157. Jahrgang Erstes Blatt Nr. 223 außer Sonntags. für den politischen Teil? Montag 23. September 1907 Be-ugöpret-r V monatlich 75 Pf^ viertel- Jhk A a A jährlich Mk. 2.20: durch |xTX w Abhole* u. Zwergstellen | ES fc.3 f;. M v monatlich 65 Pf.; durch Lr M M M i4< n diePostMk.2.-viertel- M MÄ [n. J M jährl. ausjchl. Bestellg. 1®^ W WQk ZeilenpretS: lokal I5Pf^ auLroärtS 20 Pfennig. /■y Verantwortlich Dem Gießener Anzeiger werden im Mecßlcl mit de.n hefsifchen Limdwirl die Siebener Zamllien. blätter viermnl in der LZoche beigeleg! und zweimal wöchentlich daS Kreisblatt für den Kreis Sietzen. Fernsprech-An- jchlußf.d.Redaktion 112 w N*ä General-Anzeiger für Oberhessen r» Annahme »vn Anzeigen w 1 0 i r u. Land- und,L-erichts- 1-11 OTnnü?agTi()mü[)” Hotatlonsbrud und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch. und Steindruckerel. s. Lange. Redaktion, Lkpedition und Druckerei; Schulpratz« r. ^nzc«geni-u°?'K^'Bech Are ijeuUge Dummer umfaßt 10 Seiten. 3m vielgeftaMgen, buntbewegten Leden der Gegenwart nimmt die Zeitung einen bevorzugten Platz ein. Sie stellt gewisser,naßen das Sammelbecken dar, das alles, was die Gegenwart bewegt und interessiert, in sich aufnimmt und sammelt, um es der Allgemeinheit wieder zu Gute kommen zu lassen. Jn diesem Sinne ist auch der Eichener Anzeiger bestrebt, fehle Leser täglich von den neuesten Ereignissen auf allen Gebieten menschlichen Schassens und Wirkens in Kenntnis zu setzen. Knapp in der Form, wie es das hastende moderne Leben verlangt und zuverlässig dem Inhalt nach teilt der Gießener Anzeiger seinen Lesern alles nur irgendwie Wissenswerte und Interessante mit. Nicht der Sensationslust will der Gießener Anzeiger dienen, auch nicht irgendwelchen Sonderinteressen, keiner bestimmten Partei- und Geschmacksrichtung. Der Gießener Anzeiger sieht seine Aufgabe darin, wahrheitsgeireu und streng objektiv über alle Vorgänge des, öffentlichen Lebens zu referieren. Ein wesentlich vergrößerter Stab von 2lub arbettern wird den Gießener Anzeiger im bevorstehenden neuen Quartal in den Stand setzen, die vorgezeichnete 2Iuf= gäbe auch möglichst vollkommen zu erfüllen. 2Uit nicht unbeträchtlichen Mehrkosten ist es dem Verlage des Gießener Anzeigers vor allem gelungen, die Parlamentsberichterstattung noch besser auszugestalten, so daß die Leser im bevorstehenden Tagungsabschnitte der Parlamente in rascher, objektiver und fesselnder Weife von allen Vorgängen auf parlamentarischem Gebiete unterrichtet werden. Die wichtigsten politischen Tagesereignisse des In- und Auslandes werden in eigenen Leitartikeln eingehend behandelt werden. Die übrigen Vorgänge auf politischem Gebiete finden in der Tages- und Wochenschau nähere Berücksichtigung und ein zuverlässiger Depeschendienst ermög- l'.cht cs, in ausreichendem Maße alle nur irgendwie beachtenswerten Neuigkeiten sofort mitzuteilen. Eine besondere Beachtung erfahren im Gießener Anzeiger naturgemäß alle Ereignisse unserer engeren hessischen Heimat und insbesondere unserer Provinzial- und Universitätsstadt Gießen. Um seinen Lesern noch in ganz besonderer Weife entgegenzukommen, nimmt der Gießener Anzeiger jeder Zeit auch gern Eingesandts, Artikel und sonstige Beiträge von allgemeinerem Interesse aus dem Leserkreise auf. In dem besonders sorgfältig ausgestalteten Unterhaltungsteile wird der Gießener Anzeiger wie bisher, so auch fernerhin ganz außerordentlich bemüht sein, seinen Lesern vom Besten das Beste zu bieten: gediegene Romane, interessante Feuilletonartikel aus allen Gebieten der Unterhaltung, der Kunst und der Wissenschaften, des Theaters, der Musik, der Technik, des Sports ufw. Unsere verehrten Abonnenten werden hierdurch gebeten, das Abonneinent für das neue, am (Oktober beginnende Quartal rechtzeitig zu erneuern, damit später keine Verzögerung im Bezüge der Zeitung eintritt. Alle Briefträger, unsere Zweigstellen und die Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers nehmen Bestellungen auf den Gießener Anzeiger entgegen. Neu hinzutretende Leser erhalten den Gießener Anzeiger bis zum Quartalsanfang auf Wunsch gratis zugestellt. tzlfaß-Lotßringen. Ueber ein Menschenalter ist es her, daß die mit dem Blute tausender wackerer deutscher Krieger gewonnenen Reichslande Deutschland angegliedert worden sind; eine neue Generation ist inzwischen aufgewachsen, welche die Ereignisse von 1870 nur aus Erzählungen kennt, die alteingesessene Bevölkerung ist durch die aus allen Gauen Deutschlands stammende Einwanderung mehr und mehr in den Hintergrund gedrängt worden, und die „Protestler" haben allmählich an Boden verloren. Allerdings hat es dazu Jahrzehntelanger Arbeit bedurft, und die von der Regierung getroffenen Maßnahmen waren meist nicht gerade geeignet, moralische Eroberungen zu machen. Strenge Polizeimaßregeln und Ausnahmegesetze waren nicht dazu angetan, die Kluft zwischen Heimischen und Zugewanderten zu überbrücken, vielmehr wurde nur tiefe Erbitterung her- vorgerusen, und sehnsüchtig schaute man nach den Vogesen ' hinüber, da man unter französischem Regime weit freier gelebt hatte. Aber die Zeit heilt alle Wunden und sie waren vielleicht schon früher vernarbt, wenn nicht infolge der Mißgriffe der Regierung eine eifrige deutschfeindliche Agitation auf fruchtbaren Boden gefallen wäre; schließlich aber vollzog sich doch eine Wendung, und hierzu hat nicht in letzter Zeit das Verhalten Kaiser Wilhelms II. bei getragen, der bei seinem alljährlichen Aufenthalte zu erkennen gab, wie großes Interesse er der Bewohnerschaft des Landes entgegenbringe. Auch in der Regierung vollzog sich demzufolge ein Umschwung, eine scharfe Bestimmung nach der anderen ist gefallen und der Geist der Versöhnung hielt seinen Einzug. Angesichts dieser Situation ist es begreiflich, wenn in den Reichslanden der Wunsch rege wurde, daß die bewiesene Loyalität auch ihren Lohn darin finden müsse, daß endlich mit der Ausnahmestellung, die Elsaß-Lothringen im deutschen Staatswesen einnehmen, aufgeräumt würde und daß es an der Zeit sei, diesem Reichsgebiet eine größere Selbständigkeit zu verleihen. Diese Wünsche treten augenblicklich wieder stärker hervor, da verlautet, daß an der Spitze der Reichslande binnen kürzester Frist ein Wechsel erfolgen und. die Regierung auch nicht abgeneigt sei, einzelnen Wünschen der Bevölkerung Gehör zu schenken. Was die Verfassungsfrage anlangt, so wünschen die Elsaß-Lothringer eine größere staatliche Selbständigkeit. Welchen Erfolg die dahingehenden Anträge des Ländesausschusses an den Bundesrat und der elsaß-lothringischen Abgeordneten an den Reichstag haben werden, ist noch nicht abzusehen. Die vom Zentrumsaogeordneten Wetterls der Straßburger Regierung zugeschriebenen Verfassungspläne sind auch noch nicht offiziell bestätigt worden. Rach der Angabe des Abgeordneten Wetterlo soll es sich darum handeln, die Zahl der Vertreter der Bezirkstage im Landes- ausschusse zu verringern, die Vertreter der Kreise durch das allgemeine Stimmrecht wählen zu lassen und eine dritte Gruppe aus Abgeordneten des Landwirtschaftsrats, der Handelskammer, der Handwerkskammer, der Universität usw. zu bilden. Indessen gehen die Wünsche innerhalb der Bevölkerung wesentlich weiter, man verlangt die Umwandlung Elsaß-Lothringens in einen selbständigen Bundesstaat, mit eigener Vertretung im Bundesrate. Die Reichsregierung selbst verhält sich nicht direkt ablehnend gegenüber diesen Wünschen, das Ministerium der Reichslande nimmt eine wohlwollende Stellung ein, und auch Fürst Bülow erklärte in der vorigen Reichstagssession, als diese Frage gestreift wurde, daß er eine Aenderung der Verhältnisse durchaus nicht von der Hand weise, daß sich aber die Reichsregierung den Zeitpunkt einer solchen Reform Vorbehalten müsse. Jedenfalls wird man in allen rechtlich denkenden Kreisen ohne Unterschied der Partei zugeben müssen, daß die Bewohner der Reichslande vollen Anspruch auf Berücksichtigung ihrer Wünsche verlangen können, da die Verfassung Elsaß-Lothringens wohl für die ersten Jahre nach der Wiedereroberung ihre Berechtigung hatte, nimmermehr aber in die heutigen Zeitläufe passe. Bei der Regelung dieser Frage sollte man sich aber noch sehr überlegen, einen Weg einzuschlagen, der schon mehrfach vorgeschlagen worden ist und seinerzeit sicherlich wieder auftauchen wird; aus den Reichslanden eine neue Dynastie zu schaffen und dort womöglich.eine Sekunbo- genitur der Hohenzollern zu errichten. Ein solcher Plan würde sicherlich mancherlei unliebsame Erörterungen und vielfach böses Blut Hervorrufen, was nicht gerade im Interesse des Reichsgedankens läge. Elsaß-Lothringen könnte mit einem lebenslänglichen Statthalter an der Spitze, aber als selbständiges Bundesglied mit freier Verfassung seinen Platz sehr gut neben den alten Bundesstaaten erhalten, und es wäre zu wünschen, daß man zu dieser Lösung baldmöglichst schreiten möchte. KsUN)che LttgesZchK«. Die Jungen und die Alten. Von jungliberaler Seite schreibt man uns: In Anbetracht dessen, daß die ftmgliberale Bewegung immer weiter um sich greift und positivere Resultate zeitigt als alle Emigungs- versuche von tinksliberaler Seite, daß auch hier in Gießen ui hosfentlch nicht mehr so ferner Zeit wir die Werbetrommel rühren werden, wie das in einer Universitätsstadt schon längst der Fall sein sollte, gestalten sie ivohl einigen hiesigen Jungliberalen einige Worte zu Ihrem ^eitarlitel in gestriger Nummer. Jener Zivist existiert ivohl weniger in Wirklichkeit als in den Spalten linksliberaler Blatter, voran das „Berliner Tageblatt". I euer Seile ist unsere Jugendorganisation aus guten Gründen ein Dorn im Auge, und schon oft Hal man von dort aus versucht, uns uou der Mullerpartci ;u trennen. Einzig diesen Zweck verfolgt auch die unnötig aufgebauschte Nachricht von dem Zivist, der jetzt herrschen soll. Die kleinen Reibereien, die vorkommen, sind diirch die lokale Natiir bedingt. Tie Berliner Nationalliberalen stehell anbenr Parteien gegenüber unter anderii Bedingungen als die bayrischen. Ter Artikel des Herrn Prof. Leidig, der jetzt von gegnerischer Seite benutzt wirb uns anfzustacheln, ist in ferner Eigenmächtigkeit zu bedauern. 'Man vergesse aber nicht, daß erst die gehässigen Anzapfungen des Berl. Tagebt. und ähnticher Blätter den Grund dajup abgaben. In genannter Zeitiing bemüht sich ja ein sog. „Führer der Jungtiberalen", uns von der Mutterpartei zu trennen. Ta der Herr aber nicht aiis seiner Aiionymität hervortritt und allzu deutlich m den Fiißtapfen der Freisinnigen Bereinigung wandelt, wird es mit seiner jungliberalen Führerschaft wohl nicht allzu weil her sein. Herr Dr. Poeiisgen hat '.hin ja aiich treffenb geantwortet. Daß die Jugend allgemein radikaler ist als das Aller, ist be* kannt. Wir Jungliberalen sind aber aus der nntionalllberalen! Partei hervorgegangen tUld werden ihr treu bleiben, so lange sie! mit uns auf eine den jeweiligen Zeitu m ständen ent- s p r e ch e n d e gesunde nationale und liberale F o r t *' entwicklnng d es gesamten Volkes bedacht ist. Bor allem wir Jungliberalen sind es doch, die den schärfsten Kampf gegen den utopistischen Sozialismus auf der einen und das reaktionäre Zentrum und rückschrittliche Sektemvesen alias Anlisemuismus auf der anderen Seile führen. Allerdings machen wir nicht soviel Worte wie andere Poliker (Die Herren Naumann und Köhler als illustre Beispiele), wir arbeiten da, wo wie erst- Fuß gefaßt haben. Auch Gießen wird von uns noch hören. * Tie Wirkungen der Personen-Tarisreform. Unter der Ueberschrist „Die Wirkungen der Personen-Tarift reform" bringt die „Ztg. d. Ber. D. Eisenb.-Verw." einen längeren Artikel, der auch eilte beachtenswerte Kundgebung über bia Fahrkarten st euer enthält: Wenn man in der Verminderungj der Einnahmen den Mißerfolg der Reform erblicke, so sei daran zu erinnern, daß die Reform lediglich auf eine Vereinfachung und gerechtere Bildung der Tarife unter möglichst geringen Ausfällen gerichtet war, keineswegs aber auf Erzielung höherer Ueberfchüsse. Im Gegenteil, es wurden große Ausfälle erwartet, die ber preuß.^ Minister zuletzt auf 6*/2 Mill. Mk. bezifferte. Uebrigens kämen die Einnahmen doch den Staatsverwaltungen zugute, die davon Ilkincs Feuilleton. — Die bevorstehende dritte Säkularfeier des G i e ß e ne r Gymnasiums gibt uns Veranlassung, wiederholt mit einer Bitte an unseren Leserkreis zu treten. Wir mochten gern von tüchtigen und originellen Lehrern unseres Gymnasiums aus älterer und neuerer Zeit an dieser Stelle erzählen, und ebenso wären uns Mitteilungen sehr erlvünscht über ehemalige Schüler des Gießener Gymnasiums, die, ob sie nun bereits längst tot sind (Giber noch zu beit Lebenden gehören, es zu hervorragenden Stellungen im öffentlichen Leben gebracht oder durch ihre besonderen Eharaktereigenschaften im Gedächttns .ihrer Mitschi'cker sich erhalten haben. Auch Anekdoten allerArt aus früheren Zeiten des Gießener Gymnasiums.würden wir mit Dank entgegennehmen und so dazu beitragen helfen, die Feier so erinnerungsreich und freudevoll als möglich zu gestalten. Wir sehen der Einsenduitg von Beiträgen dieser Art mit Interesse entgegen und hoffen insonderheit, daß viele einstige Gießener Gymnasiasten dieser Aufforderung entsprechen werden. Jeder, der die Absicht hat, uns mit solchen Beiträgen, und seien sie noch so verschiedener Art, zu erfreuen, möge es uns gütigst recht bald Mitteilen, damit wir wissen, was wir zu erwarten haben. Aiwnyme Einsendungen würden unberücksichtigt bleiben. Doch würden wir auf Wunsch bie Einsender der Oeffentlichkeit gegenüber geheim halten. — Die Goeth eschen Ahnentafeln hat Karl Kiefer in Frankfurt a. M. von Grund aus neu aufgestellt und sie auf jeder Linie so weit ausgedehnt, als es zur Zeit möglich ist. Juristen und Handwerker spielen unter den Aszendenten des Dichters eine besondere Rolle: Sein Vater war, wie man weiß, Dr. jur. und kaiserlicher Rat, der Großvater war Schneider, dann Gasthalter in Artern (1057—1730), der Urgroßvater Hufschmied da- elbst (1032—94). Later, Großvater und Urgroßvater der Mutter des Dichters, geb. Textor, waren sämtlich Juristen. Der älteste, aktenmäßig nachweisbare Ahn Goethes in Frankfurt a. M. ist der Gärtner Johannes Mal), bep übrigens zweimal, einmal in 10,, einmal in 9. Generation erscheint; seine Tochter Elisabeth war nämlich in erster Ehe (1548) mit bem Fuhrmann Hans Beyer, in zweiter Ehe (1553) mit dem aus Echzell hergezogenen Fuhrmann Hans Fäck (Fech und Vech) vermählt. Aus einer interessanten Tafel ist ersichtlich, baß Goethe und Lotte iE h a r l o 11 e Buff) durch ihren beiderseitigen Ahnen, den Bürgermeister Reitz Kornmann in Kirchhain (um 1500) eines Stamme^ sind — eine Tatsache die wohl unserm großen Dichter wie der von ihm verherrlichten Lotte völlig unbekannt geblieben ist. — Der Kultur-Kaiser. Im neuesten Heft des „Morgen" finden wir „imaginäre Zeitungsausschnitte auS imaginärer Zeit, imaginiert von Otto Julius B i e r b a u m", Z. B.: Berlin, den 3. ... 19 . . Wie wir aus bester Quelle vernehmen, ist es durchaus unrichtig, daß der Kaiser Herrn X. seine Bitte, von der Verleihung des Profesiortitels Abstand zu nehmen, verübelt habe. .Er hat, begleitet vom Präsidenten der Deutschen Akademie, Herrn X. vielmehr in seinem Atelier ausgesucht und diese Angelegenheit scherzhaft behandelt, indem er sagte: „Sie haben ganz recht; Michelangelo ist auch nicht Professor gewesen, und der Titel hat, Künstlern zugefügt, in der Tat etwas Groteskes. Aber was sollen wir machen? Geheimrat wäre noch koiilischer und Kunst- General geht schon desi-alb nicht, weil man dann vorher mit Kunst-Leutnant beginnen müßte. Es ist schon das beste, Künstlern jeder Art keinerlei Titels sondern nur recht ost Aufträge zu geben." lieber das Modell selbst und feine Stellung dazu äußerte sich der Kaiser folgendermaßen: „Ihre Auffassung des großen Themas verblüfft mich. Ich hatte etwas ganz anderes erwartet und sehe wieder, daß sich in Künstlerköpsen die Welt anders malt als in der Phantasie von unsereinem. Da stutzt man bann freilich im ersten Augenblick unb hat nicht übel Lust, auszurufen : Aber bas ist ja gar nicht das, was es sein soll! Zumal als Auftraggeber verfällt man leicht in eine Art von Besserwissenwollen, woraus bann ber Trieb zu korrigieren und schließlich ein halb ärgerliches,, halb, selbstgefälliges Wtmachen hervorgeht. Sie, lieber S^err X., werden das, wie jeder Künftlew als sehr lästig empfinden, aber im Grunde werden Sie sich doch sagen müssen, daßj es nur menschlich und also verzeihlich ist. Wer weiß, ob ich als Privatmann nicht auch so dächte imh handelte. Aber meine Stellung erlaubt mir nicht, als Privat^ mann zu denken und zu handeln; zumal der Kunst,gegenüber/ die schließlich immer eine öffentliche Angelegenheit ist, muß ich stets im Auge behalten, baß das, was durch meine Anregung entsteht, mehr vorstellen soll als meine persönliche Auffassung, meinen persönlichen Geschmack . . . Da ich selbst im Geiste unfereq Zeit erzogen bin und es mir habe angelegen fein lassen, auch imi Umkreise der ästhetischen Kultur Fühlung mit den Kräften zu, nehmen, die den Schönheitstrieb meiner Zeit verkörpern, sq brauche ich im ganzen fein Opfer eigener Empfindungen zu bringen. Ihr Heme-Denkmal z. B. hat mir persönlich gleich gefallen. Aber zu dem Entschluß, Sie ein Nietzsche-Denkmal aus* führen zu lassen, Sie also vor eine größere Aufgabe zu stellen- hat mich doch erst ein Aussatz des ausgezeichneten Kritikers und Dichters Y. . . in der „Frankfurter Zeitung" gebracht, der mit bewies, daß meine Empfindungen angesichts Ihres Düsieldorwt Werkes mehr waren als bloß persönliches Gefallen" usw. — Neues Stadtthe ater in Kiel. 2luI Kiel schreibt man. Mit der Eröffnung des neuen Stadttheaters am 1. Oktobet werben die vor mehr als zehn Jahren hervorgetreteneni, Bestrebungen zur Schaffung einer neuen würdigen Bühne erfüllt. Das alte Stadttheatec in der Schuhmacherstraße war vor -65, Jahren für eine Stadt von 12 000 Einwohnern erbaut worden. Heute hat Kiel eine Bevölkerung von 170 000 Seelen. Der Bau des Theaters und die Befchaffung des Fundus erforderten zwei Millionen Mark. Um die Leistungen auf einer künstlerischen Höhe zu erhalten, hat die Stadtvertretung sich zu jährlichen Zuschasseni von 75 000 Mk. bereit erklärt; daneben gibt der Küiscr eine jährliche Subventchn vpn 15 000 Mk. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. i i 16. i liberalen; 2. in Göttingen den Zentrums-Welfen gegen einen Jungliberalen ; . in Hamm-Soest einen Zentrumsmann gegen den Nationalliberalen; , in Sagan-Sprottau einen Konservativen gegen die Freis. Volkspartei ; in Jerichow 1 und 2 einen Konservativen gegen die Freis. Volkspartei; in Würzburg einen Zentrumsmann gegen die Freis. Vereinigung; in Ansbach-Schwabach einen konservativen Bündler gegen die Deutsche Volkspartei; in Zweibrücken einen Zentrumsmann gegen einen National- liberalen ; in Germersheim einen Zentrumsmann gegen einen Nationalliberalen; in Böblingen einen antisemitischen Bündler gegen die Deutsche Volkspartei; in Jmmenstadt einen Zentrumsmann gegen einen Nationalliberalen; in Donaueschingen einen Zentrumsmann gegen einen Nationalliberalen; in Freiburg einen Zentrumsmann gegen den Führer der Junglieberalen; in Gießen einen antisemitischen Bündler gegen die Nationalliberalen; in Kolmar einen Klerikalen gegen die Deutsche Volkspartei (Blumenthal); der Verband deutscher G e w e r b e v e r e i ne , desse Vorort Darmstadt ist, dort tagen. In Aussicht genomme ist der 13. September. ®cc nächste Punkt der Tagesordnung war ein seh interessanter Vortrag des Stadtpfarrers Hotz-Schlitz übe die Entwicklung der Gewerbe in'der Stad in Straßburg-Land einen Klerikalen gegen die Deusche Volks- Partei (Blumenthal). , So sehen also 6ie „zwei oder drei Fälle" des „Vorwärts" m Wirklichkeit aus. In 5 Fällen unterstützten also die Sozialdemokraten Zentrumsmänner gegen Nationalliberale, in 2 Fällen Zentrumsmänner gegen Jungliberale, in 2 Fällen antisemitische Bündler gegen Nationalliberale, in 1 Fall einen Zentrumsmann gegen die Freis. Vereinigung, in 2 Fällen Klerikale gegen die Deutsche Volkspartei, in 2 Fällen Konservative gegen die Freis. Volkspartei uird in 2 Fällen konservativ-antisemitische Bündler gegen die Deutsche Volkspartei. Die Sozialdemokratie bei den Wahlen. Da die Sozialdemokratie fortgesetzt, auch in dem Bericht zum Essener Parteitage, die Freisinnigen wegen ihrer zum guten Teile durch die Kampfesweise der Sozialdemokratie selbst verschuldeten Stichwahlparolen angreift, erscheint es, der freisinnigen „Lib. Korr." zweckmäßig, einmal Ibie Fälle anzuführen, in denen b i e Sozialdemokratie reaktionäre Kan-! didaten gegen liberale Kandidaten in den Stichwahlen der letzten Neichstagswahlen gewählt hat. In der Polemik gegen den Abg. Gotheim gestand der „Vorwärts" ja das wenig schöne Verhalten der Sozialdemokratie ein, meinte aber schamhaft, daß es sich höchstens um zwei oder drei Fälle handele. Die „L. K." will seinem mangelhaften Nechenvermögen etwas zu Hilfe kommen. Die Sozialdemokratie unterstützte 1. in Hildesheim den konservativen Bündler gegen einen National- genommen hat und wie ihre Erzeugnisse unter dem Namen „^berhessische Töpferei" eine begehrte KNnstware geworden Wie auf vieles Andere hat sich auch auf das hier in Schutz Heunische Gewerbe der Weberei der Einfluß der Künstler bemerkbar gemacht. Die Leinengewebe, nach Entwürfen von Mitgliedern der Darmstädter Künstlcrkolonie haben einen Namen auf dem Weltmarkt. Das Ministerium . y ,Innern ist fest entschlossen, unsere Gewerbetreibenden in ihrem Streben nach Fortschritt in weitgehendster Weise zu unterstützen. Es wird insbesondere bestrebt sein, gesunde und glückliche Ansätze zu frischer und freier Tätigkeit vor ungeschicktem Eingreifen zu bewahren. Das Ministerium soweit es in seiner Kraft als Behörde steht, Hindernisse, die der freien Entfaltung der Kräfte bereitet werden sollten, zu beseitigen suchen. Schlietzlich wird eS, soweit owtlich dazu Gelegenheit geboten ist, einer mcht sachae maßen Pflege des Althergebrachten auf Kosten des Neuen, nicht weit dieses Neue schlecht, sondern weil es eben neu uno deshalb vielleicht unbequem ist, engegentrcten und auch auf diese Weise mitwirken an her Vorbereitung unseres Gewerbestandes für die Aufgaben der Zukunft. Die Ansprache wurde lebhaft applaudiert. Für die Stadt Schlitz begrüßte Bürgermeister Zinßer die Versammlung; für den Ortsgewerbeverem Buchdrucker Gun t rum. Entschuldigen ließ sich Graf Görtz-Schlitz. . lieber ben Tätigkeitsbericht des Gewerbevereins referierte sodann Negierungsrat Noack. An der sich lebhaft gestaltenden Diskussion beteiligten ich Ministerialrat Dr. Usinger, Jochcm-WormS, Reutlinger- Ossenbach, Lautz-Darmstadt, Engelbach-Darmstadt, Dr. Krausmüller-Gießen, Schindel-Alsfeld und Kuhl. Darmstadt. Darauf wurde die Versammlung geschlossen Ein gemeinsames Mittagessen in der „Turnhalle" schlon ich an. u Mit der Versammlung war eine Ausstellung der Gewerbeschule zu Alsfeld, der Großh. Webschule zu Lauterbach und der Handwerkerschulen der Provinz Oberhcssen crnwck^o^ Interesse und große Befriedigung Hauptversammlung des Laudcsgewerhevereins. B. Schlitz, 22. Sept. In unserem Landstädtchen hielt der Landesgewerbeverein für das Großherzogtuin Hessen heute seine Generalversammlung ab. Den Vorsitz führte Negierungsrat No a ck-Darmstadt, der die Versammlung begrüßte. Darauf gedachte der Vertreter der Regierung, Ministerialrat Dr. Usinger, zunächst lobend Der Leistungen ber Schülerausstellungen, erwähnte die Reorganisation des gewerblichen Unterrichtsw^sens und führte dann etwa folgendes aus: Wenn man neben den Schulen auch unsere Gewerbetreibenden in einer den neuzeitlichen Erfordernissen gerecht werdenden Weise unterstützen will, so bedarf man der Mitwirkung aller, die an dem Blühen und Gedeihen des Gewerbes interessiert sind. Man werde noch manche, bis jetzt vielleicht nicht genügend beachteten Kräfte in unserem Lande sindeu können, die sich in Zukunft freudig in den Dienst der Sache stellen und sowohl in ber Werkstatt, wie auch bei ber Vereinstätigkeit schätzbare Dienste leisten werben. Nach solchen Kräften müssen bie Ortsgewerbevereine suchen, die, sich immer mehr bewußt sein sollen, baß sie als lokale Träger bes gewerblichen Fortschritts berufen sind, ihren Mitgliedern das, waö bie Gegenwart von ihnen verlangt und die Zukunft von ihnen heischen wird, in stets richtiger Weise vor Augen zu halten. Ich weiß, mit welchen Schwierigkeiten das Gewerbe eben zu kämpfen hat. Es eröffnen sich ihm aber stets neue Aussichten, trenn man bie Kunst wnner mehr in den Dienst des Gewerbes stellt. Was in biejer Beziehung erreicht werden kann, dafür muß uns allen als leuchtendes Vorbild das Wirken und Schaffen unseres -andesherrn dienen. Blicken iuir, wohin wir wollen: Ueberall in Hessen Hai seine unermüdliche Tätig, kert dem Gewerbe neue Wege gezeigt und ifjm vor Augen geführt wie Kunst und Gewerbe zusammen arbei- ten müssen. Gerade was Oberhefsen anlangt, wo loir uns heute befinden, brauche ich imr daran zu erinnern, wie durch einzelne der von unserem Landesherrn berufenen Künstler die Töpferei einen neuen und überraschenden Aufschwung ^aatZedÜrfnisse bestreiten, und die bei Ausfällen in den Eisen- L—1 nn en un b eb t n g t andere, für die Zahler meist unan- genegmet wirkende Einnahmequellen erschließen müßten. Wenn Die Verwaltungen sich auch bemühten, den Dienst zu vercin- Wn nnd damit bie Betriebskosten herabzusetzen, so könnte das Publikum die damit verknüpften Unbequemlichkeiten wohl mit lrt<.-.$cn .Kauf nehmen, denn bie Minderung der Betriebskosten erhöhe doch mich die Ueberschüsse der Eisenbahnen und komme ebenfalls den Steuerzahlern zugute. Die Abwanderung der Reisenden m niedere Klaffen wäre zweifellos mehr der Fahrkarten st euer. als der Tarifreform zur Last zu legen. Diese Steuer sei, wie jetzt wohl von keiner Seite mehr bestritten werde, e?nc ?er unglücklichsten Maßregeln, die man sich denken könne. Es könne dahin gestellt bleiben, ob Verkehrssteuern überhaupt SU empfehlen seien; vorliegenden Fallet sei die fehlerhafte Bildung der Steuer zu tadeln, d. h. die gänzliche Freilassung der vierten Klaffe und die Belastung der höheren Klaffen in der unerhörten Steigerung von 1:2:4 für den gleichen Geldbetrag. Daraus ergebe sich, daß der Steuerzuschlag bei bestimmten Er- fchemungen in den höheren Klassen keineswegs nur auf das Doppelte und Vierfache des Steuersatzes der dritten Klasse, sondern, da mit den Preisen der höheren Klasse auch der Steuersatz wächst, in der zweiten Klasse, je nach der Entfernung, auf das 3- bis fache und in der ersten Klasse auf das 9- bis 13r/2fache vom Satze der dritten Klaffe ansteige. Eine solche Steuer reize natürlich im äußersten Maße zur Umgehung, d. h. zur Wahl der niederen Klasse an; sie wäre aber in ihrer jetzigen Gestalt um so unhaltbarer, als mit dem Uebergange in die niedere Klasse nicht nur der Steucrempfänger verkürzt, sondern auch die an der Steuer unbeteiligten Eisenbahn-Verwaltungen den empfindlichsten Schaden zu leiden hätten. Oesterreich habe die fehlerhafte progressive Bildung der Steuer vermieden und für alle Klassen einen prozeir- tualen Steuersatz (ca. 12 Proz.) als Fahrkartenfteuer cingeführt. Die deutschen Eisenbahn-Verwaltungen hätten vergeblich auf die nachteiligen Folgen der unrichtigen Bildung der Steuer Ijingetoiefen. Die Tarifreform dagegen habe dem Publikum, neben einzelnen Preiserhöhungen, wertvolle Ermäßigungen und vor allem den Vorteil der freien Beweglichkeit gebracht. Wollte man also die ; Minder-Einnahmen als Ausgangspunkt für durchgreifende Aende- ■ Tungen der Fahrpreise nehmen, so wäre danach weit eher auf 1 die Umgestaltung der Fa hr ka r t e nst eu e r mit ihren ■ verheerenden Wirkungen, als auf eine solche der wohlüberlegten £ Tarifreform zurückkommen. xie Reform des Zeichenunterrichts an de: Handwerkersonntagsschuleii besprach sodann G? ivcrbeschulrat Metzer- Darmstaot. Veranlassung hier'i gab ein Erlaß des preußischen Gewerbeministers übei Grundsätze für den Zeichenunterricht. Diese Grundsätz, sollen kein allgemeiner Lehrplan sein, sondern nur Richt linien abgcben. Ihre Durchführung wird abhängig feir von der Frage der Ausbildung der Fachlehrer. Ueber das Gesellenprüfungswesen im Groß Herzogtum Hesseu referierte Regierungsrat Noack Es zeigt ein durchaus'erfreuliches Bild. Immer mehr bc achtet werdcu müsse aber auch die von der Handwerkskammer ergangene Dienstanweisung. Weiter ist zu fordern: Ge regeltes stufenweises Verfahreu in der praktischen Au^ bildung der anvertrauten Lehrlinge unter bester Zeitaus Nutzung; Erziehung deö ganzen Menschen; Förderung de, Handwerkerschulen, Ermahnung zum Schulbesuch uud Bc aufsichtigung desselben; Vorbereitungskurse für die Gc sellenprufung; beste Auswahl einfacher und Verständigei Prüfungsarbeiten; weiterer Ausbau der fchriftlicheu uni mündlichen Prüfung bei ernster uud würdiger Handhabung derselbeu; schließlich feierliche Gestaltung des Schlusses de^ Prüfung, wobei die Gesellenstücke, die Zeichnungen hierzu die theoretischen Prüfungsarbeiten ausgestellt werden, damit das Gesamtergebnis der Leistungen jedem Besuche' vor Augen geführt wird. erstreckt sich über bie Zeit von Witte Scptemb'r 1906 biß Anfang September 1907. (71. Vereinsjahr.) Dcr ~ a 11 b r b.c e1 n wurde im Jahre 1836 gegründet. Die gefchastsführende stelle dieses Vereins i-r eine staatliche Ve- o ^ie Sroßh. Zentrale für das Gewerbe. Sie übt namens oes Lanbesgcwerbevercins unter Oberaufsicht des Ministeriums des Innern bie allgemeine obere Leitung über das hessische gcwerb- liche Unternchtsweien aus; iie veranstaltet außerdem Meistcr- rurje und Vorverettimgskurse für Gesellen- und Meisterprüfungen Der Zentral,rette unterstehen eine Bibliothek, das Geweroemusenm' die ^oroilderiammluug, die Lehrmittelfammlung,'die Großh. chem' Prufungsstatton für die Gewerbe, die Hessische HandweAer-Zentral- genosten,chaft ustv. Der Ausschuß des Lanbesgewerbevereins be- p^t,a.us 23 Mitgliedern, von denen 18 durch Bezirkskuschüsse gemailt werden. Ein Abschnitt des Berichts ist der Tätigkeit oer -dezirwverbaiide des Landesgeweroevereins gewidmet. Die Vaiiptveriammlung des Lanbesgewerbevereins fand am 23 Sev- icmber 1906 m ÜVP-nhKm n. Rh. Ml: bie dort gezogenen -Verhandlungen werden eingehend in dem- Berichte geschildert. Der verband deut,a-er Gewerbevereine übertrug in seiner 14 Haupt- eermmmliing cm 10. unb 11. Sept. 1906 zu Nürnberg erneut auf zwei ^ahre die Vorortschast des Verbandes dem hesfifchen Landesgewerbeverem. Dem Landesgewerbeverein gehörten am 1. Uug l. an: 13 Bezirksverblmde mit 125 Vereinen unb einet Gesamtmttgttederzahl von 11023, außerdem 33 weitere in NAien und 19 außerhalb Heffen wohnende, keinem Ortsgewcrbe- vereme angehöreuoe Mitglieder. Zwei Vereine, die in Rod-------- _ Mitgliedern/die beide 'iw:ii'/e/rkSoeobau/ ß/icbbergzüget/t Mlttelrheinischev BildttUgsVeveine. SMSSS- WMtz-SMS fite tarn®189a/rmit ^“>2*I»T ^stllschaft Sur «X\Cit^ng1on3^oIf^^ Mcht auf bie g«w-Mich-» an'» ^um Mfa wurde Herr der Bibliothek und des LescsaalS war sehr lebhaft Au"" HauptveiiMmlunaO^Ä ü ; Schriftführer der vorjährigen geliehen wurden 3193 Werke mit 4439 Bänden %n Leiesaol I ShfSr JIs?. / m 9 L V Finkenthal verlas den Be- wurde von weiteren 4979 Bänden Einsicht genommen Dieser der Vorfitzend/Beanstandung fand. Sodann gedachte war wahrend ber Tagessmndcn von 6530 Personen an den des ^lusiwwü- verstorbenen Mitglieder Leseabenden von 859 Personen besucht. Von dm ausgeliebcnen baden iiu beren^Lnk^?-/^ JuA-rat Dr. BergaZ-AieZ. Werken wurden 745 mit 1047 Bänden an 231 auswärtige Di" erhoben Ausael/ed^ 7 Anwesenden von den Sih-n lecher verfcndct. Die B-nuhnng der Vo r b i l d e r s a in m l u n a Kriesbeim ans dem Verband der Burgervercm hat durch bie Ausgabe des Katalogs und die Eröffnung dcq ftnd'v körvcrschaiü/ck^'Mi^Ä Neu emgetreten Vorbilder,aalrs eine bemerftnswcrle Zunahme erfahren Es sind Nchda derÄtnrwEns^i^?N^ -tC m!r?e o?2“crbadk 6ei WVMWMMMAUMWW die Abteilungen Baukunit unb Mohnnngsausstattung, sodann die Volk-si-rankiurt Warr.t ^"ä^’Äefcnwb, &eneralfefretac treten und schmückenden Künste, Aialerei unb Bildnerei, ferner dem M nb ‘4' ?!' Zentrale hat bte Waturrormen unb bie Ornamente. Im neu eröffneten Vorbilder- vorberaebenben iüns ehben|° fl.lr saale würbe von 33 Personen unmittelbar nach Voröilb-rn (t „ t“,9' e£ä Pohlmeyer zur Verfügung zeichnet unb firmiert. Der Besuch des V- "r 6emu\\"u mg ‘ würben, bezifferte sich auf 11 252 Personen. Ueber die finanziellen Ver- V r ^usschußsitzungen des hältniffe der Zentralstelle für die Gewerbe unb den Landes- lÄrn und Rauf^W ^obelt-Schwaw gewerbevereiii ijt mitzuteilen, daß von den Gesamteinnahmen von w wwIkT sn s k ^ ftveten, wahrerid umgekehrt letzterer 733 970 Mark 317 907,90 Mark oder rund 43 32 Prozent aus \rc, buj« ^0(^01: Kinkler und Schul- äSäs: IfiSTM » Ä-ÄWfi 183 Lehrer und 1 Lehrerin. Wenn auch die Gesamtzahl der Schüler J11 bU1J9bun9en f“1 ganz Deutschland im an diesen Unterrichtsanstalten gegen bas' Vorjahr etwas -uoe- ^ntralistiswen Sinne auszugestalten versucht wird, steht der Mittel- iwmmen hat, so ist doch im Besuch einiger Gewerbeschulen üit ^^vtzche Verband auf dem Standpunkt, daß der Schwerpunkt den letzten 2 bis 3 Jahrm "wX w 5SS - r“ in landschaftlichen Verbändest Mit der von Jahr zu Jahr Uebcneua^ t^r rr %tL Po hl m e y e r - Berlin vertritt die Ansicht der Unentbehrlichkeit chemischer Unterfujungen zur Lch'ung gewerblicher “ntcr ollen Umstanden der Deutschen und industrieller Fragen, welche sowohl für Gewerbetreibende und N weiterhin treu zu bleiben, ^nt weiteren Verlauf Fabrikanten, sowie für staatliche und städlsiche Behörden von ^5 .^hondlungen kommt auch das Verhältnis zu dem Main- Wichtigkeit sind, erweitert sich das Arbeitsgebiet der Großh chc- Iheuiffchen Verband zur Sprache, das sich vielfach als das einer mischen P r ü f u n g s st a t i 0 n für d i e G e w e r b e. Es tmn ^"kurvenz au^geüaltet hat. Beide Verbandsleitungeu haben demnach auch für bas abgelaufene Etatsjahr wiederum von einer r6 b S Bestreben, im Sinne der früher getroffenen Verein- starten Vermehrung der Tätigkeit ber Anstalt berichtet werden ^Ä"9^ Sette zu arbeiten. Die vom MittelrheiNifäM mdem die Gesamtzahl der zur Untersuchung eingesandten Gegen-^^^c^ung fdjciterte an der Weigerung 'lande, der Auskunftserteilungen unb ber' gefonbert auggearteiteicn ber ©eutf^en @efcllfd&aft zur Gutachten auf 1261 stieg. uuv^uroeilc.ien Verbreitung von Volksbildung anzujchließen. Es wird sodann Was die H a n d w e r k e r-Z e n t r a l g e n 0 sse n s ch a ft be- lolgender Antrag des Schulrats Scherer angenommen: trifft, ,o ist leider dieses so segensreich wirkende Unternehmen Mittelrheiniiche Verband erwartet auf Grund des neuen das bisher das einzige in seiner Art in oanz Deutschland ist ^kommens nut der Zentrale bezüglich der erhöhten Beitrags- unb welches durch feine erfolgreiche Tätigkeil vei den Gewerbe- ^/lung, daß nun auch die einzelnen körper,chastttchen Mitglieder fvrberungs^llcn aller Bundesstaaten große Anerkennung ge- gleichen Rechte der direkten Vereine und daß auch fettens timten hat, in den hessischen HaiidwerOskreiseil noch zu wenig aller Mitglieder innerhalb bekannt, zumal die Hesftsche Handwerker-Zentral-Genossenschaft aus Berbandsgebwts zugestellt wird. gewipen Rücksichten auf unlautere Propaganda verzichtet. Es ist .... So^nn wird beschlossen, entsprechend den um 2 Mk. er* oarum allen Haiidiverkern in ihrem eigenen Interesse dringend höhten Beitrag der Vereine an die Zentrale den Mindestbeitrag avöuraten, bevor sie einen Kauf 'fest abschließen, sich mit einer von 6 auf 8 Mk. zu erhöhen. Diesem erhöhten Beitrag stehen Anfrage an die Hesftsche Zenttal-Genosfenschaft zu tuenden, einer auch erhöhte Leistungen der Zentrale gegen die Vereine gegenüber. bie Jie zu nichts verpflichtet, ihnen aber viel Zeit, . Hauptlehrer Neumüller aus Frankenthal erstattete sodann Geld und Umstäiide zu er, bar en vermag, und andererseits auf baS emen zufammenstellenden Bericht über die 10 ein gegangenen ^7, "^Warden des Unternehmens in ihren Kreisen stets und I Jahresberichte der Einzelvereine. Er glaubte auf Grund biefer allenthalben hmzuwirken. Der Direktor des Instituts, Herr Paech, Berichte die Vereine davor warnen zu müssen, die Ziele nicht ist bereit, gegen Erstattung nur brc direkten Auslagen in allen ön hvA ZU. stecken, und hob die außerordentlich günstigen Erfolge Bezirksverbanden und Gewerbevereinen auftlärende Vortt'äge zu ves Main-Rheinischen Verbandstheaters hervor. I)aItclL Die Rechnung von 1906 wurde für richtig befunden, für In der sich anschließenden Diskussion erörterte Lauft- Jahresrechnung von 1907 werben brei Herren aus Gießen Darmstadt Fragen des Leürlinaswesens (Horst, Franz und Böhm) als Revisoren gewählt. Der Voranschlag Dia itMfhÄTirin? r r „ • wird m Emnahmc. uud Ausgabe auf 596 Mk. sestgestellt. Unter uachftiayrlge Hauptversammlung soll :n den Ausgaben erscheinen u. a. 215 Mk. Beiträge an bie Berliner Darmstadt ftattfinben im Hinblick auf die hessische Zentrale. Vier Vorträge können von dem Verband ans mit 130 Landesausstellung für freie und angewandte Kunst. Ver- Sj-^ar? den Vereinen zur Verfügung gestellt werden. bunbeit damit sott werden eine Landesausstellung der Hess. p nächstjährige Hauptversammlung wird in Malstatt-Burbach gewerbliKen Unterrichtsanstalten. Gleichzeitig wird auch | " .SBei“ bet Neuwahl des Ausschusses wurden die seitherigen 3(2) 1 2 3 1 anderen Neubildungen 2 (2) 1(D 3(1) Gießen gebrachte Kranke kommen. Handel . 112.80 Obeischles. Eisen-Industrie 101.50 Berliner Börse, 23. Sept. Aiifangskurse. 145.00 . 800 Soiidernussteiüiiig mustergültigen Woiinräumen in jeder Preislage. "APENT^j d Laarabtitte . Nordd. Lloyd 1(1) 4(1) 3 1 2 (1) 2(2) 6(4) 1 (2) 2(1) 1 (1) 14 (4) 2(2) 3(1) 1 1 155.25 126.80 228.50 140.00 171.40 140.00 199.80 93.10 188.90 29 90 140.00 127.00 2(2) 3(1) 4 6(4) Selbstmord Verunglückung Elektriz. Lahm eyer . . . Elektriz. Schuckert . . . Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amerik. Paketf. Harpener Bergwerk. . . . 207.00 . 116.20 Angeborener Lcbcns-- schwäche Altersschwäche Harpener Bergwerk Lanrabütte Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . Tiirkenlose . . . 120.00 102.60 217.00 203.30 130.10 205.00 222.00 Canada E. B. . . Darmstädter Bank Deutsche Bank . Dortmunder-Union C Dresdner Bank Tendenz: ruhig . . 164.80 . . 126.50 . . 228.40 . . 65.40 . . 140.10 203.60 222.00 29.80 Peichsanleihe do. Konsols . < do. . < Hessen . . Oberbessen , Tuberkulose anderer Organe Lungenentzündung oiift. Krankheiten der Atmungsorgane Gehirnschlag Magendarmkatarrh Krebs Tiirkenlose..... 4% Griech. Monopol-Aul 4% äussere Argentinier 3°/e Mexikaner « . . 4>s°/o Chinesen . . . Aktien: Bochum Guss . . . . Buderus E. W. . . . Tendenz: fest. Berliner Handelsges. . . Darmstädter Bank . . . Deutsche Bank . . . « Deutsch-Asiat Bank . . Diskonto-Kommandit . . Dresdner Bank . . . Kreditaktien . . . . . Baltimore- und Ohio- Eisenlahn . . . . . Gottbardbahn . . . . . Lombard. Eisenbahn . . Oesterr. Staats bahn . . . Pnuce-Henri-Eisenbahu . . 145.40 . 48.50 . 85 00 . 62.20 . 95.30 3(2) 1(1) 1 93.50 83.75 93.80 83.80 92.25 92.00 97.55 -98 10 92 80 65 60 66 50 92.10 90.90 93.25 Darmstädter Möbelfabrik Daimstadt, Heidelbergerstr. 129 ■ — ■ - Kunstschrehicrei - - - Werkstätte für Wohnungs-Einrichtungen jeden Stils. tiröNHte, existierende, stets wechselnde 4 % Oesterr. Goldrente 4l/e % Oesterr. Silberrente 4 % Ungar. Goldrente . . 4% Italien. Rente . . « 3-6 Portugiesen Serie I 3% Portugiesen „ III 4 J-i0/# russ.Staatsanl. 1905 4/6° o japau. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 Telefonisch® Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie, Giessen. Fran 1cfurter Börse, 23. Sept., 1.15 Uhr. 3 'Ä'h 356 3^°/. 3% 3)47. 3X7( Gießener Strafkammer. )( Gießen, 20. Sept. Zwei wandernde Gesellen. Im August traf der S ch r e i n e r F. M. aus Groß-Breidenbach auf der Wanderschaft mit dem Schweizer G. B. aus Tarnow zusammen. Sie walzten hierher, zechten in mehreren Wirtschaften und suchten dann die Herberge zur Heimat auf. Dort hatte ein Seemann sein mit kaum nennenswertem Werte gefülltes Felleisen unter einer Bank liegen. M., der, nach seinen vielen Vorstrafen zu urteilen, eine günstige Gelegenheit -um „^krallen" nicht so leicht vorübergehen läßt, nahm die Habseligkeiten des Kunden und gab sie B, mit dem er die Herberge heimlich verließ. Der Bestohlene setzte den Dieben nach und veranlaßte ihre Festnahme. M. machte sich zur Ausrede, B. habe ihm unterwegs erzählt, er habe noch Sachen in Gießen; er habe in seiner Angetrunkenheit angenommen, die Sachen gehören ihm, zumal sie dieser ohne Widerrede mitgenommen hat. B. will von der ganzen Sache nichts wissen, da er total betrunken gewesen sei. Diese Angaben fanden aber keinen Glauben. M. wurde wegen Diebstahls im Rückfall zu 6 Monaten Gefängnis und 5j übrig em Ehrverlust verurteilt; sein Genosse kam mit einer durch die erlittene Untersuchungshaft als verbüßt zu erachtende Gefängnisstrafe von 4 Wochen davon. Erfolgreiche Berufung. Das Schöffengericht Bad-Nauheim hatte den W e i ß b i n d e r H. St. von Rödgen (Kreis Friedberg) wegen Beleidigung des Polizeidieners F. zu 60 Mk. Geldstrafe verurteilt und dem Beleidigten die Befugnis zugcsprochcn, die Verurteilung des Angeklagten in den zwei Bad-Nauheimer Zeitungen und an den Ortstafeln zu Dorheim und Rödgen zu veröffentlichen. Die erste Instanz hatte für erwiesen angenommen, daß der Angeklagte in Gegenwart einer Anzahl Arbeiter erzählt hat, der Polizeidiener l-abe Krankcnkasscngelder in Höhe von über 100 Mark unterschlagen. Diese Angaben konnten zwar nur von einem Zeugen bestätigt werden, aber das Schöffengericht hatte keinen Anlaß, seinen Angaben zu mißtrauen, wenn sie auch von dem Angeklagten als unwahr bezeichnet wurden. Der Angeklagte erhob Berufung und setzte alle Hebel in Bewegung, um den Zeugen unglaubhaft erscheinen zu lassen; unter anderem hat er auch ein Verfahren wegen Meineids gegen ihn veranlaßt. Es gelang ihm auch nachzuweisen, daß der Zeuge bezüglich der Aeußerung verschiedene Angaben gemacht hat. Während er an der einen Stelle erzählte, der Angeklagte habe gesagt, der Ortspolizist von Rödgen hat 103 Mk. unterschlagen, so lautete nach einer Erzählunc bei anderen die Aeußerung; Der Polizeirat Fink soll 160—163 Mark unterschlagen haben. Es trat noch weiter zutage, daß der Zeuge bestraft ist und sich nicht ld'es besten Rufes erfreut. Unter diesen Umständen hielt es die Strafkammer für bedenklich, aus diese Aussage allein hin ein verurteilendes Erkenntnis zu gründen. Es trat deshalb Freispruch ein, wenn auch nicht verkannt wurde, daß der Angeklagte nach wie vor verdächtig bleibt. Ein Leichenfledderer. Der Maurer W. St. ans Herbstein traf hier einen Knecht aus Elpenrod und besuchte mehrere Wirtschaften mit ihm. Als der Knecht stark angetrunken war, nahm er ihn mit unter dem Vorwande, er könne bei ihm schlafen. Im Hofe des Justizgebäudes, wo zurzeit Arbeiten verrichtet werden, veranlaßte St. den Knecht, sich mit ihm auf einige dort liegende Dielen niederzulassen. Der Knecht schlief alsbald ein und St. nahm ihm die Taschenuhr ab und entfernte sich damit. Am andern Tag erhob der Bestohlene auf dem Polizeiamt Anzeige wegen des Vorfalles, und als er das Lokal verließ, lief ihm der Dieb gerade in die Hände, der sofort sestgenominen wurde. Der Staatsanwalt, der Gelegenheit hatte, die Vorstrafakten des Angeklagten anzusehen, hielt ihn für das Zuchthaus reif. Da es sich um den ersten Rückfall bau beit, wurden ihm nochmals mildernde Umstände zugebilligt und auf eine Gefängnisstrafe von 1 Jahr 6 Monaten, unter Anrechnung eines Monats Diphtherie Tuberkulose d. Lungen 4 (1) Beifall. **MusikunternehmungenunddieVorschriften der Gewerbeordnung, lieber die Frage, inwieweit Musikunternehmungen den Bestimmungen der G.-O. unterliegen, sind nach der „Darmst. Ztg." schon oft Zweifel entstanden. Eine kurze Zusammenstellung der für diese Frage maßgebenden Grundsätze, die von sämtlichen Bundesstaaten ancrfannt sind, mag daher von Interesse sein. Alle Musikunternehmungen, die nicht einem höheren Kunstinteresse dienen, werden als gewerbliche Betriebe im Sinne der Gewerbeordnung angesehen. .Daher sind alle aus gewerbliche Unternehmer, Gehilfen, Lehrlinge usw. bezüglichen Vorschriften der Gewerbeordnung (einschl. der Vorschriften über Forrbckdungsschulzwang und Ruhezeiten), sowie die Vorschriften sonstiger auf Gewerbebetriebe bezüglicher Gesetze (Gewerbegerichte, Urankenversichernng, Invalidenversicherung Mw.) auf die in solchen Betrieben beschäftigten Personen anzuwenden. — Die Frage, ob ein höheres Kunstinteresse vorliegt, wird von den in Betracht kommenden Behörden stets von Fall zu Fall entschieden, wobei neben der subjeitiven künstlerischen Qualifikation des Musikunter- nehmers in erster Linie der objektive Charakter des Musikunler- nehmens geprüft wird. Diese Prüfung nach der objektiven Seite hin ist notwendig, denn künstlerisch ausgebildete Unternehmer können trotz ihrer persönlichen Befähigung zu Darbietungen von höherem Kunstinterepe sehr wohl auch em rein gewerbliches Musikunternehmen, dem ein solches höheres Interesse nicht mnewohnt, betreiben; tatsächlich geschieht dies auch vielfach. — In der Reget wird, wenn im einzelnen Fall nicht das Gegenteil bewiesen wird, angenommen, daß ein Musikunternehmen dann dem höheren Kunstinteresse nicht dient, wenn es hauptsächlich nur der Veranstaltung von Musik bei Bällen, Tanzereien, Banketten, Festessen ober sonstigen Vergnügungen oder bei Umzügen aller Art, sowie bei den in § 33 a der Gewerbeordnung genannten Darbietungen bient. Einzelstehende, nicht in Kapellen usw. angestellte Musiker, bereu Hauptbeschäftigung in der im vorigen Satze bezeichneten Art musikalischer Tätigkeit besteht, stehen in dieser Beziehung den mit Gehilfen arbeitenden Musitunternehmern gleich und lallen deshalb in der Regel gleichfalls unter die Bestimmungen Der Gewerbeordnung. Ebenso werden in der Regel als Gewerbebetriebe zu behandeln sein Unternehmungen, bei denen in erheblichem Umfange Lehrlinge als ausübende Musiker verwendet werden. Grün berg, 21. Sept. Am Geburtstage I. K. H. der Großherzogin unternahm der hiesige Bezirks- Leh r e r - T u r n v e r c i n feinen ersten größeren T u r n - gang Ter Sammelpunkt war Bahnhof Freienfeen; Abmarsch morgens 8 Uhr. Es hatten sich eine stattliche Anzahl Mitglieder, sowie auch einige Nichtnutglieder, 20 an der Zahl, einaesunden. Als Ziel des Turngangs hatte man das landschaftlich und geschichtlich sehr anziehende Berg- -m .Nl.-der mm großen Teil wiedergewählt. Neugewählt wurden Frankfurt und AmbciDid* ^C^erC weiter vorgesehene Vortrag des Herrn Dr. Pohlmever «der freiwillige BildungSbeftrebungen der Gegenwart wird der nnraerürfteii Zeit halber von der Tagesordnung abgesetzt. Vt Beendigung der Tagung fand ein gemeinschaftliches Mittagessen statt, in dessen Verlauf Professor Dr. Rin fier S. K. H. GroßherzogS gedachte, der al* Förderer von Kunst und oa neuschast unter den deutschen Fürsten an erster Stelle stehe. tUmnasiallehrer Lerch-Darmstadt sprach dem Kaufmännischen a;.-rein und dessen Vorsitzenden Herrn Horst den Dank der Gäste für die Vorbereitung der Tagung aus. Nach Beendigung offene begaben sich die Teilnehmer infolge einer Einladung L; Kausmänmschen Vereins zu Wagen nach dem Schiffenberg, wo Vai fee eingenommen wurde. Die auswärtigen Gäste waren v.t Oobes voll über die Umgebung Gießens und insbesondere den "diiffcnbcrg Erft die späteren Abendzüge führten sie in ihre Heimat zurück. 2lu$ Stadt und Land. Gießen, 23. Sept. 1907. •• Kirchliche Personalien. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog haben den dnich die DekanatSspnode des Dekanats Groß-Umstadt für den Nest der im Jahre 1908 ablausenden Wahlperiode vollzogenen Wahlen des evang. Pfarrers Rüg. Knodt 31t Groß-Zimmern zmn Dekan und des evang. Pfarrers Wilh. Brieglcb 31t Groß-Umstadt zum Stellvertreter die Bestätigung erteilt. •’ Ordensangelegenheit. Se. Königs. Hoh. der Groß Herzog haben dem LandeswohnungSinspektor Gust. Gretzschel die (Erlaubnis zur Annahme und 311111 Tragen ihm von dem Prinzregenten deL Königreichs Bayern verliehenen Verdienstordens vom Heiligen Michael 4. Klasse erteilt. ** Erledigt sind: Zwei mit evang. Lehrern zu besetzende Lehrerstellen an der Gemeindeschule zu Bürgel, und je eine rnit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrerftelle an den Gemeindeschulen zu Hergershansen und Lengfeld. Mit der Stelle in Hergershcunen ist Organistendienst verbunden. — Die Stelle des Forstwarts der Forstwartei R e i n h a r d s h a i n, Ober- fövftcrei (Stirnberg, vom 15. November 1907 ab. •• Zmetschenpreife. Trotz einer sehr großen Zwetschenernte in Rheinhessen halten sich die Preise auf dem Ingelheimer Obstniarkt auf angemessener Höhe. Verschiedene Notizen in mehreren Tageszeitungen, wonach der Preis für den Zentner schöner Zwetschen auf Mk. 1.50 und weniger gesunken sei, entsprechen keineswegs den Tatsachen. Schöne Zwetschen erzielen aiich heute noch einen Preis von Mk. 2.50 bis Mk. 3.— **StuartCurnberland-Abend. Ein Abend voller Wunder und Ueberrasihungen war der Samstagabend in Steins Garten. Ter Künstler und seine Partnerin boten cme Menge unterhaltender Zauberstückchen und magischer Künste dar. Es war nur schade, daß alle diese Tricks vor keinem sehr zahlreichen Publikum vorgesührt wurden. Herr Cumberland erwies sich als ein ausgezeichneter Eauseur, der schnell verstand, alles in seinen Bann zu ziehen. Er verwandelte im Handumdrehen seidene Taschentücher in Hühnereier und aus Hühnereiern ließ er seidene Taschentücher hervorgehen. Harte blinkende Taler und andere Geldmünzen schüttelte er aus den Hüten der Herren; in der nächsten Minute „pflückte" er sogar das Geld bald hier bald dort im Publikum von Röcken, Westen und Kleidern. In manches seiner Zauberstückchen weihte der Künstler uns ein — 0,1 wie einfach war das doch! — aber wer will's nachmachen? In der Gedächtniskunst, ebenso im Gedankenerrateu entwickelte feine Partnerin bewundernswerte^ Leistungen. Großen Erfolg erzielte auch die spiritistische Sitzung. Fast glaubte man, daß unsichtbare Geister aus der vierten Dimension auf die Bühne gekommen seien, um dort ihren Schabernack zu treiben: es lungelre mit drei, vier Glocken, es regnete Blechteller, es wurde gezwickt und gezwackt^ Und doch wußte man nicht, woher das alles kam. Den Schluß der Soiree nahm Madeleines Schlastanz ein. In duftigem grünen Gewände tanzte die Künstlerin. Bald war es Jubel und Freude, bald Leid und Schmerz, was sich in ihren Bewegungen kundgab, die sich der Musik anpaßten. In ihrem hypnotischen Zustande war die Dame vollständig unempfänglich für Nadelstiche, Gliederverrenkungen und andere Berührungen. Starr und steif, totähnlich, lag sie vor uns — wohl allen ein Rätsel. Die Vorführungen fanden reichen tädtchen Nlrl'chstei n, das höchstgelegene Städtchen des Großherzogtums, gewählt. Der Weg führte an herrlichen Wiesen des Seenbachtals aufwärts an der Löbsacks-, Schreiners- und Baumkircher Mühle vorbei; kreuzte bei dem Ober eener Hof die Kreisstraße Altenhain-Beßenrod und brachte )ie Teilnehmer immer auf dem rechten Ufer des Seenbachs entlang bis zum Petershainer Hof mit Forsthaus. Hier gegen 10 Uhr angekommen, wurde sich in der einfachen, aber anderen, und schön gelegenen Wirtschaft etwas gestärkt. Vom Petershriner §>o'e aus ging es über landschaftlich ehr anziel.eude Triften, geziert durch Felspartien und Busch werk nach Kölzenhain und von da die Ehaussee nach Feld- ’TÜcfcn. Von hier aus wurde der steile Ulrichsteiner Schloßberg erstiegen. Durch den auf der Südseite befindlichen Haupteingang gelangte man aus die Schloßimine. Leider hatte man wegen des nebeligen Wetters nicht die erhoffte Fernsicht. Mittlerweile war es 1 Uhr geworden und man begab sich in den „Vogelsberger Hof", um das von Freienseen aus telephonisch bestellte Mittagessen einzunehmen. Der erste Vorsitzende des Lehrer-Turnvereins, Lehrer Wolf- Bersrod, verbreitete sich in längerer Rede über den Zweck und Nutzen der Turngänge nnd brachte zum Schlüsse ein begeistert aufgenommenes Hoch aus unser erlauchtes Herrscherhaus aus, worauf „Heil unserm Fürsten, .Heil" genügen wurde. Nach einem Aufenthalt von etwa 3 Stunden, >ie bei Gesang und Gläser klang, leider allzu rasch ve"schwan- den, mutzte man wieder an den Heimweg dent'en. Derselbe ging über Bobenhausen II., HöckerLdorf, Groß-Eichen, Ilsdorf nach Mücke. Hier trennte man sich mit dem Bewußtsein, einen schönen Tag verlebt zu haben. ** Büdingen, 20. Sept. Zu G e 111 e i n d e r a t s rn i t- gliedern wurden gewählt: Bobenhausen Friedrich dties lr. Aug. Karl Albrand und Karl Carl. Altenstadt Ang. Steuernagel, Wilhelm Schmidt und Johs. Peter Kröll. Ranstadt Friedr. Bernhardt 3r. Gg. Hrch. Prensch, Richard Mickel nnd Peter Müller 5r. Michelnau Karl Diehlmann, Ludw. Ockel und Johs. Schmidt. Bisses Karl Hintel, Jol>s. Knau und Georg Tugend 3r. Berstadt Wilh. Koch, Wild. Storck 3r., Ang. Schwab nnd Wilhelm Hinkel 2r. Heuchelheim (Kreis Büdingen) Otto Weitz, Friedrich Weitz und Leo Faift. Asbach i. Odenw., 20. Sept. Gestern sand hier unter Teilnahme der ganzen Bewohnerschaft unserer Umgegend die Beerdigung der Kinder des Müllers dteuroth, die dem Raubmörder Martin 3111*1 Opfer gefallen waren, statt. Die tief ergreifende Grabrede hielt Pfarrer Bernhard aus Ernst- Hosen. — Da da§ Gerücht entstanden war, daß der Mörder an den Ort seiner scheußlichen Tat gebracht werden sollte, hatte sich eine große Mensche n mege in unserem Orte versammelt. Zmn Glück für ihn und für die Leute geschah aber die Vorführung nicht, denn bei der furchtbaren Erbitterung gegen den bestialischen Tater wäre 311 befürchten gewesen, daß die Einwohner unseres Ortes kurzen Prozeß mit ihm gemacht hätten. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Beigeordneter Herrn. Schädel zu Liß- berg ist wiedergewählt und der Wahl die Bestätigung erteilt worden. — In H e l d e n 5 e r g e n ertränkte s i ch der Gastwirt Winter in einem Jauchengrube aus unbekannten Gründen. — In Frankfurt wurde an der Galluswarte ein Mann, als er die Mainzer Landstraße überschreiten wollte, von einem Automobil überfahren und leicht verletzt. — Leopold Arnold, dem Verwaltungsdirektor des Stadttheaters in F r a n k- f u r t a. M., wurde anläßlich seiner dreißigjährigen Wirrsamkeit beim Theater das Ritterkreuz 2. Klasse des Herzog!. Sachsen- Ernestinischen Hausordens verliehen. sonstigen Krankheiten 17 (5) _____________________ Summa: 51 (21) 37 (17) 9 (8) 5 (1) , Anm.: Die m Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Tc-desiäNe in der betreffenden Krankheit aus von an-märtS nach Tausendfach bewährte Mahnung bei: Brechdurchfall, -Kind.rm.hi K , Diarrhöe, -Krankenkost Darmkatarrh, etc Untersuchungshaft, erkannt. Gleichzeitig wurden ihm die bür.i tzeiiülaugkr sofort gesucht. 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