Nr. 145 Zweites Blatt Montag 24. Juni 1907 157. Jahrgang Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntags, werkerorgaulfation, denen mehrere verwundet noch folgende ergänzende Als das V e r st e cf des Agitators Toulon, 24. Juni. Dar m w Drahlineldnng: Paris, 24. Juni. freies Vereins- und wurden. Heute vormittag erhielten wir Die „Gießener Famittenblätter- werden dem ,2lnjetg«* Biennal wöchentlich beigelegt, das „Kreisblatt für den Kreis Sieben" zweimal wöchenUich. Der „hesflsche Landwirt" erscheint monatlich einmal. Heute ging unS nun über die Heidelberger Tagung des Nationalvereins folgender Bericht zu: Ter Nationalverein, am 15. März ds. Js. gegründet, hat am Samstag seine erste Tagung begonnen. Em Organ für die Einigung und iür die Verjüngung des Liberalismus har er werden wollen. Tie Verhandlungen sind vollgültiger Beweis, daß die Hoffnungen der Mäniier berechtigt sind, die ihre Kraft für die neue Gründung -SdlMsMch^ Redaktton. Expedition und Druckerei: Echul- 1 trabe 7. Expedition und Verlag i 6L Redaktion, fcs# 112. Tell-Adr,- llnietgedBtcien. Rotationsdruck und Verlag der Brüh lachen UnwersitätS - Buch- und Steindruck er ei. BL Lange, Dießen. eingesetzt haben. Tas Hauptereigliis ist die große öffentliche Versainmlung. Tie hervorragenden Persönlichkeiten Heidelbergs hatten sich eingesunden, Oberbürger,neister Dr. Wrlckens, Reichstagsabg. Beck, Landlagsabg. Rohrhurst. Von auswärtigen Vertretern waren die Reichslagsabg. Wölzl-Müncheu, Wetzel-Eßlingen uni) Osann- 2_____t, Psarrer Ko rell-Königstädten und viele von den Männern zu bemerken, denen die Gründung deS National- vereinS zil verdaliken ist. Landlagsabg. Pros. Q u e n z e r - Heidelberg begrüßte den Nationalverein nainens der liberalen Organisationen Heidelbergs Paris, 2ö. Juni. Aus NiineS wird gemeldet, daß dort gestern dell ganzen Al-rnd hindurch die größte Erregung herrschte. Bor dem Nathause und der Pruiettur wurden Kundgebungen veranstaltet; (Senbarmeric trieb die liicngc auseinander. Gegen 11 Uhr kam es ^vor einem Käsfeehaus zu einem heftigen Sl'a mpf, Tiiche, Stühle und SlelNe ivuroen gegen die Gendarmen und die Schutzleute geschleudert, von Mehrere tausend Weinbauern hielten eind Versammlung ab, m der beschlossen wurde, daß die Gemein d e d e h ö r d e n des Departements Var demissionieren sollten. lhen. dtur öLx ESegAUl^ 25*6- Toulon, L3. ^uni. Tie geuern ave.w veransiattele MnuD» gebung gegen die Zlegierungsmaßnalnucn verlief sehr stürmisch. In dem furchtbaren Gcdru:ige wurden mehrfach Frauen und Kinder zu Boden getreten. Tie Menge hielt Straßenbahnwagen auf und riß Leitungspfoßen um. Ein Telegramm aus Lodöv« besagt, daß die Schienen der Eisenbahnen an vielen Strecken aufgerisien Uno und mehrere Brücken bei BezicrS indieLuftge sprengt wurden. Paris, 22. Juni. Die Nachrichten auS dem Aufstands- gebiet im Süden lauten fortgesenl beunruhigend. General Bailloud hat in einer dringenden Depesche von der Regierung bedeutende Verstärkungen verlangt. Krlegsminisler Piequart gao semem Ersuchen sofort Folge. Er ordnete den Abmarsch m e h - rerer Regimenter aus nördlichen Garnisonen an. Tas gestrige Kammervotum hat die Situation der Regierung ver- Itärkt. Man fürchtet jedoch daß eö^ nicht ohne Blutvergießen abgehen wird, da die Anarchie im Südeii einen Umfang angenommen Hal, der schärfste Maßnahmen der RegicrungSgewalt zur Notwendigkeit macht. Paris, 22. Juni. Die Lage in Montpellier, wo gestern das erste Kurassierregimcnt aus Paris cüttraf, wird so ernst angesehen, daß man Fußartillerie zur Verstärkung verlangte. In Montpellier mußten nachts Dragoner und Infante- rillen cinbjreiten, um Barrikaden zu zerstören. Mehrere Deputierte erhielten die Nachricht, daß aus zwei Kas erneu in Montpellier sich F l a ,n m e n s ä u l e n erheben. Dieselben Deputierten erhielten auch Depeschen aus Bcziers, daß ein Militärzug, welcher Verstärkung für die Garnison Veziers bringen sollte, in Station Poulhain nicht weiter konnte, weil Hunderte von Winzern mit ihren Familien s i ch auf dicSchienen legten. In Montpellier, N,mcs und 'Jiarbomtc wurde das Ergebnis der geitrigen Kammsrabslimmung mit lärmenden Kundgebungen gegen die Regierung, deren Sturz man erwartet, ausgenommen. Ani Leichenbegängnis der erßen Opfer von Narbonne nahm ein groger Teil der Bevölkerung teil. Man gesteht in Narbonne offiziell 7 Tote und 21 verwundete Zivilistcn, 6 verwundete Offizier e, 9 Unteroffiziere, 47 .Soldaten und 3 P o l i z i st e n zu. TV6* Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen Aer Mnzerkrieg in Irankreich. Ferner liegen folgende Nachrichten vor: Paris, 23. Juni. Ter Führer der Winzerbewegung, Näar- zellin Albert, taub sich heute im Ministerium des Innern ein und wurde sofort zum Ministerpräsidenten Ele- mcnceau gichvacht, der mit ihm eine dreiviectclstundige Unterredung hatte. ClemeneLQu sprach anfangs sehr streng und hart, indem er Albert das Gewicht der Vermitwortlichkeit llar machte, die er sich zugezogen. Albert setzte die Absichten, die er gehabt hätte, unter Tränen auseinander, und bat Clemen- ccau um Ratschläge, indem er ausrief: „Mein Gvtt^ Wenn ich doch alles wieder gutmachen könnte!" Clemenceau erwiderte nur: „Gehen Sie und st e l l e n S i e s i ch d e m G c s e tz !" Er ließ dann Albert sich entfernen, ohne ihn der Polizei zu übergeben. Paris, 23. Juni. Ter „Temps" veröffentlicht eine Unterredung, die ein Mitarbeiter mu A l b c r t nach dessen Empfange durch Clemenceau gehabt hat. Albert erUärte, wenn er sich seiner Verantwortlichkeit hätte entziehen nwllen, würde er sich haben verhaften lassen. Zum Schluß der Unterredung sagte Albert, daß er heute abend nach dem Süden a b r e i s e n und dort fort fahr en werde, „seine Pflicht zu tun". Albert hatte, bevor er zu Clemenceau eingelassen wurde, diesem einen Brief überreichen lassen, in dem er Clemenceau im Namen Gottes inständig um Oie Freilaisung seiner Gefährten bat und ihm ferner die Litte unterbreitete, den Winzern hülfreiche Land zu reichen, sowie die Truppen zurückzuziehen. Alles würde zum Heile der Republik wieder zum Rächte.: zurückkehren. — Ucber bie Unterredung wird von anderer Seite folgendes mitgeteilt: Clemenceau sagte zu Albert: „Tas Blut, das vergossen worden ist, Eommt auf oie zurück. Kehren sie nach dem Süden zurück und machen Sie einen Teil des Unglückes wieder gut. Veranlassen \sie Ihr: Mitbürger, sich wieder auf den Boden der Gesetzmäßigkeit zu stellen." — Albert versprack) dies zu tun. — In einer Unterredung mit einem Berichterstatter sagte Clcmen- ceau: Er habe keine Anweisung gegeben, Albert feit* ju ne fernen, damit, wenn ein, UnaUict einuete, e? MeL getan ralismuG, über die Notwendigkeit ihrer Beireiung von jeder kirchlichen Bevormundung muß ich nud) beschränken, Mut und Straft au wünschen zur Arbeit im Dienste der Freiheit unb des Vaterlandes." Von den weiteren Begrüßnngstelegrammen mögen genannt sein die von den Abgg. Tr. Müller-Meiningen unb Potthoff. Alsdann ergriff Pros. G o t h e i n - Heidelberg da§ Wort zu seinem Vortrag über die G r u n d l a g e n des Liberalismus. Ginen einigen Liberalismus hatten mir in Baden, im Block, ohne Programni, zusammengehalteii durch die große» liberalen Gedanken. Aber gerade dieses ^ulanuncnarbeitcn auf Grund der Erfahrung der Wahlcii hat un6 die Slotweudigkeit ständiger Durch- arbcit der liberalen Gedanken beiviejen. Wohl tonnen mir vorübergehend m i l den Konservativen paktieren, aber es scheidet die Liberalen von ihnen der Kamps für die Freiheit des Einzelnen und des Volkes, unser Eintreten sür die Stärkung des Emfliisses der öffentlichen DJleinung, die Forderung der Ausgestaltung der sozialen Rechte nicht patriarchalischer Pflege. Tagcgen gibt es kein Zusammengehen des Liberalismus mit den Abarten des Konservatismus, mit dem B u n ö der Landwirte, und dem Ä n t i \ e m i 11S m u s. Tas Zentrum ist ja feine in sich gleichmäßige Gruppe, e§ ist eine Art corpas cathohcanun, mir wollen aber keine Trennung der Teulschcn nad) Konjeffionen und deshalb bekä'.npfeu mir ineje einseitige Vordräilguiig des Stomefjionellen vor den grouen allgemeinen politischeii Fragen, lvelche das ganze Voll angeh-n. Von der Sozialdemokratie scheidet uns deren Spielen mit revolutionären und antimoncirchischen Phrasen und bie ständige Erregung von Neid und Mitzgunst. Solange diese Partei hierfür cintrut und keine Partei der polltlschen Arbeit ist und fein miU, ist em Bündnis nut ihr höchstens von Fall zu Fall mit Vorsicht möglich. Im allgemeinen aber stehen mir ihr feindlich gegenüber. Anders bie soziale Frage. Wohl ist sie schwer. Was aber bisher gelöst ist, mürbe geschaffen in einer Linie durch bie Liberalen, msbesonbere ohne uHitarbeu ber Sojialbcmotraue. Und mir merben im Bemußtsein, daß Hülfe ui erster Lmte Selbsthülse |eni muß, daß aber der Luijelne sür sich allem wenig erreichen kann, auch serner eintreten für den Ausbau der Haud- Koalitioiis recht, für freies Wahlrecht. In diesem freiheitlich fortschrittlichem ©mne soll der Na- tionalvercm oegen und Leben bringen. In der Tevaue sprach zuerst Ulotac Goetz- Weißenburg, Vorsitzender des liberalen elsatz-lothnngischen Landesverbandes, ber bie Einigung des Liberalismus als lerne erste Ausgabe betrachtet. In den Retchslaiiden selbst ist der Liberalismus ohne Schwierig- leiten einig gesinnt unb handelt einig, von den Nationalliberalen bis zu deii T e m o k r a t e ii. Frau Prof. Al an an ne Weber-Heidelberg erblickte eine Tatsache von grundsätzlicher Bedeutung darin, bau eine politische Organisation nicht nur die Mitarbeit der Frauen dulde, ionbern sie sogar baju auffordere. Für den Liberalismus sei eS eine Notwendigten, für die Gleichberechtigung der Geschlechter einzmreteii, tm Interesse der Persoiilichkeitsentmicklung auch der Frauen. Rechtsanwalt W ö lz-Stuttgart, Vorsitzeiider der ro ü r 11 e m- bergischen Jungliberalen, erklärt sich ebenfalls als A n - bänger des 91 a 11 o n a l v e r e i n 5. 9lod) ständen heule drei uJliUionen Stimmen hinter dem Liberalismus, es gelte, sie in einen Strom zu lenken. Für die Zukunft ivichtig fei eS besonders, daß die Jugend heute mit dem Liberalismus zu- fammenstehe. Arbeitersekretär Elbel-Spremberg, ein Vertreter der deutschen Gewerkschaften, ivies darauf hin, daß es immer liberale Siebet ter gegeben habe, wenn auch ui der Oesfentlichkeit lange Arbeiter und Sozialdemokrat gleichbedeutend geivesen sei. Er verlangte vor allem eine entschieden fortschrittliche Sozialpolitik. Um eine kräftige liberale Bewegung zu erzielen, mügteii aus den Ar beiter massen heraus viele am R a t i o n a l v e t c i n Mitwirken. Pfarrer Kor ell-Königstädien, von andauernd stürmischem Beifall begrüßt, betont, daß die hessischen Ltuksliberalen bei ihren verflossenen Kämpfen nach bestem Wissen im Jutereffe deö Liberalismus gehandelt hätten. Was er am nächsten Tage von der Kanzel aus feiner Bauerngemeinde sagen wolle, sei tm Grunde dasselbe, was er jetzt spreche, ein Appell an bieCpfermilligfeit des Einzelnen. Er selbst betrachte den Nationalverein noch nicht für Die Vorstufe der Einigung, ionbern für einen Versuch einer Grundsteinlegung. ES handelte sich darum, offen und deutlich, Auge im Auge, miteinander zu reden. Der 9tationalverem müsse auch an den Bauernstand denken, dem erbos Genossenschaftswesen, Verkehrsverbefferungen und Volksbildung bringen könne. Tie Art des Bundes der Landwirte Dürfe man nicht nachmachen. Auch müsse die politische Agitation volkstümlicher werden, als dies heute der Fall sei. Generalsekretär des Nattonalvereins, Tr. W. O h r-München, ging noch auf die Beztehmigen des Naiionalvereins ztim alten Nationalverein ein, ber nicht alle seine Aufgaben erfüllt habe. Ter neue wolle nun der Vollender des alten (ein. (Schluß folgt.) eres Mädchen, Äeamc !ucht stelle in befi. ta. ohne (Weit «etjfc tt Angebote unter Qßi Steßener Anzeiger erhi Deutsche» Reich. Berlin, 22. Juni. Fürst zu Inn- und Knyp- Haus en, der konservative Vertreter des Reichstags-Wahlkreijes Rorden-Emden-Lecr, beabsichtigt, wie verlautet, mit Rücksicht auj sein hohes Atter und Die ihm als Präsident des Herrenhauses obliegenden WWen seit; LeiÄstsgs-Wanb.a.t niede.L- Lulegen, Dom Nationalverein. Aus nationalliberalen Kreisen GießenS erhielten wir folgende Zuschrift: Ihrem Freitag-Artikel betitelt: „Vom neuen National» verein", erlauben wir uns, einiges hinzuzufügen, bezw. ent» gegenzustellen. Derr Dr. Ohr, der Sekretär des genannten Vereins, ist zweifellos em sehr rühriger Herr. Mit größtem Eifer wirbt er für die geplante Heidelberger Tagung. Hat er doch auch in seinem Zirkular -geschrieben: „In den nächsten 14 Tagen muß allenthalben im liberalen Zeitungswald von der lommenben Heidelberger Tagung die Rede fein." Da fliegen neue Schreiben von München aus nach allen Richtungen. Ter erste Teil des Freitag- Artikels führt eine Entgegnung gegen Ausführungen ocr Nationalzeitung an, die dem „Leipziger Tageblatt" zugesandt wurde. Genau dieselben Worte stehen in der Adendnummer der Nat.-Ztg. vom lö. Juni als Schreiben des Herrn Ohr. Es rühren also der erste und der dritte Abschnitt aus derselben Feder. Tie Schlußzuschnft aus München, dem Sitz des Sekretärs, wird Wohl aus demselben kleinen Münchener Kreise jein und somit werden diese gesamten Auslassungen auf 2, vielleicht 1 Person zurückzusühren fein. Trotz aller Behauptungen von großer Anhängerfchaft auch in dem nationalliberalen Lager gibt die Zeitungslektüre doch ein arideres Bild. Auf natmnamberaler Seite find zu verzeichnen die ablehnende, mindestens stark zurückhaltende Stellung der nationalliberalen Redner in Darmstadt, die Zuschrift an die Nationalzettung, die Ausführungen der Redaktion dieser Zeitung vom 15. und 19. Juni, eine Zuschrift an dieselbe Zeitung aus „Jungliberalen Kreisen", in der es u. a. heisst: „Der Vorftaiid des Reichsverbandes der Vereine der national- liberalen Jugend hat in seiner letzten Sitzung, die am öünniel- sahrtstage in Frankfurt a. M. stattfand, sich dahin entschlossen, seine reservierte Haltung gegenüber dem Nationalverein nicht aufzugeben. Es ist auch nicht einzusehen, warum denn nun ausgerechnet die nationalliberale Partei oder deren Jugend- beioegung sich in dem Nationalverein ihren Metzger selbst wählen soll, nachdem von den linksliberalen Gruppen, die das 3id des Nationalvereins, bie Einigung des Liberalismus, doch feit Olims Zetten in Erbpacht haben, eine nach der anderen er- klärt, die Stärkung der eigenen Parteiorganisation liege mehr im Interesse der Einigung des Gesamtliberalismus als die Unterstützung von Sonderorganisationen. Das ist genau die Ansicht der leitenden Kreise in der Jugendbewegung, und wir glauben, daß sie sich mit der Meinung aller verftändigen Politiker überhaupt deckt." Was will es da heißen, dem Vorstand gehören so und so viel nationalliberale Mitglieder an? Da spielen örtliche Verhältnisse eine Rolle. In dem gestrigen Artikel steht, daß der Abg. Naumann sich dem National-Verein gegenüber zurückhallend gezeigt hat, ebenso frühere Nationalsoziale, die jetzt in der Freis. Bereinigung find. Die süddeutsche Temokratie hat durch Payer abgerointt. Die „Freis. Ztg." lFreis. Bolksp.) lehnt gleichfalls ab. Dem „Berl. Tagebl." schreibt jemand aus Bayern, es bedürfe keiner Beweisführung, um zu zeigen, daß der National-Verein mit seinen unklaren, verschwommenen Wünschen und Forderungen ein tot- geborenes Kiitd ist. Wer dem Liberalismus nützen wolle, möge in eine der bestehenden Organisationen eintreten." Hierzu bemerkt die „Nat.-Ztg." zustimmend: „Man fördert die Einigung nicht, indem man die bestehende Parteizersplttterung um eine weitere Organisation vermehrt. Hierin liegt eine Gefabr, die die besten Absichten der Gründer und Letter des National-Verkttis zunichte machen könnte!" Dieser Meinuilg sind änch wir. Wer eine Einigung des Liberalismus erstrebt, kann innerhalb der bestehenden Parteiorganisationen in diesem Sinne persönlich viel besser wirken, als wenn er in einen üeuen Verein eintritt und so die persönliche Berührung mit Liberalen, die diesem nicht angefeören, verliert. Die Einigung muß von innen Ijeraiidfommcn, nicht von außen. Freilich wir beutfefeen Individualisten bedürfen zu der entscheidenden Tat eines kräftigen Anstoßes. Wir unsererseits meinen mit dem nat.-Iib. ,Leipz. Tagebl.", dem nat.-lib. »Hannov. Courier", der frei). „Neuen bad. Landesztg." in Ntannheim, der frei). »Saaleztg^ in Halle und vielen anderen Blättern, man solle zunächst einmal die Heidelberger Tagung des Nationalvereins abwarten und nicht vor dessen erstem gemeinsamen öffentlichen Auftreten eine Idee verwerfen und als verfehlt kritisieren, die zum Ziele sich eine der schönsten Aufgaben stellt, die die Politik überhaupt zu stellen vermag. Es ist anzunehmen, daß der Versöhnungsversuch zwischen der Regierung und den Winzern, zwischen Ele- menceau und Awerst Erfolge haben lvird. Jedenfalls aber gibt die Bewegung einen Vorgeschmack von den Schwierig- letten, die sich in einem sozialistisch geleiteten Staate erheben können. Man erwartet eben alles von der Allmacht des Staates, ohne an das Wort „Hilf dir selber" zu deuten. Selbsthilfe und Staatshilfe müssen aber Hand in Hand gehen. Tas Gesetz kann z. B gegen die Verfälschung der Weine einschreiten, ihre V.rzucjerung nach Zett und Raum beschrünien und eine gewissetihafte Kontrolle sichern, sodaß die Ent)iellniig des Wetne^ aus dem Wege vom Produzenten zum Konsumenten möglichst vermindert wird. Indessen die Wirlungen dieser Gejetzgebuncg treten nicht innerhalb 2-1 Stunden ein, und es ist für jebe Massenbewegung charakteristisch, bau sie eine sofortige Lösung des wirtschastllchen Problems fordert und nicht den geringsten Aufschub erdulden will. Ter Anbau der geringen Weinsorten ist aus vielen Gründen in Frankreich nicht mehr rentabel, der Konsum hat aogenommen, und die Ueberproduttion fortgedauert. Selbstverständlich kann den beteiligten Weinbauern teilt anderer Rat gegeben werden, als je nach der Natur ihres Bodens entweder zum Anbau besserer Sorten ober einer anderen Art der Bodenbebauung uberzugehcn. Freilich fragt sich dabei, ob bie Regierung nicht die Tendenz dieser Veränderung längst erlennen, die Bevölkerung belehren und die Frittiouen der Uebergangszeit mildern konnte. Unb noch ein furchtbares Momento hat der Winzer- aufstand für Frankreich im Gefolge gehabt. Tie Disziplinlosigkeit tm französischen Heer hat einen Gipfel erreicht, der sie fast auf beijeiben Höhe wie die meuternde russifche Soldatesla erfcheineu läßt. In ber Schrift „Einem Sedan entgegen" hat der französische Major Triant vor kurzem sich darüber ausführlich geäußert. Tie Fälle von Meuterei sind, wie er erzählt, viel häufiger als man annimmt. 9hir ganz besonders empörende Vorfälle, bie man unmöglich ableugnen tonnte, finb bekannt geworden; bie anderen würben verheimlicht In den letzten Manöoern sah man Generale, welche bie für den Minister bestimmten Berichte ünterdrückten, Obersten, die zu Recht verhängte Strafen aufhoben, unb Suballernossiziere, welche den Kopf abwandten, um nicht die Verweigerung der Ehrenbezeugung festzustellen. Triant erzählt Vorgänge, die jeglicher Beschreibung spotten unb die mit erschreckender Klarheit bie innere Brüchigkeit der französischen Armee bartun. So erwachsen Zustände, welche bie Schlagfertigkeit der französischen Armee untergraben . . . In Deutschland braucht, man vom national-egoistischen Standpunkte feine Ursache zu haben, diese Schwächung zu beklagen. Wohl aber ergibt sich aus dem Vergleich die Notwendigkeit, die Manneszucht tm deutschen Heere streng aufrecht zu erhalten. Wenn' erst einer Regierung die Kräfte versagen, durch die sie allein imstande ist, in kritischen Zeiten Ruhe und Ordnung aufrecht zu erhalten, bann ist das ein Zeichen dafür, baß eine sofortige und unbewußte Umkehr auf dem Wege erjoigt, ber schließlich mitten hinein in die Revolution führen muß. imp en erw- y f(,ig vorrat'S-^z und miss auf die Einigkeit der Liberalen im Großherzogtum Baden bin, die gewiß auf die politische Konstellation im Reiche nicht ohne Einfluß bleiben würde. Prof. Günther- München, der Vorsitzende des National- oereins, gab dem Willen feiner Gesinnungsgenossen Ausdruck, den Kulturliberalismus, der der Träger aller großen Erfolge des deutschen Volkes fei, wieder zu einem politischen Liberalismus auszuprägen. Wenn das Volk mit dem Stimmzettel seinen Willen zu erfennen gibt, liberal regiert zu werden, so würde keine Regierung »vagen, diesem Willen entgege»'.z»ltreten. Zwar trage bie Versammlung nur ein süddeutsches Gewand, das wolle man aber sprengen, vom Norden habe man viel Gutes gelernt, nun mögen die Brüder im Norden auch von: Süden etwas lernen. Ai i l den P a r t e i e »i wolle der N a rio n a l v ere i n etwas erreichen, ihnen die eigentliche Gejetzgebungstäligkeit überlassen, aber die agitato rische Wirksamteit sich erhalten, um eine große liberale Reservearmee zu bilden. Nach .rechts und links wolle man den Kampf aufnehmen, weder ein katholisches noch ein protestantisches Zentrum dulden. Von Prof. Th. Ziegler- Straßburg, der durch Krankheit verhindert war, fein in Aussicht gehaltenes Referat zu hallen, war tm Telegramm eingegangen, das verlesen wurde. Es lautet: .Statt zu reden über den Nationalverein als Erzieher zum Lide- iS®ssee eS* nierm oabutdleubau yi irrst die Anfertigung pen xmmntn ’en. Interessenten er- W üliyhmii. icr & Wieriing L G., 'bürg a. 9ibeta. ihl£Üterl‘ ou Ait-M MvrM Ml unbWttüwtwltQen, swerizuvMui dunh 4 bei, Mn-ÜMtui, .UÄtzowiNLiTcM- aMgchG !. Hypothek mit 7dim m ZinMc von ismarm bei Prima t ifjerten uni. B. S. Iür. Msfe, Frankfurt lötiTÄtT üSM rr Zinszahlung foM^ S^ngebote msta ^iepener Anzeiger.— >00000°?" ijemi«' 1 MiSang^ , .^eien. 5"ir. F-. Ä Alberts imube von den Behörden der Kirchturm von ArgellierS entdeckt. Alben plante für die nächsten Lage eine Reife nach Paris. ZT- Der nSchstjllhrigc Etat des Reichscrmts des Innern dürste, ML bestimmt verlautet, die Forderung eines Reichsarberts- amtes mit einem felbftänbigen Staatssekretär bringen \ — Der „Reichsanz." weist darauf hin, datz die günstigere Pensionsabstufung, die die dtovelle zum preußischen Pen- isionsgesetz vom 27. Mai gewährt, auch für dec schon vor dem 1 April in Ruhestand getretenen Kriegsteilnehmer Wirkung haben soll. Die Verrechnung der Pensionen der Knegs- leünehmcr findet von cuntswegen statt, ohne daß es einer Eingabe bedarf. Keinenfalls erwächst den Betreffenden em peku- iniärer Verlust; auch bei verspäteter Feststellung hat die Nachzahlung des erhöhten Betrages für die ganze Zeit fest dem 1. .April stattzustnoen. — Zu den Erklärungen, die im Mar d. I. zwrscyen Spanien und Frankreich sowie zwischen Spanien und England ausgetauscht worden sind, bemerkt die „N. A. Z.": Daß hier und da im Auslande die Meinung hat geäußert foerben tönncn, eine solche Verabredung richte sich gegen Deutschland, ist nicht xeäjt verständlich, da doch jedermann bekannt ist, daß Deutschland in den betreffenden Gebieten auf t err itoriale, Er- Werbungen abzielenbc Bestrebungen g a r n i ch t h a t. Mit dem igleichen Rechte konnten dann afuch Abmachungen zum Schutze ides Mondes gegen deutsche Annexionsgelüste abgejcljlossen werden. — Wie die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt, hat der Bundesrat in seiner Sitzung vom 1. Juni die Grundsätze beschlossen, nach denen sämtliche deutschen Brausteuergebiete die Bi er Übergangsabgaben und B r a u st e u e r v e r g ü t u n g e n künftig zu regeln haben werden. In diesen Grundsätzeir ist festgestellt, daß die Uebergangsabgabe neben dem Ausgleiche der inneren Besteuerung einen Schutz für das einheimische Brauergewerbe nicht enthalten barf. Die Neuordnung soll spätestens 1. April 1908 ,in Kraft treten. Königsberg, 23. Juni. Das zur Erinnerung an Ludwig Ernst v. Borowski, einzigen Erzbischof ber preußischen Landeskirche und seelsorgischen Berater Königs Friedrich Wilhelm III. und der Königin Luise, hier errichtete Denkmal wurde heute mittag feierlich enthüllt und durch Oberbürgermeister Körte der Neuroßgärter Kirchengemcinde übergeben, öu den Kosten des Denkmals hatte auch der Kaiser eine namhafte Summe gespendet. Kiel, 23. Juni. Der Reichskanzler ist gegen 3 Uhr nachmittags von hier abgereist. Kiel, 23. Juni. Der Kaiser hielt heute an Bord der Hohenzollern Gottesdienst ab. Später begab sich der Kaiser auf die Jacht „Meteor", um an der heutigen Regatta teilzunchmen. Als Gäste des Kaisers befanden sich an Bord des „Meteor" u. a. der japanische Botschafter Jnouyc, der japanische Marineattachee in Berlin, Yashiro, der japanische Vizeadmiral Jjuin, Graf Görtz- Schlitz und Monsieur Gaston Menier. Der japan. Admiral Jjuin überreichte dein Kaiser ein Geschenk, welches die japan. Matrosen vor dein Erscheinen des Kaisers auf dem Deck der „Hohenzollem" aufgestellt hatten. Es ist eine drei .Fuß hohe : Gruppe aus dunkler Bronze von feinster japanischer Arbeit, einen Adler mit ausgebreitetcn Schwingen, auf einer Felsklippe sitzend, darstellend. Münster i. W., 22. Juni. Der Deutsche Aerztetag beschloß, .den zwischen ihm und dem Verbände Deutscher Lebensversicherungsgesellschaften bestehenden Vertrag zu t ü n d i g c n und in erneute Vertragsverhandlungen zu treten, und ferner auf den Erlaß eines Kurpfuschereiverbots hinzuweisen. Stuttgart, 22. Juni. Die Kammer der Abgeordneten hat den Antrag des Bauernbundes betreffend statift. .Erhebungen über die Höhe der Mittel, die erforderlich sind, um die persönlichen Ausgaben der Gemeinden für die Volksschulen auf den Staat zu übernehmen, sowie den sozialdenr. Antrag, die ^Regierung zu ersuchen, die Uebernahme der Volksschullasten auf den Staat in Erwägung zu zieheir, mit 56 gegen 23 Stimmen des Zentrums angenommen. Die Regierung hatte sich gegen beide Anträge erklärt. , rr. r Straßburg, 22. Juni. Aehnlich wie englische beabsichtigen auch französische Journalisten einen Besuch in Deutschland. Es sind Verhandlungen der Pariser Preßorgani- sation, welcher 250 Organe in den Departements angehören, mit deutschen Verkehrsvereinen im Gange. Die Friedenskonferenz. Haag, 23. Juni. Am Freitag hatten die Vorsitzenden einiger Kommissionen eine lange dauernde Beratung über die Abrüstung. Die deutschen Delegierten waren zu dieser nicht zugezogen worden. Deutschland wird wohl bei der Abrüstungsfrage den Antrag auf Nebergang zur Tagesordnung stellen. Italien wird Vorschlägen, die Abrüstung der nächsten Konferenz vorzubehalten, die aber innerhalb sechs Jahren stattfinden müßte. Die Schiedsgerichts- und die Landkriegskommission hielten gestern ihre ersten Sitzungen ab. In der Schieds- gerichtstommission legte Freiherr von Marschall den 'deutschen Antrag auf Bildung eines Oberpriesen geeichtes nieder, der 31 Artikel umfaßt. In der Land- gerichtskommission brachte Geheimrat Kriege im Namen Deutschlands eine Reihe von Anträgen über oie Rechte und Pflichten derNeutralen und Schutz des neutralen Eigentums im Landkriege ein. Dann teilte sich die Kommission in zwei Subkommissionen. Die eine wird untersuchen, wie die Gesetze und Gewohnheiten des Landkrieges und die sich daraus beziehenden Erklärungen von 1899 verbessert werden tonnten. Die andere wird die Rechte und Pflichten der Neutralen zu Land und das, was die Eröffnung der Feind- ,seligkeiten betrifft, studieren. Neues aus Rußland. Gerüchte, daß am Samstag auf den Zaren ein Alten- tatsversuch gemacht worden sei, werden amtlich dementiert. In höheren Beamtenkreisen ist man durch den •Umftanb beunruhigt, daß eine ganze Liste von Personen entdeckt worden ist, die von den Revolutionsparteien zum Tode verurteilt sind. Trotz der zahlreichen Verhaftungen unter den Soldaten steht fest, daß es allen Führern des revolutionären Mili- tärverbandes gelungen ist, zu entkommen. Ter Kriegsminister erhielt von seinem Gehilfen, Generalleutnant Polhwanow, mehrere Depeschen, in denen eine Militürerhebung in einer Festungsgarnison aufgedeckt wurde. U. a. wurde General Davidow, Kommandeur der 34. Infanteriedivision, wegen Unruhen in einigen seiner Regimenter verabschiedet. — In Petersburg halten die Verhaftungen unter den Studenten an. Die verhafteten früheren sozialdemokratischen Abgeordneten sind im Zentralgefängnis auf der Wiborger Seite untergebracht. In Moskau erschoß ein junges Mädchen auf dem Bahnhof von Tula einen Polizeiagenten, der es verhaften wollte. In M i e d z y z e e z (Gouvernement Wolhynien) überfiel eine Bande die Bahnstation und raubte die Kasse. Ein Beamter wurde dabei getötet. In Sosuowiee entstand in der Nacht zum Sonntag in der Schönscheu Baumwollspinnerei, die ea. 2000 Arbeiter beschäftigt, Großseuer. Dasselbe griff so schnell uni sich, daß die Arbeiter sich nur mit Mühe retten konnten. Zwei Arbeiter verbrannten. Der Brand dauerte acht Stunden. Das (Sta- blissement brannte bis auf die Umfassungsmauern nieder. Dritter Berbandstag deutscher Hochschulen. Nürnberg, 21. Juni. In den Räumen des Kulturvereins zu 'Nürnberg tagt gegenwärtig der Verband deutscher Hochschulen. An der Tagung beteiligen sich die Vertreter der Studentenschaft fast sämtlicher Universitäten, technischen und tierärztlichen Hochschulen, sowie Bergakademien des deutschen Reiches. Außerdem haben auch dce größeren und studentischen Einzelverbände offizielle Vertreter entsandt. Nachdem gestern bereits der Verband der deutschen Technisches Hochschulen seine Tagung abaebalten hatte, sand gestern abend der Begrüßungsabend statt, den Herr Lipsius als Vorsitzender des Vororts Charlottenburg eröffnete. Im Heb eigen, verlief der Kommers nach alter deutscher Studentenart, feuchtfröhlich. Mit der Mahl des Vorortes für das nächste Jahr begannen dann heute die Beratungen. Tie Wahl fiel einmütig auf Gö t tin g en. Ms Ort der nächstjährigen Tagung wurde Goslar bestimmt. Den Vorstand des Verbandes iverben neoen dem Vororte Göttingen die Ausschüsse der Hochschulen zu .Hannover, Charlottenburg, Dresden, Jena und Halle bilden. Nach weiteren geschäftlichen Verhandlungen erjtattete der Vorort seinen. Geschäftsbericht, aus dem hervorzuhcben ist, daß die Frage des Berrufswesens, die der konfessionellen Verbindungen und die Auslanderfrage das Jahr hindurch den Vorort beschäftigte. Dem Berichte des Vorortes folgten Berichte aller Vertreter. Es lag sodann ein Aufnahmegesuch des Ausschusses der Tierärztlichen Hochschule zu Dresden vor, daö einmütig genehmigt wurde. „ . Tas Hauptinteresse der Verhandlungen konzentrierte sich um die Frage oer Regelung des Verrufs wese ns. Es besteht seit Jahrzehnten unter den Studentenschaften fast aller Hochschulen die Erscheiliung, daß infolge von oft weit zurückliegenden Streitigkeiten viele VeÄünde im gegenseitigen Verrüfe stehen. Nach langen Aussprachen einigte man sich stuf den Vorschlag, an den einzelnen Hochschulen ftoitbige, von allen Verbanden zu beschickende Kommissionen einzurichten, denen die Vorberatung zur Festlegung allgemein gütiger Bestimmungen obliegt. Tie Vertreter der Einzelverbände ervoten sich, innerhalb ihrer Verbände möglichst baldige offizielle Steliungiiahme zu den Vorschlägen herbeizuführen. Als besonders erfreuliche Tatsache zeigte ftch,daß 1 amtliche anwesenden Vertreter der studentilchcn Emzel- verbände feststellten, Paß ihr Verband den Bestrebungen des V. T. H. inbezug aus die Verrussfrage sympathisch gegenüberstände. Aus Stadt und Land. Gießen, 24. Juni. ** Verhaftet wurde gestern nachmittag ein Mann, der an einer Wirtschaft in dem Neuen weg die Fenster ein sch lug und fortgesetzt srandalisierte. Bei der Festnahme leistete er den Schutzleuten derart Widerstand, daß er aus einen Wagen geladen und ins Arresthaus gefahren werden mußte. ** Brand. In einem Hause in der B a h n h o f st r a ß e entstand gestern nachmittag in Abwesenheit der Bewohner auf unaufgeklärte Weise ein Z i m m e r v r a n d. Da Türen und F-enster gut abgeschlossen waren, erstickte schließlich das Feuer, nachdem Vorhänge und sonstige leichtörennbare Sachen verbrannt waren, von selbst. Niemand hatte den Brand bemerkt. ** Unfug. In der Nacht auf Sonntag wurden in dem Zuge der LiebigS- und Ludwigstratze eine Anzahl Straßenlaternen zertrümmert. Auch an Privateigentum wurden Glasscheiben eingeschlagen und ein Gartenspalier umgerissen. 1). A l s f e i o, 23. Juni. Am Samstag wurde, wie bereits gemeldet, im Beisein des Geh. Neg.-Rals Dr. Dietz und des Kreisrats Dr. Hölzinger das hessische Wandertube r- k u l o s e - M u f'e u m, das hier vom 22. d. M. bis in EL 7. Juli in der Turnhalle aufgestellt ist, dem allgemeinen Besuch eröffnet. Beide genannte Herren hielten Ansprachen. Dem EröfsnungSakte wohnte auch der gesamte Staoworstand bei. Sonntags über hatte sich die ungemein lehrreiche Ausstellung eines zahlreichen Besuchs besonders aus Arbeitertreisen zu erfreuen. — Sicherem Vernehmen nach plant man für die Kreise Alsfeld und Lauterbach die Errichtung der Stelle eines Obsthautechnikers mit dem Mohnsitz in Alsfeld. R.B. Darmstadt, 23. Juni. Vom hiesigen Schwurgericht war vor ca. 3 Jahren der Fabrikarbeiter Rosenberger aus Bürstadt wegen Totschlags und schwerer Diebstähle zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt worden, die er aus Marienschtoß bei Butzbach verbüßte. Rosenberger hatte in der Umgegend von Lorsch eine ganze Anzahl Diebstähle verübt und war schließlich von dem Polizeidiener Schneller in seinen heimlichen Feldversteüen ausgespürt und verhastet worden. Der Verhaftete, der zuerst gutwillig mit dem Polizeidiener mitging, üverfiel plötzlich denselben und streckte ihn mit einer Revolverkugel durch einen Schuß ins Herz tot zur Erde nieder. Nachdem der Mörder vor längerer Zeit in seiner Zelle schon einmal Spuren von Geiftesgeslörtheit gezeigt hatte, oie sich später aber wieder verloren, hat er jetzt abermals so deutliche Anzeichen von Schwachsinn resp. Ge ist es umn a chtun g erkennen lassen, daß er auf ärztliche Anordnung zur Beobachtung seines Geisteszustandes in das Philippsyospital bei Hosheim überführt werden mußte. [] Laasphe, 23. Juni. In Weidenau fiel am Freitag nachmittag ein achtjähriger Junge Namens Müs er beim Schmetterlingsfangen ins Wasser und ertrank. [] Wallau bei Biedenkopf, 23. Juni. Heute wurde hier unter großer Beteiligung das 2oj (ihrige Stiftungsfest des hiesigen Kriegervereius gleichzeitig mit der 23. Delegiertenversammlung und dem Verbandsfest der Kriegervereine des Llreises Biedenkopf abgehalten. Bei der Delegiertenversammlung im Bahnhofs- Hotel führte der nach Wiesbaden scheidende Landrat von tzeimburg zum letztenmal den Vorsitz. Auf dem Festplatz überreichte der Landrat dem Verein prächtige Fahnenschleifen. Universitäts-Nachrichten. h. Dem Vernehmen nach hat der a. o. Professor Dr. theol. Johannes Bauer in 9)1 a r b n r g einen Ruf als ordentlicher Professor für praktische Theologie nach Königsberg erhalten. — Der große »iat der Berliner Handelshochschule beschloß die Einrichtung eines umfassenderen Unterrichtes im K o t o n i a l w e s e n. Sieben den bisherigen kolonial-geographischen Vorlesungen werben eingeführt: Kolonialechnographie, Kolouialpolitik unb Kolomalwirtschaft. Zu Dozenten wurden ernannt: Tie Prosesjoren von Lnschan, Abteilungsdirektor des Museum für Völkerkunde, Tr. ÄD ebner, vortr. Rat im Reichs- marineamt, uno Lu. Dr. Jiohrbach, AnsiedelungSkommissar für Teutsch-Südwestafrika. — Ter Erforschung der Krebskrankheit ist in Berlin der Universttatsprofesfor Dr. Max Schüller zum Opfer gefallen. Bei Züchtung von Reinkulturen ober Behanb- lung krebsartiger Patienten muß er fich infiziert haben. Er ilt nach Lreinu)natiger Krankheit int 64. Lebensjahr an Magenkrebs gestorben. — Ter bekannte Berliner Psychiater und Nervenarzt Professor Mendel ist am Sonntag vormittag im Mter von 67 Jahven gestorben. — Wie uns aus München gemeldet wird, hat der o. Pro- cssor und Vorstand der II. medizinischen Klinik an der dortigen Universität, Di. Friedrich Mülle r, einen Ruf an die Berliner Universität als Nachfolger von Leydens erhalten. Kleine Tages chronik. In Berlin wurde in der Nacht zum Sonntag der 30jährige Töpfer Benda erstochen. Ter Ermordete war einer Verwechslung mit dem Ardener Naezynshi zum Opfer gefallen, an dem der Kutscher Witte nach voryergegangenem Streite Rache nehmen roollte. Vier Personen, darunter der Kutscher Wicke, wurden verhaftet. — In der üiacljt vom Samstag zum Sonntag ging in der Rabe des uiutcs Hazde Bomermv (Ungarn) ein Ballon nieder, der die Gondel verloren hatte. MS der Gutsbesitzer mit einem Personal herbeieilte und sich persönlich mit einem offenen Lichte näherte, erfolgte eine furchtbare Explosion, wobei drei Leute getötet unb sechs schwer verletzt wurden. Man glaubt, daß der Ballon aus Frankreich stammle. In- der Nähe der Unglücksstätte sand man später die Leichen der Insassen, die aus dem Ballon gestürzt waren. Nach einer anderen Version äscherte der nach der Explosion entstandene Brand sämtliche Gebäude der Meierei ein. — Von einem tragischen Geschick ist am Samstag der Musikus Mittelstadt ereilt worden. Um den Weg abzukürzen, ging er nach einer Geburtstagsfeier in Plötzeniee bet Berlin über ein Torfmoor. Er war kaum bis zur Halile gelangt, als er einsank unb erstickte, bevor ihm Hilfe gebracht werden tonnte. — Als ein Wärter der Irrenanstalt Herz berge bei Berlin einen Geisteskranken in einer geschlossenen Droschke nach der Heilanstalt bringen sollte, wurde die Droschke von drei yjlännern mit Revolvern zum Stehen gebracht und der Kranke befreit. Herbeieilende teilte wurden durch Schüsse verscheucht. Tann verschwanden die Wegelagerer mit dem Kranken. — In R o m erregte die Entdeckung Aussehen, daß das Grab des Generals Garibaldi geöffnet und G e s cha ii d e t worden ist. Der Sarg Manlio Garibaldis, des Sohnes des Generals, ist aus dem Aiauso- leum geraubt worden. ____________________________ Handel und verkehr, Volkswirtschaft. — Kleine Finanzchronik. Die Unterdilanz bei Bankfirma L. Wert Hauer u. (So. in Kassel soll durch übergroße eigene Spekulationen und durch Runbenengagementä Ijernorgevufcii jein. Sie beträgt ca. 600 0U0 Mk. Geschädigt sind meist kleine Leute. — Der Verein der Deutschen Pianoforte- a b r t f a n t e n beschloß, den Bruttopreis ad 1. September um 5 Prozent zu erhöhen nnö als Höchstziel bei gestapelten Rabattjätzen 6 Aionate festzusetzen. Z u r Börsenlage. Der Golbabfluß aus ben Vereinigten Staaten, der sich als natürliche Gegenbewegung gegen die starken Goldheranziehimgen Amerikas im vergangenen Jahr unb noch in den ersten 9)lonaten bs. Jrs. barstellt, hat in Newport bie Spekulationslust lahmgelegt. Die Ziirückzahlung fällig gewordener amerikanischer Finanzircüten mit Bestimmungsort Pans hat bis in die letzte Zeit nicht weniger als 10 876 000 Doll, betragen und dazu kamen noch bis zu Schluß vergangener Woche weiter 21/, Mill. Doll. Diese Goldausgänge riefen an allen Börjenplätzen die Befürchtung hervor, daß es in Newyork wieder zu einer ausgesprochenen Baisse kommen könne, zumal die Nachrichten vom amerikamjchen Eisenmartt neuerdings recht unerfreulia) lauten. Auch der Verlauf der letzte» Düsseldorfer Börse war von deprimierendem Emflilß auf die heimifchen Börsen, da eine weitere Abjchwachung der Eisenpreije eintrat. Jede solche Erscheinung aber hat einen Rückgang der Hüttenaktieu zur Folge, obwohl vom wirtschaftlichen Standpuiikt aus betrachtet, ein nicht allzu scharfer Rückgang der Rohprodukte nach bereit übermäßigem Hinaus- fchrauben nur als eine natürliche unb gefunde Reaktion angesehen werden jollte. 9)lan hat es in letzter Zeit an Beschwichtigungsversuchen nicht fehlen lassen und die übertriebene Schwarzieherei und Verjchlcuderei guter Jndustriepapiere nach Kräften verurteilt. Viel Erfolg hat inan aber damit nicht gehabt. Ist das Publikum auch der festen Uebcrzeugung, daß die Abschwächung auf dem Eisenmarkl m den Kursen bereits hinlänglich zum Ausdruck gekommen ist und die allgemeinen Aussichten der Eifeninbustrie nicht jo ungünstig zu beurteilen seien, als dies seitens der Spekulation geschieht, jo wird das Mißtraiien durch die sich allerdings- mehrenden weniger günstigen Berichte z. B. über die Eijenaussuhr ofovt wieder von neuem angesacht. Märkte. ic. Frankfurt a. M., 24. Juni. (Orig.-Telegr. des „(Btefcen. Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen 9)ck. 20.75—21.00, Kurhessischer Alk. 20.75—21.00, La Plata Mk. 21.25—22.25, Kansas 2)lf. 21.25—22.26, Roggen (hiesiger) Mk. 19.75—20.25, Gerste (Wetterauer) Mk. 18.25—18.50, Fanten- selber Nck. 18.75—19.00, Haser 19.75—20.50, Mais Mk. 14.75—15.00 Weizenmehl Mk. 29.25—29.75, 00—00, 2. Qualität Mk. 27.25 bis Pik. 27.75, 3. Qualität 9)lk. 25.25—25.75, Roggenmehl 00 Pik. 29.50—00.00,1. Qualität Mk. 28.50—00.00, Weizenkleie Alk. 11.00 bis Vit. 11.50, Roggenklele Mk. 11.50—12.00, Maiskeüne 2)IL 12.25 bis Pik. 00.00, Franken, Pfälzer, Ried 9)tt 00.00—00.00. Alles per 100 Kg. ab hier. Io. Frankfurt a. M., 24.Juni. (Telegr. Orig^Bericht des »Gieß. Anz."). Amtl. Siotierungen der heutigen Viehmarktpreise. Zum Verlause standen: 479 Ochsen, 98 aus Oesterreich, 55 Bullen, 1 auS Oesterreich, 0 aus Dänemark, 813 Kühe. Fersen, Stiere und Rinder, 0 aus Dänemark, 295 Kälber, 216 Schafe und Hammel, 00 Schafe aus Oesterreich, 0 Ziegen, 1217 Schweine. Bezahlt wurde für lOOPfuiiö Schlachtgewicht: Ochseul. Qualität 80—82 Mk., 2. Qual 72—75 Pik., 3. Qual. 64—68Pik.; Bullen l.Qual. 70 bis 73 Pik., 2. Qual. 67—69 Mk.; Kühe 1. Qual. 73—76 Mk., 2.Qual. 70—72 Pik., 3. Qual. 62-64 Pik, 4. Qual. 00—00 Pik., 6. Qual 00—00Pik. Kälber: 1. Qual.95—98 Pfg., Lebendgewicht 57-59 Pf., 2. Qual. 85—92 Pfg., Lebendgewicht 60—54 Pfg., Schlachtgewicht 65—70 Pfg. Schafe: 1. Quat. 82—00, 2. Quat. 78—80 Pfg., y. Qual. 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qual. 68—59 Pfg., Lebdgew. 46.00—00.00 Pfg., 2. Qii. 57—00 Pfg., Lebendgew. 46.00—00 Pfg., 3. Qual. 60—52 Pfg. Lebendgew. 00 Pfg. Geschäft: bei Hornvieh gut, Ueberstand unbedeutend; bei Kleinvieh gut, kein Ueöer- stand._________________________________________ Gießener Wetterdienst. Boranssichtliche Witterung für Hessen am Dienstag ben 25. Juni: Wechselnde Bewölkung. Geringer Regen. Temperatur wie heute. Westtiche Winde. Origivral-DrahtmelHnngen. sb. Darmftabt, ‘24. Juni. Finanzmtnister Gnaulh ist aus seinem längeren Urlaub zurückgerehrt und Hal heule morgen seine Dieustgeschäfte wieder übernommen. — Die hiesigen A^öbeltransportarbeiter sind heute wegen Nichtbewilligung von Lohnforderungen in den .Aus st and. getreten. Rom, 24. Juni. Der frühere (des Betrugs beschuldigte) Minister Nasi wurde in Trepani mit fast allen Stimmen als Deputierter wiedergewählt. N o m, 24.-Juni. Ueber die Sch ä n d u n g des Grabes Garibaldis wird noch gemeldet, die Witwe des Generals habe an den König und den Kammerpräsidenten ein Telegramm gesandt, worin sie den Sohn Ricciottis. aus erster Ehe Garibaldis als der Tat verdächtig denun-, zierl. Die Witwe verlangt gleichzeitig sofortige Instandsetzung des Grabmonumentes. Ricciottr protestiert energisch, gegen die erhobenen Beschuldigungen. Mailand, 24. Juni. In der Provinz Ferrara beginnen wieder B a u e r n u n r u h e n. Der Verband der Landarbeiter hatte die Grundbesitzer zu einer Versammlung eingeladen, um über Reformen zu verhandeln. Da die Grundbesitzer dieser Einladung keine Folge leisteten, hat die Verbandsleitung sür heute den allgemeinen Ausstand proklamiert. Kavallerie wurde zur Aufrechterhaltung der Ordnung in das Slreikgebiet entsandt. Budapest, 24. Juni. Der deutsche Großgrundbesitzer Hch. T h y s s e ii erwarb ein größeres Gut des Großgrundbesitzers Szajbely. Der König verlieh dem neuen Besitzer dem Vernehmen nach den Titel eines ungarischen BaronS. Moskau, 24. Juni. Ter hier eröffnete Semstwo- Kongreß sandte an den Zaren ein Ergebenheits-Tele^ gramm, in dem er den Zaren seiner Treue in der jetzigen bewegten Zeit versichert.______________________ ; Muff Al* yqo-fft Kinder wenn ihr brav seid so wasche liLlllLtvl Lv euch auch mit der vom Herrn Doktor als beste empfohlenen Myrrholin-Seife. b7u v? o «* v u ... <9 K c ** s t ■s « rö- CI 5 5*8" p- i 5- M » 4> C'. 0O <5>Ä < Ci 's?' i:8 » — w. Bo“ 1 “ 2^ o s ä p ■rtti y y- V Uu 0-5 y y 2J, «P P s , P Q l I ^2 e. e i • ° p —o- “ S i? s ä.oC):C —7 u p o 5 «Xi ur s E° »■2 - p ^',2^3 5^0/) = 55*« & o •= Ä 4 lte «t? ett1^ '6t öctlpb^ °'*0n derö > L'L tz °cLK und der 2°U bt« AM -rd-n ifc feu ■*-ÄSa •wirtjdj0|t !««i‘ii‘iSi“» t-tite b«: -aas "ff m* und noch ri N wyork die 6^. 8 gallig gewordene • fiLbetQ0en u,ü ■ -^oche weiter 2' 1 allen BöchnMv, 7-der zu einer L 3te Nachrichten vom , unerireulich iami;. ”1* war von deon. Iku, da eine tteuere ,E iNe g^einuiij x oolge, obwohl vom n nicht allzu lL-nt: ibemiQBigtni tynaui. t>e Reaktion angei't^i an BeilhkvichiAWjz. iebene vi-M-Mltl ich KmM ötrutleilt, >t. M 6o5 Publikum ischMqung aus dem h M Äusücuck geil der Wninduslne s seilenä der Speku- ch die sich allerdings über die Wnaudiuhr I O I -Teiegr. btf „Dießen Fruchtiiiarlipreije 0.75-21.00, La Plata ), Roggen (biefifltt) 3J5-18M öamen. WSW. 14.75-15.00 Qualität M 17JS 'S, Otygtnmeljl 00 kirnte'M 11.00 latiitime M. iMO.OO. W va ^Bericht dSM imatftpttiit. Zum eiterrerch, ob Süllen, he, Serien, Ltim uni i Lchaie und fwwnti, 17 Cchlveine. Ni11 1 Qualität 8H-1 Bullen l.üualW il, 73-75 Mi.JM L 00-00 MM ebendgewtchlv^-- 10-54 flfeßj* s> 9 Qual. 78—8b > r pnbaen). 46.00-00 H ig. GejM: b-' ^, einvieh gut» 03 S5ÄS rungcn- MSSS -.HM SS-Z -U einer di- ‘‘Si'SJ! 'SS*“"' S-S-H einct seil6* rs = £ « c e c ■» Z3 o ost - o c2 p e a ÖS ■- s C CD u—OJt’ <= O js •= 03 e K C ct «zi -T D «—C o — zd (9 ti.' -et E -bkÄ S-ort 5"-o * 5 -«-. <33 = £ f'l E>_o jO p B» s> "SL (9 -«DVD ' .5. C*”“ - Q — _ — a" p’C ■£<§' i§' «a C3C <-» z: t=o.' . c. Z'ß “S — Z.L aa'C X«— wiG" c c l$Q Q Z S O Ä *E" Ec sl85 O H 8<9. 03 , t* —.X C> = w S«W v w SZL c • p -ZD — _ — - ** 7L> *t3 «o _cu Sr - ZL •5 <= o S •’“ o *, st Z - ii xO se= Ä . ^«E1 -= = ££2 - -SS» Z-ZZL 1 § O st: o <3 £ £ co55! i-H —«C ti? *n T> ^xSD S^i -? *t± £ Et »^— O . . u — X X Cs'p’ o - a o S= oj» — ^KS :a — >="— 03 — C u n o ^3? Z T X E^ = e SLZ--- S —- ä o: x 47--^ ®‘-t 5^: E £§*= 'S’S * E^S 5 Pf ■^ = S- E = = jo ot@ — <3 «— _t - o _ t* ^d± Z- — ü£ «E O.x v •-er.. ^Z-N 3« « a- = E £ = §®‘ . c:: eo s T-1 -'C W I — .3 >3 ^Ä1 w - p .’b-^ 3t - M c -t: V SS tb S xn^r-» » ZZSs H- w 1 s: = ixs^e <-> p .2 S-»^_p Q ~ _• -=“:c _ *5o9 °1 —H-S - 2 O 1- uX- ’oa| rsZG >s- p « — -r = = X X) ^ — x o 1 1 iSKP T x iXS »> ** x> — Ä>o x; — ns, = O x X . - -so •— 2? x LAZU-KL^ Z LAL- -2T ß^.E «Z^r.9^ Q t p v»b p^•«-. p*0 «0-5^2 «I c, - -AK. ^LsZ ZSL y2l «-» — f c S~ .s rs s . = ,r n p _ T TZ C3 «Sl X sJtJL Sc — e 77 >O X,S1 N S x ä- ej X) X , , P tX2«S X u- p vO -X Z o p» *^^03 SP" Ä5- KZ o Ä -5-5? —; v ‘S'ä x:x- pÄ X> X X XD ;p"ä X •— Ä"O S *o x CDä 5 E %» CD P P P< ■— PT- Z-3 - 4* ^Ä-S- Z5 O •-» x -y 5= S.2 S)M o P -x x X P ä ast x x 5 E LZ ’x C CD x 5® ZK -x X CD x — Ä LZZ O Ä S P ° X P P *—ZD x — CD X — — <33 — LZ P p a$t x p x — P 3>L-x O :r. xo. — X x —------ X P'S' x;— JD «— — CDx — C x o -P , — Ä *c > — •S-"Z" <73 -LL'Z P *O C :2 °/3 x1 L 2 E9-e>x »VZ X vd x P P OS- P P EZÄ £ <« t ’E S'H tt)4S> ZZ. 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