Nr. 146 Zweites Blatt 157. Jahrgang Dienstag 25. Juni 1907 Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntag-. Die „Sietzener ZamlttenblStler" werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das „Kreist latt für den Kreis Sletzen" zweimal wöchentlich. Der „hessische Landwirt' erscheint monatlich einmal. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Cberheffen Rotationsdruck und Verlag der Vrüblichen Unioerftlätl • Bruch- und vremdruckeret. 9t Laag». Bietzen. Redaktion. Lxvedttwa and Drucker»», Schul- stratze ?. Srpebition und Vertag i E-GO dl. Redaktion: 118. Tell-Adr. ria^eioerBretz«. Ira losen 2lrbeiter durch gesetzliche Maßnahmen und Selbsthülse. Aus dieser wirtschaftlichen Grundlage baut sich dar ungeheuer reich- und vielgestaltige System der geistigen AuswättS- entwicklung der Arbeiter und ih«r Ei.wrdnung in die Gesellschaft aus. Dazu rechnet besonders: i. Tie Bollbcrechtigung der Arbeiter in Reich, Staat und Gemeinden, hauptsächlich durch eine Demokratisierung der Wahlrechte und Heranziehung von Arbeitervertretern zu allen GesetzgebungS-und Verwal- tungsaufgaben. 2. Tie tymgate der vollen Selbstverwaltung aller Einrichtungen, die, wie Arbeiterkammern, Arbcitervrr- sicherung u. a., für die Arbeiter geschaffen sind. 3. Tie durch keinerlei burcaulratische Maßnahmen gestörte Entfaltung des Arbeiter-Genossenschaftswesens. 4. Tie Verbesserung der Schulbildung und erleichterte Benutzung aller B ildu n g S an st a lte n. 6. Tie gleichberechtigte Mitwirkung der Arbeiter bei Festsetzung und Abänderung der Arbeitsbedingungen. 6.Tie fortschreitende Verkürzung der Arbeitszeit, um den Arbeitern die nötige Muße zur vollen Llusnutzung der genannten Freiheiten zu verschaffen. Es sei möglich, daß der Liberalismus wieder große Teile der Arbeiterbewegung und besonders der gelernten Arbeit gewinnen könne, wenn er von seinem Standpunkte aus die Arbeiterbewegung durchdenke, ihr einen vollberechtigten Platz in seinen Reihen lasse und sie bewußt fördere. Ter Liberalismus habe sich im letzten Jahrzehnt mehr und mehr mit der sozialpolitischen Bewegung aus- gesöhnt, seinen rückständigen Standpunkt verlassen und sich den Traditionen seiner bedeutenden Persönlichkeiten genähert. Er müsse auch viel mehr die praktisches Ausübung des Koalitionsrechts als eine notwendige Waffe der Arbeiter erkennen lernen, statt in ihr stets nur eine volkswirtschaftliche-SchäDigung« zu sehen. Tie Arbeiter, tbc zur Sozialdemokratie halten, seien keineswegs alle überzeugte Sozialdemokraten. Tie Sozialdemokratie mache nicht mit dem Hinweis auf den Zukunftsstaat, sondern im eigentlichen"Sinne des Wortes mit den Forderung en des Liberalismus die Wahlen. TaS Ko alitio nsrecht, das Vereins- und Versammlungsrecht, sowie alle bürgerlichen Freiheiten überhaubt seien im wesentlichen dasWerk des Liberalismus. Es müsse dies nur im Volke verbreitet werden. Ter Liberalismus müsse populär werden. Er schließe mit den Worten: Einigkeit, um zu leben. Einigkeit zur wirt- schasllichen Sicherstellung, Einigkeit zur Schaffung politischer und geistiger Freiheit im deutschen Vaterlande. (-L-türrnisch«, lang anhaltender Beifall.) Fabrikant Ko pp-Pirmasens: Ter Umstand, daß ein sehr großer Teil der deutschen Arbeiter den bürgerlichen Parteien feindlich gegenüberstehe, sei geradezu eine nationale Gefahr. Die politische Konstellation erfordere ein einiges deutsches Volk von Patrioten. Deshalb sei es erforderlich, die Arbeiter für diebürgerlichenParteienzirrückzugewinnen. Das Kvalitionsrecht müsse in vollem Umfange gewährt werden. Dafür müssen alle Arbeitgeber eiutreten, auf die Gefahr hin, dadurch Schaden zu erleiden. ES sei eine arge Rüch'tündigkeü, wenn man höhere Lohnforderungen, bessere Arbeitsbedingungen usw. als unberechtigte, anmaßende Forderungen zurückweise. Der Arbeitgeber habe ein großes Interesse (tut gut bezahlten, gut genährten, leistungsfähigen, qualifizierten Arbeitern. Wenn der deutsche Unternehmer feinen Platz auf dem Weltmarkt behaupten wolle, dann müsse er für Erhaltung qualifizierter Arbeiter eintreren. Bedauerlich sei es, daß von sozialdemokratischen Führern höhere Löhne und gleichzeitig verminderte Arbeitsleistung verlangt werden. Ties sei die Ursache sozialer Kämpfe. Diese seien nur durch vollen Ausbau des Kval'tionSrechtes zu bekämpfen. Es müßten soziale Einrichtungen geicliafsen werden, die geeignet seien, alle Klassengegensätze zu beseitigen. Die Sozialdemokratie führe eine — Interessante Nachrichten über die Berufung Adolf HarnacksnachBerlin enthalt das Lebensbild des Marburger Konsistorialrats und Theologieprofessors Ernst Konstantin Ranke, eines Bruders des berühmten Historikers, das seine Tochter, die Gattin des Psychiaters Eduard Hitzig, entworfen hat. „Es sei mir gestattet," heißt es darin, „eine Mitteilung, die Minister v. Goßler mir machte, als im Jahre 1888 Harnaäs Berufung! nach Berlin so heftigen Wider spruch fand, daß sie beinahe zu einer Ministerkrisis geführt hatte, einzufügen: Wissen Sie wohl, wem ich den glücklichen AuSgang dieser Angelegenheit zu verdanken habe? Einzig und allein Ihrem Vater. Als es sich nämlich vor einigen Jahren darum handelte, Harnack nach Preußen (von Gießen nach Marburg- zu berufen, da hatte sich in gewissen Kreisen der gleiche Sturm der Entrüstung dagegen erhoben wie jetzt. Ich selbst, unsicher über die Richtigkeit meines eigenen Urteils, stand der Jraoe unschlüssig gegenüber. Ta kommt Ihr Vater zu mir aufs Ministerium und jetzt mir auseinander, daß und warum es aus wissenschaftlichen Gründen eine Pflicht der Regierung sej, diese Berufung zu vollziehen. Und da habe ich mir denn gesagt: wenn ein Mann wie Ranke sich in seinem Alter auf die Eisenbahn setzt, um mich von beti Haltlosigkeit meiner Vorurteile zu überzeugen, ein Manu, von dem ich weiß, daß er auf einem ganz anderen Standpunkt steht als Harnack, dann kann ich sicher sein: die Berufung ist das Richtige. Und da habe ich Ihren Vater aufgefordert, mir ein. Gutachten über Harnack zu machen, und mit diesem Gutachten in der Tasche bin ich zum ölten Kaiser gegangen und habe durch dieses dessen Zustimmung zu Harnacks Berufung err.icht. Und auch jetzt wiederum habe ich lediglich diesem Gutachten hie Päög- lichkeit seiner Berufung nach Berlin zu vechanken." Fahlchrautz mit einer stimmungsvoll geschilderten „Strand- pattie" recht frische und eigenartige Leistungen geliefert haben. Reizvoll bleibt immer noch Eckenbrecher, der wieder eines seiner nordischen Motive sich gewählt hat. In der Umgebung Berlins hat Kurtzwelly für zwei in Farben und Stimmung trefflich gelungene Herbstbilder aus dun Park von Sanssouci Anregung gefunden. Auch Hochmanns „Abziehendes Gewitter" und Rummelspachers „Sandweg in der Heide" verdienen Beachtung. Von Seebildern seien erwähnt Beckers „Morgen nach dem Sturm", Krochs „Gefährlicher Punkt". Ter Dialer hat hier selbst "manche Gefahr seiner Aufgabe glücklich überwunden. Ganz prächtig ist W e n d e l s „Havelidtzll", zu loben auch Bohrdtö „Ungleiche Konkurrenz". Ich lomme nun auf einiges Unerfreuliche zu sprechen, das sich Die eingangs erwähnten „höheren Genies" geleistet haben. Wir Jüngeren sind vielleicht schon wieder über die Zeit hinweg, da man sich ernsthaft Mühe gab, dem „tieferen Gedanken" des in die Irre gehenden Künstlers nachzuforschen. Es gibt auf Erden viele Tragödien des Daseins — zu den schlimmsten aber gehört wohl die, die Johann Bossard in elf Bildern vorführt. Auch Müllers „Bogenschütze" könnte besser gefallen, wenn der schöne Akt nicht durch die unnötige und häßliche Beigabe von zwei Vampyren beeinträchtigt wäre. To^h hätte ich eine nächtliche Vision gehabt, wie Jülich in seiner „Stillen stäacht", so hätte ich am nächsten Tage ein Verdauungspulver genommen, aber kein Bild gemalt. Ungefähr dasselbe kann auch von Arnolds „Sturm- nacht" gelten. Ra|ch zu etwas Erfreulichem. Zu Peter Janssens beiden reizenden Kinderstudien, Klein-Chevaliers „Fischfang". Bei letzterem könnte freilich die lebhafte und anstrengende Bewegung der Figuren etwas stärker betont sein. Lebenswahr ist auch De t t- mannS Bild „Leute vom Meer" und Eduard Kämpfers Wasserfarbenmalerei, die Breslauer Bürger darstellt bei fröhlicher Kneipe mir -Soldaten Friedrichs des Großen. Ein ganzer Saal ist Arthur Kampfs "gewidmet. Seine Hauptgemälde führen Vorgänge aus dem Leben Ottos I. wirkungsvoll vor Augen. Von großem Interesse sind die zahlreichen Skizzen und Vorstudien. In der P l a st i k beobachtet man mit einigem Vergnügen, wie die Künstler, angeregt durch moderne dramatische und musi5- dramatische Werke, entsprechende Vorwürfe gewählt haben. Für die Betrachtung ist das natürlich eine nicht zu vernachlässigende Herausforderung zum Vergleich. Besonders, roenn die einzelnen Schöpfungen so verschieden aufgefaßt sind wie in der Großen Berliner die salome. Einem psychologischen Zuge dieses interess. Problems werden ja alle Künstler gerecht, am meisten wohl Baumbach, der cs vielleichc am tiefsten und durchdachtesten verarbeitet hat. Auch die verschiedenen Kämpsergruppeir — so haben am Ende die „aufsehenerregenden Ringkämpfe" im Zirkus doch einen kulturellen Wett erhallen — verdienen Beachtung. Als besonders gelungen sind die Arbeiten Pfuhls „Kentaurenkampf des Theseus" und Segers „Kamps" anzusprechen. Ausgezeichnet gefällt Maniguets „Schwertträger", doch ist hier die Anordnungskommission zu tadeln, da sie die Figur so unglücklich in einen Lorbeerbaum Istneinpiazieii ^jt, daß -)-;=> große Publikum sich kaum über den Sinn des trefflichen Werkes klar wird. Eine stille Freude an plastischer Beobachtung und Wiedergabe spricht aus dem anspruchslojen und doch'recht hübschen Werte von A. M. Nielsen. Düs £udj dieses Mal oft vertretene Sujet der Mutt« Mit ihrem Ale erste Tagung des DationaivLreins. n. Heidelberg, 22. Juni. Ter Abendversammlung ging eine Lorstandssitzung voran. In dieser wurden u a. die Preßangriffe, insbesoiürere die der „National-Zeitung", als unberechtigt zurückgewiesen. Der Natwnalverein habe durchaus nicht die Absicht, eine liberale Richtung zu verletzen. Es müsse rede Kritik der Bergungmheit vermieden werden. In der sich anreihenden Mitgliederversammlung gelangte solgende Erllärung einstimmig zur Annahme: „Tie Mitgliederversammlung des Nationalvereins stellt mit Bedauern fest, daß eine nicht sür die Oessentlichkeit bestimmte Aeußerung des Generalsekretärs in der Presse so ausgelegt woroen ist, als ob der Njationalverein eine einseitige Richtung cinzuschlagen gedächte Tie Versammlung hat sich überzeugt, daß mit der crüwähnten Aeußerung kmeswegs eine Herabsetzung einer bestimmten liberalen Partei beabsichtigt war und bittet die Freunde der liberalen Einigung der mißverständlich aufgeffaßten Angelegenheit keine weitere Beachtung zu schenken. Ter Nationialverein kennt kein anderes Ziel, als die Einigung des Gesamtlibevalismus und wird alles vermeiden, was irgend eine der bestehenden liberalen Parteien verletzen könnte." Generalsekretär Tr. Ohr-Tübingen sucht alsdann die Be- benfen zu zerstreuen, die gegen di: Neugründung des Nationalvereins von liberaler Seite erhoben worden seien. Vor allem werde Wert daraus gelegt, die rege Verbindung zwischen den einzelnen Berufsständen und dem Liberalismus zu pflegen. Viele politisch Jntercssiette, die aus irgendwelchen Gründen sich feiner Fraktion onschließcn wollen, aber doch sich zum Liberalismus bekennen, würden sich dem Nationalverein axv- schließen. Ter Rationplverein solle gewissermaßen eine Volks- akadernie für politische Bildung werden. Er solle den politisch-tätigen Liberalen die erforderlichen Kenntnisse vermitteln, die für politische Kümpfe unerläßlich seien. Es empfehle sich, die Führer der politisch-liberalen Aroeiterorganifationen in den rein politischen Vereinen sprechen u lassen und umgekehrt. Prof. Tr. Goetz-Tübing i empfahl eine systematische Einteilung der Einwirkung auf die öffentliche Meinung. Arteitersekretär Erkelenz -Tüsseldorf empfahl Errichtung von Ferienkursen für die politische Ausbildung! und Diskutierklubs. langanhalteiider Beifall.) Landgerichlsyat K u l e m a n n -Braunschweig: Liberal und sozial seien ein und derselbe Grundgedanke. Ec erinnere an das Kaiserwort: Wer wahrhaft liberal sei sei auch sozial. Ter Sozialpolitiker Tr. Freuiid in Berlin habe einmal gefügt: Tic Sozialdemolvatie sei der Klotz am Bein der Arbeiterbewegung. Was habe die Arbeiterbewegung mit dem Llntimonorchismua und der Irreligiosität zu tun'? Tas sei eiuxa dasselbe, als . roenn man beit Beitritt zu viner Aktiengesellschaft vom Besitz roter Haare abhängig machen wollte. (Große Heiterkeit.) Man dürfe sich nicht der Hoffnung bingeben, daß cs gelingen könnte, die Sozialdemokratie aus der Welt zu schaffen. WaS dem Sozialistengesetz nicht gelungen sei, werde auch dem Liberalismus nicht gelingen. Wir leben in der Zett der Interessenvertretungen," deshalb erachte er eine Verschmelzung der Arbeitern mit de ti bürgerlichen Parteien süraus geschlossen. Er halte es aber für möglich, einen großen Verband zu schaffen, der mit liberalem und sozialem Geist erfüllt fei. Dadurch könnte nicht eine Verschmelzung, aber doch eine BundesgenossenschaftzwischendenÄrbeiternund dem bürgerlichen Liberalismus geschaffen werden. Anerkannte sozialdcnwkratische Führer haben ihm zugegeben, daß eine Umwälzung innerhalb der Sozialdemokratie mit Riesenschritten sich vollziehe. Singer habe auf einem Parteitag offen ausgesprochen: Gewisse sozialdenwkratische Forderungen liegen im FamiliewSilberfchrank, die nur bei besoiideren Gelegenheiten der erstaunten Menge gezeigt werden. Bebel klagte auf dem Dresdener Parteitag über dcn Sumpf, in den die Pattei geraten sei. Es sei kein Zweifel, trotz bet Niederlagen der Revisionisten gare es innerhalb der Sozialdemokratie und es beginne sich eine gewaltige Umwälzung zu vollziehen. Notwendig lei eine f € I b ft ä n o t g e Arbeiterpartei, aus dem Boden der heutigen Gesellschaftsordnung zu schaffen. Es sei Aussicht vorhanden, daß aus dem im Oktober ds. Js. in Berlin stattsinden- den Arbeilerkongreß dieser Gedanke praktische Gestaltung erhalten werde. Nicht die Bildung eines politischen Vereins, sondern eine reine Interessenvertretung schwebe ihm vor, vielleicht ähnlich beim Bund der Landwirte. ES wären alle biet ienigen Arbeiter ohne Unterschied ihrer polittschen Patteistellung zusammenzufassen, die nicht auf dem Boden der Sozialdenwkratie stehen. Shir eine reine Arbeiterpartei sei imstande, der Sozial benwFratie dauernd mit Erfolg Konkurrenz zu machen. Wer bet Ansicht sei, daß es einer bürgerlichen Pattei gelingen könnte, der Sozialdemokratie erfolgreich Konkurrenz zu machen, der verkenne das Zwangsgefühl des Klassenbewußtseins. Allerdings liege die Gefahr vor, daß die Mitglieder der neuen Arbeiterpartei in das Fahrwasser der Konservativen und des Zentrums geraten. Wenn aber Der Liberalismus auf der Hut sei, dann werde das verhindert werden und dann werde er sich ein dauerndes Verviensh erwerben. (Stürmischer Beifall.) Nach der Mittagspause nahm das Wott Archivar Dr. Girü (Augsburg): Tie Arbeiterfrage, wie sie von den beiden ersten Kinde wird auf ictec Ausstellung mit großer Liebe und wenig« wechselnder Aufsassur^ behandelt. Echt und ergreifend ist ab« Dörrenbachs „Mutter". In der Architektur wird dem Besucher wenig und viel gezeigt, je nach der Ausfassung. Zum Glück sind die öden und schlechten Nachahmungen der Renaissance, ebenso die einst so verhimmelte, sogenannte „Raumdichtung" gewisser schulen leidlich überwunden. Man besinnt sich doch auf Berücksichtigung der ton*, struktiven und praktischen Bedürfnisse in Stil und Ausführung. Man erlebt ja auch noch Unmöglichkeiten, Verstöße gegen, bte Bauordnung, wie kürzlich im Konkurrenz ausschreiben einer weit verbreiteten Wochenschrift. Doch freut man fich dann umsomehr, roenn man so hübsche, ausführbare und ausgefühcte Arbeiten sieht, wie die verschiedenen Kirchen aus Dörfern und kleinen Städten. Was die anderen, großen Bauten des preußischen Ministeriums der öffentlichen Arbeiten anbelrifft, so wirken sie trotz aller Großartigkeit doch ziemlich eintönig. Es hat sich onc Art Stil herausgebildet, der wenig zu variieren scheint: man könnte ihn etwa als „königlichen Barock" bezeichnen. Hierzu rechnen verschiedene der Amtsgerichtsgebäude und ähnliches. Ein Fehler, in den manche der ausstellenden Architekten und Hochbauer immer noch b «fallen, ist die Bildchemnalerei zum Zweck einer möglichst effektvollen Darstellung des Bauwerks. Ter Laie wird dadurch getäuscht, für den Kenner ist sie überflüssig. Von den beiden Entwürfen zu einem Hamburger Massetturm wird ein stämmiger roter Ziegelbau als der einzig brauchbare gelten müssen. Klaus von Dechend. Bon der Großen Berliner Ausstellung. Man schreibt uns aus Berlin: Mer mit einiger Siebe und guter Absicht die Große Künstausstellung befudit, wer sich Mühe gibt, das Gute zu finden und nicht mit hem Wertlosen zugleich das Schöne verwirft, der wird bald sehen, daß sein suchen belohnt wird. Freilich Unerfreuliches gibt es genug; Bilder, die einem sensationslüsternen Publikum zu Ge allen gemalt wurden, solche, die einer ewig unfruchtbaren Phantasie entsprungen sind und immer wieder dasselbe abgedroschene Thema bieten, und wiederum so „phantasiereiche", daß man ichon tau Ueberspanntheit leiden muß, um sie zu verstehen. Bei einer Ausstellung aber, die weit über 2000 Werke enthält, fallen etliche Dutzend schlechte Bilder nicht ins Gewicht. Leider ist es ein wenig Mode, jedes Jahr zu dem „ganz selbständigen" Urteil zu gelangen: „Mit der Kunst geht es rapid abrourtd!" Der illustrierte Katalog bietet dem Besucher eine ganz brauchbare Hülfe. Ist die Reproduktion der Bilder auch ziemlich mangelhaft, so bezweckt sie ja weiter nichts, als auf besonders beachtenS- loerte Schöpfungen aufmerksam zu machen oder sie in die Er- iitnerung zu».ückzurufen. Die übersichtliche Aiwrdnung erspatt dem Beschauer unnötige Zeit. In beit Sälen lierrfcht das gewohnte Leben und Treiben: Vor grellen, ausfallenden Bildern drängt sich die Menge: manch schönes still bescheidenes Werk geht der Allgemeinl>eit verloren. Zwischendurch stteifen ein paar Kritiker mit Notizbuch und Bleistift. v, . ! 1 Ein Zug, der sich an tau ausgestellten Bildern immer mehr bemerkbar macht,^ist der, daß auch die älteren Künstler manches von der Rezession angenommen hoben. Besonders auffällig ist dies bei einer Reihe von Attstudten, denen durch Frellicht und verwandte, gelungene Beleuchtungseffekte eine gute Wirkung gesichert wird. Freilich? hat sich auch ein ansehnliches Teil Verfehltes mit dem Guten eingeschlichen — besonders macht sich da-.' tn der Schwarzweißkunit breit — doch steh: zu hoffen, daß Die Kunst das Ihigefunte mit ter Zeit ab streifen wird. Tie Plastik findet noch immer nicht bie rechte Würdigung beim Publikum. Wir hotten eine junge Malerin lagen: „Wozu die vielen Plastiken aus Den Kunstausstellungen herumflehen, tu mir auch nicht ganz klar. Ansehen tut sie doch keiner." Etwas hart, nicht ganz frei von „Konkurrenzneid", aber ziemlich zutreffend. Doch zunächst von den Gemälden. Die gekrönten Häupter aus beutfdjen Landen haben keinen Grund, über ihre Porträts allzu glücklich sein. Besonders Luitpold von Batern. Mit 92eil> werden sie — wenn ihnen überhaupt etwas daran liegt, immev wieder gemalt zu werten — auf ihren schwedischen, glücklicheren Nachbar blicken. Technisch zwar nicht das hervvttageiidste, doch ausgezeichnet in ter Charakterisierung ist das Portrüt des Oter- bürgermeistets te Nys. Dasselbe gilt auch von dem trefflichen Porträr des Berliner Komik.rs Guido Thielscher. Auch die Schwarzweißiunst lieferte einige hübsche Porträts, unter tenen besonders Schmutzers Radierungen aufsallen. Ueb« Makarts „Fürstin von Bülow" zu sprechen, erübrigt sich wohl. Das Bild ist rühmlich bekannt. . Tie Ausbeute, die ter Besucher sich für dieses Mal ut ter Landschaft erhoffte, entspricht nicht ganz den Erwartungen. Auch hier müssen wir wohl den Schweden weichen, von denen SchulLbkxL ßtu seines ^VeMMtten Sennhütten" Md Heidelberg, 23. Juni. In der heute sortgesetzien Mitgiiedervett'ammlung wurde nach lang« Erörterung beschlossen, den Verein zu nennen: Ratianalverein sür das liberale Deutschland. Ein Anttag auf Ausschließung ter Frauen als Mitglied« wurde abgelehnt. Es wurde alsdann beschlossen: 1. den Vorstand wiederzuwählcn und durch Zuivahlen zu ergänzen; 2. den geschäfls- iährenden Ausschuß bis zur nächsten Tagung fortwirken zu lassen; 3. Ortsgruppen werten nicht gegründet; 4. Einzelmitglieber und politische Vmbändc können sich anschließen. Tie heutige öfsentliche Versammlung beschäftigte sich mit ter Arbeiterfrage. Arbeitersekretär Erkelenz- Düsseldorf besurwottete folgende Leitsätze: 1. Dauernde Sicherung der ArbeitSverHaltnisse der aualisizimten Arbeiter auf den Stand, den sie tväh- rend guter GcschäslszeiLen erreichen (Tarifverträge-. 2. Tic Arbeiter, die sich noch m ungünstiger wirtschaftlicher Sage befinden, sowie die Arbeiterinnen sind möglichst nahe an die qualifizierten Arbeiter heranzuüringen. 3. - Fortschreitende Verbesserungen der Arbeitsbedingungen aller Arbeiter, zum mindesten im E i n k l a n g mit den sich st e i g e r n d e n ll n t e r n e h m e r - gewinnen und dem zunehmenden Kapitalreichtum Teutsch- icmds. 4. Wesenlliche Ausdehnung ter Fürsorge für den gefährliche Politck. ii.s habe auch n.cht den Anick>eui, daß in abfeh- nke^i, invaliden und a l iejt, sowie für den arbeits - Barer Zeit ter Reviiwnisinus in ter Sozialdemokratie zur Herrschaft gelangen roerbe Deshalb müsse mit allen K rasten die Sozialdemokratie be känipst werden. Ter Sik bcralismus dürfe nicht eine Klaffe bevorzugen, er. müsse ab« die berechtigten Forderungen ter Arbeiter vollinhaltlich anerkennen und für ihre Durchführung tätig '"ein. Nicht durch Zuchthausgesetze, und staatliche Maßnahmen, nicht durch Ausnahmegesetze unb' Scharfmacherpoliuk fei die Sozialdemoiratie zu bekämpfen, fon- tem durch Erfüllung ter berechtigten Forderungen der Arbeit« und durch walwhfift literale Einrichtungen, Hebung ter Volksbildung usw. Aus ter anderen Seite seien die Internationalitctt, die reuolutionaren Endziele und die Schnürung der Klassengeaen- sätze in die Schranken zu Derweilen Nur durch friedliches ZusammenarbeitenderArbeitermit dem Bürgertum zwecks Erzielung teilet« sozialer Einrichtungen auf bem Boden ter heutigen Gefellichailsvrouurtg, foroie zwecks Erkämpfung größtmöglich« politisch« und Geistesfteiheit fei beii^ Arbeitern zu Helsen und ter soziale Frieden herbeizufühven. (Stürmisch« eigenen Parteigenossen aus der Arbeiterin gliedern. hingegen sogar über 2200 Mark. Die Höhe der Ver- A Eingejan-e. 'JJinvl 12 531 abschließt, gutgchciszcn. Ziach dein ijcmein süc die Einladung und gibt dem Wunsch guten Beziehungen zwischen der öffent- nüt einem Hoch aus Gl äs sing dankt als (Für Form und Jnha^ . übernimmt die Redmr. arbeitet hat. Tas V:remsvermögen hat Ltark 9000 erhöht, so daß es jetzt über trägt. Ec schloß Bürgermeister Dr. Armcnocrivaltung Ausdruck, daß die . jiubrif stehenden Artikel r.m gegenüber keinerlei sich wieder um Mark 80 000 be- den Großherzog. Chef der städt. 'Referenten vertreten worben, sei eine nationale Frage, an der jeder Liberale gern mitarbeiten wolle. Dagegen müsse er sich ganz entschieden gegen den Vorschlag des Landgerichtsrats Ktilemann wenden, eine selbständige Arbeiterpartei nach dem Muster des Bundes der Landwirte zu bilden. Tie Arbeiter können sich ja organisieren, sie müssen sich aber, ähnlich den Jungliberalen, a n d i e l i b e r a l e n O r g a n i s a t i o n e n Spielplan des Großherzogt. Kurhaus-Theaters Bad-Nauheim. Direktion Hermann S t e i n g o e 11 e r. Mittwoch den 26. Juni: „Charleys Tante/ Schwank in vier Akten von Brandon Thomas. Freitag den 28. Juni: Unter Mil- Wirkung der RurfapcUe: „Die Geisha." Cpcrette in drei Akten von Sidney Jones. Samstag den 29. Ium: .Der Schlafwagen» kontrolleur." Schwank in drei Akten von Alex. Bissau. schäft würden sagen: Ihr wollt uns durch den Kulcmannschen Vorschlag nur Abstößen, um rjiccer freie Bahn für Eure eonberw bestrebungen zu haben. Er sei der Ansicht, das; durch die Gewerkschaften der Revisionismus in der Sozialdemokratie sehr bald großen Einfluß gewinnen werde. Wer aber erwägt, daß der Revisionist v. Vollmar Bayern an den Ultramontanismus ausgeliefert habe, werde zum Revisionismus nicht Vertrauen haben. Tie Arbeiter, die auf dem Boden des Liberalismus stehen, sollen innerhalb der liberalen Organisationen gleichberechtigte Mitarbeiter fein. Es sei fein Zweifel, daß dies im Interesse der deutschen Arbeiterschaft liege. Professor Dr. Hummel (Karlsruhe): Der Nationalverein würde sich ein großes Verdienst erwerben, wenn er auch für die geistigen Arbeiter einträte. Arbeitevftkcetär Balzer (Kaiserslautern) bezeichnete es als Nachteil der Arbeiterschsaft, wenn man den Vorschlag des Landgerichtsrats Külemjann aüssühren wollte. Tie Arbeiter haben mitten bürgerlichen Klassen viele gemeinsame Interessen, so daß sie ein gutS1 ückWeges zusammengehen können. Wenn der Liberalismus die Arbeiter zurück- geroinnen wolle, dann dürfe cs nicht bei Worten bleiben, sondern es müsse nachhaltige Arbeit, und zwar gemeinschaftliche Arbeit, getan werden. Arbeiter Theilhaber (München,: In Bayern, der Pfalz usw. sei ernt ganze Reihe Arbeitervereine gegründet worden, die auf dem Boden der liberalen Blockpartei stehen Tie Arbeiter wollen in Gemeinschaft mit dem Liberalismus kämpfen Rechtsanwalt Tr. Haa s^(Karlsruhe : Es sei selbstverständlich,. daß die Angriffe der Sozialdemokratie abgewiesen werden müssen. Bei einer Stichwahl zwischen einem Sozialdemokraten und Zentrumsmann müsse man aber unbedingt für den Sozialdemokraten eintreten. (Be.still und heftiger Widerspruch.) Er wisse sehr wohl, daß die^Sozialdemokraten vielfach das Zentrum unterstützt haben. Tie Sezialdemotraten tonnen aber mit Recht lagen: Ihr Liberalen habt mehrfach bei Stichwahlen die Reaktion unterstützt. (Beifall und Widerspruch.) Es dürfe nicht vergessen werden, daß die liberale Blockpartei cs sich zur Hauptaufgabe gestellt habe, die Reaktion zu bekämpfen. «.Beifall und Widerspruch.) Nach noch längerer Besprechung gelangte folgende Erklärung einstimmig zur Annahme: „Tie Versammlung ist überzeugt, daß die führende Mitwirkung an der Losung der Arbeiterfrage zur Zeit eme Haupt iausgabe des Liberalismus ist, und erwartet, daß der National verein in der Arbeiterfrage ein wesentliches Feld seiner Betätigung erblickt." .Damit war die Tagung beendet. politische Lagesscharr. Boa der Eisenbahntaris-„Reform". Wohl im Anschluß an den Artikel von Prof. Engel in unserer Nr. 142 wird uns aus unserem Leserkreise geschrieben: Bei der in so mannigfacher Beziehung einer abfälligen Kritik-, unterliegenden Reform der Eisenbahnlarife gibt namentlich auch die Berechnung des früheren Freigepäcks von 25 Ko. für nahe Entfernungen Anlaß zur Beschwerde. Bis 50 Km. ist der Tarif 0,20 und darüber bis zu 300 Km. 0,50 Mk. Liegt darin nicht eine Härte, von der namentlich der Geschäftsreisende schwer getroffen wird ? DaS allgemeine Interesse erheischt, daß eine stufenweise Erhöhung der Sätze zur alsbaldigen Einführung kommt, ivas man schon am grünen Tisch als dem Verkehrsinleresse dienlicher hatte erachten können. Alan führe nachstehende Progression als mildere Maßregel, die — zumal es sich nm s rüh eres Frei g e p ä ck handelt — He erregten Gemüter versöhnlicher zu slinimen geeignet ist: a) 25 Ko. — 50 Km. 0,20 die zuständige Behörde ist also bereits im Gange. Herr B. ist ohne Unterbrechung nach wie vor im dem Geschäft des Herrn Gever tätig; er ist weder entlassen noch grob an gefahren worden. Alles purer Schwindel! Tatsache ist, daß, als der Geselle sich abfällig über den Wert der Anmeldung der Verletzung äußerte, Herr Geyer auf der Anmeldung bestand — doch nur zum Besten des Arbeiters. Also ist Zeder Satz der Ooerb. Volksztg. unwahr. Erstunken und erlogen! Und das alles zu dem edlen Zweck der „Aufklärung" der Arbeiter, schöne Aukklärung durch freches Belügen der Leser: Und solche erbärmlichen Ehrabschneider wollen Don „moralischer Verkommenheit der Bourgeois" reden! Pharisäer und Heuchler! Zu bedauern lind nur die Leute, die den Unsinn lesen und glauben. Tie Quintessenz des ganzen Machwerks ist die: Tretet in den Verband! Ter Zweck heiligt nun auch bei den Roten die Mittel: w i e man die Arbeiter in den Verband bringt, ist egal — die Wahrheit spielt hier keine Rolle. Und dabei weiß die Oberhess. VolLztg. immer so rührend von Wahrheit, Freiheit und Recht zu schwäruien. Leider hat sie doppelte Moral: sie tut, ,al]"o das, ivas sie nicht müde 'wird, der verrotteten bürgerlichen Gesellschaft vorzuwerfen. — Was nun den Schreiber des Artikels aiilangt, so ist es vermutlich immer derselbe Schmierfink, der die tendenziös gefärbten Artikel aus Alsfeld seinem Leibblatt als lautere Wahrheit vorse^t. Ob die Volkszeitung den Braven jetzt von ihren Rockschößen abschüttelt? Mir werden ja sehen. — Uebrigens hat Herr Geyer wegen der groben Beleidigung und ö ffe nl l i ch en Be rü ch t l i ch m a ch u n g seiner Person StrafantraggegendasVlatt gestellt. Tas ist eil) Akt der Notwehr, dem man nur lebhaft beipflichten kann. Vermischte». • Die Tat eines Wahnsinnigen. Das am Eingänge des TauerntnnnelS gelegene Dorf Böckenstein war der Schauplatz entsetzlicher Taten. Mehrere Gäste saßen in einem Gasthaus friedlich beisammen, als plötzlich der kroatische Bahnarbeiter Vukelic aufsprang, die Lampe zu Boden schlug und wie rasend auf seine Tischgenossen mit einem schweren Stocke loszuschlagen begann, wodurch alle sehr schwere Verletzungen erlitten. Darauf stürzte Vukelic aus dem Gast- zimmcr und zertrümmerte einem ihm entgegenkommenden Manne den Schädel, sodaß er tot zu Boden sank. Einem Krainer stieß er einen Dolch mit solcher Gewalt in den Rücken, daß der Getroffene sofort verschied. Dann erst konnte der Wahnsinnige gebändigt und m Gewahrsam gebracht werden. * D ie Havannas werden teurer. In den großen Tabakfabriken in Havanna sind seit Mitte März die Arbeiter im Ailsstand, und wenn nicht bald eine Einigung zustande kommt, ivird ein erheblicher Mangel an Vorrat und infolgedessen eine bedeutende Steigerung der Preise für Havannazigarren eintreten. Zudem ivar die Ernte des vorigen Jahres schlecht und die Ernte in diesein Frühling war eher noch schlechter, so daß die Aussichten für Raucher sehr trübe sind. * Kleine Tag cschro nist In Metz erschoß sich auf dem Militärschießstand Leutnant Böhner vom 8. bayrischen Infanterieregiment. Tas Motiv der Tat ist unbekannt. — Das Torf Micheldorf (Steiermark) ist durch einen Brand fast vollständig vernichtet worden. Auch die Ortschaft Trazendorf wurde von einer Feuersbrunst heimgesucht und saft gänzlich zerstört. Drei Familienväter sind in Den Flammen u m geko m m e n. — Im Bade Meinberg in Lippe stieß ein Auto m i l mit dem Gespann des Prinzen Leopold ju Lippe, des Onkels des regierenden Fürsten, zusammen. Ter Inhaber des Automobils wurde schwer verletzt, ferner wurde von dem Gcspamr des Prinzen ein Pferd getötet. Prinz Leopold und die Insassen seines Wagens blieben unverletzt. — In Arnstadt wurde der Postschaffner Kühr durch Ueberfahren getötet. Vermutliche Ursache ist eigenes Verschulden.— Ans Sfaöt und Land. Abdruck nuferer durch Korrefpondcnzzeichcu keuutlich gc° ruachteu Lrgiualartikel ist nur unter genauer Quellenangabe (Gteß. Anz.) gestaltet. Gießen, den 25. Juni. ** Von der Landesuniversität. Der Verlags- buchhändler Alfred Töpclmann hier hat in dankcnslvertor Weise seine theologischen Verlagswerle der Bibliothek des Theologischen Seminars als Geschenk überlassen. △ Butzbach, 23. Juni. In der dieser Tage hier abgehalteucn außerordentlichen Generalversammlung der sog. Pfe nn t gsparkasse, die durch die bekannten Unterschlagungen des früheren Rechners schiver gelitten hatte, wurde über die Aufnahme von 14 weiteren Stammeinlegern abgestimmt. Das beschränkt haftende Kapital der Kasse ist hierdurch um 7000 Mark erhöht worden. Ferner erfuhren die Satzungen bezüglich der Befugnis des Rechners Einschränkungen, die ihm die Geschäftsführung nur in Gemeinschaft mit dem Kontrolleur gestatten. — Als eine erfreuliche Tatsache konnte festgestellt werden, daß die Kasse wieder das Vertrauen der hiesigen Einwohnerschaft zurückgewonnen hat. Die wöchentlichen Einlagen schwankten seither zwischen 1500 und 1600 Mark. Die Einlagen der letzten Woche betrugen h0"6 bi- . Sitzung des Provinzial-Ausschuffes. Gießen, 22. Juni 1907. Die Sache: Beschwerde des Apothekers Welcker und Genossen gegen den Müller Heinrich Wagner IV. zu Allendorf a. Lda. hat den Provinzialausschuß schon zu wiederholten Malen beschäftigt. Müller H. Wagner hatte den bei der regelmäßigen Reinigung des Mühlgrabens sich ergebenden Aushub aus die Grundstücke der Beschwerdeführer und auch auf einen öffentlichen Weg gelagert, ohne für seine Wegschaffung Sorge zu tragen. Tie Anlieger erhoben hiergegen Beschwerde, über die vor den ordentlichen Gerichten entschieden ivurde. Wegen des öffentlichen Wegs jedoch erlies; das Großh. Kreisamt Gießen an Wagner einen Polizeibefehl, wonach dieser für die Zukunft wegen des Zeitpunktes der Reinigung des Mühlgrabens, wegen des Platzes für die Lagerung des Aushubes und der Frist für seine Fort- schafsung den Weisungen der Großh. Bürgermeisterei Allendorf Folge zu leisten habe. Hiergegen ließ Wagner durch seinen Anwalt Beschwerde verfolgen, indem er sich darauf berief, daß er das Recht zur Lagerung des Aushubs durch unvordenkliche Verjährung erworben habe. Der Provinzialausschuß änderte heute den Polizeibefehl dahin ab, daß Wagner für die Zukunft wegen des Zeitpunktes der Reinigung des Mühlgrabens sich mit Großh. Bürgermeisterei Allendorf zu verständigen und wegen der Art der Lagerung des Aushubs auf dem neben dem Mühlgraben her- ziehenden Fußpfad und der Frist für die Fortschassung des Aushubs von diesem Fußpfad den Weisungen der Großh. Bürgermeisterei Folge zu leisten habe. Ter zweite Punkt der Tagesordnung: Ablösung der siskalischen Jagdberechtigung in dem Pohlgönfer Gemeinde- und Kirch- gönser Gesellschasiswald „Bodenhardt" wurde auf Antrag einer der Parteien vertagt. Der Klage des Ortsarmenverbandes Gießen gegen den Landarmenverband Gießen wegen Unterstützung des F. I. Rasche von Schwetz lag die Tatsache zugrunde, daß diesem ein Paar Schuhe verabfolgt werden mußten, wofür der Orls- armenverband bei dem Landarmenverband Ersatz verlangte, da der Unterstützte landarm war. Der Landarmenverband verweigerte den Ersatz aus prinzipiellen Gründen, indem er ausführte, daß der Unterstützte nicht hilfsbedürftig gewesen sei und daß das Verabfolgen von neuen Schuhen an Nichtbedürftige diese veranlasse, sie bei dem nächsten Althändler gegen gebrauchte umzutauschen und sich den Mehrwert herauszahlen zu lassen. Um diesem Mißbrauch zu steuern, müsse der Ortsarmenverband Vorsorge treffen. Nachdem der Vertreter des Ortsarmenverbandes heute nachgewiesen hatte, daß in der Tat Hilfsbedürftigkeit Dor - gelegen habe, und der Ärmenverband alles tue, um einem Mißbrauch vorzubeugen, gab der Provinzialausschutz der Klage statt, indem er den Landarmenverband zur Zahlung des angeforderten Betrages sowie der Kosten des Verfahrens verurteilte. ja».» F-st-ss-n w.-d Antrag Mäht rin. "" gewählt, die die Satzungen des GejamtvercmZ den heutigent Rudolf Schlosser-Darmstadt. Vcrhältniffen onpaßt. Hieratif wird der Verteilungsplan für die Pflegcgelder für 1907/08 betr. der Aufnahme von Halbwaisen in Pflege de§ Vereins genehmigt. Als Ort der nächsten Tagung ivird Mainz gewählt. Schrapenborg. Mainz wird in Anerkennung seiner Verdienste zum Ehrenpräsidenten ernannt. Ein hübsch verlaufenes Gartenfest bildete den Schluß der Veranstaltung. Bi u®*”: Ei Ei, b) , , 51— 75 „ 0.30 c) , , 76-100 „ 0.40 d) „ v 101-300 „ 0.50 ober Einführung einer mittleren Stufe bis zu 75 Km. mit 35 Psg. Taxe. Tann würde die Fiskalität nicht allzusehr hervortreten, Aber auch dieser Punkt hat seine konusche Seite, iuic so manch andere, jüngft von Professor Engel beleuchtete Tarismaßregel. Man braucht nicht grobe ein besonders findiger Reisende zu fein, um bei Entfernungen unter 100 Km. den 50 Pfg.-Satz zu umgehen. Besonders nahe liegt es bei Bahnübergängen, wo 'meistens ausreichende Zeit gegeben ist, sich einen" zweiten Fahrschein unter 50 K m. zu lösen, um mit 2x20 Psg. für die 25 Kg. Gepäck auszukommen. Man bedenke, zu welcher kolossalen Belästigung bei Beamten es führen muß, wenn die aufs Schwerste gekränkte Reisewelt auch nur zu einem Teile zu dieser erlaubten Selbsthülse greifen wollte. Einsender hat es sich zum Grundsatz gemacht, nach Möglichkeit von der kleinen Unbequemlichkeit abzusehen, um dem allzu begehrlichen Fiskus diese Nase zu drehen. zinsuug der Einlagen wird für die Folge alljährlich in der Generalversammlung bestimmt. Lauterbach, 22. Juni. Unsere Hochdruckwasserleitung ist nunmehr fertiggestcllt. Auf Einladung begaben sich gestern nachmittag um 5 Uhr die Mitglieder des Gemeinderats, Rittmeister Baron Hans von Rtedesel zu Eisenbach und die Vorstandsmitglieder der Feuerwehr, des Gewerbevereins, deS Handelsvereins, des Turnvereins, sowie der Neichsbanknevenstcllc und andere Interessenten nach dem Hochbehälter am Eichkopf. Bürgermeister Stöpler erklärte die Einzelheiten des Werkes. Der Hochbehälter liegt 333 m über dem Meere, der Burghof 300 m, die Cent 309 m. Tie Quellen am Ensert liefern jetzt täglich 180 cbm Wasser. Man begab sich dann nach txm Burghof, wo mit Hülfe eines an den Hydrant angeschraubten Schlauchs bewiesen wurde, daß der Druck des Wassers reicht, dasselbe bis über den Dachfirst des Burgschlosses zu treiben. Die Feier fand ihren Abschluß im Wirtschastsgarten Felsen- keller des Burgivirtshauses. Forstrat Eule seid wies in einer Ansprache auf die großen Verdienste unseres Bürgermeisters Stöpler hin, der durch den Erwerb der Grabeu- wiesen-Wasserleitung und jetzt durch den Bau der Hochleitung einen neuen Baustein zu einem bleibenden Denkmale für sich herbeigetragen habe. In das auf ihn ausgebrachte Hoch stimmten alle Anwesenden lebhaft ein. Bürgermeister Stöpler schilderte daraufhin den Werdegang der Wasserversorgungsfrage unserer Stadt von den 1860er Jahren an bis zum heutigen Tage und hob insbesondere das Verdienst der Freiherren Riedescl hervor, denn von diesen wurde die erste Wasserleitung an die Stadt käuflich zu aniiehmbarein Preise abgetreten. Sein Hoch galt den Freiherren Riedesel und deren Verwaltung. Rittmeister Riedesel dankte für die freundlichen Worte. (Laut. Anz.) sd. Darmstadt, 23. Juni. Die 15. Lanbesvcrsamm- lung des H c ss isch e n F e ch tv e r e ins W a ise nsch u tz tagte heute hier, zu der aus Oberhessen die Zweigvereine Butzbach, Gießen und Gamdach Vertreter entsendet, als Vertreter der Stadt Darmstadt war Bürgermeister Dr. Glässing anwesend. Der Vorsitzende Gürtlermeister Horn-Mainz gedachte zunächst des aus Krankheitsrücksichten zurückgetreteneu seitherigen Vorsitzenden Schrapenborg-Mainz, der den Verein vor 15 Jahren gegründet hatte und gab bann einen kurzen Geschäftsbericht, aus dem hervorgeht, daß der Verein and) im lausenden Jahre sich gut entwickelt und mit Erfolg geliehen und der privaten Waisenpflege, die sich im Interesse auch der Halbwaisen gegenseitig ergänzen müssen, auf die Sauer erhalten bleibe. Er hofft, daß der Verein zur Erreichung der hohen und idealen Ziele aiich fernerhin wachse und gedeihe. Ter Vorsitzende Burggraf bringt bann em Schreiben des Staatsnunisters Ewald zur Verlesung, der am Erscheinen verhindert isr. Kassier Degenhardt bringt bann den Rechenschaftsbericht, der in Einnahme unb Ausgabe mit Mark 12 531 abschließt und es wird ihm Euilastung erteilt. Auch die Berichte des Preß-Ausschusses, des Landes- gewerbe-Aussd)usscs, soivie der Kalender-Kommission werden gutgehcißen. Als Präsident wird hierauf definitiv Horn- Mamz gewählt, Beiräte werden u. a. Frank-Butzbach und Siövcr-Gießen. Tann rvird noch der Voranschlag, der mit Wie's dem Arbeiter ergeht. In der Alsfelder „Oberhess. Zig." lesen wir: Mies dem Arbeiter geht, erfährt man wieder eiiv mal flus der Offcnbacfcr „Oberhessischen" Volks-Ztg. Tas biedere Blatt erzählt: „Wies dem Arbeiter geht. In einem Alsfelder Möbel- und Klaviergeschäft hatten kürzlich ein anfangs der 30 er Jahre stehender Geselle und ein Lehrling ein Klavier zn transportieren. Bei dem Heben des schweren Stückes muß sich der Schreinergeselle, überanstrengt haben, er spürte Schmerzen und ließ sich deshalb vom Arzte untersuchen. Tiefer stellte einen Nabelbrum fest, weshalb der Geselle seinen Meister ersuchte, diesen Uniali anzumelden. Anstatt dies zu tun, fuhr der Meister seinen Gesellen grob pn und sagte ihm u. a.: „Du bist wohl auch einer von denen, die den Stchat und die Kassen ausnützen wollen?" Ten Unfall meldete er aber nicht,an. Vergangene Woche schickte nun der ehrenwerte Meister den Gesellen fort, der schon 15 Jahre bei ihm arbeitet, jetzt ,aoer iuwlge jenes Unfalles die Arbeit nicht mehr so wie früher verrichten Fann. W.as soll nun der arme Teufel von Schreinergeselle anfangen, er hat Familie, ist krank, und nun arbeitslos. Wfüre er im Verbände, so hätte er wenigstens! eine Stütze: leider sind aber hier in Alsfeld die Arbeiter iwch weit zurück und haben ihre Lage noch nicht ernannt An diesem Falle sollten die Arbeiter lernen, wie notwendig der Zusammenschluß i)t. Arbeiter von Alsfeld und Umgegend wacht endlich auf! Schließt Euch den gewerkschaftlichen Organisationen an, berat nur dadurch ist es möglich, die Mißstände zu beseitigen." So etwas ist empörend! Ja, so ein Unternehmer ist manchmal schon gar kein Mensch mehr. Weit sollte so ivas nicht rühren! Nur schade, daß die ganze Geschichte von A bis Z erlogen ist. Wie Herr R. Geyer — nm diesen Herrn handelt ■ es sich in dem Artikel - - uns mitteilt, bat sich die Sache so zugetragen: Zwei Gesellen (nicht ein Geselle unb ein Lehrling, waren ,am 18. Mai unter Leitung des Herrn Geyer mit dun Transport eines Klaviers beschäftigt. Eilt paar Tag.' später (nicht sofort nachdem Transport- spürte einer der Gesellen, Hcri Biirdewald, Schmerzen im Leib und ließ sich daraufhin unten"udjcn. Ter Arzt stellte einen leichten Nabelbruch fes. gab aber der Ansicht Ausdruck, daß derselbe wahrscheinlich nicht uom Klaviertstansport herrühre, sondern daß Herr B. schon vor her für einen Nabelbrnch veranlagt war. Herr B. in >chi • nu: feinem Arbeitgeber nicht sofort Mitteilung von dem Bruch, sondern erst am 3. Juni. Nach die i Mitteilung e.s G 1 11 en a. öcit Arbeitgeber hat letzterer uaaj Rücksprache mit dem Ärzt die Verletzung yir Anmeldung die tLrtedigung be$ Sache durch Verantwortung.) Tein Ginfenber in Sachen „Wartburg-Buchhandlung" sei hiermit entgegnet: 1. Ich hätte wirklich nicht geglaubt, daß der „leider ungenannte Herr Einsender" auf meine nut voller Namensunterschrüt gegebenen Antwort auo ny m erwidern ivürde. 2. Tie Beweise fiir die Rolwendigkeil der Kolportage auf dem Land dürsten die große Oeffemllchkeit schwerlich nuereffieren. Ter Herr Einsender kann sie sich bei nur persönlich jeDer Zeit holen. 3. Was die Unkosten anlangt, so wünsche ich, der Anonymlis behielte Recht nut feinem Ansatz von nur 10 000 Mark. Wir selbst berechnen sie etwas höher, da die Kolportage stets Zuschüsse erfordert. Eben deshalb brauchen wir ja auch die Buchhandlung: nicht als Selbstziveck, sondern um die Mittel zur Kolportage zu erarbeiten. Zur Beruhigung des Anonymus hier noch eine Stelle ans einem gegen uns gerichteten Artikel der „Buchhandlerzeituug": „Tie neue Buchhandlung muß prosperieren. Zahlt sie doch von vorneljerciii fast sämtliche Geistlichen des Großherzogtums zu ihren Abnehmern." „Em nichtiger Buchhändler zur Leitung der Geschäfte ist bereits auserwählt . . . und so muß das Unteniehmen blühen unb gedeihen." 4. Am die anonymen Teklamattoiien einzugehen über das, was dem Piarrstaud ziemt und was nicht, ist selbstverständlich V Singer (So. Versammlung de Höhung des Gi Änderung der beschloßen morde kapitals ist erfol lcagt Mk. 15 00 Haber lautende 2 den zum Parikm B ist erfolgt. ließen, den a,. 3m Handel Armen gelöst 7 Gerh. Bötz, 0) Lesters und s ließen, der g, *£ I“ IbisW i WH, i*S»S »77 L 19"’.' mimt, »u ® DsmnnLMsc Solei Prinz » %„i 1906 imi< M der P°Ist° »ie« üdergegon! 8m*rt ,H°telP ■t Me«: Sie 1907 durch den 2 Sitae erloschen: Herder seitherige! Gießen: Die tau. Die Fmnc latz z« Tteinbo «rlegt. 11. Eri lasten und Ins Lhallnr fr. ist de vMr handelsges 12. Gebrüder j fiorbentn Gcsellsch geb. SameL in i 1907 eingetreten, mann Ignatz Ps fura erteilt. 14. Eifentvaren-Gr Adolf Klein, ®i 15. Ludwig Ke her Ludwig Ko Emmy Kohlerm Richter zu 0i Ehefrau ist erst deppeler & N Mdet t MM au§ u Teilhaber Oüo punfte an M Meyer Ehefrau Gießen, de Gewerbebank zu Giessen der Giessen, 21. Mai 1907, Der Vorstand der Gewerbebank zn Giessen. M o e s e r. Walther. Loos. D-/. io Seife A. Salomon A Cie. Pianola zu Mk. 1250, Phonola zu Mk. 950 B”/* B"/e Bekanntmachung Seltersweg 91 KV Garantirt chlorfrei Dynamos bv9/a bl I Heringe Eier! weisse Wäsche t. Tas am Ein« f Böckenstein roar re Gäste faßen in ßlich öer kroatische upe zu Boden nofjen mit einem j alle fef)t fernere au§ dem Vast- MnlomnMdcn bu )ub. Tann ich n Gmchrsm y* In der aasserordentliclien Generalversammlung unserer Bank vom 14. Mai er. wnrta Beschluss gefasst, den Betrag des Geschäftsanteiles von Mk. 500.— auf Mk. 1000.— .m Flügel Pianlnos von Mk. 1000.— an von Mk. 380.— an von Mk. 33.— an ' Im Handelsregister Abt. A wurden die nachfolgenden Firmen gelöscht: 1) Wilhelm Friebel, 2) Ludwig Schmidt III., 3) Gerh. Bötz, 4) Lipvmann Weil, 5) Louis Frohnhäuser, 6) Leffers und Wagner, sämtlich zu Gießen. Gießen, den 20. Juni 1907. Großherzogliches Amtsgericht. Gießen, den 18. Juni 1907. Großherzogliches Amtsgericht. Bzl/6 Casseler Schirmfabrik Giessen, Seltersweg 9 Reparaturen und Neubesciehen von Schirmen schnell, dauerhaft und billigst. IO9/, Elektromotoren^^ ---------- Techn. Bureau Frankfurt a. 31., Höchsterstrasse 4o. Einen feinen Salat bereiten Sie mit dem garantiert reinen |389ö Citronensaft aus der Germania-Drogerie Carl Seibel, Frankfurter Str. 39, Teleph. 593. Probeflanche 50 Pfg. Z6r friilbc ^icbtvarc -MC 10 SuiiZ 60 Psg. L. Steinhäuser 27 Leltersweg 27 S 17 9icucn Baue 17 Z Harmoniums ■- Haupt-Vertretung von Bechstein Klavierspielapparate: Bekanntmachung. Singer (So. Nähmaschinen Akt.-Ges. In der Generalversammlung der Aktionäre vom 29. April 1907 ift die Erhöhung des Grundkapitals um 10000 000 Mk., sowie die Aenderung der §§ 3, 18 und 23 des Gcsellschastsvcrtrages beschlossen worden. Die beschlossene Erhöhung des Grundkapitals ist erfolgt. Tas Grundkapital der Gesellschaft betragt Mk. 15 000 000.—, eingctcilt in 15000 auf den Inhaber lautende Aktien zu je Mk. 1000.—. Die Aktien werden zum Parikurse auSgegeben. Eintrag im Handelsregister Täglich frische Erdbeeren stets au haben. (4023 3. Hantel, Neuen Bäue 7. B ist erfolgt. Gießen, den 31. Mai 1907. Großherzogliches Amtsgericht. erhöben. Wie bisher wird die entfallende Dividende auch auf die Geschäftsguthaben v/on mindestens Mk. 500.— in bar ausgezahlt und bleibt es dem freien Ermessen der Mitglieder überlassen, das Gescbäftsguthaben über den Betrag von Mk. 500.— hinaus bis zum festgesetzten Betrag des Geschäftsanteiles von Mk. 1000.— zu ergänzen. Indem wir diesen Beschluss zur allgemeinen Kenntnis unserer Mitglieder bringen, bemerken wir noch, dass Voll Einzahlungen der Geschäftsanteile, die noch vor dem 1. Juli er. an unserer Kasse geleistet werden, ausnahmsweise schon an der diesjährigen Dividende und zwar vom 1. Juli er. ab teilnehmen. auch Harmoniums. — Monatliche Mietpreise 2-12 Mark jede Reparatur an Pianos und Harmoniums wird in eigener. Werkstätte fachgemäss und vollendet ausgeführt Klavierstimmen D Aufpolieren von Pianos. WILH. RUDOLPH neue schottische 10 Stück 75 Pfg. neue Kartoffeln 10 Pfund 90 Psg. neue Zwiebeln per Mund 10 Pfg. [4189 L. Steinhäuser Scltersweg27 Neuen Bäue 17 nüc KsrislheLiMntttt bei Ballen 95 Psg. per Pfund fo lange Vorrat [4042 1 Jakob Maternus Klinikstrabe 22. Spezialität: Rudolph-Patent-Pianinos mit bis jetzt unerreicht guter Stimmhaltung 10-20jährige Garantie. - Freie Lieferung 1X71 Monatsraten von 5—20 Mk. 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Üm armenverband Sor -rtsaMenverbanber lfsbedürstigkeit vor ne, um einem Mißlich der Aage star, ifl des angesvrdate» et urteilte. Grossh. Hess. Hoflieferant Giessen Seltersweg 91 Bade- Hosen 15, 20, 35 Pfg. Anzüge 1,25—3.00 Mk. Mützen 0.35, 0.50—1.75 , Handtücher 0.50—1.50 . Frottiertücher a*/«J 2.00-5.00 . Handschuhe 12, 20 Pfg. Frottierlappen 8. 10, 12 . er. $n den großen März die Arbeit : Einigung zustai^i Vorrat und infoly* reife für Havanna- des vorigen Jahre! ing war eher noq cher sehr trübe sm ey erschoß M « er vom 8. bayrische» ft unbekannt. - .Brand fast «* jt Trazendor wuck gänzlich zerilorü-ru ,m.ie kommen. «■*?•»mi* e 2S556 Bekanntmachung. In unser Handelsregister, Abt. A. wurde emgetragen. a) Sie Firma Emil Äarrr zu Gießen b) bezüglich der Firmen: 1. Johannes Hillgärtner zu Allcndorf a.Lda. Der bisherige Inhaber ist verstorben. Tie Johannes Hillgärtner Witwe Marie geb. Böhmer in Allendorf a. Lda. führt daS Geschäft für sich und als gesetzliche Vertreterin ihrer minderjährigen Kinder unter der seitherigen Firma weiter. 2. Wilhelm Herbert zu Gießen: Das Geschäft ist am 1. Januar 1907 mit Aktiven und Passiven auf Karl Herbert übergegangen, der dasselbe unter der seitbengen Firma w-itcr- führt. 3. Rudolf Schlebachs Nachfolger zu Gießen: DaS Geschäft ist am 1. November 1906 auf den Kaufmann Heinrich Reuter in Gießen unter Uebernahme der Aktiva aber nicht der Passiva übergegangen. Das Geschäft wird unter der seitherigen Firma weitergeführt. Di: Prokura der I. L. Hartmann Ehefrau ist erloschen. 4. Konrad Fung zu Gießen: Das Geschäft ist mit Wirkung vom 18. Juli 1905 mit Aktiva und Passiva auf Konrad Jung Witwe in Gießen übergegangen, die dasselbe unter der bisherigen Firma weiter- fuhrt. 5. L. Scharmann zu Gießen: Mit Wirkung vom 9. Februar 1907 ist das Geschäft unter Fortführung der seitherigen Firma auf Kaufmann Louis Scharmann übergegangen. Die Prokura des Louis Scharmann ist erloschen. 6. Daniel Heil Rachf. zu Gießen : Mit Wirkung vom 9. Februar 1907 ist das Geschäft unter Fortführung der seitherigen Firma auf Kaufmann Louis Scharmann übergegangen. 7. Ernst Christel „Hotel Prinz Marl" zu Gießen: Das Geschäft ist am 1. Juni 1906 unter Uebernahme der Aktiva und unter Ausschluß der Passiva auf den Hotelier Wilhelm Beuchert in Gießen übergegangen, der dasselbe unter der Firma Wilhelm Beuchert „Hotel Prinz Karl" weiterführt. 8. M. Rosenthal zu Gießen: Die offene Handelsgesellschaft ist am 11. Juni 1907 durch den Austritt der Mitinhaberin Moses Rosenthal Witwe erloschen; der andere Teilhaber führt das Geschäft unter der seitherigen Firma weiter. 9. Mathilde Nachmann zu Gießen: Die Inhaberin heißt jetzt Gabriel Spier Ehestau. Die Firma wird unverändert weitergeführt. 10. L. Katz zu Steinbach: Der Sitz der Firma ist nach Gießen verlegt. 11. Ernst Challier (Rudolph's Nachf.) Mufi- talien und Instrumentenhandlung zu Gießen: Ernst Challier jr. ist dem Geschäft als Teilhaber beigetretcn. Die offene Handelsgesellschaft hat am 1. Juli 1905 begonnen. 12. Gebrüder Schwall zu Gießen: An Stelle des verstorbenen Gesellschafters Emil Schmall ist dessen Witwe Lma geb. Sames in die offene Handelsgesellschaft am 6. Januar 1907 eingetreten. 13. I. Pfeffer zu Gießen: Der Kaufmann Ignatz Pfeffer Ehefrau Jeanette geb. Hirsch ist Prokura erteilt. 14. Adolf Klein vorru. Brüder Schmidt, Eifcnwaren-Großhandlung zu Gießen. Der Ehefrau Adolf Klein, Gabriele geb. Baumert ist Prokura erteilt. 15. Ludwig Kohlermann IV. zu Gießen: Die Prokura der Ludwig Kohlermann IV. Ehefrau ist erloschen. Der Emmy Kohlermann ist Prokura erteilt. 16. Hermann Richter zu Gießen: Die Prokura der Hermann Richter Ehefrau ist erloschen. 17. Ed. Ottmann's Druckerei Hcppelcr & Meyer zu Gießen: Der Teilhaber Adolf Heppeler scheidet am 23. Juni 1907 aus der offenen Handelsgesellschaft aus und ist diese hierdurch erloschen. Der andere Teilhaber Otto Meyer führt das Geschäft von diesem Zeitpunkte an unter der seitherigen Firma weiter. Der Otto Meyer Ehefrau Johanna geb. Malkomesius ist Prokura erteilt. Couverts mit Firma billigst vrüblMe UniversMr-vruüerei. Sieben. __ss^__ Nur echte Bekanntmachung. In daS Handelsregister Abt. B wurde eingetragen bezüglich der „Gewerkschaft des Eisensleinbergwerks Elisenburg zu Gießen": Der Sitz der Gewerkschaft ist nach Hungen verlegt. Eine Zweigniederlassung besteht nicht. Gießen, den 14. Juni 1907. B“/e Großherzogliches Amtsgericht._______________ Eine große Partie Tapeten-Reste ron 5 bis 20 Rollen, fast nur bessere Qualitäten und moderne Muster, 3982 weit unter Freis. Heinrich Hochstätter. Schloßgasje 19 — Telephon 305. 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In größten Ersol- yMsche Stin neue National zeugungen be Gießener s entschiedene A leider zu unse In Preu liberale noch beider ist hier Dichtung gest Der neu Da§ hat er seiner Mitglie nennen: ,Nat neue Ecündvnc Wn \o um wegMUe national, abt Der 3to sich also reir scharf ist -Zukunft de Keine Gei fern ihn, £ minfchaft au Vereinbarung^ raler Politik allem aber au Sie finden kapitalkräftige Witter oder still oder tätig, mit kleinerem oder f größerem Kapital, wie Hunderte Anerkennungsschreiben und Keftrenzen beweisen, für jedeArt hiesiger oder auswärtiger Detail-, EngroS-, Fabrikgeschäfte, Lizenzen, Gewerbebetriebe, Grundstücke, Zins-, Geschäfts-, Fabrik- und Landhäuser, Villen, Güter, Brauereien, Ziegeleien, Gasthöfe, Hotels, Mühlen rc. rasch und verschwiegen. ohne Provision zu zahle«, da kein Agent, durch 8. Kommen lacht ÄÄ Verlangen Sie kostenfreie« Besuch (auch auswärts) zwecks Besichtigung und Rücksprache. 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