Nr. 118 Zweites Blatt 157. Jahrgang Donnerstag 33. Mai 1907 Lrfchetnl täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die „Siebener LamiltenblLNer" werden dem »Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das „Ureirblatt für Öen Kreb Gietzen" zweimal wöchentlich. Der „Helfisch« £an6u>irt" erscheint monatlich einmal. Giehener Anzeiger Seneral-Anzeiger für Cverhesien SiotattonSdruck und vertag der vr üblichen UnwerfuLtS - Buch- und Swmdruckerel. 3t Laag«. Dietzen. Redaktion, Lxvedition und Druckerei: Schul- stratze 7. ExpediNoa und Vertag i M- Redaktion: 112. Tell-Adra An-eigerDretzea. —U——MJK— poleti|d?c Lagesschar». DaS neue Kolouialamt. Die vom Kaiser am Pfingstfest vollzogenen Ernennungen haben teilweise einige Ueberraschung hervorgerufen. Es ist richtig, daß die Anwärter für derartige Stellen recht dünn gesät sind und daß es leicht ist, Kritik zu üben, aber man kann sich doch gegenüber der Besetzung zweier eminent wichtiger Posten eines gewissen Bedenkens nicht erwehren. W muß dahin gestellt sein, ob es zweckdienlich war, Herrn von Lindequist aus Südwcstafrika, wo gerade setzt große und schwierige Aufgaben der Lösung harren, akftuoerufen, da der Genannte hierfür recht geeignet schien und obendrein uneingeschränktes Vertrauen genoß; man wird vielfach der Meinung sein, daß es wichtiger gewesen Ware, eine hervorragende Persönlichkeit im Schutzgebiet zu belassen, anstatt ihn an den grünen Tisch zu berufen. Dieser Einwurf hat viel für sich, wenngleich man den Wunsch DcrnburgS verstehen kann, als seinen Vertreter und Hauptberater eine Persönlichkeit um sich zu haben, welche mit den Dingen an Ort und Stelle genau vertraut ist. Insofern kann man der Berufung Lindeguists eine gewisse Berechtigung nicht absprechen; anders steht es dagegen mit Der Wahl seines Nachfolgers. Herr von Schuck mann hat allerdings im Kolonialdienst schon früher gestanden, indessen kennt er nur Kamerun aus einem halbjährigem Aufenthalt aiö Vertreter des Gouverneurs, und man muß sich daher fragen, ob er für die völlig anders gearteten Verhältnisse in Südwestafrika auch die geeignete Persönlichkeit ist, trotzdem er einige Zeit als Generalkonsul in Kapstadt tätig war, was wohl für seine Ernennung in der Hauptsache den AuSschlag gegeben haben mag. lleberdies ist Herr von Schuck mann seit einer Reihe von Jahren außer Dienst uni> man wird ihn nach alledem in der Kolonie mit ziemlich gemischtem Gefühl aufnehmen. Dazu kommt, daß Herr von Schuckmann auf dem äußersten Flügel der Konservativen steht und durch eine Kapuzinade gegen das Nachtleben Berlins sich nicht gerade mit Ruhm bedeckt hat; eine so prouunzierte Persönlichkeit auf einen höchst verantwor- tungsvollmr Kolonia.lpost.cn zu stellen, muß and politischen Gründen einiges Befremden erregen, weil es doch im Hru- blick auf die Parteikonstellation im Reichstage nicht angängig erscheint, die Linksliberaleu gerade aus kolonialem Gebiete, für dessen Hebung sie jetzt freudig Mitarbeiten, vor den Kopf zu stoßen. Im Interesse unseres kolonialen Lebens wäre es erfreulich, wenn Herr von Schucknumu durch seine Amtsführung die gegen ihm aufgetanchten Bedenken glänzend widerlegen würde. Mit den sonstigen Ernennungen dagegen kann man sich einverstanden erklären. So ist Geheimrat Conze zum Direktor befördert worden, um die unter den Vorgängern recht verworrene Finanzwirtschast einer umfassenden Reform zu unterziehen. Weiter wurde der Vortragende Rat der Bergverwaltung entnommen, weil speziell in Südwestafrika dieses Zweig noch eine bedeutende Rolle spielen dürfte. Ebenso ist auch die Bauverwaltung im Hinblick auf die wichtigen Aufgaben des Eisenbahnbaues nicht unvertreten geblieben. Vor allem hat bei der Auswahl der Kandidaten die Kenntnis kolonialer Dinge den Ausschlag gegeben, indem nur solche Persönlichkeiten berufen worden sind, welche die Kolonien sowie den Auslandsdienst aus mehrjährrger Erfahrung kennen; selbst für die Verwaltungsbeamten der militärischen Abteilung ist dieses Prinzip gewahrt worden. Das Kolonralschiff ist nun bemannt, mag nun die Verteilung der Posten bei dem einen oder anderen nicht ganz zweckmäßig erfolgt sein, so ist doch die Hauptsache, daß am Ruder eine Persönlichkeit steht, die den Kurs kennt und sich durch etwaige äußere Einflüsse nicht dazu bewegen läßt, vielleicht zum Schaden für die Gesamtheit von der ihr richtig erscheinenden Bahn abzuweichen. • Japanische Kriegsschiffe in Kiel. Zur Kieler Woche werden auch zwei japanische Kriegsschiffe erscheinen. Der Besuch der Gäste aus' dem fernen Osten ist auf eine etwas ungewöhnliche Weise zustande geEommen: sie sind nicht unmittelbar eingeladcn worden, sie haben die Einladung „angeregt", indem die japanische Regierung den Wunsch zu erEeimen gab, auch in den deutschen Gewässern, tote in englischen und französischen, einen Besuch abstatten zu können. So teilen mehrere Blätter die Vorgeschichte der Einladung mit. Ätan versteht, daß die Höflichkeit sich nicht gut umgehen ließ. Oder die lapanische Regierung hätte eine „beabsichtigte Unfreundlichkeit" in einer ausweichenden Antwort erblickt. Wer herzlich willkommen können die beiden japanischen Kreuzer nicht sein. Dazu ist die Freundschaft Japans mit Eng- lcncd unb Frankreich zu eng und die Feindschaft Japans gegen Deutschland eine zu offenkundige. Tcheodor Riemann lenkt in der „Kreuzztg." die Aufmerksamkeit auf meliere Zeichen japan. Gesinnung. Ta wird z. B. im „Courrier Europsen" ausgeführt, der Vorteil von der japanisch-englischen Allianz gehöre den 5apanem und Japan sei bemüht, England seinen Zwecken dienstbar zu machen. Daß diese aber eine Verdrängung Deutsch- lands aus dem Kon kurrenzgebiet des Großen Ozeans verlangten, liege auf der Hand und wird durch eine Reihe von Zitaten aus japanischen Blättern wahrscheinlich gemacht. Schiemann bemetit hierzu, die Belege seien allerdings erstaunlich, wie der Deutschenhaß in Japan gepflegt werde. Mindestens lassen die Äeußerungen an Offenheit nichts zu wünschen übrig. Gleichviel, ob sie japanische Originalgedanken sind, oder von englischen Journalisten den Japanern eingeflößt' mürben — Gäste dieser Herkunft sind nicht absolut harmloser und erfreulicher Art, und ein gewisses Maß von Vorsicht empfiehlt sich umsomehr, als es japanische Kriegsschiffe sind, die vor Kiel erscheinen. Wie England „abrustet. Man schreibt uns von besonderer Seite: Wenn aus England Meldungen über militärische Einzelheiten kommen, ist es geraten, der Botschaft nicht vollen Glauben zu schenken. Sie mag leidlich scheinen, in der Regel steht es aber um die Sache anders, denn Regie- rung und öffentliche Meinung in England sind von dem Streben beseelt, die kontinentale Welt in irrige Vorstellungen zu füljren von den besonderen Einrichtungen zum Zweck der Verteidigung des Jnselreichs. Außerhalb Englands besteht deshalb, reine zuoerlüssige Kenntnis u. a. von der wesentlichsten Eigenart des Spezialschiffstyps der „Dreadnought". Zu denken gibt auch das neuerdings verbreitete Gerücht, die großen Sommermanöverderenglischen Flotte sollen diesmal ausfallen, weil ihre Kostspieligkeit nicht ausgeglichen werde durch den praktischen Nutzen, der daraus herausschaue. Die Mär ist nicht übel ausgedacht, sie steht im Einklang mit der Abrüjtungs- propagcmda des Londoner Kabinetts, und Ludern hebt sie England scharf vorn ,peutschen Hintergründe" ab, da für )ie deutsche Hochseeflotte fn diesem Sommer Kai- ermanover angesetzt ist. Doch wer vermag zu glauben, )aß das reiche England eine Ausgabe von etwa drei Mil- Honen Mark für Manöverkosten scheue? Man gibt der Sache einfach einen anderen Namen, man spricht von taktischen Hebungen der einzelnen GeschWader, oder ähnlich — die großzügig? Idee des General- manövers wird aber höchstwahrscheinlich festgehalten, denn für das moderne England gibt eS nur einen Feind: den Stammesbruder zwischen Nord- und Ostsee. In dieser Richtlinie spielt die strategische Behandlung und Einarbeitung der englischen Heimatflotte, des Kanal-, atlant. und Mittel- meergeschwaders. Frankreich allerdings kann sich die jährliche Ausgabe für griße Seemanöver sparen und sein Hauptaugenmerk dem Heere zuwenden, besonders seiner Artillerie, d^c, nach dem Zeugnis eines sachverständigen Japaners, ,Festen in Europa". Unbedingt glaubhaft ist die Meldung über englisches Marinewefen, derzufolge auf allen Kriegsschiffen systematisch für den Nachtkampf am Geschütz geübt wird. Die feststehende Voraussetzung ist ein nächtlicher Angriff aufEnglandsFlotte. Wüßte man in Deutsch- lanb nicht längst, daß auch bei gebildeten und verständigen Briten der Glaube an einen nächtlicheu lleberfall der Ostküste Englands durch deutsche Geschwader unausrottbar ist, dann könnte die auf's 9tachtexerzitium gerichtete Fürsorge der Londoner Wmiralität überrascheu. Von der gleichen Hebung auf deutschen Kriegsschiffen hat zwar noch nichts verlautet, und doch müßten die „Angriffslustigen" im Nachtkampf erst recht geübt sein. Mer im Banne einer fixen Idee läßt England leine Vorsichtsmaßregel außer acht. Deutschland weiß das, und weiß damit genug, mag es sich auch über Einzelheiten der britischen Seewehr im Ungewissen befinden. Wenn schließlich aus London Klage kommt, daß die Wauueszucht in der englischen Marine zu wünschen lasse, wie die massenhaften Desertionen zeigten, so wäre es auch hier unklug, eine der vollkommenen Schlagkraft von Englands Marine abträg- licl)e Folgerung zu ziehen. In der Stunde des Kampfes wird noch jeder britische KriegsschifsSmann vermeinen, beim Union Jack das berühmte Flaggsignal Nelson'S zu sehen: „England erwartet, daß jeder seine Pflicht tut!" Leopold von Belgien und der Kongostaat. Der belgische Sozialist Vaudervelde hat in einer deutschen Zeitschrift einen unerschrockenen Aufsatz gegen Belgiens König und seine angebliche Raubbauwirtschaft im Kongostaat veröffentlicht, der geeignet ist, allgemeines Aufsehen zu erregen. Der Verfasser sagt darin, daß das belgische Volk in seiner Gesamtheit die Kougofrage längst als brennend hätte empfinden müssen; solange aber nur die Neger in Frage gekommen seien, habe man eine unsägliche Gleichgültigkeit gezeigt. Die Augen seien erst aufgegangen, als die dem König durch England auf gezwungene Untersuchungskommission ihre Berichte veröffentlichte. — Die Untersuchungskommissare stellten fest, dcch fast überall in den Kongodistrikten die Handelsfreiheit eine Täuschung war, daß der Boden durch den Staat oder durch die dem Staate unterstehenden Gesellschaften monopolisiert wurde, daß in den Kautschukgegenden die Eingeborenen unter dem Vorwande einer Steuerkontribution tatsächlich der Sklaverei unterworfen waren. Nachdem Gefetze brauchten die Eingeborenen nicht mehr als vierzig Stunden Arbeit pro ALonat zu leisten. In Wirklichkeit wurde das Gesetz überall übertreten. In den meisten Fällen, sagt der Bericht der Kommission, muß der Eingeborene alle 14 Tage ein bis zwei und sogar mehr Tagesmärsche leisten, um jenen Teil des Waldes zu erreichen, in dem die Kautschukbäume in genügender Anzahl stehen. Dort führt er während mancher Tage ein elendes Leben. Er muß sich eine provisorische Schutz stelle bauen, die ihm die Hütte nicht ersetzen kann. Die Nahrung, die er gewohnt ist, und sein Weib gehen ihm ab. Allem Ungemach oer Witterung ist er ausgesetzt. Wenn diese Unglücklichen sich gegen eine solche Behandlung auf lehnten, solche Dienste zu leisten, wurden ihnen ihre Weiber als Geiseln fort genommen, die Widerspenstigen wurden erschossen und ihre Dörfer niedergebrannt. Vandervelde faßt zum Schluß seine Meinung dahin zusammen, daß es sich in Belgien heute nicht um die Frage handle, ob man kolonisieren soll oder nicht, ob man Anhänger der Kolonisation ist, wie sie im Kongostaat aus- geübt wird oder nicht: sondern man müsse anerkennen, daß der Kongosiaat schon jetzt eine belgische Kolonie ist. Diese belgische Kolonie ist aber, statt daß sie unter Lkontrolle und Verwaltung der Kammer stünde, durch den König allein despotisch regiert. Leopold IL wünscht dieses System zu erhalten. Die Majorität des Parlametrtes hingegen will es aushebeu. Zwischen beiden Richtungen ist ein Kampf entbrannt, der vielleicht einige Jahre bauern_fmtn, aber bei Ausgang ist nicht zweifelhaft. Minister können uachgeben; politische Persönlichkeiten können sich dem königtick)en Willen fügen. Aber in einem Lande, in dem kein Soldat in die Kaserne, kein Sou in die Staatskasse kommt ohne Zustimmung der Kammern, dürfe man prophezeiheu: das Voll wird das letzte Wort haben. Aus Stadt und Land. Gießen, den 23. Mai. - Beförderung. Oberst v. Conta beim Stabe des Jnf.-Regts. Nr» 116, ist zum Kommandeur des Fufilrer- Regimv-Us Nr. 80 in Wiesbaden ernannt worden. — Tie theologische Fakultät der Landesuniversität hat beschlossen, die Lizentiaten- und Doktordiplome künftig in der vom Referenten, bezw. bei Ehrenpromotionen vom Antragsteller gewünschten Sprache (deutsch oder lateinisch) auszustellen. Das erste deutsche Doktordiplom erhielt Professor Heinrich Weinel in Jena. — Auch dieser Bruch mit dem zopfigen mittelalterlichen Akademismus zeugt von dem wahrhaft modernen Geiste, von dem unsere theologische Fakultät, im Gegensatz zu den meisten preußischen, erfüllt ist. — Au8 der »Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde*. Wie uns mitgeteilt wird, hat Kommerzienrat ; Heichelheim das Amt eines Rechners der »Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde* nicdergelegt. An seine Stelle tritt Verlags- und Universitäts-Buchhändler Alfred Töpelmann. Sämtliche die Gesellschaft betreffenden RechnungSangelcgen- hcit-n werden von jetzt ab durch Herrn Töpelmann Erledigung s finden. ** Zum Uniöerfität&iubiläUTrt. Wir werden gebeten, noch einmal darauf hinzuweisen, daß die Umftage wegen j der W o h n u n g c n für die Festtage der UniDcrfität vom 31. Juli bis 4. August demnächst beginnt Die Arbeiten des Wob- nungSausschusses würden wesentlich erleichtert und vereinfacht trerben, wenn bie Hausvvrstände, die sich bereits entschlossen haben, Wohnräume zur Verfügung zu stellen,, diese Absicht dem Wohnungsausschuß (LKerstraße 6) alsbald schriftlich mitteilen wollten unter Angabe der Zimmer- unb Dcttenzahl sowie besl Einzelpreises (einschließlich Frühstück). ** Zur 300 Jahrfeier bet Laudesuniver- sität wirb uns von privater Seite folgendes mit» geteilt: Die Faßhalle der früheren Aktienbrauerei, in welcher ein Teil der geplanten Festlichketten abgehalteu werden soll, wird so hergerichtet werben, daß ca. 3000 Festteilnehmer darin untergebracht werden können; außerdem ist auf der rechten Seite Der Halle die Errichtung einer Damentribüne mit ca 400 Sitzplätzen geplant, während links eine Musiktribüne gebaut wird. Ein Teil der übrigen vorhandenen Räume wird zu Garderobe- und Küchenzwecken usw. umgewandelt. Mit den erforderlichen Arbeiten wird in den nächsten Tagen begonnen werden. — Die Arbeiten, für die innere Fertigstellung der Festaula, welche gelegentlich der Jubilaumsfestlichketten ihrer Besttmrnung übergeben werden soll, sind in vollem Gange. Während die Beton- und Montterarbetten nahezu fertiageftellt sind, wird mit der Ausführung der Stuck- und Bildhauerarbetten in Kürze begonnen werden. Auch ist die Lieferung und Verlegung des vorgesehenen Parkettfußbodens bereits an die Firma Buderussche Holz- und Basaltwerke zu Hirzenhain vergeben. Für die Beleuchtung des Saales sind u. a zwei grbße Beleuchtungstörper in Aussicht genommen. Deren Vergebung in Kürze erfolgen wird. Die Beschaffung des erforderlichen Mobiliars wird ganz besondere Sorgfalt erfordern. — Se. Kgl. Hoheit der Großherzog wird während der JubiläumSfesllichleiten voraussichllich auf einige £age hier Wohnung nehmen und zwar in dem für solche Zwecke eingerichteten altenSchloßom Ztonzleiberg. Da aber die für das Gefolge Sr. Kgl. Hoheit erforderlichen Räume dort nicht vorhanden sind und auch die hiesigen Hotels an den Festta^n zum größten Teil belegt sein werden, sollen im neuen Schloß (gegenüber dem Kreis- amtsgebäude) die erforderlichen äiäume im 1. Obergeschoß zur Wohnung sür das Gefolge hergerichtet werden. *♦ Silber ne Hochzeit. Am SarnStag den 25. Mai feiern Schlaffer Karl Hohmeier und Frau, geb. Krailing, ihr filbernes Hochzeitsfest. •* Ob erhess. Volks- unb Bauernfest in Ober- WidderSheim. Anläßlich des am nächsten Sonntag stattfindenden Volks- und Bauernfestes in Ober-Widdersheim werden infolge der überaus zahlreich vorliegenden Anmeldungen auf den Strecken Gießen—-Ober-Widdersheim unb Friedberg—Häuserhof mittags und vor den Nachtzügen Vorzüge - eingelegt; auf der Strecke Gelnhausen—Ober-Widdersheim werden die bete. Züge verstärkt. Auch auf der Strecke Lich— Butzbach wirb abends 10.50 ab Lich ein Souderzug nach Butzbach fahren. Der Empfang der Reichstagsabgeordneten in Ober-WidderSheim findet mittags 1li2 Uhr statt. §§ Von der Ohmstraße, 23. Mai. In Ober- Seibectcnrod scheint man einen besonderen Gefallen daran zu haben, abends vorbeifahrende Radfahrer mit Steinwürfen zu traktieren tfttb gar Steine so über die Straße zu verteilen, daß man darüber holpert wie über einen Knüppeldamm. Vielleicht tragen diese Zeilen dazu bei, den Unfug zu beseitigen. x Oder-Ohmen, 22. Mai. Ein hiesiger bejahrter Landwirt suchte auf seinen leeren Mistwagen aufzusteigen. Hierbei glitt er aus, kam zu Fall und der Wagen ging mit einem Rade über ihn hinweg. Er erhielt schwere innere Verletzungen, so daß man an seinem Aufkommen zweifelt. □ Ruppertenrod, 22. Mai. Hier wurde der älteste Mann unserer ©emeinbe, der Landwirt Heinrich Geiß, z^u Grabe getragen. Der Verstorbene, em zurückgezogener, bescheidener, braver Mann, befand sich im 83. Lebensjahre und ist in seinem ganzen Leben nicht eine Stunde krank gewesen! Noch zwei Stunden vor seinem Tode war er rüstig und ftisch. Darm stabt, 22. Mai. Das Gr. Polizeiamt erläßt folgende Warnung vor eine^rn Geisteskranken: Ein gewisser Friedrich Neumann aus Stuttgart, der sich „MissionS-Jnspektott^ nennt, reist von Ort zu Ort und sucht für die „Deutsche freie Mission (freie Bereinigung deutscher Männer unb J-rauen zur Bekämpfung der Uusüllichkeit/' Mttglieder mit einem Jahresbeitrag von mindestens einer Mark anzmveröen, sowie Druck- schristen für diese „Deutsche freie Mission" zu verlausen, ^veck und Ziel dieses Uittemehmens ist ausweislich der vorgelegten Satzung bie „Befreiung der gesamten Menschheit von der „schinählichen Erniedrigung" unb dem „furchtbaren entsittlichenden Einflüsse" der Beichte der rönusch-kacliolischen Kirche, welch: als „gemeingefährlich" bezeichnet wirb. 'Jteumaim, der die bezeichnete Tättgkett kürzlich auch in hiesiger Atabt ausgeübt hat, ist, wie bie amtliche Auskunft ergeben hat, nachdem er zahlreiche Bestrafungen, u. a. wegen Betrugs, erlitten hatte, als seisteskrant erfimnt worden. Er ist Mittellos unb •Urettct feiner Lebensunberhcckt en3 ben Mitglied^rbeittägen und bem Erlös der verkauften schürften. Seine Familie üt der öffentlichen Armenpflege anheimgefallen. Braunfels, 22. Mai. Man hat jetzt endlich sämtliche .von der Stadt in die umliegenden Waldungen führenden Landstraßen mit Mleebäumen (Kastanien, Ulmen oder Pappeln) be- vflanzt. Ferner wurden gegen 100 Wegweiser angebracht. Dank des Geldgeschenkes von 600 Mk, das der Taunus-Stammklub Franksurt für einen Aussichtsturm auf dem „Rem ieschen" gestiftet, konnte dieser zur Ausführung gebracht werden. Er hat. den Namen „Kaiser Wilhelm Warte" erhalten und gewährt einen herrlichen Rundblick über die ganze Umgegend. Ein mächtiger Felsblock im „Hcsberg-Walde" trägt seit kurzem die Inschrift „Bismarck". = Herborn, 22. Mai. Nachdem der Landesausschuß die Entscheidung gefällt hat, daß unser Dillstädtchen die dritte Landes-Jrren-Heil- und Pflege-Anstalt erhält, sind die Vorarbeiten zu diesem großartigen Unternehmen eifrig betrieben worden. Herborn hat sich erboten, an der Straße nach Merlenbach, an dem „Rehberg" 190 Morgen städtisches Gelände kostenlos abzutreten und weitere 310 Morgen links von dieser Straße in der „Au" käuflich zu erwerben und sie zum Preise von 12 Mk. pro Rute zur Verfügung zu stellen. Außerdem hat die Stadt ein neues Wasserwerk mit Purnpenshstem zugesichert, welches täglich 300 Kubikmeter Wasser liefert. Die erste Belegung der Anstalt mit einigen Hundert Geisteskranken ist in etwa 4 Jahren vorgesehen. Tie Anstalt soll nach und -nach erweitert werden bis zur Höchstaufnahmefähigkeit von 2000 Personen. Marburg, 22. Mai. Als sich der 8.55 morgens hier eintreffende Personenzug Nr. 774 heute zwischen Wabern und Singlis befand, wurde er plötzlich durch die Notbremse zum Halten gebracht. Zwei Kinder im Alter von drei und zwölf Jahren, die sich in Begleitung ihrer nach Frankfurt reisenden Eltern befanden, waren aus dem Zuge gestürzt und hatten sich schwere Verletzungen, hauptsächlich am Kopfe, zugezogen. Das Unglück war jedenfalls dadurch erfolgt, daß die Kinder, die sich an die Coupeetür gelehnt hatten, diese öffneten, ohne daß es von den Mitreisenden bemerkt wurde. Im Packwagen wurden die Kinder nach Borken zum Arzte geschafft. (Heff. Landesztg.) Arbeiterbewegung» Berlin, 22. Mai. Heute vormittag begann die erste Kontrolle der 2lu§ge sperrten i in Baugewerbe. Die Zahl der Ausgesperrten dürfte 30 000 bei weitem übersteigen. Ein Teil der Firmen hat aber nur teilweise die Aussperrung, durchgeführt. Hier wurde von Arbeitnebmerseite sofort eingegriffen, um die Weiterarbeitenden zur Arbeitsniederlegung zu beroegen. Ein anderer kleinerer Teil läßt weiter arbeiten. Gegen diese Firmen wird vorläufig von den Arbeitnehmern nichts unternommen. Beschlüsse werden erst Ende der Woche hierzu gefaxt werden. Gebührenordnung für die städtischen Kanäle. Von Rechtsanwalt Raab, Gießen. Der städtische Voranschlag für Gießen, den der „Gieß. Anz." kürzlich mitteilte, sieht unter der Rubrik „Kanäle" in Einnahmen 50 356 Mk. gegen vorjährige 15 000 Mk. vor: in dem Betrag von 50 356 Mk. sind enthalten 50 000 Mk. „Gebühren auf Grund der noch zu erlassenden Gebührenordnung". 50000 .Mk. hofft man also von den lern 1. A-pvil 1907 bereits angeschlossenen Anwesen im Lauf des jetzigen Budgetjahres an Gebühren zu erhalten, und die 15 000 Mk. sollen wohl den Betrag darstellen, den man im Jahr vorher als mutmaßlichen Eingang erwartete, also für die Anschlüsse, die vor dem 1L April 1907 JcrtiggefteHt waren, je nach dem Bruchstück der Zeit bis zum Schlüsse des städtischen Finanzjahres. Wie mm ein ül>erängstlichcr Mieter aus diesem städtischen Voranschlag herauslesen tonnte, daß die Stadt aus den Kvnalgebühren im laufenden Jahr, oder schon lütt Jahr vorher einen Uebevschuß von 50000 Mk. erzielen wolle, oder erzielt habe, das ist ein Rätsel, es ist aber charakte- jristisch für die Unkenntnis über das was die Stadt überhaupt an kufenben Anlagezinseir' und dauernden Unterhaltungskosten sür den uns allen teuren Kanal aufbringen muß, es ist aber ^zugleich eines von vielen Symptomen, die in Mieterkrnsen -ein Äerrso merkwürdiges wie unnötiges Alpdrücken, vielleicht auch -eine brivußte Aufhetzung und Quertreiberei verraten. (Ssi ist ja nicht zu leugnen, daß die „Gebührenordnung für die Benützung der städtischen.Kanäle, jbie inzwischen im Rahmen des Berichts über die Sitzung der Stadtverordneten vom 11. April d. Js. im „Gieß. Anz." zum Albdruck und damit in zunächst noch nicht offizieller Weise zur -Kenntnis des Publikums gebracht worden ist, keineswegs zur 'Aufklärung und Beruhigung der Einwohnerschaft beigetragen Mt. Man hat wohl allenthalben versucht, in ihre Geheimnisse einzudringen. Auch der Hausbesitzerverein hat sich in einer Vorstandssitzung eingehend imb sachlich mit den Bestimmungen der Gebührenordnung beschäftigt. lieber die Stellungnahme des -ZÄrstandes soll hier das Wesentliche kurz mitgeteilt werden. Wenn, man es auch ablehnte, gegen die prinzipielle Regelung, die nun der überaus schwierigen Materie seitens der Stadtvertretung geworden ist, anzulaufen, Petitionen loszu- lassen, die Oessentlichkeit zu beunruhigen und für lueiterz Aufregungen immer neue Nahrung zu bieten, so wurde doch übereinstimmend zum Ausdruck gebracht, daß selbst die Aufbringung der Mittel durch Erhöhung des Steuerzuschlags allein, trotz -aller dagegen geäußerten Bedenken, nicht ohne weiteres von der Hand zu weisen gewesen wäre, daß ferner in der neuen Gebührenordnung eine Anzahl Härten und Schwierigkeiten liegen, deren Beseitigung oder Besprechung doch im allgemeinen Jn- iteresse angezeigt sei. Tie prinzipielle Bestimmimg des' Ausschlags auf die Anwesen, einschließlich Gärten, unter dem Begriff der „wirtschaftlichen Einheit" (tz 1) hat vielfach Bedenken und Unwillen hervor gerufen. Der Kanal nimmt nicht das Regenwasser auf, jdas in den Boden der Gärten sickert; es ist deshalb die Heranziehung der Gärten ungerecht und der Satz von 3 V2 Pfg. pro Quadratmeter gekünstelt. Wenn es nicht viel ausmacht, wozu diese komplizierte Berechnung. Man hat besänftigen wollen mit dem Hinweis, daß die Gärten, bei denen das nicht ganz billig erscheine, in steuerkräftigen Händen seien. Dies ist jedoch nur teilweise zutreffend, außerdem eine merkwürdige Begründung ! Daß aber viele hochrentable Geschäftshäuser mit geringer Fläche und nichtigem Brandkatasterwert auf diese Weise unverdient gut dabei weg kommen, hat mpn nicht bedacht. Weshalb wieder anderseits der Eigentümer eines leer stehenden Hauses allein die Gebühren bezahlen soll (§ 2) und entsprechend auch natürlich fiir einen Teil des Hauses, oder einer Wohnung der bett. Benutzer, menn seine Wohnung zum Tell unbenutzt ist, erscheint unverständlich und nach keinem Gesichts- puntt zu rechtfertigen. „Benützt" werden dann doch die städtischen iKanäle nach Maß des Leerstehens nicht, und Vorteil kann der Eigentümer von leer stehenden Wohnungen auch nicht haben, selbst Unterhaltungskosten bleiben nicht ganz aus. Man glaubte mit dieser Bestimmung der Ueberproduktwn an Neubauten einen Riegel vorschieben zu können. Als ob sich dieses nicht von selbst korrigierte und seine (Grenze schließlich doch immer wieder -im Bedarf und in der Beschränkung der Baugelder durch teuren Geldstand, durch l>ohe Arbeitslöhne, Wertzuwachssteuer und dev- -gleichen fände! Hat aber nicht gerade die Mehrzahl der Stadtbewohner und bic Stadt selbst den Vorteil von reichlichem .'Wohnuugsaiigebvt? Man sollte das Bauen nicht immer mehr erschweren. Man könnte aber in ueuentsteheuden Straßen die gesamte Wetterführung des Kanals, ähnlich wie Sttaßenkostrn- ixeiträge, aus bic, bett. „Bau spe kn lauten" ausschlagen, wenn .man dies für nötig und aussichtsvoll hall und nicht gellen läßt, daß jene doch nicht Häuser bauen, um1 sie leer ste^n zu Haffen. Bon der Bestimmung im § 3, wonach die Eigentümer schriftlich erklären tonnen, „der Bürgermeisterei gegenüber die Zech- llmgspflicht für die ganze Liegenschaft übernehmen" zu wollen, „womit die übrigen Inhaber Don ihrer Zahlungspflicht befreit werden", darf man sich keinen großen .Gebrauch versprechen. Man glaubt damll den juristischen Bedenken begegnen zu können, daß der Eigentümer, wenn er sich nicht schriftlich als Bürge verpflichte, nicht nebelt dem Benutzer haftbar gemacht werden könne. Es mag dahin gestellt fein, ob nicht die statutarische Bestimmung eines Kvmmunalgesetzes solche Verpflichtungen gültig anserlegen kann, jedensallls ist es dann vom Standpunkt der Gebühreiwrdnung auffallend imd bedenklich, daß Wan für die Zeit vor dem 1. April 1907 den Eigentümer allein, der sich für eine zurückliegende Zeit schriftlich nicht verpflichtet hat, schlechterdings haften lassen will (§ 4). Diese Bestimmung der rückwirkenden Kraft (§ 4), zurückdatiert nämlich auf den 1. April 1906, beginnend „mit dem 1. des auf den Anschluß 'folgenden Monats", hat wohl die größten rechtlichen und sonstigen Bedenken erweckt. Ein Teil der Stadtverordneten muß sich wohl über die Tragweite dieser Bestimmung nicht klar gewesen sein und hat gedacht, daß die Stadt vor dem 1. April des laufenden Steuerjahves überhaupt keine Kawalgeb>"'hren erheben werde und dm Ausfall einfach in dem Steuersäckel suche. Ans der Gebührenordnung ist doch wohl das Gegentell zu entnehmen, nämlich daß die Stadt den Versuch machen wird, vom Anschluß an ein Entgelt an sich zu ziehen. 9(n sich ist verständlich, wenn man sagt, durch den Anschluß spart das betreffende Haus^ die Abfuhv- kosten, also muß es von diesem Moment an der Stadt für diese Ersparnis oder für diese Leistung eine Gegenleistung gewähren. Man übersieht aber hierbei, daß "bie Sätze der Gebühren- Ordnung weit höher sind als die Mifuhrkosten, die bei einem Haus mit Klosettspülung und drei mittleren bis großen Wohnungen 40 bis 60 Mk. pro Jähr betragen haben, daß ferner die Verzinsung der Installation in den Häusern diese Gegenleistung aushebt, einer Installation, die überdies durch peinlich genaue Vestimmugen und den Zwang, der hinter der Ausführung stand, einer großen Anzahl von Hausbesitzern allzu große Opfer auferlegte, ofme ihnen im Vergleich zu den bisher schon bestandenen Einrichtungen einen wesentlichen Fortschritt zu bieten, abgesehen von den Anwesen natürlich, wo der Zwang mit altem Schlendrian und geradezu gemeingefährlichen Zuständen gründlichst aufräumt. Weil aber dies die Allgemeinheit angeht, trotz der Opfer, die der Einzelne bringt, soll man von der Rückwirkung absehen. Und wenn doch nun einmal Rückwirkung, warum bann nur den Eigentümer hasten lassen! Ist dies nicht ein Durchbruch des Prinzips, das den Vorteilen der Allgemeinheit auch die Opfer jedes Einzelnen, der an diesen Vorteilen Anteil hat, gegenüberstellt und das schließlich trotz allem Beiwerk in der Gebührenordnung zur Geltung gekommen ist? Wenn man schon für die Zeit vor dem 1. April 1907 Beiträge erheben will, dann erhebe man sie auch für diese Zell, geradeso wie für später, direkt von den „Benützern", und wo Leute verzogen, nnpfäudbar ober sonst schwer zu erreichen sind, da muß der städtische Steuersöckel den Ausfall aufbringen. Ausfall wird es immer geben, auch für bie Folgezeit. Nach § 5 sind auch Veränderungen des Mietwerts anzu- zeigen. Die Gebühren-Ordnung hat sich hier überhaupt den Vorteil entgegen lassen, von Steigerungen der Miete jeweils auch die Gesamtheit der Einwohner profitieren zu lassen, wenn man die Bellräge nach Prozenten der Miete festgesetzt hätte. So hat man aber den Flächengehalt, eine starre Größe, und den Brandkatafterwert, der auch nicht höher wird, zugrunde gelegt und dadurch — abgesehen von hinzutretenden Neubauten — schon jetzt einen unveränderlichen Maximalrahmen für die Gesamtsumme aller Gebühren geschaffen. So sehr die Bestimmung des' § 7 schließlich im ganzen zu billigen ist, der kleine Wohnungen entlastet, so wirft doch die Mindestgebühr von 2.40 Mk. bezw. 6 Mk. bie ganze Kalkulation mit 3 l/2 Pfg. pro Quadratmeter und 2 %o des Brandkatastev- werts wieder über den Haufen. Oder man muß auch hier den Ausfall wieder dem Steuerzahler auferlegen. Daß begüterte Studenten und gut situierte Junggesellen diese Vergünstigung der herabgesetzten Minimalgebühr genießen, ohne ihren wirtschaftlichen Verhältnissen nach moralisch einen Anspruch darauf zu haben, das entspricht wohl nicht unserem in der modernen Zell „geschärften sozialen Gewissen". ZehnteGeneralversainmlung des Allgemeinen deutschen LehrerinuenvereinS in Mainz. Ter Allgemeine deutsche Lehrerinnenverem, der mit seinen ca. 22000 Mitgliedern die größte weibliche Berufsorganisation in Deutschland barstellen bürste, vereinigte in diesem Jaho: ca. 190 Delegierte und viele Hunderte von Mllgliedem zur Generalversammlung in Mainz. Im Auftrage der hessischen Regierung wurde bie Versammlung begrüßt von Direktor Dr. Röm- helb, im Auftrage der Provinzialdirektion von Regierungsrat Krug vonNibda. Im Auftrag ber Stadt Mainz sprach Obev- bürgermeifler Dr. Gö11elmann, ber in den Bestrebungen der Lehrerinnen einen Teil des Emanzipationskampfes der Frau sah, sofern dieser Kampf auf der gesunden Grundlage der Ausbildung der weiblichen Persönlichkeit zu ihren speziellen Kulluv- aufgaben beruht. Im Auftrag des hessischen Oberlehrervereins begrüßte Prof. Dr. Ledroi t, iw Auftrag des Mainzer Lehrervereins Lehrer Bach die Generalversammlung. Den Schluß der Begrüßungen bildete die Ansprache der Vorsitzenden b®f Verbandes Mainzer Frauenvereine, Frau R 0 e s e n e r. Nachdem die Schriftführerin Fräulein FebronieRommel einen Bericht über die vielgestaltige Arbeit der Zweigvereine erstattet hatte, schritt m!an zur Verhandlung des Hauptthemas 7 „Die Möglichkeit einer Schulorganisation nach Fähigkeitsklasse n". Die Hauptreferentin, Fräulein Maria Zeutmaher -Mannheim, führte folgendes dazu aus: Die höchstbedauerliche Tatsache, daß die Schule 50 Pr 0 z. ihrer Schüler entlaßt, ohne sie arbeitsfähig und arbeitsfreudig gemacht zu haben, veranlaßte Untersuchungen nach den Ursachen des Mißstandes, und diese wurden gefunden in zu hochgesteckten Lehrzielen, ungeeigneten Methoden und zu starker Besetzung der Klassen. Wissenschaftliche Forschungen bestätigten nun die Erfahrung, daß eine weitere .Hauptursache des Mißerfolges, der Schularbeit in der außerordentlichen Verschiedenheit, die gleichalterige Kinder in ihrer Befähigung für die Schullftbell aufweisen, zu finden ist. Diese Einsicht verlangt eine Individualisierung int Unterricht, die nur erfolgreich durchgeführt werden kann, wenn die ganze Masse der Schüler nach ihrer natürlichen Leistungsfähigkeit gruppiert ist, also neben der Höhengliederung nach Jahreskursen eine Brellengliederung innerhalb der Parallelabteilungen der einzelnen Klassenstufeu vorgesehen wird. Der Beweis für die Möglichkeit einer solchen Organisation wurde zuerst erbracht in der Durchführung des Svnderklassensystems der Mannheimer Volksschule. An ihr bestehen neben den Haupt- klassen für gutbefähigte, Förderklassen für mäßig schwache und unregelmäßig geförderte — und Hülfsklasseu für krankhaft schwache Schüler. Dadurch ist die Mannheimer Volksschule inftanb gesetzt, jedes Kind einen seinen Fähigkeiten entsprechenden Bildungsgang durchmachen zu lassen. Gegemoärtig erreicht die Mehrzahl ber bie Färber klassen bevölkernden Kinder — dank ber ihnen zuteil werdenden fürsorglichen Behandlung — eine Oberklasse, sodaß in Mannheim keine Kinder mehr ans den unteren, kaum mehr aus den mittleren Klassen entlassen werden. Die Erfahrung hat bewiesen, daß eine solche Schulorganisation nach Fähig kellsklassen für Lernende und Lehrende überwiegend Vorteile bietet. Als Korreferentin beleuchtete Fräulein We n b I i n g, Leiterin einer städtischen Mädchenmittelschule in Mülhiufen, die Schattenseiten des Mannheimer So über klassen ft) fte ms. Sie sah Gefahren in erster Linie in der Zentralisation, die das' Mannheimer System voraussetzt. Es wird dadurch der persönliche individuelle Cha- ratter ber einzelnen Schule zerstört und der Lehrer in ber Ausprägung seiner Persönlichkeit im Utllerricht gehemmt. Eine rceitere Gefahr liegt in dem häufigen Klasseuwechftl der Kinder uni> bem damit verbundenen tz e r ansg Griffen werden aus dem Stamerabenfreis und ber gewohnten Umgebung. Eine dritte schließlich in der Einschätzung der Müder nach 'rein lllleÜellua-- listischen Maßstäben. Die Korreferentin meinte,, daß dem R> petenkenmißstand vor allem dittch Lehrplanreformen begegnet werden könnte, hält aber auch das Mannheimer System trotz seiner Mängel für einen dankenswerten Versuch, dessen Ausgestaltung, wenn auch in modifizierter Form, Wünschenswert sei. Als erster Diskussionsredner kam Stadtschulrat Dr. Sickinger zum Wort, der die an dem Mannheimer System hervorgehobenm Gefahren teils als nicht vorhanden, teils für vermeidbar erklärte. In der Diskussion, die sehr lebhaft war, mürbe außer ben von der Korreferentin angeführten Bedenken noch die Gefahr betont, daß die Sonderung nach Schulleistungen zugleich eine Sonderung nach sozialen Lebensverhältnisfen darstellen und damit antisozial wirken könnte, ein Bedenken, gegen das sich besonders das Schlußwort der Referentin richtete. Die Versammlung kam in der Ansicht überein, daß das Mannheimer System ein wertvolles, organisatorisches Mittel zur Lösung der sozial-pädagogischen Aufgaben der Volksschule fei, aber als ein erster Versuch zur Differenzierung ber Schüler nach ihren feiten ber weiteren Ausgestaltung und Modifikation bebürfe. Vermischt«». * Berlin, 22. Mai. Eine e infache unb würdige. Gedenktafel für Eugen Richter, die der Arbeitsausschuß für ein Richter-Denkmal in Bronze hat gießen lassen, ist an seiner früheren Villa in Groß-Lichterselde-West durch ihren jetzigen Besitzer, einen Verehrer Richters, angebracht toorben. Die Gedenktafel trägt die Inschrift: „Hier wohnte der Abgeordnete Eugen Richter vom 28. August '1901 bis zu seineni Tode am 10. März 1906. Seine hohen Verdienste, sein selbstloses Wirken würdigte auch ber Gegner. Sein Andenken wird fortleben alle Zeit." * Kleine Tageschronil Ein wütender Ehemann in Sittendorf (Thür.) warf seiner Frau die brennende Tischlampe ins Gesicht. Die Lampe explodierte und die Frau erlitt so schwere Brandwunden, daß sie unter großen Schmerzen starb. — InWien ist ein Eilgüterzug auf einen im Bahnhof haltenden Personenzug aufgefahren. 23 Passagiere wurden verletzt. — Am 2. Pfingsifeiertag beging der Schieferbrucharbeiter Neupert in Röttersdorf bei Schleiz (Neuß) seine Hochzeit. Auf dem Wege von der Kirche zu Osla zurück nach Röllersdorfs wurde dem Unfug des Hochzeitsschießens gehuldigt; ein Revolver versagte. Einer ber Trauzeugen hantierte mit dem Revolver, wobei sich die Waffe entlud. Die Kugel traf den ledigen Wirtschaftsgehülsen Haas, der den Hochzeitswagen führte, in ben Kops und tötete ihn sofort. Tie Pferde wurden scheu, gingen durch und warfen den Wagen um, wobei die Insassen herausgeschleudert wurden; viele wurden verletzt. — Aus der serb. Stadt Poschareeatz wird gemeldet, daß gestern im Dorfe Breschan über 20 Frauen darunter welche mit Säuglingen ein Fahrzeug bestiegen, um über den hochangeschwollenen Horava zu setzen. Das Fahrzeug kenterte, sämtliche Insassen ertranken. — Die Stadt $0 btt ne in der nördlichen Mandschurei ist durch eine Feuersbrunst zerstört worden. 435 Wohnhäuser sind ein Raub der Flammen geworden. 25 P et> s 0 n e n und 2000 Stück Lastoieh sind u ut g e k 0 m m e n.__________ Eittgsjanvt. (Für Form unb Inhalt aller unter bleier Rubrik stehenden Artikel übernimmt bie Redaktion dein Miblikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Sie teilten einen Antrag des Landtagsabg. Köhler mit, der darauf abzielt, eine Regelung der Fahrpreise für Schüler unb Lehrer bet Klassenausflügen zu treffen und zwar unter Hinweis auf die günstigen Ergebnisse der Eisenbahngemeinschaft und eine in Oesterreich neuerdings eingeführte Bestintmung. Der Antrag ist gewiß gut gemeint, aber überflüssig, denn im Gebiete der preußisch-hessischen Bahngemeinschast zahle« schon seit langer Zeit Schüler über 10 Jahre nur die Hälfte des Fahrpreises nnd Schüler 0011 6 bis 10 Jahren nur ’/< des gewöhnlichen Bettages. Wir brauchen also Oesterreich nicht nach- zttahmen. Der Wunsch, den Volksschullehrern bei Schulausflügen freie Fahrt zu gewähren, wird wohl einerseits wegen der Gering- sügigkeit der hierfür notwendigen Ausgabe, andererseits weil eine solche Ausnahmestellung stark nach dem vor 100 Jahren bestehend«, Wandelfreitisch riecht, von bem Lehrerstande nicht geteilt; denn man verlangt da nur ausreichende Bezahlung, nicht aber besondere kleine Vergünstigungen. BriefktÄstender (Anonyme Einsendungen bleiben unberücksichtigt.) G. Sch. in L. Besten Dank! Zum Abdruck jedoch nicht geeignet. ' - -'1! . -■ - -.....- —. ■ - n Die Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch- nnd Brotpreise am 22. Mai 1907. Höchste Schlachtviehpreise in F r a n k f u r t a. M. Fleischpreise in Gießen Ochsen Kälber Schweine 50 Kg. Schlachtgewicht 78—82 Mk. '/, Kg. Schlachtgew. 92—97 Pf. V, „ 55-00 „ V, Kg- 82-88 Pfg. V, v 80—84 , V, „ 64-76 „ Getreidepreise in Mannheim Brotpreise in Gießen Weizen 100 Kg. 00.00- 00.00 Mk. Roggen 100 Kg. 00.00-00.00 Mk. Weißbrot 2 Kg. 58 Pfg. Schwarzbrot 2 Kg. 54 Pfg. Märkte. fc. Frankfurt a. M., 21. Mai. Heu- und Stroh- mar k t. Man notierte: Heu Mk. 3.10 bis 3.30, Stroh war nicht angefahren. Limburg a. d. L., 22. Mai. Fruchtmarkt. Durchschnitts- presse pro Malter. Roter Weizen (Nassauischer) 00.00 Mk., weißer Weizen 00.00 Mk., Korn 15.30 Mk., Gerste 00.00 Mk., Hafer 9.50 Mk. Erbsen 0.00 Mk„ Kartoffeln 0.00 Mk. Telefonische des Giessener Anzeigers, mitg< und Indnsti Frankfurter Hör» 3J4*/0 Reichsanleihe . . 94.15 3% do. . . 83.60 3^e/o Konsols .... 94.15 ‘6% do.....83.75 3%°/0 Hessen . . . 93.45 3%°/. Oberhessen . . . 94.00 4% Oesterr. Goldrente. . 99.40 4x/e % Oesterr. Silberrente 99 55 4% Ungar. Goldrente . . 93.85 4% Italien. Rente . . . — «— 3-6 Portugiesen Serie I . 67.70 3-6 Portugiesen „ III 68.50 4^6°/e ru33.Staatsan]. 1905 91.20 4%°Jn japan. Staatsanleihe 93.25 4% Conv.Türken von 1903 93.70 Türkenlose ... . - 139.40 4% Griech. Monopol-Anl. 50J.0 4% äussere Argentinier 84.00 3°/0 Mexikaner . • . 65.00 4 >s°/0 Chinesen .... 96.70 Aktien: Bochum Guss..... 225.00 Buderus E. W .... —.— Tendenz: fest. Berliner Börse, < Canada E. B......171.60 Darmstädter Bank . . . 130.60 Deutsche Bank .... 225.90 Dortmunder-Union 0. . . 75.40 Dresdner Bank .... 142,10 Tendenz -. fest. Kursberichte teilt von der Bank für Handel ie, Giessen. e. 23. Mai. 1.15 Uhr. Elektriz. Lahmeyer . . . 126.30 Elektriz. Sebuckert . , . 110.00 Eschweiler Bergwerk . 225.70 Gelsenkirchen Bergwerk . 196.50 Hamburg-Amerik. Paket!. 129.90 Harpener Bergwerk. . . 206.90 Laurahütte...... 227.20 Nordd. Lloyd .... 116.80 Oberschles. Eisen-Industrie 110.00 Berliner Handelsges . . 152.40 Darmstädter Bank 130.60 Deutsche Bank . . . 226.20 Deutsch-Asiat. Bank . . 169.00 Diskonto-Kommandit. . . 169.70 Dresdner Bank . . . 142.20 Kreditaktien..... 207.00 Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . . . 95.20 Gotthardbahn . . . . —.— Lombard. Eisenbahn . . 21.60 Oesterr. Staats bahn . . . 144.90 Prinee-Henri-Eisenbahu . 136.00 3. Mai. Anfangskurse. Harpener Bergwerk. . . 206.70 Laurahütte .... 226.70 Lombarden E. B. ... 21.90 Nordd. Lloyd.....116.70 Türkenlose . . ... 139.90 5 £ ^5 *3 X 5 55-0 S *2© 5 g S ?x> »tr □ ■O^üO c > ftfla gl» 05 ® - J> c 5 -« CQCQ -- e E £ s E ‘‘C’S Ö oa /E = 51 2 2 L -e s? L E K •’ 'X7©Ä 3? ->,L ■5 =lS ä 3S , -oOJCQ Danksagung Gewerbebank zu Giessen nschpreise in Sieben Amilic Wann 3488 LbroiM Giessen, 21. Mai 1907. öffentlichen 2ln*. Mk. Der Vorstand der Gewerbebank zu Giessen M 0 e s e r. Walther. Loos. D”/, ^uneyer ä ^ndOhio- gs.ro [3465 nährtes Deubel. 3474 ' 136^ Anfang"1 Ä Hofgut (Stiebet Weitzel. lose- • M S^.3 745, und Frucht d Brotpreise T» M 7? .I Ä - get 5 0 Lt DD ■r® i" SS 2 Z (" 5 E t~*- -g 3 nji CitfO -e OLE ZA a E8m®S Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei unserem schweren Verluste sagen wir unseren tiefgefühltesten Dank Wegen Beinbruchs schlachtete ein junges, gut ge- tS L _ O <5 S ■g« -r-LAZ •c ** c S L o meiitcrei Rudingshain vom 17. Mai bis 11. Juni während den Dienststunden zur Einsicht der Interessenten offen. Angebote, mit entsprechender Aufschrift versehen, sind verschlossen und portofrei bis spätestens 11. Juni, mittags 12 Uhr, auf unterzeichneter Bürgermeisterei einzureichen, woselbst die Eröffnung in Gegenwart etwa erschienener Bewerber erfolgt. Zuschlagsfrist drei Wochen. Rudingshain, den 17. Mai 1907. Großherzogllche Bürgermeisterei Rudingshain. l» £ ’S 2 ittion. mberüäsichttst.s Abdruck jedoch nicht K ■E® «19 == z "C a 3 »a — -*-• <■ y; <=> E: E Vergebung von Bauarbeiten. Die zur Erbauung eines einklassigen SchulhauseS mit Lehrerwohnung in Rudingshain erforderlichen Ar- brik stehenden Artikel gegenüber keinerlei sabg. Köhler mit, Fahrpreise für »silügen zu tressen Ergebnisse der Eisen» merdingS eingesührte reint, aber überflüssig, hngememschasl zahle» i nur die Halste btS Jahren nur '/« deS Oesterreich nicht nach- bei Schulausflügen ' wegen bet Gering» bererfeitS n>eil eine I Jahren bestehenden nicht geteilt: dem nicht aber besondere Z z -ML _ - — Q Z o X - = .2 H g ü*ä beiten und Lieferungen sollen im Wege des gebots vergeben werden und zwar: e"*" a L 2 <55's Hofgulbnttcr sowie Süstrahmbnttcr Ltroh Md Kartoffeln zu Tagespreisen verkauft - e v "C 'S 2 £ ■ O s c LZ sS L^-S ea, — M C*a »/, Kg. 82-88 Psg. 11 , 80-84 , irotpreije in Gießen 45000 M. 1. Hauptgewinn 20000 M. 2 Hauptgewinn 5000 M. 3 126 Gewinne 20000 M. - , nc 1 Mir J II Lose 10 Mk. LOS 1 UHL i Porto u. ListeSO?!. I versendet das General-Debit J. Stürmer । sowie die Kgl. Pr. Lotterieeinnehmer u. alle Lose Verkaufsstellen. — r- LZ Z S SiÄ 3 s-e -S'LZ JB'g ° £>- •2 o _ S = _c ■ssiS In der ansserordentlichen Generalversammlung unserer Bank vom 14. Mai er. wurde der Beschluss gefasst, den Betrag des Geschäftsanteiles von Mk. 500.— auf Mk. 1000.— zu erhöhen. Wie bisher wird die entfallende Dividende auch auf die Geschäftsguthaben von mindestens Mk. 500.— in bar ausgezahlt und bleibt es dem freien Ermessen der Mitglieder überlassen, das Geschäftsguthaben über den Betrag von Mk. 500.— hinaus bis zum festgesetzten Betrag des Geschäftsanteiles von Mk. 1000.— zu ergänzen. Indem wir diesen Beschluss zur allgemeinen Kenntnis unserer Mitglieder bringen, bemerken wir noch, dass Volleinzahlangen der Geschäftsanteile, die noch vor dem 1. Juli er. an unserer Kasse geleistet werden, ausnahmsweise schon an der diesjährigen Dividende und zwar vom 1. Juli er. ab teilnehmen. ■ ■ s »W , . • 21.90 litt® jj . • 116.70 den Y\ . - ‘ 9,90 UoJd ' . • Arbeitsvergebung. Die Arbeiten und Lieferungen zur Herstellung der Zuflchrtt- Wege, sowie der Trottoirs zum Neubau des ^tadttbcatcrs ru Gieireu sollen in öffentlicher Ausschreibung vergeben werden. Los 1: ca. 900 qm Chaussierung. LoS 2: ca. 200 qm SU ein!)fülltet. Zeichnungen, Arbcitsbeschreibungen, Bedingungen und Ange- botssonnulare liegen im Bureau des Architekten HanS Mever, West-Anlage 6 dahier, zur Einsicht open und können daselbft zum Selbstkostenpreis erhoben werden. Angebote sind bis zum Eröffnungstermin Montag.l^m 27. Mai, vorm. 11 Uhr, nut entsprechender Autschrift versehen, portofrei an den Architekten Hans Meyer einzureichen. Gietzen, den 22. Mai 1W7. Tbeatcrbauverem, G. m. b. H-, Gieueu. » p-o -'Mer r>uch, en no ".gen el zur Neuner nach tut Vkatmn Älg. G ,ft an r wvbn'» J00^. 901 tbienft? =9= s-8 Ä !lni d°n ro.b5 wurde dem ,^v°wer versagte olver, wobei sich Wirtschastsgehüiien «opf unb tötete 1 durch und warfen geschleudert wurden- ■ btadt Paschareeah m * 20 Srauen 1 «Wiegen, um über yjn’tfug kenterte, >t Podnne in der runst zerstört worden. Morden. 25 Per» kommen. s "IW I a>8 ars-t Eisen- und Zementlieferung „ „ 745,86 „ Die Angebotsunterlagen liegen auf O^rogherzogl. Bürger- g-e = r- ü 2.= 126.30 . iio.oo »haokert . ■ 225.-0 ßerew®rt ’ 196j0 Amenk. faKeu 206.90 Bergw«Tk. - 1227JO $.•••■ '. MA äandelsges ■ 113o.6O Ut Bank zM Bank - ' , 169.00 Asiat Bank • 16o.70 Jommnndit- • , . Bank ' _ . 207-00 E 3 "fi ^2 S D CQ S Empfehle hochfeines Fleisch sowie Wursrwaren. , US. Kessler. Aomchlachter. Kopf-Samt in prima großen köpfen täglich frisch geschnitten, versendet gegen Nachnahme zum Tagespreis Nik. Victor. Salat flultureu, Mombach-Mainr. lza/t £0*^5 M 03 E1 Ss'S ^n ' _ . • Jjo ^•«biba ■: Wabahn-: ■gs- 2 -^5 £ -> --r o .. ä’ö e 5 S> — fc 'S S E • -- £ g Erd- und Maurerarbeiten veranschlagt zu 5722,94 Steinmetzarbeiten a) Lungsteine n w 531,61 b) Sandsteine H !» 172,37 Zimmerarbeiten n II 2427,14 Dachdeckerarbeiten ii II 1303,93 Spenglerarbeiten ii II 353,50 Schlofferarbeiten ii W 425,90 Glaserarbeiten •• II 764,08 Schreinerarbeiten ii H 2911,99 Wcigbinderarbeitcn ii II 2111,77 Tapezierarbeiten !• II 145,— L er 2 R» er «B e & er tc o 3 iD S & ? er cu ä 2* S' X ■ S s G' r p, 3 ’S- crs. c$l 3 N jr 8Z- ■S5 2 5i- ro I & =t» Z. CO Z Q 35 5‘ 5 7 CD rt w CD — -o » 3 8" co iS 3 2 V" s a S< 5T C Ri ä5' <1 rt ,—. rt> R s;=. er® 5 er 5 O rt ! r* R, CT 2^2 a< « 3 ^2.^- £ «' «Vro 5* ZA HS s'R "o* er _, er re o er r-t - 5"ct2 "o* o B »t L-s? ZSs rt rt *—*" r5 R- 2^0-rt <-' 75» er a- o» re rt R <2> 7 = a o O « . ’ca er 5. o « ' ”,rl ra 2" "o- Sfrv-<3'&5 § ,t2^ 2.L rt 2 - ZZL " er | STgS a 5 s • «■’ _ E ’-• xö g, 53 Z.^ S^ FZ s^, r§< ä 3 g§=s@=r I 2 «3 Z"o-L 2 —.5 2 Rccd tr8> " Q ertP 2. "o •- S 2 es esH2 ---ZZL5'Z-Z^2. ■ rt " ÖX?erb!ö er'S o erH R er w « o o?D „rt 2 - KHZ 3 ?@E5'S '2 ^ao (%—, R" ■ - R =;■", ™ 2'2? er 3 s =§hl^a Ms -Ri £' 2-S^ ' §" §g g-'S^äs ßs p = e,3.gsi. ;i agsjM 2.P er es a a a »(BQ Co CO CO ca X' re R: a a co p CO o Sro s 5 s üoZ_ 2 C? __ S'3 = 2 R £ er er « Sf re. rp O R-'R-p £«- CO Q x^sö- Ss'i*® ^L| § a"^5«oa BZ sZ 3 w 2 ^E,a H öt#Ä kW X® s>g.w ßs-r 3'2" Lff3' xJL*- C. CD R -5 L •*' af g 1 Ifts " 5 ?ä' 2 es Z « Z o e 5" a er 3 •S* a > KRS n* 2. Sa ro a rt —h ere Z'S d ?» e o -g2 R. OE* D- rs ■R” R °= a 3 I to I ^Mt-F@8»mesi Reich garn. Hüte Serie I Serie I Serie I II II n » » ni » IV IV IV 11 Y) V V V 11 11 Bö J. 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Für die neue Augenklinik soll die Lieferung von Porzellan und Glaswaren auf dem Wege der öffentlichen Ausschreibung vergeben werden. Die Bedingungen und der Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 liegen nachmittags von 3 bis 5 Uhr auf dem Verwaltungs-Bureau offen. Angebote, versiegelt und mit der Aufschrift: ^Angebot auf Porzellan" versehen, sind mit den Mustern bis zum 29. d. Mts., mittags 12 Uhr auf dem Verwaltungsbureau abzugeben. Die Zuschlagsfrist beträgt 14 Tage. Gießen, den 22. Mai 1907. Großh. Direktion der Universitäts-Augen-Klinik. V o s siuS. B”/g Gröde Abwechslung in der täglichen Suvve bieten Bettfedern - Neinigung. Die Federn werden gewaschen, getrocknet und desinfiziert. KonkurrevzLoö am Maire. “WZ Jedermann kann beim Reinigungsvrozeß zugegen sein. Waschen des Drells (Barchent) aus Wunsch. Freies Abhoten u. 3iücklieserung durch eigenes Fuhrwerk DamBlwaschanstalt „Edelweiss“ Tclevbon 4§7[1716]Kvvfdorser Strafe 1L in Würjeln zu 10 Pfg. für 2 Teller. Diele Sorten wie Tavioka- Juliennc, Reis, Erbs, Grünkcrn, Gersten u. s. w. In frischer Ware stets zu haben bei C°/s Robert Stahl. Svezereibandluna, Neustadt 23. Der heutigen Stadtauflage liegt der Jahres- Bericht des Attgem. Vereins für Armen- n. Ärankenpstege für das Vcreiusjahr 1906 bei. d33/» schluß^'^ tai werdens di- E blvttt & b- Meist wie Leitemaste -aß die Le schäft mst hätten Mi Nichtausbi Gewerkscherleben, l Blid die gerufen, 1 lwder G des Schielen ward durch die jung alb die es w denn M Wie aus hat man die Arbeit sein. Wie Kampf bl allgmenu mrnötißc l schaffen i gebrochen Zimmerer 6.75 Ma beitertate funde Be zung der gesimdhei gibt in.. viele kle Recht zu mau sich der Lcöeit Gewechcha das Orgim dels-, Verl Nitdlnng sleizeruW Äochenloh 25-28 M erhielten an 40 M Wochenloi gestiegen, Tazu kom Felder! 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