Erstes Blatt 157. Jahrgang Donnerstag 22. August 1907 außer Sonntags. A > > Bezug-pret-r Dem Gießener Anzeiger W ▼ monatlich 75 Pf^ viertel« werben im Wechsel mit /| «dg ▲ Jk JWk Z\A M Ehrlich Mk. 2.20: durch ZsMLMKtr ÄMlßetM fchlußf.d. Redaktion 112 WflF Verantwortlich NM EemrÄ-Mzeiger für Gberheffen 8-8Z flnnai|me hii «ttjetgen W ” Ä f! u.Land- und „Gerichts- bis »onnittaas'"ffi RotqtisnrdNlS und Verlag der Vrähl'schen Univ.-Vuch. und Zteindruüerei. «. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstrah« 7. E. HM: Mr den ' *♦•1 jciycmeii • -öcct< Zur Abwehr. Von nationalliberaler Seite werden wir um Aufnahme des' Nachstehenden gebeten: I Immer sich wiederholende Ausstreuungen von Antisemiten/ die den Nationalliberalismus bei dem Bauernstand und dem städtischen Bürgertum in Mißkredit zu bringen und sich als die alleinigen Freunde des Mittelstandes hrnzustellen suchen, nötigen mich leider noch einmal die Jeder z uv'Ab w e h r zu ergreifen. Es ist eine sonderbare Behauptung, daß die Mittelstands-« bewegung der in sich so gespaltenen antisemitisch-agrarischen Gruppe den Nationalliberalismus erst zur Beschäftigung mit diesen Fragen gebracht haben sollte. Schon die Tatsache, daß diese Gruppen ^zusammen 1907 nur 584 000 Stimmen gegenüber! den 1 743 700 Stimmen der nationalliberalen Partei hatten, sollte doch davor stutzig machen, etwas derartiges anzunehmen. Ten Vorwurf der Spaltung in solchen Fragen gebe ich den Herren einfach zurück; denn in keiner Partei im Reichstage, haben die Angehörigen jener Gruppen so ost gegen einan«, der gestimmt und geredet als gerade bei dieser h et e r o g e n e n Bereinigung. ' Es ist eine grobe Unwahrheit, daß sich die nationalliberale Partei gegenüber den Forderungen der Mittelstandsbewegung fast durchweg ablehnend verhalten habe. Ter gegen uns ins Feld geführte Berliner Obermeister Rahardt lud am 17. März 1906 den Vo rstand der nativ nalliberalen Fraktion des Reichstags zu einer VersamuUung der Mittelstandsver- einigung ein. In dem Einladungsschreiben heißt cs: „Es würde uns eine ganz besondere Freude sein, wenn der ergebenst unterzeichnete Vorstand das Vergnügen hätte, Vertreter dernationalliberalenFraktion, welche allezeit die Interessen des M i L te l st a n d e s nach bestem Wissen und Können v e r t r e t en hat, in der Versammlung begrüßen zu können. Ueber die Stellung pes Bundes der Landwirte zu uns und der deutschsozialen Partei sage ich: Es kann nicht wahr sein, daß der Bund die Antisemiten stets als. zuverlässig in landwirtschaftlichen Fragen anerkennt; denn wie lange ist es her, daß dm T>und und die Antisemiten sich im hiesigen Wahlkreise bekämpft haben? Nun zudem gewerblichen Mittelstand- Man sucht der nationalliberalen Partei eins anzuhängen durch Hinweis auf Vorgänge bei den Stadtverordnetenwahlen in Frankfurt und auf eine Aeußerung der Köln- Zeitung. Jnbezug auf ersteres sage cch: Solche Vorkommnisse müssen vor allen Dingen vom örtlichen Standpunkt aus beurteilt werden, von lokalen Verhältnissen und von ^erfo neu fragen- Als Maßstab für die Beurteilung einer Partei im ganzen Reiche lassen sie sich nicht verwenden. Ebenso muß ich die Aeußerung der Köln- Zeitung, wenn sie wirklich den angegebenen Sinn haben -vllte, als Gradmesser zurückweisen; denn die in Betracht kommende Rede des Herrn Patzig fand in Goslar lebhaften, lairganhaltenden Beifallund wurde von unserer Partei als programmatisch während der letzten Wahlkämpfe als Flugblatt verteilt; letzteres geschah auch hier- Tos allein ist maßgebend und nicht etwa die Aeußerung eines Redakteurs b_e r Kölnischen Zeitung. Im folgenden sei nun eine Skizze der Tätigkeit der nationalliberalen Partei auf den in Betracht kom- nicuDen Gebieten gezeichnet- Auf Vollständigkeit erheben diese Ausiührungen feinen Anspruch. Bei Schaffung des deutschen Reiches und desl Reichstages tagen unsere wirtschaftlichen Verhältnisse ganz anders als heute- Landwirtschaft, Handel und Gewerbe und die geringe Industrie konnten unsere 40 Millionen-Bcvölkerung ohne große Schwierig- leiten ernähren- ' Erst von den 70er Jahren an nahm unsere Bevölkerung stark zu und das wirtschaftliche Leben wurde ver- rüidcUer. In jener Zeit standen nationale und kulturelle Fragen rin Vordergrund des politischen Interesses- Erst der wirtschaft- stche ’Jiiebergang, der auf die erste Hochflut folgte, zeigte drohende Gefahren und Schäden- Daß bei der Lösung neuer Fragen auch Ustgrisse Vorkommen, ist selbstverständlich Ter Schritt, den man l8'>8 inbezug auf das Jnnnngswesen zu weit-gegangen war, ist richt von Antisemiten sondern von dem nationalliberalen Tr- Miquel durch das sog- Osnabrücker Statut wieder rückgängig zemacht worden- Tie nationalliberale Partei hat zur Förderung der klein- ürgerlichen Verhältnisse, 1880 für Gesetze zur Einschränkung ) es Geld- u nb Grund Wuchers g e ft i mm t- An den Schulze-Telitzschen Kr e di tv e re i n e n varen viele Nationalliberale beteiligt- 1893 suchte man den Sachwucher, namentlich den Vieh- vucher zu treffen- 1895 wurde die Zcntralgeno ssenschastskasse ins Leben gerufen- > Alte diese Gesetze und Einrichtungen zielen aufFörderung )es Interesses des Hewervlichen Mittelstandes« r n d der Landwirtschaft a b- 1894 erfolgte in Frankfurt die Aufstellung eines neuen virtschaftlichen Programms der nationallibe- : al en Partei- Tiefe begrüßt'- daher das Marke nschutz- ! e s e tz, stimmte den Vorschlägen wegen der üblen Nachrede und ber verläumderischen Kreditschält g u n g e n zu, ebenso den Bestimmungen gegen den Verrat vo n B etrieos- undGeschästsge Heimnissen. Was ist nicht alles geschehen zur Heranbildung eines uch tig en Standes auf dem Gebiete der Gewerbe nirch Bestimmungen über das Lehrlingswesen, Anlage )on gewerblichen und kaufmännischen Schulen, Interstützuirg von Ausstellungen? In Preußen, >as gegen 10 Millionen jährlich für Hebuwg der Gewerbe >urch Schulen ausgibt, hat gerade der n at io n a l lib er a le Oe i n i st e r Möller mit dem Abgeordnetenhaus ein 5 t) ft ent der Gewerbeförderung geschaffen- In u n s e r e m L a n d e, in dem die nationalliberale Partei >och seit Mitte der 70 er Jahre eine hervorragende Rolle spielt, ,t ungeheuer viel für, b ie Förder un g der Gewerbe [ e t a n !vorden- Im Reichstage hat die nationalliberale Partei Anträge gestellt wegen neuer Regelung des Ausver- a u f s w e s e n s , der S'i ch e r u n g d e r F o r d e r u n g e n d e r i)au Handwerker, wegen der Sonntagsruhe auf । en Kontoren, wegen des Lehrlingswesens, wegen >er Zuständigkeit der Gewerbegerichte in geloiffen 5-ragen, wegen des unlauteren Wettbewerbs, wegen Schaffung von Kleinwohnungen, wegen der Schaf- ung von P e n s io n s kaffen für Privatbeamte. Un» ere großen Zeitungen und unsere Versammlungen beschäftigen ich eifrig mit diesen Fragen- Auch derWiesbadener Par- eita g int Oktober wird zum Teil dieserFrage gewidmet ein. In unseren Blättern bebatrdelt man die Frage der Schaffung einer Gelegenheit für Versicherung b er selbständigen Gewerbetreibenden mit einem Einkommen von über 2000 Mk- Und trotz allem wagt man uns von antisemitischer Seite als mittelstandsfeindlich zu verdächtigen! Sind mir auch keine einseitig agrarische P ar tei, so haben wir doch gearbeitet, um der bedrohten Landwirtschaft unterdie Arme zu greifen- Wir erfreuen uns ja gerade deswegen der „liebensivürdigsten" Vorwürfe seitens der Sozialdemokratie, der 5perren Barth, Gothein, Naumann- Unsere industriellen Parteimitglieder haben so beispielsweise für den russischen Handelsvertrag mit seinem Getreidezoll tro tz Zollerhöhungen auf Produkte der eigenen Inoustrie gestimmt- Sie sind eingetreten f ür d en Schutz der Landwirtschaft zur Verhütung von Seucheneinschleppung. Tie nationallib. Mitglieder der hessischen zweiten klammer haben r ei ch l i ch e 'M i11 el verWilligt für die Förderung der Landwirtschaft.^ Im jüngsten Reichstag zeugen Anträge für die Besserung der Sage der Weinbauern, für die Herabsetzung der i nl ändis chetl Z u ckerv er b r am chs a b g ab e zur Erhöhung des in la it di sch en Konsums, für die Schaffun g eines dem städtis chen M it te l st a nd und den Land- nzirten zugute 'kommenden Gesetzes durch Einführung desScheck- verkehrs u- a. von den: i'tetigen Interesse für die Landwirtschaft- Die bayerischen Nationalliberalen sagten jüngst in ihrem Ausruf: „Wir fordern energische Mithilfe im landwirtschaftlichen Erwerbskampf. Wir fordern tatkräftige Unter st ützung des Handwerks, des Klein- gelverbes in dem sch wer en Kampf um d i e Existenz, die Stärkung des M i t t e l st a n d e s. Auch die zum Mittelstände gehörige Beamtenschaft hat in der nationall. Partei stets Stütze gefunden! Die Schule und Lehrer in ihren materiellen und idealen Bestrebungen, die Beamten der Reichspvst und der Bahn. Tiefe Darlegungen aus dem großen politischen Leben zeigen, ob die antisemitischen Ausstreuungen haltbar sind oder nicht. -Fage in Marokko. Madrid, 21. Ang. Hiesigen Blättern zufolge soll bereits ein dritter ernster Angriff gegen Casablanca erfolgt sein. Casablanca, 21. Aug. Ueber den neuen Angriff, der gegen die Stadt erfolgte, wird berichtet, daß die Kriegsschiffe „Moire", und „Conds" in das Gefecht eingegrifsen und die Beschießung der Kabylen wieder ausgenommen habe. Einzelheiten über das Treffen fehlen noch. Paris, 21. Aug. Tie Schlacht vor den Mauern von Casablanca dauert nach Berichten hiesiger Zeitungen fort Tie Marokkaner suchten, in die Stadt einzudringen. Es gelang ihnen, fünf Breschen in die Mauern ^u schlagen, durch welche sie einschleichen wollten. An der rechten Stadtseite wurden drei Breschen geschlagen. Tie französische Besatzung ist mit der Vermauerung beschäftigt. Tanger, 21. Aug. Tie letzten Nachrichten aus Fez lauten unbefriedigend. Es wird befürchtet, daß die Europäer jeden Augenblick die Stadt verlassen müssen. Die Reise nach Tanger dürfte gefährlich sein; obwohl die Europäer gut beschützt werden, dürsten sie doch Beschimpfungen ausgesetzt sei. Es heißt, daß Muley Hafid srch geweigert habe, die Krone anzunehmen und sein Bestes tun werde, um die aufgeregten Gemüter zu beruhigen. Wie aus Tetuan verlautet, hat zwischen der Mahalla Buchta Ben Bagdadis und zwischen den Scharen der Aufrührer eine Schlacht stattgefunden, die siegreich für den Sultan endete. Viele wurden gefangen genommen und nach Tetuan gesandt. Ueber die Entlassung Mac Lean's ist nichts Neues zu berichten. London, 21. Aug. Tas Reuter'sche Bureau meldet unter dem 19. August aus Magador, daß dort zwar noch alles ruhig sei, aber unter den Europäern große Unruhe wegen ihrer Unsicherheit herrsche, da der französische Kreuzer zum Schutze der Stadt nicht ausreiche, wenn die Stämme sich erheben sollten. Das Bureaic meldet ferner, Muley Hafid sei in Marrakesch mit großem Jubel zum Sultan ausgerufen worden und habe die Regierung abgesetzt. Ter Kaid vom Atlas sei zum Gouverneur von Marrakesch ernannt worden. Weiter wird berichtet, daß Muley Hafid Vorbereitungen treffe, um mit 20 000 Reitern nach vtorden gegen Casablanca zum Angriff gegen die europäischen Truppen vorzugehen. Man fürchte, daß der neue Sultan nach den Hafenstädten Abgesandte schicken werde, um dort neue Gouverneure zu ernennen, wodurch sicherlich neue Unruhen entstehen werden. — Ueber das Schicksal Mac Leans herrscht noch immer Ungewißheit. Daily Mail meldet, der britische .^^n- sularagent von Alcazar habe sich, zur Armee El Mc . nws begeben, um Mac Lean zu empfangen, dessen Fr. clas- sung heute erwartet werde. Standard dagegen teilt mit, oaß Eingeborene versichern, Raisuli sei mit Atac Lean weiter ins Gebirge gegangen. Eine Berschwörung gegen ven König von Portugal. Madrid, 21. Aug. Wie aus Lissabon gemeldet wird, ist dort eine Verschwörung gegen dasLeben des Königs Don Carlos und des Premierministers Joao Franco entdeckt worden. Im Arbeiterviertel ereignete sich eine Dynämit-Explosion, bei der 2 Personen getötet und 2 verwundet wurden. Die Nachforschungen, die die Polizei aus diesem Anlaß anstellte,' führten zur Verhaftung eines Studenten der Medizin namens Joso Bettencourt. Bei seinem Verhör ergab sich, daß er der Anführer einer Verschwörer-Bande war, die ein Bomben-Attentat gegen den König und den Ministerpräsidenten plante und zu diesem Zweck eine Bom- ben-Werkstätte eingerichtet hatten. Ber einer Durchsuchung seiner Wohnung wurden b e l a st e u d e B a p i e r e gefunden. durch welche den Behörden die Namen vieler am Komplott beteiligten Personen bekannt wurden. Man schritt sofort zur Verhaftung von 30 Beteiligten, die fänitx lich der republikanischen Partei angehören. Sie wurden hierauf an Bord des in Jnjo vor Anker liegenden Kreuzers Adamastor gebracht. Es heißt, daß dort ein geheimes Prozeßverfahren gegen sie durchgeführt und sie dann nach der zu den hinterindischen Inseln gehörigen Kolonie Times deportiert werden sollen. Ausfallendes Berhalten der Chinesen. Petersburg, 21. Aug. Llus C h a r b l n kommt die Meldung, daß alle Chinesen, die bei Russen als Wächter, Köche usw. in Stellung sind, die Stadt verlassen und sich eiligst in ihre Heimat begeben. Ihre Abreise motivieren sie mit der nahe bevorstehenden Gefahr eines Krieges« Auf die Frage, welcher Krieg in Aussicht stehe, schweigen sie. Eine derart auffallende Erscheinung machte sich auch 1900 vor dem chinesischen Kriege bemerkbar. Deutsche» Reich. Kassel, 21. Llug. Der Kaiser ist heute abend 9 Uhr 30 Alin, mit dern Gefolge auf Bahnhof Wil Helms höhe eingetroffen unb hat sich nach dem Schloß begeben. Wilhelmshöhe, 21. Aug. Der japanische Prinz Kuni wurde vom 1. Oktober 1907 ab auf ein ^ahr zum Dienst beim 2. Garde-Regt. zu Fuß zugelassen. Berlin, 21. Aug. Eine Abordnung des katho» lisch en Lehrerverbandes Deutschlands (preußische Abteilung) hatte gestern vormittag eine Audienz" beim Kultusminister Herrn Dr. Holle, um ihm die Wünsche der katholischen Lehrer Preußens zu unterbreiten. In einer sich daran anschließenden zwanglosen Unterhaltung suchte der Minister sich namentlich über die Wünsche zur Besoldungs- und Küsterfrage zu orientieren und gab die Versicherung, die vorgetragenen Wünsche wohlwollend zu prüfen und das Mögliche zu ihrer Verwirklichung zu tun. — Die Besteigung des Erzbischof st uh les in Posen durch den Pfarrer und geistlichen Rat Reinh. Schirm eisen ist als gesichert zu betrachten. Schirmeisep ist zurzeit Pfarrer in Benthen in Oberschlesien. Er ist geboren am 23. Januar 1842 und erhielt die Weihe am 28. Juli 186-6. Koloniales. Muansa, 21. Äug. (W. B.) Der Dampfer „Clement Hill" ist nach fünftägiger Reise über den Viktoria-See mit Staatssekretär Dernburg und seiner Begleitung an Bord in MIlan s a eingetroffen. Von hier soll der Marsch nach Taborch angetreten werden. Eine neuerliche Aenderung des Reiseplanes^ nach der die Rückkehr von Tabora hierher und von hier über Mombassa nach Dar-es-Salaam erfolgen soll, ist wahrscheinlich. Es würde so Zeit für Ufambara und den Süden gewönnest werden. Während der Fahrt nach Muansa wurde Entebbe, die Hauptstadt des englischen Protektorats Uganda, angejaufeit und die deutsche Station Bukoba besichtigt, die unter HauM mann von Stimmer schnell emporblüht und große Ueberschüssi abwirft. .Der Staatssekretär empfing die Sultane der stark be^ völkerten Umgebung der Station, die mit großem Gefolge an- rückten, und gab ferner einer Einladung des sechs Stundest von Bukoba ansässigen Sultans Kahini Folge. — Nach fünftägiger Fahrt über den Viktoria- Nyanza, wobei mehrere englische und deutsche Ansiedelungen besucht wurden, hat Staatssekretär Dernburg mit seinen Begleitern Muansa am Südufer des Sees erreicht, von wo heute der Marsch nach Tabora angetreten wird. — Staatssekretär Dernburg entsandte auf Grund der Nachricht von der Grenzüberschreitung Morengas. Oberstleutnant Quade nach Teutsch-Südweftaftika. — Oberstleutnant von Estorsf beabsichtigt, mit den von Norden zusanmiengezogenen Truppen, welche am 22. d. marschbereit sein müssen, den Vormarsch nach dem Südosten dess Schutzgebietes anzutreten. Morengas Aufenthalt ist in der Gainsib-Kluft festgestellt. Es ist jedoch noch nicht zu sagen, ob der Rebell sich auf deutschem ober englischem Gebiet auf- hält. Auch scheint sein Anhang, der ursprünglich sich auf 400 Köpfe belief, sich nicht mehr so sicher bei ihm zu fühlen und auf jein Glück zu Oertrauen, denn er wird neuer- bingg bebeufenb gering er. Är-sland. Marienbad, 21. Aug. Ministerpräsident Clemen- ceau ist von Karlsbad hier eingetroffen und begab sich in daS Hotel Weimar, wo er vom König Eduard aufs herzlichste begrüßt wurde. Clemenceau trat heute nachmittag nach dem Frühstück beim König von England die Rückreise nach Karlsbad an, das er morgen verläßt, um über München nach Paris zurückzukehren. Rom, 21. Aug. Infolge der in letzter Zeit vorgekommenen antiklerikalen Kundgebungen hat der Papst beschlossen, die Leiche Leos XIII. in der Nacht ohne Feierlichkeit in den Lateran überführen zu lassen und zwar noch vor Ende des Sommers. Später wird ein Totenamt in der Basilika San Giovanni abgehalten. — Der „Osservatore Romano" veröffentlicht ein Dekret der Kongregation des Konzils, welches eine Reihe von Abänderungen und Bestimmungen trifft, die vom Tridentiner Konzil über die Formalitäten, betreffend baS Verl ö bnis und die Ehe, festgesetzt worden waren. Die neuen Anordnungen werden zu Ostern 1908 in Kraft treten-. Kopenhagen, 21. Aug. Der König und die däm- chen Reichstagsdelegierten kehrten heute vormittag von ihrer Reise nach Island zurück. Paris, 21. Aug. Wie der ,Eclair" meldet, hat der General Famin, Direktor der Kolonialtruppen, bereits vor öl i platz. Dort an gekommen, ergriff Bürgermeister Sann nos, tnals das Wort und gedachte der durch schweres Ungl^x heimgesuchten hessischen Schwestergemeinde Herbstein, gleich die Anwesenden zur Unterstützung ausfordernd. Ti? hierauf vom Bürgermeister Sann und die Lehrer Habermehl und Jnderthal veranstaltete Tellersammlung "ergab den Betrag von 44.50 Mk. £■ o r 0 e i m, 21. Aug. A ch t z i g Jahre alt wurde heute die Gräfin Mathilde zu Solms-Rödel he ini und Affenheim, geb. Prinzessin zu Salm-Horstmar, Witwc des Grafen Friedrich zu Solms-Rödelheim. --Ehringshausen a. d. Till, 21. Aug. An derselben Stelle, wo vor 49 Jahren das Feuer ein Gebäude als Opfer gesordert, brannte heute nachmittag ein H o l z st a l l und eine Scheuer des Landwirts Philipp Huttel nieder. Als man den in Flammen stehenden Stall und gleich danach die gefüllte Scheuer brennen sah, konnte man annehmen, dal sich das Feuer zum Großfeuer gestalten würde. Solche« wurde denn auch einigen Till- und den Lahndörfern teic. phonisch gemeldet. Von den Nachbarwehren war zunächst Dill he im am Platze und half der hiesigen Feuerwehr größeres Unglück verhüten. Auch verschiedene andere Wehren taten dann etwas später ihre Schuldigkeit. Wasser formte man hinlänglich aus dem Lempbacy und einem Laufbrunnen entnehmen. Auf welche Ursache das Feuer zurüclzusühren ist, ist iinbefamit (w.) Weilburg, 21. Aug. Im Beisein der Groß Herzogin-Mutter Adelheid von Luxemburg, des Erb. grofzherzoglichen Paares von Baden und der vier ältester luxemburgischen Prinzessinnen sauo heute die Enthül. l u n g des T e n k m a l s des Herzogs Adolf v o n N a s s an statt. Tie Feierlichkeit wurde durcy ein F-estessen beschlossen, bei dem Pfarrer Scheerer auf das Haus Nassau, der Erb- großherzog von Baden auf die Stadt Weilburg toastete. (tu.) Frankfurt a. M., 21. Aug. Heute nachmittag m 3 Uhr 45 Min. fuhr die Vorspa i: nmaschine des Schnellzugs Berlin-Frauksurt-Basel Nr, 6 im Hauprperfoueubaynho: infolge zu sa-nelleu Einfahrens bezw. zu späten Bremsen: ri über die Sanoschüttung des Einfahrtgeleijes 4 (Bahnsteig 2 „ auf den Prellbock. Personen wurden nicht verlehi " eine Verspätung des Zuges ist nicht entstanden. Ter M. terialschaden besteht lediglich aus einem leicht beschädigter । Prellbock. L Hoinburg v. d. H., 21. Aug. Der Kaiser tra- m heute vormittag gegen 11 Uhr mit der Prinzessin Friedrich il1' ZI a rl von Hessen im Automobil von Schloß Friedrichsho- aus der Saalburg bei Homburg ein. Er besichtigte da: Saalburgniuseum, sowie das neuerrichtete Quüstorium uni " die dort befindliche Bibliothek. Nach eingehender Besichtigun? begab sich der Kaiser uni V/t Uhr nach Schloß Hombm^ woselbst er das Frühstück emnahm. Nach dem Frühste besichtigte er die neuerbauie Erlöserkirche. Hieraus nah» r der Kaiser beim Regierungspräsidenten von Meister in befjcn 1 Homburger Villa den Tee ein. Die ursprünglich für viei Uhr vorgesehene Abreise wurde auf 6 Uhr verschoben; sie erfolgte nach Wilhelmshöhe. einigen Wochen um seinen Abschied gebeten, und zwar aus denselben Gründen, welche die Generale Metzinger, Michal Und Hagron veranlaßten, aus dem aktiven Dienste zu scheiden. DaS heutige Amtsblatt veröffentlicht nun die Ernennung des Generals Lombard zum Nachfolger Famins. Bordeaux, 21.Ang. Der König und die Königin von Spanien sind heilte nachmittag ineognito hier ein- g etroffen. Aus Stadt und Land. Gießen, 22. August. •• Hülfe für Herbstein. Die Bank für Handel und In duskrie hier (Hauptsitz in Darmstadt), hat dem Gießener Anzeiger für die abgebrannten hessischen Lands- leute in Herbstein zur Weiterbeförderung 100 0 Mark übermittelt. Weiter gingen ein: Pfarrer Schwabe 3 Mk.. H. W. 3 Mk., L. Wortmann 5 Mk., I. M. Sch. 3 Mk., A. M. 10 Mk., F. 5 Mk., H. A. S". 2 Mk., Adolf Bär 5 Mk., R. H. 1 Mk., G. W. 10 Mk., Frl. A. Müller 1 Mk., G. S. 1 Mk., Frau Eckardt 1 Mk., Poliklinische Armenkasse der Nniv.-Frauenklinik &0 Mk., R. B. 20 Mk., P. I. Mobs 10 Mk., Willi) Rudolph jun. 5 Mk., gesammelt in der Medizinischen Klinik 25 Mk., Karl Bourgeois 2 Mk., Philipp Weiler 2 Mk., F. B. P. 5 Mk., Bank für Handel und Industrie, Depositenkasse Gießen (Darmstädter Bank) 1000 Mk., G. Straub 3 Mk., L. V. 2 Mk., Stammtisch Erambambuli im „Augustiner" 5 Mk., Ungenannt 1.50 Mk., Herm. Mettenheimer 10 Mk., L. K. 5 Mk., A. R. 5 Mk., Frau Helene Oncken 10 Mk., Dr. F. Günther, Vorstand des Chem. Untersuchungsamtes, 10 Mk., Heinrich Meister 5 Mk., Frau M- L. 3 Mk., Frau K. L. 3 Mk., Hettler 10 Mk., Regierungsrat Bähr 3 Ml., Dr. W. 3 Mk., Postdirektor i. P. Ritsert 5 Mk., M. S. 5 Mk., Professor Buchhold 6 Mk., G. Bergen in Heuchelheim 2 Mk., Frau Dr. Dehn-Rotselser 2 Mk., Lehrer W. M. 3 Mk., M. G. 10 Mk., Regierungsrat Hoffmann 3 Mk., N. N. 3.50 Mk., Ungenannt 10 Mk., zusammen mit den bereits quittierten 1031.95 Mk., b i s jetzt 2 3 3 5.9 5 M k. Gestern ging die 3. Rate von 400 Mk. nach Herbstein ab. ** Zum Brand in Herbstein- Wohl selten hat der Vogelsberg eine solch gewaltige Verwüstung durch Brand gesehen, wie sie in Herbstein geschehen ist- Zur Entfaltung ^dieser Vernichtung brauchte das entfesselte Element la um zwei Stunden, eine Wehr konnte ihm kaum entgegengesetzt werden- Verschiedenen Umständen ist cs zuzuschreiben, daß der Vrand^nicht lwch größer wurde, so hat am Brandherde die alte Stadtmauer bewirkt, daß der Brand von dieser Seite und der katholischen Kirche abgehalten wurde; wäre die Mauer nicht da gewesen, dann war das ganze höher gelegene Herbstein dem Untergänge geweiht- Andererseits bot die Bedachung mit Hohl- Kiegel und Strohbüschelunterlage dem Feuer rasche Nahrung, im Nu standen derartige Häuser im Brand- Tas Amtsgericht mit seiner massiven Ziegelbedachung bot Widerstand, aber darüber hinaus zündeten einzelne Feuergarben, indessen diese Zündung konnte von den Besitzern gelöschr werden. Heldenhaft mußt die Arbeit der Feuerwehr gewesen sein, um einzelne Gebäude, wie Apotheke und Sparkasse zu retten- — Tie Stadt Herbstein wird wohl jetzt ein anderes Bild bekommen, wie man hört, sollen die Plätze der Abgebrannten zum Teil von der Stadt angekauft werden, dagegen soll Baugelände an der Peripherie der Stadt geschaffen werden- Die AbschätzungStommission der Brandversicherung ist seit Dienstag an der Arbeit; hoffentlich werden die paar stehen gebliebenen Mauerreste nicht hoch angeschlagen- Ein Bäcker, dessen Backofen noch brauchbar ist, zimmert eben cinD'ach darüber, damit ier wieder backen kann, so hat auch ein Schmied über die noch stehenden Wände seiner Werkstelll. ein Dach gelegt, um darin arbeiten zu können- Tie Bedürfnisse sirch gestiegen, einesteils durchs den regen Zustwm der Fremden, and^rnteils auch durch die 70 Soldaten, die an der Ausräumungsarbüt sind- Das Aufräumen der Trümmer ist keine leichte Arbeit- In Staubwolken tzehüllt stehen die Infanteristen und schippen Schutt aus die Wagen; )abei betommjens sie ein Aussehen wie Mulatten, verrußt und chmutzig- Zwischendurch wird in die iwch glühende Masse ge- pritzt und wenn da ein Infanterist eine Tusche abkriegt, so Flucht er wohl, aber er nimmt sie hin- Eine kleine Freude wird den Soldaten mitunter dadurch bereitet, daß sie eine Flasche Schnaps oder Wein aus dem Schutt zu Tage fördern, die nach der notwendigen Mkühlung durch die durstigen Kühlen fließt- Im Uebrigen löschen die Vaterlandsverteidiger ihren Durst in der Hauptsache aus dem Inhalt der Spritzenschläuche. Tie Dauer der Aufräumungsarbeiten ist noch nicht abzusehen und die Verhandlungen über das Hierbleiben des Militärs sind noch im Gange- Die Unterbringung des Schutts bereitet der Stadt Schwierigkeiten, ,ihw in tiefe Wege zu schütten ist gefährlich wegen der Nägel und Glasscherben- Die Alteisenhändler sind emsig bei der Arbeit, inanch schönes Altertum wird da auf den Haufen geworfen- Ein großer Teil von Herbstein liegt in Schutt und Asche, qualmend strömt aus einigen Kellern noch der Rauch der letzten brennenden Reste, Staubwolken ziehen in die Luft, die im Verein mit dem Wasserdampf den dabei Beschäftigten oft den Atem benehmen- Tie ersten Ansichtspostkarten vom Brand erschienen bereits am Donnerstag, die aber infolge des Rauchs unklar Waren- Heute liegt eine Anzahl guter Photographien vor, die die Verheerung in vollem Umfang erkennen lassen; die Bilder sind im Schaufenster unserer Redaktion zur Ansicht ausgehängt- Eins,der Bilder zeigt die Soldaten auf dem Trümmerfeld stehend, ein anderes so ziemlich die gesamte Flüche der Brandstelle mit dem Amtsgericht im Hintergrund, ein drittes Bild zeigt die noch stehenden Giebelseiteil vorn Reis'schen Geschäfts hause, von welch einer der obere Teil nachgestürzt ist, auf einem weiteren Bild steht Leutnant Eoulmann auf der Treppe eines niedergebrannten Geschäftshauses an der katholischen Kirche, aus dessen Schutt eben die verkohlten rauchenden Leinwandballen herausgeschippt werden, während eine Ausnahme an derselben Stelle zeigt, daß unsere Vogelsberger Schönen sich immerhin über die Anwesenheit deS Militärs freuen und ihren militärischen Gruß verstehen- Tas letzte Bild ist vorn .Dach des Ruhl'schen Wohnhauses aus gewonnen, im Hintergründe die Apotheke und Hotel Deutsches Haus- Zur Linderung der Not wird von vielen Seiten geholfen, aber viel, sehr viel muß noch geschehen, unt die Beschädigten wieder einigermaßen auszuhelsen- ** Vorn ©teuevfommiffariat Gießen. Se. Kgl. Hoh. der Groß Herzog haben den Steuerkommissär des Steuerkommisfariats Gießen, Regierungsrat Dr. Gust. M e tz l e r, mit Wirkung vorn 15. Oktober 1907 an in gleicher Dienst- eigenschaft in das Steuerkommissariat Darmstadt I, sowie ferner den Steuerkommissär des Steuerkommisfariats Mainz I, Regierungsrat Otto Stroh, in gleicher Diensteigenschast in das Stellerkommissariat Gießen versetzt. *• S. M. der Kaiser passierte gestern abend 7 Uhr, von Homburg kommend, mittelst Extrazuges den hiesigen Bahnhof. Der Zug hielt nur fünf Minuten. Empfang sand nicht statt. Nach vollzogenem Niaschinenwechsel setzte sich der Zug wieder in Beweglmg. ** 1857 —- Fünfzigerfeier — 1907. Die diesjährigen Fünfziger iverden ihre gemeinsame Geburtstaasfeier nächsten Niontag, 26. August, begehen. Die FestUchkeit findet im Restaurant „LiebigLhöhe" statt und beginnt nach- nnttags 3 Uhr. Das Programm bietet in reicher Fülle und schöner Abwechslung Unterhaltung jeder Art, so daß den Altersgenossen ein paar recht vergnügte Stunden in Aiissicht stehen. ♦* Mit der Einführung des Achtuhr-Ladenschlusses und der völligen Sonntagsruhe für Ladengeschäfte beschäftigte sich eine gestern abend vom hiesigen p e u t, ch - n a t r o,u a l e u H. a ir d l u n g s g e h i l f e u v e r b a n d veranstaltete öffentliche V e~r f a m ml ü n g im Cafe Ebel. Die Versammlung war recht gut besucht, zumeist von jüngeren Kaus- mannsgehülfen und auch von Lehrlingen. Auch einige Laden-- inhaber waren erschienen. Tas Referat erstattete Herr S ch e 11 i n von Frankfurt a. M., der in über einftünbiger sachlicher Rede sich über die beiden zur Beratung stehenden Fragen verbreitete und die volkswirtschaftlichen und sozialen Vorteile eines einheitlichen frühen Ladenschlusses und der völligen Sonntagsruhe für die Ladengeschäfte eingehend erörterte. Auch bei der Widerlegung der in der Regel gegen beide Forderungen erhobenen Bedenken traf der Redner das richtige. In der sich anschließenden Debatte sprach Herr Blau vom Leipziger Verband sein grundsätzliches Einverständnis mit den beiden Forderungen aus, wünschte jedoch reichsgesetzliche Regelung und vermißte in dem Referat praktische Vorschläge zur Erreichung des erstrebten Zieles. Seine Mitteilung, daß sich der Leipziger Verband dieser- halb in einer Eingabe an die Stadtverordneten-Versammlung gewendet habe, gab dem Referenten Veranlassung, den bisherigen sachlichen Ton zu verlassen und diese Eingabe als kolossale Dummheit zu bezeichnen, weil die Angelegenheit die Stadtverordneten nichts angehe. Er mußte sich aber späterhin von Rechtsanwalt Kaufmann dahin belehren lassen, daß auch die Stadtverordneten-Versammlung zu hören ist. Professor Sui eb sprach sein grundsätzliches Einverständnis mit beiden Forderungen aus und riet zu schrittweisem Vorgehen, da man damit am raschesten zum Ziel gelange. Auch ein Ladeninhaber, Herr Haas, bekundete seine Zustimmung. Im übrigen spitzte sich die Debatte, in der auch mehrfach betont wurde, daß sich ein gänzlicher Schluß an Sonntagen mit Rücksicht auf die Land- kundschast hier nicht empfehle, zu einem Konkurrenzkampf zwischen den verschiedenen kauftnännischen Gehülsenverbänden zu, der mit der zur Verhandlung stehenden Frage herzlich wenig zu tun hatte. Oberlehrer Werner pries dabei den deutsch-nationalen Verband als den führenden und auch der Referent, sowie Herr Reuther und der Vorsitzende Herr Eckold t benutzten die Gelegenheit, für den deutsch-nationalen Verband Stimmung zu machen. Erst nach 1 Uhr wurde die Versammlung geschlossen. * * Beschlagnahmt wurde bei einem hiesigen Spezereihändler eine Partie Mehl, das mit Milben durchsetzt war und für den menschlichen Genuß ungeeignet ist. * * Durchgebrannt ist in verflossener Nacht aus der Sichenanstalt der Pflegling Berthold. Derselbe hatte sich sittlich an einer geisteskranken Person vergalten, weshalb eine Untersuchung gegen ihn eingeleitct war. Berthold leidet an chronischeut Rheumatismtls; er ist trotz seiner Lähmung über die Cinsriedigungsntatler gestiegen und flüchtig geworden. * * E r st e s B e r t u r n s e st auf d e m H o h e r o d s- k o p s. Gemäß Beschluß de§ letzten Gautlirntags findet an Stelle des Dünsbergturnens dieses Jahr am 25. Augllst probeiveise ein Volkswetturnen auf dem herrlich gelegenen aussichtsreichen Hoherodskops statt. Die Vorbereitungen haben die Tiirnvereine Gedern, Lailterbach und Schotten übernommen. Kein Prunkfest soll die Turner, Freunde mit) Gönner der edlen Turnsache aus dem höchstgelegenen Gipfel des Hessenlandes zusammensühren, sondern schlichter Sinn und turnerischer Geist sollen der Veranstaltung ein volkstümliches Gepräge geben. Das Wetturnen beginnt IVj2 Uhr mit einer Gruppe einfacher Stabübungen. Der Festbeitrag beträ gt für jedermann 20 Psg. Für gute Verpflegung, sowie für Konzert und Tanz ist Sorge getragen. Entgegenkommender Weise hat die Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. am Sonntagmorgen einen Sonderzug ab Nidda eingelegt, der Anschluß an den in Gießen um 5U Uhr morgens abgehenden und in Nidda um 653 ankommenden Zug hat, so daß die ihn Benutzenden schon um 729 Uhr vorm. in Schotten sein können. * * D a s E r g e b n i s des Oktrois im Rechnungsjahr 1 9 0 7. Die Oktroieinnahmen betragen nach der Zusammenstellung des Oktroiinspektors: Von Schlachtvieh 37 559,86 3Jt. (im Vorjahr 37 308,50 2)1.), von Fleisch, Fleischwaren und Wild 4149,53 M. (un Vorjahr 5 497,81 M.), von Brennmaterial 41 658,28 M. (im Vorjahr 41 219,80 M.) von Mühlenfabrikaten und Haler 5 525,47 M. (im Vorjahr 6758,55 2)!.), von Getränten 32 607,87 M. (irn Vorjahr 33 229,18 2)L) Tie Gesamteümahrne betrug 121 501,01 M. gegen 124 013,85 M. im Jahr 1906. Aus die Gesamteinnahme kommt in Abzug an Rückvergütungen (Attsstlhr re.) 13 179,91 M. (im Vorjahr 13 545,62 2)1.), so daß der Oieittübcrschuß sich mit 108 321,10 M. gegen 110 468,23 M. im Jahre 1906 stellt. Von diesem Betrage fommeit allerdtngs noch die Vertvalttmgs- kosten in Abzug. Die Einnahme stellt sich also um 2 147,13 M. niedriger als im Jahre zuvor. Mindereinnahmen sind bei den Positionen Fletsch- und Mühlensabrikate zu verzeichnen. Tie Ursache, daß weniger Fleisch und Fleischtvaren eingesührt tvnrden, wirb darauf zurückgeiührt, daß dttrch die im Herbst 1905 eingeführte Nachkontrolle des uon außerhalb eingesührlen Fleisches die Einfuhr wegen der dem Einbringer entstehendetl Kosten unb des mit der Nachkontrolle verbundenen Zeitverlustes die auswärtigen Metzger sich einen andern Abnehmerkreis gesucht haben (Bad 91atthenn). Ter Ausfall mi Oktroi für Hafer erklärt sich dadurch, daß im Vorjahr vor dem Inkrafttreten, der neuen Handelsverträge atts- nahmsweise bebentenbe Quantitäten Hafer in die Stadt eingebracht würben, bie ein erhöhtes Oktroi brachten. Ter Ausfall an Einnahmen für beide Positionen übersteigt beit wirklichen Mtnbereingan g an Oktroi, so baß ber Mehreingang anderer Positionen dadurch wettgemacht wirb. Interessant sind bie Zahlen, bie bartmi, wie ber Verkehr an ben vier Toren verschieben start ist. Obenan steht baö Sellerstor mit 12115 Bezettelungen, bann folgt bas Neustäbtertor mit 11 991, bas Walltor mit 3389 unb bas Neuenwegertor mit 2066 Bezettelungen. Int Gmtzett würben 29 561 Bezettelrmgen (gegen 31 502 im Voriahr) vor- genommen. Auch hierburch wirb bargetan, baß bie Einfuhr gegen bie bes Vorjahres abgenommen hat, beim es sind 1941 Bezettelnngen weniger erforderlich gewesen. Interessant dürfte sein, daß die llebertretungen der Oktrotvorschriflen erheblich abgenommen haben. Im Jahre 1905 wurden 85 Anzeigen, 1906 dagegen nur 53 Anzeigen erhoben. Allerdings ist ja bekannt, baß bie Organe unseres Oltroi- ivesens nicht weniger als anzeigelustig sind, sonberti bie Erhebung mit großer Kulanz hanbhaben unb nur, wenn sie vermuten, daß Jemand wissentlich sehlt, Anzeige erstatten. * * D l e Hei m a t a iis st e lt ilng in Schwanheim, von der in unseren gestrigen Familienblättern die Oiede ist, findet, wie berichtigend mitgeteilt sei, bis ziun 28. b. Alls, statt. + Klein-Linden, 22. Aug. Unsere Kirchw eihe ist auf 8 Tage verschoben und auf Sonntag, 1. September, estgesetzt tvorden. A Weitershain, 21. März. Am Sonntag, 18. Aug., wurde das hiesige Kirchweihfest gefeiert. Da zugleich der Jahrestag der Schlacht von Gravelotte war, so zog der hiesige Kriegervercin und Gesangverein mittags 2 Uhr mit 2Nusrk zum Kriegerdenkmal. 9tach Vortrag zweier Lieder durch den Gesangverein gedachte Bürgermeister Sann in zündenden Worten der großen Schlachtentage vor 37 Jahren und ermahnte die junge Generation, dankbar ber Männer zu gedeilken, die damals ihr Leben für das Vaterland Hingaben und sich dankbar zu erweisen den Veteranen, die jetzt noch unter uns weilen. Er forderte weiter auf zur Treue zu Kaiser und Landesherr und ließ seine Rede in einem brausenden Hoch auf beide ausklingen. Hierauf gedachte Lehrer Haber mehl in kernigen Worten aller deutschen 23rut)C’ ärnme. Sein Hoch galt dem deutschen Vaterlande. 9iach . .n gemeinsamen Gesang des Liedes „Deutschland, Deutschland über alles" belvegtc sich der Zug nach dem Fest- 0crm6fd?t#s. * Bluttaten, termoröct wmbe m einem Walde in der Nähe von Posen das zwanzigjährige Fräulein Helene Nieradzinsk-i aus 3cion§. Sie war ui den Wald gegangen, um Pilze zu suche». Als sie nach mehreren Stunden noch nicht zurücklam, ging nur., auf die Suche und sand die Leiche in einem Gebüsch. Tie Lage der Leiche läßt vermuten, daß der Mörder das Alädchen mißdraua! hat. Von dem Aiörder sehlt jede Spur. — In Walthaus ei \ im württembergischen Cberamt Gerabroim Hai ein 40jähriger, sei! L Jahren wahnsinniger Mann, feinen 70 Jahre alten Onkel mit einen V" alten Kavalleriesäbel am Morgen im Belte überfallen unb ihm de. l> Hals abgeschnitten. — In einer Onschau bei Oldenkirchen wurbi f ein mit seinem Bruder zusammenwohilendes Fräulein von 3b Jahre:, m seiner Wohnung tot aiisgestmdcn. Es besteht der Verdacht, tw es von seinem Bruder, der verfchwunben ist, ermorde: • worben ist. Zwischen beiben Geschwistern sollen wegen einer Erd- schafisaiigelegenheit Zwistigkeiten bestauben haben. — Der von einer auswärtigen Staatsanwaltschaft verfolgte Kailsmann Roberl Hai-.se.: aus Hamburg kam letzte 2iacht zii feiner in einer berüctjiißter , Straße wohneuben Ehefrau nach B r a u n s ch w e i g. Es kam zr einem Wortwechsel, in bessert Verlaus Hansen einen Revolver zo; unb ans seine Frau seuerte. Es gelang der Frau jedoc zu entfliehen. Hierauf richtete Hansen ben Revolver gegen sich seid' unb wurde schwer verletzt m das Krankenhaus gebracht. Air. Alorgen ist er seinen schweren Verletzungen erlegen. * Kleine Tages cl) r o n » l In dem Dorfe Marquetle le ' Lille (Frankreich) stürzte eine bereits bis zum 7. Stockwerk gefühlt ; Mühle ein. Tie Zahl der Opfer beläuft sich auf 16 Tote. Mr führt die Katastrophe auf den Einsturz eines Betonsußbodens, dc-. noch nicht trocken war, zurück. — In Pofen erkrankten vic. Familien infolge Geniiffes giftiger Pilze schwer. Von de. Erkrankteii sind 3 Perfonen gestorben. Die übrigen befinden sich u Lebensgefahr. — Im Zirkus Sporn zu Düsseldorf entstanden gesierr abend, als ber Ringkämpfer StenrS aus Belgien teilten Gegner 'S Um: aus Berlin unfair cmgrisf, Streitigkeiten. Die beiöci. Kämpfer ohrfeigten einander. Das Publikum stürmte ' die 2Jtanege unb mußte von ber Polizei unb der Feuerwehr zurückgebräfigt werben. Die Preisrichter bisqmü- fixierten beide Ringer. Die Polizeibehörbe verbot ihr weit eie- Auftreten. — Bei Lemberg taub gestern ein P i ft o 1 e n d uel. zwischen bem früheren Reichstagsabg. Hofrat im Ackerbauministeriiir'. Struczkiewicz unb bem Direktor zur Förberung der heimischcn Industrie Olszewski statt. Der Zweikampf verlief unbluhg. — Er: furchtbares Gewitter ging gestern vormittag über den nock' westlichen Teil der Däu. Jnfel Jütland nieder uiib richtete gro^ Verwüstungeii an. Gleichzeitig erhob sich eine gewaltige Wasser' Hose. Letztere hob Dächer empor und stürzte Wände um. Sie hol' in einem Hasen zwei Pferde zwanzig Fuß hoch und fetzte sie außer halb des Hafens nieder. Em Hund nrachte sogar eine Fahrt vor. 200 Fitß in die Luft mit.______________________ LIniverfttäts-NacyrtchtE. Von der Akademie zu Frankfurt a. M. Pfarrer v. Ehr ich Fo erst er ist als Privatdozent für Geschichte der christlichen Religion und Kirche zugelassen worden. Er wirb seine Lehrtätigkeit im fommenben Wintersemester mit einer einftünbigen Vorlesung über die Anfänge der christlichen SHeltgion und Kirche ————— Marrte. ke. Frankfurt a. M., 22. Aug. (Tetegr. Ong.-Bericht de» „Gieß. Anz.".) Amtliche Notieruiigen der heutigen Viehmarll' p r e i f e. Zum Verkaufe standen: 20 Ochsen, 00 aus Oeftevvcw1 3 Bullen, 1 aus Oesterreich, 112 Kühe, Fersen, Stiere unb Rinder 00 aus Rumänien, 701 Kälber, 17 Schafe unb Hammel, 0 Ziege». 0 Ziegenlämmer, 0 Schatlämmer. Bezahlt würbe ’111 bas Pfund Schlachtgewicht: Ochsen: 1 Qualität 83—85 M- 2. Qualität 76-80 Alk., 3. Olualilät 70-72 Mk.; Bulle" 1. Qual. 78-75, 2. Qual. 70-72; Kühe 1. Qualität 75-77 M. 2. Qual. 72—74 Alk., 3. Qual. 64-66 Mk., 4. Qual. 00—00 M- 5. Qual. 00-00 Mk. Kälber 1. Qual. 76—84 Psg., Lebeiidgeivrch 49—54 Psg., 2. Qualität 60—66 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pig- Schlachtgew. 00-00 Psg.; Schase: 1. Qual. 84—00 Psg., 2. Quo 78—80 Psg. — Geschäft: bei Hornvieh gut, bei Kleinvieh gut, ve Kälber lebhaft. Ueberstand gering. __ Mctzener Wetterdienst. VoranHstchtliche Wittcruug für Hesse» am Freitag de 23. Angiisl: Trübe, neblig, geringer Regen. Kühl. Westliche WiNdi bm/8 Ein Versuch überzeugt, daß Würfeln zu 10 Pfg. für 'S Teller Suppe von unerreichter in IBä/7 K 47/07 28. August tto Rabenau K 8/07 B8/8 Kirsche’» 1. 2. tt 3. // 4. Bm/8 Gros. Telef. 1. (Heffen) Giessen im August 1907. 06001 Vollständiger Ausverkauf zu staunend billigen Preisen mit "bedeutendem Peter Telephon 39S 'rMM- ■ ' 26.-M., 26.-M., 25.-M, Squarehead Main’» Stand up M8 25.- M. 25.- M. 24.- M. den der um mit be- a r. Komplette Herren-, Speise-, Wohn- und Schlafzimmer, Salons, moderne Küchen-Einrichtungen, Büffets, Vcrtikows, Salonschränke, Trnmeanx, Spiegel, Bücher-, Spiegel- und Kleiderschränke, Schreibtische, Näh-, Sofa- und Auszugtische, Waschkommoden, Nachtschränke, Rohrstühle, Salonstühle, Triumphklappstühle, selbstgefcrtigte kompl. Betten, Sofas, Divans, Chaiselongues. Garnituren in Plüsch, Tuch und Gobelin. 250 Vorlagen und 1OO Teppiche in 10/4 und u/4. Tapestry, Velour, sowie einige Dutzend Chaiselongues- und Tischdecken in bester Qualität. rerchung der Forderungen einzuladen- Eine Restlution gab der ablehnenden Stellungnahme der christlich Organisierten Ausdruck- Paris, 22. Aug. Nach dem „Figaro" erzählte Minister- Gießen, den 20. August 1007. Großherzogltche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Curschmaun. Einrichtungen oder einzelne Möbel, welche für später lieferbar gekauft werden, können bis dahin an meinem Lager verbleiben. Frankolieferung durch eigenes Fuhrwerk. Städtisches Hochbauamt. Gerbet. Oppenheimer Rechtsanwalt. . Gens, 22. Aug. An der italienischen Seite des Mont Blanc ist ein amerik. Bergsteiger namens Milan tödlich abgestürzt. Konstantinopel, 22. Aug. Der griechische Dampfer „Lycaviges" kenterte im Schwarzen Meere vor der Einfahrt in den Bosporus infolge einer Kesselexplosion. Die Mannschaft und ein Teil der Passagiere ertranken. Tanger, 22. Aug. Der Dampfer „Vinh £ong* mit 8 00 Schützen und 125 freiwilligen Goumiers (Kameel- treibern) ging nach Casablanca ab. — Man rechnet da- mit, daß sänitliche Europäer heute Fez verlassen werden. Tanger, 22. Aug. Informationen aus Eingeborenenkreisen zufolge haben die Kabylen während der vergangenen Nacht tu der Umgebung von Cafablanca die Leichen von 300 ihrer gefallenen Stammcsgenossen gesammelt- Eine Anzahl Kabylen versuchten in die Stadt einzudringen, wurden aber von algerischen Schützen daran verhindert- Es fielen vereinzelte Schüsse. Ein anderer Angriff erfolgte von der Seeseite- General Drude wird augenblicklich von drei marokkanischen Korps belagert- Er erwartet das Eintreffen der algerischen Goumiers ab, um einen Ausfall zu unternehmen- Donnerötag, d. 5. September 1907, nachmrtt. 3 Ubr, werden auf hiesigem Ortögericht die vor dein Namen des Earl Euler IV. und Ehefrau geb. Eckhardt in Gießen stehenden Grundstücke der Gemarkung Gießen 28/256Vio — 600 qm Hofreite, Lag- garren in den hintersten Schietzgärten 28/2565/io — 179 qm Grabgarten daselbst öffentlich meistbietend versteigert. Gießen, 24. Juli 1907. Großh. Ortsgericht Gießen. Gros. Habe mich hier als Rechtsanwalt niedergelassen. Mein Bureau befindet sich Bahnhofstrasse 61. Von unserer Saatbausteüe empsehtcn wir in doppett gereinigter Qualität: Mriglnal-Drahtmelduirgerr« Wil Helm sh öh e, 22. Aug. Durch Ausgleiten auf beut durch Regen durchweichten und schlüpfrig gewordenen Boden kam die Kaiserin gestern nachmittag zu Fall und zog sich dabei eine Aderverletzung am link e n Bern zu. Die Verletzung macht eine Ruhehaltung auf längere Zeit notwendig, weshalb die Kaiserin ihre Teilnahme an den Reisen nach Schwerin, Hannover und Münster ausgeben mußte. • Ludwigshafen, 22. Aug. In einer gestern abend ab- gehalteueu Versammlung nahmen die christlich organisierten, Arbeiter Stellung zur Lohnbewegung in der Anilin-Fabrik- Als Redner traten aus die Verbandssekretäre Tremmel-Mannheim, Scherer-Offenbach und Ersing-Hamburg- Die ^Notwendigkeit der Besserstellung der Arbeiter bei den-guten Resultaten bser Fabrik wurde anerkannt, allein ein Zusammengehen in der gegenwärtigen Bewegung mit den frei organisierten entschieden abgelehnt, weil man üch auf jener s^eite nicht die Ndühe nahm, die christlich Organisierten Teilnahme an der Egn Donnerstag, den 19. Sept. 1907, nachmittags 3 Uhr werden auf hiesigem Ortsgericht die vor dem Namen des Ehristian Burkhardt III. u. Ehefrau geb. Damm slehettden Parzellen der Gemarkung Gießen 1/1371 — 40 qm Hofreite aus dem Asterweg 1/1377 = 4 qm Hosraum mit Stall daselbst öffentlich meistbietend versteigert. Gießen, den 7. August 1907. Großherzogl. Ortsgericht Gießen. Gros. B23/* Square head Weizen Strubels Präsident Clemenceau nach dem Frühstück mit dem König von England, daß bei dem Gespräch über die allgemeine Politik und die Marokko-Angelegenheit und) die Monarchenbegegnungen aus WilhelmShöhe und in Ischl berührt worden seien. Es seien dabei allenthalben friedliche Absichten hervorgetreten. P a r i s, 22. Aug. „Petit Repub-lique" berichtet aus Plencen, daß ca. 1000 marokkanische Grubenarbeiter in ' Ausstand getreten sind. Sie durchziehen die Straßen Stadt und bedrohen die Europäer. Die Behörden ersuchten die Erlaubnis, die Mitglieder der europäischen Kolonie Waffen versehen zu dürfen, um einem etwaigen Angriff gegnen zu können. 25.50 M-, 25.50 M-, 24.50 DL Güte und Wohlgeschmack sind. Nur mit Wasser in wenigen Minuten zuzubereiten. Bestens empfohlen von Jakob Maternus, früh. Adolf Lenhard Nachf., Frankftfrterstr.66 Lmrdbutter zum Einkochen, so lange Vorrat, per Psd. 95 Pfg. H. F. Raffauer, Neuenweg 15. Wanzentod einzig sicherstes Mittel. Flasche 50 Pfg. Spezialität der Adler Drogerie, Seltersröeg 39. 14/sl Otto Sch aas. zu Alten-Buseck. 2. In der Gemarkung Wiesest, Donnerstag, 29. August l. Js., vormittags 10 Uhr in der früheren Dorseld'schen Wirtschaft zu Wiescck. 3. In der Gemarkung Gießen, an demselben Tage, nachm. 2 Uhr in der früheren Leil?schen Wirtschaft im Philosophcuwald bei Gießen. D2% Gießen, den 12. August 1907. Großh. Oberförsterei Wiesest. Großh. Oberförsterei Gießen. Weigand.Koehler. Arbeitsvergebung. Die zur Unterhaltung des Polizeiamtsgebäudes nötige Dachdeckcrarbcit soll Donnerstag, den 29. Arrgust d. Js., vorm. 10 Uhr öffentlich vergeben werden. Die Unterlagen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Zeitpunkt an uns emzurelchen. Znschlagsfrtst 14 Tage. Gießen, den 21. August 1907. Bekanntmachung. Betr-: Besetzung einer Hilfsschutzmannstelle. Bei unterzeichneter Behörde ist die Stelle eines Hilfsschutzmannes alsbald zu besetzen- Ansangsgehalt 600 Mark, Kleiderentschädigung bei Eintritt 100 Mk-, jäl-rliches Kleidergeld 36 Mk., Höchstgehalt 750 Mk. Geeignete Bewerber wollen sich sofort und spätestens bis 1- kommenden Vkonats bei uns melden. Gießen, den 19- August 1907. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Herberg. K 53/07 bb/8 Donnerstag d. 26. September 1907, nachmittags 3 Uhr, werden die vor dem Namen des August Gottlieb Karnes in Gießen stehenden Grundstücke der Gemarkung Gießen l/12437/10 = 350 qm Hofseite aus dem Gartfeld l/12448/10 = 44 qm Grabgarten daselbst auf hiesigem Ortsgericht öffentlich meistbietend versteigert. Auswärtige Bieter haben sich über ihre Zahlungsfähigkeit ge» nügend auszuweisen. Gießen, den 21. August 1907. Großh. Ortsgericht Gießen. Gros. Iipimsehh zu Mannheim städtisch subventionierte höhere techn. Lehranstalt für die Gebiete Architektur, Hoch- u. Tiefbau Maschinenbau, Elektrotechnik und Hüttenkunde 4743 Besinn des Wintersemesters: 16. Oktober. l'Up Programm kostenlos durch das Sekretariat. U1A. <511.HU 11. Bekamrtmachnng. Betrifft: Kommerzienrat Heichelheim-Stiftung. Aus der Kommerzienrat Heichelheim-Stiftung sind am 1. November 1907 1192 M. zu verteilen. Nach tz 3 der Stiftungsurkunde können zur Bewerbung nur zugelasfen werden: a) Personen, die während des Feldzuges 1870/71 im Militärver- hältnis gestanden haben und b) Frauen und Kinder solcher Personen, vorausgesetzt, daß sie einer derartigen Unterstützung würdig und bedürftig sind und vom Tage der Bewerbung ab rückwärts gerechnet mindestens zwei Jahre ununterbrochen in Gießen gewohnt haben. Bewerbungen sind bis zum 30. September d. I. im Bür- germeiftereigebäude, Zimmer Nr. 15, schriftlich oder mündlich einzureichen unter Vorlage der die Erfüllung der Bedingungen nach- wetsenden Papiere. Grnmmetgras-BersteiKerung. Das Grummetgras der Domanialwiesen der Oberförstereien Wiesest und Gießen wird versteigert: 1. In der Gemarkung Alten-Buseck, Mittwoch, l. Js., vorm. 10 Uhr in der Wirtschaft des Herrn Ot KBöheifabadhSssgei* imeS Ausstattungsgeschäft Kaplansgasse 18. Giessen. Donnerstag den 19. Sept. 1907, nachmittags 3 Uhr, wird auf hiesigem Ortsgericht die vor dem Namen des Joh. Gg. Spaar und Ehefrau geb. Pfeiffer stehende Parzelle der Gemarkung Gießen 16/56 = 842 qm Grabgarten am Nahrungsberg i öffentlich meistbietend freiwillig erbteilungshalber versteigert. Der Zuschlag wird unbedingt erteilt. Gießen, den 19. August 1907. Großh. Ortsgericht Gießen. Bekanntmachung. Betr.: Besetzung der Stells eines PolizeijetretärS. Die Stelle eines P o l iz e i s e k r e t ä rs auf dem Bureau der unterzeichneten Behörde ist erledigt und soiort wieder zu besetzen. Mtt der Stelle ist ein Anfangsgehalt von 2100 Alk. mit ^jährlichen Zulagen von 75 Mk. bis zum Höchstgehalt von 3600 Alk. verbunden. Pensionsberechtigung und Witwenversorgung regelt sich nach Maßgabe der für Staatsbeamte geltenden Besttmmungen. Geeignete Bewerber, tvelche das Polizeikonnnissärexamen bestanden haben und womöglich schon längere Zeit bei einer Polizeibehörde praktisch beschäftigt gewesen sind und günstige Zeugnisse besitzen, wollen sich alsbald und spätestens bis 1. September ds. Js. unter Vorlage eines Lebenslaufes und der Zeugnisse schriftlich melden. Gießen, den 16. August 1907. Großherzogliches Polizei amt Gießen. , Herberg. 1-20 Ztr., 21-100 Ztr., üb. 100 Ztr. L 26.-M., 25.50 St-, 25.- M.p.lOOLo. Freibank. Heute Schweinefleisch 50 Pfg. [B^A, Einige Zentner gute Stangenbohnen. sow. Weißkraut u. auch Wirsing stnd abzugeben auf 5297] Hosgiill bei Lich. । Grummetgras-Berfteigeruug. Tottuerstag, 2*9. l. Mts., vormittags 9 Uhr, wird das Grummetgras von den fiskalischen Wiesen in den Gemarkungen Garbeuteich, Leihgestern, Schissenberg und Watzenborn, das Gras von Schneisen und Mähplatten in der Forstwartei Baumgarten aus dem Nathause zu Watzenborn versteigert. Weitere Auskunft erteilender Großh. Förster Schlag zu Forsthaus Baumgarten und Güteraussehcr Mack zu Hausen. Gießen, 22. August 1907. B23/^ Großherzogliche Oberförsterei Schiffenberg. Petkuser Roggen ------ — zz zz „ Unser Getrelde wurde mehrfach pränüert, größere Flächen vom Hess. Landwirtschaftsrat auf unserer Saatbaustelle gekört,- dasselbe ist zum Samenwechsel sehr geeignet weil in hoher Gebirgslage gewachsen. Der Versanht geschieht soweit Vorrat reicht unter Nachnahme ab Rixfeld in neuen Säcken die zum Selbstkosteiwreis berechnet werden. DM/a Freihmlich RiedeselHe Gutslicl'llidtuiig, StoHanseil Fabrikant-: 2 Siebt Tw im, Moment y " |prächtigen Glzzmr Famllien-Kestaurant Bahnhofstrasse 48 Bayerische Spezial-Gerlebte. Separates Speisezimmer. Hochachtungsvollst J. Vogel Eröffnung Donnerstag, 22. August 1907 Ausschank der so sehr beliebten Hartinsbräu (dunkel) aus der Martins- Brauerei bei Würzburg (Bayern), sowie helles Bier aus der Brauerei Göbel, Niedershausen. 5330 Diners und Soupers zu Mk. —.80, 1,20 1,80, im Abonnement 10 Pfg. billiger. Reichhaltige Frühstücks- und Abendkarte zu zivilen Preisen und vorzüglichster Zubereitung. Von abends 6 Uhr ab Stammessen zu 70 Pfg. „ Joh.VaiilanrRemscheid ^JScdeulendsleSpetialfabrikf s.\\\X.W;ederverkäufer werden an allen Plätzen nam- hafti 6nitt MMrboLkn abzugeben. [5347 ________Eim, Liebigstratze 31. Gutcrhlilt. lahrrad “jaQUT 5345]Licherstr. 29, II. 0 Zimmer herrschaslkiye ^oyuung. Alieestr. 2 ist die I. Etage bestehend aus 6 Zimmern, Badezimmer, Küche u. Zubehör, Gartenanieil, per sofort oder später zu nenn. Näheres parterre.[5309 | 5 Zimmer | Schone Wohnung (l.Overgeschog) mit 5 Zimmern, Bad re. u. Zentralheizung per Ott. enent. früher zu vermieten. 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Das diesjährige Kirchweihfest findet am 1. und 2. 06006 Hochachtungsvoll Fr*B Gasthaus zur Deutschen Eiche. Jagdpatronen mit bestem Schwarzpulner und prima Schrot geladen, per 100 Stück 5 Mark, dito mit rauchlosem Pulver geladene, Marke „Tigcr", anerkannt beste Patrone, per 100 Stück 8.50 Mark. August Kübmger, jetzt Seltersweg 79. Telefon 276. Neue Kartoffeln L Bergtumfest auf dem Hoheracbkopf Gemäß Beschlutz des Gauturntags soll Sonntag, den 25. August, das erste Bcrgturnfest auf dem Hoberodskcpf statt- ftnben. Wtr beehren uns, alle Mitglieder der Turnvereine des Gaues Hessen und alle Gönner der edlen Turnsache hierzu ergebenst etnzuladen und um recht zahlreiche Beteiligung zu bitten,' damit die Körper und Geist stärkenden turnerischen Bestrebungen auch in unserem schönen Vogelsberg immer tieferen Boden gewinnen, dem einzelnen zum Heil, dem Baterlande zum Segen. Darum: DM/8 ülil M krßm Lergtmstß L KchttÄÄN! Wctturueu auf dem Hoherodskopf: Bonn. IP/, Uhr. Nachm.: Prctsvertciluug, Konzert und Tanzmusik, aus- geMrt von der Kapelle Stumpf von Lauterbach. Für gute Verpflegung ist bestens Sorge getragen. — Festbeitrag 20 Pfg. ____________ Der Festausschuß. © Tanz-Unterricht. © Mein diesjähriger Tanz-Unterricht beginnt wieder am Donnerstag, 3. Okt. d. I., abends 8 Uhr Gefällige Anmeldungen nehme ich täglich in meiner Wohnung 31 entgegen. 5332 Hochachtungsvoll Tanzlehrer Wetzstelngasse 31. Versteigerung. Dienstag, den 27. d. Mrs., nachmittags 4 Uhr, sollen int städtischen Psandlokal Seltersweg 11 dahier die wegen rückst. Ortskrankenkassebeiträge gepfändeten Gegenstände: Möbel aller Art, Schränke, Sofas, Schreibtische, 2 große neue Koffer, 2 Badewannen, 1 Pferd, 2 Kassenschränte u. v. a. versteigert werden. [5344 Gemmecker, Pfandmeister. ßchcke jk!De itolif ner Km- n. Tchl-Tmlm in 5 und 8 Pfund Kisten W Ä i § C ’o 's Ulli 1 Mark dau Los der günstigen Badener GeM-Lotterie Ziehung sichert Septemb. 3288 Bargew. ohne Abzug 45 800Mark 1. 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