herein nur schädlich se stellen, daß für den Li der Verfasser juristisch als verfassungswidrig, wirtschaftlich als schädlich für Deutsche und Polen, politisch als unklug betrachtet, kommt er im zweiten Teil dazu, positive Vorschläge zur Lösung der polnischen Krage zu machen. Freilich ist dieser Teil außerordentlich mager ausgefallen. Im wesentlichen fordert der Verfasser die Negierung auf, ihre Informationen nicht nur aus amtlichen Berichten zu schöpfen, sondern sie durch Fühlungnahme mit Privatpersonen zu ergänzen, die in den Reihen der in politischer Beziehung ruhigsten polnischen Elemente zu suchen wären. Auf diesem Wege könnte das auf beiden Seiten bisher beobachtete Mißtrauen allmählich schwinden und ein anfangs erträgliches, in der Zukunft hoffentlich herzliches Verhältnis angebahnt werden. Von besonderer Bedeutung sind aber die Sätze, die sich mit der Frage des Wiedererstehens eines selbständigen polnischen Reiches beschäftigen, weil hier Ansichten ausgesprochen werden, wie man sie von Polen in den letzten Jahren nicht mehr gehört hat. Wenn man überhaupt mit der Möglichkeit rechnet, daß diese Frage am politischen Horizont in absehbarer Zeit austaucht, so könnte nach der Meinung des Verfassers der zu Preußen gehörende Anteil des einstigen Königreichs Polen aus zwei Gründen nicht in Betracht kommen. Den ersten erblickt er in der östlichen Lage der Reichshauptstadt Berlin, deren Sicherheit eine Verschiebung der Grenze nicht vertragen könnte, den zweiten darin, daß Westpreußen, Posen und Schlesien von Deutschen bereits so reichlich durchsetzt sind, daß sie mancherorts bereits die Majorität, im übrigen aber eine mehr oder minder starke Minorität ausmachen. Dieses Verhältnis werde auch von den Polen als ein Faktum anerkannt, das einem Lostrennen der ehemals polnischen Landesteile von der Krone Preußens entgegenstehe. Auf deutscher Seite wird man gut tun, diesen etwas verdächtigen polnischen Friedensschalmeien nicht gar zu sehr zu trauen. Endlich ist nun auch die zweite Haager Friedenskonferenz glücklich zu Ende gegangen, nachdem sie über vier Monate getagt hatte. Das Ergebnis dieser Verhandlungen steht in einem recht kläglichen Verhältnis zu ihrer Länge, aber schließlich hat man auch von Anfang an keine übertriebenen Erwartungen gehegt. Mancherlei Befürchtungen, die sich anfänglich an diese Konferenz, knüpften, sind glücklicherweise umsonst gewesen. In der Schlußsitzung der Konferenz hob einer der Redner, der niederländische Minister des Aenßern, van Tets van Gun- driaan, hervor, daß diese Kvnferenz in gewissem Sinne vielleicht weniger glänzend, aber ihre Aufgabe sicherlich nicht weniger schwierig gewesen sei, als die der ersten Friedenskonferenz von 1899. Die Aufgabe der Konferenz war es, zu versuchen, bewaffneten Konflikten vorzubeugen und, wenn ein Krieg ausbrechen sollte, dessen Wirkungen weniger schrecklich zu machen. Es ist das erstemal, daß der Versuch gemacht wurde. Regeln für den Seekrieg und die Verhältnisse der Neutralen zu kodifizieren. Es ist dieses Mal leider nur bei diesen Versuchen geblieben, aber vielleicht gelingt der nächsten Friedenskonferenz, die 1915 statt- sinden soll, das, was bis jetzt nur ein unerfüllbarer Wunsch geblieben ist. auf den Tisch legen und im Konzert nicht mehr mittun. Die Ausführung weckte in der gut besuchten Verjammlung lebhaften Beifall. Der Parteileitung wurde nach einem Bericht über den Parteitag in Berlin ein Vertrauensvotum erteilt. sein könne. Sollte sich aber heraus- Überalismus keine Vorteile errungen würden, so werde man, wie Bülow einmal sagte, die Flöte ■ff11»". . »TOCTgM Ein freisinniger Abgeordneter über die Blockpolitik. Der frühere Vizepräsident des deutschen Reichstags, der freisinnige Abgeordnete Kommerzienrat Reinhart Schmidt, führte in einer Hauptversammlung der Freisinnigen Volkspartei in Elberfeld aus, es scheine, als wenn die neueste Wendung in der deutschen Politik, die sogenannte Blockpolitik, dem Liberalismus einigermaßen die Wege frei machen sollte. Deshalb mugte der Liberalismus ein Interesse daran haben, diese Politik zu unterstützen. Dazu würde es aber erforderlich sein, daß die Gesetze nicht im bureaukratischen, sondern in dem Sinne ausgelegt würden, in dem sie gemacht worden seien und in dem sie das freie Bürgertum ausgelcgt sehen wollte. Vielfach sei nur eine andere Auslegung, nicht eine Aenderung der Gesetze notwendig. Man müsse erwarten, daß die Regierung in dieser Beziehung vorgehen werde. Namentlich müffe mau verlangen, daß sich die Beamten bei den Wahlen objektiv' verhalten. Wahrscheinlich werde das neue Vereinsgesetz dem Parlament bald nach seinem Zusammentrcten vorgelegt werden. An diesem werde man zunächst sehen, welche Früchte die Blockpolitik im liberalen Smne trage. Er hoffe, daß dieses Gesetz ebenso wie das zu erwartende neue Preßgesetz von liberalem Geiste durchweht sein werde. Weiter hoffe er, daß man dem Landtage in diesem Winter ein neues Wahlgesetz vorlegen werde. Es sei Har, daß es darin Dinge geben werde, welche die Freisinnigen nicht annehmen konnten. Die Freisinnigen würden natürlich verlangen, daß darin keine Klajsenwahl und keine Standesunterschiede vorhanden seien, ebenso würden sie die öffentliche Stimmabgabe nicht billigen und eine gerechte Wahlkreiseinteilung verlangen. Zunächst aber werde die Fraktion natürlich den schon früher gestellten Antrag auf Einführung des Reichstagswahlrechts für Preußen wieder einbringen. Nach alledem, was er gehört habe, könne man mit Vertrauen in die Zukunft fehen; wenn hier im Westen etwa Mißtrauen vorhanden gewesen sei, so habe der Berliner Parteitag es ausgeräumt., Man müsse doch einsehen, daß, nachdem der Liberalismus 30 Jahre lang zurückgedämmt gewesen sei und sich ihm jetzt ein Weg zum Fortschritt biete, ein Mißtrauen von vorn- poütiid)c Lagesschau. Tagung des Landcsansschuffes der Freisinnigen und Liberalen Vereine des Großherzogtums Hessen. Frankfurt a. M., 20. Oktober 1907. Etwa 30 Vertreter der hessischen freisinnigen und liberalen Vereine traten heute hier im Restaurant Faust zu ihren diesjährigen Beratungen zusammen. Die Versammlung eröffnete und leitete Justizrat Gallus-Darmstadt. Dem Jahresbericht des Parteisekretärs Kuhlmarm-Darm- stadt ist das Folgeirde zu entnehmen: Der „Hessische Landesverein", welchem Ansang dieses Jahres nur 20 Vereine angehörten mit etwa 730 Mitgliedern, umfaßt zurzeit 34 Vereine mit zusammen 1900 Mitgliedern. Ein weiteres Wachsen der Mitgliederzahl steht in Aussicht durch Gründung von Vereinen in Roßdorf, Biebesheim, Wimpfen, Neckarsteinach, Offenbach, Groß-Zimmern, Großumstadt, Friedberg und Lauterbach. Die vor etwa einem halben Jahre gegründete „Wochenschrift" hat zurzeit etwa 1200 Abonnenten. Aus dem Kassenbericht von Henrich-Darmstadt geht hervor, daß das Weiterbestehen des Sekretariats für das nächste Jahr gesichert ist. — Mit B^zug auf den Parteitag der Freisinnigen Volkspartei in Berlin wird von Reh-Alsfeld, Dr. Gutfleisch-Gießen und Christ-Mainz ein Anschluß an dre Freisinnige Volkspartei vorgeschlagen. Hierfür war in der Versammlung ans praktischen Gründen wenig Neigung und sprachen sich in längeren Ausführungen Elösser-Darmstadt, Flegler-Bensheim, Henrich-Darmstadt und Damm-Friedberg dagegen aus. Ein Antrag des Dr. Reis-Mainz sand Annahme, „daß der Landesverband es nicht für angängig hält, sich irgend einer der freisinnigen Organisationen fraktionell anzuschließen, es bleibt vielmehr den einzelnen Vereinen ihre Stellungnahme überlassen." — Der Landesparteitag soll im Herbst 1908 abgehalten werden, dem eine Tagung des Ausschusses im März 1908 vorangehen soll. Den Ort der Tagung ollen die geschäftsführenden Mitglieder bestimmen. — Nach Abwickelung der Tagesordnung blieb die Mehrzahl der Delegierten bei einem gemeinsamen Mahl noch zusammen. Zweiter deutscher Aröeiterkong.eß. (Unberechtigter Raddruck verboten.) S. u. H. Berlin, 20. Okt. In den „Gennaniasälen" trat heute unter außerordentlich starker ^Beteiligung der zweite deutsche Arbeiterkongreß zusammen. Es waren nrehr als 300 Delegierte aus allen Teilen des Reiches erschienen, die etiva 1200 000 christlich-nationale Arbeiter vertraten. Auch Vertreterinnen von christlich-nationalen F-rauen- vereiicen waren anwesend. Die Reichsregierung war durch den Staatssekretär des Reichsamts int Innern von Bethmann-Holl- weg vertreten, die preußische Regierung durch den Handelsminister Delbrück. Reichstagsabg. Behrens eröffnete den Kongreß und hieß die Vertreter der Staatsregierung willkommen. Darauf ergriff, rmt Händeklatschen lebhaft begrüßt, der Staatssekretär des Reichsamts 1x5 Innern von Dethmann- Hollweg das Wort. Er führte aus: M. H. Seitdem Sie den ersten großen Kongreß in Frankfurt a. M. veranstaltet haben, sind vier Jahre ins Land gegangen. In der Zwischenzeit hat das Streben nach koiporativer Zusammenschließung weiter stark zugenommen, bei den Arbeitgebern sowohl, wie bei den Arbeitnehmern, und auch bei Ihnen sind die Zahlen Ihrer Mitglieder ganz bedeutend gewachsen. Ich freue mich dieser Ihrer Erstarkung aufrichtig. Sie selbst Heber die Russensiedlungen am Mernberg in Deutsch-Ostafrika hatte die „Tagt. Runojchau" dieser Tage eine aus dem Juli stammende Mitteilung der „Usumbara-Post" wiedergegeben, worin es hieß, die ansässig gemachten Russen seien in Moschi und in Aruscha vorstellig geworden mit der Bitte, man möge sie doch wieder nach Europa zurücksenden. Im Anschluß an diese Mitteilung hatte das genannte Blatt die Frage aufgeworfen, ob der wirtschaftliche Wert und Erfolg des Siedlungsexperiments einigermaßen im richtigen Verhältnis zu den Kosten stehe, und den Wunsch nach Veröffentlichung der Bilanz des Unternehmens ausgesprochen. Hierauf antwortet jetzt der Vorsitzende des „Deutsch-Ostafrikanischen Besiedlungskomitees der Deutschen Kolonialgesellschaft", Admiral Strauch, mit folgender Erklärung: „Nachdem auch in der diesjährigen Sitzung des Vorstandes der deutschen Kolonialgesellschast zu Worms die Angriffe einer ostafrikanischen Zeitung und der „Täglichen Rundschau" auf das deutsch-ostafritänische Besiediuugs- komitee der deutschen Kolonialgesellschast in das richtige Licht gerückt worden sind, ist in der „Täglichen Rundschau" (Abendausgabe vom 16. Oktober Nr. 486) wiederum ein Angriff auf das Besieülungskomitee (auf Grund eines Artikels einer ostasrikcmischen Zeitung) gemacht worden. Das Besiedlungskomitee erklärt demgegenüber: Das Komitee ist nicht gewillt, auf Zeitungsangriffe seine Tätigkeit betreffend, zu antworten, es wird lediglich der zuständigen Stelle Rechenschaft ablegen, wie es zuletzt in Worms geschehen ist. Im übrigen wird das Komitee, unbeirrt durch alle solche Angriffe, fein Ziel Schritt für Schritt weiter verfolgen. Ten Herren Mitgliedern der Deutschen Kolonialgesellschast zur Nachricht: Die Ansiedler von Meru haben eine vorzügliche Weizenernte gehabt — das ist betreffs Landbaues vorläufig die Hauptsache für sie — sie haben auch guten Nebenverdienst gefunden und sind erfreut, am Meru angesiedelt zu sein. Nach einer 17 Tage alten Nachricht befanden sich die Ansiedler im besten Wohlsein. ...... EiMes Blatt 1S7. Jahrgang Montag 21. Oktober 1907 außer Sonntag». A «ezugsprei», ) em Gießener Anzeiger ▼ monatlich 75 P^mertel- I erden im Wechsel mit M AA 15 m AA A A A A a A A jährlich Mk. 2L0; durch rdsbiatt für den Kreis W M ■ H Br ■ ML Zeilenpret,: lokal IbPst jrhen. Fernsprech-An- U M ” ™ V « V M ^F auswärts 20 Pfennig. Redaktion 113 KiF GM V-ran.wörtlich WL General-Anzeiger für Oberhessen it btt Lagesnummer » > » . . V " u. Land' und.Sertchts- .«oormittags 10 Uhr. notaNombruS und Verlag der Vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steindruckereia v. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schttlstratze r. ^Ozetgenleü^Äck Die heutige Dummer nmfatzt IO Seiten. politische Wochenschau. Gießen, 21. Oktober. In diesen Tagen kehrt der Reichskanzler von i, mem mehrmonatigen Erholungsurlaub zur Stätte seiner ärksamkeit zurück; freilich haben auch während dieser l genannten Ruhepause die Geschäfte nicht geschwiegen, j nn eine so große und wichtige Maschinerie kann an^ - sichts ihrer Kompliziertheit nicht gänzlich ohne Ober- itung sein, und so mußte denn Fürst Bülow auch in orderney und Kleinflottbek einen großen Teil des Tages j tuen Dienstobliegenheiten widmen, diesmal sogar noch el mehr als sonst. Man weiß, daß der Kanzler Geselligkeit [j ’bt und daß zahlreiche Gäste auch im sommerlichen ) usenthaltsort bei ihm aus- und eingehen; in diesem t ahre handelte es sich dabei aber um eine ganz beträchtliche .eihe von Besuchen, die nicht privater Natur waren, son- । m politische Bedeutung hatten. Der Gang der inneren he der äußeren Politik erheischt es, daß der Kanzler > ine Wissenschaft nicht lediglich aus den ihm vorliegenden ] epescheu schöpfte, sondern persönliche Besprechungen j sienen dringend am Platze. So hatte denn Fürst Bülow i ne Reihe von Konferenzen mit deutschen Diplomaten, die !" in eingehend Bericht zu erstatten hatten, aber auch die isländische Diplomatie fehlte nicht und neben dem rumä- fcheu Minister Sturdza war es vor allem der Berliner \ anzöfische Botschafter Cambon, der dem Fürsten B.ülow 1 dkorderney einen aufsehenerregenden Besuch abstattete. ! on nicht minderer Bedeutung waren aber auch eine Reihe ' in Besuchen, die ihre Gründe auf imierpolitischem Gebiete Htten: die zahlreichen Besprechungen mit Führern der ! icckparteien, wobei selbst die kleinsten Fraktionen Berück- j d)tigung fanden und auch Politiker herangezogen wurden, » e dem Parlament nicht angehören, aber in der Publizistik i ne einflußreiche Rolle spielen. Bülow hatte die schwere ' ufgabe zu bewältigen, die Herren für seine weitere Politik >:neigt zu machen, bei den weitdifferierenden Anschauungen | ?r betreffenden Parteien wahrlich ein hartes Stück Arbeit. Zie man sagt, soll ihm dies auch gelungen sein, und dafür >richt vielleicht auch der ^Verlauf der Parteitage der Linken, o man sich wenn auch nicht allzu begeistert für das esthalten am Block entschied. Trotz alledem hat der eichskanzler keinen Grund, allzu rosig in die Zukunft zu icken, denn die Situation ist zweifellos ernst und un- \ eher, und es muß abgewartet werden, ob die Dinge auch ' irklich in den Parlamenten so lausen werden, wie man I > o.ii| Seiten der Regierung und des Blocks erhofft. ! inc Reihe zugesagter Gesetzesvorlagen sind allerdings schon ' Bundesrate überwiesen worden, um sie dem in Monats- । ist zusammentretenden Reichstage vorzulegen, aber einige •erben nicht so leicht unter Dach und Fach gebracht werden 1 innen, es wird nicht an lebhaften Auseinandersetzungen ! chlen, die leicht zu einem unerwünschten Resultat, führen j hinten. Dann vor allem steht, fast wie ein Schreck- espenst, dem Fürsten Bülow die Frage der preußischen iöahlresorm gegenüber, die mit Ungestüm von der Linken . esordert wird. Gerade diese Frage kann ausschlaggebend । uch für die Reichspolitik iuerben, da es leicht dahin kommen jnnte, daß ein großer Teil der Linken sich aus Unlust 6er das der Reichspolitik wenig entsprechende Verhalten I iülows als preußischer Ministerpräfideut absplittern würde. ! ürst Bülow wird um so eher an fein Werk herantreten .innen, da andere Staaten, eben erst Sachsen, voran- । egangen sind. Ein ideales Wahlrecht, das allen Wünschen Entspricht, wird sich ja niemals schaffen lassen, aber wenn । ie Vorlage weit hinter berechtigten Wünschen zurückbleiben hllte, wäre eine schwere K'risis unvermeidbar. Wie die ! trage zu lösen sein wird, das ist die schwere Ausgabe, 1 ie jetzt an den Fürsten Bülow nach seiner Rückkehr I erantritt. Eine zweite kaum minder schwierige Frage ist die Ost- ! narkenpolitik. Man weiß, daß die linksstehenden Parteien in dieser Frage den Absichten Bülows ziemlich feindlich ^egenilberstehen, und es ist zu befürchten, daß das wiederum ! licht ohne Einfluß auf die Blockpolitik des Reichstages • leiben wird. Die Polenvorlage, lvie sie auch gestaltet ein mag, wird indessen ohne Zweifel die genügende Majo- ität im preußischen Abgeordnetenhause finden. Darüber nachen sich auch die Polen selbst schon keine Illusionen, >nd so versucht man denn neuerdings auf polnischer Seite I ine Aenderung der Taktik. Mau zeigt sich Plötzkich zu I iner Verständigung mit den Deutschen bereit. Erst dieser kage ist in Posen eine Broschüre erschienen, die weniger 1 )urdi ihren Inhalt bemerkenswert erscheint als durch den 1 Kon, in dem sie gehalten ist,, und durch ihre Tendenz, ben Friedensschluß zwischen Deutsch en und Bolen vorzubereiten und eine Annäherung zwifchen beiden Nationalitäten anzubahnem Schon ihr Titel zeigt den Standpunkt des polnischen Verfassers S. von Turno,_ ich mit den gegebenen Berhältmssen absmdet und seme Schrist „Zum Enteignungsproiekd als „offenes Wort in es preußischen Staatsbürgers polnischer Nationalität" bezeichnet. Während der erste Ter der öroschi'lre sich mit der geplanten Enteignung beschäftigt, die Beide Gebäude, die mit Ernte- Sitzung des Provinzial-Äusschusses. Als Gesuch schon Jahre lang gehegten Wunsch vom 1. Oktober d. I. gewährt. An die Nebenbahn Hungen—Mücke schließt sich in Station Billingen ein Zuführungsgleise nach der chemischen Fabrik Friedrichshütte. Schon vor einem Jahrzehnt baute man in Nähe unseres Ortes ein Stationshaus, das späterhin jedoch nur zur Güterabfertigung benutzt wurde. Die Gesuche um Eröffnung eines Personenverkehrs blieben ungehört bis jetzt, da endlich die erfreuliche Nachricht eintrifft, daß auf der Strecke Hungen —Billingen — Ruppertsburg täglich zwei Persvnenzüge Verkehren, der erste geht morgens nach 6 Uhr hinter dem Frühzug nach Mücke her und fährt um 8i/2 Uhr zurück. Der zweite fährt mittags um 3 Uhr in Hungen ab und fährt um 5 Uhr nachmittags wieder nach Hungen zurück. Hoffentlich wird das Entgegenkommen der Direktion durch eifrige Benutzung der Züge gelohnt. O Ruppertsburg, 20. Okt. Die neue Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. hat der hiesigen Gemeinde einen Die zweite Sache, Gesuch des Georg Friedrich Rühl von O t t e r b a ch um Erlaubnis zum Betrieb einer Schank- wirtschaft wurde aus Antrag des Vertreters des Gesuch stellers vertagt. Zum Schluß wurde über das Gesuch des Philipp Krei. l i n g XI. von W i e s e ck, der im Hause' Gießener Straße Nr. 141 eine Gastwirtschaft betreiben will, verhandelt Das Gesuch war vom Gemeinderat von Wieseck im Hinblic auf die bauliche Entwicklung des fraglichen Ortsteils bc< sürwortet worden, während der Kreisausschuß des Kreise Gießen ein Bedürfnis für nicht vorliegend erachtete und deshalb das Gesuch ablehnte. Gegen diese Entscheidung legte der Gesuchsteller Rekurs an den Provinzialausschn- ein, der mit Rücksicht darauf, daß sich Wieseck stetig um zwar in der Richtung nach Gießen zu vergrößert, dein Gesuche heute stattgab. Gießen, 19. Okt erster Gegenstand der Tagesordnung stand das des Johann Bernstein zu Schlitz um (h- laubnis zum Kleinhandel mit Branntwein iur Verhandlung. Der Gemeinderat von Schlitz hatte das & such nicht befürwortet, da in der Straße, in der der Handel betrieben werden soll, bereits sieben derartige Verkaufsstellen vorhanden seien und deren Vermehrung mögliche zu vermeiden sei. Der Kreisausschuß des Kreises Lauten bach schloß sich dem an, indem er die nachgesuchte Kvn- Zession versagte. Auch der gegen dessen Entscheidung Cn den Provinzialausschuß verfolgte Rekurs war ohne Erfoft da dieser ein Bedürfnis ebenfalls nicht anzuerkennen vermochte. R. B. D a r m st a d t, 20. Okt. In der Nähe der Station Rosenhöhe hat sich heute nachmittag 31/4 Uhr ein furchtbares Unglück auf dem Bahnkörper der Odenwaldbahn ereignet. Der Weichensteller Jakob Spalt aus Roßdorf wollte dem von Groß-Zimmern kommenden Zug ausweichen, als der Zug aus dem Odenwald herankam und den Unglücklichen überfuhr. Die Räder gingen ihm über beide Beine und den Kopf und schnitten ihm vollständig die Schüdeldecke ab, so daß die Hirnmasse hervorquoll und nach wenigen Sekunden der Tod eintrat. Der Verunglückte stand im 35. Lebensjahre und hinterläßt eine Frau und fünf unversorgte Kinder. -a- Kinzenbach, 21. Okt. Unter großer Beteiligung von nah und fern wurde am gestrigen Sonntage unsere n e u e S ch u l e ihrer Bestimmung übergeben. Dazu waren u. a. erschienen Bürgermeister Braun-Krofdorf, Kreisbaumeister Witte-Wetzlar, Kreisschulinspektor Geibel-Duten- hofen, Pfarrer Knieper-Krofdorf, sowie viele Lehrer der Umgegend. Die meisten Häuser trugen prächtiges Festgewand. Der Festakt begann um 21/4 Uhr an der alten Schule, woselbst die geladenen Gäste, der Gemeinde- und Kirchenvorstand und der Gesangverein Aufstellung ge-r nominell hatten. Der Kirchenchor leitete die Feier ein mit dem Liede „Danket dem Herrn", worauf Lehrer Schlierbach in kurzen Worten von der alten Schule Abschied nahm. Er ging aus die Geschichte des uralten Hauses ein und gedachte besonders der Männer, die an dieser Stätte un Dienste der Schule gestanden haben. Nach dem Gesang „ . , , u-dtkirche selbst anschloh. Bei einem Gang durch das Innere oer Kirche und einem ebensolchen um dieselbe wurden die nöligen Erläuterungen zu diesem Vortrage gegeben, denen die etwa 60 Zuhörer mit großem Interesse folgten. Nachdem man noch das Roma n i sch e Haus am UntermarK, das als das frühere Rathaus Gelnhausens angesehen wird, und das als solches eines der ältesten Deutschlands ist, von außen kurz besichtigt hatte, ging es zur B a r L a r 0 s s a b u r g auf der Kinziginsel, dem Juwel oer romanjschnr ; aukunst. An der Hand eines Planes wurde hier zunächst die Anlage der Burg gezeigt, woran sich dann die Besichtigung der einzelnen Teile mit Erklärungen über Entstehung, Einrichtung, Zweck u. dgl. anreihte. Der „Hessische Hof" forgte sodann iür die leibliche Erfrischung der Ausflügler, dis man um 9 Uhr abends die Heimfahrt antrat. „Unfern Ausgang segne Gott" setzte sich unter Glocken geläute der Festzug in Bewegung nach der in der Bab>, Hofstraße gelegenen neuen Schule. Der weite Schulz' der das stattliche Gebäude umschließt, war bald von eine dichten Menschenmenge angefüllt. Hier trug der Gesang verein ein Loblied vor. Ter Ortspfarrer hielt von bc-J schmucken Portal aus die Weiherede. Sodann erfolgte d Schlüsselübergabe, wobei Bürgermeister Braun die deutung des über der Eingangspforte stehenden Spruche' „Gott zur Ehr, der Jugend zur Lehr!" darlegte Die Psix." öffnete sich und die Menschenmenge strömte hinein in bi' weiten Hellen Schulsäle. Kinzenbach darf stolz sein Q11- sein schönes Schulhaus. A Weilburg, 20. Okt. Im Felscnkeller hier fanb heute eine Lokalausstellung des Kaninchenvereins „Weil" statt. Dieselbe war gut beschickt besucht. Es erhielten Ehrenpreise: Karl Eckhardt-Laimbach Georg Pfeiffer-Weilburg und Jakob Becker-Edelsberg; erste Preise: Hermann Nickel und Ernst Eschenbrenner-Efser--. Hausen, Karl Eckhardt-Laimbach; zweite Preise: Qkot' Pfeiffer-Weilburg, Hermann Nickel und Ernst Esches brenner-Essershausen; dritte Preise: Jakob Becker-Edesi berg, Georg Pfeiffer-Weilburg, Albert Schmidt-Laimbach und Otto Lehwalter-Laimbach. Als Preisrichter fungierte Th. Viehmann-Mnzenbach. Vermischte». * Bierstreik in München. Infolge einer ministk-t nellen Erklärung in der bayerischen Abgeordnetenkammer, daß zur Erhöhung des Bierpceises, die die Münchener Brau haben eintreten lassen, kein Grund vorliege, hat der Münchener Bierstreik eine kolossale Ausdehnung gewonnen. Innerhalb zweier Tage haben sich mehr als 60000 Personen verpflichtet, fein Bier zu trinken. Dazu kommen noch sämtliche Gewerkschaften und die Sozialdemokraten, b;e vom Dienstag ab den Bierboykott gegen die Münchener Bier- brauet verhängen. * Die Gräfin Zamojska aus Warschau, von du gemeldet wurde, daß sie wahrscheinlich in einem Eisenbahnzuge ermordet worden sei — war doch bereits der Heizer des Zugc-, in welchen, sich die Gräfin befunden hat, unter dem Verdacht der Ermordung verhaftet worden — ift zu ihrer Familie zurückgekehrt. Die Dame scheint an Verfolgungswahn zu leiden. Sie soll dem Eisenbahnzug entstiegen und auf em benachbartes Gut geflohen sein. Wahrscheinlich hat die ganze Angelegenheit einen romantischen Hintergrund. Andererseits wird dagegen der stille häusliche Charakter der Gräfin her- vorgehoben, der eine Simulation zu romantischen Zwecken wenig glaubwürdig erscheinen läßt. Die Gräfin gehört übrigens einem fluchbeladenem Stamme an, dessen Geschichte polnischen Dichtem oft als Thema zu dramatischen Schöpfungen gedient hat. Bevor man wußte, daß die Gräfin bei ihm Familie lebt, kam vom Petersburger Hofe auf Veranlassung des Zaren eine Anfrage, wie weit die Nachforschungen naci ihrem Verbleib gediehen sind. * Von Herb st Unwettern. Immer noch laufen ow allen Tellen der englischen Küste Nachrichten ein übe: Unfälle, die durch Sturnr verursacht worden sind. Zahlreich Boote sind gekentert, andere überfällig. — lieber die Wette: katastrophe, die das Herzogtum Krain, wie bereits gemeldei heimgesucht hat, werden noch folgende Einzelheiten gemeldet Das Laibacher Moor steht unter Wasser. Die Feistritz im Bc zirke Stein ist zu einem brausenden Strom geworden, de dre Brücken und Wasserwerke zerstört und die Wasserleitung rohre weggerrssen hat, so daß die Stadt Stein derzeit ohn Leitungswasser ist. Der Verkehr auf der Lokalbahn Laibach Stein ist bis auf weiteres unterbrochen. Tie Savebrücke bt Dazen ift zerstört. Im Bezirke Leitschn wurden zwei Gen Därmen durch Blitzschlag schwer verletzt. Es regne wrt. — Aus Südtir 0 l wird gemeldet: Infolge unaushör lieben Regens frißt das Hochwasser bei Neumarkt und Sallw die Etschdämme durch. Die Sarntalerstraße ist durch die Tatst auf größere Strecken zerstört und für den Wagenverkehr g< sperrt. In Wangen ist ein Haus eingestürzt, auf der liebe, etldjer Bahn bei Kaltem fanden Erdabrutschnngen statt. D Zugverkehr ist teilweise unterbrochen; bei Burgstatt ist b- Rerchstraße überschwemmt, bei Roneogno sind die Gleise d< Valsuganabahn untermuhrt, bei Prinwer sind mehrere Brücke sortgerrssen. — Durch das außerordentliche Steigen des Tie in wurde ein Tammbruch veranlaßt und die Vorstadt von P a v, überschwemmt. Tie ital. Behörden treffen Maßregeln zur Hill Ern furchtbarer Sturm wütete ferner in der Gegend u den Aetna, wobei schwere Regengüsse vermischt mit Hagi medergingen. In den Weinbergen und in den Obstplautag« wurde schwerer Schaden angerichtet. Tie Stadt Catanien ist ( mehreren Stellen überschwemmt. — Auch aus der spanisch« Provinz Barcelona liegen Meldungen von neuen durch liebe schwemmungen ungerichteten Verwüstungen vor, namentlich ai .(^zirk Sabadell). Fast alle Züge haben in Spaui mehrstündige Verspätungen. Als König Alfons im Aut Mitten ntit verständlichem Stolz aus di- Vergrößerung Ihrer Ve- 1 aus geführt hakte, kam er am verflossenen Samstag auch deutung und Ihrer Macht. (Beifall.) Aber auch hier gilt der Satz, hierher und legte einen Kaufmann herein. Der Betrüger daß je ^^ere Macht einer ^t, 1^0 höher serne Veranttvort- etlpa 28 Jahre alt, mittelgroß, schwarz, ziemlich gut lijtett fteigt. Gewitz ist es natürlich und voll berechtigt, daß Ar- ' redegewandt beiter, die sich zu Vereinigungen zusammentun, well der einzelne getieivet uno reoegewanot. wirtsc^ftlichen Getriebe unserer Zeit schwerer, .zu 1 einem x Burkhardsfelden, 20. Okt. Der an der SRedjte kommt als die geschossene Vereinigung — gewiß sage ich, Straße nach Hattenrod gelegene Bauplatz des Heinrich ist es natürlich und berechtigt, daß solche Ar^iteroereinigungeil y. hier ging in den Besitz des Schreiners Ludwig «ff «•‘Jff* «ff daß sie mit allen Mitteln die wirtschaftliche, soziale und sittliche Wohnhaus nebst Schreinerei zu errichten, da hier ^etzt kein Wohlfahrt des Arbellerftandes zu heben suchen. Das ist nicht Schreiner ansässig ist. Mr Mr Recht, daÄ ist Ihre Pflicht. Abe« «icmerdxn mir auch m x Saasen, 20. Okt. Hier hat sich ein Konsum- ÄÄ.’ÄÄM"S « .«= i« «HM. d-» b-«- 30 «Md-- -», wir erlangt haben, zum Nachteil anderer auszunutzen. Die ganze gehören. Direktor ist Maurermeister und Gastwirt Wilh. Meuschheits- und die ganze Weltgeschichte ift ein einiges Zeugnis Schepp, Lagerhalter Heinrich Wagner. davon und auch die Koalitionen, die sich auf wrrtichaftlEem B le i ch e n b a ch, 20. Okt. Kurz vor Beginn des biete gebildet haben, und dreier Gefahr unterworfen. (>seyr rrcy- .. -> v Y , . Y < tig) Ich brauche «sie, die Sü die Kämpfe, die Mte und Sorgen Vormittagsgottesdienstes brach an einer hochgelegenen des täglichen, häufig so mitleidslosen Lebens ganz.unmittelbar Stelle des Ortes in der Sch eu e r des Wagners Dönges fühlen, nicht an Einzelheiten zu erinnern. Sie wissen selbst äm Feuer aus. In 10 Minuten stand auch schon eine Nachbesten, wie Terrorismus — von welcher ^erte er auch wmmen , . cw möge — nicht nur den nwralischen Halt des Menfchen vernichtet, ./ oc-xu t. u ■ « - sondern auch ganz« wirtschaftliche Existenzen zu zertrümmern ge- vorraten gefüllt waren, brannten ut kurzer Zett nreder. eignet ift. Die Waffen des rüch'ichtslosesten Zwanges mögen sich Mit Mühe rettete die Feuerwehr das Wohnhaus und nahedarbieten, wenn es gilt, einen Feind, ellren Todfeind niEer- stehende Scheuern. Von den Nachbarorten erschienen bald zururgen, zu ^löer liegt W wg i” • Sj*? pie Wehren von Ortenberg, Selters, Stockheim usw. Ohne hm, die sozialdemokrati che Bewegung meint es. > was sich ihr nicht anschließt, alles, was ihrem Begehren Nicht zu diese Hilfe waren wohl dem Feuer noch sechs 5)ofreiten Willen ist, beseitigen unö Niederkämpfen, uu^ dann diktatorisch zum Opfer gefallen, da die Brandstelle, ein sehr alter ihre neue Ordnung der Dinge aufzurichten, ^ie, meine sperren, r^tgteil, enge Höfe und Gassen hat. Keiner der Abae- befinden sich denigegenüber unzweifelhast m einer l^nierigen ist versilbert ^ie Mosserleitiinkr mit ibr^ Lage. Es ift so viel leichter Unzuftiedenheit, Haß und Neid su vratinten ^st versichert. 7^0 'Wasterleitung mit ihren HY- erregen, so viel leichter die Massen mit sich fortzureißen, wenn dränten bewahrte sich vortrefflich. Die Einwohner können man ihnen Vorhalt: alle anderen Stände und Berusskreife sind von Glück sagen — bei Nachtzeit und Wind wäre zur Zeit im Unrecht, die Unternehiner sind die geschworenen ^odfernde des Brandes das Dorf von einem großen Brandunalück Arbellers, die staatliche Ordnung, die dem Einzelnen ja aud) r.pfrnffpn hinrhpn b drückend fühlbar werden kann, tut nichts, als den Arbeiter ent- ve troff en woroen. achten und vergewaltigen. Sie, meine Herren, wollen mit an- -r. Büdingen, 20. Okt. Am 18. Oktober nachmittags deren Mitteln arbeiten, Sie wollen, wie einer der Ihrigen es bei gegen 4 Uhr brach in der Ho fr eite des Heinrich Adam der Eröffnung des Hranfturter Kongressesausgedrückt hat, daß Eteyensteuber Witwe zu Düdelsheim in einem Nebenunter den deutschen Arberrern wieder die vier Grundpfeiler uuM ' ' , ' ... < , , gerichtet werden, die ihre glückliche Zukunft sichern, Fleiß, Gottes- I^bande, vermutlich durch Funkenentzundung durch eine furcht, Nüchternheit und ZuftiedenK-it. Das mag eine weniger Dreschmaschine, ein Schadenfeuer aus. Rasche Hilfe zugkräftige Parole sein als jene andere, und in den Kämpfen des beseitigte die drohende Gefahr. — In der Zeit vom 2., 3. wohf^ dic^ Verfuchuwg'E^ °b Stt Xid? Kn anderen! 4: ^vember findet hier int Balentinschen Saale eine nachmachen, hinter ihnen nicht zurückstehen sollen in dem Um- v n t n ch e n a u s st e l l u n g, veranstaltet vom Lokal-K>a- fange der Forderungen und in der Rücksichtslosigkeit ihrer Ver- ninchenzuchtverein Büdingen unter dem Protektorate Sr. tretung. Ich würde es, meine Herren, für ein schweres Verhängnis Durchlaucht des Fürsten Wolfgang in Büdingen statt. Zur halten, wenn ^ie dieser Versuchung erlagen. Es handelt sich wusstelluna aelanaen rirka 150 Tiere nicht darum (ich brauckje wieder Worte, die auf dem Frankfurter Ausstellung gelangen zrrta 1DU Tiere. Ängreß gespwchen worden sind), daß sich die Ihrem Programm . oem Krei se Budingen , 20. Ort. Am folgende Arbeiterschaft als Sturmbock gegen die Sozialdemokratie! gestrigen Samstag unternahm bei herrlichstem Herbstwetter brailchen lassen solle, auch nicht darum, daß Sie eine schwächliche der Bezirks -Le hr er v er ein Büdingen, dem sich noch gegen)eitig zu verstehen, ehrlicher Wille, die berechtigten For- verschiedene auswärtige Herren sowie die Damen der Haus- Pelz, aber mach mich nicht naß". Nein, meine Herren, es han- Haltungsschule zu Lindheim angeschlossen hatten, einen xlt )ich darum, daß Sie unter Festhalten am Vater lande, an der Ä u s f l u g nach der herrlich gelegenen alten Kaiserstadt Treue zu Kaiser und Reich und an der von den Vatern über- Gelnbau len um unter %nFirnnrr hpa ^rnfpifnra kommenen Reliaion für die Verbesserung der sozialen Lage der L^n y au s en um. unter ter ^ntjrung öe3 Professors Arbeiter entschLssen, aber gemeinsam mit den anderen Gliedern und Prwatdozenten^Lie. Glaue-Gießen die unseres deutschen Volkes zusammenarbeiten wollen, daß Sie dieses I ^v^^stbn Baudennnaier dieser Stadt zu besichtigen. Zu- Programm immer fester ausgestalten und bei ihm ausharren, un- nächst ging es^ zur altehrwürdigen Stadtkirche, die als bekümmert um die Werbungen und Verlockungen von links her. eines der großartigsten Dentnialer aus der Uebergangszeit Und m. H. glauben Sie nicht, daß Ihre Arbeit und Ihre Ms- gilt. Hier hielt Privatdozent Lie. G l a u e einen etwa gaben an Größe und Bedeutung verlieren, wenn Sie auch bei ent- iMtündigen Vortrag über: „Die Entwickelung des Kirchen- «chrcdcnstcr Brtonung ,der eigenen Interessen doch immer desscn bamvesens in Deutschland", dem sich dann ein tteberblick bl-rben, datz em zeder -stand, und ^shall, auch d« über die Bangeschichte der ' ' '..... " Arbeiterstand, nur em Glied des gemeinsamen Volkskörpers ift, * • — J 1 7 - - daß nicht die Ausschaltung aller anderen Interessen, sondern der billige Ausgleich einander entgegenstehender In ter es) en das Ziel ist. Im Gegenteil. Ich wüßte kaum eiire größere Ausgabe der Gegernvart als diejenige, die mächtige Arbeiterbewegung unserer Tage e isin zuordnen in die bestehende Gesellschaft (Beifall). Wenn Sie sich dieser Ausgabe hingeben, dann sorgen Sie nicht nur für Ihr wirtschaftliches Gedeihen, für Ihre steigende Teilnahme an den Errungeiischasten der Kultur, am politischen Leben, sondern dann leisten oie dem Vaterlande, dessen Kinder wir doch alle sind, den größten Dienst. Die Art unserer zukünftigen Entwickelung wird davon abhängen, ob die deutsche Ar- bellerschaft gewillt ist, auf diesen Boden zu treten. Denken Sie dabei, meine Herren, an den Geiste in dem unsere, in dem Ihre Jugend, die zukünftigen Träger unseres wirtschaftlichen und staatlichen Lebens^aufwachsen sollen. Und nun werden Sie mir einwerfen, daß Sie diese Aufgabe nur lösen können, wenn Sie auf Gegenseitigkeit rechnen dürfen. Gewiß, meine Herren, Gegen- fatigfeit aus beiden, auf allen Seiten. Ehrlicher Wille, sich dernngen des anderen anznerkemten, ehrlicher Wille, die eigenen Wünsche dem großen Ganzen anzupassen, — nur irenn solcher Wille bei der Arbeiterschaft und beim Unternehmertum in gleicher Weise lebt und sich betätigt, nur dann kann die Arbell von Erfolg sein urü>. ich Mge ein Drittes hinzu, die Arbeit wurde trotzdem vergeblich bleiben, wenn nicht auch hie Staatsgewalt solchen efa>! lidjen Willen, wo immer er vorhanden ift, tatkräftig unterstützt I alles aber, was ihm zuwider handelt, mit Entschiedenheit bekämpft. (Zustimmung.) (Schluß der Rede folgt morgen.) Ans Stadt und Land. Gießen, 21. Okt. 1907. ” Eine Sitzung des Provinzialausschufses findet Samstag, 26. ds. Mts, nachmittags 31/, Uhr, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Berufung der Firma Pass avant u. Sohn zu Frankfurt a. M. gegen die Veranlagung zur Gewerbesteuer in der Sta dt G ieß en. 2. Reims des Wilhelm Gasche zu Musch en heim gegen einen Polizeibefehl Großh. Kreisamts Gießen.' 3. Gesuch des Jos. Lang zu Ruhlkirchen um Genehmigung der bestehenden Stauhöhe des Wehrs an der Kellermühle. ** Ein Verein der nationalliberalen Jugend in Gießen. Im Laufe der letzten Woche wurde hier ein Verein der nationadiberaten Jugend gegründet, dem sofort zahlreiche Mitglieder aus den verschiedensten Kreisen beitraten. Derselbe bezweckt die politische Ausbildung feiner Mitglieder und wird zu diesem Zwecke regelmäßige Vortragsund Diskussionsabende abhalten. Der erste dieser Art findet nächsten Donnerstag abend im .Kaiserhos" statt, m welchem der Vorsitzende über den „Werdegang der national- liberalen Partei" sprechen wird. Für kommenden Winter sind auch größere öffentliche Versammlungen in Aussicht genommen. Wahrscheinlich wird bereits in allernächster Zeit Dr. Brunhuber-Köln über die „Pensionsversicherung der Pri oatangestellten" reden. Es liegt uns bereits em Aufruf des neuen Vereins vor. . ** Ein eigentümliches Betrugsfeld hat sich in letzter Zeit ein junger Unbekannter erkoren. Er bestellt ^öftere Fabriken oder Geschäfte erheb- An Unb daß er auch mrstandslos beauftragt sei, die er dann Wenn bann die bestellte War/dem^ t^en veräußert. w"d, stellt sich der Betrug heraus öugeschrckt - M----- mobil eine provisorische Brücke in der Nähe der Stadt Pons passierte, gab die Brücke nach unb der König stü r z tc ins Wasser, ohne indessen Schaden zu nehmen. — Schlimmere Nmlnichten liegen ans Portugal vor. Nachdem am Tiens- tag abend m Coimbra ein heftiges Erdbeben stattgefunden hatte, dem em furchtbarer Orkan gefolgt war, wodurch zahl- ienlh" Gebäude verstört und grobe Bäume entwurzelt wurden, luerd^'N jetzt niiv vielen portugiesischen Landesteilen verheerende und schlunnw llebersclnvemmnngen gemeldet. Tonnersatg strandete d^r englische Frachtdampfer ,,Eranada" vor Cascaos, t’in portugiesischer strandete an der Tejonründung, ein spanischer ging ebenfalls dort unter. Menschenleben sind nicht zu beklagen. 1 * Das Einkommen der Könige. Es ist durchaus Kim* lechte .lufgabe, das Einkoimncn der Regenten unserer 6rbc mit Siclierl eit zu bestimmen, vor allem wegen der vielen verschie- Quellen, aus denen ihr Einkommen flicht. Der reichste Fürst der Erde ist nach wie vor der Zar, wahrscheinlich sogar der reichste Fürst, der überhaupt je gelebt hat. Denn sein jährliches Gesarnt- cinkommen beläuft sich auf ungefähr! 1600 Millionen Mark; aber auch seine Ausgaben sind entsprechend groß, und wenn- er alle bic Siimuien angewiesen hat, die für seine rieseiihaften, hnndert- lauseudc von Quadratmeilen umfassenden Domänengüter nötig sind, so bleibt ihm.verhältnismäßig nicht mehr viel. König Eduard von England eurp angt jährlich 9 Vs Millionen Mark; aber nur etwas über ein,Viertel dieser^Summe findet den Weg in seine Privat- börie. Eine festgesetzte Summe wird regelmäßig verwandt für die Ausgabeii des königlichen Haushaltes, Pensionen, Gehälter, Be- lohuungeu, milde Zlvecke usw. Unser Kaiser erhält als deutscher Kaiser imd König von Preußen ungefähr 18 V2 Millionen Mark und hat ja außerdem auch einen bedeutenden Kronbesitz an Domänen aber auch in seinem Falle sind die Aiisgabcn, die auf ihm lasten, außerordentlich groß. Auch der Kaiser von Oester- re iä) bezieht als solcher lind als König von Ungarn eine doppelte Apanage, die sich zusammen auf 22 72 Millionen beläuft. Das Einkommen des Königs von Italien beträgt etwa 15 Millionen im Jahre, aber er muß von dieser Summe auch den Lebensunterhalt der Königin-Witwe, des Herzogs von Genua und der Kinder des Herzogs von Aosta bestreiten. König Alfons bezieht nicht viel mehr, als die Hälfte dieser Summe, kann sie dafür aber auch ganz für sich verwenden, da für die anderen Mitglieder des Königshauses eigene Beträge ausgesetzt sind. Leopold II. von Belgien verfügt jährlich nur über 3 Vs Millionen Mark, aber er hat bekanntlich einen _ sehr regen Geschäftssinn und alle Welt weiß, wie geschickt er sein Einkommen zu verbessern weiß. Das geringste Einkommen, das gegenwärtig ein Staat seinen: Ober- hauptc gewährt, ist wohl das des Präsidenten der Vereinigten Staaten, der nicht mehr als 250 000 Mk. an Gehalt im Jahre empfängt. * Was i st c i n F a tz k e ? Auf diese Frage gibt Franz Sand- voß-Weimar eine überraschende Antwort. Danach stammt das liebenswürdige, echt berlinisch anmutende Wort aus dem — Italienischen: Ein Facivetta ist ein Kerl, der civetta macht, d. h. ilyrc Rolle spielt. Die civetta aber ist das Käuzchen oder der Lockvogel (auch Spottvogcl), den man anbindet, um die Gimpel u. a. 311 locken. Civetta ist schon für Weiber kein Ehrentitel, denn cs meint die Kokette; aber ein ganz widerwärtiger Geselle ist der Mann, der ihr gleiche, der eitle Lasse ä, guatrc epinglcs, auf Deutsch der Zierbcngcl. Ein Fazvogel hieß es zurzeit des Hans Sachs. * G c n e r a l S u w 0 r 0 w. Letzten Montag ist in Otschakvw ein Denknml des berühmten russischen Generals Suworow enthüllt worden, dem man in Petersburg bereits auf dem Platz, der seinen Namen führt, ein höchst merkwürdiges Monument gesetzt hat. Suworotv war eine echt russische Natur, voll von Launen und Sonderbarkeiten. Er pflegte in seinem Zimmer splitternackt u m h c r z u g e b c n, unb zwar immer im Marschschritt. , In diesem Adamskostüm empfing er die Ordonnanzen und jeden Einzelbesuch auch der höheren Würdenträger. Er begab sich gcivöhnlich gegen sechs Uhr Abends zu Bett, wenn man sein lwhes Strohlager so bezeichnen darf. Um Mitter nacht begann sein „Tagewerk"; seine vier Kammerdiener hatten den strengen Befehl, ihn bei den Beinen vom Lager zu ziehen, wenu er um diese Zeit nicht aufstehen wollte. Punkt acht Uhr morgens fand bei ihm das Mittagsmahl statt, das stets für 15 Lid 20 Gedecke berechnet war, da er die Gäste sehr liebte. Er tvar überaus mäßig int Essen und Trinken. Für seine Gäste pflegte das Mahl sehr reichhaltig zu sein; er selbst aß nur seine FischoderKohlsuppe und ein Stück Braten. Sein erster Kammerdiener Proschki, der bei der Enthüllung des Standbildes des Generals in Petersburg in den Adelstand erhoben wurde und 1500 Rubel jährliche Pension auf Lebenszeit angewiesen erhielt, stand beim Speisen hinter seinem Stuhl und nahm ihm seiner Instruktion gemäß ohne weiteres Teller und Löffel weg, wenn es den Alten einmal gelüstete, von den Schüsseln seiner Gäste zu naschen. Haustiere litt er nicht um sich, aber er wußte mit unglaublicher Treue ihre NatuNantc nachzuachncu. Einmal gab er vor einer Schlacht mit den Türken bcu Befehl, aufzubrechcn, sobald der Hahn krähte. Alles schüttelte den Kopf, da weit und breit kein Hahn zu sehen war. Aber bei Tagesanbruch erhob sich mitten im Lager ein ganz ungeheuerliches Gekrähe; der Marschall stand auf einem Fcldstuhl und besorgte es selbst. * E i n e g u t e A n t w 0 r t. In Londoner literarischen Kreisen bildet ein amüsanter Briefwechsel zwischen zwei in ganz England bekannten Persönlichkeiten das Tagesgespräch. Ein Millionär und Börsenkönig empfand eines schönen Tages das Bedürfnis, am literarischen Firmament als Stern zu glänzen; da er ein Mann von raschen Entschlüssen ist, setzte er sich sofort hin und richtete an einen bekannten Autor nachstehende Epistel: „Sehr geehrter Herr! Ich möchte mich gern au der Schöpfung eine» dramatischen Werls beteiligen und meinen Namen mit dem Ihrigen verbinden. Möchten Sie nicht eine Komödie schreiben, für die ich als Mitarbeiter ein paar Zeilen zuschießen könnte? Ich würde alle Kosten tragen, um einen Teil vom Ruhme ab- zukriegeu." Der Autor sandte als Antwort folgendes Brieschen: „Geehrter Herr! Ich bedauere, Ihren bescheidenen Wunsch nicht erfüllen zu können. Mein Grundsatz war immer, daß man ein Pferd und einen Esel nicht zusammenspannei: soll." Darauf antwortete der ehrgeizige Millionär mit wendender Post: „Mein Herr! Ihren unverschämten Brief habe ich erhalten. Mit welchem Rechte wagen Sie mich als Pferd zu behandeln?" Es braucht wohl nicht erst gesagt zu werden, auf tvelcher Seite die Lacher waren! * E i n Haus aus Zucker. Ein Haus aus Zucker! Von derlei hat man bisher nur in dem Märchen von „Hänsel und Gretel" gelesen, aber in unserer Zeit wird auch diese Märchen- erfiildung zu nüchterner Wirklichkeit. Es ist ein amerikanischer Millionär und Zuckerkönig, der diesen Kindertraum verwirklicht und sich ein Haus ganz ans Zucker erbaut hat. Der Mann heißt Clair Sprccklcr und ist einer der größten und bekanntesten Zucker fobrikcml.cn in Amerika. Eines Tages glückte ihm die Erfmdung eines Verfahrens, durch das er seinen weißen Zucker - so hart wie Stein ninib in Wasser unauflöslich machen konnte. Was tat er nun? Er machte dem Präsidenten Roosevelt das Angebot, ihm ein Gartenhaus ganz und gar aus Zuckerblöcken dicht beim „Weißen Hause" in Waihington zu erbauen. Der Präsident lehnte aber dieses süße Geschenk mit Dank ab, und so beschloß Herr Elair Spreckler, sich selber einen Zuckerpalast zu erbauen. Und nun steht das Zuckerhaus, wie berichtet wird, fix und fertig da. Es hat zwei Stockwerke und ist sehr komfortabel möbliert. Der Besitzer hat beschlossen, jedes Jahr einige Monate darin zu wohnen. Die einzige Unbequemlichkeit, die mit dem Hause verbunden ist, besteht darin, daß man cs beständig bemachen muß. sollst kommen nämlich die genäschigen Neger bei Nacht herzu und ^otiuchen Zuckerstücke aus dem Hause ansznbrechen Allem gegen die Neger gibt es Wächter und Herr Spreckler schlaft unter ihrem Schutze ruhig jede Na» _ „ J- Kleine rageochronit. Sßc it demMonttljM ° b > l dss Prinzen Ei tek Friedrich wurde der SJJ( u ...ibuwö ianbfc in bet Nahe deS Bahnhofs Tiergarten d > ab erfahr en und zienilul) schwer am Ä>pfe und an d? Düfte verlebt. Der Prinz stieg sofort aus dem Wagen und bciraibtc sich um den Dlwlehten. den et. im Auto nach bec Unfallstation brachte. Hier wartete er im Operationszimmer bp bet Arzt die Wunden verbunben hatte. Dann fuhr er den, Monteur nach helfen Wohnung. DerReichskanzlcr hat im Einverständnis mit den Hinterbliebenen die Kosten der Beerdigung der bei dem An to m 0 b i l- uu falle getötete n Fran ^Lchipmann in Hamburg über" iwmnicn und eine Kranzspende gesendet. In Spornitz in Mecklenburg verletzte der Erbpächtersohn Rogemanu im streit seinen 20 jährigen Bruder tätlich unb verübte Selbstmord. Ein böses Mißgeschick ist dem (Grafen von Alpensleb e n - S t c n d a l und seiner Gemahlin, geb. Gräfin von Kal- ncm-Donman, auf der Hochzeitsreise zugestoßen Wie ein auf Schloß Domnau eingetroffencs Tclegrauim meldet, sind dem Paar auf der Rückreise von Nizza in Wiesbaden kostbare ch m u ck s a ch e n entwendet worden. Einer der Reisckoffer war durch Nachschlüssel geöffnet imd der größte Teil der Schmuck- fachen der Gräfin, Brillanten im Werte von 26 000 Mk gestohlen worden. Der Dieb hatte andere Schmucksachen, Türkisen, Perlen usw. unberührt gelassen. Am 19. Oktober fuhr ein von S t e t t i n abgegangener Güterzug auf einen im Bahnhof Tantow rangierenden Güterzug, wodurch die Maschine und mehrere Wagen des einfahrenden Zuges entgleisten. Der Heizer des Güterzuges wurde schwer verbrüht. Die Ursache des Unfalles ist auf Ueberfahren des Ein- fahrts-Signals, das infolge Nebels nicht gesehen wurde, znrück- zuführcn. Der in Osnabrück zweimal zum Tode verurteilte Mörder Tesnow wurde zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe begnadigt. In dem Nachtzuge P a r i s — B r ü s s e l ist ein Verbrechen begangen worden, das vorläufig noch nicht aufgeklärt ist. Als der Zug auf freier Strecke in der Nähe des belgisck)en Dorfes Geulp Halt machte, sah ein Aufseher, daß ein Fenster eines Abteils zweiter Klasse zerbrochen war, und die Vorhänge zerrissen im Winde flatterten. Auf den Trittbrettern fand man Blutspuren. Auf ibier ganzen Strecke jedoch war keine Spur von den Personen zu finden. Das Gerietst von Mons hat eine Untersuchung eingeleitet. Der Luftballon „Fernandez Duro", der in Paris vor einigen Tagen auffbieg, ohne daß bisher irgendwelck)e Nachricht über seine Landung vorliegt, gilt als verloren. Seine Opfer sind junge Männer, Scharf 28 Jahre alt, Warenkommissionär aus Hamburg, und Bethmann, Assoeis eines Wechsel Maklers aus Frankfurt a. M. In dem franz. Dorfe Belrupt tötete der 20jährige Emil Chartier seinen Vater, seinen Stiefbruder und eine D i e n st m a g d. Man fand die verkohlten Leichenteile im Backofen. Chartier gibt als Motiv an, daß er zu Hause stets wie ein dummer Junge behandelt worden sei. In Lüttich ereignete sich in der Universität gelegentlich des Bergbaucxamens ein aufregender Zwischenfall, infolge eines Streites ohrfeigte der Student Cousin den Professor der Chemie Krutwig, versetzte itym dann, als der Geschlagene erwidern wollte, einen wuchtigen Stockschlag über den Kopf und verletzte so den Professor sehr schwer. Wie aus U le a borg gemeldet wird, f enterte auf der dor- tigen Reede ein von einem Dampfer geschlepptes Segelboot, in welchem sich außer dem Besitzer des Bootes 24 Arbeiterinnen befanden. 20 Arbeiterinnen er trän ken. Vom 16. Juli bis 15. Oktober sind in verschiedenen Orten des russischen Reiches 8299 Cholerafälle festgestellt wor- den, von denen 6995 tätlich verliefen. (ßcricbtsfaaL Hannover, 19. Okt. In der Beleidigungsklage des Reichs- und Landtagsabgeordneten Renner Held, einem Nachspiel zum letzten Wahlkampf gegen den Redakteur Langwost-Hannover und den Kaufmann Dr. Krüger, früher in Hannover, jetzt in Gossensaß, wurden die beiden Angeklagten von der AnNage der Beleidigung freigesprochen. Sie hatten im Wahlkampfe dem Abgeordneten betrügerische Manipulationen im Geschäftsverkehr mit Torlinden, sowie Erpressung und Wucher zum Vorwurf gemacht. Held wurde im Widcrklagevcrfahren wegen Beleidigung der beiden Angeklagten in fünf Fällen zu .300 Mk. Geldstrafe oder .30 Tagen Gefängnis verurteilt; den Beleidigten wurde die Publikationsbefugnis für den „Hannoverschen Courier" erteilt. Ten Angeklagten wurde in vollem Maße der Schutz des Paragraphen 193 zugestanden. In dem Urteil stellt das Gericht fest, daß die Anschuldigungen gegen Held vollständig erwiesen waren; zweifelhaft sei nur der Fall des Wuchers, aber immerhin habe er auch hier in einer Weise gehandelt, durch die er sich einen Vorteil verschaffen wollte. Tie Beleidigungsklage gegen den Rechtsanwalt Bicn- hold-Hannover wurde von Held zurückgezogen und das Verfahren eingestellt. Posen, 19. Okt. Vor dem hiesigen Landgerichte fand heute die Verhandlung gegen den Reichstagsabgeordne- tenvonChrzanowski, Hauptmann von Rzepecki und weitere zehn Angeklagte wegen der am 22. Oktober 1905 im Parke von Miloslaw abgehaltenen Versammlung des Sokolvereins statt. (Vergehen gegen das Vereinsgesetz.) Es wurden verurteilt: von Chrzanowski und von Rzepecki wegen Vergehen und Uebertretung zu je 25 Mark, das Herrenhausmitglied von Kos- c i e l s k i zu 20 Mark und acht weitere Angeklagte zu Geldstrafen von 5 bis 20 Mark. Der Gastwirt Sezielkowski und Smielccki wurden freigesprochem Güstrow, 20. Okt. Tas hiesige Schwurgericht verurteilte den Schnitter Anton R e z m e r , der am 10. August ds. Js. die^Schnitterin Josefa Czhzezack durch Revolverschüsse ermordete, zum Tode. Aschaffenburg, 19. Okt. Tie Strafkammer verurteilte gestern den 44 Jahre alten Pfarrer Ignaz Weber von Tamm, zurzeit in Wenignmstatt, roegen Verbrechens gegen die Sittlichkeit nach Paragraph 176 Zifter 3 bei Zusammentreffen mit Paragraph 174 Z. 1 unter Annahme mildernder Umstünde zu einem Jahr Gefängnis. Wiesbaden, 18. Okt. Die Strafkammer hat den 14 Jahre alten Hausburschen Heinrich Lenz von hier, der beim Räuber- und Gendarmspiel zwei Kameraden mit dem Messer g e st 0 ch e n hatte, den einen so erheblich, daß er starb, zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Handel. Ueberspannung des Akzeptkredits. In dem Berliner Börsenwochenbericht der F. Z. sind die nachfolgenden Ausführungen über das Fallissement Haller, Söhle und Co. sehr beherzigenswert: Als spmptomatisch an dem Verfall des gen. Hauses fallen nicht sein Alter und Ansehen, nicht seine iudustrieellcn Verluste, sondern vor allem sein außerordentlich hoher Akzeptumlauf in die Augen. Es mag sein/daß es nach dem Tode des Seniors den Inhabern nicht rasch genug gelang, diese Verbindlichkeiten in ein besseres Verhältnis zu dem durch Erbteilung verringerten Betriebskapital der Firma zu bringen, aber auch vor diesem Todesfall sind, wie die jetzt bekannt werdenden Ziffern dartun, die Akzeptierungen weit über die Kraft des eigenen Kapitals hinausgegangeii. Diese Ueberspannung des Akzeptkredits scheint für viele Privatfirmen typisch und es ist bekannte Tatsache, daß gerade am Hamburger Platze, wo nicht b(od das Remboursgeschäft, sondern auck) der Finanzkredit tn Blüte steht, wegen der erhöhten Konkurrenz int Trassirungs- acschäft die Akzeptprovision sich besonders niedrig hält, daß sie weitaus nicht mehr ein ausreichendes Aequivalent für Risiko und Kreditabuutzung bietet Tie Aktienbanken unterliegen in diesem Punkt wenigstens einmal im Jahre der öfsentlichen Kontrolle, die Privatfirmen lassen sich aber unter Umständen tagaus, togein weit über ihr Eigenkapital hinaus beziehen, und cs wird sich vielleicht im Fall Haller, Söhle ergeben, daß die industriellen Inimobilisierungen nur infolge des äußerlich bequemen, de facto aber vorsichtig zu gebrauchenden Hilfsmittels der Akzepte- und Avalc-Gewährung überhaupt den verderblichen lUnsang annehmen konnten, den sie heute aufweisen, sehr sunt Sehaden des Platzes und insbesondere der Kredit genießenden Klienten der Firma. Eisenbahneinnahmen. Es ist für das erste kurz nntzuteilen, daß die deutschen Eisenbahnen im September aus bem Personenverkehr 62 311 090 Mark, b. i. 3 095 708 Mark meljr im September Vorjahres vereinnahmten und aus dem Güterverkehr: 135 761 011 Mark oder 5 565 093 Mark chehr. , Vier zeigt sich also immer noch kein Nachlassen der industriellen Tätigkeit. Spi-lpla« btt «reinigten Frankfurter Stabttheater. Opernhaus. Dienstag den 22. Oktober abends 6 Uhr: „Die Meistersinger von Nürnberg. Mittwoch ben 23. Oktober*)- ^ar und ZiminerAiann." Donnerstag den 24. Oktober, abends hal'b 8 Uhr- "Scüonic." Freitag den 25. Oktober geschloffen. Samstag den 26. Oktober : Zum ersten Male: „Die rote G r e b". Sonntag den 27. Oktober, nachmittags halb 4 Uhr: „Undine." Abends 7 Uhr: „9lorin(i." Montag den 28. Oktober: „Der fliegende Holländer." Lchauspielhaus. Dienstag den 22. Oktober"): „Baccarat/ Mittwoch den 23. Oktober: „Esther." Hierauf; „Der Misanthrop." Donnerstag den 24. Oktober: „Ei>i Blitzmädel." Freitag den 25. Oktober: Vater und Sohn." Samstag ben 26. Oktober: „Die 9iabensteinerin." Soniltag den 27. Oktbr., nachmittags halb 4 Uhr: „Hilsareiifieber " Abends 7 Uhr: ^Esther." Hierauf: „Der Misanthrop." Montag den 28. Oktober: Z ii m ersten Male: „Außerhalb der Gesellschaft". Hierauf: Z um ersten Male: „Liebe." Anfang, wenii nicht aiiders benierkt, abeiids um 7 Uhr. WihknNiüctzkdkNM derMesfälieiulierMdt inren 40. Woche. Vom 29. September bis 5. Oktober 1907. Einwohnerzahl: angenommen zu 30 000 linkt. 1600 Mann Militär.) Sterblichkeitsziffer: 26,0°/00, nach Abzug von 8 Ortsireniden? 12,13 °/on. AiiNi.: Tie in Klaniinern gefegten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kominen. Kinder Es starben an: Zusammen: Erwachsene : im vom Masern 1 (1) 1. Lebensjahr: 2.— ■15. Jahr 1(1) 1 Darmkatarrh 2 — 1 Rose 1 (1) 1 (1) _ Katarrh 1 1 _ _ Herzfehler 2(1) 2(1) __ _ Schlagstuß 1 1 _ _ Geisteskrankheit KD i n) — _ Gallenstein 2(2) 2(2) _ _ Krebs 1 (1) 1 (1) _ Ileus 1 (1) _ 1 (1) Lebensschwäche 2 — 2 Summa: 15 (8) 9(6) 3 3(2) Meteorologische Beobachtungen der Station Gieße«. H Oktober ea 5« Setlec 1907 Ä s 2” Höchste Temperatur am 19. NledrchSe im des Hande) Elektriz. Lahmeyer . 112.50 Italien. Rente . 4% 3-6 Portugiesen Serie I 3-6 Portugiesen III 92.50 86.00 202.00 Berliner Börse, 21. Oktober. Anfangskurse. 201.60 19. Laurahütte . Nordd. Lloyd 20. 20. 21. . 28.70 . 140.00 . 126.50 11850 103.00 210.00 194.90 127.00 203.00 223.00 9,4 8,3 6,8 17,0 9.2 6,3 . 28.50 . 111.90 . 142.10 64.00 65 25 9230 84.30 94.25 84.40 93.00 92.50 9700 97.50 92 40 Elektriz. Sehuckert . . . Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg- Amerik. Paket!. Harpener Bergwerk. . . 0beischles. Eisen-Industrie 102.00 Berliner Handelsges. . 154.50 4^°/0 russ.Staatsaul. 1905 4^°/0 japan. Staatsanleihe 4-6 Conv. Türken von 1903 Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Deutsch-Asiat Bank Diskouto-Kommandit. . Dresdner Bank . . Kreditaktien . . . . Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . . . . Gotthard bahn . . . Lombard. Eisenbahn . Oesterr. Staatsbahn . . Prince-Henri-Eiseu bahn 748,5 750,7 751,0 Harpener Bergwerk Laurahütte Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . Türkenlose . « • E s 3X°/c 3% 3 K7( 3% 3X°/< 3M7( 5$ cj Ito do. Konsols do. Hessen Oberhessen Türkenlose..... 4 % Griech. Monopol-Anl. 4% äussere Argentinier 3°/0 Mexikaner 4>1% Chinesen . . . Aktien: Bochum Guss .... Buderus E. W. . . Tendenz: fest. . 156.00 . 126.90 . 227.50 . 62.20 140.10 Telefonische Kursberichte Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie, Oiessen. 4% Öesterr. Goldrente 4llt% Gesten. Silberrente 4 % Ungar. Goldrente . . 5.^ K 2 . 142.20 . 47.50 . 83 50 . 62.90 . 94.95 Canada E. B. . . Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Dortmunder-Union C. . Dresdner Bank . . . Tendenz: schwächer. . 126.90 . 228.30 . 138.00 . 171.60 . 140.60 . 198.80 $ Kinder mehi Reconvalescenten, Magenkranke. Heute Montag, abends 8'/, Uhr: Wiederholung der Festspiele des Evaiig. Jünglings- und Atäniier-Vereins. Kirchliche Nachricht««, Evangelische Gemeinde. Montag den 21. Oktober, abends 8 Uhr: Bibelstunde Konfirmandensaale der Johanneskirche. Pfarrer A u s f e l d. Frankfurter JKörse, 21. Oktober, ,1.15 Uhr. Beichsanleihe . . 94.00 Elektriz. Lahmeyer . . Ein seltener Fall bietet sich tn den nächsten iZnp.cn dadurch, daß in dem Räumnnac« Verknus des als streng solid bekannten Tuchversandhauseö Boesig & Co., Görlitz, ganz bebeutenbe, in der letzten Saison angesammelte Bestände von Tuch Rcsten u. Couvond weit unter Preis nb^estossen werden. ss11/™ Näheres hierüber ist aus dem der heutigen Stummer beiliegenden Prospekt ersichtlich, bem besondere Aufmerksamkeit eiupfohlen wird. 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