Nr. 224 Zweites MM LZ?. Jahrgang Dienstag 24. September 1907 Erscheint tLgNch mit Ausnahme des Sonntag. Die ..Lietzener Zcnnllienblätter" werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das „Aretrblatl für den Kreit Gießen" zweimal wöchentlich. Der „hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal. General-Mzeiger für GberheMn Notationsdruck und Verlag der BrühNchen Universitäls - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- straße 7. Expedition und Verlag: 51. Redaktion:^^112. Tel.-Adru AnzeigerGießen. Beziehen von Biwaks werden Mann und Pferd aus Ma> növer-Proviantärntern verpflegt. Die Enthüllung des Natronaldenkmals in Memel. Am gestrigen Montag hat an der äußersten Mrdost- ;renze des Deutschen Reiches, in Memel, in Gegenwart des Kaisers die Enthüllung des Rationaldenkmals stattgefunden. Das Denkmal, das von Professor Peter Breuer geschaffen worden ist, pellt eine Borussia in Bronze auf einem kane- rerten Säulenstück aus schlesischem Granit dar. Die Figur wägt Panzer mit Adlerhelm, das offene Schwert in der liechten, in der Linken Schild und römisches Feldzeichen, luf dein das Wort Borussia steht, sie stützt den Adlerstab ruf eine zerhauene Schandsäule, auf deren Ketten sie tritt. Am Sockel zeigt ein Medaillon die Reliefs Friedrich Wilhelms 111. und der Königin Luise. Rechts und links vom Denkmal unter Bäumen sind Bankanlagen angebracht, die oon je zwei Hermen flankiert sind, welche Jork, Gneisenau, Scharnhorst, Dohna einerseits und Stein, Hardenberg, Schön, Schrötter anderseits darstellen. Bei der Enthüllungsfeier hielt der neue Minister des Innern und frühere Oberpräsident von Ostpreußen Moltke fine zündende Rede. Nachdem dann der Kaiser den Befehl ;ur Enthüllung gegeben hatte, übernahm Oberbürgermeister Altenberg das Denkmal im Namen der Stadt und hielt hierbei eine Rede, in der er zunächst dem Kaiser für seine Teilnahme an der Feier dankte und sein Bedauern aus- prach, daß die Kaiserin der heutigen Feier nicht beiwohnen tonne und die wärmsten Wünsche für die Genesung der Kaiserin aussprach. Redner erinnerte dann an die Zeit jor hundert Jahren, da König Friedrich Wilhelm III. und Die Königin Luise in Memel Hof hielten. In jener Zeit seien von Memel aus Fäden geschlungen worden, die zur Wiederaufrichtung und zur ungeahnten Erstarkung des preußischen Staates führten. Redner übernahm dann das Denkmal in die Obhut der' Stadt Memel und gelobte, cmh es allezeit als Wahrzeichen und Sinnbild deutscher Treue gehegt wevden wird. Redner sprach weiter den Wunsch aus, daß die Epoche der Erhebung, die in dem Denkmal verkörpert sei, noch viele Jahrhunderte weiter wirke, daß die Gesinnung, die in jenen schweren und gewaltigen Tagen in den Herzen der Führer des Welkes auslebte. Unsterbliches schuf und ein Gemeingut unserer Nation sein mrd bleiben möge, damit sich das Dichterwort erfülle: „An dem deutschen Wesen wird noch einmal die Welt genesen!" Redner wies dann darauf hin, daß der Erstarkung und der ungeahnten Entwicklung des preußischen Staates die Gründung des Deutschen Reiches folgte, das heute unter Preußens Führung kraftvoll und mächtig da- stehe unter dem deutschen Kaiser aus dem Hohenzollern- stamm. Redner gelobte dem Kaiser unverbrüchliche Treue und schloß mit einem Kaiserhoch. Um 12 Uhr 41 Min. nachmittags verließ der Kaiser Memel, um sich nach Rominten zu begeben. KoLrtisehe Professor Leidig und die „Rational-Zeitung". In der „National-Zeitnng" vom Sonnabend morgen finden wir folgende redaktionelle Bemerkung: In bezug auf oen Artikel „Jungliberal und Nationalliberal" in Nr. 43’j der „National-Zeitung" und die in diesem Artikel bei- gefügte Fußnote der Redaktion hat eine Erörterung zwischen Herrn Professor Leidig unb uns stattgefunden. Auf Grund dieser Aussprache erklärt Herr Professor Leidig: „Seine Auffassung, die „National-Zeitung" habe ihm die Aufnahme eines mit seinem Namen unterzeichneten Artikels bedingungslos verweigern wollen, beruhe auf einem Irrtum, und dieser Irrtum Hube zu den Differenzen zwischen ihm und der Reaktion dec „National- Zeitung" Anlaß gegeben." Im Anschluß an diese Erklärung Vnb wir nut Herrn Professor Leidig dahin übereingekommen, von einer weiteren öffentlichen Behandlung der in Rede stehenden Differenzen im Parteiintercsse abzusehen. Herr Professor Leidig legt indes gegenüber der Zuschrift des Herrn Professors Dr. Lassar, tn unserer Nummer 440, Wert darauf, festgestellt zu sehen, daß es sich bei den Erörterungen über seine Beziehungen zu unserer Zeitung nicht um ihn als Vertreter des Nationalliberalen Vereins Berlin, sondern um Maßnahmen gehandelt hat in der Geschäftsführung als Vorsitzender des Verbandes der nationalliberalnr Ortsvereine im Wahlkreise Teltow-Deeskow-Storkow-Charlotten- bürg. Herr Profeffor Leidig erklärt weiter, auf 'die persönlichen Angriffe deS anonymen „Mügliedes des Zentralvorstandes" in 9tr. 410 werde er antworten, sobald dieser Herr bereit sei, seine Angriffe mit seinem Namen zu vertreten. Dem „Berliner Tage- blatt" habe er auf die abgeschmackte Behauptung, daß er die Macht uno Neigung habe, die „National-Zeitung" finanziell zu schädigen, die Richtigstellung zugehen lassen, daß er auf die Gestaltung der finanziellen BerlMnisse der „National-Zeitung" keinen Einfluß frrbe. Zu Kcrrn Köölcrs Aroschmäus.k reg. Herr Landtagsabgeordnetcr Köhler-Langsdorf hat in Nr. 222 des Gießener Anzeigers eine eigenartige Erwiderung gegen meine Ausführungen in 9tr. 220 veröffentlicht. Auf seine Drohungen gebe ich nicht viel. Seine Kampfesweise ist mir schon zur Genüge- bekannt. Die Wahl der Geschosse steht ihm aber völlig frei. Herr K. schreibt dann über seinen Zustand beim Lesen meines Artikels: „Mir wird bei (von!) alledem so dumm. Als ging mir ein Mühlrad im Kopf herum." Ich glaube ihm das recht gern, denn seine Entgegnung istj ein sprechender Beweis dafür. Andere Leute haben meine Aus-< ührungen besser verstanden. Das beweisen sehr anerkennende Worte aus Lehrerkreisen. Und das tröstet mich. Herr K. hat in seinem neuen Artikel wieder mancherlei, phantasiert. Meine Bemerkung, ich hätte schon vor 15 Jahren die vor mir kundgegebenen Ansichten vertreten, läßt ihm den Schluß ziehen, ich trage eine wohlausgearbeitete Reform mit mir hermru, Dem ist leider nicht so. Ich hatte inzwischen noch mehr zu tun. —« An der Hand der Ausführungen meines Herrn Widcrsachers>-sagej ich folgendes: 1. Der von ihm konstruierte Gegensatz besteht nrcht in dem Maße, wie er vorgibt. Meine Ansicht ist auch aus dem Munde einer einflußreichen Lehrerpersönlichkeit gebilligt und das Streben unserer Schulabteilung für Reform der Lehrerbildung anerkannt worden. , 2. Die Bemerkung über Verantwortlichkeit der Parlamentarier: hatte ich aus Bismarck entnommen und sogar eine Einschränkung ourch die Worte „freilich etwas scharf ausgedrückt" gcinachch Es dürste dem genannten Herrn ebensogut wie mir bekannt sein, daß schon mancher zur Regierung gekommene Parlamentarier unter - dem Drucke des Verantwortlichkeitsgcsühls als Regierender eine andere Flöte geblasen hat als vorher. 3. Den Ausdruck, Herr K. wolle eine „Lehrerzüchtung" durch „frühes Hineinpressen" der Schüler in den Lehrerberuf halte ich völlig aufrecht. Herr K. hat meine Ausführungen wohl nicht mit Verständnis gelesen. Ob andere „zahlende" Schüler die Anstalt zugleich besuchen oder nicht, ist gleichgültig. Die jungen Leute sollen durch die Unentgeltlichkeit des Unter-, richts in die Anstalten gelockt werden, und wenn sie am Ende der Schulzeit nicht Lehrer werden wollen, wird es ihren Eltern in gar manchen Füllen schwer fallen, die g an z e Summe nachträglich zu zahlen. 4. Bei sorgfältigem Lesen meiner Darlegungen hätte meuu liebenswürdiger Kritiker finden können, daß der Ausdruck „Armenschulen" sich nicht auf den Revers stützt, sondern auf bic* auch den zahlenden Mitschülern bekannte Tatsache, daß dis Lehrerschüler kein Schulgeld zahlen sollen. DaÄ steht sonnenklar in meinen Ausführungen, und meine Auffassung hat in Lehrerkreisen volle Billigung gefunden. 5. Hier gibt Herr K. an, daß er die Entscheidung über dich Richtigkeit meiner Behauptung einem Fachmanue überlassen will;' aber er will hierzu einen „genial denkenden" Fachmann habeu„ dem der Verstand noch nicht schwach geworden ist, und der ohne Rücksicht auf Bestehendes „g r u n d ft ü r z e n d" reformen. will". Er möge nur acht geben, daß dem gewünschten Pädagog. Ikarus auf seinem Fluge nach der Sonne nicht die Wachsslügel schmelzen und er ins Meer fällt, wie dies dem griechischen; Streber passierte. 6. Herr K. schreibt, in seinem Manuskript habe richtig Unter«* Secunda als Stufe für die Erlangung,der Einjährig-Freiwilligen-- Berechtigung gestanden. Gut. Es ist aber sehr sonderbar, daßs jemand, der sogar von einer Reform der Unterrichtsstoffe rebetj und ein ganzes Schulsttstem aufbaut, sich in Bezug auf diL von mir kritisierten Zahlen so sehr irrt. Ich schloß daraus, daß« der Herr Antragsteller den Schulaufbau nicht kennt, und auch die Lehrpläne nicht gründlich eingesehen hat, sonst hätte ep seinen Irrtum finden müssen. Irre ich mich? 7. Der Faust-Wagnerscherz ist zu schön! Herr Köhler cckA Faust! Ich will den gelehrten Herrn in feiner Illusion nichtt stören, meine nur mit Goethe: Es schätzt der Mensch sich bald zu klein, doch leider oft zu groß. Meine Bemerkungen „geschäftig" und „erfinderisch" waren nicht so spöttisch gemeint, als Herr K. annimmt. Ich nehme jetzt die Bezeichnung „ersrn-j derisch" teilweise zurück; denn Herr K. hat in seiner Erwiderung bisweilen das Gegenteil gezeigt. 9ttcht weniger als neunmal; nennt er mich „alter" Herr. Diese stereotype Ausdrucksweise^ beweist etwas Mangel an Phantasie und wirkt ermüdend. Uebri^ gens paßt die Bezeichnung „alt" nicht ganz. Ich bin ein ^>ahch jünger als er. 8. Wäre in dem Artikel vom 16. September nicht allesi durcheinander geworfen, so hätte ich genau genannt, was den' Herr Antragsteller will. „JmprMert" habe ich ihm Nichts. Ab^ seine neue Bemerkung, daß in der „modifizierten Schule auch andere Schüler ihren Berechtigungsschein erwerben sollen, scheint erst recht darauf hinzuweisen, daß er Unter-Secunda meinte- denn die zahlenden Schüler würden nach Erlangung dieses Seyeincs aus der modifizierten Schule austreten, also am Ende von Unter- Secunda. „ . < 9. Zu Punfkt 9 sage ich, daß ich immer nur nach dem Erreich-' baren strebe und den Mond nicht herunterholen »will. Also stich; wir da einig. Nur bin ich erstaunt über den neuen Vor«1 schlag: Volksschule bis zum 14. Jahre usw.^ Am 16.,Septt schlägt Herr K. für künftige Lehrer eine neue Realschule, beginnend^ mit neunjährigen Schülern vor. Nach fünf Tagen ist er schon) bereit, sein Geisteskind aufzugeben und bringt einen grundv er-- schied en en Vorschlag, der nichts weniger als emen, völligen; Umsturz unseres ganzen deutschen Schulwesens voraussetzt oder; — falls er nur die Lehrerbildung umgestalten will — ein- Zwittergebilde ist, und er belveift so, daß er die wesentliche derung der Lehrerschaft nicht erkannt hat, möglichst lange gemeinsame Ausbildung mit jungen Leuten, die anderen Berufen zu- streben. Er streicht aber unter 9, was er unter Punkt 8 an feinend Vorschlag rühmte. Von einer Fürsorge für die praktische Ausbildung der Lehrer ist auch in seinem neuen Proiekt nichts zu finden. Theoretisches Studium der Pädagogik allein tut s aber nicht. Nun verstehe ich, was „grundstürzend'' reformiereu heißt! Hier ist Herr K. wieder erfinderisch. Warum bringt, er schon wieder einen neuen Plan? Will er unbedingt Meistbietender sein? Wäre er an der Spitze unseres Ministeriums/ so brächte er alle acht Tage einen Plan vor die Kammer, die vor lauter Neuerungsvorschlägen nicht aus noch ein müßte. Diese Bemerkung mag Herr K. auch als Antwort auf seinen letzten- Absatz hinnehmen. Es sei nur noch das Wort hinzugefügt: „Die schnellen Herrscher sind's, die kurz regieren." Zum Schluß gestatte ich mir, mich in Bezug auf den besprochenen Antrag in aller Bescheidenheit dem anzuschließen, was der Herr Präsident unseres Reichstages 5)errn K. neulich bei anderer Gelegenheit riet nämlich ,chie Sache noch einmal mit seinen Freunden zu besprechen". , Was war denn überhaupt neu in dem Antrag des Herrn! Abgeordneten? Einzig und allein die Errichtung einer sonderen modifizierten Realschule in Lich mit Sch u l ä-el^-J als Ausgleich für die entzogene Soirntagsruhe jede Woche eine ununterbrocl-ene Ruhezeit von 36 Stunden gewährt wird; und 2) in Bäckereien und Kdnditoreibetriebcn, in denen die volle 36stündige Ruhezeit oder als Ersatz dafür eine längere als 36stün- dige Ruhepause an einem, Wochentage gewährt wird, diese Ruhezeit nicht gekürzt werden darf. In der Begründung wird darauf hingewiesen, daß in Hamburg und in einer ganzen Anzahl.anderer deutscher Städte der freie Tag in der Woche schon für das Bäckergewerbe eingeführt sei. In Berlin habe die letzte Lohnbewegung dazu geführt, daß ein großer Teil der Meister den freien Tag bewilligt hätte. Diese Meistep hätten aber selbst den Wunsch, daß die 36stündige Ruhepause gesetzlich einaeführt werde, um so einheitliche Verhältnisse zu schaffen. Schließlich wird noch duf die übermäßig lange Arbcitszeft und die gesundheitlichen Gefahren im Bäckergewerbe hingewiesen, um die Forderung einer Eür- führung eines freien Tages zu begründen. Lieer nu- Klstte. — Zur Verpflegung der Truppen auf Märschen. liebet die Verpflegung usw. der Truppen auf Märschen und bei Hebungen sind durch die Presse in letzter Zeit Nachrichten verbreitet worden, die eine Reihe von Irrtümern enthalten. Zur Aufklärung in dieser, das allgemeine Interesse berührenden Frage bringen wir daher die nachstehenden Ausführungen: Für die Atannschaften wird auf Märschen und bei Hebungen grundsätzlich Quartier mit Verpflegung in Anspruch genommen, wofür die Vergütung sofort an die Gemeinden zu entrichten ist. Quartier ohne Verpflegung wird nur gefordert, wenn lvegen enger Zusammenziehung der Truppen oder aus anderen Ursachen die Verabreichung einer ausreichenden Verpflegung durch die Quartierwirte nicht gesichert erscheint. Die Truppen haben sich im letzteren Falle die Verpflegung entweder aus den ihnen bestimmungsmäßig zustehenden Mitteln selbst zu beschaffen oder sie wird ihnen aus e-ingerichteten Manöver-Proviantämtern geliefert. In beiden Fällen haben die Truppen bei gewöhnlichen Quartieren Anspruch auf Benutzurtg des Kochseuers sowie der Koch- und Eßgeräte des Quartiergebers, in engen Quartieren sind sie nur zur Mitbenutzung vorhandener Kocheinrichtungen berechtigt. Von den Gemeinden können Futter für dre Pferde dre auf Märschen besiiidlichen oder vorübergehend einquartierten Truppen dann fordern, wenn sie mit Verpflegung eiuquar- tiert sind unb am Unterkunstsorte weder Dtagazine noch Liejerungsunternehmer der Heeresverwaltung vorhanden sind. Für die berittenen Truppen kann außer auf Märschen die Verabreichung des Futters nur mit Zustimmung der Kommunalaufsichtsbchörde verlangt werden. Das gelieferte Futter wird zur Stelle bar bezahlt. Ist der Futterbedarf im Gemeindebezirk nicht vorhanden, so muß er von der Gemeftide gegen GewälMung der Vorspannvergütung von der nächsten Verabreichungsstelle abgeholt werden. Für übende berittene Truppen werden in der Regel für den Futterempfang Manöver-Proviantämter eingerichtet. Beim Organisation der landwirtschaftlichen Arbeiter. Der Würzburger Katholikentag hatte sich bekanntlich kürzlich für eine Organisation landwirtschaftlicher Arbeiter ausgesprochen. Gegen diesen Beschluß wendet sich nun bemerkenswerter Weise eine sehr gewichtige Stimme, der Ober- oräsident des Rheinlandes, Frhr. v. Schorlemer-Lieser. Der Oberpräsident ist selbst ein eifriger Katholik, wenn er auch dem heutigen Zentrum nicht so nahe steht. In einer zahlreich besuchten Hauptversammlung des L and wir t- chaftlichen Vereins für Rheinpreußen in Kreuznach, der auch die Regierungspräsidenten von Koblenz, Trier und Köln beiwohnten, hielt Oberpräsident Freiherr von Schorle m er - Lieser unter lebhaftem Beifall eine Rede, in der er seiner Freude über den unverkennbaren Fort- chritt der rheinischen Landwirtschaft Ausdruck gab. Ein Punkt nur, so führ er fort, bleibt bedenklich: Die Beschaffung der landwirtschaftlichen Arbeiter. Sie wird in Zukunft noch größere Schwierigkeiten machen, einmal weil die Industrie, die zum Beispiel bett früher rein landwirtschaftlichen Krets Mörs völlig umgestaltet hat, der Landwirtschust nicht nur in steigendem Maße Terrain, sondern auch Arbeitskräfte entzieht, deren Beschaffung aus dem Auslande auch immer größere Schwierigkeiten bietet, dann aber auch aus einem anderen Grunde. Ich muß da ein offenes Wort sprechen, das hoffentlich auch außerhalb der landwirtschaftlichen Kreise Beachtung findet. Ich halte es für ein bedenkliches Unternehmen, wenn Kreise, die außerhalb der Landwirtschaft steh en und nicht wissen, wo den Landwirt der Schuh drückt, ihr Hauptaugenmerk der Sorge für die landwirtschaftlichen Dienstboten und Arbeiter zuwenden. Auf einer großen Versammlung in Würzburg ist kürzlich gesagt worden, es wäre im allseitigen Interesse erwünscht, die landwirtschaftlichen Arbeiter zu organisieren; natürlich wäre unter keinen Umständen daran zu denken, daß die Arbeiter während der Ernte streiken. Bor zwei Jahren habe ich mit einem Herrn gesprochen, der mitten in der Arbeiterorganisation steht, und ihn darauf hingewiesen, daß die Landwirte sich den streikenden Arbeitern gegenüber in einer sehr heiklen Situation befinden. Streiken die Industriearbeiter einen von den zwölf Äonaten des Jahres, so kann der Industrielle immer noch in den elf übrigen Monaten den Schaden wieder wett machen, der Landwirt kann aber durch einen Streik in der Frühjahrsoder Erntezeit völlig vernichtet werden. Jede Arbeiterorganisation, wenn sie wirklich etwas erreichen will, muß den Streik in die dem Landwirt unbequeme Zeit verlegen. Daran können die Leiter der Organisationen nichts ändern, Iie können das nicht verhinbern. Gegen bieseOrgani- s.ationsbestrebungen,vonwemimmersieaus- gehen, muß die Landwirtschaft energisch Front machen. Der Landwirt will für seine Arbeiter und Dienstboten sorgen wie fiir seine Familienglieder, aber er will Herr im Hause bleiben. Verletzung nationaler Pflichten. Anfang'' Juli ging in dem oftpveußischen Kreise Johannisburg ein teutjajc» Gut in polnische Hände über. Der „Johannisb. Unz." machte sich damals zum Organ der Entrüstung, welche die,er Vv'.chll in der ganzen Umgegend und darüber hinaus her- vorües. Der deutsche Verläufer über fühlte sich beleidigt und klagte. Ihm hat das zuständige Amtsgericht, indem es die anhängig gemachte Klage kostenpflichtig abwles, folgenden Denkzettel ins Stammbuch gelegt: Der Prwattläger, ein alteingesessener Einwohner des Kreises Johannisourg, hat im Juli ISO? sein Gut Eichental, ohne sich in einer besondere Zwangslage zu befinden, an einen Polen verlauft. Das ist mwatriotisch und verletzt die mttionalen Pflichten eines in beit östlichen Provinzen wohnhaften deutschen Grund- besitzers. Wenn mit Bezug darauf in dem der Privatklage zu Grunde liegenden Artikel von dem traurigen Ruhm gesprochen Miro den , ch der Privatkläger dadurch, erworben habe, daß er C£4 er der Litten Einwohner des Kreises Johannisburg fernen Besitz in polnische Hand habe übergehen lassen, so ist das eine drrrchaas zutreffende Krttik der Hairdlungswaiie des Prwatttagers, aber keine Beleidigung. Tie gesetzliche Einführung eines 36stündigeu Ruhetages verlangt eine Petition, die der Verband der Bäcker Deutfiylalws dem suntotot «iug-r-icht Kat. S» L-r P« -tu>» w-rd mucht, der Bundesrat möge verordnen: 1) daß allen Arbeitern, den Gelernten wie bat ungelernten, den Lehrringen und Angestellten vr gewcrölicheu unb fabrikmäßigen Bäckereien und Kvndttoreren. Schwurgericht. UM feinem Zweck gesagt werde, daß - ■ Aus LtcidL und Land. Gießen, 24. September 1907. Rechtsanwalt Müller erklärt, er teile in jeder Weile bte Ansicht des Vertreters der Anklage. Es Hand ft sich Äü ernen Saufstrerch, den der Angeklagte wohl unterlassen Mtt-T ?eJut ,c.c S1 Ienem Abend nüchtern gewesen wäre. Aiuch er ^be die Meinung, daß Knoth genau gewußt habe, was er tue, deshalb, könne er als. Verteidiger von Heu Geschworenen- ChcvcrLrag. Dis Zum 1. Januar 1900 galt in sämtlichen Orten des hiesigen AintsgerrchtSbezirks für alle Ehen, insoweit kein Ehevertrag abgeschloisen worden war, Errungenschastsgemein- ft, d. h es wurde alles, was während bei Ehe durch die Tätigkeit der Ehegatten oder auch nur eines derselben erworben wurde gemeinschaftliches Gut beider Ehegatten und fiel nach Auslosung der Ehe iedem der Ehegatten bezw. seinen Erben zur Val sie zu. Auch in den übrigen Teilen unserer Provinz waren, von wenigen Ausnahmen abgesehen, gleiche rechtliche Be- stiuunungen maßgebend. Nach den Bestimmungen des bürgerlichen Gesetzbuchs ist hierin eine durchgreifende Aenderung ein- getreten, es greift jetzt, sofern die Brautleut heiraten, ohne vor Gericht oder Notar einen Ehev ertrag errich- t e t 3 u b n b e n , für alle nach dem 1. Januar 1900 abgeschlossenen baä gesetzliche Güterrecht des B. G. B. Platz; hier- nach erlangt die Frau an dem Vermögen, das der Mann wahrend der Ehe in seinem Beruf erwirbt, keinen Anteil, selbst daun Nicht, wenn sie in dem Geschäft, der Landwirtschaft oder sonstigen Belieb des Mannes tätig ist. Bei Auflösung der Ehe erhalten die Frau oder ihre Erben nur das von ihr eingebrachte Vermögen, die gesamte Errungenschaft fällt an den -. a n n oder beffe n Erben. Nach den erbrechtlichen Be- ftimmungen des bürgerlichen Gesetzbuches erhält der überlebende Ehegatte von dem Vermögen des Verstorbenen nur einen Bruchteil, einen Nießbrauch an dem Vermögen des erstver- sterb enden kennt unser neues Recht nicht. tYe entsprechen diese Bestimmungen den Absichten und Wünschen gerade unserer Bevölkerung wohl in ven wenigsten fällen. Wenn trotzdem die Zahl der abgeschlossenen Eheverträge verhältnismäßig gering ist, so liegt dies einmal an ber mangelnben Kenntnis der gesetzlichen Bestimmungen, anderer- 6ber daran, daß die Eheschließenden sich vor den ihrer .Anftcht nach erheblichen Kosten eines Ehevertrags scheuen. Es ^oge deshalb hier darauf hingewiesen werden, daß ein den früheren Verhältnissen entsprechender Zustand nur dadurch geschaffen werden kann, daß die Braut- oder Eheleute vor oder auch, was eoenfalls rechtlich zulässig ist, nach Abschluß der Ehe einen Ehevertrag vor Gericht oder Notar abschließen und darin vereinbaren, daß für ihre Ehe Errungenschaftsgemeinschaft gelten soll. Alle anderen Mittel, durch die das gleiche Ziel erreicht werden soll, ftnd in hohem Grade bedenklich und geeignet, zu schweren Schädigungen der Frau zu führen. Dies gilt auch namentlich dann, wenn, tote es häufig zu geschehen pflegt, Eheleute, die im gesetz- lichen Guterstand leben, Grundstücke je zur Hälfte kaufen. Was Mr die entstehenden Kosten anlangt, so ist zu bemerken, daß nach den neuesten Bestimmungen unserer Gesetzgebung die durch kwen Ehevertrag entstehenden Kosten in allen Fällen, in denen lediglich ein im bürgerlichen Gesetzbuch geregelter Güterstand wie beispielsweise die Errungenschaftsgemeinschaft vereinbart oder auch dem überlebenden Ehegatten ein Nießbrauchs ober Einsichtsrecht zugesichert wird, erheblich herabgesetzt worden sind. Sie betragen hätten bei einem Vermögen bis 2000 Mk. nur 3 Mk 50 Pfg., bei einem solchen von 2001 bis 10 000 6,50 Mk., von 10001 bis 20 000 Mk, 10 Mk. usw. I T. ^-..Au s Rheinhessen, 22. Sept. In Laubenheiw >Mien kürzlich eine Militärpatrouille, um den Sohn ’ X h e o b o r eines dortigen Landwirts als „unsicheren K ton ist en zu verhaften. Die bewaffnete Macht war erstaun/ als ihr der ^oyann Theodor in Frauenkleidung entgegentrat unh auch Sanz aussah wie ein Mädchen. Der Irrtum hat sK !L“n Aufgeklärt: Statt Johanna Theodora hatte seiner Zeit m)"SG5^caraJc Johann Theodor eingetragen, und so war ha = Mädchen auch m die Stammrolle geraten und darin mügefül^ worden. Mehrere Ladungen zur Musterung hatte der LanM in den Wind geschlagen, denn er hat gar keinen Sohn. fcoffentlirt werden der Johanna Theodora keine Schwierigkeüen gemach? wenn fte in den Ehehimmel kommen will. Blumenpflege der Schulkinder. Dem Blumenfreund, der jetzt beim scheidenden Sommer wehmütig die Gärten und Fenster veröden sieht, mußte es Mn letzten Samstag nachmittag ein freundlicher Anblick fern, die Mädchen der oberen Volksschulklassen mit ihren Flumen nach der Schillerschule eilen zu sehen. Dort standen sie in langen Reihen und z-eigteu den Preisrichtern, was sie diesmal geleistet hatten. Und es war erstaunlich, was rn einem der Blumenzucht so wenig günstigen Sommer die Kinder mit Sorgfalt und treuer, liebevoller Pfleae aus ihren Schützlingen gemacht hatten. Schade, daß äußere Umstünde diesmal eine öffentliche Ausstellung verhinderten- es sei aber denen, die sich darauf gefreut hatten, zur Be- ruhigung gesagt, daß sie nächstes Jahr sicher wieder auf ihre Rechnung kommen sollen. Man hatte in richtiger Er- wagung, daß man nicht zu empfindliche Sorten ausgeben dürfe, sich bei der Verteilung der Stöckchen größtenteils aus wenige, nicht allzuschwer zu pflegende und dankbare Arten beschrankt, zugleich auch Rücksicht genommen aus häusliche Verhältnisse. Infolgedessen hatten die Kinder saft durchweg gute, vielfach sehr gute Erfolge. Die meisten Stöckchen standen in voller Blüte: Geranien, Fuchsien, Lilien Salvien usw. Mehrere schöne Topftännchen uno ein paar prachtvolle ^opfpalmen seien b^onaers erwähnt. Tie Preise bestanden vorwiegend aus Gegenständen, die zur Blumenpflege im Zimmer gebraucht werden; dazu kam — was dresmal neu war — eine beschränkte Anzahl künstlerisch wertvoller, farbenprächtiger Bilder. Möchten gerade diese dazu beitragen, in den Mädchen den Sinn für guten Zimmer- schmuck zu wecken! Dazu gehört nun freilich, daß sie, ihrem Zweck entsprechend, hüchch unter Glas und Rahmen an die Wand gehängt werden. Doch daran wirdS gewiß auch nicht fehlen.^ Dani aoer allen denen, die bas schöne uno wahrhaft edle Werk auch in diesem Fahre wieder gefördert haben I i „ **,®i"e Gemeinderats-Familie. Durch die Neuwahl von drei Gemeinderatsmitgliedern ist in einer ^emcin^)e bei Grünberg ein .Verwandtschaftsver- haltnis innerhalb des Gemeinderats geschaffen worden, wie es vielleicht in Hessen nicht wieder vorkommt. Der Bürgermeister und der Beigeordnete sind Gevatter und chre grauen sind nahe verwandt. Das eine neugewählte Gemelnderatsmitglied ist ein Neffe und die beiden anderen Neugewahlten sind Schwäger des Beigeordneten, so daß drei S^toaget im G-meindevorstand sitzen. Noch ein aus ,^'Edtschaft aufgestellter 6. Gemeinderats-Kun- drdat fiel bei der Wahl durch. ®uft=at)29lthtneH° q/ Heute feierte man hier das Gustav Adols-Fest des Dekanats Giesten. Die vrfMo 5U ,tet f0/ bie gesamte Geistlichkeit des Dekanats begann mit einem Festgottesdienst in der Geh .^"chiig klang das alte, kernige Luther- lJ^b'£ln lest-Burg ist unser Gott", begleitet vom Posaunen- chor Klern-^inden, durch die dichtgefüllten Räume. Pfarrer 9tocIenI’etg hielt die Festpredigt. Gin gemischter Chor sang Gustav Adolfs Festlied Nach der Vre- d'gt erstatten Kons,storialrat Euler-Gießen den Jahres- tnirFfrmrr ’8a^etI S-elgte er die gedeihliche Entwicklung des Hauptvereins, sowie der Zweigvereine und in CHhIte'~!Uri u6e„L" ?cn ®tani> der Gustav Adolf-Sache! .^lsaß-Lothringen und den Kolonien Berm Ausgang aus dem Gotteshause wurde eine anselm- 16« .(.67 SXf.) gesammelt und der kleinen Diaspora- Rockenberg zum Kirchbau überwiesen. — Gegen Abend kamen nochmals alle Festteilnehmer au der .Platte" dem prachtvoll gelegenen Fesrplatz der Anneröder, zu ammen' gliche Ansprachen gehalten, b2 die sinrende Sonne die Gaste zur Heimkehr mahnte. Das nächste “ 2 »»” <« 8i.s-. SJK Mommnmls-Kinladung. Greßoner Anzeiger erscheint sechsmal wöchentlich und unterrichtet seine Leser 'm znverläsftger und erschöpfender Weise über die neuesten Tagesereignisse, die wichtigsten Handelsnachrichten und Marktberichte. Ein reichhaltiger und interessanter Unterhaltungsstoff, eine regelmäßige landwir 11chaftliche Beilage und ein umfangreicher Unz er gen teil tragen ferner wesentlich dazu bei, den Gießener Anzeiger zu einer der am weitesten verbreiteten und meistgelesenen Zeitungen der Provinz und der Nachbargebiete zu machen. Alle Briefträger, unsere Zweigstellen und die Geschafts- ftelle des Gießener Anzeigers nehmen Bestellungen auf den Gießener Anzeiger entgegen. Neu hinzutretende Leser erhalten den Gießener Anzeiger bis zum Quartalsansana auf Wunsch gratis zugestellt. ** Höhere Lehranstalten (Gymnasien, Real- ^gymnasren, Progymnasien, Oberrealschulen und Realschulen) bestanden in Hessen während des Schuljahres 1906/07 28 (tn Oberhessen 7) mit 529 Lehrstellen (in Oberhessen 127) Hiervon waren einschließlich der 28 Direktoren 392 (84) definitive und 48 (15) provisorische Oöerlehrerstellen und 79 (21) Stellen für seminaristisch gebildete Lehrer Die Gesamtzahl der Schüler betrug 10 290 (2292); davon waren in den Gymnasien 2974, in den Progymnasien 209, in den Mealgymnajien 1324, in den Oberrealschulen 3550 und s 21e Mitgliederdersammlung des Verbandes bei- Kr an kenkassen und der Gemeinden als Träger der Uranien Er?rÄn^r,,enJanb beute int städt. Festhause statt. Ez " c?- 80 Teilnehmer anwesend. U. a. waren vertreten di- Gießen, Friedberg und Erbach, sowie fee Ctafrte Mamz und Ofsenbach. Aus dem von dem Vorsitzendeik k^ ^^^^^rstatteten Geschäftsbericht ist zu ersehen S^Lud 82 Kassen mit .45 000 Mitgliedern angejörn? ^er Reicysapothekengesetzentwun ist dem Verband zur Bcam- h?£Ln9r-5Dr2eIe^ Horden. Verschiedene getroffene Maßnahme^ haben sich bmiahrt Der Vertragsabschluß bez. der Rezepts 1t ^rtral; dez. eines Abkommens mit den Aerzten ■ hna 5nformationskurse abgehalten werden, t t- \ ie ^orstandwahl ergab die W'federtoahl der seitherigen Mit- - beii ausscheidenden Herrn Ostcrmeier wurde Herr .l ä hr,ftnHeto9nl Versammlung findet > Schiedsgerichtsicintzer wurden Münch ? und Krieghofs - Worms und Harth-Darmstadt gewählt. 1 der Beitritt zu dem ländl. Verein für i Drredberg, beschlossen. Den Schluß bildete ' Zahnarzt Köhler-Darmstadt über die l Bestatt ftnd ^^bnkanes und ihre Bekämpfung, der lebhaften i Mut ber Wetterau, 22. Sept. Mutungen auf Svaun fohlen werden gegenwärtig in der Gegend von Bellers- heun und Obbornhofen vorgenommen. Ein Vertreter der Bergbehörde weilte vestchiedentlich an Ort und Stelle, um sich von dem Ergeoms der Bohrungen zu Überzeugen. Die Resul aw waren bisher günstig. - Kaum sind die Manöver 6^^507 /0 text auch schon die Aufnahme und Feststellung der Flurschäden begonnen. gilt namentlich von den Kreisen Büdingen und ^nen sich fast die ganzen Manövlr aftpielttn Oie Fluilchaden sind dies Jahr nicht sehr groß, da daä Wetter > wst durchweg E gut war. - Die A k t i e n - Z u ck e r f a b r7 W e 11 e ra u ö"r_ieb6erg beginnt morgen ihre diesjährige Kam- pagne Die Rubenfelder der Wetterau zeigen einen qutTi Ctanb und versprechen eine ausgezeichnete Ernte. s. Z ' 23> Mit dem nunmehr vollendeten r^s7IE,Qi1-/n berr Steren Fuldengasse vom Leon- yarosti..rm bis zur sogenannten Leonhardömühle ist endlich fe'^^^ngjährigen Kalamität abgeholfen worden. Schon ert Zähren bildete der unhaltbare Zustand der Straße wiederholt den Gegenstand eifriger Aussprachen im hie- rgen Gemeinderat. Dem tatkräftigen Vorgehen des Gemeinderats Koch XIV. haben es die Angrenzer zu verdanken, daß endlich einmal dem unleidlichen Straßenbttd, wenn man von einem solchen überhaupt noch sprechen konnte, cm Ende bereitet wurde. Mit dem Kanalbau wurde zugleich die Korrektion vorgenannter Straße vorgenommen nnd ein sußsteig angelegt, der bisher nicht vorhanden Gesin deor dnun g. Um vielfach aufgetauchtem precycl zu begegnen, insbes. um die weitverbreitete Un- kenntnis der gesetzlichen Bestimmungen der Gesindeordnuna zu beheben, erläßt das Großh. Polizeiamt in heutiger Nummer eine Bekanntmachung, die für Dienstboten und Herrschaften von hoher Wichtigkeit ist. Es handelt sich nämstch um die Auslegung der Artikel 6 und 7 der Gesindeordnung, die wie wenig bekannt ist, durch ein Ortsstatlck dahier abgeäudert stnd. Umstelle des gesetzlichen Dienstjahres und des gesetzlichen Dieustmonats ist nämlich in Gießen statutarisch das Kalcndervierteljahr mit vierwöchiger Kündigungsfrist gesetzt. ** An Brückengeld vereinnahmte der hessische Staat von den Rhein- und Mainbrücken im Rechnungsjahr i 1906 200 837,21 Mk. Davon erbrachten die beiden Brücken bei Mainz, die verpachtet sind, 149 000 Mk. ; in den Realschulen 2091. Tie höhere Handels sch ule in M^linz besuchten 13 und die Landwirtschaftsschule in Groß- llmjiabt 29 Schüler. Evangelisch waren 6851, römisch- Äolisch 2558, israelitisch 789 und sonstiger Konfession ooer konfessionslos 92 Schüler. Aus dem Orte der betr. Lehranstalt stammten 6158, aus anderen hessischen Orten 3363, aus anderen Staaten des deutschen Reiches 723 nnd aus dem Ausland 46 Schüler. 899 Schüler waren Söhne von Landwirten, 4174 von Gewerbetreibenden, 5208 von staats- und Gcmeindebeamten und Angehörigen militärischer Berufe, während 9 von beruflosen Vätern stammten Qb°n sämtlichen Schülern bezahlte Schulgeld betrug 922 487 Mk. Mit dem Zeugnis ftir einjährigen Militär- dienst gingen ab 499 Schüler, mit dem Zeugnis der Reife für die Universität und gleichgestellten Anstalten 428. Hier- bon widmeten sich 355 Schüler dem akademischen Studium und zwar studierten evaug. Theologie 14, katholische Theo- lOQie 13, Rechtswissenschaft 61, Medizin 46, Tierheilkunde 13, Philosophie 4, Philologie 69, Finanzwissenschaft 1, Forstwissenschaft 10, Landwirtschaft 9, Bau- und Ingenieur- fach 30, Maschinenbaufach 9, Elektrotechnik 0, Berg- und Hüttenwesen 2, Mathematik 30, Geschichte 14, Naturwissen-! )chasten 22, Chemie 8, Pharmazie keiner. Von den 67 die sich einem nichtakademischen Beruf widmeten, gingen dRilttar oder Marine, 12 zum Post-, Telegraphen- vder Elsenbahndienst, 8 widmeten sich dem Handel, Gewerbe oder Oekouomie, 26 gingen zum Elementarlehrfach über und 7 zu einem sonstigen Beruf, während 6 keinen bestimmten Beruf angaben. ; sd. ® arm flabt, 22. Sept. Der O Bc r p f f P« h » v »; „ hpr ^arm!-tfe>t ^atte Oboern zu Ehren des Geburtstages I. K H hP^nnr?nuV e E 0 S 1 n lm Kaiserftal eine sehr gut besuchte Feier > Hm^^gend machte sich um das Fest verdient fer Dornet a Piston-Künstler Kammermusiker Kümmel — In Enteignungssache des Eisenbahnfiskus gegen eine 9tn- iate hiesiger Grundbesitzer, bereit Grundbesitz in das Terrain des ancWifl f s fällt, fand gestern vor bent Provinzial- raf5 t)€r ä^kus durch Regierungs-, rat ^r. Schneider und Rechtsantoalt Osann und die Grund-! bescher durch neun Anwälte vertreten waren. Nach der bis zum Urt^n ÖaU^n^n ^brhandlung wurde verkündet, daß'das mpiftPt- f Tagen, verkündet wird. — Der Stadtbau-! getreten 110 9U- Krankheitsgründen in den Ruhestand Schülerzeit. Wer will das? rwrtgm Gedanken und sremden H r f n r n n n ^^Eähler ist die Verkörperung der in Lehrerkreisen Herr- 4« ™™ ÄWk’K Der Verteidiger erklärte, daß er es in Rücksicht auf das große Strafregister des Angeklagten unterlasse, die Frage c^. ^llbctrnbc" umftünben zu stellen, er wolle aber dem Gerichtshof zur Erwägung anheimgeben, ob man diese Frage nicht von amtswegen stellen wolle. 0 f;UlAer ^roatun9 erklärte der Vorsitzende, daß der Gerichtshof es nach Lage der Sache ablehne, die Milderungs- frage zu stellen Oberstaatsanwalt Theobald wies darauf hin, daß der Angeklagte ein sogen. Gewohnheitsverbrecher sei, der in den letzten 20 Jahren 7 Jahre im Gefängnis! zugebracht hat. Solche Verbrecher geben der öffentlichen ..ceinung Verantaftung zu der Meinung, daß unser Strafvollzug nicht hinreiche, um diese Elemente zu bessern. Dazu b^u,eue Per-onen, Strafrechts kündige und Laien erklären, cher Strafvollzug mqfe geändert werden, u... entsprechen. Währeno aber einerseits gesagt werde, daß die Strafart zu mildern sei und daher den rückfälligen ! ^bcke, werde andererseits behauptet, man b^„^brurteilten zu streng. Aber es sei aut, 6 srä) ^lc Oeffentlichkeit mit diesen Dingen beschäftige uub man rönne nur den Wunsch haben, daß inan die Wurzel- fksP^LLeEnne, damit zweckentsprechende Reformen für unser Rechtsleben emgefuhrt werden könnten. Im vor- ffpi9fp«ben^^les au] C€n ^den des Gesetzes ! {teilen. Daß der Angeklagte der ihm zur Last aeleaten Straftaten schuldig sei davon seien die Geschworenen wohl ’ überzeugt und deshalb müßten beide Schuldfragen bejaht th. G i e ß e n, 23. Sept, e j Ein Brandstistnngsprozetz. So« dormittag verhandelte das Schwurgericht gegen den 36 ^ahre alten Dienstknecht Kasimir Knoth, geb.^m ll-ulda zuletzt in Kirtorf in Dienst, wegen ' Sachbeschädigung und Brandstiftung. Der Angeklagte ist dreizchnmal wegen Diebstahls und Sachbescbädigung vorbestraft und zwar bereits zweimal mit Zuchthaus. L. Den Bor,itz führte Landgerichtsrat Schmeckenbecher. Die Anklage verdat Oberstaatsanwalt Theobald, während als Verteidiger Rechtsanwalt Müller bestellt war. ein kräftiger, intelligent ausschauender Mann ist geständig in der Nacht vom 9. zum 10/Juni in me Hosreite seines ehemaligen Dienstherrn, des Briefträgers H. Schmidt I. in Kirtorf eingedrungen zu fein, um dort -Jinb Pserdegeschirr zu zerschneiden. ~amit noch^ Nicht zufrieden, hat er unweit des Dorfes einen dem Schmidt gehörenden Strohdiemen in Brand go otzt, von dem er angenommen — wie er in der Verhand- ^u9ejt(ln^en W daß er nicht versichert sei. Als .üotiv gibt Knot an, er sei ärgerlich darüber gewesen, daß em ehemaliger Dienstherr, in dessen Diensten er sich einLn -ocutbrua) zugezogen hat, ihm beim Verlassen der Stelle von seinem Lohn die Hälfte des erhaltenen Kranlenver- slcherungsgeches für Veiösrigung abgezogen habe. Knoth gibt an, er sei am -ratabend angerrunien gewesen, aber nicht fto, daß er nicht gewußt habe, was er tue. Die Beweisaufnahme gestaltete sich sehr kurz. Von den geladenen 6 Zeugen wurden nur 2 vernommen. Briefträger Schmidt gibt seinen Schaden auf 180 Mk. an. DaA aus dem Felde war nicht versichert. Er hatte sofort Knot im Verdacht. Er hatte den Menschen, als dieser nach seinem Beinbruch als Rekonvaleszent aus der Marburger Kimik enllanen war, Unterkunft und Essen in seinem Hause gewahrt, bis er wieder eine neue Stelle bei Lutz in Kirtoick annehmen konnte. Dafür hat er, da er sel^r nur ein kleiner Mann i)t, Knoth an seinem Hohn den Betrag des halben Kraniengeldes in Abzug gebracht. Durch die V«. nehmung eines weiteren Zeugen wurde dargetan, daß der Angeklagte am 9. Juni spät abends zwar angetrunken, : keinesfalls aber so betrunken war, daß er nicht fähig war zu ermesfen, was er tue. 1 ; ' in oi» ilj , , . 4u-A.UA i mpF.ict non 40 Meilen, darin das Dorf Haura, nahezu Wulnlpruch erwarten, als den, »om Staats- 300 Häuser sind wengewascheu, fünf- Beratung verkündete der Obmann, Landwirt tausend Personen obdachlos. Ihre Lage ist traurig. Die alsacknen. daß b e i d e S ch u l d f r a a e n b e - meisten waren unvorbereitet und konnten sich gerade noch Hande) 4. Sept., 1.15 Uhr. Frankfurter Bür«« 208 GO . 206.10 05.00 06 50 91.95 90.55 93.10 Ilarpener Bergwerk Laur ah litte Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . Türkenloso . • • . 163.80 . I 6 lu . !8.10 . 65 In 139.75 3% Wh . 154 50 . 229 00 . 140 00 . 171.00 . 140.00 . 199.70^ Bcichsnnleihe do. Koueols . . do. Hessen OberbesGen 120 40 102 25 219.50 204.50 128.60 208.00 222.00 'einen anderen ■ 11,11 qJnrfj kurzer^Beratung verkündete der Obmann, Landwirt ^.naüz von Eichelsachsen, das; beide S ch u l d f r a g e n b e - publizistische Pflicht des Forster NlatteS mit so ßrobcin Geschütz zu Felde ziehen, so heißt daL doch mit Kanonen nach Spatzen schießen. Elektriz. Lahmcyor . . . Elcktriz. Selinckert . . . Elchweiler Bor tr werk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg- Amerik Paket?. Harpener Bergwerk. . . Lanrahütto ..... Berliner HandoNivos. Darmstildtcr Bank . « Deutsche Bank . . . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-KonimandiL . Dresdner Bank . . Kreditaktien . . . . Baltimore- und Ohio- Eisen l ahn . • . • Gottbardbnhn . . . . Lombard. Eisenbahn . Ocstcrr. Staatsbahn . . Prince-Henri-Eisenbahn . 92.80 . 188.00 . 29 90 . 140.00 . 128.Q0 29.90 111.90 144.70 meisten waren unvorbereitet und tonnten |ict) geraoe nou) retten. Viele Hindus sind gezwiingen, auf Bäumen Vi leben; sie erwarten Hülse von der engl. Regierung. gn Rewyork brach am 21. dS. Mts. ein Unwetter herein, das allgemeine Bestürzung hervorrief. Das Sankt Katharinen- Hospital und die Sankt NiklaLkirche wurden vom Blit; getroffen. Unter den Patienten und unter den Kirchcnbcsuchern brach eine Panik auL. Ein großes Metaklkrcuz auf dein Dache des Hospitals wurde vom Sturme erfaßt und zur Erde geschleudert. Die Kirche, in der die PatrcL Hosflnann und Bender die Beichte abnahmcn, wurde in ihren Grundfesten erschüttert. Die Gemeinde stürzte in wilder Flucht auf die Straße. Zu derselben Zeit schlug der Blit; in den unfertigen Boden der neuen Brücke nach BlackwellS Island, dec mit krachendem Geräusch ins Wasser stürzte. * Der H y m n u 8 aus den Neal-Gymnasi al- direkt or. Die städtischen Behörden zu Forst i. d. Lausitz wählten unlängst zum Direktor ihres N"form-Ncalgpmnasiums einstimmig den Gymnasial-Professor Tr. Machnll in Ratibor. DenNatiborern wurde anscheinend derAbschied vonDr.Machnll chwer, und der Natiborer „Generalanzeiger" gab dieser Betrübnis in einem längeren Artikel Ausdruck, in dem die Nordd. Lloyd 112.00 Obeischien. Eisen-Tndustrie 101.10 Canada E. B Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Dortmunder-Union C. . Dresdner Bank . . . Tendenz: schwächer. 93.70 83.80 93.80 83.80 92 :.0 92.00 97 95 98 20 92 80 \% Öestcrr. Goldrente . . 4*/8 % Ocstcrr. Silbcrrcnto 4 % Unsrar. Goldrcnte . . 496 Italien. Bente . . . 3 % Portugiesen Serie l '3% Portn'jexen „ 111 4 V'o iuss.Stnatsn.nl. 1905 Sport. --Fußballklub. Am Sonntag land aus dem Trieb ein Wettspiel zwischen der 1. Nlannschalt de^. Gießener Fußball- klubs von 1900 und der i. Manuschaß br> Friedberger Pf ußballklub *3 statt. Gießen gewann schließlich mit 6 : 0 Toren. Tic Mannschaft, besonders die Ltürmerlinie spielte sehr träge. Es s'ehtte die rechte Zusannnenarbeit. Es ipurbc Ueber-Konüunation acAcint und vor dem Tor viel 511 wenig geschossen. Um Erfolge Alt erringen, müssen sieb die Stürmer ein noch viel energischeres imb flotteres Spiel angewöhnen. Von Friedberg sah man zeiltveise aan; gute Leistungen, die Mannschaft kam des üstern sehr gut vor. ^as Beste an der MannschaU ivnr die Deckung. Gleichzeitig eröffnete die 3. Mannschaft der Gießener F. E. v. 1900 ihre dies- iäbrige Verbandsspiele mit einem Spiel gegen die 2. Maunschait des Wetzlarer Fußballklubs. Gießen gewann mit 4 - 0 Toren und sicherte sich io 2 Punkte. Tie linke Seile der Stürmerlinie sowie der Mittelstürmer zeigten gute Leistungen. Die Deckung genügte ebenfalls. Bei Wehlar hielt der Torwächter des öfteren gut. verrni-chtes. ♦ Kälte und Unwetter. Im Thüringer Walde ist ziemlich empfindliche Hälfe eingetretcn. Die Temperatur sank aus den Höhen auf fünf Grad, in den Tälern au 3 bis 4 Grad unter Null. Die Täler und die Höhen waren mit dickem Reif bedeckt. — In Bengalen klagt man über daß heftige Steigen der Fluten. Wie verlautet, ist cm Oberstaatsanwalt Theobald beantragte 3 Jahre Zuchthaus und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte; er vc nüudel'' die beantragte Höhe damit, daß K'no'ty troß der fielen Strafen unverbesserlich sei und durch die Tat gezeigt habe daß er eine niedrige und gehässige Gesinnung besiße; -r hat sich an einen Mann vergangen, der sein Wohltäter gewesen sei und ityn ausgenommen, als er noch arbeitZ- ilusähig aus dem ürankenhausc ftint. Rechtsanwalt M üller bat, seinem Klienten zu gut 'U rechnen, daß er angetrunken war und daß er ein volles Geständnis abgelegt habe. Das Urteil lautete auf 3 Jahre Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust. iu/o Chinesen .... 95.40 Aktien Bochum Guss . Buderus E. W Tilgenden bcS Scheidenden aitsgezählt wurden. Daratlö erführt man, daß Dr. Machnll, abgesehen von seiner beruslicheii Tätigkeit, während fcineS sechLjährigen Aufenthalts in Natibor ein Bahnbrecher und Führer auf dein Gebiete des Vereinslvefens gewesen sein muß. 9>ach dem Zeugnis dcö Natiborer „Generalanzeigers" ,var Dr. Machnll Vor- itzender oder Mitglied der Gesang-, Turn- und Sportvereine, des evangelischen Männer- und IüuglingSverciliS und des Verbandes vaterländischer Vereine, wie der einzelnen diesem Verbände angehörigen Vereine. Man kann nun, so meint das „B. £.*, darüber im Zweifel sein, ob eine so vielseitige Tätigkeit für einen Nesormgpmnasialdirektor sehr empfehlend ist. Jedenfalls hatte sich aber gewiß das ,Forster Tagebl." nichts Schlimmes dabei gedacht, als es daS Natiborer Loblied auf den konuuenden Mann seinen Lesern ivörtlich weiter- gab. Die Wirkung war eine ungeahnte. In der folgenden Nummer deS „Forster Tageblatt" erließ „da8 gesailite Lehrerkollegium deS N e f 0 r m r e a l g i) m n a s i u m 8" in einem großen Inserat eine Protesterklärung gegen den Abdruck deS Artikels, in der es eS heißt: Hier bangt ihm der ü b l e D u f t Markts ch r c i er if ehe r Anpreisung au, die leicht daS Gegenteil der beabsichtigten Wirkung hervorzuriiien geeignet ist. Eine Reklame, wie. sie etiun bei anziehenden T h e a t e r t r n p p e n und ähnlichen üblich M, schädigt bcu Gepriesenen und den Stand, dein er ailgehort. 4mr nehmen unseren neuen Direktor hiergegen in Schliß und vermal) r c 11 uns selbst gegen die unseres Standes u n- würdige Anpreisung." , r. . o ... .. . Die Erklärung des Forster Lehrerkollegtluns dtlrfte, so bemerkt dazu das „Perl. Tagcbl.", wohl einzig in der deutschen Schulgeschichte dastehen. Wenn die Lehrer nut der bisherigen Vereinstätigkeit ihres zllkünftigen Direktors mcht cinverstandcli wären und dagegen Eimvendungen zu nlacheu hätten, so wäre das begreiflich, die Erledigung dieser Frage wäre aber ihre Sache. Wenn sie aber gegen die einfache nt in. illige Preise! bieten meine soeben eingegangenen Grossen Lagerbestände Paletots u. Abend-Mäntel ausgewählte - A Modellstücke Blusen in V olle und Seide, entzückende Neuheiten. Grosse Auswahl in neuen Kostüm- und Blusen-Stoffen. MarltHatz, neuester neuester neuester neuester neuester ir I- r i: r In meinen Auslagen Saison-Eröffnungs-Dekoration Alles zu bekannt hiBligeai KOStillllß eng’l>sche Jackenkleider, Rockfagons, Wj Boleros, o o _ Kinderjäkettes ^ofi^ch) Cheviot und enoIischen Kostüm-Röcke die.lelzten Errungenschaften der ' 9 -trloae. o In meinen Auslagen Modell-Ausstellung.