Montag 23. September 1SM)7 157. Jahrgang Zweites Blatt Nr. 223 ich« AKZetzer Urschtwl tt-llch mit Ausnahme des Sonnys. General-Anzeiger für Gberheffen Am Tschulalongkorns Wiegenfest in Komöurg will. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts - Buch- und Steindruck^rei. R. Lange, Gießen. Die „Oietzener §am!ttenb!8tter" werden dem ,Anzetger^ viermal wöchentlich beigelegt, das „Arettblatt für den Kreis Gietzrn" zweimal wöchentlich. Der „hessische Landwirt" erscheint mcnmtlich einmal. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul« straße 7. Expedition und Verlag: 61. Reüaktion:S^I12.Tel.-AdruAnzeigerGießen, SozialdemoLraLischer Parteitag. (Unberechtigter Nachdruck verboten.^ VL S. u. H. Essen, 21. September. Zrie Lagc in WaroLüo. Paris, 22. Sept. Amtliche Mitteilungen aus Marokko besagen, daß die Stämme, die in den letzten Lagen die Absicht kundgegeben hatten, sich zu unterwerfen, jetzt darauf verzichteten, weil may ihnen vorgeredet habe, daß Muley Hafid mit einer starken Mahalla heranziehe und bestrebt sei, sich mit ihnen gegen die Franzosen zu verbinden. Wie die „Agence Havas" mitteilt, besitzt nach den dem französischen Gesandten in Tanger zugegangenen Informationen Muley Hafid weder Truppen noch Geld. Ministerpräsident Clemenceau erklärte heute abend, er glaube, das Ergebnis des Sieges bei S-idi Brahim würde sein, den Kreis um Casablanca, um den Ruhe herrscht, zu erweitern. — Ein hier eingetroffenes Telegramm von General Drude meldet, daß er gestern morgen um 4 Uhr nach SidiJbrahim marschiert ist und die dortige Mahalla vernichtet und ihr Lager verbrannt hat. Ungeachtet der großen Hitze, die den Marsch beschwerlich machte, legten die Truppen eine bewundernswerte Ausdauer an den Tag; die M a r s ch l e i st u n g be t r u g 4 0 Kilometer. Auf französischer Seite verlor man nur einen Toten, einen Goumier, und fünf .Verwundete, darunter einen Leutnant. — Die „Agence Havas" meldet aus Casablanca vom 21. d. M.: In Sidi-Jbrahirn wurden nur einzelne Zelte vorgefunden, die vor Ankunft der Truppen bereits verlassen waren. Die Goumiers steckten sie in Brand. Das Gefecht war nicht heftig, da sich der Feind weit entfernt hielt und nur geringen Widerstand leistete. Die Angriffskolonne letzten Verhandlungstage war ans Ammerpen int Auftrage des belgischen Parteivorstandes der Hafenarbeiter Mill es erschienen. Er nahm sogleich zu Beginn der Sitzung das Wort und führte aus: In Antwerpen verdienten bisher *25 000 Arbeiter ein kärgliches Brot von 5 bis 6 Mark. Durch Zuzug bon zehntausend Landarbeitern wurden die Verhältnisse immer schivieriger. Tie Arbeitgeberorganisatioli, die Federation maritime, benutzte die Gelegenheit, die Löhne hcrabzudrückeii und die Arbeiter zuut (Sin- — Der „Matin" meldet aus Casablanca, daß Generäl Drude gestern alle Maßnahmen getroffen habe, um so rasch wie möglich gegen das neue Lager der Aufständischen vorgehen zu können. Man erwartet, daß es zu einem! großen K ampf kommen wird. — Der „Gil Blas" verzeichnet das Gerücht, wonach' eine französische Abteilung in Marokko von Eingeborenen in einen Hinterhalt gelockt wurde und schwere Verluste erlitten habe. Im Ministerium ist man über den Vorgang noch nicht informiert. — „Gaulois" veröffentlicht ein Telegramm aus Tanger, in dem darauf hingewiesen wird, daß die Schwierigkeiten in Marokko jetzt erst beginnen. Der Korrespondent läßt durchblicken, daß dies die Meinung des französischen Gesandten Negnault ist, der die Tage in Marokko als wenig befriedigend bezeichnet habe. Er soll sich geäußert haben, daß keine w c i t e r e n m a r o k k a n i s ch e n Häfen besetzt werden dürsten. — Ministerpräsident Clemenceau erklärte in einer Unterredung über den Abbruch der Unterhandlungen in Marokko, es sei ganz unzutreffend, daß die Regierung dem General Drude »Verhaltungsmaßregeln für die Unterhandlungen vorgeschrieben habe. General Drude sei ermächtigt, Vorschläge anzunehmen oder zu verweigern. Er habe volle Verantwortlichkeit, aber auch volles Vertrauen. Er habe die Abgesandten nicht fortgeschickt, habe aber für den Falt eines Abbruches der Verhandlungen Vorbereitungen getroffen. Die Negierung habe seinen Entschluß gebilligt und erwarte, daß er ihn aussühre. Die Casablanca benachbarten Stämme seien für den Frieden; die entfernteren Stämme seien noch kriegerisch und bedürften einer Züchtigung, die ihnen zuteil werden würde. Clemenceau schloß mit der Erklärung, daß er glaube, Muley Hafid sammle Truppen, nur um auf Rabat zu marschieren, nicht um zu kämpfen. Tanger, 22. Sept. (Meldung der „Agence Havas.) Nach einem Schreiben,' das heute früh den »Vertretern der verschiedenen Mächten zugegangen ist, erklärte Muley' Hafid, er habe'seinem Minister des Aeuftern Siab Del Kebir den Auftrag erteilt, Schritte zu tun, um seine An- erkennu ng als Sultan seitens der europäischen Mächte zu erreichen. Er sei von den heiligem Rechtsgelehrten Südmarokkos zum Sultan ausgerufen worden auf Grund der Bestimmungen des Korans, in denen der Fall der Unfähigkeit des Sultans vorgesehen sei. Für den Fall, daß die Mächte es ablehnen sollten, mit ihm in Beziehungen zu treten, bittet sie Muley Hafid abzuwarten, bis er von dem ganzen Lande Besitz ergriffen habe oder sämtliche Stämme zu ihm übergegangen seien. Er verspricht, für die völlige Sicherheit der Europärev in den Gebieten, die ihn anerkannt haben, sowie auch sür unbeschränkte Freiheit des Handels sorgen zu wollen. — (Agence Havas.) Die Eingeboren en kehren immer1 zahlreicher in die Stadt zurück, da die Ruhe wieder her gestellt ist. Die Lage in verschiedenen Häfen ist befriedigend. — „Ag. Havas. Hier ist ein Sekretär Raisulis ein- getrofsen mit Briefen für den englischen Gesandten, in denen Raisuli für die Freilassung Macleans den englischen Schutz und 50 000 Pfund Sterling verlangt. — Die Großh. Gemälde-G allerie zu Darmstadt wurde durch ein wertvolles Bild bereichert. Herr Rudolf v. Gold-" schmidt-Rothschild schenkte, wie uns aus Darmstadt drahtlich gemeldet wird, der Gallerie ein großes von Franz von Lenbactz gemaltes Porträt des Bildhauers Reinhold Begas. z. Aus Frankfurt a. M. wird uns untern: 21. ds. ge-> schrieben: Die heutige Premiöre des Opernhauses hatte schon einige Wochen vorher eine gewisse Spannung geweckt, weil der Komponist dieser zweiaktigen Oper „Ritter Ola f", der in Wien lebende, unter dem Pseudonym R. Langer schreibende Freiherr Ludwig v. (Srlanger in Wiener Blättern eine Erklärung veröffentlicht hatte, er werde eventl. die Aufführung seiner schon vor zwei Jahren angenommenen Oper g e r i ch t l i ch e r z wi n g e n. Dem am 4. Oktober anstehenden Termine war der Intendant Jensen doch aus dem Wege gegangen. Das Werk wurde bei der heutigen Premiöre ganz freundlich ausgenommen, tiefereü Eindruck hat es aber nicht gemacht. Der Stoff ist aus Heines düsterer Ballade „Vor dem Dome stehn zwei Männer, tragen,beid« rote Röcke, Und der eine ist der König und der Henker ist bet andre". Der Komponist hat den Text selbst verfaßt. — Folgendes politische Geschichtchen erzählt der „Deutsch. Tag.-Ztg." ein Kasseler Leser: Seitdem der Kaiser unter dem Jubel der Bevölkerung des öfteren von Wilhelmshöhe auS die Stadt Kassel besucht! hat, ist es unter der Schuljugend Mode geworden, „Kaiser" zu spielen. Einige kleine Wagen, die die steile Straße von allein herabrollen, und von denen jeder mit drei Jungens besetzt ist, dienen .als „kaiserliche" Autos, und mit einem lustigen „tpteltü^ wird der wohlbekannte Treiklang der Huppe imitiert. An den Bäumen aber, mit welchen die Straße bepflanzt ist, steht das „spalierbildende Publikum" (in Stärke von 3 Jungens im ungefähren Alter von fünf Jahren)^ das beim Nahen,,Sr. Majestät" gezwungen ist, „Hurra" zu rufen. Einer dieser Knirpse hatte schon verschiedene Male beim Passieren der „kaiserlichen" Fahrzeuge weder den Hut gelüstet, noch Hurra geschrien. (Es gab auf der Straße so viel des Interessanten zu sehen.) Als „Majestät" nun ungefähr zum 30. Male diesen Untertan passierte, ohne einen respektvollen Gruß zu bekommen/ wrang er rasch entschlossen aus seinem Auto und versetzte dem Säumigen ein paar Ohrfeigen mit den Worten: „Was schreiste denn nicht Hurra, wenn ich vorbeikomme?!" — Darauf antwortete her bjährige Untertan mit weinerlicher Stimme: „Was hauste mich denn, dummes Luder, ich brauch doch nicht Hurra zu schrei'n, ich bin doch Sozialdemokrat!" — Kl ei ile Kunst chronik. Der Newyorker Theater- Tirektor C o n r i e d, hat Ai a h l e r, den Wiener Hosoperndireklor, auf vier Jahre engagiert. — Ter Komponist Hans P f i ij n er hat sich bereit erklärt, von 1908 ab die Leitung des Straßburger Konservatoriums als Direktor zu übernehmen. angenommen. Damit ist die Tagesordnung erledigt. ReichstagSabg. Singer nimmt das letzte Wort: Das Resultat des Parteitages kann un§ vollständig befriedigen, sowohl bezüglich der Beschlüsse und auch bezüglich der Art der Verhandlungen. In der Gründung des Partei-Nachrichten-Bureaus ist eine Waffe geschmiedet, die gute Erfolge bringen wird. Die Selbständigkeit unserer Presse wird nicht beeinträchtigt werden. Die S o l i d a r i -, tat der deutschen Partei mit detr Proletariern aller Länder hat sich wieder glänzend gezeigt. Wir werden die Richtlinien des Stuttgarter Kongresses heilig halten. Wo die Arbeiterbewegung marschiert, werden die deutschen Arbeiter vorangehen. In der Maifeier werden wir gemein)am und einig mit den Gewerkschaften den Kämpf für die Befreiung deS Proletariats führen. Sie soll ein flammender Protest gegen die Unterdrückung des Proletariats sein. Unsere Verhandlungen baben unsere un- gebroch:ene Kraft bewiesen. Wir haben einen neuen Markstein in der Geschichte der Arbeiterbewegung gesetzt. Wir werden weiter unsere Bahn verfolgen und lind sicher, daß wir weder niedergeritten noch niedergebetet werden rönnen. (Lebhafter Beifall.) In diesem Bewußtsein gehen wir an die Arbeit mit dem festen Entschluß, den Kampf weiterzuführen, bis das! große Ziel erreicht ist. (Stürmischer Beifall.) Damit schließe ich den Parteitag. (Lebhafter Beifall.) Nach Absingen der Ärbeitermarseilleise gingen darauf die Delegierten auseinander. herrschte wirkliche festliche Stimmung. Die Beleuchtung des | Parkes mit Tauseirden und Abertausende:: bunten Papierballons und Kurzen in bunten Gelatinegefäßen und die festlich bewegte Menge im Park, dazu wir glücklicheren „oberen Fünshmchert", d. h. die auf die obere Terrasse zum Souper — kaltes Buffet, Rot- und Weißwein und Bürgest — Geladenen, darunter die Elite der Damenwelt in Toiletten von weltstädtischem Schick und dazwischen die jungen Siamesen, zum Teil wirklich ganz allerliebste Leutchen, — das gab ein fesselndes Bild von eigenartigstem Reize. Das Wetter war gerade noch so angenehm, daß man im Freien sitzen uiib die mancherlei Genüsse — Fackelzug, Zapfenstreich und Feuerwerk mit dem obligaten siamesischen Elefanten als Schlnßessekt — gemeßen konnte. Daß man hierbei dem gastgebenden König mit freudigem Zuruf huldigte, war am Ende begreiflich. Homburg, das trotz seiner Schönheiten nicht mehr so ganz in erster Linie unter den fashionablen KNrorten steht, kann für diese Reklame recht dankbar fein. Jedenfalls könnte man sich keinen glanzvolleren Abschluß der Saison denken. Dr. G. Z. w. Homburg, 21. Sept. Aus Anlaß des heutigen Geburtstages des Königs von Siam trägt die Stadt reichen Festsmuck. Zahlreiche Gebäude sind illuminiert. Am Abend fand im blauen Saal des Kurhauses ein Galadiner' zu 75 Gedecken statt, zu welchem die siamesischen Prinzen, die Vertreter Siams in Berlin, Petersburg, London und Paris, sowie die Spitzen der staatlichen und städtischen Behörden geladen waren. Der König wurde vom ersten Bürgermeister der Stadt Homburg, Lübke, unb Vom Kurdirektor Freiherr v. Maltzahn empfangen unb-betrat unter Fanfarenklängen feen Konzertsaal des Kurhauses, woselbst er die Geladenen begrüßte, insbesondere den Regierungspräsidenten v. Meister und den Landrat Ritter v. Marx. Unter den Klängen der Jubel- ouvcrtüre von Weber begann das Diner; Regierungspräsident v. Meister brachte den Trinkspruch auf den König aus. Nach dem Diner betrat der König mit seinem Gefolge die Terrasse, wo zahlreiche Geladene zu einem Souper vereinigt waren, in dessen Verlauf Freiherr v. Maltzahn das Hoch auf den König ausbrachte. Nach einem Zapfenstreich, ausgeführt von vier Militär- tapellen, wurde ein herrliches Feuerwerk abgebrannt; der Kur- g art en und der Kurpark waren festlich beleuchtet. w. H o mdur g v. d. H., 21. Sept. Heute nachmittag überreichten in dem festlich dekorierten großen Saale des Grandhotels die Vertreter der Stadt Homburg dem König von Siam eine kunstvoll gemalte Adr esse, ausgeführt von dem Frank- furter Maler Karl Nebel, wobei Stadtverordnetenvorsteher Dr. Rüdiger eine Ansprache in englischer Sprache hielt. w. Homburg v. d. H., 22. Sept. Der König von Siam ist heute abend im Sonderzuge mit kleinem Gefolge von hier über .Fran kfu^-Strgßburg nach Paris ab gereift tritt m die von ihr gegründete Organisation zn zwingen. Mit einer beispiellosen Einigkeit der Arbeiter wurde das verweigert, woran' sie auf die Straße geworfen wurden. Acht Tage dauerte der Riesen-- tnnipi. Bürgermeister und Münster versuchten zii intervenieren, aber ohne Erfolg. Was (ommen wird, ist nicht zu sagen. Es wird em Rrieg auf Leben u n d Tod sein! Deutsche Brüder! Tie I'6d6ratiou maritime hat tausende von Streikbrechecil nad) Antwerpen geschickt, viele von ihnen waren ans Deutschland, das ist eine Schmach und Schande für die deutsche Nation. Tie Genossen Deutschlands muffen die Ehre ihres Landes wieder retten, indem alle Organisationen a u 5 ihren Kassen uns Beihülfen gewähren. Wir rechiien auf die deutschen Brüder und ihre Hülse. Es lebe die internationale Solidarität! (Lebhafter Bei'all.) ReichStagsabg. Singer spricht den fämpfenben belgischen Genoss en die vollste Sympathie der deiltscheii Sozialdemokraten aus; soweit möglich, werde den Antwerpener Genoßen jede Unterstützung geivährt werben. Es wirb zur Vorstands wähl geschritten. Singer und Bebel werden zu Vorsitzenden gewählt. d)erijch erhält das Amt wieder als Kassierer, während Pfannkuch, Alolkenbuhr, Müller und Ewald wieber zu Beisitzern gewählt werben. Alan beschäftigte sich dann wieder mit Anträgen. Eine Reihe von Anträgen forderten die Festsetzung einer einheitlichen Bcitragslwhe. Alle Anträge auf Festsetzung eines einheitlichen Beitrages und Festsetzimg eines Alinbestbeitrages von 10 Pfennigen pro Woche wurden aber abgelehnt. Dagegen wurde beschlossen, einheitliche Alitgliederbücher und einheitliches Abrechnutigs- und Verwaltungsmatenal alizuschaffen. Dann wurde liber einen Antrag bc» Vorstandes und der Kvntrvltkvmmäsion beraten, der vorschlägt, das M i nd e stg e ha l t per schästsführcnben Partei sekrc täre von 2000 auf 2*200 Mark zu erhöhen. Ferner follen diese Parteisekretäre alle zwei Jahre eine Erhöhung von 200 Mk. erhalten. Die vor ihrer Anstellung als Parteisekretär liegende Dienstzeit soll ihnen angerechnet werden, auch sollen ihnen die örtlichen Zulagen unverkürzt belassen werden. Ferner folleit sie 14 Tage jährlich Ferien erhalten. — Reichstagsabg. Bebel begründete ben Antrag mit der erheblichen Verteuerung der Lebensmittel. Auch die gewerkschaftlichen Organisationen hätten die Gehälter ihrer Angestellten erhöht. Die Partei müsse folgen, wenn sie nicht Gefahr laufen wolle, daß ihr die besten Kräfte weggekapert iverden. Katzen st ein-Berlin unterstützt den Antrag und bittet, auch die Redakteure der Parieizeitungen besser zu stellen. — Bebel stimmt dem vollkommen zu. Der Parleivvrstand werde nach Möglichkeit versilchen, hier zu helfen. Der Antrag wurde darauf einstimmig angenommen. Man wandte sich daraus einer Grüppe von Anträgen zu, tie sich mit der Agitation beschäftigen. R. A. Dr. ^Karl Liebknecht begründete einen Antrag, der forderte, daß die Schaffung von Jugendorgmiisationen intensiver als bisher Getrieben werde um> zwar in der Weise, daß einige Parteigenossen beauftragt werden, in möglichst allen Orten des Reiches Ver- fammlungen abzuhalten, in denen der Ziveck und die Notwendigkeit der Jugendorganisationen'erläutert und Gründungen in die Wege geleitet werden. Die Jugendorganisation begegne leider noch in Parteikreisen, besonders in gewerkschaftlichen Kreisen, passiven. Widerstand. Man finbe in gewissen Kreisen eine besondere Stach- lichkeu. (Zuruf: Wo denn?) Richt beim Parteivorstand, der ist auf dem Wege der Befsernng. (Heiterkeit.) Die Jugendor- ganifation ist gegenwärtig in einer bösen Lage gegenüber ben Polizeilickien Organen. Sie ist den schwersten Verfolgungen ausgesetzt. Auch das neue Vereinige setz wird keine Besserung bringen, daher müssen wir Alarm blasen gegen dieses erste Geistesprodukt kehrte um 5 Uhr nachmittags ins Lager zurück. Die »Ver^ drs neuen LeitcrZ dcs RcichsamtZ des Innern. Werfen wir das des Feindes sind unbekannt. Scheusal tn die Wolfs)chlucht. (Beifall.) — Liebknecht begründete > weiter einen Antrag, der einen besonderen ständigen Ausschuß für die an Li militaristische Propaganda verlangt und einen zweiten »Antrag, der fordert, daß unter den zum Militär einrückenden Mannschaften die a n t i m i l i t a r i st i s ch e Agitation einsetzen soll und zwar durch Flugblätter während der Musterungen oder der Militäraushcbnng. tlMd) kurzer Erörterung zieht Liebknecht feinen erster: Antrag zurück. Der zweite wird durch Ucbergang zur Tagesordnung erledigt, da die Zahl der Delegierten fich^bereits bedenklich gelichtet hat. — Ein Antrag SC'iagbeburg, die statistische Aufnahmen über die sozialen Zusammensetzungen der Reichstagswühlerschaft verlangend, wird — Ans Homburg wird unS unter dem 21. d. geschrieben: Unser Badeort hat schon manchen Herrscher in seinen Mauern beherbergt, aber keinen vielleicht, der so viel daftir getan hat, daß sein Andenken von den Homburgern unvergessen bleibt, wie Seine exotische Majestät Tschulalangkom von Siam. Der Weg zur Popularität geht durch den Geldbeutel: darum und ans angeborener orientalischer Freigebigkeit hat der König von Siam besonders dafür gesorgt, daß er nwgUchst viel Geld in Homburg ließ. Er mag auch wohl unter seinen europäischen Begleiten: einen oder deck andern haben, der ihm noch besonders behilflich ist, sein Geld an den Mann zu bringen, und daß er nicht zu billig gekauft hat, dafür spricht die Zufriedenheit der Homburger Geschäftsleure. Teils ging er selbst in die Läden, teils ließ er sich die gewünschten Sachen zur Auswahl in sein Hotel kommen. Ganz und jjar nicht hielt er mit seiner huld- oollen Gegenwart zurück, ^eute aber, an seinem 54. Geburtstage, hatte er zahlreiche Einladungen zu einem großen Gartenfest an „prominente" Persönlichkeiten in Homburg, Frankfurt, Darmstadt, Mainz re. ergehen lassen (d. h. man konnte sich bei seinem Großkämrnerer melden und erhielt dann, wenn man eine entsprechende „Persönlichkeit" war, eine Einladung), und er hatte außerdem „in Gnaden gestattet", daß die im Juni d. I. erbohrte neue Quelle heute auf seinen Namen getauft wuöde. Ms Zeichen seiner besonderen Huld wird er noch eine beträchtliche Summe (man spricht von 100 0 0 0 M k.) stiften, um eine Brunnen- Halle, im Stile eines siamesischen Tempels, zu erbauen, und die KNrverwaltung wiederum dankt ihm dadurch, daß sie die Anlagen- die sich um diesen Brunnen herum erstrecken sollen, mit dem Atomen „siamesische Anlage n" schmücken Man ist ja geneigt, zn spotten über dieses Brinrvorium ber diese höchst offiziellen devoten Verbeugungen, die man und über diese höchst offiziellen devoten Verbeugungen, die man vor dem Heinen, siamesischen Herrscher macht. Und ein bischen komisch berührte es ja, als die Ankunft Sr. gelben Majestät heute früh von den dichten Menschenmengen, die sich an der festlich und reich geschmückten Quelle — cs gab Fahnen und Blumen, Gensdarmen und einen Fürstenpavilchn tont comme chcz nous — cingefnnden hatte, mit militärisch-oxitoniertem dre:- sack-em „Hurra" begrüßt wurde. Aber wenn man es recht be* henkt, fo' lag in dieser sympathischen Aufnahme mehr Berechn Ligung, als wenn irgend e:n ausländischer Herrscher in Berlin am Brandenburger Tor mit Jubel begrüßt wird, denn die Homburger haben sicherlich mehr Gruind, dem siamesischen König zu- -ujubeln, als die Berliner etwa dem König Alsons>. Die Feier der Namengebung der Neugebohrten (fast ' hätte jch geschrieben : „Neuaeoorenen!") verlief .mit ebenso komischer Feierlichkeit, wie alle solche offiziellen Feiern.' Aber heute abenb bei dem Gartenfest, wy 2500 Mensches heim König Lü Gaste geladen Maren, m Kolosseum wird morgen eine vom gesamtzöslschen und spanischen Land- und Seeoffiziere in dem hat mit arttern Avvetit Ä t buljprechende Frrsche. Er Personal dargestellte Burleske aufgesührt werden, die b01 H°"s- d°§ K-nsutat- ei« 3 a „ k"° t. Re n°M L1 bcfTnTn ift Humoristen Ten ter in Szene gesetzt wird und lok brachte einen Trinkspruch aus, worin er iaotc, er sei alück- etwas triirf nnh nrsl 1 A f der besseren Herztätigkeit Charakter hat. lich gewesen, die prächtigen Land- und Scetruppcn zu bc- ist gestern mittag 12 Uhr^mtttelst^Ertr^ " B o m T a u f st e i n. Kürzlich fand auf dem Klubhau sichtigen, und den Wunsch aussprach, das; die fr an- Mainau cinae roffenunb» 5 tf °uf dem Hoherodskopf eine Tagung des Vorstandes des G bie in der 1 end Ml g des vonl VorberLitungsausschuß für den Oe gen besuch der englischen Journalisten veranlaßten Buches voll Dr. Grunwald „Deut,chlanv in englischer V e- c^r V11 ?'■ au5 Norderney mit einem Schreiben: es heißt • ,,^a) Hube die Arbeit nicht durchsehen können, ohne mich h?*Cw.^to»(erSlCtVfn ru.?ri»uer», die Sie mit den Herren cs Zur Lnge in Persien. zösische und die spanische Negierung gemeinsam oorgchcn möchten zur Lösung der Aufgabe, die darin bestehe, die Gegend 511 beruhigen und nichts zu unternehmen, außer was nötig sei, mit denen den Frieden anfzuzwingen, die gewagt haben, zu morden, zu plündern und den Fanatismus aufzureizen, um das Werk der Zivilisation zu zerstören. Er hege die Hoffnung, daß dank der Tapferkeit der französischen und spanischen Truppen diese Aufgabe in Bälde vollendet sein werde. nung hegen. Der Großherzog zeigte gestern laut „Bad. presse E eine den Verhältnissen entsprechende Frische. ~ Casablanca, 21. Sept. Der französische Gesandte Regn au l t veranstaltete gestern für die sran- > i'U t w n O s.. .... k fr-* * • - • • • c SSßtcrSburg, 22. Sept. Wie die Petersburger Telc- graphen-Agentur aus Teheran meldet, hat sich die Lage in Gersten seit der Ermordung des Großwesirs sichtlich verschlimmert. l . Festdamen teilnahmen. Das ganze Torf hatte aus Anlaß bei Lyder reichen Festschmuck angelegt. Vor dem alten Schulhauft sprach Lehrer Reul einige Worte des Abschieds. Am neuen (Lcyuigebaude hielt Pfarrer Brännlin die Weiherede und em Schulkmd sprach einen poetischen Willkommgruß. Dann er- folgte die Uebergabe durch Baurat Diehm, Regierungsrat Welckcr und Schiilrat Klemichmiot. Letzterer hob die Bereitwilliakcil und das Entgegenkommen der Gemeinde gelegentlich des Neubaus 0 hervor und gab der Hoffnung Ausdruck, daß aus dem einfach-schönen Bau em Segen für die Jugend und die Gemeinde Liehen möge. Bürgermeister B 0 r n e m a n n öffnete hieraus ,das Gebäude zurBesichtigung. Im Schulsaal sangen die Kindei der oberen Klaste den Choral „Herr wir singen deiner Ehre". I^chursaal ist sehr geräumig hell und luftig. Im zweiten Stock und Dachstock befindet fich die freundliche Lehrerwohnuna b^.. aus fechs Zimmern besteht. Von ihr aus hat man einen schonen Rundblick über weite Fluren der gesegneten Wetterau Bauart und Einrichtung des Gebäudes sind zwar einfach, aber außcrft zweckmäßig und geschmackvoll. Tie Anlage kostet mit dem teueren Bauplatz nur etwa 24 000 Mk. An das Gebäude schließt 1 ich noch cm großer Schulgarten an. Unser Dorf, in dem sich Landwirtschaft und Industrie die Hand reichen, hm 'ew den letzten Jahren sehr emporgeschwungen. Die Bc- volkerungszahl hat sich seit etwa 25 Jahren mehr als verdoppelt. Diev alles brachten die Braunkohlenbergwerke und Brikett- fabriken der Grube Friedrich mit sich. Hier arbeiten auch viele ausländische Elemente: besonders solche aus Polen, deren Namen man auch m den Schulklassen begegnet. Vor 6 Jahren wurde die neue Schulstelle errichtet und schon voriges Jahr schritt die Gemeinde zum Neubau. (d.) Hungen, 23. Sar, so daß die behandelnden Aerzte wieder etwas Soff- riotoniatxoft. Morenga getötet. 2e2- Sept. (Reuter.) Die Meldung vom 2l. ds., daß cm Kommando des Majors Elliot Morenga bei Litpan m der Kalahari angegriffen habe nnd daß Morenga s-m Sohn, sein Onkel und drei seiner Anhänger getötet worden r ni)UrC^ eincn amtlichen Bericht crus Kapstadt o c |t q 11 g t« -st Wieseck, 23. Sept. Am Samstag sand hier Ge m e i u d er ats to a h l statt. Von 580 Wählern verzichtete, 364 aur die AusubunF ihres Wahlrechtes. Gewählt wurde, tyr. Deibel mit 132 Stimmen, Gastwirt Heim ^ol5el IH. mit 129 Stimmen, Schuhmacher Heinr. Wel ler XVI. mit 116 Stimmen unb Weißvinder Heinr. Voqel Hofer mit 110 Stimmen. Letzterer wurde für ein verstör d-^itglied auf 6 Jahre, die übrigen aus 9 Jahr gewühlt. Es find dies die vom sozialdemokratischen Wahl .Es gewinnt den'Änscbetti ‘ 'n Ta I 1 Kandidaten; die vom Bürgervereü wenn das Parlament alle Macht an sich reinen vnnut I iniÄ ' s11 er^^nr.Ö?9eu 100 Stimmen. Von den bre indem es sich in alle Verwallungszweiae cinnnsche Knr S0fi?^nCr f^1 9 wurde keiner wiedergewühll -w°i habe sich die LwölL^ "w^osch w uf feu gegen die Regierung beS S cki a b s ruhig. gesprochen; es seien aufrei'ende Iie^en oeh/jirr-r v, | *=•c u d) e 11) e t m, 22. Sept. Bei der gestern vor unb mehrere Redner hätten" darauf hing?wiesen baffe? c vSC b 6 r 015 to Q 1 ficSte die Liste bei «ich empfehle, den Prinzen Silli zum Sultan au? 1 Äar.d'.daten mit ea. 50 Stimmen Mehrhei zurufen. ö öum Sultan aus. gegenüber den Uaudidaten der sozialdemokratischen Parte --------—--- --- I Xlie noch einige Stunden vor der Wahl ohne ihr Wisse, Eine dritte Friedens-Konfercni ' !nvltc,r proklamierten 3 Kandidaten, die dazu dienen sollten «!- M «1. sUi.d, Oc|tcLLLicI}-UntjaLn, Mercy, m der Ptenarsitzung die Kandidatur öffentlich ab. Es ist erfreulich das FrledcnZkonfercnz un Haag am 21. September gehalten, ^rch Zufammenschluß der Bürger Heuchelheims ein s! Lw hat folgenden Wortlaut: Ich, für meinen Teil bin gleich- Erfolg errungen wurde und sollte dies anderei falls der Ansicht, daß wir in dem Augenblick, wo wir den ^urerndeir zur Aueiferung dienen. Wunsch ausdrücken, eine dritte Friedenskonferen- Watzenborn-Steinberg, 12. Sept. Beide: cmberufen zu sehen, einer Pflicht des Gewissens und der Dank- e in de r a ts w ah l siegten 1 Bürgerlicher Ä* FÄÄWÄSB erchnuulungei.. Ich lege deshalb Wert darauf, im Namen X Trais-Horloff, 22. Sept. Gelegentlich uin'cres Eircki der osterreich-unganschcn Delegation zu erklären, daß wir, wcihsestcS fand gesterndie^ i n w e i h u n g des neuen Schul' bir Fäulnis, zumal der frühen Knollen, geklagt, und es werden für niedere und lehmige Böden sehr hohe Verlust- ziffern angegeben. Ein vorzeitiges Absterbe-n des Krautes ist gleichfalls oft bemerkt worden. Auch die Zuckerrüben haben unter der Ungunst der Witterung zu leiden. Wie der Klee, so ist auch »das Gras in der Kälte nicht recht gewachsen, steht sonst aber, wie mehrfach hervorgehoben wird, dicht. Die Grum-, meternte ist im Gang. Reichsgerichtsbrief. Nachdruck verboten. «T. 8. Leipzig, Schließt eine mit Todesgefahr p 11 i e 1 e t l't u n g eiu S e l b st v e r f ch n l d e n dieser bebeutungöüollcii Frage, ob der § 254 des LamUicu-Nachrichten. Gestorben: ft-rau Charlotte Appe%in Büdingen; Frau Margarethe Sang in Friedberg ; Herr Jakob Schmidt in Niederbiel; Herr Eduard Heppe, Fuhrwerksbcsitzer, in Marburg; Herr Julius Reinhold Schramm, Ledersabrikam, in Haiger; Frau Hedwig von Bltimeiilhal in Ü)inrburg ; Frau Sophie Rösing in $JJlarburg; Frau Anna Ettjabelhe Dippel ui Hegersdorf; Frau Heinrich Bmgel m Katzenfurt. etzbnches (eigenes Verschulden) ohne weiteres anzmvenden i|'r, wenn Der Hilieleistende sich sagen mufe, daß er burcl) die drohende Gefahr ebenfalls 511 Grunde gehen tonnte, hatte fiel) das Reichsgericht ttirzlich zu beschästtgen. Es ljanbelt sich hierbei um Ansprüche der Witwe bes Obermgenieurs H. m © cl) w erbte, der bei der ftirma Thyssen und Co. m Ri ü hlhei in a. d. 9t 11 h r beschästigl war. Als em sJJ?onieur der genannten Firma eine neuersnndene Gasmaschine eines Defektes wegen wieder einmontiert hatte, fehle er dieselbe nnvorschrlftsmaßig m Betrieb. Hierbei war Gas m die torube unter der Ataschme geströmt und halte zwei, dort mildem Schmieren der Maschine beschädigte Arbeiter bewußtlos gemacht. Ter Monteur zog den einen heraus, wurde aber bei der Rettung des zweiten selbst ohnmächtig unö blieb liegen. Der herbeigerufene Ober Ingenieur H. befahl nnii „weiter und Rauchhelm flieg dannjedoch mit einem Arbeiter in die Grube, noch ehe der Rauchhelm gebracht worden war. Beide kamen nut den m der Grube befindlichen umS l!eben. Die Hinlerbliebenen des H. verlangten auf Grund des tz 2 des Reichshattpstichtgesetzes von der Firma Thyssen & Co. Schadenersatzleistungen ui Höhe einer Reine von 8000 Alk., indem sie das Borliegeii eines Betriebsunfalles behaupten. Die beklagte Firma wandte einmal ein, daß der § 2 des Relchshattpstichtgew'tzes feine Anwendung zu finden habe, und daß außerdem ein Verschulden des H. uoriiegc, da er sich sagen mußte, daß er in der mit GaS gefüllten Grube erfhtfen würde, wie auch schon zwei Arbeiter das Heruntersteigen in bie Grube auf Jemen Befehl dieser Gefahr halber verweigert hatten. Itivcbe und Scl^ule. Darmstadt. 22. Sept. Unserer Technischen Ho ch- ch n l e droht die Gefahr, eine? der hervorragenslen Rtttglieder des Lehrkörpers zu verlieren. Professor Friedrich Pütz er, der in letzter Zeit zahlreiche Auszeichnungen bei Preisbewerbungen erhalten hat, ist von der preußischen 9legicrung aufgefordert worben, den Posten des Professor Stier an der Technischen Hochschule zu Hannover zu übernehmen. Prof. Pötzer las im abqelaufenen Studienjahr besonders über kirchliche Baukunst, Städtebau, Malerische Prospektive, Stegreifentiversen re. Sein Weggang würde nicht nur für die Technische Hochschule, sondern auch für die moderne hessische Baukunst einen schweren Verlust bedeuten. 19. Septembe. verbundene in sich'? Mil bürgerlichen Ge- Landwirtschaft. /^Marburg, 22. Sept. In der gestrigen Sommerver» famnihtng des O bst b a u v e r c i n s für den Kreis Marburg wurde mitgeteilt, daß die Aep fei ernte in diesem Jahre in unserer Gegend mit 40%, die Birnenernte mit 60% und bie Zwischen- ernte mit 50% zu bemessen sii. Tie Obstverkaufs-Vermittlungs- stelle für die Kreise Marburg, Kirchhain und ftranfenberg tritt am nächsten Mittwoch, Freitag und Samstag früh im Fronhof in Tätigkeit. vermischtes. • Der Fall Molitor. RechtsanwE Dr. v. Paimwitz, der Vertreter des Fräulein Olga Molitor, veröffentlicht in den „Münchener N. 9t/ eine scharfe Erklärung gegen Paul Lindau und erklärt, baß cr im Namen Olga Molitors gegen Lindau Klage angestrengt habe. * Das Automobil. Bei Forstenried, unweit Muncheli, stieß in der vergangenen Nacht ein Automobil mit einem Fuhrwerk zusammen. Beide Fahrzeuge wurden voll* ständig zertrümmert. Der Chaufseiir und der Lenker des Fiihrwerks würben schwer verletzt. — Ein Automobil der Mietsgesellschaft in Füssen (Bayern) stieß mit einem unbeleuchteten Bauernwagen zusammen. Tas Automobil wurde zertrümmert, ein Pferd getötet und bas andere schwer verletzt. S t Abend mit drei Automobilen von Schloß Wolfsgarten lacy Darmstadt und besuchten das H 0 s t h e a t e r. Die Auf- -ußrung von MeyerbeerS »Robert der Teufe/ wurde besonders müden indischen Gästen mit größtem Interesse verfolgt. Rach dem dritten Akt nahmen der Großherzog mit seinen Gästen ein Souper ein. Obftversteigeruttg. Mittwoch, den 25. September soll das Obst von den ftäbt Bäumen und zwar: w vormittags V Ubr beginnend am Krosdorfer Weg, hinter dem Gütervahnhos, bet der trüberen Äkiienbrauerei, am Leih- neiicrner Weg, am Steinbacher Weg, auf dem Lutherberg, im Lärchenwäldchen, an der Licher Straße, am Anneröder Weg und Wiesecker Weg. . nachmittags 4 Ubr beginnend von dem Obstbamnfiück an der Licher Straße versteigert werden. Die Zufammenliiiist ist vor- nnttags am Schiachthof, nachmittags an der Kaserne in der Licher Strage. f W* Gießen, den 23. September 190«. Großherzogttche Bürgermeisterei Gießen. < ^z. B.: Eurschmann. §pulpla« der vereinigten Frankfurter Stadttheater. Opernhaus. Dienstag den 24. September*): „Zar und Zimmermann/ Mittwoch den 25. September, abends halb 8 Uhr: „Die luftige Witwe." Tonnerslag den 29. September: „Das Glück. Hierauf: Ritter Olaf." Zum Schluß: „Rokoko." Freitag den 27. Sep- icmber: Zu Ignaz Brülls Gedächttüs: „Das goldene Kreuz." hierauf: „Cavalleria rusticana“. Samstag den 28. September, abends halb 8 Uhr: „Samson und Dalia." Sonntag den 29. September, nachmittags halb 4 Uhr: „Künstlerblut/ Abends 7 Uhr: „Tie Hugenotten." Montag den 30. September, abends halb 8 Uhr; „Die luftige Witwe." Schauspielhaus. Dienstag den 24. Sepember*): „Der Dieb/ Mittwoch bet\ 25. September: „Salome " Hierauf: „Johannisfeuer." Donners- tag den 26. September, abends halb 8 Uhr: „Erdgeist." Freitag den 27. September, abends halb 7 Uhr: „Faust." Erster Teil mit Prolog im Himinel. Samstag den 28. September: Zum e r st e n Male: „Baccara t." Ein Stück in drei Aufzügen von Henry Bernstein. Sonntag den 29. September, nachmittags halb 4 Uhr: „Erdgeist." Abends 7 Uhr: „Baccarat.." Montag den 30. September: „©in Blitzmädel." *) Anfang, wenn nicht aiiders bemerkt, abends um 7 Uhr. GerichtsscrssL. Kolonialprozefie. Köln, 21. Sept. Der Beleidigungsprozeß Roeren- Schmidt erreichte heute nach fünftägiger Verhandlung sein Ende. Die heutige Sitzung, die von morgens bis abends gegen 8 Uhr dauerte, war ausgefüllt durch Plai- doyers. Die Vertreter Roerens plaidierten für eine angemessene Strafe wegen schwerer Beleidigung Roerens und erkannten bem Beklagten den Schutz des § 193 nicht zu. Ter Verteidiger Schmidt's plaidierte auf Freisprechung. Wenn da» Gericht dem Angeklagten den Schutz des § 193 mbillige, dann Lonne es auch über die Verfehlungen in ber Form htnwegkommen. Es handle sich für den Ange- tlaaten um seine Ehre rind Existenz. Der Angeklagte bestritt zum Schluß nochmals die Absicht jeder persönlichen Beleidigung. Ter Vorsitzende setzte die UrteilS-Ver- tündung auf den 28. September 31/2 Uhr nachm. fest. — Abg. Roeren wurde beim Verlassen des Gerichtes von einer vielhundertkopfigen Menge mit stürmischen Hochrufen empfangen. .... . r ... Leipzig, 21. Sept. Heute sand hier ein Beleidt- aungsprozeh statt, den Dr. Karl PeterS gegen den Verantwortlichen Redakteur Müller von der „Leipz. Volksztg." angestrengt hat. Müller wird beschuldigt, in Bericyten über den Münchener Prozeß den Dr. Peters als Hängc-Peters bezeichnet und von ihm gesagt 51t haben, er sei em „grauenhafter Mischmasch von viehischer Brutalität und schrankenloser Sinnlichkeit, feiger Lüge und bengelhafter Renommisterei". Ferner wird Dr. Peters eine „tognakduftende Flibustiernatur" genannt und es als wunderbar bezeichnet, daß er noch immer frei Herumlaufe. — Rach kurzer Verhandlung, bei der keine Zeugen vernommen wurden, wurde der Angeklagte Redakteur Hermann Müller zu 300 M k. Geldstrafe ev. 60 Tagen Gefängnis verurteilt. Dem Kläger wurde die Publikations- bejugnis zugesprochen. B. B. D a r m st a d t, 22. Sept. Eine entsetzliche Messer- Tie Insassen kamen mit leichteren Verletzungen davon. Der Zauber bäum. Ter amerikanische Gelehrte Burbank soll der Universität von Stafford 73 vcrschieoeue Apfcl- sorten, die er auf ein und demselben Baum gezüchtet hat, vorgelegt haben. Unter den Aepstln befinden sich iolche verschiedener Farbe, kleine und große, süße uno saure, . * U e b e r f a [ l a u f dasSch10 ß desGrafen Tolstoi. Wie aus Äiosi.äu telegraphiert wird, erschien eine bewafsnete Bande auf dem Gute b.d Grafen Leo Toliwi und eröffnete em starkes Feuer gegen das Wohnhaus der gräflichen Familie. Als Gutsbauern und Bedienstete sich zum Schutze Tolstois und der Seinen näherten, ergriff die Bande die Flucht. Welche Absichten d'e Bande verfolgten, ist nicht c/ifgcflärt. * Eine liebestolle 3)1 al er in. Die Mitglieder der französischen Oper und des Berliner Philharmonischen Orchesters, das alljährlich im Scheveninger Ki"-Haus konzertiert, werden von mehreren Mitgliedern der L>aager Frauenwelt mit mehr als gewöhnlichem Interesse verfolgt. Zu manchem Skandal in den Haager Familien haoen sie ulischuldig Anlaß gegeben. Jetzt wird über eine mysteriöse Geschichte viel geredet, in der dem Betroffenen, Herrn Otto Müller, Riitglied des Berliner Orchesters, übel mit- gespielt wurde. Eine Malerin Sophie H., die erst vor kurzem die Aufmerksamkeit auf sich gerichtet hat, als sie für den Friedenspalast ein überlebensgroßes Bildnis des Zaren stiftete, hat sich schon vor zwanzig Jahren als sechzehnjähriger Backfisch, in den jetzt schon lange verheirateten Künstler verliebt. Alle bleje ^zahre hindurch hat sie M. 11 ub seine Familie mit ihren unerwünichtcii Aufmerksamkeiten verfolgt. Bis in Berlin, ja bis in die rustifche Hauptstadt, isc sie dem Musiker liachgereist, und mehrinals hat er sich die allzu Aufnierksame mit seinen Händeii oder gar mit seinem Stock vom Leibe halteii müssen. Selbst die Gattin des M. hat sich schon einmal auf dem Tempelhofer Felde mit ihrem Sck)irm gegen die allzu liebevolle Rtalerin wehren mugen. Als Famiüe unb Freunde der Malerin ihr das Unpassende ihrer Handlungsweise vorhielten, hat sie ihneii erzählt, der Künstler habe sie hypnotisiert, sie. müsse ihm überall hm folgen. Ihre iranfljafle Phantasie ersann Mißhandlungen, die ihr von ihm sollten zugesügt sein. Jetzt hat ein Freund der Malerm, der schon öfter für die „unterdrückte Unschuld" eine Lanze gebrochen hatte, ihre Partei genommen. Jonkheer Benthem van den Berg lockte unter falschem Vorlvande Herrn Otto M. in ferne Billa, und dort wurde der Künstler von dem Jonkhe.r, einem Bruder der Dtalerin, und Hwei andern Männern so übel zugerichtet, daß cr Zwar seinen Platz auf dem Podium wieder einnehmen kann, aber in seinem Gesicht die Spuren der Mißhandlungen noch einige Zeit zur Schau tragen wird. Jetzt ist das Gericht mit der Sache beschäftigt. Muller hat sich zum deutschen Geiandten begeben und ihm den Sachverhalt vorgetragen. Er bat den Gesandten um seine Mitwirkung bei er Führung der Sache. Der Gesandte, Baron von Schloezer, hatte daraufhin nut dem Generaldirektor der Gesellschaft Seebad Scheveningen eine Unter- affarc, die voraussichtlich zwei Ai e n s ch e n 0 p i e r erfordern wird, hat sich in der Nacht zum Sonntag in der Älltstadt abgespielt. In das Ecke der Bach- und Langegasse gelegene „Wirtshaus zum Treppchen" kamen gegen Mitternacht noch zwei übel beläni .Pete Gaste, die Brüder Müller und verlangten Bier. Ter Wirt Aiüller erklärte ihnen wegen der vorgerückten Stunde nichts mehr verabfolgen zu können und darüber gerieten die Beiden in die höchste Wut; sie lärmten und als die noch im Lokal antvefenden Gäsle, darunter ein Schutzmann, die Ruhestörer 511 bejänhigen versuchten, zogen sie ihre Aiesser unb stachen darnil wie wahnsinnig auf die Gäste ein. Ter Handarbeiter Fischer, ein verheircueter ruhiger Mann, erheilt einen so furchtbaren Such in die Seite, daß ev zur Erde fiel und nach wenigen Minuten eine L e i ch e war. Ter Dachdeckerineister Schütz, der ebcniaUS verheiratet ist und als ein fleisiger, ordentlicher 'JJiann geschildert wird, erhielt tieie Stiche, namentlid) in den Rücken, sodaß er sofort in das städtische Krankenhaus verbracht werden mußte. Er ist so schiver verletzt, daß an seinem Auskommen gezweifelt wird. Erst nachdem noch weitere Schutzleute zu Hilie geeilt und von der blauten Waffe Gebrauch gemacht hatten, gelang es, bie beiden gefährlichen Rowdys zu überwältigen, bie dann auch von den empörten Stammgästen giünb- lich verhauen und bavauf zur Polizeiwache geschafft wurden. Frankfurt a. M., 21. Sept. In dem kürzlich erwähnten Prozeß, den ein auswärtiges Bankhaus gegen den Prinzen von Sagan und den Kaufmann Büchner als Akzeptanten bezw. Aussteller eines Wechsels in Höhe von 18,000 Fces. angestrengt hat, ist nunmehr vom Ober- landesgericht entschieden worden. Während die Kammer für Handelssachen am Landgericht die Klage wegen Uu- zuständigleit abgewiesen hatte, verurteilte das Oberlandesgericht den Prinzen von Sagau an den Kläger 187 500 Fr cs. = 151879 Alk. zu zahlen. Gegen Büchner steht dem Kläger mangels Protestierung des Wechsels, ein Wechselanspruch überhaupt nicht zu. Lau d au (Pfalz), 21. Sept. Der Guts- und Weinberg-, besitzer Engel von Hainfeld wurde heute wegen Weiu- f ä l s ch u n g zu 2 Monaten Gefängnis und 3000 Mk. Geldstrafe oder weitere 300 Tage Gefängnis verurteilt. Tie Kosten wurden ihm auferlcgt uno 42 000 Liter Wein eingezogen.' Der Staatsanwalt hatte 2 Monate Gefängnis und 2000 Mark Geldstrafe beantragt. Berlin, 22. Sept. Der Redakteur des anarchistischen Organs „Der freie Arbeiter", der Former Rud. O e ft r e i ch, stand vor der vierten Strafkammer des Landgerichts I, um sich wegen Verächtlichmachung von Staats- e i n r i ch t u n g e n und vorzeitiger Veröffentlichung einer Anklageschrift zu verantworten. Zur Anklage standen zwei Artikel. Der Gerichtshof verurteilte den Angeklagten zu einer Zusatzstrafe von sechs Wochen. Propst Olszewski aus Osick (Pommern) wurde wegen Vergehens gegen § 130 a des Reichs-Strafgesetzbuchs (Kanzelparagraph) zu iy2 Jahren Gefängnis verurteilt und seine sofortige Verhaftung verfügt. Organist Czaplewski erhielt sechs Wochen Gefängnis. In der Untersuchung, die bie venezianische Gerichtsbehörde gegen bcu Russen Naumow wegen Ermordung bes Grafen Kumarowsli führt, wurde durch Beschlagnahme aus Rußland zurückgesanbter Briefe festgestellt, baß bie Tarnowska den Grasen Kumarowski bewogen hatte, daß et int H-alle seines Todes sein Söhnchen Edgar zum Universalerben seines Vermögens vermachte, und daß auch ein Plan verabredet war, diesen Sohn nach dem Tode des Grasen aus der Welt zu schaffen. - In Berlin vergiftete infolge von Zwistigkeiten die 37jährige Ehefrau Marie des Gastwirts Richard Trietz ihre beiden Kinder und sich selbst mit Lysol. Die beiden Kinder erlagen den Wirkungen des Giftes, bie Mutter ist noch am Leben Der finnische S ch 0 0 n e r „Gallos" kenterte am 1 <. ds. Mts. in der Ostsee auf ber Fahrt nach Lübeck. Der Kapttan unb ein Matrose ertranken. Die übrige Besatzung, 0 Matrosen und 1 Steward, hielt sich zwei Tage auf dem auf feiner Ladung schwimmenden Schiff. Der Steward starb vor Ermattung. Am 20. wurden die 6 Matrosen von dem englischen Dampfer „Romeo" gerettet und in Holtenau gelandet. Im Marine-Artillerie-Depot zu Wilhelmshaven erfolgte bei der Vornahme von Entladungen von 15 Zentimeter-Schrapnells eine gewaltige Explosion, durch die ent Flügel des Depots fast gänzlich zerstört wurde. Fünf Arbeiter wurden getötet, vier, darunter zwei Frauen, schwer und zwei Personen leicht verletzt. Die Verstümmelungen sind grausig. In New York sind am 20. Sept. 7 Personen durch Sonnenstich tuns Leben gekommen. . Die Zahl der Chinesen, welche in der Provinz Yian-Sou an der Hungersnot gestorben sind, wird auf 2 Mill, veranschlagt. d o In Trier haben zwei Burschen tm Alter von 15 und 13 Jahren an der Frau eines Bäckers einen R a u b m0rd v er s u ch verübt und sie durch Beilhiebe verwundet. Sie sind verhastet. Der 33jährige, geistig beschränkte Landwirt Lanzinger aus Rheinhausen in der Oberpfalz e r ft a ch seinen 20jührigcn Schwager und flüchtete nach Regensburg, wo er sich von der steinernen Brücke in die Donau stürzte und ertrank. . Holländische Bergleute griffen in Haarlem eine Schar Pilger an und zertrümmerten ein Pilger kreuz. Als sie den Christuskörper in einen glühenden Schlackenberg werfen wollten, stürzte einer der Bergleute in die glühende Masse und verbrannte bei lebendigem Leibe. Mehrere Bergleute wurden verhafte t. Das Landgericht Duisburg -und bas Oberlandes- a e r i ch t Ham m erfannten den Schadenersatzanspruch des Kläger? dem Grunde nach für gerechtfertigt an. Tas Oberlanoes- gericht führt hierzu aus, daß den H. bei dem Hinabsteigen m bie Grube eine so große Fahrlässigkeit nicht treffe, daß für ihn daraus ein Verschulden hergeleitet werben könnte. Er hätte sich bavon überzeugt aebabt, baß ber Gashahn geschlossen war, unb habe er annehmen'können, daß bas Zuströmen ber frischen Lust in bie freiliegende Grube bie Gefahr ständig verminderte. Gegen das Urteil des Oberlandesgenchts Hamm hatte bie Beklagte Revision beim Reichsgericht eingelegt und um Nachprüfung gebeten, ob es nicht um eine die Erfatzpflicht ausfchließende Fahrlässigkeit des H. handle, da ber Verunglückte H. unbedingt den zum Schutz vorhanden gewesenen Rauchhelm hätte benutzen müssen. Ter 5. Zivilsenat des ftteichsgerichls konnte jedoch nicht die Ueber- Beugung gewinnen, baß bei ber auf schnellstem Wege erforberlieh gewefenen Hilfeleistung des H. ein Verfchulben vorliege, unb erkannte deshalb auf Zurückweisung ber Revision ber Q Geklagt en._______ _ Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Heffeu am Dienstag den 24. September: Heiler unb trocken. Nachts kalt. Mäßige östliche Winde. GrigittaL-Drahtsneldungeu. Berlin, 23. Sept, Der i n t e r n a t i 0 n a l e h y g i e n i s ch e K 0 n g r c ß würbe nach einem Begrüßungsakte hier eröffnet. Dort m 11 n b, 23. Sept. Wie bie Torttnunber Zeitung meldet, soll ber Staatssekretär bes R e i ch s s chatzamtes Freiherr von Stengel noch vor bem 15. Okt. feinen Abschied nehmen. Ter Rücktritt des Cchatzsekretärs soll derselben Quelle zufolge mit dem Block-Kurs der Regierung in Verbmdu 11g zu bringen fein, da die Beziehungen des F r e i h e r r n ron Stengel jum Zentrum nach wie vor dieselben geblieben feien. Als Nachfolger des derzeitigen Schatzsekretärs nennt bie Dortmunder Zeitung den General-Direktor des Norddeutschen Lloyd, Wiegand, dessen kürzlicher Besuch beim Reichskanzler dadurch seine Erklärung findet. W ü r 5 b u r g, 23. Sept. Die gestrige Vertreter-Versammlung junqliberaler Vereine erteilt ber Vorstanbsschaft bie infolge Ablehnung ber Kaiserslauterner Beschlüsse wegen Beitritt z u m nationale n R e i ch s v e rb a n b e zurückgetreten war, ein Vertrauensvotum. Sie erklärte durch eine Resolution, daß sie zum ReichSverband ii i ch t in Gegensatz treten wolle, sondern daß auch bie Vereine, die aus örtlichen Gründen gegen den Antrag stimmten, lebhaft enge Beziehungen zum Reichsverband ivünschen. Ter Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt. Aus den weiteren Beschlüssen ist erwähnenswert die A n nähme ber sRes 0 lution für b e n Zusa m m e n s ch 1 uß ber beutschen Staatsbahnen unb Errichtung eines deutschen Eisenbahnparlaments. — L on d 0 n, 23. Sept. Daily Expreß meldet aus Petersburg: Vom Februar 1905 bis jetzt find 44 020 Personen dem Zarismus in R u ft l a n b gum Opfer gefallen. 91 e w i) 0 r f, 23. Sept. Währenb eines Fußball-Wett- pieles m Capozzeville stürzte eine Tribüne, auf welcher sich zirka huiidertZuschauer befanden, ein. Vier Personen wurden hierbei getötet, 50 erlitten Verletzungen. Magenkranke unb schwächliche Kinder bedürfen einer kräftigen, aber habet leicht verdaulichen Nahrung. Am beften eignet Nch das altbewährte diestte'sche Kmbermehl, ivelches mit Wayer getocht, eme volttländige Nahrung ergibt. Benutzt man das Nestle-'Mehl als Zusatz zur Milch, so macht es letztere leichter verdaulich, unb werben hierdurch im Sommer bie so häufig auftretenden Acagen- mib Darmkatarrhe verhütet. ss >9 Zug 1 Zug 3,Zug b^Zug 7'Zug 9 TeL' 2.—4J2.—4 '2.-4 2 —4 > —4 nung „r I Of | * /A, i ’ 4’ Stationen «t. | fl(. | Kl. | Kl. | Kl. km Abf. ti Butzbach Staatsbhf. . Ank - SuRbnch PJt A Butzbach Ost Giessen, den 23. September 1907. 5981 732 Ank.V ^Abf. 4^ * bedeutet: Zug hält mir nach Bedarf. c, die rechts Pianola zu Mk. 1250, Phonola zu Mk. 950 © Heuchelheim, den 20. September 1007. 5968 Griedel, den 20. September 1907. 07045 Neu eröffnet! Neu eröffnet! £ r 1 5683 b" ! I hva/o schlagSfnst 3 Wochen. ei 832 A'. L T Äffer 13 737 743 749 756 319 325 331 ♦335 343 319 400 516 511 504 457 451 446 440 434 i l ! ! L fi t V\\ ■ n 1140 1146 H52 1159 12% 1211 *1215 1223 1229 1240 300 306 645 641 634 627 621 6»6 * 610 604 557 0*2 1.- 0.25 0.15 B rt> s *812 820 826 837 820 8* 8* g 7" von Mk. 1000.— an von Mk. 380.— an von ML 33. an Ferner: 1 ä 15 600 Mk. mach. Zucker 10 Pfd. 2.10 Mk. L. Steinhäuser 27 Scltersweg 27 17 Steuen Baue 17 218 214 207 2% 151 149 140 134 127 115 Bedeutendstes Werk dieser '■ Branche in Mitteldeutschland. __ ______________ D *614 • 6ib 6^ * 612 GH * 612 612 9°o 921 9ju 916 922 912 * 912 936 941 9 3 äf 6 ä 10 ä 30 ä, 1026 1022 1015 lGr8 10^2 957 *948 942 935 923 Flügel Piaaünos EäarmoDiäums — Haupt-Vertrefnng von Bechstein Klavierspielapparate: Kartoffeln prima Speisekartofselu, meist- u. gelbfletschig empfiehlt billigst I. Weisel, Zonneustr. 6. _______Telephon 235. [»tm Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Htnscheiden unseres lieben, unvergestlichen Sohnes und Bruders, insbesondere für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Glück und die zahlreichen Blumenspenden sagen innigsten Dank. Die tteftrauernden Hinterbliebenen: Familie Ludwig Hcnkelmaun IV. esj Grosse Gothaer üelü-lsitm'e g überall erlaubt lt. Reichs- El H gesetz vom 8. Juni 1871 H j Höchste Gewinnchance | 0 Ziehung bestimmt a.l.Okt.1907 83 Z 27V0 Lose. 2700 bareGcw. 8 Hauptgewinn I SO Uüü Mark ß Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei unserm schweren Verluste sagt innigsten Dank. över.Färberei.l Strgttag m 3rtiniigcar6ti(tn. Zur Herstellung von Drainagen für die Feldbcreinigung Lollar sollen nachstehende Arbeiten auf dem Wege schriftlichen Angebots vergeben werden: Dtv glückliche Geburt eines gesunden Jungen zeigen hocherfreut an Georg Mohr und Frau Klara geb. Fenchel. Danksagung. . r Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei 8 unserm schweren Berluste, sowie für die vielen Blumenspenden tagen nur Allen unfern herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: G. Frevel geb. Löb. Gießen, den 23. September 1907. 5932 Jede» [ülosl L » " hi —l— ——____yirt)—Vutzvach ^stbhf. Vhren- u. Brillengeschäft Georg Koch Uhrmacher. Walltorstrabe 18, Ecke Brandgasse Reparaturen gut. u. billigst, selbst die schwierigsten m eigener Werkstatte. 07042 Ä^utgen einer Taschenuhr Mk. 150 Neue Feder UhrglaS Uhrzeiger „ Markt.i.,4 steh°nd»"vonm.ie°n n«Ä'Än Hnb °°n oben nach unten, '' $ar,ren^i»Clten U0U 6" U6r abe“bS b- morgens sind dnrch Unterstreichen der Minuten- Gießen, den 21. September 1907. Großh. Kulturinspektion Gießen. ______________I. V.: Wallck. _ ________________________la. Speise- und bereu Eröffnung Mittwoch, den 25. d. 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