Nr. 67 Erstes Blatt 157. Jahrgang ...lwoch 20. März 14)07 TI kV Srlchetut täglich außer Sonntag». Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem hessischen Landwirt die «tehener Zamitten- blätter viermal in der Woche beigelegt tm- zweimal wöchentlich bas Kreisblatt für den KreU Sietzen. Fernsprech-An- schlußs.d.Redaktion IIS Verlag u. Expedition 51 Adresse Mr Depeschen: Anzeiger «letzen. Rotatlonsörui und Verlag der vrghcichen Unlv.^vuch. und Sielndruckerel. R. lange. Rebafflon, SxpedMan und Druckerei: kchulstratze 7. vezogSpretSr moi itlich 75 viertel- jährlich wir. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch dlePost 'Dtk.2.— DterteU jährt. auSichl. Beilellg. Annahme do# Anzeige« füi die Lagednuunner bl» oornritlag« 1U Ubt. Zeilenpreis, lokal OuSiväite DU l'Unntg, Verantwortlich Mr den poltL und allgem. Teil. P. Witiko. Mr ,Stadl und \lanb* and -Genchlssaal". Ernst Petz, tüt den Anzeigenteil: Hanv Bett Iie heutige Yummer umfaßt 12 Seiten. Fasrusst-che Aegierungsp:ogramm vor derAumq. Petersburg, 19. März. Ministerpräsident Stolypin hat heute in der Reichsduma eine ministerielle Erklärung verlesen. In der Erklärung wird darauf Hingelviesen, daß in den Staaten, welche sett langem ein repräsentatives Regierungssystem besitzen, neue Gesetze nur die Ergebnisse normaler Notwcnbigkeiten seren, mrd daß dre Re- gierlsng in solchen Staaten keine große Mühe hat, bie Annahme der Gesetze zu erreichen. In einem Lande aber, das sich tm Zustande der Wiedergeburt und Neubildung bcjrnde, spregele jedes neue Gesetz das ganze Leben des Lairdes mreder, und es sei notwendig, daß alle Vorlagen der Negierung durch denselben allgemeinen Gedanken verbunden feien, der die Grundlage der Umbildung des Staates bilde und datz dann dieser Ge- danke verteidigt werde. Die Regierung habe alle der Duma vorgelegten Gesetze auf deren Idee aufgebaut, nämlich materielle Grundsätze zu schassen, in denen die neuen, aus den jüngften Reformen sich ergebenden Rechtsverhältnisse verkörpert sein sollen. Unser Vaterland muß in einen konstitutionellen Staat ' um gewandelt werden. Cs müssen wirkliche Grundlagen ge- schassen werden, um die Rechte des Staates und der einzelnen Personen zu bestimmen und festzusetzen und die Widersprüche der alten mit den neuen Gesetzen zu beseitigen, sowie willkürliche Auslegungen derselben durch Privatpersonen und Beamte zu verhindern. Der Kabinettschef weist alsdann auf die Notwendigkeit einer bäuerlichen Gesetzgebung hin, um der L a ii d n o t e i n E n d e zu machen, unter der der größte Teil der Nation leide. Die Negierung habe die moralische Pflicht, den Bauern gesetzmäßige Wege zu weisen, um aus dieser Not herauszukommen. Deswegen seien Gesetze erlassen, nach denen den Bauern kaiserliche und Staatsdomänen Überlassen und aridere Maßregeln getroffen werden, um eine Reorganisation des Loses der Bauern sichcrzustellcn. Zur Ausführung der Emanzipation der Bauern und Gemeinden hat die Regierung Maßregeln getroffen. Außer der bäuerlichen Gesetzgebung hat die Regierung eine Reihe von Vorlagen vorbereitet, deren Verwirklichung in dem Manifeste vom 30. Oktober 1905 niedergelegt, aber noch nicht durch Gesetz sanktioniert ist: Gewissensfreiheit, Freiheit des Briefwechsels unb bie Unverletzlichkeit der Person sinb noch durch bie russische Gesetzgebung zu gewährleisten. Um bie religiöse Toleranz zu sichern, hat bie Regierung eine Revision der Gesetzgebung für notwendig gehalten. Vorher aber mußte bie Negierung als Grundsatz auf- steilen, baß das Prinzip des christlichen Staates, in welchem bie orthodoxe Religion die privilegierte ist, die Grundlage aller legislativen Änderungen sein muß. Die Regierung wird eine Reihe von Gesetzen einbringen betr. den Uebertritt zu einer anderen Religion, betr. i>ie Abhaltung von Gottesdiensten usw. Tas Gesetz über die Unverletzlichkeit t*er Person ist auf den allgemeinen Grundsätzen aufgebaut, die in den konstitutionellen Staaten gelten. Alle Eingriffe in das persönliche Recht find der richterlichen Gewalt Vorbehalten. So hat bie Negierung z. B. beschlossen, die administrative Verbannung abzu- s ci) affe n. Tie Regierung schenkt besondere Aufmerksamkeit den Gesetzen über die Selbstverwaltung der Semstwos, der Stabte und der Körperschaften der Lokalverwaltung, welche völlig umgestaltet to'*rbcn sollen. Die Reform der Verwaltungsbezirke ziele auf eine Vereinheitlichung aller Zivilgewalt in den Kreisen, Gouvernements unb Provinzen ab. Weiter folgt bie Justizreform. Die Kronlandverwaltung wird wichtige Gesetze vorlegen, welche die bäuerliche Bevölkerung betreffen, bie jetzt in ein neues, mit der übrigen Bevölkerung gemeinschaftliches Leben eintritt, in wirtsmastticher Beziehung aber noch zu sclMrach ist unb sich nicht selbst eine solide Existenz sichern kann. Die Kronlandverwaltung wirb es deshalb ihre Sorge fein lassen, den Landbesitz der Bauern zu vermehren unb bie örtlichen Agrarkommissionen, von denen die Wohlfahrt der Bauern abhängt, enger mit der Bevölkerung zu verbinden. In Betreff der Arbeiterfrage ist die Regierung von der absoluten Notwendigkeit der Beteiligung des Staates an der Gestaltung der Lage der Arbeiter überzeugt. Als positive Maßnahmen plant die Regierung Jn- validitätsversicherung unb Krankenversicherung der Arbeiter, das Verbot der Arbeit bei Nacht unb unter Tage für Frauen und Kinder, sowie fcerabfefcung der Zahl der Arbeitsstunden für alle Arbeiter. Das Verkehrsministerium ist mit der W e 11 e r t n t ro i d l u n g der Eisenbahnen beschäftigt, die gegenwärtig eine Schieneu- länge vvn 61,725 Werst besitzt. Geplant ist auch der Bau einer Amur-Eisenbahn, die von einer Statwn der Transbaikalbahn bis nach Ehabavowsk geführt werden soll, um durch einen Schienenweg zwischen dem europäischen Rußland unb dem fernen Osten eine Verbindung Herzustellen, die nur durch russisches Gebiet führen wird, unb für dir Lebensinteressen des Reiches notwendig ist. D'» Regierung ist ter Ueberjeugung, daß alle aujgeiührten Maßnahmen sich Nicht leidet verwirklichen lassen, ohne eine radikale Form des öffentlichen Uiiterrichts. Die Negierung i?irb die Teilnahme am Untemd>t zunächst eine freiwillige ,ein lassen, sodann aber, was die Elementarschulen qntetriiiL obligatorisch marinen. Ferner ist die Verwirklid-ung einer Reform nur möglich, wenn die Finanzen es gestatten. Die Budget- einnabir.iti sind niedriger geworben wegen der Aushebung der Ablösung^nh'ungen, ivelchc die Bauern für ihre Läiidec zu zahlen hatten und r?*gcn der Zunahme der Einzahlungen für im Auslande aufgenommene Antti'-en Der unglüalidje ixr.lossene Krieg madyt, so groß auch der Wunsch auf Erhaltung des Friedens und so nvtivcnbig auch die Beruhigung des Landes sein mag, neue Ausgaben notwendig. Wenn wir aber unsere militärrschc Mari)1iteUung unb die Würbe des Vaterlandes lvahren, wenn wir nidü unsere Zustimmung dazu geben wollen, daß mir unser-n Platz unter den Großmäd-ten verlieren, bann dunen wir nicht vor der Dtotuenbigfeit der Ausgaben zurüclschreden, die und Die große Vergangenheit Rußlands aujeuegt. Der außer- ortentlidje El>aratter biefer Anforderungen zwingt zu der Er- ösfnungaußerordentlicherEinnahmequellen. Der Zinanzminister wird in.olgebessen neue Steuern beantragen, darunter eine Einkommensteuer, unb eine Abänderung der Erbschaftssteuer. Am Schlug ter Erklärung heißt es: Die Beruhigung unb bie Wiedergeburt des großen Rußlands ist nur möglich auf dem Wege ter Verwirklichung bet neuen Prinzipien. Dre Regierung ist bereit, die größten Anstrengungen zu madjpn. Ihre Arbeitskraft, ihr guter Wille unb ihre Erfahrungen stehen zur Verfügung der Duma, bie als Mitarbeiter eine Regierung haben wirb, die es für ihre Pflicht hält, die -geschichtliche Stellung Rußlands zu mal/rcn unb bie Ordnung unb Ruhe im ßaitbe wiederherzustellen, das heißt, eine feste unb rein russische Regierung, wie es die feiner Majestät sein soll unb fein wird. Diese Erklärung wirb von der großen Mehrheit dec Duma mit Schweigen unb nur von der Rechten mit Beifall auf genommen. Sodann hält der fozialbemokratifche Abg. Zereteli eine flammende Rede gegen die Regierung, in welcher er in heftigen Ausdrücken die Politik des Kabinetts Stolypin nach Auslösung ter Duma kritisiert. Redner wirft dem Ministerpräsidenten die Einführung der Feldgerichte tiorf Knebelung der Presse und die sogenanitte Verbesserung des Loses ter Bauern, teren wahrer Zweck nur sei, den ApPetit der Grundbesitzer zu befriedigen. (Lärm; Ruse: Genug! Hinaus! auf ter Rechten.) Der Präsident hat große Mühe, den Lärm zu unterbruaen, der sich noch verschiedentlich wiederholt und besonders stark wird, als Zereteli äußert, daß die Exekutivgewalt sich ter gesetzgebenden Gewalt unterzuorbncn habe. Zereteli meint, daß die ganze Nation sich gegen ihre Unterdrücken und gegen die Veranstalter ter Pro grame erheben wird. Das Volk müsse organisiert werten, um sich bie Exekutivgewalt gewaltsam z u entfernen. (Lärm auf der rechten Seite. Rufe: Wir können nicht irtit anhorcn, daß bie Duma zur Erhebung mit ten Waffen auigefordert wird.) Zereteli fährt fort: Nicht er bereite eine bewaffnete Erhebung vor, sondern bie Negierung, die bas Volk zum Aeußersecn treibe. Er verliest sodann namens der sozialdemokratischen Partei eine Erklärung, welche besagt, daß die Partei als einziges Ziel anstrebe, tem Volte die Augen über bie wahren Absichten ter Regierung zu öffnen, um es für den E n ts che i bun g s ka mpf gegen das Willkür sy stem zu organisieren. Der Prä fite n t verliest hieraus einen von 35 Deputierten eingebrachten Antrag (auf Schluß ter Debatte. Dieser Antrag wird iwbgelehnt, da mehr als 50 Deputierte dagegen stimmen. Fürst Dolgorukow verliest bie einfache Tagesordnung. Zahlreiche Rrdncr ter Rechten fordern in feurigen Reoen tee Duma auf, mit dem Kabinett Stolypin zu arbeiten unb von ten revol. Ideen abzulassen. Anderenfalls würden Unterdrückungsmaßregeln v-on neuem unerläßlich fein. Graf Babronski schlagt eine Tagesordnung vor, bie das Vertrauen zur Regierung unb ben Willen Gieszener Stadttheater. Einakterabcnd. Der gestrige Theaterabend befriedigte sowohl literarische wie bnrftelleviicbe Ansprüche. Arthur Schnitzlers Einakter „T i e letzten Maske n" ist ein psychologisch feines Krankenhausge- inalde. Es entrollt uns die tiefe Tragik des Lebens eines Tagesschriststellers. Nachdem im Herzen dieses dem Tode gcroet()ien Journalisten, geweckt durch Gesländmffe eines gleichfalls dem Tode veriallenen Schauspielers, eben erst gegen einen früheren, glücklicheren Freund der Neid erwacht und des Lebens tlemeS Fühlen Befriedigung ungestüm gefordert hak, schwindet noch vor der Gelegenheit die Lust mit der Lebensenergte. Im Vorgefühl der Todec-eihabenhett und der Erkenntms der Nichtigkeit aller Lebenswerte überwindet der Kranke die kleinliche Regung und stirbt mit der seelischen Ruhe und versöhnten Gleichgültigkeit eines, der nichts mehr gemein hat mit den Menschen von morgen. Tas Rache- gelüst des -Sterbenden erscheint ja ueiüd) um jo niedriger, als ja keine Verschuldung des verdienstlos zu Ruhm uud Reichtum gelangten Freundes vorliegt, dessen Glück er mit einem fürchterlichen Geständnisse vernichten will. Doch der Cchlitßgedanke verlieft die kleine ergrei’ente Dichtung, die zwei Darstellern Gelegenheit gibt bie Hohe ihrer naturalistischer Runft zu zeigen. Herr B a k o f traf in der Darstellung des trosllofen .Helden' dieser 'JJimiaturtragöbie die rechte Grundstümnung und nüancierte mit Geschick die Ernpsm- dungsftärke dieses Moriturus, ohne allzu kraß zu inerten. Herr R e i in e r dagegen ließ das Tragische im Humor dieser Figur nicht sonderlich burd)bilden, ja dieser Humor selber war nicht der rechte, nicht von ter hellen, leuchtenden Herzensgüte des vom Dichter vorzüglich nach dem Leben nachgeschaffenen Figur, fondeni malt und unaufrichtig, ohne komödiantisch zu sein. Ten Uebergang von der a» Ünglichen ireundfchastlichen Plauderei zu der Komödie vom zu tnvartenben Freunde hätte Herr Reimer so leicht als hübsch durch geringe Aenterung der Maske schaffen können; und auch bie ganze kleine Komödie ui der Komödie bis zum Erscheinen des Freundes verpuffte tnird) feine Monotonie, obwohl der sterbenskrante Storno- Kant dock; daran» brannte, noch einmal feinen Beruf ausüben zu können und sein Wesen zu u cchselu. Herrn Kraus dem Berliner Leben. „E i n Al a n n , der geliebt w i r d", der uns gestern aus der Fülle der barm vor- fommenöen Gestalten auf den Breueru vorgestellt ivurbe, ist cm ver- ivöbnier Frauenfreund, der drauf unb brau ist, bie Hand einer schönen Frau sich zu erobern, bie er vor einer Reihe von Jahren mit ihrer Euiivilligung entführen wollte, aber zur bewußten Stunde äußerlich und innerlich so unromaniijcb und alltäglich ihr erschien, daß sie den Verblüß'teu auf der Treppe stehen Uetz unb in die Wohnung ihrer Eltern zurückslüchtete. 9lun wirb ihnen eine brüte Person zum Verhängnis. Tas ist nicht sowohl der schönen Tarne ältlicher verliebter Schwager, als vielmehr deren — Schneiderm, von der die Dame just im schönsten Augenblicke abbernien wird, um ihr statt zwei Minuten eine Litzinig von 20 Miiiuien zu gewähren, ivährend der Bewerber nun lemerjetts gründlichst ernüd)ieit wird. Die zwischen den beiden Männerherzeii schivebende Schöne aber wirft sich zum Schlüsse hcub entrüstet, halb ^hülfesncheud an des braven Schwagers breite Brust. Ter kleine Spaß spielte sich nut Grazie zwischen ben Damen Öaijrljammer und Winde r- st e i u unb den Herren Steingoetter und Goll ab, bie allesamt liebenswürdige Salontypcn boten. 'Dian zeigte nur eine etwas wunderliche Neigung zu unmotivierter Zimmerpromenade Unb ter Dialog hätte hier unb da etwas feiner geschliffen werden können. Tas Hinüber und Herüber der Worte war Nicht immer voll erfaßt. Eigentlich aber ist diese Kleinigkeit doch wohl mehr für Privatzirkel als fürs Theater geschaffen. Im übrigen lastete dteHand des Verhängnisses auf dem gestrigen Theaterabend. Frl. Schuster war plötzlich erkrankt und fo mußte statt Thotiia's von ben Schlierseeru^ her manchem noch wohlbekannter „DiebaiUe“ bas Heine Smgiptet „Las Wetterbäu s ch e u" wiederholt werden. Wer .Dre jDlebaiUe' noch uicbt ter Duma ausdrüctt, mit ihr zu arbeiten und die er sie Duma tadelt. Der Dräsident bemerft, daß eine Kritik ter erste« Duma in ter zweiten unzulässig sei. (Lebl-after Beifall auf ter Linken und im Zentrum.) Schließlich wird mit großer Mehrheit teschlosfen, über die Erklärung dos Ministerpräfiteitten zur Tagesordnung überzugeben. politifdx Reichstags-Hauötecht. Mit bemerkenswerter Promptheit hat der erste Neichs- tagSpräsident Graf Stolberg gegen den Versuch der StaalS- auwaltschast Protest eingelegt, ein Strafverfahren ober baS Erm i ttelu ngs oerf a hre n in Bezug auf bie un Reichstag veranstalteten, polizeilich mcht amjemelbeten sozial- beiiiokiaiischen .Versammliingen* einjuleiten. Rach ber freunb- lüiUißen Einführung teS UlitersuchungSrichleis in ben Reichstag burch ben Abg. Erzbeiger hat alleibingS das Parlament alle Ursache, auf bie peinliche Wahrung seines HauSrechtS Acht zu geben. Im Reichstag übt ber Präsident die Polizei- geiualt aus. Daran kann nicht gerüttelt werden. Es heißt, daß Graf Stolberg beim Fürsten Bülow dicS Recht ausdrücklich geltend gemacht unb erklärt habe, er sehe sich nicht in ber Lage, bie Geschäfte teS PrttsibiumS weiter zu fuhren, falls irgenbwelcher Eingriff in feine Befugnlffe erfolge. Die bünblensche ^TageSztg.^ meint, ber Relchstagspräfibeiit habe keine Btöglichkeit, bas Vorgehen ber Slaatsa>uvall,chaft zurück- zuweifen; bei ber Ausübung beS HcmSrechtS rnüßlen bie all- gemeinen Reichs- unb SiaalSgesetze brachtet unb befolgt werben. Ja, hierüber hat eben der RetchstagSpräsident zu entscheiden, und man wirb von einem Manne in dieser hohen unb verantwortlichen Stellung gewiß nicht annehmen können, daß er Verlegungen der gesetzlichen Bestimmungen bulbe. Bisher ist jebcnfaUfl nichts barm gefunben worden, baß bie Parleioertretungen im Zieichstag politische Besprechungen veranstalteten, bie über ben Rahmen einet FraklionSsitzung t)inauBgmgen. Konservative ebenso wie fHationallibcrale unb Freisinnige luden zu wiederholten Malen eine Anzahl nicht dem Reichstag angehörender ,politischer Freunde" zu solchen Konferenzen. RienialS ist daran gedacht lüorben, biese „Versammlung" polizeilich anznmelben. Wir fiuben es baher nicht richtig, baß bie „9tationalztg.", bie zuerst bie Melbung von ben sozialdemokr. „Geheim- Versammlungen" brachte, allerbmgS, nachbem von bei Staatsanwaltschaft eingeschntlen war, heute abend noch iveitcreS Belastungsmaterial gegen den sozialdemokratischen Fraktlonsvorstand unb ben Parteioorstcmb burch Abbruck oer- Icaulicher Zirkulare zlisammenträgt. In einem ber Geheim- zirkulare wirb als Gegenslanb ber Besprechung mit Mit« gliebecn ber Genecalkommission der Gewerkschaften bie 2JI a i» feier genannt. Der Emsenber ber Geheiinzlrkulare an bie — „Rationalztg." (man sieht, dre Sozialdemokratie wird bei dieser Veröffentlichung vertraulicher Briefe einmal nut ihren eigenen Waffen geschlagen), hegt folgende düstere Befürchtungen: „Wenn das so weiter geht, wer garantiert dafür, daß nicht eines TageS die weitgehendsten Konspirationen gegen Staat und Gesellschaft seitens der Sozialbemokratie gepflogen werden." Ung scheint solche Bejorgnis stark jchivaczscherlscher Art. Für „weitgehendste Konspirationen" roüroe die Sozialdemokratie, vorausgesetzt, daß sie überhaupt auf derartige Pläne verfiele, wohl viel verbotenere Zufaininenkunftsorle wählen als em Sitzungszimmer un Reichstag. Ein Blatt der bürgerlichen Linken follte ob ber Vorkommnisse Nicht Lärm schlagen; efl kennt, ber sollte Nicht versäumen, sie zu leien. *) Sino boch iv bieiem köstlichen Werkle in berben, farbenjatien Humors bie prächtigen urwüchsigen Bauern typen, bie uns T oina voriührt, mit ganz fainoiem Scharibttck beobachret; jeljeh ivir doch bie Bauernichläue, den tressenden Bauerilhurnor, der unter gulmiuigliet Blaske von keckster Spitzfindigkeit tft, an em paar meiilerhail gezeichneten und krä'tig Colonenen Figuren illustriert, und ioir haben nniere Zrende an öieier rüctstchtstoien und robusten Geiundhelt. Zminerhin ivar das reizende „Wetterhäuschen" durchaus fern übler Ersatz. ES fand m der prächtigen und uumtereii Tarilellung durch das sangessrohe Ehepaar R e i in e r - L ch l e g e l den herzlichen Beliall der Ziihörer, und gar mancher lourte, wie ich höre, |icq recht Irenen, wenn in einer 9tachmiuageVorstellung die Gelegenheit geboten roiute, das meölidje mufilaiiidje opiel oei Kmderwelt üarzubielen zu bereu umiger Fceiide. Wäre übrigens Zrau R^-^ch., an bereu sehr hübschem darflellerischen und mufilaliichen Talent wir bisher leider nur tm .Weueryäilschen" uns zu erneuen Gelegenheit hatten, nicht em ,ehr jchatzensioerler Ec,atz für tme der von uns scheidenden Damen, elioa mr Frl. -Lchelleilverg? Alich die getreuen Waiidelbiloer Schwedlers und Lleingoetters finnige Verse dazu wurden nut ireubigem und baickbarem Beifall auigenommen. ”• •) Verlag von Albert Langen in München. — Das vieraktige Schauspiel „M a h n e r", dessen Verfasser, Dr. Carlot Gottsricb Reuling, ein geborener Hesss ist, er,cl/ien unLängit cuä Buck) int Verlage von Eduard Bloch in Bernii C. 2. Eis hatte tei. feiner Urau,fuhrui>g in Köln ziemlich truitigen Beifall. Für den iUmjhit ist inaoueteiib bie Vorgeschichte. Forschste,jor Ltw Schröter, ter mit der Gattin des Geyciiicrats Voueuius einen Liebeshantel unterhielt, hat diesen getruiilien Etemann, ats er gegen ihn tuhid) luuroe, au, ter Zagdgrenze trid^hen. Sühne: zwcstährige F-e,rungsha,i des Jager- pttieroeleuttiaiits. Der ist nun wieder zu seinen Ettern, ueuz- braveii Foricersleuten, getomnicn, die von ten geheimen Beziehungen tes Sohnes zur Kathi Volienius nicksts wissen. Aiidere munkeln, aber Otto gab tem ehreniesten Vater sein Wort, daß nichts daran sei. Die Geheimratswit.ve verkehrt sceullb,d)astllch in ter Familie tes Mannes, ter ihren Gatten tötete, ivas als Beleg vornehmer, berzeihenter Gesinnung ausgefatzt wirb. In leiteiischast^icher Liebe klammert sich Kathi an Ltw und toill ff nicht Sache des Liberalismus, Anhaltspunkte für Ermittelungen zu liefern, auch nicht, wenn eS sich um politische Gegner handelt. Alle Parteien ohne Aus- nähme sind an der Wahrung der Reichstagsrcchte interessiert. Die Stellungnahme des Präsidenten Graf Stolberg ist der Beweis dafür. parlamentarisches. F re iherr v. Heyl zu Herrnsheim hatte dieser Tage eine illustre Gesellschaft nach dem Continental-Hotel in Berlin gebeten. Der Einladung waren u. a. gefolgt: Staatsminister Graf von PosadowSky. Staatssekretär von Tschwschly, Kolonialdirektor Dernburg, Exzellenz Tr. von Ncidhardt, hessischer Gesandter, die UnterslaatSsekretäre Sydow und Mühlberg, Reichstagspräsident Graf Stolberg, Vizepräsident Geh. Rat Dr. Paasche, der französische Deputierte Lucien Hubert und von iWitgliebern des Reichstags u. a. Bassermann, Prinz Heinrich 311 Schönaich-Carolalh, Prof. Tello, Prof. Hagen, LandgerlchtSdirellor Tr. Hamze, Graf von Driolo, Ex-ellenz von Schubert und Prof. Wetzel, ferner Landtagsabg. Kommerzienrat Bartling, die beiden Generalsekretäre der ge. samlpartel und der Chefredakteur der r9lat. Zlg.^. Dem festlichen Riahle folgte ein anregender Gedanle:.austausch zwischen den Politikern und Staatsmännern. In interessiertem Gespräch sah man vor allem den Kolonialdirekior und de» französischen Deputierten und Koloiiialpolitiler Hubert. Tie „Fidnlitäl* begleiteten Tiroler mit Schnaderhüpserln und lustigen Tänzen, die schließlich sogar einige Abgeordnete zu humonslischeu Vorträgen begeillerten. Deutsches Ueich. Berlin, 19. März. Der General der Infanterie Bernhard von Werder, General-Adjutant des Kaisers, Chef des reuenden Felüjäger-KorpS und früherer deutscher Botschafter in Petersburg, ist heute früh im Älter von 84 Jahren in Berlin gestorben. — Generalmajor Keim vom Flotten-Verein hat gegen den Redakteur Schichter von der Germania die P r i v a t l l a g e wegen Beleidigung angestrengt, nachdem ein Sühnetermin vor dem Schieosgericht fruchtlos verlausen war. Es handelt sich um Erörterungen^ die die „Germania" an die Bervsselrtlichung der gestohlenen Keimbriese geknüpst hatte. — Die Budgetk 0 mmiss i 0 n des Reichstags verhandelte heute das Etatsgesetz für die Schutzgebiete. Kotoniat- direktor Dernburg verteidigte die rechnerische Aufstellung dieser Vorlage gegenüber Bemängelungen des Abg. Erzberger. Der Entwurf wird genehmigt. Es folgt die Beratung des P 0 stet a l S (Ergänzungsetats). Tie Debatte erstreckt sich aus die Aufbesserung der Beamtengehälter und auf die sog. gehobenen Stellen. Ans der Kommission wurde angeregt, die Ausbesserung für die gehobenen Stellen abzulehnen, um dadurch die Verstimmung der nicht gehobenen Unterbeamten nicht noch zu vermehren. Von anderer Seite wurde es aber als nicht angängig erklärt, die gehobenen Beamten in solcher Weise zu „fünfen". Die Titel, die die Mehrforderungen für die Unter» amtengehälter enthalten (Gesamtmehrbedars 1518 246 Mk.) werden bewilligt. Im weiteren Verlaufe der Debatte erklärt Reichsschatzsekretär Freiherr v. Stengel, er hoffe im Laufe der zweiten Lefung die gestern im Plenum angekündigte Vorlage betreffend die Beamtenbesoldungen vorzulegen. — Der Senioren konv ent trat heute zu einer Besprechung zusammen, deren Gegenstand die Meldung bildete, daß die Staatsanwaltschaft gegen die Mitglieder der s 0 i i a l- demokratischen Reichstagsfraktion ein Verfahren gegen die 1 und 12 des Vereinsgesetzes ein geleitet habe, weil diese unter Hinzuziehung einer größeren Anzahl sozialdemokratischer Redakteure in ihrem Frattionszimmer im Rerchs- tagSgebände Besprechungen über die in der Parteipresse einzu- schlagende Taktik abgehallcn haben. Wie feftgestellt wurde, ist die Mitteilung, die Staatsanwaltschaft habe ein Verfahren bereits anhängig gemacht, nicht zutreffend. Dagegen hat der Präsident des Reichstags beim Reichskanzler über die Einmischung der Polizei Beschwerde erhoben. (Vgl. die „Polit. Tagesschau".) — Die meiu-srcgierung sucht die Zeit bis zur Beantwortung der Interpellation über die Schissahrtsabgaben nach Möglichkeit auszunutzen, um die wibersttebeiiden Bundesstaaten für sich zu gewinnen Zur 'Seit schweben, wie die Nat.-Ztg. hört, besonders mit Württemberg Verhandlungen, das buraj ähnliche Zugeständnisse wie Bayern den Schissahrtsabgaben geneigt gemacht werden soll. Auch im elsast-lothr. Lanbes-Aussck-uß ist von der Övegierung für ihren Plan Stimmung gemacht worden. Schwerin, 20. Aäärz. Von einer der Regierung nahe stehenden Seite verlautet, dap die beiden mecklenburgischen Groß- Herzöge fest entschlossen sind, die Frage der Versa ssungs- reform auf einem außerordentlichen Landtage unbedingt zum Abschluß zu bringen. Sollte das Reformwerk jedoch an dem Widerstande der Ritterschaft scheitern, so würden die Grvßherzöge sich selbst über die Köpfe der Ritterschast hinweg an den Bundesat wenden, dort ihre Anträge einbringen und einen Zusatz zum Artikel 3 der Reichsver,assung beantragen, um sich hierdurch freie Bahn zur Einführung einer zeitgemäßen Verfassung schassen. Stuttgart, 19. März. Die Regierung hat den Ständen die Vorlage über die Beamtenaufbesserungen übergeben. Die Vorlage sieht nach dem „Staatsanzeiger" eine Er - ihm für immer gehören. Diesen aber verbinden jetzt zärtliche, idealgeartete Bande mit feinem jungen Deinen Cousinchen Lena, das bei den Förstersleuten wohnt und mit Frau Kalhi innige Freundschaft pflegt. In einer .ernsten, bewegten Unterredung hat Otto der älteren «Geliebten erklärt, die Vergangenheit, bezw. ihr toter Gatte, stände zwischen ihnen. Durch Lena indes erfährt Kathi den wahren Grund von Ottos Rückzug und verzweifelnd ertränkt sie sich Bei ihr sand man des Geliebten Absagebrief. Der alte Förster sagt sich von seinem als wortbrüchig und ehrlos angesehenen Sohne los, und dieser tötet sich während der eben angesetztcn fürstlichen Jagd. Die Handlung ist wenig ergiebig, der Dialog jedoch durch einen starten dramatischen Nerv belebt und die seelischen Aktive der natürlich geschilderten Menschen sanden eine alles Krasse vermeidende, feine Behandlung. Da man allzu bald einen sicheren Blick auf den Ausgang gewinnt, verbleibt leider wenig Spannung. Einige Längen machen sich in störender Weise geltend. — Tas im Detuichen Theater in Berlin zur ersten Aufführung gelangte Drama von Schalom Asch „Der Gott der Rache" ist bei S. Fischer, Verlag, Berlin soeben in Buch'orm erschlenen. — Von der Lieferungsausgabe der „K l a s s i k e r d e r K u n st in Gesamtausgaben' (Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt) sind die Lieferungen 61 bis 70 (ä 50 Psg.) und damit der Schluß der ersten, die fünf Bände Raffael, Rembrandt (Gemälde), i 4 i a n, Dürer und Rubens umfassenden Serien erschienen. Das von diesem Unternehmen zum ersten Male mit büU.r Konsequenz durch geführte Prinzip, das Schaffen der einzelnen Meister in chronologisch anmuandergereihten Reprodurtwnen ihrer ä m t l 1 ch. e n Werke vor Augen zu führen und daneben das childernde oder erläuternde Wort des Kunstgelehrten in den Hintergrund treten zu lasten, hat sich als überaus fruchtbar etnnefen. Wer diese handlichen und gediegen ausgestatteten Aionographttn besitzt, ist in der Sage, sich durch eigene, leoenbige Anschauung in die Formensprache unserer großen Künstler zu verliefen, das Größte und Befte, was die bildende Kunst eines halben Jahv- lausends hervorgebracht hak, sich -eigen zu mack>en. In Vorbereitung sind u. a. die Bände Eorreggio, van Dyck, Jan Sreen, Holbein, Donatetto, Hals, Rechel, Botticelli. höh'ung deS W 0 h n un g S g eld e S um durchschnittlich 60 Proz. des bisherigen Bettages und eine Aenderung der bisherigen Einteilung in Ortsklassen vor. Außerdem sollen die Unterbeamten, die Volks schullehrer und -Lehrerinnen sowie die Landjäger eine dauernde Zulage von 5 0 M k. mit Rückwirkung vom 1. Oktober v. I. an erhalten. Der gesamte Aufwand, den die Beamtenaufbesserung erfordert, beträgt 4 360 047 Mk. im ersten und 3 756 127 Mk. im zweiten Jahre. — Die Regierung hat den Ständen eine Denkschrift über die Erhöhung der Posttarife für den Orts- und Nachbarortsverkehr vorgelegt. Es soll vom 1. April ab das Briefporto von 3 Psg. auf 5 Psg. und das Postkartenporto von 2 Pfg. auf 5 Psg. erhöht werden; das Porto für Drucksachen, Geschäftspapiere und Warenproben wird ebenfalls erhöht; die Zweipfeiinigmarken und die Zweipfennigkarten sollen ganz in Wegfall kommen. _______ Ausland. Wien, 19. März. In hiesigen diplomatischen Kreisen wird erzählt, das; der Reichskanzler Fürst Bülow auf seiner Oslerreise nach Italien eine Zusammenkunft mit dem italienischen Minister des Aeußern, Tittoni, haben werde. Bukarest, 19. März. Infolge der seit einiger Zeit dem Bessarabien benachbarten Gebiete der Obermoidaii betriebenen Agitation verwüsteten gestern mehrere hundert Bauern auS der Umgegend von Botusani eine Anzahl Häuser und Geschäfte der Stadt, darunter mehrerer großer jüdischer Firmen. Tie gegen die Aufrührer ent andte Aiililärabteilung wurde mit ÜHeuolucrn und Steinen angegriffen. Rach wiederholter Aufforderung machte das Utilitär schließlich von der Waffe Gebrauch. Die Ausrührer räumten dann den Platz und ließen vier Tote und neun Verwundete zurück. — In Jassy wurden am 19. März sechs jüdische Geschäfte verwüstet und geplündert. In sieben uinliegenden Ortschaften spielten sich ähnliche Szenen ab. In Telezestie und Czora teilten b 1 e Bauern das Land unter sich. In Targul und Frennosa marschierten 2000 Bauern ein und eröffneten ein Steinbombardement auf die jüdischen Geschäfte. In den Schänken und Branntivemläden öffneten die Bauern die Hähne und ließen alle Getränke auf die Gaste laufen. Das Jassycr Korpskommando rief Re- eroiften ein, um genügend Truppen zur Hand zu haben. Bisher wurden vom 'Dlilitär 16 Bauern getötet und viele verletzt. Der Grenzort Bordujeni wurde dem Erdboden gleich gemacht. An der österreichischen Grenze werden dem Ueberlritte der Juden feine Schwierigkeiten gemacht. Riga, 19. März. Der seit langen Jahren hier ansässige deutsche Ft e 1 s ch e r m e i st e r Karl Fieckerth ist auf offener Straße vor feinem Hause ermordet worden. 4 vermummte Personen gaben 7 Schüsse auf ihn ab. Er starb sofort. Tie Täter entkamen. 2hi» Stadt und Land. Gießen, den 20. März. * * Eine Sitzung der Stadlve r ordnete u-Ver- s a m in lang findet am D 0 nnerslag, 2 1. Ak ä r z, nach m. 4 U l) r, mit folgender Tagesordnung halt: 1. Baugesuch des W. Gernhardt für den Schisfenberger Weg. 2. Desgleichen des Karl Kan'inann Uir die Marburger Straße. 8. Tesgl. des August Helfenbem für den Wiefecker Weg. 4. TeSgl. des Louis Jochem nie die Rodheimer Straße. 5. Gesuch um Genehmigung eines Schaukastens am Haufe Bahiihoisiraße 64. 6. Vergebung von Arbeiten und Lieferungen. 7. Anlage neuer Eiiüafsungsgräber. 8. Verlegung der Oktroihebestelle am Neuenweger Tor. 9. Verlegung Des Wasserhäuscheus am Neuenweger Tor. 10. Verkauf aller rheaterdckorallonen. 11. Lieferung von Gaskoks und elektrischer Energie für oen Theaterbemeb. 12. Schreibhülfe stir den Woh- nungsmfvektor. 13. Veränderung der Gemarkungsgrenzeii im Anschluß an die Feldbereinigung. 14. Gesuch des Karl Valentin um Erlaubnis zum Gastwirtschausbetriebe im Hause Lchützenstraße 18. 15. Gesuch des Karl Euler IV. um Erlaubnis zum Schankwirt- ichaftsbetnebe im Hause Schützenstraße 15. 16. Vorläufige K r e d 11 v e r w i l 1 i g u n g für das Rechnungsjahr 1907. * * Von der 2. K a m ni e r. Rach einer soeben erschienenen Schrift sind seit dem letzten Erscheinen des Hand- buches im Jahre 1901 24 neue Mitglieder in die Kammer eingetreten, und zwar Adelung-Mamz, Auler-Bensheim, Berthold-Darmstadt, Best-Osthofen, Braun-Alsheim, Breiden» bach-Dorheim, Breimer-Beerfelden, Büchner-König, Damm- Friedberg, Finger-Pfeddersheim, Fnlda-Tarmstadt, Dr. Gtässing-Tarmsladt, Hauck-Schafheim, Hicschel-Friedberg, Lang-Michelsladt, Orb-Offenbach, Dr. Osann-Darmstadt, Raab-Pfungstadt, Neh-Alsfeld, Sensfelder-Büttelborn, Stöp- ler-Lauterbach, Uebel-Tieburg, Ullmann-Nd.-Erlenbach und Weber-Konradsdorf.— Gestorben sind der neu eingetretene Abg. Müller, sowie die Abgg. Mollinger, Weidner, Schubarth, Häusel und Haas-Mainz. Tas älteste Mitglied ist der 75jährige Abg. Horn-Seligenstadt, das jüngste Mitglied ist Abg. Adelung mit 31 Jahren. Am längsten gehören der Kammer an die Abg. Schönberger und Reinhart (seit 1878) und Pennrich (seit 1879). Rach der Par- teiziigehörigkeit giebt es 17 Nationalliberale mit 1 Hosp., Aul er, Best, Braun, Breimer, Büchner, Diehl, Finger, Haas, Tr. Heidenreich, Lang, Dr. Osann, Psthan, Reinhart, Schönberger, Selmger, Clöpler, Ullmann und Glässmg (Hosp.). 11 Bauernbündler nut 2 Hosp.: Bähr, Brauer, Breidenbach, Erck, Hauck, Hirschel, Joutz, Köhler, Korell, Schmalbach und Senßfelder, Leun und Wolf (Hosp.). 7 Zentrumsleute: von Brentano, Dr. Frenay, Horn, Molthan, Pennrich, Dr. Schmitt und Nebel; 7 Sozialdemokraten: Adelung, Berthold, Dr. David, Dr. Fulda, Orb, Raab und Ulrich; 8 Freisinnige: Damm, Dr. Gutfleisch und Reh; 2 Wilde: Noack und Dr. Weber. • * Eine sensationelle Nachricht wird soeben, wie unS aus Darmstadt geschrieben wird, im Odenwald und an dec Bergstraße bekannt. Seit vielen Jahren wurden die Bewohner von Hering, einem am Abhang des Otzberges liegenden Städtchen, durch fortgesetzte anonyme Briefe und Postkarten teilweise des unflätigsten Inhaltes belästigt, ohne das; man eine Spur des Täters finden konnte. Meist mären eS achtbare Leute, Lehrer, Beamte etc. die bei ihren Behörden der schwersten Vergehen aller Art beschuldig! wurden. Alle Untersuchungen hatten bisher zu keinem Resultat geführt. In der letzten Zeit wurden nun die Briese ganz gleichen Inhaltes von Hühnlein bei Rendsheim aus versandt. Wieder waren es besonders Lehrer und Beamte, die dem Anonymus zum Opfer fielen. Den fortgesetzten Bemühungen dec Staats- arnoaltfchaft gelang es in die Sache Licht zu bringen. Zwei Lehrer in Hühnlein hatten nämlich Verdacht auf den evang. Pfarrer I. Biegler in Hühnlein, der nicht gut zu ihnen stand und man konnte alsbald konstatieren, daß der Pfarrer vorher in Hering gestanden hatte und nach seiner Versetzung nach Hühnlein die anonymen Sendungen in Hering aufhörten, während sie bald nach seiner Niederlaffung in Hähnlem dort begannen. Kriminalkommissär Daniel, der seit einiger Zeit die Spuren verfolgte, konnte nach Vernehmung von Sachverständigen mit Gewißheit feststellen, daß die Täterschaft nur an Biegler hängen bleiben kann. In Hering hatte früher kein Mensch auf den Pfarrer Verdacht, nach der Untersuchung daselbst ist es jedermann klar, daß nur der Pfarrer der Täter sein kann. Eine Menge Material wurde beschlagnahmt. Die Indizien sind sehr gravierend. 4- Wleseck, 20. März. Gestern abend fand im Lokal des Gastwirts L. Wacker eine gut besuchte Bürger-Ver- |a mm hing statt. Auf der Tagesordnung stand di« Bürgermeisterwahl. Ter Einberufer, Werkmeister Karl Dech, dankte der Versammlung für das zahlreiche Erscheinen und bat, dafür zu sorgen, daß die Versammlung in ruhiger und sachlicher Weise verlaufe. Ferner schlug er vor, zwei Vorsitzende und einen Schriftführer zu wählen. Gemeinderat Daniel Erb wurde darnach als 1., Brauer Jos. Schöfmann als 2. Vorsitzender und Ludwig Jung als Schriftführer gewählt. Schreinermeister Karl Schomber ergriff hierauf das Wort und legte dar, daß Wieseck, em Ort von 3000 Seelen, in manchen Angelegenheiten noch sehr rückständig sei. Ec bemängelte vor allem, daß unser Ort noch fein Gemeindehaus besitze, wo die Gemelndeangelegenhelten beraten werden könnten. Es sei ja eins da, aber es zu betreten, sei immer mit Lebensgefahr verbunden. Der Gemeinderat möge doch endlich einmal Wandel schaffen und ernstlich bemüht sein, em Gebäude zu errichten, das wenigstens em Amtszimmer, un Privatzimmer und einen Sitzungssaal enthalte. Vor allem müsse dahm gewirkt werden, daß Wieseck em Baugesetz erhalte und die Vergebung von Baugelände in eigene Hände nehme, so daß sich jeder ein Haus nach seinem Geschmack errichten lassen könne und nicht auf spekulierende Bauunternehmer angewiesen sei. Es wurden sieben Kandidaten vorgeschlagen, von denen sich Landwirt Heinrich Reidel, Schremermeister Karl Schomber und Kaufmann August Seibert bereit erklärten, eine Wahl anzunehmen. Stach Besprechung verschiedener Gcmeindeangelegenhcüen wurde als Wahltag der 30. März vorgejchlagen. A Aus dem Ü um bat al, 19. März. Unter zahlreicher Beteiligung wurde am Sonntag in Allendorf a, Lda. ein .Lumdatal-Sängerbund" gegründet. Zum Bundespräsidenten wurde Lehrer Gödtel in Treis a. Lda. gewählt. Tas 1. Bundesfest erhält der Gesangverein zu R ü d d i n g s h a u s e n, der im Juni eine neue Fahne weiht, br. Rodheim a. b. Bieber, 20. März. Im schönen Monat Mai und zwar am 5. d. Mts. (beabsichtigt die hiesige Fr eiw. Feuerwehr die 1. Bezirksübung abzuhatten; die vom ersten 23uOtrt des Feuermehrverbandes im Regierungsbezirk Wiesbaden ihr übertragen wurde. Bei der Hebung wird der jungen Wehr Gelegenheit gegeben, zu zeigen, baß sie nicht, wie leider manche urteilen, eine unnütze Zusammenschlie- 6 u n g, sondern ein durchaus nützliches Institut für die Gemeinde ist und deshalb die warme Unterstützung der Gemeindebehörde verdient. Wenn diese erfolgt, könnte sich Rodheim, da es sckwn im Besitz einer Wasserleitung ist, auf dem Gebiete deS Feuerlöschwesens anberen Gemeinden ebenbürtig zur Seite stellen. I Wabe rts Hausen, 20. Rtäcz. Bei der gestern hier abgehattenen Bürgermeisterwahl wurde Landwitt Karl Reich arbt, em Schwiegersohn des verstorbenen Bürgermeisters Widdersheim, mit 7 Stimmen Mehrheit gewählt. Sein Gegenkandidat Landwirt Konrad Hofmann trat noch in letzter Stunde zugunsten des Beigeordneten Landwirt Konrad Ludwig zurück, der aber trotzdem nur 14 Stimmen erhielt. Mainz, 19. März. Einen merkwürdigen Betrug hat n. d. Viz. Tgbl. gestern hier ein Taglöhner verübt. Um Geld zum Trinken zu bekommen, hat er eine Bescheinigung eines Arztes selbst lamgefertigt und mit dem Namen des Arztes unterzeichnet. In dieser Bescheinigung war gesagt, daß das zwei Jahre alte Kind des Taglöhners gestorben wäre. Die Bescheinigung gab er bei dem Staiidesamt ab, damit der Eintrag in das Sterberegister erfolge und ihm eine Bestätigung der Anzeige gegeben werde, mit der er dann das Sterbegeld bei der Orts^ krankenkasse erhoben hätte. Dieses Vorhaben wurde aber vereitelt. Das Kind lebt und ist gesund. Wegen Urkundenfälschung und Betrugsversuchs hat sich nun der bereits mehrfach beftrafte Vater zu verantworten. Seligenstadt, 17. März. Hier bestanden feit Jähren nebeneinander zwei K 0 n f e s s io n s s chu l e n. Die Kosten der evangelischen SäMle wurden vom Gustav-Adolf-Verein bestritten. Letzterer kündigte vor Jahresfrist die Aufbringung der Kosten, weil die Zahl der protestantischen Kinder mehr als 50 erreicht hatte und damit die Verpflichtung der politischen Gemeinde eingetreten war, die Schulkosten zu übernehmen. Der Gemeinbe- vorftand erklärte sich einstimmig bereit, unter der ausdrücklichen Erklärung, daß er von dem Rechte der Errickstung einer Simultan- schule Abstand nehme. Die Ministerialabtellung für bas Schulwesen aber Verfügte die Umgestaltung in eine Simultanschule. Ein Protest mit mehreren hundet Unterschriften fand beim Ministerium keine Beachtung. Nunmehr hat bet Gemeinde- Vorstand eine Eingabe an den Landtag gerichtet. hc. F r a n k f u r t a. M., 20. März. Wie wir hören, hat Prof. Dr. Lüthje, Direktor des städtischen Krankenhauses, den Ruf als ordentlicher Professor an die Universität Halle a. S. abgelehnt. Fulda, 19. März. Die Weihe des Bischofs Schmitt wurde heute in der hiesigen Kathedrale nach feierlicher Prozession durch die via Triumphalis vollzogen. Die Konsekration nahm vor Dr. Willi auS Limburg, Bischof Dr. Kicstein aus Mainz und Bischof Dr. v. Keppler auS Rottenburg. Als Ehrengäste waren der Oberpräsident der Provinz Hessen-Naffau v. Windheim, der weimarische Korn- miffar Geheimrat Höckel, die Landgräsin von Hessen, die Fürstin von Ysenburg-Birstein und für den Bonifatiusoerein Graf Stolberg erschienen. *♦ Kleine Mitteilungen n u § Hessen und b en Nachbarstaaten. In Nieder-Mockstadt wird in diesem Jahre eine Wasserleitung errichtet. — In Bernsburg wurde Nlagnus Keller zum Bürgermeister gewählt.—In HerS- ield machte ein Fähnerich von der Kriegsschule seinem lieben durch Erschießen em Ende. Ueber den Grund verlautet nichts Bestimmtes. — In Hohensolms wird in diesem Jahre ein neues Bürgerm eist ereigebäude erbaut. — Aus der Station Wirtheim aus der Bebraer Bahnstrecke ist wegen Hochwasser der Eisenbahn-Derkehr unterbrochen. Die Ausgabe von Fahrkarten und Annahme von Gütern wurde bis auf weiteres eingestellt. Gießener Strafkammer. )( Gießen, 15. März. Eine erfolgreiche Berufung. Ter Taglvyner tt. R. von Grnnberg wurde durch das Schösseugericht wegen Knitzerv.erletzung tu leit kw, ' b°rt m’2 hn. a oit cdacht, 3ctln8 , daß W* b-r ?tenb. rout^t ähim ßoral ° u d "'“’tiilet Rg', tUi»" 9 S °°°. iraei ol S"b'“‘ 'M*®« W« g, lnhitMuib9, 7'« i". 6 am,! ,lt"-1« inmt! d-ch ln a®»|mmet «*t'. 5 « *Mn ln eigene Hände m ^ejchinack er. ttnbe Äauunter. Kandidaten vor. 'nrich Neidet/ *nn Au-uy ^nehmen. fRtf eiten wurde « ri* Unter zahl. Alendorf a, egründet. Zun n Treis a. Lda. Delangoecein zu ae Fahne weiht. M-, Im schönen Wigt die hiesige ung adjuhatieni I im Regierung». der Uebung wird |Eit, daß sie nicht, ammenschlie« litut für die Ge> ng btt Gemeinde« sich Rodheim, di ' dem Gebiete bei zur Seite flelltn. Bei der gelten uurbe Landwir es verstorbemn inien MehMl nrad Hofmann ordneten Land- gdem nur 14 gen 58etru, er verübt. Uc cheinigung einet es Arztes unter« , baß das Mi . wäre. Die Br- imit der Eintrag igung der Anzeige iLb bei der Lii> irbe aber vereiN nbeniäischung/d t ach bestrafte 8m . inden sck.ZaM tt Die Mm bei sf-Vmin belMtten - ngung b« ; hr als 50 erreiti Ln Gemeinde, ein- v Der Gemeinde- ber ausdrücklichen na einer Simultan- pW* ^Simultan- UnterschnM N hat der Gemeinde- «j>* dm A „Ile «.& ab’ beS SBil»«!1 ,-dr-l- Ä** »Äi" weimar'schk 3« qn$et«' eioäblt7jiein Leben sschule e">e n bieicm ^ü\ b<* S45S * 15.®» jeit/ »«• t5°/0 russ.Staatsanl. 1905 4^",0 japan. Staatsanleihe 4?L Conv. Türken von 1903 . 175.50 . 133.50 . 236.40 . 75.40 . 148.70 4% Öesterr. Goldreute. . il/6% Gesten. Silberrente 4% Ungar. Goldrente . . Obeischles. Eisen-Industrie Berliner Handelsges Darmstädter Bank . . . Deutsche Bank . . . Deutsch-Asiat. Bank . . Diskonto-Kommandit. . . Dresdner Bank . . . Kreditaktien..... 27.66 143.00 136.00 CM ■— CO Harpener Bergwerk Laurauütte i.umbarden E. B. Nordd. Lloyd . . fürkenluse . Baltimore- und Ohio- Eisenlahu . Gotthardbahn . . . . Lombard. Eisenbahn . . Uesterr. Staalsbahn . . . Pnnce-Henn-Eiseubahn . Türkeulose ... 4% Grieeh. Monopol-Anl. Elektriz. Schlickert . . . Eschweiler Bergwerk . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amerik. PaketL Harpener Bergwerk. . Laurahütte...... Nordd. Lloyd .... 3147( 3% 3h7< 3% 3X7< 3M7. Reichsanleihe do. Konsols do. Hessen Oberhessen WmiShof, Donnerstag, den 21. März : 110.50 . 164.00 . 133.70 . 236.00 . 166.80 . 177.00 . 149.10 . 212 80 den Klang am meisten färbt, einfach fortlassen. Wie ist denn da- möglich geworden? Soviel koster da? Läuten einer Glocke doch nicht? Sicherlich wird doch auch die Rücksichtnahme auf Anlieger nicht der Grund sein, denn sonst werden wir bald so weil fein, baß die Glocken der Kirchen überhaupt verichwinden. 3°/0 Mexikaner 4>s°/o Chinesen . . Aktien Bochum Guss . . . Buderus E. W, Tendenz; fest )( Gießen, 18. März 1907. Die Fortsetzung der Verhandlung ergab, daß er von dem kommissarisch vernommenen Forstivart mehrfach unter verdää>- tigcn umstanden im Walde betroifen wurde. Dieser hat öfters Schüsse gehört, insbesondere Sonntags morgens, die nicht von den Iagdbcrechtigten herruhren tonnten. Bei den Begegnungen erschrak der Angeklagte und gab verlegene Antworten. Nach ein» gehender Begründung der Anklage lvon selten der Staatsan- lDalt|uj.i|t erueu die Straitammer das Urteil dahin, daß der Angeklagte wegen gewerbsmäßigen unberechtigten Fischens, sowie wegen gewcrosmagiger Wilderei in eine Gefängnisstrafe von 1 Bahr 6 Monaten zu verurteilen sei; auch wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte aus fünf Jahre aberkannt und das bei der fausfuchung befustagnahmtc Gewehr eingezogen. Das (S)eriujl trug teilte Bedeuten die Anklage als vollständig erwiesen anzunehmen. Aach seinem eigenen Geständnis hat er am Abend des 31. Oktober v. I., als er heim Fischen ertappt wurde, ein Gewehr bei sich geführt, mit dem er angevlich einen Fischotter erlegen wollte. Mit dieseui Gewehr hat er auch, wie er srüher selbst zugesiand, alS er ver,oegt wurde, einen Schutz abgegeven. Seit einer Reihe von Jahren -stand er im Verdacht der Wilderei, zumal er .u.6 sniherer Jagdpächter leidenscha,tiicher Jäger war. Der Umstand, dag das Wild in dem betressenden Jagdgebiet sehr adgenominen hat und er vor etwa drei Jahren wegen Wilderei be|ira|t inorden ist, in Verbindung mit der Tatsache, ba& er einen aiid.ren beaustragt hat, einen gefallenen ^jaien un Walde zu holen und er seicht zugao, ein bereus veraastes Reh zum Dell zum Futtern der Fischs verweiidet zu haben, Hetzen dem Gericht keinen Zweifel an feiner Schuld. Die Tatsache, daß er noch vor kurzer Zeit ein Gewehr und größere Munitwnsvorräte angq'ujaht hat, und uag er das G-wehr zum Auseinanoernehmen einrichtete, um dieses leichter unbemerti tragen zu tonnen, half ebenfalls zu seiner Lieber,ubrung mit. Wetter kam das Gutachten des Gerichtschemikers Bro,. Tr. Becter-Frantsurt in Betracht, der an den Kleidern, an einem Satt und einem Ruttsack des Angeklagten Bmt und Haare von Wild nachwies. Wenn ihm auch nicht nachzuweisen war, ixiß er Wild abgefetzt hat, fo mutzte doch aus den hervorgetreienen Umstätiden die Gewervsmätzigteit geschlossen werden. Trotz seines Leugnens hieU es das Gericht für angezeigt, ihm zwei Monate der erlittenen Untersuchungshaft auf die -strafe anzurechnen, da sich die Untersuchung verhält- nismätzig in die Länge gezogen hat. Wetzlar, den 15. Marz 1907. Der ztreisbaumeister Witte. . 132.00 . 112.00 . 225 00 . 199.80 139.30 . 208.50 . 225.00 . 123.30 . 225.00 . 120.30 Gießener Wetterdienst. Voi antzsiältliche Witterung für defjen am Donnerstag den 21. März: Wechselnde Bewölkung. Regenschauer. Starke westliche Winde. Airchc und Schule. In Frankfurt a. M. legten acht Primanerinnen der Realgymnasialluise für Atädchen, ferner noch eine junge Dame, die sich privatim vorbereitet hatte, vor der Prüsungs- lomnilssion unter dem Vorsitz von Prooinzialschulrat Dr. Kaiser ihre Prüfung ab. Alle Bewerberinnen bestanden die P r ü f i in g. Die glückliche Geburt einer gesunden Tochter zeigen an Ludwig* Hanau u. Frau Bosa geb. Storck Gic-s2n. den 19. März 1907. Telefonisch® Kursberichte Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank fllr und Industrie. Giessen. Frankfurter Börse, 20. März, 1.15 Uhr. Nutz- und Brennhiüzvcrsteigerung Dienstag, den 28. März im Fürstlich Stolberg-Wernigerödi scheu Försterbezirk Gedern in den Dtslriktcn Spietzwald 1 und 2, Schwarzwald 5, Schwungstein 2c: Stämme Fstm.: Eiche 35, Ahorn 4, Buche 2, Birke rc. 4, Fichie 12—17 cm Dm. 13, 18—24 cm Dm. 20, 25—Ä cm Dm. 14. Derbstangen Fstm.: Eiche 13, Buche 0,32, Fichte 11. Uteisstangen FiMi.: Fichte 14. vlutzreiser (Bohnenstangen) 154 Rm. Buchen atm.: 365 Scheu, 200 Knüppel, 560 Aslreiser. Eiche re. Wim.: 8 Schett, 44 Knüppel. Ferner iu den oberen Mddern 30 titm. Erlen-Knüppel. Das Brennholz kommt zuerst zum Ausgebot. Zusamrnenrun't 9'/r Uhr vorm. im Bergwtrtshaus in Gedern. Nähere Auskunu erteilt Förster Jochem, Gedern, sowie der Unterzeichnste. Gedern, den 16. März 1907. Berdingung. Die zum Neubau eines Bürgermeisterei-Gebäudes in Hohen solmo erforderlichen Bauarbeiten und Lieferungen, ((£rö* u. Ikaurer arbeiten, Dianrerniateriolien, Asphaltarbeiten, ferner Zimmer, Steinhauer-, Dachdecker-, Äleuipner-, Schreiner-, Schlosser-, Glaser-, Anstreicherarbeiten nnd Trägerlieferung) sollen öffentlich vergeben werden. Plan, Anschlag und Bedingungen liegen im Geschäftszimmer des Unterzeichneten zur Einsicht auf. Angebote sind daselbst bis zum Uilttwoch, den 27. iilöt; d. I., vormittazs 12 jlljc einzureichen. riibhnclOuugeit, Berlin, 20. März. Ueber das Urteil in der Ehren- qerichtsverHandlung gegen den Major Fiseher, das der Bestätigung des Kaisers unterliegt, wird Stillschweigen beobachtet. — Ein Berliner Bäcker st reik kommt in Sicht. Der Verband der Berliner Bäckergesellen hat einen neuen Lohntarif scrtiggestellt, der den einzelnen Innungen Berlins und den Vororten vorgelegt werden soll. Da die Arbeitgeber nicht gewillt sind, nachzugeben, so ist es nicht ausgeschlossen, datz in nächster Zeit ein bedeutender Lohnkampf im Bäckergewerbe ausbricht. London, 20. März. Seit 48 Stunden wütet ein furchtbarer Sturm an der Süd- und Westküste von England. In Mount Eambe wurde an den Quai-Anlagen grotzer Schaden angerichtet. In Kingstown wurde ein Vkilttärboot vom Sturme umgerissen, wobei 2 Mann ertranken. Die Ortschaften Blacktool, Barrau, Holphcad und Brighton haben durch Sturm stark gelitten. In Manmouth wurde ein Zelt, in welchem eine Theater-Vorstellung gegeben wurde, vom Sturme umgcrissen. 300 Personen liefen Gefahr, zu verbrennen, weil das Zelt Feuer fing. Indessen konnten alle Personen bis auf eine gerettet werden. Paris, 20. März. AuS Madagaskar wird berichtet, daß ein im Bau begriffener Tunnel in Tanauarivo eingestürzt ist, wobei eine große Anzahl Arbeiter umgekommen sind Canada E. B..... Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Dortmunder-Union C. . Dresdner Bank . . . Tendenz: befestigt. Handel und Verkehr, voikswirrsehasl. — Die Z i g a r r e u s a b r i k a n l e u Bogel u. E o. in Trier, Ruwer u. Zell, Kramer Ltachsolger in Friesenheim und Alldors (Baden) und E. W i ch m a n n u. (So. in Hamburg vereüugien sich zu einer A k l i e n g e j e 11 j ch a f 1, die den Flamen /■bereinigte T a b a k i n d u st r i e Aktiengesellschaft Hamburg" führt. Das Aktienkapital beträgt eine Million Mark. Markte. fc. Frankfurt a. Al., 20. März. Heu-undStroh- m a rk t. Alan notierte: Heu Alk. 3.20 bis 3.40, Stroh Alk. 3.10 bis Alk. 3.40. Alles für 5u Kilo. Tendenz fest. tc. Frankfurt a. Al., 20. Alärz. ^Orig.-Telegr. des „Gieß. Anz.") B i e h m a r k t. Zum Berkaus standen 00 Kälber, 00 Schale it Hämmel, 60 Schweine, 0 Ziegeii. Schweine: 1. Qual. 59—60 Pf., Lebendgewicht 46—UO.üü Pf., 2. Qual. 58-00 Ps., Lebendgewicht 45.00-00 Pfg., 8. Qual. 52—54 Pig. Kalber 1. Qual. 00—90 P,., Lebendgewicht 00—00 P'g., 2. Qual. 00—00 Pfg., Lebendgewicht 00-00 Pfg., Schlachtgewicht 00-00 Pfg. Schafe 1. Qualuai 00-00 Pfg., 2. Qualität 00 -00 Pfg. Gefchäft bei Schiveuten: Gut, Ueberstand unbedeutend. ne Sache für nicht genügend aufgettärt und beschloß die Ent> cheidung auszusetzen. Eine gefährliche Titte. Am 27. Dezember wollte eine Tienstmagd zu Mainzlar ihre Habseligkeiten zu ihrer neuen Herrschaft bringen. In der dortigen Gegend ist es Sitte, daß bei einem derartigen Umzuge die jungen Burschen hinterher gehen und mit der Peitsche knallen. Als daher der Angeklagte, ein verheirateter Mann, mit einem Burschen der Magd begegnete, veranlaßte er diesen, eine Peitsche zu holen. Während nun der Bursche dem Mädchen den Koffer tragen half, ging der Angeklagte hinter ihnen her und knallte mit der Peitsche. Da er sich zu nahe bei ihnen befand, lu.nb der Peitschenriemen den Hut des Burschen traf, forderte dieser ihn auf, weiter zurückzubleiben. Der Angeklagte olgte nicht, sondern knallte weiter. Plötzlich rief das Mädchen, der Peiffchenriem sei ihm in das Auge gekommen. Trotzdem das Mädchen Am nächsten Tage sich in die SLugenflmit nach Gießen begab, verlor es das Sehvermögen des einen Auges fast völlig. Es kann nur noch hell und dunkel unterscheiden. Jedoch besteht Aussicht, durch eine Operation das Sehvermögen auf ungefähr Vio des normalen zu steigern. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 80 Mk., ev. 16 Tagen Gefängnis. Dem Antrag auf Zuerkennung einer Buße bis zu 2000 Mk. wurde nicht stattgegebcn, vielmehr die Verletzte auf den Zivil weg verwiesen. Schöffengericht Gießen. — Gießen, 19. März. Die Brandmauer. In der Strafsache gegen zwei hieiige Einwohner wegen Nicht- erridjtnng einer durch Polizeibefehl angeordneten Brandmauer, verkündete heute das Gerittst die Entscheidung, datz das Verfahren, das über ein Jahr dauerte, unter lledernahme der Kosten aus die Staatstafse e i n g e u e 111 wird wegen formeller Mängel der Polizeibe,ehle b.r VutBermeisterei Giegen. In diesen wurde nicht eine beftinxmte zi,,ernmätzige Geldstrafe angedroht, sondern der Strafrahmen bis zu 90 Mk. -angegeben. Ein derartiger Pollzeibefehl Lonne unter keinen Umstunden als genügend angesehen werden, um „die an gedrohte Geldstrafe, wie es in Art. 56 Der Städteordnung heisst, auszusprechen. Betrug bei einem Pferdehandel. Auf dem Giegeiwr P, e r ü e m a r 11 vom 28. März 1906 Taufte ein Landwirt aus Ober-Mörlen ein Pferd für 320 Mk. unter Garantie für Fehlerfreiheit. Der Verkäufer versicherte, er habe das Pferd schon längere Zeit gefahren. Als der Landwirt das Pferd zur "Arbeit verwenden wollte, stellte sich heraus, datz es zum Ziehen unbrauchbar war und es an Dummtoller und anderen Fei)iern litt. Es war nur zum Schachten geeignet. Der Käufer war dadurch um ca. 250 9Jit. geschädigt. Als der Verkäufer des Pferdes, der seine Adresse unrichtig angegeben hatte, ermittelt worden war, giab er an, er habe das Pferd im Auftrage eines Pferdehändlers verkauft. Obschon dieser der Eigentümer gewesen sei, habe er sich bei dem ftäufer durch den Landwirt so geniert, als ob er* auch Äas Pferd kaufen wolle, um den Preis in die Höhe zu treiben. Den Erlös habe er an den Pier. / > d.er H. abgetiefert. Dieser bestritt jedoch die Angaben des . sagten S. und behauptete, er habe diesem das Pferd für lul unter Angabe seiner Fehler verkauft. S. habe 50 Mk. Ai^ahiung geleistet und die fehlenden 51 Mk. in Gießen bezahlen wollen. 'Jlur um fein Geld zu befemmen, Vabe er sich für b::t Berkaus des Pferdes interessiert. Trotzdem cme große Zahl von Zeugen vernommen wurde, hielt das Gericht _ _ Qnmmprl/nr für Hrunke. Warme geschützte L&ge R 0 vOniincrKUr lur atn SQdalihnnire des Taunus Behag »Hm __ _ lieh ein^.--lichtete kleine Anstalt W Sh Spezial h'-ilaniitiUt. Central Hei El XelöKiy G He zung u. Bc.. Achtung, geheizte Liege K Ul yTefl W n ■ halle und Corridore. SorRsnine ifl sJ W V ’tiy H B Ilehandliinv und VerpneKung. Diätkuren. CDäpenuunce iür Minderbemittelte.) Prospekte franko. BOraigeHem Dr. M. Schnlze-KRlileyas, Nervenarzt. 'öeflHDBEbä Sanatorium Hofheim im Taunua. vermischtes. * Ein interessanter Zivil-Prozeß gegen König AlfonS von Spanien stellen Madrider Meldungen in Aussicht. Man erinnert daran, daß der Vater des jetzigen Königs von Spanien in seinen späteren Lebensjahren in nahen Beziehungen zu der bildschönen Sängerin Helene Sanz tand, die dann samt ihren Kindern in dem königlichen Testament reich bedacht wurde. Schon vor Jahren kam es zwischen den Erben der Helene Sanz und den Testamentsvollstreckern zu ernsten Differenzen. Seither sind nun Streitigkeiten zwischen beiden Parteien entstanden und der älteste Sohn der Helene Sanz besteht darauf, sie diesmal zum endgültigen gerichtlichen Austrag zu bringen. Zu diesem Behufe hat er den republikanischen Abg. Nougis mit der Klage gegen die Erben König AlfonS XII. betraut. • Partiku laristische Scherze. Nach der Besetzung Frankfurts durch die Preußen geriet ein Frankfurter „Muß- preuße^ mit einem nachbarlichen .Offcnbächer* in Streit. »Gelt/ sagt der Offenbacher, ,ibr Großkrischer, jetzt seid ihr Preiße.^ Der Frankfurter darauf: ,Es gefällt uns ganz gut, aber gönne täte wir'S euch Qiid)/ — Auch andere Männer hänseln einander gern. Eines Tages übt die Unterprima in Mannheim Latein. Der eine der Schüler kann garnichts, worauf der Lehrer — die Sache soll in den siebziger Jahren gespielt haben — anhebt: „Ich will dir mal was sage (sprich Jafe*): Vor 20 Jahr' hab' ich auch so ei' Nixtuer in der Klass' gehabt, nie hat er sei' Latein g'lernt, und vom Griechisch hat er gar nix wisse wolle. Unn weischt, was em passiert ist? Im Hessische ist er g'storbe." ♦ Kleine Tages chronil. Die unter den Soldaten der Garnison Köln auSgebrochene Genick st ar re nimmt einen normalen Verlauf. Einige Soldaten konnten als geheilt aus den Baracken entlassen werden. In einzelnen Distrikten des Ruhrgebietes macht die gefährliche Krankheit weitere Fortschritte. — Ein der Lübecker Dampsschiffsreederei Horn gehörender Dampfer ist ivahrfcheinlich mit der gesamten zwanzig Mann starken Besatzung in den letzten Stürmen in der Nordsee u n t e r gegangen, denn der Damp'er ist sehr stark überfällig. — Die englischen Dampfer „Jebba" und „Suevic" sind gestrandet. Auf der „Suevic" befanden sich hundert Frauen und 85 Kinder zum Teil in zartestem Alter. Alle tumben m offenen Ruderbooten gelandet. „Jebba" ist ein vollsläiidiges Wrack, während die „Suevic" vielleicht flott gemacht werden kann. — In K i e l beging Oberleutnant zur See Jordan S e l b st m o r b durch Erschießen. — Vergangene Nacht ist von deii Geraulhbergeii im Zi11erta 1 e eine große Lawine bis zum Torfe Laibach niebergegangell. Dabei ivurde eine Almhütte unb eine große Walbstäche sortgerissen. Die Lawinengeiahr besieht im Zillertale weiter. Auch in Stasstach an ber Bresferdahn ist eine Lawine niebergegangen, burch bie beibe Bahnglelse verschüttet wurden; ein Gleis konnte aber sofort wieder frei gemacht iverden, sodaß ber Verkehr aufrecht erhalten werben kann. Auf ber Arlbergbahn ist ber Verkehr noch immer unterbrochen. — Ter in Parts verhaftete ungetreue Kassierer Wenbelin Müller aus Speyer trug 34,000 Alk. in Baar bei sich. 100,000 Francs, die von ihm auf einer Parifer Bank deponiert worden waren, wurdeit zu Gunsten der geschädigten Speyrer (Seroerbebant beschlagnahmt. Liseirbahn-Aeitung. Die „Nordd. AUg. Zlg." schreibt: Im Februar dieses Jahres brachte ber Personenverkehr bet pr eu ßif ch-hessisch en Slaats- bahnen eine Mehreinnahme von 18U000 Alk., ber Güterverkehr eine solche von 2142000 Alk., bie. sonstigen Einnahmequellen eme solche von 1205000 Alk, gege über bent Februar bes Vorfahres. B Monaten Gefängnis verurteilt. Nach den Feststellungen der ersten Instanz hat er einem Arbeiter, mit dem er vorher c-.echt hatte, auf dem Rückweg ausgelaucrt, ihm ohne Veranlassung seinen Stock entrissen und ihm mehrere blutende Verletzungen am Kopse beigebracht, sodaß er ärztliche Hülfe in Anspruch nehmen mußte. Ter Angeklagte leugnete die Tat, er will nichts mit dem Verletzten zu tun gehabt haben, doch auf Grund der bestimmten Aussagen des Verletzten und des ärztlichen Gutachtens kam das Schösfen- aericht wr Verurteilung, zumal der Angeklagte ein übel beleumundeter, vielfach vorbestrafter Mensch ist, dem die Tat wohl zuzutrauen sei. Milde konnte nicht wallen, da die Tat aus "purer Rauflust verübt worden ist. Der Angeklagte erhob Berufung mit dem Antrag auf Freisprechung. Er gab an, es müsse eine Verwechslung in seiner Person vorllegen, was wohl bei der Angetrunkenheit des Verletzten angenommen werden darf. Tic Beweisaufnahme ergab auch, daß der Verletzte ebenfalls bestraft ist und wegen Trunksucht entmündigt war. Trotzdem das Gericht der Ansicht war, daß er überzeugt ist, daß der Angeklagte der Täter ist, vermochte es auf seine Aussagen kein verurteilendes Erkenntnis zu gründen, weshalb das Urteil aufgehoben wurde und Freisprechung eintrat. Unberechtigtes Fischen und Wilderet. Die Staatsanwaltstt)aft hat gegen den Wirt H. I. II. von Ober-Dessingen wegen unberechtigten Ftschens und wegen Wilderei Anklage erhoben. I. war früher Pachter der Jagd verschiedener Gemarkungen in der Nahe von Lich, auch hatte er die Fischerei gepachtet. Beides mußte er vor einigen Jahren an hiesige Pächter abtreten. Als sich im vorigen Herbst 'ein Müller mit seinem Knecht nachts zwecks Abstellung der Mühlen an den Bach begab, gewahrten sic einen Mann, der fischte. Als die Verfolgung auf ihn ausgenommen wurde, gab er einen Schuß ab, worauf sich die zwei zurückzogen. Da der Angeklagte als Fischräuber und Wilderer im Verdacht stand, wurde bet ihm Haussuchung vorgenommen, wobei eine Reihe verdäch- ttger Gerätschaften vorgefunden wurden, was seine Verhaftung zur Folge hatte. Bei seiner ersten Vernehmung gab er zu, unberechtigt gefischt zu haben, den Schuß will er nur abgegeben haben, um seine Verfolger zurückzuschrecken. Bei seiner Vernehmung in der Hauptversamm- lung bestritt er, wie früher auch, gewildert zu haben. Tas bei ihm gefundene Gewehr will er zum Spatzenschießen benutzt haben. Tie Tatsache, daß er es zerlegbar gemacht hat, läßt aber den Verdacht aufkommen, daß er damit gewildert hat, ebenso der Umstand, daß er vielfach unter verdächtigen Umständen im Walde betroffen wurde. Verschiedene, mit Blut be,udelte und mit Wildhaaren bedeckte Kleidungsstücke und ein Sack ließen aus Transportieren von erlegtem Wild schließen. Nachdem eine große Anzahl Zeugen und zwei Sachverftändige vernommen waren, wurde die Verhandlung auf nächsten M o n t a g a u s g e s e tz t. Inzwischen soll ein erkrankter Zeuge in Ettingshausen kommissarisch vernommen werden. LingejanSt. (Für Form und Inhalt ...vt minr Rubrik stehenden Artikel Übernimmt die Redatt^v Lj. i Publünm gegenüber fcuicviei Verantwortung.) Ta ich mich für Kirchen getaute sehr interessiere, fv vei- brießt es mich jebesmal, roenn ich Samstag ober an Werktag^ bas Läuten ber I o h a n n i s k i r ch e vernehme. Kaum hat sic angefangen, so ist sie auch schon fertig. Sie möchte sich die Stabllirche in biefer Hinsicht znm Vorbilbe nehmen! Tie Johanniskirche ist mit 4 rounberbar Ijarmonieienben Glocken begabt. Wir schäbigen ben Ruf von Meister Rincker m Sinn, roenn rotr zumeist bie roichtigstc, tiefste Glocke, die ben Grundton angibt unb beshalb . 208.25 . 225 51' . 27.30 . 122.90 . 142.60 1338: Job. Wilcher. Eisschränke Rasenmäher. [L>w/» einzurelchen. bei Mckcsheim in Obrrhefscn D*0/. Möbliertes 1005 B fl -4 Zimmer zum 1. April gesucht. 1982 S (Sin junges (1966 818 vT* M 8 ffl z Ulb36 Ludwiguraffe 73 ’o ■ Vertreter: HL Fitator* SchlafsteUe zu vermieten. [01817 III. 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