Der Kaiser kommt! Horch, horch, welch wunderbar Getön Wie Schlag von Rosseshufen, Wie Wogenrauschen, Sturmgedröhn Und wie Fanfarenrusen! Und iah erbebt vom Glockenschall Ter Lüste »veiles Meer. Mein Herz jauchzt auf, eS kennt den Hall So voll, so laut, so l)ehr: „Der Kaiser kommt, der Kaiser!" Dort saust heran ein Bubenschwarm.. Hei, lvie die Spatzen flitzen' Die bunte Mütze schwingt der Arm, Die blanken Augen blitzen! Mit Hurraruf aus Herzensgrund Im Sturme geht's vorbei. Und immer wieder jauchzt der Mund Den Hellen Heroldsschrei: „Der Kaiser kommt, der Kaiser!" Da reifet s die Men mächtig nach. Geschwindschritt rings und Traben Zm Dauerlaus; es hemmt kein Bach, Kein Balken und kein Graben. Dort steht die Menge festgekeilt. Ein froh lebend'ger Wall, Und laut von Mund zu Munde eilt Der Jubelwiderhall: „Der Kaiser kommt, der Kaiser!" Trompetenschmettern, Paukenkrach, Ansturm von Hurrawogen. Als würden Siegesdonner wach. So kommt es angeslogen. Ein einz'ger Leib, |o bebt und schwingt Der Menschendvppelhag, Und heU'aer Wonne Schauer ringt Sich jauchzend an den Tag: „Der Kaiser hoch, der Kaiser!" Sei Gott gegrüßt, du Friedensl-ort, Du Stolz und Glück der Demen! In Treuen weißt du fort und fort Uns alle doch zu einen! Sieh her, wie jedes Auge flammt. Wie jeder Arm sich streckt. In Feuer, das vom Himmel stanimt, Zum Schwur emporgereckt: „Mit Gott für Reich und Kaiser!" Vielteurer Herr, dein Auge strahlt, Tein kühnes Antlitz leuchtet: Du kennst des Hochgefühls Gewalt, Das uns die Augen feuchtet! Geliebt vom Volk und im Geleit Der stolzen Landeskrast, — Was kommen mag, bu bist bereit Zu höchster Heldenschast! „Gott segne dich, mein Kaiser!" Vorbei der stolze Kriegerzug, Vorbei die Menschenfluten — Ein Bild so hehr »vie Adlerflug In Morgensonnengluten! Vorbei, und allgemach verwehn Kriegsmarsch und Hurraschrei! Berrgott, vernimm mein- heißes Flehn n Gnaden steh uns bei ,Ln Streit für Reich und Kaiser!" _ Gießen. Albert Kleinschmidt. * Tie Vorarbeiten zum würdige»» Empfang S. M. des Kaisers und S. K. H. des Großherzogs sind inzwischen auf das eifrigste betrieben worden. Die Spuren der reden heißt es ja dann freilich anders; in ihnen aber spricht nicht das Herz, sondern der auf das Praktische gerichtete, doch allzu oft nur irre geleitete Kopf. Ihre mehr oder minder geklärten Protestempfindungen stoßen sich zum größten Teil an Verwaltungsmaßnahmen oder an unliebsamen Ereignissen int ArbeitSoerhältnis und haben mit Monarchie und Nationalität einfach gar nichts zu tun. Berechtigte oder auch nur eingebildete Unzufriedenheit mit allein Möglichen ist unausrottbar, ebenso aber auch die ursprüngliche, dem deutschen Volkscharakter innerlichst eigene Liebe zu Kaiser und Reich. Es ist ja klar, der bevorstehende Fürstentag wird ohnehin »em ganzen Leben und Treiben der Stadt einen hohen, vater- ändisch anklmgenden Aufschwung verleihen, wobei der ge- chäftig-feslliche Elan unter dem Begleitmotiv der wehenden Fahnen und nationalen Sinnbilder nicht immer tieferes Gefühl zil sein braucht. Dagegen wird gewiß gar mancher einfache ArbeitSmann, gar manche Tag um Tag in der Fabrik tätige Frau morgen ihren Heben Jüngsten hochhalten, wenn der Kaiser im flinken Kraftwagen vorübersaust, und ihm den Mann mit Ehrfurcht weisen, in dessen Händen deS Reiches Geschicke ruhen. Und sie werden, wenn der Kleine, angestecki von Nebenstehenden, Hurrah schreit, ihm den Ruf nicht wehren, sondern in ihn einstimmen in dem blitzartig auf. tretenden Bewußtsein, daß auch der Kaiser ein Arbeiter ist, und zwar ein Arbeiter von rastloser Treue und un- erschütterlicher Kraft am festgefügten Bau und an dem AuSbau des Deutschen Reiches. Gilt doch auch fein Besuch morgen der Arbeit am Schwertschmiedehammer zur Sicherung beß Friedens des Reiches, der Welt! Persönlicher Besuch ist stets mehr als alles Andere ge- eignet, das Band zwischen Herrschern und Bolt zu festigen. Fürstentage gehören allenthalben zu den bleibenden und be- deutsamsten Erinnerungen. U>»d so wird den»» auch Gießens 1907er Kaisertag wieder ein außerordentlicher Festtag werden. AufS ehrerbietigste grüßt Gießen den kaiserlichen Herrn und seinen Landesfürsten. Wilkommen und Heil unfern» Kalser Wilhelm und unserm Großherzog Ernst Ludwig! schon heule gesagt iverben kann, daß der gcrqujer morgen denselben freundlichen Eindruck von der Stadt Gießer» gewinnen wird, wie im vorigen Jahr. Tie Spuren der Kanalisation, die in anderen Fällen leicht lästig und ge- ährlich hätten werden können, sind in den zu passierenden Straßen beseitigt und die St raßen schmü ckun g, wie die Schmückung der Kasernen ist im Gange. Jnsbcso»»dere die Frankfurter-Straße vor dem Selterstor und die Südanlage am neuen Stadttheatergebä»»de werden hübsche Dekorationen durch Fahnenmasten, Fichtenbäume, Girlanden usw. erhalten. , , . Die Ankunft des Kaisers erfolgt, wie schon mll- geteilt wurde, um 11 Uhr auf dem Trieb. Dement- prechend werden für den Fuhrverkehr von 10i/j Uhr ad ge- perrt die F-rankfurter-Straße, Süd-Anlage, Garte»»straße und Grünberger-Straße. Nach beendigter Uebun& also etwa um 1 Uhr, begibt sich S. M. der Kaiser an der Spitze der Fahnenkompagnie durch die Grünberger-Straße, Ludwigsplatz, Gartenstraße, Ost-Anlage und Senckenbergstraße zur alten Kaserne, ^ier erfolgt die Absperrung von 12i/s Uhr ab. Die Senckenbergs traße nimmt die spalierbtldeuden Schülerinnen und Schüler aus. Die A b s a h r t d e s K a i s e r s erfolgt im Automobil durch die Se n ck e n b e r g st r a ß e, Ost-An läge, Süd-Anlage und Frankfurter-Straße. Sre ist frühestens gegen 3 Uhr zu erwarten, weshalb von 2i/2 Uhr ab der Fuhrwerksverkehr in den genannten Straßen einzustellen ist. Aus Anlaß des AlonarchenbesuchS treffen heute hier ein der Korpskommandeur General der Infanterie Exzellenz von Eichhorn, der Divisionskommandeur Generalleutnant Exzellenz v. Str an tz und der Brigadekommandeur Generalmajor v. Hartmann, sowie einige Generalstabsofiiziere und Adjutanten. Die Herren nehmen im Hotel Großherzog von Hessen Wohnung. Die Mitglieder der an der SpalierVtldung teilnehmenden Vereine (Kriegervereine, Turnvereine usw.) werden sich voraussichtlich recht zahlreich ein» finden und sich rechtzeitig an den sür sie vorgesehenen Plätzen einfinden, damit bte Aufstellung ohne Störung er- Nr. VS Erstes Blatt 157. Jahrgang Mittwoch S4. April 1V07 erlittet täglich jrancgTf Q ö moinhdAöd‘ertri- ÄL* Ai1 dem he,fischen tandwirl ■ ■ <| ■ HF |A HZ ■ ■ BZ ■ JF 9 ■ ■ Ä BZ II § ^_Z ■ tatjrL auSschl. Bett-llg. VIIW IIV l 4411 IvIUvIES Woche betgelegt un- ■ M ” ■ ” ” ” ” ” — Ä ~ ” Zeilenpreis: L>tol 16% zweimal wöchentlich dak WMF Oy auÄroart» 80 Pieanig. ES General-Anzeiger sür Oberhessen WZZ Verlag u. Expedition 61 V " -GenchiSsaaf; Ernst Ubrefle tot r-^ch-n! ao(a(ionsöra(j und Verlag du vrühsschen Untv.-Vvch. und StelnöradereL B. lange. Beöafflot, «rreöttton und 0ruderet; ichulstra»« 7. »»m b.« Anzeiger «tetzeu.__ ____________________________________________________________________________________________________, , - 3>te heutige Mmmer umfaßt 12 Seite». j Aer Kaiser und Kroßherzog in Hießen. -o. Gießen, 24. April 1907. 1 Wieder steht unserer Stadt die hohe Freude bevor, den ’ Kaiser in ihren Mauern begrüßen zu dürfen auö Anlaß der ] Besichtigung seines stolzen hessischen Regiments und zur Emkehr । im Kreise seiner Offiziere. Die Einwohnerschaft von Stadt und Provinz aber faßt diesen Besuch als einen auch ihr in gewisser Welse geltenden auf. Gehören oder gehörten doch ihre strammsten Söhne zu diesem Regiment, und ist dadurch doch das Regiment ebenso das unsere wie daS beß Kaisers, der ja auch der unsere ist wie wir beß Kaisers sinb. Abermals wirb ber Kaiser bie goldene Wetterau burchfahren, bi« sich ben ersten Hellen Blütenschmuck beS jungen Lenzes anlegt, und bie hessische Lanbschaft wirb ihn in ihrer ganzen Eigenart grüßen. Der Kaiser hat Sinn für bie Natur unb er besitzt auch ein warmherziges BerstänbniS für die charakteristischen Eigentümlichkeiten jedes deutschen VolkS- slammeS. DaS weiß auch jeder Gießener Infanterist und darum sieht er mit besonders freudig erregtem Herzen dem morgigen fiaifertage entgegen. In Gemeinschaft mit dem jstegiment wißen Stadt und Land »hm ehrfurchtsvollen Dank für feinen erneuten HuldbeweiS unb begrüßen ihn in aufrich. tiger unb aufrechter Hessentreue als Schirmherrn deS Reiches und dessen führenden SlaateS, mit dem der Deutschen Ge- schicke untrennbar verknüpft sind. Auch S. K. H. der Groß Herzog wird morgen vormittag gegen 11 Uhr nut der Bahn hier eintreffen und zwar so zeitig, daß er beim Empfang des Kaisers bereits anwesend ist. Der Landesfürst wird bis zur Abreise des Kaisers hier verweilen. Kaiser und Großherzog werden also gemeinsam der leuchtenden Augen der Gießener und ber nach unserer Stadl morgen strömenden Oberhessen sich freuen. Die Provinz und ihre Hauptstadt strahlen ben beiben Herrschern ihre Verehrung entgegen. Nicht nur die Fürsten fühlen sich eins, sondern daS Volk fühlt sich eins mit feinen Fürsten und wird das morgen zum Ausdruck bringen in jubelnden Huldigungen kotz allen AlltagSgetiiebeS. Wir leben in einer etwas unruhigen Zeit. Die Tage von Cartagena und GaSta, die deS Königs von England AdrüstungSvorschlag in um so seltsamerem Lichte erscheinen lassen, als daß britische Parlament aller Welt kund und zu wissen tut, in welcher unüberwindlichen, der ganzen Welt trotzenden Welt seine Kriegsflotte erhalten wird, haben selbst unsere vorsichtigen Ofsiziösen zu ziemlich unzweideutig spitzigen Wachsamkeitsversicherungen aufgerüttelt. Immer aber noch sind die ca. 350 Regimenter Kaiser Wilhelms ein gesürchteter und vollwichtiger Faktor im weltpolitischen Getriebe unserer Zeit und deshalb auch eine Gewähr für den Frieden. Kaiser Wilhelm II. hat es sich zur Lebensaufgabe gestellt, zu erhalten und Werke des Friedens erstehen unb erblühen zu lassen unter trutzigem Waffenschutze. Alle Welt hört immer ausß neue Versicherungen beß fnebsarnen Sinnes unseres Kaisers, von zu solchen Erklärungen mehr ober minber Berufenen. Infolgedessen ließ denn selbst der französ. Ministerpräsident Clemenceau vor em paar Monaten den Satz drucken: „Guillaume est un pacificiste.“ König Eduard sprach m Pans: „Wilhelm wird nicht die Mobilisierung des deutschen Heeres befehlen^, und Jules huret, ein französ. Journalist, ber im Auftrage des Pariser »Figaro* jüngst Deutschland bereiste, behauptete, er habe in Potsdam gehört, der Kaiser wünsche, unter dem Namen Wilhelms des Friedfertigen in der Geschichte zu leben. Vor l1/, Jahrzehnten sprach man anders. Da hielt man ben jungen Kaiser für einen Heißsporn und Eisenfresser, der vor allem Andern Knegsruhm zu erwerben gesonnen sei. Nun weiß die Welt es besser. Sie wird eß aber auch wohl nie vergessen, daß in Kaiser Wilhelms II. Kindheitstagen bie Siege von Wörth und Sedan erfochten wurden und daß keines Hohenzollern, keines Deutschen Herz hinter dem Slahl- panzer, der daß Reich sichert, furchtsam zittert vor einem blutigen Waffengange. Deutschland ist stark genug zur Wahrung seines Erbes gegen eine Welt von Waffen. Unser Kaiser betrachtet es als seine vornehmste Pflicht, nicht nur zu regieren, sondern die Sorgen des Reiches allesamt zu tragen. Seiner Verantwortung hat er weitestes Feld eingeräumt. Begrenztere Auffassung von seinen Obliegenheiten würde daß Meiste auf die Schultern seiner Minister ab- wälzen, wie das ja auch bie Verfassung vorsieht. Darum aber ist unser Kaiser mehr als alle andern Monarchen der Welt in Aller Munde. Sein Feuergeist hat sich bie Herzen unzähliger Ausländer unterjocht, und es gibt nicht wenig Franzosen, ber geistigen Elite unseres Nachbarreichcs angehörend, bie, von dem bestechenden Eindrücke seiner Persönlichkeit hingerissen, zu seinen glühendsten Verehrern zählen. Und wer sich in die deutsche Volksseele einsenkt, der nimmt grabe aus manchen kleinen, unscheinbaren, aber doch höchst charakteristischen Zügen, aus flüchtigen Bemerkungen, nebensächlichen Aeußerungen wahr, daß selbst in jenen Kreisen, bie von ihrer echt jozialdemokratischen Gesinnung fest über* leugt sind, nicht nur ein starkes Nationalgefühl wurzelt, "onbern gar vielfach auch eine schlichte Zuneigung zu dem »erhabenen Reichsoberhaupte. In kalt erklügelten Protestfolgen kenn. Auch bie zum Kreis Gießen aehörigen Orte, b-ie der Kniser auf seiner Hierherfahrt berührt (Lang-Göns, Großen- unb Mein-Linden), haben Vorbereitungen getroffen, ihm einen festlichen Empfang zu bereiten. Schulen und Bereute nehmen an ben Ortseingängen Aufstellung unb bie Ortsstraßen werben geschmückt. Der Unterricht fällt aus. e Im Interesse eines ungestörten Verlaufes des Fürstenbesuchs sei bas Publikum aus einiges aufmerkscun gemacht, dessen Beachtung jedenfalls dazu beitragen wird, ben hohen Gästen ben Aufenthalt hier möglichst angenehm zu machen. Eine ber bei solchen Gelegenheiten üblichen gewiß gut gemeinten Aufmerksamkeiten, die leicht lästig und unangenehm wirken können, ist das allzu reichliche Werfen mit Blumen, namentlich, wenn sie mit Drahtstielen versehen sind. Ebenso wird es gut sein, das übermäßige Tücherschwenken zu unterlassen, da hierdurch leicht die Pferde scheu gemacht werden. Daß Hunde nrcht auf den Trieb gehören, wenn dort eine Besichtigung stattfindet, sollte eigentlich selbstverständlich sein. Da aber beim vorjährigen Kaiserbe such mebrfach solche vierfüßigen Bealeiter sich unangenehm bemerkbar machten, sei ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, daß dadurch ebenfalls leicht die Pferde scheuen und auch sonst Störungen verursacht werden können. Schließlich sei noch mitgeteilt, daß den Weisungen der Absperrungsmannschaften unbedingt Folge zu leisten ist, wenn nicht unliebsame Störungen ber militärischen Hebungen eintreten sollen, was doch gewiß keiner der Zuschauer wünscht. Die Posten haben Anweisung, mit aller Höflichkeit vorzugehen unb so weit es nur gebt, das Zusehen zu erleichtern unb zu ermöglichen. Dies sollte durch willige Befolgung der gegebenen Anweisungen vom Publikum anerkannt werden, damit es auch in Zukunft hier bei solchen Gelegenheiten so bleiben kann._________________ Brittische Landesverteidigung. London, 23. April. Unterhaus. Im Verlauf der Beratung über das Heeresgesetz erklärte der Redner der Arbeiterpartei Mc-Donald, er hege bie Besorgnis, daß bie neuen Vorschläge bie erste Etappe zu ber all* gerne inen Aushebung bilben. Die Regierung möge versuchen, bie Militärsrage nicht burch fortwährenbe Steigerung b e r 8iü |t u n ge n, sondern burch ein internationales Abtommen über bie Beschränkung derselben zu lösen. Die Arbeiterpartei lehne das Gesetz ab, weil es ben Zivilcharakter ber Freiwilligen beseitige unb, wenn es Haldans Vorsü)lägen nicht gelingen sollte, eine freiwillige Armee zu schaffen, so sei bas Lanb ber Korruption verfallen. Kriegsminister Haldane wies darauf hin, dass, bie Premierminister ber Kolonien vorgeschlagen hätten, biese Vorschläge für bie rOganisalion ihrer eigenen heimatlichen Streitkräfte als Muster zu nehmen, sodaß nicht nur bie 300 OuO Mann, die bie englische Territorialarmee bilden, vorhanden sein würden, sondern daß im ganzen Reiche eine Kette von Territorial st reitkräften bestehen würbe, was einwirklichesGefühlvonSicher- heit verleihen könnte. (Beifall.) Die zwette Lesung ber Vorlage würbe mit großer Mehrheit angenommen. — Der Zentralstab, besten Schasfung in der heute von ber Kolonial-Konferenz angenommenen Resolution als notwendig auertannt würbe unb der aus Offizieren ber Streitkräfte bes ganzen Reiches zusammeng^f^.'.t jein soll, soll berufen jein, die Verleidigungspüine vor- zubereiten und Vorschläge bezüglich der Ausbitdung unb ber Kriegsorganisation ber Truppen der Kolonien in jedem Lelle des Reiches zu erteilen. Lord Tweebmouth erklärte weiter, eines der Zrele der Admiralität sei, die Se e st r e 11* grafte auf derselben Höhe zu erhalten, daß sie Eng- ^land die Oberherrschaft zur See in jedem vernünftigerweise als möglich, anzunehmeuden Falle sichern. — „Tcrily Expreß" schreibt, General Botha beabsichtige, der Kolonialkonferenz einen Vorschlag zu unterbreiten, betreffend Gründung einer Burenarmee, die sich ausschließlich aus Freiwilligen zusammensetzen soll. Dasselbe Blatt versichert, daß die Regierung beabsichtige, die Landesverteidigung wie folgt zu organisieren: Jede Kolonie hat eine der Bevölkerung des Landes entsprechende Freiwilligen-Armee zu unterhalten,- für Kanada würde diese Armee 45 000 Mann umfassen, für Australien 205 000 Mann, für Reu-Seeland 105 000 Mann, für Transvaal 11000 Mann usw. parlamentarischer. Berlin, 23. April. Zu Beginn der heutigen Sitzung der Bu dgetkommlssion deS Reichstages ergänzte Kolonialdirektor Dernburg seine neulichen Mitteilungen über den Taifun auf den Karolinen. Nach den neuesten telegraphischen Nachrichten sind die Verwüstungen nicht so schlimm, wie eS nach der ersten Meldung den Anschein hatte. Eingeborene sind nicht getötet worden; aber es fehlt für zwei Jahre an Lebensmitteln. __ In unterrichteten Kreisen nimmt man an, daß der Reichstag am 17. Mai vertagt wird. Bis dahin müßten der Etat, die Ergänzungs-Etats und das deutschamerikanische Handelsabkommen erledigt werden. Es ist anzu- nehmen, daß in den nächsten Tagen eine Reihe von Gesetzentwürfen dem Reichstagezugehen wird. _ Die Wahlprüfungskommission deS Reichstages hat beschlossen, mit Rücksicht auf die Rolle, die die Kriegervereine vielfach während der letzten Reichstags- wählen gespielt haben, eine gutachtliche Aeußerung des Generals von Spitz, deS Vorsitzenden deS Verbandes deutscher Knegervereme, darüber herbeizuführen, ob die Kriegervereine einen amtlichen Charakter haben oder nicht. Aon der rrrsstscheu Kolter und anderes. In einem Kommissionsbericht, der von dem Abg. Pergament in der ReichSduma verlesen wurde und dessen Richtigkeit von dem Ministergehülsen Makarow in allen wesent- sichen Punkten anerkannt wurde, heißt es u. a.: Mit dem Beginn der Strasexpedisionen in den baltischen Provinzen begannen auch die Folterungen von Gefangenen, um von chnen Geständnisse zu erpreßen, die genügten, um sie erschießen zu lassen. In Riga wurde eine Kommission, Ge- hülfen des Chefs der politischen Polizei, vom Gouverneur mit dem Recht ausgestattet, polisische Angeklagte ohne gerichtliches Verfahren zu toten. Ein Gefangener wurde von dem Polizeikommissar niedergeworfen, worauf der Kommissar auf der Brust deS Gefangenen so lange herumsprang, big ihm sämtliche Rippen gebrochen waren und er fürchterlich leidend mehrere Tage lang keine ^Nahrung zu sich nehmen konnte, bis er dann erschossen iroucbe. Cm anderer wurde so lange auf die Waden '^schlagen, bis alles Fleisch sich von den Knochen gie l ö st hatte. Einem dritten wurde ein Geständnis, das man Ivon ihm verlangte, buchstabenweise mit Kautschukknütteln auf ten Rücken geschlagen. Diejenigen Gefangenen, die während den Folterungen nicht gestorben waren, deren Wunden aber nicht geheilt werden konnten oder dauernde Spuren hinterließen, wurden nachts in der Nähe deS Gefängnisses er- (schoßen. Andere Gefangene wurden von zwei Kosaken an Händen und Füßen gehalten und mit Gummiknütteln so lange geschlagen, bis der Erdboden von Blut triefte. Um Geständnisse zu erzwingen, wurden gefangenen Weibern Nägel von den Fingern und Zehen ge- r-issen, Haare bündelweise ausgerissen und Knochen an Armen und Beinen gebrochen. Die Martern und (Folterungen wurden von der Polizeibehörde organisiert und unter chrer Beteiligung ausgeführt. Em Lehrer wurde ge* imartert, um das Geständnis zu erzwingen, er habe im Gouvernement Mohilew einen Polizeibeamlen ermordet. AlL sich herausstellte, daß er unmöglich der Mörder sein konnte, «wurde er ins Gefängnis geschafft und nach etwa einer Monatsfrist wieder vorgeführt, um zu gestehen, daß er der Mithelfer Belenzows bei dem Moskauer Bankraub gewesen sei. Er (wurde so lange mit Kautschukknüppeln geschlagen und mit Strangulation bedroht, bis er alles gestand. Ein anderer wurde erst mit Kautschukknüppeln und dann mit Eisenstäben geschlagen, worauf er auf den Boden gelegt und in seine Wunden Zucker gestreut wurde. Andere wurden „massiert", indem man sie blutig schlug und die Wunden mit Salz einrieb. Ein anderer wurde auf eine Bank gelegt und auf seine Brust ein Brett gelegt, auf dem zwei Polizisten balanzierten, bis das Rückgrat gebrochen war, worauf sie ihn erschossen. Gestern nachmittag wurde der Dumapräsident Golowin vom Zaren in Zarskoje Selo empfangen. Die Audienz dauerte eine halbe Stunde. Golowin unterbreitete dem Zaren einen schriftlichen Bericht über die Tätigkeit der Duma, den der Zar voll Interesse entgegennahm. Weiter sprach sich der Zar dahin aus, daß er an die Beratungsfähigkeit der Duma glaube und daß von einer Auflösung feine Rede sein könne. .Golowin war über den liebenswürdigen Empfang sehr erfreut. Die „Nowoye Wremja" stellt fest, daß bei der Ka ta - sirop he auf der Newa nicht 40, sondern etwas über 100 Menschen umgekommen sind. Der Dampfer war für 85 Personen berechnet, doch befanden sich bei der verhängnisvollen Fahrt über 120 Personen auf ihnen. Die Katastrophe ist auch nicht, wie die Besitzer behaupten, durch eine Eisscholle, sondern durch den Bruch der Steuerkette eingetreten. In Slatusk wurde der Führer der monarchistischen Partei ermordet. In Warschau wurde ein Damenschneider mit seinem Sohne von seinem Schwiegersöhne erschossen. Der Miße- täter erschoß sich dann sell-'t. Aus Stabt uuv Land. Gießen, den 24. April. ♦* S. K. H. der Großherzog kommt, wie uns zu der Meldung unseres Darmstädter Redaktions-Bureaus neuerdings aus Darmstadt drahtlich mitgeteilt wird, wahrscheinlich ebenfalls im Automobil hierher. ** Pfarrperson alien. S. K. H. der Großherzog haben dem Pfarrer Phil. Möbus zu Hoch-Weisel die evang. Pfarrstelle zu Ostheim übertragen. . ** Warnung. Seit einigen Jahren wird i m Großher- zogtum ein schwunghafter Handel mit sogenannten Viehpulvern und ähnlichen Geheimmitteln (Freß-, Mast-, Kraft-, Milch-Pulver und bergt) betrieben. Dies muß als ein die Interessen des Bauernstandes im hohen Grade schädigender Uebel- stand bezeichnet werden. Die marktschreierische und wahrheitswidrige Reklame, mit der solche Mfttel angepriesen werden, ist daraus berechnet und geeignet, die Landwirte irre zu führen und sie veranlassen, Mittel zu tausen, deren Wert und Wirkungen in gar keinem Verhältnis stehen zu den dafür gezahlten Preisen. Da die inbetracht kommenden Miftel vielfach als Heilmittel gegen Tierkrankheiten angepriesen und Denneben werden, kann dies leicht die bedenkliche Folge haben, daß deren Anwendung die ächgemäße und rechtzeitige Behandlung der erkrankten Tiere verzögert oder verhindert Die Landwirte werden deshab vor dem Anlauf dieser Geheimmittel gewarnt. •• Sein 25jähnges Arbeitsjubiläum feiert morgen, Donnerstag der Schmied August Benk in der Heyligenstädtscheu Maschinenfabrik. ♦* Den Verhandlungen des Allg. deutschen Lehrerinnen-Vereins, die an Pfingsten in Mainz 'tattfinden, wird auch I. K. H. die Großherzogin beiwohnen. ** Gin Bild der alten Universitätsbibliothek, so wie sie früher war, wird zu Reproduktionszwecken für die llniversitätsfesizeitung gesucht. Im Jureresse der Vollständigkeit der Schilderungen aus der Vergangenheit unserer Unioeriuät wäre es sehr erwünscht, wenn das bezl. Inserat in der heutigen Nummer möglichst rasch Erfolg hätte. ** Die Bank sur Handel und Industrie, Depo- sitenlasse Gießen ist morgen wegen des Kaiserbesuches von 11 bis 2 Uhr geschlossen. - Zur Schülerfahrt nach der Waßerkante, die im Mai stattsinbet, haben sich aus bem Gymnasium unb dem Realgymnasium unb ber Realschule je 8 Schüler gemeldet. Die Kosten des einzelnen Teilnehmers belaufen sich auf der mehrere Tage dauernden Exkursion auf 50 M. Die Fahrt geht nach dem Kriegshafen Wilhelmshaven, wo Kriegsschiffe unter Führung der Schiffsoffiziere m allen Teilen besichtigt werden, daran schließt sich eine Fahrt durch den Kaiser Wilhelmkanal nach Kiel an. Danach wird die Heimreise angetreten. Die Reise findet unter Führung eines Oberlehrers aus dem Realgymnasium statt. Die Anregung zu dieser Fahrt geht vom Deutschen Jlottenverein aus. ? Staufenberg, 23. April. Heute weilten Staatsanwaltschaft und Untersuchungsrichter hier, um in dem Fall der Körperverletzung mit tödlichem Ausgang, der kürzlich einem jungen Menichen von Ruttershausen das Leven Eoftete, Zeugen zu ver-rehmeu. Auch wurden die Angeklagten, die sich in Haft befinden, hierher gebracht, um den Tatbestand festzustellen. *• Zell-Romrod, 22. April. Das zur Erweiterung unseres Bahnhofs erforderliche Gelände, rund 10500 Qm., soll auf Antrag der Eisenbahn-Direktion Frankfurt a. M. enteignet werden. O Büdingen, 21. April. Der Kreistag hat be- schloffen, an der Kreisstraße Selters-Stockheim eine Kreis- sammelwasenmeisterei zu errichten. Dieses neue Projekt erfordert einen Kostenaufwand von ca. 93 000 Mark. sd Friedberg, 23. April. Der hessische Pfarrverein hielt heute feine 17. Hauptversammlung hier unter bem Vorsitz von Dekan Schrimpf-Butzbach ab. Der Vorsitzende leitete die Versammlung durch ein Gebet em unb verlas alsdann den Jahresbericht, der ebenso wie die Rechnungsablage durch Pfarrer Röschen-Freienseen, sowie das Referat des Schriftführers Genehmigung fand. Die Angelegenheit bezüglich des Lutherfensters wurde nach Besprechung einer Kommission übertragen. Die Frage der Erziehungsheime wurde ebenfalls lebhaft erörtert und beschlossen, den Wohlfahrtsausschuß zu beauftragen, im nächsten Jahre entsprechende Vorschläge zu machen. Referent war Pfarrer Heß-Michel- ftadt. Weiter wurde eine Erklärung beschlossen, welche Herrn Oberkonsistorialpräsident Buchner anläßlich seines Rücktrittes ehrende Anerkennung zollt. Pfarrer Wahl- Langen wurde aus Anlaß seines Ausscheidens aus dem Hess. Pfarrverband in Anerkennung seiner großen Verdienste zum Ehrenmitglied ernannt Eine Anzahl weiterer Gegenstände sollen am Mittwoch vormittag erledigt werden. Die vorgeschlagenen Statuten - Aenderungen wurden gut- geheißeu. W. Frankurt a. M., 23. April Die Stadtverordnetenversammlung beschloß heute einstimmig, den Zuschuß zur Akademie für Sozial-undHandelswissen- schasten von 30 000 Ml auf 75 000 Mk. zu erhöhen. Der städtische Zuschuß soll in erster Linie zur Erhaltung des Charakters der Akademie als eines Fortbildungsinstttuts für Praktiker verwendet werden. Zur Einrichtung ftändiger Meisterkurse wurden ferner 37 000 Mk. bewilligi. — Ein 30jähnges Fräulein er- Itattete der hiesigen Polizei die Anzeige, sie sei von einem 3 51ähr. Engländer, der sich Charles Noel Barnsdall nenne und aus Chicago stammen will, um die Summe von 63 000 Mark betrogen worden. Für die Herbeischassung des Geldes oder Ergreifung des Engländers hat die Dame, die dm Schwindler in eLner Münchener Pension kennen lernte, eine Belohnung von 1000 Mk. ausgesetzt. „ Frankfurt, 21. April. Der deutsche Notaroerein hielt heute unter bem Vorsitz beS Geheimrats Turn aus Köln eine Vorstandssitzung ab, bei der sämtliche deutsche Bundesstaaten vertreten waren; außerdem wohnten namens des österreichischen Vereins zwei 9toiare aus Wien der Beratung bei. Die hessischen Slotare waren vertreten durch Justizrat Humbert- Oppenheun. Beschloßen wurde eine gemeinschaftliche Tagung der deutschen unb österreichischen Notare, die am 7. September in Wien mit folgender Tagesordnung statt finden soll: 1. Empfiehlt eS sich, das Notariat grundsätzlich einheitlich zu regeln? wenn ja, nach welchen Grundsätzen? (Vorbildung, Verfassung, Beurkundungswesen rc.); 2. Empfiehlt es sich, den 'Notariatsakten an und für sich und im zwischenstaatlichen Verkehr gegenseitig die sofortige Vollstreckbarkeit zu sichern, und unter welchen Voraussetzungen? 3. Welche Neugestaltung der notariellen Aktsformen und der Kompetenzen erfordert der moderne zwischenstaatliche Verkehr zur Beförderung gegenseitiger Rechtshilfe? 4. Gründung eines ständigen Ausschußes der notariellen Vereinigungen. Wiesbaden, 23. April. Der Kaiser fuhr hier sofort nach seinem Eintreffen nach dem Kurhaus-Neubau. Nach dessen Besichtigung fand Frühstückstafel bei Regierungspräsident von Maister statt. Am Nachmittag machte er eine Spazierfahrt und besuchte am Abend das Theater. Er bleibt die Nacht in Wiesbaden und fährt morgen Vormittag nach Homburg zurück. . W Cronbcrg, 23. April. Die Kaiserin und die Prm- zest'in Viktoria Luise, sowie Prinz A u g u st Wilhelm und seine Braut kamen beute nachmittag in zwei Automolilen hier an und verweilten einige Zeit aus Schloß Friedrichshos. Nach kurzem Spaziergange im Park fuhren die Herrschaften nach Domburgi zuruck. Eisdorfer Grund, 22. April An einem Weidensumpf im Wiesental färb nan am Sonntag die Leiche der 17jährigen Tocht . ^es £anhimrtä A. von Ebsdorf. Zu erwartende Folgen eine., Liebesverhältnis es hatten das junge 'Mädchen in den Tod getrieben. Heute fand unter großer Beteiligung die Beerdigung statt. _ Vermischtes. • Eine scheußliche Mordtat hat in dem spanischen Orte Villabanez em betrogener Ehemann begangen. Ohne em Wort zu sagen, knüpfte er seiner Frau einen Strick um den Hals und hängte sie an einen Balken auf. Dann trug er eine Reihe brennbare Tinge zusammen und zündete ie unter dem Körper seiner Fau an. Die beiden Kinder des Ehepaares wohnten der Szene bei. Der Mann schnitt odann die Leiche ab, zerstückelte sie unb vergrub sie im Garten, wo bie Polizei sie entdeckte. Der Mann wurde fest- genommen. . „ * Erdbeben. InMalaga (Spanien) wurde ein leichtes Erdbeben in nordsMicher Richtung und in Lorca (Provinz Murcia) ein starker Erdstoß von drei Sekunden Dauer ver- spürt. — In Chile finbeit immer noch heftige vulkanische Erschütterungen statt; über die Stadt Valdivia sind Aschenregen niedergegangen. London, 23. April. Der heute gefällte Spruch des Seeamtes in Bezug auf die bei Hoek van Holland 3 trän, düng deS Dampfers .Berlin" besagt, daß das Schiff beim Verlaßen des Ausgangshafens in gutem Zustande und mit den erforderlichen Rettungsapparaten ausgerüstet gewesen sei. Der Grund der Strandung liege m einem Irrtum des verunglückten Schiffsführers bei dem Versuch, in einen neuen Kanal unter den herrschenden Wetterverhältnissen einzulaufen und der Unterschätzung der Flutstärke. Die schwere See habe es den Rettungsmann- schäften unmöglich gemacht, an das Schiff heranzukommeu. Jedenfalls sei aber alles, was möglich gewesen sei, in dieser Richtung geschehen. Das Schiff sei nicht zu allen m Betracht kommenden Zeiten mit der erforderlichen seemännischen Um- sicht navigiert und geführt worden. » Toulon, 23. April. In der vergangenen Nacht ifl im Arsenal eine Feuersbrunst ausgebrochen, unb zwar, wie es heißt, an mehreren Stellen des Werg- und Holz« raumes gleichzeitig. Ueber eine am Brandorte aufgefunbene Lunte wird berichtet, daß dieselbe aus Hanf gedreht war und in einem Gebäude lag, in welchem sich bedeutende Mengen von Petroleum, Oel, Kerzen und andere, leicht entzündbare Gegenstände befanden. Die Zahl der Verwund et en wird auf mehr als 30 angegeben. Im gleichen Augenblick, als das Feuer im Arsenal ausbrach, entstand eine große Feuersbrunst am anderen Ende der Stadt. Das Feuer im Arsenal konnte heute früh gelöscht werden. Der angerichtete Schaden beläuft sich auf mehrere Millionen Franks. 17 Verletzte werden im Hospital verpflegt. Zerstört wurden baS Flottengebäude, die Torpedoofsizierschule und mehrere Werkstätten. • Der Kandidat als Prediger. Emern Hamburger Blatte wird aus der Lüneburger Heide geschrieben: „Der Geistliche einer Heidekirche war krank, und em Kandidat der Theologie sollte den Sonntag für ihn predigen. Als er die Epistel vorgelesen hatte unb mit ber Predigt beginnen wollte, war ihm alles entfallen, was er Schönes sagen wollte. Drei- mal begann er: .Es grüßet Euch Timotheus —" und kam nicht weiter. Als er zum vierten Male recht eindringlich das- selbe gesagt, stand der Vorsteher der Gemeinde auf und sagte: .Grüßen Se öm veelmals wedder."__ ____ Arbeiterbewegung. Berlin, 23. April Ter Ausbruch eures B ä ck e r str eikr wird hier befürchtet. Für diesen Fall haben die Bezirksvorstände der Backermeisteroereine Vorbereitungen getroffen, um die Lieferung von Gebäck sicher zu stellen. Es sollen je 2 Pleister mit den in Arbeit gebliebenen Gesellen in einer Bäckerei backen und bie Waren bann verteilen. Im Notfälle soll das Rriegsmmifterium gebeten werden, Soldaten zur Verfügung zu stellen. Eine heute nachmittag von 2000 Bäckergesellen besuchte Versammlung beschloß eiulniamig, den Oberbürgermeister als Vermittler anzurufen um den Meistern noch einmal die Hand zum Frieden zu bieten. Hamb urg, 23. April. Ter A r b e i t s b e t r i e b im H äsen ist seit heute mittag wieder normal. Ta von den noch anwesenden 4632 fremden Arbeitern sich heute früh 2335 weigerten, weiterzuarbeiten, konnten im Laufe des Vormittags sämtliche aus* gefperrten Schauerleute wieder eingestellt werden. Gestern und heute wurden 730 Engländer zurückbefördert. Von den deutfchm Arbeitern werden nur die hier bleiben, bie einen besten Jahres* kontrakt unterfchrieben; es handelt sich um etwa 300 Mann. Görlitz, 23. April. Hier streiken die Maler, Lackierer und Anstreicher. ___ Universitäts-Nachrichten. Professoren-Exzellenzen. Seid der Ernennung v> Leydens zur Exzellenz besitzt die Berliner Universität unter ihren Professoren wieder drei Exzellenzen: den Philosophen Eduard Zeller (Stuttgart), den früheren Vorsitzenden ber Justizprufungskommifsiop Adolf Stötzel unb v. Leyden. Von Professoren anderer preußischen Unioerfitäten kommen noch vier Exzellenzen hinzu: der Kieler Ehirurg v. Esmarch, der Göttinger Jurist Planck, einer der Haupt- Mitarbeiter am Bürgerlichen Gesetzbuch, der Marburger Bakteriologe v. Behring und der Hallenier Landwirtichaftslehrer Kuhm Ihnen schließen sich von den deutschen Hochschullehrern außerhalb Preußens noch Kuno Fifcher (Heidelberg) und Häckel (Jena^awE Kandel. Reichsbank-Diskont. Die allgemeinen Erwartung« der Geschäftswelt sind nicht in Erfüllung gegangen. Die Reichs- banfleuung hat den Diskont nur um em halbes Prozent herab gefetzt, nicht, wie fast allgemein erhofft wurde, um ein ganzes Prozent und damit dem Geldverkehr nur eine Sehr geringe Erleichterung geboten. Das fapttalbebürfiige Publikum, Handel und Industrie sind damit immer noch nicht aus den anormalen Geldverhaltniffeu herausgebrachl. Im Vorjahr hatte die Bank am 16. Januar ihren Diskontsatz auf 5°/0 und am 23. Akai wieder auf 4l/s°/o ermäßigt, womit er damals den Tiefstand während des ganzen Jahres erreicht^ Diesmal hält die Bank ihren Satz vorerst mithin noch em halbes Prozent über dem vorjährigen, doch ist zu hoffen, daß sie mit einer weiteren Diskontherabsetzung nicht zögern wird, Sobald dies Die Verhältnisse des deutschen Marktes und der internationalen Weto- I markte gestatten. Vor allen Dingen wird man eine weitere Herav- Setzung des Diskonts der Bank von Eiigland, die ja für öie|e Woche bestimmt erwartet wird, abzuwarten haben. alleine »eit* Ä am (Ls starben an: Zusammen: Das Kommando. D“/< Vertreter aus allen Ständen überall gesucht. bei 2506 Um rege Beteiligung bittet Der Vorstand. Dos Kommando. anzutreten. (Bu/J Neuenweg Neuenweg. Hochachtend aM/< KZZZÖMZZBZZZ. LU Verkäufe 3 KD 2(2) 1(D 1 (1) 1 KD 1 April l»O7 Tuberkulose Lungenentzündung (Äehlrnerkrankung Zuckerkrankheit Krebs Nierenentzündung tödlicher Körper- Verletzung Lebensschwäche Höchste Temperatur viQl'te , i -c ff Gebrüder Berdux, Bahnhofstrasse. A IWVVIVWW» 6 2 s ergangenen Nacht >ebrochen, und zc Werg« und h, inborle aufgefiuiic ans gedreht bedeutende Mwi e, leicht entzück.! Zerwundelk.'M :ichen Äugend, all ine großegnttrS- bt. Das jjtu« in tx. Der anAMchtkt itn grants. VI 2k tyl'lört wurden ) 'jnb mehrere D Der Bczirksvorsteher: Fischbach. 16,8 • < 1,3' Q. Einem hamkr geschrieben: ,t’ ib ein Äanbibal da cedigen. M er die digt beginnen wollte, ; sagen wollte, Dm» olheus und ha recht eindringlich nemde aujunb^- Vriefkast^i, oer tuOaftion» (Anonyme Anfragen bleiben unveruastchttgt.) H. Der Bertchönerungsvereln erhebt (ährilch 2 Alt. Beitrag. Detaillisten-Verrin. Außerordelltliche General - Versammlung heute Mittwoch, den 24. April, abends 9 Uhr, im Kaufmännischen VereiuShause. Tagesordnung: Stellungnahme zur Handelskammerwahl. Geschäftliches. Lamitten-Nachrichten. Verlobte: Fräulein Xlma Stern nur Herrn Heinrich Koch, beide in Alsield. — Fräulein Marie Emwächler in Bteben mit Herrn August Becker in Alsseld. . Geboren: Zwei Söhne dem Pro'. Dr. Leonhard tn Marburg. Ein Sohn dem Tr. nied. Karl Scriba m Grotz-Felda. — Eine Tochter dem Lehrer Schmoll m Elpenrod. Gestorben: Herr Joseph Soniicborn m Marburg. — Herr Karl Nei.ihard in Wetzlar. - Herr Pros. Tr. Hermann Willig m Ptainz. — Herr Heuirich Kromm in Braunsels. — Herr Wilhelm Schweller in Homberg a. Lhm. — Herr Johannes Bender u, Hachborn. — Herr Konrad Eckstein II. m Eua. — Arthur Schon- waher m Schwalheim (Wetlerau). — Frau Lma Riebelmg, geb. Wische Feldbahnen günstigste Rentabilität. Kostenanschlag gratis. Arthur Koppel A.-G., Cassel ICunft unö wijsenjchasr. — Der von der Berliner Presse arg mitgenommene Direktor Ferdinand Bonn hat sich entschlossen, mit dem Ablaut semes Vertrages die Leitung des B e r l i ,r e r T h e a l e r s a u i z u g e v e n. — Hebung der deutschenStudentenkunft ist die Devise eines grosiangelegten, alle deutschen Gegenden umsassen- d.ir neuartigen Unternehmens, welches das kgl. Land^s-Geiverbe-- museum in Stuttgart vorbereitet. Die vielen „Dekoratiousi- Nleteorologische Beobachtunge» der Station Gictzen. Kartoffeln. Alle Sorten Saatkortoffel, (frühe u. späte), sowie einen Posten prima Futterkartoffet empfiehlt billig J. Weisel. Sonnenstratze 6. Telephon 235. >2o33 Gasthaus zmi weißen Rotz. Billigstes Speisehaus am Platze. 2626 M. Kessler, GictzcnklFleilv.Fcucrwchr Anläßlich der Anwesenheit Sr. Majestät des Kaisers werden die Kameraden gebeten, pünktlich 12 Uhr am Turmhaus am Brandplatz zwecks Spalierbildung Wietzener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung fürHesjeu am Donnerstag den 25. April: il)lei|t trüb. Leichte Regemälle. Sehr mlld. Ataßtge weslitche Winde. Turnverein Gießen. Zur Spalierbildung beim Einzug Sr. Majestät Zusammenkunft V212 Uhr in der Turnhalle. Anzug: Weiße Hose und Tucnjacke. Der Vorstand. Spottbillig kaufen Sie die erstklasfigen Brennabor- Räder Gartenmöbel, Rollschutzwände, Eisschränke, Eismaschinen, Gas-, Spiritus- und Petroleum- Kocher, Fliegenschränke, „Heinzelmännchen“ lieber Feuerungsersparnis. August Kröll, Seltersweg 12 Haus-, und Küchen-Geräte-Magazin. 2387 Lndwigstraße 26 vis'ä-vh der Aula Besserer PriNt-MiWtislh (von 12—2 Uhr» 1 Gang 75 Pfg., 2 Gänge 95 Pfg. 'Uvcnvtisch Won 7—9 Uhr) ä Portion 60 Pfg. Gerichtckjaat. Eine furchtbare Kindertragödie land vor der Strallammer des Dresdener Landgerichts ihren Abschluß. Unter der 'Anklage, den leiblichen Bruder getötet zu haben, stand das 1892 zu Cneftenburg bei Aieißen geborene Schulmädchen Mda Johanna Saalbach. TaS Kind blickt aul eine lreudlose Jugendzeit luviid. Tie Aluuer, eine arme Fabrikarbeiterin, kommt nur zur Esjenszeit in ihre Wohnung. Der Baler kam stets beitunten nach Hauje, jorgte nicht für feme ßamilie und ist bereits seit drei labten spurlos verschwunden. Tas Ätädchen hatte für seine jüngeren Gefchwisier zu sorgen, darunter einen zehnjährigen ibruber, em unglückliches, halbgelahmtes, an ofieuen Bemwunden leidendes Wejen. Tie vierzehnjährige Schwester behandelte den tränten Bruder oftmals roh, fließ und puffte ihn und haue stets Zant und Streit. Am 19. Februar d. I. haue die Schwester dem trauten Bruder morgens vor Beginn der Schulzeit befohlen aufzustehen» Tas tat der Knabe nicht. 9hm geriet die Angetlagle derart m Wut, daß sie em Schürzenband nahm, es dem Bruder um den Hals legte und ihn daun erbrofielte. Tann gmg die Mörderin ruhig in die Schule. Ter Angeklagten wurde vom Schuldiretlor em sehr günstiges Zeugnis ausgestellt und sie als em ordentliches, verträgliches Mädchen, dessen tmdliches Gemüt nur unter den unglücklichen Familienverhältnisfen zugrunde gegangen fei, gefchilderl. Tas Bericht erfannte wegen Totschlags auf eine Geiängnisstrafe von zwei Jahren. .. „ Güstrow, 21. April. Das Landgericht, das die Untersuchung gegen die Fürstin Camilla Wre 0 e wegen der Silberdlebstahlsafsäre führte, erkannte aus Grund ärztlicher Gutachten auf Einstellung des Verfahrens. Wilhelm lang VIII. Meiu-Liuden. Falls Sie beabsichtigen eine Lebensversicherung abzuschliessen lesen Sie den neuen Prospekt der Newyorker „Germania“ Lebensversicherungsgesellschaft in Berlin. Versicherungen in Kraft Ende 1906 .... Mk. 479TO6416. Effektives Vermögen Ende 1905 ..... Mk. 148871 241. Dividenden schon nach einem Jahre. Unanfechtbarkeit — Unverfallbarkeit — Weltpolice. Automatische Versicherungsverlängerung. Prospekte und Auskunft erteilt, kostenfrei A. Fröhlich, Nord-Anlage 31, Giessen. Schipkapaß. Anzug: Tuchrock, Helm. v“/« ________ Summe 11 (6) 10 (6) 1 Anm.: Tie ui klammern gefetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betrefsendeu Krankheit auf von au-wartS nach Gieüen oebrachte Kraute koinmeu. OriginaUvrahtmelonngen. Drüf j el, 24. Aprll. Ter Kon.g empiing den Minister de Drooz, um iyn mit der Bildung d es Äavt- nets zu betrauen. Dieser erUärte sich prinzipiell bereit a r i s, 24. April. Der „Erlair" berichtet ans Modrw, daß der Marineminister ein Telegramm erhalten habe, wonach in Cartagena die Pest ausgebrochen sei. Madrid, ‘24. April. Trotz aller Dementi bestätigt sich die Meldung, daß ein spanisches Geschwader auf englischen Werften gebaut werden soll. Die spaniiche Regierung wird demnächst einen Kredit von 400 Millionen Pes. zwecks Aussührung dieses Planes in den Wortes fordern. Gikßkiikl TiistiklHast. Unsere Mitglieder sind gebeten, zum Empfang Sr. Majestät des Kaisers, morgen Donnerstag punkt 12 Uhr zur Spalierbildung auf dem Landgraf Philipp-Platz, vis-ä-vis der Alten Kaserne, mit sämtlichen Fahnen Aufstellung zu nehmen. Sammlung der beiden Vereine.frühzeitig in ihrem Turnheim. v,4/< §er MW Hu Kicstim TiimWft. liegen wtanget anvtaumllllooel wie: 2738 Betten, Stühle und Tricke, Nachttrschr, Lvaschtiiche, »o- pha, Viani uo, Schränke, Lruurmeaux, Bilder rc. zu vertaufen. Näheres Babnhosstr. 54, IL Schellfische allerfeinste Nordseeflsche lebendfrisch zu büligstem Tagespreis empfiehlt [90 Georg Wallenfels Marktplatz 21 Telephon 46 gegenüber der Engel-Apotheke. !ch,: m IM t ®0lm routbe s,>, \Utl^Orcen RcttungsmalL lifi heranzukomniL ewesen sei, in bitt zu allen in Betio: seemännischen U» ?*?£**< sE-s- Gebrauchter, gut erhalt. Uurder- sportwagen billig zu vertauwu. 028171 Ludwigitr.6, Mans. Gebr. aut erh. Sportwagen bill. zu verk. 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Apr l 22.-23. „ 6cibclB«tger ® tabtantettfe^on 19 0 7 Die Bank für Handel und Industrie (DarnisMster Bank^ mit1 an bereu Banken 3 ¥2 Millionen Mark bin er M fiXÄ f« »um State «n 99 V, »um Verlauf. Die Bekantmachung ur unserer Zeitung erichemt kn den nächsten Tagen. 3/1 23 Avril. Diehmarkt. Bei dem am 16. und e3 A?ril abaehaltenen Markte waren ausgetrieben 1322 Stuck &Ä Äs enmetne. Ter nächst« Mark, find«- am 7. und g syjQi statt - am letzteren Tage auch firamermarkt. ’• n f i u r t a. £DL, 24. April. .Lng.-Telegr. des .Dietz. Anz.') V i e h m a r k t. Zum Verkau'e standen00^älber.00 Lcha'e u Lämmel 1271 Schweine, 0 Ziegen. Schweine: 1. Cnal. 57—o8 Pf., Lebendgewicht 45.00-00 Pf., 2. Qual. 55-56 Pfi, Lebendgewicht 43 oo-44 Pfg., 8. Qual. 50—52 Pfg. Kälber 1. Qual. 00—00 Pst, Lebendgewicht 00-00 P-g, 2. Qual. 0 0-00 Pfg, Lebendgewicht 00-00 Pfg, Schlachtgewicht üO—00 Pfg. Schafe 1. Cuahtal 00-00 Pfg , 2. Qualität 00-00 Pfg. 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Ausnahmen des Verfafiers. — Das Fonck'jche Buchelchen bezweckt die Erweiterung und Vertiefung der Kenntnisse über innere größte Kolonie. TaS B'ldermaterial trägt zur Veranschgulichuuq bei • dabei hat es der Verfasser verstaiiden, durch interesscuile und humorvolle Schilderung ein fesselndes und abwechslungsreiches Bild z»i entrollen. MöipEkllkdrMp brr ficbrefäilr iu6rrSiabt iitlim 16. Woche. Dom 7. bis 13. April 1907. Einwohnerzahl: angenommen zu 30 000 liukl. 1600 Mann Militär) Sterblichkeitszifjer: 19,06 °'oe, nach Abziiq von 6 CrtSiremDen: 8,66 7tx>. Kinder Postpakt-Adreften m# Zinna ^r. dm,°n vrühl'lche UntperFitäts-Pnideret Sieb«. Freiwillige Gail'sche Feuerwehr Hierdurch bitten wir die Kameraden sich morgen gelegent- (ich des Besuches Sr. Majestät des Kaiser» an der Spalierbildung recht zahlreich beteiligen zu wollen. 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