9tv. 45 • rltelnt täglich außer konntagt. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen tandwirl di- Siebener Samilltn- blätter otennal in der Woche beigelegt und zweimal wöchentlich daS Kreliblott für den KttU Sieben. Yernsprech-An- schlußs.d. Redaktion 111 Verlag u. Expedition 61 Adresse Mr Depeschen: Anzeiger Gieße«. Erstes Blatt 157. Jahrgang Freitag 22. Februar 1907 General-Anzeiger für Oberheffen HotaffonsbriKf und Verlag der vrühl'schen Unlo.-Vuch- und Stelndruckerel. L. Lange, Redaktion, LxpedMon und Dni (ferch 5chusstratze 7. vezngdp ret»r nwnnilid)76 Ui^DirrteU fährltd) 'M 2.20. durch Abhole- u. Zweigstellen nwnatlidi 6ö i$L; durch die Post Pik. S.—viertel« jährl. ausschl. Beitellg. Annahme von Anzeige» lür die Lage»nuininer bis oornnilagS 10 Utit. ZeilenpreiS: lokal IbPi^ auswänv 20 Piennig. Verantwortlich nie den poltL und allgein. Teil: P. Will ko. lüt ,Stadt und Uflnb' und .Gerichtssaal'. Ernst Heß, Mr den '21 n- zeiqenteil: pans Beck 5le üeulige Kummer umfaßt 10 Setteu. politische Lagestzchcitt. Ueber bai Zusammenwirken der links stehenden Fraktionen des Reichstages sind in den letzten Tagen eingehende Verhandlungen geführt worden. Es hat sich eine Uebereinftimmung dahin ergeben, daß eine Selbständigkeit der einzelnen Parteien und ihre Organisation aufrecht zu erhalten sei. TaS Zusammen, wirken dec Fraktionen im Reichstag soll durch geeignete 'Diaü- nahmen gefördert werden. Entsprechend dem einstimmig be. schtossenen Vorschlag der Freisinnigen VolkSpartei sind folgende Beschlüsse vereinbart worden: 1. Tie Fraktionen der Freis. VolkSpartei, der Freis. Vereinigung, der Deutschen VolkSpartei deS Reichstages beschließen: lieber Regierungsvorlagen, von Mitgliedern des Hauses em- gebrachte "Anträge und Interpellationen, Petitionen und Wahl. Prüfungen gemeinsam zu beraten und, soweit eine lieber* einstimmung erzielt wird, über ihre Vertretung im Plenum durch einen oder mehrere Redner Bestimmungen zu treffen. 2. Den Vorsitz in den gemeinsamen Fraklionssitzungen führt einer der drei Präsidenten der Freis. Volkspart ei nach vorheriger Vereinbarung untereinander. Die Bestimmung der Stellvertreter steht der Freis. Vereinigung und der Deutschen Vollspartei zu. Zur Vorbereitung bei gemeinschaftlichen Geschäfte und zur Ausführung von geiaßteu Beschlüssen wird ein Ausschuß bestellt, welchem zwei Vor» standsmitglieder der Freis. Volkspartei und je ein Vorstands- Mitglied der beiden anderen Fraktionen angehören. Für jedes Ausschußmitglied wird ein Stellvertreter bestellt. Den Vorsitz führt die Freis. VolkSpartei. 3. Die Fraktionen behalten sich daS Recht vor, gesonderte Beratungen abzuhalten. Falls hierbei Beschlüsse über gc- meilisam zu verhandelnde Angelegenheiten gefaßt werden, ist den beiden anderen Fraktionen alsbald Aiittnlung zu machen. 4. Für die Stellung dec Jnitlatioanträge, Einbringung von Interpellationen, Besetzung von Kommissionen und Wahlen treten die drei Fraktionen als Freisinnige Geincinschaft auf. Die Besetzung der Kommissionen erfolgt auf Grundlage bei nach der Geschäftsordnung üblichen Berechnung. Tie Fraltionen vereinbaren, auf schleunige Durchführung der Frankfurter Be- schlüsse üom 11. November 1906 (Wahl des Ausschusses, gemeinsamer Ausruf) hinziiwirken. Der ZentralauSsehuß der Freis. VolkSpartei, der sich auS Mitgliedern deS Reichs- und preußischen Landtages zusammen- jetzt, hat unter dem Vorsitz deS Abg. Schmidl-Elberfeld einstimmig die Zustimmung zu chen gefaßten Beschlüssen aus- gesprochen. • Ein vierter ReichStagsprafident? Man schreibt uns aus Berlin, den 21. Februar: Die Feindschaft zwischen den jetzigen Mehrheitspartelen und dem Zentrum wird nicht ewig sein. Man hofft in maßgebenden Greifen, noch vor Beendigung der ersten Tagung zu einer Aussöhnung zu kommen, da man die Mitarbeit der stärksten Partei dcö Hauses, die doch eine Mittelpartei ist, auf die Dauer, besonders in sozial-politischen Fragen, nicht entbehren 'ann. Um nun dem Zentrum dann wenigstens ein gewisses Entgegenkommen zu zeigen und ih>n em kleines Pflaner auf die Wunde der verletzten Eitelkeit zu geben, trägt man sich mit dem Gedanken, das Präsidium des Reichstags zu gelegener Zelt um einen — vierten Präsidenten, also einen dritten Präsidenten, zu vermehren und diesen Sitz dem Zentrum anzubieten, das dann wahrscheinlich den Freihecrn o. Hertling dafür präsentieren wird. — TaS Aushilfsmitiel ist nicht neu. In der vorigen Session ehrte man den Rationalliberalen Büsing, der im neuen Reichstage nicht sitzt, durch Verleihung der vierten Präsidenten, würde, weil er bie Führung der Fuianz-Reformkommlssion durch alle Fährnisie tapfer durchgehallen hatte. Kommt es zu einer Aussöhnung nicht noch am Ende der ersten Tagung, jo tritt man sicherlich zu Beginn der Herbsttagung wieder m das alte freundschaftliche Verhältnis. Die Ueberlegeaheit der fremde» Kriegsflotte». Deutschland wird zwar im nächsten Jahre über 24 Linien» schisse verfügen, aber trotzdem reicht diese Streitmacht höchstens am- für eüien Seekrieg mir Staaten, mit denen wir voraussichtlich auf lange Zeit hinaus im besten Einvernehmen leben werden. Dagegen ist die deutsche Kriegsflotte jenen ersten Seemächten, welche das wirtschaftliche Aufblühen unseres Vaterlandes mit neidischen Augen verfolgen, entweder gar nicht ober nur bedingungsweise gewachsen, weil sie kein einziges Linienschiff erster Klasse besitzt. Was bedeuter beispielsweise unser jüngstes, eben fertig gewordenes Linienschiff „Pommern" mit seinen 13 250 Tonnen, vier 28 Ztm.-, 14 17 Zmt.-Gesc^ivcn und 18 Meilen Fahrt gegen die acht Schiffsriesen der englischen Kanalflotte mit 16 500 Tonnen, vier 30ch Ztm.-Geschützen und 19 Meilen Geschwindigkeit! Von der „Dreadiwught"-' Klaffe mit zehn bU,.* Ztm.-ätanonen und 20 Meüen Fayrt wollen wir garutcul reden. Qazu besitzt England drei 17 500 Panzerkreuzer, welche unseren besten Linienschiffen in jeder Weise überlegen sind. Aber wollen wir das unerreichbare England ganz aus dem Spiele lassen und uns die Kriegsflotten der anderen Großmächte, an- sehen. Ta sind uns Japan, die Vereinigten Staaten und selbst Frankreich sowohl in der Tonnage, wie auch in der Schwere des Kalibers überlegen, sogar Italien verfugt über vier Schlachtschiffe, welche den unserigen an Wasserverdrängung gleich, aber IN der Armierung und Schnelligteii überlegen sind. Welche Bedeutung die schwerste Artillerie und die größte Geschwindigkeit bei Schlachtschiffen im Seekriege jedoch bedeutet, das Hal wohl der japanisch-russische Krieg zur Genüge erwiesen. Wir dürfen uns also nicht darüber hinwegtäuschen, daß unser schwimmendes Material im Äerpäitnis i>u oem der meisten andern Großmächte minderwertig ist, weil die Erbauung unserer modernen Flotte vou Ansang an verfehlt wurde. • Weibliche Polizisten. Die Frau als Polizeispitzel, so schreibt man au5 Brüssel, spielte bisher nur in Romanen eine besondere Rolle, im Leven höchstens in Skandalassären oder in Fällen, wo pervers veranlagte weibliche Personen die Mitwelt durch Verlleidungskünste über ihr Gcsüstccht täuschten und dann mit Vorliebe im Dienste der össentliä>en Sicherheit wirkten. In der Diplomatie hat es bisher allerdings immer Leute gegeben, die das hervorragende Talent der Frau zum Spionieren auszubeuten wußten, freilich wohl selten au öffentlichem Nutzen, meist um perjoniidx Eitel- feit willen, die man auf Kosten dritter befriedigen wollte. Die Ehre, dem weiblichen Spürsinn ein legitimes Betätigungsfeld im Berufsleben eröffnet zu haben, gebührt nun dem Polizeiches der Stadt Gent in Belgien. Der hat Frauen in feinem Geheimdienst eingesührt und sich über die bezüglichen Erfahrungen einem Mitarbeiter deS „(Steile Beige" gegenüber wie folgt ausgelassen : „Ich hole mir meine „Polizistinnen", sagte Herr van WacS- mael, nur aus Kreisen von Frauen, die im Alter von 40—45 Jahren stehen und entweder Witwen oder Jungfern sind. Sie müssen sich als streng sittliche Personen bewährt haben. Sie haben mir Berichte zu erstatten, die ich aut das genaueste kontrolliere; niemals lasse ich sie als Zeugen vor Gericht vernehmen. Sie haben Anzeigen zu machen, dürfen sich aber unter keinen Umständen in das Privatleben der Leute ein» mischen. Nur über das Allgemeinwohl sollen sie wachen. Ich bin mir gewiß, daß eine kluge und geschickte Frau weit schneller als ein männlicher Polizeibeamter die Orte auszusinden vermag, wo sich Vagabuirden uub Verbrecher treffen. Man mißtraut einer Frau viel weniger als einem Manne. Eine „Polizistin", die als Apfelfineuhäudlerin verkleidet geht, vermag in Zufluchtsstätten einzudringen, die sich einem männlichen Geheimpolizisten kaum öffnen würden. Ich werde mit einem Dutzend weiblicher Sicherheitsbeamten es ein Jahr lang versuchen und mich dann über die gern achten Erfahrungen eingehend äußern." Hoffentlich lesen die Herren Verbrecher den „Etoile Beige" nicht; sonst erfahren sie aus seinem Artikel, vor wem sie auf der Hut sein muffen. Deutsche» Ueich. Wilhelmshaven, 21. Februar. Der Kaiser hörte heute in der Maschmenbanwerksiatt einen Vortrag über eine dort aufgebaute Ruderschwenkaulage für das im Bau befindliche Linienschiff w£)QnnoDer* und ließ sich dann die neue rauchlose Feuerung vorführen. Weiter ließ der Monarch sich Vortrag halten über em neues feuerfestes Jsoliermaterial. Infolge des Sturmes wird der Kaiser die Fahrt nach Helgoland voraussichtlich aufgeben und von Wilhelmshaven im Automobil nach Bremen fahren. — Ein Mann, welcher gestern dem Staifer eine Bittschrift überreichte, der Land- uiann Tholen aus Nüstersiel, war früher schon einmal in einer Irrenanstalt interniert. Berlin, 21. Febr. Die Kaiserin richtete an das unter ihrem Protektorate stehende deutsche Komitee für bie Errichtung einer Zentralanstall zur Bekämpfung der Säug- lingssierbllchkeit ein Handschreiben, in dem sie ihre Befriedigung über den Bericht des Geschästsausschuffes auSdrücki, und nach welchem die 9)littel zur Ausführung dieser Zentralanstalt zum großen Teile bereits gesichert sind. Die vor- gelegten schönen Pläne hätten die Zustimmung des Kaisers und ihre, der Kaiserin, bereits gefunden. Sie hoffe, daß es m nächster Zeit schon möglich sein werde, den Bau zu beginnen, und genehmigt, daß der Anstalt der 9laine Kaiserin Augusta.Viktoria-Haus zur Bekämpfung der SäuglingSsterb. lichkeit im deutschen Reiche beigelegt werde. — Ter bisherige Gesandte in Ehristiania, Tr. Stübel ist tatsächlich, wie die ,Hamb. Rachr.' erfahren, vor einiger Zeit in der Absicht nach Berlin gekommen, Exzellenz Dern- b urg wegen der an der Tätigkeit seines AmtSvorgängers mt ReichtStage geübten Kritik persönlich zur Verantwortung zu ziehen. Auf Zureden seiner Freunde hat er jedoch von der Ausführung seines Vorhabens Abstand genommen. — Der .ReichSanz.* veröffentlicht eine Bekanntmachung betreffend die Einrichtung und den Betrieb der zur Anfertigung von Zigarren bestimmten Anlagen. TreutzijchcS Abgeordnetenhaus. Berlin, 21. Februar. Die zweite Deratung des Etats des Ministeriums des Innern wird bei der Besprechung über bic „Polizerverwaltung in Berlin" fortgesetzt. Abg. Dittrich (Ztr.) bemerk, daß sich die gestern empfohlene Verkürzung der Polizeistunde für die zweistthaiteu Lokale in Vcr.in sehr ivohl durchführen lasse. Was in England möglich sei, müsse audj in Deut!ch.and durchführbar fein. Minister v. Bethmann.Hollweg enoibert auf die gestern gestellte Forderung einer Reform der Gesindeordnung, daß mir deren Aenderung allein nichts getan sei. Eine Steuerung sei erst nach Lösung vieler anderer Fragen zu erwarten. Der Abg. Schuctmann habe gestern die Nachtseiten des Berliner Lebens geschildert. In manchem habe er Recht, während er, ber Minister, ihm allerdings in vie.em nicht zusiimmen könne. In England und Amcrlla habe die Polizei nicht die Sitten des Volkes gemodert, sondern gerade umgekehrt: die Lebensanschau- uiigen hatten die Polizeimavregern erst veranlaßt. Eme plötzliche Herabsetzung der Vokrzeisruude fei nia)t mogiiQ. Ao er alle Be- Itrebungen, weiche daraus avjielien, die nachtttchen Vergnügungen ju Derrnuibern, werde er freudig unterstützen. Der Abg. '.Jiüniur» oerg haoe bie hllg.emennerung der Pro»itutioa b^vwll, und er habe rich'llg ettünnt, Ixib das ©runbüaei in einem unlogischen und v erworrenen Paragraphen des St. G. B. liegt, Lltti Grund dessen die Polizei niüit anders Qaiioein tonne, als die Prostitution unter Kontrolle zu stellen. Er, Der Minister, sei gern bereit, in diesem Sinne auf eine Aenderung be» St. G B. zu wirken. Man werde schließlich wohl dahin kommen, dem Bei- Iviele Dänemarcs zu folgen. Die Frage der A n i m i r k n c i pe n sei von ihm säwn schar, geprüft rooroen. Seitens der verbündeten Regierungen werde die vollständige Beseitigung so'.ck>er Kneipen erwogen. Jetzt könne er allerdings nur durch polizeiliche Maßregeln wirken. Abg. Brömel (frf. Dgg.) führt aus, auf dem Gebiete der Gcsindeordnnng bestanden tatsächliche Mängel. Tas Meuichrii- kum der Dienstboten müsse auch in der Gesetzgebung Bcrücksich- ligung sinocn. Beim Titel „Polizeiverwaltung in den Provinzen" wünscht u. a. Abg. von Wenden (t.) eine wcitergchende Unterstützung der Tierschutzbestrebungen. Ausland. Stockholm, 21. Febr. Der Universitätskanzler Bost r o e m, der von 1891 bis 1900 und von 1902 bis 1905 Ministerpräsident war, ist g e ft o r b e n. London, 21. Febr. Heute nacht lehnte das Unterhaus den konservativen Antrag ab, der einen allbritischen Zollverein als wünschenswert bezeichnet. — Oberhaus. Lord Newton bringt einen Gesetzentwurf bett, bie Reform des Oberhauses ein. In der Absicht, den übermäßigen Einfluß des erblichen Elements zu beteiligen, sieht der Entwurf vor, daß kein erblicher Pa ir im Ober- Hause sitzen soll, außer, wenn er ein hohes Amt bekleidet hat, oder wenn er zweimal ins Unterhaus gewählt worden ist, ehe er Pair wurde, oder wenn er als Wahlpair (repräsentativer Pair) gewählt worden ist. Die erblichen Pairs sollen die Vollmacht erhallen, ein Viertel der aus ihrer Zahl gewählten Pairs zu wählen. Die Krone soll die Vollmacht haben, hundert Pairs auf Lebenszell zu ernennen, um die Vertretung aller Interessen zu sichern. Die Zahl der Bischöfe im Oberhause soll herabgesetzt werden. Paris, 21. Febr. Der „Temps" bespricht die deutsche Reich stagsthronrede und besagt, dieselbe bezeichne diesmal die Beziehungen Deutschlands zu allen Mächten ohne Ausnahme als korrekt und gut Dies bedeutet, fährt daS Blatt fort, einen Fortschritt, dessen Wert wir gern anerkennen. Wenn an Stelle der früheren mißtrauischcn Stimmung in Deutschland Ruhe, Zufriedenheit und Zuversicht getreten, sind, dann werden wir bie ersten sein, welck-e sich darüber freuen. Wien, 21. Febr. Wie die „N. Fr. Pr." auS Lemberg meldet, verweigerten die wegen Ausschreitungen und Demonstrationen an der Lemberger Universität verhafteten ruthe- nischen Studenten von heute ab die Aufnahme der Nahrung. Budapest, 21. Febr. Der Unterrichtsminister Apponyi bat im Abgeoidnetenhause einen Gesetzentwurf über d i« Volksschulen eingebracht. Ter Entwurf setzt für die Lehrer ein Mindestgehalt von 1000 Kronen fest. Die Volksschulen mit deutscher Unterrichtssprache sollen weiterbestehen bleiben, aber verpflichtet sein, die ungarische Landessprache als Lebrgegenstaub einzuführen. Auch soll diesen Schulen eine staat- liche Unterstützung nur bann gewährt werden, wenn sie den staatlichen Lehrplan annehmen. Petersburg, 21. Febr. Die Akademie der Wissenschaften und der Univerll täten wählten zu Mitgliedern des ReichsrateS: Professor Eugen Trubetzkoi (Partei der friedlichen Erneuerung), Wassiliew (Kadett und Mitglied der ersten Reichsduma-, ferner Maxim Kowalewski und Rektor der Universität Moskau, Manuilow (Kadett), Grimm (Kadett) und Wernatzki (Kadett) und Mitglied der Akademie. Kimberley, 21. Febr. Der Transvaalbur Fär- r e i r a und feine Genossen, bie anfangs November bes bongen, Jahres in bem Norbwesten der Kapkolonie eingedrungen waren, die Polizei st ationen überfallen und einen A u f st a n d ins Werk zu setzen versucht hatten, wurden heute zum Tode verurteilt. Potgieter und Retis wurden zur Begnadi- g u n g empfohlen. Hin cntjihlichkS Schiffsunglück und andere StulMjchädeu. Gestern nachmittag um 1/i 3 Uhr erhielten wir folgendes Telegramm, das roir alsbald durch Aushang bekannt gaben: Rotterdam, 21. Febr. Heute morgen lief der Dampfer „Berlin" der Linie Harwich-Hoek van Holland, welcher aus London kam, bei der Einfahrt in die Maas auf Grund. 88 wurde versucht, die ^aßagtere zu retten, jedoch bevor dies ge- laug, brach das Schiff in zwei Teile, die mit großer S^nelligkkit sanken. Die Gesellschaft „Great Castern", weicher der Tampser gehört, teilt mit, daß bei der Katastrophe 141 Personen umgekommen find, darunter 91 Passagiere. Ueber dieses furchtbare Unglück wird aus Rotterdam heute noch weiter berichtet: Als der Tampier rBerlin*, welcher in der Nacht auS Harwich adge'ahren war, sich am Donnerstag im ersten Morgengrauen bei Dolläiibijctjen Stulle und der kochenden Brandung der Bai von Hoek van Holland näherte, ivehle ein orkanartiger uordivesuicher Sturm. Das Schiff würbe von den slurmbewegieit Wellen au' bie nördliche Mole an bcr8'l'laaenüinbuiig geworden, wo es solort entzweibrach . v o 1 l W a j j c r ft r b m t e und unl erging. Tie gejaulte Besatzung und alle Pasjagiere sind ertrunken. Reltungs- öampier tonnten tu der rasenden Meeiesvrandung keine HuUe leisten. Tie Aiellen müssen allen au Bord Befindlichen soiort Tod und Beideiven gebracht haben. Bon den Pasiagieren wurden manche in ihien Kabinen überrascht. Hohe BLellen oerhiuderien die Aettimgsiuanuscha'l, sich an die Unglücksslelle zu begeben, um nach mvaigen Uebetlebenben zu suchen. Tas Schiff .Berlin' faßte 177ö Toiu en brutto und war un Jahre 1894 erbaut. Tie Dampfer Der Great Easicrn Limen werden niehr von Fremden, besonders Engländern und Teut!chen u. s. >v., als von Holländern benutzt, weil letztere ihre nationale Linie Blissingen—Queenborough bevorzugen. — Unter den ertrunkenen Paffagieren des Lainpiers oemnben sich 19 Mitglieder einer deutschen Lperngejelljchaii, die weben un Eonveulgauen zu London bie Saison beenbet hauen, auberbem em Spezlaltourier des llomgs Eduard. Tieier, ber (jeib- lägcileumant Arthur Hwrborg, haue wichtige für bie Hö'e von jiove.ibagen, Berlin, Petersburg und Teheran befummle Teveschen oet sich. Einer Depesche zuiolge sollen bie Säcke, welche die diplomatische Korrespondenz eiuhielleu, mit unerbrochenen Siegeln an Land gespult worben (em. Unter den Ertrunkenen befanden sich im ganzen 40 Mitglieder der deutschen O pern g es e lisch a ft. Tie Pianistin Frank. Scharrer war wegen eines Umaües, den sie in London erlitten Halle, zurückgeblieben und verdankt die,em Um- stände ihre Rettung. Ter erste Dirigent Reichwein und der zweite Dirigent Brak, welche eben’afES nach Deutschland reuen wollten, verschoben ihre Abreise. Andererseits glaubt inan, dag die Lovrani'lin Frau Schön und Herr Renk sich unter den Loten befinden. Ter Impresario Tyk dürite sich nicht unter den Cpient be- sinden. Herr Teninigur, welcher zu spät gekonnnen >var, um mit eine» kiollegen re.jen zu fö.men, kam über Antwerpen und wollte hier mit seinen Kollegen wieder zusaminentrenen. Tre ^teyrzagi der Truppe wollte nach Torlmund reisen. . 19n Pu Bord betäuben sich im ganzen 180 Personen, darunter 120 Passagiere. Bis jetzt wurden 33 Leichen an Land geschwemmt, xie- Fahl der Toten wird auf 150 geschätzt. ° Tie Liste von -18 Kajütpassagieren ist festgestellt, doch weiß die Great Eastern Linie nicht, ob sich alle an Bord befanden. £eiu|d) klingende Rainen sind folgende: Fiänleiu Hciij, Eiwin Fischei, Lanilinger, Frankeiiberg, August Hirsch, Hofländer, Lavidsohn, Reismann und Sohn. . m u-ie die ^Gieal Eastern Railway" ferner wMellt, ist bei Damp'er .Berlin" mit der g e s a m len Po |i t o la i oerlo reu 205 Schift ist außerhalb des Halens, aber in^Lichlweite von dem Land, aut eine Sandbank autgelauien. Ter Seegang zur Zeit de-. Auflauieiis ivar derart, da» jeöe Hülieleillnng ausgeiwlollen war. Die Zeugen, die am Lande die Katailrophe beobachlelen, erklären, tm Lichte der elektrischeii Schemiverter derneitl zu haben, daß die See uuauihörlich das Schiff überrollte. Tie Trag ob c i sl die s ch l i nl in sl e, die je an d e r h o l l ä n d i s ch e n h u |t i oorgekominen t sl. Tie Äestürzung m Schisjahrlskreueu, besonders m Rolierdain, >|l grog. Tas Berhallender Mann,^'ten der Reliungsbooie zeugle von grogem Mule. Um 4 Uhr 10 JJliiiuwn nachinlllags befanden |id) aut der .Berlin noch lebende Perionen. Die zur Rellung ausge,etzlen Booie wurden wieder zuruageivor en. Das Hmlerleil des Schipes besindel sich noch minier auf Dem Wellenbrecher. TaS Aieer wiril unauihärlich die Leichen der tir trunkenen ans Land. Mehrere sino durch Die G-uvall Der Wellen versuiminelt. Em D i a m a n t- P a ke t, welche» unter gegangen ist, enlh'ielt für 70U00 Piund Diamanten Ferrier f, . 13 Pospc-cke verloren gegangen. Bon den an l^nö geipiutcn Leiären bcS Dampfers Berlin waren bis gestern aoend ut Voel van »oiiaiu) nur 9 iDaiui^ieu, darunter 3 Hollander, ^Emg länder, kein Deutscher. Em Teil der Post wurde durch ^ilchei wieder auigefunden. Um 1 Uhr nachts ging em RettungLdan. ?i<.x wwveruni m iw, doch ist au, Erwlg wenig Aus.rchr vr-ctzam.n Kapitän Parkeson, welcher allem von den nn Bord befilwtichen Personen gebettet wurde, erzählte, die Naa> wäre schrecklich geioesen. Er habe sich vollständig bekleidet auf dem Oberdeck ausgchalten. Das Leuchtiurmfeuer wäre ,chon in der Rahe gewesen und die Passagiere, von denen Die meisten ,ich wegen des Sturmes nicht zur Ruhe begeben hatten, schöpften schon wieder Hoffnung. Da erfolgte die Katastrophe. Es wurde ein furchtbarer Stoß verspürt, und plötzlich saß daS Schills unoewegtich fest. Parkeson stürzte auf Deck, um seine Hülfe anzubielen, aber in dem Augenblick sah er den Kapitän der „Berlin ' und den Steuermann im Wasser verschwinden. Was dann geichah, weih Parkeson nicht genau. Als er wieder zum Bewußtsein kam, fand er sich im Meer von Holzstucken umgeben. Er ergnn einige von ihnen, und es gelang ihm auch, sich über Wa,ser zu halten. Als er ein Rettungsboot sah, rief er um Hülfe. Dann wurde er nach dem Bahnhöfe geschafft und von dort nach dem Hotel. Parkeson muß ungefähr eine Stunde in dem tobenden und eisigen Wasser gewesen sein. Tief ergriffen erzählte er noch Einzelheiten Darüber, wie er etwa hundert Menstyen aus dem Vorderteil des Ob.rdecks stehen sah, als er von den Wogen fortgetrieben wurde. „ , , „ . Der Wartesaal des Bahnhofes in Hoek ist als Leichenhalle eingerichtet worden. Der Bahnhof wird militärisch bewacht. Die Zeitung „Telegraaf" veröffentlicht folgende Einzelheiten: Die „Berlin" sitzt am Kopfe der Dotzmole jenseits des Leuchtfeuers fest. Das Schiff brach in der Höhe der Maschine, hinter dem Schornstein. Zwei Schornsteine ragen noch teilweise aus Dem Wasser hervor. Von dem Hinterteil des Schiffes ist nur noch ein kleines Stück sichtbar, das von den Wogen gepeitscht wird, und auf'dem man noch ein paar Menschen bemerkt. Wenn das Meer so stürmisch bleibt, ist ihre Rettung unmöglich Es wird angenommen, daß das Schiff brach weil irgend etwas an der Maschine oder aber Die Kelte des Steuerruders zerbrach Den letzten Nachrichten zufolge befinden sich auf den Heberte ft en des Dampfers noch vier Personen, aber Die Rettungsboote können sich ihnen nicht nähern. Unter Den Ertrunkenen befinben sich auch Die Gattin des zkammersängers Theodor Bertram. Dieser muüte_ einen Tag vorher abreifen. Antwerpener Blätter befürchten. Daß unter den Ertrunkenen sich auch der berühmte Sänger Ernest van 2 hck befinde. Noch ein zweites Schiffsungluck. wird heute aus Rotterdam gemeldet: Am 21. Februar strandete vor Wassenaar bei Scheveningen der deutsche Frachtdampfer „Venus", der eine Ladung Steinkohlen nach Rußland gebracht hatte und mit Ballast zurückkehrte. Rettungsboote brachten einige Personen an Land. Die übrige Besatzung weigert sich das Schiss zu verlassen, weil der Kapitän wegen der günstigen Lage des Schisses hosst, es flott zu bringen. Tas Unwetter in Oberheffen. Aus das vorgestrige Hagelwetter und Gewitter folgte gestern und heute ununterbrochenes Schneegestöber unD Sturm. Die Temperatur sank unter Null, es ist leichter Hroft eingetreien, Der Schnee hat aufs neue die Landschaft in Weiß gehüllt. Im Vogelsberg, wo der alte Schnee noch lag, ist allenthalben das Scl)liltensutwwerk wieder eingerichtet, Post und Lastfuhrwerke, alles geht per Schlitten. Die Schneemassen haben sich im Vogelsberg zu hohen Windwehen aufgetürmt, die ost meterhoch sind. An Telegraphcnleiiungeii und Dächern wurde viel Schaden verursacht, Obst- und Waldbäume wurden entwurzelt oder geknickt. Stellen- weise trat Hochwasser in den engen Tälern des Vogelsberges ein, sodaß bei starkem Steigen der Temperatur Ueberichwem- in u n g e n für die Täler des Vogelsbergs und der Wetterau zu erwarten sind. Bei Gießen und Heuchelheim sind Wieseck, Lumda und Lahn stark im Steigen begriffen. Das gesamte O h m t a l zwischen Kirchhain unb SchweinSberg ist bereits überflutet. Aus Grebenhain wird un5 noch telegr. gemeldet: Der Bahnverkehr auf Der Vogelsberger Bahn Stockheim-Lauterbach ist feit Donnerstag vormittag infolge Schnee- verwchungeii unterbrochen. Bei Nösberts entgleiste ein Gülerzug, sodaß Die von Stockheim kommenden Züge nur bis Grebenhain und die von Lauterbach kommenden nur bis Nösberts sichren können. Der Güterzug ist wieder in Ordnung. Zahlreiche Leute sind aus den umliegenden Ortschaften aufgeboten, um die Züge auszugraben und die Strecke frei zu halten. — Im Oberwald liegt der Schnee so hoch, daß das völlige Eingehen des Rehwildes zu befürchten ist. • Die Hochwassergefahr besonders am Rhein und seinen Nebenflüssen nimmt einen sehr bedrohlichen Charakter an und läßt bei weiterem Anhalten der Niedersckstäge Schlimmes befürchten. Von den Zuflüssen des Rheins wird rapides Steigen des Wassers gemeldet, wie es feit 15 Jahren nicht Der Fall war MC Schiffahrt auf der Mosel und Saar ist eingestellt. Wegen Hochwassergefahr mußte in den Taldörfern das Vieh ausgetrieben werden. Ter <5türm, der großen Schaden in den Dörfern anrichtei hält an. Das Dorf Kühnhausen bei Erfurt wurde durch eine Windhose icgroer heimgesucht. Viele Gebäude wurden vollständig abgedeckt. Unzählige starke Bäume wurden entwurzelt oder geknickt. Der Schaden ist bedeutend. Infolge starken Schneefalles sind in der Schweiz am 21 Februar drei Zugentgleisungen vorgekommen, bet Seele bei Schaffhausen und auf Der Linie Bern-Luzern. Personen sind nicht verunglückt. Zwei Engländerinnen, die von Grindelwald aus die Mutterhornhütte besteigen wollten, wurden durch eine Law ine überrascht. Eine Dame und ein Führer wurden schwer verletzt. Wiesbaden, 21. Febr. Bei dem gestrigen schweren Gewitter wurden im hiesigen Fernsprechamt 4 B e a in t inne n Durd) elektrische Entladungen schwer betäubt, sodaß sie sich m ärztliche Behandlung begebe» mußten. Köln, 21. Febr. Ter feit gestern vormittag in ungefchwachter Stärke andauernDe Orkan hat last alle Telephonleiiimgeii zerflort und den Betrieb zahlreicher Telegraphenleitiingen lahmgelegt, um der oberrheinischen Eisenbahnstrecke erlitten Die Zuge uamhaNe Berspäiilngeil dadurch, daß die Gleise von entwurzelten B a u in st ä in in e n bedeckt finb. Bei Troisdorf mußte der Lchiiellzug halten, weil ein ganzes Eise n b a h n Wärter h a u s auf das Gleis geworfen war. Zur Freihaltiing dieser Strecke rourben sämtliche Bahnincistereiarbeiter und Hnlisnianii- 1(1)011 en herangezogen. Tie Saar, Mosel imb Ruhr führen Hoch- IVa"suxhaven, 21. Febr. Heute vormittag f a n f Der Bremerhavener Schlepper „Neufahrwasser" infolge eines Zusammenstoßes mit dem Kreuzer „Medusa". Es sind ertrunken: der i a o i t ä n, der erste und der zweite M a s ch i n i st , der S l e u e r- ld dun und ein Heizer. Vier Wann der Besatzung wurden von dem Schlepper „Terschelling" schwer verletzt nau> Cuxhaven gt\ racyl. Gellern abend ging zwischen Den Feuerschiffen Elbe I" uild „Elbe II" der kleine Tarnpfer .Makrele" ante r. Ter Maschinist ertrank, Die übrige Besatzung tonnte voin Kreuzer „sJioon" gerettet werden, doch starb ein Mann an Bord des Kriegsschiffes. _ . . v Rew - York. Auf Dem Mississippi fließ der Kreuzer „(Sieb er" mit einem amerikanischen Tampier zusammen, Der lüioit sank. 8 Mann Der Bejatznng sind e r t r u n t e ». Ans S.aor uuo tano, Gießen, Den 22. Februar. • • Auszeichnung. Se. Exz. Generalleutnant ä la suite und Obent-Hofmarschall a. D. Westerweller von An- ihony ist von S. SL H. Dein Großherzog in Den erblichen Frei Herrn st anD erhoben woiden. ** Eine Sitzung des Provinzial-Ausschusses i in bet Mittwoch, 2i. D. Pets., vorm. 9 UI)r mit folgenKr £ ag l5> Ordnung statt: 1. Gesuch des Wilhelm Klein zu Klein- Linden um Erlaubnis zum Betrieb einer Kauer- unb Schank- uirtfchast. 2. Klage des Orlsarmenverbaudes Gießen gegen den Ortsarmenverband Queckborn. 3. Verunreinigung eines Brun- i'ens in Der Hvchaile Des Wil Heun Born zu Friedberg-Fauer- u a a). 4. Enteignung von Gelände zur Verbreiterung Der Schell icngaffe in Alsfeld. • • Ter Wissenschaftliche Schülerausflug Der Königl. Baugeivcrlschule ^lachen, besucht auf seiner Exkursions- lc'lse, morgen SamSlag unsere Stadt. Am Albend findet im .Kaiserhof em vom Technischen Verein veranslalleter Be- giüßiiiigslominers statt. * • Unser Infanterieregiment wird vom 25. Febr. bis 2. Riärz im Gelände zwischen Großen-Buseck, Altcn- Buseck, Tanbringen, Treis, Climbach und Beuern Scharfschießen abhallen. * • Die Viehseuchen sind in ganz Oberhessen im Erlöschen begriffen. Die voriges Jahr iueit verbreitete und sehr gefährliche Schweinepest herrscht nur noch in Bcuchen- brucken, Ohmes unb Nieder-Eschbach; Schweine rottauf tritt nur in Großen-Lmben, Angersbach unb Bubesheim auf, Vtilzbranb in Bellersheim und Wlckstadt, Rauschbranb in Altenham, Llch unb Elcheisdorf. • • K o n z e r t v e r e i n. Das gestrige Inserat DeS KonzertvereiuS enthält zwei kleine Fehler. Am Mittwoch, dem 27. d. M. kommt in der Stadlkirche als 9. Konzert B a ch' S P a s s i o n S m u s i k nach Dem Evangelisten Matthäus zur Ausführung. Die Hauptprobe findet am Dienstag dem 26. statt. • ’ Das Wohltätigkeits-Konzert des Kron- bauerschen Qu arte ttver e in s hat nach Abz-ug aller Unkosten einen Reinertrag von Mt. 1 008,3 7. Vorstehender Betrag ist bereits an Die Stadtverwaltung, zu Händen des Oberbürgermeisters Mecum, abgeliesert worden. • • Eine aufregende Szene spielte sich am Donnerstag nachmittag auf Deut verlängerten A sterwcg ab, der ztirzeit infolge seiner totalen Vernachlässigilng einen förmlichen Siimpf bildet, nämlich eine Tierquälerei, die nicht dem betreffenden Fuhrmanne, sondern dem schlechten Zustand der Straße zur Last fällt. In diesem Schtammfelde — von einem Wege kann nicht die Rede sein — kam ein Pferd zu Falle, das nur mühsam wieder auf Die Beine gebracht werben konnte. Wieberhott finb an jenem Wege schon Fuhrwerke infolge bcS erbärmlichen Zustandes ber Slraße — einen solchen grunblojen Weg hat wohl ber ärmste Ort nicht auf- zillveljen — nn Schlamm stecken geblieben unb es würben hierbuich Tlermißhundlungeii begangen. * * Renais j ance - Abend bes D ürerb unb e.s. Arn Dienstag veranstaltete die seit seck)s ©cnieflern hier bestehenbe Akabemische Ortsgruppe bes Dürerbunbes im „Hotel Großherzog" einen wohlgelungenen Nenaissaricc-Abenb, der von fast 100 geladenen Gästen besucht war. Im Laufe des Abends traten 20 Damen und Herren als außerordentliche AUlglieder der Ortsgruppe bei (orbentlidje Mitglieber können nur Stubierenbe sein). Hierburch ist ber erste Schritt zu einem Zirsammenschluß ber einzelnen Dürerbünbler in Gießen getan, unb burch biese Verstärkung ber Kräfte eine intensivere Tätigkeit ber Ortsgruppe möglich gemacht. ** Aus ber Stabtverorbneten-Versammlung scheiben am 31. Dezember d. I. ein Drittel bet Mitglieber aus, sodaß wir in diesem Jahr, voraussichtlich im Spätherbst, außer der jüngst verflossenen Reichstagswahl auch noch Stabt- verorbnetenwahlcn haben werben. Es scheiben aus unb finb wieber wählbar Bibliothekar Dr. Ebel, Schneibemühlenbesitzer PH. Euler III., Fabrikant Äug. Gabriel, Ortsgerichtsmann K e l l e r, Schneibermeister Leib, Rentner L ö b e r, Geh. Justizrat Dr. Schäfer, Kommerzienrat S ch a f f ft a e b t unb Geh. Forstrat Prof. Dr. Wimmenauer. Außerbem hat für ben im vorigen Jahr gestorbenen Ingenieur. S ch i e l e., ber ebenfalls auszuscheiben gehabt hätte, eine Neuwahl stattzufinben unb auch für ben vor einigen Wochen gestorbenen Fabrikanten Emil Schmal^, besten Amtszeit 1910 abgelaufen wäre. Sonach finb 11 Stablverorbnele zu wählen, unb zwar 10 auf 9 unb einer auf 3 Jahre. Da sich aber bie Einwohnerzahl Gießens rafcb ber Zahl 30 000 nähert, bei bereit Vorhanbensein bie Siäbteorbnung 36 Stabtveroronete vorschreibt, ist es nicht ausgeschlossen, baß in ähnlicher Weife, wie es früher schon geschah, schon jetzt eine Erhöhung ber Zahl ber Stabwerorbneten cintritt. "Feuerwehr. Alontag, 25. b. M., abenbs 8V2 llht, roirb im Cafe Ebel in einem Vortragsabenb ber Gießener Freiw. Feuerwehr ein Vortrag über allgemeine Regeln zur Verhütung von Unglücksfällen unter ben Schul- tinbern bei Feuerlärm in ben Schulen usw. gehalten. ES sei an biefer Stelle baauf hingewiesen, ba zu biefem Vortag nicht nur Feuerwehrleute, fonderu jebecmann jcuigelabai ift. *♦ Die kleinste Schule Hessens. Im Kreise Lauter- bach existiert in ber Nähe von Herbstein ein Ort Namens Wüu- schen-Moos, ber 53 Einwohner hat unb 1 ebenfalls bie gering ft e Schülerzahl, nämlich 12, aufzuweijcn hat. Das Schulhaus hat eine Schulstnbe, zirka 30 Cuabratmeter groß, und ein Wohnzimmer. Die Schuistclie ist oft verwaist. Der Volks- munb singt: „Wünschen-Ltoos, bie große Stabt, die nur sieben Häuser hat" (auch kein Wirtshaus!). △ Lang-Göns, 20. Febr. Bel der gestrigen Holz, verNeigern ng wurden hohe Preise erzielt, so kosteten zwei 'Meter Buchenschcitholz 23—26 Mk., Buchen!nüppet 18 bis 22 Mk., Buchenstockholz 13—16 Mk. und Tannenscheitholz 12—13 Mk. Auch die Preise für Stangen waren hoch. 0 Grünberg, 20. Febr. Die vorn 3. bis 8. Dez. v. I. in DarmLadl abgehaltene Prüfung für Gerichtsfchreiber- Af piwanten haben jänitliche bei dem hiesigen Amtsgericht beschäftigten Aspiranten, Kurl K a u ß - Grünberg, Kan ^eng und Karl Wagner- Geilshausen bestanden. 1 Friedberg, 21 Febr. Späte Neue zeigte eine Kleidermacherin durch Einsendung eines Betrages von 3,60 Mark in Freimarken an die Frau eines hiesigen Wirts und Atetzgers mit folgenden Worten: Vor zirka 10 Jahren machte ich Ihnen ein SUeiD in Bockenheun, wobei ich l1/, Nieter Stoff zurückbehielt und für mich verwendete. Uni mein Gewissen zu beruhigen, sende Ihnen vollen Ersatz dafür. Ich bitte nur doch mitziiteiten, ob Sie mir verzeihen wollen und von einer Anzeige abzustehen. □ Vlttingen, 21. Febr. Unsere Gemeinde hat die Herstellung einer Wasserleitung beschlosien: sie echätt bas Wasser anä der Hauplrohrleitung Des slaallichen Wasserwerks Lauter, Die von Ober - Bessingen über Ronnenrolh nach Hungen führt. Der Hochbehälter wirb westlich Des Dorfe- ernchlet. R. B. (Darm ft abt, 20. Febr. Wie hoch beim Karneval bie Faschingssreuben gingen, mag aus ber Tatsache erhellen, baß meinem hiesigen Caio an ben brei FaschingStagen nicht weniger als 570 Kilo, also über 11 Ze ntnerMakulatu r zusammengekehrt würben, bie ganz ausschließlich aus ben schmalen, leichten Papierstreifchen bestaub, bie von ben Gästen in Gestalt der sog. Luftschlangen geworfen lootden waren. Welcher Rechen- künstlet mackst sich die Mühe, die Länge dieser Papierftreisen aus- zurechnen? Darm st a b t, 21. Febr. II. KK. HH. der Großherzog unb Die Großherzogin kamen gestern abenD in Begleitung des Prinzen unD Der Prinzessin Helnr 1 ch von Preußen aus Frankfurt hlcr an. Prinz unD Prinzessin Heinrich von Preußen reisten um 7 Uhr 30 Wtin. wieder ab, während das Großherzogspaar n. D. Darmst. Ztg. eine von dem Kammerherrn Freiherrn von Leonhardt in Den Räumen Der Vereinigten Gesellschaft gegebene Tanzgesellschaft besuchte. b DarmstaDt, 21. Febr. In Der heutigen Sitzung Der StaDtverorDneten gab Oberbürgermeister Niorne- weg bekannt, Daß ihm Die StaatSregiernng im Anschluß an Die bekannte Nl an n hei in er Protestversammlung (nuf Der auch Die Stadt Darmstadt vertreten war) milgeteilt habe, Hessen werde im Bundesrat an seiner Gegnerschaft zu den S ch i ffa h ctsa b g a b e n auf Den natürlichen Wasserläufen festhalten. Es Dürfte also Preußen schwer werden, die nötige Riajorität für bie Adänberung bes Artikels 5-1 Der Reichsverfassung nn Bunbesrat zu erhalten. Sonach bleibt hoffentlich Die brohenbe Gefahr einer schweren Schädigung ber wirtschaftlichen Jntereffen ber Den Rhem begren- zenDen Gebiete abgewanDt. SprenDlrngen b. Langen, 20. Febr. Der 18jährigi Gottlreb Pfaff, Kassierer Des hiesigen FnßballsportvereinS 1906, Der zwecks Kassenrevision zirka 90 Mark bei sich trug, wurde heute abenD gegen 9 Uhr Ecke LuDnngilraße und TarmstäDter LanDstraße von z^vei Unbekannten überfallen unb hinter ben zirka 300 Meter entfernten BahnDamm ber Nebenbahn Sprendllngcn-Oberroben geschleift, woselbst ihm das Gelb und Die Uhr abgenommen wiirDen. Von Den Tätern fehlt n. D. Gen. Anz. bis jetzt jeDe Spur. tc. Worms, 21. Febr. Bei Den gestern oorgenommenen Wahlen zum Gewerbegericht stimmten von 172 Arbeitgebern 96 ab (es war nur em Zettel ausgestellt). Von 3628 Arbeitnehmern stimmten 2605 ab. Davon fielen 1553 Stimmen auf bie Liste Der bürgerlichen Partei und nur 1052 auf Die Liste Der Gewerkschaften. p Wetzlar, 20. Febr. In Dec letzten Nacht brachte sich Der hoch in Den Dreißig stehenDe Mechaniker L. von hier mit einem scharfen GegenslanD eine große WunDe am Leibe bei. Das hiesige Slrankenhans tonnte, weil es überfüllt ist, ihn nicht ansnehmen. Man überwies Den Unglücklichen Daher Der Jrrrenheilanstalt zu AnDernach am Rheine» da angenommen wirD, Daß er im ZustanDe geistiger Umnachtung Hand an sich gelegt hat. L. ist Vater mehrerer RmDer. Glauberg, 20. Febr. In diesen Tagen wurde in unserer Gemeinde eine Einrichtnng getroffen, von welcher wir uns für Die Zukunft reichen Segen versprechen. Auf Anregung Des Ortsgeistlichen unD mit Dem EinverstänDnls wohl der ganzen Gemeinde wurde ein größeres Zimmer gemietet, in welchem von jetzt ab abends die schulentlassene männ- Ilche Jugend unserer Genieinde, soweit sie Interesse an gemütlicher Unterhaltiing und an guter Lektüre hat, zusammenkommen kann. In Dem gut geheizten unD erleuchteten Zimmer liegen neben verfchieDenen Tageszeitungen mancherlei gute Bücher auf; auch an unterhaltenDen Spielen fehlt e§ nicht. Natürlich wicD Durch Das Jntereffe, Das vcr- ftänDige unD um Das Wohl Der JugenD besorgte Üliännec, besonDerS auch unsere beiDen Lehrer, Der Sache entgegenbringen, Dafür Gewähr geleistet, Daß an jeDem AbenD allein Der rechten Ordnung vor sich geht. Hoffentlich lebt sich diese gute Sache zum Segen unsrer Jugend rasch in unsrer Gemeinde em und findet vielleicht Dann auch Nachahmung in anDcien Gemeinden. + Frankfurt a. M., 21. Febr. Eine große b i en ent wirtschaftliche Ausstellung wird in den ersten Tagen des August hier abgehalten und zwar aus Ancaß Der Wanderver- fammüma des deutschen B cenenivirtichas tlichen Zenttal-BeteinS, der 55 000 Mitglieder zählt und der deutsu)-öfterrc:chisck -ungarö- fchen Bienemvirte. — Sell Dem 13. Februar mirb Die 32 Jahre alte Witwe Luise Steiner aus Offenbach a. 'JJL vermcöt, benter wirD seit dem 15. Februar das üojährtge Dienslmäbcheu Anna Bcrglina vermißt. W Hc,mbnrg 0. d. H., 21. Febr. Prinz und Prin- z e l > c n H e i n t i ch v 0 n P r e u ß e n lind ftcute nachmittag mittel» Automobils von hier nach Frutltfurt gejahren, um von dort nach! einem lurzen Besuche beim Prinzen paar Friedrich Karl von Heu^ die Rüd 1 eifq nach Kiel anzutreten.. sannilich V -u plünben Loldot ersci rellung hat (ige fttnnte Beschassung * Sifinije n aiiägeiM . Mens vo! iränfen versi löblich ötrroi » Die auf bie'N" von Bulgan Prinzeffinne: richtig. Sle am 3. Ium bensjahr vol die 'ö t Hi z burg-Soi ron 3ub, bii geboren, nn als alle and Lmscherhäus regeiit Suitpi Wirb. Sinter biicg-Slrelitz, Mn folgt, d Regenten Scl'. ÄuS dem Ii verzeichnet, zemder gebe letzte Bruder Zllhmr. Eb Oeorg von Exkaiserin ( yriedrich v jog Ernst 1826; und des regten am 18. Nl Rainer vo: geboren, ei zählende M unb g-fitjHn *3nb tyangc de- Cbuiburg", h iüngften Torr paar Kyrill kreuze bie m. den Jak um Mthtsl wundenen $ - cnstem ei liaje Gruft buchen Für e k'Ärenö bk rotem < wM Mvfail M des im Ee Gruft h cten Zeil d< Prinzessin 8 261 Sufi älter von 63 A'hre fetzte * stehende Milchern Mar •n Pallasch । au[ einem Nei Wien ffUdjen i”itb 'n n^fi^£ n?n auch schmücken äug 7 ber 5 ©ruft jif s ch"" ß Sb =iöe(t l-nd | unb t ^unkt^and ■?^eS ■N bet rb,e cngeL^te betS'Dien §8Uhg1 ®QbeI jt 5, Wh? 4 b-in ettei 0si jamm tytti «"3 fil“’ st,II- W dich!--" birft1 Soigi di.- «11« “ HnieiNlir Paket abge HerS jährig den bablch xL nut »7 Holz. ft-s :n hoch. ' ft 3' » Öft* ^tn0 ,^'gte eine e!lQ9c§ von hfltn Wins .10 .Jahren ,bei id) 11/ JWe. U.! ^latz hasür. '^en wollen -nde hat die ;f erhalt bog Naherweckg knroih nach 1 deS Dorse- Karneval erhellen, bafi nicht tuenign 1 oufammen» Een, leichten iftalt bei log. lchn Rchn- üfheiftn an}. oßherzo^ i Aegleitunz >on Preußen reinlich von ib, während u von dem den Räumen chast besuchte, gen Sitzung ilier Molne« Anschluß an rsammlung iQt) milgeteill egnecschasl lichen Aasser« chwer werden, »II bi ’n. Sonadj ettn Schädi« ihm b^xw« Der lösähriz. idfliportuereinl ! bei sich trug rivigl'lraße uni überfallen lahiidmnm de: woselbst ihr ben. Von dn iut. orgenommenen on 172 Arbeit' sgestellt). Lon Davon fielen en Partei und Rächt brachte niler L. »on e Wunde am weil -» * § den Unglua' >ch M'u"’ geil* ,U® Batet ag«t m-d-° ,o,i -eiche- " «. *'f •rflänbriiS w «tmer 9'”* afiene m«" jie 3"l'refll" re«u«2 en und ttenben ®'1 *^Ä tnUji >* T^* t$S* oird üi$iOiA treuliches Zeichen, bnß tn den Jlrelfen der Jugend selbst der Ranipf gegen bic Entartung au,genommen wird. Aon vielen ivirb bad 'Jiccht deS Individuums behmiptek, fiel frfjroirfenli» aiiäznleden, wäbrenb bet Gedanke der sozialen Ver- pflichlung volKommcn uernemt wird. \ Trete Verwirrung des cUjrfcfien Urteils zeigt sied besonders aut ieruellcni (Gebiete, wo man vicliach der hoppelten Moral huldigt und vom treibe verlangt, waS man selbst nicht halten will. Gm< weitere Folge davon ift, daß dre Achtung vor dem '.Weibe, bei wahre ß'iabmefjci- für jeden iluliurftanb, vielfach un Surfen begriffen ist. 3n engem Zusammenhänge damit steht die zunehmende Zei> ichung des FainitieulevenS und eine inoole Auffassung in gefchlechl* 11(1)011 Tmgen, deren Betätigung die grössten cheiahren für bi« Gesundheit in sich birgt und in vielen Fällen hebens- und Familien« glück zerstört. Es bedeutet eine große Gefahr für die Zukunft untere« Volkes, da» die deuijche Jugend, und nicht zum wcmgfien die akademische, derartigen Aerirrungen in ihrem Xenion und Handeln folgt. Tw (örpcilicbe und geistige Tekadenz so vieler Einzelmdividuen muß notwendig die Kraft unsere- gesamten Dolles lähmen. Wir imben die ethischen Q)nmölagcn an der Hand von Wissen-, fchast und rieben zu vertie-en. | In der Erkenntn.S, bau em gesunder Körper bie Üorbebingungi eines geistig imb nttlid) gefunben J.'cben8 ist, treten wir ein für ein» verniiuitgemäße i'ebcnsrvcije und für die Stählung des Körpers in Spiel und ifeibesubungeu ibiir suchen ben Sinn für die Schönheit der Natur wieder zu erroeticn, die Bewunderung fiir ihre uuerschöpiliche GestaltungS- lrait neu zu beleben und dadurch auf das Gemüt vertiefend und läuternd emgiuvitfen. Wir nebmen Stellung gegen jede Auffassung und Betätigung de? Geschlechtslebens, die der wahren Ehre des Mannes und der 'Achtung vor der Ambe des Weibes widerspricht unb verlangen einen Vclcnsivanbel, wie wir ihn bei dem Geschlechte vorausfeyen, dem unsere lllluter, Schivesiern unb fünfrigen (Sattinnen angeboren. 3)1 it diesen Forderungen tritt der?lkademifche Bund „EthoS*/ der sich von allen polnischen, religiösen und paiteisludentischen Bestrebungen sernhält, vor die studierende Jugend. Möge er zahlreiche Helfer finden. Wetter 8 Schneefall 6 6 Höchste Temperatur am 20.—21. Februar Niedrigste 20.-21. trot)bem Nachfrage herrschte, zogen die Preise etwas an. Cs wurden Paar. Ei» Aufruf au die studierende Jugend er- Be- ab» um zuc fahrt deS Offiziers beeinträchtigte starker Seegang bie Mühlingen, das schiff los zu bringen. Als der Offizier fuhr, war die Mannschaft beschäftigt, Floffe anzufertigen Lebensmittel an Bord zu bringen. Mehrere Schiffe sind Hülfeleistung abgegangen. •a .tm Tlafcf eigen. Nicht minder nun ver- und öiriung zu unuricheibcn, sich Urteile bezahlt, für 6-8 Soeben alte Ferkel 32-35 Mk, <ür 3-4 Moi ale alte Läufer 70—90 Mk. und für Mastschweine 100—130 Mk. das Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Lebendgewicht 49—OO.UO Pf., 2. Qual. 6u—61 Pf., Lebendgewicht 48.O0-OO Psg., 3. Qual. 55—00 Piq. Kälber 1. Qual. OO—OO Pf., Petersburg, 22. Febr. In Odessa ist ein Komitee zur Feststellung aller durch die legten Juden Hetzen heroor- gerusenen Unfälle zusammeiigetreten. Wiit dem Einbruch des Abends erstirbt in den Strassen OdeffaS alles Leben. Die Theater, Cafes unb Restaurants sind leer. Auf der Mescht- scheivLkajastrasse haben Mitglieder deS Verbandes echt russischer Leute einen jungen Juden zu Tode gemartert. Die Bewohner oerlaffen die Stadt in Massen. — Gestern begann in Kuevenebc in Finnland dec Prozeß wegen Ermordung des Professors Hertzenstein. Von den Angeklagten wurde nur der Professor Alexandrow vorgefuhn, während Laritzkm und Polownew als nicht auffindbar gelten. Desgleichen waren Juskuwitz und Krakowski nicht erschienen, von denen der letztere bei Anstiftung bes Mordes bezichtigt wird. 1c. Frankfurt a. M., 23. Febr. iLrig.-Telegr. des „(Sieb. Anz.") Biehmark t. Zum Verkaufe standen 00 Kälber, 00 Schafe iu sammel, 135 Schweine, 0 Ziegen. Schweine : 1. Qual. 62—00 Pf., = 8,1 *0, = — 0,2 • C. Gerichts sacrL. X Hanau, 21. Febr. Por dem Schwurgericht wurde heute gegen bie 21 Jahre alle Ttensimagd 9)1 a r i e O ck verhandelt, die am 18. August 1906 hier in der Waschküche der Tienst- berrfebaft heimlich geboren und das lebende Kind alsbald nach | der Geburt in dt e'F lammen des HerbfeuerS geworfen hatte. Tas Kind verbrannte vollständig, niemand haue von dem Vorfall etwas bemerkt, umioweniger, als auch bas 'Mädchen alsbald die häusliche Arbeit weiter verrichtete. Tas Kmd war die i'Olge eines Liebesverhältnisses, bas bie Angeklagte mit einem städtischen Arbeiter unterhalten baue, der das Verhältnis aber spater löste und em anderes Mädchen heiratete. Trei Monate nach dem Vorfall wurde das Mädchen vor bie Polizeibehörde, der von der bestandenen Schwangerschaft Kenntnis geworden war, geladen und gestand hier bie Tat in vollem Umfange ein. Tie Tienstherrffchasten stellten dem Mädchen das beste Zeugnis aus. Tic Geschworenen verneinten bie Sd)uLbfrage, worauf Frei- sprechunq erfolgte. - , 2er Akademische Bund „Ethos" tritt mit einem Aufruf an die ite uni) Ortssinn | Oeperttllchteu, dem mir folg eiche Satze entnehmen. Gs ist cux Lebendgewicht 00—00 Pig., 2. Luai. 00—00 Pfg., Lebendgewichi 00—Ou Pfg., Schlachtgewicht 00 - 00 Pfg. Schafe 1. Qualität 00—00 Pfg., 2. Qualität 00 - 00 Psg. .Geschäft bei Schweinen: gut, fein lleberftanö. — Während des Marktes lief noch ein Waggon ein. Original-Drahtlmeldungen. Berlin, 22. Febr. Unter ben bem Reichstage zu*s gegangenen Jnitiaiivanträgen befinden sich zwei der Reichs- partei betreffend Ausdehnung des Systems der Ostmarken- Zulagen auf bic Neichsbeamten in Posen und Westpreußen und Massnahmen zur Vereinfachung der ReichSoer- s i ch e r u n g s g c s c tz c. Berlin, 22. Febr. Die erste Strafkammer des Laut»- gerichls 11 belästigte sich mit der starken AuSschreitu ng eines r u s si s ch e n Regierungsagenten. Es handelt sich ur.t eine turbulente Kasfcehaus-Szene. Der als (Einläufen und Agent der russischen Regierung hier weilende Rittmeister u. 8 a n j a ii p iv hatte im Eafv eine neben ihm sitzende a m e. ohne Veranlassung miss schwerste beleidigt und war deS-s halb von den anderen am Tisch sitzenden Herren zureHtgewiesen worden, worauf der Rittmeister eine Sekt flasche ergriff und sie einem Kaufmann an den Kopf ro ar f. jobafr dieser schwer verletzt wurde. Tas Urteil lautete auf 1Ö0 Mark Geldstrafe. Köln, 22. Febr. Demnächst soll hier eine große, Protest Versammlung deutscher Katholiken geg en: den französischen Kulturkampf einberufen werden? Als Basis der Versammlung wirb bie Beteiligung beutschen Geldes an französischen Kirchenbauten, deren Existenz im französischen Kulturkampf bedroht ist, dienen. S t o ck h o l m , 22. Febr. Die hiesige Polizeiverwaltung ift überzeugt, daß der russische Revolutionär Tscherniak und bie drei anderen Personen, die an Bord des ,JDlaf Wyk" u m - gekommen sind, Opfer der russischen Geheimpolizei geworden sind. Zwei Tage vor der Abfahrt deS Schiffes nämlich traf ein Mann ein, der sich für einen französischen Händler Leroi ausgab, aber, wie nunmehr sektgestellt ift, ein Lgettt der russischen Polizei war. Am Tage der Abfahrt deS Schiffes war er plötzlich verschwunden, und die Behörde ift überzeugt, daß ec sich an Bord des Schiffes begeben hatte, um den Tod Tscherniaks herbeizusühren. Parts, 22. Febr. -lec Marineminister hat über ben1 Unfall bes Kreuzers Iwan Bart folgenbe Mitteilung erhalten: Ter Schiffsleutnant Parlier ist an Bord eines spanischen Dampfers mit dem Bericht des Kommandanten in Tatkar angekommen. Darnach ist der Kreuzer Jean .Bart zwischen der Kusie und der Insel Pedro Gaihe auf Grund gelaufen. Die Bemühungen, das Schiff wieder flott zu machen, sind bisher gescheitert. Der Kreuzer ist an oer-l schledenen Stellen leck geworden. Drei Tage vor der Ab- Dertttilebte«. I 2>n Nürnberg suchten em 19-jälnüjer Büigerfohn unb eine 21- I*V»*»* l fuhitzp» Bnrgerstochter geincinfam den Tod, da das Aladcheu einen * Furchtbare Mordtat eines Dierzehu» ^"^creii heiraten follie. Man fand beide erfchoffen an nahen jährigen. Ein Mord wurde an bem se-chssähri g'e n ! Aatde. — In Zittau erschoß rvegen langwieriger Slranfhcil ter Söhnchen bei Landwirts Vollmer in Loeftseld bei Perlcderg! ^exiilinbusirielle Fabrltbesiyer Nicklatsch feine 36-jährtge Frau unb ausgesührt. Ein zu Besuck) wellender 14jäi)r iger Knabe! lch felbst. — In Reckli n g h aufen wurde un Blalbe die 13 NamellS Hoffmann hat ,das Kind, nachdem er es vorher zu ci> I jäbüge Tochter des Lumpenhänblers Plattmann ermordet auf- tränken versucht hat, geschlagen und schließlich mit einem Messer! aem.iden, bie seit Montag vermißt wurde. Sic ist bad Opfer eine*, tödlich verwundet. ! Wüstlings geworden. — Ä» Echakke überfuhr cm Perjoueiizug * Die Aelteften im „Gotha". In vielen Nachrufen! ui 'Dtild)iul)riverf. Ter Besitzer und fein Lohn wurden getötet, auf bie Prinzessin Klementine von Coburg, die Mutter des Fürsten ------- ------1—— — ~~1■---------- von Bulgarien, war zu lesen, sie sei bie älteste aller europüisa^n li<-m।riItfinfi(i Prinzessinnen ber regierenden Häuser gewesen. Das ift nicht ^>0lll.w.rljlyckftlllyiS. richtig. Sie war die zweitälteste. Die Prinzessin Klementine, Heber die Einrichtung und den Betrieb ber am 3. Juni 1617 geboren, würde in wenigen Monaten das L)0. Lc- Sur Anfertigung von Jigarrcn bestimmten Änlugen bensjahr vollendet haben. Aber am 7. September 1906 hoi schon | bat der Bundesrat am letzten AkoMag neue Vorschriften beschlossen, bie Prinzessin Charlotte Amalie von ^chwarz-lbie jetzt veröffentlicht werben. b u r g - S o n d e r s h a u s e n, die Witwe des Freiherin L>ans Darm werden ivestmimungcn getrofsen über bie Sage, Höh.' von Jub, die gleicl>e Zahl der Jahre erreicht: sie wird also, 1816 usw. der zur u.Fertigung von Zigarren bestimmten Räume und geboren, im kommenden Herbste 91 Jahre alt, und sie ist älter über bie hygienischen Vorkehrungen. Von allgem. Bedeutung ist Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Ltzittcrnng für -esfeu am SarnStag. bett 23. Februar: Abnehmende Beivötlung. Geringer Schnee. Aachtr leichter Frost. Mastige westliche Winde. Fl Kirchhain, 21. Febr. Der katholische PfarrerI sind dem Pserd? tn hohe Damm in bem nahen Roßdorf erhielt dieser Tage ein m°S das Pferd Ursache u „ _______ Paket ans Marburg, besten Absender sich als .Ein Wohl- ^Schlüsse zu bilden. Wahrliatte Uebrrlegung zeigte,z B. eine ffifAr,,, r | Selbe Pferde, welche im ’lpril des ^a.res 1/94 am der Elb. tä te r bezeichnete. Do> der Pfarrer mchts anö Marburq gu (nfel Ärautjanb plötzlich von der ^Springflut überrascht wurde erwarten hatte, netz er das Paket vorsichtig offncn und hierbei I und ihr nicht wie bic minder durch 3-vptntnum eniruinen konnten, stellte sich heraus, daß es eine dichtverschlossene Blech- weil sie chrc Fiillcn bei üch taiten In dieser kritischen Sag: büchse enthielt. Unter großen Vorsichtsmaßregeln trug man *O0€n blc ^'c-rde wiebernb in cm« Kreis zusammen, und d.-ie aus einen freien Mast und schlei.de, -l- sie fort snxi den '.Uten brungten bic Fullen mmchen Hdx hmau, bie e aus einen freien Plag und schleudeite sie fort. Die über das Wasier. <,o fiknbfli uc mutvoll unS nnbciMüluf), Folge war eine heftige Detonation; e3 handelte sich I bis noch sechs Swiben bic Ebbe cinrr.?t. Die Beisvkle von ttugnt hier also um eine wirkliche Bombe. Die sofort eingeleitcfe gerben iütb äußerst mannigfaltig, überall aber pmint die nch- llntersuchung hat noch nicht ergeben, wer daS acfähtlidic ^-r;i^un9 und Pcbanblung d s Pferdes in Bcrracht. t kni 1 stletne ^ageSo. ro, .! P r t n z E b e r w e y n o o n Paket abgefchickt hat. Bentheim, dessen Vermählung mit einem Fräulein Lang- HerSfeld, 20. Febr. Hier wurde heilte ber 100-|felb junast stattgefunden Hai, hat sich mit feiner Frau nach Holland jährige Gedenktag ber Rettung HerSfeldS durch beheben. Line groste Amatzl Gläubiger erhebt lamlicb Zaiftungö- ben badischen Oberleutnant Lingg festlich begangen; cm Fett- anipriicbe an das junge ^aar - - egei« einer Züchiiginig, bic er 7 11mS r* 9 r, .. O von stmem Daker erhalten hatte, warf sich der 18 jährige olgt, laut.'i: ..Arbeiterinnen und j n- Herrscherhäuser. An zweiter Stelle marschiert der greife Prinz genblidjc Arbeiter dürfen nur dann beschäftigt werden, regent Luitpold von Bayern, der am 12. März Sti Jahre all -beim sie uit unmittelbaren Arbciisverhältnisse zum Betriebe wird. Hinter ihm kommt die Großherzogin-Mutter von Meckle.i- Unternehmer stehen. Tai Aniielmten und Ablohnen dieser Per- burg-Strelitz, die am 19. Jult bas 85. Jahr ihres Daseins erreicht, io neu durch andere Arbeiter ober für deren Reck.nung ift nicht Run folgt die Herzogin Adelgunde von Modena, des bayrische,i HJtftattei. Diese Vorschrift findet auf Arbeiter, die zueinander in Regenten Schwester, geboren am 9. März 1823, mit fast 84 Jahren, orm Perhäl uiise von Ehegatten ober Geschwistern stehen ober Aus dem Jahrgange 1824 ift kein Lebender mehr int „Gotha" miteinander in gerader Linie verwandt ober verschwägert sind, verzeichnet. Ten Jahrgang 1825 repräsentiert allein, am 17. De- letne Ai-mcnd'tng." Ic neuen Bestimmungen hettti am J. ’.'.'iai zember geboren, der Vrinz Johann von Holstein-Glüasburg, ber 1007 in Kraft. Jedoch bewendet es für die beim Erlasse dieser letzte Bruder des Königs Ehriftian IX. von Dänemark, mit bl Bestimmungen bereits int Betriebe stehenden Anlagen hinsichtlich Jahren. Ebenso alt werden im Laufe des Jahres 1VO7 oer Herzog ^»-'r Grüsse des jedem Arbeiter zu gewährenden Luftraumes bis Vjeorg von Sachsen-Meiningen, geboren am 2. April 1826. biepuni 1. 3anuar 1913 bei ben Vorschriften bes § 5 ber Bekannt- Exkaiserin Eugenie, geboren am ö. Mai 1826; ber Erostherzog machung vom 8. Juli 1893. Friedrich von Badeti, geboren am 9. September 1826; der Her- -------———. — - ... övg Ernst von Sachsen-Altenburg, geboren am 16. September 182G; unb die Prinzessin Mathilde von Schwarzburg, die Mutter \ . .. . des regierenden Fürsten von Schwarzburg-Rudolitadi, geboren I r • c □ 11 n-t l 11 a n Inüglied der ^eut- am 18. Rovembn- 18_J. Und schließlich ift noch der Erzherzog >a)cn Bant in Berlin beimbet ii:!) gegenwärtig in Petersburg, liainet von Oesterreich zu erwähnen, der, am 11. Januar 182/ in? 01,10 x>nttresiengemcinich'a,t mit b.r Jmnneben Bank für aus- geboren, erst vor wenigen Wochen m bic int ganzen elf 5l'öbfc | ^urll®cn Ä5*?.1 1,111 -^ntchnihrung zu bringen, zicbeutjcljc zäin..ide Reihe ber über 80 Jahre alten europäischen Fürsten Vattt.M sich inwn wit ^aijren dem übt, in Petersburg leiten t diesmal mit lO ^woz. stille Gruft Hinern. In dem neuen, erst im Jahre 1885 vollen- V.) bemch«m Tie Oeiamtre,ewcn der Geielftchaft beten Teil der Gruft steht der große Doppelsarkophag, in dem I ?ch nun rat 3M 000 m bei 14OOOOO Mk. Aktienlapital o.c Prinzessin Clementine von Samscn Coburg-Gotha neuen ihrem Geichastvgan gwirbgci agt, datz bie ffabru am 26. Juli 1881 auf seinem Schlosse Ebenthal bei Wien im vollem Betrieb steht und reichlich Auftrage aus viele Monate Alter von 63 Jahren verstorbenen Gemahl, dem Prinzen August, . nßt ihre letzte Ruhe sand. Ter Deckel der zwischen zwei Säulen- < ^.a l 11 Y n dika t S - Er h an d Nin g c n a,as neuefte ift, datz reihen stehenden Sarkophage trägt die überlebensgroße aus tar* fe* i~£^LDoll So^lftedt m das Syndikat ,o gut wie gesichert rarischem Marmor ausgeführte Statue des Prinzen August, der, Schmidtmann hat fiü) durch gewme L.rgange technischer den Pallasch tn der Hand, in österreichischer Generals-llnikorm X‘rt •bn ^"llftedt entgegenllunmender gezeigt und dlesoezugllckft aus einem Reiteroiantel ausgestreckt liegt. Ein knieenoer Engel Bedingungen der Jerivaltung des >^^ndik_ts unterbreitet. Auch aus weissem Rkarmor, zu Haupten der Statue, hält in den aus- ^^h^ndlungen nut ben ^euticf'cn llaliw^rien l^ben ploy- geftredlen Händen Schilder mit dem koburgischen und dem bour-1 freundlichere ^peiidung gciwinmen, sodass alle vonischen Löappen. Beide Skulpturen finü hervorragende Werke! ^wlstigteiten binnen kürzester orift ganz beseitigt icm ourrt^n. des französischen Bildhauers Aimd Mulet (geft. 18VJ1). Bald Märkte. wird nun auch die Statue ber Prinzessin Clementine den Sarko- Marburg, 21. Febr. Ter beute hier abqehaltene ® cf) weine - Phag schmücken. Ein in Wien gearbeiteter kleiner Altar mit «markt Hane sehr unter der Ungunst des Wetters zu leiden. Tie fchwarz-sMcrnem Behang gibt dem Raunie eine stimmmigsvolle Zu'uhr von Schweinen beäug deshalb nur rund 260 Stück. Ta Wethe. In derselben Gruftabteilmrg ruhen in einem Sarkophag < " "i-b-n, horri*#» .-mOM hlt* nfAn (£•& miirhon I aus Sandstein mit eingelegten schwarzen Marmorpf^rten bischen Ueberreste eines Enkels des Prinzen August, des Prinzen Josef von Koburg, und in einer Seiteluüsche, dem älteren Teile der Gruft, ist dessen Mutter, bie Gattin des jüngeren Prinzen August, Prinzessin Leopoldine, eine Tochter des Kaisers Dom ^.-edro IL von Brasilien, beigesetzt. Sie ist am 7. Februar 1871 in Wien im Alter von erst 24 Jahren gestorben. Alfiähckich am Sterbetage des Prinzen August oersammeln sich dessen Angehörige an seinem Sarge. Dielt nicht schwere Krankhett die ureise Prurzessin Clementine ab, so war auch sie stets an der Seite ihres Sohnes, des Fürsten Ferdinand von Bulgarien, bei der Gedächtnisfeier zu finden und noch im vergangenen Jahre weilte ’ie zu diesem Zwecke in Koburg. * D i e erste Uniform deS Zarewitsch. Vor kurzem war ein großer Tag im Leben des russischen Thronfolgers; er! erhielt nämlich feine erste Uniform. Ter Zarewckich ist letzt 2’-/2 llahre alt und hat sich zu einem grossen hübschen Jungen ent» wickelt. Schon von ber Wiege an ist er Ches eines finnischen und einiger anderer Regimenter, aber erst jetzt hielt man den Zeitpunkt für gekommen, um ihm die erste Uniform zu verleihen. T r Zarewitsch wurde also von feiner Bonne (ober richtiger: feinet | Sturfe; denn hierin ist man am russischen Hofe sehr englisch) auf einen Tisch gehoben, unb die Ofsiziersdeputallon eingelaffen, bie ihm die Uniform nebst Säbel feierlich überreichen sollte. Einer nach dem anderen küßten bie Offiziere ihrem künftigen l lftiegsherrn die Hand, unb der kleine Herr fand an jedem einzelnen der bunten und natürlich für ben Knaben befonber» ni^d- lid) angerercigten Uniiormitüdc ersichtlich grosses Gefallen. 5lls aber der Säbel in Sicht kam, geriet bet Zarewitfch in grosse Auf- ^flung, versteckte sich hinter feiner Rurfe und schrie: „Nehmt ihn weg, nehmt mich weg". Also offenbar ein Friedenssürft . . *' D ie geistige B efäbig ung des Pferdes kann durchaus nickt bestritten werden. Merkwürdig ift bas Erkerimmgs- vermögen des Pferdes, bas schon am Saftitt htzrt, isenn fern I gerr naht, dem es entgegenwiehert, sich an ihn schmiegt, friiu Janbe leckt unb ihn mit glänzend belebten Augen brrrachrst, bie Kme Freude e^Tennen lassen. Aber auch Ich, Februar Barometer mi’ 0° reduziert Temperatur der Luft Slbfolutc Feuchtigkeit Relative Feirchtigkeit Windrichtung 1907 21. 730,1 2,7 4,1 74 WNV,7 21. 9H 732,6 0.2 4,3 92 WKW 22. 711 736,0 — 0,1 4,1 90 W Ein noch gut erhaltener JDJF" Musik-Automat m preiswert ju verlaufen. 1150 Näheres Grünberger Str. 122. Wuö einem Erbschaftönachlast lind eine Ptünzensamuilung und eine wertvolle Marken jammlung au verkaufen. Zu eriabren in der Geichaiiosi. d.Gleg. Anzeigers, ["" Kanarienhahne St Eifert billig zu verlaufen. 01126] Bahnhontraste 2ü, /, Uhr. Sonntag 4 und 8'/, Uhr. Preise der Plätze: L Platz 60 Psg., II. Platz 40 Psg. 01128 __________________________L. Wagner. Scnornstem- Anlsalz Fhönäx bester Schutz gegen Nauchbelästigung empfiehlt 1195 I. Häuser, WchnOlg. Neustadt 50. Telephon 76. Spaziersiöcke Stets Neuheiten! 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