Nr. irr Irfft'lat tSgNch »über Bomuagt. Dem Siebener Anzeiger werden im Wechsel mit bem hesfischen Landwirt die Siebener Zamilicn- blätl« viermal in der Woche beigelegt und zi-»'rnal wöchenilich da» k-.tSblaü für den Kreis Lieben. Ferniprech-An- schlugi.d. Redaktion 113 Verlag u. t auch nur em vernünftiges Wort in allein dem enthalten? Kann auch nur ein Mensch nach solchem Gefasel Köhler ernst nehmen? Man sollte meinen, Herr Köhler befinde sich heute bereits ganz im Banne deS Zentrums, das ähnlichen Unsinn so gern verbreitet, um die Leute auf dem Lande stutzig zu machen und aufzuhetzen gegen die Regierungen. JedeniallS leugnet Herr Köhler gar nicht, daß seine Partei einen Pakt mit dem Zentrum eingegangen ist. Obendrein ist es ja längst stadtbekannt, daß daS Zentrum zur Wahl Köhlers auffordert und vom Gießener kathol. Pfarrhaus aus Stimmzettel für Köhler verbreitet werden! Herr Köhler nimmt es ja der NeichSregienrng sehr übel, daß sie mit dem Zentrum, seinem neuesten Freunde, gebrochen hat. Er erblickt ai,ch darin scherzhafterweise, wie er in Nidda auS- führte, .jüdische Mache*. Oberamtsrichter Dr. Fuhr versuchte der Versamlnlung klar zu machen, daß solche Politik dem Tiefstände der Sozialdemokratie gleichkomme, indem so das Vertrauen zum Kaiser und seiner Regierung erschüttert werde und dem antinauonalen Zentrum die Kanainen auS 'Dem Feuer geholt würben, das bie Teutsch- sozialen nur benutzt, um sein eigene« Schäslem in« Trockene bringen zu können. Werden bie gut protestantischen Bauern OberHessens sich aber vom Zentrum ins Schlepptau ziehen lassen? Man schreibt unS aus Ettingshausen 22. Januar: Eine richtige Abfuhr wurde hier dem bekannten sozialdem. Agitator Häuser cu« Steinberg zuteil. Er hatte dieser Tage beim Gastwirt Stein eine soziattremolratiscl)e Wahlversammlung anberaumt, die auch recht zahlreich — natürlich von fast nur naiionalbenkenden Landwirten — besucht war. Hauser warf wieder nur so mit hinlangtta- bekannten unnütz hinau^geworsenen Millionen und Milliarden um sich, schimpfte über Heer, Flotte und Kolonien und rief: „Weg mit den unnützen Kolonien!" Sud- westainka schilderte er als eine einzige Fieber- und Sandwüste. Ein Landwirt rief ihm zu: „Waren Sie dort?" Unter mehrfackx'm lebhaftem Widersprucp der Versammlung griss Häuser die deuuchcn Soldaten an und schilderte zahlreiche Q)reueitaten, die sie an den „armen, wehrlosen" Schwarzen begangen hätten. Als Häuser, ohne Beisall zu finden, geendet hatte, ergriff Landwirt G. Keil das Wort und widerlegte Häuf ws Angaoen über die Wertlosigkeit der Kolonien, die im Gegenteil die bellen Aussichten auf Enolg bäten, Südwestafrila müsse mir durch Eisenbahnen erschlossen werben. Gerade Arbeiter hät^n Ursache, für die Kolonien zu stimmen, bie für die Industrie Liohxrodu'.: erzeugten und Absatzgebiete abgäbcn. Ganz entschieden trat er den Verunglimpfungen unserer wackeren Soldaten entgegen, die in höchstem Maße unsere Verwunderung, unieten Ta..f verdient yäatn, und -^hne loeupietc der bestialischsten Grausamkeiten der Schwarzen gegen Farmer- iaihüten, Soldaten und Kinder an. Zum Schlune forderte er zur Treue zu Kaiser und Reich auf, urschte ein o e g c i |t e r t aufgeno m meues Hoch auf den Kaiser aus und unter großem Beisall sang die ganze Versammlung ein Vaterlandslied. So endete die von den Sozialdemokraten einberusene Wahlversammlung mit einem lebhaften patriotischen Protest. Häuser aber klagte nachher: „So Ichlecht ist mir's iwch nicht gegangen." 2ieS zeigt wieder, daß die Sozialdemokratie unter bei; t a ii ü io i r t f d) a f 11. Bevölkerung keinen Anhang findet. Unsere Gauern sind allezeit mit die besten S.ützen bed Staates und werden es bleiben. Möge Häuser iwch mehr solche Abfuhren erleben. Man schreibt uns aus Queckborn 22. Januar: Welche Bluten die Wah.agitutwn in unserem Otte zeitigt, und zu rodeyem Zwecke sie benutzt wird, möge and solgendet Tatsache erhellen. Ter chrmlich-soz. Herr Pfarrer von Queckborn, durch die Dv.5össeniiichungen im „(ikeg. Anz." gekrankt, versammelte am 21. d. M. irn „Adler" seine Getreuen, um »ich ein Vertraucnsootum erteilen zu lassen. Den Plan der bieiigen SigituDren, d.e an gleichem Abend in Grün berg tagende irziaidruwiratiiche DerfamMiung zu besuchen und Ferrit krumm eiitgegenzutrr^.i, gab man aus, faiid es vielmehr wichtiger, diesen Akt zu vollziehen. Trotzdem lügt sich die Tatsache nucht verlachen, o g auch vielen der bisherigen Getreuen drl. Herrn 4)iatrcr dessen u.g..at^u-.iDei,e mißfällt Samll wird sicherlich das Vertrauen zu dem Ortsgeistiichen nicht gestartt, Sem d.e Füriorge der 1 i.b e r a i e n und auch der sozialdemokratischen Wühler bezw. Einwohner oozuliefen hätte. Alsfeld-Lautetbach-Schotten. Herr Maler F. Bindewald aus Berlin beehrt uns mit einer Zuschrift. Er desavouiert unsere Gewährsmänner in Schlitz und Grebenhain unb schreibt: Ter ui Ihrer Zeitung vom Montag 21. Jan. 1907 unter der Rubrik *Von der Wahlbewegung' enthaltene Bericht über eine von mir m Schlitz abgehaltene k>eiiammiung ist den Tatsachen nicht entiprechend. Es ist unwahr, wenn behauptet wird, ich habe ui dieser Versamnuung Herrn Tr. Wallan m Bezug auf Die Fahr- tarrenfteuer der Toppetzüngigkeit bezichtigt. Ich habe vielmehr nachgewiesen, daß Herr Tr. Wallan fiel) in zwei Versammlungen jebedniat anders zur Zigaretten neuer geäußert hat. Es ist uiiivahr, wenn in Dem Artikel steht, ich habe behauptet, Dan Die Nummer vom 18. August des Hieß. Auz. die Notiz gebracht hatte, Herr Wallan habe für die Z i g a r e11 e n ft e u e r gestimmt. Wahr ist vielmehr, dav ich gesagt habe: .In der Nummer vom 28. Auaust 1906 des Gieß. Anz. befindet sich em Artikel, wo es am Schlüße heißt: ,Tr. Wallan hat übrigens, wie wir hervorheben wollen, ui Sachen Der Neichssinanzreiorm sich al» guter Liberaler bewährt unb z.B. gegen die Fahrkarte n- neuer g c ft i m m t !e — ES ist univahr, wenn weiter unlen in Bezug aul die Versammlung in (bicbenbain behauptet wird, ich habe heilige peiiönlttbe Angriffe gegen Tr. Wallau gerichtet und es sei Darüber zu ledhasten l-'arinfzenen gekonimen. Wahr ist vielmehr, Dau Die anweicnden Anhänger Tr. WallauS, besonDer» Die perreu au6 üauteibad), durch ihre unaufhörlichen Störung-versuche und wüsten Lärm Den UiiiDiUeit Der Werjammlung gegen sich yerau'bejchivoren. ES ist Lache unserer Herren Gewährsmänner, Herrn B. darauf zu erwidern. Auf irgend einer Seite liegen gewiß Irrtümer vor. Tatsächlich haben wir die oben zitierten Worte über Dr. Wallau s. Zt. gebraucht und denken heute selbst- verständlich Nicht anders, und es wäre sehr nett von Herrn BmDeivalD, wenn ec so Vernünftiges von Herrn Dr. Wallau allenthalben erzählte. Denn das Eintreten WallauS gegen die Fahrkarlensteuer kann doch nur seine Wiederwahl fördern. Wir wissen also dieses Vorgehen Herrn BindeioaldS zu schätzen und seine gesamte Gegnerschaft wäre ihm dankbar, wenn er weiter in dieser Art im Wahlkampfe föchte und auch die Ruhe und Sicherheit beibehatten möchte, bie seins Gegner bei ihm vermissen und bie er ihnen seinerseits vor- wirft. Tann wären wir auch gern bereit, die ihn kränkenden Ausdrücke .Bauernfänger* und ,Wahlschwindel* zurück- zunehmen. AuS dem Wahlkreise Friedberg wird unS geschrieben: Vor einer äußerst zahlreichen Versammlung sprach am 21. Jan, in Vilbel Dr. Sire der, Der Kandidat der bürgerlichen Linken. ES kam zu längeren Diskussionen mit Führern der Frankiurier Lozialdemokraiie, bie, was anerkannt werden muß, ruhig und sachlich gegen das Programm der Liberalen sprachen. Tie ,Butzb. Zig." urteilt in einem Bericht über eine Rede bei linffcltberalen Kandidaten, daß dessen Rede «grade so gut au® dem Alun de eines Sozialdemokraten' kommen konnte, was zur Folge Hane, daß eiiizetne Saalbciitzer aui Dem Lande BeDentcn bauen, Den Liberalen Die Lokale zu WahlreDen zu übellasjen. T>e bürgerlichen Parteien jollteit sich doch Nicht civ diese An bekämpien, wobei- poraussichtlich nur die Sozialdemokratie profilieren kann. Ferner wird uns aus Friedberg geschrieben: In einer öffentlichen Erkürung sagt Öcrc Hirschel, daß er nicht mehr zur n t i se m i t i f ch e n Partei gehöre, sondern nur zum Bunde der Landwirte unb nur in biefem Sinuc für den Grafen Diü>la wirke. Aber noch am vorigen Dotmerstag trat er in Berstadt und Eckzell für den Deutsch-sozialen KvHler.LangLdors ein. ^ai ist denn deutsch-sozial? Deutsch smd wir alle, darauf sind wir stolz, und sozial zu sein ist uniere Menschenpslicht, Die wir Liberalen gleich,alls üben. Aber jene Herren nehmen das LeUtschtum in Erbpacht, unb die soziale Oiejmnung geht ziun 2eu,ei, wenn es sich um Andersdenkende und andere Llonsesitonen handelt. Uebrigens hat Friedberg eine JahrmarltA-Sehenswürdigkeit ersten '«Range»: ein Hirschel und ein Wolf, die einem Bahr aus der Führte sind: Weidmanns Heil! Dcrrtjches Ueich. — Bekanntlich hatte Der „Vorwärts" bchauptet, daß die AehälterseinerRcdakteuredie Summe von 4 5 0 0 M k, nicht übersteigen, und daß nur ein einziger diese Höchstsumme beziehe. Die „Deutsäie Tagcsztg." erfährt nun dazu noch, daß Die Redakteure des „Vorwärts" nicht nur ein festes Gehalt, sondern auch eine besondere Entschädigung für alles das, was sie selbst schreiben, erhalten. — Dadurch werden bie Einkünfte allerdings ganz anders gestaltet. Kjetzener Tijeatelvcreia. Die Nachtkritik. Lustspiel in 3 Akten von Rudolf PreSber. Auch Kollege Fahrenholz von der »Wahrheit* schreibt seine Kritiken nachts unmittelbar nach bem Theater, weil am Tage die fortwährend neu auf ihn cinstürmende vielgestaltige redaktionelle Kleinarbeit, daS Bearbeiten und Ordnen der von fern und nahe brieflich und drahtlich und durch Personen ungufhÜrlich eintreffenden Meldungen, die Menge der selbst zu rsosienden größeren und kleineren Artikel, die Lektüre von Zeilitngen, die technische Gestattting des BlalteS :c. einen ganzen Mann voll in Anspruch nimmt Daß solche Kritiken etwas flüchtig Jmpressiomstisches erhalten, daß nicht jedes einzelne Wort auf die berühmte Goldwagc gelegt werden kann, die Autor, Theaterdirektor und Schauspieler wie auch das liebe Publikum nicht mit Unrecht beanspruchen, versteht sich danach von selbst. Aber der moderne Dämon, genannt die Zeitung, stellt an seine Sklaven so mannigfache Anforder- ringen, daß die Nachtkritik nun einmal nahezu allenthalben ihr auf allen Beteiligten schwer lastendes Regiment führt. Wie so vielen Benifsgenossen, wird sie and) Dem Kollegen Fahrenholz verhängnisvoll. Er hat eines 9!achlS die reisende Schauspielerin Leonore Lamberta zu kritisieren, und er tut Las mit außerordentlicher Schärfe. Hätte er, der regelmäßig des Tages, oft aber sogar Tags und fllachlS die Nerven zerrüttender geistiger Slrbeit Ausgesetzte, mehr denn ein paar Späte Nachtstunden Zeit zu ruhigerer Uebcrlcgung, dann wäre tnohl an die Stelle manches spitzen oder brüsken Wortes ein «vorsichtigerer Ansdn cf getreten, hätte manches kurze, schroff timgenbe Gesamturleil eingehendere Begründung m ge- »vählterer Form gesunden. Jedenfalls setzt sich Kollege Kahrenholz dadurch nicht nur, wie wohl häufiger, nut dem großen Publikum, sondern auch nut dem Brotgeber. dem Verleger der »Wahrheit^, dermaßen in Gegenfatz, daß dieser noch aufgestachelt durch feinen Sohn, einen jungen schneidigen Referendar, die im Satz bereits fertige Nacht- kritik auS dec Zeitiingsform herauSheben läßt. Tas empfindet Fahrenholz natürlich als einen Schlag ms Gesicht. Tenn ec hat immerhin, wie sich DaS ja bei jedem anständigen Journalisten von selbst versteht, aus innerster Ueberzengimg seine vernichtende Kritik geschrieben, wenn auch vielleicht sein Temperament ihn in der Hast hinriß, hier oder da in der Form fehl zu gehen. Tie heimliche UnterfteUung einer unlauteren Absicht, eine Unterstellung, der er sich nicht erwehren kann, kränkt ihn naturgemäß de.» maßen, daß er, der verpflichtungslose, unabhängige Junggeselle, ohne Zaudern seine Konsequenzen daraus zieht und seine redaktionelle Stellung aufgibt. Hinterdrein stellt sich heraus, daß er gerade durch diese böse Nachtkritik den glänzendsten Beweis seiner Unparteilichkeit gegeben hat, denn bie getadelte Schauspielerin war niemand anderes als — seine Schwester, die zur Bühne ging trotz seiner Warnung und trotz semer richtigen Einschätzung ihrer geringen schauspieler- schen Veranlagung. Schließlich aber löst sich in dem Lustspiel natürlich alles in Wohlgefallen auf. Leonore wird die Braut des Verlegersohnes, und Fahrenholz, glänzend rehabilitier!, geht auf daS besonders ehrenvoll sich für ihn gestaltend. Anerbieten, den von ihm verlassenen Nedattionssessel der ^Wahrheit^ wieder einzunehmen, em, und dcr Vorhang fäll, zum dritten und letzten SDlale. Tr. Rudolf Preeber, der bekanntlich früher jahrelang einen redaktionellen Posten in seiner Heimatstadt Frankfurt a.M. bekleidet hat und heute noch wöchentlich amüsante Plaudereien ans der ReichLhaiiptstadt nach Frankfurt schickt, ist weiteren Kreisen nicht nur als witziger und stets sehr unterhaltsamer, wenn auch immer nur auf den Oberflächen aller Lebens- erscheinungen sich rummelnder, ungemein schnell schaffender Feuilletonist und Theatertritiker bekannt, als Herausgeber der neuen, viel illustrierten und abwechslungsreichen Zeitschrift .Mirena* und Mitredakteur eines Berliner lustigen Blattes, andern auch als ein reim- und formgewandter Lyriker und als Autor einer Reihe von humorvollen lllovelletten- büchern, die in Tausenden und Aberlausenden von Exemplaren verbreitet sind. Er gehört mit Recht zu den bei unseren Frauen beliebtesten Causeuren unserer Tage; alles, was er schreibt, ergötzt unsere Damen. Denn eS ist fast immer graziös und geschmackvoll, charmant und auch ein wenig pikant, aber doch auch wieder behaglich und gemütlich, er» inschend und von wohltuender Fröhlichkeit. Em geborener Feuilletonist, wie wir sie in Deutschland nicht viele Haden, von einer Art, Die den Leser umschmeichelt und ihm physisch ivohltut etwa wie dem Weingemeßer ein guter rheinischer Tropfen oder dem Radfahrer em erquicklicher leichter Sausewind in farbenreichem Felde. Wer freilich eindringlichen Ernst, in der Tiefe schürfende psychologische Forschung in den Gaben des anmutigen Talentes PresberS suchen wollte, würde arg zu kurz kommen. Diese liebenswert tändelnde Leichtblütigkeit PresberS verleiht seinem Lustspiel ^Nachtkritik" Die Vorzüge und Die Fehler. Die Vorzüge sind Der oft sprühende, mitunter leck unb kokett pointierte Dialog, sind die aus intimer Kenntnis heraus geschaffenen, eignen Beobachtungen nachgestalteten Schilderungen des reDaUioiieÜen Ge- und Betriebes, sind manche klugen und guten Worten über die hohen Kulturaufgaben der Journalistik, ist die Art, wie sich Dir Makrokosmos in Dem so vielfach m iß achteten unD doch so viel beachteten, in dem so viel mißbrauchten und gebrauchten, benutzten wie nützlicher. Mikrokosmos einer ZeitungSredaltion sich abspielt. Tie Fehtec sind außer Den auch in feinen meduchen Novelletten nur zu oft zu beobachtenDen unleidlichen hand- lungsloien. Den ganzen Witz schädigenden Längen, Die völlige Aus Stadt und Land. Gießen, den 23. Januar 1907. * Dr. phil. Oswald Weidenbach, dem die Vdnia legendi für Philosophie in der philosophischen Fakultät erteilt morden ist (geb. 1876 zu Dresden), studierte in Jena, Tübingen, Leipzig, Heidelberg und Berlin. 1900 promovierte er in Jena mit der Tlssertation: „TaS Sein und seine methodologisch-kritische Bedeutung.* Seine Habilltalions- jchrift trägt den Titel .Mensch und Wirklichkeit." = Heuchelheim, 23. Januar. Unser Dorf gewinnt von Jahr zu Jahr an Ausdehnung. Infolge der vollendeten Feldbereinigung und des GcländeauStausches mit der Stadt Gießen wurde bedeutendes Bauterrain gewonnen. Eine statt- kiche Häuserreihe ist an der Gießener Straße entstanden und so wächst Heuchelheim immer mehr zu einem wichtigen Vorort heran. Dazu hot man im Spätherbst mit der Anlage eines Bürgersteiges begonnen, der eine geeignete Verbindung nach der Rodheuner Straße und der Stadt bewirken wird. Hoffentlich bleibt eine direkte Verbindung nach Dem Südende der Stadt nach dem Bahnhof und den Kliniken nicht mehr lange aus. ? AuS dem Vogelsberge, 22. Jan. Die I n - fluenza tritt in vielen Orten stark auf. Meist sind eS ältere Leute, die von ihr befallen werden. — In Burk- Hards machte eine ältere Frau ihrem Leben durch Ertränken in einer liefen Stelle dec Nidder rin Orte ein Ende. N. B. D a r m st a d t, 22. Jan. Wegen Herausiarderuug zum Zweikamp s wurde heute Kaufmann Fritz Laug aus Lampcrt- teim zu drei Tagen und Gerichtsassessor Scotti zu einem Tug Festungshaft verurteilt. Mehrere zerren aus Lanrpertheim kamen am 30. Dez. v. I. aus einer Wahlversammlung in Wvrms und erwarteten in einem Cafe den Abgang ihres Zuges. Lader kam es zwischen den Kaufleuten Fritz Lang und Jawb Eberhardt zu Streitigkeiten, in die sich auch des letzteren Bruder Heinrich E. einmischte und Lang schwer beleidigten. Dieser ließ durch seinen zukunsligen Schivager, den Gerrchtsassefsor Scotti, die beiden Eberhardts zum Zweikampf auf Pistolen foroern. Diese gingen jedoch nicht auf ein Duell ein, sondern erstatteten Anzeige. Vermischtes. ** Die starke Kälte, die am Montag so plötzlich einsetzte, hält an und ist sogar noch im Zunehmen begriffen. Während die niedrigste Temperatur am Dienstag 13 Grad Celsius betrug, verzeichnete die amtliche meteorologische Beobachtungsstelle heute morgen 15,6 Grad. Das bedeutet eine so starke Kälte, wie sie seit Jahren nicht zu verzeichnen. Auch von auswärts werden ganz außerordentlich niedrige Temperaturen gemeldet. In Frankfurt a. M. zeigte gestern früh 5 Uhr der Thermometer 16 Grad Celsius. — Mit 19 Grad Celsius unter Null hat die Temperatur in Berlin und Umgebung am Dienstag einen Tiefpunkt erreicht, wie er seit 18-88 nicht mehr beobachtet Porten ist. Aus allen anderen Teilen des Neiä-es und aus dem übrigen Mittel-Europa liegen ebenfalls zahcreicte Meldungen über empfindlichen Temperatursturz in den letzten Tagen vor. Das plötzlich eingetretene Frostwetter lähmt die Elbschiffahrt vollständig. Der seit einigen Tagen versuchsweise wieder aufgenommene Betrieb mußte wieder eingestellt werden. Telegramme aus verschiedenen Gegenden Rußlands melden andauernde große Kälte bis zu 35 Grad Reaumur. Wegen Schneeverwehungen können auf den Südostbahnen Züge nicht verkehren. Der Hasen von Odessa ist zugefroren, sodaß die dort liegenden Dampfer einem Dampfer, der in der Nähe von Odessa Schifsoruch gelitten hatte, nicht Hülfe bringen konnten. Zahlreiche Todesfälle durch Erfrieren werden gemeldet. Die Schulen find in verschiedcnun Städten geschlossen worden. * Kleine Tageschronik. Auf dec Grube Friedrich Wilhelm bei Herdorf (Reg.-Bez. jlvblenz) explodierten bei der Einfahrt auf dem Fordcrlorb 2Vs Kilogramm T h n a in i t. Sechs Bergleute wurden schwer verletzt. — Aus der Einsetzer wurde die Leiche eines Mannes gezogen, der durch Beilh.ebe ermordet worden ist. Die Personalien des Opfers wie des Täters find Koch unbekannt. — In Neu-Sigmar (Kgr. Sachsen) trieben seit 10 Jahren anonyme Briefschreiber ihr llnweien und beleidigten zahlreiche angesehene Familien. Jetzt endlich find diese Briefschreiber in dem angesehenen Faoritanten Henn und seiner Frau ermittelt worden. Btete gestanden ihre Täcer- schast ein. — Die jetzt bekannt werdenden Aorechnuugen über die Nürnberger Jubiläums-Landes-Ausstetlung weisen ein unerwartetes Defizit im Beirage von fast einer Million Mark auf, das hauptsächlich durch Uever-ichreituug der Baukosten, aber auch durch die sonstigen Mißgünstigkeiten, von freiten die Ausstellung ver,oigt wurde, heroorgeru,eu ist. Der Garantiefonds wird zu 41 Proz. zur Deckung des Defizits beansprucht. — In London stürzte infolge Versagens der Bremse ein Automobil-Omnibus in die Themse. Zwei Insassen und der Wagenführer konnten sich noch durch rechtzeitiges Mißachtung der Grenzlinie zwischen realistischer Darstellung und gröbster Karikatur, sodaß der Laie außer stände ist zu entdecken, wo das dem Leben Nachgefchasfene aufhört und die zu lächerlicher Uebertreibung neigende Phantasie des Autors ihre billigen Spott herausfordernde Mißgeslaltung anfängt. Ein Charakterlustspiel aus dem modernen Zeitungsmilieu, kongenial den Freytagschen „Journalisten", Hal PreSber selber wohl kaum schaffen wollen. Er kennt ja wohl die Grenzen seines Talentes und weiß, daß ihn die Natur zu dramatischen Taten von längerem Leben nicht gerüstet hat. Dazu fehlt eS ihm am Notwendigsten, auch technisch, und gerade hier zeigt er, der langjährige Theaterkritiker, ver- wunderlicherweise eine geradezu bemitleidenswerte Unbeholfenheit. Daß die Erfindung (der Haupttric beruht doch darin, baß unfern Freunden allzu lange verheimlicht wird, was die Lamberta ist) durstig ist, sieht der theaterfremdeste Laie. Stärkste Karikatur ist der verlegerifche ,s2lnitoiiceiiprolj", während man „Journalisten" von ähnlicher Art wie die des sauberen Sauerland, bei besten Erscheinen man regelmäßig Magensäure verspürt, leider zuweilen antrifft. Und noch eins. Eine Zeitungsredaktton unserer Tage ist kein neckischer Käsig harmloser Spaßvögel mit der Auf- schrist über der Tür: „Die Kunst, binnen 13% Minuten em perfekter Witzbold zu werden, oder: Tu sollst und mußt lachen, daß Dich das Mäuslein beifjt I* Benn Geratter der Druckmaschinen, dem Gebimmel der Telephonschellen gibt sich der ganze Ernst des WeltgeisteS ein Stelldichein, setbst in den engsten vier Wänden einer Redaktion, lodert die Fackel des AölkerhasseS, toben die Kämpfe der wirtschaftlichen Bestrebungen der Parteien, schluchzt das Elend der Darbenden, hält das sänftigende Mitleid devxEdeliien unter uns seine friedsame Einkehr. — Das aber ^ersah PreSber bei der ,Niederschrift feiner Komödie ... \ Die Glanzrolle des Lustspiels wurde am Dienstag bei uns von Herrn K othe aus Kastel darMtellt. Es ist keine ganz leichte Aufgabe, den wellklugen Junior, Die heilere Abspringen retten. — In Tokio ist das Hauptgebäude des Departements für Verkehrswesen niedergebrannt. Die Entstehung des Brandes wird einem überheijten Ofen zugescbrieben. Der Brandschaden wird auf eine Million Pen geschätzt. Ter Finanzausschuß der 2. Hess. Kammer setzte am Dienstag seine Beratung über den Hauptooranschlag fort. Es wurde zunächst der Schluß deS Kapitel Steuern 2C. erledigt. Von den weiteren Kapiteln haben noch Interesse: Landstände: Allg. Kosten für beide Kammern: 18 000 Mk., besondere Kosten dec 2. Kammer 99 570 Mk., der 1. Kammer 18 000 Mk. Staatsministerilim 88060 Mk. Auswärtige und BundeSverhällniste 36 000 Mk. Kabinettsdirektion 12 500 Mk. Lberrechuiingskammer 243 570 Mk. Ministerium des Innern 256 150 Mk. Allg. Fonds für Vertretungskosten und AuShülfe 104000 Mk., 15 000 Mk. Mehrkosten wie im Vorjahre, die besonders dadurch entstanden sind, daß infolge der Bestimmungen des bürgert. Gesetzbuches die Wohnuugs- miete häufig länger als drei Atonale vergütet werden muß. Zentralbauwcscn, für laufende Unterhaltung 236 900 Alk. Provinzialdiceklionen 863 265 Alk., darunter 18020 Mk. mehr, wie nn Vorjahre für Erhöhung der Gehalte für nicht au- gestelltes Bureaupersonal. Gendarmerie 549 400 Mk. Polizei 102400 Alk. Polizeikasten 143 200 All. Arbeitshaus Dieburg 66 105 Mk. Kirchen 483221 Alk., darunter 310000 All. für den eoang. Zeutralkirchenfond und 171 372 Alk. an die kalh. Kirche. — In der Beratung kant auch der Fall Köpenick zur Sprache. Es wurde hervorgehoben, daß in Hessen ein solches Vorkommnis unmöglich sei, da der bei uns bestehende staatlich unterstützte Schntzverem für slias- entlassene Gefangene, dessen Vorsitzender Generalstaatsanwalt PreetoriuS ist, in ausreichendem Maße sich für die entlassenen Gefangenen verwendet und ihnen Stellen zu verschaffen sucht, sodaß es ausgeschlossen scheint, daß ein arbeitswilliger Mensch auSgewiesen und damit wieder auf die Bahn des Verbrechens geführt wird. _______________________________ GcrichesHaal. Berlin, 23. Jan. Der iO ^ai/re alte Kaufmann Arthur Nüssen stand gestern vor der 2. Strafiammer des LailDgericytst.il nntn ter Beschuldigung, am 1. August v. I. seine Schwägerin, die llhrmachnL.rau Minna Eifermiann aus Köpemck durch einen Revolver schuß in die Brust v e r l e tz t zu haben. Daö sowohl psychologisch wie lrmrmell Auveroroenlliche des Falles liegt bartn, daß Frau (Sif ermann ihren jugendlichen Schwager zu der Tat förmlich gezwungen hat. Das Geriet erkannte auf eine Gechnguisstraie von 3 Monaten. — Ein entfetziichs Familienleben kam irr einer Strafsache zur Erbrieruug, die geilem unter Ausichluß der Oefsenttich- keit die 3. Strallammer des Laudgerichrs I beschäftigce. Der Tifchlergeselle Kurv hatte sich mit seiner e-genen Tochter i)erganticn. D«s Uruil lautete aus 4 Jahre Zuchthaus Uud a Jayre Ehr- Handel und Verkehr, Volkswirtschaft. D i S 10 n t e r m a ß i g u n g 0 e r D e u t, ui e u b i e r m s b a n k. Programmgemäß ist in ter gestern stattgehabtcn Sitzung des ZenrraiauSichUlles ter Reichsten l beschlossen worden, den Wechseldiskont von 7 auf 6 Prozent und den Lombardzinsluß von 8 auf 7 Prozent h-erabzusetzen. Der Präsident der Bank sah sich aber veranlaßt, sofort zu bemerien, daß die Rüü- stufse zivar günstiger u.id eine steuerfreie Vtoteirrejerve vorhanden lei, aber der Status fei noch immer angeipannll Sonst recht- [erligt sich die Matzregel auch damtt,, dag der Status des Jn- stilats in ter dritten Januar ooche die von uns schon erwähnte iLrletchterung criahren hat. Allerdings ist Dcrfeibe noch um 11a Millionen Mark schwächer als vor Jahres, ctziuß. Der erhöhte Diskontsatz voir 7 Proz. wurde am 19. Dezemver 1906 deklariert, war also über einen Mo trat in Kraft. Daß die Spekulation aus der Diskontermäßigung keine be,onDere Anregung sich holen kann, ist leicht begreiflich, tenn auch 6 Proz. ist immer noch ein ganz außergellöhullcher Zinsfuß und man wird sich von heule ab nach 5 Proz. sehnen. Daß die Zinsrate dann noch viel weiter heruntergeheu wird, glauben wir nicht. Mit großer (Spannung hat man die Bilanzzinern der Grogvanken zu erwarten, welche iyüianjnia'ßregeln s-niensciils das Reich unter der Sanktion des neuen Reichstages vornirnrnt, und zu erwarten, ob neue ausländische Staatsanleihen un ersten Vierteljahr ItfJe an die deutschen Börsenplätze kommen. Je nach Art der Verhältnisse kann oann die Hornung hervortreicii, dag der Diskont doch noch eventuell bis 4 Proz. heruntcrgeht. Märkte. fc. Frankfurt a. M., 23. Jan. iOrig.-Telegr. des „Gieß. Anz.") B 1 e l) m a r k t. Zum Verkaufe standen 00 Kälber, 00 Schale u. Hammel, 1009 Schweine, OZiegen. Schweine: 1. dual. 66—67 Pf. Lebendgewicht 53.UU—UO.UU Pf., 2. Qual. 65—UU P'., ^edendgewichl 52.00-09 Pig., 3. dual. 56—08 Plg. Kalber 1. dual. 00—90 Pi., Lebendgewicht 00—UU Pig., 2. dual. 00—00 Pfg., Lebendgewicht 00-00 Pig., Schlachiqeivlcht 00-00 Pfg. Schale 1. dualtiat 00—00 Pfg., 2. dualüät 00-00 Pfg. Geschcm bei Schweinen: 1.JTTmaMUIH II—M—MW—»MW MIBTTIIJI’IM ri*~^- Geistesüberlegenheit, mit der der simple „Zeitungsschreiber" von feinem armseligen Joilriialistenthrönchen an6 Die dürftige Handlung lenkt, zur Darstellung zu bringen. In dieser neuen Anflage von Frey tags Konrad Bolz, in Diesem unerschütterlich tn seiner Ueberzeugnng aufgehenDen Tagesschriftiteller, in diesem aufopfeinDcn Sohne und Bruder, in Diesem niemals um einen guten Einfall verlegenen Journalisten, in diesem gewandten Weltmann steckt Doch and) so etwas wie ein romantischer Glanz, der Den „Zeitungsschreiber" zu einem echten Ritter des Geistes stempelt. Herr K. vcrnachläfsigte keine dieser vortrefflichen Eigenschaften echter Männlichkeit, er betonte sie vielmehr Den ganzen Abend mit ostentativer Absichtlichkeit. Ter Grundzug des Redakteurs Fahrenholz ist Ernst, er ist eine tapfere, stolze Natur, Die ihren idealen Kern unter Scherz und leichtem Wort vor den Augen "Anderer gern verhüllt und nur in Augenblicken hervortreten läßt. TaS alles hatte Herr Kothe voll erfaßt und darum ivar fein Fahrenholz „sympathisch" (trotz SanerwalD). Aber Herr Kothe, Dessen recht stattliche Erschemiing unseren Damen sehr wohlgesiel, ist doch seiner ganzen Darstellimgsart nach kein Bonvivant, sondern ein erster Held im klassischen Drama. Ich kann ihn mir z. B. sehr iuobl als einen vorzüglichen Egmont denken. Wir Leute von Henle, und namentlich wir Leute vom Zeltungsbau, bevoezugen das Legere, unD sind ungezwungener, lässiger, unschwerer, als der iniposante Bühnenheld Kothe sich gibt. 9tatürlicheS Konversicren liegt ihm nicht sehr, jedenfalls fühlt er sich, der schon so ivie so auf einem Kothurn zu ivandeln scheint, — er könnte sich seine Zigarren an unseren Laternen ohne Kletterapparat an- zünden — nn großworttgcn Tondrama wohlec, als tn diesein PreSberschen 9lippidd)eld)t*n. Herr Kost hatte eine in ihrer Art noch schwierigere Aufgabe. Ter Sluioc hat den Chefredakteur Tr. Keßler eigentlich nur skizziert, einen Menschen aus ihm zu niödjeu ivar Herrn Kosts ead)C, und das gilnng ihm über alles Er- rondeu gut. Er war ein guler Arnholm in der „Frau vom Ateere", aber em noch viel besserer Tr. Keßler. Ec jdjuj Ueberftanb unbedeutend. Während des Markte« treten noch vier Wciaaons Ewweme ein. Arde.tcrbewegttng. Krefeld, 22. Jan. Tie A u s s p c r r u u g der Färber, ist durch die heute siaklgehabten Verhandlmiqen zwisdien Den ans- gesverrten Färbern, den Färbereibesitzern und den Arbeikgeberu deS Seldengewerbes, die in allen Teilen zu einer iriedtichen Lösung der Streitfragen führten, beendet. Jufolgedesfen wird morgen m allen Betrieben die Arbeit in vollem Ihnfanoe wieder mitgenommen. ZCird)lid>c 21acbrid?tcn» Evangelische Gemeinoc. Donnerstag, den 24. Jamiar, abends 8 Uhr, im MarcnS- faale, Kirchstr. 9, Bibel stunde. 2. Tnnoth., Kap. 1. 2.) Piarrcr Schwabe. Gießener Wetterdienst. voraussichtliche Witterung für Hessen am Donnerstag, d n 24. Januar: Heiter und trocken. Strenger Frost. Cd)arie östliche Winde. GrrgLttal-Drahtlneldungen. London, 23. Jan. „Tribüne" vcrostcuttlcht ein Interview mit dem französiichen Minister des Llenßern, Pichon, über die Frage der allgemeinen Ab rüst nng, weiche ans der nächsten Haager Friedens-Konsercnz znr Beratung gelangen wird. Ter Alinister erklärte, daß alleenropäischen Reglerungen dem Abrüstungs-Gedanken sympathisch gegenüber stehen müßten, angesichts Der ungeheuren Last, welche auf allen Nationen ruhe. Es sei daher eine praktische Prüfung der Frage auf Der Konferenz zu erwarten. Holzvcrstergeruug in der Grüfl. Oversörsterei Lanbrrch. Moutaa den 28. Januar, nach Zusammenkunft 10'/, Uhr am Eingang zum Sircusiecnerücrg von Freien feen aus, werden versteigert: 1) Kreuziceueruera: Duche yiut.: ,70 Scheit, MPrügel, 119 Stocke, 392 Llsrreifer, Eichen: 2 Präget, 9 Avichinlle, 4—14 m lang, 36^-42 cm Durchm., u,U3 Fstm. Bau- unö Wagnerholzi 2) LLeidenau u. Wctteraucrbcrg: Scheiter Rm.: 34 Eiche, Vuche, Birte, 16 Xlüibe, prügel: 8 Fichten, 5 Flchlen-'^uhholz, 3 m lang, 6 Buche, 4Ä) Eiche, 4 ^inbe, Stöcke: 26 Fichte, 13 yieifcrurügeU Weidenau: 9 Eichen-Abichmtte, 6—10 ni lang, 29—40 cm Durchnu, 5,66 Finn., Ban- und V>agnerholz. 3) Traittvach u. Hcrruzimcn: Prügel Rm.: 5 Buche, 2,7 Nadel und Welchholz 2. $1L 4) Erchcl- gatten: Prügel Minu: 4 Eiche, 5 Fichte, 5 Fichien-Nutzhotz, Stöcke: 18 Fichte. 5) Kohtreiscr uud Lcievolz aus Weidenau und Eichet- garten, Schlagrener aus Kreuzfeenerverg uuvorgcäciat, desgleichen das Brennovlz unter 2—4 am Feuer. Paubach> den 21. Januar 1907. Gräst. Forflverwaltung. BK/t___________________________st 0 eiliger.______________________________ Bilil-, Ntz- Nü lZriibkliholz-Lcrkaiis aiis ÄlnülsPü )>. RtiMchclier CemcillScisald. 5 Eid)en-Stämme von 21—32 cm mittl. Durd)m. bis zu 11 m Länge ----- 2,45 Fstm. 1 Kiefern-Slamm 26 cm m.Durd)M., 14mLänge — 0,74Fstm. 582 Stämme Fichten-Banholz von 13—34 cm mittl. Durchm. bis zu 21 in Lauge ---- 192,12 Fstm. 99 Fichten-Derbstangen von lu—12 cm mittl. Durchm. bis 20 m Länge ----- 7,71 Fstm. 293 Stämme Kiefern - Grubenholz von 13—34 cm mittl. Durchm. bis 17 m Länge ----- 62,07 Fstm. 191 Klefern-Derbstangen, Grubenholz, von 10—12 cm mittl. Durchm. bis 12 m Länge ----- 18,25 Fstm. 434 Fichten-Derbstangen von 7—12 cm mittl. Durchm. big 14 m Länge — 30,97 Fstm. Die Gebote sind getrennt nach den Sortimenten und der Kaufpreis ist pro Film, anzugeben. Bemerkt wird, daß von jedem Sortiment der Höchstbietende herausgezogen wird und eine Znsammenrechnung ntd)t stattfindet. Tie Gebote sind schriftlich und verschlossen mit paffender Aufschrift zu versehen und bis zum Montag, den 28. Januar 1907, mittags 1 Uhr an die Großh. Bürgermeisterei Reisklrd)en einjureid)en. Die Eröffnung findet an demselben Tage, nachmittags 2 Uhr, auf hiesigem Rathause statt, wozu die Interessenten eingeladen sind. Tas Holz wird dem Kansiiebhaber auf Verlangen vom Forstwart Tebns dahier im Walde vorgezeigt. Reiskirchen, den 22. Januar 1907. Großherzogl. Bürgermeisterei Reiskirchen. 590 Wagner. em Charakterbild von absolut vollkommener Gelungenheit, einen Mann der Feder von erfrisd)ender Wärme und Ehrenfestigkeit, dazu von trockenem Humor, der un Lause der Jahre, Die ihren grauen Staub auf sein Haupt zu schütten begonnen haben, gar oft in brausende Gährung übergeht und dessen Nerven sich über harmlose lueme Kretdestriche erboßen. Alles kam bei Herrn Kost mit schönster Echtheit heraus und nur eine gelinde Unsicherheit — Die er übrigens mit mehreren anderen gestern abenD noch teilte — beeinträchtigte ein wenig seine im ganzen vortreffliche Leistung. Als Der große ZukunstsDlchtec Johann Christof Finke, Diese neue Auflage vou Freytags Bellmaus, hatte Der immer noch manchmal zu hastig sprechende Herr Kober die Lacher wiederholt auf seiner Seite. Auch er gab gestern abend sein Bestes nnd verdient volle Anerkennnng. Herr Lippert gab den Preßjilden Sailerwald, diesen neu aufgetafelten Schmock, mit ausgezeichnetem Diskretem Realismus und fand für DieieS kleine Meisterstück Der Charakteristik berechtigten Beifall. Recht heiter wirkte natürtich wieDec Herr Reimer als der Verleger, dagegen zeigte Herr Greeff als ReferenDar rote alfl Vizeredallcur beklagenswerte Steifheit. Frau Baychamnier nahm die Freytag'fche Adelheid — acy nein, Presbers Leonore von der Seite fchallhanen Humors, unter dem sie tiefere Empfindungen verbirgt. Auch ne bot eine tüchtige Leistung. In kleinen Chargen gaben Nettes Frau Bonö und Herr Gronert. Allerdings hat Die törichte Szene der Frau Dr. Keßler ganz und gar keine Daseinsbered)tlgimg. Die Regie führte sicher, klug und in einheitlicher Ab- gestimmtheit Herr Bakof. P. Witt ko. — Paris, 22. Jan. Dr. Charcot organisiert eine neue Expedition nach dem Südpol. Von der AkaDemie Dir Wissenschaften erbat er die Elnfetzung eines AuSfchusseS, dec Die wissenschaftlichen Forschungen der ExpeDition ausarbeiten soll. Tie Akademie Ijai bic)ent Wuniche willfahren unD einen Ausfchuß ernannt. gewüff. VS:.; k. D »'Ai. 1- . Dr. Neidhart. Ewald. i). U5-: Uuridjinann. miltL Durchm. 145 Ramntr. Buchen-Lcheitholz 2165 Wellen Buchen-Reisig Die Zusammenkunft und Anfang ist vormittag? um 10 Uhr an dec fticiSncaBc Mainzlar-TreiS am Waldeingang. LLarLinrage inge=O,743flm. m miltL Durchm. 558 155 ist, daß sie auch sind, in geeigneter sind, oder von denen sonst anzunehmcn anderwärts in die Wählerliste eingetragen 950 810 Derdslangen , Reisslängen , Brennholz Eichen- , Buchen-Knüppelholz Eichen- , Fichten- Buchen-Stockhokz- Elche,-- , Fichten- „ if Verlangen vov> ujL 7. Skirchen. ntiiM Durchm. biS zu Holzversteigeruug tu dem Wald der Gemeinde Mainzlar. Montag, den 28. Januar 1907 soll in den Distrikteii Lichwald uiiü Lchadenderg folgendes Holz versteigert werden: '• schaue öst. Matzen frisch etngetoffen bet 3. M. »tfinlboT, Mainzlar, den 22. Januar 1907. Großherzogliche Bürgermeisterei Mainzlar. Bogel. Schlittschuhe emo fiel) It 596 Fr. Müller jr., Neustadt 41. -34 cm miltL tm. j—12 mittl. M. AtiL bi- Weise darauf aufmerksanl zu machen, daß jederinann nur in einem Wahlbezirke und bei der Haupt- und Stichwahl je nur einmal wählen darf. Wir empfehlen Ihnen, die Wahlvorsteher hiervon in Kenntnis zu segen und sie gleichzeitig anzuweijeu, jede Zu- Widerhandlung zur Bestrafung anzuzeigen. Sortimenten uiti emetft raub, da» rausgezogen roicb et. ;sscn mit passender toutafi, den 28. h. Äüigermcister« sage, nachmittag; die Interessenten Amtlicher Dcik. Diesten, den 22. Januar 1907. Betr.: Reich?taqSwahlen 1907. Vas (OrorjhrnDßlidjr Kreisamt Ctrl)cd ~ an die Grosth. Bürgermeistereien des Ärcifes. Das nachstehende AuSichreiben teilen wir Ihnen zur Kenntnisnahme und unter dem Auftrag nut, die Wahlvorsteher nut entsprechender Weisung zu versehen. Tr. B r e i d e r r. Zu Nr. St. M. 516. Darmstadt, den 21. Januar 1907. Betr.: Die oben. Das Crofflirrsogliche Ltaatsministcriuni an die Grostherzoglichen SUcioämtcr. Nach den ReichStagSwohlen von 1903 haben zahlreiche Strafveriolgungen wegen Wahlfälschungen gegen Personen durchgeführt werden müssen, die unter falschem Warnen oder mehrioch in verschiedenen Wahlbezirken geivählt hatten. Tie Wahlvorsteher sind berechtigt, von den zur Wahl erscheinenden Personen bei Zweifel über ihre Identität eine Legltlmatlon zu verlangen, und erscheinende Wähler, die neu zugezogen Prima scürstc Msctt-Mlinge frisch etngetroffen bei 251 Anglist Wallenfels Marktplatz 15 Telephon 390 Nutzholz. 64 EFichten-Stämme mit Lgjt) IQabf. Einen fetten Fuselochsen beabsichtigt die Gemeinde Langsdorf auf dem Sub- misnonswege zu verkaufen. 91ät)cre Bedingungen können dahier eingesehen und Angebote sind bis längstens 31. Januar 1907, mittags 3 Uhr, auf der Grosth. Bürgermeisterei Langsdorf abzugebcn. 586 Schiel, Bürgermeister. Jänne»»- „ »1 9"at“b fac9«>ri “nö Äaii 81141 9«"® »«*' 1,(1 ®l< «“ ß Caubod), «ntmfi igi/ u6. ” .M wer»," -tywij llAPruM, bltViuue, 4-14 m “Ä Aiinerho^ _w yieiicrwrufleX “*> cm Durchm, u. yrrruzauca: LA ) tzudcl. ^uhholz, Siöckr: 'cnau und irichei. icißt, deoglelchea sen. ein In. P'chon. ,|llln9. weich« 1 iur Beratung ^°p°>l'chen 'y'"palhiich "gkheuren L'ai'l, [ eine plaliljqe oarien. Holzvcrftcigcrnng im Giestcncr Stadtwald. Montag, deu 28. Januar 1907, vormittags 9V« Itfir be^ ghmcnb, werden in den Waldmtgen der Stadt Gtegen im Listritt Woldsbutc versteigert: 44 Frchten-Derb,langen mit 3,81 Fcmn^ 4 Ltuur. LlieserifRundschettholz, 4 m lang, 14z4 „ 9tudel-Scheithvlz, 123,7 „ n •StnüppetuoU, 96,2 , p -Stockholz, Beten ) tellwtlle Du^s°rs,una«w°ten. Die ßulauunenlunft ist auf der sicher Straste an der 1 Schneise. G regen, den 23. Januar 1907. Grostherzogltche Bürgermeisterei (Sieben. Eichen- „ Nadel- _ ,-x, 9lbelb(li t Seite 8 ’ <6 j (iirt (Cot 'Ä1^ 27,35 Festm. 47,81 , 8,69 , Holzversteisteruug aus dem Gemeindewalde Wißmar am 28. Januar 1907, vvn vormittags 9*/e Uhr ab bei Wirt Wilhelm Bitteudorf. L. Aus Diitr. Reitzenstein Nr. 272—471 Eiche: 5 Rm. L'.üierholz (1 m langt, 12 Rm. 'Jiutjiollen (2 m langi, 77 Rm. Scheuer und Slnüopel, 54Rm. Stöcke, 301 Rm. Reiser. Buche: 111 3km. Scheiter, 131 Rui. SnüppeL 113*/» Rm. Stöcke, 560 Rm. Reiser, (tiefet: 1 Rm. ShülupeL II. Dütr. 17 Asselbach Siebte: 23 Stangen 1. und 2. Kl., 18 Rm. flniippel 37 Rm. Stöcke, 160 Rm. nicht au'gearbeitete Steifer. in. Distr. 19 b ReuLlutg und 20 c Shdjbadj 9lt. 22 bis 239 Buche: 504 Rur Scheiter und Stniiupel, 979 ytm. Reiser- Krofdorf, den 17. Januar 1907. Der c. Bürgermeister. B**/t Braun._______________ Bergebullll non kainliistekllttgsAZetleü. Die zum Anschlüsse unserer Lauser: Landmannstrage sJto. 3 bis 18 Hillebrauditratze Ro. 3, 5, 7, 9, 11 Crednerslraste Ro. 33, 35, 37, 39, 40, 41, 42, 44 , Mittelweg 'Jte. 2, 4, 6, 8, 10, 12, 14, 16, 18, 20, 22, 24 Wetzlarerweg No. 59, 61, 63 an vic uadtlsche Kanalisierung eriordertichen Arbeiten, im ganzen zu W830.— veranschlagt, sollen, in Vofe getrennt, vergeben werden. Reflektanten wollen ihre £ fierten spätestens bis rum 30. Januar 1907, mittags 14 llbr bei dem Unterzeichneten, Johauucsstraste ö, einreicheu. Pläne und Bedingungen liegen im Bureau des Architekten Gust. Hamann, Bergstraße 11, (nur ui den Vormittagsstunden) zur Einlicht offen. Angebotsiorumlare sind daselbst gegen Erstattung der Schreibgebühren erhältlich. Giesten, 19. Jcuwar 1907. Dxe/i Baugeiwssenschafl des euangeL LlrbettcrveretnS zu Gtesten. Eurgetr. Genossenschaft mit beschrankter Haftpflicht. Doertng, Direktor. ei 63 Em l; Lj Inventur-Räumungs- Verkauf Wir gewähren ohne jede Ausnahme = auch auf die bereits herabgesetzten Preise = °/0 Rihall. Telephon 66 Bahnhofstrasse 59 Stockfisch täglich vorrätig. la. fst. Telegramm E Eilt, r- Ei^- Fr. Müler jr Neustadt 41. C. G. Kie’nhenn Total-Aus verkauf sämtlicher Waren zu jedem annehmbaren Preise von 10—12 u. 2—5 Uhr. Schon am Mittwoch, d. 30. n. Donnerstag, d. 31. Jananuar kommen 3169 Geldgewinne mit bar Mark 120.000 zur Verlosung Hauptgewinne bar Geld Mk. 40.000, 20.000,10.000 rc. der Strassburger Geld-Lotterie pcr Los 2 Mark, 11 Lose 20 Mark, Porto iinh Liste 30 Pst. und versendet Ckilml-Mit Ferd. Schäler, Loosteschöst, Strassburg (Els.) sowie die kvnigl. Preust. 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