter Pfarrer bat sie schließlich, >as Kruzifix von ihm anzunehmen, aber das Mädchen verweigerte dies und sprang mit den Worten: „Ich werde Sie unten sprechen!" in die Tiefe. Eine zahlreiche Zu- chauermenge wohnte dein Vorgänge bei. * Ein Eisenbahn-Abenteuer mit einem Tobsüchtigen hatte eine junge Dame aus Groß- Lichterfelde bei ihrer Rückkehr von einer Erholungsreise in dem von Hamburg nach Berlin um ll8/i Uhr nachts abgegangenen Schnellzug zu bestehen. Mit ihr befanden ich im Coups noch fünf Herren und eine Dame, die alle bald nach Abgang des Zuges einschliesen. Als kurz nach 2 Uhr sich der Zug der Station Ludwigslust näherte, wurde die junge Tarne durch Schläge auf den Kopf aufgeschreckt; ein ihr gegenüber sitzender Herr, der sie beim' n ti nnen mir nichts tun als ausklären und Licht in die Köpfe iiigen und organisieren- Man könnte sagen, daß ein großer ropäischer Krieg unsere Sache ungeheuer lördern würde- Aber t so furchtbares Mittel zur Erreichung unseres Zieles wollen r nicht herb ei wünschen- Nur die Furcht vor der ^>ozialdeuw- rtie hat den europäischen Krieg bisher verhindert- Tie deutsche esolntion sagt klar und deutlich, daß wir den Militarismus it allen Mitteln bekämpfen- Noch können wir die Taktik nicht fttmmen, rwch zwingen sie unS die Gegner nicht auf- Aber schulternde Ereignisse können unsere Minorität sofort in eine " ajorttär verwandeln- Tenn solange es keine Kulturwelt gibt, H t noch nie eine Parteibewegung die Massen so aufs tiefste er- H i।!en, wie die Sozialdemokratie- Noch nie hat es so viel Men- , in gegeben, bie wußten, was'sie in der Politik wollten- Halten < r Weiler die Augen auf unb sorgen wir für die Helligkeit der wfe, dann wird der rechte Moment auch dasf rechte Geschlecht ,U toen- (Stürmischer Beifall.) II Die heutige dritte Plenarsitzung des internationalen j.i'ttisnschen Kongresses begann mit erheblicher Verspätung- Vor yj ntiitt in die Tagesordnung erklärt der Delegierte Quelch ^ilgland-: Der Vorsitzende Singer hat Anstpß genommen an ’iittn Worten, die in der Weise ins Englische übersetzt worden ib, als ob ich die Delegierten der Haager Friedenskonferenz L $ Diebe und Mörder bezeichnet hätte- Für die Uebersetzung U t ich nicht verantwortlich- Ich habe nur Worte gebraucht, die ■ v englischen Sozialisten sehr häufig öffentlich fcur Bezeichnung hc Kapitalisten anwcnden, die aber sinngemäß nichts be- / idigendes bedeuten- Ich konstätiere, daß ich eine per- nliche Beleidigung von Personen nicht b e a b - 4 ii) t i g t habe- Was ich sonst gesagt 'habe, halte ich aufrecht. ** eifalL) Ter Vorsitzende dankt Quelch im Namen des Kongresses ci se Feltstetluilg. (Erneuter Beifall.) Singer schlägt dann in r, die Arbeiten,des Kongresses folgendermaßen einzuteilen. Heute rmittag soll die Debatte über die Kolonialfrage zu Ende ge- m jrt werden, am Nachmittage soll das Frauenstimlnrecht be- T .ochen werden; am Freitag soll über die Ein- und Auswanderung I: Arbeiter und über die Schafsung eines internationalen Arbeiter- Tnr-kneLoim Rinnnn Maschinenbau,Elektrotechnik I ccnnmum Dingen Automobilbau^Brückenbaii. Ch&nffeiirkiirse. Als Zusatz zur Milch eine er« giebige, leicht verdauliche Kinder- fiahrung und zugleich ein bewahrter Zusatz zu Puddings und feine» Backwaren. \ Nähre^ mit „Knorr\\ Ju der Kommission, die sich mit dem Militarismus und den !tb ntcrnalionaleu Moni litten beschäfligt, sprach gestern zunächst Ban- H '.ervelde (Bstässel), unb auch er sei für das Ziel Herves, aber n. liebt, für seine Mittel- Vandervelde wendet sich gegen die Lede- u >oursche Resvlution- Wir lvollm keine Resolution, die mit tönenden 2 Aorten nichts umkleidet, sondern wir wollen in allen. Ländern " en Kampf gegen den Militarismus aufnehmen. Wir müssen vbeiten, um die Hirne der Soldaten zu besiegen- f Dr- Adler (Wien)^führt aus: Hervö ist für uns eine k r t von Baronin Suttner- Wir brauchen nicht auf die ty chunde der Kriegserklärung zu warten, unt gegen den Krieg zu -rbeilen- Alle unsere Handlungen, unsere Parteitage dienen dazu, en Krieg zu verhindern- Das ist wahre antimilitaristische Aktion. ** übel hat eS nicht nötig, sich von Hervö oder irgend einem anderen y tue Lektion gefallen zn lassen- Er istf so ziemlich der einzige -L ie;, der in einem kritischen Moment für einen antimilita- j Kochen Protest hat büßen müssen- Wir wünschen mit der größten mb 1 stimmtheit in der Resolution auszusprechen, daß der Kongreß t ie w.chtigite Ausgabe darin sieht, die Proletarier mit dem Be- 'usttjein zu erfüllen, daß der Krieg ein Attentat auf ihre Existenz nd daß er mit allen Mitteln abzuwehren ist- Rosa Luxem- M urg spricht dann als russische Delegierte- Man müsse jeden N.rieg bekämpfen, ganz gleich, ob es sich um einen Angrifis- der Brr.eidigUNgskrieg handelt- Ruffle-Smart (England) " icsirt, daß die Resolution Hervs auf England überhaupt nicht j ässe, denn keine englische Regierung sei imstande einen Krieg | hne die Zustlinmnng der Ungeheuren Mehrheit der Arbeiter- uife zu führen- Tie englischen Soldaten schießen nicht auf's tu v tt, das hat sich in Belfast gezeigt, wo die Soldaten nicht auf das irj otk, sondern in die Luft geschossen haben- i? Hierauf ergreift Bebel das Wort- Er schlägt zunächst vor, tt ine -Lubkommission einzusetzen. Jaures habe gesten: einen guten - -'itz gemacht und dafür sei er immer zugänglich, auch wenn er übst die Kosten des Witzes zahlen müsse- Er habe gesagt, Herve El nd Bebel stimmten in der Ueberschätzung des ersteren überein- un habe er aber Hervss Machtstellung in Frankreich über- I'upt nicht diskutiert- Herweä habe die Deutschen nur etwas eub angegriffen- Dadurch schade man sich nur selbst. Wenn - uns Pi angel an Mut vorwerst, so kenne er die deutsche Partei ichl- In feinem Lande, außer Rußland, werde die Sozial- n 'atofrutie so viel verfolgt, ivie in Teutschland- (Lebhafte Zu- 3 crnmung.) In Diesem Augenblick sitzen z. B. nicht weniger £fi is drei Redakteure der, „Leipziger Volksztg-" im Gefängnis. 1 'Citoffe Hervo, in Teutschland wird man nicht nach ein paar S conaten bej-mbigt so wie Sie- (Lebhafter Beifall.) In Teutschland begnadigt man politische Gefangene nie, unb 4 vv verlangen das auch nicht- Hervö sagte, die deutsche Partei sei ci ine b£o(je Wahl- und Zahlmaschine. Das Wählen a eilen Sie genau wie wir und die guten Kassenverhältniss^ , e ich bisher nicht für einen Fehler gehalten, sondern für eine gesetzes verhandelt und erst am Sonnabend der Militarismus und die internationalen Konflikte besprochen werden- Die Rede- zeit für dw Referenten wird auf eine halbe Stunde, für die Redner auf 10 Minuten festgesetzt. Redner derselben Nation dürfen nicht unmittelbar hintereinander sprechen. Ter Kongreß erklärt sich mit diesen Vorschlägen einverstanden- Die deutsche Delegation schlägt folgende R eso lu t io n vor: „In der Erwägung, daß der Sozialismus die produktiven Kräfte aller Völker entfaltti und alle Völker >zur höchsten Kultur- stuse bringen will, verwirft der internationale sozialistische Ingreß liicht jede Kolonialpolitik prinzipiell, da sie, sozialistisch geleitet, zivilisutorisch wird wirken können." van Kol (Holland) erklärt sich damit einverstanderi, die Franzosen widersprechen- Singer teilt mit, daß die Abstimmung erst nachmittags stattfinden wird- _ In der Nachmittagssitzung ist, da nach der Kolonialfrage das Frauenstimmrecht behandelt werden soll, das schöne Geschlecht ausgiebig vertreten. Nach Eintritt in die Tagesordnung betritt mit stürmischem Beifall begrüßt die indische Genossin Warner (Kalkutta) die Rednertribüne. Sie ist eine reifere £nme und erscheint in schleppenden weißgrauen Seidengewändern. Sie erzählt von den einzelnen Gewalttaten der Engländer und fordert die Hülfe der ganzen Welt für die indische Bevölkerung, die den 5. Teil der Menschheit ausmache. Die Ge- nossin Warner ist zweifellos die größte Attraktion des Kongresses- Jubelnden Beifall erregte es, als die Hindu-Dame eine rotgoldgrune glänzende Nationalflagge entfaltete- An den Engländern ließ sie fein gutes Haar, verwünschte sie in den Abgrund der^Hölle unb sprach die Hoffnung aus, daß der internationale Sozialismus Jndieii von der englischen Herrschaft befreien. werde- ^Jmmer und immer wieder iverbe auf dem internationalen Sozialistenkongreß auf die englischen Greuel in Indien hingewiesen werden- (Lebhafter Beifall.) Die jetzige englische Kolonialpolitik habe den Hungertyphus in Indien >zn einem ständigen Gast gemacht- England ziehe aus Indien jährlich 600—700 Millionen Mark- Für die Bevölkerung habe es aber täglich nur 6 Pfennige übrig- Dieser Ungerechtigkeit müsse ein Ende gemacht werden und sie bitte den internationalen sozialistischen Kongreß, das Tribunal menschlicher Gerechtigkeit, um Hülfe- Indien verlange Gerechtigkeit, Freiheit und Selbständigkeit- (Stürmischer Beifall.) Inzwischen hatte sich der Saal mehr und mehr gefüllt und es wird zur Abstimmung über die vorliegenden Resolutionen geschritten- Schließlich wurde zur allgemeinen Ueberraschung die Resolution der Kommission mit 127 gegen 108 Stimmen bei 10 Stimmenthaltungen ab gelehnt und folgende Resolution der KommissionsMinderheit angenommen: „Ter Kongreß verurteilt die barbarischen Methoden kapitalistischer Kolonisation und verlangt int Interesse der Entfaltung der Produktivkräfte eine Politik, die die friedliche kulturelle Entwicklung gewährleistet und die Bodenschätze der Erde in den Dienst der Höher-Ent- wicklung der gesamten Menschheit stellt-" > Damit ist die Besprechung der Kvlonialfrage erledigt und es kommt jetzt das Frauenstimmrecht zur Beratung- Ter Besprechung liegt die von der internationalen Frauenkonferenz L57. Jahraavg l ... 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