l£,beiuK «belitx.— M wünsche llnk * riIl*cn Tank ^en. Fran Mieders. erlöwf e VerkMfutellea er-GiQbslrumpf« 3EA len QMMiitelten lUig.GesvhlfUo, -t mildem en kenntlich lind. GasglUhllcht aseUschaft ihatt) Berlin "7 tür reisend \L Damei u» tiwestemlM !. iobinoeM»J_ len.»- 11 Ma«"! . .diebt tt>ttv SS- .islkivE sceE "^0 Diä" 7 , be%nrsteUnn9 ilkS-V°r^ gapelle ^jxkUltg beLflÜlld|,lj ■iKitit EL. VefrfÄ* at Ui16 fli ibtoL J»«10 «•«SÄ*- Nr. 66 Zweites Blatt L57.Iahraang Dienstag 19. März 1907 «Meinl tägllch mit Ausnahme de» Sonntag». Die „Siebener Kamilienblätter" werden dem .Anzeiger" viermal wöchentlich beigelegt, da» „Kreisblatt für den Kreis Siehrn" zweimal wöchentlich. Ter „kiesfifche Landwirt" erfcheint monatlich einmal. Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Cberheffen Rotationsdruck und Verlag der vr übliche« Universität» - Buch- und Steindruck er. ei, 9L Lange, Dießen. Redaktion, ExvediNon und Dnickerei: Schulstraße 7. Erpedinon und Verlag; 6L Redaktion:112. Teü-Adr^ AnzeigerDießen» Zweite ^auplverfammtung der ^andwirlschafts- Kammer. R. R. Darmstadt, 18. Mir». Der Sitzungssaal der 2. Ständekammcr zeigte heut eine vollständig veränderte^Physiognomie. Zwar sah inan auf den Plätzen im Saale eine kA.-ayl bekannter Gesichter und auch den Prä- sidentensitz nahm Kammerpräsidertt Haas wieder ein, aber ftatl bet Polksvertrer waren diesmal die Vertreter der Landwirtschaft aus den drei Provinzen hier zusammen gekommen, um in ihrer zweiten Hauptversammlung die wertere LwnfUtuierung der Kammer dnrd>zusühren. Nach der durch Zuruf erfolgten Wahl zioeicr SchriiiiUlfrer, deren Namen aus der Journalifien- tribune nicht Der,tauben werden konnten, wurde als erste dringliche Frage die beteiligmtg an den bevorstehenden landwirtschastlia-eii Äusfiellungcn in Nc a n n h c i m und Düsseldorf behandelt uno, da em ordentliches Budget iwch nicht vvrl-anden qt, über die Bt>cl>aiiung der vafür erwrderlichen Mittel beraten. Für die toeicmguiig an der Düsseldorfer Ausstellung seien, wie Leko- nomierat Dr. Müller 'uutteiite, die Kosten aus 62/5 Wit biteujiut, sur die Beteiligung an der Garten- und Obstbauaus- slellung warden 00OO Mk. erforderlich jein; es soll daselbst eine zwllektwausstellung der He,ji>chien Obftbauzuchter amingieil werden. Die Negierung habe, wie weiter mitgeteilt wurde, eine Beihilfe von 2uüo tiJtt aus dem landwirtsch Dispositionsfonds iUfleyAuiiflerialTat Dr. Ujinger erklärt, daß er die früher gegebene Zusage aus Bewilligung der 2000 Mk. aus dem lanb- wiitfch DispositwnssondS nicht auftedst erhalten könne. Tie Land» wiriia-aftstammer sei jetzt .in der Lage, sich selber die für die Beteiligung erwrderiichcn Mittel zu beschaffen: die bescheidenen Mittel des Tispositwns,onds durften in Zukunft auf feinen Fall für AusstellungSzwecke verivendet werden. LandtagSavg. Bähr protelttert gegen die Zurückziehung der 2000 -und beklagt es, daß die Regierung sich so wenig entgegen- konimtiid den Interessen der Laridivirlichaft gegenüber zeige. Ministerialrat Dr. llsinger wendet sich gegen die letztere Behauptung des Vorredners und sagt, nachdem auch Präsident Haas daran, hingerviesen habe, daß man doch den einmal bewilligten Betrag letzt micht gut wieder zuruckziehen könne, der Kammer zu, beim Ministerium des Innern für die Hergabe der Summe eintreten H11 wollen. Nacht «nigert woite-oew 'miö- luhrungen der Herren Lichtenstein und Breidenbach betont Herr Brauer, mit der Errichtung der Landwirtschiastskammer könne doch keineswegs gesagt sein, daß sich die Regierung nun nicht weiter um die Interessen der Landwirtschaft zu tiunmern brauche. Wenn but lundm. DiSp>,|itiotisi<,.tt>s zu gering sei. so müsse man dafür «argen, daß er im nächstjaIrrigen Staatsbudget erpöat werde. Die Kammer nimmt darauf einstimmig den Antrag des Vorstandes an, in dem derseloe ersucht wird, Dorkehiunaen für die Ausbringung der für die Beteiligung an den beioen VlutfuHungen erforderlichen Mittel zu treffen mU dem Zu- savanlrag bei Herrn Walter, dem VorstandSantrag unter der Bedingung zuzustimmen, daß die Regierung dafür den Zuschuß von 2000 Mk. gewährt. Der nächste Punkt der Tagesordnung betrifft die Statutenberatung. (gegenüber einigen Vorschlägen auf en bloc- Annuhme des Statulenentwurfs spricht sich Herr Köhler für eine nähere Beratung des Entwurfs aus, ebenso bittet Ministerial- lut Tr. U f i n g e r , von einer en bloc-Annahme Abstand zu nehmen und die einzelnen Artikel zu beraten. Es sei daS deshalb erwünscht, weil vielleicht auch von ihm als Berti der des Ministeriums des Innern zu einzelnen Bestimmungen der Satzung Bemerkungen zu machen sein würden. Präsident Haas spricht sich gleichsalls im Sinne des Vorredners aus. Die Kammer tritt darauf in die Spezialberatung über die Siaiuun em und genehmigt nach unwesentlicher Mbatte die Artikel 1, 2, 3. Bei diesem Artikel wird ein Antrag angenommen, daß die Wablen in der Zeit von 10—2 Uhr zu erfolgen haben. Die Artikel 4, 5, 6 und 7 werden ohne Debatte angenommen. Bei Art. 8 macht Ministerialrat U s i n g e r auf einen Widerspruch zwischen diesem und dem späteren Art. 43 aufmerksam, der sich auf die Reihenfolge in der Stellenvertretung des Vorsitzenden bezieht. Auf Antrag Köhler wird die Bestimmung im Art. 8 gestrichen. Herr Heusel wünscht, daß bei diesem Artikel noch eine Bestimmung über die Anstellung des Generalsekretärs eingefügt werde, da die Befürchtung bestehe, daß der dafür bestimmte Oekonomierat Müller eine andere Stellung annehmen könnte. Nachdeui sich verschiedene Redner für die genannte Persönlichkeit ausgesprochen und auch Präsident Haas erklärt hat, daß der Vorstand vollständig einig über i>ie Anstellung des Herrn Müller sei, wird der Antrag Heusel abgelehnt und Art. 8 angenommen, ebenso die Art. 9, 10, 11, 12, 13, 14 usw. Eine kurze Debatte entspann sich bei Art. 43, welcher lautet: „Den Vorsitz tni Vorstand führt der Vorsitzende der Landwirtschaftskammer. Er wird im Verhinderungsfälle durcb einen seiner Stellvertreter nach Maßgabe der bei der Erwählung abgegebenen Stimmenzahl vertreten". Hierzu wurde ein Zusatzanlrag Breidenbach angenommen, daß bei Stimmengleichheit das Los entscheiden soll. Die Artikel 60 und ff. treffen die näheren Bestimmungen über die Ausschüsse für die Provinzen. Hier entspinnt sich eine Debatte über die Frage, ob die Errichtung der Geschäftsstelle eines Provinzialausschusses auch an einem anderen Orte, als der Provinzialhauptstadt, zulässig sein soll. Ein in dieser Angelegenheit an die zweite Kammer gerichteter Antrag Diehl acht dahin, die Großh. Regierung um eine Vorlage zu ersuchen, dahingehend, daß der Abs. 1 Art. 26 des Gefetzes über die Landwirismaftskamnier folgenden Zusatz erhält: „Der Provinzialausschuß der Landwirtschaftskammer kann jedoch auch einen anderen Platz in der Provinz zum Sitze der Geschäftsstelle erwählen". Dieser Antrag hat den Zweck, zu ermöglichen, daß die Geschäftsstelle für die Provinz Rheinhessen in Alzey verbleibt. Dem Art. 60 der Satzung ist ein Passus im Sinne dieses Antrags beigefügt worden. Ein Vorstandsmitglied des landw. Vereins aus Alzey, sowie Herr Lichtenstein sprachen sich entschieden für die Genehmigung dieser Bestimmung aus. Es habe sich ein Sturm der Entrüstung unter den Landwirten erhoben, als bekannt wurde, daß die Geschäftsstelle für Rheinhessen nach Mainz verlegt werden solle. Alzey liege im Mittelpunkt der Provinz, es könne von allen Seiten leicht und bequem erreicht werden und die Landwirte hätten sich bei der bequemen und mit Bibliothek rc. aus gestattet en Geschäftsstelle bisher sehr wohl befunden. Die Herren Haibach. L u tz u. a. sprechen gleichsalls für die Genehmigung dieser Bestimmung, wobei der letztere daraus hinweist, daß auch Oberhessen davon Gebrauch machen würde, weil es dann seine bisherige Geschäftsstelle in Alsfeld beibehalten könne. Auch die Landtagsabgeordneten Brauer und Köhler sprechen dafür. Schließlich wird einstimmig ein Antrag Lutz angenommen, daß der Provinzialausschuß unter Zustiickmung der Landwirtschastskammer seine Gcsä)ästsstelle auch an einem anderen Orte in der Provinz, als in der Provinzialhauptstadt, errichten kann. Die Sitzung wird daraus um Vr 2 Ubr^abg politische Lagesscharr. Nat.ona.verein. Von München auS geht an alle deutschen Liberalen ein Aufruf zur Verjüngung und Einigung. ES heißt darin: Was die politische Bewegung der letzten Jahre schon hat erkennen lallen, ist durch bie Reichstagswahleu bestätigt worden: In luciien Kiesten des Volkes lebt eine tiefe Sehnsucht nach Verjungung und Einigung des Liberalismus. Für den Liberalisinus ist jetzi der historische Augenblick gefommen, Öen zu nützen er nut allen seinen Uralten veimchen muß. Er niuß den alten liberalen Grundgedanken der unlöslichen Verknüpiung von vaterländlicher Ai a ch 1 und Größe nut der Freiheit und Tüchtigkeit aller Staatsbürger aufs neue erlassen mid auf die Bedürfnisse der Gegemvarl aniveuden. Stoch 'st die Zeu für eine einzige liberale Partei nicht gekommen. T,e bestehenden Parteitorper rönnen nicht einfach verschmolzen oder aufgelöst werden. Es gilt, neben ihnen eine große gememdentschc Lrgamjalion zu schassen, die der genicm- amen Aufgabe dient und die Einigung voi bereitet. Eine solche Orgamsalion soll der Verein jeiii, zu deßen Gründung wir un,ere Laiidsleuie aistru'en. Wir siiid einig in der Pflege nationaler Ge- meinschast. Im Zusammenhang nut der großen Knllurgemeiuichafl aller Rationen wollen wir dem Teutschtiim leine Stellung in der Wett behaupten. Wir fordern, daß die Sicherung des Reiches und unlerer nationalen Interessen nicht abhängig gcnmct)t^ werbe von Erwägungen parlameniaiischer Lallst und von der Stellung der sZrakiiOiien z»lr Regierung. Wir sind einig in dem Verlangen nach freiheitlichem Ausbau der l n ,»e r e n E t n r i ch t u u g e n des Reiches uud der Euizelstaaten, der Verfassung und der Verwaltung ; einig in der Vertretung des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechtes, einig ui dem Ziel: ein freies deutsche» Reich, em Volk von freien 'Bürgern. Wir sind einig in der Forderung einer freien und volkstümlichen Er - zieh" n g aller SlaatSangehöngeii, vor allem der Heranwachsenden Jugend, zu den nationalen, staatsbürgerlichen, sozialen und unri- jchastlicheii Aufgaben der Gegemvarl. Im friedlichen Wellkampi der Rationen eiltscheidet fulturelle, politische und wirlschailliche Lüchtigkeit, und innerhalb der Station wird sich nur der tüchtige Stand, die tüchtige Perjönlichkell bchaupten. Wir sind einig in dem Gedanken der sozialen Reform auf dem Boden der Freiheit und Gerechtigkeit. Liberal sein heißt das Recht des treten Arbeitsvertrages, das Recht der wtitjchaitltcheii Organisation, volle ftoalaiions- freiheit für die Angehörigen beider Geschlechter, die Gleichberechtig- itng von Aibeugeber und Arbeitnehmer aiieilennen. Im iviri- jchaiMchen Kampfe sehen wir nicht Selbstziveck, sondern nur em Mittel, um zum sozialen Frieden zu gelangen. Diesem Zweck soll and) der Ausbau der sozialen Gesetzgebung und ihre Ausdehnung auf weitere ftreije der Bevölkerung bienen. Richt die Klaßengegen- sätze verschärfeii, lonöern alle Berufskreise zu gememiamer friedlicher Arbeit zu einen, ist eine nationale, 'reihenliche Aufgabe. Tas fmd vier große Richlpuistie, die dem gejaulten Liberalismus gemeinsam fmd. Sie iollien die Längtest unserer neuen Gemeustchast bestimmen. Wir brauchen einen neuen Öianonaloerein. Ter alte Stationalverem war eine Organisation des deutschen Liberalismus, er hat d»e Einigung Deistschlands aui sreiheitlicher Grundlage erstrebt mid mächiig gefordert. Ter neue Rationaloeiein |oll auf der heilte gewonnenen nationalen Grundlage die Einigung des deutscheii Liberalismus organtfieten, des Liberalismus der loyalen und Erziehungs-Arbeit. Für die Ortsgruppe München des Nationalvereins zeichnet Prof. Dr. Siegmund Günther. Beitrittserklärungen werden erbeten an Staatsanwalt Pfister, München, Milien» uraße 65. S^hulfrageü^ör dem^rcutzischeu Abgeordneteuhause. Berlin, Id. Atävz. Die Gesetzentwürfe wegen der Stadter Weiterung von Hanau Hub Danzig werden in erster nnd zweiter Beratung angenommen. Hierauf geht das Haus zur Beratung des K u l t u s - etats über. Ministerialdirektor Dr. Schwartzkopff erklärt, daß man sich bei der Bildung von Gesamtschulveröairden an die bestehenden Verhältnisse wcrdc anlehnen müssen, lieber den Inhalt des Lehrerbesoldungsgesetzes könne er jetzt noch keme Veit- teilungen madyett. Es erscheine aber ausgeschwisen, die Rektoren- srage im Zusammenhänge mit diesem Gesetz zu regeln, da sie viel zu süZvierig sei. Äbg. Cassel (frs. Bpt.) führt aus, dftß angesichts der Er- Hänniaen des Ministers in Erwägung gezogen werden müßte, ob seine Last nicht erleid/tet werden könne, vor allem durch Abtrennung der Medizinalverwaltung von der Unterrichtsverwaltung. Im Anschluß darun wuidc cs notwendig fein, auch das gesamte gewerbliche UnterrichlS- wesen, das jetzt zum Teil dem Land-virtschastSininlsterium und dem Handelsministerinm unterstehe, unter em UnterrichlS- minifteriuin zu stellen. Wünschenswert wäre es, wenn daS Lehrerbcsoldungsgcfctz einmal ganze Arbeit schassen würde, und nicht nur daS Mindestgehalt, sondern ein Slormalgehalt sestsctzte. Redner geht dann des näheren ein auf die Nichtbesvatiguna des ireirctigiösen Dr. Pcntzig in Charlottenburg als Mitglied der Schuldepuiation. Wie weit der Geist des Kvnieffwnalismu- über das Gesetz hinausgehe, beweise das Verbot der^Vertrctuna eines Lehrers durch einen Lehrer anderen Glaubens. Seine Pactet werde den Kamps gegen die fetzige Schnwenvaitung weiter sühren, nicht als einen persönlichen, sondern um der Sache willen. Er könne nicht ■.tnneymen, daß man im Reichstage ein konservativ- liberales Bündnis schließe gegen das Zentrum und Sozialdemokraten und hier ein Bündnis zwischen Kvllservativeii und Zeittrum gegen die Liberalen. Kultusminister Dr. v. Studt will nur hervvrheben, daß er den Anglisten des Freih. 0. Zedlitz wohl dadurch die richtig« Behandlung habe zu teil werden lassen, daß er lie ignorierte. Die Rede begegnete ja auch eisiger Kälte in feiner Fraktion. Er glaube, es chandle sich hier nicht um einen Hujiarenrtttl, sondern um H u s a r e n f i e b e r. Die Abtrennung der Ptedizüial- ableilung sei 1901*02 vom damaligen Minister des Jniieni angeregt luvrbcn. Nach dem Miiiisterivechsel seien die Verhaiidlungen nicht fortgesetzt tovrtxm; er halte keine Veranlassung, sie wieder auzabahnen. Der Minister geht sodann nochmals auf die Vermehrung der Gesckuäfte ein, die sein Ressort seit Uebernahme des SNiuisteriums durch den jetzigen Inhaber ersahren habe. Ministerialdirektor Dr. Schwartzkopff legt dar, daß bi« Praxis der Vertretnngsverhältnisse aufgeklärt und eine ministerielle Entscheidung erfolgen werde. In dem Falle Penzig läge keine Bureaukratie vor. Penzig sei nicht bestätigt worden, weil er den Religioitsunterricht aas der Schule entfernen unü durch Mocalunierricht ersetzt haben wolle und dami eine der wesentlichsten Grundlagen der Volksschule in der schroffsten Form bekämpft habe. Dr. Penzig wolle sogar die Sozial- demokralie zum passiven Widerstande gegen die Schulverwaltung mobil machen. (Hört! hört! rechts.) Solle die Unter* richlsoerwa.tuiig einem solchen Manne die Schulaussicht armer* trauen? Die rheinisch-westsälische Lehrcrdeputation sei nicht empfangen worden, weil ihre Wünsche unerfüllbar waren. Hätte man sie also eine nutzlose Reise nach Berlin unternehmen lassen sollen? Von Bureaukratie könne also auch hier nicht bie Rede sein. Abg. Dr. Heisig (Ztr.) rühmt die Vorzüge der geift* lichen Orts- und Kreisschulaufsicht. Die Lehrergehälter bedürften der Ausbesserung. Redner bittet um Berücksichtigung größer« konfessioneller Minoritäten. Abg. Ernst (frs. Vgg.) erklärt, bei dem Lehrerbesoldung»- gesetz müsse ganze Arbeit gemacht werden, in erster Linie mÜffl für die Freizügigkeit der Lchrer Gewähr geleistet werden. Ein Negierungskommissar betont, daß der Lehrermangel noch dadurch erhöbt werde, daß vor dem Eintritt in diesen Beruf gewarnt werde. Abg. Dr. Friedberg (natl.) kritisiert das Verhalten bt» Ministers im Falle Penzig. Herr Metzenthin habe erklärt, eine Bevorzugung orthodoxer Theologen finde bet der Besetzung von Professuren nicht statt. Die Statistik aber beweise, daß an den Universitäten die Theologen ortodoxer Richtung vor anderen bevorzugt werden. Kultusminister Dr. v. Studt beklagt die Aufstellung b« Statistik, wie sie vom Abg. Friedberg versucht worden sei. Verschiedene der genannten Theologen bekennten sich gar nicht zu der Richtung, zu der sie der Abg. Dr. Friedberg gerechnet habe. Ter Vorwurs einer einseitigen Begünstigung der orlbo- doxen Theologie weise er mit Entschiedenheit zurück. Er, bet Minister, mache kein Hehl baraus, baß er ber positiven! Richtung angehöre. D« evangelisch-theologischen Wissenschaft habe bas ab« nicht geschadet. Abg. v. Oldenburg (K.) «klärt, feine Freunde müßten und würben verlangen, baß auf allen Universitäten! die positive Richtung in ber Mehrheit sei. (Unruhe links.) Die Mehrheit bes Volkes sei positiv.. Seine Freunbe wollten keinen Geistlichen haben, der womöglich an der Gottheit Christi zweifele. Man müsse die positive Richtung schützen. rrus Stadt und Land. Sprechstunden der Redaktion: Vi 12—1 Uhr vorm., Vr 7—Vs 8 Uhr nachm., (mit Ausnahm« von Samstag und Sonntag). Gießen, den 19. März 1907. *• Eine Sitzung des Provinzial-AusschusseS findet am Samstag, den 23. d. Lkts., vorm. 9 Uhr, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Reklamation des Heinrich Hohmann zu Friedberg gegen die Heranziehung zu den Baukosten des Vrainzerlorwegs. 2. Die Sitzung des Gemeinbe- cats zu Büdingen am 3. August 1906. 3. Wasserversorgung von SUeder-Gemünden; hier Antrag auf Enteignung des Rechts zur Röhrenverlegung. Prämiierte Geflügelzüchter. Bei ber ersten Ausstellung des Verbandes hefsischer Geflügelzüchter, die am Samstag und Sonntag in Worms stattfand, erhielten folgende Aussteller auS Oberhessen Preise: Die Ehrengabe S. K. H. des GroßherzogS erhielt PH. Södler in Nledec-Gemünden, die Ehrengaben des oberhessischen Pro- vinzialvereuis R. Ritter in Grünberg und I. ftnanb in Klein-Karden. Ferner erhielten Preise: L. AßmuS in ttlein- Kammnnlufikaöenb. Gießen, 18. März. Die Reihe der Darbietungen des KonzertvereinS in tiefem Winter fand am Sonntag ihren Abschluß mit einem Kammermusikabend. Wir sind es gewohnt, in diesen intimen Konzerten vom Besten und Feinsten zu hören, das die Kammerniusik aufzuiveisen hat. Auch in dem letzten Konzert der Saison war das der Fall, wenn auch Beethovens Name nicht auf dem Programm stand. 3)ht Mozarts Quartett in G-moll (Köchel 478) begannen die Herren Trautmann, Redner, Heg ar unb Statt ec er die leider wenig zahlreiche Zuhörerschaft zu fesseln. Das prachtvolle Werk fand in jedem seiner Sätze, dem silberklaren Allegro, dem vornehmen Andante und dem graziösen Rondo, eine gleich glänzende Wiedergabe; es war ein Genuß, zu hören, wie die feinsten Feinheiten herausgeholt wurden uno e§ erwies sich als gute Taktik, bie roert* vollste Gabe am Anfang, den frischen Sinnen, darzubielen. EZ folgte Dvoraks Opus 47 sür 2 Violinen — die zweite von Herrn Tavlsjon trefflich gefpielt, — Cello und Harmonium — .Bagatellen" ist es genannt, übersetze: .Kabinettstückchen". Melodische Stimmen, interessant gesetzt, >n schwermütigem oder wildem Tempo, geben Zeugnis von den» wundervollen Zauber, der m den Volksmelodien der Böhmen lebt. Tas Harmonium tritt kaum selbständig neben den Streichinstrumenten hervor, es bildet geheimnisvollen Hintergrund, von dem die Rielodien sich abheden. ^Inch der Schluß führte aus dem Kaiferstaat nicht heraus, aber zurück in bie Zeit des Spinetts und dec Viola d'amour. Ein übermütig fröhliches Streich-Quintett von Hayön (C-diu ) vereinte die förmlichen Künstler. Es war ein freundlicher ^Ibfchluß, stilvoll gespielt, besonders das Adagio. Da mochte man wohl denken, daß man eS so dem Rieifter selbst oortragcn durste. Auf die Viitwirkung eines Solisten war verzichtet worden. Wer hätte ihn vermißt? Wir stehen am Schluß der Saison und auf dem Programm war ein Uebetbltd gegeben über das in diesem Winter Gebotene, eine Erinnerung an viele Stunden schönster Erholung und bester musikalischer Anregung. Man kann den Bericht gar nicht schließen, ohne Denen zu danken, die — Herr Pros. Traiitmann voran — so ehrlich und eifrig daran gearbeitet haben, bas NiusikoerständniS m der kleinen Stabt zu fördern und erstarken zu lasten. Möchte wachsender Erfolg ihre Rlühen lohnen! ♦ Paris. 18. März. Ter berühmte Chemiker unb Akabemiker Berthel 0 t »st heule abend 6 Uhr plötzlich g * ft 0 r b e 11, als er gerade 111 seinem Laboratorium beschäfiigt ivar und man »hm den X 0 ö feiner feit einigen Tagen in einem anstoßenden Zimmer krank darniederliegenden G a 111 n mitteilte. Beriheloi stürzte vom Schlage getroffen 101 nieder. Er hatte heule uadpuiuag einer Sitzung der Aladenue Francaije beigewohnt, deren Sekretär er war. Er kehrte nach derfelben an das Krankenlager feiner Frau zurück, an weid)em feine Sohne standen und zu denen er kurz vorher gejagt Hane: . lecnn eure Muller stirbt, werde ich |ie nicht überleben". Berlyelot ftand uh ö u. Lebensjahre. Karben, P. Berg in Gießen, H. Binding VII. in Echzell, N. Franz in Lich, H. Heller IV. in Lich, K. Hildebrandt in Gettenau, Jung I. in Ober-Mörlen, F. Leipold in Münzenberg, R. Radetzky in Lich, K. L. Schäfer in Lich und K. Vogt I. in Lich. *• Waisenpflege. Abg. Tr. Glässing bat bei der Zweiten hessischen Kammer einen Antrag cingebracht, in der ein Zusatz zu dem Gesetz über die freiivillige Gerichtsbarkeit, 9(rt 138, verlangt wird, das; in Städten mit mehr als 10000 Einwohnern eine andere Zusammensetzling des Gememde- waisenrats, als das Gesetz vorschreibt, durch Octsstatut eingeführt werden kann. Der Antrag bezweckt, daß ailstelle der Ortsgerichte, die in den größeren Städten der ihnen auf diesem Gebiet zugewiesenen Aufgabe ihrer Zusammensetzung und sonstigen Geschäfte halber nicht gewachsen sind, andere auf dem Gebiet der praktischen Fürsorge tätigen Körperschaften übertragen werden kann, z. B. den städtischen Arrncnvcr- waltungen. 9lu? der dem Antrag bcigegebenen Begründung, die auch die segensreiche Tätigkeit des Vereins für Atrneu- pflege in Gießen anerkennend hervorhebt, ist zu ersehen, daß der in dem Antrag zum Alisdruck gekommene Gedanke schoil vor drei Jahren von dem Gießener städtischen Armenaml angeregt wurde. Das Justizministerium verhielt sich bainals aber ablehnend. " „Sie ist da!' Tie erste Schnevfe wohl im Umkreis wurde Sonntag abend im Treiser Wald von Herrn Zivilingenieur Mord geschossen. — Klein-Linden, 17. März. Die seit 20. Jan. d. I. bestehende Volksbibliothek erfreut sich einer recht lebhaften Benutzung. Durch zahlreiche Bücherschenkllngen und -Ankäufe hat sich der Bücherbestand auf 152 Bünde erweitert. Dazu kommen noch 40 Bände, die der Rhein-Main-Verband für Volksbildung dem Volksbildungsverein „Heimatvereinigung" Klem-Linden kostenlos für ein Jahr zur Verfügung gestellt hat. Mehrere Gönner des jungen Vereins unterstützten die Bibliothek mit namhaften Geldbeträgen, so daß ein großer Teil der Anschaffungskosten gedeckt werden konnte. Die der Heimatvereinigung korporativ angehörenden Ortsvereiste haben ebenfalls freiwillige Beiträge für die Bibliothekskasse gestiftet Seit dem kurzen Bestehen der Volksbibliothek haben 415 Bücher- ausleihungen stattgefunden. Vorzugsweise werden Werke der Unterhaltungsliteratur gelesen. Das junge Unternehmen sieht Dank der entgegengebrachten Sympathie einer guten Zukunft entgegen. — Am Sonntag fand bei überfüllter Kirche die 300jährige Geburtstagsfeier für Paul Gerhardt statt. Die würdige Feier wurde durch Gesangs- und Jnstrurnental- Vorträge Gerhardt'scher Dichtungen seitens des Kirchen- gesangoereins rmd des Posaunenchors erhebend verschönert. Am Schlüsse wurde eine Kollekte für das zu errichtende Paul Gerhardt-Stift erhoben. § Aus dem Ohmtal, 18. März. Die ersten untrüglichen Boten des kommenden Frühlings, die Kraniche, sind gestern vorübergezogen, dem Norden zu. In vier starken Zügen flogen sie vorbei. Ihrem Fluge folgten zwei Gewitter. Beim ersten vernahm man heftiges Donnern, beim zweiten sah man eS mehrmals blitzen. Die Gewitter entluden sich gegen Abend. Der letzte Schneefall wurde durch ein Gewitter eingeleitet; hoffentlich bilden die gestrigen Gewitter das Nachspiel des endlich abziehenden Winters. Die starken Schneefälle der vorigen Wache — noch vor drei Tagen mußten im - Vogelsberg die Schneeschipper an die Arbeit — haben durch das eingetretene Tauwetter wieder Ueberschwemmungen im Gefolge. Bächlein und Bäche treten über ihre Ufer und donnernd stürzen die Geivässer bei den Mühlen über die Wehren herunter. Lauter Zeichen des nahenden Frühlings. er Studierenden au der D a r m st ä d t e r Technischen Hoch- chule im Wintersemester 1906/07 das zweite Tausend über* chritten, sie beträgt 2042 gegen 181-0 int Sommer,emester 1906. Die Zahl der dem hessischen Staat angehöreirden Studierenden belief )id) im Sommeriemester 1906 aus nur 379, stieg aber im Wintersemester 19OU/0 < au, 439. Den Löwenanteil der Studierenden ftclit Preußen, das im Sommersemester mit 622, im Wintersemester gar mit 642 Studierenden vertreten war. Von bayrismeu Staatsangehörigen studierten im Wintersemester 112, aus Etsaß-Lothringen 33, laus Sachsen 27, aus Haneburg 22, während Württemberg nur mit 19 uno Baden mit 34 Teilnehmern vertreten ist; cs ist das auf den Umshrnd zurückzuführen, daß Stuttgart und Kurlsruye ebenfalls ausgezeichnete Technische Hochschulen besitzen. Das Ausland ist im Ganzen im Sommer 1906 mit 559, im Winter 1906/07 mit 66 7 Studierenden vertreten gewesen, darunter n i ch t w e n i g e r a l s 5 2 3 ür u s, e n , während Oesterr.ich-lingarn nur 61, die Schweiz nur 16, England 11, Norwegen 18, Griechenland ö und Frankreich gar keinen Studierenden stellte; aus Italien studierten int verstossenen Winter 5, aus Speisten, Luxemburg und den Niederlanden je 4 Personen, au3 den Vereinigten Staaten und Chile je 2, aus Argentinien uiü> Pern ie 1 Person. Aus den vorstehenden Angaben geht also hervor, t.. ; Die Hochschule neben den 439 Hessen von 936 Studierenden aus den anderen deutschen Bundesstaaten und 667 Ausländern besuchst wird; mithin nahezu Vs aller Studierenden Nichthesten und. Da die Summe der Ausgaben int neuen Staats- Haushaltsetat mtt 698600 M., die der Einnahmen der Hochschule mit 4o6 00J Mk. angegeben sind, so beträgt der für 1907 zu eut- richlettde ^tav.tszu^chu,; dafür rund 242 600 Alk (20 000 Mk mehr als im Vorjahr), ein Betrüg, der zum allergrößten Teil den Ausländern zugute kommt. Die Steigerung der Frequenz der Ausländer ist ganz rapide. Während im Studienjahr 1880/61 an der Hochschule 108 Hessen, 51 andere deutsche Sta tsangelistig' und nur 6 Ausländer zu verzeichnen ipareu, zählte das Studie!'.- jahr 1890/91 204 Hessen, 165 Reichsdeutsche uno 23 Ausländer, im Wintersemester 1895/96 waren 291 Hessen, 475 Reichsdeutsch.' und 118 Ausländer, im Wintersemester 1901/02 neben 482 fectien schon 862 Reichsdeutsche und 459 Ausländer vornandcn Wahrend also die Zahl der hessischen Staatsangehörigen m den letzten 5 Jahren mm 43 zurückging, hat sich die Zahl der Iienysdeutichen um 74 und die der Ausländer, besonders alw der Runen, gar um über 200 vermehrt, trotzdem schon 1902 das Zutritts- und 1905 besonders noch das Nnterrichtsgeld „für nickst deutsche Studierende sehr wesentlich erhöbt worden ist. , Im diametralen Gegensatz hierzu hat sich bie Frequenz an der Landesuniversität gestaltet. Tort sind im Wintersemester 1906/07 von der Gesamtzahl von 1097 Veiuchern (zu denen nock 1.0 Hchpintautinueii, 50 Hör-w und 98 Hörerinnen kommen) 709 Hessen und nur 388 Nichthessen, darunter 212 Preußen, 32 Bayern, 5 Sachsen, 4 Württemberger, 17 Badener, 3 Elsaß-Lothringer, 10 Hamburger, ferner 63 Nüssen, 6 Oesterreicher, je ein Schweizer, Engländer, Niederländer und Schwede, je zwei Rumänicr und Luxemburger, sowie endlich ein Türke, ein Amerikaner und vier Japaner gewesen, im Ganzen 84 Ausländer, sodaß überzweiDrittelderStudierenden hessische Staatsangehörige sind. Von den Hessen studierten im Winter-Semester 1907 59 Theologie, 133 Jura, 94 Medizin und 423 in der Philosophischen Fakultät, während von den Preußen vier in der theologischen, 19 in der juristischen, 119 in der medizinischen und 70 in der phllosophischen ^Fakultät immatrikuliert waren, von den Nüssen 8 in der juristischen, 15 in der medizinischen und 40 in der philosophischen; von den Japanern studieren 2 Medizin und 2 Philosophie. Im Wintersemester 1890/91 zählte die Universität 426 Hessen und 122 auswärtige Staatsangehörige, int Winter-Semester 1901/02 dagegen 565 Hessen und 382 Auswärtige, sodaß sich also in den letzten fünf Jahren die Zahl der Auswärtsgen fast gamidjt vermehrt hat, während die Zahl der , hessischen Staatsangehörigen in derselben Zeit um die stattliche Zahl von 144 sich gehoben hat. Die Laudesuniversität Gießen hat also im Laufe der Jahre einen immer mehr hessischen Charakter angenommen, indes sich die technische Hochschule trotz erhöhter Eintritts- und Unterrichtsgelder für Ausländer von Jahr zu Jahr mehr zu einem internationalen Institut ausgestaltet hat — ein Umstand, der in den maßgebenden Kreisen die ernsteste Beachtung finden sollte. vermachtes. "Peine, 16. Mörz. Die hiesige Polizeidirektion wurde gestern nachmittag von der Ankunft zweier schwerer Verbrecher benachrichtigt. Der Schwiegervater des einen wohnt in Peine, den sie besuchen wollten. Mit dem Nachmittagszuge kamen die beiden Hochstapler bei den Schwiegereltern an und wurden sofort von Polizisten festgenommen. Man fand bei ihnen scharf geladene Revolver und Dolche sowie zwei Flaschen Chloroform, ferner amerikanische AuSweispapiere. Eine Durchsuchung förderte eine große Menge Taschenuhren und Ringe zu Tage. Es wurden 94 goldene und silberne Herren- und Damemihren sowie 193 goldene Ringe, 42 Uhrketten und diverse Schlipsnadeln gefunden. Verschiedene Anzeichen deuten darauf hin, daß die gestohlenen Gegenstände aus Berlin und Eisenach stammen. Der ältere der beiden, der etwa 25 Jahre alt ist, nennt sich Christian Kosen, der jüngere, 21 Jahre alt, Hermann Kosen. Allem Anscheine nach handelt es sich um internationale Diebe. * Speyer, 18. März. Die Unterschlagungen des flüchtigen Kassierers Wendelin Müller von der Gewerbebank Attien-Gesellschaft belaufen sich, soweit jetzt fest- gestellt ist, auf 700000 Mark, dürften jedoch nach dem Revisionsbericht eine Million Mark übersteigen. Müller versuchte in Paris laut einer telegraphischen Anfrage von dort Papiere einzulösen und wurde dort verhaftet. Bei seiner Verhaftung hatte Müller vierhundert Franks bei sich. Man glaubt, daß er beträchtliche Summen bei verschiedenen Kreditinstituten hinterlegt hat. Müller wurde bis zur Erledigung der Auslieferungsverhandlungen in Gewahrsam genommen. • Malmö, 18. März. In dem Personenzuge von Simrishann nach Malmö wurde heute abend der Postbeamte im Postwagen von zwei maskierten Männern überfallen und durch zwei Revolverschüsse schwer verletzt. Die Räuber bemächtigten sich der Wertsendungen und sprangen bann aus dem in voller Fahrt befindlichen Zuge. Ein Schaffner, der die Schüffe gehört hatte, eilte nach dem Postwagen und fand den Postbeamten schwer verwundet am Boden liegen. Der Verwundete ist bei der Ankunft in Malmö ins Hospital gebracht worden. Bis jetzt ist noch nicht ermittelt, wie viel den Räubern in die Hände gefallen ist. • Ein Eisenbahnunfall. Der Keffel der Lokomotive eines Güterzuges explodierte gerade, als der Zug in die Bahnhofshalle zu Löwen (Belgien) einfahren wollte. Ein Maschinist wurde getötet, ein Heizer und ein anderer Beamter tüdtlich verwundet. Auch viele Reisende sind verletzt worden. "Unwetter. Die Ortschaften Galtuer und Jschgl im Pazuaunertal (Tirol) sind vollkommen ein geschneit und vom Verkehr abgeschnitten. Tas Unterkunftshaus bei Vorderkcnserfeldcn steckt bis in den ersten Stock im Schnee; acht Bewohner sind an das Haus gebannt. In den Salzbergwerken wurden die Arbeiten wegen Lawinengefahr eingestellt. In Raitis ist ein Knecht erfroren. Seit gestern haben die Schneefälle aufgehört. — Im Halltal verlegte eine riesige Lawine die Salzbergslraße und die Quellen der Stadt Hall; in St. Georgenberg sind die Ställe des dem Stift Flecht gehörigen Hatlbergguts unter der Schneelast eingestürzt, wobei 21 Stück Vieh getötet ober beschäbigt würben. Bei Birgitz ronrbe ein Bauer erfroren auf» gefunben. — Durch eine Grundlawine ist bie Arlbergbahn zwischen den Stationen Talaß nnb Danoefen verschüttet worben, eine 150 Meter lange und 10 Meter hohe, nut Erbrcich vermischte Lawine mußte ausgeschaufelt werben. Auch ber telegraphische Verkehr auf der Arlbergbahn ist unterbrochen. — Em gewaltiger Sturm hat großen Schaden in vielen Teilen von England angerichtet. In Lancaster wurden sä mtliche Kats von den Fluten des Fluffes Lone iveggeschivemmt. Tas Fieberkrankenhaus steht unter Wasser. Berichiedene Häuser routben weggeschwemmt. Hausrat schwimmt m den Straßen herum. — Aus Madagaskar wird berichtet, das; in den Bezirken Mosy Varika in Ceylon zahlreiche Wohnhäuser zerstört worden sind. Die Ortschast Ma- nanjart) ist ebenfalls zerstört worden, ebenso zahlreiche einzeln gelegene Häuser am Ambongo. Die Flüsse sind aus den Ufern getreten, die Brücken größtenteils fortgeschwemmt und die Verbindungen überall unterbrochen. "Genickstarre. In Regensburg ist der Direktor Döring von ber Kreis-Taubstummenanstalt an Genickstarre erkrankt. Auf Anorbiiung ber Regierung wurden bie Ansiallszöglinge sofort in bie Osterferien entlassen. — In den ungar. Gemeinden Bello, Felsoe und AlsokoeskocZ ist die Genickstarre besonders beftig alisgebrocben._____________ JpiHplas ber «rrinigten Frankfurter Ztadttheater. Cbcrnfiattö. Mittwoch den 20. Marz"): „Der Freischütz." Donnerstag den 21. März: „Die Negimentstochter." Hieraus: „$ie Altweiber, mühte." Freitag den 22. März geschlossen. Samstag beit 23 März: Einmaliges Gastspiel der k. k. Kammersängerin Fräulein aUCi) Weidt vom f. k. Hofoperntheater in Wien: „Fidelio". (Leonore — Frl. Weidt.) Sonntag den 24 .März, nachmittags halb 4 Uhr: „Violetta" („La Traviata"). Abends 7 Uhr: „Oberon." Montag den 25. März, abends halb 8 Uhr: „Tie lustige Witwe." Schauspielhaus. I Mittwoch den 20. März, nachmittags halb 3 Uhr: Volksschüler» Vorstellung: „Wilhelm Tell." 9lbcnb5 7 Uhr: „G'wissenswurm." Donnerstag den 21. März, abends halb 8 Uhr: „Husarenfieber." Freitag den 22. März: „Maria Stuart." Mortimer — Herr Hermann Tra eg er vom Deutschen Theater in Berlin als Gast. Samstag den 23. März: „Ton Earlos." Ton Carlos — Herr Verin. Traeger als Gast. Sonntag den 24. März, nachmittags halb 4 Uhr: „Ter heimliche König." Abends 7 Uhr: „Robert und Bertram." Montag den 25. März: „G'wissenswurm." ") Aniang, wenn nicht ander? bemerkt, abends nm 7 Uhr. Eingesandt. /Für Form und Inhalt ...iRubrik stehenden Artikel übernimmt die Redalt b' ' " ö'.ikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) In dem in der Samstag-Nummer Ihres geschätzten Blattes entflohenen Eingesandt hat der Bersasser auf die voll jedem Mitbürger hart empfundenen Fehler hingewiesen, bie zweifellos bei ber Sian al if ation§aii tage in technischer Beziehung gemacht worben sind, obgleich sie bei planmäßigem Vorgehen zu vermeideir waren. Von nicht geringerer Bedeutung sind aber meines Erachtens die Fehler und Mißstände, die inbezug auf die bisher ja wenig beachtete ^G e I ö f r a g e sestzustellen sind. In erster Linie hätte doch von ber Stabiverivaltung erwartet werben müssen, daß sie wenigstens tu bem Augenblick, zu beut sie die Neuanlage in Betrieb setzle, auch in der Lage wäre, den Angeschlossenen zum mindesten die ungefähre Höhe der dafür zu entrichtenden Gebühren bekannt zu geben. Ein ganzes Jahr ist aber seitdem verflossen, ohne daß den Hausbesitzern auch nur bie geringste verwertbare Mitteilung barüber zugegangen wäre. Es verlautet vielmehr, baß man sich an maßgebender Stelle, abgesehen von ber Höhe auch noch nicht einmal übep die A r t b e r E r h e b u n g d e r K a n a l g e b ü h r e n im k l a re n sei, unb demnach die endgültige Regelung noch in weiter Ferne liegt Es erübrigt fast auszusprechen, welche schweren Miß* stände für die Hausbesitzer mit dieser alles Maß überschreitenden Verzögerung der Erledigung eines so wichtigen Punktes verbunden sind. Es wird dem Hausbesitzer dadurch geradezu die Möglichkeit genommen, von seinen Mietern einen Teil der ihm durch die ^analgebühr auferlegten Lasten wieder einzuziehen; dies ist einerseits bedingt in dem Wechsel der Mieter, anderseits in der Unmöglichkeit, den Mieter zur Erstattung für eine zurückliegende Zeit heranzuziehen. Aber abgesehen von diesen den Hausbesitzer treffen- den Nachteilen ist damit auch eine direkteSchädigung des Stadtsäckels und zugleich eine solche sämtlicher Steuer- za hl er verbunden. Denn es unterliegt doch keinem Zweisel, daß die Stadt durch den Verlust der Zinsen von den Kanal- gebühren, die sie bei geordneter Finanzwirtschast seit einem Jahr hätte erheben können, einen recht erheblichen Ausfall erleidete, der um so weniger zu billigen ist, als sich die Stadt Gießen keiner besonders günstigen Finanzlage zu erfreuen hat. Unter diesen Umständen dürste das allgemein sich äußernde Verlangen nach endlicher rascher Erledigung der finanziellen ©eite unserer Kanalisation kein unbilliges sein. Kird>lid?e Nachrichten. Evangelische Gemeinde. In der Iohanneskirche. Mittwoch, den 20. März, abends 6 Uhr, 6. Passionsandacht. Pfarrassistent Steiner. Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Hank fllr Handel und Industrie. Giessen. Frankfurter Jltörse. 19. März. 1.15 Uhr. 3>£°/o Reichsanleihe . . 95.90 3% do. . . 84.70 3j4°/0 Konsols .... 96.30 3-6 do.....84.70 3^°/0 Hessen . . 94.70 3^°/. Oberbessen . . . 94 00 4% Oesterr. Goldrente. . 99.00 4l/s % Oesterr. Silberrente 99.60 4?t> Ungar. Goldrente . . 94.30 4% Italien. Rente . . . 103.00 3% Portugiesen Serie I . 68.20 3% Portugiesen „ III 68.90 4>j°/e russ.Staatsanl. 190a 90.20 4%°/0 japan. Staatsanleihe 90.90 4% Conv. Türken von 1903 93 85 Türkeulose.....142.00 1% Griech. Monopol-Anl. 50.00 A% äussere Argentinier . 83.60 3°/0 Mexikaner . . . 65.25 4^°/0 Chinesen .... 96.50 Aktien: Bochum Guss..... 224.50 Buderus E. W .... — Tendenz: schwach. Elektriz. Lahmeyer . . . 133.00 Elektriz. Schnckert . . . 112.00 Eschweiler Bergwerk . 225.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 197.60 Hamburg-Amerik. Paket!. 138.00 Harpener Bergwerk. . . 207.40 Laurahtitte...... 223.50 Nordd. Lloyd.....123.00 0 bei seid es. Eisen-Industrie 111.00 Berliner tiandelsges . . 162.70 Darmstädter Bank . . . 133.50 Deutsche Bank . . . 285.00 Deutsch-Asiat Bank . . 166.00 Diskonto-Kommandit. . . 176.10 Dresdner Bank . . . 148.5u Kreditaktieu.....213.00 Baltimore- und Ohio- Eisen Lahn . . . 100.60 Gotthard bahn . . . . — Lombard. Eisenbahn . . 26 90 Oesterr. Staalsoahn . . . 142.60 Pnnce-Henri-Eisenbabn . 134.25 Berliner Börse, 19. März. Canada E. B......175.60 Darmstädter Bank . . . 133.00 Deutsche Bank .... 234,40 Dortmunder-Union C. . . 75.30 Dresdner Bank ... 147.60 Tendenz.: schwach. Anfangskurse. Harpener Bergwerk. . . 206.60 Laurahtitte .... 222.60 Lombarden E. B. ... 26.20 Nordd. Lloyd.....122.40 l'ürkenlose . ... 142.20 ssM/ psrdynamin psrdynamin-Kskao Verbau] durch die Apotheken in Flaschen und Dosen ä 2.50 M. Fabrikant: H. BARKOWSKI, Berlin 0. 27. der besten von allen Aerzten glänzend empfohlenen Nähr- und Kräftigungsmittel für Blutarme, Bleichsüchtige, Kranke und Rekonvaleszenten sind e ti £ 5 ff £ u vE o CS in iS «N „£ N SZ^K — S-- Z Z L, g «■ §«Ö JO© Ö N 55S L s o L -TR ^<£>5 «» L s £«aÄ®tfe©HÄ -- « w « s± m t£ i = an £ .D 2-tts <2 2 E a L e d i> ’C Z E 4 Z o rs 2 2^ -• Dhr. yer . :ert. . 2d-- 2 c viereckig verzinkter Schlaufen, e t= Ä 8 •x> Q Giessen (Lahn) Bahnhofstr. 54. a E i OR L L §-s KA Z8 ZN «L-L— g CS' c* 5 Drahtgeflechte eckig Draht, Stachelzaundraht, Draht- Hasenschutzgitter, Rabitzgewebe, » - — s . 133.1' . 1110) . 225 f1 Z 1 W E 6 B a 5$ ff ZZ lelsges . Bank . . ik . . 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' . . . .123.00 in5n)urm, ^7Uhr SÄ *3 äf « " >3- 2^S 5! ai i 55 üz. * o ■“ OR Z C? •— " Sä rz o Kr: Srä r«‘Än*"' !**?S »enbenßebü aber seitdem £ °> einmal mimtlav' w weiter §Cr.' dweren Uji' J übetjdjrciienb « verbunden W die LiögiiG, et 'h»> durch die M; dies ist einer* eit» m der Unmöß* Nirucklieqeude ßeil Hausbesitzer trefien- chadigung 5c= sicher Steuer- h keinem Zweikl, von den Hanoi- t leit einem Jabr »slall erleidete, der adt Giebrir keiner hat. Unter dielen >e Verlangen nad nziellenSeiti in. .2 L E L >a<5 US-'S =S. £ "TL—* m jo » a 2 .2 ® e> w o •- « a •y § »ri L c *T7 W an c (CQ gt&§ -K rsL-Lß H ff _o ,525e 2- «CD 2 -Z « *— T—< jO . *?• u:Q 0 V ‘S >-* «R rf>aas©-^«-S S3®?'SÄ8-,g s ff » 2 dff ,£-§ PKA »»©£. L v o ° p Ä G cS C •**"* -2 -Z- O L L 5 M V Z§«H§f|S" S* S~2gKto 2 ,r-y . « v L B 5^ a w «’S -'°.5 . • — 'ir — ^2 -56«. 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P 3 r< ■F »X •wga (5) §.sg ® irmekrai rtf Pi OT =-aS>a= s=e= 3 53,?sjjs Sg-3,«»a &■=' &*• ä, ; H»" 3 rf»®§ H «5 p"3 , rZL^Tff" ©fsajäfs § s-NS - 5" Z'ffIss§Z°Ks?Z 3Z^^AffssL^3 ^Z.^° ssffZ ■ er e p-sa3! ao ft-oa 2 yg'R ~ 5 5. ÖH. 3 Ä?8 —■ ft er Cd 5. p- a 3äS^a 31- Slgs- M ZZ°?Z xß & & p- ä. S 3 o^2 o'S' «2 S K ? 2.-J Z? ® SS’S*—° 2 5'2r?o°öH aaä^^he^— Z5EW W§»- s^alOfos'?!3 r" a§ = ^I"h r s O®57!«Ö'SO' q aa.3*q 3 2 § *«§• ^2 3^.1» £.2- X 0 S r-»(Q re 72,-—. er re u- o<- — 5 §gtSASsia2 p*a 3.a S g' a* jrg'g g 3 a ~3' c^q §2. SkpMHZ^ ’g c p cJ Te’ Pjn 2r vn S Q « K •* ' O^S're g,M fa- 3 5 p3F«P 0 4 " R p P re <£' er K £ or7»' P.'&'o. f5§ - - Ä.a' S S'g. F S33&3»g,|S^|3BtriE; ?g| |gs.?i:J-|?f-3ah fp-Fiahh^?- 3^.32 ß&’ “ 8«ä3 erC „32 P c-p -**Qt 2. Ja 0 3 & 3>..rt s 4 2.3 ?:kBil68J85rf ® 2.’ p ä 3 «lu S'S R re H re 3 s— I-i er c p 2 Jo* ri~~. o m. ■S. 2. wj a " SI' ^^2.3 3 -^^5 » re D 5 3 e r5 R q 2* 3 2- 3 P 3 ~ H 3 _ 5 5 D CO tia D 3 L -aS'- p -3. o ÜT.-O §tr, S H O CT* O* 9 p’ e «'ZI rt W H ö'iäc o OT> o -r fj g® ^p I 3 rt »S« H O'fjSO Q O O 2. ä 1 ^®'r* cf« d 3 Z.Z Zr- 2. « 5 rs CD 3 Gänzlicher Msverlaus. ®Ä»i gesamtes Waren-Lager sehr billig ausverkauft. £2^22""' ""'""" "T, Hermann Katz, 5 Mäusburg 5. Manufaktur, Modewaren, Teppich u. Damenkonfektion. . tHy ■;■ / M jZ- i ♦. «?r! '•riyVi}Ry^ W?AW k. fe. M Spezial fiausB.KÄcben r Reich sortiertes Lager nur erstklassiger Qualitäten in Emaille und inoxid. Geschirren Waschgarnituren, Toillette-Eimer r Lackier- u. 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