Yr. 170 Zwe'tes Blatt 157. a General-Anzeiger für Gberheffen '8t Je »igungen. Im preuh. Abgeordnetenhaus trat er in der ver :rr, ar, 4 ch asten im persönlichen Verkehr, sein guter Humor bemirtten ine rasche Versöhnung, bei der kein Stachel zurückblieb. Die etzte Rede KarborssS im alten Reichstag galt emer Ehren- ettung deS Dr. PeterS gegenüber den Bebelschen Anschul- le m [L tätigkeit; 2. verband der Obstzentrale deutung des Vorstandes. Rcchnungsablage und Voranschlag; 3. Landes- Obst- und Garteilbauvereine für Hessen, sowie Frankfurt a. Alain; 4. Vortrag über die Be- Spritzens mit Kupfermitteln; 5. Neuwahl des In Anbetracht der Wichtigkeit der Tagesordnung iltzl A rij )or iaf- fey 11 11 K L Jli. sei. eile s n ck obab dieser Tage die Zwangsversteigerung flattsand. Es wurde ihm der Zuschlag erteilt, wogegen seine verheirateten Geschwister Beschwerde erhoben. Da hierdurch Schwierigkeiten entstanden und am gleichen Abend an einer Ecke der Scheuer ein Brand ausbrach, der durch einige in der Nähe weilende Knaben entdeckt und gelöscht wurde, ist man allgemein der Ansicht, daß <0. aus Rache die Tat begangen habe, weshalb seine Festnahme erfolgte. h. Weinheim, 20. Juli. Als der 22 Jahre alte Sohn eines hiesigen Landwirts abends in Begleitung eines Mädchens nach Hause ging, wurde er plötzlich von einem unbekannten Menschen mit einem dicken Prügel niedergeschlagen, worauf der Unhold das Mädchen packte unb es unter Bedrohung mit seinem Messer zu vergewaltigen suchte. Auf das Hülfegeschrei des Mädchens kamen Leute hinzu, worauf der Patron flüchtete und unerkannt entkam. Der Begleiter des Mädchens, namens Schröder, liegt noch jetzt völlig bewußtlos darnieder und dürfte kaum mit dem Leben davon kommen. )( Marburg, 21. Juli. Der gegenwärtige Rektor, Prof. Dr. v. Sybel, hat an die Studentenschaft folgenden Aufruf erlassen: „Wiederholt sind die Herren Studierenden gewarnt worden vor ungehörigem Benehmen gegenüber den Polizeibeamten. Zahlreiche gerichttiche Bestrafungen haben wegen solcher Vergehen stattgefunden; jetzt aber ist ein Student wegen Beleidigung des Polizeikommissars zu einer Geldstrafe von 80 Mk. verurteilt worden. In ihrem eigenen Interesse wird den Herren Studierenden empfohlen, die traditionelle Stellungnahme gegenüber den Beamten der öffentlichen Ordnung einer Revision zu unterziehen und ihnen künftig allgemein mit der ihnen schuldigen Achtung zu begegnen, etwaigen Beschwerden aber nur auf loyalem Wege Ausdruck zu geben." V Lmroorjf. Der frühere freikonservative Reichstags- und bisherige Erscheint tögNtz mit Ausnahme des Sonntags. Die „Gießener KamUlendlStter" werden dem .Anzeiger- viermal wöchentlich beigelegt, das „Ktcisblatt fSr den Kreis Gießen" zweimal wöchentlich. Der „hef-fche Landwirt" erscheint monatlich einmal. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstraße 7. Expedition und Verlag: 51. Redaktion:S^^ll2. Tel.-AdraAnzeigerGießen. Dienstag 23. Juli 1907 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversitätS - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. - rerschließen. Er hat im Verlauf seiner langen parlamentarischen - Tätigkeit manches seiner' Urteile nachgeprüft und sich nicht zescheut, die veränderte Auffassung offen zu bekunden. Em flünzender Redner war Abg. von Kardorff nicht; seine Art, M ,u sprechen, hatte zuviel Schwunghaftes. Aber er war immer iS 1895 bekleidete er den Posten des Landrats des Kreises >els. 1866 wurde er in das Abgeordnetenhaus gewählt; Mitglied des Reichstags war er ohne Unterbrechung seit essen Bestehen bis zu seiner Auflösung im Dezember 1906; n Abgeordnetenhause schloß er sich den Freikonservativen, im ieichStage der Deutschen Reichspartei an. Im Jahre 1875 ründete er zur Vertretung des Schutzzollsystems den „Zentral- erein deutscher Industrieller-. Zu den letzten ReichstagS- lahlen hat Herr von Kardorff mit Rücksicht auf sein hohes llter und seinen leidenden Gesundheitszustand nicht mehr inhibiert. Er verblieb aber in seiner Stellung eines Führers er freikonservativen Partei, die in ihm ein hervorragendes Ritglied verliert. Die bedeutenden und interessanten Männer im parla- lentarischen Leben werden immer geringer an Zahl. Zu en Eharakterköpfen, auf die sich der Blick des Tribünen- ejuchers richtete, gehörte der alte Herr von Kardorff. Reben Lichter, neben Bebel fiel er als die bemerkenswerteste Er- cheinung auf Er war immer in Bewegung, immer mit uvaö beschäftigt, und beim An hören eines politischen Gegners am in seinen originellen Gesichtszügen, die der Sohn, der egabte Maler von Kardorff, so wundervoll treffend auf die leinwand gebannt hat, eine ganze Skala von Empfindungen nm Ausdruck. Dieser bis zuletzt unverwüstliche geiflesfrifche, m hohen Grade temperamentvolle Streiter hatte stets die oüe Aufmerksamkeit beß Hauses. Einen persönlichen Feind iLj Qo r $■ trocknec Aufbewahrung schrumpft die erkrankte Knolle zusammen und man spricht von einer Trockenfäule, während es bei feuchter Lagerung unter Mithülfe von Bakterien und Schimmelpilzen zu einer Naßfäule kommt. Bei der Gefährlichkeit dieser Krankheit ist es im Interesse der Bekämpfung erwünscht, daß ein jeder Landwirt, der sie beobachtet, unverzüglich unter" Beifügung einiger erkrankter Pflanzen oder Knollen an das Landw. Institut, Gießen, Senkenbergstraße 15, Nachricht gibt. ** Hauptversammlung des O b e r h e s s i s ch e n O b st b a u v e r e i n s. Die Hauptversammlung beß Oberhessischen Obstbauvereins findet am Sonntag, 28. d. Mts., nachm. um 3 Uhr in Butzbach im „Hessischen Hof- statt, mit folgender Tagesordnung: 1. Bericht über die Vereins- wäre ein recht zahlreicher Besuch der Mitglieder erwünscht. Nichtmitglieder sind auch freundlichst emgeladen. ** Ter Verein ehemaliger Schützen und Jäger von Gießen und Umgegend, dessen Vorsitzender Vrauererbesitzer Asprivn-Gießen ist, hielt am Sonntag auf dem Schießstande )es Turnvereins Rodheim a. d. V. sein diesjähriges Scharf- "chießen ab. Tas überaus günstige Wetter gestaltete die ganze Veranstaltung gleichzeitig zu einem wohlgelungenen Familienfest. Ter Schießplatz, herrlich gelegen am Waldesrand in einem Seitenlälchen des Bicbervaches, bietet nämlich eine großartige J-ernsicht über die bewaldeten Höhen und selbst hinab vis zur Stadt Gießen. Am Scharfschießen beteiligten sich 30 Mitglieder; es wuroe auf Militärfcheibe geschossen. Als erster Schlitze ging Herr Nauheimer mit 62 Ringen, als zweiter Herr Wien hold mit 58 Ringen, beide aus Gießen, hervor. Ten dritten Preis mit 53 Ringen erzielte Förster Mähringer vom Forsthaus Haina. Ten Glanzpunkt der Leistungen sollten aber die beiden gestifteten Ehren scheiben abgeben, wobei die Herren Magnus-Gießen und Brrtthauer-Krofdorf den Sieg davontrugen. Ein gemütliches Abendessen, woran sich ein flottes Tänzchen im Gaschaus zur Krone anschloß, hielt die Teilnehmer iwch bis zur späten Abendstunde beisammen. Ein Extrazug der Biebertalbahn führte die hiesigen Festteilnehmer in später Stunde wieder der Heimat zu. l Londorf, 21. Juli. Am östlichen Ausgange unseres I {offenen Tagung für die fachmännische Schulaussicht ein, vährend er früher ein Anhänger der geistlichen Schulaufsicht , gewesen war. Herr von Kardorff gehörte überhaupt nicht zu )en Persönlichkeiten, die sich gegen eine bessere Erkenntnis für das Jubiläum der Landesuniversität bittet uns, auf folgendes aufmerksam zu machen: Für den Festgottes- dienst in der Johanneskirche am 1. August, sowie für den Festakt in der Stadtkirche am 2. August stehen r.5 noch eine Anzahl von Karten zur Verfügung, die zum Teil S an frühere Studierende, zum Teil an Bürger der Stadt ab- 'JJ gegeben werden sollen. Schriftliche Meldungen werden an I düS Rektorat der Landesuniversität erbeten. Auch für den Ä Festkommers am 2. August ist noch eine größere Zahl j von Plätzen auf der Damentribüne verfügbar, die den , Damen von früheren Angehörigen der Universität zur Verengung gestellt werden sollen. Auch in diesem Falle werden j .christliche Meldungen an das Rektorat der Landesumversität letzten Zeugcll vernommen. Amtsrichter Tr. Ritter gibt an, daß der Angeklagte ihm gegenüber eingeräumt habe, am 6. November nach der Villa Moliwr telegraphiert zu haben. Er habe jede Auskunft über die Motive zum Telepl-ongespräch abgelehnt. Bert.: Me war die Art der Eröffnung der Todesnachricht gegenüber dem Angeklagten und wie die Wirkung? — Zeuge: Ter Staatsanwalt und ich waren w gegen. Hau sank zusammen auf den Tisch, ließ den Kdpf hängen, atmete schwer und gab feine Antwort. Gestern sprach ich ihn im Gefängnishof und fragte, ob er zugebe, daß er mir das Telephongespräch gefljanben habe. Er sagte, er bestreite es nicht. Alles was die Zeugen aus Baden-Baden gesagt hätten, sei tvahr. (Bewegung^ Oberstleuttlfant B a ch l i n g-Freiburg hielt Hau für den Mörder. Ter Zeuge, der Ehemann der Tochter Elisabeth der Fräu Molitor, hat stets Frau Molitor gewarnt, da er Hau für einen Hochstabler hielt. Staats anwalt ^iim Zeugen): Es wird durch das- Zeugnis des Tieners versucht, Frau Vftilitor herabzulvurdigen. Verteidiger Tr. Dietz: Ich muß gegen diese Art der Frage protestieren. Es wird versucht, Beweis aufzunehmen, aber nicht eine Frau herabzmvürdigen, wenn wir fragen, ob es Leute gibt, die unangenehme Äußerungen über Frau Molitor getan haben. Ich bitte, dem Staatsanwalt zu untersagen, daß er von einem Betveisantrage behauptet, es werde dadurch eine Verstorbene herabgewürdigt. Ich muß bitten, den Ausdruck zurückzunehmcn.' Ich dulde keine Beleidigungen seitens des Staatsanwalts. Tas ist heute schon die zwecke. Denn er hat sich geweigert, meinen Beauftragten heute früh zu empfangen. Tas kennzeichnet ihn. Ich bitte, die beleidigenden Ausdrücke zurückzunehmen und verlange einen Gerichtsbeschluß, ob ein Beweis an krag als herabwürdigend bezeichne: werden kann. — Mrs.: Es ist 'kein Wort davon gesagt worden, daß der Verteidiger oder der Angeklagte die Fran Moliwr herabgewürdigt haben. — Verleid.: Ter Staatsanwalt bat sich zu entschuldigen. — Vors.: Tas ist durchaus unangebracht. Äir haben nicht die Befugnis, zu verlangen, daß er einen Ausdruck zuriicknimmt. — Staatsanwalt: Ich bebaure sehr diese persönliche Auffassung der ganzen Sache. Ich verlange vom Zeugen nur ein Urteil über Fdau Atolitor. — Zeuge: Es war eine durch und durch wahre Frau, die wohl heftig, aber immer wieder bald gut war. — Staatsanwalt: Kann ein Tiemtbote Rache genommen haben? — Zeuge: Ich kann es nicht glauben. — Verteidiger: Ter Diener Wieland der Fran Molitor soll am Tage der Tat iich nach einer anderen Stelle umgesehen haben. Er soll gesagt haben: „Bei der Molitor kann es niemand aushalten. Tie ist ja verrückt." — Zeuge: Das haße ich gehört. Bors.: Er hat angegeben, er Jet am Mordabend über einen Staketenzaun geklettert unb habe sich habet eine Wunde am Bein zugezogen. — Zeuge: Er sagte, er habe vom Morde gehört und wollte schnell zum Tatort. . Verleid.: Wie den Geschworenen, so sind auch mir zahlreiche Briefe zugegangen. Einer ist aus Stettin, worin ein Zeuge angibt, daß er alles Material zur Aufklärung der Tat liefern werde, falls etwa Hau verurteilt werde. Vorher miijfe er Nch aber erst in Sicherheit bringen. Ich bitte die Handschrift mit der des Wieland zu vergleichen. — Vors.: Auch uns fmbJ8rtefe äugegangen. Einer mit anderer Handschrift, als der aus Stettin, sagt ähnliches. „ r Zeuge Frank hörte nach 6 Uhr am 6. 9coüember den ^chuß. Eine Minute war es ruhig, bann klang es Wie ein Peiftchenknall, woraus um Hilfe gerufen wurde. Ter Zeuge ging zum Tatort. Tort saß zusammengekauert Frau Molitor, vor ihr kniete Frl. Olga und sagte: Meckw Mutter ist erschossen! Ter Zeuge meldete dann den Vorfall der Pottzei. Der Zeuge traf dann den Diener Wieland, dem er von der Tat Mitteilung machte. Am anderen Tage fei Wieland zu ihm gekommen unb habe gesagt: „Sie haben doch gesehen, daß rch gestern über den Zaun flieg unb mir die Beinkleider zerriß. Der Zeuge wwe a^er nichts davon. Zeuge Stephan hat den verhänanisvvllen ^ochuß lallen hören. Es können aber auch zwei Schüsse gewesen sein, oder ein Schuß und sein Widerhall. Ter Zeuge lief zur TatsteUe, wo er Fpau Molckor und ehre Tochter fand. FvLulem Molttvr habe gesagt, der Täter fei ein großer Mann mit Ueberzieher gewesen. Es sei ein Racheakt. Wieland kam nachher hinzu, indem er über einen Zaun stieg. . Zeuge Gärtner Schnabel hörte kurz nach 6 Uijr einen icharftn Schuß. Er lief Mn, Datort, sah aber von einem Täter nichts Ter Diener Wieland kam auch hinzu, etwa sieben Minuten später. Geschäftsführer Schall-Berlin hörte um 6 llhr den «Lchuß und darauf einen Hülse schrei. Er vernahm Harm noch einen Ortes, am Waldweg, der nach Rüddingshausen führt, ist in diesem Sommer anstelle eines alten, zerfallenen Gebäudes, einer früheren Ziegelei, ein neues, sehr schönes, eigenartig gebautes Haus entstanden, das die Bewunderung jedcA Vorübergehenden erweckt. Es soll die Kleinkinder schule geben, die in hochherziger Weise von fyrau Baronin Adalbert von Rabenau gebaut wurde unb für die Gemeinden Londorf imb Kesfelbach bestimmt ist, Das Gebäude ist soweit seriiggestellt, daß die Eimveihung und Eröffnung in 14 Tagen stattfinden kann. Für den heutigen Nachmittag hafte die Sftfterin die Orts- und Schulvorstände von Londorf und Kesselbach, die an dem Bau beschäftigten Handwerker, sowie eine Anzahl Damen und Herren zu einer kleinen Vorfeier eingeladen. Der Gesangverein Frohsinn, der ebenfalls eingeladen war, sang einen Vegrnßungschor, worauf die Gastgeberin ihre Gäste bewillkommnete und allen denen ihren herzlichen Tank aussprach, die mit Rat und Tat an der Vollendung des Hauses mck beigetragen haben. Sie hoffe bestimmt, daß das Hans für viele Generationen ein wahrer und reicher Segen Werde. Es folgten nun Borträge und Deilamationen von Herrn und Friau Baron von Uexkühl, Violin- und Klaviervorträge von Freiin Ddarietta von Rabenau, Gesangsvortriige des Gesangvereins, worauf bann die Gäste mit Speise und Trank aufs beste bewirtet wurden. Nachdem das Haus iwch besichtigt War, verabschiedeten sich die Gäste in dem Bewußtsein, daß hier ein wirklich gutes Werk geschassen sei. Wünschen wir von Herzen besten Erfolg. ( □ Gambach, 22. Juli. Der Verband der ober- hessischen Posaunenchore hielt gestern hier unter sehr starker Beteiligung sein Jahresfest ab. Aus den elf Bundesvereinen waren etwa 150—160 Bläser erschienen und der gewaltige Klang der 150 Instrumente machte auf die Festgäste einen erhebenden Eindruck. Vormittags fand bereits unter Leitung des Verbandsvorsitzenden Pfarrer Kalbhenn- Ober-Mockstadt eine Probe der gemeinsamen Chöre statt. Unter den erschienenen Posaunenchören waren u. a. die aus Laug-Göns, Stockhausen, Klein-Lmden, Mockstadt und Holz, heim. Um 2 Uhr war Festgottesdienst. Festredner Pfarrer Fritseh-Ruppertsburg wies auf die gewaltige Stimme de Posaunen hin, unter deren Schall die Mauern Jerichos ein stürzten. Wie damals die Posaune ein Kriegsinstrument war jo solle sie auch heute ein Kampfmittel gegen den Unglauben unb die Unkirchlichkeit fein. Um 4 Uhr sand auf dem schön gelegenen Festplatze, „ber Kneiben" genannt, Nachfeier statt, zu der sich aus der Umgegend viele Zuhörer eingefunden hatten. Superintendent I). Petersen-Darmstadt gab in einer Ansprache seiner Freude Ausdruck über die zahlreichen Posaunenchöre Oberhessens, die auf die Kirchlichkeit einer Gemeinde von großem Einfluß seien und deren hohe Bedeutung die Kirchenbehörde wohl zu schätzen wisse. Der Vorsitzend des Verbandes, Pfarrer Kalbhenn-Ober-Mockstadt, gab ein Bild der Entwicklung der Posaunenchöre. Missionar Hofmann berichtete in ausführlicher und spannender Weise über die Missionstätigkeck unter den Papuas auf Nen-Gumea, dem Kaiser-Wllhelmsland und den umliegenden Inselgruppen. Zur Verschönerung des Festes trugen auch die Gesänge der Kirchenchöre von Holzheim unb Gambach bei. Lauterbach, 22. Juli. Tie Hauptversammlung des Hes ischen Landes-Ausschusses des Deutschen Flottenvereins fint)et Sonntag, den 1. September d. ^s. hier statt General Keim wird Über Flotten-lPolckrk und Flottenvereine sprechen. — Versetzt wurde der Kreisdiener Bucher von Lauterbach nach DarmstM. -i- Ruppertsburg, 20. Juln Urtter lebhafter Beteckr- gung fand die heutige Gemeinderatswahl statt. Auf die seitherigen beiden Geineinderatsmitgleeder F. H ö g h 1. fielen 95 auf H. Stork 99 Stimmen. Als neu Gewählter ging Landwirt Konrad Wagner I. mit 85 Stimmen aus der Wahl hervor. sd. Darmstadt, 21. Juli. Wegen versuchter Brandstiftung wurde gestern der ca. 35 Jahre alte Landwirt Jae. H eiserner in Leeh eim verhaftet. Er ist lebig und bewirtschaftet den Besitz, der feiner Mutter gebärt, ziemlich leichtfertig, erbeten. ** Philosophenwaldfest am 1. A n g n st. Der von der Universität bestellte Leiter des Philosophenwaldfestes macht darauf aufmerksam, daß Kinder unter 12 Jahren feinen Zutritt zum Festplatze haben, andere Kinder dagegen nur dann, wenn sie in Begleitung Erwachsener erscheinen und unter deren Aufsicht bleiben. "Tie Phytophthora-Krankheit der Kartoffeln tritt im Juli und August besonders bei seuchtwarmem Wetter - auf. Sie ist sowohl eine Kraut- wie Knollenfäule und wird $ durch den Pilz Phytophthora insfestans verursacht. Erkennbar ist die Krankheck durch das Auftreten brauner Flecken n auf den Blättern, die von einem weißlichen Flaum, den Konidienträgern des Pilzes, umgeben sind. Bei für die Pilz» Entwicklung günstigen, Wetter kann in wenigen Tagen ein , ganzes Feld erkranken und dann wacht sich em eigenartig muffiger Geruch bemerkbar, der für die Erkrankung charakte- ® xisülch >st ES erkrankt aber nicht nur das Kraut, ländern [11 die Vorn Regen in die Erde gewaschenen Sparen instzieren rin Knollen. Hier erkennt man die erkrankten stellen H an ihrer braunen bis graublauen Färbung. Schneidet man «eine erkrankte ttnolle durch, so sinket man an den erkrankten ' Stellen das Aartoffelfleisch dicht unter der Schale von dem । es Lurchwachsenden Pilzmmel abgetötet und verfärbt, itiei Aus Aluma eines FUchisunwalts. (Unberechtigter Shiuwi.^. i-etuoieiu Karlsruhe, 20. Juli. Zu Beginn der heutigen Sitzung ließ sich der Verteidiger Rechtsanwalt Tr. Dietz den Angeklagten Hau zu einer letzten Unterredung mit ihm noch einmal aus dem Saale in ein Konferenzzimmer bringen. Tie Unterredung bauerte nur wenige Minuten. Hau nahm wieder «uf der Anklagebank Platz, die Lippen zusammengepoeßt und düster dreinblickend. Um Vs 10 Uhr erscheint der Gerichtshof. Es werden die lütte er im Parlament wohl kaum. Er mochte das Schärfste L mb Entschiedenste gegen Jemand gesagt haben: seine Eigen- o voll Frische, immer mit ganzer Seele bei der Sache, die r vertrat, daß der . Zuhörer einen Eindruck mitnahm, der ich nicht leicht verwischte. Herr von Kardorff ist auch einer >er Wenigen, der dem Fürsten Bismarck nach dessen Ent- assung die ircue hielt. Im Kamps um den Zolltarif gab em bekannter Antrag das taktische Nlittel zur Bezwingung )er ^Obstruktion". Der eifrige Schriftsteller dürfte politisch vcrtvoUe Aufzeichnungen hinterlassen haben. Ans SinSt nnd Schmückt Eure Fenster und Balkone mit blühenden.Blumen. Gießen, 23. Juli 1907. •• Vorn Universitätsjubiläum. Der Preßausschuß ■ andlagsabgeordncte Wilhelm v. Kardorff, ist am Sonntag c-j uf (entern Gute Nieder-Wapnitz im. Kreise Oels gestorben. crrdoiff war am 8. Januar 1828 in Neustrelitz geboren; er iii udierte in Heidelberg, Berlin und Halle Rechtswissenschaft nb trat bann in den Staatsdienst ein; zunächst war er leferendar in Naumburg und Berlin, dann Regierimgsassessor l Stralsund. Als solcher nahm er im Jahre 1853 seinen -bschied, um sich der Verwaltmig seines Rittergutes Walnitz n Kreise Oels in Schlesien gu widmen. In den Jahren 1884 Reichsgerichtsbriefe. machten werteren Mitteilungen seines Klienten. Meinetwegen als Zeuge aufgerufen. Er war wegen eines Bergchen angeklagt, aber frei gesprochen. Getreidepreise in Mannheim Vermischte». 7 UH Le 93.95 I Elcktriz. Lahmeyer . 83.15 iui 229.00 Hörse, 23. Juli. Anfangskurae. 193.50 112.00 . 174.30 . 127.70 . 223.10 . 69.20 . 136.90 in tot j Tis Dich . 144.00 . 168.00 . 136.75 . 202.60 . 95.30 .* 28*60 . 139.40 do. Konsols do. Hessen Oberhessen 8 der hi IH Ibei I erh 3^% 3% 3^7o 3% 314% 3^7n 92.85 83.10 92.10 97.65 92.85 66.40 67.40 9250 89.80 94.20 141.80 83*25 62.10 96.35 ßusanmrangebracht. Er hatte gleich die Vermutung, daß er später als Zeuge im Prozeß Hau dienen sollte. 2L "" "" des Verfahrens gegen mich war sehr ungewöhnlich. Harpener Bergwerk Laurahütte Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . Türkenlose . Weizen 100 Kg. 21.75-00.00 Mk. Roggen 100 Kg. 20.00—00.00 Mk. Deutsche Bank . Deutsch-Asiat. Bank Diskouto-Kommaudit. Unter allgemeiner Spannung wird dann Referendar Lenk kmift. Als ich wLer in ilm dran7 rrklärte r~'■------- fernem Wfen ferne Mitferlungm machen werde und daß er jede Antwort. Was er heute gesagt hat ist mir auch neu D7aa^ Auskunft verweigern werde. Ter Zeuge verweigert unter Be- Ich bin unschuldig/Aber er gabmitfeine toeite--" Wns auf sein Amtsgeheimnis die Auskunft über die ihm ge- so d>aß ich schließlich einmal erffftrfe- ■ma/fitpn tnPTtPTPn WitWim-J ;uci)a7 i/Htig einmal ernaite. Dresdner Bank Kreditaktien . . Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . Gotthard bahn . . * Lombard. Eisenbahn Oesterr. Staats bahn . Prince-Henri-Eisenbahn 4% Oesterr. Goldrente. . 4% % Oesterr. Silberrente 4 "6 Ungar. Goldrente . . 4% Italien. Rente . 3% Portugiesen Serie I . 3% Portugiesen „ HI 4M°/q russ. Staatsaul. 1905 4>^o/o Japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 Türkenlose...... 4% Griech. Monopol-An 1. . 4% äussere Argentinier . 3% Mexikaner , . , (kj v • - r vc » ' 11v UULU 1LCU. \J-L 1 CLGvc 9^ bm unschuldig Aber er gab mir keine weiteren Erklärungen* 10 ö'Qn T CD 1 CHrT PhL cfi Twff 7 rr otvtvw aY avVY ."-.«-L/t . i'S. rf-i ' D V. 7 /, r- r ---♦/*'! vmiiiu.1. UUUUt. ^premen ötP. e§ Wandert sich um Ihren Kops. Er aber verweigerte jede Aüs- Eseteilt ^be, so wisse er nicht mehr, ? ^.-och sage bestimmt unter meinem Eid aus, daß Hau von der Mitteilung wissen muß. Er war zwar sehr aufgeregt aber anaÄi' fl“8 M fagtC' ~ ®orf'' Wollen Sie uns das angeben? Zeuge: Nein. , c . 114.80 Elektnz. Schuckert . . . 103.40 Eschweiler Bergwerk . . 207.40 Gelsenkirchen Bergwerk . 189.60 Hamburg-Amerik. Paketf. — — Harpen er Bergwerk. . . 198.90 Laurahütte......217.00 Nordd. Lloyd.....116.00 Obeischles. Eisen-Industrie 103.08 Berliner Handelsges . . 151,10 Darmstädter Bank Vor).: ete sind über Hau auf 'Veranlassung des Staatsanwalts vernommen worden? — Zeuge: Ja, ich sollte „Wichtiges Uber Hau mitteilen. Ich habe damals die Auskunft verweü- gert. Gestern habe ich in spater Nacht einen Brief an Irl. Olga Molitor geschrieben, in dem ich sie mit Rücksicht auf die mir ge- Uwrdenen Mitteilungen und auf den derzeitigen Stand des Prozesses um eine Unterredung unter vier Augen bat. Äch teilte ihr mit, ich habe ihr wichtiges zu berichten, was für Ne und Hau von Interesse wäre. Diesen Brief brachte ich heute morgen persönlich in dias rote Haus, wo die Familie Molitor augenblicklich logiert. Nach U.bergabe des Briefes erschien sofort der. Bruder der Adressatin und erklärte mir, daß seine Schwester ineje Unterredung ablehne. Ter Zeuge erklärt weiter: Wenn ich. von der schuld Haus überzeugt wäre, würde ich über die im ^nefe Mißdeuteten Dinge weiter Rede stehen. So verweigere ich aber mit Rüchicht auf die abgeschlagene Unterredung mit Olga mein Zeugnis über diesen Punkt, selbst wenn das Zeugniszwangs- verfahren gegen mich ein geleitet wird. Vars.: lieber was soll der Zeuge gefragt werden? Verteid.: Uehrc das, was auch der Staatsanwalt mit seinen Polizisten ihn 'gefragt hat, über „Wichtiges über Hau". Bors, (zum Zeugen): Hat Hau zu ihnen Über die Tat ge- P?3«W: die Tat selbst nicht. ®orf.: Befand er fidj bemote in kolossaler Erregung? Zeuge: Ja. er befand sich m fofofialer Tepresiwn. Als der Zeuge über sein Zusammensein mtt Äau Mehend berichten will, drängt ihn der Vorsitzende, sich zu beschranken. 4>$% Chinesen . . . Aktien: Bochum Guss . . . . Buderus E. W Tendenz: schwach. Berliner Canada E. B. . . . . Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Dortiunndcr-Union C. . Dresdner Bank . . . Tendenz: schwach. Zeuge Rechtsanwalt VS g e le-Karlsruhe hat am 16. Juni «Len Wenten Lenk tm Amtsgefängnis II gespwchen. Dabei teilte ftdj hevaus, daß er mit Dau zusammengebracht worden ci. Ich legte ^damals fein Gewicht auf die Sache. Später kam ch zur Auffapung, daß Lenk aus gewissen Gründen mit dem Angeklagten zuwmmengebracht worden sei. Vielleicht sollte der Versuch gemacht werden, ihn als Zeuge in diesem Prozeß zu verwerten. Meme Meinung wurde bestätigt, als das Verfahren gegen Lenk nicht vorwärts gehen wollte, rmb es auch sehr lange Querte, bI,Dr. Küyser sein Gutachten erstattete. Lenk war derselben Meinung. Gestern sprach ich wieder mit Lenk. Ich gab zum Ausdruck, daß ich von Anfang an Kombinationen gemacht, habe, die dahin führten, daß ich von der Schuld des Angeklagten Hau nicht überzeugt bin. Lenk gab mir mit dieser Mei- itung recht. Ich fragte ihn, woraus er seine Meinung stützte, worauf er mir zunächst Ine Antwort gab, er sei entschlossen, in dieses Verfahren gegen Hau einzugreifen. Er sagte, er könne die Stimmungen Haus nach der Eröffnung vom Tode seiner Frau wiedergeben und 'auch über Mitteilungen Bekundignngen machen, die Hau ihm gemacht habe. Er könnte aus voller Neborzeugung bekunden, daß Hau nicht der Täter sei. Er fragte mich, ob es erlaubt werden könne, wenn er über bestimmte Tatsachen seine Aussage verweigere. Ich habe ihn auf die Zeug- Niszwangshaft aufmerksam gemacht. Er wollte sich daher einer derartigen Gefahr nicht aussetzen und teilte mir mit, daß er von ■fpitrpm yniftpir Tpitip t-AArtvnv« ... .■ c . „ - ^orH. SP klber ein furchtbarer Verdacht auf Ihnen verschiedene Ihrer Taten sind sehr sonderbar. — Angekl • gebe zu, ich befinde mich in einer sehr schweren Situation.' Meine Taten scheinen verdächtig, aber sie waren an dem Tage nicht Staatsanwalt und Verteidiger verzichten auf weitere Zeugen i cs rrene 9nnS^Tt erf£art' baß er auf die Verlesung der lichen Stimmung bal b^rÄ^narter ^>MUt^ten£eTSi ba ^jetzigen Stadium gegen § 823 B?G.-B. al& iJ 1 » habe, den Ange- erklärt werden. minderwertig hrnzustellen, I Tie vom Beklagten gegen dieses Urteil eingelegte Re», wurde vom 6. Zivilsenat des Reichsgerichts zurückgewiesen mdem dieser erklärte, daß er mit den Ausführungen des OW landesgerichts Augsburg im wesentlichen cnivLande^ sei c . 5^™ wurden amerikanische Protokolle verlesen. Der Sozius Z?u^nis Ttiu®ai6,nlgton ftdIt 'tot in iebeT Beziehung ein glänzendes 6 0 von der dortigen vsyHiatrisKen wÄ." -E ®au nicht für geisteskrank. Schwere Störunam des Nerven,ysfems tonten nicht vorhanden, aber Nervosität und^Schlaf- loftgkert. Er war sehr ver chlossen, aber auch weichlich Er Zate -m ungewvhnU.ches Mftß von Haltung, Ruhe Schlaaftrt ake Er kann i'trfi if, nj. H hnt^ r nicht merken lassen LZn Stimmungen und Gedanken hineinversetzen. Er uuterscheiden, was geschehen ist, oder was er gern ^9t sich in ihm eine Abweichung von dem normalen Ä fiV«rc6lMtfld?n Menschens. Ich glaube E daß m <«i ’äS ■£■«£. et.n» gleichmäßig. Hau ist ein Psychopath. Er handelt nicht wie e?n rT?T^r ^usch- Hau ist keine gleichmäßige Person- «L Ä 8Ä ^ie beiden Psychiater werden entlassen. üertagtraUr Unt bie Verhandlungen auf Montag • Fe ui hi ’d; i iw P W( $. ba s au hi davon. UntMv-gs warf ich den Bart fort, bestieg eine Droschke unb fuhr zur Bfthn. — Bors.: Und wer war es, der hinter den Damen herlwf? - Angekl.: Das weiß ich nicht. - Bors to« war es, der geschoben hat? — Angekl. i Tas kann ich nicht 6oBeItnic8fet’^^rtaSen blC 0(6111 fe fft65rt? ~ ^0=^ • 3» :_5®SftlIln>¥6a6StJ:®le die sanz« Zeit nichts davon ge« iprvchen? Angekl: ^ch hatte mir fest vorgenommen, nichts zu lagen, um Niemanden zu kompromittieren und tveil die ganze «ache iehr^ beschämend tür mich war. - Bors.: Warum haben Sie ?^ramm von Paris gesandt? — Angekl.^ Ich wollte der ^(^vcht,ein fEnbentäfart — Bors.: Ihre Maßnahmen sind aber |eljr Änderbar, Ihre schlechte Vermummung usw. — Angekl : iUcetrte Handlungen waren damals nicht normab < Vor,.: Hatten Sie vielleicht die Absicht, Ihre Schwägerin b 8U l^ten? — Angekl.: Nicht im geringsten. ^ie denn Nichts gesagt. Warum ließen ^^^bars^n Kvnieguenzen zu, den Tod Ihrer F-rau? - ?nöe.?* • getan, um meine Frau von dem verhängnisvollen schritte abzuhalten. Man ließ mich ja nicht an sre schreiben. ’ v ’ au^ Fragen nicht eine stereotype Wivort gFen, sonst kann leicht eine falsche Vorstellung entstehen. Ter Angeklagte hat gleich großes Vertrauen zu mir gehabt, was ich erwiderte. Er hat mir Dinge erzählt, die ich Nicht auchagen kann, weil ich ihn für diese Diskretion wert halte. au$: . ^orf: Hat er zu ihnen über die W. emer Reise nach dem Kontinent und nach Baden-Baden SklS30. ÄU9€: -1?eBer diese B-rage gebe ich keine Auskunft wben geschworen, Sie müssen aussagen. Sie wollten SorauSfelun^en'101 3we:»tt, aber nur unter gewissen , Verteid.: Hat Ihnen Hau verboten auszusagen? Zeuae- ^br rch htttte das Gefühl, daß e-v Diskretion erwartete. 9U) iir dem Zeugen die Ermächtigung geben zu sprechen. Angekl. Hau: 9?ein! Verteid.: Ich bitte setzt E^en zeugen zur Aussage zu zwingen. sitzunNnk'entraffen biC ^^itt-gs- o . ^^chuiittags-Sitzung. Zunachst^wird wieder Referendar Lenk aufgerufen. . ..Vor).. "Lie haben erklärt, nichts aussagen zu wollen. Ich ^eise eie jßuf die rm Gesetz vorgesehenen Folgen hin und fördere Sie nochmals^auf, Ihre Aussagen zu machm. Ueber die L Nicht geiprochen. Sie haben erklärt, er fei felpr erregt gewesen, er hpbe in einer Stimmung gesprochen bie ganz außerordentlicher Natur war. Sie sollen uns letztsaaen 111 11(1(6 d°m Kvntinent und^was er in Baden-Baden beabsichtigt hat. Zeuge Lenk: Ich habe mir noch einmal die Sache überlegt und kam zu dem Schlutz, daß man vielleicht aus meiner Ausfaae en$Ie^men n?nni,c; ^ch verweigere meine Aussage nur ^cm, Angeklagten gegenüber zum Schweigen für -H aur’ ^runb seiner Angaben in Ver- “Z iU ber Urzeugung gekommen i %enitte' biC StWe etrafe und die Zeug- Verteidiger: Es handelt sich hier um das Leben meines Clienten, ich bitte daher, den Zeugen mit den schärfsten Mitteln mr Auslage zu zwingen. — Zeuge- Ich bab/3 o? nm Te^PrBrief an Frs Olga Moliwr schrieb ich^nur^ um dn: Vernehmung aus dem Wege zu gehen. 7 Sl^?nt teilt mit, daß am 6. Nov um /io llhv ein Herr ein Telephongespräch mit der Villa Wnfitnr Referendar Lenk bleibt trotz wiederholter Fragen ^?^wenden bei seiner Weigerung, nichts aussagen zu wo??en ^?4'nfmperevaTt KCf ?orutzende: Das Gericht beschließt, den Zeugen' m-fc ^.r“no fctn Zeugnis verweigert, in eine Geldstrast von Za^A^ 3 Hast zu nehmen. Wegen der Persönlichkest tote non1 Situatwu des Pro^sses SyKWLMLTLH werden, besonders nicht von meiner nx?t gesehen zu Wollten Sie, d»ß das ~ &tf': von Hause weg locke? — Angekl' Ja ichhn m?toK9erm^ter allein M treffen. - Bors.: Und wie ist h^Mfte?ann ^lga gegangen? — Angekl • Frau ^an2, weiter- der Villa Engelheim ab' Ich sah sie äusser schaute ihnen nach, als ich ^merkte, daß sie nach x,"? lc6 da ft-l mir em, es wiirde setzt toaustommT f* Z 0e”' und daß idj Saniert hatte. Jch'eM tzZ^Ll Das. könne,aber auch eine akustische Täuschung sein, er auf die Stratze kam, sah er eine Helle Gestalt, die sich Msch fvrtbewegtc. 1 fftn 0ef4tnmnec verlangt die psychiatrischen Gutachten. ... ZlSL’ bitte dann auch die amerikanischen Gutachten zu verlesen nach denen Hau ein Plus an Menschlichkeit hat Es wird ^noch unter großer Erregung Frl. Olga Molitor 2^äT,t: habe nie etwaNawn ^A- . ^^rs.. Haben Oie eine Idee, wer, wenn es der Angeklagte nickt war Ihre Mutter erichossen haben kann? - Zeugin: Keine Jd5e rtv ^vrs Hat dte fliehende Gestalt Aehnlichkeit mit Ihren Ebener Wielands gehabt? Zeugin: Nein. Vors.: Haben Sst ktiur ,c§Ie^en konnten? Zeugin: Nein.^ ^.^ben dann Protokolle verlesen, zunächst die aus Wien dessen Einlösung Hau dann vergessen' Sft ff 9a6€n an' daß Hau den Schfcklin- Brotpreise in Gießen Weißbrot 2 Kg. 58 Psg. ' S^war^bro^^^^^^ Der Schnelldampfer „Kaiser Wilhelm II" welcher zurze.t ,m Ka-serhafen in Bremerhaven liegt und ant Dienstag wieder abgefersigt werden sollte, erlitt am Samstag abend einen Unfall, indem sich das Schiff beim Kohlennehmen plötzlich zur Seite neigte, so daß durch die Aeffe'r"CnPfOrteii1 «Unb Seitenfenster das Wasser in die Keffel, Maschinen und Bunlerraunie eindrang und diese füllte D e übrigen Raume, Kajüten, Wohnräume usw. sind völlig intakt geblieben, m biefe ist kein Wasser eingedrungen Alit ©lf|1iff'hU§tet"kPen 2Baf'erS wurde sofort begonnen: das Schiff durfte binnen kurzem wieder intakt sein. Der Schaden ist durch laufende Versicherung gedeckt. Die bevorstehende Reise ^üssaU^n "^nehmenden Jnstandsetzungsarbeiten auBfallen. ^te Passagiere 1. Kajüte werden teils mit dem Dampfer „Bremen", teils mit Dampfern anderer Linien Beförderung ftnden, während ein Teil der Passagiere 2. Kajüte orote bte Zwischendeckpassagiere Anfang dieser Woche mtt dem Dampfer ^rave" nach New-York expediert werden, n s bisherigen Ergebnis der Untersuchung ist der Unfall darauf zurückzuführen, daß der Dampfer b-, fallendem ? ■“ f,me( unter der Koje liegenden Schlickbank hakte u^ bn auflaufendem Wasser plötzlich abglitt, wodurch sich . Lart uuf die Seite legte und die unteren Räume durch die offenen Kohlenpsorten voll Wasser liefen ««.. *" k ÄÄ’iat ^tormoranö ober Seeraben beobachtet: auf ber Westfäliscken 91» I rtp/J^ ^c6a-^ bestrich haben sich viele dieser Tiere nieber- 81 1 CH" ^££ lÄ Nordamerika, Norhafrika, Nordeurvpa beheimatete I das Nr^eik L 188 beö Verhanblungsberichts folgt morgen). SpoeS. . _ ^7. Iußball. Arn Sonntag ertebigte bie 1 MMinsks, des Gießener Fußballklubs von 1900 ihr Retourspiel gegenÄ m]t52n^2 Knwn ftT.' a^r6™' ■ Ta§ Resultat war unentfchiedeü .?|Q§ Hehlen eines guten Mittelstürrners maefir. w+pbht’p^n^enfJ)l??1TI!01 fieber sehr bemerkbar. Bis Halbze! hatte die Mannschaft das §>eft in der Hand und führte mit 2 Toren. Gießen spielte mit Ersatz. mit j .j .>?^den die engli sch en Protokolls verlesen Rach dem englischen Protokoll über Tr. Scotts Aussaaen Srbhfer11UrL als nervös' geschildert. 9(Sr oll viel geschtMtzt unb einsaitige Briefe geschrieben haben GS* LLx LZ? L . ck. 8. Leipzig, 22. JE Haftbarmachun^eincS Radfahrers wegen leichtsinnia«.» Fahren und Derabsäumnng eines zweiten 6Ztockeuzettk?^ Der Kläger dieses Rechtsstreits ging am 13. Juni w MV?rent n!,lLeme‘n Pmgeren Begleiter eine im Winkel ni 10 abfallende loOm lange Landstraße hinunter. Als das ®rnrf a ^'chen eines Radlers hinter ihnen ertönte, sprang der neben s ' hergehende jüngere Arbeiter alsbald nach rechts raW>Pn?"'te bn§( ?’0ds"Aädle,n "id,t fle6Brt >>nd rief mm bet ' sichern ^.empo fahrende Radler ganz in der Räbe dps ' drehte sich' Kläger um und oe L ! nach rechts zu springen, wurde aber dabei von dem Radial umgeworsen und erheblich verletzt. ao , ^^m gegen den Radler geltend gemachten Schaden ersatzanfpruche wurden vom Landgericht. Kempten fürbp' gründet erachtet. Auch das Oberlandesgerickt A n « bürg entschied im selben Sinne und wies die Bekusuna ^^ten zuruck, ^as Oberlandesgevicht führt aus dar k» nicht treffe, auch Wenner wegen Sch^ Hörigkeit oder sonst irgend einem Umstand nicht gleicht das kommen des Radlers gehört habe. Letzterer habe iedock st'Nig gehandelt, was schon daraus hervorgehe, daß er bie etrprf von 24 Meter |o schnell durchfahren fei, daß der zur Lk ÄÄ^unb 6 er lelbM Ä8U®g Wn ^823'^0^2 ^fift W^iÄ AMEUSLEr Ä Ä" 6 °"sl°s « °s hierbei,^ daß Kläger kurz nach L EfaL nf €tn.2 Priese geboten unb ihm dabei erklärt hab? ei" Verschulden. Dies sei nur der augenbliö M,ch«hen. Infolge des malte der Beklagte aber als haftpfliMg Verteidiger Dr. Dietz: Ich muß die Divergenz zwischen mir ^!i°kalgten erklären. Er stand auch mir nicht Rede und Märkte. Ließen, 23. Juli. Marktberichl. Auf heutigem Wockenmarkte 9nntfl'X-Pr" ra-' t20—1,25 a,t- Hühnereier 1 St. 7-8'Bf6„ 2 ©ter. 00—00 Psg., Ganseeier 10—00 Psg., Enteneier 8 Pfg | pr. Stck. 6—8 Pf., Kasematte 2 Stck. 5-6 Pfg., Erbsen v Pfd 18-^4Psa fö»'°'7ßkfd «sg., Tauben pr.Pe.OM-PoW',Hühn^e^ 1,60 Hahne pr. Stuck 0,80—1,80 Mk., Enten vr ©tiid ^?0^,20 Dtk., Gänse vr. Pfd. 00-00 Pfg., Ochsenfleisch pr Pfd 82—88 Pfg. Kuh-und 9iindfleisch pr. Pfund 80—82 Pfg., Schweiiw Jei^ l’1’* Mund 64—84 Pfg., Schiveinefleisch, gesalzen, pr PfunL 64—849sBf^al^IeiK} pr* 90 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfuist Arsche per Pfund Kartoffeln pr. 100 Kg. JJ“1.2 ^.k-k r Zwiebeln pr. Ztr. 10,00—12,00 Alk., Milch per Lttei 30 Pfg., Kirschen das Pfund 20-25 Pfg., Russe 100 Stück 50-00 Mg-, per Ztr 9-15 Dtk., Weißkraut per Stück 1b-S0Pfg , p« Zentner Alk. 0.00-0.00. - Rtarktzeit von 7-1 Uhr. 127.90 . < 222.70 Telefosimcäi^ Kdarsberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen. . Frankfurter » bom Infanterieregiment 106 wurde nach zweitägige Verbmi^ F^n^00111 ^öerkriegsge-richt wegen Unterdrückung amtlicher Ur- künden zu einem Monsat Gefängnis verurteilt. Der an- Pfeil vom 106. Regiment wurde frei» Qr3501^ Kriegsgericht der 34. Division waren feiner fteü beide Angeklagte freigeiprochen worden. Die Marktpreise für Gieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 22. Juli 1907. Vogel kommt nn Innern Deutschlands nur sehr selten vor <*■ cr ^eit Menschengedenken nicht gesehen. ' . . a rrae ® e f i dj t d) e n. Eine Pfälzerin will ü,. vieriahrigen Buben „die Hos verkloppe." Das Bübdieu reißt auä und schlupft unter die Bettstatt, wo's die Mutter A erreichen kann. Da geht die Mutter zum Vater in die stube und fagt dort zu ihm, et solle den Sünder vorholen «w nun letzterer feinen öater^ unter -bie Bettstatt kriechen sielst S er. „Gelle Vatter, sie läßt Dick) aach net in Ruh?" ' -gr , “ v Referend-ar Lenk: meldete sich noch einmal. Er erklärt' ulm= %lIe j mirk von allen diesen Dingen nichts erzählt. Er hat Höchste Schlachtviehpreise in F r a n k f u r t a. 9)i. Fleischpreise iy Gießen Ochsen Kälber Schweine 50 Kg. Schlachtgewicht 84-87 Mk. V2 Kg.Schlachtgew. 92—95 Pf. Vi " „ 72-73 „ ———-—• 7, Kg. 82—88 Psg. 7- „ 80-90 „ __VL. 64-84 „ Bekanntmachung. Betr.: Philosophenwaldfest am 1. August 1907, aus Anlatz des Universitäts-Jubiläums. Am 1. August d. I. sinder im Philosophenwald eine gesellige Bereinigung sämtlicher Festteilnehmer mit ihren Damen ftMlitärisches DoppelLonzert und dergl.) statt. Das Fest beginnt um 4 Uhr und schließt um 11 Uhr. Freien Zutritt haben alle Personen, die sich durch die offizielle blau-weiße Jubiläums-Fest- schleife ausweisen können. Um aber auch der Bürgerschaft die Teilnahme an dieser festlichen Veranstaltung zu ermöglichen, hat der von der Universität bestellte Feirer und Ordner des Philosophen- waldsestes, Herr Professor Dr. Biermer, eine rot-weiße Spezial seUichleise mit der Aufschrift „Philosophenwaldfefr" in 1500 Exemplaren unfertigen lassen. Inhaber dieser Schleife, die sichtbar zu tragen ist, haben ebenfalls treten Zutritt zum Festplatz und sind herzlich eingeladen. Die Schleife kann vom 27. Juli d. Jö. an gebührenfrei auf der Eroßh. Bürgermeisterei, Zimmer 0tr. 15, gegen Einzeichnung in eine Liste abgedolt werden. Das Musikprogramm ist aus dem Festplatz erhältlich. Zunder unter 12 Jahren haben zum Festplatr keinen Zutritt, andere Müder nur dann, wenn fic ,tn Begleitung Er wachfener erscheinen und unter deren Aufsicht bleiben. Gießen, den 12. Juli 1907. . Großherzogliche Bürgermetsterel Giegen. 2)t e c um. B% Avbeitsvergebung. Die zur Erweiterung der Schüleraborte beim Schulhause in der Schtllerstrasze erforderlichen Erd- und Maurer-, Steilibaner-, Zimmer-, Dachdecker-, Schrciuer- und Weißbindcrarbeiten sollen Freitag den 20. Juli d. I., vormittags ll1/» Uhr, öffentlich vergeben werden. Zeichnungen, Arbeitsbeschrerbung und Bedingungen Kegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Zeitpunkt an uns ernzurelchen. Städtisches Hochbauamt. Gerbet. Bürgerverein Gießen. Montag, den 29. Juli 1907, abends sy8 Nhr im Saale des Hotel Einhorn Allgemeine Rürgerversammkung. Tages-Ordnung: «um UlMrMsjMläuin, Universität uni) Staät Gießen Referent Herr Professor Dr. Sommer. Freie Aussprache. „ v2S'7 Wir laden zu dieser Versammlung die Bürgerschaft Gießens insbesondere unsere Mitglieder nebft Damen freund- lichlt ein. Borstand. = Brennerei-Treber= hat noch abzugeben Giessener Brauhaus und Press- hefe-Fabrik A. & W. Benningiioff. «oo Fahnenstoffe in allen Farben, fertige Fahnen, Wimpeln, Banner etc. offerieren Aug. iislontanus St Co. Jahrhandertfeier der Universität WnüWarten M.ÄÜ'ffiSiS Wiedcrverkäufcr entsprechenden Rabatt. — Für die Tage des Festes werden tüchtige Kolporteure gesucht. 4784 Ai Frees l&ühn Hof- u. Univ.-Buchhandlung. Papierhandlung. [O/t Fertige Fahnen sowie Fahnenstoffe - —i in allen Farben •— • Fahnenstangen, Quasten, Kordel u. Spitzen empfiehlt billigst Jusübms Schulze 35 Pfg. Großherzog von messen rreven^groye i. Dekoratioiisplakate, Femtergehange, Papier- Dskorations-Artikel! Paplersithnchen Dtzd. von 30 Pfg. an, Stofffahnen 20X25 cm gO W Banner, Dekorations- und Hausmhnen. 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Kleinere Schilder sind vorrrätig mit folgendem Eindruck: Quittenmarmolade Grössere Schilder Johannisbeergelee Johannisbeermarmelade Kirschen Kürbis Logansbeergelee Mirabellen Mixpickles Quitten Quittengelee Reineclauden Stachelbeeren Tomaten Tomatenmus Wallnüsse Zuokergurken Zwetschen Apfelgelee Apfelsinenmarmelade Birnen Birnhonig Brombeergelee Dreimus Erdbeeren Erdbeersaft Himbeermarmelade Die im letzten Sommer in den Handel gebrachten Schilder für eingemachte Früchte mit beliebigem Eindruck haben ausserordentlichen Anklang gefunden und sind deshalb wieder angefertigt worden. Die Schilder sind mit jeder gewünschten Aufschrift in beliebigen Mengen zu haben. sind vorrätig mit folgendem kürzester Frist eingedruckt. Brühl’sche Universitäts Aepfel Aprikosen Apfelsinen Bohnen Erbsen Heidelbeeren Nicht aufgeführte Heidelbeersaft Heideibeerwein Himbeersaft Johannisbeeren Johannisbeersaft Johannisbeerwein Bezeichnungen werden Eindruck: Karotten Kirschsaft Pfirsiche Rotkraut Stachelbeerwein Zwetschenmus ohne Preisaufschlag ir Buch- und Steindruckerei Giessen, Schulstrasse 7. Seebäder-Dienst der fämhurg-JImerika-finie von Hamburg«Nordseebädern fetaey Borkum, Juist M Langeoog Cuxhaven MoM Sylt An, M a. Föhr _ , . T . ■ „ « und die bewährten fn'nvs" fahren täglich der neue Turbinen- jp . Schnelldampfer „ LUUiU , Schnelldampfer „WM" „Prinzessin WM". „Silvana“ Abfahrt*. Hamburg St. Pauli Landungsbrücken Werktags 3 co Vm., Sonntags 7 3° Vm Fahrpläne und Fahrkarten bei dem mii-Dlnd ö6i Hmburg-AmBTika-Uiiß, Hamburg 9, Vertreter: b$9/e Lindau & Winterfeld, Seltersweg. Für Eltern I (Meschule, Offenbach a. M Rasch! 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