Dienstag 23. April 1807 Zweites Blatt 157. Jahrgang Nr. 94 Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen RotanonSdruck tmb Verlag bet Br üblichen UnwerütätS - Buch- und 6 ttmO ruderet 8L Laage. Stegen. SRebaftton, Exvedttion und Druckerei: Schul- stratze ?. ErpedlNon und Verlag; 5L ReOaklwn: 112. teL-Qlbu An»eigerGr«tz«. E^cheinl kä-ttch mit Ausnahme d«S Sonntag». Die ..Oletzeaer ZamMendlStter" werde« dem .Anzeiger^ vrerrnal wöchentlich bcigelegt, das 'Krdsblatt Mr deo Krds Sletzen" zweimal wöchenUrch. Der „hesyfche CanöötrT* erfcheurt rnonalUch einmal. politeiebe Cagesfcbau» Ministerwechsel in Baden. Der Großherzog von Baden hat das vor etwa vierzehn Tagen von dem Mmhier des Innern, Tr. Schenkel, ans eigener Initiative elngereichte EntlassiingSgesuch genehmigt und den Oderdicektor deS Wasser- und Slraßen- baueS Fcelherrn Heinrich o. Bodman zum Siachsolger ernannt. Dr. Schenkel tritt auf den Posten deS Präsidenten der Lderrechnungslammer zurück. Ter bisherige Inhaber dec Stelle, der 74jährige Geheimrat Joos, tritt m den Ruhestand. Dr. Rar! Schenkel, ein Sohn des bekannten badischen Theologen, wurde 1845 in Schaffhausen geboren. Er begann seine Beamtenlausbahn 1871 als Referendar beim Ministerium deS Innern; 1873 wurde er Hülssarbeitcr beim Handcls- ministerinm, dann Ministerialassessor und 1876 Ministerialrat, 1893 Ministerialdirektor, 1900 Präsident des Ministeriums des Innern. Die DerfassungSrevision mit der Einführung des gleichen, geheimen, direkten Landtags- Wahlrechts ist Schenkel» persönliches Werk. Sem höfischer Einfluß war, so wird der »Franks, ßig.' geschrieben, wohl nie sehr stark. Vielmehr mag die sarkastische und innerlich selbstbewußte Art der »kleinen Exzellenz* zu mancher einflußreichen Gegnerschaft verhalfen Haden. Obgleich eine Natur, die Widerständen eher entgegengeht, al5 ihnen auSweicht, hat Schenkel schließlich doch wohl das Empfinden haben müssen, dag er bei der nun einmal stark mitsprechenden obersten Stelle auf die Dauer nicht mehr baS unerläßliche Maß von Rückhalt fand. Sein Nachfolger Freiherr Heinrich v. Bodman au5 Freiburg, em Mitglied einer der ältesten, katholischen AdelSsamilien deS Landes, ist 1851 geboren. Er wurde 1877 Referendar beim Ministerium deS Innern, 1878 Amtmann in Baden, 1891 Ministerialrat im Ministerium deS Innern und vor kurzem an des jetzigen FlnanzmimsterS Honfell Stelle Oberdirektor deS Wasser- und Straßenbaues. Er hat einmal für die Nationalliberalen gegen das Zentrum zum Reichstag in Konstanz erfolglos kandidiert. Die allgemeine politische Einschätzung weist ihn jedoch durchaus nach rechts. AuS seiner früheren Amtstätigkeit wird allerlei Originelles erzählt. So soll er als Amtmann m Baden-Baden eimt dem Groß- Herzog als dem Besitzer deS Schloßes einen Strafzettel geschickt haben, weil au8 dem Schloß anläßlich einer Hochzeit gegen das Polizeiverbot geschosien worden und der eigentliche Täter nicht zu ermitteln roar. Daß BodmanS Eintritt in das Ministerium eine Verschiebung nach rechts bringen muß, ist ganz unverkennbar. • Schiffahrtsabgaben. Die vom preußischen Elsenbahnminister angekündigte Vorlage, durch die eine authentische Interpretation des Art. 54 der Reichsoerfassung über die Zuläffigkeit der SchiffahrtS Abgaben auf regulierten Strömen herbeigeführt werden soll, dürfte binnen kurzem dem Bundesrate zugehen. Der Reichstag wird sich aber kaum noch während seiner jetzigen Tagung damit befassen können. Die Stuttgarter Handelskammer in ihrer letzten Sitzung sprach sich für den Beitritt zu der von Preußen vorgeschlagenen Konvention unter der Voraussetzung, daß die verfassungsmäßigen Rechte gewahrt, die Württemberg versprochenen Anteile an den Abgaben gesichert und die Schiff fahrt auf dem Neckar für den Verkehr mit Schiffen von mindestens 1000—1200 t ermöglicht wird. Erne ähnliche Entscheidung traf auch die Handelskammer in Ulm. veutscheA Reich. Berlin, 22. April. Unter dem Vorsitze des Staatssekretärs Dr. Graf v. Posadowsky trat heute der Wirtschaftliche Ausschuß zusammen, um über den Abschluß eines provisorischen Handelsabkommens mU den Vereinigten Staaten zu beraten. Nachdem der Vorsitzende den Inhalt des Abkommens erläutert und die Bedeutung des Handelsverkehrs zwischen Deutschland und den Bereinigten Staaten bar gelegt hatte, erstatteten die damit betrauten Mitglieder des Ausschusses umfassende Referate über den Text des genanten Abkommens, über die Vertragszollsätze, welche beide Teile einander einzuräumen bereit sind, und über die Erleichterungen im Zollabfertigungsverfahren, die den deutschen Laren in den Vereinigten «Saaten zuteil werden sollen. Es ist anzunehmen, daß die Verhandlungen zu einer Verständigung über das Provisorium führen werden. — Freiherr v. Gall, General der Infanterie und Gouverneur von Köln, wurde in Genehmigung seines Abschiedsgesuches zur Disposition gestellt. — Der vom BundeSrat gnieqmigte Gesetzentwurf betr. Abänderung der Gewerbeordnung enthalt den sog. kleinen Befähigungsnachweis. Danach sollen m Zukunft nur nc g e pr ü s te M e i ste r zumHalten von Lehrlingen berechtigt sein. — Der Gesetzentwurf, betr. Einschränkung derMajestätsbeleidi- gungsprozesse wird im Bundesrat erst in einer der nächsten Sitzungen verabschiedet werden können, weil unter den Bundesregierungen noch Meinungsverschieben- he iten über die Fassung bestehen. — Im Abgeordneten Hause wurde heute zunächst über die seinerzeit zuruckgesteltten Titel des Justiz- etats, die die Gerichtssekretäre und Amtsanwälte betreffen, beraten. Die Budget-Kommission hat beschlossen, die gehobenen Stellen zu streichen unb hatte außerdem die Gl eichst e 11 u n g der Gerichtssekretäre mit den Ver- waltiingsbeamten angenommen. Minister Dr. Beseler betonte, daß er mit den Beschlüssen der Kommission einverstanden sei. s)tad) kurzer Debatte wurden die Anträge der Budgetkommission angenommen. Es folgt der Etat der Ansiedelungs-Kommission für West Preußen und Posen, der wieder eine sehr lebhafte Polendebatte herbeiführte. — Der demnächst dem Reichstage zugehende neue Er- gänzungsetat wird u. a. die Teuerungszulage für die Beamten bringen und 15 Millionen als erste Rate für die Erweiterung des Nordostsee-Kanals fordern. — Der Senior en konvent des Reichstages trat heute nochmals zusammen, um angesichts der Geschäftslage eventuelle neue Vereinbarungen zu treffen. Dian hat indessen von weiteren Vorschlägen Abstand genommen und will daran festhalten, aufjeden FallvorPfing- sten fertig zu werden. — Folgender Antrag wird von den Freikonservativen, den Nationalliberalen und den beiden freisinnigen Parteien bei der 3. Lesung des preuß. Etats zum Titel „Gehalt des Kultusministers" gestellt werden: Das Haus der Abgeordneten wolle beschließen, den Minister anfzufordern, im Hinblick auf die Untersuchungen, die der Handels Minister und der Deutsche Verband für das kaufmännische Unterrichtswesen über die Vorbildung der Fortbildungsschüler angestellt haben, in eine allgemeine Prüfung der Frage eingutreien, inwieweit der Volksschulunterricht den Anforderungen des Lebens genügt, auf welche Gründe die etwa sestzuftettenben 9Jlängel zurückzuführen sind, und welche Maßregeln zur Beseitigung dieser Mängel erforderlich scheinen, und die Ergebnisse, dieser Prüfung dem Abgeordnetenhause in einer Denkschrift mit» jut eilen. Hamburg, 22. April. Die Hauptversammlung des Zentralvereins der deutschen Lederindustriellen nahm eine 3te]oiu.ion an, in uee ^ec, ^unvcu^ai von neuem um Beseitigung derZölle für Gerb-Materialien ersucht wird, und beauftragte den Vorstand, bei den Mitgliedern über ihre Stellungnahme zu dem Plane einer Berliner Weltausstellung eine Erhebung zu veranstalten und das Ergebnis zu veröffentlichen. M ü n d) e n, 22. April. Sozialdemokratische Vers ammlun gen im Theater werden demnächst in Passau stattfinden. Weil dort die Sozialbeniokraten für ihre Wah Iver f amm tun gen leinen Saal finuen konnten, haben i’ie sich an den Magistrat mit der Bitte gewendet, ihnen ein städtisches Lokal zu überlaffen. Der ^lagijirat hat innen nun für zwei SonneagnachmiUage den Parrett- und Par- terreraum des dornigen Stadttheaters zur Verfügung gestellt unter der ausdrücklichen Bemerkung, daß dies nur für die bevorstehenden Land tags wählen gelte. — Im bayerischen Verbauoe des Ftottenvereins wird eine neue große Kundgebung gegen General Keim und das Präsidium Dorbereitet. Man will nicht eher ruhen, bis Keim das Präsidium niedergelcgt hat. Charakteristisch für die jetzige Bewegung ist, bau Wert daraus gelegt wird, zu betonen, ein großer Teil der Oppo- nenten gehöre nicht dem bayerischen Zentrum an. Ausland. Paris, 22. April, 'jtaiy euiec Depesche aus Tanger überreichte der Vertreter des Sultans für auswärtige Angelegenheilen Mohamed ei TorreS dem französhchen Gesandten R^gnault eine Note, worin er im Namen deS S u 11 a n s die A n n a h >ne aller von Frankreich ge ft eilten Forderungen mittcilt. — Man versichert hier, König Eduard werde Enoc Mai nach Abschluß seiner Frühlingssahrt die Rückreise aus Süditalien zu Lande in einem Sonoerzuge von Neapel nach Paris bewerk- Iteliigen und einen kurzen Aufenthalt in Paris nehmen, ehe er sich nach London begibt — Saures beyanbeue heute die deutschen Einkreisung s b e s o r g n i s s e als befremdliche und unbegründe te Nervosität und fährt fort: Das republikanische, tief sriedenliebende Frankreich würde sich zu le mein Abenteuer hergeben, worin es den Citymaklern in die Hände spielen würde. Deutschlands Nervosität ist übertrieben. Statt sich die Gefahren seiner angeblichen Vereinsamung vergrößert auszumalcn^ würde es besser daran tun, z n untersuche n, ob im Vorgehen seiner Diplomatie alles darauf berechnet ist, Deutschland Europas Sympathieen zuzuziehen. Andererseits ist es indes tatsächlich die Pflicht aller Regierungen, alles z u vermeiden, was Deutschland die Annahme irgend einer feindlichen Verschwörung nahelegen könnte. Frankreich kann dazu beitragen, Mißtrauen und Mißverftändnisie zu zerstreuen. Rom, 22. Aprll. König Eduards Aufenthalt in Neapel sott, wie es in Hoskreisen heißt, auch zur Vorbereitung der Verlobung seiner mitaiuo es enden Tochter Victoria mit dem aus Anlaß eigens aus Turin dorthin gereiften Prinzen Victor Napoleon, dem Vetter des Königs Victor Emanuel, benutzt worden fein. (Dtsch. Tgztg.) Budapest, 22. April. Die Banernf rage wachst sich auch in Ungarn zu einem rumänischen Gewitter aus, wenn nicht Abhilfe gejchaffcn wird. Im „äüeftungar. Grenzboten" ruft Simonyi jun. feine Stimme zum Strecke für die Erhaltung des Bauernstandes, welcher der eigentliche Kulturträger, die Mhr- und Wehrkraft der Nation sei. Neues aus Nußlaud. In Lodz touroe auf dem Wege von der Stadt znm staatlichen Alloholdepot der Wagen, in welchem der Steuererheber mtt 4925 Rubeln uni) zwei Wächtern sich befanden und der von vier Soloaten begleitet wurde, von 20 Bewaffneten angegriffen, die eine Bombe schleuderten. Sie explodierte mit furchtbarem Knall. Gleichzeitig eröffnecen die Angreifer Feuer aus Brouningpistolen. Ein Soldat wurde getötet, die drei übrigen schwer verwundet, ein Wächter und der Kutscher leicht, auch die Pferde verletzt. Die Täter sind entflohen, nachdem sie das Geld geraubt hatten. In W a r s ch a u wurden ein Revier-Aufseher und zwei Soldaten auf offener Straße durch Schüsse getötet Das Kriegsgericht verurteilte acht Personen zum Tode. — In unserem Artikel »Der Schwarze Adler* in Nr. 93, 2. Bl., hieß es: Ter Kaiser begrüßte seine Gäste mit den Worten: »Ich habe nicht geglaubt, daß ich einmal öte Ehre haben würde, solche Berühmtheiten zu {eben/ Dazu wird uns heute aus unserem Leserkreise geschrieben : Dar Kaiser, der sich der sranzostschen Sprache bediente, ge< brauchte nicht das Wort „cel6britesH, das dem denvchen »Berühmt- heuen" euhpräche, sondern den Ausdruck „8ummit&r, der eigentlich yöch ft e Q> ip i e l, m unterem gaile aber figürlich »hervor- Zagende P e r f o n e n" bedeutet. So ist auch das Wortspiel, nick dem Saint-Saens dem Kayer anuvortete, uciiiänblict): »Wenn ivir die Alpen find, ist Eure 'Dtajeftat der Himalaya." Dcr Herr Einsender wird ja wohl recht haben. Uns lag nur der bereits verdeutschte Wortlaut der lasterckchen Ansprache vor. Alernes Feuilleton. =■— Aus Wiesbaden schreibt man uns: Die „Wiesbadener Gesellschaft für bildende Kunst" eröffnet am 14. Mai im ehemaligen Kurhausprovisorium eine Ausstellung des Gesamtwerkes Albert Bartholom s's, des durch sein Totendenkmal auf dem Pöre Lachaise zu Paris ui Weltberühmtheit gelangten Meisters. Den Glanzpunkt der Ausstellung, die zahlreiche Originale in Marmor und Bronze enthält, bildet der vierte und letzte von der Stadt Paris genehmigte Originalabguß dieses Hauptwerks des Meisters. — „DieMeistersresservonNürnberg." Unter dieser Spitzmarte bringt dcr vortreffliche „Kun ft wart" (Verl, von Gg. D. W. Eallwey, München), dessen Bemühungen um die kulturelle Hebung und künstlerische Erziehung der gegenwärtigen Generation nicht genug anerkannt und unterstützt werden tonnen, einen Beitrag zur Kulturgeschichte Neu- Nürnbergs. „Es klingt ja etwas despektierlich," schreibt diese Zeitschrift, „wenn man's so lieft: die „Fresser", aber es kann wohl nicht beleidigend sein, denn der Ausdruck ist Selbsteinschätzung. Nach dem neuesten Nürnberger Adreßbuch nämlich gibt es dort als eingetragene gesellige Vereine neben einem Schmaußv er einen uno vier Eß vereinen noch 52 — schreibe fünfzig und zwei — Freßgeiellschaften, Freßvereine, Freßklubs usw. Die meisten sind nach der Stadt- gegeud benannt, aber manche haben auch noch sehr schöne Sondernamen, zum Beispiel: Freßverein ,,Bis er platzt", Freßverein „Die Assen", Freßverein „Hau bi o", Freßverein „Nimmersatt", Freßverein „Ton de aout" (Tu dir gut), Freß- verein „Unaufhörlich", Freßverein ,Mecherei". Daseinszweck der Freßvereine ist, so lange Geld zu sammeln, bis ein ordentliches Fressen gehalten werden tonn. Nicht zu ersehen ist nur, ob man alsdann in der Stadt der allen ästhetischen Kultur zu Ehren Dürers und Vischers, Hans Schhsens und Pirckheckners oder ihrer würdigen 9Lachfahren im heutigen Sllllnberg frißt." — Von Fäls cherkünften auf dem Gebiete der Malerei erzählt eine Novelle des geistreichen Pariser Publizisten Karl Eugen Schmidt, die unter dem Titel „Vivat Watteau!" in Dem Februarheste der Zeitschrift „Meifter der Farbe" (Veriug von E. A Seemann in Leipzig) zu er ich einen beginnt. Diese Zeitschrift führt, wie bewnnt, die besten Meister der modernen Malepei in ihren Leistungen durch fa£|imueneireue Nachbildungen in farbiger Erscheinung vor. Das Heft zeigt uns einen erst neueroings wieder zur Geltung gelang-en Döeifter Caspar David Friedrich, her in Armut lebte unb in Sorgen gestorben ist wie so mancher an bete Stern erster Größe am Himmel ber Kunstgeschichte. Von bett gegenwärtig berühmten Meistern zeigt bas Heft einen Bacchantenzug von Fritz Ang. Kaulbach, ben man ben Paul Heyse ber beut* scheu Malerei nennen könnte. Besonders beliebt sind die Landschaften H. Rübisühlis, bessen Bild am heiligen Wasser von ber etwas bödlinijierenöen Art bes Künstlers eine gute Vorstellung gibt Die französische Aialerei ist burch ein seines Lonbschaftsbild von I. I. Gabriel, bie englische burch ein Tierbiib von Pirie, spielenbe Terriers, vertreten. Ein liebenswürbiges Werk ist Th. Alls Siebenschläferchen, bessen Urheber zu den Freunden W. Leibls zählte unb diesem Meister auch in ber Kunstweise nahe steht — Die bilb enbe Kun ft ber Gegenwart von Hosrat Prof. Dr. Joseph Strzygowsti in Graz. 8° XVI unb 280 S. mit 68 Abbildungen, in Büttenpapier» umschlag, geh. 4 Mk. Wie wenige sind berufen, dem Publikum ein Führer zu sein durch das Gewirr von Richtungen und Meinungen, bie unterscheiden, was Diode von heute ober gestern ist unb worin Wesen unb Zukunft steckt. Um so bankbarer müssen wir sein, wenn ein vebeutenoer Kunsthistoriker sein Scherflein spenbet zu unserer künstterischen Erziehung. So begrüßen wir benn StrzWowskis Wert mit besonderer Freude. Cs wird vielen die Augen öffnen über das künstlerische Leben der Gegenwart uno lehren, Echtes von Falschem zu scheiben. Persönlich [inb feine Ausführungen burch unb durch; man könnte sie fast Bekenntnisse nennen. Strzygowsti zieht alle Zweige der bildenden Kunst, Architektur unb Plastik, Griffelkunft unb Malerei gleichmäßig in den Rahmen )einer llntersnchung, geht stets an Hand trefflicher Alwckoungen aus vom einzelnen Kunst- wert und dessen Schöpfer. Dieses sucht er zunächst zu erfassen und zu werten unter häufigem Vergleiche mit entsprechenden Kunstwerien vergangener Tage. ^Scharfe Kritik übt er bisweilen an manchen .tzence als anez:tonnt geltenden Sternen des Kunsthimmeis. Unv über sachliches Verständnis hinaus sucht er einzudringen in das £>ejen der einzelnen Künste jeibft unb in chrem Verhältnis zum Menschen, Er will zu einem Lunirverstpndnis erziehen, bas, wie er selbst jagt, „eine Leoelisanschauung ijt, die es mit sich brüigt, daß über allem persönlichen Vorteil nie die Freude am Lebensproblem selbst vergessen wird". — „Deutsche Arbeit" betitelt sich eine im Reich leider noch viel zu wenig bekannte sehr vornehme unb ge- biegene Monatschrist für bas geistige Leben ber Deutschen in Böhmen (Prag, Karl Bellmann). Herausgegeben im Auftrage der Geselijchait zur Förderung deutscher Wissenschaft, Kunst und Literatur in Böhmen. Abonnementspreis vierteljährlich 3.— Mk., bas einzelne Heft 1.20 Mk. Nr. 7 enthält, neben vielen schönen und wertvollen lyrischen unb novellistischen Sp-enben Prager Autoren, von ben Professoren Sauer und Sau ff en hochinteressante lckerarhistori che ferner von Ernst Rychnovsch einen musikhistorfichen. Besonders reich ich der Anteil bes Dramas geraten, vertreten burch Emll Faktor, Louis Weinert und Justus Frey. Prächtig sind besonders die Kunstblätter: sechs farbige Re- produttionen nach Originacholzjchnitten von Klemm unb Thiemann, bannucr eine sehr fein farbige Freilichff kizze auä ber sog. „S ch epp allee" in 2 arm stabt. Die Bäum? erscheinen hier fast wie Riesenschlangenungeheuer. — „Hessenlust" nennt jia) ein neues Novellen- bud) von Alfreb Bock, das demnächst in Berlin erscheinen wirb. Otto ttbbelohbe hat das Werk mit künstlerischem Buchschmuck versehen. •• Neuer Hessischer Generalleutnant. S. K. Oberst Gädke vor Gericht. (Unberechtigter "a vc- wirb )eder Arzt gerne Auskunft über die wiro )ever gerne 9"^uug„auf unbestimmte Zett vertagt. Vermischtes» * Berlin, 23. April. Ein schweres Brandunglück ist durch den Unfug einiger Kinder entstanden, wodurch das Lori Schönefeld heimgesucht wurde. Gestern brach in dem 4/orfe ein Brand aus, der die Dorfkirche, die Schule und mehrere Bauerngehöfte zerstötte. Bis gestern abend waren elf Gebäude vernichtet. Mehrere Menschen und eine Anzahl Vieh loUen zu Schaden gekommen fein, lieber die Entstshungsursache verlautet, daß spielende Kinder einen Heuwagen, der durch das Dors fuhr, in Brand steckten. Tas Feuer r er breitete sich ourd) die umljeniegeiiben brennenden Heubundel im Dorfe so fajncU, daß die Einwohnerschaft .nachklsA dsn oerheereudes Me- Jtt, An schreiben von 1O°/o 441,20 Sa. 10653,27 Sa. 10653,27 8"- la.Süberkies 2877 (2695 liefert billigst Bilanz am 31. Dezember 1906 Entzückt I patW« ein- -i empfehlen a28/. 2895 1 Ausgiebigste aller nass wtechb. Bohnennassen. (von 7—9 Uhr« ä Portion 60 Pfg. 2217 empfiehlt billigst Augmsi: KröSE, Seltersweg 12 D”l. In Cervelatwurst von Eberhard Dort, Walltorstr. 46 Mutier—(tikfoen. Bietzen—Bieder 21 13 15 | 17 11 7 3a Zug-Nr. Stationen. 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Betreffend: HaudclSkammerwahl. Entsprechend einer Verfügung deS Großh. Ministeriums de« Innern voin 7. März 1907 hat anstelle des verstorbenen HandelSkammermitgliedeS Enul Schmoll aus Gießen gemäß Artikel 19, Abs. 6 deS Handelskammergesetzes für den Wahlbezirk Gießen-Stadt eine Ersatzwahl für den Rest der Wahl- periode stattzuftnden, welche mit dem 31. Dezember 1910 endigt. Die Ersatzwahl bat unter Zugrundlegung der bei der letzten ErgänzungSwahl festgestellten Wählerliste des Wahlbezirks Gießen-Stadt zu erfolgen. Zur Vornahme der Wahl wird Termin bestimmt auf Donnerstag den 2. Mai b. IS., nachmittags S bis 6 Uhr im Bureau der Handelskammer, Nord-Anlage 15. Als Wahlkommiffär wird Herr Wilhelm Zurbuch 'ix. 54" = ÜD Z 553 I 621 a e 322 ! 311 h308 ==304 ä -E 258 - 253 2 245 Bieberthalbahn. Fahrplan. G-ültig vom 1. Mai 1907 ab. Passiva. Per Mitglieder-Gut- haben „ Kreditoren „ Rest Verwal- tungskoslen „ Rejeroefond „ Reingewinn Hirz. Schaefer. Leicht. Gebrüder Berdux Bahnhofstraße. Ludwigstraste 26 vis-h-vis der Aula Besserer Pmat-MittagsW Ivon 12—2 Uhr» Gang 75 Pfg., 2 Gänge 95 Pfg. Avenvt lsch 8*5 1120 iz 132 1-9 = 6 214 1 - 209. Z O ,y ZOO Fllsche Tafelbutter frische Eier 9 9a LaudwirtschafÜicher Konsum-Verein, e. G. m. u. zu Watzenborn-Steinberg. W ab Gießen „ Heuchelheim „ Windhof Abeudsteru Der 8min FttnMmn junyr MNchrn ladet Stützen, Laden- und Kinderfänlein zu einem Thee-Abend. auf Sonntag, den 28. AprU, freundlichst ein. Anfang V.S Uhr. Ende 10 Uhr. Vereinszimmer: Kaiserhof, Connenstraße, 1. Stock, Eingang durch den Hof. 2891 spruch gegen die Entlassung zahlreicher Arbeiter zu erheben. Tie Kundgeber hatten bereits 13 Kilometer zuruckgelegt, als kurz vor dem Parlaments- gebäude ein großes Polizeiaufgebot ihnen den Weg versperrte und die Arbeiter aufsorderte, sich »urückzuziehen. Rach längeren Verhandlungen wurde schließlich einer Abordnung von 20 Mann gestattet, ihren Weg nach dem Parla- menlsgebäude fortzusctzen. Dort wurden sie von Campbell Bannerman empfangen, welchem sie den Grund ihrer Demonstration mitteilten. Der Ministerpräsident ertlärte, er bedauere die notwendig gewordene Maßnahme, könne aber nichts daran ändern, da infolge der Friedenspolitik Englands die Rüstungen eingeschränkt würden. Es sei unmöglich, im Interesse einiger Arbeiter die Finanzen des ganzen Landes zu belasten. Bannerman versprach indessen, sich zu bemühen, um für die Arbeiter andere Beschäftigung zu finden. Wien, 23. April. Der Madrider Korrespondent der N. Fr. Pr. berichtet, König Alfons beabsichtige, seinem Oheim, dem Erzherzog Friedrich, in Ungarn einen Besuch abzustatten. Auf der Fahrt nach Triest werde er mit König Viktor Emanuel eine Begegnung in Neapel haben. Auch werde König Alsons mit Kaiser Wilhelm in Co wes zusammenkommen. (Ta der Kaiser = 625 I 639 ' «e 63° ' S 6W = 657 I ' 1 705 Iw » 1* ’ 156 Js200 = f206 Ü” 212 2 218 ~ 226 Lailiiiviltschchlichcr Äochmercill Lteilldch eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haflpsticht. Griginal-vrahtineldungen. R.-B. Darmstadt, 23.April. Bel der gestrigen Vorstellung im Hofthcater mar der Kaiser, der außerordentlich wohl ausstcht, in der Uniform seines 116. Gießener Regiments, der Großherzog in der Uniform seines 115. Regiments erschienen. Tie Großherzogin trug em welßeS Seidenkleid, reich mit Spitzen und Brillanten besetzt, heute früh um 9.45 hat der Kaiser Darmstadt im Auto- mobil veclasien. Die Fahrt ging über Büttelborn und Groß. Gerau nach Wiesbaden. Wiesbaden, 23. April. Der Kaiser ist hier unt 11 Uhr oorm. aus Darmstadt eingctcoffcn. Karlsruhe, 23. April. Tas Lberlandesgericht hat die Beschwerde des Redakteurs Geck vom Witzblatt .Schnupftabak" wegen des Zeugnis-Zwangs-Ver- fahrens formell verworfen, aber das Verfahren und bie Öeretbigung Gecks ohne Grund an gäbe gerügt. Ter Entscheid sagt ferner, daß es im Staatsinteresse ratsamer gewesen wäre, von der Zeugniszwangs- haft abzusehen. London, 23. April. 12000 Arbeiter des Zeughauses von Woolwich begaben sich in geschlossenem Zuge nach dem Parlamentsgebäude, um Ein- Haffia-Verband. Bezirk Gießen. Zu Ehren der Anwesenheit Seiner Majestät des Kaisers werden die Mitglieder der Kricgeroereme zur Aufstellung auf dem Trieb am Donnerstag den 25. April, vormittags V3U Uhr eingeladen. Zusammenkunft am SchützenhauS. Kleidung: dunkler Anzug ohne Zylinder. 110" Zf 103 a ~ 153 Z = 622 = 650 f 522 640 (tnu I ftnrnni I 2 km | 856 1131 12 146 851 1126l=| e 5-0 ! 531 h535 Unerreicht in Feinheit des Aromas, Ausgiebigkeit und Billigkeit ist______ , , C*/4 ---------——c lll«» In Origmalflaschen ä yU P70 und nachgefülrt ""Ul bVi bestens empfohlen *) Die Züge hasten in Krofdorf-Gleiberg nur nach ,...... --- v-o- - ----- . Bem erkuugeu: Die links von den Stationsnamen stehenden Zeitangaben sind von oben nach unten, die rechts stehenden von unten nach oben zu c]tn. Die Nachtzeiten von 622 abends bis 5°2 morgens sind durch Unterstreichen der Mmutenziffern bezeichnet. Berlin, ™ 21^1 1907. Allgemeine Deutsche Klembahu-Ge,ell,chast (Aktiengesellschaft) Speiseöl AllerfeinsteS Tafelöl „Adlermarke" nur in 8-laschen zu Mk. IS) und SVif. 1.—. Vorzügliches Salatöl offen, Lüer Akk. 1.40. 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TaS darum sieht er morgigen Kaise [Regiment wissen [üt seinen erneu tiger und * und dessen süh schicke untrennl Auch 6. mittag gegen : Io zeitig, daß anwesend is Kaisers hier tu . Kaiser un leuchtenden Au morgen strömei ihre Hauptstadt entgegen. Nich daS iolt füfylt morgen jum A Kotz allen W Wir teden von Lartngrm AbrustungSvot lassen, alS da! wissen tut,. in trotzenden We unsere Vorsicht Wachsamkeitso sind die ca. 31 und vollwichtig Zeit und desha Wilhelm II, [ erhalten und lassen unter Itu Alle Ml deS sriedsamen kläruugen mehr denn selbst der s Monaten den r König Eduard Bedarfsartikel Apparate von den billigsten bis zu den feinsten Markern [2429 Dunkelkammer Entwickeln, Copieren, Vergrößern. Adolf Bieler, ÄVi Todes-Anzetge. ®eftvm nachmittag 3 Ubr emfchlief nach TSneercm Seihen mein Lieber SDionn, unser guter ^oiru Grotzoater, Bruder, Schwager, Schwiegervater und Onkel Maria ZcKMei» im 59. Lebensjahre. Die trenenibat Hintevbttebeue». Gtetzen [Sanbgaffe 32), ben 23. Avrü 1907. 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Beschlußfassung über die Genehmigung der Jahresrechnung und Bilanz sowie die dem Vorstände und Aufsichtsrate zu erteilende Entlastung. 3. Verteilung des Reingewinnes. 4. Ersatzwahl au.scheidender Mitglieder des Aufsichtsrates. 5. Statutenänderung (§ 48 des Statuts betrifft Erhöhung des Geschäftsanteiles). 6. Bericht über die am 17. Mai 1906 durch den Verbandsrevisor vorgenommene Revision der Gewerbebank. 7. Regelung der Beamtengehälter. Gießen, den 22. April 1907. Der Vorsitzende des Nussichtsrates: D”/» TäAUBV-