r. »49 |Qas Gefühl auskommen läßt, als hätten wir es mit einem »loßen Virtuosen zu tun. Das Werk geht ihm über alles, n ihm geht er aus und wird jedem Stil gerecht. Wer ihn m März d. I. hier gehört hat, muß bezeuget:, daß man die haeonne von Bach nie so groß und schön gehört. Sem Programm für kommenden Sonntag hat Marteau im erften 'M atü den Klassikern gewählt: Tartini — Bach eine Verschlimmerung des Zu stand es des Kaisers durch plötzlich eingetretene Herzschwäche verbreitet. Leibarzt Dr. Kerzl erklärt diese Gerüchte aber für unwahr.________ . Rußland. Petersburg, 22. Ott. Infolge der Entdeckung des Tunnels in der Nähe von Zarskoje Selo wurden in der Nacht zahlreiche H a u s s u ch u ii g e n vorgenommen. Die Polizei, verstärkt durch Kosaken, umstellte Die Häuser und schleppte die Verdächtigen zu Hunderten in die Gefängnis je. Da die Gefängnisse von politischen Gefangenen überfüllt sind, wurden die Gefangenen teilweise in Kellerverließen untergebracht. Die gestern verhaftete Amerikanerin Walting, die Gattin eines Journalisten, wurde aus Intervention des amerikanischen Mnsulats freigelassen, während der Gatte in Haft behalten wurde. Die in den Wohnungen der Verhafteten vorgenommenen Haussuchungen verliefen ergebnislos. Nichtsdestoweniger behauptet die Polizei, einer umfangreichen Verschwörung auf die Spur gekommen zu sein. Die Behauptung hat alle Wahrscheinlichkeit sür sich. Fest steht, daß der Tumtel grabe unter der kaiserlichen Bahnlinie durchgejührt war. Weitere Verhaftungeii stehen bevor. * Die „Voss. Ztg." meloet aus Warschau: Die Polizei verhaftete 40 Mitglieder der polnisch-sozialistischen Partei, die sämtlich schwerer t e r r o r i st i s ch e r Ausschreitungen beschuldigt wurden. — Montag nachmittag saßen zwei junge Männer in einer Gastwirtschaft, als vier andere Männer hereintraten und ohne ein Wort zu sagen, die b e i b c n mit R e v o l ve r s ch ü s s e n nieder streckten unb sodann die Furcht ergriffen. Die Getöteten gehörten, früher der revolutionären Fraktion der polnisch- sozialistischen Partei an, waren aber dann in den Dienst der Potttischen Polizei getreten und hatten ihre früheren Genossen der Polizei ausgeliefert. Die „Voss. Ztg. "meldet aus Lodz: Abends begegnete eine Militärpatrouille in der Sliadowastraße fünf ihr verdächtig vorkommenden Männern unb rief ihn ei: zu „Hände hoch." Die Männer ergriffen die Flucht. Die Patrouille schickte ihnen einige Gewehrsalven nach, tötete aber statt ihrer sieben Straßengänger, nämttch drei Frauen und vier Männer. Die Schüsse riefen in den umliegenden Straßen eine ungeheure Panik hervor. Koloniales. Berlin, 22. Okt. Der Dampfer „Prinzregent" mit dem Staatssekretär Dernburg an Bord ist au der Heimreise gestern abend in Aden eingetroffen und hat heute die Reise nach Neapel fortgesetzt. Staatssekretär Dernburg wird acht Tage in Neapel Aufenthalt nehmen, um sich wieder zu akklimatisieren. Morgen trifft mit dem Wormann-Dampser „Swakopmund" ein Transport, bestehend aus sechs Offizieren und 421 Mann, aus Sudwestafrika in Hamburg ein. ____ Verrisses Berlin, 22. Okt. Der „Reichsanz." meldet: Der Bundesrat beschloß in der Sitzung vom 17. b. M., den Brenn st euervergütungssatz vom 20. Oktober ab von acht Mark auf sechs Mark pro Hektoliter Alkohol herabzusetzen. M ü n ch e n, 22. Okt. Aus der Unterredung des Staatssekretärs des Innern mit einer Delegation der .Verbände technischer Angestellter über ArbeitSta mmer n erfahren bie „M. N. N.", daß das Reichsamt des Innern die Er- Mozart, um uns im zweiten Teil den Modernsten der Modernen zu bringen: Max Reger, für dessen Werke er ber berufene Interpret ist; hat ihm doch Reger eine Reihe feiner Werke in dankbarer Anerkennung gewidmet. — Die Begleitung hat ein Freund des Künstlers, Herr A. Gö ll- n e°r, übernommen. G. ist zusammen mit H. M. Lehrer am Konservatorium in Genf. In Deutschland ist Göllner besonders in Dresden bekannt geworden, wo er die glänzendste Anerkennung gefunden hat. G. ist ein Schüler von Tere,a Gareno, deren Konzerte bei uns noch in bester Erinnerung sein dürften. — Das Konzert findet in der Neuen Aula statt. * — Die Suggestion, die durch das Vertrauen zu dem Arzt hervorgerufen wird, übt bekanntlich einen sehr günstigen Einfluß auf die Heilung akuter Gr träntungen aus. Namentlich bei Nervenkranken wurden und werden fortgesetzt auf diese einfache Weise Heilungen erzielt, die fast an Wunder grenzen. Der Arzt Zechandelaer erzählt in einer Fachzeitschrift einen charakteristischen Fall dieser Art, der sich einem Parier 5wspital vor kurzer Zeit zugetragen hat. Der behandelnde Arzt untersuchte eine Kranke, um die Diagnose fetney Ujii» ftenten nachzuprüfen. Nach der Untersuchung schüttelte er ernst den Kopf und sagte mit tragischer Miene, es gäbe nur ein einziges Mittel gegen diese Krankheit, das sei aber so aefährlich, daß er kaum trage, es der Kranken vorzusch^agen. 9iur wenn sie mutig genug sei, etwaige Folgen zu tragen, wolle er ihr eine Dosis „Pillulae fulminantes geben. Nach einigen Augenblicken ängstlicher Ueberlegung entschloß sich die Patientin, diese ftrrchtbare Kur durchzumachen. So stark wurde in ihr der Wunsch zu genesen, vag sie heimlich das doppelte des verordneten Quantums einnahm. Die Wirkung auf das Nervensystem war derart, daß die Krankheit nach kurzer Zeit völlig schwand. Man muß natürlich hierzu bemerken, bah die gefährlichen uno heil- richtutig paritätischer, territorial abgegrenzter, nach Berufen und Gewerbszweigen eingeteilter Kammern für Arb eitgeber, sowie für Handwerker, Arbeiter, kaufmännische Gehilfen und technische Beamte im Anschluß an die Berufsgenossenschaften und Handelskammern plane. Straßburg i. E., 22. Okt. Im Senatsfaal der Universität fand heute mittag die feierliche Immatrikulation des Prinzen Waldemar von Preußen, des ältesten Sohnes des Prinzen Heinrich, statt. — Der amerikanische Generalpostmeister hat das mit Deutschland getroffene neue Seepost - ab kommen, das am 1. Januar n. I. in Kraft treten soll, unterzeichnet. ' ----------------J--■_ 1 —S Paris, 22. Okt. Die Kammer ist heute eröffnet worden. Lindau, 22. Okt. Der Zustand des erkrankten Großherzoas von Toskana, des Vaters der Frau Toselli, ist sehr besorgniserregend. London, 22. Okt. Die „Times" meldet aus Get* tinje, der Fürst von Montenegro habe wegen Zerstörung eines Grenzturmes ein Ultimatum an bie Türkei gerichtet; er werde wahrscheinlich na ch Ab lauf einer zehntägigen Frist die Mächte anrufen. Newyork, 22. Okt. Nach einer Meldung aus Schanghai habe die chinesische Negierung auf bie Nachricht, die von den Japanern besetzte Insel Praias sei reich an Mineralien, ein Kriegsschiff abgesandt mit der Erklärung, die Insel sei chinesisches Gebiet. _ .1_______ÜL.2JL-2-.-' _LL!_______ 22g Atts itnO LcrnH. Gießen, 23. Ott. 1907. ** Höhere Eisenbahner. S. K. H. der Groß- h er zog haben den Vorstand der Eisenbahnbetriebsinspektion 2 in Worms, Eisenbahnbau- und Betriebsinspektor Karl Barth zum Mitglied einer Eisenbahndirektion, den Eisenbahn-Bau- und Betriebsinspettor Paul Rothamel in St. Johann-Saarbrücken zum Vorstand einer Betriebs- inspektion und den Regierungsbaumeister Dr.-Jng. Aug. Walloth aus Saargemünd zmn Eisenbahn-Bau-' unb Betriebsinspektor, sämtlich in der Hessisch-Preußischen Gif en* bahngemeiiischast, ernannt. **EineFach-und Kochkunst-Ausstellung für das Gastwirtsgewerbe wird vom Verein der Gastwirte für Gießen und Umgebung im nächsten Jahr, voraussichtlich vom 28. März bis 6. April, abgehalten werden. ** Erledigt sind: Eine mit einem ev. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Mainzlar und die mit einem eräug. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Billertshausen. Mit beiden Stellen ist Organistendienst verbunden. ** Zur Stadtverordnetenwahl. Eine von der Riegelpsad- und Seltersbergvereinigung gestern abend in die Restauration Kühn hold einberufene stark besuchte Wählerversammlung unter dem Vorsitz des Herrn Gart Seibel, nominierte zur bevorstehenden ^>tadt- verordnetenwahl geeignete Männer und berief eine Kommission, die sich mit diesen Kandidaten in Verbindung setzen soll, um dann für deren Wahl geschlossen einzutreten. j — Der sozialdemokratische Wahlverein besamen „Pillulae fulminantes" aus — Brotkrumen bestanden ! Ein anderes Experiment wurde von Dr. Van Geben in einem Krankenhaus gemacht, speziell mit der Absicht, die Wirkung der Autosuggestion zu prüfen, ^unbert Kranke bekamen jeder ein Glas Zuckerwasser. Kurz nachher wurde ihnen mit geheucheltem Schrecken mitgeteilt, baß irrtümlicherweise ein Brechmittel in bas Wasser gekommen sei. Die Folge bavon war, baß achtzig von den hunbert Patienten sofort heftige Brechanfälle bekamen. (Das ist ja ein gemütvolles Experiment bei Kranken!) Ein anberer sehr interessanter Fall, ber ziemlich unbekannt geblieben ist, passierte bem beutschen Arzt v. 5zohenlohe. Eines Tages wurde ihm ein Bauer zugeführt, ber plötzlich bie Sprache verloren hatte. Um bas allgemeine körperliche Besinben des Mannes festzustellen, legte ihm ber Arzt ein Fieberthermometer unter die Zunge. Zu seinem größten Erstaunen fing nun der Bauer plötzlich zu sprechen an. Er hatte den Thermometer für ein geheimnisvolles Instrument gehalten, das ihm die Sprache wiedergeben soll, und sein Glaube an bie Wunberkraft bes Arztes war so groß, daß er bie Sprache sofort wieber fanb. _ kleine Kunst ch ro n ik. Für ihre bahnbrechenden Arbeiten nuf dem Gebiete kirchlicher Druckkunst erhielt die Schrift- qießerei Gebr. Klingspor m Offenbach auf der Ausstellung für christliche Kunst in Aachen die „Goldene Plakette". Das Beispiel der Warenhausinhaber in Amerika und Frankreich, dir ihren Kunden Kunstgenüsse bieten, wird nun auch in Deutschland nachgeahmt werden. Den Anfang macht diesmal ein Warenhaus in Hamburg, das während des Winters fünf Konzerte unter Beteiligung hervorragender Kräfte veranstaltet. Darunter befinden fich Hofkapellmeister Richard Strauß, d'Andrade, Dr. Felix Kraus und eine ^Rerhe bekannter Sänger und Sängerinnen. Das erste diefer Waren- hauskonzerte fanb api 11. Oktober statt. Fräulein Refi", Komödie in drei Men von Korfiz Holm erlebt am 26. Oktober ihre Uraufführung am Münchener Schauspielhaus. voraussetst. A. K. warum nur für diese, und nicht auch der anderen Jugend die gleiche Vergünstigung? Ist sie nicht vielfach in einer noch »weniger beneidenswerten finanziellen Lage wie ein großer Teil der 'Studentenschaft? Es scheint notig, daran zu erinnern, daß alle Jtreije unser Theater errichten halfen, und es wäre an der Zeit, daß sich auch die maßgebenden kaufmännische n Vereinigungen dazu aufrafften, ihren Mitgliedern das zuteil werden zu lassen, was man in anderen Kreisen gewöhnlich als selbstverständlich zu belegen. Im Anschluß hieran sei folgende höchst beachtenswerte Zuschrift wiedergegeben, die hoffentlich an zuständiger Stelle Berücksichtigung findet: Der in der gestrigen Nummer Ihrer geschätzten Zeitung gemachte Vorschlag, eine Ermäßigung der Theaterbillet-Preise 2. GeneralversammLuttg der „Kirchlich-positiven Bereinigung für Hessen". zieht dann in einen Mer, loo er zusamtnentzepreßt in einen Blechbehälter abfällt. Bei dieser Reinigung sieht man nun den ^taub, wie er wie schnell fliegende schwarte Gewitterwolken durch den guicrnen Wscheider hindurch gesogen wird Und hier die schweren Bestandtelle absetzt. Eine Belästigung für die Personen ist vollständig ausgeschlossen. Durch diese Eutstaubungsart ist also eine .einwandfreie hygienische Entstaubung gewährleistet. Dem Entstauvungsinstitttt ist auch die Entstaubung der Stadtkirche übertragen worden. schloß die Aufstellung folgender 5 Kandidaten für die Stadt- verordneten-Wahl: Ortskrankenkasse-Kontrolleur Gg. Beckmann, Schneidermeister Joh. Diehl, Ortskrankenkasse-Ge- schäftsführer Hch, Fourier, Konstlmvereins-Geschäftsführcr Blich. 5keßler und Redakteiir F. A. Vetters. ** D e r freisinnige Verein nimmt morgen seine regelmäßigen Stammtisch-Abende wieder auf. Sie finden in der nächsten Zeit im Hotel Einhorn statt. ** Bom Stadttheater. Der Vorsitzende des Theatervereins, Professor Dr. Fromme, schreibt uns: Lluf das gestrige Eingesandt in Ihrer geschätzten Zeitung gestatte ich mir die kurze Mitteilung zu in na) en, daß die Anbringung einer Preistafel für die Abendkasse genau in der Einrichtung, die der Herr Einsender vorschlägt, bereits beschlossen ist, und daß auch Preisermäßigungen für d i e Studierenden in dem mit Herrn Direktor Steingoetter abgeschlossenen Vertrage vorgesehen sind, und seit Beginn der Spwlzeit auch gewährt werden. Die Studentenschaft ist davon durch das Rektorat schon vor einigen Wochen benachrichtigt wor- 'den, und jetzt erhält jeder Studierende zugleich mit seiner Aus- weiskarte vom Sekretariat eine gedruckte Mitteilung über bie Form und die Höhe der Ermäßigung. Es steht zu hoffen, daß die gewährten weitgehenden Vergünstigungen unsere . Studentenschaft veranlassen werden, das Theater recht häufig zu besuchen,' die Korporationen aber werden es sich gewiß nicht nehmen lassen, dem von dreien bereits gegebenen Beispiele zu folgen und für einen der Abonnementstage einige Plätze fest Die hiesige Fakultät fehlte, obwohl ihre Mitglieds • geladen waren. Man bedauerte, nicht kommen zu können mag das wohl dem berechtigten Verlangen entsprungen' i - n^t vor der Oefsentlichkeit das Schauspiel eines Dismnä * geben. Es kann aber auch der Grund vorliegen, daß «J uon vornherein an einer zu. erzielenden Verständigung 8nLf®* ober daß man solche Gegner für nicht beachtenswert hielt' beiden letzten Grunde möchten wir im Interesse bei ftoFiio annehmen, sie mürben den Riß zwischen ihr und ? großen positiv gerichteten Teil der hessischen Geistlichkeit „ erweitern. ' u M Eine greuliche Bluttat haben sich bei einem Bahnbau beschäftigte kroatische Arbeiter in Solin gen zu schulden kommen lassen. Sie drangen in der Nach: wie rasend in die Wohnung des Schachtrneisters Sertic em und töteten ihn durch Messerstiche. Der Lxruswm und Freunde Sertics verscheuchten die Kroaten. Als dich die Laden zertrilmmerm wollten, wurden Revolverschüffc abgegeben. Die Kroaten erwiderten das Feuer. Mehrere Personen wurden schwer, eine Anzahl leichter verletzt. — Sämtlichen bei oem Bahnbau beschäftigten Ausländern wurden infolgedessen gestern die Waffen und sonstige gefährliche Werkzeuge von der Polizei abgenommen. Die Behörden beabsichtigen die Entlassung sämtlicher Kroaten. Bis gestern mrttag wurden fünf Haupträdelsführer festgenom- men. Be: den Ausschreitungen wurden nach letzten Meldungen im ganzen zwei Personen getötet und vier schwer verletzt. 30 Jahre, daß der K'ri e g er v e r e i n Hochelheim mit 15 Mitgliedern gegründet wurde. 9ttrnmehr zählt er 00 Mann. Heute, 22. Okt., sind es 30 Jahre, daß Vorsteher Schiefer st ein Vorsitzender vom Verein ist. sd. Darmstadt, 22. Okt. Zur heutigen Rek- toratsübergabe der Technischen Hochschule waren erschiene:: die Minister Ewald und Braun, Gcheimerat Fwhr. v. Biegeleöen, Ministerialrat Dr. Weber, Oberbürgermeister Morneweg, die Professoren und die Studentenschaft. Der scheidende Rektor, Geh. Baurat Prof. Gutermuth, gab einen Rückblick über die beiden letzten Jahre, während deren er das Rektorat geleitet hatte, und machte dann eine Reihe personeller Mitteilungen über Jubiläen der Professoren usw. Dem Kgl. Negierungsbaumeister Will). Messel-Berlin, dem Kgl. Baurat und Stadtbaurat Prof. L. Hoffmann- Berlin und dem Geh. Baurat Prof. Landsberg-Darmstadt wurden die Würde eines „Doktor-Ingenieur ehrenhalber" verliehen. Herr Prof. Landsberg sprach für die hohe Ehrung seinen Dank aus. — Für die Lösung von Preisaufgaben wurden einer Reihe von Studierenden Preise zuerkannt. — Zum Schluß überreichte Prof. Gutermuth dem neuen Rektor Prof. Walbe die goldene Amtskette. Dieser dankte in einer Ansprache mit der Bitte, ihm Vertrauen entgegenzubringen. Er hielt dann einen akademischen Vortrag über „Beziehungen der Baukunst zum Hochschulunterricht". Er nahm hierbei Bezug aus die Heimatkunst und die Denkmalpflege und ermahnte zur Pflege der Kunst neben dem Hochschulunterricht. An dem am Abend veranstalteten Fackelzug der Studentenschaft beteiligten sich 25 Korporationen und Fachvereine mit ihren Bannern. In dem Zuge, der sich durch zahlreiche Straßen der Stadt bewegte, waren fünf. Musikkorps verteilt. An den Wohnungen des seitherigen Rektors Geheimcrat Prof. Gutermuth, sowie des neuen Rektors Prof. Walbe int Roquetteweg wurde Halt gemacht und gegenseitig Ansprachen ausgetauscht. Auf dem Martenplatz wurden die Fackeln zusammengeworfen. In den einzelnen Kneiplokalen schlossen sich Konzerte an. h. A l z e y, 22. Okt. Heute früh wurde m der Nähe des Bahnhofes die Leiche einer Frau aufgefunden, die vom Zuge überfahren worden war. Sie wurde als die 58jährige Frau Bien aus Alzey erkannt. Wie die Frau, die sich auf der Heimreise von Frankfurt nach Alzey befand' verunglückte, konnte nod) nicht festgestellt werden. -ä Bingen a. Rh., 22. Okt. Ein Mann aus Westfalen, der aiis Lebens-Ueberdruß in den Rhein f prang, wurde von einem Eisenbahnbeamten dec ihm nach- spralig, mit Mühe wieder ans Land gebracht. Aus Dankbarkeit beschenkte der Gerettete dem Beamten 100 Pik. fc. Ma inz, 22. Okt. Schwere Brandwunden erlitt gestern abend der Lownwtivheizer Wilh. Kurz von hier auf der Maschine in Bischofsheim. Er stand mit dem Rücken nach der Feuerung, als die Flammen herausschlugen und seine Kleider ergriffen. Mit brennenden Kleidern sprang er von der Maschine. Nachdem die Flammen erstickt waren, wurde Kürz hierher ins Rochusspital gebracht. ** Meine Mit.eiz. u n u ng messen und den N ach b ar ft an t en Dem Direktor des Stadtarchivs in Fran t- 1 \ a' J ^-Dr‘ Ph11- Rudolf Jung, gt der Professortilel verliehen Horden. 4,ie O N e n b n ch e r Schweine m egge r geben eine e 1 a & Atzung der Preise für Schweinefleisch bekannt. ' m ** Vollendung der neuen tzochgebirasbak Norwegen s. In der vergangenen Woche wurde die amt : norwegische Eisenbahn, welche Christiania mit der M rüste Norivegens verbindet, vollendet. Sie ist ein Trimst! norwegischer Ingenieurkunst. Sie erhebt sich mit ehT Steigung von 1 :50 bis zur Höhe voii ca. 1400 Meter J geht durch mehr als hunoert Tunnels, deren größter Lauge von saft ^wer Kilometern hat. Die Bahn bürf! bte an Naturschönheiten reichste in ganz Europa sein S windet sich über tiefe Schluchten uno Abgründe und'fä^ weite Strecken dnrch die ewigen Schnee- und Eisreallm- Sie weist ^chneeuberbauungen in einer Gesamtlänge hn zwanzig Kilometern und Schneeschieuen in einer Ausdehw,^ von fünfzig Kilomekern auf. Diese hochinteressante S bahnanlage wird sicher den Touristen ström nach dem schön! Nonvegen noch vergrößern. " Die neuesten Eisenbahnunfälle. Auf d. französischen Stnatsbahn entgleiste in der Nähe von Nie» (Beudse) ein Personenzug. Ein Reisender wurde getötet fünf Personen, darunter drei Bahnbedienstete, verletzt. Am 22. Oktober stießen bei R a b s z t y n (Gouvernemw Stielce) zwer Eisenbahuzüge zusammen. 32 Wagen rourb», ticrlcht11"”1' 18^erf°nenaetötet'20 teilweise schp^ * Bom Herbstnebel und H e rb st ho ch wasser Der m der vergangenen Nacht auf der Elbe herrschend Nebel verursachte bei Hamburg mehrere schwere Schädi gungen. Mehrere Dampfer gerieten auf Grund. kommenden Dampfer „Sephora Worms" und „Therese e Marie kamen mit dem ebenfalls aufkommenden Dampfki „langer in Kollision und kollidierten dann unter sich .„Tanger" und „Sephora Worms" erlitten Beschädiqunaen während „Therese et Marie" bei Blankenese auf Grünt geriet und sitzen blieb. — Der „Jmparcial", ein in Madrii erscheinendes Blatt, gibt amtlich die Zahl der bei ben Ueberschwemmungen in Malaga und Umgebung u m g e k o m m e u e n P e r s o n e n auf 102 an. Die M tungen melden, daß fortdauernd Wolkenbrüche und Stürm über die ganze Pyrenäenhalbinsel niedergehen. Die Tele. graphenverbiudungen sind unterbrochen, die Chausseen und Wege sind unpassierbar. - Aus der französischen Hafenstadt O o r i e n t kommt die Nachricht, daß seit dem letzte« Sturm vier Iäscherboote vermißt werden, die nunmehr atz verloren gelten. — Lang-Göns, 23. Okt. Gestern abend gründete man hier einen Ziegenversicherungsverein, dem eine erhebliche Anzahl Mitglieder bereits beitraten und noch wettere beitreten werden. — Verschiedene Zeitungen brachten die Mitteilung von einem im nächsten Jahre hier stattsindenden Bauern fest, verbunden mit Trachtenfest. In hiesigen Kreisen ist nichts davon bekannt; es scheint sich um eine von auswärts angeregte Veranstaltung zu handeln. Uebrigens hat man keine Sympathie für ein Trachtenfest; für ein Bauernfest wäre Sympathie da. — Nächstes Jahr gedenkt der Turnverein sein lOjähriges Stiftungsfest zu feiern, verbunden mit Fahnenweihe O Hochelheim, 22. Okt. Am 18. Oktober waren es Unter der Spttzmarke „Die höheren Töch- eur" bringt die „Berl. Morgeuztg." die Nachricht, daß die Schülerinnen der höheren Mädchenschule in Göppingen in Württemberg seit einigen Tagen üi schwarzen Couleurmützen, die ohne Schirm, sonst aber aam tu der Form der Studentenmützen gehalten sind, aehen. Mie Zeitung ist darauf gespannt, ob diese Neuerung, die von ihr als em Unikum aus dem Gebiete des höheren Schulwesens bezeichnet wird, auch in anderen, höheren Mäd- chenschulen Nachahmung finden wird. Demgegenüber sei mitgeteilt, daß die Schülerinnen der höheren Töchterschule zu S t r a ßburg und Hagenau im Elsaß schon settz einiger Zeit farbige Schütermützen in der be- fchriebenen Form tragen unb es kann gleich beiaefüat wer- stehet^b Etz^n den Mädchen ganz vorzüglich zu Gesicht Kleine Tageschrouik. ** Der Verein der st'ädt. Beamten hielt am vorigen Samstag im Cafe Ebel seine ziveite ordentliche Hauptversammlung ab, die ta.ußerordeiltlich zahlreich besucht war. Der Vorsitzende des Vereins, Sekretär M ö ck e l, erstattete den Jahresbericht und gedachte in seinen einleitenden Worten der Lurzlici) verstorbenen Mitglieder Roch und Appel, sowie des heute aus dein ftädt. Dienst geschiedencii Beigeordiieten Eucschvchen, haben schon zu Lebzeiten ihre Wünsche auf vorgeichriebenem Formular aufzuzeichnen und in verschlofsenem, mit Auffchrist verseheneni Küvert dem Vereinsvorstand zu über-- gebcu, der die sichere Ausbewahruug übernimmt. Die vom Vorland ausgearbeiteten Satzungen sanden die Zustimmung bei: Mit- fiheber. Die Versammlung beschäftigte sich hiernach mit der jur chendeii Wirken keiner Weise ^zu "verkeimend^ bygwnpcher Beziehung durch Sauglust Überzeugen D e Entstaubung feijene Leytung des Patenii^rten 9fnh>J - ^ohannislicche §e- Erwartungen. Es ift mnh ^rat.s uhertrifft jedoch alle ton Besuckmm im SnfaT ttar' d°'r durch die Taufende tragen werd und ji* unter 4?"m™0c v.b in die Kirche ac- Ecken, sogar durck VerhältnisZugluft 1 überrasLyend natiirfirf!e;4t-e^ld>e gesogen nnh nff au§ allen Eintritt in Ä'« »uoieVn D« S -in M Schmutz, i lerere Staub ablagert und für die Studierenden eintreten zn lassen, ist gewiß bifulabcl. sJtbev Nian schreibt uns von beteiligter Seite: Es ist ein^inrfif ßJM ifce3.n„?'t brn6 i>i° „Kirchlich-positive Bereinigung für ihre gwitte Generalversammlung gerade hier in Gießen Ufa b?1- un,8 '"cht besonders günstigen 8^11 tat tagen ^lr du^en sagen: Der Wurs ist gelungen! Wer aestern Die beiwohnte, gewann den Eindruck: 1 c '(] lies heute nachmittag der für den Nord- f eftr aitB7nbbK«lHllte .lü5u0 Registertonnen große Doppel- l cy r au o e n - P a s s a g i e r - und F r a ch t d a in v f e r Prinz bictt"de»' »» Wilhe lm" glücklich vom Stapel. Die Taufrcdc der regierende Bürgermeister von Bremen, Dr. Marcus Preußen h@ü,iffe5' Prinz Friedrich Wilhelm von pieunen. Den ^Laufart vollzog. Der Damvier ist hna nrnGtr ^^^er ^CL* Ä Weserwerft erbaut wurde. ~,.~er Schwager des Berliner „Einbrecherkönigs" Kirfcst her Ä’WW54 äs Bttck der nntiönnllibernlen ZikgenS. Donnerstag de» 24. Oktober, abends 9 Uhr pünktlich im Hotel „Kaiserhof" (1. Stock) D23/10 Wr Ksrtriizs- sini) Mchi Vortrag: Der Werdegang der Nationalliberalen Partei. Alle Parteifreunde sind herzlich willkommen. Frische Fisehe tLbendfrisrhe» Nordsee Schellfisch per Pfund 35 Pfennig, ff. Bralfische -er Pfund 18 Pfg.„ helgol. Cabliau per Pfund 25 Pfg. im Ausschnitt 30 Pfennig, See Aal per Pfund 25 Pfg , Nordsee Schollen per Pfd. 40 Pfg., Heilbutt per Pfund 45 Pfg., ff. See Hecht per Pfund 35 Pfg., Die erste Sendung trifft bestimmt Mittwoch nachmittag ein. Wir garantieren für durchaus blutfrifchc Ware in starker Eispackung. a J/ w Gebrüder Berdux. a^/iol Babnbofstrake 27. Fran von Elbe, wird beftimmt als Zeugin auftieten. Sie ist zu diesem Zweck bereits in Berlin emgetroffen. Es verlautet, daß Graf Kuno von Moltke und Fürst Philipp von Eulenburg ebenfalls persönlich erschemen werden. Selbstverständlich wird mich Maximilian Harden vor Gericht persönlich anwesend sein. — Empörender Uebermut eines Geldmens'chen. Em wahrhaft pöbelhaftes Vorkommnis hat sich jüngst in Heidelberg zugetragen. Dort veranlaßte ein vielfacher amerik. Millionär namens Steffens aus Detroit vor einigen Tagen zwei arme Teufel gegen für ihre Verhältnisse hohe Bezahlung — 30 bis 50 Mk. — Pferdemist zu essen. Er nmrbe wegen dieser gemeinen und brutalen Handlungsweise vom Großh. Bezirksamt Heidelberg wegen Erregung öffentlichen Aergernisscs zu fünf T a g e n H a f t und dauerndem Ausweis aus Baden bestraft. Zum Absitzen der Haftstrafe wurde er sofort abgeführt. Auch die beiden jungen Leute werden bestraft werden. Dazu bemerkt sehr richtig die ,,Straßb. Post": „Wir wollten nur wünschen, daß die Strafe so empfindlich ausfallen würde, daß den beiden Schweinen die Lust auf solche Taten sür immer vergeht. Leider wird das nicht der Fall sein, auch sie werden wohl mit einigen Tagen Haft davonkommen. Wir sind durchaus keine prinzipiellen Llnhänger der Prügelstrafe, aber für den amerik. Millionär und die jungen Leute wäre eine gehörige Tracht Prügel ganz gewiß am Platze. Und dabei müßte der Amerikaner nicht nur sein Teil wegbekommen, sondern auch noch die Prügel der Verführten." Hannover, 22. Okt. Der Reichstags- und Landtagsabgeordnete Privatier Held, dessen Beleidigungsklage wider den Redakteur Laugwost^-Hannover und Kaufmann Dr. jur. Krüger (früher Hannover, jetzt Gossenfaß) vom Schöffengericht Hannover am 19. Oktober ab gewiesen wurde und der im Widerklagevcr- fahren wegen Beleidigung zu 300 Mk. Geldstrafe verurteilt wurde, hat, wie von beteiligter Seite mitgeteilt wird, durch seinen Rechtsvertreter Rechtsanwalt St-ehmann gegen das schössengerichiliche Urteil Berufung eingelegt. Außerdem ist wegen des ve- hauPteten Erpressungsversuchcs Helds, den das Urteil vvm 19. Oktober als erwiesen bezeichnet, die negative Feststellmigsklage bei der zuständigen Zivilkammer des Landgerichts Hannover heute e inner eidit worden. Verhältnisse schon längst' erwarteten Preissturz, besonders in Fettvieh, wornnter naturgemäß auch der Handel in Milchtieren! litt, sodaß auch bei dieser Viehgattung bei schwerem Handel ein Preisabschlag nicht ausbleiben konnte. Ebenso war Jungvieh am Markt billiger zu haben als sonst, obgleich der Auftrieb davon nicht stark war. Tie Marktbesucher waren durchschnittlich der Ansicht, daß im Viehhandel die hochpreisige Konjunktur in der nächsten Zeit vorüber sei, und daß nach Lage der Verhältnisse die Preisbewegung sich noch mehr nach abwärts wenden müsse. Zweifellos ist auf dem gestrigen Markt bei den Verkäufern erheblich Geld verloren gegangen. — Rach Fahrochsen, die nur noch wenig an unsere Märkte gelangen, war diesmal starke Nachfrage, so daß die wenigen aufgefahrenen Paare (gute Mitteltiere) gute Preise erzielen konnten. Ebenso machte sich der Handel in Kälbern recht gut. Die am letzten Markt gesunkenen Kälber- preise zogen infolge des Bedarfs für Frankfurt, Mainz und Wiesbaden wieder an, sür welche Städte fast der ganze Austrieb aufgekauft wurde. Es wurden bezahlt für das Stück: Milchkühe erste Qualität 450—500 Mk., 2. Qual. 325—380 Mk., 3. Qual. 260 bis 300 Mk., junge Rinder und Stiere zur Zucht und Mast je nach dem- Alter, der Form und Qualität 160—250 Mk. Fahrochsen wurden bezahlt mit 750—850 Mk. das Paar. Verkauft wurden der Zentner Schlachtgewicht: Fette Rinder 1. Qual. 72—74 Mk., 2. Qual. 68—70 Mk., fette Kühe 1. Qual. 63—65 Mk., 2. Qual. 60—62 Mk., Kälber 1. Qual. 73—76 Mk., 2. Qual. 65—69 Mk., 3. Qual. 56—60 Mk. Fette Ochsen, die ausnahmsweise einmal in wenigen Stücken am Markte standen, gingen, da es sich um prima Qualität handelte, zu 80—82 Wik. pro Zentner Schlacht gewicht fort. Der Auftrieb wurde ziemlich geräumt. nx xc. Franksuri a. M., 23. Okt. (Cng.-'-lelegr. des „Gießä Anz.") Vieh in ar k t. Zum Verkaufe standen 00 Kälber, 00 Schafe! n. Hämniel, 1510 Schweine, 0 Ziegen. Schweine: 1. Qual. 65—66 Pf.,! Lebendgewicht 51,5—00 Pf., 2. Qual. 64—00 Pf., Lebendgewicht 50.00-00 Pfg., 3. Qual. 51—58 Pfg. Kälber 1. Qual. 00—00 Pf.' Lebendgewicht 00-00 Pfg., 2. Qual. 00—00 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg., Schlachtgewicht 00—00 Pfg. Schafe 1. Qualität 00—00 Pfg., 2. Qualität 00—00 Pfg. — Geschäft gut, lieber- stand unbedeutend. — Während des Marktes liefen noch drei Wagen Schweine ein. weckten Bewohner flüchteten, nur notdürftig bekleidet in die höheren Stockwerke Das Wasser in den Straßen stand nahezu einen Meter hoch Der Schaden ist sehr bedeutend. Die Auslaufstelle bietet cm Bild schrecklicher Verwüstung. Auf der Station Atzbühl (Schleswig) wurde von einem Zuge der Staattwahn Flensburg-Sonderburg eine Frau Mikkelsen über- fahren uno g e t ö t e t. Sie kehrte von einem Besuche bei ihren Kindern ans Flensburg nach Atzbühl zurück. Auf der Station Kara t s ch e w (Rußland) wurde ein Raübst b e r f a l l auf einen gemischten Personen- und Güter- z u g ausgefuhrt. Es gab viele Verwundete und einige Tote. Reichsgerichtsbrief. v r t . Leipzig, Oktober 1907. Ausschluß von Unterleibsbrüchen bei Versicherungsverträgen. Im Laufe dieses Jahres hatte sich das Kammergericht bereits hab in ausgesprochen, daß Unterleibsbrüche, wenn sie in den Versicherungsstatuten facks Unfälle ausgeschlossen sind, auch nicht als versick-erungspflichtig gelten tonnen, ganz gleich, ob sie von innen heraus oder durch Einwirkung äußerer Gewalt entstanden seien. Mit Witter ähnlichen Frage hatte sich kürzlich das Reichsgericht anläßlich einer Klage der Allgemeinen Elektrizitätsgesellschaft W. Lahmeyer zu Frankfurt a. M. gegen die Schweizerische Unfallversicherungs-Gesellschaft Zürich in Zürich zu beschäftigen. Tie Klägerin hatte ihre Angestellten bei der genannten Versicherungsgesellschaft versichert. Am 15. Mai 1905 erlitt nun ein Betriebsleiter von ihr dadurch einen Unfall, daß er, als er bemerkte, daß ein 7i/2pferdiger Motor, welchen Monteure feststellen wollten, ins Rutschen kam unb die Arbeiter gefährdete, selbst zusprang und durch einen kräftigen Ruck den Motor ins Gleichgelvicht brachte, hierbei sich einen doppelten Leistenbruch zuzog. Tie Versicherungsgesellschaft versichert nun nach Paragraph 1 den altbekannten Regeln gemäß gegen Unfälle durch Einwirkungen äußerer Gewalt. Nach Paragraph 2 der Bedingungen sind Erkrankungen, Schlaganfälle Unterleibsbrüche, Sonnenstich, Erfrieren usw. usw. von der Versicherung ausgeschlossen. Der Paragraph 3 schließt Unfälle bei mutwillig hervor gerufenen Gefahren aus, bestimmt aber, daß Unfälle, die bei Notwehr oder bei Bemühungen von Versicherten zur Rettung von Personen und Eigentum entstehen, mit in die Versicherung ein geschlossen feien. Es entstand nun die Frage, ob der Paragraph 2 nur eine Erweiterung und Erklärung ted Paragraph 1 der Versicherungsbedingungen bedeute und der Paragraph 3 hinter dem Paragraph 1 selbständig dazustehen habe, oder ob die Bestimmung des Paragraph 2, daß Unterleiosbrück-e von der Versicherung ausgeschlossen sind, auch auf die Fälle des Paragraph 3 Anwendung zu sinden habe. Landgericht und Oberbandesgericht Frankfurt a. M. erklärten, daß ein Unfall im Sinne der Versicherungsbedingungen nicht vorliege. Das Oberlandesgericht ist der Ansicht, daß im Paragraph 2 der Begriff des Unsalles definiert und für die ganzen Bedingungen festgelegt werden sollte. Es sei dort zur Geltung gebracht, was unter Unfall zu verstehen sei und welche Verletzungen ausgeschlossen werden sollten. Der Paragraph 3 betreffe die Gefahren, bei denen selbst Anlaß zu Unfällen gegeben werde. Der Absatz 1 des 8 3 gebe die Gefahren im allgemeinen an und die Absätze 2 und 3 zählten die Gefahren auf und geben einzelne Gefahren an, welche in die Versicherung eingeschossen wer- ben sollten. Dagegen habe der § 3 nicht den Begriff des Unfalles näher zu bestimmen und sei es nicht angängig, den Begriff in § 3 anders zu verstehen, als wie ihm der § 2 vorschreibe. Wenn auch der Unfall in _ einer divthandlung zur Rettung Dritter entstanden sei, so müsse er gemäß 8 2 der Ver- sicherungsb^ingungen dennoch als nichtversicherungspflichtig angesehen und die Klage a b g e w i e s e n werden. Die von der Klägerin gegen das oberlandesgerichtliche Urteil beim Reichsgericht eingelegte Revision blieb erfolglos und wurde vom 8. Zivilsenat des Reichsgerichts zurückgewiesen. Was den betreffenden Absatz des 8 3 anlange, so sei er nur gegeben, um Einwendungen abzuschneiden, die vielleicht daraus ent- iLoniimen werden könnten^ daß der Versicherte bei irgend einem nötigen Anlaß selbst in Gefahr begeben hat. Geriches?aaL. AlSfeld, 22. Okt. Faule Eier hatte ein Bauersmann ans dem Schwalmtal hier verkauft. Er erhält vom Schöffengericht wegen Vergehens gegen das Nahrungsmittelgesetz 6 0 Mk. G e l d st r a f e und die- Gevichtskosten. F. C. Darmstadt, 22. Okt. Der im Jahre 1895 in Vessungen geborene Schüler Blößer und der gleichalterige S ch ü l e r Hartung, von Darmstadt wurden am 17. Juli d. I., nachdem sie kaum das strasmündige Alter erreicht hatten, von der hiesigen Strafkammer wegen Einbruchsdiebftahls zu einer Gefängnisstrafe von je einem Tage verurteilt. Blößer war kurz zuvor vom Schöffengericht wegen einfachen Diebstahls mit einem Verweis bestraft worden, firn 18. Juli wurden die beiden „Brüder" fchon rückfällig. An diesem Tage stahl Blößer aus der Ladenkasse des Metzgermeisters Willeubücher 8 Mk., bann in kruzen Zwischenräumen 32 und 20 Mk., ferner aus der Ladenkaffe des Metzgermeisters Rudolf 12 'Mk. Bei einem weiteren Diebstahl, auch bei einem Metzger, wurde Blößer abgemßt. Hartung stand bei den Diebstählen Schmiere und erhielt von dem Räuber im Ganzen 21 Mk. Das Geld wurde größtenteils vernafcht. Einmal nahm Blößer eine Anzahl Kumpane mit in den Zirkus und regulierte sie mit Zigarren und Zigarretten. Heute standen die beiden jugendlichen Spitzbuben vor dem Schöffengericht. Der Vertreter der Anklage bedauerte, daß die Prügelstrafe nicht mehr existire. Er würde sonst „25" beantragen. Blößer wurde zu 5 Wochen, Hartung wegen Hehlerei zu einer Woche Gefängnis verurteilt. Berlin, 22. Okt. Okt. In der Prozeßfache des Grafen Kuno Moltke gegen Maximilian Harden ist eine Vertagung nicht beabsichtigt. Sie würde vielleicht in Frage kommen, wenn von den Zeugen, die der Angeklagte hat laden lassen, die Sür die Durchführung des Prozesses unerlässlichen schien sollten. Jedenfalls drängte die Patei des Angeklagten zur Verhandlung. Die frühere Gattin des Grafen Kuno von Moltke, jetzige Känoet. Zur Finanzlage in Neu-Vork. Die durch W. B. weiterverbreiteten Beruhigungsmitteilungen des Newyorker Clearinghous haben zwar die beabsichtigte Wirkung gehabt und die Kurse zu Beginn der Dienstags-Börse etwas gehoben, aber in der deutschen und auch in der englischen Presse hielt man nur sehr wenig davon. Wie sehr das Mißtrauen berechtigt war, geht aus den neuesten Newyorker Depeschen hervor, laut welchen in der Nacht vom Montag zum Dienstag in einer Sitzung erster Bankiers der Präsident Barnay von der Knicker- bocker-Trnst-Company zum Rücktritt gezwungen wurde. Diese Trustgesellschaft hat 60 Mill. Doll. Depositen. Der neuen Verwaltung des Trusts wurden 15 Mill. Doll, bar zur Verfügung gestellt, sodaß Schwierigkeiten nicht erwartet werden. Bekannte Trust-Company-Präsidenten planen die Gründung eines Clearing- Houses sür Truft-Companyes. Auch Beruhigungs-Jnterwievs, die der bekannte Finanzier, Herr Schiff in Newyork jüngst wieder in die Oeffentlichkeit bringen ließ, kann das frühere Vertrauen nicht mehr geschenkt werden. Herr Schiff ist ebensowenig wie jeder andere noch im stände, die höchst verworrene Lage an allen Haupthandelsplätzeii der Union zu übersehen. Er hat im letzten Halbjahr schon einige Male beruhigt, aber regelmäßig war te Beunruhigung bald darauf dann nur um so größer. Newy'ork, 22. Okt. Heute Vormittag erfolgte ein Sturm auf das Hauptbureau tumb einige Zweiganstalten der Knicker- b o ck e r - T r u st - C o m p a n y. In der Menge, die ihre Gelder zurückziehen wollte, befanden sich viele Frauen. Da der Sturm vorauszusehen war, war eine vermehrte Zahl von ^Beamten sogleich in Tätigkeit, das Geld, so schnell, als es verlangt wurde, auszuzahlen. Um 12 Uhr 30 Minuten nachmittags stellte die Kompagnie die Geldauszahlungen an die Depositengläubiger ein. Der zweite Vizepräsident gab bekannt, die Gesellschaft könne kein gemünztes Geld erhalten für die Zahlungen. Sie sei vollständig zahlungsfähig und könnte morgen die Zahlungen wieder aufnehmen. Trotzdem bemächtigte sich der 300 wartenden De- vositeugläubiser die größte Aufregung; sie weigerten sich, die Bank zu verlassen. In der im Stadtteil Hartem befindlichen Zweiganstalt bestanden die Depositengläubiger stürmisch auf die Rückzahlung ihrer Guthaben, daß die Polizei die Bank räumen mußte. Zusammenhängend mit dem Kürsrückgang an der Fondsbörse erfolgten zwei Zahlungseinstellungen deren eine erheblicherer Art ist. Es handelt sich um die Firma M a y e r u. Co., Mitglieder der Fondsbörse, bereit Passiva sich auf sechsMil- lionen Dollars belaufen. Die Firma arbeitete hauptsächlich in Delaware und Hudson-Aktien. Washington, 23. Okt. Der' Schatzsekretär ordnete an, daß sechs Millionen Dollars als Negierungs-Depositengelder auf die leitenden Nationalbanken in Newyork verteilt werden sollen. Nashville (Tennessee), 22. Okt. Präsident Roosevelt erklärte in einer heute hier abgehaltenen Rede, daß seine Politik für die Krisis an der Fondsbörse nicht verantwortlich gemacht werden könne. Alles, was er getan, habe dahin gezielt, Unrecht ans Tageslicht zu bringen. Was dieses in irgend einem Falle enthülle, fei ihm nicht als Schuld anzurechnen. Er sei entschlossen, während der noch übrigen 16 Monate feiner Präsidentschaft um entwegt bei seiner Politik zu verharren. Greßener LiseLtcrorenst. Voraussichtliche Witterung für Hessen am Donnerstag den 24. Oktober: Heiter und trocken. Morgens Nebel. Temperatur nicht verändert. _____ , U|| ________„________ th. Gießen, 23. Okt. Der gestrige Viehmarkt hatte einen Austrieb von ca. 1000 Stück Großvieh sowie ca. 300 Stück Jungvieh und Kälbern. Der Martt zeigte einem von Kennern der Essen (Ruhr), 23. Okt. Eine folgenschwere Explosion hat sich in Borbeck ereignet. Der schulpflichtige Sohn des Bergmanns Schweizer reinigte das seinem Water gehörige Motorrad. Auf bisher nicht aufgeklärte Weise geriet das Benzin in B r a n d. Es erfolgte eine furcht- bare Explosion. Der Knabe erlitt so schwere Brandwunden, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Der Bergmann Semmel und dessen Tochter, die der Arbeit zusahen, wurden ebenfalls schwer verbrannt und auch der Bergmann Schweizer selbst trug schwere Brandwunden davon. Salzburg, 23. Okt. Der Zustand des Großherzogs von Toscana ist nicht so besorgniserregend, wie es anfangs schien. Er leidet an Inkontinenz der Absonderungs-Organe und ist stark erkältet. Der behandelnde', Arzt, Professor Angerer, hofft, den Großherzog am Samstag von Lindau, wo er jetzt weilt, nach Salzburg bringen zu können. Wien, 23. Oktober. Der Kaiser verbrachte die Nacht gut. Ter Husten hat zwar die erste Hälfte der Nachtruhe etwas beeiuträchtigt, nach Mitternacht war jedoch der Schlaf besser. Der Kaiser ist andauernd fieberfrei. Der Katarrh scheint im Rückgänge zu sein. Paris, 23. Ott. „Petet Parisien" berichtet aus Petersburg: Es heißt, der Zar habe eine neue Versa s s u n g u n t e r z e i ch n e t, die veröffentlicht werden soll, falls auch die dritte Duma sich als arbeitsunfähig erweisen follte. Die Duma würde in diesem Falle ihrer gesetzgebenden Vollmachten beraubt und zu einer beratenden Körperschaft herab gedrückt werden. > Paris, 23. Okt. Frankreichs Beziehungen zu allen Mächten, so erklärte gestern Pichon in der Kammerkommission für auswärtige Angelegenheiten, sind vortrefflich. Es wurde bemerkt, daß der Minister sich an dieser Stelle der Abstufungen enthielt,' um das Verhältnis zu den einzelnen Staaten zu kennzeichnen. Als wichtigste Errungenschaft der Regnaultschen Mission in Rabat be-' zeichnete Pichon die an der algerisch-ntarokkanischen Grenze erhaltenen Zugeständnisse. Petersburg, 23. Okt. Die Ve rabschiedung des katholischen Bischofs von Wilna, Baron Roop, ist unter so eigenartigen Umständen erfolgt, daß sie schwerwiegende Folgen haben muß. Baron Roop ist nicht nur verabschiedet, sonderni die Regierung hat ihm gleichzeitig den Aufenthalt in Polen und den russischew Residenzen verboten. Es wird ihm vorgeworfen, die Polonisierung seines Sprengels betrieben, die Wünsche der Regierungsorgane wegen Entlassung unerwünschter- Geistlicher unberücksichtigt gelassen und mit dem Zentral-' Organ der Regierung in ungebührlichem Tone verkehrt zu haben. Bischof Roop bestreitet die Berechtigung aller dieser Borwürfe. Die römische Kurie hat gegen die Entlassung des Bischofs Einspruch erhoben, da die Bischöfe nach kanonischen Satzungen unabsetzbar sind. Kiew, 23. Okt. Hier und in Mohilew hat die Cho-i lera derartige Ausdehnung angenommen, daß sämtliche Krankenhäuser und Cholerabaracken überfüllt sind und die Kranken in ihren Privatwohnungen belassen werden müssen. u- W 111 KW W 5? Todes-Anzeige. Verwandten und Bekannten die fchmerzliche Mitteilung, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, meine innigü- geliebte Gattin, unsere treusorgende Atutter, Großmutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Tante zm Gisabethe Schäfer geborene Reuter im 46. Lebensjahre, nach langem, schweren Leiden zu sich zu rufen. Namen der trauernden Hinterbliebenen: Emil Schäfer, Gastwirt. Wieseck, den 22. Okwber 1907. 6702 Die Beerdigung findet Donnerstag, den 24. Oktober, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbeyause, Gießener Straße 12, aus statt. Brocke8mMlB8en 66 enorme Leistung, leichter Gang, Trichter aus Gußeiben. 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